Ausgabe Juni 2010 4,61 MB - PDF - Wirtschaftsrat der CDU e.V.

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Ausgabe Juni 2010 4,61 MB - PDF - Wirtschaftsrat der CDU e.V.

zig Jahren Lifestyle wird der Health stylezum Motor für Konsum und Dienstleis -tungen. Das Wachstum einer Stadtsymbolisiert Vitalität im allgemeinenSchrumpfungsprozess des Altersbebens.Die nationale Völkerwanderunghat bereits begonnen. Die Deutschenwandern von Ost nach West, von Nordnach Süd und vom Land in die Stadt.Die Großstädte ziehen Menschen undUnternehmen an. Junge Talente werdenzum Wettbewerbsvorteil. DieStand ortqualität entscheidet zukünftigüber den qualifizierten Arbeitsmarkt.Das Motto „Metropole Hamburg– wachsende Stadt“ sollte eine Renaissanceerleben, denn es stiftet Optimismusnach innen und gibt Sinn nachaußen.2. Klimaschutz braucht Clean Tech,Klimaanpassung braucht PlanungDer Klimawandel ist eine globale Herausforderungdes Umweltschutzes undeine Chance für Clean-Tech-Innovationen.Hamburg sollte ein neues Cluster„Klimaschutz/Klimaanpassung“ in seinewirtschaftspolitischen Ziele aufnehmen.Die Auszeichnung „GrüneHauptstadt Europas“ macht deutlich,wo die regionalen Stärken der MetropolregionHamburg liegen. Die Vernetzungvon Ingenieurswissenschaften,Anlagenbau, Logistik und der Stadtplanungschaffen global klimarelevanteExportangebote und Dienstleistungensowie lokal neue Arbeitsplätze. Die Einbeziehungdes bereits existierendenCluster „Erneuerbare Energien“ könntedas Thema intelligentes Stromnetz(Smart Grid) und intelligente Zähler(Smart Meter) modellhaft in der MetropolregionHamburg realisieren. Die steigendeUnabhängigkeit von traditionellenEnergieressourcen senkt dieKosten und sichert langfristig denWohlstand Hamburger Bürger undUnternehmen.3. Netzwerktechnologien verändern dieWertschöpfungDas Internet ist die Infrastruktur des 21.Jahrhunderts. Kommunikation, Transaktionund Produktion bündeln sich ineinem Datenstrom. Hier ist ein klarerStrukturwandel von der Industriekulturzur Netzwerkökonomie zu beobachten.Die Wertschöpfung entdeckt den Customer-Lifetime-Valueund verabschiedetsich langsam von der Massenproduktion.Der einzelne Kunde zählt und dasweltweit. Die Kundenbeziehungen werdenwichtiger als die Produkte. Hamburgsollte sich für die Vernetzung deracht Wirtschaftscluster entscheidenund ein Wachstum an ihren Rändernbegrüßen. Die Effizienz von Arbeitsteilungund Wettbewerb wird verdrängtdurch Coopetition und Co-Creation,Zusammenarbeit bei gleich zeitigemWettbewerb und ge mein same Innovationzwischen Unternehmen und Kundenkennzeichnen die neuen Spielregelnder Netzwerkökonomie.4. Kultur: Die Creative Klasse kannrechnen und ökonomisch denkenDie Wirtschaftsinformatik könnte derneue Elite-Studiengang der HamburgerUniversität werden. Die Wirtschaftsinformatikist die Wissenschaft von Entwurf,Entwicklung und Anwendungvon Informations- und Kommunika -tionssystemen in Wirtschaftsunternehmen.Hier entwickelt sich rasant die globaleNachfrage durch den Strukturwandelzur Netzwerkökonomie. Hamburgkönnte das weltweite Zentrumdieser neuen Wissens- und Managementdisziplinwerden. Hier gilt es vorallem, die bestehenden Institute derHamburger Universität zu vernetzen.Das kostet wenig, bringt aber viel. Einneuer Standort in der Hafencity wäreideal.Zukunft kann man nicht vorhersagen,aber man kann sie beobachtenund gestalten.Ehrhard Heine,Redakteur des MagazinsDienstleistungals zuverlässigerMotorper Heli: MEDUMAT-Beatmungsgerät für diePrimär- und SekundärversorgungDie Dienstleistungswirtschaft ist mit85.580 Firmen Hamburgs bedeutensterund zuwachsstärkster Wirtschaftszweigund Jobmotor Nummer eins. Seit demJahr 2000 konnte die Handelskammerjährlich mehr als 10.000 Neugründungenverzeichnen. Die größte Gruppe derHamburger Dienst leis tungswirtschaftbilden die Unternehmen der MedienundIT-Wirtschaft (35 Prozent), gefolgtvon Anbietern unternehmensbezogenerDienstleis tungen (26 Prozent), Fi -nanz dienstleis tungen (15 Prozent), Im -mo bilienwirtschaft (11 Prozent), Freizeitund Ge sundheit (6 Prozent) und Qualifizierungund persönliche Dienstleis -tungen (7 Prozent).Ein Beispiel aus der Gruppe Gesundheitswirtschaftist die Firma Weinmannmedical technology, die im Gesundheitsmarktganz oben mitmischt. Dasvon Gottlieb Weinmann 1874 in Ludwigshafengegründete Unternehmenbefasste sich schon frühzeitig mit derHerstellung feinmechanischer Armaturenfür Sauerstoffgeräte. Seit 1977 hatWeinmann seinen Sitz in Hamburg Stellingenund setzt mit Innovationen, wiedem ULMER KOFFER, für die Erstversorgungvon Notfallpatienten noch heutewichtige Akzente in der Notfallmedizin.Daneben gehören die Sparten Homecareund Diagnotics zum Kerngeschäft.Über Niederlassungen in St. Petersburg,Paris, Shanghai und Zürich werden7


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010Weinmann-Produkte in mehr als 55 Ländernvertrieben.Was würde es für viele Menschenbedeuten, wenn es keine Krankenversicherunggebe? Dabei wurde dieseDienstleistung für die Allgemeinheiterst vor 130 Jahren eingeführt. 20o7kümmerten sich 142.540 Mitarbeiter derKrankenkassen um die finanzielle Absicherungder Gesundheitsrisiken derVorstandEberhard Sautter,HanseMerkurVersicherungsgruppeBevölkerung. Wir werden in naher Zu -kunft erleben, wie der Umbau, der Ausbauund die Verfeinerung der Krankenkassenleistungeneine wichtige Rolle inder gesellschaftlichen Entwicklung spielen.Hamburg ist Sitz eines der führendenVersicherungsgesellschaften. DieHanseMerkur Versicherungsgruppekonnte 2009 ihren Wachstums kurs be -stätigen. Die Beitragseinnahmen lagenbei 962,2 Millionen Euro (2008: 895,9Millionen Euro). Wachstumstreiber wardas Hauptgeschäftsfeld Private Krankenversicherung(PKV), wo die Beiträgeum 9,2 Prozent auf 699,5 MillionenEuro (2008: 640,4 Mio. EUR) gesteigertwerden konnten. Ende 2009 waren übereine Million Personen beim HamburgerUnternehmen privat krankenversichert.Das Unternehmen ist ständig bemüht,sich durch neue Angebote am Umbaudes Gesundheitssystems zu beteiligen.Dazu gehört auch die Krankenzusatzversicherung,für die die HanseMerkureine der Spezialisten am Markt ist.Der Bereich Krankenversicherungenwird auch künftig ein wichtiges Standbeindes Versicherungsgewerbes inHam burg sein. Nach Köln und Münchenist die Stadt drittgrößter Standort derBranche. Im Zuge der Konsolidierungder großen Konzerne sind viele Unternehmenabgewandert und damit Entscheidungskompetenzenund Arbeitsplätzeverloren gegangen. Umso wichtigerwird es sein, das Know How imIT – Anbieter: Wachstum als ZielMit dem modernen Hochleistungszentrumam Grasweg (Foto) hat die INFOGesellschaft für InformationssystemeAG in Hamburg einen idealen Standort.Gut 80 Prozent der Kunden sitzt ebenfallsin der Hansestadt. Seit fast dreiJahrzehnten setzt das UnternehmenAkzente in der IT-Welt und sorgt mitmaßgeschneiderten IT-Dienstleistungenfür eine stetig steigende Auftragslagesowie Mehrbeschäftigung.Das Geschäftsmodell sichert demUnternehmen eine erfolgreiche Zukunftund garantiert lukrative Auftraggeber.So auch die erst kürzlich aufgenommeneGeschäftsverbindung zu einemMarkt führer im Katalogversandhandel.Das offerierte „SAP Business All-in-One-Programm“ mit seinen komplexen Möglichkeitenin der Abwicklung von Bestellungen,Lagerung, Logistik und Auslieferungüberzeugte. Die INFO AG bietetganzheitliche Dienstleistung und erfülltals SAP-Systemhaus und als MicrosoftGold Certified Partner alle Anforderungen.Das Unternehmen betreibt dreiRechenzentren, zwei davon in Hamburg,eines in Oberhausen. Das IT-Haus istBereich Krankenversicherung zu haltenund weiter auszubauen.Für Dienstleister bietet die MetropolregionHamburg mit ihren 4,26 MillionenEinwohnern und den rund420.000 Betrieben und Unternehmeneinen wichtigen Markt. Besondersattraktiv ist die hohe Kaufkraft derHamburger, die bundesweit einen Spitzenplatzeinnimmt. Aus der beachtlichenKonzentration innovativer Dienstleisterergeben sich vielfältige Kooperationsmöglichkeiten,die Unternehmerkünftig noch stärker nutzen können,um sich im globalen Wettbewerb vonMitbewerbern zu differenzieren. Vonzentraler Bedeutung ist hierbei die Kun-PR-BERICHTFoto: INFO AG Zentrale Hamburgspezialisiert auf mittelständische Unternehmenund bedient Handel, Banken,Finanzen und Logistik aber auch Konzerneaus Versicherung und der Tabakindustrie.Unterm Strich, alles Unternehmenmit unterschiedlichen Strukturen,aber einer Maxime: Geschäfts -ideen in IT-Prozesse umsetzen undunternehmerischen Erfolg haben.Thomas Stoek, Vorstandsmitgliedder INFO AG, zum Thema Dienstleis -tung: „Für uns ist profitables Wachstumoberstes Ziel. Für die Aufgaben in denBereichen IT Outsourcing und IT Consultingverstärken wir kontinuierlich dieBeraterteams. Unser IT-Consulting profitiertvon der Praxiserfahrung, einervielfältigen Branchenkompetenz und esergänzt sich ideal durch unser zweitesStandbein, dem Outsourcing. Die gegenseitigvereinbarte Verantwortung inForm von Service Level Agreements istmit jedem Kunden vertraglich verankertund Teil unseres Erfolges. Der HamburgerStandort ist für unser Unternehmenideal, und wir sehen als Dienstleisterweiteres Potenzial, gerade im Herzen derWirtschaftsmetropole Nord“.denbindung, die durch ein verbessertesServiceangebot erreicht werden kann.Gestaltende, betreuende und beratendeDienstleistungen (sogenannteproduktbegleitende oder hybrideDienstleistungen) werten Produkte aufund erleichtern Kunden das Leben: Vonder Inbetriebnahme über die Instandhaltungbis zur Wartung ergibt sichauch für das produzierende Gewerbeein wichtiger Markt. Vielen Unternehmen,insbesondere dem Mittelstand, istdas Marktpotenzial von Dienstleistungenkaum bewusst. Für die Dienstleis -tungsmetropole Hamburg wird die Sen -sibilisierung für Serviceprodukte zu -kunftsweisend sein. Ehrhard J. Heine8


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010Dritter Norddeutscher Wirtschaftstag (NWT) 2010in Rostock/WarnemündeEine Zwischenbilanz zum Thema StandortwettbewerbEine Region kann im nationalen und internationalen Standortwettbewerb nurbestehen, wenn sie für Unternehmen attraktiv ist. Regionen mit einem guten Mixan Standortfaktoren sind überdurchschnittlich erfolgreich und ziehen besondersviele Investoren an. Die Ansiedlung von Unternehmen bedeutet für den Standortstets eine Erhöhung des Wohlstands: Dem Gemeinwesen fließen Steuereinnahmenzu, es entstehen Arbeitsplätze, die Kaufkraft steigt und lockt weitere Unternehmen.Mit dem deutschlandweit höchstenBruttoinlandsprodukt pro Kopf und derhöchsten Erwerbstätigenquote gehörtHamburg zu den erfolgreichsten Bundesländern.Im Wettbewerb um Kreativeund Investoren ist die Nähe zumWasser das wichtigste Alleinstellungsmerkmal.Mit dem Hafen als „Tor zurWelt“ gilt die Stadt als weltoffen, außerdemist sie bekannt für ihre hoheLebensqualität.Weniger geläufig ist, dass die Stärkeder Hansestadt in einem sehr breitenund ausgewogenen Branchenmixliegt. Hamburg ist mehr als Hafen,maritime Wirtschaft und Logistik. Weiterewichtige Wirtschaftszweige sinddie Luftfahrt- und die Konsumgüterindustrie,Chemie, Elektrotechnik, Maschinen-und Fahrzeugbau, Mineralölwirtschaft,Banken, Medien und Versicherungen.Neben dem Handels- undDienstleistungssektor spielen überdiesdie Bereiche Tourismus, RegenerativeEnergien und Life Sciences eine zunehmendeRolle. Vor diesem Hintergrundund angesichts der Tatsache, dass dieBedeutung des Hafens langfristig zu -rückgehen könnte, lohnt es sich, dieClus terbildung gezielt voranzutreiben.Hamburg gehört zu den wenigeneuropäischen Großstädten, in der einübergeordneter Vermarktungsansatzüber einen längeren Zeitraum verfolgtwird. Neben der 2003 gegründeten10Dr. Christina M. Arndt,Referentin für WirtschaftspolitikHamburg Marketing GmbH (HMG), derHamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung(HWF) und der HamburgTourismus GmbH (HHT) sind nocheine Reihe weiterer Unternehmen amStandortmarketing beteiligt. Darunterdie Hamburg Messe und CongressGmbH, die HafenCity, der Fughafenoder die verschiedenen Cluster-Initiativen.2006 beschloss der Senat eineVerzahnung der Aktivitäten: HMG undHMF erhielten mit Heinrich Lieser einengemeinsamen Vorsitzenden der Ge -schäfts führung und die HMG wurdegesellschaftlich mit HWF und HHT verbunden.Außerdem wurden die Kreiseund Landkreise der Me tropolregionHamburg und der Landkreis Ludwigslustin den Kreis der Gesellschafter derHMG aufgenommen. Wie der Senatjedoch feststellen musste, führten diePeter Hoffie,Ideengeber und einer der tragendenOrganisatoren des NWTVielzahl weitestgehend gleichgestellterAkteure und das Fehlen einer übergeordnetenSteuerungseinheit weiter „zuerheblichem Abstimmungsbedarf undunnötigen Reibungsverlusten“. Hierliegt also ein deutlicher Schwachpunkt.Noch schwieriger wird es, verlässtman die Ländergrenzen und schaut aufdie norddeutsche Zusammenarbeit.Erste Ansätze gibt es mit dem MORO-Projekt „Unverwechselbar – Norddeutschlandim Wettbewerb der Regionen“im Rahmen eines Forschungsprogrammesdes Bundesministeriums fürVerkehr, Bau und Stadtentwicklung.Immerhin ist es im Rahmen dieses Projektesgelungen, einen norddeutschenMarketingauftritt durch eine einheitlicheWort-Bild-Marke zu realisieren.Unter der Überschrift Norddeutschlandund mit gemeinsamen Signet wird ge -legentlich zusammen Flagge gezeigt.Als Hemmschuh erweist sich allerdingsdas föderative System mit seinen divergierendenBehörden- und Gesellschaftsstrukturenund den unterschiedlichenGeschwindigkeiten in strategischenund operativen Bereichen.Die wirtschaftliche Entwicklung desNordens zu stärken, ist das Ziel der


2006 von den Landesverbänden Bremen,Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern,Niedersachsen und Schleswig-Holstein initiierten Tagung „NorddeutscherWirtschaftstag“ (NWT), der allezwei Jahre stattfindet. Er ist getragenvon dem Bewusstsein, dass der Nordennur durch eine Bündelung der Aktivitätenund knappen Ressourcen vorankommenkann. Zudem muss sich dieRegion auf Aufgabengebiete fokussieren,die eine Perspektive haben, dasheißt, bei denen aus der Tradition guteVoraussetzungen gegeben sind (Kompetenzfelder)oder bei denen es sich umZukunftsthemen handelt (Innovationen).Dieses Anliegen hat der Wirtschaftsratimmer als einen Prozess verstanden,der gesteuert und gewollt seinmuss.Eine Podiumsdiskussion zum ThemaMarketing und Wirtschaftsförderungauf dem Zweiten NorddeutschenWirtschaftstag 2008 in Hannover offenbarte,dass Einzelinteressen und kleinteiligesDenken nach wie vor dominieren.Zwischen Schleswig-Holstein undHamburg gibt es Ansätze zu Synergien,wie z.B. die Norddeutsche Life-Science-Agentur NORGENTA. Hamburg und Niedersachsensind eingebunden in denAufbau eines Maritimen Clusters unterFederführung der schleswig-holstei -nischen WirtschaftsförderungsgesellschaftWTSH. Das Bewusstsein für dieBedeutung einer effizienten Vermarktungdes gesamten Nordens greift inden Amtsstuben allerdings nur sehrlangsam.So suchte der amerikanische KonzernGeneral Electric unlängst nebeneinem Standort für sein neues Technologiezentrumfür Offshore-Windkraftanlagenauch einen Produktionsstandort.Für Hamburg war dieser wegender hohen Immobilienkosten und fehlenderBeihilfen nicht darstellbar. EineAlternative wäre Mecklenburg-Vorpom -mern gewesen. Doch das Nachbarlandwollte beides: Forschung und Produktion.Am Ende bekam Hamburg den Zu -schlag für das Technologiezentrum, dieFertigung ging nach England.Einen Nukleus für die Integrationstellt sicherlich die Konzentration derAktivitäten in der Metropolregion mitHamburg als Zugpferd dar. Fortschritte,die hier erzielt werden, entfalten ihreWirkung auf die gesamte Region. Wichtigeerste Ansätze eines konzertiertenVorgehens sind vorhanden bei in- undausländischen Messen (z.B. im Rahmender Hamburger GewerbeimmobilienmesseReal Estate North), Delegationsreisenund Clusterinitiativen. Für letztereist die gegenseitige Beteiligungstrategisch wichtig, muss aber nachAuffassung von Beobachtern noch optimiertwerden. Die im April vom HamburgerSenat beschlossene Entwicklungeiner clusterpolitischen Gesamtstrate -gie wird helfen, die norddeutsche Zu -sammenarbeit besser zu koordinieren.Unbedingt zu unterstützen ist auch derBeschluss des Senats, die für das Hamburg-Marketingzentralen städtischenUnternehmen HMG, HHT und HWF ineine gemeinsame Gesellschaftsstrukturzu überführen und gleichzeitig dieZuständigkeiten für die norddeutscheKooperation sowie für das Marketing,den Tourismus, den Dom und denHafengeburtstag in der Behörde fürWirtschaft und Arbeit zu bündeln. Nureine konsequente Konsolidierung in dergesamten Metropolregion führt allerdingszur erhofften Steigerung vonOutput und Effizienz.Diese und andere Erfolge nichtungeachtet: Von der Entwicklung eineswirtschaftspolitischen Profils für ganzNorddeutschland, das Branchenkompetenzdemonstriert und überregionalausstrahlt, ist man noch weit entfernt.Der Wirtschaftsrat sieht sich daher inder Verantwortung, die notwendigenIntegrationsschritte im Dialog mit derPolitik voranzutreiben. Auf dem diesjährigenNorddeutschen Wirtschaftstagin Rostock/Warnemünde bestehtein weiteres Mal Gelegenheit, politischenEntscheidungsträgern die Relevanzeiner funktionierenden länder -übergreifenden Kooperation aus unternehmerischerPerspektive zu verdeutlichen.Der Wirtschaftsrat wird sichnicht mit bloßen Absichtserklärungenbegnügen. Vielmehr wollen wir dieAnregungen der Vorträge und Podienin konkrete Maßnahmen umgesetztwissen.Peter Hoffie undDr. Christina Arndt11


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010Vorstellung desLandesvorstandesUnser Verband lebt vom ehrenamtlichenEngagement aller Mitglieder. Dies gilt inbesonderem Maße auch für die Mitgliederdes Landesvorstandes, der im Januar2010 von der Mitgliederversammlung neuge wählt wurde. Im Folgenden werdensie mit ihren Aufgaben im Verband kurzdargestellt.LANDESVORSITZENDERMatthias LeutkeGeb. 1966 in Hamburg,Rechtsanwalt,Fachanwalt fürSteuerrecht,Sozius WP, Stb, RAeDr. Scheffler & Partner,LandesvorsitzenderZum Vorsitzenden des Landesverbandes Hamburgwur de (ohne Gegenstimme) Matthias Leutke ge -wählt. Der 44jährige engagiert sich seit 1998 im Wirtschaftsrat,zunächst als Sprecher des Juniorenkreises,später als Mitbegründer des „JOUR FIXE“ sowie imLandes- und Bundesvorstand. Der Fachanwalt fürSteuerrecht berät mittelständische Unternehmen.Die branchenübergreifenden Kenntnisse der Problemedes Mittelstandes bringt der Vater einer dreijährigenTochter in die Arbeit des Wirtschaftsratesein. Besonderes Anliegen ist es ihm, noch mehr Unternehmerzwischen 30 und 60 in den Wirtschaftsrat zuholen. „Gerade die Unternehmer sollten bei der Ge -staltung der gesellschafts politischen Rahmenbedingungenviel stärker und früher mitwirken!“STELLVERTRETENDE LANDESVORSITZENDEProf. Dr. Jörg F.Debatin, MBAGeb. 1961 in Bonn,Ärztlicher Direktorund Vorsitzenderdes Vorstandes UniversitätsklinikumHamburg-EppendorfKdöRDer ärztliche Direktor und Vorsitzendedes Vorstandes des UKE setzt sichneben der kritischen Begleitung derSenatsarbeit auch weiterhin für dieStärkung der Gesundheitswirtschaftein. Hier hat der Landesverband mitdem von ihm und Prof. Lohmann ge -leiteten Arbeitskreis bereits gute Fortschritteerreicht. Debatin sagt: „In Zeitenwirtschaftlicher Schwierigkeiten istein starker Wirtschaftsrat, dessen Handelnund Positionierung sich an Prin -zipien orientiert, umso wichtiger.“Harald BobergGeb. 1943 inDortmund,RepräsentantBankhaus LampeHarald Boberg sieht die Gewinnung vonneuen und die Bindung von langjährigenMitgliedern als eine seiner besonderenAufgaben an. Der seit vielen Jahrenin der Bankenlandschaft tätigeBoberg ist darüber hinaus, als Schatzmeisterder CDU Hamburg, auch füreinen engen Informationsaustausch zuden Anliegen der Partei bei uns tätig.MichaelWesthagemannGeb. 1957 inBeckum,Vorsitzender derG eschäftsleitungSiemens AGHamburgMichael Westhagemann nennt als Zielseiner Arbeit im Wirtschaftsrat, die Teilhabealler Bürger am Wirtschaftserfolgder Sozialen Marktwirtschaft und amgesellschaftlichen Leben zu sichern.Dem CEO Region Nord der Siemens AGist dabei nicht nur die gezielte Betreuungeinzelner Kommissionen zu Energie,Umwelt und Verkehr wichtig, sondernauch die Positionierung solcherThemen in der öffentlichen Diskussion.WEITERE MITGLIEDER DES LANDESVORSTANDESDr. AndreasMattnerGeb. 1960 inGelsenkirchen,GeschäftsführerECE ProjektmanagementGmbH & Co. KGDr. Andreas Mattner gibt uns mit seinerEr fahrung aus den vergangenen vierJahren als Landesvorsitzender weiterhineine sehr wertvolle Unterstützungin der Vorstandsarbeit. Der Geschäftsführerder ECE ProjektmanagementGmbH & Co. KG bringt dazu auch ausseinem neuen Amt als Präsident desZentralen Immobilien Ausschusses derdeutschen Immobilienwirtschaft sehrviel Sachverstand und Verbindungenein. Als Mitglied des Präsidiums und alsSchatzmeister ist er zugleich auch einestarke Stimme Hamburgs in Berlin.Claudia LeskeGeb. 1962 in Kiel,GeschäftsführerinAkademie Führungim Wandel, Organisationsberaterinund BusinessCoachClaudia Leske bringt als ehemaligeGeschäftsführerin von Alsterhaus undDodenhof hohe Kompetenz zum ThemaEinzelhandel und seinen zunehmendenHerausforderungen in einervirtuellen Welt mit. Daneben liegt derUnternehmensberaterin die Verbesserungder Unternehmensnachfolgen imMittelstand am Herzen. Schließlichengagiert sich Leske zur volkswirtschaftlichzwar immer stärker gebotenen,aber immer noch zu wenig ausgeprägtenBesetzung von Führungsrollendurch qualifizierte Frauen.12


PR-BERICHTWEITERE MITGLIEDER DES LANDESVORSTANDESPeter KronenbergGeb. 1957 in Goch, Mitgliedder Geschäftsleitung IMTECHDeutschland KGPeter Kronenberg hat, neu im Landesvorstand,Kompetenz zum Zukunftsthema energetischesGebäudema na gement mitgebracht. Das Mitgliedder Geschäftsleitung der IMTECH Deutschland KGsieht hier eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.Ebenso möchte der Ingenieur die Positionierungdes Wirtschaftsrats in der Bildungspolitik stärkerausbauen.Marcus Vitt, Sprecher des Vorstandes des Bank -hauses Donner & Reuschel AG in Hamburg engagiertsich im Landesverband zu Themen der Ethikder Wirtschaft. Auch ihm ist es ein Anliegen,unsere jüngeren Mitglieder stärker in die Arbeitdes Verbandes einzubinden, und so unterstützt erz.B. verschie dene Aktivitäten des Juniorenkreises.KUNST UND KULTURAusstellung„David TremlettDrawing Rooms“Ernst & Young engagiert sich seit Jahren alsFörderer zeitgenössischer Kunst. Mit derUnterstützung der Hamburger Kunsthalleund der exklusiven Förderung der Ausstellungsreihe„Zeitgenössische Kunst“ in derGalerie der Gegenwart bekennt sich dasUnternehmen ausdrücklich zum KulturstandortHamburg.In der Galerie der Gegenwart präsentiert dieHamburger Kunsthalle ihre Sammlung zurinternationalen Kunst ab 1960. Speziell fürdie Galerie der Gegenwart konzipieren internationaleKünstler Werke und installierendiese vor Ort.Marcus VittGeb. 1966, Sprecher des Vorstan desBankhaus Donner & Reuschel AGDr. Hanno StöckerGeb. 1964 in Köln, Geschäfts -führer ASTARE Service GmbHDr. Hanno Stöcker steht im Landesvorstand zumeinen für die erfolgreiche VeranstaltungsreiheJOUR FIXE, die ein mal monatlich unsere Mitgliedereinander näher bringt. Dem Unternehmer imPersonalwesen und Ge schäfts führer des Ost- undMittel europa Vereins liegt darüber hinaus seit Jahrendaran, den Fokus der deutschen Unternehmenstärker auf die Wachstumspotentiale durch Auslandsengagementszu richten.Albert Darboven unterstützt die Arbeit des Landes -verbandes ebenfalls im Be reich der Bildungspo -litik. Dies sei ein Schlüssel für den weiteren Erfolgunserer Wirtschaft. Langjährige Erfahrung in seinemUnternehmen bringt der persönlich haftendeGesellschafter der J.J. Darboven GmbH & Co. KGaber auch zu Themen der großen inhabergeführtenUnternehmen ein.Albert DarbovenGeb. 1936 in Darmstadt, Persönlichhaftender Gesellschafter J.J.Darboven GmbH & Co. KGTjark H. WoydtGeb. 1943 in Hamburg,Maritime ConsultantTjark H. Woydt ist schon aufgrund seiner langjährigenberuflichen Erfahrung bei der Deutsche BankShipping verantwortlich für den maritimen Be -reich der Metropolregion mit Handel, Schifffahrtund Werften. Hier sieht der Schifffahrtsexperte dieZiele des Wirtschaftsrates in der kompetentenBeratung von Senat und anderen Stellen der maritimenWirtschaft, um politische Entscheidungeninhaltlich zu substantieren und dies auch mit demnötigen überregionalen Ansatz.13David Tremlett (*1945) ist einer der wichtigstenKünstler Großbritanniens, der seit den 1960er-Jahren eine Vielzahl von Ausstellungen inrenommierten internationalen Museen hatte,1972 an der legendären documenta 5 vonHarald Szeeman teilnahm und 1992 für denTurner Prize nominiert war. Die HamburgerKunsthalle zeigt die erste große Einzelausstellung des britischen Künstlers in einemdeutschen Museum seit 1992.Vom 25. Juni bis 31. Oktober 2010 präsentiertdie Galerie der Gegenwart Arbeiten vonDavid Tremlett, einem der wichtigsten KünstlerGroßbritanniens, der seit den 1960er-Jahren eine Vielzahl von Ausstellungen inrenommierten internationalen Museen hatte.Er ist ein zeitgenössischer Bildhauer, In -stallationskünstler, Fotograf sowie Konzeptkünstlerund bekannt durch seine Wandzeichnungenund Rauminstallationen. Zu -sätzlich geben Arbeiten auf Papier und Fotografieneinen Überblick über das Werk desKünstlers in den letzten Jahren. Geplant istaußerdem eine Arbeit im Lichthof der Galerieder Gegenwart.


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010Der Einladung des Wirtschaftsratszum siebten PAUSENGESPRÄCH imApril folgten 150 interessierte Teilnehmer.Diesmal gab es nicht denüblichen Vortrag. Herbert Schalthoff,Hamburg1, moderierte das Streit -gespräch zum Thema Schulreformzwischen den beiden KontrahentenProf. Dr. Jobst Fiedler, Sprecher derPro-Initiative „Chancen für alle“, undDr. Walter Scheuerl, Sprecher der Re -formgegner von „Wir wollen lernen“.Es war das erste öffentliche Aufeinandertreffender beiden.PausengesprächeProf. Dr. Jobst Fiedler, Herbert Schalthoff, Dr. Walter ScheuerlFiedler nannte die Primarschule eineVerbesserung der Schulwirklichkeitund betonte, dass bei früher TrennungChancen verschenkt würden. DiesemArgument wiedersprach Scheuerl:„Begabungsreserven haben wir beiallen Kindern. Die Lehrer müssen nurdie Gelegenheit bekommen, sich umdie Kinder zu kümmern.“ Momentanmüssten sie sich ständig mit Reformenbeschäftigen.widersprach Fiedler: Durch das längeregemeinsame Lernen würde Diversity(Verschiedenheit, Mannigfaltigkeit)trai niert und somit der Umgang mitunterschiedlichen Schichten verbessert.Obwohl die Diskussion überwiegendsachlich und fair verlief, gelang esFiedler den Unmut der Zuhörer aufsich zu ziehen. „Ich habe bewusstnicht mit sozialer Gerechtigkeit argumentiert,weil ich glaube, dass dashier nicht die Mehrheit bekommt.“Diese Bemerkung wurde mit lautenBuh-Rufen quittiert.Marion Jürgens, Matthias Leutke,Claudia LudwigErgänzend kritisierte Scheuerl denpermanenten Vergleich mit andereneuropäischen Ländern, weil der euro -päische Standard geringer sei als deran Hamburger Schulen. Zudem würdenKinder durch die Primarschule inihrem Stadtteil festgehalten, währenddas Gymnasium ihnen be reits nachder 4. Klasse die Chance des Wechselsin einen anderen Stadtteil böte. DemBild, 8. April 201014


Als besonderes Problem hobScheuerl die immensen Kosten für diegesamte Reform hervor. So wurdenallein für sechs Starterschulen imKreis Süderelbe/Harburg von der Be -PausengesprächeStaatsrat a.D. Dr. Reinhard Behrens undDr. Rainer Schubachhörde 20 Millionen Euro bereitgestellt.Sowohl Scheuerl als auch Fiedlerversicherten dem Auditorium, dasErgebnis des Volksentscheids vom 18.Juli 2010 voll und ganz zu akzeptieren.Scheuerl ergänzte auf Nachfrage: „Ichhabe nicht die Absicht, anschließend inParteigeschichten einzusteigen.“Auchwerde er sich weder der FDP anschließennoch eine eigene Partei gründen.Marion Jürgens & Claudia LudwigAygül Özkan neue Ministerin in NiedersachsenAygül Özkan – bisherige stellvertetende Vorsitzende des Wirtschaftsrates inHamburg – ist neue Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit undIntegration in Niedersachsen. Zum Abschied aus Hamburg übersandte sieuns folgenden Gruß:Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich bin dankbar dafür,dass ich meine Erfahrungen einbringen konnte.Und wenn nun meine Tätigkeitsschwerpunkte im NachbarlandNiedersachsen liegen, sind wir ja nicht aus der Welt.Der Wissensaustausch wird auch über Landesgrenzen hinwegAygül Özkanstattfinden.Heute möchte ich dem Landesvorstand und allen Mitgliederndes Wirtschaftsrates ein herzliches Dankeschön fürviele gute Begegnungen und gemeinsame Initiativen zumWohle der Freien und Hansestadt Hamburg übermitteln.Ich bin sehr dankbar dafür, über mehrere Jahre dem LandesverbandHamburg des Wirtschaftsrates der CDU e.V.aktiv angehört zu haben. Die Diskussionskultur war immergeprägt von großer Fachkompetenz und weiser Erfahrung.Der Landesverband Hamburg hat entscheidend dazubeigetragen, der Freien und Hansestadt Hamburg hervorragendePerspektiven für die Zu kunft zu geben.Besonders am Herzen lagen mir die Themen Sicherungdes Hafenstand ortes Hamburg, die Stärkung der Ge -sundheitswirtschaft, der Ausbau der Clusterpolitik, die Weiterentwicklungder Wissensmetropole Hamburg sowie dieHamburger Abendblatt, 21. Mai 201015


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010Zu unserem achten PAUSENGESPRÄCHkonnten wir im Mai den SächsischenStaatsminister für Kultus und Sport,Prof. Dr. Roland Wöller, begrüßen. Mitgroßem Interesse folgten die Zuhörerden Ausführungen des Ministers zumThema: „Bildung – die Investition indie Zukunft. Das sächsische Bildungs -system zahlt sich aus!“Minister Wöller stellte seinem Vortragzwei Bemerkungen voran:1. In Sachsen geht es in erster Linienicht um Strukturen oder Ideologien,sondern allein um das Kind,2. nimmt das Ministerium das Bildungsthemasehr ernst, denn Bildungist der Kitt der Gesellschaft undder Zulieferer von Kultur.Dann begann er seine Ausfüh -rungen mit der Frage: „Was ist dennüberhaupt Bildung?“ Eine Antwort istnicht leicht zu finden, denn heute gibtes einfach zu viele, die mitreden.In den letzten Jahrzehnten hat eseine Revolution im kommunikationstechnischenBereich gegeben. Warenfrüher Informationen nur ganz wenigenzu gänglich, so hat heute jedereinen PC. Hieß es früher: „Wie beschaffeich mir Informationen?“, so müssenwir heute fragen: „Wie bewältige ichdie In forma tions -flut?“ Wir müssenalso Maß stäbe finden,Wichtigesvon Unwichtigemzu trennen. Für dieBildung bedeutetdies: Was gebenwir den jungenMenschen an dieHand, damit siesich orientierenkönnen? Es gehtum einen Kompass– Bildung ist dieser Kompass.Die zweite Frage lautet: „Was istdas Ziel von Bildung?“ Das Ziel von Bildungist zum einen Freiheit und zumanderen Wohlstand. Freiheit bedeutetin diesem Zusammenhang, jungeMenschen zu erziehen und sie zu lehren,richtig auswählen zu können.PausengesprächeProf. Dr. Roland WöllerDazu brauchen sie Methodenkompetenz,d.h.: „Wie organisiere ich meinLeben? Wie erschließe ich mir neue Be -reiche? Wie konzentriere ich mich aufWeniges – das Richtige?“ Bei der Auswahlvon Mitarbeitern spielen für PersonalchefsPersönlichkeit, Werte undCharakter der Bewerber eine zunehmendeRolle.Wohlstand zahlt sich für die gesamteGesellschaft aus. Jeder, der sich selberbildet, tut auch etwas für sichselbst. Jemand, der gut ausgebildet ist,hat meist ein gutes Einkommen undein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden.Das ist „Bildungsökonomie“!Bildung aber hat etwas mit An -strengung zu tun. Ohne Anstrengungsind Qualität und Wohlstand nicht zuhaben.Das führt zur Frage: „Wer hat dengrößten Einfluss darauf, wie erfolgreichein Kind ist?“ – „Die Eltern!“ Das kostetnicht mehr Geld, sondern mehr Zeit! Esgeht also darum, sich für Kinder mehrZeit zu nehmen.In der Bildung, so betonte der Minis -ter, brauchen wir einen langen Atem. Esmuss Ruhe ins System, also keineReformen. Die Bundesländer, die diemeisten Reformen umgesetzt haben,waren bei PISA nicht die besten,während Sachsen schon seit längeremzu den PISA-Gewinnern gehört. Sachsenist das einzige Bundesland, dasalle drei Naturwissenschaften (Biologie,Chemie, Physik) bis zum Abiturdurchführt.Das sächsische Schulsystem setztauf das Leistungsprinzip, darauf, je denIngeborg Knipper: „Welches Tempo hat dieKultusministerkonferenz verglichen miteiner griechischen Landschildkröte?“mitzunehmen und Schule von Anfangan gemeinsam mit den Eltern zugestalten. Dabei muss aber auch einMindestmaß an Differenzierung sein,auch um den Unterschiedlichkeitenbei Menschen gerecht zu werden.Minister Wöller betonte, er halteLehrer- und Erzieherinnenberufe fürdie wichtigsten überhaupt. Deshalbmüsse deren Ansehen – gerade anden Universitäten – gehoben werden.Die Politik müsse den Lehrern unbedingtden Rücken stärken.Das sächsische Schulsystem istzweigliedrig – es besteht aus Gymnasiumund Mittelschule – und zeichnetsich durch langjährige Kontinuitätaus: Es gab schon immer das Abiturnach zwölf Jahren, dies wurde niegeändert. Die Mittelschule beherbergtdie Haupt- und Realschule in einemGebäude. Das System hat sich in Sachsensehr bewährt, so ist die Gruppeder Lernschwachen mit 8 bis 12 Prozentso gering wie nirgendwo – derBundesdurchschnitt liegt bei 20 Prozent.Marion Jürgens & Claudia Ludwig16


Nachhaltige Haushaltsentwicklung –wo sollte Hamburg ansetzen?POLITISCHES FRÜHSTÜCK mit Dr. Jann Meyer-Abich,Präsident des Rechnungshofes der Freien und Hansestadt HamburgDr. Jann Meyer-AbichEs gibt Krankheiten, deren Symptomelange Zeit nicht beachtet werden. Erstwenn der Körper starke Signale sendet,erkennt man – oft zu spät – den töd -lichen Charakter. Das war vergleichsweiseder Eindruck, den Meyer-Abichswarnendes Referat bei den Zuhörerndes POLITISCHEN FRÜHSTÜCKS hinterließ.Krank waren in diesem Fall dieFinanzen der Freien und HansestadtHamburg. Einige Fakten beleuchtetendie Situation dramatisch:■ Seit 1980 hat Hamburg 32 MilliardenEuro mehr ausgegeben als eingenommen.■ Die Schulden haben bis heute mitetwa 28 Milliarden Euro (18.000 Europro Kopf) schon einen historischenHöchststand erreicht, und sie steigenauch mittelfristig weiter an. 1980belief sich der Schuldenstand nochauf knapp 6 Milliarden Euro (sieheGraphik).■ Die Einnahmen aus der Neuverschul -dung seit 1970 betragen 21,1 Milliar-den Euro, die Zinsausgaben im gleichenZeitraum belaufen sich dagegenauf 25,5 Milliarden Euro! DieNeuverschuldung schafft also keineSpielräume, vielmehr „nährt sie sichselbst“.■ Der Substanzverlust an stadteigenemVermögen seit 1995 beträgt mitden bis 2013 vorgesehenen weiterenVeräußerungen 11,5 Milliarden Euro.Ein Teil der Einnahmen aus den Verkäufenwurde nicht in neues Vermögeninvestiert, sondern zurDeckung laufender Ausgaben verbraucht.■ Eine Hochrechnung der Mittel fürZinsausgaben (die damit für andereAufgaben fehlen) nach augenblicklichemSchuldenstand und ver-Nicole Brecht-Brandt MdB,Dr. Benno Hein,Sibylle Umlauf,Präsidentin desLandgerichtsHamburgeinfacht angenommenem Zinsniveauergibt bis 2050 Ausgaben von81,5 Milliarden Euro. Jede Änderungder Zinssätze gegenüber der gegenwärtighistorisch niedrigen Margeführt darüber hinaus zu erheblichenstrukturellen Mehrausgaben. Außerdemsind spätestens ab 2015 Tilgungsratenfür den KonjunkturstabilisierungsfondsHamburg in mindestensdreistelliger Millionenhöhezu leisten.■ In vielen Baubereichen (Straßen,Schulen, Universität) ist über Jahrzehnteein schleichend steigenderSubstanzverlust hingenommen worden,der inzwischen bedenklicheSpuren zeigt. Allein bei den Straßenergibt sich bei jährlichen Abschreibungenvon ca. 80 Millionen Euround seit Jahren zurückgehendenStraßeninvestitionen von ca. 25 MillionenEuro jährlich ein Wertverlustvon 55 Millionen Euro in jedem neuenJahr.Rückblickend galt die Kritik von Meyer-Abich v.a. der Finanzpolitik der Jahre1990 bis 1993 sowie 2006 bis 2008, indenen die Einnahmen durch starkenKonjunkturanstieg gekennzeichnet wa -17


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010ren. Die historische Chance, in diesenPha sen mit den Einnahmen auszukom -men und Schulden abzubauen, wurdenicht genutzt. Der Verzicht auf eineNeuverschuldung in den Jahren 2006bis 2008 (s. Graphik) zeigt nur einenscheinbaren Fortschritt, da im selbenZeitraum erhebliches Vermögen veräußertwurde. Die steigende Neuverschuldungin der ersten Hälfte derNeunzigerjahre war nur zum Teil durchdie Wiedervereinigung gerechtfertigt.Die Stadt hat damals rund 3.000 neueStellen geschaffen.Dr. Peter Ruland: „Ist es überhaupt möglich,in der Öffentlichkeit Verständnis fürSparmaßnahmen zu schaffen?“Mit Blick auf die Zukunft forderteMeyer-Abich äußerste Kostendisziplinund die konsequente Nutzung von Ein -sparungsmöglichkeiten. Wahlversprechendürften nicht mit Hilfe weitererKre dite eingelöst werden. In der lau fen -den Periode stelle sich die Frage, wie dieSchulreform und die Stadtbahn finanziertwerden sollen. Hier mangele esge genüber den politischen Entscheidungsträgernan Transparenz. Das so -genannte „Sondervermögen Schulbau“stelle insbesondere eine Ermächtigungdar, Schulden aufzunehmen. Meyer-Abich äußerte Zweifel, ob der Senat dievon ihm selbst mit der Finanzplanung2009-2013 versprochene Haushaltssanierung(keine weitere Neuverschuldungund Tilgung von Altschulden inAngriff nehmen) mittelfristig erreichenwird.Anmerkungen des Berichterstatters:Es ist ein Leuchtfeuer im demokratischenStaat, dass es den von der Politikunabhängigen Rechnungshof – ohneMaulkorb – gibt. Leider scheint die Institutionmehr ein Rufer in der Wüste zusein, deren Warnungen verhallen. Umendlich nachhaltige Reaktionen in derÖffentlichkeit zu provozieren, regte derPräsident an, dass auch der Wirtschaftsratdas Thema Staatsverschuldungaufgreift. Sprecher in der Diskussionunterstützten den Vorschlag.In der Tat sollte der Landesverbandaktiv werden und helfen, eine Breschezu schlagen. Hierzu bedarf es nicht nurkonkreter, durchsetzbarer Vorschlägeüber einschneidende Konsolidierungs-maßnahmen in den vor uns liegendenHaushaltsjahren, sondern ebenso einigerBeispiele aus der Vergangenheit, dieden Bürgern deutlich vor Augen führen,welche unverantwortbaren (Dauer)-Lasten aus einer Politik auf Schuldenbasisentstehen.Anzumerken wäre noch, dass dasBun desland Sachsen im Jahr 2009 einenHaushaltsüberschuss von 200 MillionenEuro erzielt hat. Natürlich fallen hierEin nahmen aus dem Finanzausgleichins Gewicht. Aber daraus allein ist keinehinreichende Begründung für dieSchuldenaufnahme in Hamburg abzuleiten.Sachsen spart und gab z.B. 2009weniger für seine Bediensteten aus als2005, in Hamburg dagegen sind die Personalausgabenim Haushalt im gleichenZeitraum um mehr als 400 MillionenEuro angestiegen. Eine Konsolidierungder Finanzen in der Hansestadtsetzt auch eine sinnvolle Reduzierungdieses Kostenblocks mit einem nach derFinanzplanung wieder auf über 32 Prozentansteigenden Anteil des Gesamt -etats zwingend voraus.He18


ZWISCHENRUFWas uns bewegtIn dem seit 2008 herrschenden Krisen -szenario hetzt die Bundesregierunginzwischen von einem Brandherd zumnächsten. Um einen Flächenbrand einzudämmen,wurde innerhalb einerWoche ein Bürgschaftsprogramm zurRettung der (oft staatlich geführten)deutschen Banken in Höhe von 500 MilliardenEuro durch das Parlament undden Bundesrat gebracht. Inzwischenkann man vorsichtig optimistisch da raufhoffen, dass der Steuerzahler einen er -heblichen Teil der angebotenen staatlichenGarantien nicht einlösen muss,weil die betroffenen Banken die Ge -winnzone wieder erreichen (werden).Zur Vervollständigung: Das weltweiteRettungspaket für Banken beträgt perdato 7 Billionen Euro!Kaum schienen die Banken stabilisiert,drohten ganze Staaten unter demDruck ihrer Schulden zu kippen, denAnfang machte Griechenland. Als Ge -spenst tauchte gar der Zusammenbruchdes gesamten (Euro-) Währungssystemsauf. Die Mitgliedsstaaten spannteneilends einen gewaltigen Rettungsschirm(750 Milliarden Euro), zunächstlediglich in Form von Bürgschaften, diejedoch schnell in reale Kosten umschlagenkönnen, sobald nur in einem derverschuldeten Staaten rigorose Sparmaßnahmenpolitisch nicht durchgehaltenwerden oder in traditioneller Korruptionersticken. Im Kreditermächtigungsgesetzbeteiligte sich Berlin mitZusagen in Höhe von 145 Milliarden Euroam EU-Rettungspaket. Nüchtern be -trachtet stehen wir heute für fremdverschuldeteRisiken gerade, die wir imErnstfall nicht ohne schwerste Konsequenzenfür unsere Volkswirtschaft auffangenkönnten. Die Bürger der EU-Staatensind nicht Opfer der Märkte, sondernOpfer politischer Fehler, die durch dieFolgen der Finanzkrise potenziert werden.Und im Falle Griechenlands sind dieGläubiger in zweiter Linie deutsche Banken:Commerzbank, Hypo Real Estateund diverse Landesbanken. Alle Insti tutegehören entweder ganz oder teilweisedem Staat, und somit haften die deutschenSteuerzahler (mal wieder).Den Blick auf Schuld, Schulden undRisiken müssen wir allerdings auch nachinnen, auf den eigenen Staatshaushalt,richten. Die Spielräume sind längst ausgereizt.Der Schuldenberg in Deutschlandsteigt seit 1950 ungebremst: 1950 = 10Milliarden Euro (umgerechnet), 1970 = 63Milliarden Euro, 1990 = 536 MilliardenEuro, 1995 = 1009 Milliarden Euro, 2005 =1.448 Milliarden Euro, 2008 = 1.515 MilliardenEuro und aktuell stehen wir bei ca.1.710 Milliarden Euro. Ausstehende Renten-und Pensionszahlungen der nächs -ten Jahre noch gar nicht eingerechnet!Auch national sind also Rettungsmaßnahmenzur Bewältigung einer Staatskriseüberfällig.Wenn es ringsherum lichterlohbrennt, gilt es, Disziplin zu wahren undden (Aus-)Weg klug zu planen. Andersgesagt: Was dürfen wir uns, was darf sichder Staat noch leisten? Wie viele (vielleichtberechtigte) Interessen und Privilegienmüssen jetzt zurückstehen, wennwenigstens die Zukunftsvorsorge in Formvon Forschung und Bildung und mit Aufbauund Unterhaltung der Infrastrukturnicht kaputtgespart, sondern gesichertwerden soll. Da wird mit spitzem Stift ge -rechnet, jedenfalls war schon vor der Kriseangeblich nicht genug Geld vorhandenund hinterher natürlich erst recht nicht.Sieht man auf den Zustand von Straßen,Universitäten, Schulen und Kindergärten,kann man sich des Eindrucks kaumerwehren: Etwas ist faul im Staate – vielleichtauch in Dänemark, definitiv aberbei uns in Deutschland. Das lässt sich keineswegsdamit entschuldigen, dass fürdas eine Thema der Bund und das anderedie Länder zuständig sind.Es war einmal ...Ein Haus, ein Auto, zwei Kinder, der Ar -beitsplatz bis zur Rente: Das war die Weltunserer Eltern nach etlichen Jahren Wirtschaftswunder.Zeitgeist und Globalisierunghaben die Idylle inzwischen arg inMitleidenschaft gezogen. Zunächst hattesich die Generation der Babyboomerüberwiegend gegen eigene Kinder entschieden.Heute müssen immer wenigererwerbstätige Bürger – und auch die un -ter immer unsichereren Bedingungen –immer mehr Personen finanzieren, dienicht im Arbeitsleben stehen. Wie könnenwir die Konsequenzen in den Griffkriegen?Sodann sind Gehälter und Löhne seitJahren nahezu konstant geblieben, wäh -rend die Ausgaben massiv stiegen, nichtzuletzt als Steuern und Abgaben. VieleUnternehmen machen Kurzarbeit, einigehaben mit ihren Mitarbeitern verabredet,dass diese in der Krisenzeit aufTeile ihres Einkommens verzichten –auch um den Job nicht ganz zu verlieren.All dies aber kennen die politisch Verantwortlichenfür den eigenen Geldbeutelnicht. Ihre Gehälter, Diäten etc.werden erhöht (soeben wurde die Sekretariatspauschaleder 736 EU-Abgeordnetenum weitere 1.500 Euro pro Monatangehoben). Stattdessen vermissen dieArbeitnehmer angesichts von Lohnverzichtund Entlassungen eine finanzielleHaftung hochdotierter Verantwortlicherfür deren Entscheidungen (wie sie jederSelbständige trägt). Es ist nicht verwunderlich,dass oft nur noch 50 Prozent derBürger zu den Wahlen gehen, weil sieden politischen und wirtschaftlichen Elitennicht mehr vertrauen.Was folgt daraus? Der Staat musssparen – vor allem bei sich selbst. DerBund der Steuerzahler weist nach, wieetwa 30 Milliarden Euro pro Jahr immeraufs Neue verschwendet werden undhat jüngst 111 der unsinnigsten Subventionenmit einem Volumen von 35 MilliardenEuro jährlich angeprangert (sieheHandelsblatt vom 25.05.2010). Ministerzu Guttenberg geht mit nachahmenswertenBeispiel voran und zeigt, dasseine Reformierung mit kosteneinsparenderKonsolidierung alter Strukturenin der Kombination mit gleichzeitigerModernisierung möglich ist. Der Oberbürgermeistervon Kiel, Torsten Albig(SPD), fragte zu Recht: „Reichen nichtacht Bundesländer, oder gar zwei?“ Wiewürden die Bürger entscheiden, wenneine Volksabstimmung dazu stattfände?Der letzte Versuch (Berlin-Brandenburg)war allerdings nicht erfolgreich.Wenn nicht die Politiker, sind wenigstensdie Bürger lernfähig?Ludolf von LöwensternDer Autor ist persönlich haftender Gesellschafterder CC HOLDING VerwaltungsundBeteiligungsgesellschaft. Er ist ehrenamtlichin verschiedenen Institutionenengagiert, unter anderem im Wirtschafts -rat Deutschland als Mitglied im Bundesvorstandund Mit-Gründer und Vorsitzenderder Kommission InformationsundTelekommunikationstechnologie. DerBeitrag gibt die persönliche Meinung desAutors wieder.19


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010Besichtigung der J.J.Sietas Werftin Hamburg-NeuenfeldeFoto: Sietas Werft100 Mitglieder und Gäste trafen sicham Dammtor zu einer gemeinsamenBusfahrt ins Alte Land, zum Werftgeländean der Este-Mündung. Hierhatte vor annähernd 400 Jahren – 1635– Carsten Sietas einen Schiffbaubetriebgegründet, der bis heute im Familienbesitzist und bereits in der neuntenGeneration seiner Arbeit nachgeht.Kutter, Schoner und Briggs aus Holz be -stimmten bis zum Ende des 19. Jahrhun -derts das Bauprogramm. Als Schiffe ausStahl zum Standard in der Seefahrtwurden, grenzte sich Sietas durch denSerienbau von Spezialschiffen von dengroßen Konkurrenten ab. Einen Höhepunkteigener Entwicklungen stellte derBau des weltweit ersten Containerfrachtersdar. Man schrieb das Jahr 1966.Seit den Fünfzigerjahren – dem Beginndes revolutionären, neuen Transportzeitalters– waren meist Öltanker für dieBeförderung von Containern umgerüs -tet worden. Sietas schuf den ersten Spezialfrachter(für 72 TEU). Bis 2009 sindin Neuenfelde 393 weitere Containerschiffegefolgt (neben Serienbautenanderer Art). Eine Erfolgsgeschichte,basierend auf Erfahrung, Entwicklungs -arbeit und hoher Termintreue.Die Wirtschaftskrise 2008 /2009 bedeutetefür die Werft das jähe Endeihrer Auslastung. Die Containerschifffahrtverzeichnete rund um den Globusstarke Einbrüche, gleichzeitig drängtenzahlreiche, noch in Boomzeiten georderteNeubauten auf den leeren Markt.An Schiffbauaufträge – insbesonderefür Container – war vorerst kaum mehrzu denken. Stattdessen musste Sietas 14Stornierungen hinnehmen. Die Werftstand am Abgrund.Rüdiger Fuchs, seit März 2009 Vorsitzenderder Geschäftsführung (vorherim Management von Airbus tätig),schilderte in einem offenherzigen, informativenReferat die bedenkliche Situationbei seinem Amtsantritt und berichteteüber die Maßnahmen, die zur Rettungder Werft eingeleitet wurden. Erbekannte nüchtern, dass gegenwärtigRüdiger Fuchs,Vorsitzender derGeschäftsführung derSietas WerftCarsten Sietas (2. v. r.)führte eineBesichtigungsgruppeüber das Werftgeländeerst 1/3 des Weges zu -rückgelegt sei und dasszwar Hoffnung, aberkeine Gewissheit bestehe,das Ziel zu erreichen.Hilfreich ist, dass zurSietas-Gruppe noch zwei weitere, wenigerkrisenanfällige Betriebe gehören:die Norderwerft im Hamburger Freihafen,zuständig für Reparaturen undUmbauten („Auf der Norderwerft ist IhrSchiff in guten Händen“) sowie die NeuenfelderMaschinenfabrik (NMF). Hierfertigt man technisch anspruchsvolleSchiffskrane mit Nutzlasten von 1 t bis1.000 t. Die NMF gehört zu den führendenKranherstellern weltweit und hatallein in China 19 Werften als Kunden.Fotos: Sietas Werft20


Verwaltung und Einkauf der drei selbständigenUnternehmenseinheiten ineiner maritimen Gruppe zusammenzufassen,war eine Komponente derNeuorientierung.Das Konzept für die Zukunft desKernbetriebs, der Neubau-Werft an derEste-Mündung, basiert auf folgendenMaßnahmen:■ Entwicklung neuer Produkte. 100Ingenieure, Konstrukteure und Techni-Fähre„Uthlande“ker arbeiten in Projektteams an NeuundFortentwicklungen, auch Typisierung,von Spezialeinheiten, so z.B. vonNassbaggern, Schwergutschiffen, Spezialschiffenzu Bau, Wartung und Versorgungvon Offshore-Anlagen, ferneran Roro-Schiffen und Fähren.■ Änderung der Fertigungsmethoden,grob gesprochen „vom Handwerksbetriebzur industriellen Fertigung“. DieArbeitsabläufe folgen einem Konzept,bei dem ein Schiff nicht mehr aus vielenEinzelteilen aufgebaut, sondern auswenigen, parallel gefertigten und vollausgerüsteten Sektionen zusammengesetztwird. Hierzu verfügt die Werftüber Krane mit großer Tragfähigkeit.Mit Hilfe weiterer ra tionalisierter Zuliefer-und Montage verfahren werdenArbeitsstunden in wesentlicher Höheeingespart und die Bauzeit der Schiffez.T. über die Hälfte verkürzt.Beim Rundgang über das Werftge -lände war erkennbar – und auch erläutert–, dass noch Spielraum für weitereProduktivitätssteigerung besteht. Auchfehlt eine große Schiffbauhalle, die dieNeubauarbeiten komplett witterungsunabhängigmachen würde.Die Zahl der Mitarbeiter ist vonursprünglich 1.300 Stammarbeiternund 700 Leiharbeitern auf heute 640eigene Kräfte vor Ort, teilweise in Kurzarbeit,geschrumpft. Die Geschäfts -leitung sieht klar, wie wichtig es ist,lange eingearbeitetes Personal im Be -trieb zu halten. Im Jahr 2010 werdenfünf Schiffe abgeliefert, davon vier Neukonstruktionen.Momentan ist die Fragevon Anschluss aufträgen allerdingsoffen.Am Ausrüstungskai lag bei unseremBesuch die Fähre „Uthlande“. Zu ihrerEinweihungsfahrt am 24.09. von Dagebüllaus zu den Inseln Föhr und Amrumhat die Wyker Dampfschiffs-Reedereiden Landesverband eingeladen. Die Be -nachrichtigung geht rechtzeitig heraus.He21


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010Landesfachkommission LuftfahrtindustrieAuch wenn die Luftfahrtindustrienicht unbeschadet durch die FinanzundWirtschaftskrise geflogen ist, sokönnen die Zukunftsaussichten dochweiterhin als gut bezeichnet werden.Der Trend zu noch mehr Mobilität istunverändert, wie die weiter steigendeZahl der weltweiten Flugbewegungenausweist. So betrug dasWachstum im internationalen Luftverkehr(incl. Fracht) im Durchschnittder letzten Jahre 5 Prozent. Dahererwarten Experten, dass bis 2020weltweit ca. 25.000 neue Flugzeugebenötigt werden. Trifft diese Prog noseein, werden in der MetropolregionHamburg nebenLufthansa Technik insbesonderedie kleinen undmittelständischen Unternehmen(KMUs) der Zulieferindustrieprofitieren.Vorausgesetzt, sie passenihre Geschäftsmodelle an.Das bestätigte auchHansjörg Kränzle, Vorstandsvorsitzenderdes Fo -rums Luft- und Raumfahrte.V., einer Informations-,Kommunikations- und Ar -gumentationsinitiative derLuft- und Raumfahrt inDeutschland, anlässlich derzweiten öffentlichen Sitzungder FachkommissionLuftfahrtindustrie am 30. März imHause der gastgebenden PWC. Wachstumbei Passagieren, Fracht und Flugbewegungensowie eine steigendeZahl großer Flugzeugbauer – nebenAirbus und Boeing künftig auch ausden BRIC-Staaten – bieten der Zulieferindustriebeste Voraussetzungen.Allerdings müssten KMUs ihr Ge -schäftsmodell anpassen, da großenFlugzeughersteller bereits damit be -gonnen hätten, die Zahl ihrer direktenLieferanten deutlich zu reduzieren.Zudem müssten die verbleibendenPartner damit rechnen, künftig stärkeram Risk Sharing (Übernahme vontechnischen, finanziellen und operativenRisiken) beteiligt zu werden. VielZeit bleibt den deutschen KMUs ausSicht von Kränzle dabei nicht, denn derProzess sei in anderen Ländern, z.B. inFrankreich, bereits deutlich vorangekommen– ein Vorteil staatlich gelenkterIndustriepolitik. Diese Länder habenmit zielgerichteter Akquisition undhohem F&E-Mitteleinsatz global aufgestellte,finanzstarke Konzerne undUnternehmensgruppen geschaffen, dieden Anforderungen der Flugzeugherstelleran einen „First Tier Supplier“ derZulieferindustrie entsprechen. Im Ge -gensatz dazu sei die deutsche Ausrüs -tungsindustrie noch stark fragmentiert.Erste Konzentrationsansätze, die sichbisher auf strategische Konsolidierungenin den Bereichen Grundsysteme,Flugsteuerung (Liebherr Aerospace)und die zivile Avionik (Diehl) beschränken,sind aus Sicht von Kränzle deutlichzu wenig.Kränzle befürchtete darüber hinaus,dass die deutschen Ausrüster in tiefereEbenen der Zulieferkette abrutschenund damit letztlich an Wettbewerbsfähigkeitverlieren. Eine weitere Gefahrdrohe den einheimischem KMUs mitdem Verlust der Selbständigkeit, wenndie größeren ausländischen Konkurrenten– wie schon geschehen – weiterversuchen, deutsches Know-How aufzukaufen.Die Frage nach den notwendigenSchritten beantwortete Kränzle mitdem Hinweis auf zwei bereits existierendeHamburger Initiativen – HanseAerospace und HWF. Auf beide kommekünftig eine noch größere Verantwortungzu, den dringend erforder -lichen Prozess der Konsolidierungder KMU-Landschaft in der Metropol -re gion Hamburg aktiv zu gestalten.An haltspunkte dafür könne das vergleichbareerfolgreiche Vorgehenanderer Bundesländer, z.B. Bayerns,geben.Die Teilnehmerrunde schloss sichder Einschätzung Kränzles an undbestätigte, dass der Luftfahrtindustriein Deutschland die KMUsmehr und mehr verlorengingen. Die HamburgerZulieferindustrie müssejetzt zügig nach neuenWegen suchen, den größergewordenen Herausforderungenangemessen zubegegnen. Geeignet seienKooperationen auf horizontalerwie auf vertikalerEbene. Auch bundesländerübergreifendeLösungsansätzekönnten erfolgversprechendsein, z.B. inForm einer norddeutschenKooperation unter Einbeziehungvon Berlin-Brandenburg.Grundsätzlichaber müsse die betroffeneIndustrie die Initiative ergreifen, auchwenn die Luftfahrt zur Hälfte Politiksei. Die Politik könne jedoch erst imzweiten Schritt flankierend tätig werden.Die Luftfahrtindustrie-Kommissiondes Wirtschaftsrates unter ihremVorsitzenden Wolfgang Warburg wirdden notwendigen Konsolidierungsprozessaktiv begleiten. Warburg:„Hamburg ist nach wie vor ein Luftfahrtstandortvon herausragenderinternationaler Bedeutung. DiesePosition gilt es beizubehalten undauszubauen. Aber nur wenn sich alleBeteiligten mehr als bisher anstrengen,kann dieses Ziel letztlich aucherreicht werden!“S. Linz22


PR-BERICHTInfiniti – Starke Performance für HamburgSeit Oktober 2009 erobert die Premium-AutomobilmarkeInfiniti erfolgreichden deutschen Markt. Das ersteInfiniti Zentrum in Hamburg bietet seinenKunden neben einer exklusivenProduktpalette im einzigartigen Designauch einen ganz besonderen Kundenservice,bei dem keine Wünsche offenbleiben. Dazu zählt unter anderem ein24-Stunden Mobilitätsservice und VIP-Service. Infiniti richtet sich an alle, diemehr von ihrem Auto erwarten – mehrPerformance, mehr Design und mehrService, und das auf eine ganz individuelleArt und Weise.Als japanische Marke hat sich Infiniti inden USA bereits seit Jahren im Luxusautomobil-Segmenteinen Namen ge -macht. Den deutschen Kunden erwartetaktuell die Produktpalette aus G-Modellreihe (Limousine, Coupé undCabrio), dem Infiniti EX Coupé-Cross -over sowie dem Infiniti FX PerformanceCrossover. Ab Juli 2010 sind beideCrossover jeweils auch als leistungsstarkeDiesel erhältlich. Dafür wurdeein 3,0 Liter-V6-Dieselmotor komplettneu entwickelt, welcher sich durchbesonders kultivierte Kraftentfaltungauszeichnet, die den bekannt hohenStandards des V6-Benziner Infinitis innichts nachsteht. Dieser starke Motorverbessert die bereits bei den Benzinernhohe Durchzugskraft und senkt imGegenzug signifikant CO 2 -Emissionensowie Durchschnittsverbräuche.Die Preise des FX30d PerformanceCross over liegen je nach Ausstattungsniveauzwischen 56.000 und 64.200EUR. Hier kann individuell zwischen derluxuriösen „GT“-, der sportlichen „S“-Version sowie der neuen „Premium“-Spezifikation, die das üppige Ausstattungsniveauder GT- und S-Versionnochmals übertrifft, gewählt werden.Mit einem Durschnitts-Verbrauch von9,0 Litern / 100km und einem CO 2 -Ausstoßvon 2.38g/km ist der neue FXCross over für seine Fahrzeugklassedurchaus wettbewerbsfähig und bleibtdennoch im Herzen ein Sportwagen.Dafür sorgt der bereits bei 1,750 U / minerreichte Drehmomentgipfel von 550nM. Im Zusammenspiel mit der serienmäßigenSiebenstufen-Automatik be -schleunigt der Direkteinspritzer denFX30d Performance Cross overFX30d in nur 8,3 Sekunden von 0 auf100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeitbeträgt 212 km/h.Als Alternative zum Crossover FXwird der kompaktere Infiniti EX Coupé-Crossover ab einem Preis von 47.650EUR angeboten. Mit einem Durchschnittsverbrauchvon 8,5 Liter/100 km(CO 2 -Ausstoß: 224 g/km) stellt er dasbislang umweltfreundlichste InfinitiAngebot im Crossover-Segment dar. Miteiner Beschleunigungszeit von 7,9 Se -kunden für den Sprint von 0 auf 100km/h wird Sportlichkeit und hoherSpaßfaktor auch bei diesem Crossover-Modell großgeschrieben. Erhältlich istdas Coupé-Crossover als Basis-, „GT“und „GT Premium“ Version.Weitere In formationen und Mo -delle unter www.infiniti-hamburg.de.23


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010Familienunternehmen – Hoffnungsträgeroder Auslaufmodell?POLITISCHES FRÜHSTÜCK mit Professor Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes,Vorstand Stiftung FamilienunternehmenProf. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen HennerkesSind familiengeführte Unternehmendas Rückgrat der deutschen Wirtschaft?Gemäß einer Studie der „StiftungFamilienunternehmen“ sind etwa95 Prozent der in Deutschland ansässigenBetriebe Familienunternehmen.Sie tragen mit einem Anteil von etwa41,5 Prozent zum Umsatz aller Unternehmenbei und stellen 57 Prozent derArbeitsplätze.Das Durchschnittsalter deutscher Un -ternehmen (Wirtschaftsauskunftei Creditreform)beträgt 16,4 Jahre. Die meis -ten der neu gegründeten Firmen überlebenihre erste oder zweite Krise nicht.Nur wenige sind fähig, neben periodischenMarkteinbrüchen und unternehmensinternenFehlentscheidungengroße wirtschaftliche und politischeKrisen zu überwinden. Gerade in Krisenzeitenerweisen sich diese Firmenals resistent und werden generell älterals andere. In Hamburg finden sich vieleBeispiele: u.a. der Optiker Fielmann,der Versandhandelsriese Otto, der GermanischeLloyd, Essig-Kühne sowie dieKaffee-Vermarkter Tchibo und Darboven.Diese Unternehmen gehören je -weils einer Familie und/oder werdenvon ihr geleitet. Politik und Medieninteressieren sich neuerdings mehr fürdas Thema Unternehmensnachfolge.Die Reform der Erbschaftssteuer zeigtdies deutlich.24Langfristiges Denken ist wichtigsterFaktor, so Matthias Leutke in seinerEinführung. „In familiengeführten Un -ternehmen wird in Generationen ge -dacht und weniger in Quartalszahlen“,meinte der Vorsitzende. Diese Firmenhaben Weltkriege, Inflationen, Weltwirtschaftskrisen,das Platzen der Internet-Blaseund die aktuelle Finanz- undWirtschaftskrise gemeistert. Die Tat -sache, dass sie sich aus eigener Kraftfinanzieren, zwingt sie zu weniger riskantemWachstum. Doch ihre Stärkebirgt auch Tücken: Wenn nämlich derEigentümer aus Altersgründen oderKrankheit ausscheidet oder stirbt. NachBerechnungen der Creditreform werdenbis 2014 rund 430.000 Unternehmenin Deutschland einen Nachfolgerfür die Firmenleitung finden müssen.Fast 4 Millionen Arbeitsplätze hängenvon erfolgreichen Firmenübergaben ab.Jährlich scheitert die Übergabe in etwa6.000 Fällen, so dass etwa 34.000 Ar -beitsplätze verloren gehen, so das Institutder deutschen Wirtschaft.Das Familienunternehmen:geprägt durch Einheit und EigentumAusgehend vom volkswirtschaftlichunterschiedlichen Stellenwert der einzelnenUnternehmenstypen kann mandie Betriebe strukturell in drei Gruppeneinteilen: Als erstes sei die dienst -leis tungs- und technologieorientierteGrün derszene erwähnt. Für diese stehendie Anlaufberatung, die Institutionder „Business Angels“ sowie die Finanzierungüber venture capital imVordergrund. Die zweite Gruppe sindgrößere Handwerksbetriebe und kleineregewerbliche Unternehmen. Diemeisten Betriebe sind ausschließlichauf regional begrenzten Märkten tätig.Besondere Probleme gibt es hier bezüglichder Unternehmensnachfolge. Hiersind die Unternehmen auf die Fortfüh -rung innerhalb der Familie angewiesen.Die dritte Grup pe stellt die Königsklas-se der deutschen Familienunternehmendar. Es sind die größeren Firmen,die – ohne notwendigerweise börsennotiertzu sein – Kapitalmarktreifehaben oder eine solche anstreben. DieseUnter nehmen wachsen jährlich mitdurchschnittlichen Raten von mehr alszehn Prozent. Sie haben seit 2006 etwa350.000 zusätzliche Arbeitsplätze imInland geschaffen – ganz im Gegensatzzu den DAX-Konzernen, die ständigArbeitsplätze abbauen und die heutenur noch 1,7 Millionen Mitarbeiter inDeutsch land beschäftigen. All dies hatdazu geführt, dass wir heute mehr als1.200 Familienunternehmen haben, diein ihrer jeweiligen Nische Weltmarktführersind.Der Typus Familienunternehmen isthäufig in solchen Branchen stark, indenen der Kunde oder der Lieferant vorfinanziert,so zum Beispiel im Handeloder bei den Dienstleistungen.Hoffnungsträger oder Auslaufmodell?„Das Schicksal des Staates hängtvom Zustand der Familie ab“, beobachteteder Schweizer Theologe AlexandreVinet bereits im 19. Jahrhundert. Unddiese Einschätzung passt auch heute:Mit welchen Auswirkungen für unsereVolkswirtschaft ist zur rechnen, wenn:39 Prozent der Unternehmensgründer,die innerhalb der kommenden fünf Jahreeinen Generationswechsel vornehmenmüssen, noch keine Regelunggetroffen haben? Mittelständler, denenein baldiger Generationswechsel bevorsteht,eine deutlich zögerlichere Inves -titions- und Einstellungsbereitschaft anden Tag legen? Das Spannungsverhältniszwischen den Begabungen der Er -ben, ihren Interessen und den Erfordernisseneines erfolgreichen Managementsnicht gelöst werden kann oderes innerhalb einer Familiendynastie zuKonflikten über die Art und Weise derUnternehmensführung kommt?Hennerkes betonte die besondereFlexibilität und die Eigentümerkon-


trolle als Bausteine für den Erfolg desFamilienunternehmens sowie den Wertewandel.Erstere verlangen ein unternehmensspezifischesManagement,das aus Visionen Ziele und aus ZielenSteuerungsgrößen ableitet.Dr. Andreas Odefey,Senatorin a.D.Alexandra Dinges-Dierig MdHB,Tjark H. WoydtZum Wertewandel: Während dieAbkehr von alten Tugenden wie Pünktlichkeit,Fleiß und Gehorsam hin zu denneuen Werten der heutigen Jugend wieKreativität, Flexibilität, Motivation undTeamarbeit durchaus positiv gesehenwerden kann, ist die schwindendeWertschätzung von Ehe und Familie inganz Europa ein großes Problem. Sokann es sein, dass einst festgelegte Erbfolgewegeauf Sohn oder Tochter nichtmehr funktionieren und alte Familientraditionenüberraschend außerKraft gesetzt werden.Fazit: Wegen ihrer Kunden- undMarktnähe, durch dynamisches Reagierenund kurzfristiges Agieren bleibenFamilienunternehmen – wie immer –vorn und haben eine Zukunft. Wünschenswertist allerdings eine bessereWahrnehmung in der Politik. Laut ProfessorHennerkes müssen die Familienunternehmenmehr Druck auf diePolitik machen, Druck in ihren Verbändenund in der Öffentlichkeit. EJHPR-BERICHTFairway GolfDie schönsten 36 Löcher im Hamburger WestenFairway Golf ist die neue Alternativeder bekannten Golfclubs Peiner Hofund Weidenhof.Auf unseren Golf- und Übungs-Anlagenkönnen sie relaxed Bälle schlagen. Wirkümmern uns um Anfänger genausowie um die Golfer mit Vorgaben, egalob Single, Pärchen oder die ganze Fa -milie. Fairway Golf bringt frischenSchwung ins Golferleben – und insLeben nach dem Spiel.Mit vielen Get togethers, BBQs undTurnieren ist Fairway Golf eine guteAdresse, um nette Leute kennen zu lernenund in der Gemeinschaft Spaß zuhaben. Wir bieten ein Tarifsystem, dasgenauso flexibel ist wie die Menschen,die hier spielen.In nur 20 Minuten ist man von derHamburger Innenstadt auf der Golf -anlage: 36 Löcher der Superlative!Wenn Sie mögen, sogar mit S-Bahn An -schluss. Sie genießen gepflegte Fairwaysund schnelle Grüns in einer typischennorddeutschen Knicklandschaft.Die Courses sind fair zu spielen. Und amspektakulären Inselgrün ist es immerspannend: Bleibt der Ball auf dem Grünoder rollt er doch noch ins Wasserhindernis?Die „Noch-Nicht-Golfer“ können ausdem Angebot unserer Golfkurse wäh -len. Beim „Let`s Start“-Kurs wird in zweiStunden ein Eindruck vom Golfsportvermittelt. Der Anfängerkurs „Fünf Tagezum Handicap 54“ rundet das Kursprogrammab. Nutzen Sie den beigefügtenGutschein für Wirtschaftsratmitgliederund starten Sie Ihre Golfkarriere jetzt!Wir freuen uns auf Sie.Beide Anlagen eignen sich ideal fürFirmenevents. Egal ob Tagung, Golfturnieroder Schnupperveranstaltung, dieangenehme Atmosphäre in herrlicherNatur bietet ein passendes Umfeld fürIhre Firmenveranstaltung. 36 Löcher,zwei Restaurants und eine Reetscheunefür große Veranstaltungen gebeneinen großen Spielraum für ihre Eventplanung.Natürlich können Sie die Golfanlageauch das ganze Jahr für Kunden, Mitarbeiterund sich selber nutzen. Mitunseren interessanten Firmenkonditio -nen spielen Sie 365 Tage auf den schöns -ten 36 Löchern im Westen HamburgsGolf. Sprechen Sie uns einfach an.Telefonische Auskunft unter04101/ 75560 oder unterwww.fairwaygolfhamburg.deG U T S C H E I N50% RabattÜber einen Kurs „LET’S FETZ“Bitte ausschneidenund telefonisch nachdem nächstenTermin fragen


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010Hamburg und die Containerschifffahrt –heute und morgenMittagsveranstaltung mit Jochen Thomas Döhle,Persönlich haftender Mehrheitsgesellschafter der Peter Döhle Schiffahrts-KGJochen Thomas Döhle und Tjark H. Woydt„Seefahrt tut Not“, der Appell des FinkenwerderSchriftstellers Gorch Fockaus dem Jahr 1913 kann heute als Devisefür das Wohl und Wehe Hamburgsgelten. Deshalb verwundert es nicht,dass in Zeiten der Schifffahrtskrise dieStimmen bedeutender Reeder besondereBeachtung finden. So füllten imJahresabstand zwei einschlägige Veranstaltungendes Wirtschaftsrats denGroßen Festsaal des „Atlantic“ bis aufden letzten Platz.Im Februar 2009 hatte Dr. Ottmar Gast,Sprecher der Geschäftsführung der ReedereiHamburg Süd, ein bedrückendesBild von der Lage seiner Branche ge -zeichnet und eine Erholung der Containerschifffahrterst innerhalb langerFrist in Aussicht gestellt, auch als Folgewachsender Überkapazitäten. Nur einJahr später, im Mai 2010, scheint dasBlatt jedoch gewendet. Jochen T. Döhle,Chef einer der größten Charterreedereien,sieht Licht am Ende des Tunnelsund erwartet bereits im Jahr 2011eine Rückkehr zur Normalität, d.h. einGleichgewicht zwischen Angebot undNachfrage in der Containerschifffahrt.Schon angesichts der Stärke seinerFlotte – 400 Schiffe, davon 100 eigene –hatten Döhles Aussagen großes Ge -wicht. Er schilderte das tiefe Tal der vergangenenzwei Jahre, beginnend mitdem Zusammenbruch der Frachtratenim Herbst 2008. Deren Niveau sank soMonaten wieder Neubautenbe stellt worden.Als Reaktion aufhohe Treibstoffkos tenwurde das „Slow steaming“ eingeführt,d.h. die Reedereien lassen ihre Schiffelangsamer fahren. Für je drei KnotenReduzierung wird im Ostasienverkehrpro Umlauf 1 zusätzlicher Frachterbenötigt. Alle Faktoren zusammengeben den Reedereien wieder guteChancen.Unter die positiven Aspekte mischteDöhle allerdings eine erschreckendeFeststellung: „Es besteht das Risiko, dassHamburg zu einem Regionalhafen verkommt.“Wie kann es zu dieser Warnungkommen? Fest steht, dass derHam burger Hafen unter der Krise be -onders gelitten hat – 30 Prozent Einbruchim Containerumschlag ist im Vergleichzur namhaften Konkurrenz derweltweit stärkste Rückgang. 2008schickte sich Hamburg noch an, EuropasNr.1 – Rotterdam – zu überholenund peilte für 2015 gar einen Umschlagvon 18 Millionen TEU (Maßeinheit desContainerverkehrs) an. Dann gingen2009 plötzlich nur noch 7 Millionen TEUüber die Kaikanten. Im laufenden Jahrwerden es kaum mehr als 8 Millionensein, während Rotterdam schon wiedermehr als 10 Millionen TEU meldet(Häfen in Ostasien, wie Singapur undShanghai, haben einen jährlichen Um -schlag von annähernd 30 MillionenTEU). Die in den Medien gelegentlichangemahnten hohen Gebühren imHamburger Hafen erwähnte Döhlenicht. Dagegen plädierte er aus Sichtder Reeder neben einer Vertiefung, ausdrücklichauch für eine Verbreiterungder Fahrrinne der Elbe, da sich Riesentief,dass nicht einmal die Betriebskos -ten der Schiffe, geschweige denn Zinsund Tilgung der Hypotheken, gedecktwaren. Die 20 größten Reedereienmachten 2009 einen Gesamtverlustvon 15 Milliarden US-Dollar, „eine Vollkatastrophe“,die nochPleiten nach sich ziehenwerde. Die weltweiteContainerflotteumfasste vor der Krise 4.760 Containerschiffe(davon 1.750 unter deutscherKontrolle), von denen in der Spitze 592beschäftigungslos auflagen. Die übrigenarbeiteten unter den genannten,kümmerlichen Konditionen.An der Zahl der Auflieger lässt sichnun die Erholung des Marktes verdeutlichen.Gegenwärtig sind lediglichnoch 263 Einheiten außer Betrieb, baldwerden es weniger als 200 sein, und imFrühjahr 2011 würden, so Döhle, die letz-Tinus W. Brehm: „Wenn deutsche Bankenbei der Schiffsfinanzierung zögern, solltenwir uns dann mit asiatischen Bankenzusammentun?“ten verschwinden. Parallel stiegen dieFrachtraten – sie haben sich gegenüberder Minimalmarke bereits verdoppeltund dürften sich bis zum kommendenJahr verdreifachen, womit wieder volleKostendeckung erreicht wäre.Der gegenwärtige Aufwärtstrendhat mehrere Ursachen. Zum einennahm der Welthandel, und damit insbesondereder Asienverkehr, zu. Sodannwurden 350 Schiffe verschrottet (750weitere sind älter als 20 Jahre undkönnten in absehbarer Zeit folgen).Die Containerschifffahrterholt sich schneller alserwartetFerner ist das – bis 2008 spekulativ inAuftrag gegebene – Neubauvolumen(Stand Sept. 08 = 1.357 Bestellungen)gestreckt oder annulliert, sodass we -niger neue Tonnage auf den Marktdrängt. Jetzt sind erstmalig seit 2026


Welt, 26. Mai 2010frachter nicht mehr ungehindert be -gegnen könnten. Eine Rüge bekamsodann der Senat, weil die Stadt sichnicht rechtzeitig am Jade-Weser-Port inWilhelmshaven beteiligt habe, was dienotwendige Kooperation mit dem Tiefwasserhafen,der 2012 in Betrieb geht,wesentlich erleichtern würde. Als weiteresRisiko für den maritimen Standortnannte Döhle Schwierigkeiten in derSchiffsfinanzierung. Aus ehemals zuvielen Banken (140) seien zu wenigegeworden (25 bis 30), die sich an derFinanzierung von fahrenden und nochabzuliefernden Schiffen be teiligten.Banken in Asien stünden be reit, die Rollezu übernehmen. Hamburg drohe einAusverkauf.Udo Bandow und Vanessa KalliesDen kritischen Ausführungen desReeders schiebt die Redaktion einenvergleichsweise kleinen, aber positivenAspekt nach: Die Bedeutung Hamburgsals Ziel von Kreuzfahrtschiffen nimmtstetig zu. Für das Jahr 2010 werden 110Schiffsanläufeerwartet, im Vorjahrwaren esnoch 87. Damitbesuchen jetzt200.000 Passagieredie Hansestadt,von denenlt. Statistik imSchnitt jeder 190Euro im Einzelhandelausgibt.HeSüddeutsche Zeitung, 26. Mai 201027


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010AUS DEM JUNIORENKREIS„Mein erster Tag im Deutschen Bundestag“ –Rüdiger Kruse MdB vor dem Juniorenkreis inHamburgRüdiger Kruse MdB undRene S. SpiegelbergerNach dem Wahlkampf im Herbst letztenJahres ist es Rüdiger Kruse alserstem Christdemokraten gelungen,den Hamburger Wahlkreis Eimsbütteldirekt zu gewinnen. Nach gut 100 Tagenin Berlin lieferte Rüdiger Kruse im Juniorenkreiserste Im pressionen.Hamburgs Wirtschaftssenator a.D.,Gunnar Uldall bescheinigte ihm erstkürzlich im Hamburger Abendblatt,dass er an seiner Rolle als parlamentarischerLeistungsträger auch in Berlinnahtlos anknüpfe. Vielleicht fällt esKruse trotz der hohen Belastung ebenvor diesem Hintergrund weiterhinleicht, mit seiner gewinnenden Art, imfröhlich pointierten Plauderton seineZuhörer mit politisch harten Faktenund Forderungen zu konfrontieren.Juniorenkreis-Mitglieder führen am UKE anspruchsvolle HNO-Operation durchIm Mai 2010 nutzten die HamburgerJunioren die Gelegenheit, sich überEuropas modernsten Klinikneubau,über das neue Klinikumdes UKE, zu informieren.Insbesondere ging es umdie Anforderungen undTücken des komplexen Um -zuges von 17 Fachklinikeninnerhalb von 48 Stunden.Weiter wurde aufgezeigt,wie neueste Medizintechnikund IT verknüpft werdenund wie innovativeArchitektur und spezielleVersorgungsprozesse Ärzteunterstützen.Dr. Andreas Pommert (UKE) berichteteim Anschluss am Beispiel des Chirurgie-SimulatorsVoxel-Man, wie Inno-vationen zur Marktreife gebracht werden.Die Arbeitsgruppe Voxel-Man desUKE gehört zu den weltweit füh rendenEntwicklern von computergestütztenchi rurgischen Simulationssys temen,die derzeit in vielen Bereichen stark anBedeutung für die medizinische Ausbildungund Operationsplanung ge -winnen.Im Anschluss konnte das Team desJuniorenkreises sein chirurgischesGeschick bei anspruchsvollen (simulierten)Operationen an Kiefer undGehörgang unter Beweis stellen. Diesterile Operations-Situation wurdedurch eine gesunde Stärkung sinnvollergänzt.GAL Fraktionsvorsitzender Jens Kerstan MdHBbesucht den Juniorenkreis HamburgBei seinem zweiten Besuch diskutierteder GAL-Vorsitzende Jens Kerstan mitden Wirtschaftsrat-Junioren mit offenemVisier und scheute nicht den kontroversenAustausch von Argumentenin Fragen der Bildungspolitik. Auchdie kritische Haltung der Junioren ge -genüber dem neuen Leitbild „Wachsenmit Weitsicht“ nahm Kerstan zurKenntnis und stimmte zu, dass manhinterfragen könne, ob dieser Schrittder Medien-Präsenz und dem Marken-Wert gedient habe.Einigkeit bestand auf beiden Seiten,dass die derzeit dominierende negativeStimmungsmache we nig Luft zum28Jens Kerstan MdHB imGespräch mit HinrichGrunwaldt, KatharinaUlmer, Lars Müller,Florian Eilken, Dr. DirkSchellack und ThomasScheffelVerbreiten positiver Impulse gebe, ob -wohl Hamburg stolz darauf sein könne,die globale Krise schneller als erwartetüberwunden zu haben.In Richtung Regierungs-Stabilitätgab es schließlich deutliche Signale. Soöffnete und schloss der GAL-Politikerseine Ausführungen jeweils mit einemZitat aus dem Koalitions-Vertrag. Mögealso auch die Wahrnehmung spätes -tens nach dem 18. Juli wieder dem entsprechen.


AUS DEM JUNIORENKREISDelegations-Reise des Bundesvorstandsdes Juniorenkreises nach MoskauDer Bundesvorstand des Juniorenkreisesbesuchte Moskau im Rahmen einerDelegationsreise. Neben zahlreichenTreffen mit namhaften Vertretern ausder russischen Wirtschaft, standenauch kulturelle Höhepunkte auf demviertägigen Programm.Wichtige Informationen, die dazubeitrugen, dass die Impressionen we -sentlich andere waren, als man vermutenkonnte, lieferten Gesprächspartner,wie etwa Eberhard Kern, Vizepräsidentvon Mercedes Benz Russland oder auchder Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen-Auslandshandelkammer,Michael Harms.Die Auswirkungen der weltweitenKrise sowie die Entwicklungen des Handelsvolumenszwischen der RussischenFöderation und der BundesrepublikDeutschland wurden bei einem Empfangin der Deutschen Botschaft mitFrau Welter, Leiterin für Wirtschaft undWissenschaft, erörtert. Ein Lunch amRoten Platz, mit Konstantin Kharpov,Ministerium für Jugend und Sport, rundetedas Programm politisch ab.Begleitet wurden die Konsultationenvom Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Moskau, Dr. Lars PeterSchmidt, mit dem man auch einenGegenbesuch russischer Wirtschaftsvertreterund junger Duma-Abgeordneterzum Juniorentag vereinbarte.Bleiben Sie uns gewogenIhr Rene S. SpiegelbergerNeumitgliederabendAm 3. Juni lud der Juniorenkreis zueinem Neumitgliederabend in denAnglo-German Club. Die Veranstaltungschloss auch Gäste ein, die Ziele, Themenund Aktionen der Junioren kennenlernenwollten. Dieses gelungene –und sicher erfolgreiche – Beisammenseinfordert geradezu auf, vergleich -bare Veranstaltungen zu wiederholen.Ein warmer, sonniger Abend sorgteschon beim Empfang im Garten desClubs für die positive Einstimmung inlockerer Runde. Später nahm dasKaminzimmer die dreißig Teilnehmerauf, die sich in kleineren Gruppen aufsechs Tische verteilten, jeweils voneinem „gestandenen“ Mitglied desJuniorenkreises betreut. Während dieGastronomie mit Fingerfood und Ge -tränken das leibliche Wohl sicherstellte,vergegenwärtigte Rene Spiegelbergerin knapper Form die Arbeit seinerCrew, vor allem anhand des Veranstaltungskalenders2010 und dessen thematischerAusrichtung. Entsprechendergiebig dürften anschließend das Frage-und Antwortspiel sowie die ver -tiefende Diskussion an den Tischengewesen sein.Der Berichterstatter ist an diesemAbend ausnahmslos jungen Menschenbegegnet, denen ihr beruflicherSchwung und die Begeisterungsfähigkeitfür sinnvolle Ziele deutlich anzumerkenwaren. Die meisten erklärtensich bereit, auch aktiv mitzuarbeiten.Der Neumitgliederabend dürfte vieleüberzeugt und eine ganze Reihe Ein -geladener „eingefangen“ haben. Zu -29


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010AUS DEM JUNIORENKREISgleich verdeutlichte er die Notwendigkeit,Angebote und Aktivitäten des Juniorenkreisesauf (sehr) an spruchs vollemNiveau zu halten, will er die nachwachsendeFührungsgeneration ansich binden.Gespräche mit Eingeladenen zeigtenviel Übereinstimmung in den Motivenund Erwartungen im Falle einesBeitritts. Fünf Beispiele zeigen diesschlaglichtartig und beleuchten zu -gleich die – in jungen Jahren erreich -ten – Positionen im Berufsleben der Einzelnen.die Nähe zur politischen Arbeit suchenund gern entsprechend mitarbeiten.Man kann diesen Beitrag guten Ge -wissens mit dem lateinischen Ausrufschlie ßen: „Vivant sequentes!“ (es lebendie folgenden).Hans Peter Nehlsen (32) ist AbteilungsleiterCorporate Controlling bei Re -power. Er möchte ein Netzwerk aufbauenund an Inhalten mitarbeiten,die dann parlamentarisch verarbeitetwerden.Anne Betting (31) ist Wirtschaftsprüferinbei Ernst & Young. Sie erwartetinteressante Leute und Themen.Karen Hoffmann (35) ist Beraterin undPressesprecherin bei der Raike KommunikationGmbH. Neben persönlichenKontakten würde sie im WirtschaftsratRamona Eisenbeis (29) ist Vermietungsmanagerinin der Europa-CenterAG. Auch sie sucht natürlich ein Netzwerk.Sie würde darüber hinaus gernan Arbeitskreisen teilnehmen, die sichmit Frauen in der Politik beschäftigen.Boie Peter Hansen ist noch Abiturientund war mit 18 Jahren der jüngste Teilnehmer.Sein Vater hatte ihn veran lasst,früh Informationen zu sammeln undsich mit Fragen der Sozialen Marktwirtschaftvertraut zu machen.Dr. Manfred Hermann30Ein Schmuckstückin der Pinnauniederung...... ist das Restaurant & Café Peiner Hof,das altehrwürdige Herrenhaus inmitteneines Naturschutzgebietes. Das jungeaufgeschlossene Team mit internationalerErfahrung in der Ausrichtung hochwertigerund individueller Veranstaltungenempfängt Sie im stilvollen Res tau -rant, im alten Herrenhaus. Unser schönerWintergarten oder die groß zügige Terrassebieten einen wunderschönen Blickauf Wiesen und Felder. Tauchen Sie ein ineine Atmosphäre voller Wärme und Stilund genießen Sie die täglich wechselndenAngebote der Speisetafel!Wie bieten Ihnen einen täglich wechselndenMittagstisch von 11.00-15.00 Uhr.Sie wollen den schönsten Tag IhresLebens, ihre Hochzeit, feiern oder einfachnur in kleiner Runde oder zu zweit in entspannterAtmosphäre vorzügliche Speisenund erlesenenWein genießen......dann kehren Sie ein in unsere historischeReetdachscheune Anno 1879.


Landesfachkommission ITK Informations- undTelekommunikationstechnologieThema: Wahrnehmungsforschungim InternetIn der März-Sitzung beschäftigten wiruns mit dem Thema „Wahrnehmungsforschung“,vorgetragen von Dr. SteffenEgner, Geschäftsführer der MediaAnalyserSoftware & Research GmbH. Dabeiwurden die Grundzüge modernerWahrnehmungsforschung im Internetund deren Anwendung in der Online-Messung von erreichter Aufmerksamkeitbis zur Optimierung von Werbungdargestellt. Zusammengefasst gilt, dassdie modernen Methoden und Verfahrender Online-Aufmerksamkeitsforschungim Internet■ fast deckungsgleiche Ergebnisse wiedie aufwändigen Eye Tracking Verfahren(Blickregistrierungsverfahren mitGeräten) liefern,■ aber viel schneller und kostengünstigersind■ und unproblematisch mit einergroßen und damit repräsentativen Test-Teilnehmerzahl durchgeführt werdenkönnen.Dr. Egner demonstrierte die Grundzügeder Methoden und Verfahren an einfachen,aber beeindruckenden Beispielenund belegte die Leistungsfähigkeitan einem Echt-Projekt für die FirmaBarclayCard.Thema: Von der Tankstelle zurSteckdose – Nicht nur eine technischeHerausforderungIn der Mai-Sitzung referierte ThorstenStuke von S+M Schaltgeräteserviceund Vertriebs GmbH zu diesem interessantenThema. Neben den technischenHerausforderungen und Hürden,die es noch im Bereich der Elektroautoszu überwinden gilt, stellt sichauch die Frage, wie die steuerpolitischeFrage gelöst wird. Der Vortrag beantwortetehierzu offene Fragen und lieferteeine technische Plattform fürneue Geschäftsmodelle. Dieses vorallem unter dem Stichwort Trennungvon Netz und Versorgungsleistung.Fazit war, dass wir ein neues und vorallem kontrollierbares und vor Miss -brauch geschütztes Abrechnungsmodellbenötigen, welches auch der Mineralölindustriedie Möglichkeit gibt,weiterhin ein fester Bestandteil derWertschöpfungskette zu sein.Termine im Juni:Staatsrat Dr. Nikolas Hill von der Behördefür Kultur, Sport und Medien sprichtvor der Kommission zum Thema desneu geschaffenen Clusters Kreativ -wirtschaft.Im Rahmen der Mittagsveranstaltungendes Landesverbandes hält Prof. WilhelmScheer, Präsident der BITKOM,einen Vortrag zum Thema „Die ITK alsWirtschaftsfaktor“.Ludolf von LöwensternVorsitzender der Kommission ITKThema: Entwicklung des interaktivenFernsehensIn der April-Sitzung gab uns Uwe BerndWache, Mitglied des Vorstandes derEURO Fernsehproduktions AG, einenÜberblick zum Entwicklungsstand desinteraktiven Fernsehens. InteraktivesFernsehen verschiebt die Wertigkeitvon Inhalten immens. Wenn der Zu -schauer nicht nur wählen kann, welchesder vielen Angebote er sehenmöch te, sondern auch wo und zu welcherZeit, dann verlieren die allermeis -ten Inhalte an Wert. Live-Inhalte hingegengewinnen letztlich als einzige.Interaktives Fernsehen bedroht damitdie etablierten Geschäftsmodelle. Obneue Geschäftsmodelle die Lückeschlie ßen können, bleibt abzuwarten.31


Hamburg bauen & wohnenBinnenhafen:U3-Viadukt wirdausgetauschtFast 100 Jahre alt ist das U-Bahn-Viaduktam Binnenhafen. Vom 10. Mai biseinschließlich 3. Oktober 2010 wird derAbschnitt zwischen der Straße Kajenund der Haltestelle Baumwall erneuert.Der U-Bahn-Verkehr auf der U3wird für diesen Zeitraum zwischen Rathausund Baumwall unterbrochen.Seit Ende der neunziger Jahre saniertund erneuert die HOCHBAHN die Vorzeigestreckedes Hamburger U-Bahn-Netzes am Hafenrand. Mit dem Ab -schnitt zwischen Kajen und der HaltestelleBaumwall wird in diesem Jahr dasGesamtprojekt abgeschlossen. Die U3-Viaduktstrecke am Hafen ist damitauch für die nächsten Jahrzehnte fit.Beim Viadukttausch werden die altenBrückenkonstruktionen komplett er -neuert: Die Stahlüberbauten und diemassiven Stützpfeiler müssen auf einerLänge von etwa 200 Metern ausgetauschtund die Tiefgründungen neuhergestellt werden. Der Austausch desalten Stahlviaduktes ist notwendig,weil die Kosten für Inspektion und In -standhaltung bei einer nur noch geringenRestnutzungsdauer wirtschaftlichnicht mehr zu vertreten sind. Eine Sa -nierung im Bestand war deshalb nichtmöglich. Jens Lang, Bereichsleiter Infrastrukturbei der HOCHBAHN: „DieseLösung ist aber nicht nur wirtschaftlichsinnvoll. Das neue Viadukt wird dasStadtbild deutlich aufwerten. Statt desfast vier Meter hohen Fachwerkaufbausder Tragekonstruktion sorgt künftigeine weit geschwungene, eleganteStahlkonstruktion für Transparenz.Hier von werden Anlieger und Passantenprofitieren.“Die HOCHBAHN nutzt das Zeitfens -ter der Sperrung, um weitere Großprojektedurchzuführen:■ Die Haltestelle Baumwall wird mo -dernisiert. Dabei erhält die denkmalgeschützteHaltestelle nicht nurneue Anstriche. Für die bessere Er -schließung der HafenCity wird imöstlichen Zugangsbereich unter derHaltestelle auch ein neuer Einganggeschaffen.■ Zwischen der Haltestelle Rödingsmarktund dem Tunnelmund RichtungRathaus werden auf einer Längevon knapp 300 Metern insgesamt450 Schwellen ausgetauscht.■ Das neue „Elektronische StellwerkCity Ost“ wird mit der BaustufeRathaus am 3. Oktober in Betriebgenommen. Die Zeit der Sperrungwird für die notwendigen Vorbereitungengenutzt.Insgesamt investiert die HOCHBAHN imRahmen dieser vier Projekte rund 20Millionen Euro in die Zukunfts- undLeistungsfähigkeit des Hamburger U-Bahn-Systems. „Die Verzahnung derEinzelprojekte und die zeitliche Koordinierungder Vorarbeiten, die zum Teilschon 2009 begannen, sparen Geld undZeit. Die 1911 gegründete HamburgerHochbahn AG (HOCHBAHN) befördertmit ihrem Fahrzeugpark aus U-Bahnenund Bussen über eine Million Fahrgäs -te täglich. Als größtes Verkehrsunternehmenim Gebiet des HVV erbringt siemit über 4.400 Mitarbeitern rund 55Prozent der Bus- und Schnellbahnleis -tungen im Hamburger Stadtgebiet.Foto: HOCHBAHN PressestelleWarmes Wasser?Ja, aber nicht so teuer!Den meisten Nutzern ist nichtklar, woher das warme Wasserkommt und welche neuenMöglichkeiten der Erwärmunges gibt. Da wird der Hahn aufgedreht,kaltes Wasser dazu -gemischt und ja nach Bedarfkurz oder lang „gewässert“. Wirwollen in diesem Beitrag dieVorteile der verbrauchsnahen(dezentralen) Warmwasserversorgungaufzeigen.Fließend warmes Wasser zu jeder Zeitgehört zum Standard unseres täglichenLebens. Die Versorgung erfolgt meistenszentral über eine Warmwasserbereitung,die an die Heizungsanlage gekoppeltist und jederzeit warmes Wasserzur Verfügung stellen muss. Allerdingsbieten sich heute sinnvollere Lösungenan. Mit der Versorgung über dezentraleelektronische Durchlauferhitzer er -öffnet sich eine bedarfsgerechte undwirtschaftliche Lösung. Dabei erhält32


PR-BERICHTEjede Zapfstelle ein individuelles Warmwassergerät,dessen Leistung gezielt aufdie Bedürfnisse des Benutzers ausgerichtetwerden kann.Durchlauferhitzer? Die gab es frü -her schon! Das waren doch die mit denheiß-kalten Wechselduschen … Das istrichtig, nur sind die alten mechanischenGeräte mit den heutigen elektronischenModellen nicht mehr zu vergleichen!Elektronische Durchlauferhitzer erhitzendas Wasser unmittelbar währenddes Durchströmens, so dass Wärmeverlustegar nicht erst auftreten. Diesgeschieht für den Nutzer selbstverständlichautomatisch: Warmwasserhahnöffnen, und das warme Wasserfließt. In Abhängigkeit von Sollwert,Durchflussmenge und Zulauftemperaturregelt die Elektronik mit neuesterMikroprozessor-Technologie in Sekundenschnelledie Heizleistung, um dieAuslauftemperatur konstant zu halten.Davon merkt der Nutzer gar nichts.Druckschwankungen im Wassernetzund wechselnde Einlauftemperaturenwerden automatisch und unmittelbarBedarfsgerechte Wassertemperatur?Nach wie vor hält sich die landläufigeMeinung, dass im Haushalt Nutztemperaturenvon 60°C und mehr notwendigseien. Bei zentralen Systemenmuss das sein, um hohe Mischwassermengenzur Verfügung zu stellen. Dasheiße Wasser wird dann an der Entnahmearmaturwieder auf ein erträglichesMaß heruntergemischt. Dadurchentsteht unerwünschter Wärmeverlust.www.clage.deausgeglichen. Zapfstellen im Haushaltwie Bad, Gäste-WC und Küchenspüle,aber auch in Bürogebäuden können miteinem individuellen Durchlauferhitzerausgestattet werden.Die elektronischen Durchlauferhitzersind immer bereit, warmes Wasserauf Anforderung zu liefern – egal wielange. Sie verbrauchen aber nur dieEnergie, die für die Nutzmenge erforderlichist. Wärmeverluste treten somitpraktisch nicht auf. Daher und wegender mit unter 1.000 Euro geringen An -lagekosten (drei Modell-Varianten) ineinem Haushalt hat die dezentraleWarmwasserbereitung sehr günstigeGesamtkosten im Vergleich zu anderenSystemlösungen.Bei der dezentralen Warmwasserbereitungsind die Energieverluste sehrgering, warmes Wasser fließt sofortnach Aufdrehen des Warmwasserhahnes.Es lohnt sich also, bei der Renovierungoder Planung eines Hauses rechtzeitigauch und besonders über einesinnvolle moderne Warmwasserversorgungnachzudenken.33


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010JOUR FIXEJOUR FIXE – besser gründenund „Kick off“ in SüdafrikaWissenstransfer für selbständige Un -ternehmer bleibt eine Herausforderung.Das für die Sicherstellung nachhaltigenErfolgs notwendige Know Howhaben die meisten erfolgreichen Selbstständigenim Rückblick kaum strukturiertin Lehrgängen erworben. Um geradejungen Existenzgründern in einerimmer komplexeren Wirtschaftsweltmit enger werdenden Nischen zu helfen,zumindest wesentliche Klippen zuumschiffen, haben sich erfahrene HamburgerUnternehmer zusammengefunden.Hierüber diskutierten wir imApril mit der Mitinitiatorin des GründerkompetenzzentrumsHamburg,Frau Rita Mirliauntas. Thema war dasbürgerliche Engagement aktiver Unternehmerund Senior Experten, das auchvon der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburgunterstützt wird. Der Abend mitWorkshopcharakter stand unter demMotto: Erfahrungen treffen Ideen – vorwärtsund aufwärts nach der Unternehmensgründung.JOUR FIXE im April:v.l.: Barbara Wilcke-Schröder, InezJürgens und RitaMirliauntasUlf Nashan undOlaf DiekhausDie Fußball Weltmeisterschaft 2010 warim Mai Anlass, Südafrika einen JOURFIXE zu widmen – ein Land voller Überraschungenund Gegensätze. Daherwar es eine besondere Freude, S.E. SonwaboEddie Funde, Botschafter derRepublik Südafrika sowie BotschaftsratIsmail Esau willkommen zu heißen.Das Land am Kap entwickelte sichaus einer mehr als 15 Jahre andauerndenRezession heraus zu einer Volkswirtschaft,in der erste Anzeichen einerErholung sichtbar werden. Der Beitragzum Bruttoinlandsprodukt durch denDienstleistungssektor liegt bei geradezueuropäischen 64 Prozent, der durchdie Industrie bei 32 Prozent. Obwohl nurvier Prozent des BIP aus der Landwirtschaftstammen, ist das Land der weltweitdrittgrößte Exporteur von Agrarprodukten.Trotz Wachstums liegt dieoffizielle Arbeitslosenquote bei über 20Prozent, was auch auf Nachwirkungender Apartheid zurückzuführen ist.Armut, Korruption und Kriminalitätsind weitere Herausforderungen, die34JOUR FIXE im Mai:Botschafter SonwaboEddi FundeGabriele Sievers undBotschraftsrat Ismail Esau


JOUR FIXEdas Land zu bewältigen hat. Der Botschafterpräsentierte in aller Offenheitein vielfältiges Land, das den Fortschrittlebt und eine führende Rolle auf demafrikanischen Kontinent einnimmt. Entscheidendhierfür seien bedeutsamewirtschaftlich starke Ko ope rationensowie eine aktive politische VernetzungSüdafrikas im internationalen Kontext.Dies schaffe die Basis für kontinuierlicheVerbesserung der Lebensqualitätder Menschen und werde SüdafrikasWirtschaftswachstum weiter stabilisieren,wozu sicher auch das fußballerischeGroßereignis beitrage.Tilo Braune,Christel HaaseSie erhalten noch kleine Einladung zumJOUR FIXE? Dann melden Sie sich gernebei der Landesgeschäftsstelle unddiskutieren Sie mit bei spannendenwirtschaftlichen Themen in kommunikativerAtmosphäre. Sie erhalten beizugelosten Sitzplätzen Gelegenheit zurPflege bestehender und zur Knüpfungneuer Kontakte. Grundsätzlich treffenwir uns am ersten Donnerstag im Mo -nat üblicherweise im Hotel Steigenbergeram Fleethof. Wir freuen uns auf Sie.Dr. Hanno Stöcker, Gabriele SieversGerald Böhme,Rainer GrünGESTERN & HEUTE100 Jahre DouglasDer Kosmetikkonzern Douglas feierteEnde Mai den 100. Geburtstag der ers -ten Parfümerie namens „ParfümerieDouglas“.Die historischen Ursprünge des Na -mens Douglas gehen sogar noch weiterauf das Jahr 1821 zurück, als der schottischeEinwanderer John Sharp Douglasin Hamburg eine Seifenfabrik grün dete.Die Schwestern Maria und Anna Cars -tensen eröffneten am „Neuen Wall 5“die erste Parfümerie, der dann wei terefünf Geschäfte folgten.Die Schwestern waren vermutlichdie ersten Franchisenehmer, denn siemachten mit der Seifensiederfirma„J.S.Douglas Söhne“ einen Vertrag umden Namen zu führen. Der sozusagendritte historische Strang beginnt 1969als der ehemalige Vorstandsvorsitzen-de der Hussel Holding (heute DOUGLASHOLDING AG) Dr. Jörn Kreke die sechsHamburger Parfümerien namens „Par-PR-BERICHTfümerie Douglas“ übernimmt und dieEntwicklung zu dem Unternehmenbegann, so wie man es heute kennt.35


Landesverband HamburgAusgabe Juni 2010... IM ÜBRIGEN – INFOS AUS DER LANDESGESCHÄFTSSTELLE HAMBURGTrotz der hervorragenden Arbeit, dieder Wirtschaftsrat gerade in diesenschwierigen Zeiten in Erfüllung derselbstgestellten Aufgabe leistet, nämlichgegenüber allen Regierungen undParteien als Anwalt der Sozialen Marktwirtschaftund des freien, sozialverpflichtetenUnternehmertums aufzutreten,leidet unser Verband verstärktunter der aktuell wenig positiven Beurteilungdes Regierungshandelns aufBundes- und Landesebene. Austritteaus dem Wirtschaftsrat werden mit dergroßen Unzufriedenheit über die politischenEntscheidungen der CDU-ge -führten Regierungen begründet. Dabeiist zunehmend festzustellen, dass derWirtschaftsrat der CDU e.V. fälschlicherweiseweiterhin als ein CDU-Parteiorganverstanden wird. Das ist nichtder Fall. Denn der Wirtschaftsrat ist alsunternehmerischer Berufsverbandrecht lich selbständig und politisch un -abhängig! Satzungsgemäß führen wirden Dialog mit allen demokratischenParteien und gesellschaftlichen Gruppen,mit den Gewerkschaften und denKirchen. Unsere Veranstaltungen sindregelmäßig einer kritischen Begleitungder Regierungsarbeit gewidmet.Eine Erklärung für die großteilsmissverstandene Rolle des Wirtschaftsratesin der Gesellschaft liegt ganzoffen sichtlich im Namensbestandteil„der CDU“. Dieser Zusatz sollte zumAusdruck bringen, dass es zu den Zielendes Wirtschaftsrats gehört, seineArbeitsergebnisse den Gremien undEntscheidungsträgern der Unionsparteienvon CDU/CSU nahe zu bringen.Dies ist gerade in der jetzigen Situationgeboten. Leider wird der Zusatz „derCDU“ aber offensichtlich selbst von vielenMitgliedern falsch interpretiert. Esmag sein, dass die von der Öffentlichkeitgerne und vielfach verwendeteKurzform der „CDU-Wirtschaftsrat“genau dies auch suggeriert. Wir sinddeshalb seit geraumer Zeit bemüht, diezutreffende Bezeichnung Wirtschafts -rat Deutschland herauszustellen.Wir bitten unsere Mitglieder, woimmer dies möglich und erforderlichist, für die Klarstellung in der Öffentlichkeitmit zu sorgen. Nur mit einemstarken Wirtschaftsrat sind wir in derLage, die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitikim Sinne der SozialenMarktwirtschaft Ludwig Erhards mit zugestalten und unseren sachverständigenRat in die Arbeit der Parlamenteund Regierungen einzubringen.Dipl.-Ing.Stephan LinzLandesgeschäftsführerPresseschauHamburger Abendblatt, 8. April 2010Welt, 8. April 2010Welt, 14. April 2010Weitere Artikel finden Sie unter:www.wirtschaftsrat.de/landesverbaende/LvHHindex/LvHHpresseWelt, 26. Mai 201036


Wir gratulieren zur langjährigen Mitgliedschaft30jähriges JubiläumUlf KlappGeschäftsführender Gesellschafter,perfekte Büros H. O. PersiehlSchreyer & Co. GmbH & Co. KG25jähriges JubiläumWolfgang Gergs20jähriges JubiläumDr. Joachim BrinkmannDr. Sibylle BuschMTC Management + TechnologieConsultants Dr. Busch und PartnerWilli HagebökeRoland KleinGeschäftsführender Gesellschafter,Vertex GmbHDipl. Volkswirt Werner KlimsaDr. Götz MaschmeyerEberhard WienholtVorsitzender des Aufsichtsrates,Fritz Köster Handelsgesellschaft AGDennis BarthGeschäftsführerProcom Invest GmbH & Co. KGWIR BEGRÜSSEN ALS NEUE MITGLIEDER IN DENLANDESVERBÄNDEN HAMBURG UND SCHLESWIG-HOLSTEINChristian DrakeVertriebsbeauftragterParibus Capital GmbHCarsten GustGeschäftsführerSGS Genießer Service GmbH & Co. KGKlaus BendigGeschäftsführerPeter Bendig & Söhne GmbHMatthias BirkenbachUniCredit Bank AGWinfried BrüggmannGeschäftsführerIGEPA group GmbH & Co. KGDr. Joachim ButtlerGeschäftsführerAgentur für KunstverstandButtler-Michels GbRThomas DemmelRechtsanwaltRecore Business Laywers LLPDr. Konstantin DittmannSteuerberaterDr. K. DittmannSteuerberatungDenny DuweLeasing Manager OfficeECE ProjektmanagementG.m.b.H. & Co. KGGRS Rohden Shipping GmbhH & Co. KGFriedrich-Carl von GersdorffRechtsanwaltHuth Dietrich Hahn RechtsanwältePartnerschaftsgesellschaftMichael GieselerManaging DirectorProfor Trading GmbHUlf C. GoettgesSprecher der GeschäftsführungStilcken + Goettges GmbH Agenturfür KommunikationSven GrimpeGeschäftsführender GesellschafterGENEFF Gesellschaft für Energie-Effizienz mbHJürgen HeckGeschäftsführerPLDS Germany GmbHWetzlarErika Hellmuth-EhrhardtInhaberinErika Hellmuth Public RelationsIGEPA group GmbH & Co. KGHamburgArne JaegerLeiter ControllingIGEPA group GmbH & Co. KGThomas JakubowskiAbteilungsdirektorVermögensmanagementDelbrück Bethmann Maffei AGChristoph JeßenGeschäftsführerjeßen concept gmbhFortsetzung Seite 38Hamburg Messe:Gelungene Premiere der COTECA HamburgNeuer internationaler Branchentrefffür die Märkte Kaffee, Tee und KakaoKnapp 3000 Teilnehmer aus insgesamt25 Ländern informierten sich An fangJuni auf der Fachmesse und dem begleitendenKongress über Neuheiten undEntwicklungen für die Märkte Kaffee,Tee und Kakao. Damit unterstreicht dieCOTECA Hamburg ihren Anspruch alshochkarätige Plattform für die ge sam -ten Wertschöpfungsketten der dreiBranchen von der Rohware bis zumfertigen Produkt. Mehr als 100 Unternehmenaus 17 Ländern stellten ihreProdukte und Dienstleistungen vor.Jeder dritte Fachbesucher kam aus demAusland.Ein positives Resümee zog HolgerPreibisch, Hauptgeschäftsführer desDeutschen Kaffeeverbandes, der als ide -eller Träger fungiert: „Die COTECA Hamburghat mit der Kombination aus in -ter nationaler Fachmesse und KongressExperten aus allen Wertschöpfungsstu -fen zum Austausch über aktuelle Trendsund zur Anbahnung von Ge schäfts kon -takten zusammengeführt. Damit bie-PR-BERICHTtet die Kaffeehauptstadt Ham burg einehervorragende Plattform für Kaffeeprofisaus dem In- und Ausland.“Begleitet wurde die Fachmesse voneinem internationalen Kongress, aufdem sich mehr als 30 hochrangi -ge Referen ten von vier Kontinentenmit der Zukunftder Märkte für Kaffee,Tee und Ka kao beschäftigten.G U T S C H E I N50% Rabatt37Über „1-Runden-Greenfee“Bitte ausschneidenund telefonisch nachdem nächstenTermin fragen


Landesverband Hamburgund Landesverband Schleswig-HolsteinAusgabe Juni 2010WIR BEGRÜSSEN ALS NEUE MITGLIEDER IN DENLANDESVERBÄNDEN HAMBURG UND SCHLESWIG-HOLSTEINNiklas KohrtRelationship Manager PrivatkundenM.M.Warburg & CO KGaAMarkus Harald KrahnkeRegionale Koordination Politikund GesellschaftVattenfall Europe AGThorsten KuhleDirektor/ProkuristLHI Leasing GmbHPullach i. IsartalUlf KörtgeTeamleiter ControllingVestas Deutschland GmbHHans Lafrenz MdHBCDU-Fraktion in der Hamburgischen BürgerschaftDr. Philip MarxRelationship Manager FirmenkundenM.M.Warburg & CO KGaAJörg MaußKaufmännischer LeiterGRS Rohden Shipping GmbhH & Co. KGIngo MayrGeschäftsführer, Procom InvestGmbH & Co. KGRita MirliauntasGründer-Kompetenz-ZentrumLars MüllerKundenbetreuerDonner & Reuschel AktiengesellschaftGuido PankeLars PickelCash ManagerVestas Deutschland GmbHProcom Invest GmbH & Co. KGProfor Trading GmbHMatthias RidderLeiter NetznutzungVattenfall Europe DistributionHamburg GmbHNACHLESE„Das Geheimnis des Erfolgesist es, den Standpunktdes anderen zu verstehen.“Henry FordGerda RohdenManaging DirectorGRS Rohden ShippingGmbhH & Co. KGGerhard RohdenGesellschafterGRS Rohden ShippingGmbhH & Co. KGThomas ScheffelConsultant Datenschutz undCompliancetekit Consult Bonn GmbH(TÜV Saarland Gruppe)Florian SchmidtProkuristQuell Real Estate Verwaltungs- undManagement GmbHDr. Rainer SchubachGeneralbevollmächtigterVattenfall Europe AGEllen SchülkeGleichstellungsbeauftragte /Teamleiterin KaufmännischesGebäudemanagementStadt Pinneberg / GebietskörperschaftChristina SchüttLeitung FP & ASTAPLES (Deutschland) GmbHJoachim StreeseLeiter Außenstelle HamburgESB Kirchhoff GmbHDaniel StrickerPressesprecher, Freie und HansestadtHamburg - FinanzbehördeHenning VossenGeschäftsführerGebrüder Stüve Fahrzeug- undKommunaltechnik GmbHRamon WeilingerVorsitzenderSchüler Union HamburgDirk WestphalLeiter FernwärmeVattenfall Europe Wärme AGBoris WinkelmannGeschäftsführerITA Logistics GmbHProf. Dr. Wolfgang WinklerLeiterHAW Hochschule für Angewandte WissenschaftenDaniel ZuberbühlerKey Account ManagerMIKS Konzepte GmbHCuracon GmbHWirtschaftsprüfungsgesellschaftRendsburgChristian DreyerGeschäftsführerCuracon GmbHWirtschaftsprüfungsgesellschaftRendsburgHolger GaedeGeschäftsführerTamaco GmbHKielHans-Joachim GrätschGeschäftsführerLebenshilfewerkMölln-Hagenow gGmbHMöllnLebenshilfewerkMölln-Hagenow gGmbHMöllnGeorg KallsenVorsitzender der GeschäftsführungNorddeutsche Gesellschaft fürDiakonie mbHRensburgBernd KodelGeschäftsführerManfred Kodel GmbHPreetzStefan LenzGeschäftsführerSt. Nicolaiheim Sundsacker e.V.KappelnNorddeutsche Gesellschaft fürDiakonie mbHRendsburgDr. Detlev RepenningGeschäftsführender Gesellschaftero.m.t. GmbHLübeckErich RickRatzeburgJens RüdigerAkademieleiterOstsee-Akademie inVereinsträgerschaftLübeck-TravemündeChristiane StamerGeschäftsführende GesellschafterinCarl Bremer GmbH & Co. KG, EutinThomas SteffensLeiter Geschäftsstelle HamburgGFI Informatik DeutschlandAG & Co. KGHamburg38


PR-BERICHTEDIE ENDO-KLINIK HAMBURG:Ganz privat –Angebote fürWahlleistungspatientenPrivatpatienten – heutzutage auchWahl leistungspatienten genannt – sindin allen Kliniken eine heiß umworbeneKlientel. Die ENDO-Klinik Hamburg hatmit einem Anteil von rund 26 Prozenteinen sehr hohen Anteil an Wahlleis -tungspatienten im Jahr, verglichen mitanderen Akuthäusern.Klinikneubau in der Holstenstraße, HamburgUm den Ansprüchen dieser Patientengruppeweiter gerecht zu werden, hatdie ENDO-Klinik Hamburg ihr Wahlleis -tungsangebot in den letzten 12 Monatensukzessive weiter ausgebaut. „DenUmzug in den Klinikneubau haben wirgenutzt, um unser Angebot zu erweitern,denn besonders bei elektivenEingriffe vergleichen die Patienten imVorfeld die Leistungen der unterschied -li chen Kliniken“, so Sibylle Stauch-Eck mann, Geschäftsführerin der ENDO-Klinik.Die Spezialklinik im Herzen Hamburgshat sich auf die Behandlung vonGelenk- und Knochenerkrankungenspezialisiert. In den letzten 34 Jahrenhat das Ärzteteam bald 115.000 künstlicheGelenke implantiert. „Damit sindwir europaweit führend auf diesemGebiet“, so Prof. Dr. Thorsten Gehrke,Ärztlicher Direktor der Hamburger Klinik.Das zeigt sich auch an der Herkunftder Patienten, die aus allen TeilenDeutschlands und auch aus dem Auslandkommen. Sie alle eint der Wunsch,wieder mehr Bewegung zu erlangen.Um der gestiegenen Zahl der Pa -tien ten Rechnung zu tragen und auchlangfristig die stationäre Rehabilita -tion in Kliniknähe zu verankern, hat dieENDO-Klinik Hamburg im Mai 2009ihren Neubau eröffnet. Der HamburgerSenat unterstützte dieses Projekt mit38 Millionen Euro – 60 Millionen kostetedie neue Klinik bisher, weitere 30 Millionensollen in die Sanierung des Altbausfließen.Neben der freien Arztwahl bildendamit diese Serviceleistungen und dieArt der Unterbringung den Unterschiedzwischen GKV und Wahlleistungspa -tienten. „Immer mehr gesetzlich Versichertehaben eine private Zusatzver -sicherung. Aber auch diejenigen, dienicht zusatzversichert sind, könnenWahlleistungen natürlich in Anspruchnehmen. Wir stellen diese Leistungendann separat in Rechnung“, erklärt dieGeschäftsführerin.Ganz wichtig aber für GKV und PKV-Patient gleichermaßen ist aber eins:Bei der operativen Behandlung gibt esauch in der ENDO-Klinik keinen Unterschiedzwischen gesetzlich und privatversichertenPatienten. „Hier differenzierenwir nicht. All unsere Patientenerhalten eine optimale medizinischeund pflegerische Versorgung“, betontProf. Dr. Gehrke. Aufgrund der Zuge hö -rigkeit zur Damp Gruppe wird Patientenvon der Operation bis zur Nachsorgeein qualitativ hochwertiger Behandlungspfadin enger Abstimmung mitden Klinikärzten, den niedergelassenenHausärzten sowie den Physiotherapeutenangeboten.Seit Anfang des Jahres wird Wahl -leistungspatienten bereits in Kooperationmit dem Institut für Sport- und Be -we gungsmedizin unter Leitung vonProf. Dr. Klaus-Michael Braumann aufWunsch eine individuelle Bewegungs -therapie vier bis acht Wochen vor dergeplanten Operation angeboten. Diesezielt auf eine Verbesserung der körperlichenLeistungsfähigkeit ab, damit derHeilungs- und Rehabilitationsprozessbe schleunigt wird und Patientenschnel ler wieder in ihren Alltag zurückkehrenkönnen. Über diese Koopera tionberichten wir in der nächsten Ausgabeausführlicher.40


PR-BERICHTEFIT IM BERUFAus dem Programm des HamburgerInstituts für Sport- und BewegungsmedizinEine gute körperliche Fitness ist nichtnur eine wesentliche Voraussetzung füreine gute Gesundheit, sondern beeinflusstauch entscheidend die intellektuelleLeistungsfähigkeit und die Kreativitätund somit auch den Erfolg imBeruf.Viele Unternehmer haben diese Zusammenhängeerkannt und bemühen sichum eine Verbesserung der Fitness ihrerMitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hierzugehören unter anderem auch die„Gesundheits-Checks“ für Führungskräfte,die schon seit langem einen fes -ten Bestandteil der betrieblichen Ge -sundheitsförderung darstellen.Die Apotheke für mehr VitalitätAls die Apothekerin Monika Elsner 2004in der Hamburger Innenstadt in denColonnaden ihre Vitalotheke eröffnete,hatte sie eine Vision: Abkehr von derReparaturmedizin – hin zur Prävention:Gesundheit erhalten – Leistung undLebensfreude steigern, das sollte absofort als klares Motto gelten.Wer tut was für seine eigene Gesundheit?Das Auto fährt man zur Inspek tion,um das gute Stück möglichst lange zuerhalten, doch die Fehlbarkeit des eigenenOrganismus wird viel zu oft verdrängt.So manche Erkrankung wäredurch Früherkennung zu vermeidenund/oder durch aktive Prävention auszuschließen.Mit der Initiative „Bleiben Sie ge -sund“ entwickelte Monika Elsner mitnamhaften Arztpraxen aus der City einePräventionsbroschüre, in der jeder teilnehmendeArzt auf seinem Fachgebietüber die Möglichkeiten von Vorsorgeund Vorbeugung informiert. Diese Broschürewird sowohl in den Arztpraxenals auch in der Vitalotheke kostenlos aninteressierte Kunden abgegeben.Arzneien nach MaßAls Fachapothekerin für Ernährungsberatungund als Spezialistin der orthomolekularenMedizin legt MonikaBei diesen Untersuchungen wirdeine um fangreiche Diagnostik durchgeführt.Danach hören die Betroffenendie typischen Diagnosen wie „Übergewicht“,„Bluthochdruck“, „Cholesterin -erhöhung“ sowie „schlechte Körperhaltungbei Rumpfmuskelschwä che“. DieBetroffenen sind mit ihren Diagnosenin der Regel allein gelassen.Hier unterscheidet sich das Programmdes Instituts von den Angebotenanderer Anbieter von Gesundheits-Checks.Es werden mit der jahrzehntelangenExpertise aus dem Hochleistungssportsowie der Kompetenz einer universitärenEinrichtung Gesundheitsunter-Elsner großen Wert auf eine sinnvolleBeratung über Nahrungsergänzungsmittelwie Vitamine, Mineralstoffe,Aminosäuren und Spurenelemente.„Auf diesem Gebiet herrscht großesUnwissen, denn die richtige Dosierungvon Vitalstoffen beruht auf komplexenZusammenhängen im menschlichenKör per, der Biochemie. Hier sieht unsererfahrenes Team großen Beratungsbedarf“,erklärt Monika Elsner. Die Mitarbeiterder Vitalotheke sind besondersgeschult und arbeiten mit namhaftenLaboren zusammen, um den exaktenBe darf an Vitalstoffen zu bestimmen.Mit den Vorgaben der Analyse wirddann im hauseigenen Labor eine individuelleVitalstoffmischung hergestellt.Große Erfolge lassen sich auch in derbegleitenden Krebstherapie feststellen.Anders als in der Prävention erhält derPatient dabei therapeutisch gezielt hoheDosen an speziellen Vitaminen. Die Chemotherapiewird hierdurch häufigwesentlich besser vertragen, denn beideutlich gesteigerter Vitalität brechendie Patienten die Behandlung seltenerab. Hier arbeitet man eng mit den be -handelnden Ärzten zusammen.Aber auch gestresste Menschen wieManager oder Leistungssportler gehö -ren zur Klientel der Vitalotheke. „Diesuchungen einschließlich leistungs -diagnostischer Tests durchgeführt.Das Angebot zeigt Ihren Mitarbei -terinnen und Mitarbeitern den bestenWeg zur Optimierung Ihrer körperlichenVerfassung. Wir nehmen sie an dieHand, helfen ihnen, mit einem Bewegungsprogrammzu beginnen, es ist niezu spät!Unser Konzept besteht aus drei Modulen:■■■Gesundheitsuntersuchung mitLeistungsdiagnostikIndividuelle BewegungstherapieSeminar: Psychophysische Fitness,Anleitung zur Gestaltung einesindividuellen Gesundheits- undFitnessprogrammsInformationen und Rückfragen an Institutfür Bewegungsmedizin: info@sportmedizin-hamburg.comAkkus müssen in dieser Hochleistungsgruppebesonders schnell wieder aufgeladenwerden“, erklärt die engagiertePharmazeutin lachend, „aber zaubernkönnen wir natürlich auch nicht. Wennder Kunde meint, ohne die so wichtigeEntspannung und Sport auszukommen,womöglich noch mit einem hohen Konsuman Zigaretten und schlechter Er -nährung, und nur mit ein paar Vitaminendurch die Welt zu jetten, dann istunser Erfolg natürlich begrenzt.“Durch die pharmazeutische Betreuungvieler Manager entstand ein weitererGeschäftszweig. Firmen und derenMitarbeiter können ihre Apothekenwünscheund Rezepte mailen oderfaxen. Noch am selben Tag werden siebeliefert, wenn die Adresse im HamburgerStadtgebiet liegt. Das Online-Geschäft auch mit auswärtigen Firmenläuft gut. Nach der Registrierung läuftdie Lieferung zu Spezialtarifen, das spartnicht nur Zeit sondern auch Geld.Testat: Gute BeratungBei dem kürzlich durch WISO anonymdurchgeführten Apothekentest wurdedie Vitalotheke, eine der „Gesund-ist-Bunt“-Apotheken, mit dem Prädikat„Gute Beratung“ ausgezeichnet.Pharmazeutin Monika Elsner gehörtmit ihren „Berliner-Bär“-Apotheken zuder Kooperation.41


Landesverband Schleswig-HolsteinAusgabe Juni 2010LANDESVERBAND SCHLESWIG-HOLSTEINMeine Damen und Herren,liebe Mitglieder aus Schleswig-Holstein und Hamburg!Dr. Philipp MurmannLandesvorsitzender Schleswig-HolsteinEs tut sich etwas in Schleswig-Holstein. Die Landesregierungscheint nach Jahrzehnten ungebremsterVerschuldungspolitik endlich bereitzu sein, einen fundamentalen Kurswechselhin zu einer nachhaltigenHaushaltspolitik zu vollziehen. Das istzwar unumgänglich angesichts derbundesweit vereinbarten Schuldenbremse.Es zeugt dennoch von Mut undEntschlußkraft, denn es verlangt jetztOpfer. Es besteht aber gute Hoffnung,daß die Wähler den Mut belohnen,wenn die Ziele tatsächlich erreicht werden.Die Folgen verlorener Handlungsunfähigkeitkann jeder am Beispiel vonGriechenland sehen, und die Eindämmungder Staatsschulden im Euroraumwird uns in den nächsten Jahren nochintensiv begleiten. Insofern müssen diedurch die Haushaltsstrukturkommis -sion für Schleswig-Holstein angekündigtenMaßnahmen jetzt durch- undumgesetzt werden.Ein vorsichtiger Kaufmann würdezudem größere Puffer im Haushaltskonsolidierungskurseinplanen. Deshalbwäre es richtig, jetzt in einemgroßen Wurf alle wichtigen Maßnahmeneinzuleiten. Dazu gehören zweifelsohneStudiengebühren, die in Ge -stalt eines leistungsbezogenen Stipendienprogrammsmit 30 Millionen Eurojährlich den Hochschulstandort in Zeitenknapper Kassen stärken können.Insgesamt muß es in der jetzt anbrechendenDiskussion für den Wirtschaftsratdarum gehen, weitere Ent -lastungspotentiale aufzuzeigen, die biszur parlamentarischen Verabschiedungdes Maßnahmepakets Ende des Jahresnoch ergänzend berücksichtigt werdensollten. Wir werden diese Diskussion inden nächsten Monaten intensiv führenmüssen.Neben diesem Wunsch, den ichnicht nur an unsere Mitglieder, sondernauch an den Leser richten möchte, darfich mich an dieser Stelle herzlich für dasmit meiner Wahl zum neuen Landesvorsitzendenausgesprochene Vertrauenbedanken. Mit meiner fast parallelenWahl zum Bundestagsabgeordnetenbewege ich mich zukünftig in in -haltlichen Spannungsfeldern, die ambesten zu lösen wären, wenn die Bundestagsfraktionden Vorstellungen desWirtschaftsrates und insbesondereunseres Landesverbandes folgen würde.Ich werde mich jedenfalls nachbesten Kräften dafür einsetzen undfreue mich auf die wertvollen Impulseaus unserem dynamischen Landesverband.Die nachfolgenden Berichte ausden Kommissionen und Sektionen belegenauf eindrucksvolle Weise die Nähezu aktuellen politischen Entscheidungs -prozessen.Neben der Speerspitze bei der Haushaltskonsolidierungmüssen wir zu -gleich Wachstumsimpulse geben, eineerfolgreiche Konsolidierung setzt einepositive Wirtschaftsentwicklung voraus.Strategische Entwicklungschancenfür unser Land sieht der Wirtschaftsratim Bereich von Stromspeichersystemen.Als Energieexportland mit steigendenEinspeiseschwankungen wird Regel -energie zum knappen Faktor. Danebensollten wir als traditionell führenderAgrarstandort offensiver mit modernenZüchtungstechniken umgehen. Sonstfinden die zukünftigen Wissensbildungs-und Wertschöpfungsprozessedieses globalen Megatrends woandersstatt. Technische Aufklärung und einedifferenzierte ethische Diskussion wä -ren dafür zunächst angebracht. Pa rallelzur Haushaltskonsolidierung brauchenwir jetzt eine Wachstumsvision 2020.Auch diese Diskussion werden wir inden nächsten Monaten gemeinsamführen.42Kieler Nachrichten, 14. April 2010Ihr Dr. Philipp Murmann


Mitgliederversammlung des LandesverbandesSchleswig-HolsteinNeuer Landesvorsitzender am 28. April 2010auf Gut Emkendorf gewähltGut 120 Mitglieder und Gäste des Landesverbandesfanden sich bei sonnigemWetter zum Sektempfang im Eingangsportaldes spätbarocken Herrenhauses,welches auch als „Weimar desNordens“ bekannt ist, ein. Währendsich die Gäste bei einer Hausführungnäher mit dem Ort und seiner prominentenGeschichte auseinandersetzenkonnten, zogen sich sechzig Mitgliederzur Versammlung in den prächtigenGartensaal zurück.Der letzte Bericht im Amt desVorsitzenden: Elard Raben führte denLandesverband Schleswig-Holstein sechsJahre sehr erfolgreich an. Er bleibt imLandesvorstand.Unser EhrenvorsitzendeDr. Dieter Murmann(v. r.) begrüßt denEhrengast Hilmar Koppermer Horst Gercken und unser plötzlichverstorbenes LandesvorstandsmitgliedTorben Freund.In seinem anschließenden Berichtforderte Raben ein klares Bekenntniszum Wachstumsziel. Leider seien dieMenschen zunehmend weniger bereit,sich für eine bessere Zukunft anzustrengen.Stattdessen nähmen Veränderungenblockierende Bürgerinitiativenzu. Wenn jedoch bis 2020 ein ausgeglichenerHaushalt erreicht werdensolle, gehe dies nur über zusätzlichesWachstum. Für die Bundesebene forderteer erneut eine Umfinanzierungder sozialen Sicherungssysteme auflohn unabhängige Konsumabgabensowie eine Vereinfachung des Steuersystems.Abschließend dankte er derGeschäftsführung und den Vorstandskollegenfür die erfolgreiche Arbeit derletzten Jahre.Dann gab der Landesgeschäftsführerseinen Bericht zum Landesverband.Die Mitgliederentwicklung sei trotz derKrise stabil geblieben. Gleiches gelte fürdas nach wie vor hohe Aktivitätsniveauder Sektionen und Kommissionen. Be -merkenswert sei in den letzten Jahrendie deutlich gestiegene Medienpräsenzauf der landespolitischen Ebene, wasChristiane Stamer, GeschäftsführendeGesellschafterin Carl Bremer GmbH& Co. KG, im Gespräch mit Joachim Rohr,Vorstandsvorsitzender des Banken -verbandes Schleswig-Holstein e.V., undHauke Präger, VR-Bank FlensburgElard Raben eröffnete als Landesvorsitzenderdie Versammlung und ehrte dieseit der letzten Versammlung verstorbenenMitglieder: GründungsmitgliedOlaf Freiherr von Wrangel, Unternehfüreine verbesserte Verfassung desLandesverbandes spreche. Vor diesemHintergrund dankte er dem scheiden-Sechzig Mitglieder aus Schleswig-Holstein wählten den neuen Landesvorstand43


Landesverband Schleswig-HolsteinAusgabe Juni 2010Sektempfang beiguter StimmungLandesvorsitzenden gewählt, danktefür das Vertrauen und bat anschließendzum klassischen Konzert. Unter deramüsanten wie fachkundigen Moderationdes Präsidenten des Landesmusik -rates, Dr. Klaus Volker Mader, entführtedas Trio aus drei jungen Bundessiegerinnenam Violoncello, Flügel und Querflötedie Mitglieder und Gäste dann inhimmlische Pfade klassischer und mo -derner Kompositionen.Mit wunderschönenKlängen für das Ohrentführten v.l. NualaMcKenna (Violoncello),Stefa Tschalmoff (Flügel)und Niamh McKenna(Querflöte) dieMitglieder und Gästein andere Sphärenden Landesvorsitzenden für sein stetserfolgreiche Wirken.Daraufhin ernannte die VersammlungRolf-Rüdiger Reichardt zum Ta -gungs präsidenten, der anschließenddie Wahlen zum Landesvorsitz, den bei-den Stellvertretern und vier weiterenMitgliedern leitete. In geheimer Wahlwurden alle Kandidaten mit maximaleiner Gegenstimme bei wenigen Enthaltungeneindrucksvoll bestätigt. Dr.Philipp Murmann wurde zum neuenKieler Nachrichten, 5. Mai 2010Festvortrag zur Zukunft desBankenstandorts DeutschlandDen krönenden Abschluß bildete dasfestliche Abendmahl in dem um 1730erbauten Kuhhaus. Dr. Philipp Murmannbegrüßte als neuer Landesvorsitzenderneben dem AbgeordnetenArp auch Wirtschaftsminister de Jager,Staatsekretärin Dr. Zieschang und na -türlich den Festredner Hilmar Kopper.Diesem dankte er für seinen Einsatz alsAufsichtsratsvorsitzender der HSHNord bank. Schließlich gab Dr. Murmannbekannt, daß der LandesvorstandReinhardt Hassenstein und ChristianWiegert erneut sowie NorbertBalser neu in den Vorstand kooptierthabe. Letzterer stellte sich kurz vor.Ehrengast Hilmar Kopper,Vorsitzender des Aufsichtsratsder HSH Nordbank, hielt denFestvortrag auf der Mitgliederversammlungdes LandesverbandesSchleswig-HolsteinHilmar Kopper, der langjährige Vorstandschefder Deutschen Bank AG,stellte vor den Überlegungen zu unseremzukünftigen Bankensystem zu -nächst eine Bestandsaufnahme vor: Alsdas drei Säulenmodell vor 25 Jahren invielen Ländern abgeschafft worden sei,habe man in Deutschland eisern daranfestgehalten. Während das Wurzelwerkder genossenschaftlichen Banken hoheBedeutung für die Wirtschaft entfalte,sei den öffentlich-rechtlichen Bankenmit dem Sturz der Landesbanken jetztdie Spitze abgebrochen. Den Landes-44


Der neue Landesvorsitzende Dr. Philipp Murmannüberreicht ein Schleswig-Holstein Lexikon an denFestredner Hilmar Kopper. Dieser versprach, unserLand zwischen den Meeren bald wieder besuchenzu wollen.sei für Deutschland unklar, wie in dennächsten Jahren der Eigenkapitalbedarfder Industrie in einer Höhe von 30 - 50Milliarden Euro zu befriedigen sei.Wichtig dafür wäre eine Rückkehrdes Vertrauens zwischen den Banken,was nur durch eine erhöhte Transparenzmöglich sei. Das gelte auch fürHedge-Fonds, die die Krise aber nichtausgelöst hätten. Zudem brauche manRegulierungen für Derivate und einebanken sei ein tragfähiges Ge schäfts -modell abhanden gekommen.Ein erfolgreicher Industriestandortsei jedoch auf eine internationale Bankenlandschaftangewiesen. Natürlichgäbe es die Citibank, Barclays oder JPMorgan, allerdings würden diese Bankenin Krisenphasen zuvorderst ihreheimischen Industrien unterstützen.Die Gefahr für den IndustriestandortDeutschland habe sich durch die Überzierungensowie von Windenergieanlagen.Geschäftsansätze in Übersee seienhingegen immer mit besonderenRisiken verbunden.Zum Instrument der Bonifkationensei grundsätzlich anzumerken, daßdie Wertschöpfung im Bankwesen aus -schließlich in den Köpfen stattfinde. EinVerzicht auf leistungsbezogen variableVergütungsbestandteile bedeute soforteinen Verlust der besten Köpfe an dieWettbewerber. Auch seien Bonifikationennicht Ursache der Krise. So habe dieIKB beispielsweise keine gezahlt. Allerdingssei es nicht in Ordnung, wenn derErtrag eines Unternehmens zu 40 % inBonifikationen fließe und nur noch zu60 % die Gesellschafter erreiche.Die Ursachen der Krise lägen vielmehrin riesigen Ungleichgewichten beiden internationalen Zahlungsströmen.China suche seit 25 Jahren Anlagen inUS Dollar, während die U.S.A. enormeDefizite aufgebaut hätten, welche eineGeldschwemme herbeigeführt haben.nahme der HypoVereinsbank unddurch die Fusion von Commerzbankund Dresdner Bank und der anschlie -ßenden staatlichen Übernahme deutlichverschärft. Die einzig verbliebenedeutsche Großbank in Privatbesitz seidagegen von 1993 bis 2003 unter einmaliggünstigen Bedingungen in dieTOP 5 der Bankenwelt aufgestiegen.Auf absehbare Zeit würden sich dieGroßbankenstrukturen jetzt nicht mehrgrundlegend verändern. Wer also imBankenwesen etwas erreichen möchte,müsse Englisch lernen.Für die Zukunft sei es wichtig, dieEigenkapitalbasis der Kreditinstitute zustärken. BASEL II habe man zehn Jahremit den Amerikanern verhandelt unddann ohne diese umgesetzt. Jetzt solleBASEL III folgen. Die genossenschaftlichenBanken hätten dabei den Vorteil,daß ihre Kunden gleichzeitig Gesellschafterseien. Die Sparkassen erschienendagegen krisenanfälliger, weil siesich nicht gegenseitig stärken könnten,es sei denn über stille Einlagen undGenußscheine. Auf dieser GrundlageGenossen den Tag auf Gut Emkendorf v.l. Reinhardt Hassenstein mit Almuth Klemp,Dr. Ernst Werdermann, der den Hamburger Landesverband als ehrenamtlicherLandesgeschäftsführer zur Blüte geführt hat, sowie unser ehemaliger Bundes- undjetziger Ehrenvorsitzender Dr. Dieter Murmannzupackende Aufsicht, welche „schwarzeSchafe“ aus dem Verkehr ziehe. Bislangsei dies nicht erkennbar. Ebenso notwendigfür Transparenz sei eine einheitlicheBilanzrichtlinie sowie eineinternationale Aufsicht, die internationaleGroßbanken in Europa kontrolliert.Für die Zukunft der Landesbankensieht Kopper keinen Sinn einer „zusammengerührten“Bank Deutscher Länder.Während die WestLB kein Alleinstellungsmerkmalhabe, verfüge die HSHNordbank über besondere Kompetenzenim Bereich zyklischer Schiffsfinan-Da die Ursachen nicht beseitigt seien,würden zukünftig neue Blasen zumPlatzen kommen.Das Zinsniveau enthalte immereine Zitterprämie, die Risiko bedeute.Bei der Kaupting-Bank hätte offenbarkeine der deutschen Banken zuvor aufdie Landkarte geschaut, so daß manjetzt 30 Milliarden Euro Forderungengegen Island mit seinen 300.000 Einwohnernhalte. Bei den griechischenStaatsanleihen habe dagegen Frankreichdie Nase vorne. Lehrreich sei indieser Hinsicht das Buch von Keynes,45


Landesverband Schleswig-HolsteinAusgabe Juni 2010das er mit Blick auf die Krise 1929 imJahr 1936 veröffentlicht hätte. Ausgehendvon einem „animal spirit“ strebtenalle gierig nach Renditen undmachten immer wieder die gleichenFehler, so daß verstärkt durch den Herdentriebund die Medien große Blasenentstünden und platzten. Entsprechendsei es offenkundig fatal, wenn Rating -agenturen gegen Gebühren ihre Kundenberieten und diesen dann einRating gäben. Leider sei vor 15 Jahrendie Chance auf eine internationaleRatingagentur als Gegengewicht zuden drei dominierenden u.s.-amerikanischenan Partikularinteressen ge -schei tert. Eine europäische Ratingagen -tur jetzt staatlich zu organisieren, seiaufgrund der fehlenden Unabhängigkeitallerdings nicht zielführend.Abschließend stellte Kopper klar,daß die Banken keine Spekulanten seien,sondern im Casino immer nur denCroupier stellten, der weder über Einsatzhöhenoch Richtung der Anlagenbestimme. Insofern seien viele Vorwürfeverfehlt: Allerdings sei es gesellschaftlichbedenklich, wenn immerweniger Menschen durch die Verwaltungvon Pensionsfonds immer größereGeldmengen steuern könnten.Nach diesen beeindruckenden Ge -danken konnten sich die Mitgliederund Gäste dann dem Hauptgang samtDessert sowie seinen Tischnachbarnzuwenden.BZv.l. Anwalt undNotar Prof. Dr.Karsten Witt,StaatssekretärinDr. TamaraZieschang,Dr. Carl HermannSchleifer undProf. Dr. Dr.Hans-Karl Albers(Leiter der LandesfachkommissionGesundheitswirtschaft)in Gesprächevertieft: v.l. Dr.Philipp Murmannmit Marita Rabenund Dr. Christianvon Boettichermit Elard RabenDas frisch berufeneLandesvorstandsmitgliedNorbertBasler warTischnachbar derEhepaare Margritund Rolf RüdigerReichardt (li)sowie Karin undDr. ManfredSteckmeister(SektionssprecherStormarn)Kieler Nachrichten vom 11. Mai 201046


Kommission öffentliches BankenwesenNach dem positiven Votum unsererLandesvorstände Hamburg undSchles wig-Holstein hat sich die Kommissionam 06. Mai 2010 bei der DeutschenBank in Hamburg zu einemersten Sondierungsgespräch getroffen.Dabei wurden die Situation undPerspektive der HSH Nordbank sowiedie politischen Optionen der beidenöffentlich-rechtlichen Hauptgesell-schafter erörtert. Hierzu wurden aktuelleTendenzen im Markt für Schiffsfinanzierungenbeachtet. Die Landesregierungentragen derzeit Verantwortungfür über 4.000 Beschäftigte, füraus Steuermitteln zugesicherte Bürgschaftensowie für die Folgen einer fortdauerndenGewährträgerhaftung. AusSicht der Kommission erfordert dasGewicht dieser Aspekte eine intensiveBeschäftigung mit möglichen Zu -kunfts modellen – im Verbund mitanderen ehemaligen Landesbankenoder mit sonstigen Partnern. Ehe dieKommission erneut zusammentrifft,soll zunächst geklärt werden, welchekonkreten Fragen sich maßgeblichepolitische Entscheidungsträger inHamburg und Schleswig-Holstein inZukunft stellen werden.BZMittelstandsfinanzierung für den AufschwungStormarner Wirtschaftsforum am 25. März 2010 im Ahrensburger ParkhotelMitglieder und Gäste aus Schleswig-Holstein und Hamburg diskutierten das Sparkassengesetz und die Reaktionsmöglichkeitenauf eine Kreditklemme im WiederaufschwungNorbert Basler, Gründer und Aufsichtsvorsitzenderder Basler AG, verdeutlichteeinführend die Problemstellungaus Sicht eines mittelständischer Un -ternehmens im internationalen In -vestitionsgüterbereich: Es sei in derKrise gelungen, einen 40-prozentigenUmsatzeinbruch durch Umstrukturierungenund Kapitalmanagement beieiner Eigenkapitalquote von fast 60Prozentpunkten und einer Rohertragsmargevon 60 % aus eigener Kraft zustemmen. Mit Beginn des Wiederaufschwungswachse jedoch der Liquiditätsbedarffür die Vorfinanzierungder Produkte. Die Kreditlinien derBanken orientierten sich aber noch anden Daten der zurückliegenden Ab -schwungs phase. Wachstumsfinanzierungengäbe es dann nur noch unterhohen Risikoaufschlägen oder für kapitalschwacheUnternehmen gar nichtmehr. Diese krisenverschärfende Prozyklizitätwerde besonders gefördertdurch die seit 2007 wirksame europäischeKreditregulierung nach Basel II.Insofern sei es im globalen Wettbewerbfür eine Region entscheidend, inwieweitihre exportorientierte IndustrieLiquidität für Wachstumsfinanzierungenerhalte.Burkhard Balz MdEP, bis zur Wahl imEuropäischen Parlament zuständig fürdie institutionellen Firmenkunden derCommerzbank Hannover und jetzt alsMitglied im Ausschuß für Wirtschaftund Währung im Europäischen Parlament,berichtete, daß es noch keineKreditklemme gäbe. Vielmehr sei imKrisenjahr das KreditvergabevolumenNorbert Basler: „Wir brauchen Pufferin den europäischen Kreditmarktregulierungen,um nicht extremeVolatilitäten zu induzieren“.in Deutschland um 1,3 Prozentpunkteer höht worden, was vor allem den Sparkassenund Volks- und Raiffeisenbankenund somit dem Dreisäulenmodellzu verdanken sei. Basel II werde derzeit47


Landesverband Schleswig-HolsteinAusgabe Juni 2010von den Großbanken besonders strengbeachtet. Der Baseler Ausschuß habedie Erfahrungen aus Basel II aufgenom -men und bereite ein Basel III-Abkommenvor, welches im Juli in die Konsultationsphasegehe und im Dezemberals Bericht vorliegen solle. In der jetzigenPhase belaste Basel II allerdings dieeuropäische Wirtschaft, zumal dasÜber einkommen bislang nicht von denU.S.A. unterschrieben worden sei.Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis,Vorstand im Deutschen Sparkassen undGiroverband, sieht ebenfalls keine Kreditklemme.Im Krisenjahr 2009 habeder Rückgang des Bruttosozialproduktesum 5 Prozentpunkte deutlich überdem Rückgang der Kredite um 3,2 Prozentpunktegelegen. Bei den Sparkassenwerde das Kreditrating zudem starkdurch weiche Faktoren beeinflußt, wasdie Ausweitung der Kredite im Krisenjahrerst ermöglicht habe. Für dieDeckung der Kredite stünde den Sparkasseneine solide Eigenkapitaldeckezur Verfügung. Basel II sorge für einerisikoorientierte Preisgestaltung vonKrediten und sei daher sinnvoll. Einezusätzliche Belastung drohe dagegendurch die jetzt geforderte Bankenabgabe.Mit Blick auf den Entwurf für einneues Sparkassengesetz in Schleswig-Holstein warnte Schackmann-Fallis da -vor, Stammkapital für die Sparkasseneinzuführen und damit den Kommunendie Möglichkeit zu geben, Anteilezu verkaufen. Dies sei besonders gefährlich,wenn man als Käufer auch dieHamburger Sparkasse (HASPA) zulasse,weil auf dieser Grundlage dann Privatbankenvor europäischen Gerichtenauf Gleichbehandlung klagen könnten.Dieses Risiko sei nicht ausgeräumt. Einegegenseitige Unterstützung durchstille Beteiligungen sei dagegen jetztschon möglich, zumal im Wege atypischerBeteiligungen auch ein Sitz imVerwaltungsrat erworben werden könne.Insofern gäbe es derzeit keine triftigenGründe, das Risiko einer Aushebelungder dritten Säule politisch inKauf zu nehmen.Diese Argumentation unterstützendbat Dr. Martin Lüdiger als Vorstandsvorsitzenderder Sparkasse Holsteinum eine Folgenabschätzung, falls48Burkhard Balz MdEP: „Es ist dem Dreisäulenmodellzu verdanken, daß es imKrisenjahr eine Ausweitung der Kreditversorgungin Deutschland gegeben hat“.Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis:„Bei den Sparkassen wird das Ratingstark durch weiche Faktoren geprägt“.Tobias Koch MdL: „Ziel des Sparkassengesetzesist die krisenfeste Sicherstellungder Kreditversorgung des Mittelstandesim Wege der Vorsorge“.Dr. Martin Lüdiger: „Die Fusion deritalienischen Sparkassen zur Unicreditobedeutete auch einen Rückzug aus derFläche“.die Politik die Europafestigkeit falscheinschätze. Dann drohe dem Dreisäulenmodellein bundesweiter Dammbruch.Die EU habe sich bislang jedochnicht entsprechend geäußert. Unabhängigdavon seien auch Überkreuzbeteiligungenkritisch zu sehen. InÖsterreich und Italien habe man auchso begonnen, dann sei die Beteiligungeiner Holding zunächst mit Anteilenvon 25 %, danach von 49 % gekommenund schließlich seien die italienischenSparkassen vollständig zur Unicreditofusioniert worden. Einhergehend damitsei ein Rückzug aus der Fläche zu be -obachten gewesen, weshalb man dasRegionalprinzip in Deutschland hochhaltenmüsse.Aus der Sicht des schleswig-holsteinischenLandtagsabgeordneten TobiasKoch werde das Sparkassengesetz nochvor der Sommerpause verabschiedetwerden. Ziel sei es, jetzt einer späterenKreditklemme vorzubeugen. Dafür werdeden Sparkassen eine neue Möglichkeiteröffnet, sich mit frischem Eigenkapitalzu versorgen. Hierzu könneeine Kommune im Zuge einer Kapital -erhöhung Anteile an Dritte abgeben,allerdings seien nur Minderheitsbe -teiligungen von maximal 25,1 Prozentpunktenzugelassen, und Investorenmüßten eine Gemeinwohlbindungnach weisen können oder aus der Sparkassengruppestammen. Darunter falledann auch die HASPA mit ihrembesonderen gesellschaftsrechtlichenStatus. Ohne Stammkapital bliebe denSparkassen zur Erhöhung des Eigenkapitalsonst nur ein kommunaler Zu -schuß, welcher angesichts der öffentlichenVerschuldung zunehmend nichtmehr gewährt werden könne. Ein Rest -risiko der Europafestigkeit sei an diesemPunkt zwar nicht auszuschließen,der Gesetzgeber könne jedoch bei ei -nem Eintritt des Risikos erneut reagierenund die Situation zurückholen.Diese Analyse teilte der EuropaabgeordneteBalz allerdings nicht. Nachseinem Kenntnisstand wäre sowohl dieBegrenzung der Beteiligung auf maximal25,1 Prozentpunkte wie auch diewillkürliche Einschränkung auf be -stimmte Institute schnell Grundlage füreinen Verletzungsverfahren gegen dieKapitalverkehrsfreiheit und dann auch


nicht mehr durch den schleswig-holsteinischenGesetzgeber rückholbar.Moderator Rolf-Rüdiger Reichardt gabzu bedenken, daß ein Gesetzgebereigentlich für Rechtssicherheit sorgensolle und nicht wie ein Unternehmermit Risiken kalkulieren könne.In der anschließenden Diskussionverwies Joachim Wagner, Vorsitzenderder CDU-Kreistagsfraktion Stormarn,auf eine Resolution des Kreistagesgegen die Änderung des Sparkassengesetzes.Dr. Lüdiger forderte wie imFalle eines ähnlichen Verfahrens inNordrhein-Westfalen vor der Verabschiedungdes Gesetzes eine Absichtserklärungder EU-Kommission. Dr.Ralph Witt fragte nach einer überzeugendenDefinition des Begriffs Kreditklemme,die es offenbar gar nicht gäbe.Basler resümierte im Interesse desMarkt Ahrensburg vom 27. März 201049


Landesverband Schleswig-HolsteinAusgabe Juni 2010regionalen Mittelstandes für eineRenaissance der weichen Faktoren imKreditrating und den Einbau von Puffernin den europäischen Kreditregulierungen,um nicht wie schwingendeSysteme extreme Volatilitäten in denMärkten zu induzieren. Nachzutragenist, daß es im Nachgang der VeranstaltungNachbesserungen im Entwurf desSparkassengesetzes gegeben hat. Aufdieser Grundlage sieht der Wirtschafts -rat keine maßgeblichen Risiken mehrund unterstüzt daher den jetzt zielführendenEntwurf.BZReger Gedankenaustausch:v.l.Martin Zabel(Sparkasse Holstein);Sektionssprecher Dr.Manfred Steckmeister;Joachim Wagner (CDU-KreistagsfraktionStormarn);Dr. Ernst Werdermann(„Mister“ WirtschaftsratHamburg) undLandesgeschäftsführerDr. Bertram ZitscherSchleswig-Holstein auf dem Weg zu„griechischen Verhältnissen“?Mittagsgespräch der Sektion Kiel am 04. Mai 2010Unter diesen Titel stellte der Präsidentdes Bundes der Steuerzahler Schleswig-Holstein e.V., Dr. Hartmut Borchert, seinenVortrag über die bis zu diesemZeitpunkt fruchtlosen Bemühungenzur Sanierung des Landeshaushaltssamt ungenutzter Vorschläge. In denEmpfehlungen der Haushaltsstrukturkommissiondrei Wochen nach dieserVeranstaltung sind inzwischen einigeVorschläge nun endlich aufgegriffenworden.Dr. Borchert erinnerte einleitend an dasvom Landtag 2006 vorgestellte Gutachtenvon Prof. Dr. Helmut Seitz, dasim Jahr 2000 beauftragte Gutachtenzur Regierungs- und Verwaltungsreformvon Prof. Dr. Joachim Hesse sowiedem mehr als tausend Seiten umfassenden,sogenannten Schlie-Bericht.Umgesetzt worden sei davon jedochfast nichts.Entsprechend stellte der Landesrechnungshof2009 fest, daß die Schuldenvon 1970 bis 2007 mit +466 Prozentpunktenviermal so schnell ge -wachsen seien wie das Bruttoinlandsproduktmit seinem 110-prozentigenWachstum. Ein Jahr zuvor hätte FinanzsenatorDr. Tilo Sarrazin in Kiel dargelegt,daß die Primärausgaben von 2001-2007 in Schleswig-Holstein noch einmalum 9 Prozentpunkte gewachsen seien,50Präsident Dr. Hartmut Borchert:„Unsere Abgeordneten habenzur Verbesserung ihrer Wiederwahlchancenjahrzehntelangeine unverantwortlicheVerschuldungspolitik betrieben“.während Niedersachsen mit 2,8 ausgekommensei. Er habe zudem aufgezeigt,daß Schleswig-Holstein bei vielen Standardsbundesweit Spitzenansprüchebediene, beispielsweise bei der Besoldungund der Freistellungsquote fürPersonalräte im öffentlichen Dienst.Prof. Dr. Seitz hätte ergänzend festgestellt,daß man im Haushaltsjahr 1975dreifach mehr Mittel für zukunftsorientierteInvestitionen in Infrastrukturund Humankapital verwendet habe alsfür die Bewältigung der Vergangenheitin Form von Zinsen und Pensionsausgaben.Inzwischen lägen diese beidenBe reiche gleichauf.Dr. Borchert merkte an, daß unsereAbgeordneten zur Verbesserung ihrerWiederwahlchancen jahrzehntelangeine unverantwortliche Verschuldungspolitikbetrieben und den Bürger überdie späteren Folgen bewußt getäuschthätten. Wie stark dieser Drang sei, könneman daran ermessen, daß die SPDim vorletzten Wahlkampf geforderthabe, Bildungsausgaben zukünftig alsInvestitionen zu werten, um die verfassungsmäßigeVerschuldungsgrenzedeutlich auszuweiten. Zu diesem Zeitpunktplante man einen Haushalt, derdie verfassungsgemäße Grenze durcheine dreifach überhöhte Verschuldungverletzte. Ebenso kritisch sei auch derVorstoß des damaligen Finanzministersgewesen, wonach der erforderlicheAnteil investiver Mittel im kommunalenFinanzausgleichgesetz von 8 auf 10Prozentpunkte erhöht werden sollte.Dabei war klar, daß die 8 Prozentpunktevon den Kommunen nicht ausgeschöpftwerden konnten, aber auf dieseWeise hätte die Verschuldungsgrenzedes Landes um 20 Millionen Euroangehoben werden können. Zur Haushaltswahrheitund Klarheit gehörejedenfalls ein Verbot von globalen Mehreinnahmenund globalen Minderausgabenim Haushaltsplan.


Um das endgültige Abgleiten in „griechischeVerhältnisse“ zu vermeiden,schlug Dr. Borchert u.a. folgende Maßnahmenvor:■ Personalabbau jeder zehnten Stelleüber natürliche Fluktuation■ Verkleinerung des Landtages aufmaximal 51 Abgeordnete■ Anhebung des Pensionsalters fürPolizisten■ Einschränkung des Beamtentumsauf den Kern der hoheitlichen Verwaltung■ Einschränkung der Kreisebene auf 8-10 Landkreise und kreisfreie Städte■ Berücksichtung eines Demographiefaktorsbei der Pensionshöhe■ Modernisierung der SteuerverwaltungIn der anschließenden Diskussion stellteDr. Borchert klar, daß Einnahmesteigerungenempirisch immer einhergingenmit einer Ausweitug der Verschuldung.Die Teilnehmer waren sich einig,daß man eine erfolgreiche Konsolidierungnotfalls in Kauf nehmen müsse,daß diese Regierung nicht wiedergewähltwerde. Dr. Trutz Graf Kerssenbrockkritisierte die Parteien, die durchverfestigte Funktionärsstrukturen keinenBlick mehr für die Basis und denBürger hätten. Dieser Wahrnehmungschloß sich Prof. Dr. Gerhard Prosi an,der zudem auch die Forderungen desWirtschaftsrates in Schleswig-Holsteinaufgriff und forderte, daß es für die verantwortlichenEntscheidungsträger klareBonus-Malus-Regelungen geben sollte:Schuldenmachen müsse dementsprechendzu Abzügen bei Diäten undPensionen führen und eine Entschuldungzu Bonuszahlungen. Diesem Vorschlagkonnte auch Dr. Bochert etwasabgewinnen.BZMitglieder und Gäste begrüßten die Verschläge des Steuerzahlerbundes.Die Kommission Sozialwirtschaft hatsich ihrer konstituierenden Sitzungzwei Themen vorgenommen. Zumeinen soll im Rahmen einer Podiumsdiskussionzum Fachkräftemangel inder Wirtschaft geklärt werden, welcheChancen durch die Vielfalt von Menschenmit Behinderungen bisher un -genutzt geblieben sind. Zum zweitensollen das bestehende System der Eingliederungshilfeauf Verbesserungsmöglichkeitenhin überprüft werden.Einige Ansatzpunkte sind bereitserkannt.Insgesamt besteht jedoch der Eindruck,daß das System aus Bund, Ländern,Kommunen, den Kranken- undden Pflegekassen und der Bundesan-Kommission Sozialwirtschaftstalt für Arbeit kaum noch als Ganzeszu durchschauen ist. Insofern bestehtein wesentliches Ziel für anstehendeEntscheidungsprozesse in der Herstellungvon Transparenz der Zusammenhängeund verfügbaren Daten. Die Notwendigkeitfür Transparenz wurdedeutlich anhand der festgestelltenMehrkosten, die Schleswig-Holstein beiden Eingliederungshilfen im Bundesvergleichaufweist. Diese scheinen nichtdurch besonders aufwendigen Strukturenbegründbar, sondern nach denvorliegenden Daten durch entsprechenderhöhte Fallzahlen in Schleswig-Holstein. Eine Erklärung für dieses er -staunliche Phänomen scheint es bislangjedoch nicht zu geben. Neben diesemaktuellen Klärungsbedarf erscheint esangebracht, sich im Land angesichtsder bundesweit deutlich ansteigendenFallzahlen und der absehbarendemographischen Entwicklung intensivermit der Sozialwirtschaft, ihrengesellschaftlichen Leistungen undihrer Effizienz auseinanderzusetzen.Eine breit angelegte Fachtagung wärehierfür ein möglicher Weg. Die drängendenThemen sollen anhand einesFragebogens erfragt und in der nächstenSitzung diskutiert werden. Zu -dem sollen die Verhandlungsführerfür die Landkreise und für die Sozialwirtschaftihren Einflußbereich imRahmen der Umfeldbedingungen darstellen.BZ51


Landesverband Schleswig-HolsteinAusgabe Juni 2010Energiepolitische Leitlinien für Schleswig-HolsteinMittagsgespräch der Sektion Neumünster am 23. April 2010 im Best Western Hotel PrismaDr. Cordelia Andreßen, Staatsekretärinim Ministerium für Wirtschaft, Verkehrund Wissenschaft, stellte einführendfest, daß die Energiepolitik im Spannungsfeldvon Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheitund Umweltverträglichkeitzu lösen sei. Schleswig-Holstein als Energieexporteur müssebesonders auf Wirtschaftlichkeit achten,was eine starke Aufsicht überfaire Bedingungen im Wettbewerb derEnergieträger und Netzbetreiber erfordere.Versorgungssicherheit setze leistungsfähigeNetze und einen ausgewogenenEnergiemix voraus, wobeiUmweltverträglichkeit durch einenAusbau der erneuerbaren Energienerreichbar sei.gen. Dafür böten kurzfristig das Repoweringder Anlagen auf Land sowiemittelfristig der Aufbau von Windparksin Ost- und Nordsee große Potentiale.Unterstützend werde ein Servicehafenauf Helgoland angestrebt, eine gezielteAusbildung von Fachkräften durchStiftungslehrstühle gefördert und dietechnische Entwicklung durch das Forv.l.neues Sektionsvorstandsmitglied Jan Osterloh, Holger Bajorat, StaatsekretärinDr. Cordelia AndreßenUm diesen Zielsetzungen näherzukom -men, seien Effizienzreserven zu heben.Dazu gehöre das Ziel der Regierung,Verbrauchseinsparungen von durchschnittlichdrei Prozentpunkten bei denLandesliegenschaften jährlich umzusetzen.Ergänzend solle eine Effizienz-als ambitionierte Planung erscheinedenn als Ergebnis einer Machbarkeitsstudie.Dr. Hirschfeld räumte ein, daßsich diese Planung auf Unternehmensbefragungenstütze. Dr. Weinhold entgegnete,daß dieses Verfahren in denletzten Jahrzehnten zu ständig starküberhöhten Ausbauzielen der Landesregierunggeführt habe.Die SektionNeumünsterdiekutierte dieenergiepolitischenHersausforderungenfür Schleswig-HolsteinOlympiade erfolgreiche Modernisierungenmotivieren und Erfolgsbeispielebekannt machen.Wachstum in der Stromproduktionwerde ermöglicht durch eine Ausweitungder Eignungsflächen für Wind -energie an Land von bisher einem aufdann 1,3 Prozentpunkte sowie denKlein windanlagenerlaß, der Schleswig-Holstein zukünftig im bundesweitenVergleich beste Bedingungen verschaffe.Insgesamt solle die Energieerzeugungin den nächsten zehn Jahren stei-52schungsnetzwerk CEwind beflügelt.Potential habe zudem die Biomasse,deren energetische Nutzung ebenfallsauszubauen sei, zumal eine dezentraleVersorgung über die Kraftwärmekoppelunggefördert werde. Einschränkendseien jedoch die Nebenwirkungenfür Landwirtschaft und dörfliche Strukturenzu beachten.In der anschließenden Diskussionmerkte Dr. Fritz Weinhold an, daß dieAusbaupläne für den Offshore-Bereichmit 52 Anlagen pro Jahr bis 2020 eherGerd Sigel, Geschäftsführer derStadtwerke Neumünster, gab zu bedenken,daß bisher unklar sei, wie der enormeBedarf an Regelenergie für die Off -shore-Anlagen gedeckt werden könne,falls es bei einer 120-prozentiger Überlastzu flächendeckenden Abschaltungenkomme. Er plädierte für eine bessereVereinigung der Interessen zwischenWindstromlieferanten und derübrigen Stromwirtschaft.Guido Schwartze regte an, das Zieleines ausgewogenen Energiemix aus


einer Nutzwertanalyse der einzelnenEnergieträger abzuleiten. Detlef Palm,Geschäftsführer des Verbandes kommunalerUnternehmen e.V., schlug vor,die dezentrale Erzeugung voranzubrin -gen und eine gemeinsame Netzgesellschaftfür die Kommunen zu prüfen.Landesgeschäftsführer Dr. Zitscherkritisierte die 2009 eingeführte EEG-Regelung, auf deren Grundlage Netzbetreiberzu über 90 % durch eine Um -la ge auf den Strompreis dafür entschädigtwerden, daß sie Windstromvergüten, der aufgrund fehlender Netzkapazitätennicht abgenommen werdenkönne. Diese Regelung schwächenicht nur den Willen zum Netzausbauin den Süden, sondern setze zugleichdie Anreize für eine Stromspeicherungaußer Kraft. Genau diese sollte Schleswig-Holsteinjedoch maximal fördern,um die Effizienz der Windenergiean -lagen zu erhöhen. Für die Effizienz vonv.l. Sektionssprecher Holger Bajorat; Dr. Cordelia Andreßen; Detlef Palm (Verbandkommunaler Unternehmen); Dr. Markus Hirschfeld; Friedrich-Wilhelm Strohdiek(Stadtpräsident Neumünster)Gebäuden sei dagegen gezielt öffentlicheTransparenz des Verbrauchs vonStrom und Wärme herstellen. Für Liegenschaftenvon Land und Kommunensollten dazu Datenmuster elektronischabrufbar und in sinnvollen Kategorienvergleichbar werden. Auf diese Weisekönnten Modernisierungspotentialeallgemein identifiziert und mittelsspezialisierter Dienst leister im Wegeöffentlich-private Partnerschaften ausgenutztwerden.Sektionssprecher Holger Bajoratdankte der Staatssekretärin für ihrenBesuch in Neumünster.BZWachstumsmarkt Elektromobilität –Rückenwind aus BerlinBetriebsbesichtigung der Sektion Schleswig Flensburgam 27. April 2010 in HarrisleeGastgeber Thormod Ohm forderte eineerhöhte politische Aufmerksamkeit für denindustriellen Mittelstand.Thormod Ohm, GeschäftsführenderGesellschafter der Kristronics GmbH,begrüßte gut dreißig Gäste. Kristronicssei mit ihren 160 Beschäftigten aufelektronische Steuerungen spezialisiert,die für verschiedene Anwendungsfelderentwickelt und gefertigtwerden: Im Feld Automotive beispielsweisedie Lenkradelektronik beimBMW Z4 oder die Steuerung der Innenraumzusatzheizungbeim BMW Mini.Die Marktentwicklung der Elektromobilitätsei zwar schwer einzuschätzen,aber Großkonzerne und Zulieferer würdenderzeit erheblich investieren. Fürein evolutionäres Wachstum spräche,daß inzwischen alle großen Automarkeneine elektrische Antriebsformanbieten würden. Das Spektrum reichedabei vom Low-, über Mild- und FullHybrid bis zu rein elektrischem Fahrenmit oder ohne motorisierte Reichweitenverlängerung.Allein im laufendenEinblicke in dieFertigung derinnovativenKristronics GmbHbeim RundgangDer Bundestagsabgeordnete WolfgangBörnsen regte einen AnschlußgipfelElektromobilität in Schleswig-Holstein an.Jahr kämen 14 neue Modelle auf denMarkt, wovon über die Hälfte von Kristronicsbeliefert werden würden. Welt-53


Landesverband Schleswig-HolsteinAusgabe Juni 2010weit würden jährlich insgesamt 50-100Millionen Autos auf den Markt kommen,weshalb selbst ein kleiner Markt -anteil für Elektroautos für die mittelständischeIndustrie ein großes Marktpotentialdarstelle. Für Elektromobileentwickele Kristronics u.a. On-Board-Ladegeräte, Batterieüberwachungssystemeund Steuerungen für Heizungssysteme.Ab Juli diesen Jahres werdeKristronics mit ersten Produkten inSerie gehen. Die Branche sei inzwischenviel weiter als die meisten in Deutschlandes wahrnehmen. Ohm schätzt, daßder Wunsch der Bundesregierung nacheiner Million Fahrzeugen bis zum JahrFlensburger Tageblatt vom 4. Mai 2010Chancen der Elektromobilität für den Norden stießen bei der Sektion auf großes Interesse.2020 deutlich übertroffen werde. DasAutomobil entwickle sich derzeitzum fahrenden Computer,der ständig mit dem Internetverbunden sei und zwischenFahrzeugen kommuniziere.Auch der Handel werde sichumwälzen hin zu pooling- undsharing-Konzepten mit Vertragsformenwie für das Handyund neuen Nutzungskonzeptenfür Einkaufsparks und Parkhäusern.Verbesserungen in der Batterie-und Ladetechnik seienbereits absehbar und würdendie Entwicklung weiter beflügeln.Mit Blick auf die Politik plädierteOhm dafür, Subventionennicht nur auf Großunternehmenzu konzentrieren, sondernvor allem den industriellen Mittelstandbei der Forschung zuunterstützen. Dieser übernähmehohe Entwicklungsrisikenund habe mit zurückhaltenderKreditbereitschaft zu rechnen.Dabei herrsche auf den Weltmärktenein ausgeprägter Subventions-und Protektionswettbewerb.Im Anschluß berichtete derBundestagsabgeordnete WolfgangBörnsen über eine wachsendeBedeutung der Elektromobilität.Auf der Welt gäbe esderzeit eine Milliarde Fahrzeuge.Aufgrund der Entwicklungder Schwellenländer könne eineVerdoppelung bis zum Jahr2030 erwartet werden. Beispielsweisehätten sich Fahrzeugein Peking zwischen 1997 und2007 von eine auf drei Millionen verdreifacht,ohne daß das Wachstum seitdemerkennbar nachlasse. Diese Perspektivestärke die Notwendigkeit, daßder Straßenverkehr wenigstens einentechnischen Beitrag zum Ereichen derKlimaziele liefern könne. Die Bundesregierungwolle Deutschland daherzum Leitmarkt für Elektrofahrzeugemachen. Sie fördere deshalb Forschungund Entwicklung, die Markteinführungvon Elektromobilen sowie acht Modellregionen.Börnsen MdB begrüßte die Aktivitätendes geknüpften Netzwerkes zurElektromobilität in Schleswig-Holsteinund schlug vor, nach dem bevorstehendenKanzlergipfel zur Elektromobilitäteinen zweiten Gipfel in Schleswig-Holstein stattfinden zu lassen.In der anschließenden Diskussionwurde deutlich, daß das vieldiskutierteKonzept „Better Place“ inzwischennicht mehr im Fokus der Entwicklungstünde. Zum einen hätte sich die Automobilindustriegegen auswechselbareBatterien entschieden und zum zweitenwürden Batteriewechselstationenan Tankstellen zukünftig durch die Weiterentwicklungder Ladezyklen ihreBedeutung verlieren. Der Wirtschaftsratbat den Bundestagsabgeordneten,den Gedanken einer dänisch-deutschenModellregion mit nach Berlin zu nehmen.Viele Teilnehmer blieben nach dereindrucksvollen Betriebsführung nochzu einem kleinen Imbiß und einerangeregten Diskussionen im gläsernenFoyer des interessanten TechnologieunternehmensKristronics. BZ54


PR-BERICHTDie W.D.R. feiert JubiläumSeit 125 Jahren imDienst der Insel- undHalligversorgungDieses Jahr ist es so weit: Die WykerDampfschiffs-Reederei Föhr-AmrumGmbH begeht ihr 125. Gründungs -jubiläum und stellt – gewissermaßenals Geburtstagsgeschenk an ihre Kunden– mit der Doppelendfähre „M/SUthlande“ ein neues Flaggschiff inDienst. Die Ursprünge des heutigenFährverkehrs lassen sich bis ins 17. Jahrhundertzurückverfolgen. RegelmäßigeSchiffsverbindungen zwischen demFestland und den Inseln gab es nachgewiesenermaßenschon im Jahr 1662.Seitdem nahm die Popularität des SeebadsWyk kontinuierlich zu.Mitte des 19. Jahrhunderts kamen jährlichbereits über 1.000 Gäste in daszweitälteste schleswig-holsteinischeSeebad, auch der dänische KönigChristian VII. verbrachte hier mehrfachseinen Sommerurlaub. Die damaligeWyker Fährgenossenschaft eröffnete1872 erstmalig mit ihrem Dampfschiff„Föhr Et Dagebüll“ einen Dienst zwischenWyk und Dagebüll.Damals bildeten Viehtransporteeine wichtige Einnahmequelle, nichtselten reisten Passagiere, Schafe undKühe auf demselben Schiff. Trotzdemkamen immer mehr Urlaubsgäste, umsich in der gesunden Nordseeluft zuerholen. Für die einst arme Insel Föhrerwies sich der aufblühende Bädertourismusals Glücksfall. Mitte der 1880erJahre erkannten schließlich einige weitsichtigeWyker Bürger, dass durch denlinks die „Nordfriesland“(1885) und oben die„Uthlande“ bei derÜberführungsfahrt aufder Elbe in RichtungWyk/Föhrzunehmenden Fremdenverkehr Bedarfan einem neuen, größeren und modernenPassagierschiff bestand.Anfang 1885 brachte Kapitän Steffen-HeinrichBoetius einige Interessentenzusammen, um die Gesellschaft zugründen. Damit war die heutige W.D.R.geboren. Am 14. März 1885 kamen 33Bürger in Redlefsen's Hotel in Wyk zu -sammen und beschlossen auf dieserkonstituierenden Generalversammlungdes neuen Unternehmens die alsbaldigeAnschaffung eines Doppelschraubendampfschiffeszum Preis von36.000 Mark. Zu Beginn der Sommersaison1886 war es dann so weit: Unterdem Namen „Nordfriesland“ ging derNeubau in Dienst.Jubiläumsfahrscheine für 1 EuroPünktlich zum Jubiläum feiert mannun mit dem neuen Schiff, einer Doppelendfährefür 75 Pkws und bis zu1.200 Personen, einen weiteren Höhepunktin der ereignisreichen Firmengeschichte.Am 11. Juni 2010 erfolgt einSonderverkauf von Personenfahrkartenfür einen guten Zweck: „Spenden und(los-)schippern“, solange der Vorratreicht und jeweils für eine Person undeine Fahrt auf allen Fähren der WykerDampfschiffs-Reederei. Den Erlös ausdem Verkauf dieser Aktion spendet dasUnternehmen für regionale gemein -nützige Projekte. Die größte Herausforderungist laut W.D.R.-GeschäftsführerAxel Meynköhn seit der Gründungaller dings geblieben: Wir wollen alleGäste auf die Inseln und wieder zurückbringen,egal ob 100 oder 1.500 Fahr -gäste am Steg stehen. Mit der neuen„Uthlande“ soll dies bei jedem Seegangmöglich sein.EJH55


Landesverband Schleswig-HolsteinAusgabe Juni 2010Potentiale der Batterietechnik fürdie StromspeicherungBetriebsbesichtigung der Sektion Lübeckbei der o.m.t. GmbH am 16. März 2010Die o.m.t. GmbH steht für OberflächenundMaterial Technologie und fertigtmit ihren 115 Beschäftigten bei einemUmsatzanteil von 15 Prozentpunktenfür Forschung und Entwicklung Be -schichtungen für die Medizin-, Industrie-und Energietechnik. Diese schützenvor Haftung, Korrosion, Verkokungoder Verschleiß oder entfalten katalytischeoder photoaktive Wirkungen.Der geschäftsführende GesellschafterDr. Detlef Repenning erläuterte einführendzum Schwerpunkt Batterietechnologie,daß o.m.t. für den mobilenDer Gastgebererläuterte auf demRundgang die Vielfaltder BeschichtungskompetenzenBei stationären Akkumulatoren liegeder Stromspeicherpreis unter plausiblenAnnahmen und zehnjähriger Ab -schreibung bei 10,3 Eurocent pro kWh.Nach der Abschreibung blieben dannnoch einige weitere Nutzungsjahre fürnur 2 Eurocent pro kWh.Besondere Vorteile ergäben sichdurch Kombination einer optimiertenKleinwindanlage und einem E-Mobilder Microklasse. Auf diese Weise könntentägliche Reichweiten von 55-70 kmzu Stromkosten von 1,20-1,40 Euro pro100 km gefahren werden. Das LübeckerUnternehmen hält es für realistisch, daßzukünftig derartige Systeme zu einemPreis von 20.000-25.000 Euro am Marktzur Verfügung stehen.Anbieter aus Deutschland und Europa,welche gegen die Konkurrenz ausJapan, den U.S.A. und Korea antreten.Zwischen 2009 und 2015 werde derStromspeicherpreis pro kWh bereitsabsehbar von 1.000 Euro auf 300 Eurogedrittelt, wobei das Ziel für 2020 beinur noch 100 Euro pro kWh liege. WeitereImpulse seien von der Nachfragezu erwarten, wenn bald für Moped-Autos bis maximal 48 km/h der EU-Führerscheinab 16 Jahre zu erwerben sei.Ein weiterer Schub werde durch eineerhöhte Reisegeschwindigkeit der Elektromobilevon derzeit 60 km/h auf90-100 km/h ausgelöst. Bremsend fürdie Gesamtentwicklung sei allerdingsdas Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG),Gastgeber Dr. Detlev Repenning: „DerStromspeicherpreis werde sich bis zumJahr 2020 zehnteln“.Einsatz auf modifizierte Lithium-Me -tall phospate setze und für stationäreAnwendungen ergänzend Lithiumtitanateverwende. Während der erste Typhohe Speicher- und Leistungsdichtenbei einer mittleren Lebensdauer ermögliche,erreiche der zweite Typ höchsteLeistungsdichten bei langen Lebensdauernmit über 10.000 Ladezyklen. Immobilen Einsatz variiere die Leistungvon weniger als einer Kilowattstunde(kWh) beim E-Bike bis hin zu 200 kWhbei Bussen und LKW. Vergleiche man dieVerbrauchskosten, lande der E-Mini lautADAC-Bericht bei 8 Euro pro 100 Kilometer,während dieselgestützte Fahrzeugederzeit 3,80 Euro und neuereElektromobile zwischen 2 und 3 Europro 100 Kilometer kosten könnten. Dieneue Mikroklasse erreiche voraussichtlichsogar 1,20-1,60 Euro.56Der Gastgeber sieht insgesamt eine sehrdynamische Entwicklung bei den Anbieternvon Stromspeichern. Der tech -nische Wirkungsgrad erreiche 85 Prozentpunkteund liege damit etwa doppeltso hoch wie bei der Brennstoffzellentechnik.2008 habe es in China 700Batteriefabriken gegeben, 2009 hätteman aber schon über 3.000 gezählt.Im Technologiewettbewerb bei Batteriengäbe es insgesamt nur wenigeMitglieder undGäste der SektionLübeck informiertensich beimTechnologieführero.m.t. GmbH überdie Potentiale derStromspeichertechnikwelches Stromspeicherung bislangnicht angemessen unterstütze.Die Diskussion über die angekündigtenProduktivitätsschübe für die Batterietechnologieund die Auswirkungenauf die industrielle Infrastruktur gabennach einer eindrucksvollen BetriebsführungAnlaß für intensive Diskussionen,die angeregt durch Krabben undCanapés noch bis tief in den Abendandauerten.BZ


Die Fachkommission Elektromobilitätwar mit ihrer Arbeitssitzung am22.3.2010 zu Gast bei E.ON Hanse inRendsburg. In einem sehr interessantenVortrag zeigte Herr Brumm – Leiterder Unternehmensentwicklung –auf die Bedeutung der Elektromobilitätfür e.on Hanse hin. Darüber hinausist auch die historische Verbundenheitmit der Elektromobilität aufgezeigtworden: Wem ist schon be -kannt, daß E.ON Hanse schon 1976über einen Mercedes-Elektrotransportermit 70 km Reichweite für inner -betriebliche Transporte verfügte?Inhaltlich wurde während der Sitzungein wichtiger Schritt in RichtungUmsetzung und Aktivität von Elektromobilitätsmaßnahmenin Schleswig-Holstein unternommen – die Teil -Kommission ElektromobiliätDr. VolkerSkwarekKommissionsleiternehmer bildeten Arbeitsgruppen, umwichtige Themen im kleinen Kreis voranzubringen.Folgende Arbeitsgruppen,die für weitere Interessenten selbstverständlichoffenstehen, wurden aufgestellt:Stromspeichersysteme, Leiter:Dr. Repenning, Firma o.m.t. GmbH,Messe, Leiter: Dr. Zitscher, Wirtschaftsrat,Kompetenzzentrum, Leiter:Herr Brumm, Firma E.ON Hanse,Landesgeschäftsstelle Elektromobilität, Leiter: Dr. Skwarek,Firma IAV GmbH,Interreg-Projekt, Leiter:Dr. Matthiesen.Innerhalb der Arbeitsgruppen werdenbis zur nächsten Sitzung am30.08.2010 im Fraunhofer Institut fürSiliziumtechnologie ISIT in Itzehoeerste Inhalte erarbeitet und vorgestellt.Hierbei werden die Ergebnisseder Arbeitsgruppen Vertretern derLandes- und Bundespolitik präsentiert,um hierdurch die Aufmerksamkeitauf das Potential schleswig-holsteinerUnternehmen im Bereich derElektromobilität zu lenken.REpower Systems AG am Standort Schleswig-Holstein – Situation und PerspektivenBesuch im Hause der REpower Systems AG in Rendsburg am 19. März 2010Matthias Schubert (Vorstand REpower Systems AG)wurde von Sektionssprecher Dr. Christopher Leptienherzlichst begrüßtKommissionsleiter Elektromobilität Dr. Volker Skwarek (Mitte) im Gedankenaustauschmit Michael Tönnes, Senior Director Danfoss Power Stacks (li), undDr. Frank Osterwald, Senior Director Research & Development Danfoss SiliconPower GmbH (re)Verwaltungsspitzen im Austausch: BürgermeisterAndreas Breitner mit Dr. Rolf-Oliver Schwemer,Landrat des Kreises Rendsburg-EckernfördeÜber 60 Mitglieder und Gäste der Sektion Rendsburg-Eckernförde informiertensich über die REpower Systems AG57


Landesverband Schleswig-HolsteinAusgabe Juni 2010Stand der Endlagerfrage für die deutsche KernkraftTagesausflug des Landesverbandes zum Erkundungsbergwerk Gorleben am 23. März 2010In den 17 deutschen Kernkraftwerken,die 23 Prozent unseres Strombedarfsdecken, fallen ausgebrannte Brennelementean. Es handelt sich keineswegsum erloschenen Abfall, sondern infolgeder Reststrahlung um eine gefähr -liche Ma terie. Die weitere Behandlungerfordert strenge Sicherheitsvorschriftenund große Sorgfalt.Sicherheitsausrüstung an und Helm auf, bevor es Untertage gehtnen Gesamtlagerfläche überdeckt. Bisheute wurden hier 1,5 Milliarden Euroinvestiert (zum Großteil zu Lasten derStromerzeuger).Im Jahr 2000 vereinbarte die rotgrüneBundesregierung mit den Energieunternehmen,die weitere Erkundungin Gorleben für mindestens dreiund maximal zehn Jahre zu stoppen.Zur Begründung diente, daß grundsätzlichesicherheitstechnische und konzeptionelleFragen der Endlagerunggeklärt werden sollten, zu denen dieweitere Erkundung von Gorleben nichtsbeitragen kann. Das Fehlen einer Endlagerstättegibt den Atomkraftgegnernein starkes Druckmittel in die Hand, umdas Auslaufen der Kernkraft in Deutschlanddurchzusetzen. Die von der Regierungkürzlich angekündigte Wiederaufnahmeder Erkundung in Gorlebenstößt deshalb auf ihre erbitterten Proteste.„Gorleben“ hat Symbolcharakter.Weil das Thema Energieerzeugungzu den zentralen Zukunftsfragen zählt,bot eine Besichtigung in Gorleben ausgezeichneteInformationen zu den Perspektiveneiner ebenso wichtigen wieumstrittenen Säule unserer Versorgung.16 Mitglieder des Landesverbandsnahmen an einer Tagesfahrt zumviel zitierten Kernkraft-Brennpunkt teil.Die geschilderten Rahmenbedingun-Der Weg ausgedienter Elemente führtebis 30.06.2005 nach La Hague inFrankreich oder nach Sellafield in Großbritannien.Was dort nach der Wiederaufbereitungals unverwendbar übrigbleibt, muß die Bundesrepublik in Formvon hochradioaktivem Reststoff zurücknehmen.Die erforderlichen „Castor“-Transporte von La Hague zum ZwischenlagerGorleben sind – von der Landesgrenzeab – zu Hauptkampftagender Anti-Atombewegung und zu Me -dienereignissen geworden. Jede Überführungverursacht neben dem normalenAufwand zusätzliche (Schutz)Ausgaben von 20 Millionen Euro.Der Standort Gorleben hat über dasZwischenlager hinaus eine fundamentaleBedeutung für die Kernkraft (undfür ihre Gegner). Auf der Stromerzeugunglastet nämlich das bislang un -gelöste Problem der Endlagerung vonradioaktivem Abfall. Für die Einrichtungeines Endlagers ist in Deutschland lautGesetz die Bundesrepublik zuständig.Nach deutscher Auffassung muß einevertretbare Lösung wesentliche Bedingungenerfüllen, insbesondere muß einEndlager die Abfälle über einen sehrlangen Zeitraum von etwa 1 Million Jahresicher von Umwelt und Menschenfernhalten.1977 wurde der Salzstock vonGorleben – 14 km lang, 4 km breit, aus3.000 m Tiefe bis 250 m unter die Erd -oberfläche aufsteigend ausgewählt.1979 begannen Erkundungsbohrungenvor Ort. In den folgenden zwanzigJahren ist daraus einer von mehrerenge plan ten Erkundungsbereichen in840 m Tiefe entstanden, der gegenwärtigetwa 10 Prozent der vorgesehegenwaren Gegenstand einführenderReferate. Im Übrigen galt der Vormittageiner zweistündigen Begehung derunter irdischen Schachtanlage. Auf dasMittagessen folgte die Fahrt zum In -forma tionszentrum im Ort und an -schließend weiter zum Gelände desZwischenlagers, das räumlich getrennt,2 km entfernt, vom Bergwerk liegt.Bei der „Vormittagstour“ untertageführten Fachleute während eines Marschesüber mehr als 2 km zu demons -trativen Plätzen, an denen die Strukturdes Gebirges, die Verschiebung der Stollenwändeoder die Technik des Vortriebserklärt werden konnten. AuchAlternativen für die Unterbringung dersogenannten Kokillen, d.h. der Behälter,welche das radioaktive Material zurEndlagerung aufnehmen, standen zurDiskussion. Egal, ob die Zylinder inWandnischen oder in Bohrungen vonder Sohle herab gelagert und jeweilsmit zerkleinertes Salz eingeschlossenwerden: In jedem Fall soll sich der Stollendurch den Gebirgsdruck selbstständigschließen und somit das Gefahrengutfür die Ewigkeit strahlungssicherbegraben, selbst wenn die Kokillenim Laufe von Jahrtausenden verrottensollten. An dieser Stelle ist zu berichten,daß angesichts der sehr komplexenSicherheitsfragen weltweit noch kein58


Endlager (für hochradioaktive Stoffe) inBetrieb ist. Mit Gorleben wäre – Eignungvorausgesetzt – frühestens ab2025 zu rechnen. Ob Gorleben als Endlagergeeignet ist oder nicht, ist derzeitnoch zu prüfen.Das gut ausgestattete Informationszentrumder GNS – Gesellschaft fürNuklear Service mbH – in der Mitte desOrtes geht auf viele Fragen der Kernenergieein. Andererseits ist die Ausstellungzur Zeit der Castor-Transporteein Reizobjekt für angereiste Demonstranten.Der Ausstellungsleiter berichtete,daß im Jahr 1998 70 Atomkraftgegnergewaltsam eindrangen undeinen Schaden von 320.000 DM anrichteten.Die höchste Strafe in den folgendenGerichtsverfahren hätte 300 Eurobetragen.Den Abschluß des Tages bildete derBesuch im streng bewachten Zwischen -lagergelände. In der Öffentlichkeit istvor allem seine große, ebenerdigeBetonhalle bekannt. Hier werden dieKokillen über Jahre zwischengelagert(Bestand z.Zt. 91, Kapazität 420 Behäl-ter). In den Behältern, die aus La Hagueeintreffen, befindet sich die radioaktiveAbfallmasse, die bereits mit einemGlasgranulat zu einer homogenen Masseverschmolzen ist. Die nun beginnendeZwischenlagerung ist keineswegseine Verlegenheitslösung wegender fehlenden Endlagerstätte. Frischgefüllte Behälter haben im Inneren eineTemperatur von 300 – 400 Grad Celsius.An der Außenseite der CASTOR-Behälter kann man noch rund 60 GradCelsius messen. Eine derartige Temperaturwürde das umgebende Salz nichtohne Reaktionen überstehen. Deshalbist vor der Endlagerung im Salzstockeine Abkühlung auf unter 200°C erforderlich,was in der gut belüfteten Hallerund 30 Jahre in Anspruch nimmt.Die 40 cm Wandstärke der Gußeisenbehälterschützen die Umwelt derweilvor unzulässiger Strahlenbelastung.Der Lagerbestand wird permanentdurch ein Messnetz auf etwaige Un -dichtigkeiten überprüft.Zur großen Halle gesellt sich einkleinerer Bau für die vorübergehendeEinlagerung von schwach- und mittelradioaktivenAbfällen aus Kernkraftwerken,die letzten Endes vom SchachtKonrad, einem stillgelegten Eisenerzbergwerkbei Salzgitter, ab 2014/2015aufgenommen werden. Von Bedeutungist auf dem Zwischenlagergeländeschließlich noch die Halle für die Pilot-Konditionierungsanlage, die freilich seitihrer Fertigstellung arbeitslos ist. Hinter1,5 m dicken Betonwänden und un -ter strengstem Strahlenschutz kann hieralles Restgut endlagergerecht konditioniertund Arbeits- wie Reparaturvorgängean ausgedienten Brennelementen,an Kokillen und an Castor-Transportbehälternvorgenommen werden.Die schwerlich verantwortbarenVorgänge im „Forschungs“-BergwerkAsse II bei Wolfenbüttel (dort allerdingsmit wesentlich geringerem Gefahrenpotentialgegenüber Gorleben) stehennach dem Eindruck des Berichterstattersin krassem Gegensatz zu den hochprofessionellenArbeitsmethoden inden besichtigten Anlagen im niedersächsischenWendland.HeAchthundert Meter unter der Oberfläche ist ein Tunnelsystem in den Salzstock getrieben worden.59


Landesverband Schleswig-HolsteinAusgabe Juni 2010Das Universitätsklinikum Schleswig-Holsteinauf dem Weg zur WirtschaftlichkeitMittagsgespräch der Sektion Kiel am 25. März 2010 im Romantik Hotel Kieler Kaufmannmit Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UK S-H – UniversitätsklinikumSchleswig-HolsteinProf. Dr. Jens Scholzim Gesprächmit unserem KommissionsleiterProf. Dr. Dr. Hans-Karl AlbersFachgespräch am Rande: Michael Diekmann(Vorstand Ameos) mit Dr. Hans-Markus Johannsenvom UK S-HInformationen auserster Hand sammeltendie Mitgliederund Gäste der SektionKiel über die Zukunftder Uniklinika inSchleswig-HolsteinKommission Bildung und WirtschaftDie Kommission hat in ihrer zweitenSitzung nach dem Regierungswechselerste Themen angepackt. Das Projekt„Ein offenes Schülerlabor“ für Mittelholsteinwird am 21. Juni 2010 inNeumünster mit Fachleuten und demOberbürgermeister im Rahmen einerPodiumsdiskussion erörtert werden.Parallel wird ein Positionspapier zurSchulsozialarbeit abgestimmt.Wesentliche Eckpunkte wurdenbereits in zurückliegenden SitzungenUlrich WiethaupKommissionsleiterdiskutiert. Ein weiteren Schwerpunktder Kommission wird die Lehrerausbildungsein, wozu auch Fragen der Auswahlder Leitung, der inneren Füh -rung und der Arbeitsteilung im Schulbetriebeine Rolle spielen sollen. Esgeht darum, Leistungsreserven imSystem freizusetzen. In diesem Sinnesetzen freie und private Bildungseinrichtungenhäufig wichtige Impulse.Ein fairer Wettbewerb der Bildungsträgerist deshalb ein weiteres Ziel derKommissionsarbeit für diese Legislaturperiode.60


Einzelhandel undStadtentwicklungin den Zentren derRegion LübeckMittagsgespräch im LübeckerSchabbelhaus am 29. April 2010Die Sektion Lübeck vereinbarte nach demkompetenten Vortrag, das Gespräch mitHerrn Mensing fortzusetzen.Wie entwickelt sich die HansestadtLübeck? Mario S. Mensing gabEinschätzungen im LübeckerSchabbelhausLübecker Nachrichtenvom 30. April 2010... IM ÜBRIGEN – AUS DER LANDESGESCHÄFTSSTELLE SCHLESWIG-HOLSTEIN■ Norbert Basler wird die Leitung derLandesfachkommission Technologiepolitikvon Dr. Philipp Murmann übernehmen.Erstes Ziel ist die Entwicklungeiner Wachstumsvision 2020 für Schleswig-Holstein.Interessierte dürfen Kontaktaufnehmen.wählt worden wie Jörg Hiller, ManfredMaltzky und Eckard Will. Ergänzendsind Jan Osterloh, Parbs, Osterloh &Partner, sowie Detlef Wildenheim, Ge -schäftsführer Johler Norddruck DruckGmbH, neu in den Sektionsvorstandgewählt worden.■ Angesichts der unbefriedigendenStukturen in Schleswig-Holstein in Verbindungzur Logistikinitiative MetropolregionHamburg denkt der Landesverbandüber die Arbeitsaufnahmeeiner Landesfachkommission Verkehrund Logistik nach. Interessenten dürfenKontakt aufnehmen.■ Holger Bajorat ist als SektionssprecherNeumünster ebenso wiederge-Dr. Bertram ZitscherLandesgeschäftsführerHolsteinischer Couriervom 28. April 201061

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