Presseheft - Luna Filmverleih

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CheyenneKinostart10. November 2011This118 Minuten, FarbeDolby Digital-Cinemascope, 35mmItalien, Frankreich,Irland 2011Ein Film von Paolo Sorrentinomit Sean Penn, Frances McDormand,Judd Hirsch, Eve Hewson,Harry Dean Stanton und David ByrnePresseheftmustbe thePlaceInhaltsverzeichnisKurzinhalt und Pressenotiz 2Inhalt 5Ein Gespräch mit Paolo Sorrentino 9David Byrne über … 12Songtext This Must Be The Place 13Schauspieler 16Stab 17Stop Making Sense 18Nicola Giuliano, Andrea Occhipinti,Francesca Cima und Medusa FilmpräsentierenEine Indigo Film, Lucky Redund Medusa Film ProduktionIn Kooperation mitArp, France 2 Cinema, Element PicturesUnter Beteiligung vonBord Scannán Na hÉireann/The Irish Film BoardEin Ko-Produktion zwischenItalien, Frankreich und IrlandMit Unterstützung vonMedia Programmeof the European Union, EurimagesIn Zusammenarbeit mit Canal+,Cinecinema, France TelevisionVerleihDelphi Filmverleih GmbHKurfürstendamm 226, 10179 BerlinTelefon +49 (30) 885 974 0Fax +49 (30) 885 974 15info@delphi-film.dePressebetreuungWolfgang W. Werner Public RelationsTal 46, 80331 MünchenTelefon +49 (0)89 38 38 67 0Fax +49 (0)89 38 38 67 11info@werner-pr.de


:'/012If It Falls, It Falls;/#4!.#5#$47849/.)ThisBad Axe, MichiganFast exakt 20 Jahre sind vergangen, seitdem Cheyenne (SeanPenn) alles stehen und liegen ließ und sich von der Außenweltzurückzog. Raus aus seinem Leben auf der Höhe von Ruhm,Reichtum und Erfolg mit seiner Rockband Cheyenne and theFellows. Einen Grund hat er den Menschen, den Fans, denMedien nie genannt. Er ist einfach vom Erdboden verschwunden.Seither lebt er das Leben eines Einsiedlers in seiner Villain Dublin, immer sachte schwankend zwischen gepflegterLangeweile und nagender Depression.Cheyenne ist mittlerweile 50 Jahre alt, aber er sieht immernoch so aus wie damals, als er im Rampenlicht stand – einGoth, durch und durch. Kurz gesagt: Er sieht aus wie ein Jugendlicherauf expressiver Selbstfindungsphase, aber er trägt denLook mit der Würde einen Mannes, der nichts anderes kennt. Erhat es sich eingerichtet in seiner Existenz des fortgeschrittenenNichtstuns. Meistens wirkt Cheyenne ungerührt von seinerUmwelt und seinem eigenen Leben, das er unfähig zu lebenwäre, würde es seine Frau Jane (Frances McDormand)nicht geben.Cheyennes engste Vertraute indes ist ein 16-jährigesMädchen, Mary (Eve Hewson), ebenfalls ein Goth, die schweram Leben zu kauen hat. Ihr älterer Bruder hat sich vor längererZeit spurlos verabschiedet und seither nicht wieder gemeldet.Marys Mutter (Olwen Fouéré) hat er damit nicht nur dasHerz gebrochen. Mary wird seither völlig ignoriert. Die Muttererkennt die Tochter nicht einmal mehr. Längst sind Cheyenneund Jane eine Art Ersatzeltern für den unglücklichen Teenager,auch wenn manchmal nicht ganz sicher ist, wer da aufwen aufpasst.6is not5


4?".@0A! !Lord I‘m ComingAls Cheyenne schließlich erfährt, dass seinVater in New York im Sterben liegt, gibt ihmdas den Impuls, etwas zu unternehmen.Obwohl er seit Jahren keinerlei Kontakt mehrzu dem Mann hatte, der wenig mehr alsein Fremder für ihn ist, beschließt er nachNew York zu reisen. Es ist das Abenteuerseines Lebens.Tatsächlich macht er sich auf den Weg,in seinem bizarren Look, nur einen Trollykofferund die CD einer Band Namens ThePieces Of Shit als Gepäck bei sich. Es dauerteineWeile, bis er sich in New York zurechtfindet.Schließlich schafft Cheyenne eszur Adresse seines Vaters, wo er von seinemjüngeren Cousin Richard (Liron Levo),einem orthodoxen Juden, empfangen wird.Er ist zu spät gekommen. Der Vater ist bereitsgestorben. Cheyenne betrachtet alleineden aufgebahrten Leichnam – der Mann,der sein Vater gewesen war und den er niemalsgekannt hatte. Cheyenne fällt eineTätowierung am Handgelenk auf – eine Abfolgevon Zahlen. Im Haus seines Vaters New Yorkfindet Cheyenne die Tagebücher des altenMannes. Er beginnt darin zu lesen. Underfährt Dinge, die er nie gewusst hatte.Richard erzählt Cheyenne, dass sein Vatersein ganzes Leben einem Ziel untergeordnethatte: Er wollte den Mann finden,der ihn im Konzentrationslager so demütigte,wie es kein anderer je getan hatte –ein Mann namens Aloise Lange, der mittlerweile94 Jahre alt wäre, wenn er tatsächlichnoch lebte.Cheyenne will die Suche seines Vatersfortsetzen und Aloise Lange finden, irgendwoim amerikanischen Hinterland. Er beschafftsich ein Auto und lässt sich leiten vonden Aufzeichnungen in den Tagebüchern.Cheyenne muss an die Worte seines Vatersim Tagebuch denken: »Vor dem Infernokönnte man mein Leben mit einem Wortzusammenfassen: Unbeschwertheit …«Er weiß nicht, was er machen wird, wenner Lange tatsächlich finden sollte. Aber erglaubt, seinem Vater näher kommen zukönnen, wenn er die gleiche Reise unternimmt,wie sein alter Herr. Und er findettatsächlich die greise Ehefrau Langes, dielängst unter einem amerikanischen Namenlebt – Dorothy Shore (Joyce van Patten).Einst war sie in ihrer kleinen Gemeindeeine angesehene Lehrerin. Cheyenne gibtsich als ehemaliger Schüler aus und befragtsie, doch sie behauptet steif und fest, ihrMann sei bereits vor zehn Jahren gestorben.Cheyenne glaubt ihr nicht. Er setzt seineReise fort.In der Einöde findet er die Enkelinvon Lange, Rachel (Kerry Condon), die alsKellnerin arbeitet, um sich und ihren zehnjährigenSohn durchzubringen. Rachel undder Jung fühlen sich zu Cheyenne hingezogen.Er will sie hassen, weil er glaubt,er müsste die Familie Langes hassen – aberer kann es nicht. Trotz allem will nun zuEnde führen, was er begonnen hat. DennRachel weiß, in welchem kleinen Dorf ihrGroßvater lebt. Cheyenne macht sich auf zurletzten Etappe seiner Reise. Er hat sich eineWaffe besorgt und ist nun selbst gespannt,ob er sie benutzen wird, wenn er demMann gegenüber steht, der seinem Vaterdie Hölle auf Erden bescherte...87


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ick mep andurn meoundSongs, weil sich die Hauptfigur diese CD Lied für Lied imVerlauf seiner Reise anhört. Die Schwierigkeit lag darin, dass ichdie Lieder zwar schreiben, aber unmöglich singen konnte.Man kennt meine Stimme, und sie ist offensichtlich nicht diedes Jungen. Um glaubwürdig zu sein, musste man einenJungen finden, der die Lieder sang. Und schließlich ging es umden Score. Paolo hatte Beispiele für instrumentelle Passagen,ein gewisser Stil zeitgemäßer klassischer Stücke, den er sichfür die Filmmusik wünschte. Aber ich schreckte ein wenig vorder Filmmusik zurück, weil ich dachte, ich hätte alle Händevoll mit den Demos zu tun, die der Junge geschrieben und aufgenommenhat. Sie durften nicht zu glatt und produziertklingen, sie mussten den Anschein erwecken, noch nicht ganzausgearbeitet zu sein.Im Drehbuch erwähnt Paolo den Songwriter Will Oldham,den man auch unter seinem Pseudonym Bonnie Prince Billykennt, zur musikalischen Orientierung. Tatsächlich tritt der Jungein einem Einkaufszentrum auf und spielt dort eines von WillsLiedern. Also sagte ich zu Paolo: Warum sprichst Du Will nichtdirekt an und fragst ihn, ob er die Lieder schreiben will? Paolowilligte ein und Will sagte, dass er das gerne versuchen wolle.Ich dachte, bevor wir uns zu weit aus dem Fenster rauslehnen,nehmen wir schnell mal ein paar ganz grobe Versionen mitGesang auf und schicken das an Paolo, um zu sehen, ob wir unsauf dem richtigen Weg befänden. Ein paar davon funktionierten,also feilten Will und ich an ihnen weiter, schickten wieder einpaar grobe Skizzen an Paolo. Einige akzeptierte er, einigeschoben wir auf die lange Bank. Das war der Prozess, den wirverfolgten, bis wir alle Songs beieinander hatten, mit Ausnahmeeines Songs, für den Will den kompletten Text schrieb. Das warinteressant, weil der Text völlig anders war als etwas, das ichschreiben würde. Das ist der Grund, warum man gemeinsaman etwas arbeitet. Das Ergebnis soll anders sein, als wenn manes allein gemacht hätte.Der Name der Band im Film ist Pieces of Shit, was einensofort an eine Punkband denken lässt. Die Musik, die wirerarbeitet hatten, passte nicht richtig dazu. Paolo gab unszusätzlich eine Richtung, wenn er einen Song melancholischerhaben wollte oder einen anderen fröhlicher. Die Hauptfigurbasiert äußerlich vor allem auf Robert Smith, dem Sänger vonThe Cure. Ich sagte Paolo, dass ich vermutlich nicht der richtigeMann für die Musik wäre, wenn er wollte, dass sie nach TheCure klingt. Er winkte aber sofort ab. Er war der Ansicht, dassCheyenne Musik stärker berühren würde, die nicht nach seineralten Band klingt. Es ginge mehr darum, dass er Musik hörensollte, die ihn so ergreift, dass er von ihr bewegt wird.… über seinen Auftritt als David ByrnePaolo fragte mich, ob ich in ein paar kleineren Szenen als ichselbst auftreten wollte. Ich stellte mir sofort die Frage: Wiemacht man das? Ich sagte ihm, dass ich keinerlei Ambitionenhegte, ein Schauspieler zu sein. Und er antwortete unmissverständlich:»Nein. Ich will, dass du du selbst bist; ich will, dass duDavid Byrne spielst.« Das fand ich noch verworrener. Aberdann dachte ich mir: Sean Penn wird so voll und ganz in seinerFigur aufgehen, dass ich einfach nur auf all die Dinge, die ersagt, reagieren müsste, wie ich es wohl im wahren Leben tunwürde. Dann könnte das funktionieren. Wir geben ein ziemlichschräges Paar ab, dieser Cheyenne und ich. Aber es ist garnicht mal so weit hergeholt, dass ich mich mit ihm anfreundenkönnte.THE PASSENGERIGGY POPWaren, Michigan1417


H.%495/0,$C.#1#"H#"49)0LSEAN PENN CheyenneSean Penn ist ein zweifacher Oscar®-Preisträger, der in seiner beinahe30-jährigen Karriere zu einer Ikonedes amerikanischen Kinos gewordenist. Fünf Mal wurde er für einenOscar® als bester Schauspielervorgeschlagen.Er erhielt zahlreiche Preise fürseine Leistungen als Autor, Produzent,Regisseur, Theaterschauspieler,Kreativer, Vorbild, Visionärund vieles mehr.FilmographieSchauspieler & Regisseur, Auswahl2003MYSTIC RIVERRegie Clint Eastwood21 GRAMMRegie Alejandro Gonzalez Inarritu2004ATTENTAT AUF RICHARD NIXONRegie Niels Müller2005DIE DOLMETSCHERINRegie Sydney Pollack2007INTO THE WILD, Regie Sean Penn2008MILK, Regie Gus Van Sant2011THE TREE OF LIFERegie Terrence MalickCHEYENNE - THIS MUST BE THE PLACERegie Paolo Sorrentino3%4!.#5#647849/.2Lay and LoveFRANCES McDORMAND JaneFrances McDormand zählt zu denvielseitigsten SchauspielerinnenAmerikas. Unvergessen ist ihr mitdem Oscar® als Beste Darstellerinprämiertes Porträt der ProvinzpolizeichefinMarge Gunderson inFARGO (Fargo, 1996), einem dergrößten Erfolge der Coen-Brüder.Filmographie, Auswahl1996FARGO - BLUTIGER SCHNEERegie Joel und Ethan Coen2000DIE WONDERBOYSRegie Curtis HansonALMOST FAMOUS - FAST BERÜHMTRegie Cameron Crowe2001THE MAN WHO WASN’T THERERegie Joel und Ethan Coen2008BURN AFTER READINGRegie Joel und Ethan Coen2011Eagle Nest, New MexicoTRANSFORMERS 3, Regie Michael BayCHEYENNE – THIS MUST BE THEPLACE, Regie Paolo SorrentinoJUDD HIRSCH Mordecai MillerDer in der Bronx geborene SchauspielerJudd Hirsch besuchtedie CCNY, wo er seine Abschlüssein Ingenieurswesen und Physikmachte.Eine Oscar®-Nominierung sicherteer sich für seine ikonische Darstellungals Tim Huttons Psychiater indem Oscar®-Gewinner ORDINARYPEOPLE (Eine ganz normale Familie,1980). Er spielte Russell CrowesMathemtik-Mentor in A BEAUTIFULMIND (A Beautiful Mind - Genieund Wahnsinn, 2001) und Jeff GoldblumsVater in Roland EmmerichsBlockbuster INDEPENDENCE DAY(Independence Day, 1996). Alsnächstes wird man Hirsch in derActionkomödie TOWER HEIST (TowerHeist, 2011) an der Seite von BenStiller, Eddie Murphy und Alan Aldasehen können.EVE HEWSON MaryEve Hewson wurde in Dublingeboren, lebt aber mittlerweile inNew York, wo sie an der NYUstudiert. CHEYENNE - THIS MUST BETHE PLACE ist ihre zweite Filmarbeit.Davor war sie in Erica Duntonsgelobten Independenterfolg THE27 CLUB (2008) zu sehen gewesen,der beim Tribeca Film Festivalsein Debüt gefeiert hatte.KERRY CONDON RachelKerry Condon gab ihr Debüt indem Oscar®-nominierten ANGELA’SASHES (Die Asche meiner Mutter,1999). Unlängst wurde sie von derKritik für ihre Leistung in THE LASTSTATION (Ein russischer Sommer,2009) mit Christopher Plummer undHelen Mirren gelobt, der 2010 fürzwei Academy Awards nominiertwurde.HARRY DEAN STANTON Robert PlathHarry Dean Stanton ist eine Schauspiellegende,der seine Karriere inden Fünfzigerjahren begann und bisin die Gegenwart in zahlreichenFilmklassikern zu sehen war. Zuletzthörte man seine Stimme in GoreVerbinskis Animationsfilm RANGO(Rango, 2011) mit Johnny Depp.DAVID BYRNE David ByrneDavid Byrne ist die treibende Krafthinter den Talking Heads undGründer der ausgesprochen angesehenenPlattenfirma Luaka Bop.Zudem arbeitet Byrne auch alsFotograf, Regisseur, Autor und Solokünstlerund stellt seine Arbeitenseit über zehn Jahren regelmäßigaus. Er komponierte den Soundtrackzu CHEYENNE - THIS MUST BETHE PLACE.HEINZ LIEVEN Aloise LangeHeinz Lieven wurde 1928 in Hamburggeboren. Seine Karrierestartete er auf Hamburgs Theaterbühnenund spielte bald auf vielenBühnen in ganz Deutschland, einschließlichdem Schiller Theaterin Berlin, dem Staatstheater Stuttgartund dem Nationaltheaterin Mannheim.Bis zum heutigen Tag ist Lievenin Deutschland wie auch internationalein hoch angesehenerSchauspieler.PAOLO SORRENTINO RegiePaolo Sorrentino, Regisseur undDrehbuchautor, wurde 1970 inNeapel geboren.2001 wurde sein erster Langspielfilm,L’UOMO IN PIU, mit Toni Servillound Andrea Renzi bei den Filmfestspielenin Venedig gezeigt. 2004 ister mit seinem darauffolgendenFilm LE CONSEGUENZE DELL’AMOREim Wettbewerb der Filmfestspielein Cannes vertreten und wirdvon der italienischen und der internationalenPresse gefeiert. LECONSEGUENZE DELL’AMORE erhältzahlreiche Auszeichnungen, u.a.fünf Auszeichnungen des David diDonatello Preis: als Bester Film, BesteRegie, Bestes Drehbuch, BesterHauptdarsteller und Beste Kamera.Drei Jahre später wird mit L’AMICODI FAMIGLIA erneut ein Film vonPaolo Sorrentino für den Wettbewerbin Cannes ausgewählt. 2008ist er erneut im Wettbewerb vonCannes vertreten und wird mit demPreis der Jury für IL DIVO (Il Divo -Der Göttliche, 2008) ausgezeichnet.Dieser hielt außerdem siebenDonatellos (u.A. für Bester Hauptdarstellerund Beste Kamera) und wurdemit einer Oscar-Nominierunggeehrt.PAOLO SORRENTINOFilmographie, Auswahl2001, L’UOMO IN PIU2004, LE CONSEGUENZE DELL’AMORE2006, L’AMICO DI FAMIGLIA2008, IL DIVO - DER GÖTTLICHE2011, CHEYENNE - THIS MUST BETHE PLACEUMBERTO CONTARELLO BuchUmberto Contarello wurde 1958 inPadua geboren. Er hat an der Universitätseiner Heimatstadt Literaturund Philosophie studiert undarbeitet seit 1982 als professionellerDrehbuchautor.Contarello hatte darüber hinausCameo-Auftritte in Nanni MorettisCARO DIARIO (Liebes Tagebuch,1993) und Paolo Sorrentinos IL DIVO(Il Divo - Der Göttliche, 2008).LUCA BIGAZZI KameraLuca Bigazzi ist ein preisgekrönterKameramann und in Italien extremgefragt. Mit CHEYENNE - THISMUST BE THE PLACE arbeitet erbereits zum vierten Mal mit PaoloSorrentino zusammen nach ILDIVO (Il Divo - Der Göttliche, 2008)L’AMICO DI FAMIGLIA (2006) und LECONSEGUENZE DELL’AMORE (2004).CRISTIANO TRAVAGLIOLI SchnittCHEYENNE – THIS MUST BE THE PLACEmarkiert die siebte Zusammenarbeitvon Cristiano Travaglioli undPaolo Sorrentino. Travaglioli schnittfür den Regisseur bereits IL DIVO(Il Divo – Der Göttliche, 2008) sowiedie Kurzfilme La Partita Lenta undLa Notte Lunga und fungierte alsSchnittassistent bei L’AMICO DIFAMIGLIA (2006), LE CONSEGUENZEDELL’AMORE (2004) und L’UOMOIN PIU (2001).1619


-9)(C4M0N.'O49#'$%H.%4B.'PQ$$%4@#"4!(CN,1),"4.>4@#>4R5/S.T#"U0/"#>40,843.64F,$24L%4)/%4!105%CHEYENNE - THIS MUST BE THE PLACE istein Film über die Jagd nach einem Kriegsverbrecher,dessen Spur sich im Hinterland inden USA verloren hat; ein Film über einenMann, der die Hülle der Vergangenheit nichtabstreifen kann und gezwungen ist, imDamals zu verharren, während sich die Weltum ihn immer schneller dreht; ein Film überSöhne, die ihren Frieden mit ihren Väternmachen wollen, die sie nie gekannt haben.Und es ist ein Film über Rockmusiker undRockmusik, über eine ganz bestimmteÄsthetik, die aus den Überresten des Punkerwuchs und die Popmusik in den Achtzigerjahrengeprägt hat, um sich nach undnach auch auf das Kino zu übertragen.Das lässt sich am deutlichsten an derHauptfigur ablesen, die man auch als PaoloSorrentinos personifizierte Liebeserklärungan die Musik seiner Jugend und ihre Künstlerbetrachten kann. Ein Blick auf Cheyennereicht, und man findet alle nötigen Hinweiseund Anspielungen: Rein äußerlich kann nurRobert Smith gemeint sein, der legendäreSänger von The Cure. Die toupierten schwarzenHaare, das aschfahl geschminkte Gesicht,der Kajal, der Lippenstift, der Regisseurselbst erklärt, dass Smith die entscheidendeInspiration für die Figur des Cheyenne war:ein erwachsener Mann um die Fünfzig, dernur hinter der Maske, die er seit nunmehr30 Jahren konsequent trägt, gealtert ist: WieCheyenne ist auch er heute noch ein Goth.Weil es das ist, was er ist. So wie The Cureauch heute noch zuverlässig sind, was sieimmer schon waren. Eine Band, die 1976 inden Wirren der Aufbruchstimmung derersten Punkwelle entstand, aber schon aufihren frühesten Aufnahmen im Jahr 1978erkennen ließ, dass es keine Vorbilder für siegab: Nur sie selbst lieferten die Blaupausefür ihren pessimistischen Postpunk. DerRolling Stone verglich ihre Musik mit einem»Marathon an Angstzuständen« und beschreibtdamit auch ziemlich genau Cheyenne.Dessen hohe, kieksende und betontausdruckslose Sprechstimme findet ihreEntsprechung im wehmütgien KlagegesangSmiths, aber ähnelt auch frappierend derIntonation von David Byrne, dem Sängerund Kopf der Talking Heads.Nicht von ungefähr wurde Byrnevon Sorrentino ausgewählt, die Musik fürCHEYENNE - THIS MUST BE THE PLACE zuschreiben. Der Filmtitel basiert auf einemSong der Talking Heads, den Byrne 1983 fürdas Album Speaking in Tongues komponierthatte und der auch heute noch zu denKlassikern der Band zählt: ein fast schonhoffnungsfrohes Stück für einen Mann, derdie Phrase Stop Making Sense wie ein Mantrawiederholte. Wie The Cure zählten die 1975gegründeten Talking Heads zur Speerspitzeder ersten Punk-bewegung. Der musikalischeAnsatz der New Yorker mag gänzlichanders sein als der der britischen Kollegen –ihre Musik war zunächst geprägt von nervösemminimalrhythmischem New Wave, eineverkopfte Variante des direkten Punkrock,die alsbald mit afrikanischen Polyrhythmenerweiter wurde zu einem modernen Weltmusik-Pop.Mit The Cure teilen die TalkingHeads die miesepetrige Weltsicht: Siespiegeln, so das Pop Lexikon, »eine kaputteSeelenwelt der Verklemmungen« – waswiederum auch auf Cheyenne zutrifft: Ineiner bemerkenswerten Szene des Filmsbesucht der gerade in New York gelandeteCheyenne ein Konzert der Talking Headsund trifft danach seinen alten Freund DavidByrne: Es ist auffällig (und auch sehrkomisch), wie sehr sich die Sprechstimmender beiden Männer ähneln.Aber es finden sich noch weitere Verweiseauf maßgebliche Rockkünstler derAchtzigerjahre: Der Name von CheyennesBand, Cheyenne and the Fellows, leitet sichvon Siouxsie and the Banshees ab, die 1976in London im Dunstkreis der Sex Pistols gegründetwurden, aber bald schon dem Punkentsagten, um als eine der ersten Bandseinem düsteren Wavesound zu fröhnen, dervon tribalistischen Drums, sirrendenGitarren und natürlich Siouxsies expressivemBariton, als würde Nico höchstselbstaus der Schattenwelt rufen, beherrschtwurde. Das Pop Lexikon machte »vokal undinstrumental extreme voyeuristische Geisterbahnfahrtendurch ein Horrorhaus derMythen, Monster und Mutationen« aus. ZuBeginn der Achtzigerjahre stieß zwischenzeitlichausgerechnet Robert Smith vonThe Cure zur Band. Cheyennes Refugium inDublin spielt auf die Heimatstadt vonBono, Sänger von U2, an – ein weiterer ehemaligerPunk, der mit seiner aus dieserUrsuppe entwickelten Musik in den 80’sRockgeschichte schrieb. Und gewisse Ticks20 21sowie Cheyennes ausgeprägte Geschlechtslosigkeitverweisen zudem auf Morrissey,dessen Band The Smiths heute als diebedeutendste britische Gruppe der Achtzigerjahregenannt wird. Der All Music Guideweist Morrisseys poetischen Texten »romantischeLebensangst und soziale Entfremdung«zu.Und schließlich fällt es schwer, in dergebeugten Körperhaltung und dem schlurfendenGang Cheyennes nicht OzzyOsbourne wiederzuerkennen. Zugegeben,er fällt aus der Rolle und will nicht so recht zuden anderen Vorbildern der Figur passen.Zu der Zeit, als die ihre entscheidende Hochphaseerlebten, hatte Osbourne als Sängervon Black Sabbath, deren Frontmann er von1969 bis 1978 war, bereits eine kompletteKarriere hinter sich. Und natürlich war Ozzynie Punk, sondern gilt als einer der Innovatorendes Heavy Metal. Tatsächlich erlebte eraber in den frühen Achtzigerjahren einenzweiten Frühling. 1980 war Osbourne nachJahren der Drogen- und Alkoholabhängigkeitgeheilt mit dem Album Blizzard of Ozwie ein Phönix aus der Asche gestiegen undzu einer der Galeonsfiguren der New Waveof British Heavy Metal geworden. Angetriebenvon seinem genialen Gitarristen RandyRhoads war ihm das Comeback gelungen,bis ihn im März 1982 ein Schicksalsschlagnachhaltig wieder aus der Bahn warf. Es sollteeigentlich ein alberner Streich sein. Beieinem morgendlichen Zwischenstopp stiegRandy Rhoads trotz seiner Flugangst ineine einmotorige Propellermaschine, die


mehrere Male im Tiefflug über den Tourbus,in dem auch Osbourne schlief, hinweg flog,bis eine Tragfläche das Dach streifte und dasFlugzeug abstürzte. Roads und die beidenanderen Insassen waren sofort tot. Osbourneerholte sich nie wieder richtig von diesemtraumatischen Erlebnis, eine ähnliche Tragödieist es, die Cheyenne aus dem Rampenlichtfliehen lässt.Von den musikalischen Einflüssen istes kein weiter Weg zu den filmischen Referenzen.So wie es die Postpunk-beeinflussteMusik der frühen bis Mittachtziger ist, diePaolo Sorrentinos Kreativität beflügelt, lässtsich auch das Independentkino dieser Äraals Inspiration entdecken. Es ist kein Zufall,dass der italienische Regisseur für seinenersten in den USA entstandenen Film dieForm des Roadmovies wählt: Mit Variationendes Roadmovies hatten Jim Jarmusch, GusVan Sant und Allison Anders das unabhängigeamerikanische Kino, wie man esheute kennt, begründet: Ihre frühen FilmeSTRANGER THAN PARADISE (1983), MALANOCHE (1986) oder BORDER RADIO (1987)hatten es sich zur Aufgabe gemacht, fernabder Künstlichkeit Hollywoods das Landneu zu vermessen, und drückten eine Sehnsuchtnach Aufbruch ebenso aus wie einegewisse Verzweiflung, das das Ziel nie so gutwie der Weg sein kann. Mit der Besetzungvon Harry Dean Stanton in einer entscheidendenNebenrolle verneigt sich Sorrentinozusätzlich vor zwei weiteren offenkundigenVorbildern, Wim Wenders’ Goldene-Palme-Gewinner PARIS, TEXAS (1984), in 22demStanton die Hauptrolle gespielt hatte, undDavid Lynchs altersmilder RoadtripSTRAIGHT STORY - EINE WAHRE GESCHICHTE(1999), in dem Stanton am Ende der Reisevon Richard Farnsworth einfach dasitzt undwartet. Es sind skurrile Fahrten durch einLand, das so groß und unendlich erscheint,als wäre es von der Zeit vergessen worden.Von einer texanischen Gemeinde in diesemunendlichen Land erzählt auch das Regiedebütvon Talking-Heads-Sänger DavidByrne, TRUE STORIES (1986), womit sich derKreis schließt. Es sollte aber noch angemerktwerden, dass die satte Farbpalettevon CHEYENNE - THIS MUST BE THE PLACEin besonderem Maße Jonathan Demmeskultisch verehrtem Roadmovie SOMETHINGWILD (Gefährliche Freundin, 1986) mitMelanie Griffith, Jeff Daniels und Ray Liottageschuldet ist. Demme war auch Regisseurvon STOP MAKING SENSE (1984), dem legendärenKonzertfilm über die Talking Heads.This must be the place. In der Tat.Did Ifind you,or youfind me?Nicola Giuliano, Andrea Occhipinto, Francesca Cima and Medusa Film present »This Must Be the Place« a film by Paolo Sorrentino | Sean Penn,Judd Hirsch, Eve Hewson, Kerry Condon, Harry Dean Stanton, Joyce van Patten, David Byrne, Olwen Fouéré, Shea Whigham, Liron Levo,Heinz Lieven, Simon Delaney and Frances McDormand | An Indigo Film, Lucky Red, Medusa Film Production in co-production with ARP,France 2, Cinema Element Pictures with the participation of Bord Scannán Na Héireann/The Irish Film Board with the support of Eurimageswith the collaboration of Sky Canal +, Cinecinema France Television in association with Intesa Sanpaolo and with the participation of PathéCasting Laura Rosenthal and Maureen Hughes, First assistant director Davide Bertoni, Art director Irene O‘Brian, Screenplay Paolo Sorrentinoand Umberto Contarello, Sound designer Srdjan Kurpjel, Costume designer Karen Patch, Music David Byrne, Lyrics Will Oldham, Editor CristianoTravaglioli, Production designer Stefania Cella, Director of Photography Luca Bigazzi | Associate producers François Ivernel, Muriel Sauzay, LouisTisne, Carlotta Calori, Stefano Massenzi and Guendalina Ponti, Executive producers Ron Bozman and Viola Prestieri, Co produced by Ed Guines,Anfrew Lowe, Michele & Laurent Petin, Produced by Nicola Giuliano, Andrea Occhipinti, Andrea Occhipinto, Francesca Cima and Medusa Film.Directed by Paolo SorrentinoDIGITAL SOUND

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