Brandenburgisches - qs- nrw

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A 1392617. Jahrgang • Februar 2007BrandenburgischesÄRZTEBLATTOffizielles Mitteilungsblatt der Landesärztekammer Brandenburg02/2007GOÄ – Ostabschlag aufgehobenwww.laekb.deKonstituierung von AufsichtsundVerwaltungsausschuss derÄrzteversorgung Land BrandenburgAktuelle Umsetzung der neuen Weiterbildungsordnung


Impressum/InhaltImpressumInhaber und Verleger:Herausgeber:BrandenburgischesÄrzteblattLandesärztekammer BrandenburgPräsident: Dr. med. Udo WolterDreifertstraße 12, 03044 CottbusTelefon (0355) 7 80 10-12Telefax (0355) 7 80 10-66Dr. med. Udo WolterEditorial 34Kammerinformationen/Gesundheitspolitik 35Konstituierung von Aufsichts- und Verwaltungsausschuss derÄrzteversorgung Land Brandenburg am 13. Januar 2007 35Im aktuellen Interview: Dr. Udo Wolter 36Dr. Ingrid Hörning: „Ich kann keine Wunder tun, aber helfen,zu verstehen!“ 38Das Landesgesundheitsamt Brandenburg berichtet:Zur sozialen Lage älterer Menschen in Brandenburg 40Aktuelle Umsetzung der neuen WeiterbildungsordnungStand: 31.01.2007 42Zuschriften redaktioneller Art bitten wir, nur an den Herausgeber zu richten.Für mit Autorennamen gekennzeichnete Beiträge wissenschaftlicher und standespolitischerArt wird keine Verantwortung übernommen. Die darin geäußertenAnsichten decken sich nicht immer mit denen des Herausgebers. Siedienen dem freien Meinungsaustausch innerhalb der Ärzteschaft. Die Zeitschriftund alle in ihr enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung statthaft. Rücksendung nichtverlangter Manuskripte erfolgt nur, wenn ein vorbereiteter Umschlag mitRückporto beiliegt. Mit der Annahme von Originalbeiträgen zur Veröffentlichungerwirbt der Herausgeber das uneingeschränkte Verfügungsrecht.Änderungen redaktioneller Art bleiben vorbehalten.Redaktion:4iMEDIA Journalistenbüro Berlin-BrandenburgParzellenstraße 10, 03046 CottbusTelefon (0355) 48 67 43 70, Telefax (0341) 87 09 84 20E-Mail: laekb@4imedia.comGestaltung, Repro, Satz, Druck, Herstellung, Verlagswesen:DRUCKZONE GmbH & Co. KG,An der Autobahn 1, 03048 CottbusTelefon (03 55) 4 78 21 10, Telefax (03 55) 4 78 21 20Vertrieb:AVZ GmbHStorkower Straße 127 a, 10407 BerlinTelefon (030) 42 80 40 41Anzeigenverwaltung:Götz & Klaus Kneiseler GbRUhlandstraße 161, 10719 Berlin,Telefon (030) 886 828 73, Telefax (030) 886 828 74E-Mail: Kneiseler@aol.comZur Zeit gilt Preisliste Nr. 17, gültig ab 01.01.2007Bankverbindung: Postbank BerlinKto.-Nr.179 265 102BLZ 100 100 10Das Brandenburgische Ärzteblatt erscheint monatlich. (Doppelnummer Juli/August). Bezugsgebühr: jährlich € 40,20; ermäßigter Preis für Studenten€ 30,15. Einzelpreis € 3,35.Bestellungen bitte an die AVZ GmbH, Storkower Straße 127 a, 10407 Berlin.Die Kündigungsfrist für Abonnements beträgt 6 Wochen zum Ende desKalenderjahres. Für die Mitglieder der Brandenburgischen Ärztekammer istder Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten.Dritte Satzung zur Änderungder Berufsordnung 49 – 52Arzt und Recht 48Aus der Fallsammlung der norddeutschen Schlichtungsstelle:Unnötige Mastektomie wegen falscher Schnellschnittdiagnose 48GOÄ – Ostabschlag aufgehoben 53Fortbildung 542. Forum für den Hausarzt 17. März 2007 55Ärztliche Aufklärung bei problematischer Fahreignung 56KVBB informiert 60Landesgesundheitsamt 61Rezensiert 62Aktuell 39, 46, 47, 59, 63, 65Personalia 64Tagungen und Kongresse 66Kalendarium 68Hinweise für die Autoren:Wenn Sie Ihren Text im Word erfassen, achten Sie bitte darauf, die Texte imtxt- oder doc-Format für DOS abzuspeichern. Bitte legen Sie einen Ausdruckdes Artikels dazu. Texte können Sie mit entsprechender Betreffzeile per E-Mail(laek@4imedia.com) übermitteln. Verwenden Sie Bilder für Ihren Artikel, bittedie Vorlagen separat zusenden und im Text vermerken, wo das Bild stehensoll. Am besten sind Fotos geeignet (Aufsichtsvorlagen).Stellenangebote/Kleinanzeigen43, 45, 57, 67, U1, U2, U3, U4Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang33


EditorialLiebe Kolleginnen und Kollegen,wir sind nun alle hoffentlich gesund und fröhlich im großenReformjahr 2007 angekommen. Denn das soll ja wieder einMega-Reformjahr werden, so wenigstens ist es der Wille der GroßenKoalition. Die Gesundheitsreform, die Unternehmenssteuerreformusw. sollen uns zeigen, wie die Regierungsparteien Problemelösen können und Deutschland aus dem dunklen Kellerloch inshelle Rampenlicht führen.Es ist fast ein wenig still geworden um die Gesundheitsreform, manhat den Eindruck, die Medien wurden angewiesen, nicht mehr soaggressiv zu berichten, den Politikern eher Zeit lassen, um nachzudenken.Dass Nachdenken dabei bitter nötig ist, ist bei dieser Reform, dievon den meisten als Gesundheitsmurks bezeichnet wird, zwingendnötig, denn sie wurde so schlecht vorbereitet und konzipiert, dassselbst Lauterbach sie für schlecht hält. Es ist bezeichnend für dieseRegierungsarbeit, dass Entscheidungen, welche 80 MillionenMenschen tagtäglich betreffen, in Sitzungen getroffen werden, dieerst in den frühen Morgenstunden zu Ende gehen. Wer in anderenGremien solche nächtlichen Sitzungen erleben durfte, weiß, dassnach Mitternacht nicht mehr viel Substanzielles herauskommt.Oder anders ausgedrückt: So wie die Akteure nach Sitzungsendeaussehen, so sind in der Regel auch die Beschlüsse. Der Senat imalten Rom durfte gültige Gesetze nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergangbeschließen. Sie wussten eben damals schon, weshalbsie diese Regel befolgten. Bei der jetzigen Einigung in letzterMinute hat man wieder den Eindruck, dass es um Bereiche dergroßen Lobbyisten wie Pharmaindustrie und PKV ging. Diese werdenvorrangig besprochen, sind sie doch für den Konsens unabdingbar.Die Pläne zu Höchstgrenzen für Medikamente werden gestrichen,nur die Rabattverträge sollen die Einsparungen bringen. Wer hatsich da wohl behauptet? Auch die PKV hat kräftig Lobbyarbeitgeleistet, mit den jetzigen Bedingungen werden sie wohl lebenkönnen, bezahlen werden es sowieso alle durch erhöhte Policen.In die für uns wichtigen Fragen der Honorierung scheint endlichBewegung gekommen zu sein. Aber erst 2009 bis 2011 werdenwir mit Veränderungen zu rechnen haben. Die Reform sollte ja füruns kostenneutral starten, das Niveau der ärztlichen Vergütungsollte einfach fortgeschrieben werden. Das scheint nun wieder gestrichenzu werden.Sollten die Protesttage, die Diskussionen mit Patienten, das zeitlicheund mentale Engagement doch etwas bewirkt haben?Die Orientierungswerte in der Vergütung werden wieder durcheine Verhandlungslösung festgelegt, die sich dann auch jährlichan den Bedarf anpasst. Die Abstaffelung unserer Leistungen imEBM kommen wohl nicht, regionale Gebührenordnungen sindmöglich, die Vergütung für die Hausärzte könnte steigen, die Gebietsärztesollen ähnlich wie Krankenhäuser bezahlt werden.Aber die Budgets bleiben weiterhin bestehen, eine Gesamtvergütung,die Kassen und KVen auf regionaler Ebene auf Grundlagedes Versorgungsbedarfs vereinbaren, wird ohne Obergrenze nichtauskommen. Vollendet sein wird die Honorarreform erst im Jahr2011 in einer neuen Legislaturperiode. Gebraucht hätten wir alleeine schnelle Lösung.Man kann nur hoffen, dass die Veränderungen auch Verbesserungensind. Es bestehen enorme Probleme beim Insolvenzrecht derKrankenkassen, bei den Sonderabgaben von Krankenhäusern undRettungsdiensten. Recht hilflos erscheint dabei insgesamt die Diskussion.Daher wäre es viel einfacher, die GKV zu entlasten durchReduktion des Mehrwertsteuersatzes, durch die staatliche Übernahmeder Kosten für Schwangere und Mütter und die Arbeitslosen.Fast 10 Milliarden konnten so im GKV-System gespart werden,aber eben den Staatshaushalt belasten. Das Erste ist nichterwünscht und das Zweite ausgeschlossen. Die Zeche zahlt derVersicherte über den ärztlichen Umweg, den Patienten den ganzenKram erklären zu müssen: schlau ausgedacht. Denn bis zur nächstenWahl hat der Bürger die Hintergründe längst verdrängt.Aber wir machen uns jetzt schon Gedanken um ein Gesetz, welcheserst noch beschlossen werden soll, dabei leben wir schon miteinem nicht minder bedeutungsvollen.Die Bonus-Malus-Regelung ist seit dem 01.01.2007 voll in Kraftund wird unser Verschreibungsverhalten enorm verändern. Ganzstill hat es sich in unsere Praxen geschlichen und wehe dem, deres nicht berücksichtigt.Eigentlich ist diese Regelung gar nicht schlecht, denn die Medikamente,welche in die Regelung fallen, wie z.B. PP und CSE-Hemmer,unterliegen jetzt keiner Mengenbegrenzung mehr. Um die DDD-Kriterien einzuhalten, muss die Wirkstoffmenge pro Tablette und diePackungsgröße berücksichtigt werden. Je höher die Wirkstoffmengeund je größer die Packung, desto leichter unterschreitet man die geforderteGrenze. Ob der Schöpfer dieser Regelung wusste, dass sieeine gesetzliche Mengenausweitung beschlossen haben? So wirdauch der PPV vom Originalanbieter, wenn hochdosiert und in großerPackung, wieder verschreibungsfähig – zwar zum dreifachen Preis,aber das ist eben die Politikerlogik.Trotzdem ist und bleibt es eine Zumutung, dass wir nun für dieMedikamente unsere DDD ausrechnen sollen. Raten kann manes allemal, denn auch ein Verschreiber mit hohem Generikaanteilkann über der DDD-Grenze liegen. Am einfachsten, man verschreibtnur noch das billigste Generikum und überprüft alle14 Tage, ob es auch noch am preiswertesten ist.DaSs in den verschiedenen Länder-KVen auch noch unterschiedlicheDDD-Werte existieren, macht die Sache noch delikater.Der Schwachsinn besitzt also Methode und wird uns wohl nochlange Zeit begleiten.Wir können also gespannt sein, was uns das Super-Reform-Jahrnoch bringen wird. Da wir aber alle in jahrelanger Anpassungsfähigkeitund Leidensbereitschaft trainiert sind, bin ich mir sicher,dass unser Berufsstand auch diese Periode politischer Wirrungenüberstehen wird.IhrDr. Hanjo Pohle34 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Am 18. November 2006 hatte die Kammerversammlungder Landesärztekammer Brandenburgdie Mitglieder für die vierteLegislaturperiode von Aufsichts- und Verwaltungsausschussder Ärzteversorgung LandBrandenburg gewählt. Das BrandenburgischeÄrzteblatt berichtete darüber in Heft 12/2006.Auf einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichts-und Verwaltungsausschuss am 13. Januar2007 in Zeuthen haben sich nun diebeiden Ausschüsse konstituiert.Kammerinformationen/GesundheitspolitikKonstituierung von Aufsichts- und Verwaltungsausschussder Ärzteversorgung Land Brandenburg am 13. Januar 2007Zum Vorsitzenden des Aufsichtsausschusseswurde der Präsident der Landesärztekammer,Dr. Wolter (Buskow), gewählt. Zum stellvertretendenVorsitzenden des Aufsichtsausschusseswurde Herr Dr. Alder (Potsdam) gewählt.Dem geschäftsführenden Organ der ÄrzteversorgungLand Brandenburg, dem Verwaltungsausschuss,steht nunmehr Herr Dr. Kalz(Neuruppin) vor. Zur stellvertretenden Vorsitzendendes Verwaltungsausschusses wurdeFrau Kruse (Forst) gewählt.Der neue AufsichtsausschussDie fünf ärztlichen Mitglieder des Verwaltungsausschusseswerden in der neuen Legislaturperiodeauf Anstellung durch den Kammervorstandergänzt von folgenden dreinichtärztlichen Mitgliedern: Herr Knecht alsFotos: P. HartmannVersicherungsmathematiker, Herr Färber alsauf dem Gebiete des Bank- und Hypothekenwesenserfahrenes Mitglied sowie HerrDr. Esser als Mitglied mit der Befähigungzum Richteramt.In der Sitzung am 13. Januar 2007 wurdedarüber hinaus ein umfangreicher Terminplanfür das Jahr 2007 verabschiedet. Schwerpunktder Tätigkeiten der beiden Ausschüssewerden wie bisher die Entscheidungen zurKapitalanlage sowie die Beschlussfassung zuMitgliederfragen sein.Peter HartmannGeschäftsführer der ÄVLBDer neue VerwaltungsausschussKorrekturmitteilungIn Heft 01/2007 des „Brandenburgischen Ärzteblattes“ ist im Bericht zum Nationalen Aktionstag in Cottbus auf Seite 3 ein Formulierungsfehleraufgetaucht. Bei den angegebenen 7,5 Millionen Euro handelt es sich um die Summe, die das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbusim Zuge der Gesundheitsreform weniger erhält und nicht um den Betrag, welcher der Einrichtung zur Verfügung steht.Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.Die RedaktionBrandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang35


Kammerinformationen/GesundheitspolitikIm aktuellen Interview:Dr. Udo Wolter: „Man darf die Ärzte nicht zu sehr reizen.“1. Herr Dr. Wolter, am1. April soll das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzin Krafttreten. Besteht bei Ihnennoch die Hoffnungauf ein Einlen-Dr. Udo Wolterken der Regierung?Nein, ich habe keine Hoffnung mehr, dass anden Entscheidungen noch einmal etwas geändertwird. Es geht in den augenblicklichenDiskussionen der Regierung jedoch aus meinerSicht gar nicht um die Gesundheitsreform,sondern um den Erhalt der Regierungskoalitionund um die nächste Wahl. Es wirdsich nur die Frage gestellt: Werde ich wiederKanzlerin und Gesundheitsministerin?Auch die Lektüre des Entwurfes des GKV-WSG ist nicht allen möglich. Den Bundestagsabgeordnetenwurden die Papiere amVormittag ausgehändigt und nach dem Mittagsollten sie schon darüber abstimmen.Das konnte nicht der richtige Weg sein.2. Der Nationale Protesttag am 4. Dezember2006 wurde von den Organisationsverbändenals Erfolg bezeichnet. Sehen Siedas trotz der Reaktion seitens der Bundesregierungauch so?Jede Protestaktion hat Erfolg, weil die Regierungbefürchtet, dass die ärztliche Versorgungnicht mehr gewährleistet ist. Aus diesemGrund reagieren die Politiker auf derlei Maßnahmenmit Kritik, da die Angst vor den Reaktionender Patienten enorm ist. Aber solcheine Protestaktion kann eskalieren, wenn nochmehr Ärzte auf die Straße gehen würden. DieUnruhen nehmen mittlerweile auch an Krankenhäusernzu. Vor einem halben Jahr hättedoch keiner daran gedacht, dass ein Medizinerin Brandenburg auf die Straße geht. DenPolitikern sollte eines bewusst sein: Man darfdie Ärzte nicht zu sehr reizen.3. Sollten noch weitere solcher Protestaktionenfolgen?Ich glaube, die Politiker nehmen diese trotzdes Erfolgs immer gelassener hin, weil im vergangenenJahr bereits sehr viele stattgefundenhaben. Die Mediziner konnten jedoch nichtweiter gehen, als den weißen Kittel an denNagel zu hängen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen,wo Überlegungen angestellt werdenmüssen, ob Maßnahmen, die wehtun, durchgeführtwerden müssen. Es bliebe abzuwarten,wie die Regierung dann reagiert.4. Wenn die Gesundheitsreform durch allepolitischen Instanzen abgesegnet wurde,welche Möglichkeiten hat die Ärzteschaftüberhaupt noch, ihre Position deutlich zumachen?Die Protestmeinungen der Ärzteschaft wurdenbisher ignoriert oder bewusst falsch dargestellt.Aber genau da ist der Punkt, wogegenwir uns wehren können, auch wenn das Gesetzschon verabschiedet worden ist. Es istnicht die Aufgabe des Arztes, dem Patientenzu erklären, weshalb und wie er finanziellausgenommen wird. Das obliegt der Regierungund den Krankenkassen. Genau dieseBotschaft müssen wir in Aktionen vermitteln.Es sollten Flyer in den Praxen liegen, welchedie Kontaktdaten enthalten, wohin sich derPatient mit seinen Fragen wenden kann. DasProblem ist allerdings, dass der Patient vonseinem Arzt wissen möchte, warum er nurnoch ein bestimmtes Medikament bekommt. Inmühevoller Arbeit müssen wir allen Medizinernvermitteln, dass sie keine Streitgesprächemit den Patienten über die Auswirkungen derGesundheitsreform führen sollen. Das habenwir bei unseren Protesten zur Genüge getan.Der zweite wichtige Punkt ist die Private Krankenversicherung.Wenn der Basistarif wirklichkommt und die Privatpatienten für die Minderbemitteltenmitbezahlen müssen, dann sinktdas Leistungsgefälle der Privaten Krankenversicherungen.In zehn Jahren wird es diesedann nicht mehr geben, weil sie nicht in derLage sind, die anfallenden Kosten zu bezahlen.Frau Schmidt hungert damit die PKV überdie Jahre hinweg aus. Das Unglaubliche daranist, dass die Politiker selbst alle privatversichertsind. Dann werden wir wahrscheinlichwieder die Verhältnisse wie zu DDR-Zeiten bekommenund genau das ist die Gefahr, derersich alle bewusst sein sollten.5. Viele Mediziner gehen ins Ausland. Wirdes in einigen Jahren noch genügend Ärztegeben?Der Arztberuf ist die einzige Tätigkeit, die sodicht an der Politik angesiedelt ist. Aus diesemGrund wird das Thema Gesundheit zu einem,womit Wahlen gewonnen werden können,denn das eigene Wohlergehen ist den Menschensehr wichtig. Das Problem ist, dass diegut ausgebildeten Ärzte, die Elite, ins Auslandgehen, weil sie dort für sich bessere Bedingungenvorfinden. Aber vor allem sind siefrustriert über die Verhältnisse und die politischenEntscheidungen in Deutschland. Durchdie Gesundheitsreform wird der Ärztemangel,den es in Brandenburg im Augenblick bereitsgibt, nicht beseitigt. Ich bezweifle auch, dasswir in zehn Jahren in allen Regionen ausreichendMediziner vorfinden werden.6. Sie selbst arbeiten als Chirurg in einemKrankenhaus. Wie beurteilen Sie die Situationbesonders kleinerer Einrichtungen inBrandenburg?Diese werden durch die Gesundheitsreformwirtschaftlich keine Chance mehr haben. Dasist sehr schade, weil es viele Krankenhäusernoch nicht lange gibt beziehungsweise dieseerst vor ein paar Jahren aufgebaut wurden.Hinzu kommt, dass das Land Brandenburgsowieso nur wenige Krankenhäuser hat. Wirhaben genau so viele Einwohner wie Schleswig-Holstein,aber nur 53 Einrichtungen.Schleswig-Holstein weist die doppelte Anzahlan Krankenhäusern auf. Hier zeigt sich einedeutliche Diskrepanz zwischen Ost und West.7. Stichwort Vertragsarztrechtsänderungsgesetz(VändG): Am 01.01.2007 ist selbigesin Kraft getreten. Wird das ärztliche Berufsrechtmit diesem auf ein solides Fundamentgestellt?Das Gesetz ist an die Berufsordnung aus demJahr 2004 angekoppelt, welche von der Ärzteschaftentwickelt wurde. Was das Schlechtean dem VändG ist, sind die Punkte, die FrauSchmidt im Nachhinein hinzugefügt hat. Andiesen zeigt sich, dass sie ein zentralistischesGesundheitswesen haben möchte und keinföderalistisches, in dem jedes Bundeslandselbst Entscheidungen trifft. So will die Gesundheitsministerinzum Beispiel die Beiträgefür die Krankenversicherung festlegen. Wannhat es das schon mal gegeben, dass ein Politikerdiese Aufgabe übernommen hat? Wirnähern uns den altbekannten sozialistischenVerhältnissen.8. Was wünschen Sie sich für alle brandenburgischenÄrzte von der Bundesregierung?In erster Linie erhoffe ich mir eine Angleichungder Arztgehälter in Ost und West. Diebrandenburgischen Ärzte behandeln diemeisten Patienten in der längsten Arbeitszeitfür das wenigste Geld und daraus lässt sichnur ein Schluss ziehen: Unsere Situationmuss geändert werden. Des Weiteren istdem Ärztemangel entgegenzutreten, dochdas kann nur durch eine Angleichung geschehen,mit der bessere Voraussetzungengeschaffen werden, einen Arzt für die Arbeitin Brandenburg zu gewinnen.Herr Dr. Wolter, vielen Dank für das Interview.Mit dem Präsidenten der LandesärztekammerBrandenburg sprach Anja Jüttner[4iMEDIA].36 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Kammerinformationen/GesundheitspolitikVorsorgeuntersuchung beiProstatakrebs – Der Männer-TÜVProbleme erkennen, bevor sie Schaden anrichten – das ist der Grundgedankeder TÜV-Untersuchungen bei Autos. Aber zum Arzt gehen?Als Gesunder? Warum sollte man das tun? Normalerweise geht mannur dann zum Arzt, wenn man Fieber, Schmerzen oder richtige Beschwerdenhat, also wenn der Körper sich über Warnsignale bemerkbarmacht.Bei Krebserkrankungen fehlen solche Warnsignale allerdings vielfach,zumindest am Anfang der Erkrankung. Krebs verursacht nämlich infrühen Stadien nur selten Schmerzen. Die Vorsteherdrüse des Mannes– die Prostata – verhält sich genau so: Männer mit einer Entzündungin der Prostata gehen ganz sicher zum Arzt, denn sie spüren Schwierigkeitenbeim Wasserlassen und heftige Schmerzen, oft auch Fieberund Schüttelfrost. Dagegen verursacht der Prostatakrebs – solange erauf die Prostata begrenzt ist – in der Regel keine Schmerzen, nicht einmalProbleme beim Wasserlassen. Schmerzen treten bei Prostatakrebsoft erst dann auf, wenn der Krebs bereits Tochtergeschwülste (Metastasen)in anderen Organen gebildet hat. Der Prostatakrebs metastasiertbesonders häufig in die Knochen, was dem Patienten starkeSchmerzen verursacht. In diesem Stadium gibt es auch keine Heilungschancenmehr.Elftausend Männer sterben pro Jahr in Deutschland aufgrund vonProstatakrebs – dabei ist die Krankheit heilbar, wenn man sie rechtzeitigerkennt. Ja, man hat sogar mehr als nur eine Methode, mit derman diese Krebserkrankung erfolgreich bekämpfen kann. Aber wiekann man Prostatakrebs rechtzeitig erkennen, wenn er sich nichtselbst bemerkbar macht?Die Vorsorgeuntersuchung umfasst die Tastuntersuchung der Prostatavom Enddarm aus und die Bestimmung eines Eiweißes im Blut, des sogenannten „Prostataspezifischen Antigen“ (PSA). Beide Untersuchungensind allerdings nicht beweisend, sondern können nur einen dringendenVerdacht auf das Vorliegen eines Prostatakrebses begründen.Endgültige Sicherheit ergibt erst eine Gewebeprobe aus der Prostata.Die Entnahme einer Gewebeprobe (unter lokaler Betäubung) kommtnatürlich nur infrage, wenn ein dringender Verdacht besteht.Frauen sind gesundheitsbewusster als Männer. Sie nehmen auch Krebsvorsorgeuntersuchungenhäufiger wahr. In Brandenburg wird bei vielenMännern der Prostatakrebs zu spät – also in nicht mehr heilbaren Stadienerkannt. Das Tumorzentrum Brandenburg und die BrandenburgischeGesellschaft für Urologie haben sich vorgenommen, dies zu ändern.Im November wollen sie die Öffentlichkeit auf das Problemaufmerksam machen. Unter der Internetadresse www.urologen-brandenburg.dekann man dazu Näheres erfahren.Prostatakrebs ist – rechtzeitig erkannt – eine heilbare Erkrankung. Vom45. Lebensjahr an einmal jährlich freiwillig zum „Männer-TÜV“ – alsozur Vorsorgeuntersuchung – das ist der Rat der Brandenburger Urologen.Daher sollte jeder Mann über 45 Jahren einmal jährlich seineProstata untersuchen lassen – auch und gerade, wenn er sich vollkommengesund fühlt.Dipl. med. Michael EngelmannDr. Thomas Enzmann,Prof. Dr. Dirk FahlenkampProf. Dr. Rüdiger HeicappellBrandenburgerMännergesundheitstagKampf dem ProstatakrebsFreitag, den 9. März 2007, 14.00 – 18.00 UhrPotsdam, Hotel Steigenberger SanssouciVorträge für Patienten, Angehörige und InteressentenProstatakrebs in der Statistik – wozu gibt es ein Krebsregister?Dr. G. Lehmann, SchwedtWie häufig ist der Prostatakrebs in Brandenburg,gibt es eine Vorbeugung?Prof. Dr. R. Heicappell, SchwedtWas erwartet den Mann in der urologischenPraxis zur Prostatavorsorge?Dipl. med. M. Engelmann, NeuruppinWie stellt der Urologe die Diagnose Prostatakrebs?Dr. T. Enzmann, BrandenburgIst der Prostatakrebs heilbar – welcheBehandlungsmethoden gibt es?Prof. Dr. D. Fahlenkamp, NeuruppinWährend der Vorträge gibt esgenügend Zeit für Ihre Fragen.Im Veranstaltungsraum steht ein begehbares Prostatamodell.Vor und nach den Vorträgen stehen Ihnen Ärzte und PatientenRede und Antwort zu Ihren Fragen zum Thema „Prostataerkrankungen“zur Verfügung.Eine Veranstaltung der Brandenburger Gesellschaftfür Urologie und des Tumorzentrums Brandenburgmit Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Soziales,Gesundheit und Familie Brandenburg sowie der AOKBrandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang37


Kammerinformationen/GesundheitspolitikDr. Ingrid Hörning:„Ich kann keineWunder tun, aberhelfen, zu verstehen!“Dr. Ingrid Hörning kann am 6. März 2007ein kleines Jubiläum feiern: An diesem Tagist die ehemalige Anästhesistin fünf Jahreehrenamtlich als Ombudsfrau in der LandesärztekammerBrandenburg (LÄKB) tätigund kann auf viele spannende Gesprächemit Ärzten, vor allem aber mit Patienten,zurückschauen. Zeit auch für das BrandenburgischeÄrzteblatt, einen Rückblick aufihre bisherige Arbeit zu wagen.„Bei den verschiedenen Problemen, die anmich herangetragen werden, kann ich keineWunder tun. Doch wichtig ist es, der Person,die sich an mich wendet, eine Hilfestellungzu geben“, sagt Dr. Ingrid Hörning, die Ombudsfrauder LÄKB. Seit nunmehr fünf Jahrenführt die Rentnerin fast jeden Mittwoch eineTelefonsprechstunde durch, bei der Ärzte undPatienten mit ihren Sorgen auf sie zukommenkönnen. „Anfangs war das ganz andersgedacht. Die Position der Ombudsfrau wurdevon der Bundesärztekammer für Ärzte eingerichtet,die Schwierigkeiten bei ihrer Arbeithaben. Es sollte ein Anlaufpunkt besondersfür junge Kollegen sein“, berichtet die 71-Jährige. Doch es kam anders: „Meine Erfahrunghat gezeigt, dass relativ wenig Mediziner,dafür aber umso mehr Patienten bei miranrufen und allgemeine medizinische Aufklärungbenötigen.“ So gehe es in diesenGesprächen häufig um Verständigungsfragen– um Dinge, welche sich die Patientennicht trauen, bei ihrem Arzt anzusprechen.„Jeder Patient hat das Recht, genaue Auskunftvon seinem behandelnden Arzt zu erhalten.Wer beispielsweise glaubt, im Krankenhausnicht alles Nötige erfahren zu haben, sollteeinen geeigneten Termin für ein ruhiges Gesprächmit dem Stationsarzt ausmachen. Fallsdieses nicht befriedigend verläuft, kann einüber das Sekretariat erbetener Termin mitdem zuständigen Oberarzt oder bei besonderenProblemen auch mit dem Chefarzt inder Regel eine Klärung herbeiführen undMissverständnisse ausräumen“, so Frau Hörning,die damit aus 32 Jahren Erfahrung alsChefärztin der Klinik für Anästhesiologie undIntensivtherapie am Carl-Thiem-Klinikum inCottbus sprechen kann.Wenige Ärzte nutzen GesprächsmöglichkeitObwohl die Ombudsfrau in erster LinieAnlaufstelle für Mediziner sein sollte, ist dieOmbudsfrau Dr. Ingrid HörningResonanz bei den Ärzten sehr begrenzt.Die höchste Anruferzahl wurde 2004 mit17 Beratungen erreicht. Im vergangenenJahr hatte Dr. Ingrid Hörning lediglich fünfGespräche mit ihren Kollegen. „Das kannauch an der etwas veränderten Situationdurch den zunehmenden Ärztemangel liegen.Viele haben sicherlich Angst, sich mitihren Problemen an mich zu wenden, weilsie negative Folgen fürchten. Ich kann nurimmer wieder versichern: Alles, was mirgesagt wird, bleibt in den vier Wändenmeines Büros. Nur wenn ausdrücklich gewünschtwird, dass ich mit anderen KollegenKontakt aufnehmen soll, dann tue ichdas auch. Keiner muss Sorge haben, dassetwas ungewollt an die Öffentlichkeit gerät“,betont die Ombudsfrau. Allgemeinezwischenmenschliche Beziehungen seiendas Hauptanliegen in den Anrufen derMediziner, die über Probleme während derArbeit sprechen: „Wenn Mitarbeiter einenneuen Chef bekommen, dann führt das hinund wieder zu Schwierigkeiten. Ich hatteaber auch schon einen Fall, wo sich einneuer Chef von den Kollegen gemobbt fühlte.“Vorgenommene Umstrukturierungen inKrankenhäusern führen zur Zusammenlegungvon Abteilungen, so dass sich plötzlichÄrzte die Aufgaben einer Stelle teilenmüssten. „Hier entstehen Reibungspunkte,mit denen manche schwer umgehen können.Für viele Anrufer ist es aber einfachnur wichtig, ein Gespräch zu führen. Dashilft oft bereits, weil sie dann ihr Problemaus einer anderen Perspektive sehen undvon mir eine Zweitmeinung bekommenhaben“, glaubt die Medizinerin.Foto: A. JüttnerPatientenberatung: Neue Gesundheitsreformnoch kein ThemaIm Jahr 2004 hatte die Ombudsfrau diemeisten Beratungen: 116 Anrufer nutzten dieSprechtage, um sich Rat bei ihr zu holen.„Der Grund dafür lag wahrscheinlich in derGesundheitsreform, die damals noch die rotgrüneKoalition in Gang gebracht hatte. Problemewie Arzneimittelverschreibung nachökonomischen Gesichtspunkten und Budgetüberschreitungkamen dabei des Öfteren zurSprache. Viele Patienten verstehen nicht, warumihre Ärzte ihnen jetzt ein anderes, weilbilligeres Medikament verschreiben, welchesaus dem gleichen Wirkstoff besteht, aberteilweise für sie schlechter verträglich ist.“Gespräche über die geplante Gesundheitsreform,die am 1. April 2007 in Kraft tretensoll, hat sie kaum. „Wenn sich Patienten beimir über politische Entscheidungen und derenAuswirkungen beklagen, dann gebe ichihnen die Kontaktdaten von der BundespatientenbeauftragtenHelga Kühn-Mengelin Berlin, bei der Beschwerden oder Vorschlägean die richtige Adresse kommen.“Der bestehende Ärztemangel in Brandenburgist ein Thema, welches für die ehemaligeMedizinerin in Zukunft immer brisanterwird. Schon jetzt weiß sie von langen Wartezeiten– besonders bei Spezialisten – zu berichten:„Zur Zeit klagen Patienten besondersin der Kardiologie über Terminvergaben mitsechs Monaten Wartezeit und länger. Wenndies bei Überweisungen wegen akuter Problemegeschieht, ist das kritisch. Hier schlageich bei besonderer Dringlichkeit die direkteKontaktaufnahme des überweisenden Arztesvor. Auch in der Orthopädie, Gefäßdiagnos-38 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Kammerinformationen/Gesundheitspolitiktik, Psychotherapie, Urologie und Augenheilkundegibt es immer wieder Probleme mitWartezeiten, die jedoch in den einzelnen Regionenunterschiedlich sind. Der Weggangausgebildeter Fachärzte ins Ausland und derimmer noch bestehende Unterschied in derBezahlung von Ärzten in Ost- und Westdeutschlandwerden sich weiter auf die Zahlder brandenburgischen Mediziner auswirken“,vermutet die Ombudsfrau.Anfragen per E-Mail nehmen zuNicht nur aus Brandenburg bekommt Dr.Hörning Anrufe, auch aus Berlin und sogarSüddeutschland rufen Patienten an. „Einmalkontaktierte mich jemand aus Luxemburg,wo es um eine grenzübergreifende Behandlungging. Ich war überrascht, dass ich auchim Ausland bekannt bin“, schmunzelt die71-Jährige. Das Internet macht das möglich,welches in ihrer Arbeit einen immer größerenStellenwert einnimmt: Waren es 2002noch drei, so erreichten sie im letzten Jahrbereits 21 E-Mails. „Oft nehmen diese mehrZeit in Anspruch und leider kommt nur seltenein Dankeschön zurück.“Nicht auf alle Fragen kann die engagierteRentnerin spontan antworten. Bei juristischenDingen wendet sie sich an die entsprechendeFachabteilung im Haus, auchwenn es um Probleme zur Weiterbildunggeht. „Es melden sich bei mir zum Beispielausländische Kollegen, die Informationenzur Berufserlaubnis oder Facharztanerkennungin Deutschland benötigen. An dieserStelle tausche ich mich mit Frau Rauboldaus. Bei einzelnen, sehr fachspezifischenFragestellungen konsultiere ich die Fachvertreterder entsprechenden Kommissionender LÄKB.“Mitunter dauert ein Telefongespräch übereine halbe Stunde, eher selten wünscht einAnrufer nur eine kurze Antwort. Und inbesonders komplizierten Fällen findet nachAnmeldung ein meist recht lang dauerndespersönliches Gespräch statt. Solange es dieGesundheit zulässt, möchte Dr. Ingrid Hörningihr Ehrenamt als Ombudsfrau derLÄKB weiter ausführen, da sie auch nachfünf Jahren noch immer mit viel Freude beider Sache ist. „Ich kann eine Menge aneigenen Erfahrungen einbringen, die ich inmeinem langen Berufsleben gesammelt habe.Wenn ich jemandem helfen konnte, ist dasein schönes Gefühl und bestätigt meineArbeit. Ich denke, dass ich besonders beikritischen Patienten durch die Beratung einbesseres Verständnis für Krankheitsverläufeund Behandlungsmethoden wie auch für dieSituation im heutigen Gesundheitswesen erzielenkann.“Kontaktdaten der Ombudsfrau Dr. Hörning:Post: Landesärztekammer BrandenburgOmbudsfrau Dr. Ingrid HörningPostfach 10 14 4503014 CottbusE-Mail: post@laekb.de (über Frau Krause)Telefon: 0355-78 01 060(mittwochs von 14 bis 17 Uhr)Weitere Informationen im Internet unter:www.laekb.de unter dem Punkt „Arztrecht“und dem Unterpunkt „Beratungsstelle“.Anja Jüttner [4iMEDIA]Hartmannbund LV BrandenburgHartmannbundVerband der Ärzte DeutschlandsEmpörung löste das Verhalten des Ministerpräsidentendes Landes Brandenburg, MatthiasPlatzeck, bei den Ärztevertretern desLandes, bei der KV, der LandesärztekammerBrandenburg, der KZV, der Zahnärztekammer,der Apothekerkammer und des Hartmannbundesaus. Versprach der Ministerpräsidentbei einer Gesprächsrunde mit denFreiberuflern, dass Ärzte, Zahnärzte, Apothekerund Ärzteverbände kurzfristig zueinem gesonderten Gespräch zusammenkommenwürden, da wir Heilberufler der Auffassungdes Ministerpräsidenten, dass die bevorstehendeGesundheitsreform dem LandVerbesserungen bringen werde, widersprachen.Am 5. Januar dieses Jahres erhieltenwir eine Einladung zum 11. Januar 2007 um13 Uhr in die Potsdamer Staatskanzlei. Dochschon am 8. Januar 2007 änderte der Ministerpräsidentseine Meinung, lud uns wiederaus, da nach seiner Meinung kein Bedarfmehr für solch eine Gesprächsrunde bestünde.Dies zeigt, wie ernst er die Gesundheitsprobleme,z.B. zunehmender Ärztemangel,im Land Brandenburg nimmt, wie groß seinInteresse für das Wohl der gesundheitlichenVersorgung seinerBevölkerung ist.Noch könnten wirdiese Fehlentwicklungstoppen, diezur Gefährdungder Versorgung derPatienten führt unddie Leistungsfähigkeitdes Gesundheitswesensweiterabschwächt.Elke KöhlerElke KöhlerLandesvorsitzende des HartmannbundesBerliner Ärztemachen Praxen dichtKorrekturmitteilungAus Protest gegen die Gesundheitsreformhat etwa jeder Zweite der 6200 niedergelassenenBerliner Ärzte vom 24. bis 26. Januarzeitweise seine Praxis geschlossen.Das Bündnis Berliner Kassenärzte und derHartmannbund hatten zu dieser Aktion aufgerufen,um die Patienten auf die Folgen derGesundheitsreform aufmerksam zu machen,sollte diese in der vorliegenden Form inKraft treten. Während die Praxen dichtwaren, nahmen die Mediziner an Informationsveranstaltungender KassenärztlichenVereinigung teil.Anja Jüttner [4iMEDIA]In Heft 12/2006 des „Brandenburgischen Ärzteblattes“ hat sich auf Seite 325 im Bericht „Deutschland wie es lebt und leidet – Das BMGlegt den Gesundheitsbericht vor“ ein Formulierungsfehler ereignet. Die angegebenen 11 Prozent des Brutto-Inlandsproduktes (BIP) beziehensich laut dem Gesundheitsbericht des Robert-Koch-Instituts nicht auf die Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit in Deutschland, sondernsind Ausdruck der gesamten Gesundheitsausgaben des BIP. Die Redaktion bittet, diesen Fehler zu entschuldigen.Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang39


Kammerinformationen/GesundheitspolitikDas Landesgesundheitsamt Brandenburg berichtet: Zur sozialenLage älterer Menschen in Brandenburg – Lebensqualität im AlterIm Land Brandenburg lebten im Jahr 2005zirka 506.000 Menschen, die das Alter von65 und mehr Jahren erreichten – 208.000Männer und 298.000 Frauen. Diese machenfast 20 Prozent der Bevölkerung aus. Bis2030 ist nach der aktuellen Bevölkerungsprognose(Landesbetrieb für Datenverarbeitungund Statistik (LDS) Brandenburg 2006)damit zu rechnen, dass die GesamtbevölkerungszahlBrandenburgs von 2,6 Millionenauf 2,2 Millionen Menschen schrumpfenwird. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung inihrer Alterszusammensetzung einer Veränderungunterliegt: Noch 1990 lag der Altenquotientbei etwa 20, im Jahr 2004 bereitsbei 30. Für das Jahr 2010 wird erwartet,dass der Altenquotient auf 35 und bis 2030sogar auf 67 ansteigt. Damit würden 67 ältereMenschen 100 Erwerbsfähigen gegenüberstehen.Höhere LebenserwartungWenn die Lebenserwartung steigt, dann spiegeltsie auch die Sterblichkeitsverhältnisseeiner Gesellschaft wider. 2003/2005 lag dieLebenserwartung Neugeborener in Brandenburgbei 81,2 Jahren für Mädchen und74,9 Jahren für Jungen (in Deutschland:81,8 Jahre für Mädchen und 76,2 Jahre fürJungen). Die Zahl der Personen ab 80 Jahrenwird bis zum Jahr 2020 eine deutlicheSteigerung erfahren: Waren es 2004 noch91.000 Menschen, werden bis 2020 bereits197.000 Frauen und Männer dieses hoheAlter erreichen. Mit steigendem Lebensaltermehren sich auch Erkrankungen. So wachsenim Besonderen Herz-Kreislauf-Probleme,wobei 18 Prozent der Krankenhausfälle beiHochaltrigen im Jahr 2004 auf diese Erkrankungenzurückgingen. Hierbei zeigte sich,dass Männer häufiger und früher unter diesenBeschwerden leiden als Frauen. Des Weiterennehmen Krebserkrankungen mit zunehmendemAlter zu, allerdings führen diese beiälteren Menschen deutlich weniger zu Aufenthaltenin Krankenhäusern.Zunahme der stationären Pflege26.648 stationär gepflegte Hochaltrige – dasist die Prognose für 2020. Damit gibt es eineVerdopplung im Vergleich zum Jahr 2003.Eine Folge davon ist, dass stationäre Einrichtungenpro Jahr mehr Plätze ausschließlichfür diese Altersgruppe bereitstellen müssen.Von 1999 bis 2003 betreuten die stationärenPflegeeinrichtungen etwa 540 hochaltrigeMenschen mehr pro Jahr, während von 2003bis 2010 die Erwartung bei einem jährlichenZuwachs von 634 Frauenund Männern liegt – von2010 bis 2020 sogar bei1.026.Der Abbau geistiger Leistungsfähigkeitund derPersönlichkeit sind Charakteristikafür die Demenz,deren hauptsächlicherRisikofaktor dasAlter ist. In Brandenburglebten im Jahr 2003 zirka27.000 Menschen miteiner Demenzerkrankung.Für 2020 wird mit51.000 Erkrankten gerechnet,was pro Jahr einenAnstieg von etwa1.400 Fällen bedeutenwürde. 60 Prozent deran Demenz Erkranktenwerden zu Hause von Angehörigen betreut,dennoch lässt sich mit der häuslichen Pflegeein Aufenthalt im Heim nur selten vermeiden– er kann meist nur hinausgezögert werden.Erkrankungen an Demenz sind die Hauptursachefür den Übergang ins Pflegeheim.Doch nicht nur die Zahl der in Heimen untergebrachtenPersonen erlebte einen Anstieg,auch die Anzahl der Beschäftigten vor Ortwuchs zwangsläufig an: Von 1999 bis 2003betrug dieser Zuwachs rund 2.900 Personen,wovon 2.600 mit Aufgaben der Pflegebetraut waren.Versorgung der Älteren wird erschwertIn Brandenburg liegt nach Angaben derKassenärztlichen Vereinigung Brandenburg(KVBB) der Versorgungsgrad mit Hausärztenin mehreren Kreisen unter 100 Prozent, so-9%-15%-19%-28%-36%Frauen-42%-71%-65%-61%-49%-40%100% 80% 60% 40% 20% 0%dass vor allem in ländlichen Gebieten dieambulante medizinische Versorgung gefährdetist. Gerade diese ist für ältere Menschenjedoch von größter Bedeutung:– Es besteht bei ihnen häufig eine Unterbehandlungder Risikofaktoren der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie zum BeispielBluthochdruck.– Die häufigste Todesursache bei Personenhöheren Alters sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen.– Angehörige unterer sozialer Schichten habenein höheres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankungzu erleiden.– Unter den Todesursachen ist der Herzinfarkt(Myokardinfarkt) als akute Komplikationder koronaren Herzkrankheit eineoft zu stellende Einzeldiagnose unter denTodesursachen.Häufigste Todesursachen in % an Gestorbenen der Altersgruppe – Brandenburg 2005Quelle: Landesgesundheitsamt Brandenburg90 Jahre und älter85 bis unter 90Jahre80 bis unter 85Jahre75 bis unter 80Jahre70 bis unter 75Jahre65 bis unter 70Jahre45%40%55%50%Männer65%36%42%28%33%21%13%0% 20% 40% 60% 80% 100%Krankheiten des KreislaufsystemsKrankheiten des AtmungssystemsNeubildungenVerletzungen und Vergiftungen40 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Kammerinformationen/Gesundheitspolitik– Die zunehmende Alterung der Bevölkerunghat zur Folge, dass es in den kommendenJahren deutlich mehr Herzinfarktfälle gebenwird. Beim akuten Myokardinfarkt befindensich die Sterberaten Brandenburgsüber dem Bundesdurchschnitt.Laut den Ergebnissen des LandesgesundheitsamtesBrandenburg besteht das Bundeslandzum großen Teil noch aus einer jungenBevölkerung, da die Älteren zumeist überNachwuchs verfügen und diese ebenso Kinderzur Welt gebracht haben. Doch genaudiese Punkte werden sich in den kommendenJahren verändern: Bis 2020 nimmt die Anzahlder Personen über 80 Jahre deutlich zuund diese werden zirka acht Prozent einernachwuchsarmen Gesamtbevölkerung ausmachen.Alle Informationen und den gesamten Bericht„Gesund alt werden – Soziale undgesundheitliche Lage älterer Menschen imLand Brandenburg“ aus dem Jahr 2005 istim Internet unter www.lasv.brandenburg.deeinsehbar oder kann als Druckexemplarbeim Landesgesundheitsamt Brandenburg,Wünsdorfer Platz 3, 15806 Zossen bestelltwerden. Die aktualisierten Daten des vorliegendenBeitrags stammen aus der Ausgabe„inpuncto“ 1/06 des LandesgesundheitsamtesBrandenburg.Anja Jüttner [4iMEDIA]Bilanz nach zwei Jahren: Patienten profitieren von Pro CARDIO plusEin Modell integrierter Versorgung (IV) fürPatienten mit koronaren Herzerkrankungen:Das ist Pro CARDIO plus – ein Konzept, indem alle ambulanten und stationären Behandlungsphasen,vom Hausarzt bis zumKrankenhaus, ganzheitlich organisiert sind.Welche Zielsetzungen es zu Beginn von Seitender Vertragspartner gab und wie sie inzwei Jahren bis Ende 2006 umgesetzt werdenkonnten – all diese Informationen erhieltenInteressenten bei einem Pressegesprächin Potsdam, zu welchem die Vertragspartner– unter anderem die Kassenärztliche VereinigungBrandenburg (KVBB) – Anfang Dezember2006 eingeladen hatten.650 Patienten haben bisher an dem Projektder integrierten Versorgung Pro CARDIO plusteilgenommen, wobei acht Praxen mit kardiologischemSchwerpunkt und 50 hausärztlichePraxen das Modell verwenden. Zu dieserBilanz kamen Dr. med. Andreas Willberg,Kardiologe aus Potsdam, sowie Dr. EckartFrantz, Kardiologe und Chefarzt der Klinikfür Innere Medizin am St. Josefs-Krankenhausin Potsdam, die eine Einführung in dasThema gegeben hatten und die bisher erzieltenErgebnisse der Anwendung vorstellten:1. Zu 86 Prozent wurden Katheter-Interventionenkurzstationär durchgeführt, nur bei14 Prozent der Patienten war eine stationäreÜberwachung wegen Begleiterkrankungen(Herzschwäche, Nierenschwäche,Multimorbidität) erforderlich. DiagnostischeHerzkatheter ohne anschließendeIntervention wurden bei 97 Prozent der Patientenambulant durchgeführt, bei denübrigen drei Prozent stationär.2. Wenn Katheter-Interventionen notwendigwaren, wurden sie zu 90 Prozent in derselbenSitzung ausgeführt (82 Prozent imJahr 2004, 89 Prozent im Jahr 2005,94 Prozent im Jahr 2006); zum Vergleich:Im QuIK-Register, an dem die meisten invasivtätigen niedergelassenen KardiologenDeutschlands teilnehmen, liegt dieseQuote bei 80 Prozent; im Leistungsberichtder Deutschen Gesellschaft für Kardiologie,der überwiegend Daten aus Krankenhäusernumfasst, beträgt sie 60 Prozent.3. Die Herzkatheter-Untersuchungen wurdengezielt durchgeführt: Nur bei vier Prozentder Patienten wurde eine relevante Herzerkrankungausgeschlossen (zum Vergleich:QuIK elf Prozent).4. Die leitliniengerechte Standard-Medikationzur Verhinderung von Herzinfarkt undHerztod war bei Patienten mit koronarerHerzkrankheit sechs Wochen nach demHerzkatheter überdurchschnittlich.Der Erfahrungsbericht der Vertragspartnergab den anwesenden Gästen beim Pressegesprächin der Kardiologischen Gemeinschaftspraxisin Potsdam – in der Dr. Willbergtätig ist – einen genauen Überblick überdas Modell, welches im September 2004durch die BARMER Ersatzkasse ins Leben gerufenwurde. Ralph Heger von der LandesgeschäftsstelleBerlin/Brandenburg erläutertedie Anfänge dieses Modells, bis im November2005 die AOK Brandenburg in das Projekteinstieg. Hier war Ingo Heiland als Ansprechpartnernach Potsdam gekommen.Seit Anfang 2006 beteiligt sich die KVBB alsDienstleister und übernimmt die Auszahlungder Vergütung an die Versorgungsebenen 1(Ambulante (haus-)ärztliche Nachbetreuung)und 2 (Indikationsstellung und Beratung desPatienten durch den niedergelassenen Facharzt).Lutz Freiberg von der KVBB berichteteüber die Managementfunktion der KassenärztlichenVereinigung sowie deren Aufgabenbei der Vertragsgestaltung der Partner.Hierbei wurden auch die Zielstellungen derArbeit deutlich: „Zum einen wollen wir besondereQualitätsstandards bei absoluterTransparenz und eine am Versorgungsbedarfder Patienten orientierte Versorgungetablieren. Des Weiteren sollte mit dem Modelleine vertrags- und leistungssektorenübergreifendesowie interdisziplinär-fachübergreifendeVerzahnung invasiv und nichtinvasiv tätiger Ärzte der Region erzielt werden“,so Freiberg. Die Entwicklung einer indikationsadäquatenund leistungsgerechtenVergütungssystematik konnte laut Vertragspartnerumgesetzt werden, ebenso die Verlagerungvon Leistungen aus dem stationärenin den ambulanten beziehungsweise kurzstationärenBereich sowie die Vermeidung nichterforderlicher Leistungen. Einen Erfahrungsberichtvon Seiten der Patienten bot UrsulaEngel: „Rückblickend kann ich über eine sehrgute Betreuung während der Behandlungsprechen. Auch die Nachsorge durch denHausarzt verlief für mich erfreulich“, erklärtedie Patientin der AOK Brandenburg, welchedie Vereinfachung des Behandlungsablaufesbegrüßte.Kardiologe Dr. Eckart Frantz gab im Weiterennoch einen kurzen Überblick über dieIntegrierte Versorgung speziell in deutschenKrankenhäusern. Es zeigte sich dabei, dassim Jahr 2006 bereits 33,2 Prozent der Einrichtungenan dieser teilnahmen, während16,3 Prozent eine Teilnahme konkret für dieZukunft beabsichtigen. „71 Prozent der Krankenhäuser,die über mehr als 600 Betten verfügen,nehmen an der IV teil. Bei Einrichtungenmit 100 bis 299 Betten sind es noch 26,5 Prozent“,so der Chefarzt der Klinik für InnereMedizin am St. Josefs-Krankenhaus in Potsdamin seinen Ausführungen.Weitere Informationen zu Pro CARDIO plusund Kontaktdaten erhalten Sie bei derKassenärztlichen Vereinigung BrandenburgGregor-Mendel-Str. 10 – 11, 14469 PotsdamTel.: 0331-2868196, www.kvbb.de.Zur Integrierten Versorgung in Krankenhäusern:www.dkgev.de.Anja Jüttner [4iMEDIA]Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang41


Kammerinformationen/GesundheitspolitikAktuelle Umsetzung der neuen Weiterbildungsordnung vom09.12.2005 der Landesärztekammer Brandenburg Stand: 31.01.2007§ 5 Befugnis§ 7 Widerruf der Befugnis und der Zulassungals WeiterbildungsstätteLiebe Kolleginnen und Kollegen!Wenn eine neue Weiterbildungsordnung inKraft tritt, oder wenn Veränderungen in einerbestehenden Weiterbildungsordnung bei derWeiterbildungszeit oder den Weiterbildungsinhaltendurch Beschlüsse der Kammerversammlungvorgenommen werden, stellt sichfür jeden Weiterbilder die Frage: Was mussich tun, um meine Weiterbildungsbefugnisaktuell zu halten?Bei einer großen Novellierung, wie sie am26.10.2005 in Brandenburg stattgefundenhat, betrifft das fast jeden Weiterbilder, vorallem in den großen Gebieten und Schwerpunkten.Aus diesem Grunde möchte ich Ihneneinige Denkanstöße und Verhaltenshinweisezu dieser Problematik geben.Am einfachsten ist die Frage zu beantworten,was man machen soll, wenn ein neues Gebiet,ein neuer Schwerpunkt oder eine neueZusatzbezeichnung eingeführt wird. Sie sindder Meinung, dass Sie in Ihrer Klinik oder inIhrer Praxis diesen neuen Weiterbildungsinhaltjahrelang praktiziert haben.Der erste Schritt muss sein, dass Sie sich umdie Erlangung dieser Qualifikation durchPrüfung bemühen. Es darf nämlich nur derweiterbilden, der im Besitz der weiterbildendenQualifikation ist (Vorschrift des HeilberufsgesetzesLand Brandenburg).Der zweite Schritt ist dann, die Weiterbildungsbefugnisauf den entsprechenden Formularender Ärztekammer zu beantragen.Erst wenn Sie den Bescheid zur Weiterbildungper Urkunde von der Ärztekammer erhalten,können Weiterbildungsassistenten diese Zeitals Weiterbildungszeit für sich gutschreiben.Die Befugnis wird in Brandenburg vom Tagder Antragstellung an erteilt.Weiterbildungsassistenten sollten sich bei ihremWeiterbilder über den Umfang und Beginnder Weiterbildungsbefugnis informieren.Hat man noch keinen Kontakt mit seinemWeiterbilder und möchte sich erst einmal informieren,kann man das auf den Internetseitender Landesärztekammer Brandenburg tun.Diese werden regelmäßig aktualisiert.Viel schwieriger sind aber die Fragen zu beantworten,wenn ein Gebiet, ein Schwerpunktoder eine Zusatzweiterbildung durch Inkrafttretender neuen WBO am 09.12.2006 verändertworden ist.1. Für alle die Weiterzubildenden, die bereitsvor dem 09.12.2005 ihre Weiterbildungbegonnen haben, gilt, dass sie dieseNeue Bezeichnungen WBOvom 26.10.2006Vorstandsbeschluss oder -vorlage zurBerufung des Prüfungsausschusses6. Gebiet Chirurgie6.5 FA für Orthopädie und Unfallchirurgie1. Prüfung 03.02.2006 Beschluss Nr. V/5.227/10.02.200613. Gebiet Kinder- und Jugendmedizin13. SP.1 Kinder-Hämatologie und Onkologie1. Prüfung 08.09.2006 Beschluss Nr. V/5.332/27.10.200613. SP.4 Neuropädiatrie1. Prüfung 29.09.2006 Beschluss Nr. V/5.315/27.10.200626. Gebiet Psychiatrie und Psychotherapie26. SP.1 SP Forensische Psychiatrie1. Prüfung 25.10.2006 Beschluss Nr. V/5.350/9.10.2006ZB 1 Akupunktur1. Prüfung 15.02.2006 Beschluss Nr. V/5.289/18.08.2006ZB 2 Andrologie1. Prüfung 20.06.2006 Beschluss Nr. V/5.285/01.07.2006ZB 6 DiabetologieBeschluss Nr. V/5.298/18.08.2006ZB 10 Hämostaseologie1. Prüfung am 27.10.2006 Beschluss Nr. V/5.321/27.10.2006ZB 15 Kinder-Endokrinologie und Diabetologie1. Prüfung 22.09.2006 Beschluss Nr. V/5.335/27.10.2006ZB 16 Kinder-Gastroenterologie1. Prüfung 20.10.2006 Beschluss Nr. V/5.339/17.11.2006ZB 18 Kinder-Orthopädie1. Prüfung 04.08.2006 Beschluss Nr. V/5.328/27.10.2006ZB 19 Kinder-Pneumologie1. Prüfung 04.08.2006 Beschluss Nr. V/5.327/27.10.2006ZB 20 Kinder-Rheumatologie1. Prüfung 25.08.2006 Beschluss Nr. V/5.333/27.10.2006ZB 24 Medikamentöse Tumortherapie1. Prüfung 19.10.2006 Beschluss Nr. V/5.332/27.10.2006ZB 29 Palliativmedizin1. Prüfung 21.09.2006 Beschluss Nr. V/5.336/27.10.2006ZB 33 Proktologie1. Prüfung 18.05.2006 Beschluss Nr. V/5.280/01.07.2006ZB 38 Schlafmedizin1. Prüfung 01.06.2006 Beschluss Nr. V/5.281/01.07.2006ZB 41 Spezielle Schmerztherapie1. Prüfung 08.02.2006 Beschluss Nr. V/5.228/10.02.2006nach der alten Ordnung fortsetzen können.Die von der Ärztekammer ausgesprocheneWeiterbildungsbefugnis behältfür diese Fälle ihre Gültigkeit. Die Längeder noch weiter bestehenden Gültigkeitrichtet sich nach den Übergangsbestimmungen,die in der neuen Weiterbildungsordnungfestgelegt sind. Diese sindzu beachten, da es sich um Stichtagsregelungenhandelt. Es können aus diesemGrunde keine Ausnahmen zugelassenwerden.42 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Kammerinformationen/GesundheitspolitikAuch der Weiterzubildende, der seine Weiterbildung vor dem09.12.2005 begonnen hat, kann nach der neuen Weiterbildung seineWeiterbildung beenden. Er muss sich allerdings darüber informieren,ob sein Weiterbilder bereits im Besitz einer neuen Weiterbildungsbefugnisist, und muss sich über den Beginn informieren (Tagder Antragstellung).Land Brandenburg keine Probleme. Der bei Ihnen angestellte Weiterzubildendekann sich problemlos nach Absolvierung seiner Weiterbildungin Brandenburg oder auch in einem anderen Bundesland der Facharztprüfungbzw. der Prüfung zum Schwerpunkt oder einer Zusatzweiterbildungstellen.2. Der Weiterbilder muss also seine Weiterbildungsbefugnis nach einerNovellierung, wie sie am 26.10.2005 erfolgte, aktualisieren.Das ist in der Regel nur mit einem neuen Antrag an die Ärztekammermöglich, weil die neuen Weiterbildungszeiten undWeiterbildungsinhalte erfasst werden müssen. Besonders in dengroßen Gebieten Innere Medizin und Allgemeinmedizin sowie inder Chirurgie ist das notwendig. Hier hat sich die Struktur derWeiterbildung durch die Einführung einer sogenannten Basisweiterbildung(Common trunc, Truncus communis) komplett verändert.Es werden in diesen Gebieten neue Weiterbildungsbefugnissevergeben, die diese Strukturveränderung widerspiegeln.Auch hier ist es wichtig, dass die Antragstellung beachtet wird. Eskönnte ansonsten ein sogenanntes „Loch“ in der Weiterbildung fürden Weiterzubildenden entstehen. Außerdem zwingt uns die Notwendigkeitvon Verbundbefugnissen gerade bei der Basisweiterbildungzu einer schnellen Neubewertung der Anträge. DenkenSie aus diesem Grunde an die schnelle Aktualisierung IhrerWeiterbildungsbefugnis, wenn sich auf Ihrem Gebiet, in IhremSchwerpunkt oder in Ihrer Zusatzweiterbildung Strukturveränderungenbei Zeit und Inhalt ergeben haben.Der § 5 Abs. 1 bis 5 im Paragrafenteil der WBO geben darüberAuskunft, wie die Befugniserteilung geregelt ist.Lassen Sie mich aus immer wieder gegebenem Anlass den § 7 derWeiterbildungsordnung erwähnen. Denken Sie daran, dass der LandesärztekammerBrandenburg Mitteilung zu machen ist, wenn sich Bedingungenverändern, die zur Befugniserteilung führten.1. Melden Sie der Landesärztekammer Brandenburg, wenn sich dieWeiterbildungsinhalte in Ihrer Klinik oder Praxis verändern. Besonderswichtig ist die Meldung, wenn Sie nicht mehr in der Lagesind, alle Weiterbildungsinhalte, die zu Ihrer Befugniserteilungführten, dem Weiterzubildenden anzubieten.2. Melden Sie der Landesärztekammer Brandenburg, wenn sich beiIhnen als Weiterbilder Arbeitszeitveränderungen ergeben, z.B. Siearbeiten nur noch halbtags oder Sie arbeiten teils in einer Klinikund teils in einer Niederlassung.3. Melden Sie der Landesärztekammer Brandenburg, wenn Sie sichselbst weiterbilden oder fortbilden und in Ihrer Klinik oder Praxisnicht ganztägig, wie in der Weiterbildungsordnung festgelegt,präsent sind.4. Und melden Sie der Landesärztekammer Brandenburg, wenn Sieaus dem Berufsleben ausscheiden oder die Arbeitsstelle wechseln,denn Ihre Weiterbildungsbefugnis gilt nur für die von Ihnen beantragteWeiterbildungsstätte.5. Auch wenn „ein Verhalten vorliegt, das die fachliche oder persönlicheEignung des Arztes als Weiterbilder ausschließt“ (§ 7 (1)), kann dieWeiterbildungsbefugnis entzogen werden. Dass Weiterbilder für ihreWeiterzubildenden Vorbildcharakter zeigen sollen, ist, glaube ich, unumstritten.Sie sollen auch nicht gegen bundesdeutsche Gesetze oderLandesgesetze verstoßen, dazu gehören auch die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzesund des Weiterbildungsbefristungsgesetzes. Der Vorstandder Landesärztekammer beurteilt das anhand des berufsrechtlichenVergehens in Einzelfallentscheidungen.Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn Sie diese wenigen Punkte bei IhrenEntscheidungen mit bedenken, haben Sie mit der Weiterbildung imDr. Udo WolterVorsitzender des Weiterbildungsausschusses der LÄKBAnzeigeBrandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang43


Kammerinformationen/GesundheitspolitikMöglichkeit Betriebsarzt? – Perspektiven und KarrierechancenViele Medizinstudenten sowie junge Ärztinnenund Ärzte denken über ihre langfristigeberufliche Alternative nach und wägenzwischen niedergelassenem Kassenarzt undMediziner im Krankenhaus ab. Dabei habennur wenige die Arbeitsmedizin im Blick undbeachten dabei nicht eine andere ärztlichePerspektive mit Zukunft – den Betriebsarzt.Vorteile des BerufsfeldesIn der heutigen Situation, wo junge Ärztedurchaus nicht sicher sein können, wie sichihre berufliche Entwicklung gestaltet, ist einmöglichst breiter Blick auf alle ärztlichen Aufgabenfelderbesonders wichtig. Häufig wirddie Diskussion über alternative Berufsfelderauf die Pharmaindustrie oder Tätigkeiten imAusland eingeschränkt. Die Arbeitsmedizinbietet in Deutschland interessante Aufgabenmit breiten Perspektiven für jeden Arzt, demPräventivmedizin am Herzen liegt. Bei einerarbeitsmedizinischen Tätigkeit stehen Arbeitszeitund Vergütung in einem guten Verhältniszueinander und die Bürokratie ist gemessenam Kassenarztsystem vergleichsweise gering.Der Arzt hat noch wirklich Zeit für die Beschäftigten,um sie in allen medizinischenBelangen beraten zu können. Die Arbeitsbedingungenfür Betriebsärzte sind in denallermeisten Situationen günstig. Bedarf undNachfrage an qualifizierten Arbeitsmedizinernwerden sich mittel- bis langfristig ausweiten,und die Bedeutung des FachgebietsArbeitsmedizin wird aufgrund der bekanntenEntwicklungen beim Mega-Trend „Arbeit undGesundheit“ in der Zukunft weiter steigen.Mögliche AufgabenbereicheDie Arbeitsmedizin erfüllt einen wesentlichenTeil des präventiven Auftrags im medizinischenVersorgungssystem der BundesrepublikDeutschland: Sie leistet einen wichtigen Beitragzu einer partnerschaftlichen Unternehmenskultur.Betriebsärzte unterstützen Firmenbei der Entwicklung ihres betrieblichen Arbeitsschutz-und Gesundheitsmanagements,indem sie die Bedingungen von Gesundheitanalysieren und Faktoren, die Gesundheitschützen und fördern, in den Mittelpunktstellen. Zentrale Aufgabe des FachgebietsArbeitsmedizin mit ihren spezifischen Kernkompetenzenist eine ganzheitlich ausgerichteteVerhältnis- und Verhaltenspräventiondurch spezifischen Zugang zur arbeitendenBevölkerung – Tätigkeit an der Schnittstellezwischen Betrieb und Individuum, direkterZugang und Beratung der Entscheidungsträgerin Wirtschaft und Politik sowie anforderungsgerechtes,betriebliches Gesundheitsmanagement.Der demographische und wirtschaftlicheWandel in der Gesellschaft mit älter werdendenBelegschaften bei steigenden beruflichenAnforderungen mit zunehmenden psychomentalenBelastungen stellt auch die Arbeitsmedizinvor neue Anforderungen. Zunehmendwerden von Betriebsärzten ebensoAufgaben der Sekundär- und Tertiärpräventionwahrgenommen – von der Feststellungvon Rehabilitationsbedarf bis zur betrieblichenRehabilitation und WiedereingliederungLeistungsgewandelter. Betriebsärzte verstehensich als Initiatoren und Moderatoren einesinterdisziplinären Ansatzes im Betrieb undbinden andere Fachgebiete zur Problemanalyseund -lösung ein. Diesen Weg gehen dieMediziner sowohl auf betrieblicher Ebene,insbesondere auch auf dem Feld der Rehabilitation,sowie bei der Zusammenarbeit mitHaus- und Fachärzten.Grundlage des betriebsärztlichen Handelns istzunächst die Analyse und Beurteilung von Gefährdungen,aus der präventive Maßnahmenabgeleitet werden. Die Gewinnung neuerErkenntnisse über die Wechselbeziehungenvon Arbeit und Gesundheit setzt sowohl eineErfassung und Beurteilung von Arbeitsbedingungen,-abläufen und organisatorischenRahmenbedingungen als auch die arbeitsmedizinischeUntersuchung von arbeitendenMenschen voraus.Fachliche und persönliche EigenschaftenVoraussetzung für eine erfolgreiche arbeitsmedizinischeTätigkeit ist eine solide klinischeErfahrung sowie ein umfassendes Wissenüber die Zusammenhänge zwischen Arbeitund Gesundheit. Für die Tätigkeit des Betriebsarztesist eine hohe Sozialkompetenz,eine gute Kommunikationsfähigkeit und Verständnisfür die Arbeitswelt erforderlich. DerBetriebsarzt versteht sich als Dienstleister fürBetriebe und Beschäftigte und ist für die Mitarbeiterder Arzt im Betrieb, an den sie sichvertrauensvoll wenden können. Dabei wirkter initiativ und ist teamfähig. „Für ärztlicheBerufsanfänger bietet die Tätigkeit als Betriebsärztinoder Betriebsarzt eine hervorragendePerspektive mit Zukunft, allein schonaufgrund der demographischen Entwicklungund den älter werdenden Belegschaften“,erklärt Dr. med. Wolfgang Panter, Präsidentdes Verbandes Deutscher Betriebs- undWerksärzte.WeiterbildungschancenFür den Betriebsarzt besteht die Möglichkeit,die Gebietsbezeichnung als Facharzt/Fachärztinfür Arbeitsmedizin zu erwerben, oderdie Zusatz-Weiterbildung „Betriebsmedizin“:1. Nach der Weiterbildungsordnung ist für dieWeiterbildung auf dem Gebiet Arbeitsmedizineine Zeit von 60 Monaten bei einem Weiterbildungsbefugtenan einer Weiterbildungsstätteerforderlich – davon 24 Monate InnereMedizin und Allgemeinmedizin, 36 MonateArbeitsmedizin, wobei davon wiederum biszu 12 Monate in anderen Gebieten angerechnetwerden können. Voraussetzung ist eine360 Stunden-Kursweiterbildung in Arbeitsmedizin,die während der 60 Monate Weiterbildungabgeleistet werden soll.2. Voraussetzung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung„Betriebsmedizin“ ist die Facharztanerkennungauf einem Gebiet der unmittelbarenPatientenversorgung und eineWeiterbildungszeit von 36 Monaten beieinem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte– davon 12 Monate InnereMedizin und Allgemeinmedizin, 24 MonateBetriebsmedizin/Arbeitsmedizin und dieKursweiterbildung über 360 Stunden.Die Betriebsärzte haben die Aufgabe, denArbeitgeber beim Arbeitsschutz, bei der Unfallverhütungund in allen Fragen des Gesundheitsschutzeszu unterstützen. Sie sindbei ihrer Aufgabenerfüllung unabhängig undbei der Anwendung ihrer arbeitsmedizinischenFachkunde weisungsfrei. Betriebsärztearbeiten in großen Konzernen, mittelständischenBetrieben unterschiedlichster Branchenoder in Verwaltungen und sind angestellt,freiberuflich oder beamtet.Kontakt:Verband Deutscher BetriebsundWerksärzte e.V.Friedrich-Eberle-Straße 4a76227 KarlsruheTel.: 0721-9338181Fax: 0721-9338186info@vdbw.dewww.vdbw.deDer Verband Deutscher Betriebs- und Werksärztee.V. (VDBW) ist der BerufsverbandDeutscher Arbeitsmediziner und vertritt seitüber 50 Jahren die Interessen seiner rund3.300 ärztlichen Mitglieder im gesamtenBundesgebiet. Der Verband berät und unterstütztBetriebsärzte in allen Fragen des betriebsärztlichenArbeitsbereiches, auch Berufsanfänger.Unter dem Motto „GesundeMitarbeiter – Gesunde Unternehmen“ möchtendie Betriebs- und Werksärzte die Öffentlichkeitauf ihre Arbeit und deren Nutzen fürUnternehmen und Mitarbeiter aufmerksammachen.44 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


GesundheitspolitikPressemitteilung – KBV veröffentlichtdie Ergebnisse des ReferendumsTrotz Kritik: Mehrheit der Ärzte hält KassenärztlicheVereinigungen für alternativlos„Eine Mehrheit der Vertragsärzte und -psychotherapeuten hält die KassenärztlichenVereinigungen (KVen) immer noch für eine zukunftssichereInteressenvertretung. Sie sehen trotz zahlreicher Kritikpunkte keineAlternative zum KV-System. Die Körperschaften sind viel akzeptierterals immer wieder behauptet wird.“ Dieses Fazit ziehen Dr. AndreasKöhler und Ulrich Weigeldt, die Vorstände der KassenärztlichenBundesvereinigung (KBV), aus dem Vertragsärztlichen Referendum.Das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (,infas’) hat im Auftragder KBV zwischen dem 26. September und dem 6. Dezember 2006insgesamt 37.294 Vertragsärzte und -psychotherapeuten im Rahmenvon Telefoninterviews zum KV-System kontaktiert. 20.032 von ihnenhaben das Interview vollständig absolviert. Die Ergebnisse hat die KBVgemeinsam mit ,infas’ Anfang Januar vorgestellt.Der Umfrage zufolge gibt es unter den Niedergelassenen keine Mehrheitfür einen Systemwechsel. 73 Prozent sprechen sich für das bisherigeKV-System – wenn auch mit dringend notwendigen Verbesserungen– aus. 60 Prozent der Befragten sehen im Übrigen keine wirklicheAlternative zu den KVen. Zwei Drittel bemängeln aber, dass die meistenFunktionsträger die wirklichen Probleme der Ärzte und Psychotherapeutennicht kennen. Grundsätzlich wird das KV-System nach Altersgruppeunterschiedlich beurteilt. Es gilt: je jünger, umso kritischer.Vier von zehn Befragten haben die Rückgabe der Kassenzulassungschon einmal ernsthaft erwogen. Doch nur jeder Neunte hat sich zudiesem Thema beraten lassen. Die meisten Befragten stimmen denpolitischen Forderungen der KBV und der KVen zu. 95 Prozent derMediziner bejahen beispielsweise die Abschaffung der Budgetierung.Deren Durchsetzung wird den KVen deutlich häufiger zugetrautals einer anderen Interessenvertretung.Über die konkrete Tätigkeit der KVen sind zwischen 63 und 87 Prozentder Ärzte und Psychotherapeuten genau oder einigermaßen informiert.Am besten wussten die Befragten über Aufgaben wie Abrechnung, Honorarauszahlungund Sicherstellungsauftrag Bescheid. Große Informationslückengab es dagegen bei Themen wie der Interessenvertretung imGesetzgebungsverfahren und der Aushandlung von Kollektivverträgen.Die in Schulnoten gemessene durchschnittliche Zufriedenheit mit derAufgabenerfüllung der KVen schwankt zwischen 2,7 und 4,1. Am bestenbewerteten die Befragten die Zuverlässigkeit der Abrechnung undHonorarauszahlung sowie die Sicherstellung der ambulanten medizinischenVersorgung. Die schlechteste Note gab es für die Interessenvertretungim Gesetzgebungsverfahren. Insgesamt fiel die durchschnittlicheBewertung der KVen (3,1) besser aus als die der KBV (3,8). Dabeibeurteilen die Psychotherapeuten sowohl ihre KV als auch die KBV besserals die Haus- und Fachärzte. „Zum ersten Mal wissen wir, was unsereKunden wollen und wie sie die aktuelle Situation und die zukünftigeEntwicklung einschätzen. Aus den Ergebnissen werden wir unsereKonsequenzen ziehen, was die Ziele, Prioritäten und Ausrichtung desKV-Systems angeht“, so Köhler. „Das ist eine sehr wichtige Umfrage,die wir gemacht haben. Sie zeigt, dass wir immer noch und trotz allerSchwierigkeiten als der Interessenvertreter aller Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeutenangesehen werden. Diese Aufgabe nehmenwir gerade in der aktuell kritischen Phase der Gesundheitsreform umfassendwahr“, erklärte Weigeldt.Die Umfrageergebnisse im Detail sind im Internet unter www.kbv.de/veranstaltungen/10065.html einsehbar.Kassenärztliche BundesvereinigungHerbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin, Tel.: 030-40052202Fax: 030-40052290, E-Mail: presse@kbv.de, www.kbv.deELISABETH HERWEG-PRÜSSERechtsanwältinARZTRECHTAnzeigenTätigkeitsschwerpunkte: Arzthaftung, Vertragsrecht, BerufsrechtIndividuelle TerminvereinbarungAm Schragen 29, 14476 PotsdamTel.: 0331-270 76 07 Fax: 0331-270 76 08HYDROJET-Massageliege 4.900,-, TELOS (gehalt. Aufnahme) 880,-Entw.-Maschine Protec C 35 1.600,- (alles zzgl. MwSt.)div. Ultraschallgeräte, sämtl. Röntgen-ZubehörKassetten günstig neuwertig und gebrauchtRöntgen-Fachhandel H. Neumann 030-323 17 8160 jährige Witwe, Ärztin sucht ungebundenen Herrenpassenden Alters für angenehme und belebendeFreizeitgestaltung. 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AktuellNeuregelung bei der KinderbetreuungDie Familienpolitik ist ab 1. Januar 2007wieder in den Mittelpunkt der Diskussiongerückt. Neben dem Elterngeld als einkommensunabhängigerLeistung für Elternneugeborener Kinder wurde auch überSteuerermäßigungen für kindbedingteAufwendungen debattiert.Grundsätzlich gilt seit 01.01.2006, dasszwei Drittel der Aufwendungen für die Betreuungvon Kindern abzugsfähig sind, allerdingsbegrenzt auf einen Maximalbetrag von4000 Euro pro Kind. Der Maximalbetragwird also bei kindbedingten Betreuungskostenvon 6000 Euro pro Kind und Jahr erreicht.Kinderbetreuung, die Unterricht, dieVermittlung von besonderen Fähigkeiten sowiesportliche und andere Freizeitaktivitätenzum Gegenstand hat, ist ausdrücklich vomGesetzgeber ausgenommen worden.Drei GruppenDie Begünstigung durch Kinderbetreuungskostensteht jedoch nicht allen Eltern zu. Eslassen sich drei Fallgruppen bilden:· Berufstätige ElternZunächst fördert der Gesetzgeber wie Betriebsausgabenoder Werbungskosten solcheKinderbetreuungskosten, die wegen Berufstätigkeitder Eltern entstehen. Dies ist bei berufstätigenAlleinerziehenden und bei berufstätigen,zusammen lebenden Eltern der Fall.Welchen Umfang die Berufstätigkeit habenmuss, regelt das Gesetz allerdings nicht. Obdas Finanzamt einen Ursachenzusammenhangzwischen Berufstätigkeit und Kinderbetreuungskostenverlangen kann, ist daher zurzeitunklar und bedarf der Klärung. WeitereVoraussetzung ist, dass die Kinder das 14. Lebensjahrnoch nicht vollendet haben. ZumAbzug ist der Elternteil berechtigt, der die Aufwendungengetragen hat. Haben beide berufstätigeEltern Kinderbetreuungskosten getragen,können nach der Gesetzesbegründunggleichwohl je Kind nur maximal 4000 Eurogeltend gemacht werden. Sofern die Elternnicht eine andere Aufteilung beantragen, istder Betrag je zur Hälfte bei der Einkünfteermittlungzu berücksichtigen. Obwohl dieKinderbetreuungskosten bei Arbeitnehmernwie Werbungskosten zu berücksichtigen sind,bleibt der Werbungskostenpauschalbetrag inHöhe von 920 Euro davon unberührt.Beispiel: Der Internist Alfons S. und seineEhefrau Monika haben eine zweijährigeTochter. Monika ist in der Arztpraxis ihresMannes angestellt. Für eine Tagesmutter zahlenAlfons und Monika jeweils 3000 Euro.Weitere Werbungskosten entstehen Monikadurch ihre berufliche Tätigkeit nicht. Alfonskann 3000 Euro wie Betriebsausgaben geltendmachen, was seinen Gewinn aus derPraxis vermindert. Monika kann von ihremEinkommen neben dem Werbungskostenpauschbetragweitere 3000 Euro wie beispielsweiseWerbungskosten abziehen.· Alleinverdiener mit Kindern von drei bissechs JahrenLeben Eltern zusammen und ist davon nurein Elternteil berufstätig, beschränkt sich dieFörderung der Kinderbetreuungskosten inForm von Sonderausgaben auf das Kindergartenalter.Denn Voraussetzung ist in diesenFällen, dass das Kind das dritte Lebensjahrvollendet, das sechste Lebensjahr abernoch nicht vollendet hat.· Eltern mit besonderen persönlichen BelastungenSind Eltern durch besondere persönlicheUmstände belastet, kommt ein Sonderausgabenabzugder Betreuungskosten bis zur Vollendungdes 14. Lebensjahres des Kindes inBetracht. Bei Alleinerziehenden sind diesepersönlichen Umstände eine Ausbildung,eine körperliche, geistige oder seelische Behinderungoder eine Krankheit von mehr alsdrei Monaten. Leben die Eltern zusammen,müssen diese Merkmale entweder bei beidenElternteilen vorliegen oder ein Elternteilmuss erwerbstätig sein.Nachweis erforderlichDas Gesetz verlangt für die steuerliche Anerkennungausdrücklich, dass die Eltern dieAufwendungen durch Vorlage einer Rechnungund die Zahlung auf das Konto des Erbringersder Kinderbetreuung nachweisen.Eine Barzahlung gegen Quittung ist daherals Nachweis nicht ausreichend. Der Begriffder Rechnung dürfte nicht wörtlich zu nehmensein. Denn die Gesetzesbegründungnennt als Beispiel, dass auch der Bescheidüber die Höhe der Kindergartengebührenausreichend ist.Torsten FeiertagSteuerberater, Treuhand Hannover GmbHKontakt:Treuhand Hannover GmbHSteuerberatungsgesellschaft,Niederlassung BerlinJoachimstaler Straße, 10 –12, 10719 BerlinTel. 030/315947-0, Fax 030/315947-99E-Mail: kanzlei@treuhand-hannover-berlin.deAngeschlossene Regionalbüros inBernau (Tel.03338/45564),Luckenwalde (Tel. 03371/610927) undNeuruppin (Tel. 03391/659830)Weitere Infos unterwww.treuhand-hannover.deGesetzliche RenteOstdeutsche gewinnen ZeitEhemalige DDR-Betriebe und ihre Nachfolgeunternehmenmüssen Lohnunterlagen auchüber das Ende des Jahres 2006 hinaus aufbewahren.Der Bundestag hat die Frist bisEnde 2011 verlängert.Ursprünglich sollte die Frist am 31. Dezember2006 enden. Doch in Ostdeutschland haben1,3 Millionen Versicherte der Jahrgänge1977 und älter noch immer ein lückenhaftesVersicherungskonto bei ihrem Rentenversicherer.Meist fehlen Beschäftigungsnachweise.Diesen Versicherten soll durch die Fristverlängerungermöglicht werden, beim RentenversichererUnterlagen über Löhne und Arbeitszeitenaus den ehemaligen DDR-Betriebennachzureichen. Wer seine Beschäftigungszeitennicht nachweist, büßt später Rente ein.Tipp: Versicherte aus den neuen Bundesländernmit einem lückenhaften Rentenversicherungskontosollten möglichst rasch einenAntrag auf Kontenklärung stellen. Formularebekommen sie unter der Telefonnummern0800/10 00 48 00 oder im Internet unterwww.deutsche-rentenversicherung.de.Aktionstag ein voller Erfolg12.000 Arztkittel sind bei der KassenärztlichenBundesvereinigung (KBV) nach demNationalen Protesttag am 4. Dezember 2006eingegangen. Zu diesem geschlossenen„Kittel an den Nagel-Hängen“ – dem Höhepunktund Abschluss der Kampagne „Geizmacht krank“ – hatte die KBV aufgerufen,um auf die durch die geplante Gesundheitsreformschlechter werdenden Arbeitsbedingungenfür Mediziner in Deutschlandaufmerksam zu machen. Die „längste Garderobeder Welt“ wehte am 14. Dezember2006 vor dem Deutschen Reichstag in Berlinund war 400 Meter lang. Die Berufsbekleidungwird nun an die ONG SolidaritätInternational für Westafrika übergeben, dieunter anderem ein Hilfsprojekt in Benin betreutund dem örtlichen Krankenhaus dieweißen Kittel übergibt.Anja Jüttner [4iMEDIA]46 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Aktuell/GesundheitspolitikLASV mit barrierefreiem InternetzugangDer Internetzugang des Landesamtes für Soziales und Versorgung(LASV) ist seit Mitte Dezember 2006 barrierefrei gestaltet. Wie bisherist das neue Angebot über die Internetadresse www.lasv.brandenburg.deerreichbar. Laut LASV wurde ebenfalls die Anzahl von Formularenerhöht, die zum großen Teil in ausfüllbarem Format vorliegen.Ein zentraler Link für alle Downloads steht auch zur Verfügung.Im Kreativwettbewerb den zweiten Platz geholtBeim Brandenburg weiten Kreativwettbewerb „Fit fürs Leben ohneZigaretten und Alkohol“ hat das Berufsbildungswerk (BBW) im Oberlinhausin Potsdam den zweiten Platz gewonnen. Mit dem zehnminütigenVideofilm „Auf die Plätze, rau(s)chfrei, los!“ konnte dasBBW-Team mit sechs Auszubildenden aus verschiedenen Fachrichtungendie Jury überzeugen, die die kreative Auseinandersetzungmit dem Thema lobte. Der durch den Arbeitskreis Suchtprävention inder Brandenburgischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren insLeben gerufene Wettbewerb möchte Jugendliche im Alter von 14 bis21 Jahren ermutigen, einer Auseinandersetzung mit ihrem Konsumvon Zigaretten und Alkohol nicht aus dem Weg zu gehen.Neuer Linearbeschleuniger im Klinikum Frankfurt/O.Nach einjähriger Bau- und Montagezeit wurde Anfang Dezember2006 ein neuer Linearbeschleuniger im Klinikum Frankfurt (Oder) inBetrieb genommen. Die Anlage entspricht dem neuesten Stand derTechnik und kann an jährlich etwa 800 neu an bösartigen Tumorenerkrankten Patienten eingesetzt werden. Mit 80 prozessorgesteuerten,motorisch angetriebenen Lamellen ist der Beschleuniger ausgestattetund erlaubt eine tumornahe Abschattung des Strahlenkegelsund damit eine bessere Schonung des umgebenden gesunden Gewebes.Ohne staatliche Förderung konnten die Investitionskosten vonzirka 2,3 Millionen Euro aufgebracht werden.Zeichen der Trauer für Ablehnungder GesundheitsreformDie „Freie Ärzteschaft“ hatte zu einer bundesweiten Aktion aufgerufen:Während der Bundestag vom 17. bis 19. Januar über dieneue Gesundheitsreform diskutierte, sollten alle Ärzte, deren Mitarbeitersowie alle Bürger in der Öffentlichkeit ein Zeichen derTrauer tragen, um ihre Ablehnung gegen das Gesetz zu zeigen.Eine Trauerschleife, ein schwarzer Schal oder eine Armbinde konntenmögliche Zeichen sein.Ärztliche Psychotherapie-Verbände unterzeichnenKooperationsvertragDie Vereinigung Psychotherapeutisch tätiger Kassenärzte (VPK) und dieDeutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und ärztlichePsychotherapie (DGPM) intensivieren ihre Zusammenarbeit. Die Förderungder ärztlichen Psychotherapie ist laut dem neuen unterzeichnetenKooperationsvertrag das vordergründige Ziel beider Verbände. VorGesprächen mit den ärztlichen Körperschaften – wie KassenärztlichenVereinigungen und Ärztekammern – werden sich die Kooperationspartnerkünftig untereinander abstimmen. „In Anbetracht der Zunahmepsychischer und psychosomatischer Erkrankungen ist die Zusammenarbeitvon Fachgesellschaft und Berufsverband sehr wichtig, um denwachsenden Anforderungen an die Versorgung der Patienten auf hohemNiveau gerecht zu werden“, erklärt Friedrich Neitscher, erster Vorsitzenderder VPK, in einer Pressemitteilung beider Verbände.Kontakt:www.dgpm.de, www.vpk.infoUnter www.dgpm-vpk.de werden beide Verbände in Kürze gemeinsamim Internet präsent sein.Anja Jüttner [4iMEDIA]Allianz fordert Ministerpräsidentenauf: Gesundheitsreform stoppen!OFFENER BRIEF:Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!Bad Segeberg,den 19. Dezember 2006Die Allianz der Deutschen Ärzteverbände ist die mitgliederstärksteOrganisation der Ärzteschaft.Wir haben uns mit den Entwürfen des GKV-WSG natürlich befasst,können jenseits der Schönfärberei aus dem Hause der Bundesgesundheitsministerinund weniger guter Ansätze das Gesamtwerkaber nur ablehnen!Das Gesetz wird weder eine Stärkung des Wettbewerbs, noch einegesicherte oder gar verbesserte Patientenversorgung bewirken.Wir haben Vorschläge konstruktiv vorgetragen, um ein freiheitlichesGesundheitssystem zu wahren, in Solidarität und insbesondereSubsidiarität, ohne die ein soziales System nicht bestehenkann. Das BMG will aber weder Sachverstand zulassen, noch wirdbei einer für unsere Gesellschaft elementaren Entscheidung aufGepflogenheiten der parlamentarischen Demokratie Rücksicht genommen,bis hin zu verfassungsrechtlichen Abenteuern.Proteste aller Heilberufe, aller Verantwortlichen in der Patientenversorgungund auch der sozialen Organisationen sind nicht mehr mitLobbyismus zu stigmatisieren, sondern müssen ernst genommenwerden, weil sie ernsten Inhalts sind! Wir sehen einen Systemwandelzu staatsdirigistischer Mangel- und Zuteilungsversorgung mitirreparablen Schäden für unser freiheitliches Gesundheitswesen.Wir bitten Sie, trotz aller Beschwichtigungen aus dem Hause desBMG und eventueller Detailänderungen als Bonbon für die Kritiker,dieses Gesetz in dieser Intention abzulehnen. Ein sach- und fachgerechterNeubeginn ist zu fordern – dies würde allen politischVerantwortlichen zur Ehre gereichen und das Vertrauen der Bevölkerungverbessern.Bei bestehendem Reformbedarf darf es nicht zu einem Gesetzkommen, das uns Missachtung Sachverständiger, der Leistungsträgerund der anvertrauten Menschen bekannte strukturelle undfinanzielle Probleme verschärft.Zu den einzelnen Paragraphen des Gesetzes ist genug gesagt,konstruktiver Rat wurde vom BMG abgewehrt – es ist 5 vor 12 undes liegt vermutlich einzig in Ihrer Hand, ein Umdenken und eineEntscheidung für ein systemkonformes Gesetzeswerk zu erreichen.HochachtungsvollDr. med. Klaus BittmannSprecher der Allianz Deutscher ÄrzteverbändeKontakt:Allianz Deutscher Ärzteverbändec/o Bundesverband der ÄrztegenossenschaftenBismarckallee 14 – 16, 23795 Bad SegebergTel.: 04551-99 990, Fax: 04551-99 99 19Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang47


Arzt und RechtAus der Fallsammlung der norddeutschen SchlichtungsstelleHeute: Unnötige Mastektomie wegen falscher SchnellschnittdiagnoseDie Schnellschnittuntersuchung an Kryostatschnittenhat nach wie vor ihren Stellenwert inder onkologischen Chirurgie. Die Qualität vonGefrierschnitten erreicht aber methodenbedingtnicht die Qualität von in Paraffin fixiertemMaterial. Vor diesem Hintergrund muss sehrgenau überlegt werden, wann eine Diagnoseanhand der Schnellschnittuntersuchung gestelltwerden soll, insbesondere dann, wenn darausunmittelbare Konsequenzen für das weitereoperative Vorgehen gezogen werden. Schnellschnittuntersuchungenohne mögliche Konsequenzenfür den Fortgang der Operation sindnicht indiziert, da sie im Vergleich zu den „klassischenMethoden“ zu schlechteren oder sogarzu falschen Ergebnissen führen können.KasuistikDie damals 46-jährige Patientin suchte wegeneiner seit drei Monaten bestehenden Verhärtungund Hautrötung mit Schorfbildung an derlinken Brustwarze ihre Frauenärztin auf. Dieseveranlasste zunächst eine Mammographie undSonographie. Dabei ergaben sich fleckig mastopathischeVeränderungen ohne malignitätsverdächtigeStrukturen. Unter dem Verdachteines Morbus Paget überwies sie die Patientinin die Universitätsfrauenklinik vor Ort. Dortwurden Befund und Verdachtsdiagnose bestätigtund mit der Patientin folgendes Vorgehenvereinbart: Spindelförmige Probeexzision mitSchnellschnitt ohne unmittelbare Konsequenz.Die Schnellschnittuntersuchung ergab ein invasiveslobuläres Karzinom, das nicht im Gesundenentfernt worden war. Daraufhin wurdenanderntags mit der Patientin die operativenMöglichkeiten besprochen und letztlich wurdefolgendes Vorgehen festgelegt: HautsparendeMastektomie (sogenannte skin-sparing-mastectomy)links, axilläre Lymphonodektomie undSofortrekonstruktion mittels M.-latissimus-dorsi-Lappenplastik.Dreizehn Tage nach derBiopsie (Intervall bedingt durch die Weihnachtsfeiertage)wurde wie vorgesehen derEingriff durchgeführt. Man begann mit derPräparation des myokutanen Lappens, nachUmlagerung der Patientin erfolgte die Mastektomieüber einen ovalen periareolären Schnitt.Dieser wurde radiär zur Axilla hin verlängertund die axilläre Lymphonodektomie durchgeführt.Die Schnellschnittuntersuchung des Mastektomiepräparatesergab jetzt folgende Diagnose:„Verdacht auf Lymphom, vereinzeltAusläufer bis an den Resektionsrand, jedochkeine Nachresektion bei Lymphom indiziert.“Der Eingriff wurde zwangsläufig wie vorgesehenbeendet mit Rekonstruktion der Brust durchdie myokutane Lappenplastik.Die endgültige histologische Aufarbeitung amparaffineingebetteten Präparat sowohl vonder Biopsie, als auch von der Mastektomie,ergab ein „Pseudolymphom in der Region derlinken Mamille mit ausgeprägter tumorartigerfollikulärer und diffuser lymphoidzelliger Infiltrationder Haut und des angrenzendenBrustzwischengewebes“. Die konsiliarischeMitbeurteilung der Präparate am Referenzzentrumfür Lymphknotenerkrankungen in Kiel ergabebenfalls den Nachweis einer „follikulärenlymphatischen Hyperplasie in der Haut imRahmen einer Hyperimmunreaktion. Die beschriebenenBefunde sind Ausdruck einerpolyklonalen Vermehrung von B-Zellen. EinLymphom lässt sich hier nicht diagnostizieren“.Die Patientin vertritt die Meinung, dass ihr infolgeeiner nicht gerechtfertigten Radikaloperationder Brust psychischer und körperlicherSchaden entstanden sei. Sie klagt über Narbenschmerzen,Taubheitsgefühl an Brust undRücken, Bewegungseinschränkung des linkenArmes. Es sei fraglich, ob sie ihre Tätigkeit alsPhysiotherapeutin wieder aufnehmen könne.Das externe GutachtenDer Gutachter stellt fest, dass es nicht empfehlenswertist, aufgrund einer Schnellschnittdiagnosewie im vorliegenden Fall eine Radikaloperationder Mamma mit aufwändigerRekonstruktion durch eine myokutane Lappenplastikdurchzuführen. Da hier aus demSchnellschnittergebnis keine unmittelbareoperative Konsequenz abgeleitet wurde, hättein jedem Falle die histologische Untersuchungam Paraffinpräparat abgewartet werdenmüssen. Dies insbesondere auch unter demAspekt, dass es sich beim Morbus Paget, derhier zunächst aufgrund des klinischen Befundesdiskutiert wurde, um eine intraepidermaleAusprägung eines duktalen Mammakarzinomshandelt und nur sehr selten ein Karzinomim Drüsenkörper vorhanden ist. Dasdurch Schnellschnitt diagnostizierte lobuläreMammakarzinom lässt sich sehr häufig wederin der Sonographie noch in der Mammographiedarstellen. Von daher hatten die Operateurezunächst durchaus Anlass, die Diagnoseeines lobulären Mammakarzinoms nicht inFrage zu stellen.In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft fürPathologie wird eine der wesentlichen Indikationenzur Durchführung einer Schnellschnittuntersuchungdarin gesehen, dass aus demErgebnis unmittelbare operative Konsequenzenabgeleitet werden. Die Indikation mussdaher sehr streng gestellt werden. Deshalb seinach Meinung des Gutachters vom Pathologenauch unabdingbar zu fordern, beimgeringsten Zweifel hinsichtlich der Dignitäteines Befundes darauf hinzuweisen, dass dieParaffineinbettung des Präparates abzuwartenist. Die falsche Schnellschnittdiagnosewäre hier durch ein Abwarten der endgültigenHistologie vermeidbar gewesen. Einenweiteren Grund dafür sieht der Gutachter inder Tatsache, dass die Verdachtsdiagnoseeines Morbus Paget der Mamille nicht zu derSchnellschnittdiagnose „lobuläres Mammakarzinom“passt, da diese Kombination extremselten ist. Zusätzlich konstatiert der Gutachter,dass bei Nachweis eines lobulärenKarzinoms die Durchführung einer MRT-Diagnostiknotwendig ist, da bei diesem Tumortypsehr häufig multizentrisches Wachstum und/oder ein Zweitkarzinom vorliegen. Eine MR-Mammographie hätte gegebenenfalls Zweifelan der falschen Schnellschnittdiagnose aufkommenlassen.Der Gutachter sieht daher einen ärztlichenBehandlungsfehler in Bezug auf die Methodeder histologischen Sicherung als gegebenan und geht davon aus, dass bei Umgehungder Schnellschnittdiagnostik die falsche histologischeDiagnose und damit eine unnötigeRadikaloperation für die Patientin hättevermieden werde können.In einer Stellungnahme zum Gutachten führtdie betroffene Klinik aus, dass die Indikationfür eine Schnellschnittuntersuchung durchausgegeben war, da man hier je nach histologischemBefund auch eine brusterhaltendeTherapie in derselben Operation eingeplanthatte, diese dann aber wegen der nicht im Gesundenentfernten Tumoranteile nicht durchgeführtwurde. Unter Zugrundelegung der bekanntenIndikationen zur Durchführung einerMRT der Mamma sah die Klinik keinen Grund,eine solche bei der Patientin präoperativdurchzuführen. Als drittes Argument für ihrVorgehen wird angeführt, dass die Entfernungder axillären Lymphknoten z.B. für die Diagnosevon Vorteil sein konnte, zumindest lassesich das Gegenteil nicht beweisen.Die Schlichtungsstelle konnte sich der Beurteilungdes Gutachters weitgehend anschließenund gelangte zu folgender Bewertung:1. Aufgrund des klinischen Befundes war esdurchaus berechtigt, von einem MorbusPaget auszugehen. Die Exzision des verändertenGewebsareals war daher absolutindiziert. Das Präparat war aber nicht für48 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Dritte Satzung zur Änderung der Berufsordnungder Landesärztekammer BrandenburgVom 10. Januar 2007Die Kammerversammlung der Landesärztekammer Brandenburg hat inihrer Sitzung am 21. Mai 2005 aufgrund des § 21 Abs. 1 Nr. 4 des Heilberufsgesetzesvom 28. April 2003 (GVBl I S. 126), zuletzt geändert am6. Dezember 2006 (GVBl. I S. 167), folgende Dritte Satzung zur Änderungder Berufsordnung beschlossen, die durch Erlass des Ministeriumsfür Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie des Landes Brandenburgvom 18. Dezember 2006 – 42-5601.7 –genehmigt worden ist.Artikel 1Die Berufsordnung der Landesärztekammer vom 25. Juni 2003 (BrandenburgischesÄrzteblatt 2003, Heft 8 B, S. 16 ff.), zuletzt geändert durchZweite Satzung vom 2. Juni 2004 (Brandenburgisches Ärzteblatt 2004,Heft 7, S. 214 f.), wird wie folgt geändert:1. Satz 2 der Präambel wird wie folgt gefasst:„Dafür geben sich die Ärztinnen und Ärzte des Landes Brandenburgdie nachstehende Berufsordnung.“2. § 4 wird wie folgt gefasst:„(1) Ärztinnen und Ärzte, die ihren Beruf ausüben, sind verpflichtet,sich in dem Umfange beruflich fortzubilden, wie es zur Erhaltungund Entwicklung der zu ihrer Berufsausübung erforderlichenFachkenntnisse notwendig ist.(2) Auf Verlangen müssen Ärztinnen und Ärzte ihre Fortbildungnach Absatz 1 gegenüber der Ärztekammer durch ein Fortbildungszertifikateiner Ärztekammer nachweisen.“4. § 17 wird wie folgt gefasst:„§ 17Niederlassung und Ausübung der Praxis(1) Die Ausübung ambulanter ärztlicher Tätigkeit außerhalb vonKrankenhäusern einschließlich konzessionierter Privatkliniken istan die Niederlassung in einer Praxis (Praxissitz) gebunden, soweitnicht gesetzliche Vorschriften etwas anderes zulassen.(2) Ärztinnen und Ärzten ist es gestattet, über den Praxissitz hinausan zwei weiteren Orten ärztlich tätig zu sein. Ärztinnen und Ärztehaben Vorkehrungen für eine ordnungsgemäße Versorgung ihrer Patientinnenund Patienten an jedem Ort ihrer Tätigkeiten zu treffen.(3) Die Ausübung ambulanter ärztlicher Tätigkeit im Umherziehenist berufsrechtswidrig. Zum Zwecke der aufsuchenden medizinischenGesundheitsversorgung kann die Ärztekammer auf Antragder Ärztin oder des Arztes von der Verpflichtung nach Absatz 1Ausnahmen gestatten, wenn sichergestellt ist, dass die beruflichenBelange nicht beeinträchtigt werden und die Berufsordnung beachtetwird.(4) Der Praxissitz ist durch ein Praxisschild kenntlich zu machen.Ärztinnen und Ärzte haben auf ihrem Praxisschild– den Namen,– die (Fach-) Arztbezeichnung,– die Sprechzeiten sowie– ggf. die Zugehörigkeit zu einer Berufsausübungsgemeinschaftgemäß § 18 a anzugeben.Ärztinnen und Ärzte, welche nicht unmittelbar patientenbezogentätig werden, können von der Ankündigung ihres Praxissitzes durchein Praxisschild absehen, wenn sie dies der Ärztekammer anzeigen.(5) Ort und Zeitpunkt der Aufnahme der Tätigkeiten am Praxissitz sowiedie Aufnahme weiterer Tätigkeiten und jede Veränderung habenÄrztinnen und Ärzte der Ärztekammer unverzüglich mitzuteilen.“3. § 15 wird wie folgt gefasst:„§ 15Forschung(1) Ärztinnen und Ärzte müssen sich vor der Durchführung biomedizinischerForschung am Menschen – ausgenommen bei ausschließlichepidemiologischen Forschungsvorhaben – durch eine bei derÄrztekammer oder bei einer Medizinischen Fakultät gebildeten Ethik-Kommission über die mit seinem Vorhaben verbundenen berufsethischenund berufsrechtlichen Fragen beraten lassen. Dasselbe gilt vorder Durchführung gesetzlich zugelassener Forschung mit vitalenmenschlichen Gameten und lebendem embryonalen Gewebe.2) Zum Zwecke der wissenschaftlichen Forschung und Lehre dürfender Schweigepflicht unterliegende Tatsachen und Befundegrundsätzlich nur soweit offenbart werden, als dabei die Anonymitätder Patientin oder des Patienten gesichert ist oder diese oder dieserausdrücklich zustimmt.3) In Publikationen von Forschungsergebnissen sind die Beziehungender Ärztin oder des Arztes zum Auftraggeber und dessen Interessenoffen zu legen.(4) Ärztinnen und Ärzte beachten bei der Forschung am Menschen diein der Deklaration von Helsinki des Weltärztebundes niedergelegtenethischen Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen.“5. § 18 wird wie folgt gefasst:„§ 18Berufliche Kooperationen(1) Ärztinnen und Ärzte dürfen sich zu Berufsausübungsgemeinschaften– auch beschränkt auf einzelne Leistungen –, zu Organisationsgemeinschaften,zu medizinischen Kooperationsgemeinschaftenund Praxisverbünden zusammenschließen.(2) Ärztinnen und Ärzte dürfen ihren Beruf einzeln oder gemeinsamin allen für den Arztberuf zulässigen Gesellschaftsformen ausüben,wenn ihre eigenverantwortliche, medizinisch unabhängige sowienicht gewerbliche Berufsausübung gewährleistet ist. Bei beruflicherZusammenarbeit, gleich in welcher Form, hat jede Ärztin undjeder Arzt zu gewährleisten, dass die ärztlichen Berufspflichten eingehaltenwerden.(3) Die Zugehörigkeit zu mehreren Berufsausübungsgemeinschaftenist zulässig. Die Berufsausübungsgemeinschaft erfordert einengemeinsamen Praxissitz. Eine Berufsausübungsgemeinschaft mitmehreren Praxissitzen ist zulässig, wenn an dem jeweiligen Praxissitzverantwortlich mindestens ein Mitglied der Berufsausübungsgemeinschafthauptberuflich tätig ist.(4) Bei allen Formen der ärztlichen Kooperation muss die freieArztwahl gewährleistet bleiben.Dritte Satzung zur Änderung der Berufsordnung der Landesärztekammer Brandenburg 49


(5) Soweit Vorschriften dieser Berufsordnung Regelungen des Partnerschaftsgesellschaftsgesetzes(Gesetz über PartnerschaftsgesellschaftenAngehöriger Freier Berufe [PartGG] vom 25. Juli 1994 –BGBl. I S. 1744) einschränken, sind sie vorrangig aufgrund von § 1Absatz 3 PartGG.(6) Alle Zusammenschlüsse nach Absatz 1 sowie deren Änderungund Beendigung sind der zuständigen Ärztekammer anzuzeigen.Sind für die beteiligten Ärztinnen und Ärzte mehrere Ärztekammernzuständig, so ist jede Ärztin und jeder Arzt verpflichtet, die fürihn zuständige Kammer auf alle am Zusammenschluss beteiligtenÄrztinnen und Ärzte hinzuweisen.“6. Nach § 18 wird folgender § 18 a eingefügt:„§ 18 aAnkündigung von Berufsausübungsgemeinschaftenund sonstigen Kooperationen(1) Bei Berufsausübungsgemeinschaften von Ärztinnen und Ärztensind – unbeschadet des Namens einer Partnerschaftsgesellschaftoder einer juristischen Person des Privatrechts – die Namen undArztbezeichnungen aller in der Gemeinschaft zusammengeschlossenenÄrztinnen und Ärzte sowie die Rechtsform anzukündigen.Bei mehreren Praxissitzen ist jeder Praxissitz gesondert anzukündigen.§ 19 Absatz 4 gilt entsprechend. Die Fortführung des Namenseiner/eines nicht mehr berufstätigen, einer/eines ausgeschiedenenoder verstorbenen Partnerin/Partners ist unzulässig.2) Bei Kooperationen gemäß § 23 b muss sich die Ärztin oder derArzt in ein gemeinsames Praxisschild mit den Kooperationspartnernaufnehmen lassen. Bei Partnerschaften gemäß § 23 c darf dieÄrztin oder der Arzt, wenn die Angabe ihrer/seiner Berufsbezeichnungvorgesehen ist, nur gestatten, dass die Bezeichnung „Ärztin“oder „Arzt“ oder eine andere führbare Bezeichnung angegebenwird.(3) Zusammenschlüsse zu Organisationsgemeinschaften dürfen angekündigtwerden. Die Zugehörigkeit zu einem Praxisverbund gemäߧ 23 d kann durch Hinzufügen des Namens des Verbundes angekündigtwerden.“7. § 19 wird wie folgt gefasst:„§19Beschäftigung angestellter Praxisärztinnen und -ärzte1) Ärztinnen und Ärzte müssen die Praxis persönlich ausüben. DieBeschäftigung ärztlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in derPraxis setzt die Leitung der Praxis durch die niedergelassene Ärztinoder den niedergelassenen Arzt voraus. Die Ärztin oder der Arzt hatdie Beschäftigung der ärztlichen Mitarbeiterin oder des Mitarbeitersder Ärztekammer anzuzeigen.(2) In Fällen, in denen der Behandlungsauftrag der Patientin oderdes Patienten regelmäßig nur von Ärztinnen und Ärzten verschiedenerFachgebiete gemeinschaftlich durchgeführt werden kann,darf eine Fachärztin oder ein Facharzt als Praxisinhaberin oder Praxisinhaberdie für sie oder ihn fachgebietsfremde ärztliche Leistungauch durch eine angestellte Fachärztin oder einen angestelltenFacharzt des anderen Fachgebiets erbringen.(3) Ärztinnen und Ärzte dürfen nur zu angemessenen Bedingungenbeschäftigt werden. Angemessen sind insbesondere Bedingungen,die der beschäftigten Ärztin oder dem beschäftigten Arzt eine angemesseneVergütung gewähren sowie angemessene Zeit zur Fortbildungeinräumen und bei der Vereinbarung von Wettbewerbsverboteneine angemessene Ausgleichszahlung vorsehen.(4) Über die in der Praxis tätigen angestellten Ärztinnen und Ärztemüssen die Patientinnen und Patienten in geeigneter Weise informiertwerden.“8. § 22 und § 22 a werden aufgehoben.9. Nach § 23 werden folgende §§ 23 a–d eingefügt:„§ 23 aÄrztegesellschaften(1) Ärztinnen und Ärzte können auch in der Form der juristischen Persondes Privatrechts ärztlich tätig sein. Gesellschafter einer Ärztegesellschaftkönnen nur Ärztinnen und Ärzte und Angehörige der in § 23 bAbsatz 1 Satz 1 genannten Berufe sein. Sie müssen in der Gesellschaftberuflich tätig sein. Gewährleistet sein muss zudem, dassa) die Gesellschaft verantwortlich von einer Ärztin oder einem Arztgeführt wird; Geschäftsführer müssen mehrheitlich Ärztinnen undÄrzte sein,b) die Mehrheit der Gesellschaftsanteile und der Stimmrechte Ärztinnenund Ärzten zustehen,c) Dritte nicht am Gewinn der Gesellschaft beteiligt sind,d) eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung für jede/jedenin der Gesellschaft tätige Ärztin/tätigen Arzt besteht.(2) Der Name der Ärztegesellschaft des Privatrechts darf nur dieNamen der in der Gesellschaft tätigen ärztlichen Gesellschafter enthalten.Unbeschadet des Namens der Gesellschaft müssen die Namenund Arztbezeichnungen aller ärztlichen Gesellschafter und derangestellten Ärztinnen und Ärzte angezeigt werden.§ 23 bMedizinische Kooperationsgemeinschaft zwischen Ärztinnen undÄrzten und Angehörigen anderer Fachberufe(1) Ärztinnen und Ärzte können sich auch mit selbstständig tätigen undzur eigenverantwortlichen Berufsausübung befugten Berufsangehörigenanderer akademischer Heilberufe im Gesundheitswesen oder staatlicherAusbildungsberufe im Gesundheitswesen sowie anderen Naturwissenschaftlerinnenund Naturwissenschaftlern und Angehörigensozialpädagogischer Berufe – auch beschränkt auf einzelne Leistungen– zur kooperativen Berufsausübung zusammenschließen (medizinischeKooperationsgemeinschaft). Die Kooperation ist in der Form einerPartnerschaftsgesellschaft nach dem PartGG oder aufgrund einesschriftlichen Vertrages über die Bildung einer Kooperationsgemeinschaftin der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts odereiner juristischen Person des Privatrechts gem. § 23 a gestattet. Ärztinnenund Ärzten ist ein solcher Zusammenschluss im Einzelnen nur mitsolchen anderen Berufsangehörigen und in der Weise erlaubt, dass diesein ihrer Verbindung mit der Ärztin oder dem Arzt einen gleichgerichtetenoder integrierenden diagnostischen oder therapeutischenZweck bei der Heilbehandlung, auch auf dem Gebiete der Präventionund Rehabilitation, durch räumlich nahes und koordiniertes Zusammenwirkenaller beteiligten Berufsangehörigen erfüllen können. Darüberhinaus muss der Kooperationsvertrag gewährleisten, dass50Dritte Satzung zur Änderung der Berufsordnung der Landesärztekammer Brandenburg


a) die eigenverantwortliche und selbstständige Berufsausübung derÄrztin oder des Arztes gewahrt ist;b) die Verantwortungsbereiche der Partner gegenüber den Patientinnenund Patienten getrennt bleiben;c) medizinische Entscheidungen, insbesondere über Diagnostik undTherapie, ausschließlich die Ärztin oder der Arzt trifft, sofern nichtdie Ärztin oder der Arzt nach ihrem oder seinem Berufsrecht den inder Gemeinschaft selbstständig tätigen Berufsangehörigen einesanderen Fachberufs solche Entscheidungen überlassen darf;d) der Grundsatz der freien Arztwahl gewahrt bleibt;e) die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt zur Unterstützungin seinen diagnostischen Maßnahmen oder zur Therapie auchandere als die in der Gemeinschaft kooperierenden Berufsangehörigenhinzuziehen kann;f) die Einhaltung der berufsrechtlichen Bestimmungen der Ärztinnenund Ärzte, insbesondere die Pflicht zur Dokumentation, dasVerbot der berufswidrigen Werbung und die Regeln zur Erstellungeiner Honorarforderung, von den übrigen Partnerinnen und Partnernbeachtet wird;g) sich die medizinische Kooperationsgemeinschaft verpflichtet, imRechtsverkehr die Namen aller Partnerinnen und Partner und ihreBerufsbezeichnungen anzugeben und – sofern es sich um eine eingetragenePartnerschaftsgesellschaft handelt – den Zusatz „Partnerschaft“zu führen.Die Voraussetzungen der Buchstaben a–f gelten bei der Bildung einerjuristischen Person des Privatrechts entsprechend. Der Nameder juristischen Person muss neben dem Namen einer ärztlichenGesellschafterin oder eines ärztlichen Gesellschafters die Bezeichnung„Medizinische Kooperationsgemeinschaft“ enthalten. Unbeschadetdes Namens sind die Berufsbezeichnungen aller in der Gesellschafttätigen Berufe anzukündigen.(2) Die für die Mitwirkung der Ärztin oder des Arztes zulässige beruflicheZusammensetzung der Kooperation im Einzelnen richtetsich nach dem Gebot des Absatzes 1 Satz 3; es ist erfüllt, wenn Angehörigeaus den vorgenannten Berufsgruppen kooperieren, die mitder Ärztin oder dem Arzt entsprechend ihrem oder seinem Fachgebieteinen gemeinschaftlich erreichbaren medizinischen Zweck nachder Art ihrer beruflichen Kompetenz zielbezogen erfüllen können.§ 23 cBeteiligung von Ärztinnen und Ärzten an sonstigen PartnerschaftenÄrztinnen und Ärzten ist es gestattet, in Partnerschaften gemäß § 1Absatz 1 und Absatz 2 PartGG mit Angehörigen anderer Berufe alsden in § 23 b beschriebenen zusammenzuarbeiten, wenn sie in derPartnerschaft nicht die Heilkunde am Menschen ausüben. Der Eintrittin eine solche Partnerschaftsgesellschaft ist der Ärztekammeranzuzeigen.§ 23 dPraxisverbund(1) Ärztinnen und Ärzte dürfen, auch ohne sich zu einer Berufsausübungsgemeinschaftzusammenzuschließen, eine Kooperation verabreden(Praxisverbund), welche auf die Erfüllung eines durch gemeinsameoder gleichgerichtete Maßnahmen bestimmten Versorgungsauftragsoder auf eine andere Form der Zusammenarbeit zur Patientenversorgung,z.B. auf dem Felde der Qualitätssicherung oder Versorgungsbereitschaft,gerichtet ist. Die Teilnahme soll allen dazu bereiten Ärztinnenund Ärzten ermöglicht werden; soll die Möglichkeit zur Teilnahme beschränktwerden, z.B. durch räumliche oder qualitative Kriterien, müssendie dafür maßgeblichen Kriterien für den Versorgungsauftrag notwendigund nicht diskriminierend sein und der Ärztekammer gegenüberoffen gelegt werden. Ärztinnen und Ärzte in einer zulässigen Kooperationdürfen die medizinisch gebotene oder von der Patientin oder demPatienten gewünschte Überweisung an nicht dem Verbund zugehörigeÄrztinnen und Ärzte nicht behindern.(2) Die Bedingungen der Kooperation nach Absatz 1 müssen in einemschriftlichen Vertrag niedergelegt werden, der der Ärztekammervorgelegt werden muss.(3) In eine Kooperation nach Absatz 1 können auch Krankenhäuser,Vorsorge- und Rehakliniken und Angehörige anderer Gesundheitsberufenach § 23 b einbezogen werden, wenn die Grundsätze nach§ 23 b gewahrt sind.“10. Kapitel D II Nr. 6 – 10 (a.F.) werden aufgehoben11. Kapitel D III. Nr. 11 wird wie folgt gefasst:„Nr. 11Praxen deutscher Ärztinnen und Ärzte in anderen EU-MitgliedstaatenFühren Ärztinnen und Ärzte neben ihrer Niederlassung oder nebenihrer ärztlichen Berufstätigkeit im Geltungsbereich dieser Berufsordnungin einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Unioneine Praxis oder üben sie dort eine weitere ärztliche Berufstätigkeitaus, so haben sie dies der Ärztekammer anzuzeigen. Ärztinnen undÄrzte haben Vorkehrungen für eine ordnungsgemäße Versorgungihrer Patientinnen und Patienten am Ort ihrer Berufsausübung imGeltungsbereich dieser Berufsordnung während ihrer Tätigkeit inden anderen Mitgliedstaaten zu treffen. Die Ärztekammer kann verlangen,dass Ärztinnen und Ärzte die Zulässigkeit der Eröffnungder weiteren Praxis nach dem Recht des betreffenden Mitgliedstaatsder Europäischen Union nachweisen.“12. Kapitel D III. Nr. 12 wird wie folgt gefasst:„Nr. 12Grenzüberschreitende ärztliche Tätigkeit von Ärzten und Ärztinnenaus anderen EU-MitgliedstaatenWerden Ärztinnen und Ärzte, die in einem anderen Mitgliedstaatder Europäischen Union niedergelassen sind oder dort ihre beruflicheTätigkeit entfalten, vorübergehend im Geltungsbereich dieserBerufsordnung grenzüberschreitend ärztlich tätig, ohne eine Niederlassungzu begründen, so haben sie die Vorschriften dieser Berufsordnungzu beachten. Dies gilt auch, wenn Ärztinnen und Ärztesich darauf beschränken wollen, im Geltungsbereich dieserBerufsordnung auf ihre Tätigkeit aufmerksam zu machen; die Ankündigungihrer Tätigkeit ist ihnen nur in dem Umfang gestattet, alssie nach dieser Berufsordnung erlaubt ist.“13. Kapitel D IV. Nr. 14 wird wie folgt gefasst:„Nr. 14In-vitro-Fertilisation, Embryotransfer(1) Die künstliche Befruchtung einer Eizelle außerhalb des Mutterleibesund die anschließende Einführung des Embryos in die Ge-Dritte Satzung zur Änderung der Berufsordnung der Landesärztekammer Brandenburg 51


14.bärmutter oder die Einbringung von Gameten oder Embryonen inden Eileiter der genetischen Mutter sind als Maßnahme zur Behandlungder Sterilität ärztliche Tätigkeiten und nur nach Maßgabedes § 13 zulässig. Die Verwendung fremder Eizellen (Eizellenspende)ist bei Einsatz dieser Verfahren verboten.(2) Ärztinnen und Ärzte können nicht verpflichtet werden, an einerIn-vitro-Fertilisation oder einem Embryotransfer mitzuwirken.“Soweit in der Berufsordnung die Berufsbezeichnung „Arzt“ („Ärzte“)verwandt wird, wird diese Bezeichnung durch die Bezeichnung „Ärztin“und „Arzt“ („Ärztinnen“ und „Ärzte“) gemäß dem Wortlaut derMusterberufsordnung für die deutschen Ärztinnen und Ärzte in derderzeit geltenden Fassung ersetzt.Artikel 2Diese Satzung zur Änderung der Berufsordnung tritt am Tage nach ihrerVeröffentlichung im gesetzlich bestimmten Mitteilungsblatt in Kraft.Genehmigt:Potsdam, den 18. Dezember 2006Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit undFamilie des Landes Brandenburgi.A. BeckeDie vorstehende Satzungsänderung wird hiermit ausgefertigt und ist imgesetzlich bestimmten Mitteilungsblatt zu veröffentlichen.Cottbus, den 10. Januar 2007Der Präsident der Landesärztekammer BrandenburgDr. med. Udo WolterNeue Berufsordnung schafftneue Freiheiten für ÄrzteDie nunmehr genehmigte neue Berufsordnung der LandesärztekammerBrandenburg entwickelt die Strukturen der ärztlichen Berufsausübungweiter und stärkt die Kooperationen von Ärztinnen und Ärzten untereinander.Veränderte Versorgungsbedürfnisse, aber auch neue rechtlicheRahmenbedingungen, wie z.B. die Schaffung Medizinischer Versorgungszentrendurch das GKV-Mordernisierungsgesetz, haben eineAnpassung der berufsrechtlichen Bestimmungen erforderlich gemacht,um niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten alle Möglichkeiten zu eröffnen,die zu einer kooperativen Berufsausübung notwendig sind.Trotz dieser Liberalisierung enthält die Berufsordnung weiterhin denGrundsatz, dass die persönliche Leistungserbringung in jeder Form derärztlichen Berufsausübung zu beachten ist, um einer zu starken Kommerzialisierungdes Arztberufes vorzubeugen. Außerdem müssen dieFormen der Berufsausübung und die Inhalte der Kooperationen transparentbleiben.Ärztinnen und Ärzte können nun mehrfach von den Änderungen profitieren:– sie sind in ihrer ärztlichen Tätigkeit nicht mehr strikt an einen Praxissitzgebunden– sie dürfen Partner in mehreren Berufsausübungsgemeinschaften werden– sie dürfen mit Kollegen überörtliche Gemeinschaftspraxen bilden– sie können sich zu Teilgemeinschaftspraxen zusammenschließenoder Teilpartnerschaften eingehen– sie haben mehr Möglichkeiten bei der Anstellung von Kollegen– und sie können Kooperationen in Form einer Ärztegesellschaft bilden.Um die Änderung der Berufsordnung unverzüglich in Kraft treten zulassen, wird an dieser Stelle die genehmigte Änderungssatzung veröffentlicht.Die gesamte Berufsordnung einschließlich sämtlicher Novellen wird inKürze im Zusammenhang dargestellt, wobei die einzelnen Änderungenfortlaufend auch unter Einbeziehung des am 01.01.2007 in Kraft getretenenVertragsarztrechtsänderungsgesetzes näher erläutert werden.KrahforstJur. Geschäftsführer52Dritte Satzung zur Änderung der Berufsordnung der Landesärztekammer Brandenburg


Arzt und Rechteine Schnellschnittuntersuchung geeignet,zumal unter Therapie dezidiert festgelegtworden war „ohne intraoperative Konsequenz“.2. Der Pathologe hat sich bei Übermittlungder Schnellschnittdiagnose eindeutig auf„lobuläres Karzinom“ festgelegt. Wegender methodenbedingten eingeschränktenQualität von Gefrierschnitten und der VerdachtsdiagnoseMorbus Paget wäre eserforderlich gewesen, wenn der Pathologedie Schnellschnittdiagnose mit dem Zusatz„endgültige Aussage erst am Paraffinschnittmöglich“ relativiert hätte.3. Die Diskrepanz zwischen dem klinischenBefund, der Verdachtsdiagnose und demSchnellschnittergebnis hätte die Gynäkologenveranlassen müssen, Zweifel an derRichtigkeit der Schnellschnittdiagnose zuhaben und die Bewertung am Paraffinschnittabzuwarten. Die Diagnose eineslobulären Karzinoms der retromamillärenRegion als Primärtumor ist äußerst ungewöhnlich,weil im Stroma dieser Region inder Regel keine Drüsenläppchen als Ausgangspunkteines differenzierten Karzinomszu erwarten sind.4. Auch in der S3-Leitlinie (Diagnostik, Therapieund Nachsorge des Mammakarzinomsder Frau) ist u.a. vermerkt, dass dieIndikation zur Schnellschnittuntersuchungnur zu stellen ist, wenn daraus eine intraoperativeKonsequenz gezogen wird. DenEinwänden der betroffenen Klinik kann dieSchlichtungsstelle nur im Punkt der präoperativenMRT-Diagnostik beipflichten.Sie hat auch nach den erwähnten S3-Leitliniennur einen niedrigen Empfehlungsgradund gehört nicht zur präoperativenStandarduntersuchung bei Mammaläsionen.Darüber hinaus gilt insbesonderefür das lobuläre Karzinom, dass es sichdem Nachweis der apparativen Untersuchungsmethodenhäufig entzieht.Die Schlichtungsstelle hielt Schadenersatzansprüchefür begründet und empfahl eineaußergerichtliche Regulierung.Prof. Dr. med. Günther TramsÄrztliches Mitglied der Schlichtungsstellefür ArzthaftpflichtfragenHans-Böckler-Allee 3, 30173 HannoverKeine ärztliche Pflicht zur Abzeichnung der Heimdokumentation!Immer wieder taucht die Frage auf, ob einArzt, der Patienten in einem Alten- und Pflegeheimbetreut, in der HeimdokumentationEinträge vornehmen muss oder verpflichtet ist,Eintragungen von Mitarbeitern des Heimesabzuzeichnen.Für die Beantwortung der Frage ist ausschlaggebend,dass die ärztlichen und pflegerischenVerantwortungsbereiche aufgrundunterschiedlicher vertraglicher Verpflichtungenklar gegeneinander abgegrenzt sind.Der Arzt ist aufgrund seines Behandlungsvertragesmit dem Patienten neben einer sorgfältigenBefunderhebung, Diagnosestellungund Aufklärung entsprechend zur Therapieverpflichtet.Im Rahmen der Verschreibung von Medikamentenmuss der Arzt sicherstellen, dass dieMedikamentenanwendung in nicht gefährdenderWeise erfolgt und dieses ärztlicherseitsüberwachen. Soweit der Arzt seinen Sorgfaltspflichtengegenüber den Heimbewohnern gerechtwird, hat er seinen Behandlungsvertragordnungsgemäß erfüllt.Die entsprechende ärztliche Dokumentationerstreckt sich auf die Anamnesediagnose undTherapie, diagnostische Bemühungen, Funktionsbefunde,Art und Dosierung der Medikation,ärztliche Hinweise und Anweisungenim Rahmen der Funktions- und Behandlungspflege;eine Abweichung von Standardbehandlungenist ebenso zu dokumentieren wieVerlaufsdaten.Unabhängig von diesem Rechtsverhältnisschließt der Patient/Pflegebedürftige regelmäßigmit der Pflegeeinrichtung einen Heimvertrag.Bestandteil dieses Vertrages ist u.a.die Verpflichtung des Heimes und seiner Angestellten,für eine ordnungsgemäße pflegerischeVersorgung zu sorgen. Hierbei sindebenfalls Sorgfaltsmaßstäbe zu erfüllen. Dieeinzelnen pflegerischen Aufzeichnungspflichtenregelt das Heimgesetz.Daraus folgt:Aufgrund unterschiedlicher Pflichten unddem Nebeneinander von ärztlicher und pflegerischerDokumentation gibt es weder einegesetzliche noch eine vertragliche Grundlagefür eine generelle Dokumentationspflichtdes Arztes in der Heimdokumentation oderfür eine Gegenzeichnung. Ganz abgesehendavon, dass sich das Heim von seiner Verpflichtungnicht durch eine Unterschrift/Handzeichen des Arztes entbinden könnte.Der Arzt hat auch keine Möglichkeit, für eineUnterschrift in der Heimdokumentation ggf.eine Gebühr zu verlangen. Ein solcher Gebührentatbestandist in der Gebührenordnungfür Ärzte nicht vorgesehen.Probleme lassen sich am besten durch einegute und harmonische Zusammenarbeit zwischenArzt und Pflegeeinrichtung vermeiden.Selbstverständlich setzt das voraus, dass dieMitarbeiter der Pflegeeinrichtung ausreichendqualifiziert sind.KrahforstJur. GeschäftsführerGOÄ – Ostabschlag aufgehobenAufgrund der zahlreichen Nachfragen weistdie Rechtsabteilung darauf hin, dass alleLeistungen der GOÄ ab 01.01.2007 mit100 % zu berechnen sind. Dies gilt selbstverständlichauch für alle auf Grundlage desGebührenverzeichnisses mit den Unfallversicherungsträgern(UV-GOÄ) erbrachtenLeistungen, wie uns von Seiten des Hauptverbandsder gewerblichen Berufsgenossenschaftenbestätigt wurde.Dies geht aus dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetzhervor, dem der Bundesrat inseiner abschließenden Sitzung am 24. November2006 zugestimmt hatte. Der AntragThüringens, die vollständige Aufhebung desVergütungsabschlages Ost von zehn Prozentauf das Jahr 2010 zu verschieben,wurde nicht aufgegriffen. Die sechste Verordnungzur Anpassung der Vergütungshöhevom 28. Oktober 2005, in Kraft gesetztam 1. Januar 2002 mit einem Ost-Abschlagvon zehn Prozent, ist damit aufgehoben.Damit wird erstmalig für diesen Bereichein einheitliches Vergütungsniveau imBundesgebiet erreicht.Ass. jur. L. ZierauRechtsreferatBrandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang53


FortbildungFortbildungsangebotAkademie fürärztliche FortbildungFachkundeseminareRettungsdienstje 80 Pgemäß Weiterbildungsordnung derLÄKB und Richtlinie der LÄKB überdie Eignungsvoraussetzungen fürdie im Rettungsdienst mitwirkendenÄrzte(anerkannte Bildungsfreistellungsveranstaltung)Voraussetzung für die Zulassung12 Monate klinische Tätigkeit(Nachweis bitte einreichen)Wochenkurs16. bis 23. April 20073. bis 10. Sept. 200729. Okt. bis 5. Nov. 2007Teilnehmergebühr: je 420 €Ort: PotsdamKursleiter: A. Nippraschk, Neuruppin;Dr. med. G. Schrot, Treuenbrietzen;Dr. med. E.-G. Stellke, BeeskowSeminar Leitender Notarzt 40 Pgemäß Richtlinie der LÄKB zur Qualifikationdes Leitenden Notarztes3. bis 7. Dez. 2007Teilnehmergebühr: 600 €Ort: CottbusKursleiter: A. Nippraschk, NeuruppinWeiterbildungskursAllgemeinmedizingemäß Weiterbildungsordnungder LÄKBBlock 1: 11./12. Mai 2007 12 PBlock 14: 30. Juni 2007 8 PBlock 18: 14./15. Sept. 2007 12 PBlock 19: 17. Nov. 2007 8 PTeilnehmergebühr: 10 €/Std.Ort: PotsdamKursleiter: Dr. med. R. Schrambke,Schorfheide; OMR Dr. med.V. Puschmann, StorkowPsychosomatische Grundversorgung(80 Stunden)einschließlich Block 16 und 17Allgemeinmedizingemäß Weiterbildungsordnungder LÄKB28./29. April 2007 16 P12./13. Mai 2007 16 P16./17. Juni 2007 16 P22./23. Sept. 2007 16 P3./4. Nov. 2007 16 POrt : Potsdam7./8. Juli 2007 16 P25./26. Aug. 2007 16 P15./16. Sept. 2007 16 P24./25. Nov. 2007 16 P8./9. Dez. 2007 16 PTeilnehmergebühr: je 800 €Ort: PotsdamKursleiter: Dr. med. R. Kirchner,CottbusPsychosomatische Grundversorgung(80 Stunden)im Fachgebiet Frauenheilkundegemäß Weiterbildungsordnungder LÄKB5./6. Mai 2007 16 P11./12. Aug. 2007 16 P8./9. Sept. 2007 16 P27./28. Okt. 2007 16 P15./16. Dez. 2007 16 PTeilnehmergebühr: 800 €Ort: PotsdamKursleiter: Dr. med. R. Kirchner,CottbusWeiterbildungskurs AllgemeinmedizinBlock 16 und 17 40 Pgemäß Weiterbildungsordnungder LÄKBlaufender Kurs3./4. März 2007Teilnehmergebühr: 400 €Ort: CottbusKursleiter: Dr. med. R. Kirchner,CottbusWeiterführende Psychosomatik(40 Stunden) 40 P23./24. Juni, 1./2. Sept. 2007Teilnehmergebühr: 400 €Ort: CottbusKursleiter: Dr. med. R. Kirchner,CottbusSozialmedizingemäß Weiterbildungsordnungder LÄKBGrundkurs A80 P16. bis 27. April 2007Aufbaukurs D80 P17. bis 28. Sept. 2007Grundkurs B80 P5. bis 16. Nov. 2007Teilnehmergebühr: je 400 €Ort: BernauKursleiter: Prof. Dr. med.J.-U. Niehoff, PotsdamKurse im Strahlenschutzgemäß Röntgenverordnung8-Stunden-Röntgen-Aktualisierungskurs24. Febr. 2007Ort. Cottbus17. März 200721. April 2007Ort: DahlewitzTeilnehmergebühr: je 120 €4-Stunden-Röntgen-Aktualisierungskurs(2. Teil)28.März 2007Ort: Klinikum Frankfurt (Oder)Teilnehmergebühr: je 60 €Grundkurs im Strahlenschutz17./18. Okt. 2007Ort: Cottbusje 9 P5 P17 PTeilnehmergebühr: 250 €Spezialkurs im Strahlenschutz 17 P19./20. Okt. 2007Ort: CottbusTeilnehmergebühr: 250 €Kursleiter: Doz. Dr. med. habil.C.-P. MuthSuchtmedizinischeGrundversorgunggemäß Weiterbildungsordnungder LÄKBin Zusammenarbeit mit dem AISS(Angermünder Institut für Suchttherapieund Suchtmedizin) und der SuchtakademieBerlin-Brandenburg e.V.Block II – Drogen- und Medikamentenprobleme,Missbrauch, Abhängigkeit,Substitution, Notfälle, Toxikologie17 P23./24. Febr. 2007Block III – Motivierende Gesprächsführungin der Sprechstunde undKlinik, Motivationales Interview nachMiller/Rollnick17 P16./17. März 2007Teilnehmergebühr: 150 €/BlockOrt: PotsdamLeitung: PD Dr. med. G. Richter,Angermünde, Prof. Dr. med.U. Schwantes,Humboldt-Universität BerlinSpezielle Schmerztherapie(80 Stunden)gemäß Weiterbildungsordnungder LÄKBlaufender KursBlock II: 9./10. März 2007 16 PBlock III: 27./28. April 2007 16 PBlock IV: 4./5. Mai 2007 16 PBlock V: 1./2. Juni 2007 16 PTeilnehmergebühr: 150 €/BlockOrt: PotsdamKursleitung: Dr. med. G.-J. Fischer,Teltow; Dr. med. U. Böhme,EisenhüttenstadtCurriculum für die schmerzbezogenePsychotherapie (80 Stunden)Teil I: 30./31. März. 2007 16 PTeil II: 20./21. April 2007 16 PTeil III: 11./12. Mai 2007 16 PTeil IV: 1./2. Juni 2007 16 PTeil V: 29./30. Juni 2007 16 PTeilnehmergebühr: 150 €/TeilOrt: PotsdamLeitung: MR Dr. med. W. Loesch,PotsdamQualifikationskurs für Transfusionsbeauftragte/Transfusionsverantwortliche16 P23./24. März 2007 in CottbusTeilnehmergebühr: 150 €Kursleiter: Dr. med. E. Grünelt;Dr. med. G. Haring, CottbusGrundkurs Palliativmedizingemäß Weiterbildungsordnungder LÄKBTeil 1: 11./12. Mai 2007 13 PTeil 2: 8./9. Juni 2007 13 PTeil 3: 6./7. Juli 2007 14 PTeilnehmergebühr: 150 €/TeilOrt: PotsdamQualifikationskursRehabilitationsrichtlinie10. März 2007Teilnehmergebühr: je 95 €Ort: PotsdamKursleiter: Prof. Dr. med.St. Bamborschke, Bernau21 PSpezielle Schmerztherapie(80 Stunden) 80 Pgemäß Weiterbildungsordnungder LÄKB22./23. Juni 200713./14. Juli 200731. Aug./1. Sept. 200721./22. Sept. 2007Beginn jeweils 9.00 UhrTeilnehmergebühr: je 195 €Ort: PotsdamKursleitung: Dr. med. G.-J. Fischer,Teltow; Dr. med. U. Böhme,Eisenhüttenstadt2. Forum für den Hausarzt 8 P17. März 2007, 9.00 bis 15.30 Uhr„Das kranke Kind in derHausarztpraxis“– Fieber im Kindesalter– Der akute Brechdurchfall– HNO-Krankheiten bei Kindern– Entwicklungsstörungen – wichtigegenetische Ursachen„Der alte Mensch in derHausarztpraxis“– Therapie End of live– Polypille für den Alten?– Altersmedizin – ein Themaauch in BrandenburgTeilnehmergebühr: 35 €Ort: DahlewitzLeitung: Dr. med. R. Schrambke,Schorfheide8. Ärztlicher Fortbildungskongressder Landesärztekammer Brandenburg2./3. Nov. 2007Ort: DahlewitzSonographie-Kurs Abdomenund Retroperitoneumnach den Richtlinien der KassenärztlichenBundesvereinigungund der DEGUMGrundkurs29 P13. bis 16. Sept. 2007in LuckenwaldeTeilnehmergebühr: 300 €Kursleiter: Dipl.-Med. M. PauraIhre Anmeldung richten Sie bitte andie Landesärztekammer Brandenburg,Referat Fortbildung,Postfach 101445, 03014 Cottbus,Fax (0355) 7 80 10 44,E-Mail: akademie@laekb.de,Internet www.laekb.de.54 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


FortbildungCongress Center DahlewitzFoto: Kühne2. Forum für den Hausarzt 17. März 2007Spezifische hausärztliche Fortbildung anzubieten, ist das Anliegen der von der Akademie fürärztliche Fortbildung bereits 2006 mit großer Resonanz eingeführten Veranstaltungsreihe.Am 17. März 2007 wird das 2. Forum für den Hausarzt durchgeführt und wendet sich mitseiner Thematik an Allgemeinärzte, hausärztlich tätige Internisten, Praktische Ärzte, interessierteKollegen und möglicherweise auch Praxismitarbeiter.Eine Teilnehmerbefragung stellt erneut Patientenprofile in den Mittepunkt.PROGRAMM:Das kranke Kind in der HausarztpraxisFieber im KindesalterDer akute BrechdurchfallHNO-Krankheiten bei KindernEntwicklungsstörungenDer alte Mensch in der HausarztpraxisTherapie End of liveEine „Polypille“ für den Alten?Altersmedizin – ein Thema?Hotel Van der Valk Berliner Ring Dahlewitz (südlicher Autobahnring)Beginn: 9.00 Uhr, Ende: 15.30 UhrDas Forum für den Hausarzt ist konzipiert als Plattform des kollegialen Gedankenaustausches,wo neben Vorträgen genügend Zeit zum Gespräch bleibt und leitliniengerechte Fachlichkeit mithausärztlicher Alltagstauglichkeit in Einklang gebracht werden soll.Merken Sie sich bitte heute schon diesen Termin vor.Anmeldung: Landesärztekammer Brandenburg, Referat Fortbildung,Postfach 101445, 03014 CottbusFax: (0355) 7 80 10 44, E-Mail: akademie@laekb.deBrandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang55


FortbildungÄrztliche Aufklärung bei problematischer FahreignungInformation schafft SicherheitDie individuelle Mobilität genießt in unsererGesellschaft einen sehr hohen Stellenwert.Es ist ein wichtiges ärztliches Anliegen, dieAuto-Mobilität und damit die Lebensqualitätihrer erkrankten Patienten zu erhalten und zuverbessern. Gleichzeitig ist es eine wichtigeärztliche Aufgabe, Patienten mit reduzierterFahreignung umfassend über die möglichenRisiken bei der Teilnahme am Straßenverkehrzu informieren.Defizite durch eine Erkrankung, die dieFahreignung einschränkt oder aufhebt, werdenvon den Betroffenen häufig nicht wahrgenommenbzw. unrealistisch eingeschätzt,bedeuten sie doch zugleich eine Gefahr fürden Erhalt der Fahrerlaubnis. Gleiches giltinsbesondere für die oft schleichenden altersbedingtenkörperlichen und geistigenLeistungseinbußen oder für die Folgen derEinnahme von Medikamenten. Die damitverbundenen Gefahren für die persönlicheund allgemeine Verkehrssicherheit sindenorm. Eine hohe Dunkelziffer von Unfällen,die auf Ursachen in der Fahreignung desKraftfahrers zurückzuführen sind, belastetauch die Versicherungswirtschaft. Die behandelndenÄrzte haften nach der Rechtsprechungdes Bundesgerichtshofs ihremPatienten und an einem Unfall beteiligtenDritten, wenn sie bei erkennbarer Einschränkungoder Aufhebung der Fahreignung ihrePatienten hierüber nicht aufklären oder denPatienten nach einer die Fahreignung tangierendenBehandlung nicht ausreichendüberwachen. Die Problematik der ärztlichenAufklärung bei Fahreignungsmängeln derPatienten hat eine erhebliche haftungsrechtlicheRelevanz. Ihre besondere unfallpräventiveAufgabe hat durch den 43. DeutschenVerkehrsgerichtstag 2005 in Goslar eine besondereAktualität erlangt. Der ArbeitskreisV hat sich mit dem Spannungsfeld „Vertrauensverhältnis“kontra „Verkehrssicherheit“beschäftigt und u.a. diskutiert, ob der jeweilsbehandelnde Arzt durch Meldung an dieVerkehrsbehörde, Patienten mit aufgehobeneroder reduzierter Fahreignung vom Kraftverkehrabzuhalten hat.Folgende Empfehlungen wurden im ArbeitskreisV „Arzt und Fahreignungsmängel seinesPatienten“ erarbeitet:1. Der Arzt hat aus dem Behandlungsvertragdie Pflicht, seinen Patienten auchüber mögliche Fahreignungsmängel aufzuklärenund nachdrücklich auf darausresultierende Gefahren für ihn selbst undfür andere hinzuweisen. Dies hat er angemessenzu dokumentieren.2. Dafür sind verbesserte verkehrsmedizinischeKenntnisse nicht nur wünschenswert,sondern unerlässlich.3. Im Unterschied zu einigen anderen europäischenLändern ist der Arzt in der BundesrepublikDeutschland nicht verpflichtet,Fahreignungsmängel seines Patientender zuständigen Behörde zu melden. Umdas besondere Vertrauensverhältnis zwischenArzt und Patient nicht zu belasten,soll dieser Rechtszustand nach ganz überwiegenderAnsicht des Arbeitskreisesnicht geändert werden.4. Wegen dieses Vertrauensverhältnisses hatder Arbeitskreis mit großer Mehrheit auchdie Einführung eines spezialgesetzlich geregeltenMelderechts abgelehnt. Vielmehrsoll der Arzt nach Maßgabe des rechtfertigendenNotstandes (§ 34 StGB) abwägenund entscheiden können, ob die zubefürchtende Gefährdung der allgemeinenVerkehrssicherheit im Ausnahmefalldie Durchbrechung der ärztlichen Schweigepflichterlaubt. Auch in diesem Fall bestehtkeine Meldepflicht.5. Nach Auffassung des Arbeitskreises bestehtim Übrigen ein erhebliches Defizit anfundierten empirischen Erkenntnissenüber die Unfallursächlichkeit von körperlich-geistigenFahreignungsmängeln. Diesbetrifft beispielsweise psychiatrische, neurologischeund geriatrische Erkrankungensowie den Konsum von berauschenden Mittelnund die Einnahme von Medikamenten.Die Erfahrung durch individuelle Rückmeldungenvon Ärzten zeigt, dass der rechtlicheAspekt von Beratung und Aufklärung erkrankterKraftfahrer bisher nicht immer hinreichendin Klinik- und Praxisalltag umgesetztwird. Dieses Defizit ist begründet durchdie immer knapper werdenden zeitlichen,personellen und damit auch wirtschaftlichenRessourcen. Zudem besteht ein erheblichesDefizit in der verkehrsmedizinischen AusundFortbildung der Ärzte. Da gesundheitlicheDefizite und/oder Beeinträchtigungendurch Medikamenteneinnahme potenzielleUnfallursachen sein können, kommt den verkehrsmedizinischenAspekten der ärztlichenTätigkeit eine hohe unfallpräventive Bedeutungzu. Die Vielzahl und Vielfalt möglicheErkrankung mit Relevanz für die Fahreignungbedingt folgerichtig, dass sich Ärzteunterschiedlicher Fachrichtungen mit denhiermit zusammenhängenden verkehrsmedizinischenProblemen beschäftigen müssen.Im Praxisalltag sind besonders Hausärzte,Internisten, Psychiater, Neurologen, Schmerztherapeutenund Augenärzte immer wiedermit Patienten konfrontiert, deren Fahreignungkrankheitsbedingt reduziert oder aufgehobenist: Beispielsweise haben sich Herzinfarktpatienten,Patienten, bei denen ein Zuckerschockals Unfallauslöser in der Vorgeschichte bekanntist, Schmerzpatienten, ältere Patientenmit beginnendem demenziellen Abbau, Patientenmit langjähriger Parkinsonerkrankung,Patienten mit einer endogenen Psychose oderPatienten mit anfallsartigen Bewusstseinsstörungendie Frage zu stellen, ob und wann siewieder sicher fahren können. Dies setzt grundlegendvoraus, dass der Arzt Kenntnisse überverkehrsrelevante Erkrankungen hat. Informationenzur verkehrsmedizinischen Bewertungder wichtigsten Krankheitsbilder sind in denBegutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignungzu finden. Schematisiert und tabellarischgeordnet sind die wichtigsten verkehrsmedizinischrelevanten Gesundheitsstörungen undMängel in der Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung aufgelistet, wobei darin lediglichjeweils der Bezug zur Eignung und zur bedingtenEignung zum Führen von Kraftfahrzeugenzu erkennen ist.Für die ärztliche Aufklärung, Beratung undBewertung der Fahreignung ist somit dieKenntnis der Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignungeine unabdingbare Voraussetzung.Maßgeblich ist dabei nicht nur der aktuelleGesundheitsstatus, sondern auch dieindividuelle Prognose des Krankheitsbildesdahingehend, ob beim Führen von Kraftfahrzeugeneine (konkrete) Verkehrsgefährdungzu erwarten ist. Es ist weiterhin zu berücksichtigen,ob festgestellte Beeinträchtigungen einstabiles Leistungsniveau gewährleisten oderob plötzliche Leistungszusammenbrüche zuerwarten sind. Darüber hinaus sind in jedemFalle Fragen der Kompensation festgestellterEignungsmängel in die Bewertung einzubeziehen.Solche Kompensationsmöglichkeitenkönnen einerseits technischer Art sein, wiezum Beispiel durch Umbauten des Kraftfahrzeuges.Andererseits spielen Persönlichkeitsmerkmaledes Betroffenen eine besondereRolle, wie zum Beispiel persönliche Zuverlässigkeit,Compliance und verantwortungsvolleGrundeinstellung. In vielen Fällen, wie beispielsweisebei psychiatrisch neurologischenKrankheitsbildern und/oder zur Beurteilungder Auswirkung der medikamentösen Behandlung,wird die Überprüfung der psychofunktionalenLeistungsfähigkeit durch spezifi-56 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Anzeigesche verkehrspsychologische Testverfahren in die Bewertung einzubeziehensein. Insbesondere bei Akzeptanzproblemen seitens der Patientenkönnen die aus Haftungsgründen in rechtlicher Hinsicht unbedingtanzuratenden und zu dokumentierenden Aufklärungsgesprächedas Arzt-/Patientenverhältnis erheblich belasten. Für den behandelndenArzt ergibt sich eine Problematik häufig aus der mangelndenDistanz zu seinen Patienten – also aus der fehlenden Neutralität. (DiesemUmstand wird in der Fahrerlaubnisverordnung Rechnung getragendurch die Forderung, dass der begutachtende Arzt nicht zugleichder behandelnde Arzt sein soll.) Unsicherheiten bestehen häufig in derBewertung des Ausmaßes der reduzierten Fahreignung bei altersbedingtenDefiziten und/oder Multimobilität. Ein Aufklärungsgesprächwird insbesondere bei den Patienten besonders problematisch, diesich in ihrer Fahrtüchtigkeit falsch positiv einschätzen und vorhandeneDefizite nicht erkennen oder akzeptieren können.(Die Möglichkeit einer sicheren Abschätzung des Mobilitätsrisikos erkrankterKraftfahrer bieten aktuell die Begutachtungsstellen für Fahreignungdes TÜV Hessen durch eine spezifische Dienstleistung KONDIAG,als so genannte konsiliardiagnostische Plattform für den Arzt.KONDIAG, die konsiliardiagnostische Begutachtung für erkrankteKraftfahrer, bietet dem Arzt und den Patienten eine Hilfestellung in derBewertung von fahreignungsrelevanten Erkrankungen und Verletzungender Patienten. Eine Untersuchung durch neutrale, objektive Verkehrsmedizinerund Verkehrspsychologen bei den Medizinisch-PsychologischenInstituten des TÜV Hessen ermöglicht die Abklärung undindividuelle gutachterliche Bewertung der Mobilitätsrisiken und -chancenvon Menschen mit verkehrsrelevanten Erkrankungen.Die KONDIAG-Begutachtung beruht auf dem Gedanken der Selbstverantwortungdes Patienten nach Maßgabe der Fahrerlaubnis-Verordnung(FeV) ohne erzwungene behördliche Anordnung und trägtdamit zugleich dem besonderen Vertrauensverhältnis zwischen dembehandelnden Arzt und dem Patienten Rechnung. Voraussetzung fürdie KONDIAG-Begutachtung ist die Kenntnis der ärztlich erhobenenanamnestischen Daten unter Einbeziehung aller weiteren relevantenärztlichen Befunde. Je nach Wunsch der Betroffenen kann eine mündlicheBeratung vorgenommen werden oder eine schriftliche gutachterlicheAussage. Zusätzlich zur verkehrsmedizinischen Bewertung,oder auch isoliert, können erfahrene Verkehrspsychologen diepsychofunktionale Leistungsfähigkeit testen und bewerten und darüberhinaus besteht in besonderen Fällen die Möglichkeit einer praktischenFahrprobe mit einem Verkehrspsychologen. Selbstverständlichwird die Schweigepflicht beachtet, es erfolgt keine Meldung an dieVerkehrsbehörde. Alle Informationen werden streng vertraulich behandelt.Mit der Information aus der KONDIAG-Begutachtung kanndem Betroffenen eine Hilfestellung gegeben werden, die sich auf seineEinstellungen, Verhaltensweisen und Potenziale positiv auswirkt.Der Vorteil liegt dabei sowohl für den behandelnden Arzt als auch fürden betroffenen Patienten auf der Hand:Für den Patienten schafft KONDIAG Sicherheit. Er erfährt, ob undinwieweit er trotz seiner Erkrankung in der Lage ist, sich selbst unddas Fahrzeug sicher zu beherrschen.Der behandelnde Arzt kann das Ergebnis der neutralen, konsiliardiagnostischenUntersuchung in seine weiteren Beratungs- und Behandlungsprozesseeinbeziehen. Gleichzeitig hat er damit nachgewiesen,dass er seiner Aufklärungspflicht nachgekommen ist.)III.)Die Relevanz für den behandelnden Arzt liegt auf der Hand: Sobaldder Arzt Kenntnis von der reduzierten oder aufgehobenen Fahreignungseines Patienten erlangt hat, muss er ihn über alle notwendigenVerhaltensmaßnahmen im Zusammenhang mit der Diagnosebzw. Behandlung unterrichten. Diese Pflicht folgt aus dem Behandlungsvertrag.Sofern Anhaltspunkte für eine auch nur reduzierteBrandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang57


FortbildungFahreignung bestehen, muss der Arzt diesemVerdacht konkret nachgehen, auch wenn ernicht weiß, ob der Patient tatsächlich am – insbesondereauch motorisierten – Straßenverkehrteilnimmt. Dieser Situationsbeschreibungverdeutlicht zugleich ein typisches Problem:Was der Patient außerhalb der Behandlungsräumemacht, bleibt dem Behandler in der Regelverborgen. Dennoch haftet der Arzt nachder Rechtsprechung bei Verletzung der Aufklärungspflicht,insbesondere aber auch beiVerletzung der Überwachungspflicht:Der Bundesgerichtshof hat einen Arzt – andersals die die Klage abweisenden Vorinstanzen– zum Schadensersatz an die Erbeneines Patienten verurteilt:Begründung:„(...) Dem Arzt war bekannt, dass der späterverunfallte und zu Schaden gekommene Patientohne Begleitperson mit dem eigenenKfz zu ihm gekommen war und er aufgrundder Verabreichung des Wirkstoffs M. nochlange Zeit nach dem Eingriff nicht in derLage war, selbst ein Kraftfahrzeug zu führen.Der Arzt wusste also, dass der Patient nur„home ready“ nicht aber „street ready“ war.“Daraus folgt der Bundesgerichtshof weiter:„Der beklagte Arzt hätte sicherstellen müssen,dass sein Patient die Behandlungsräumenicht unbemerkt verlassen konnte und sichdadurch der Gefahr einer Selbstschädigungaussetzte. Hätte der Arzt seine Pflicht zurÜberwachung erfüllt, wäre es nicht zu demeigenmächtigen Entfernen und dem nachfolgendenUnfall gekommen. Denn es bestandu.a. die Gefahr einer Gedächtnisstörung mitder Folge, dass sich der Patient an das Fahrverbotnicht erinnert. Der eingetretene Schadenist daher ausschließlich auf die Pflichtverletzungdes Arztes zurückzuführen, sodass der Arzt in vollem Umfang ohne einMitverschulden des Patienten haftet.“(BundesgerichtshofUrteil vom 08.04.2003 Az.: VI ZR 265/02,NJW 2003, 2309; Dt. Ärzteblatt 2004, 598)Die Pflicht des Arztes wirkt haftungsrechtlichsogar weiter, auch zugunsten anderer Verkehrsteilnehmer.Soweit der Patient nach einemVerkehrsunfall diesen zum Schadensersatzverpflichtet hat, kommt eine hierfürmitursächliche Verletzung der ärztlichenSchutzpflicht auch insoweit und zu Lastendes Arztes zum Tragen.Das Dilemma ist evident. Zwar ist dem Patientenkein konkreter Heilungserfolg geschuldet.Der Arzt ist auch nicht in der Lageund nicht willens, ständig die Sach- und Risikoverwaltungfür den Patienten im Hinblickauf dessen Versicherungsschutz und imHinblick auf durch Ihren Patienten verletzteRechtsgüter Dritter auszuüben. Trotzdem verlangtdie Rechtsprechung, dass der Patientbei auch nur eingeschränkter Fahreignungaufgeklärt, gewarnt und nötigenfalls auchgehindert werden muss, dass er nicht amStraßenverkehr teilnimmt. Die Einhaltungdieser Pflicht hat der Arzt im Haftungsfallnachzuweisen. Schon wegen des hohenemotionalen Stellenwertes der Fahrerlaubnisstellten häufig die Aufklärung und Beratungvon Patienten mit verkehrsrelevanten Erkrankungenan den behandelnden Arzt besondereAnforderungen. Besonders schwierig undauch zeitaufwändig gestaltet sich aber auchder notwendige Beratungsprozess bei Patientenmit Akzeptanzproblemen, die entwederaus der Persönlichkeitsstruktur resultierenoder sich als Folge der Erkrankungselbst darstellen. Dabei ist der Arzt in der Beratungimmer in einer Doppelrolle: Einerseitsmuss er alle Verkehrsteilnehmer vor ungeeignetenKraftfahrern schützen, andererseitsmuss er die individuellen Mobilitätschancenseines Patienten erhalten, zum Beispiel durchgeeignete Kontrolluntersuchungen und Therapieformen,oder eröffnen durch Definierenvon Auflagen oder Beschränkungen. DerArzt muss aber insbesondere über spezifischverkehrsmedizinische Kenntnisse verfügen(diese unter Beachtung sowohl der Begutachtungs-Leitlinienzur Kraftfahrereignungals auch der Vorgaben der komplexen Fahrerlaubnis-Verordnung).Allein der Nachweisjener Kenntnisse ist nicht der Regelfall.Somit setzt sich jeder Arzt nach der Rechtsprechungdes Bundesgerichtshofs hohenHaftungsrisiken aus. Der Arzt muss also alswichtiger Bestandteil der Unfallpräventionbegriffen werden. Er hat eine verantwortungsbewussteBeratung im Vorfeld zur Vermeidungeines Schadensereignisses vorzunehmen.Er sollte in Ermangelung eigener verkehrsmedizinischerKompetenz eine konsiliardiagnostischeBeratung (etwa jene beim TÜV HessenKONDIAG) nutzen, sofern er bei gewissenhafterÜberprüfung seiner eigenen Kapazitäten(quantitativ oder qualitativ) zu dem Ergebnisgelangt, eine verkehrsmedizinisch und/oder verkehrspsychologisch zuverlässige Einschätzungund Einweisung des Patienten nichtvornehmen zu können. Er trägt dadurch aufbeiden Seiten zur Risikominimierung bei.Kommt es nämlich zur Entziehung der Fahrerlaubnisdurch behördlichen Zwang im Rahmeneiner letztlich anlassbezogenen Reaktionder Verwaltungsbehörde etwa nach einemUnfall oder sonstiger Auffälligkeit, d.h. nachdem Eintritt eines verkehrsrelevanten Problems,trifft sie den kraftfahrenden Patientennahezu unvermittelt mit weit reichenden Mobilitätseinbußen.Für den Berufskraftfahrer resultierenzudem auch wirtschaftliche Konsequenzen.Eine individuelle verkehrsmedizinisch/verkehrspsychologischeDiagnostik undBeratung dient also dem Ziel der Unfallpräventionund somit der Erhöhung der Verkehrssicherheit.Zusätzlich soll sie dem BetroffenenSicherheit verschaffen. Sie ist ein Hilfsmittel fürden Erkrankten zur Feststellung, ob er die Anforderungenim Rahmen der ihm obliegendenVerantwortung erfüllt.In vielen Fällen wird der einsichtige Patient diehierauf ausgerichtete verkehrsmedizinischeBeratung akzeptieren und sich verantwortungsvollverhalten. Dabei kann sanfter, kompetenterDruck die Bereitschaft erhöhen, zuerkennen, dass es bei Einschaltung der Straßenverkehrsbehördenach einem Unfall oderdurch konkrete Anzeige Dritter zu spät seinkann. Dann nämlich folgt die unter Umständenzeit- und kostenaufwändige Anordnungder Beibringung eines Gutachtens zur Beurteilungder Fahreignung. Denn die Beweislast fürdie Fahreignung trägt der Patient.Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Selbstverantwortungdes Patienten zu stärken, ummit ihm gemeinsam die bestmögliche Klärungder Fahreignung herbeizuführen – zurWeiterverfolgung und Unterstützung desMobilitätsinteresses des Patienten und zurbeidseitigen Haftungsminimierung.Der Arzt unterstützt zudem seine Patienten inder spezifischen Behandlungssituation, indemer entweder mit eigener verkehrsmedizinischerKompetenz oder nach Inanspruchnahmeeiner konsiliardiagnostischen Beratung(KONDIAG) die dann vorliegenden Untersuchungsergebnissemit seinem Patienten erörtert,und gemeinsam klärt, wie die Behandlungeiner möglichen Erkrankung zurWiederherstellung der Fahreignung aussehenkann. (Der Patient kann im Übrigen bei Inanspruchnahmevon KONDIAG auf Wunsch dasBegutachtungsergebnis mündlich zur Kenntnisbekommen oder auch als schriftliches Gutachten,was die Akzeptanz erhöht, zudem bestehtdie Möglichkeit, eine Fahrverhaltensbeobachtungdurchzuführen).Im Rahmen einer KONDIAG-Begutachtungwird zunächst eine Problemzuordnung erfolgendurch den Überblick über die verkehrsmedizinischeThematik (Beachtung der spezifischenFragestellung des Klienten oder seinesbehandelnden Arztes). Nach Unterlagenprüfung(Vollständigkeit der ärztlichen Vorgeschichtsdatenund ärztlichen Befundlage), Befragung(Anamnese) des Klienten zurspezifischen Erkrankung und Ausschluss weitererverkehrsmedizinischer relevanter Erkrankungenerfolgt eine ärztliche Untersuchung,mit Erhebung eines allgemein medizinischen,ggf. neurologischen und/oder psychiatrischenBefundes (ggf. Erhebung eines Laborstatus’).58 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Fortbildung/AktuellAuf ärztliche Anforderung oder nach Maßgabeder Erforderlichkeit seitens des Krankheitsbildeswird (zusätzlich) eine psychofunktionaleLeistungsüberprüfung vorgenommen, dieallerdings als (Zusatz-) Information auch direktangefordert werden kann. In besonderenFällen kann eine zusätzliche Fahrverhaltensbeobachtungdas Befundbild komplettieren.Besonders bei Erkrankungen mit Auswirkungenauf die psycho-funktionale Leistungsfähigkeit,z.B. Apoplex oder Demenz, wird manden Betroffenen zu einer spezifisch verkehrspsychologischenTestuntersuchung raten müssen,zur endgültigen Abklärung der Fahreignung.In jedem Fall entsprechen die Gutachten denForderungen der Anlage 15 FeV und § 11Abs. 5 Fahrerlaubnis-Verordnung, besondersim Hinblick auf Anlassbezug, Verständlichkeit,Nachvollziehbarkeit, Nachprüfbarkeitund Vollständigkeit.Es ist die originäre Aufgabe des Gutachters,die Defizite (Mängel) bzw. die verkehrsrelevantenAuswirkung der Erkrankung des Probandenzu befunden, die Befundtatsachendiagnostisch einzuordnen und auf derGrundlage dieser spezifisch verkehrsmedizinischen/verkehrspsychologischenFeststellungeneine hierauf aufbauende Prognoseanzustellen in Bezug auf eventuelle Konsequenzenbei Teilnahme des Patienten am(motorisierten) Straßenverkehr, dies allerdingsunter Bewertung aller eventuellenKompensationsmöglichkeiten. Der (KONDI-AG-) Gutachter ist selbstverständlich spezialisiertund verkehrsmedizinisch/verkehrspsychologischbesonders ausgebildet, und/Praxis ohne Computer? – Nein danke!Eine Studie zur PC-Nutzung in Arztpraxenhat es an den Tag gebracht: Neun von zehnMedizinern – also 90 Prozent – nutzen denComputer bei jedem Patienten. Etwa 3000Ärzte hatten sich an der MAIS-Studie (MarktanalyseArzt-Informations-Systeme) beteiligt,die von Schröder+Kern sowie MW Officedurchgeführt wurde. Für die Verordnung vonArzneimitteln greifen sogar 92 Prozent derBefragten auf den Praxis-PC zurück.oder er verfügt über besondere Erfahrungendurch praktische Tätigkeit (§§ 65 – 67, 72FeV) und er ist neutral. Gerade die Neutralitäteiner unabhängigen (KONDIAG-) Begutachtungbietet einen Vorteil, besondersbei Patienten mit Akzeptanzproblemen. Einweiterer Vorteil resultiert aus der Tatsache,dass der Patient interdisziplinär, also verkehrsmedizinischund verkehrspsychologisch,untersucht werden kann, um zu einerbestmöglichen Absicherung der Befundlagezu kommen, eventuell unter Einbeziehungdes Ergebnisses einer Fahrverhaltensbeobachtung.Grundlage für die verkehrsmedizinischeund/oder verkehrspsychologischeBegutachtung sind die Begutachtungsleitlinienzur Kraftfahrereignung.Während die FeV und deren Anlagen dierechtlichen Rahmenbedingungen und Voraussetzungender Fahreignung beinhalten,sind die Begutachtungs-Leitlinien für dieKraftfahrereignung die Wiedergabe allgemeinergültiger wissenschaftlicher Erkenntnisse,die im konkreten zu untersuchendenEinzelfall letztendlich das Fahrerlaubnisrechtnormativ ausfüllen. Hieran orientieren sichsowohl die Rechtsprechung als auch die Fahrerlaubnisbehörden.Die partnerschaftliche Unterstützung durcheine konsiliarärztliche Plattform (KONDIAG)wird dem Patienten ein Höchstmaß an Absicherungverschaffen; Arzt und Patient findendamit die gewünschte unabhängige undneutrale Unterstützungsplattform für dasMobilitätsinteresse. Die Inanspruchnahmeeiner solchen Plattform bedeutet zugleich dieHäufigste Todesursache:Herz-Kreislauf-ErkrankungIm Jahr 2005 starben in Deutschland 830.227Menschen (388.554 Männer und 441.673Frauen), wie das Statistische Bundesamt mitteilt.Eine Erkrankung des Kreislaufsystems warbei fast jedem zweiten Verstorbenen die Ursachefür den später eintretenden Tod. Besondersältere Menschen starben infolge von Kreislauferkrankungen:So waren beinahe 91 Prozentüber 65 Jahre alt. Häufiger erlagen Frauen einerKreislauferkrankung, weil sie durchschnittlichälter werden als Männer. 66.179 Personenverstarben am Herzinfarkt, wovon 54,8 ProzentMänner und 45,2 Prozent Frauen waren.In allen Bundesländern ist im langfristigen Vergleichseit 1990 die Sterblichkeit gesunken.Die altersstandardisierte Sterbeziffer sankbundesweit von 1990 bis 2005 um 29 Prozentauf 801,6 Gestorbene je 100.000 Einwohner.Weitere Informationen und Statistiken unter:www.destatis.de.Minimierung beträchtlicher haftungsrechtlicherRisiken.V.Zu dem Problemkreis ist im Kirschbaum Verlagein aktuelles Buch der Autoren erschienen:Peitz/Hoffmann-Born: Arzthaftungbei problematischer Fahreignung, 2005ISBN 3-7812-1628-4 (19,80 €)Dieses Buch soll dem Behandler also einerseitsProblembewusstsein vermitteln und ihmhierfür erste rechtliche und verkehrsmedizinischeAnknüpfungspunkte liefern. Es soll ihnim eigenen und im Patienteninteresse zugleichermutigen, z.B. die konsiliardiagnostischeUntersuchung bei dem TÜV Hessen(KONDIAG) in Anspruch zu nehmen, die imAnhang zu diesem Buch näher erläutert ist.Nur so wird er seiner besonderen Verantwortungfür seine Patienten mit fahreignungsrelevantenErkrankungen oder altersbedingtenIndispositionen gerecht und vermeidet Haftungsfallen.Anschriften der Verfasser:Dr. med. Hannelore Hoffmann-BornLtd. Ärztin derMedizinisch-Psychologischen InstituteTÜV HessenEschborner Landstraße 42 – 5060489 Frankfurt am MainRechtsanwalt Jürgen PeitzPartner der AnwaltssozietätDr. Behrens Daalmann Wolff PeitzKapitány & MauntelAm Ostpark 14, 33604 BielefeldVertreterversammlung der KBVhat neuen VorsitzendenDr. Andreas Hellmann ist der neue Vorsitzendeder Vertreterversammlung der KassenärztlichenBundesvereinigung (KBV). In der Sitzungvom 1. Dezember 2006 wurde er alsNachfolger des Anfang Oktober verstorbenenDr. Heinz-Michael Mörlein gewählt. Hellmannist Facharzt für Lungenheilkunde, Innere Medizin,Allergologie, Sport-, Sozial- und Umweltmedizinund hat ebenfalls den Vorsitz der BezirksstelleSchwaben der KassenärztlichenVereinigung Bayerns (KVB) inne.Zahl der Übergewichtigen nimmt zu58 Prozent der erwachsenen Männer und42 Prozent der erwachsenen Frauen warenim Jahr 2005 in Deutschland übergewichtig.Damit ist der Anteil an Übergewichtigen imVergleich zu 1999 – Männer 56 Prozent,Frauen 40 Prozent – gestiegen. Bereits beijungen Menschen ist Übergewicht nicht seltenund erlebt einen Anstieg mit zunehmendemAlter. Bei den 20- bis 24-Jährigen leiden26 Prozent der Männer und 16 Prozentder Frauen an Übergewicht. Die Spitzenwerteliegen jedoch bei den 65- bis 69-jährigenMännern mit 74 Prozent und den 70- bis74-jährigen Frauen mit 64 Prozent. AusführlicheInformationen unter www.destatis.de.Anja Jüttner[4iMEDIA]AktuellBrandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang59


KVBB informiertLandesausschuss der Ärzte und Krankenkassenfür den Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung BrandenburgÜbersicht der für weitere Zulassungen gesperrten Planungsbereiche/ArztgruppenDie Übersicht enthält die Entscheidungen des Landesausschusses per 22.12.2006 für die Arztgruppen in den jeweiligen Planungsbereichenbis einschließlich des Beschlusses Nr. 28/06. Die für Zulassungen gesperrten Planungsbereiche/Arztgruppen sind mit einem„X“ gekennzeichnet. Die Anzahl der möglichen Zulassungen in vormals geschlossenen Planungsbereichen ist in Klammern (...) gesetzt.Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass gemäß der Bedarfsplanungs-Richtlinien-Ärzte eine Überversorgung dann angezeigt ist, wenn durch einen Vergleichzwischen der für den Planungsbereich maßgeblichen allgemeinen Verhältniszahl für die Arztgruppe und der für den Planungsbereich ermittelten örtlichenVerhältniszahl eine Überschreitung von 10 v.H. festgestellt wird. Insofern ist nicht grundsätzlich davon auszugehen, dass für die in der Übersicht nochnicht gesperrten Planungsbereiche/Arztgruppen eine Unterversorgung angezeigt ist. Wir empfehlen daher dringend jedem niederlassungswilligen Arzt, sichvor der Antragstellung in der KV-Brandenburg, Geschäftsbereich Qualitätssicherung/Sicherstellung, über die jeweilige Versorgungssituation zu informieren.Planungsbereiche/ArztgruppenAnästhesie Augen ChirurgieFachä.InternFrauenHNOHautkrankKinder Nerven Orthopädie Psychoth.Potsdam/Stadt X X X X X X X X X (1) X 7* X X XBrandenburg/Stadt/Potsdam-MittelmarkX X X X X X X X X X X 2* X XHavelland X X X X X X X X X X X 2* X XOberhavel X X X X X X X X X X X 4* X X (9)Ostprignitz-Ruppin X X X X X X X X X X X 1* X XPrignitz X X X X X X X X X X X 2* X XTeltow-Fläming (2) X X X X X X X X X 5* X XCottbus/Stadt X X X X X X X X (1) X X 10* X X XDahme-Spreewald (1) X X X X X X X X X X 3* X XElbe-Elster X X X X X (1) X X X (1) 2* X (1)Oberspreew.-Lausitz X X X X X X X X X X X 4* X XSpree-Neiße X X X X X X X X X X 4* X (1)Frankfurt/Stadt/Oder-SpreeX X X X X X X X X X X 7* X X XBarnim X X X X X X X X X X X 5* X XMärkisch-Oderland X (3) X X X X X X X X X 4* X X (21)Uckermark X X X X X X X X X X X 3* X XDiagn.Radiol.UrologieHausärzteÖffentliche Ausschreibungenvon Vertragsarztsitzengemäß § 103 Abs. 4 SGB VIn Gebieten, für die der Landesausschuss derÄrzte und Krankenkassen eine Zulassungssperreangeordnet hat, schreibt die KV Brandenburggem. §103 Abs. 4 SGB V nach Antragstellungfolgende Vertragsarztsitze zur Nachbesetzungaus:Bewerbungsfrist bis 08.03.2007Fachrichtung: AllgemeinmedizinPlanungsbereich: Potsdam/StadtZeitpunkt: schnellstmöglichBewerbungskennziffer: 01/2007Fachrichtung: AllgemeinmedizinPlanungsbereich: Cottbus/StadtZeitpunkt: schnellstmöglichBewerbungskennziffer: 02/2007Fachrichtung: FrauenheilkundePlanungsbereich: Frankfurt (O.)/St./Oder-Spr.Zeitpunkt: 01.07.2007Bewerbungskennziffer: 03/2007Fachrichtung: Kinder- und JugendmedizinPlanungsbereich: Spree-NeißeZeitpunkt: 01.04.2007Bewerbungskennziffer: 04/2007Fachrichtung: NervenheilkundePlanungsbereich: OberhavelZeitpunkt: 01.10.2007Bewerbungskennziffer: 05/2007Fachrichtung: Psychol. PsychotherapeutPlanungsbereich: Frankfurt (O.)/St./Oder-Spr.Zeitpunkt: 01.10.2007Bewerbungskennziffer: 06/2007Fachrichtung: AllgemeinmedizinPlanungsbereich: Potsdam/StadtZeitpunkt: schnellstmöglichBewerbungskennziffer: 07/2007Fachrichtung: Diagnostische RadiologiePlanungsbereich: Brandenburg(Havel)/St./Potsdam-Mittelm.Zeitpunkt: 30.06.2007Bewerbungskennziffer: 08/2007Nähere Auskünfte erhalten Sie beim GeschäftsbereichQualitätssicherung/Sicherstellung derKassenärztlichen Vereinigung Brandenburg,Ansprechpartnerin: Karin Rettkowski, Tel.-Nr.:0331/2309-320 oder Gisela Koch, Tel.-Nr.0331/2309-321.Die schriftliche Bewerbung für die ausgeschriebenenVertragsarztsitze ist zwingend erforderlich.Sie muss die Bewerbungskennziffer, dieAnschrift, die Telefonnummer, die Facharztanerkennungsowie Angaben zum möglichenPraxisübernahmezeitpunkt enthalten.Unter dem Stichwort „Ausschreibung“ sind dieUnterlagen bei der KV Brandenburg, Fr.-Engels-Str. 103/104, 14473 Potsdam, einzureichen.Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam,dass in der Warteliste eingetragene Ärzte nichtautomatisch als Bewerber für die ausgeschriebenenVertragsarztpraxen gelten.Weitere Informationen über Angebote für Praxisübernahmenkönnen Sie unserer Homepageunter www.kvbb.de (Stichwort: Zulassung, Praxisausschreibungenbzw. Praxisbörse) entnehmenoder persönlich unter der Rufnummer0331/2309-320 oder 321 erfragen.60 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


InfektionsgeschehenIm Dezember wurden 81 Häufungen mit insgesamt1.633 Erkrankten aus 15 Kreisen gemeldet.Betroffen waren 27 Kindertagesstätten,25 Alten- und Pflegeheime, 24 medizinischeEinrichtungen, eine Schule sowie Angehörigevon zwei Familien und Teilnehmer von zwei Betriebsfeiern.Im Einzelnen: 26 Norovirus-Häufungen mit insgesamt639 Erkrankten, eine Häufung in einermedizinischen Einrichtung mit 106 Erkrankten(Nachweis von Rota- und Noroviren), zweiRotavirus-Häufungen mit insgesamt 25 Erkrankten,eine Yersinia enterocolitica-Häufungin einer Kindertagesstätte mit 17 Erkrankten(Serovar O3; eine Infektionsquelle konnte nichtermittelt werden), eine Clostridium difficile-Häufung in einer medizinischen Einrichtung mit16 Erkrankten, eine familiäre Escherichiacoli-Häufungmit 4 Erkrankten (Serovar O78;vermutete Infektionsquelle war ein mit Kot verunreinigteröffentlicher Wickeltisch), eine familiäreSalmonellen-Häufung mit 5 Erkrankten(Nachweis von Salmonella Enteritidis; eineInfektionsquelle konnte nicht ermittelt werden),sowie 48 ätiologisch ungeklärte Häufungen mitinsgesamt 821 Erkrankten.Einzelerkrankungen (Auszug)Einen klinisch-labordiagnostisch bestätigtenLegionellose-Fall übermittelte Havelland. Das4-jährige Mädchen (Hauskind, keine Grunderkrankung)war mit Fieber und einer Lungenentzündungstationär aufgenommen worden.Die Legionellose konnte mittels eines Legionellapneumophila-Antigennachweises im Urin bestätigtwerden. Die Untersuchung der Wasserprobenim Privathaushalt ergaben keinen Hinweisauf eine mögliche Infektionsursache. EinePraxisindexInfektionsschutzweitere klinisch-labordiagnostisch bestätigteLegionellose übermittelte Barnim. Die Diagnosewurde durch einen L. pneumophila-Antigennachweisim Urin bestätigt. Der 64-jährigeMann war wegen einer chronischen Bronchitisstationär aufgenommen worden und wenigeTage später an einer Pneumonie erkrankt.Je eine labordiagnostisch bestätigte Listeriosebei nicht erfüllter Klinik übermittelten Potsdam-Mittelmark und Havelland. Der erste Fall betrafeinen 68-jährigen Mann, der wegen seinerGrunderkrankung untersucht wurde. Der zweitePatient war ein 63-jähriger Mann mit einerGrunderkrankung und unklarer Symptomatik(subfebrile Temperatur, Teerstuhl, Verschlechterungdes Allgemeinzustandes). In beiden Fällenwurde in der Blutkultur Listeria monocytogenesnachgewiesen. Über eine mögliche Infektionsursacheliegen in beiden Fällen bisher keineErkenntnisse vor.Cottbus und Spree-Neißeübermittelten jeweils eineklinisch-labordiagnostischbestätigte Shigellose.Im ersten Fall warein 58-jähriger Mann mitFieber und Durchfall erkrankt.Im Stuhl konnteShigella flexneri nachgewiesenwerden. VermuteterInfektionsort warCottbus. Die 47-jährigePatientin aus Spree-Neißeerkrankte ebenfalls mitFieber und Durchfall. Alsmögliches Infektionsland10 12wurde Ägypten angegeben.LandesgesundheitsamtInfektionskrankheiten/lmpfschutz/Krankenhaushygiene (Dezember 2006 – Auszug)320280240200160120804002006/07-Deutschland2006/07-Berlin/Brandenburg2005/06-Deutschland2005/06-Berlin/Brandenburg40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 1 2 3 4 5 6 7 8 9 11 13KalenderwocheInfektionskrankheit Fälle Kumulativwert4.12.– 31.12.2006Borreliose 115 2226Campylobacter 130 1954E. coli-Enteritis (ohne EHEC) 18 325EHEC/STEC 2 32Hepatitis B 1 52Legionellose 2 13Listeriose 2 12Norovirus-Erkrankung 1103 3943Pertussis 88 1494Rotavirus-Erkrankung 141 4258Salmonellose 129 1936Shigellose 2 21Tuberkulose 6 96* vorläufige Zahlen (durch Nachmeldungen kann es Differenzen zwischen derSumme der Einzelmonate und dem aktuellen Kumulativwert geben)BorreliosenIm Dezember wurden 115 Borreliosen übermittelt.Bei 83 Erkrankten (72 %) wurde einErythema migrans, bei 2 Patienten eine früheNeuroborreliose und bei 12 Erkrankten eineArthritis diagnostiziert. Für die übrigen Patientenwurden unspezifische Allgemeinsymptomeangegeben. Anamnestisch hatten 80 Betroffene(70 %) einen Zeckenstich.ARE/Influenza-Info(Stand: 3. Januar 2007)Die Aktivität der akuten respiratorischen Erkrankungen(ARE) hatte sich in Woche 51 imVergleich zur Vorwoche kaum verändert undlag grenzwertig im Bereich des Hintergrundniveaus(s. nebenstehende Grafik). Die Erhöhungin Woche 52 ist als Meldeartefakt zu bewerten.In der 51. Woche konnten im Rahmendes AGI-Sentinel die ersten Influenzaviren indieser Saison nachgewiesen werden – dreiInfluenza A/H 3N 2-Viren und ein InfluenzaA/H 1N 1-Virus. Die detaillierten Ergebnissemit den entsprechenden Bewertungen ausdem ARE-Sentinel können im Internet unterwww.influenza.rki.de/agi wöchentlich abgerufenwerden. Unter dieser Adresse sind auchausführliche Informationen zum Stand deraviären Influenza zu finden.Hinweis in eigener SacheAuf den Internetseiten des LandesgesundheitsamtesBrandenburg sind unter der Rubrik„Ausgewählte Infektionskrankheiten im LandBrandenburg“ jetzt neu auch die BrandenburgerDaten zu Windpocken zu finden(http://www.lasv.brandenburg.de/sixcms/detail.php/lbm1.c.387056.de).Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang61


RezensiertRheumatologie to goHans J. HatzWissenschaftlicheVerlagsgesellschaft mbHStuttgart, 804 Seiten1. Auflage, 2007ISBN 978-3-8047-2193-7,Preis: 69,00 EuroDas Vorliegende soll zum schnellen Nachschlagendienen und wichtige Hintergrundinformationenerbringen, so dass die verschiedenenUntersuchungs- und Therapieverfahrenverantwortungsbewusst in der täglichen Praxisbzw. Klinik eingesetzt werden können. Bei diesemnicht in Hardcoverform verfassten Buchhandelt es sich um ein Werk, was im Wesentlichenalleine von dem Verfasser erstellt wurde.Dieses Buch ist in vier Abschnitte eingeteilt,wobei kurz auf die Klassifikation der Krankheitsbildereingegangen wird, dann die allgemeineDiagnostik, die Therapiestrategien inder Rheumatologie und schließlich die Darstellungder verschiedenen rheumatologischenKrankheitsbilder erfolgt.Das Buch verfügt über viele Tabellen und Abbildungen,wobei die Abbildungen teilweisesehr klein konfiguriert sind und es einemmanchmal schwer fällt, herauszufinden, wasder Verfasser darstellen will. Die kleine Schriftdes Buches und die zahlreichen Tabellen stellenhohe Anforderungen an die Konzentrationdes Lesers, sind aber nicht vermeidbar,da das Kleinformat des Buches diesbezüglichkeine anderen Möglichkeiten bietet, um alleInformationen unterzubringen.Das Kapitel „Allgemeine Diagnostik“ geht imPrinzip nur auf Anatomie, Anamnese, klinischeUntersuchungen und umfänglicher aufdie Arthrosonographie sowie die Synoviaanalyseein. Die bildgebenden Verfahrenwerden nur auf einer Seite dargestellt, ebensowie die Blutuntersuchungen, und es wird aufdie einzelnen Krankheitskapitel diesbezüglichverwiesen. In diesem Kapitel „AllgemeineDiagnostik“ hätte man sich eine proportionierteDarstellung aller Diagnostikmethodengewünscht, wenn schon die Arthrosonographieund die Synoviaanalyse so ausführlichbehandelt werden.Auch im Teil III unter „Therapiestrategien“ fällteine nicht ausgewogene Darstellung der einzelnenTherapieformen auf. So ist das Kapitelzur Technik der Gelenkpunktionen und paraartikulärenInfiltrationen überproportionallang (über 70 Seiten), während die Basistherapeutikaund die Biological relativ kurzabgehandelt werden. Es werden verschiedeneTherapiepyramiden dargestellt, die nichtmehr ganz den heutigen Therapieempfehlungenentsprechen.Bei der Auswahl der Präparate während derSchwangerschaft wird skizziert, dass Azathioprinsechs Monate vor der Schwangerschaftabgesetzt werden sollte, z.B. beim Lupuserythematodes. Die aktuelle Literatur zeigtallerdings, dass die Behandlung der Muttersoweit wie möglich unverändert bleiben sollteund das Azathioprin durchaus auch in derSchwangerschaft gegeben werden kann angesichtsder möglichen Konsequenzen einesLupusschubes für Mutter und Kind.Bei der Darstellung der degenerativen Wirbelsäulenerkrankungenhätte man sich klarereDefinitionen der Erkrankungsbilder gewünscht.Ein pseudoradikuläres Lumbalsyndrom erscheintals Wortdreher. Es ist wohl eher dasdurch Veränderungen in der Lumbalregionausgelöste Pseudoradikulärsyndrom gemeintund nicht das pseudoradikuläre Lumbalsyndrom.Ebenso sind die Begriffe „HWS-Syndrom“bzw. „chronisches Zervikalsyndrom“nicht zeitgemäß und reine topologische Begriffe,die einer differenzierten Auflösungbedürfen. Ebenso fallen Begriffe wie „thorakaleRückenschmerzen“ auf, die für den Lesermissverständlich sein können. Ebenso kanndie Abhandlung der Sarkoidose, des MorbusSudeck und der Erkrankungen der Blutgerinnungunter der Hauptüberschrift „Erkrankungendes Stoffwechsels und des Endokrinums“,wo sich der Leser bei der Suche derErkrankungsbilder sicher eine andere Klassifikationvorstellen würde, Verständnisproblemebereiten.Empfehlung: Auch wenn eine Reihe von Unzulänglichkeiten,die skizziert wurden, bestehen,so ergeben sich vielfältige Informationenaus dem Buch, die für klinisch tätige Ärzteund niedergelassene Ärzte wertvoll sind. DasBuch ermöglicht eine rasche Orientierungund umfasst alle Kapitel in der Rheumatologie.Sehr umfangreich ist das Kapitel „Technikder Gelenkpunktionen und Injektionen“ dargestellt.Prof. Dr. Kurt Gräfenstein, Treuenbrietzen„Die Tür nach draußen öffnen“Demenz-Broschüre des MASGFUngefähr 30.000 Menschen leiden in Brandenburgan Demenz. Zwei Drittel von ihnenwerden von Angehörigen – teilweise ohne jeglicheHilfe von außen – zu Hause betreut. DasMinisterium für Arbeit, Soziales, Gesundheitund Familie (MASGF) hat dazu eine Broschüremit dem Titel „Die Tür nach draußen öffnen“herausgegeben, die unter anderem Hilfsangeboteaufzeigt, welche seit dem 2002 in Kraftgetretenen Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetzmöglich geworden sind. In einem Adressenteilgibt sie Anlaufstellen bekannt, wo AngehörigeAnsprechpartner finden oder aber auch ausgebildeteehrenamtliche Helferinnen, um sichfür ein paar Stunden in der Woche ein wenigZeit für sich selbst zu gönnen.Die Broschüre kann beim Ministerium fürArbeit, Soziales, Gesundheit und Familie,Presse/Öffentlichkeitsarbeit, Heinrich-Mann-Allee 103 in 14478 Potsdam oder auf derInternetseite www.masgf.brandenburg.de bestelltwerden.Brandenburger Medien- undBehördenverzeichnis 2007Das neue Brandenburger Medien- und Behördenverzeichnis2007 ist erschienen. Die LandespressekonferenzBrandenburg (LPK e.V.)gibt dieses jährlich heraus und bietet auf über100 Seiten eine Auflistung von mehr als 600Adressen: Von Landtag, Landesregierung,Behörden, Ämtern bis hin zu Hochschulen,Gewerkschaften und Kammern – zu allen Einträgengehören Kontaktanschriften, E-Mail-Adressen sowie Telefon- und Faxnummern.Des Weiteren gibt es ein ausführliches Verzeichnisder Brandenburger Medien und allerLPK-Mitglieder. Das Verzeichnis für 2007kann für 10 Euro (+ 1,45 Euro Versandkosten)über das Bestellformular auf www.lpk-brandenburg.deerworben werden.Der Mutterschaftsbetrug.Vom UnWert zum MehrWertdes Mutterseins.Christa MulackWeb-Site-Verlag. 264 Seiten. 2006ISBN: 3935982720, Preis: 19,80 EuroDie Autorin hat ein Buch vom „UnWert zumMehrWert des Mutterseins“ geschrieben. DieTerminologie ist nicht zufällig der marxistischenBegriffswelt des Mehrwertes aus dem kommunistischenManifest entlehnt. Denn die Autorinkritisiert den zu leistenden Mehrwert einer jedenMutter, die für die Gesellschaft letztlich kostenlosarbeitet und von ihr ausgebeutet wird,so wie Marx den MehrWert der Arbeiter kritisierthat, den diese den Arbeitgebern zuführen,ohne einen adäquaten Gegenwert dafür zurückzu erhalten. Ähnlich verhält es sich ihresErachtens im Umgang dieser Gesellschaft mitden Müttern. „Den von ihnen erwirtschaftetenRentenwert in Gestalt ihrer Kinder erhaltennicht etwa sie, sondern jene, die mit ihrer ArbeitGeld verdienen und in die Rentenkassen einzahlen.Da Mütter für ihre Arbeit jedoch keinenLohn bekommen, können sie auch nichts in dieSozialversicherung einzahlen und bekommenfolglich auch keine Rente…“( S. 245).Die Autorin kritisiert nicht nur die Ausbeutungder Mütter im Allgemeinen, sondern62 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Rezensiert/Aktuellauch die Stellung der Frau in unserer patriarchalischenGesellschaft im Besonderen.Denn in ihr werden Frauen und Mütter herabgestuft,erniedrigt, ungerecht behandeltund von Männern mit Schuldgefühlen befrachtet.Obwohl die Arbeit der Mütter inunserer Gesellschaft nicht hoch genug einzuschätzenist, so der Tenor der Autorin, wirddiese zu wenig wertgeschätzt.Sie legt mit ihrer Studie eine Abrechnungvor, die so mancher Frau und Mutter, aberauch so manchem Mann die Augen öffnenwird, wenn sie es bisher gewohnt waren, inmännlichen Kategorien zu denken.Wir erfahren aus einer zunächst ungewöhnlichen,da polarisierenden Perspektive, in einerebenso polarisierenden Gesellschaft, dass dieMütter unbewusst das Richtige tun, wenn sie ihrMuttersein der Gesellschaft nicht mehr zur Verfügungstellen. Biologische Verweigerung alsunbewusste Reaktion einer berechtigten Protesthaltung,in der etwas Grundlegendes in unserervon Männern dominierenden Gesellschaftschief läuft: Die Wertschätzung der Mütter.Die durch die Medien kursierenden Mordserienvon Müttern, die ihre Kinder verhungernoder verdursten ließen, beleuchtet die Autorinneu und stellt fest, dass diese Mütter früherselbst verwahrloste und sexuell missbrauchteKinder waren. Sie stellt somit eine Verstehensgrundlagemit diesen Müttern her, die ihnen inder Rechtsprechung und in anderen Bereichenverweigert worden ist. Ihr Fazit zu diesen Fällen:Mütter reagieren auf ihre Vernachlässigungmit der Vernachlässigung ihrer Kinder.Im weiteren Verlauf lenkt sie ihr Augenmerkauf einen matriarchalischen Kulturvergleich,mit dem sie Alternativen und Denkmöglichkeitenaufzeigt. Es sind vorsichtige Versuche,Frauen andere Handlungsmöglichkeiten zueröffnen. Frauen haben die Möglichkeit ineine Welt einzutauchen, in der anderes, wiez.B. eine Frauensolidarität und den Vater alssoziale Instanz, möglich und lebbar ist.Der Teil ihres Buches, der mich allerdings besondersbeeindruckt hat, ist der Streit um dasKindeswohl in nach-ehelichen Beziehungen.Hier stellt sie uns das neue, noch in weiten Teilenunbekannte Vaterrecht vor und seine Auswirkungenauf Frauen und Kinder. Sie führtuns die unsinnige Gleichbehandlung von Mütternund Vätern vor Augen und beleuchtet eineneue Väterrechtsbewegung, die die Rechteder Mütter und Kinder erneut beschneidet undfür ihre Interessen ausnutzt.Aus Rache an Müttern und Ehefrauen undeinem Machtbedürfnis heraus streiten sie umihre Egowünsche und vernachlässigen dabeidas Wohl des Kindes.Ein unbedingt lesenswertes und provokantesBuch, das Frauen die Frage ans Herz legt:Hast du den Mann geprüft, den du allein zuHause auf deine Kinder loslässt?Ein Buch, das nicht nur unsere Familienministerin,sondern alle Eltern lesen sollten, wennsie sich leidenschaftlich für eine ungeprüfteVatererziehung aussprechen.Dr. Helga Abel, Grundelfingen-BreisgauLiebe Kolleginnen und Kollegen,Am 28.Oktober 2006 fand die Jahrestagungder Landesgruppe Brandenburg des BundesverbandesDeutscher Schriftstellerärzte (BDSÄ)bei unserer Kollegin Barbara Kromphardt inPotsdam/Babelsberg statt. Sie begann mit einerAuswertung des Jahreskongresses in Woltersdorf,führte dann zu den Berichten der Anwesendenüber 2006 durchgeführte Lesungenmit Diskussion der Möglichkeiten einer Verbesserungder Arbeit auf diesem Gebiet – auchhinsichtlich der Gestaltung gemeinsamer Lesungen.Den Ausklang bildeten Vorträge vonGedichten, Kurzgeschichten und Aphorismender Kolleginnen und Kollegen.Für die Mitarbeit in der Landesgruppe im vergangenenJahr möchte ich mich an dieserStelle bei allen beteiligten Kolleginnen undKollegen sehr herzlich bedanken.Der Jahreskongress 2007 des BDSÄ findetvom 16. bis 20. Mai in Bad Homburg statt.Sollten auch Sie Interesse am Kontakt mitgleichgesinnten Kolleginnen und Kollegenhaben, wenden Sie sich bitte an nachstehendeAdresse.Ihr Hans BrockmannOMR Dr. Hans BrockmannPuschkinstraße 4, 04924 Bad LiebenwerdaTel.: 035341-2287, Fax: 035341-23431E-Mail: Dr.HansBrockmann@web.deGedichte des BundesverbandesDeutscher Schriftstellerärzte,Landesgruppe Brandenburg:Ohne TitelErleichterung spürenund sich beschwerenhinter dem Rückendes Nächstenodergemeinsamsich auseinander setzen undvon Angesicht zu Angesichtdas Weite suchen.Schweden und überallMein Freundsprachmit meinen Freundenschlechtüber michichsprachmit meinem Freundschlechtüber diese Freundedannsprach ichmit Freundenschlechtüber meinen Freundspätersprach ichnicht mehrund weinte.beide Gedichte von Annemarie Jost, CottbusÄrztekammer-Wahl in BerlinAktuellDie stärkste Fraktion in der neuen Delegiertenversammlungder Ärztekammer Berlinist die Liste „Allianz Berliner Ärzte“, die 33,1Prozent der gültigen Stimmen auf sich vereinenkonnte. Damit hat sie 15 Sitze in der Delegiertenversammlunginne. Mit 30,1 Prozentkam die Liste „Fraktion Gesundheit“ auf denzweiten Platz und erhält daher 14 Sitze inder Vertretung der Berliner Ärzte. Der „MarburgerBund“ wurde mit 22,1 Prozent derStimmen – das entspricht zehn Sitzen – drittstärksteFraktion, gefolgt von der Liste „Hausärzte“mit 11,9 Prozent (5 Sitzen). Die zumersten Mal angetretene Liste „NiedergelasseneÄrzte“ belegt mit 2,9 Prozent und einemSitz den letzten Platz. Vom 25. Oktober bis8. Dezember 2006 hatten die Kammermitgliederdie Möglichkeit gehabt, ihre 12. Berufsvertretungper Briefwahl zu bestimmen.Mit 38,6 Prozent war die Wahlbeteiligung soniedrig wie noch nie.Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang63


PersonaliaMichael OssadnikNeue PflegedienstleitungDie Leitung des Pflegedienstes im KlinikumFrankfurt (Oder) hat Michael Ossadnik übernommen.Dieser blickt auf eine 28-jährigeErfahrung im Pflegebereich zurück. Er absolviertezunächst die Krankenpflegeausbildungan der Fachschule in Dresden, bevor der47-Jährige mehrere Jahre als Krankenpflegeran der Nervenklinik der Medizinischen AkademieDresden tätig war. 1982 schloss Ossadnikseine Ausbildung zum Fachkrankenpflegerab und übte diese Tätigkeit bis 1989in Dresden aus. Fünf Jahre lang war der47-Jährige Oberpfleger und Verwaltungsleiteran der Medizinischen Fakultät der TechnischenUniversität Dresden. Zu dieser Zeitkonnte er auch seine Ausbildung zum Diplom-Krankenpfleger mit dem Prädikat „Ausgezeichnet“abschließen. Bis Oktober 2006 warMichael Ossadnik Pflegedirektor am HU-MAINE-Klinikum Bad Saarow, bevor er seineneue Tätigkeit in Frankfurt (Oder) aufnahm.Klinikum Frankfurt (Oder) GmbHMüllroser Chaussee 7, 15236 Frankfurt (O.)Neuer Ärztlicher Direktoram CTK CottbusDr. med. habil. Werner Bär, Chefarzt des Institutsfür Medizinische Mikrobiologie undKrankenhaushygiene, wurde Anfang Januarzum neuen Ärztlichen Direktor des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus ernannt. Die Chefarztkonferenzdes CTK hatte den 56-Jährigenmit großer Mehrheit für diese Funktion vorgeschlagen.Von 1978 bis 1983 hatte Bär seinMedizinstudium in Marburg und Ulm absolviertund war von 1984 bis 1988 Assistentam Institut für Medizinische Mikrobiologie derUniversität Mainz. Seit 1992 leitet der inIlbenstadt (Hessen) geborene Arzt das Institutfür Hygiene und Mikrobiologie am CTK (Lehrkrankenhausder Charité) und bekam 1996die Lehrbefugnis an der Charité verliehen.Als Stellvertreter des Ärztlichen Direktors wurdeDr. med. Günter Haring, Chefarzt der Klinikfür Anästhesiologie und Intensivtherapie,wiedergewählt. PD Dr. med. Thomas Erler,Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin,besetzt zum ersten Mal diese Position.Die Chefarztkonferenz und Geschäftsführungdes Carl-Thiem-Klinikums verabschiedet denscheidenden Ärztlichen Direktor, Prof. Dr. med.Dr. med. habil. Werner BärHjalmar B. Steinhauer, und dankt ihm für seinEngagement in dieser Funktion.Die Ärzteschaft trauertum Professor Eggert BeleitesAm 27. Dezember 2006 ist Prof. Dr. med.habil. Eggert Beleites, Präsident der LandesärztekammerThüringen und Träger derParacelsus-Medaille der Deutschen Ärzteschaft,nach schwerer Krankheit verstorben.Er wurde 67 Jahre alt. Im Juli 1990 war Prof.Beleites zum ersten Präsidenten der LandesärztekammerThüringen gewählt wordenund wurde in allen kommenden Wahlen inseinem Amt bestätigt. Eggert Beleites bekamfür sein ehrenamtliches Engagement beimAufbau des selbstverwalteten Gesundheitswesensin Thüringen im Jahr 1997 das Bundesverdienstkreuz.Des Weiteren wurde derlangjährige Direktor der Hals-Nasen-Ohren-Klinikdes Jenaer Universitätsklinikumsmit der Ehrenmitgliedschaft des DeutschenBerufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzteausgezeichnet. „Mit Eggert Beleites ist einvorbildlicher Arzt und edler Mensch von unsgegangen. Er wird unvergessen bleiben“,sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof.Dr. Jörg-Dietrich Hoppe.BundesärztekammerHerbert-Lewin-Platz 1, 10623 BerlinTel.: 030-400456700Fax: 030-400456707www.baek.deDie Ärzteversorgung Land Brandenburg trauert um ihren ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden des AufsichtsausschussesDr. med. Hans-Berndt Biolik.Herr Dr. Biolik war von der Gründung der berufsständischen Versorgungseinrichtung im Jahre 1992 biszum 13. Januar 2007 Mitglied des Aufsichtsausschusses der Ärzteversorgung Land Brandenburg.In der gesamten Zeit bekleidete Herr Dr. Biolik die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsausschusses.Sein großes persönliches Engagement hat wesentlich zum Gelingen der Gründung der ÄrzteversorgungLand Brandenburg beigetragen. Ihm gilt dafür der Dank aller Mitglieder und Mitarbeiter.Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.Ärzteversorgung Land Brandenburg Aufsichtsausschuss, Verwaltungsausschuss und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle64 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Personalia/AktuellWir gratulieren zum Geburtstag im Februar95 JahreSR Dr. med. Erika PawelitzkiBrandenburg93 JahreDr. med. univ. Elisabeth KittelBernau91 JahreOMR Dr. med. Gerda v. HodenbergWittenberge90 JahreOMR Dr. med. Karl-Heinz SchwabePerleberg87 JahreOMR Dr. med. Ludwig KrafftBrandenburgDr. med. Ingeborg MalzahnZeuthenDoz. Dr. med. habil. Eduard WeiglHangelsberg86 JahreDr. med. Gisela BritzCottbusSR Dr. med. Andis MüllerWulkowSR Dr. med. Lydia RogoskyAltdöbern85 JahreDr. med. Ewgeni StoinowForst82 JahreSR Dr. med. Otto GriepLuckenwaldeOMR Dr. med. Hans-Jürgen RentschAngermündeOMR Dr. med. Gerhard WürfelFrankfurt (Oder)81 JahreDr. med. Dietrich ScholzMahlow80 JahreSR Dr. med. Herbert LinkeEichwaldeOMRProf.Dr.med.habil. Horst RöhligCottbus78 JahreErnst-Jürgen OttoWildauOMR Dr. med. Ernst-Georg RückerFredersdorfMR Ingeborg WilleEichwaldeSozial Benachteiligte inden Mittelpunkt rücken77 JahreMR Dr. med. Ruth KramerBurxdorfOMR Prof. Dr. sc. med. JoachimNeugebauerEichwaldeOMR Dr. med. Karl Heinz RähmerFrankfurt (Oder)Dr. med. Isolde WeißertWildau76 JahreMR Dr. med. Wolfgang KettwigSchwedt75 JahreSR Dr. med. Marianne BalzPrenzlauSR Alexander DietzCottbusMR Priv.-Doz. Dr.sc. med.Heinz HagenPotsdamDr. med. Kurt KobsStrausbergDr. sc. med. Klaus MotschPotsdamDr. med. Ursula Müller-HornburgNauenMR Doz. Dr. med. habil.Lothar RogowitzGörsdorfMR Dr. med. Günther ScholzForstDr. med. Gene SimatRauenOMR Dr. med. Ulrich VierkantSchwedt70 JahreDr. med. Volkmar BartelsHennigsdorfProf. Dr. sc. med. Peter BartschBiesenthalDr. med. Horst BockWittstockDagmar BodeKraatzDr. med. Renate BöselBrandenburgDr. med. Elisabeth BrachwitzOranienburg, OT LehnitzDr. med. Hella DötschKönigs WusterhausenSR Rosemarie GaebelStrausbergMR Dr. med. Renate GerberOranienburg, OT LehnitzDr. med. Oskar HarnappHoyerswerdaDr. med. Franz HofereiterPotsdamDr. med. Ursula KlaueErknerDr. med. Dietrich KothePanketal, OT ZepernickOMR Dr. med. Gerd LindnerStrausbergUrsula MieschelWuthenowDr. med. Doris PeukertZeesenDoz. Dr. sc. med. Peter PrenzlauChorin, OT SenftenhütteMR Dr. med. Siegfried SchmidtFichtenwaldeDr. med. Stefanie SchöningStrausbergDr. med. Christel SchottAhrensfeldeOMR Dr. med. Jürgen WirthBerlin65 JahreDr. med. Helga BailGrünheide, OT Kagel-Finkenst.Dipl.-Med. Axel BarthelGroß KreutzDr. med. Peter-Michael BauersPotsdamDr. med. Werner BeckerBerlinDr. med. Marlen BeilCottbusSR Gisela BühringNauenSieglinde EichmannForstDr. med. Christa EiseltLindowMR Dr. med. Wolfgang FechnerRangsdorfSR Dr. med. Karin FeistnerMahlowDr. med. Ute FriedrichPanketal, OT ZepernickMR Dr. med.Hubert GoldschmidtNiederfinowDr. med. Erhard GüttnerBrandenburgDr. med. Marianne KlevesahlOranienburgDr. med. Robert KüchlerHeideblickDr. med. Christel KunkelGlienickeChristian KurekBiesenthalDr. med. Gerd LengenPerlebergDr. sc. med. Ulf Rüdiger MeinelMühlenbeck Land, OT MühlenbeckGerd MicklichRheinsbergDr. med. Helga ModraFriesackDr. med. Jürgen NeumannForstSR Dr. med. Margit Rentsch-KühnelGubenDr. med. Peter RohnGlienickeElfriede RossiusFrankfurt (Oder)MR Dr. med. Gerd SchmidtHerzbergDr. med. Heide ScholzTieckowUlrike SteffenNeuruppinDr. med. Brigitte StelzerVeltenChrista ViewegBriesenDr. med. Ekkehart WeberBirkenwerderMR Dr. med. Dieter WeinreichManschnow60 JahreDr. med. Bernd ClarenBerlinHeidi HuettenrauchLudwigsfeldeDr. med. Michael LauAltlandsbergDr. med. Jochen Börries NickauKönigs WusterhausenDr. med. Eberhard PerlickEberswaldeWladimir SalesskijTemplinWir bitten unsere Leser, die nicht mitder Veröffentlichung einverstanden sind,um rechtzeitige (bis 15. des Vormonats)Mitteilung (schriftlich oder telefonischunter 0355/7801018 oderE-Mail: angelika.winzer@laekb.de).AktuellInsgesamt 1800 Teilnehmer aus Wissenschaft,Politik und Praxis hatten sich Anfang Dezember2006 in Berlin zum bundesweiten 12. Kongress„Armut und Gesundheit“ eingefunden. Inmehr als 60 Einzelveranstaltungen wurde anzwei Tagen kontrovers diskutiert: Wo sind dieAnsatzpunkte für die Investition in die Gesundheitder Bevölkerung und eine bessere Versorgungvon Bedürftigen? Laut Sozialstatistik hängendie Lebenserwartung und der Gesundheitszustandin Deutschland maßgeblich vonEinkommen und sozialem Status ab. ArmeMenschen haben ein doppelt so hohes Risikozu erkranken und eine bis zu zehn Jahre kürzereLebenserwartung. Der Kongress wies aufMöglichkeiten hin: Werden gesundheitsförderndeMaßnahmen auf die Bedürfnisse benachteiligterGruppen zugeschnitten, verbessertsich die Situation deutlich. Beispiele hierfürsind das Projekt „Connect“ des Hamburger Bürosfür Suchtprävention – ein Netzwerk für Kindersuchtkranker Eltern – oder „Schutzengel“vom gleichnamigen Flensburger Verein – einProgramm zur Unterstützung Alleinerziehender.Ausführlichere Informationen zum Kongress„Armut und Gesundheit“ gibt es unterwww.gesundheitliche-chancengleichheit.de.Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang65


Tagungen und KongresseLand Brandenburgund BerlinNeue Chancen für die ärztlicheBerufsausübung14. Febr. 2007,18.00 bis 21. 00 UhrOrt: LandesverbandHartmannbund,Schützenstraße 6A, 10117 BerlinTeilnehmergebühr: 30 €Auskunft: LV Brandenburg,Claus KöhlerTel.: (03372) 40 46 97Fax: (03372) 40 43 79E-Mail: hb-brb@t-online.deInterdisziplinäre GefäßkonferenzGefäßchirurgie – Angiologie –Radiologiejeweils 16.00 bis 18.00 Uhr14. Febr. 200714. März 2007Ort: Röntgendemoraum Haus 7Leitung und Auskunft:Dr. med. Kranz, Klinik fürGefäßchirurgie, Fehrbelliner Str. 38,16816 NeuruppinTelefon: (03391) 39 34 20E-Mail: t.kranz@ruppiner-kliniken.deTherapie des Vorhofflimmernsin der täglichen Praxis14. Febr. 2007,18.00 bis 20.30 UhrLeitung , Ort und Auskunft:Dr. med. Kamke,Reha-Zentrum Spreewald,Zur Spreewaldklinik 14,03096 BurgTelefon: (035603) 6 32 21Fax: (035603) 6 31 06E-Mail:kamke@spreewald.mediclin.deDas Symbol des Vermittlersim Heilungsprozess15. bis 17. Febr. 2007Teilnehmergebühr: 260 €Ort und Auskunft: Institut fürPsychosomatik und Psychotherapie,Großbeerenstr. 109,14482 PotsdamTelefon: (0331) 6 01 36 37Grünheider Ärztekreis je 2 PLungenerkrankungen16. Febr. 2007Schilddrüsenkarzinom16. März 2007Ort: Hotel Seegarten GrünheideAuskunft: OMR Dr. med.V. Puschmann, Gerichtstraße 15,15859 StorkowTelefon: (033678) 6 25 34Potsdamer Symposium für plastischeund ästhetische Chirurgie17. Febr. 2007,9.00 bis 16.00 UhrOrt: Hans-Otto-Theater PotsdamAuskunft: St. Josefs-Krankenhaus,Zentrum für Plastischeund ästhetische Chirurgie,Frau Fenske,Allee nach Sanssouci 7,14471 PotsdamTelefon: (0331) 96 82 45 00Fax: (0331) 96 82 45 09Neue Methoden in Diagnostikund Therapie21. Febr. 2007Orthopädie21. März 2007Ort und Auskunft: Dr. med.G. Haring, Carl-Thiem-Klinikum,Klinik für Anästhesiologieund Intensivtherapie,Thiemstr. 111, 03048 CottbusTelefon: (0355) 46 24 20Fax: (0355) 46 24 50E-Mail: anaesthesie@ctk.de5. LAGO-Tagung OnkologieLand Brandenburg 14 P„Neue Versorgungskonzeptein der Onkologie“23./24. Febr. 2007 in PotsdamAuskunft: LandesarbeitsgemeinschaftOnkologische VersorgungBrandenburg e.V.,Gregor-Mendel-Straße 10 –11,14469 PotsdamTelefon: (0331) 2 70 71 72Fax: (0331) 2 70 71 71E-Mail: post@lago-brandenburg.deInternet: www.lago-brandenburg.de7. TeupitzerSchlaganfall-Kolloquium24. Febr. 2007,9.30 bis 16.45 UhrOrt: Asklepios Fachklinikum TeupitzLeitung: Dr. FaissAuskunft: Frau Steyer,Klinik für Neurologie,Asklepios Fachklinikum Teupitz,Buchholzer Str. 21, 15755 TeupitzTelefon: 033766) 6 63 36Fax: (033766) 6 61 41Internet: j.faiss@asklepios.comInternet: www.asklepios.com/teupitz35. PotsdamerAnalgesie-Sonnabend24. Febr. 2007,9.00 bis 14.30 UhrOrt: KongresszentrumTempliner See, PotsdamTeilnehmergebühr: auf AnfrageLeitung: Dr. GastmeierAuskunft: Frau Dipl.-Med.-Päd.Ramelow, BrandenburgischesBildungswerk für Medizin undSoziales e.V., Zeppelinstr. 152,14471 PotsdamTel.: (0331) 9 67 22 15Fax: (0331) 9 67 22 30E-Mail: mailbox@bbwev.deInternet: www.bbwev.deGrundlagen der Beatmung24./25. Febr. 2007Teilnehmergebühr: 355 €Intensivmedizinisches Managementdes kritisch kranken Patienten24./25. Febr. 200730./31. März 2007Teilnehmergebühr: je 525 €Gerinnungsdiagnostik und-therapie in der Anästhesieund Intensivmedizin10./11. März 2007Teilnehmergebühr: 345 €Advanced DamageControl Surgery10./11. März 2007Teilnehmergebühr: 550 €Management desschweren Thoraxtraumas17./18. März 2007Teilnehmergebühr: 525 €Lung protective ventilation strategiesin infants and children19. bis 21. März 200721. bis 23. März 2007Teilnehmergebühr: je 800 €Goal-directed Therapieder Sepsis23./24. März 2007Teilnehmergebühr: 615 €Notfallmanagementim Krankenhaus30./31. März 2007Teilnehmergebühr: 495 €Ort und Auskunft:HCx Consulting GmbH,Trainingszentrum für Anästhesie,Intensivmedizin und Chirurgie,Döllnkrug 2, 17268 TemplinTelefon: (039882) 4 99 18Fax: (039882) 4 99 19Internet:www.medizin-im-gruenen.deAndrologie in Klinik und Praxis2./3. März 2007Ort: Radisson-Hotel FleesenseeTeilnehmergebühr: 150 €Leitung und Auskunft:Prof. Dr. Fahlenkamp,Ruppiner Kliniken, Klinikfür Urologie und Kinderurologie,Fehrbelliner Straße 38,16816 NeuruppinTelefon: (03391) 39 33 00Fax: (03391) 39 33 09Aktuelle Gastroenterologie3. März 2007,10.00 bis 13.00 UhrOrt: Hotel Voltaire PotsdamLeitung und Auskunft:Prof. Dr. Weinke,Klinikum Ernst von Bergmann,Medizinische Klinik,Charlottenstraße 72,14467 PotsdamTelefon: (0331) 2 41 62 02Fax: (0331) 2 41 62 00Workshop „Endoskopie hautnah“6. März 2007,9.00 bis 15.00 UhrOrt, Leitung und Auskunft:Dr. med. J. Schwenzer,Krankenhaus Märkisch-Oderland GmbH, BT Strausberg,Prätzeler Chaussee 5,15344 StrausbergTelefon: (03341) 5 28 23Fax: (03341) 5 26 46E-Mail: J.Schwenzer@khmol.deInterdisziplinäre Falldemonstrationentypischer Mammabefundeund sinnvolle präoperativeDiagnostik in aktuellen Fällen7. März 2007, 16.00 UhrOrt und Auskunft:Dr. Christensen, Klinik fürGynäkologie und Geburtshilfe,Ruppiner Kliniken,Fehrbelliner Straße 38,16816 NeuruppinTelefon: (03391) 39 39 10Fax: (03391) 39 39 09Tutorialjeweils 17.00 bis 19.00 Uhr7. März 20074. April 20072. Mai 20076. Juni 2007Ort: Hörsaal AltbauLeitung und Auskunft:Prof. Dr. Riedel, FrauenklinikCarl-Thiem-Klinikum,Thiemstr. 111, 03048 CottbusTelefon: (0355) 46 22 34Fax: (0355) 46 23 80Donnerstags-Fortbildung 1 P8. März 2007,8.00 bis 9.00 UhrOrt und Auskunft: Klinik fürTraumatologie und Orthopädie,HELIOS Klinikum,Pieskower Straße 33,15526 Bad SaarowTelefon: (033631) 7 33 85Fax: (033631) 7 33 8412. Senftenberger Gesprächezum Schlaganfall10. März 2007,9.00 bis 12.45 UhrPatientenforum Schlaganfall14.00 bis 15.15 UhrOrt: FachhochschuleLausitz SenftenbergLeitung und Auskunft:Prof. Dr. St. Brehme(Telefon (03573) 75 16 01),Prof. Dr. F. Reinhardt(Telefon: (03573) 75 21 50Behandlung psychischreaktiver Traumafolgen beitraumatisierten Flüchtlingenund Folteropfern20 P16./17. März 2007 in BerlinTeilnehmergebühr: 220 €Auskunft: PsychotherapeutenkammerBerlin, Frau Hofmann-BritzTelefon: (030) 8 87 14 00Fax: (030) 88 71 40 40Aufbaukurs Doppler-/Duplexsonographieder peripheren Gefäße 28 Pnach DEGUM- und KBV-Richtlinien16. bis 18. März 2007Abschlusskurs Doppler-/Duplexsonographieperiphere Gefäße19. bis 20. Jan. 200866 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang


Tagungen und KongresseOrt: Vivantes-Klinikumim Friedrichshain, BerlinLeitung und Auskunft:Dr. med. Anne Hinrichs,Ltd. Oberärztin der Klinik fürInnere Medizin – Angiologieund Hämostaseologie, Vivantes-Zentrum für Gefäßmedizin,Klinikum im Friedrichshain,Landsberger Allee 49, 10249 BerlinTel. (030) 4 221 15 74 oder -15 75Fax (030) 4 221 21 30E-Mail: anne.hinrichs@vivantes.deHerzklappenerkrankungen 2007 –Diagnostik bis Nachsorge17. März 2007,8.45 bis 13.30 UhrOrt: Hotel zur Bleiche BurgLeitung und Auskunft:Dr. med. Kamke,Reha-Zentrum Spreewald,Zur Spreewaldklinik 14,03096 BurgTel.: (035603) 6 32 21Fax: (035603) 6 31 06E-Mail:kamke@spreewald.mediclin.de15. CottbuserUltraschallseminar8 P17. März 2007,9.00 bis 17.00 UhrOrt: Radisson SAS Hotel CottbusTeilnehmergebühr: 110 €Leitung und Auskunft: Dr. M. Flöter,Schweriner Str. 1b, 03046 CottbusTel.: (0355) 79 34 36Fax: (0355) 3 39 405. Teltower OrthopädischesFrühlingsforum:„Rheuma – Diagnostik, konservativeund operative Therapie“17. März 2007,9.00 bis 14.00 UhrTeilnehmergebühr: 15 €Leitung: Dr. Enenkel,Dr. Hartmann, TeltowAuskunft: Stiftung AkademieDeutscher Orthopäden,Kronprinzendamm 15,10711 BerlinTelefon: (030) 79 74 44 47Fax: (030) 79 74 44 45E-Mail: akademie@bvonet.deBasiswissen Niederlassung28. März 2007,15.00 bis 19.00 UhrTeilnehmergebühr: 35 €Ort: KVBB,Gregor-Mendel-Straße 10 – 11,14469 PotsdamInternet: www.kvbb.deAnzeigen59. Balint-Marathon30./31. März 2007Teilnehmergebühr: 185 €Ort, Leitung und Auskunft:Dr. Chr. Torge-Decker,Südendstraße 15, 12169 BerlinTelefon: (030) 79 70 11 58E-Mail: todecker@gmx.deLungenfunktionskurs11. April 2007,14.30 bis 17.00 UhrBronchoskopiekurs23. Mai 2007,9.00 bis 16.00 UhrLeitung, Ort und Auskunft:Dr. med. Petri, KrankenhausMärkisch-Oderland,Prötzeler Chaussee 5,15344 StrausbergTelefon: (03341) 5 28 25Fax: (03341) 5 24 64Andere BundesländerDopplersonographie-KurseInterdisziplinärer Grundkurs20. bis 22. April 2007in Dresden29. Juni bis 1. Juli 2007in Dresden21. bis 23. Sept. 2007in Rostock7. bis 9. Dez. 2007in DresdenKombinierter Aufbaukurse(hirnversorgende Gefäße)2. bis 4. März 2007in Chemnitz26. bis 28. Okt. 2007in Chemnitz(periphere Gefäße)4. bis 6. Mai 2007in Chemnitz9. bis 11. Nov. 2007in ChemnitzKombinierter Aufbaukurs(abdominelle undretroperitoneale Gefäße)7. bis 9. Sept. 2007in ChemnitzLeitung und Auskunft:Prof. Dr. med. habil.Schweizer, Klinik für InnereMedizin I, KrankenhausKüchwald, Bürgerstraße 2,09113 ChemnitzTelefon: (0371) 33 34 25 01Alle Angaben erfolgen ohneGewähr. Im Zweifel fragenSie bitte beim Veranstalter nach.EDMUND-CHRISTIANI-SEMINARBerufsbildungsstätte für Arzthelferinnender Ärztekammer Schleswig-HolsteinBismarckallee 8 - 12, 23795 Bad Segeberg (mit Internat)www.aeksh.de/ecs eMail: schroeder@aeksh.orgBetriebswirt/-in für Management im GesundheitswesenAb September 2007 bietet die Ärztekammer Schleswig-Holsteindie berufsbegleitende Weiterbildung zum/zurBetriebswirt/-in für Management im Gesundheitswesen an.1. Theoretischer Teil (640 Stunden)2. Praktikum mit anschließender Projektarbeit (160 Stunden)Der theoretische Teil beinhaltet 6 Weiterbildungsmodule, diejeweils mit einer schriftlichen Prüfung abgeschlossen werden.Teilnehmergebühr: 3.490,00 € (Ratenzahlung möglich)Prüfungsgebühr: 250,00 €Beginn: 07.09.2007 - 15.02.2009anschließend Praktikum, Projektarbeitund Fachgespräch (mündliche Prüfung)Termine und weitere Informationen erhalten Sie unter derDurchwahl: 045 51/8813-292 - Gabriele Schröder!!! Wichtig für Akupunkturärzte !!!80 Stunden Kurs Spezielle SchmerztherapieNach den Richtlinien der BÄK in 4 Wochenend-Kursblöcken09.03. - 11.03.07, 23.03. - 25.03.0720.04. - 22.04.07, 04.05. - 06.05.07Weitere Termine für 2007 folgenDer Kurs wird durch die Ärztekammer Berlin zertifiziertVeranstaltungsort: BerlinVeranstalter: Dr. Immler & Dr. KalethWeitere Informationen anfordern unterTel. 030-21 23 66 988 Frau JanthurTel. 030-38 30 95 53 Fr. Funke/Fr. Woldey oder Fax 25 29 1110www.schmerztherapie.deBERLINER VEREIN HOMÖOPATHISCHER ÄRZTE E.V.Dreijahreskurs für Ärzte aller Fachrichtungenzum Erwerb der Zusatzbezeichnung HomöopathieDozentin:Dr. med. Karin Bandelin - Ärztin HomöopathieBeginn 18. April 2007. 14-tägig mittwochs 18.30 - 21.30 UhrMax. Teilnehmerzahl: 25Bewerbungen (mit Approbationsurkunde und Lichtbild) bitte an denBerliner Verein homöopathischer Ärzte e.V.Nassauische Str. 2, 10717 Berlin, Rückfragen unter (030) 873 25 93BERLINER VEREIN HOMÖOPATHISCHER ÄRZTE E.V.Dreijahreskurs für Ärzte aller Fachrichtungenzum Erwerb der Zusatzbezeichnung HomöopathieDozenten:Dr. med. Brigitte Jauch-Wimmer - Ärztin HomöopathieDr. Christine Albrecht, Simone Layer - Ärztinnen HomöopathieBeginn Frühjahr 2007. 14-tägig mittwochs 18.30 - 21.30 UhrMax. Teilnehmerzahl: 25Bewerbungen (mit Approbationsurkunde und Lichtbild) bitte an denBerliner Verein homöopathischer Ärzte e.V.Nassauische Str. 2, 10717 Berlin, Rückfragen unter (030) 873 25 93Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang67


KalendariumKalendarium März 20071. Donnerstag· Demonstrationsraum KlinikumSenftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam· Demo-Raum Klinik für PneumologieTreuenbrietzen:14.00 Uhr InterdisziplinäresTumorkonsil Bronchialkarzinom· Doz. Dr. Zimmermann,Breitscheidstraße 41, Bernau:Lehrtherapie und Supervision2. Freitag3. Samstag· Cottbus:3./4.3. Allgemeinmedizin· Hotel Voltaire Potsdam:10.00 Uhr Aktuelle Gastroenterologie4. Sonntag5. Montag· MR Dr. Scheerer, Dipl.-Med. Dietrich,Müncheberger Straße 11, Strausberg:19.30 Uhr Balint-Gruppenarbeit6. Dienstag· Demonstrationsraum KlinikumSenftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam· Demonstrationsraum Radiologie KlinikumErnst von Bergmann Potsdam:14.00 Uhr InterdisziplinäreGefäßkonferenz· Städtisches Klinikum Brandenburg,Konferenzraum: 15.30 Uhr Therapieder dekompensierten Leberzirrhose· Dr. Kerber, Dessauer Straße 12,Luckenwalde:19.00 Uhr Balint-Gruppenarbeit7. Mittwoch· Konferenzzimmer Heinrich-Heine-KlinikNeu Fahrland: 13.00 UhrInterdisziplinäre Schmerzkonferenz· Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam,Raum C220:15.00 Uhr InterdisziplinäresTumorboard Bronchialkarzinom· Städtisches Klinikum Brandenburg:16.00 Uhr Arrhythmie-Colloquium· Dr. Kirchner, Finsterwalder Straße 62,Cottbus:16.00 Uhr Balint-Gruppenarbeit· MR Dr. Loesch, Großbeerenstraße 109,Potsdam: 20.00 Uhr QualitätszirkelPotsdamer Psychotherapeuten· Hörsaal Institut für Pathologie KlinikumErnst von Bergmann Potsdam:14.00 Uhr InterdisziplinäreTumorkonferenz· Ost-Brandenburgisches TumorzentrumBad Saarow: 15.45 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil· Institut für Radiologie KlinikumFrankfurt (Oder):15.00 Uhr Interdisziplinäres Tumorboard· Hämato-onkologische TagesklinikUckermark Schwedt: 15.30 UhrInterdisziplinäre onkologische Konsile· Demonstrationsraum Radiologie (Z-Haus)Ruppiner Kliniken Neuruppin:15.30 Uhr Onkologisches Konsil· Demonstrationsraum RadiologieCarl-Thiem-Klinikum Cottbus:15.30 Uhr Interdisziplinäres Tumorkonsil· Evang. Krankenhaus für GeriatriePotsdam: 16.00 Uhr Bildgebungbei Demenz· Ruppiner Kliniken:16.00 Uhr Falldemonstrationentypischer Mammabefunde8. Donnerstag· Demonstrationsraum KlinikumSenftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam· Demo-Raum Klinik für PneumologieTreuenbrietzen: 14.00 UhrInterdisziplinäres TumorkonsilBronchialkarzinom· HELIOS-Klinikum Bad Saarow:8.00 Uhr Osteosynthese-„Versagen“9. Freitag· Potsdam:9./10.3. Spezielle Schmerztherapie· Ludwigsfelde:9./10.3. Neuratltherapiekurs 510. Samstag· Potsdam:Qualifikationskurs Reha-Richtlinie11. Sonntag12. Montag· Dipl.-Med. Weischet,R.-Luxemburg-Straße 30, Neuruppin:19.30 Uhr Balint-Gruppenarbeit· Sommerfeld:12. – 14.3. Klinisches Praktikum13. Dienstag· Demonstrationsraum KlinikumSenftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam· Städt. Klinikum Brandenburg,Demonstrationsraum Radiologie:15.15 Uhr Klinischpathologisch-anatomische Konferenz14. Mittwoch· Sana-Kliniken Sommerfeld, Raum G 11:15.30 Uhr InterdisziplinäreSchmerzkonferenz· Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam,Raum C220: 15.00 Uhr InterdisziplinäresTumorboard Bronchialkarzinom· Demonstrationsraum Radiologie KlinikumErnst von Bergmann Potsdam: 14.00 UhrInterdisziplinäre Gefäßkonferenz· Städtisches Klinikum Brandenburg:16.00 Uhr Arrhythmie-Colloquium· Doz. Dr. Zimmermann,Breitscheidstraße 41, Bernau:18.00 Uhr Balint-Gruppenarbeit· Hörsaal Institut für Pathologie KlinikumErnst von Bergmann Potsdam: 14.00 UhrInterdisziplinäre Tumorkonferenz· Ost-Brandenburgisches TumorzentrumBad Saarow: 15.45 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil· Institut für Radiologie KlinikumFrankfurt (Oder):15.00 UhrInterdisziplinäres Tumorboard· Hämato-onkologische TagesklinikUckermark Schwedt: 15.30 UhrInterdisziplinäre onkologische Konsile· Demonstrationsraum Radiologie(Z-Haus) Ruppiner Kliniken Neuruppin:15.30 Uhr Onkologisches Konsil· Demonstrationsraum RadiologieCarl-Thiem-Klinikum Cottbus: 15.30 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil· Städt. Klinikum Brandenburg, RadiologischerRöntgendemoraum: 15.45 UhrInterdisziplinäre Tumorkonferenz· Ruppiner Kliniken, RötgendemoraumHaus Z: 16.00 UhrInterdisziplinäre Gefäßkonferenz15. Donnerstag· Demonstrationsraum KlinikumSenftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam· Demo-Raum Klinik für PneumologieTreuenbrietzen: 14.00 UhrInterdisziplinäres TumorkonsilBronchialkarzinom16. Freitag· Potsdam:16./17.3. SuchtmedizinischeGrundversorgung· Hotel Seegarten Grünheide:Schilddrüsenkarzinom17. Samstag· Dahlewitz:8-Stunden-Röntgen-Aktualisierungskurs2. Forum für den Hausarzt· Herzberg:17./18.3. Hypnose zu Heilzwecken· Hotel zur Bleiche Burg:8.45 Uhr Herzklappenerkrankungen· Radisson SAS Hotel Cottbus: 9.00 Uhr15. Cottbuser Ultraschallseminar18. Sonntag19. Montag20. Dienstag· Demonstrationsraum KlinikumSenftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam· Städtisches Klinikum Brandenburg,Konferenzraum: 15.30 UhrEndokarditis Update21. Mittwoch· Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam,Raum C220: 15.00 Uhr InterdisziplinäresTumorboard Bronchialkarzinom· Demonstrationsraum Radiologie KlinikumErnst von Bergmann Potsdam: 14.00 UhrInterdisziplinäre Gefäßkonferenz· Städtisches Klinikum Brandenburg:16.00 Uhr Arrhythmie-Colloquium· Konferenzraum MEDIAN-KlinikDahlwitz-Hoppegarten: 12.00 Uhr InterdisziplinäreMEDIAN Schmerzkonferenz· MR Dr. Loesch, Großbeerenstraße 109,Potsdam: 17.30 UhrBalint-Gruppenarbeit· Dr. Steger, Clara-Zetkin-Straße 68,Rathenow: QualitätszirkelPsychosomatik/Psychotherapie· Hörsaal Institut für Pathologie KlinikumErnst von Bergmann Potsdam: 14.00 UhrInterdisziplinäre Tumorkonferenz· Ost-Brandenburgisches TumorzentrumBad Saarow: 15.45 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil· Institut für Radiologie KlinikumFrankfurt (Oder): 15.00 UhrInterdisziplinäres Tumorboard· Hämato-onkologische TagesklinikUckermark Schwedt: 15.30 UhrInterdisziplinäre onkologische Konsile· Demonstrationsraum Radiologie (Z-Haus)Ruppiner Kliniken Neuruppin: 15.30 UhrOnkologisches Konsil· Demonstrationsraum RadiologieCarl-Thiem-Klinikum Cottbus: 15.30 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil· Feuer- und Rettungswache Brandenburg:17.00 Uhr Seelsorge im Rettungsdienst· Carl-Thiem-Klinikum Cottbus:18.00 Uhr Orthopädie22. Donnerstag· Demonstrationsraum KlinikumSenftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam· Demo-Raum Klinik für PneumologieTreuenbrietzen: 14.00 Uhr InterdisziplinäresTumorkonsil Bronchialkarzinom· Doz. Dr. Zimmermann,Breitscheidstraße 41, Bernau:Lehrtherapie und Supervision· Sommerfeld:22. – 24.3. Behandlungsstrategieund Triggerpunkte23. Freitag· Cottbus:23./24.3. Qualifikationskursfür Transfusionsbeauftragte/Transfusionsverantwortliche24. Samstag25. Sonntag26. Montag27. Dienstag· Demonstrationsraum KlinikumSenftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam28. Mittwoch· Klinikum Frankfurt (Oder):8-Stunden-Röntgen-Aktualisierungskurs· Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam,Raum C220: 15.00 Uhr InterdisziplinäresTumorboard Bronchialkarzinom· Demonstrationsraum Radiologie KlinikumErnst von Bergmann Potsdam:14.00 Uhr InterdisziplinäreGefäßkonferenz· Städtisches Klinikum Brandenburg:16.00 Uhr Arrhythmie-Colloquium· F. Pickert, Buschmühlenweg 3,Frankfurt (Oder): 20.00 UhrBalint-Gruppenarbeit· MR Dr. Loesch, Großbeerenstraße 109,Potsdam: 19.15 UhrQualitätszirkel „Psychosomatik“· Hörsaal Institut für Pathologie KlinikumErnst von Bergmann Potsdam: 14.00 UhrInterdisziplinäre Tumorkonferenz· Ost-Brandenburgisches TumorzentrumBad Saarow: 15.45 UhrInterdisziplinäres Tumorkonsil· Institut für Radiologie KlinikumFrankfurt (Oder): 15.00 UhrInterdisziplinäres Tumorboard· Institut für Radiologie KlinikumFrankfurt (Oder): 14.00 UhrFallbesprechung in der Diagnostikvon Erkrankungen der Mamma· Hämato-onkologische TagesklinikUckermark Schwedt: 15.30 UhrInterdisziplinäre onkologische Konsile· Demonstrationsraum Radiologie (Z-Haus)Ruppiner Kliniken Neuruppin:15.30 Uhr Onkologisches Konsil· Demonstrationsraum RadiologieCarl-Thiem-Klinikum Cottbus:15.30 Uhr Interdisziplinäres Tumorkonsil· Städt. Klinikum Brandenburg,Radiologischer Röntgendemoraum:15.45 Interdisziplinäre Tumorkonferenz· Klinikum Pritzwalk: 17.00 UhrOnkologisches Konsil29. Donnerstag· Demonstrationsraum KlinikumSenftenberg: 14.15 UhrInterdisziplinäres Gefäßteam· Demo-Raum Klinik für PneumologieTreuenbrietzen: 14.00 Uhr InterdisziplinäresTumorkonsil Bronchialkarzinom30. Freitag· Hotel Radisson SAS Cottbus:30./31.3. Mammasymposium31. Samstag68 Brandenburgisches Ärzteblatt 2/2007 · 17. Jahrgang

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