Mein Kiez - Sparrplatz Quartier

sparrplatz.quartier.de

Mein Kiez - Sparrplatz Quartier

Der Kiezbote

Die Stadtteilzeitung für den Sprengelkiez. KiBo Nr. 4 2009

Schlechte Nachrichten für

den Sprengelkiez: Haushaltslage

zwingt Bezirk

zum sparen

Kiezumfrage: Was erwarten

Sie von den Bundestagswahlen

Die Sprengelwochen

gesprengt?

Farbe bekennen für den Erhalt der Kinder- und

Jugendarbeit im Sprengelkiez


Vorwort/ Inhalt

Wir im Sprengelkiez

Nach dem Motto „Arbeit für mehr Lebensqualität im

Stadtteil“ arbeite ich seit 20 Jahren beim Kommunalen

Forum Wedding e.V. Vor 16 Jahren haben wir damit

begonnen, im Sprengelkiez Bürgerbeteiligung zu initiieren

und Quartiersprojekte

mit Beschäftigungsförderung

zu verknüpfen. In dieser

Zeit wurden u.a.

Kiezgespräche durchgeführt,

die Nachbarschaftsgruppe „Aktiv im Kiez“ gegründet, die

Osterkirche begrünt, der Nachbarschaftsladen eröffnet, ein

Seniorenhilfsdienst organisiert, der erste Kiezbote herausgegeben

und Straßenfeste veranstaltet.

Damals gab es nur wenige Menschen, die sich über ihr

eigenes Interesse hinaus für unser Quartier engagierten.

Gefördert aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Fonds

für regionale Entwicklung) der Bundesrepublik Deutschland und des

Landes Berlin im Rahmen des Programms „ Soziale Stadt“

Dazu gehörten damals wie heute z.B. Mitarbeiter/innen

der Kinder- und Jugendeinrichtungen, Menschen aus der

Osterkirche sowie das „Urgestein der Bürgerbeteiligung“,

Klaus Wolfermann.

Heute sind es erfreulicherweise viele Menschen aus

den unterschiedlichsten Kulturen, Arbeitsbereichen und

Lebenswelten, die sich mit dem Sprengelkiez identifizieren

und aktiv sind. Zudem gibt es vielfältige Möglichkeiten,

sich für die Quartiersentwicklung einzusetzen und Orte der

Begegnung, wo sich Nachbar/innen einbringen können oder

Unterstützung finden.

Heute ist es hier wie in einem Dorf: Jeder kennt jeden und

die Nachbarschaftshilfe funktioniert gut. Und doch wissen wir

nicht wirklich, was die Anderen denken, was sie tun und was

Ihnen dabei wichtig ist. So gibt es Klatsch und Tratsch, Neid

und Missgunst, Vorurteile und Konkurrenz, Anfeindungen

und Diffamierungen. Da braucht es manchmal einen „Feind

von Außen“ – z.B. die Berliner Abendschau, die schlecht

über den Sprengelkiez berichtete – und plötzlich flammt es

wieder auf, das „Wir im Sprengelkiez“. In diesem Moment

konnte ich mich kaum über diese offensichtlich vorhandene

gemeinsame Kraft

Warum ist es so schwer, Unterschiedlichkeit und

Vielfalt mit Respekt und offenem Herzen zu begegnen?

freuen – bis heute hat

mich dieses Erlebnis eher

nachdenklich gestimmt!

Ich habe mich jedenfalls über die vielen neuen Gesichter

bei der Wahl zum Quartiersrat gefreut. Einen frischen Wind

können „Wir“ gut gebrauchen.

Willkommen im Sprengelkiez

Willy Achter

.

2 KiBo Nr. 4

Oktober/ November 09

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Impressum

Herausgeber

Lo‘Nam Verlag/

Afrika Medien Zentrum e.V.

Torfstr. 12, 13353 Berlin

Tel.: (030) 97 89 55 36

Fax: (030) 96 08 99 97

EMail: info@lonam.de

www.lonam.de

V.I.S.D.P.

Hervé Tcheumeleu

QM Sparrplatz: Alexandra Kast

Redaktion

Lydia Manock Bayap, Sandra

Hülse, Lioba Reckfort, Siemen

Dallmann, Hervé Tcheumeleu,

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Johanna Zehe, Aleksandra

Atanasova, Lydia Manock

Bayap, Stefanie Schams,

Anne Wispler, Rosa Gölitzer,

Dorit Müller, Sabine Richter,

Steffi Burck, Markus Richter

Fritz Eggert

Titelbild

Siemen Dallmann: Kinderfest

am 12.09.09 auf der

Kinderfarm/ Telux

Korrektur

Lydia Reichelt, Stefanie

Schams

Druck : Offset Druck Wende

Nächster Redaktionsschluss

31. Oktober

Gefördert durch die Europäische

Union, die Bundesrepublik

Deutschland und das Land Berlin

im Rahmen des Programms

„Zukunftsinitiative Stadtteil“ -

Teilprogramm „Soziale Stadt“.

Die Mitarbeiter und Kinder der

Weddinger Kinderfarm engagieren

sich vor der U18- Wahl

Proteste gegen die Sparmaßnahmen

im Sprengelkiez

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Ein Model im Kiez 16

Das Weddinger Afrikafest 2009

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Mein Kiez

Ein Abend im Kiez: Abwechslung pur

Multikulturelle Models erobern das

Podium

„Leo“ verursacht Bürgerversammlung

Auftakt-Veranstaltung „Sanierungsgebiet

Müllerstraße“ 2009

Strom und bares Geld sparen

1265 Euro Grundeinkommen für ALLE!

Kiezumfrage: Was erwarten Sie von den

Bundestagswahlen?

Weddinger Kinderfarm beteiligt sich seit

Jahren an U18 - Wahlprojekt

Kandidaten hautnah: Erfolgreiche QM-

Veranstaltung zur Bundestagswahl

Schlechte Nachrichten für den

Sprengelkiez: Haushaltslage zwingt

Bezirk zum Sparen

Farbe bekennen für den Erhalt der

Kinder- und Jugendarbeit im Sprengelkiez

SprengelHaus - die neue Broschüre ist da!

Der Sparrplatz: Neue Vogelart/ Zeitung

gesichtet

Spielend Richtung Job

Initiative

Deutschkurs und mehr im Mandé

Die Frauen aus Kerkuk

Integrationsprojekte im Sprengelkiez

Die Sprengelwochen gesprengt?

Fastenbrechen im SprengelHaus

Afrika feiert im Wedding

Neues Projekt sucht Elternpaten

Auf Nimmerwiedersehen Beschneidung!

Events/ Adressen

Oktober/ November 09 KiBo Nr.4

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Mein Kiez

Unsere erste Station ist um 16 Uhr das Restaurant/

Café „Deichgraf“ am Nordufer 10. Ob zum

ausgiebigen Frühstück, um gut in den Tag zu starten

oder zum Mittagsmahl, hier wird man immer

gut versorgt. Die reichhaltige Auswahl der gutbürgerlichen

Küche hält für jeden etwas bereit. Die

gemütliche Atmosphäre des Restaurants lädt aber

auch so zum Verweilen ein, mit Freunden oder mit

Buch zum Kaffee lässt es sich hier gut aushalten.

Im Sommer ist es noch schöner, wenn man in Biergartenatmosphäre

unter gelben Sonnenschirmen

und wucherndem Wein sitzt. Wenn man Feiern

möchte, gibt’s die netten Räume auch zu mieten.

Bis zu 110 Leute finden Platz in den Räumlichkeiten.

Für jeden Anlass also eine gute Adresse. Wir

haben im Rahmen unseres „Kiezabends“ einige

Getränke und Speisen getestet und können das

Preis-Leistungs-Verhältnis nur positiv bewerten.

Gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite

fand unsere Tour ihre Fortsetzung. Hier befindet

sich in der Torfstraße 9 mit dem „Ruchita“ ein

indisches Spezialitätenrestaurant. Neben einer

gemütlichen Einrichtung des Speisesaals befindet

sich auch eine Terrasse vor der Tür, die zum

Essen im Freien einlädt. Vor allem für Vegetarier

bietet sich ein Besuch im „Ruchita“ an. Die Speisekarte

verfügt über etwa zwanzig vegetarische

Gerichte. Neben der umfangreichen Tageskarte

gibt es zusätzlich noch eine kleine Mittagskarte

(von 12 bis 17 Uhr), die mit kostengünstigeren und

kleineren Speisen aufwarten kann. Ein Besuch

lohnt sich auf jeden Fall. Die süd- und nordindischen

Gerichte haben uns für den weiteren Verlauf

unseres Kiezabends gestärkt. Somit geht es

weiter zu unserem nächsten Ziel: dem Prime Time

Theater in der Müllerstraße 163 mit Eingang in der

Burgsdorfstraße.

Es ist 20.15 Uhr, wir sitzen gespannt in roten Sesseln

und warten nicht auf das Fernsehprogramm,

sondern auf die Schauspieler auf der Bühne. An-

Ein Abend im Kiez: Abwechslung pur

Jeder, der den Sprengelkiez kennt, liebt die abwechslungsreiche Unterhaltung, die ihm geboten wird. Einige Mitarbeiter

des Kiezboten haben sich auf den Weg gemacht, um einen attraktiven Abend im Kiez zu erleben und möchten nun die

Erfahrungen mit der Leserschaft teilen.

statt des Krimis „Polizeiruf 110“ schauen wir die

Komödie „Polizeiruf 65“ und die Handlung spielt

nicht irgendwo in Deutschland, sondern genau

hier im Wedding. Der Sprecher läutet das Spiel

ein mit den Worten: „Heute wird`s mal ausnahmsweise

kriminell im Wedding“ und erntet die ersten

Lacher. Während wir im fast ausverkauften Saal

sitzen und uns vor Lachen nicht mehr halten

können, geht es auf der Bühne heiß her. Murat,

Kommissar Kaminsky, die Profilerin Trinidad und

der Dorfpolizist Hermann sind damit beschäftigt

herauszufinden, was mit Eische passiert ist. Ihre

Unterwäsche fehlt, ein zerbrochenes Glas mit

Blutspuren liegt in ihrem Zimmer und eine riesige

Blutlache befindet sich auf dem Boden.

Wo ist Eische - Eische mit E, weil deutsche Eische

- geblieben und was ist mit ihr passiert?

Tatort: Burgsdorfstraße 1, Hauptverdächtiger: Murat.

Ein Wirrwarr aus verschiedenen Dialekten und

Akzenten, unter anderem sächsisch, schwäbisch,

türkisch und französisch ist zu vernehmen. Eine

obskure Liebesbeziehung zwischen der Profilerin

und dem Kommissar bahnt sich an. Doch das

hält sie nicht vom Ziel ab, den Täter ausfindig

und dingfest zu machen. Gibt es überhaupt einen

Täter und wie geht die Geschichte aus? Das

können wir hier nicht verraten, aber Sie sollten es

am besten selbst herausfinden, denn diese Komödie

ist ein Muss für alle Weddinger. Für 10 €

beziehungsweise 7 € ermäßigt können auch Sie

einen unvergesslichen Abend zur Prime Time

im Prime Time Theater verbringen. Kleiner Tipp:

Vor und nach der Vorstellung sowie in der Pause

kann man an der Bar leckere Cocktails zu günstigen

Preisen genießen. Des Weiteren gibt es nicht

nur den „Polizeiruf 65“ zur Unterhaltung, auch die

weltweit erste Sitcom „Gutes Wedding, schlechtes

Wedding“ wird in der Müllerstraße aufgeführt.

Alle drei Wochen erwartet den fleißigen Theaterbesucher

hier eine neue Folge. Doch der Abend

Aleksandra Atanasova und Stefanie Schams im Prime Time Theater.

sollte an dieser Stelle noch nicht enden und so

entschieden wir uns für einen letzten Zwischenstopp

im „Maluma Dreams“ in der Torfstraße. Leider

haben wir das Ziel erst um 22.30 Uhr erreicht

und somit die Happy Hour (18 bis 22 Uhr) der exotisch

ausgestatteten Salsa - Jazz - Cocktail - Bar

verpasst. Dennoch kann das Nachtleben des „Maluma

Dreams“ mit Vielseitigkeit aufwarten. Innerhalb

des südländischen Ambientes fühlt sich jeder

Besucher sofort in Urlaubsstimmung versetzt. Die

Freundlichkeit des Personals ist ein weiterer Pluspunkt,

und die abwechslungsreiche Getränke-

und Speisekarte konnte uns sofort überzeugen.

Unser „Kiezabend“ wird uns in bester Erinnerung

bleiben, denn genauso vielfältig wie der Kiez an

sich, ist auch das Unterhaltungs- und Gastronomieangebot

für seine Bewohner.

Johanna Zehe, Aleksandra Atanasova, Lydia

Manock Bayap und Stefanie Schams

Orte im Kiez zum Ausgehen

Hierbei handelt es sich nur um eine kleine

Auswahl an Einrichtungen im Kiez. Leider

können wir Ihnen an dieser Stelle nicht alle

Adressen nennen. Sollte Ihr Geschäft fehlen,

fühlen Sie sich frei entweder eine Werbeanzeige

bei uns zu schalten oder eventuell

für die nächste Ausgabe Ihr Geschäft,

Restaurant, Bar oder ähnliches in eigenen

Worten vorzustellen.

Was? Wo?

Schade Restaurant Tegeler Straße 23

Schupke Restaurant Tegeler Straße 58

Käpt’n Nuss Torfstraße 16

Café Harlem Triftstraße 1

Pizzeria Dun Dun Triftstraße 1

Asia Food Triftstraße 3

Café for you Triftstraße 7

Scaligeri Eisbar Triftstraße 37

L’originale Italiano Triftstraße 38

Bistro Le Couse Genter Straße 10

Nordufercafé Nordufer 4

Lindengarten Nordufer 15

Café Miami Burgsdorfstraße 14a

Föhrer Eck Kneipe Föhrerstraße 7

Eiscafe Föhrerstraße 11

Zur Blauen Mühle Genter Straße 8

Nachtschwärmer b. Ernst Sprengelstraße 15

Mai Bistro Müllerstraße 163

Man Fu Kung Müllerstraße 143a

Restaurant Santa Fe Müllerstraße 86b

Restaurant Pamfilya Luxemburger Str. 1

Musik Pub Fehmarner Str/ Nordufer

4 KiBo Nr. 3 Oktober/ November 09


Multikulturelle Models erobern das Podium

Die typische Vorstellung von einem weiblichen Model scheitert, wenn man Joelle

Bertelmann sieht: nicht nur, dass die 24-jährige eine fesselnde Schönheit

ist, sie bezaubert auch die Menschen mit ihrer natürlichen Ausstrahlung. Außergewöhnlich

ist nicht nur ihr Aussehen: ihre Karriere ist ebenso atemberaubend.

Joelle Bertelmann

Oktober/ November 09

KiBo Nr.4

Mit 10 Jahren hat die deutsch-kongolesisch-haitische

Besitzerin eines kanadischen Passes angefangen,

sich professionell in die Moderichtung

zu entwickeln. Mit 19 ist sie aus dem Schwarzwald

nach Berlin umgezogen und absolvierte eine

Friseurausbildung bei Udo Walz. 2007 gründete

Joelle ihre eigene Agentur Sheeva Models, und

seither arbeitet sie ebenfalls im Bereich des Model-Coaching.

„Ich arbeite momentan mit etwa 15

Models und bereite sie für die Auftritte vor. Sheeva

Models macht keine Modeshows, sondern „Styleshows“,

sagt Joelle. Ist „Styleshow“ ein neuer Begriff?

Kann sein. „Unter Styleshows sind Auftritte

zu verstehen, die von der Persönlichkeit des Models

abhängen. Die Modeshows, die viele andere

machen, konzentrieren sich nur auf die Kleider.

Die Modelle sind nur leere Hüllen, auf denen die

Designer ihre Bilder malen. Mit den Styleshows

will ich zeigen, dass der Erfolg der Aufführung

grundsätzlich von dem persönlichen Style des Models

abhängt“, erklärt Joelle. Deswegen arbeitet

sie meistens mit jungen Frauen mit Migrationshintergrund.

„Ich stehe nicht für die typischen Schönheitskriterien.

Blonde Haare und blaue Augen sind

mir nicht wichtig. Viel wichtiger ist, dass das Model

eine einzigartige Ausstrahlung hat. Sie macht die

Show.“ In der Agentur sind ThailänderInnen, AfrikanerInnen,

TürkInnen, ItalienerInnen und Angehörige

vieler anderer Nationalitäten. Es gibt sogar

einen Roma. Und natürlich auch Deutsche. „Ich

wähle meine Models nicht nach der Nationalitätsangehörigkeit,

sondern nach ihren persönlichen

Eigenschaften“, sagt die junge Unternehmerin.

Das Konzept der multikulturellen Agentur hat sich

offensichtlich von selbst entwickelt, nachdem Joelle

viele Kontakte geknüpft hat und selbst einen

multikulturellen Hintergrund aufweist. Sie ist aber

stolz darauf, sagen zu können, ihre Agentur ist

die einzige in Berlin, die den Schwerpunkt auf die

Multikulturalität ihrer Models setzt und Werbung

für ihre außergewöhnliche Schönheit macht.

Alle drei bis vier Monate gibt es eine neue Styleshow.

Die Vorbereitung kostet Joelle wahrscheinlich

viel Mühe, obwohl man ihr das überhaupt nicht

anmerkt. Sie sieht fast selig aus, wenn sie über

ihre Arbeit spricht. Leidenschaftlich zeigt sie die

Fotos ihrer Modelle, die sie alle sehr hübsch findet.

Die einzige Sache, die sie aus dem Gleichgewicht

bringen kann, ist Unpünktlichkeit. „Ich investiere

selbst so viel Zeit in meine Arbeit, deswegen

kann ich nichts mit jemandem anfangen, der nicht

pünktlich zu Terminen erscheint.“ Hier kommt ihre

deutsche Seite ans Licht. Die zeigt sich auch in

dem festen Handschlag, dem direkten Blick und

ihren großen Plänen für die Zukunft.

Aleksandra Atanasova

Der Lebendige Adventskalender öffnet auch im Dezember 2009 wieder seine Türen!

Wer seine Tür öffnen möchte, kann sich bei Klaus Wolfermann unter Tel. 4531349 ab 12.00 Uhr melden.

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Mein Mein Kiez Kiez

„Leo“ verursacht Bürgerversammlung

Am Montag, den 31.8.09 wurde auf einer Bürgerversammlung über die Situation rund um den Leopoldplatz diskutiert. Auslöser

dafür waren mehrfache Beschwerden der Bürger. Der Saal in der Volkshochschule Antonstraße war so überfüllt, dass nicht für

jeden Besucher ein Stuhl zur Verfügung stand. Die Aufregung der Bürger war offensichtlich sehr groß.

Podiumsdiskussion in der Antonstraße (Bild: Lydia Manock

Als Podiumsgäste erschienen Herr Nopper,

Leiter des Präventionsrats, Frau Walz vom

QM Pankstraße, zwei Mitarbeiter des bezirklichen

Ordnungsamts, Herr Bornstein, Leiter

des Polizeiabschnitts 35, Herr Kolling, Suchthilfekoordinator

des Bezirksamts und der Bezirksbürgermeister

Dr. Hanke.

Dr. Hanke leitete die Runde ein und betonte:

„Der Leopoldplatz ist der zentrale Platz

im Wedding, was Nutzungskonflikte der verschiedenen

Gruppen mit sich bringt. Am Ende

der heutigen Versammlung sollen Ideen festgehalten

und weiter verfolgt werden.“

Es kam ein Gewerbetreibender zu Wort, der

am Leopoldplatz arbeitet und die Situation mit

folgenden Schlagworten schilderte: „Alkoholiker,

Drogenhändler, Drogenabhängige, urinierende

Menschen und keine Sicherheitskräfte.

Wir haben Angst! Die Leute werden festgenommen

und sind nach 24 Stunden wieder da

und machen weiter.“

Der Polizeidirektor Herr Bornstein teilte zur

Kriminalität Folgendes mit: „Zu Beginn dieses

Jahres ist mir aufgefallen, dass sich am

Leopoldplatz einiges geändert hat. Daraufhin

habe ich Anfang März eine neue Einsatzkonzeption

entwickelt, damit das Einsatzgebiet

auch von anderen Einheiten unterstützt wird.

Leider ist das, was hier gesagt wurde, nicht

verkehrt. [...] Deshalb werden wir jetzt auch

Verstärkung von verdeckten Ermittlern bekommen.“

Unter den Anwohnern, die ihre Meinung kundtun

wollten, wurde der Ton rauer. Von der einen

Seite tönte es: „Wo kommen die ganzen

Zigeunerbanden [die Redaktion distanziert

sich von diesem Begriff] her?“ Prompt kam die

Gegenposition: „Ich warne davor, rumänische

Bürger für alles verantwortlich zu machen, die

Bandenkriminalität betrifft auch albanische,

arabische und türkische Menschen.“ Im Großen

und Ganzen war festzustellen, dass sich

die Anwesenden in zwei Lager teilten, eine

Gruppe hat Angst und die andere nicht.

Die Leiterin der Kita Nazareth gehört zur ersten

Gruppe und berichtete von ihren Erfah-

Jeder kann mitmachen!

Der Kiezbote ist unsere Stadtteilzeitung

für den Sprengelkiez.

Aus diesem Grund können auch

alle Bürgerinnen und Bürger des

Kiezes hier ihre Anliegen, Meinungen

oder Wünsche offenlegen.

Sie können mit Ihren Artikeln

und Ihren Fotos aber auch

auf Projekte oder Probleme im

Kiez aufmerksam machen.

Kommen Sie einfach...

...zur nächsten öffentlichen Redaktionssitzung

am Mittwoch, den

08.10.2009 um 17.00 Uhr ins

Afrika Medien Zentrum,

Torfstraße 12, 13353 Berlin.

KiBo Nr. 4

rungen: „Im und um den Kindergarten sind

Müll, Spritzen und zerschlagene Flaschen zu

finden, im Laufe des Tages füllen sich die Bänke,

die Kinder beobachten, wie Menschen pinkeln,

sich prügeln und wie die Polizei kommt.

Wenn wir was sagen, wird uns Prügel angedroht.

Auch die Eltern haben Angst und melden

ihre Kinder ab.“ Ein weiterer Gast merkte

an: „Ich werde gleich als Nazi beschimpft, weil

ich türkische Jugendliche darauf hinweise,

sich nicht so laut zu unterhalten. Die Aggressivität

ist nicht normal, da fehlt die Grunderziehung

der Eltern.“

Doch es meldeten sich auch Bewohner zu

Wort, die keine Angst haben: „Ich fühle mich

nicht bedroht, nur belästigt“, „Ich habe keine

Angst hier und laufe jeder Zeit mit einem

Handy und Laptop durch den Wedding“ oder

„Ich fühle mich am Leopoldplatz nicht bedroht,

bezüglich der Ängste ist die Frage, ob sie begründet

sind“. Sie sind sehr wohl begründet,

was eine betroffene Bürgerin klarstellte: „Ich

wurde letztes Jahr überfallen, schwerer Straßenraub.

Eine Erfahrung, die ich Niemandem

wünsche. Aber aus dem Wedding flüchten ist

nicht die einzige Möglichkeit.“ Auch Christopher

Kroll von der evangelischen Kirchengemeinde

nahm eine verstärkte Bewaffnung der

Jugendlichen wahr.

Zur Lösung der Probleme wurden verschiedene

Vorschläge vorgebracht. Der Bezirksbürgermeister

möchte einen Kiosk mit Toilette

öffnen, damit nicht mehr in der Öffentlichkeit

uriniert wird. Ein Vorschlag einer Bürgerin war

es, eine Bühne aufzustellen, wo Gedichte

und Lieder vorgetragen werden können. Außerdem

sprachen sich mehrere Anwohner für

eine Videoüberwachung aus.

Immer wieder wurde auch kritisiert, dass die

Verantwortlichkeiten für den Leopoldplatz örtlich

geteilt sind und das QM nur für den einen

Teil zuständig ist. Auch das sollte geändert

werden. Herr Kölling, Suchthilfekoordinator,

sprach sich für ein besseres Verständnis für

die Suchtkranken aus, denn dahinter stecke

sehr viel subjektives Leid. Frau Walz vom QM

Pankstraße lud alle herzlich ein, an der Gebietskonferenz

am 07.11. teilzunehmen, auf

der über die Ziele für die nächsten fünf Jahre

diskutiert werden wird.

Ob die auf der Versammlung erwähnten Ziele

umgesetzt werden, wird die Initiativgruppe

entscheiden, die am Ende der Sitzung ins Leben

gerufen wurde.

Lydia Manock Bayap

Oktober/ November 09


Die Einrichtung des Sanierungsgebietes ist

rechtliche Grundlage für den Einsatz von

Fördermitteln des Bund-Länder-Förderprogramms

„Aktives Zentrum Müllerstraße“ (siehe

Bericht im letzten Kiezboten). Damit soll

die Müllerstraße als attraktives, wirtschaftliches

Zentrum gestärkt werden.

Durch Mitwirkung der Anwohner und Partnerschaften

vor Ort sollen neue Potentiale

erschlossen werden. Gleichzeitig will man

die Müllerstraße als Ort des Wohnens, der

Bildung, Kultur und der Freizeit erhalten und

weiter entwickeln.

Dazu eingeladen sind alle Anwohner, Gewerbetreibenden,

Eigentümer und Initiativen. Im

Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Wahl

einer Stadtteilvertretung des Sanierungsgebietes,

die sich im weiteren Prozess über die

Planungen informieren und aktiv einbringen

kann. Bezirksstadtrat Ephraim Gothe, Vertre-

Wenn Sie Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung oder Wohngeld

beziehen, haben Sie jetzt die Möglichkeit, mit dem Stromspar-Check

Ihre Stromkosten deutlich zu senken - um bis zu 100 € pro Jahr! Ganz

nebenbei leisten Sie auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Senken Sie jetzt dauerhaft Ihre Stromkosten und nutzen Sie die kostenlosen

Soforthilfen wie Energiesparlampen, schaltbare Steckdosenleisten

oder Zeitschaltuhren, die Sie beim Besuch der Stromsparhelfer erhalten.

Der Stromspar-Check ist eine gemeinsame Aktion des Deutschen

Caritasverbandes e.V. (DCV) und des Bundesverbandes der Energie-

und Klimaschutzagenturen Deutschlands e.V. Zum einen soll damit der

Stromverbrauch in einkommensschwachen Haushalten verringert werden.

Gleichzeitig erhalten Langzeitarbeitslose über ihre Tätigkeit als

Stromsparhelfer die Chance auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben.

Stromspar-Check - so machen Sie mit:

1. Teilnahmeberechtigt sind alle Menschen, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe

oder Wohngeld beziehen. Rufen Sie bei den Stromsparhelfern

in Ihrer Nähe an und vereinbaren Sie einen Termin. Für Berlin-Mitte:

Tel. 030 - 666 33 454, Mobil 0151 - 126 29 511, E-Mail: stromsparhilfemitte@caritas-berlin.de

Oktober/ November 09

Auftakt-Veranstaltung „Sanierungsgebiet Müllerstraße“ 2009

Am Donnerstag, den 1. Oktober 2009 werden die Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen zum möglichen Sanierungsgebiet

rund um die Müllerstraße vorgestellt.

Auftaktveranstaltung: Sanierungsgebiet

Müllerstraße und Wahl einer Stadtteilvertretung

1. Oktober 2009 von 19 Uhr bis 22 Uhr

Walther-Rathenau-Saal im Rathaus Wedding

(Altbau)

Müllerstraße 146, 13341 Berlin

Ab 17:00 Uhr ist dort auch die dazugehörige

Ausstellung geöffnet

ter/innen der Verwaltungen und das beauftragte

Büro Jahn, Mack & Partner beantworten

Ihre Fragen zur Gebietsentwicklung.

Hintergrund

Im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

und dem Bezirksamt Mitte werden

derzeit Vorbereitende Untersuchungen zur

Stadterneuerung für das Gebiet „Müllerstraße“

durchgeführt. Dabei wird das im Rahmen

eines Wettbewerbes 2008 erstellte Konzept

„Aktives Stadtzentrum Müllerstraße“ über-

Strom und bares Geld sparen

KiBo Nr.4

prüft, gegebenenfalls fortgeschrieben und

konkretisiert. Für die Müllerstraße geht es

um eine Laufzeit von ca. 8 Jahren und eine

Fördersumme von 1 Mio.€/Jahr. Die Schwerpunkte

sollen laut dem zuständigen Stadtplanungsbüro

„Jahn, Mack & Partner“ zu Beginn

auf der Gestaltung des Leopoldplatzes und

des Rathausumfeldes sowie der Verbindung

zur Beuth-Hochschule für Technik (ehemals

TFH) an der Luxemburger Straße gehen.

Infos zur Stadtteilvertretung

Informationen zu den Aufgaben und Möglichkeiten

einer Stadtteilvertretung und zur

Meldung als Kandidat/in erhalten Sie ab Mitte

September an folgenden Orten im Gebiet

und auf der Internetseite www.muellerstrasseaktiv.de:

Infos ab Mitte September hier:

• Mieterberatung in der Müllerstr. 135

• Bürgerinitiative Brüsseler Kiez, Mo 14 bis

16 Uhr, Do 14 bis 20 Uhr, Kapernaumkirche,

Raum Antwerpen, Antwerpener Str.

51

• Schiller-Bibliothek, Müllerstr. 147

• Gemeindebüro Ev. Nazarethkirchengemeinde,

Nazarethkirchstr. 50

• Nachbarschaftsladen im Sprengelhaus,

Sprengelstr. 15

• QM-Büro Sparrplatz, Burgsdorfstr. 13A

Anne Wispler / QM

2. Geschulte Stromsparhelfer kommen zu Ihnen ins Haus und überprüfen

Ihren Stromverbrauch. Sie bekommen die ersten Tipps, wie Sie in Ihrem

Haushalt Strom und Wasser und damit bares Geld sparen können.

3. Bei einem zweiten Besuch der Stromsparhelfer erhalten Sie kostenlose

Soforthilfen wie Energiesparlampen, schaltbare Steckdosenleisten,

TV-Standby-Abschalter, Zeitschaltuhren und Strahlregler für Wasserhähne,

die nach Bedarf sofort montiert und in Betrieb genommen werden.

4. Außerdem erhalten Sie einen detaillierten Stromspar-Fahrplan, individuell

auf Ihren Haushalt abgestellt sowie qualifizierte Ratschläge, wie

Sie Ihren Stromverbrauch mit einfachen Mitteln weiter reduzieren können.

5. Bei Bedarf erhalten Sie weiterführende Beratung durch Energieberater

der Verbraucherzentrale (www.verbraucherzentrale-energieberatung.de).

Durch den Stromsparhelfer können Sie einen Beratungsgutschein

im Wert von 5 € erhalten. Damit können Sie die nächstgelegene

Energieberatungsstelle der Verbraucherzentrale aufsuchen.

Markus Richter, QM Sparrplatz / www.stromspar-check.de

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Mein Kiez

Nach den offiziellen Daten leben mehr als 60

Prozent aller Kinder in Armut; rund ein Drittel

der EinwohnerInnen beziehen „Transfereinkommen“

auf HARTZ-IV-Niveau. In ganz

Wedding summieren sch „Arbeitslose insgesamt“

plus „nicht arbeitslose Bedürftige“ zu

mehr als 45 Prozent der Wohnbevölkerung.

Nicht mitgezählt sind RentnerInnen oder jene

knapp über dem ALG-II-Level Entlohnten, die

keinen Zuschuss vom Jobcenter erhalten,

bzw. erst gar keinen Antrag gestellt haben.

Am 10. August 2009 berichtete der SPIEGEL

ausführlich vom „Dorf der Zukunft“ – am anderen

Ende der Welt: Dort, in diesem namibischen

Dorf wird seit etwa einem Jahr an

ausnahmslos ALLE ab der Geburt ein „Grundeinkommen“

ausgezahlt, das zumindest die

elementaren Lebensbedürfnisse abdeckt. Wo

sich früher viele Frauen prostituierten, um

die Kinder notdürftig durchzubringen, und die

Herren sich oft mit Alkohol betäubten, blüht

nun – ansatzweise - ein selbstbestimmtes

Leben: Kinder sind weit weniger unterernährt

und besuchen zu 92 Prozent die Schule, Frauen

besorgen Stoffe und nähen eigene Kleider.

Auch in Deutschland wird seit einigen Jahren

öffentlich darüber debattiert, ob ein solches

„Grundeinkommen für Alle“ sinnvoll sein

könnte. Die Debatte ist polarisiert zwischen

Personen, die vornehmlich menschenwürdige

Lebensbedingungen für alle anstreben,

und andererseits solchen, die vorrangig die

„Kosten“ des Sozialstaats optimieren wollen.

So hält beispielsweise Thüringens Ex-Ministerpräsident

Dieter Althaus 600 Euro netto

für angemessen; der Drogerie - Unternehmer

Götz Werner möchte den BürgerInnen das

Zweieinhalbfache davon - 1.500 Euro - zur

Verfügung stellen. Wir von Armut Betroffenen

interessieren uns weniger für die zur Debatte

stehenden absoluten Euro - Beträge, als viel-

1265 Euro Grundeinkommen für ALLE!

Die Selbstwahrnehmung unseres Stadtteils pendelt zwischen „Problemkiez“ aus Armut und Alkohol und einem - nun ja - funktionierendem

multikulturellen Mit- oder besser Nebeneinander. Beide Sichtweisen lassen ein eher resigniertes Sich- Abfinden

mit dem Bestehenden erkennen.

mehr dafür, ob und wie wir unsere materiellen

Grundbedürfnisse – Nahrung, Kleidung,

Waschpulver etc. bis zum Kinderspielzeug –

befriedigen können.

Wirtschaftswissenschaftlich betrachte müsste

es ein „Gleichgewicht“ geben zwischen der

Lebenssubstanz der Gesamtgesellschaft, den

insgesamt vorhandenen Verbrauchsgütern

Was ist Grundeinkommen?

Ein Einkommen, das jedem zusteht bedingungslos,

weil er Bürger ist, egal ob jung oder

alt, reich oder arm, mit Erwerb oder ohne, ob

für die Familie, da ehrenamtlich tätig, verheiratet

oder nicht. Es ist kein Almosen, kein neues

Hartz IV sondern beendet Bevormundung und

Ausgrenzung.

Grundeinkommen ist Vertrauen das wir einander

schenken. Freiraum entsteht.Wie hoch soll

es sein? So hoch, dass es jedem Bürger ein

Leben in Würde und Teilnahme an Gesellschaft

und Kultur ermöglicht. Wer soll das bezahlen?

Wir alle. Wir haben Techniken erfunden, welche

die Produktivität weiter steigern werden.

Wir haben Sozialbürokratie ausprobiert, deren

Kosten wir uns schenken können. Subventionen

werden vergeben, auf die wir verzichten

können, wenn jeder ein Grundeinkommen hat.

Wir schlagen vor, die Arbeit von der Steuer zu

befreien, nur noch den Verbrauch aller Güter

und Dienstleistungen zu besteuern und so das

Grundeinkommen jedem zu garantieren. Wenn

Arbeit nicht mehr besteuert wird, öffnet sich

eine Tür für neue unternehmerische und individuelle

Initiativen. Grundeinkommen ist möglich

wenn wir es wollen, und wer geht dann noch

arbeiten? Jeder, der will, jeder, der einen Sinn

in seiner Arbeit sieht. Es steht jedem frei, beliebig

viel hinzu zu verdienen. Grundeinkommen

heißt neu denken. Einkommen entsteht nicht

durch Arbeit. Einkommen ermöglicht Arbeit.

Steffi Burck, Initiative Forum Grundeinkommen

und der Summe des für Konsumzwecke verfügbaren

Geldes. Karl Marx leitet logisch her,

das „gesamte Wertprodukt einer Gesellschaft“

erscheine in der „Naturalform von Konsumtionsmitteln

auf dem Markt“. Auf empirischer

Grundlage ermittelt das Statistische Bundesamt,

immerhin zwei Drittel des Brutto-Inlands-

Produkts (BIP) würden „privat“ konsumiert.

Beide Aussagen behaupten eine zumindest

wertmäßige Identität von „gesellschaftlicher

Produktion“ und dem „Konsumtionsfond“

(Marx), beziehungsweise dem „Volkseinkommen“,

wie das BIP umgangssprachlich auch

genannt wird: Was beim Gang des Getreides

vom Feld durch Mähdrescher, Mühle und

Bäckerei in die Mägen der Menschen noch

unmittelbarer einsichtig ist, wird bei „globalisierten“,

das heißt weltumspannenden und

vielfach verflochtenen Produktions– oder

„Wertschöpfungsketten“ recht unübersichtlich.

Gleichwohl erscheint am Ende jeglicher

„Wertschöpfungskette“ ein Produkt, das in

sich lebendige Arbeit, sowie den „Wert“ aller

verarbeiteten und benutzten „Produktionsmittel“

(wie Werkzeuge und Maschinen) verkörpert.

Dem Umfang nach betrug das deutsche BIP

im Jahr 2008 rund 30.400 Euro pro EinwohnerIn,

also 2.530,- im Monat, oder das siebenfache

dessen, was einer HARTZ- IV- Betroffenen

- zum „Verprassen“ zugebilligt wird; selbst

die zwei Drittel davon, die laut Statistischem

Bundesamt tatsächlich ausgegeben und „privat“

verkonsumiert werden - das wäre genau

1.686, 66 Euro pro Person - erscheinen UNS

rätselhaft: WO, bitteschön!, lebt diese vierköpfige

(Durchschnitts-) Familie mit 6.750

Euro (netto!) , oder das Rentnerpaar mit mehr

als 3.300,- ? Götz Werner, der politisch eher

zweifelhafte Befürworter eines großzügigen

Grundeinkommens, sieht die „Wirtschaft“ in

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der Pflicht, die Gesellschaft - gemeint sind

„VerbraucherInnen“,- auch mit dem nötigen

Kleingeld auszustatten. Zumindest DARIN

trifft er sich mit Karl Marx: Diesem zufolge

müssen „Kapitalisten“ – bei Marx stets „Industrielle“-

ZUSÄTZLICH zum „produktiven Kapital“

GELD „in Zirkulation werfen, das ihnen

später“ als (Verkaufs-) Erlös des unentgeltlich

produzierten „ Mehrwerts“ zurückströmt (KA-

PITAL, Bd. II, S. 398ff – eine Passage, die

NICHT NUR Professor Werner SINN bei der

Rezeption dieses Buchs schlicht zu übersehen

pflegte/n/).

Seit dem Niedergang des so genannten

„Rheinischen Kapitalismus“ hat sich die industrielle

„Arbeitsproduktivität“ in Deutschland

rund verdoppelt, das heißt die verbliebenen

„Arbeiter“ fertigen pro Stunde die zweifache

Menge Produkt. Um diese zusätzlichen Massen

zu verkaufen, müsste die Bourgeosie

- total systemimmanent(!) – auch mehr Geld

„in Zirkulation werfen“. Anstatt den eigenen

Umsatz zu fördern, erheben „die Kapitalisten“

ein fürchterliches Geschrei über „zu hohe Arbeitskosten“

etc. pp. Doch unabhängig von

der „Berechtigung“ solchen Sirenen - Geheuls

aus Industrie und Mittelstand wären die seit

September 2008 von Europäischer Zentral-

und/ oder Bundesbank als „Liquiditätsspritze“

in den Bankensektor gepumpten reichlich 500

Milliarden Euro vollkommen hinreichend, ein

„Grundeinkommen für Alle“ in Höhe des halben

BIP pro Kopf anzuschieben. Aber: Den

Ausführungen von Bundesbankpräsident Axel

Weber in der ZEIT vom 20. August 2009 zufolge

sollen DIESE Milliarden genau NICHT

in Form von gesundem Essen und sauberer

Kleidung beim gemeinsamen Volk ankommen.

Vielmehr werden sich die zukünftig einer

„verschärften Regulierung“ zu unterwerfenden

Banken verstärkt auf „sichere“ Investments

konzentrieren - nämlich vornehmlich

„Schlossstraße(n)“ und „Wasserwerk(e)“ im

globalen MONOPOLY – Casino ankaufen.

Rosa Gölitzer

Was erwarten Sie von den Bundestagswahlen?

Nachdem sich viele Leute als politikverdrossen herausstellten und meinten:

„Das ist mir egal!“ oder „Das interessiert mich nicht.“, gaben doch einige

bereitwillig Auskunft.

Barbara

Stefan

Charly

Dagmar

Mohamed

Barbara: Ich finde, das wird immer schlimmer. Sie wollen

nun die Seniorenfreizeitstätten schließen, aber wir lassen

uns das nicht gefallen! Drei oder vier Gebäude sollen geschlossen

werden, der Nauener Platz ist wohl vom Tisch,

weil wir uns organisiert und demonstriert haben. Aber wir

üben im Raum in der Schulstraße, der geschlossen werden

soll. Um das zu verhindern, müssten sich alle Senioren einig

sein und ihre Meinung kundtun. Ich bin selbst in der SPD

und im Quartiersrat und weiß, was dort abläuft. Ich habe die

Befürchtung, die CDU und FDP kommen durch. Jetzt versprechen

sie alles, danach haben sie alles vergessen.

Stefan: Dass Hartz IV sozialer wird, nicht wie jetzt, dass die

Reichen sich die Taschen voll packen und die anderen nichts

zu Fressen haben. Anarchie wäre gut, ich arbeite dran.

Charly: Egal, wen man wählt, die versprechen immer viel

und im Endeffekt ändert sich nichts. Das ist nur Propaganda,

sie wirtschaften nur für sich, damit sie was verdienen und

wieder gewählt werden. Aber wir haben leider keine Macht,

sie zu bestrafen, das ist schlimm. Eine ehrliche Partei fehlt.

Dagmar: „Es wird nie besser und auch nicht schlechter. Ich

erwarte gar nichts. Für finanzielle Belange ist leider niemand

ansprechbar. Ich war all die Jahre immer arbeiten und habe

trotzdem kaum Geld!

Mohamed, Punjab Store: Ich bin der Meinung die SPD ist

nicht mehr das, was sie mal war. Die CDU als Partei würde

ich nicht wählen. Aber dennoch werde ich wählen gehen.

Veränderungen erwarte ich aber keine.

Christoph, Graphiker: Ich erwarte

keine großen Veränderungen.

Alle Parteien ähneln

sich stark in ihren Programmen

und sind austauschbar, außer

Christoph

ganz links und ganz rechts. Viele

Wahlslogans sind zudem äußerst populistisch.

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Mein Kiez

Weddinger Kinderfarm e.V. beteiligt sich seit Jahren an

Das U18 - Projekt ´09 ist die größte politische

Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche

in Deutschland. Ihr Ziel ist es, junge Menschen

dabei zu unterstützen, Politik zu verstehen,

Unterschiede zu erkennen und Versprechen

zu hinterfragen. Auch auf der Weddinger

Kinderfarm wird dieses Jahr wieder gewählt.

Dort findet die „Bundestagswahl für Kinder

und Jugendliche“ aus dem Kiez bereits neun

Tage vor dem offiziellen Wahltag (also am

18.09.) statt, um sie an den demokratischen

Prinzipien der BRD teilhaben zu lassen. Dafür

wurde eigens von den Organisatoren ein spezieller

U18-Wahlzettel entwickelt.

Die Weddinger Kinderfarm hat sich mit einer

weiteren Sommerferienaktion im Vorfeld der

Wahlen engagiert. Mitarbeiter Siegfried Kühbauer

(Projektkoordination und Öffentlichkeit)

U18-Wahlprojekt

Im Jahr 1982 ist durch private Initiative im Ortsteil Wedding im Bezirk Mitte eine

Kinderfarm entstanden. Diese wird seitdem von dem gemeinnützigen Verein

Weddinger Kinderfarm e.V. verantwortet. Die Kinderfarm hat sich in Ergänzung

der sonstigen Jugendhilfeangebote zu einer unverzichtbaren Einrichtung der Kinder-

und Jugendförderung entwickelt.

stand uns für einige Auskünfte bezüglich des

Projektes zur Verfügung. „Im Juni dieses Jahres

wurden uns massive Kürzungsideen des

Bezirksamtes Mitte von Berlin im Bereich der

Kinder- und Jugendarbeit bekannt. Als Vorbereitung

auf die U18-Wahlen möchten wir als

Ferienaktion in unserem Einzugsbereich den

Kindern, Jugendlichen und ihren Familien den

recht komplizierten Zusammenhang zwischen

politischem Anspruch, materialisiertem politischen

Willen (Bundes- und Landesgesetze)

und dem Handeln der Verwaltung - also das,

was der Volksmund „Rechtsstaatsprinzip“

nennt, vermitteln.“ Die derzeitige finanzpolitische

Lage des Kiezes und somit auch der

Kinderfarm ließ den Mitarbeitern und betroffenen

Kindern kein anderes Handeln übrig. Die

Grundversorgung durch Abenteuerspielplätze

Die Mitarbeiter Dominic und Anna, sowie die jungen Besucher der Kinderfarm

und Kinderbauernhöfe ist durch vorgesehene

Kürzungen des Landes Berlin weiterhin

akut in Gefahr. Die Beteiligung der Kinder

und Jugendlichen an Protesten gegen diese

Kürzungen ist somit Bestandteil der zivilgesellschaftlichen

Erziehung und dem Hinweis,

die Demokratie in Deutschland wahrzunehmen.

Neben diesen Protestaktionen wird

aber auch die Aufklärungsarbeit über die

bundesdeutsche Parteienlandschaft in den

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engagieren sich mit politischen Projekten im Kiez. (Foto. Stefanie Schams)

Vordergrund gestellt. Der bisherige Praktikant

Dominic, Student der Sozialen Arbeit

aus der Schweiz, unterstützt die Kinder und

Jugendlichen mit dem Projekt „Kindgerechte

Kommunikation im politischen Raum“ und

wird nun von Mitarbeiterin Anna Schrobback

(Kreativer Bereich) abgelöst. Hauptanliegen

ist es, über demokratische Wahlen, sowie die

Grundlagen und Prinzipien des deutschen

Sozialstaats am Beispiel der offenen Kinder-

und Jugendarbeit zu informieren. Den beteiligten

Jugendlichen wird dabei mittels eines

„learning-by-doing“–Prozesses das gesamte

Geschehen altersspezifisch erläutert. Für die

kleinsten und jüngsten Teilnehmer wird darauf

geachtet, dass Informationen rund um die Politik

und Wahlen altersgerecht aufgearbeitet

werden. So ist innerhalb der Ferienaktion im

Sommer eine Informationswand entstanden,

die bereits mit einfachen Zeichnungen über

politische Prozesse aufklärt. Auch Ergebnisse

und Entscheidungen aus der Politik, die die

Weddinger Kinderfarm betreffen oder betreffen

werden, werden unmittelbar auf der Informationswand

dargestellt.

Die U18 - Wahl hat in den vergangenen Jahren

viel Aufmerksamkeit erfahren. Etwa 20

bis 40 Kinder und Jugendliche beteiligten

sich jeweils an den Wahlen. Für die Wahlberechtigung

ist eine Anmeldung nicht nötig.

Am Tag der Wahlen kann sich jedes Kind aus

dem Kiez, aber natürlich auch jeder andere

Interessierte, beteiligen und seine Stimme im

Wahllokal der Kinderfarm abgeben.

Die Weddinger Kinderfarm befindet sich in der

Luxemburger Straße 25. Interessierte Kinder

und Jugendliche können in der Zeit von 10 bis

18 Uhr die Angebote der Einrichtung nutzen,

lediglich montags ist die Kinderfarm geschlossen.

Während der Schulzeit ist von Dienstag

bis Freitag die Zeit von 10 bis 13 Uhr angemeldeten

Gruppen vorbehalten.

Stefanie Schams

Oktober/ November 09

Kandidaten hautnah: Erfolgreiche QM-Veranstaltung zur

Bundestagswahl

Am 4.9.2009 hatten politisch Interessierte die Gelegenheit, ihre Wahlkreis-Kandidaten

auf Herz und Nieren zu prüfen. Zur Diskussionsrunde mit den Direktkandidaten

für den Wahlkreis 76 (Mitte) hatten die QMs Sparrplatz und Pankstraße

geladen.

v.l.n.r. Hervé Tcheumeleu (Kiezbote), Alexandra Kast (QM Sparrplatz), Dr. Klaus Lederer (Die Linke), Dr. Kurt Lehner (FDP),

Dr. Eva Högl (SPD), Dr. Christian Burholt (CDU) und Wolfgang Wieland (Bündnis 90 / Die Grünen). (Foto: Siemen Dallmann)

Dr. Christian Burholt (CDU), Dr. Eva Högl

(SPD), Dr. Klaus Lederer (Die Linke), Dr. Kurt

Lehner (FDP) und Wolfgang Wieland (Bündnis

90 / Die Grünen) waren in die Begegnungsstätte

in der Schulstraße gekommen,

um die Fragen der Wähler zu beantworten.

Die mit rund 80 Neugierigen gut besuchte

Veranstaltung moderierten Alexandra Kast

vom QM Sparrplatz und Hervé Tcheumeleu

vom Kiezboten.

Stellenweise hitzig, aber überwiegend fair

diskutierten Kandidaten und Bürger, womit

dem Land und dem Kiez nach der Wahl am

besten zu helfen wäre. Die Finanzkrise, Zu-

Mitbestimmung ist geil!!!

Macht mit bei der Jugendkonferenz am 21. Oktober in der Lynar

Nervt Dich etwas in deinem Kiez? Du würdest gern was ändern, denkst aber, dass es sowieso

nichts bringt?

Komm zu uns und sei Teil der Jugendkonferenz. Hier erfährst Du, welche Power Du eigentlich

hast, wo Du mitbestimmen und wie auch Du Deinen Kiez verändern kannst.

Deine Ideen sind wichtig, Deine Stimme zählt. Zusammen wollen wir Eure Ideen und Energien

sammeln und einen Tag lang chillen, quatschen und Spaß haben.

Also - kommt vorbei!

Was haben Jugendliche eigentlich für Möglichkeiten, ihr Umfeld mit zu gestalten? Das Team von

der Lynar will jungen Menschen zusammen mit dem QM Sparrplatz und anderen Partnern ihre

Rechte und Chancen der Mitbestimmung zeigen. Den Nachmittag moderieren werden Dorit Müller

vom QM Sparrplatz und Tillman Bemm von der Konfliktagentur. Das QM Sparrplatz unterstützt die

Jugendkonferenz finanziell.

Was? Jugendkonferenz

Wann? Am Mittwoch 21.10.2009 von 13:00 -19:00 Uhr

Wo? In der Jugendfreizeiteinrichtung Die Lynar, Lynarstr. 14

Wer? Alle Jungs und Mädels zwischen 13 und 20 Jahren

Warum? Weil es um Euch geht!

KiBo Nr. 4

kunft des Bildungssystems, aber auch nachhaltiger

Verkehr und die Lebensqualität in

den Innenstädten kamen zur Sprache.

Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung

suchten viele noch das direkte Gespräch mit

ihren möglichen Volksvertretern. Auf der Veranstaltung

erschien auch Ralph Boes, der

als Direktkandidat für ein Grundeinkommen

antritt, und machte kurz auf sein Anliegen

aufmerksam. Er hatte kollegialerweise auch

gleich noch ein Poster des Einzelbewerbers

Ali Kamburoglu mitgebracht.

Anne Wispler / QM

Text: Dorit Müller, QM Sparrplatz

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Kundgebung am 2.9. gegen die Kürzungen im Kinder- und Jungendbereich vor dem Jungendhilfeausschuss Mitte. (Bild: Siemen Dallmann)

Schlechte Nachrichten für den Sprengelkiez: Haushaltslage zwingt Bezirk zum Sparen

Noch vor den Sommerferien ereilten schlechte

Nachrichten die Kinder- und Jugendeinrichtungen

in unserem Kiez: Der Bezirk Mitte

muss rund 30 Millionen Euro einsparen, um

seinen Haushalt mit den vom Land Berlin

zugewiesenen Mitteln aufstellen zu können.

Diese Summe soll unter anderem durch die

Streichung von 30 Stellen im Jugendbereich

eingespart werden.

Vor allem die Unterhaltung von Räumlichkeiten

schlägt sich stark bei den Kosten nieder.

Deswegen hat der Bezirksstadtrat für Jugend

und Finanzen dem Jugendhilfeausschuss

vorgeschlagen, Einrichtungen zusammenzulegen

und Angebote unter anderem in leere

Schulgebäude zu verlagern. Hier sollen

Stadtteilzentren entstehen, die verschiedene

Angebote für die Bürgerinnen und Bürger bereithalten.

Der Bezirk nennt dieses Konzept

„Straffen und stärken“.

Was bedeutet das für den Sprengelkiez

konkret?

Im QM-Gebiet Sparrplatz sind bislang folgende

Entwicklungen in der Diskussion: Die

Einrichtungen in bezirklicher Trägerschaft

könnten an freie Träger vergeben und die Leitungsstellen

eingespart werden. Das betrifft

den Abenteuerspielplatz Telux, dessen Angebot

mit der Weddinger Kinderfarm zusammengefasst

werden soll. Ähnliches ist für die

Jugendfreizeiteinrichtung Lynarstraße vorgesehen:

Auch hier könnte eine Leitungsstelle

entfallen und die Trägerschaft unter einem

Dach zusammengefasst werden.

Bislang nicht von den Kürzungen betroffen

sind die überregionale Streetwork von Gangway

e.V. sowie die vertiefte Berufsorientierung

an den Schulen.

Es regt sich Widerstand

Der Jugendhilfeausschuss, der noch keinerlei

Kürzungen beschlossen hat, beschäftigte

sich mit den Vorstellungen und Planungen

der Verwaltung des Jugendamtes. Die Sitzungen

am 2. und 3. September waren von

lautstarken Protesten begleitet. Rund 200

Menschen demonstrierten am 2. September

vor dem JHA und brachten ihre Forderungen

durch eine Vielzahl von Transparenten zum

Ausdruck. Auch Kinder und Jugendliche nahmen

teil.

Der Quartiersrat Sparrplatz hatte umgehend

reagiert und am 8. Juli einen Antrag an den

Jugendhilfeausschuss eingereicht. Da der

Quartiersrat selbst nicht antragsberechtigt

ist, hatte die Fraktion von Bündnis 90 / Die

Grünen den Antrag in leicht veränderter Form

eingebracht. Der Quartiersrat forderte, dass

es im QM-Gebiet Sparrplatz zu keinen Kürzungen

in der Kinder- und Jugendarbeit kommen

dürfe und die gesetzlich vorgegebene

„besondere Förderung“ umgesetzt werden

müsse.

Die örtlichen Träger der Kinder- und Jugendeinrichtungen

haben wiederholt darauf hingewiesen,

dass bereits jetzt eine Unterversorgung

in der Kinder- und Jugendarbeit vorliegt.

Beim Versorgungsgrad geht man davon aus,

dass für 11,4% der 6- unter 25-jährigen ein

Angebot vorhanden sein soll. Diese Vorgabe

ist im Sprengelkiez (der zur Bezirksregion

Wedding-Zentrum gehört) nur zu 50% erfüllt.

Paradigmenwechsel für QM?

Die QM-Teams in Mitte stehen hier in der

Tat vor neuen Herausforderungen. Das Programm

„Soziale Stadt“ ist ausdrücklich für

zusätzliche und in sich abgeschlossene

Projekte gedacht, nicht aber für die institutionelle

Dauerförderung. Gleichzeitig hat sich

die Chance für erfolgreiche QM-Projekte dramatisch

verschlechtert, in die Regelfinanzierung

übernommen zu werden. Vor dem Hintergrund,

dass es möglicherweise Einbrüche

bei den bezirklichen Angeboten geben wird,

mutet die „Zusätzlichkeit“ der QM-Projekte

absurd an. Es steht zu befürchten, dass hier

auch Defizite in der Regelversorgung ausgeglichen

werden müssen. Besonders für die

ehrenamtlichen Quartiersräte, die die Entscheidung

über die Mittelvergabe in den QMs

inne haben, bedeutet dies eine zusätzliche

Belastung, da die Verteilungskämpfe schärfer

werden.

Folge der Finanzkrise

Die schwierige Finanzlage der Berliner Bezirke

ist auch eine Folge der weltweiten Finanz-

und Wirtschaftskrise. Da das Land Berlin in

den nächsten Jahren hohe Steuerausfälle erwartet,

steht weniger Geld für die Bezirke zur

Verfügung. Viele Kommunalpolitiker sehen

aber auch ein strukturelles Finanzierungsproblem

bei den Bezirken, die z.B. die Kosten für

Sozialhilfe und die Hilfen zur Erziehung schultern

müssen.

Alexandra Kast, QM Sparrplatz

12 KiBo Nr. 4

Oktober/ November 09


Farbe bekennen für den

Erhalt der Kinder- und

Jugendarbeit im Sprengelkiez!

Am 01.07.2009 verkündete das Bezirksamt

auf einer Pressekonferenz im

Rathaus Tiergarten, dass es unter dem

Motto „Straffen und Stärken „ auch im

Kinder und Jugendbereich Kürzungen

vornehmen wird.

Wie man die Kinder- und Jugendarbeit

durch Kürzungen von 2,3 Millionen Euro

und durch Abbau von 30 Sozialarbeiterstellen

stärken will, bleibt eine unbeantwortete

Frage.

Gerade in einem Gebiet wie dem Sprengelkiez,

wo wir eine Kinderarmut von

über 60% haben, darf nicht gespart werden.

Außerdem wird gerade im Wedding

sowieso schon weniger Geld in die

Kinder und Jugendlichen investiert.

Für die Kinder- und Jugendarbeit im

Sprengelkiez wird das Geld genauso

nötig gebraucht wie zur Rettung der

Banken.

Genau die Parteien, die im noch nicht

einmal 1000m Luftlinie entfernten Bundestag

sich gegen Kinderarmut aussprechen,

kürzen die finanziellen Mittel

für gute Kinder- und Jugendarbeit bei

uns im Kiez und auch anderswo in Mitte.

Diese kurzfristigen Einsparungen werden

eines Tages mit Sicherheit durch

höhere Kosten im Strafvollzug und bei

den Unterhaltskosten für junge Menschen

ohne Ausbildung und Arbeit wieder

ausgegeben.

Liebe Nachbarn, unterstützen Sie bitte

die Kinder und Jugendlichen bei ihrem

Versuch, sich gegen diese unverantwortlichen

Sparmaßnahmen zu wehren.

Unsere Kinder und Jugendlichen sollen

doch unsere Zukunft sein, und eines Tages

die Politiker, die heute auf ihre Kosten

Einsparungen vornehmen wählen.

Ich kann nur sagen: „Finger weg“ von

unseren Kinder- und Jugendeinrichtungen.

Und zum Schluß auch mal ein großes

Dankeschön an die vielen Frauen und

Männer, die heute schon ehrenamtlich,

oder als Ein - Euro - Jobber die Kinder-

und Jugendeinrichtungen unterstützen.

mein Dank geht auch an die Angestellten

und Honorarkräfte, die alle mehr als

nur ihre Arbeit machen.

Siemen Dallmann

SprengelHaus – die neue Broschüre ist da!

Das SprengelHaus freut sich über seine neue Programm-

Broschüre: Trotz knapper finanzieller Mittel ist sie erfolgreich

fertiggestellt worden und ab sofort kostenlos erhältlich. Neben

vielfältigen Angeboten aus den Bereichen Gesundheit und

Kultur enthält das Heft Aktuelles und Wissenswertes über die

im SprengelHaus arbeitenden Initiativen und Träger. Für alle,

die über Stadtteilarbeit, Arbeitsloseninitiativen, Wege aus der

Arbeitslosigkeit, berufliche Bildung und Fortbildungsmöglichkeiten

im SprengelHaus Bescheid wissen möchten, ist diese

Broschüre genau richtig.

Auch nicht unwichtig: Das BIWAQ-Projekt, in dem die stadtteilbezogene

Arbeit und Arbeitsbeschaffung kombiniert werden.

Sie bekommen die Broschüre im Nachbarschaftsladen des SprengelHauses,

Sprengelstraße 15, 13353 Berlin.

Cover: Till Gottschalch

Der Sparrspatz: Neue Vogelart / Zeitung gesichtet

Der Weddinger Künstler Uwe Bressem, sicherlich den meisten im

Sprengelkiez durch seine frühere Mitarbeit beim Kiezboten, zahlreiche

Grafiken und originelle Kunstaktionen bekannt, hat jetzt

eine Zeitung herausgebracht.

„Der Sparrspatz“ heißt sein kleines Magazin, das zur Zeit im

Sprengelkiez verteilt wird. Die Titelfigur entstammt seiner Grafikreihe

der „berühmten Vögel in Schuhen“. Auf zwanzig Seiten

wird über bisher unbeachtete kulturelle Entwicklungen im Sprengelkiez

berichtet.

Law and Order – oder besser gesagt Sicherheit im Kiez ist auch

immer wieder ein Anliegen des Künstlers. Mit Interesse berichtet

Bressem über Präventionsmaßnahmen der Berliner Polizei und

Projekte wie die „Rechtskunde-Projektwoche“, bei der Jugendliche

erfahren, wie es zu Straftaten kommt, und vor allem, wie uncool es im Gericht und

im Gefängnis ist. Auch spannende Gerichtsreportagen der Journalistin Barbara Keller sind

dabei. Mit Augenzwinkern wird dagegen auf so manche Fehlentwicklung in Großbritannien

geblickt. Doch lesen Sie selbst!

Durch einen Druckkostenzuschuss des QM Sparrplatz ist die Zeitung für jeden Interessierten

kostenlos zu erhalten, z.B. in der Osterkirche, bei der BI Maxstraße, im QM Sparrplatz und

in der Schillerbibliothek.

Anne Wispler

SPIELEND RICHTUNG JOB

Bewerbungs-Theater Jugendliche trainieren auf spielerischer Ebene

Jugendliche benötigen mehr denn je eine

gute Bewerbung, um im Berufsleben Fuß

fassen zu können. „Bewerbungs-Theater“

setzt auf die spielerische und kommunikative

Ebene, um an Jugendliche heranzukommen,

sie auf die Markterfordernisse vorzubereiten

und sie für Standardsituationen

wie z.B. das Bewerbungsgespräch fit zu machen. Bewerbungscoach Fritz Eggert bringt

als Schauspieler, Regisseur und Musiker lebendige Elemente mit ins Spiel. Kontakt: info@

fritzeggert.de . SPIELEND RICHTUNG JOB ist ein ESF-gefördertes Projekt im Rahmen

von STÄRKEN vor Ort.

Fritz Eggert

Oktober/ November 09 KiBo Nr.4

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14

Initiative

Fotoreportage:

sparziehengehen

am Nordufer

http://www.fotos.web.de/siedall

Deutschkurs und mehr im Mandé

Das Mandé in der Tegeler Straße ist nicht nur Treffpunkt und Kulturverein für

Westafrikaner. Hier bekommen Sie zu moderaten Preisen typisch westafrikanische

Gerichte (z.B. Reis mit Erdnußsoße, Fisch mit Kochbananen). Auch ein

regelmäßiger und günstiger Deutschkurs ist im Angebot.

Fatou vom Mandé (Bild: Dorit Müller)

Moussa Colibaly, erster Vorsitzender des

Mandé e.V. und Koch, erwartet Sie. Hauptgerichte

gibt es ab fünf Euro, und die Getränkepreise

sind günstig. Die Räume der gemütlichen

und freundlichen Lokalität können Sie

auf Anfrage gerne selbst nutzen. Hier treffen

sich vor allem Westafrikaner aus dem alten

Königreich Mandé, zu dessen Gebiet heute

große Teile Westafrikas, z.B. Mali zählen. Die

Hauptsprache dort ist Mandingo und wird von

20 Mio. Menschen gesprochen. Im Café ist jeder

willkommen – egal woher er kommt und

welche Sprache er spricht! Darauf wird hier

großen Wert gelegt.

Deutschkurs für alle

Unter der Woche bietet das Mandé jeden

Abend einen Deutschkurs für alle an. Man

kann jederzeit einsteigen, auch ohne Vorkenntnisse.

Man muss weder richtig deutsch

sprechen noch schreiben können. Es sind

keine besonderen Voraussetzungen oder Bescheinigungen

nötig, und die Teilnahme kostet

15 € im Monat. Ziel ist es, das Zertifikat

Deutsch an der Volkshochschule zu erlangen

und somit bessere Chancen auf eine Ausbildung

bzw. einen Job zu haben.

Der Deutschkurs wird ehrenamtlich von Chris-

tiane Teichner-Diabaté koordiniert. Momentan

nehmen zehn Schüler regelmäßig am Unterricht

teil. Sie kommen unter anderem aus dem

Kulturkreis Mandé, aber z.B. auch aus Polen

und Thailand. Gemeinsam deutsch zu lernen

steht hier im Vordergrund.

Ansprechpartner

Das Mandé hat täglich ab 14:00 Uhr geöffnet.

Anmelden kann man sich vor Ort bei Moussa

oder Jean im Mandé e.V., Tegeler Str. 25,

13353 Berlin oder bei Christiane Teichner-Diabaté:

Tel.: 0179 / 477 62 11 oder 030 / 218

069 77, chris.teichner@arcor.de

Falls Sie Interesse haben, Deutsch

zu unterrichten

Es wird mit den Büchern des Lehrwerks gearbeitet.

Sie sind frei in der konzeptionellen

Gestaltung des Unterrichts und Sie können

auf die Sicherheit einer erfahrenen Dozentin

im Hintergrund bauen. Wenn Sie ein bis zwei

Abende unterrichten möchten, können Sie

sich ebenfalls an Christiane Teichner-Diabaté

wenden. Eine Praktikumsbescheinigung ist

möglich.

Text: Markus Richter, QM Sparrplatz

Anne Wispler Fotos: Dorit Müller

Mitmachen und MP3-Player gewinnen!!!

Schreib uns einen Text über Deinen Kiez

KiBo Nr. 4

Oktober/ November 09


Obwohl sie seit fast zwei Jahren existieren,

haben sie neulich zum ersten Mal einen Raum

gemietet und offiziell mit ihren Aktivitäten angefangen.

Die Geschwister Herr A. Ahmad

und Frau C. Barsaniy sind die Gründer und

die Vorsitzenden der Organisation. Mit ihnen

kann man viel über den Irak und die Kurden

sprechen, besonders wenn es Nachmittag

(und somit Kaffeezeit) ist. Bei einer Tasse

schwarzem Kaffee erzählen mir die beiden

mehr über ihre Heimatstadt Kerkuk. Berühmt

als das Zentrum der irakischen Erdölindustrie,

ist Kirkuk (kurdisch: Kerkûk) ein wichtiger Faktor

in der irakischen Wirtschaft. Die Kurden,

die dort wohnen, umfassen die Mehrheit der

Bevölkerung. Im Irak gibt es ungefähr fünf

Millionen Kurden. Viele von ihnen wohnen

im Ausland. Die Geschwister bilden da keine

Ausnahme: sie wohnen seit Jahren in Berlin,

aber fühlen sich hier wohl, weil es in Deutschland

viele andere Kurden gibt. Ihr Ziel ist es,

den in Berlin ansässigen Landsleuten zu helfen.

Besonders stark richtet sich das Interesse

auf die »Landsfrauen«, da die beiden glauben,

dass Frauen es sowohl im Irak als auch

im Ausland besonders schwer haben. Nicht

nur ist der Alltag der Frauen sehr stark von

uralten Traditionen geprägt, sondern es fällt

ihnen auch schwerer, sich in der Gesellschaft

zu etablieren.

Die Frauen aus Kerkuk

Der Verein Kerkukische Freunde ist vor vier Monaten in die Willdenowstraße 5 gezogen.

NARUD e.V. steht für “Network African

Rural and Urban Development” und

kümmert sich demnach um die Förderung

der Integration von Menschen mit

Migrationshintergrund, mit Schwerpunkt

Afrika. Zweck des Vereins ist es auch,

die Völkerverständigung auf lokaler Ebene,

vor allem in Berliner Stadtteilen mit

besonderem Entwicklungsbedarf, zu

fördern. Dabei sollen die richtigen Werte

der afrikanischen Kultur vermittelt werden

und deren Erhalt gesichert werden.

Des Weiteren legt der Verein großen

Wert auf den interkulturellen Dialog.

Die Veranstaltungsreihe „Deine Nachbarn

aus Afrika“, die seit ein paar Jahren erfolgreich

läuft, setzt ihren Schwerpunkt auf

Quartiersebene in bestimmten, ausgewählten

Stadtteilen Berlins auf den Dialog zwischen

Migranten und einheimischen Bewohnern.

Ziele des Projekts sind zum einen Vorurteile

abzubauen, zum anderen, darauf basierend,

nachbarschaftliche Kontakte zu erleichtern

und Vertrauen untereinander zu schaffen. Das

Der Verein arbeitet mit Projekten,

die auf Frauen ausgerichtet sind.

Einen großen Teil davon nimmt

das Projekt »Frauen machen

Seminare« ein. Lektorinnen aus

ganz Deutschland treffen sich

hier, um Meinungen auszutauschen.

Jedes Seminar verläuft

unter verschiedenen Themen,

einige davon sind: Gewalt gegen

Frauen, Frauen und Arbeit, Menschenrechte-

immer Themen, die

für die kurdische Bevölkerung

von Bedeutung sind. Regelmäßig

treffen sich Mitglieder des Vereins

ungezwungen und bereiten einen

Stammtisch vor. Diese Initiative

läuft unter dem Namen »Frauen

machen Frühstück« und hat zum

Ziel, kurdische Frauen zusammen

zu bringen und wichtige Verbindungen

zu knüpfen. Andere aktuell laufende

Projekte sind Beratung, Kinderbetreuung

und Übersetzung (ins Deutsche, Kurdische,

Englische und Türkische). Ein kurdischer

Sprachkurs ist ebenfalls geplant.

Herr Ahmad und Frau Barsaniy sind mit der

öffentlichen Aufmerksamkeit auf ihren Verein

zufrieden. »Die Kurden in Berlin kennen uns,

sie kommen gerne her«, sagt Herr Ahmad.

Integrationsprojekte im Sprengelkiez

Asiz Lamere Vorsitzender des Vereins NARUD e.V. (Bild: Aleks A.)

nächste Event aus dieser Reihe findet am 2.

Oktober dieses Jahres im Afrika Medien Zentrum

in der Torfstraße 12 statt. Ab 18.30 Uhr

lädt der Verein zur Afrika - Kunstausstellung

ein. Dort werden Künstler aus ganz Afrika

ihre außergewöhnlichen Werke vorstellen und

anschließend gemeinsam mit dem Publikum

darüber diskutieren. Der Eintritt ist selbstverständlich

kostenlos, außerdem erwarten Sie

Vorsitzende C. Barsaniy (rechts) mit einer Besucherin (Bild: Kerkukische Freunde e.V.)

»Wir hoffen, sogar mehr machen zu können,

wenn unsere finanziellen Schwierigkeiten gelöst

werden«, gesteht er. Solche Initiativen

müssen nicht nur auf den Kiez begrenzt bleiben.

Früher oder später werden sie anfangen, größeren

Einfluss aus zu üben. Bis dahin wollen

wir unseren neuen Kerkukischen Freunden

viel Erfolg wünschen.

Aleksandra Atanasova

kleine afrikanische Köstlichkeiten. Also

kommen Sie vorbei und genießen Sie

gemeinsam mit uns einen Abend der

ganz im Zeichen Afrikas steht.

Ein weiteres Projekt findet sich unter

dem Titel „Ergänzende Kinderbetreuung“

wieder. Es bietet eine Einführung

in die Qualifizierung zur Betreuerinnen.

Dabei werden vor allem Afrikanische

Frauen, aber auch Migrantinnen jeglicher

Herkunft angesprochen. Das Ziel

des Ganzen besteht darin, dass Frauen

einen Weg in die Berufswelt finden und

sich durch die Vernetzung untereinander

gegenseitig unterstützen und entlasten.

Für die Teilnahme ist lediglich Interesse und

regelmäßiges Erscheinen zu den Kursen notwendig,

um danach ein weiteres Zertifikat zu

erlangen, mit dem man sich anschließend für

eine längerfristige Zusammenarbeit mit dem

Jugendamt bewerben kann. Mehr Infos finden

Sie unter http://www.narud-berlin.de.vu/ .

Johanna Zehe

Oktober/ November 09 KiBo Nr.4

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Initiative

Die Sprengelwochen

gesprengt?

Eines der größten Events im Sprengelkiez,

die Sprengelwochen, findet dieses Jahr leider

nicht statt. Diese Nachricht hat sich zuerst als

ein sommerliches Gerücht im Kiez verbreitet,

ohne die verdiente Aufmerksamkeit zu erwecken,

was sicher auch der Ferienzeit geschuldet

war. Die Urlaubszeit ist aber nun vorbei,

und die Herbstfärbung wird bald die Stimmung

ändern. Dann wird das fehlende Fest

auffallen und der Mangel wird tief empfunden

werden. Weil die Sprengelwochen sich schon

als eine Tradition etabliert haben, die jedes

Jahr viel Farbe in den Alltag der Kiezbewohner

gebracht hat.

2005 fanden die Sprengelwochen zum ersten

Mal statt. Das ca. zwei Wochen dauernde Programm

bot eine reiche Sammlung verschiedener

Events an, deren Anzahl jedes Jahr zugenommen

hat. Das Angebot hat sich während

der vier Jahre seiner Existenz verdoppelt. Die

Anzahl der Gewerbebetreibenden, die auf den

Veranstaltungen präsentiert wurden, stiegen

von 50 in 2005 auf 83 in 2008 an. Die Kultur-

und Musikveranstaltungen waren in 2005 nur

15, um auf 57 im Oktober 2008 zu wachsen.

Dieser erstaunliche Zuwachs blieb nicht nur

auf die Zahlen begrenzt. Das Fest hat sich

einen speziellen Platz im Kiezleben erobert,

da es die Nachbarn miteinander verband. Alle,

die mit dem Sprengelquartier etwas zu tun haben,

kennen die Feier. Das Theaterprogramm,

die zahlreichen Konzerte, die jährliche Kiez-

Tombola, die Stammtische und diese Spur

Multikulturalität, die den Event so vielfältig

gemacht haben, sind für die Einwohner im

Wedding von großer Bedeutung. Die Kiezbewohner

mit und ohne Migrationshintergrund

brauchen eine solche Veranstaltung, die sie

zusammenführt. Ganz zu schweigen von dem

wirtschaftlichen Beitrag, den eine zweiwöchige

Feier für die Zielgruppe lokaler Gewerbetreibender

leistet. Die Sprengelwochen sind

eines der wenigen Gewerbeprojekte im Kiez.

Im Rahmen der Feier treffen sich die Gewerbetreibenden

und werden unterstützt, miteinander

etwas für das Marketing zu tun, sich

zu präsentieren. Falls die Sprengelwochen

dauerhaft beendet sind, wäre das ein großer

Verlust.

Um den Grund für die Beendigung der Veranstaltung

zu ermitteln, habe ich mich mit

Willy Achter von der Stadtteilgenossenschaft

im Sprengelhaus getroffen. Als Hauptveranstalter

des Events ist Herr Achter die richtige

Person, die mehr Informationen darüber geben

kann. Nachdem ich das Thema meines

Besuchs erwähnt hatte, wurde er nachdenklich.

„Es ist schade, dass die Sprengelwochen

dieses Jahr nicht stattfinden werden. Nach

vier Jahren Förderung über das QM waren die

formalen Fördervorrausetzungen nicht mehr

gegeben.“

Die Sprengelwochen wurden von 2005-2008

vom Programm „Soziale Stadt“ unterstützt,

einem Städtebauförderungsprogramm, das in

den Bereichen Integration von Zuwanderern,

Beteiligung, Schule und Bildung, nachbarschaftliches

Zusammenleben und anderen

sozialen Aktivitäten wirkt. Das Ziel des Programms

ist es, die Lebensqualität in benachteiligten

Stadtteilen zu verbessern.

Die Projekte sollen nur eine Anschubfinanzierung

erhalten und werden deswegen i. d. R.

maximal drei Jahre gefördert. Der Anspruch,

dass sich Projekte nach drei Jahren selbst tragen

sollen, ist jedoch schwierig umzusetzen:

Obwohl die Durchführung der Sprengelwochen

bereits von einem großen Anteil ehrenamtlicher

Arbeit getragen wurde, ist dennoch

eine professionelle Organisation nötig. „Be-

16 KiBo Nr. 4

Publikum bei der offizielen Eröffnung der Sprengelwoche 2007 im Afrika Medien Zentrum (Bild: Lonam)

sonders die persönliche Ansprache aller Gewerbetreibender,

aber auch die gesamte Organisation

sind mit einem hohen Arbeits- und

Verwaltungsaufwand verbunden. Eine Weiterführung

der Sprengelwochen nach Auslaufen

der öffentlichen Förderung kann von den

Gewerbetreibenden aus eigener Kraft nicht

finanziert werden“, so Willy Achter.

So, keine Sprengelwochen mehr? Willy Achter

wollte keine kategorischen Aussagen machen.

„Falls es genügend Leute gibt, die sich

für eine Fortsetzung der Sprengelwochen in

2010 engagieren möchten, bin ich gerne bereit,

meine Erfahrungen einzubringen und

nach Lösungen zu suchen.“

Ein Jahr Pause sagt also nichts. Vielleicht

dient sie eher dazu, das Fehlen der Sprengelwochen

richtig zu empfinden, damit die Tradition

in 2010 wieder aufgenommen wird.

Aleksandra Atanasova

Es hat schon Tradition, dass im Ramadan-Monat Sonntagabends zum gemeinsamen Fastenbrechen

in den Nachbarschaftsladen eingeladen wird.

Auch dieses Jahr haben die Nachbarschaftsfrauen von Aktiv im Kiez e.V., die das gemeinsame

Fastenbrechen im SprengelHaus organisiert und durchgeführt. An dieser Stelle nochmal ein großes

Dankeschön an Filiz, Fatma, Sultan und die anderen Helferinnen.

Es kamen wieder viele Nachbarinnen und Nachbarn aus unterschiedlichen Kulturen zusammen,

um gemeinsam zu essen. Dieses Jahr nahm auch ein Mitglied des Deutschen Bundestages, Frau

Dr. Eva Högl teil. Es gab nicht nur Leckereien aller Art, sondern auch viele interessante Gespräche.

Das nennen wir Integration, denn man lernt sich und die andere Kultur kennen. Man kann sich

nur respektieren und achten wenn man sich kennt. Unter diesem Motto findet jeden Sonntag von

10.30 bis 13.00 Uhr unser Kiezfrühstück statt. Im Ramadan - Monat fällt das Frühstück aus und wir

laden zum gemeinsamen Fastenbrechen

am Abend ein.

Schaut doch einfach sonntags mal vorbei.

Text und Fotos: Siemen Dallmann

Fastenbrechen im SprengelHaus


Afrika feiert im Wedding

Zwei Tage lang wurde das nun schon zweite

Afrikafest auf dem Rathausvorplatz in Wedding

gefeiert. Der Umzug für Samstag wurde leider

abgesagt, dafür luden aber viele verschiedene

Bands zum Mitsingen und -tanzen ein. Am

Samstag, den 29. August, kam bei bestem Wetter

zahlreiches Publikum, um sich an leckerem

afrikanischen Essen zu laben, sich an einem

der Stände zu informieren oder einfach nur der

Musik der Künstler zu lauschen. Die Mano River

Band, Lion Express und DJ Soul sorgten für

die Stimmung auf der Bühne. Der Seniorenchor

Wedding war auch dabei und mit seinem Gesang

wurde die Vielfalt der Kiezbewohnerschaft präsentiert.

Am darauf folgenden Sonntag sah das

Wetter schon etwas schlechter aus, ab und zu

zogen graue Wolken auf und Nieselregen ergoss

sich auf die vielen Besucher, die sich davon aber

nicht die gute Stimmung verderben ließen. Assibi

Wartenberg, Organisatorin des Festes und Gründerin

des Vereins Deutsch-Togoischer-Freundeskreis

e.V., rief euphorisch aus: „Kommen Sie

in den Wedding, denn hier ist Afrika!“

Auch Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke

meldete sich zu Wort: „Schon am Samstag gab

es hier eine gute Stimmung, viele haben getanzt,

das finde ich gut, das passt zum Wedding!“ Zirka

einen Monat vor den Bundestagswahlen gab

er sich betont volksnah: “Viele sind aus Afrika

hier in den Wedding gekommen und ich finde es

gut, dass es sich hier so schön zeigt. Wir können

nur davon profitieren. Wir leben friedlich mit

ganz vielen Leuten aus verschiedenen Ländern

zusammen. Ich wünsche mir, dass im nächsten

Jahr noch mehr Menschen kommen.“ Danach

mischte sich Hanke unter das Volk und stand für

Fragen bereit. Während einige Bürger das Angebot

annahmen, lauschten andere den Tönen von

„Le grand lokito“, Buba Jammeh oder der Gruppe

Adikanfo, trödelten über den kleinen Markt oder

begleiteten ihre Kinder zum Armband- oder Stoffpuppen

basteln. Gegen 19 Uhr ging das Fest

langsam zu Ende und die Besucher verließen

den Platz mit einem Lächeln im Gesicht.

Das Afrikafest ging zu Ende, doch die Afrika Wochen

Berlin 2009 reichen noch bis in den November

und bieten ein umfangreiches Programm:

25.9.09 17 Uhr: Oromo-Kaffee-Zeremonie (Kaffee-Zeremonie,

landestypisches Essen und

Gespräche) im Oromo Horn von Afrika Zentrum,

Prinzenallee 81

25.9.09 ab 19 Uhr: „Afrikanischer Kulturabend“

(afrikanisches Essen, Hairstyling, Kunst, Musik,

Performance und Party) im Cafe der Nachbarschaftsetage

in der Fabrik Osloer Straße 12, Aufgang

B, 1. Etage

25.9.09, 20 Uhr: Vernissage „Für Naschkatzen“-

Fotokunst, Installation und Performance von Alero

Boyo in der Galerie „Eiswürfel“, Soldiner Str.

41

25.9.09 20 Uhr: Vernissage „Baby Blue“-Malerei

von Naomi Bendt im BackYard, Koloniestr. 131

26.9.09 19 Uhr: Künstlerinnengespräch mit Naomi

Bendt, Performence von Alero Boyo in der

Galerie „Eiswürfel“, Soldiner Str. 41

26.9.09 ab 22 Uhr: Musik aus Angola im

Francois Tengeng und seine Band bei dem Afrika Fest (Bild: lonam

Glaskasten/“Relais de Savanne“ in der Prinzenallee

33, Eintritt frei

2.-30.10.09 montags bis freitags 16-20 Uhr:

Afrika-Kunstausstellung im Sprengel Kiez, Ausstellung

von Künstlern aus Afrika, besonders Kamerun,

Torfstr. 12

3.10.09 12-19 Uhr: Tag der Deutschen Vielfalt,

Spezialitäten aus verschiedenen Regionen

Deutschlands und der Welt, buntes Programm

für Jung und Alt, auch mit afrikanischen Beiträgen,

in der Koloniestraße (zwischen Soldiner und

Osloer Straße)

3.10.09 ab 16 Uhr: Mano River Kunst- und Kul-

tur-Festival im Glaskasten/“Relais de Savanne“

in der Prinzenallee 33, Eintritt: 5 €

10.10.09 13 Uhr: Fahrradtour „Afrika im Wedding“,

Dauer 2,5h, Fahrräder sind mitzubringen,

Treff: U-Bahnhof Afrikanische Straße, weitere Infos:

www.ausfahrtwedding.de

28.11.09 15 Uhr: „Erzählcafé“, zu Gast: Mark

Kwami, sein Vater war der erste Student aus

Ghana, heute verkauft Mark Kwami afrikanisches

Design, seine Kollektion heißt „made in

africa collection“, Ort: Bürgersaal in der Malplaquetstr.

15a, U-Seestraße

Lydia Manock Bayap/ Aleksandra Atanasova

Mitmachen beim Poesie-Fest „PRINTEMPS DES POÈTES

BERLIN 10“ im Wedding

Vom 8. bis 21. März 2010 findet Printemps des Poètes im Wedding statt. Printemps

des Poètes ist ein Poesie-Fest nach dem Prinzip der Fête de la Musique.

Jeder kann daran teilnehmen: Privatpersonen, Schüler, Künstler, Vereine, Gewerbe,

kulturelle Institutionen. Das ist das Ziel: Jeder ist selbst Poesie-Botschafter.

Einsendeschluss für die Projekte ist Montag, der 2. November

Von privaten und öffentlichen Aktionen, spontanen Happenings bis zu organisierten Workshops und

Veranstaltungen ist alles möglich. Eine Aktion kann eine Minute dauern, ein einmaliges Event sein

oder während des ganzen Festivals stattfinden. Wir suchen originelle, interaktive, interdisziplinäre und

spielerische Projekte. Alle Sprachen sind willkommen, auch gerne gemischt. Die Idee ist, dass der

Bezirk Wedding durch Eure Aktionen selbst poetisch wird, und dafür braucht Printemps des Poètes,

Berlin10 begeisterte und engagierte Mitstreiter.

Mitmachen kann z.B. auch bedeuten, Räume (Laden, Restaurant, Imbiss, Veranstaltungsort, Wohnung...)

für die Aktionen zur Verfügung zu stellen oder als Netzwerker für Printemps des Poètes,

Berlin10 tätig zu sein.

Einsendeschluss für die Projekte ist Montag, der 2. November 2009

Bitte per E-Mail an pdp@poem-space.com.

Oder komm beim Büro von Printemps des Poètes, Berlin10 vorbei:

c/o wortwedding, Prinzenallee 59, 13359 Berlin - Jeden Dienstag von 10.00 bis 15.00 Uhr.

Falls Ihr mitstreiten möchtet, aber noch keine Idee habt oder Unterstützung für Eure Idee wünscht,

nehmt bitte Kontakt mit der Poesie Vermittlerin Nicola Caroli auf:hallo@nicolacaroli.com

Wir würden uns sehr über Eure Präsenz bei Printemps des Poètes, Berlin10 freuen!

Catherine Launay: www.catherinelaunay.com, und Nicola Caroli: www.nicolacaroli.com

Mehr Infos:Printemps des Poètes, Berlin10; printempsdespoetes-berlin.blogspot.com/

Printemps des Poètes, Berlin09; printempsdespoetes-berlin09.blogspot.com/

Video-Reportage über Printemps des Poètes, Berlin09 von Estelle Beauvais. Das Video ist in HDTV-

Qualität. Nicht alle Computer können sie lesen.

www.dasein-projekt.com/dasein/THEMADASEIN1.html; www.wortwedding.blogspot.com

Catherine Launay und Nicola Caroli

August / September 09 KiBo Nr. 4

17


Initiative

In unserem Kiez gibt es Familien, die Unterstützung

brauchen. Für diese Familien

will das Projekt „Eltern für Eltern“ Sie als

Elternpate gewinnen. Elternpaten unterstützen

und beraten Mütter und Väter in

deren Familien- und Erziehungsalltag.

Sie werden dafür vom Träger Trialog e.V.

professionell geschult und betreut.

Würden Sie gerne andere Eltern unterstützen?

Haben Sie selber schon schwierige Situationen

als Eltern erlebt?

Können Sie sich vorstellen, eigene Erfahrungen

an andere Eltern weiterzugeben?

Haben Sie Freude am Kontakt mit Menschen?

Möchten Sie sich ehrenamtlich engagieren?

Möchten Sie etwas für Ihren Kiez tun?

DANN WERDEN SIE ELTERNPATE!

Das Projekt

In unserem Kiez gibt es eine große Zahl von

Familien, die Unterstützung brauchen. Für diese

Familien wollen wir Sie als Elternpate gewinnen.

Sie unterstützen und beraten Mütter und

Väter in deren Familien- und Erziehungsalltag.

Außerdem stehen Sie ihnen mit Rat und Tat zur

Seite. Einsatzgebiet ist der Sprengelkiez.

Helfen Sie mit, Eltern zu unterstützen und für

Kinder bessere Lebens- und Lernbedingungen

zu schaffen. Lassen Sie uns einfach gemein-

Die Tradition der Frauenbeschneidung ist in

einigen Ländern Afrikas verbreitet. Jedes Mädchen

soll beschnitten werden, um seinen Platz

in der Gesellschaft zu finden. Die Prozedur der

Genitalverstümmlung ist ein grausamer Akt,

der schwerste Verletzungen und unheilbare

Entzündungen für das ganze Leben verursacht.

Auf das Ritual ist 1995 Christa Müller bei einem

offiziellen Besuch in Benin gestoßen. Sie gründete

danach den Verein (I)NTACT, der sich zum

Ziel machte, über das Problem der weiblichen

Genitalverstümmelung zu informieren und Aufklärungskampagnen

in Afrika zu starten.

Als Resultat erstanden viele dagegenwirkende

Projekte, durchgeführt in Benin. Nach 10

Jahren engagierter Arbeit konnten die ersten

positiven Bilanzen gezogen werden: Das Ende

der Tradition der weiblichen Beschneidung

wurde in einem Staatsakt vor der Weltöffentlichkeit

am 9. April 2005 feierlich verkündet.

Eine Volksfeier im April 2005 in Natitingou,

Neues Projekt sucht Elternpaten

Familien im Sprengelpark (Bild: Anne Wispler)

sam loslegen!

Was bekommen Sie?

Anerkennung durch ehrenamtliches Engagement.

Freude am Austausch mit Anderen.

Wir schulen Sie an zehn Terminen über einen

Zeitraum von drei Monaten.

Wir bieten Ihnen eine professionelle Begleitung

durch unsere Mitarbeiter.

Wöchtenliche Treffen finden in den Räumen

von Trialog e.V. statt. Dort können Sie sich

austauschen oder einfach nur zusammen Kaffee

trinken.

Ablauf

Die Vermittlung der Elternpaten an Familien

„Auf Nimmerwiedersehen Beschneidung!“

Nord-Benin, zelebrierte den Verzicht von über

1000 Dörfern auf das Ritual. Die Operateure,

die den Brauch durchführen, sind traditionelle

Heilerinnen und Hebammen. Sie verfügen über

einen speziellen Status in der Dorfstruktur, da

das Beschneiden als besonderer Akt angesehen

wird. Die Projekte des Vereins haben mit

ihrer Arbeit bei ihnen angefangen, um den

Beschneider/innen eine neue Beschäftigung

anzubieten: Durch zusätzliche Ausbildung und

finanzielle Unterstützung konnten sie einen

neuen Beruf ergreifen (einige davon sind die

Gärtnerei, das Viehzüchten, usw.) Die Aufklärungstreffen

haben allmählich die unmenschlichen

Auswirkungen der Beschneidung gezeigt

und viele Dorfeinwohner überzeugt, diese Tradition

zu unterlassen.

Bei der Vernissage am 18ten August ist es zu

interessanten Diskussionen mit der Projektausführenden

von (I)NTACT Barbara Schirpke

gekommen, die die Tradition der Frauenbe-

18 KiBo Nr. 4

erfolgt über die Schulen und andere Einrichtungen.

Die Elternpaten werden drei

Monate lang einmal wöchentlich im Sparrladen

in der Willdenowstraße 5 geschult.

Neben den Themen, die Sie selbst interessieren,

geht es z.B. um folgende Fragen:

Worauf muss ich bei der Kindesentwicklung

und -erziehung achten? Welche Unterstützungsmöglichkeiten

und Anlaufstellen

gibt es? Was hilft für den Schulerfolg?

Was können und dürfen Elternpaten? Der

Qualifizierungskurs beginnt im Oktober

2009 und umfasst 10 Qualifizierungsmodule.

Die genauen Termine erfragen Sie bitte

bei Trialog e.V.

Schnuppertermin

Immer donnerstags von 10:00 bis 12:00 Uhr

sind Sie herzlich zum offenen Schnuppertermin

im Sparrladen eingeladen. Kommen Sie

auf einen Kaffee vorbei, wir beantworten Ihre

Fragen gerne.

Ansprechpartner

Sevim Ülker, uelker@trialog-berlin.de, 0177

/ 781 78 57 & Ulrich Schnabel, Schnabel@

trialog-berlin.de, 0177 / 781 78 68

Trialog e.V.,Tegeler Straße 40, 13353 Berlin

www.trialog-berlin.de

Trialog e.V. / Markus Richter, QM Sparrplatz

Die Ausstellung des Afrika Medien Zentrums „Adieu L’Excision! Auf Nimmerwiedersehen Beschneidung!“ erfreute

sich eines positiven Feedbacks unter den Besuchern der Ausstellungseröffnung am 18. August. Die Fotos, die

dort präsentiert werden, zeigen die Ergebnisse eines Projektes, das in Nord-Benin durchgeführt wurde.

schneidung als ein Kulturphänomen anerkannt

hat, obwohl diese grausam für die Betroffenen

ist. Die Künstlerin Sister Fa, die selbst Aufklärungsprojekte

gegen die Genitalverstümmelung

im Senegal veranstaltet, hat ebenfalls an

der Diskussion teilgenommen. Die meisten

Besucher waren von den Bildern sehr beeindruckt:

Diese zeigen die Arbeit, die in Benin

vom Verein geleistet wurde. Die Einheimischen

und deren Kultur wurden wahrgenommen und

Erklärungen über die Tradition der Frauenbe-

schneidung lebhaft

miteinander diskutiert.

Die Ausstellung kann

jede(r) bis zum 25ten

November in der

Torfstraße 12 kostenlos

besuchen.

Aleksandra Atanasova

(I)NTACT- Mitarbeiterin B. Schirpke (li.) im

Gespräch mit der Sängerin Sister Fa


Begegnungsfrühstück

im SprengelHaus

An jedem 1.Donnerstag

im Monat, 10-12.30 oder

an jedem 2.Mittwoch im

Monat, 14.30-17.00 in

Begegnungs-Café.

AhA Wedding Arbeitslose

helfen Arbeitslosen

Jeden 3.Mittwoch im

Monat, 18.30- 21.30,

Nachbarschaftsladen im

SprengelHaus

Spielabend im Sprengelhaus

Jeden 2.Mittwoch im Monat,

19.00-21.30, Nachbarschaftsladen

und Küche

im SprengelHaus.

Nachbarschaftsfrauen:

Mal- und Nähgruppe.

Jeden Montag und Donnerstag.

Mo 10.00-13.00,

Do 17.00-20.00 Seminarraum

im SprengelHaus

Nachbarschaftsfrauen:

Interkulturelles Frühstück

Sonntags, 10.30- 13.30,

Küche und Seminarraum

im SprengelHaus

Offener Bürgertreff

Jeden letzten Freitag

des Monats, ab 19.00,

Nachbarschaftsladen im

SprengelHaus

Interreligiöse Bibliolog

Werkstatt

Mittwochs, meist am ersten

Mittwoch im Monat,

ab 19.30, Seminarraum

im SprengelHaus

Türkisches Schattentheater

Ab Sept. 2009, Wochenendworkshop,Seminarraum

im SprengelHaus

Afrikanischer Trommelkurs

Ab Sept. 2009, Wochenendworkshop,Seminarraum

im SprengelHaus

Prager-Eltern-Kind-Programm

(PEKiP)

Freitags, 4.Sept-23.Okt.

2009, 8 Termine. 9.30-

11.00 oder 11.30-13.00,

Gymnastiksaal im SprengelHaus

Kochen mit Kindern

macht Spaß!

19.Sept, 2009, 10.00-

13.30, Küche im SprengelHaus

Progressive Muskelentspannung

(PMR) mit

Kinderbetreuung

1 0 . 0 9 - 1 2 . 11 . 2 0 0 9 ( 8

Termine), 15.00-16.30,

Gymnastiksaal im SprengelHaus

Oktober/ November 09

Progressive Muskelentspannung

(PMR)- ein

Kurs zum Stressabbau

Donnerstags, 10.9-

12.11.2009 (8 Termine),

17.00-18.30, Gymnastiksaal

im SprengelHaus

Wellnesstag für Frauen

Samstag,14 Nov., 2009,

14.00-18.00, Gymnastiksaal

im SprengelHaus,

20 Euro

Yoga

Dienstags, 18.00-19.30

Uhr und 19.45-21.15 Uhr,

Gymnastiksaal im SprengelHaus,

20-36 Euro

Bewegung-Begegnung-

Berührung: Therapeutische

Tanzgruppe

14-tägig, donnerstags ab

01.10.2009, 19.00-22.00

Uhr, 10 Abende- 165 Euro

Orientalischer Tanzworkshop

für Frauen

ohne Vorkenntnisse

Samstag und Sonntag,

17.10 und 18.10.2009,

14.30-18.30 Uhr, Gymnastiksaal

im Sprengel-

Haus, 85 Euro, inkl. Orientalischer

Imbiss und

Getränken.

Orientalischer Tanzworkshop

für Mädchen

ab 10 Jahre

Samstag und Sonntag,

19.09 und 20.09.2009,

14.30-18.30 Uhr, Gymnastiksaal

im Sprengel-

Haus, 71 Euro, inkl. Orientalischer

Imbiss und

Getränken.

Events/ Adressen

Historisches Tanzen

Mittwochs, 14.00-17.00

Uhr, Gymnastiksaal im

SprengelHaus,

Impro-TheaterSonntag,

20.Sept, 15.00- 18.00

Uhr, 20 Euro

Straßentheater- das

Spiel liegt auf der Straße

Ab August 2009, sonntags,

19.00-21.00 Uhr,

Gymnastiksaal im SprengelHaus,

kostenlos

FrauenKörperTheater

Montags, 20.30-22.00,

Gymnastiksaal im SprengelHaus,

24 Euro monatl.,

ermäßigt 12 Euro

Berufsintegrationsseminare

Juli bis Dezember 2009,

SprengelHaus, kostenlos,

Termin vereinbaren,

030/ 465 071 99

Sprachförderkurse-

Deutsch für Anfänger

Teil 1 und 2

Ganzjährig- Beginn Oktober,

Januar. Mo bis Fr:

9.00-13.00 Uhr, kostenlos,

Seminarraum SprengelHaus,

Termin vereinbaren,

030/ 465 071 99

„Afrika beginnt gleich

im Wedding“: August-

Bebel Institut

19. September 2009, 13.-

15.30 Uhr, Treffpunkt U

Bhf. Afrikanische Straße:

Ecke Afrikanische Straße/

Müllerstraße.

Anzeige

Boris Ivandic: Vernissage

11. Sept, 19.00 Uhr, Galerie

Wedding, U Bhf. Leopoldplatz

Klavierkonzert Tien -

Tai Wu

18.09.2009, 20:00 Uhr –

Osterkirche

- „Klezmer Tov“ Harry`s

Freilach

25.09.2009, 20:00 Uhr

Osterkirche

Gitarrenkonzert Ruslana

Szewczuk spielt Werke

von Villa Lobos, Bach,

Domeniconi und Barrios

Mangore

26.09.2009, 19:00 Uhr –

Osterkirche

Seniorenfreizeitstätte

Schulstraße 118

13347 Berlin

tel. 030/45024561

Mo. bis Fr. 9.00 bis 17.00

Uhr

Alltagshilfen und Begleitservice

für Seniorinnen

und Senioren im

Sprengelkiez.

Kontakt: tandem BQG

Gervinusstr. 19

10629 Berlin

Mo.-Do. 8.00-16.00

Fr. 8.00-14.00

Tel. 437271911

Freiwilligenagentur

In der Begegnungsstätte

Schulstr. 118,

dienstags: 17.00 19.00

Uhr; Tel. 49902334

Salsa Kurs

Jeden Dienstag und Donnerstag

ab 20 Uhr

Salsa Party ab 21 uhr

Eintritt frei

in Maluma

Torfstr. 16. 13353 Berlin

www.maluma-dreams.de

Jazz Blues

jeden Montag ab 21Uhr

in Maluma, Torfstr. 16

Offener Künstlertreff

Wedding Art lädt an jedem

15. des Monats ein,

zum offenen Künstlertreff

für Künstler aller Art und

Kunstinteressierte.

Tegeler Str. 40,

Ausstellung von Helmut

Bürger „Fantasien“

Wedding Art

Tegeler Str. 40,

13353 Berlin

Tel: (030)87332550

www.wedding-art.de

Öffnungszeiten:

Mo 14-19 Uhr

Do 14-22 Uhr

Sa 11-17 Uhr

und nach Vereinbarung

Abenteuerspielplatz Telux

Projektträger: Bezirk Mitte

Kontakt: Maria Richter,Tegeler Str. 28a, 13353 Berlin

Tel.: (030) 462 98 29. www.kinderecho.de

Aktiv im Kiez e.V. Nachbarschaftsladen

Sprengelstraße 15; 13353 Berlin

Tel.: (030) 45977308. www.aktivimkiez.de

E-Mail: aktivimkiez@web.de

Arbeit und Nachbarschaft

Sprengelstraße 15. 13353 Berlin

2. Hof; 1. Etage; Tel.: (030) 465 071 99

E-Mail: info@alles-in-arbeit.de

JuLaTeg und Jugendfreizeiteinrichtung

Lynarstraße 14; 13353 Berlin; Tel.: (030) 45 31 00 38

E-Mail: julateg-wedding@t-online.de

Kiezbote Redaktion; Afrika Medien Zentrum

Torfstraße 12; 13353 Berlin

Tel.: (030) 97895536; E-Mail: Kiezbote@lonam.de

Kommunales Forum Wedding e.V.

Sprengelstraße 15; 13353 Berlin

Tel. : (030) 46507199; E-Mail: kom.forum@web.de

Konfliktagentur

Sparrstraße 19; 13 353 Berlin

Tel.: (030) 443 42 117; www.konfliktagentur.de

E-Mail: kontakt@konfliktagentur.de

Milchmeergalerie

Fehmaner Straße 22; 13353 Berlin;

Tel.: (030) 45494180: www.michlmeergalerie.de

Osterkirche

Samoastraße 14 ; 13353 Berlin

Tel.: (030) 453 30 43; www.ostergemeindeberlin.de/

E-Mail: info@ostergemeindeberlin.de

Quartiersmanagement Sparrplatz

Burgsdorfstraße 13a; 13353 Berlin

Tel.: (030) 466 061 90; www.sparrplatz-quartier.de/

E-Mail: qm-sparrplatz@list-gmbh.de

Seniorenfreizeitstätte

Schulstraße 118; 13347 Berlin

Tel.: (030) 45024561

Montag bis Freitag von 9.00 bis 17.00 Uhr

SprengelHaus - interkulturelles Gemeinwesenzentrum

mit Gesundheitsförderung

Sprengelstraße 15; 13353 Berlin

Tel.: (030) 45 02 85 23/24; E-Mail: info@gisev.de

Stadtteilgenossenschaft Wedding

für wohnortnahe Dienstleistungen e.G

Sprengelstraße 15; 13353 Berlin

Tel.: (030) 454 904 44

E-Mail: info@stadtteilgenossenschaft-wedding.de

Wedding Art - Arteilier und Galerie

Tegeler Str. 40; 13353 Berlin

Tel.: (030) 873 325 50; www.wedding-art.de/

Weddinger Kinderfarm e.V.

Kontakt: Siegfried Kühbauer; Tel.: (030) 462 10 92

Luxemburger Straße 25, 13353 Berlin

E-Mail: weddinger.kinderfarm@berlin.de

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