Menschenrechte in Salzburg 2003 - Plattform für Menschenrechte ...

menschenrechte.salzburg.at

Menschenrechte in Salzburg 2003 - Plattform für Menschenrechte ...

der so genannten „Grundversorgung“ gesetzt, die möglicherweise zu einer Entlastung inden Unterbringungseinrichtungen führen könnte. Wann allerdings diese Regelung umgesetztwerden wird, lässt sich zur Zeit noch nicht erkennen. Die hohe Auslastung bei gleichzeitiggroßem „Durchzug“ hat selbstverständlich Konsequenzen für die Betreuungsarbeitim Haus. Die Zunahme der Auslastung (im Jahresschnitt täglich 68 Personen) lässtdie Schere zwischen notwendigem Betreuungsbedarf und tatsächlichen Möglichkeiten weiterauseinander gehen, beziehungsweise wird Betreuung in manchen Fällen unter diesenBedingungen sogar unmöglich. Nur der Mitarbeit von Europäischen Freiwilligen, PraktikantInnenund Ehrenamtlichen ist es zu verdanken, dass noch eine regelmäßige Freizeitgestaltungfür Kinder sowie ein zweimal wöchentlich stattfindender Deutschkurs imFlüchtlingshaus aufrecht erhalten werden konnten. Faktum ist aber, dass die Zeit für weiterführendeBetreuungsgespräche, für eine intensivere Betreuung einzelner Personen undFamilien, für die Begleitung zu Ärzten, Behörden, Ämtern usw., für gemeinsame Freizeitgestaltungund Gestaltung einer „Hauskultur“ fehlt, da die Arbeit rund um Neuaufnahmenund Abgänge, Informationen über Rahmenbedingungen für Flüchtlinge (Asylrecht, Fremdenrecht,Arbeit, Soziales), Weitervermittlungen etc. sowie die Arbeit für das Aufrechterhaltender Infrastruktur und das Bemühen um die Führbarkeit des Hauses einen großenTeil der vorhandenen Ressourcen binden. Trotz aller Bemühungen und auch unter Einbeziehungdes Caritas Notquartiers „Arche Süd“ konnte auch im Jahr 2002 Obdachlosigkeitin steigendem Ausmaß nicht vermieden werden. In der „Arche Süd“ stehen seitDezember 2001 12 Übernachtungsplätze zur Verfügung, die das ganze Jahr 2002 durchgehendmit Asylwerbern belegt waren. Die Betreuung in diesem Quartier erfolgt vornehmlichdurch ehrenamtliche MitarbeiterInnen aus den Sozialausschüssen einzelner Pfarren unddurch ehrenamtliche Einzelpersonen des Flüchtlingshauses unter Unterstützung und Einbeziehungdes Flüchtlingshausteams. Für die Flüchtlinge im mobilen Notquartier, in der„Arche Süd“ sowie auch für obdachlose Flüchtlinge hatte das Flüchtlingshaus die folgendenFunktionen: 1) „Tageszentrum“ im Foyer des Flüchtlingshauses, wenn kein Tagesaufenthaltim Quartier möglich ist, 2) Verpflegungsstelle, 3) Duschgelegenheit, 4) Zustelladresseund Ansprechpartnerin für Behörden.Die gestiegene Anzahl an obdachlosen AsylwerberInnen lässt sich durch drastischeZahlen aus dem Jahr 2002 belegen. Den Aufzeichnungen des Flüchtlingshauses zu Folge,beginnend mit Mai 2002, waren bis zum Ende des Jahres insgesamt 260 AsylwerberInnenin der Stadt Salzburg von Obdachlosigkeit betroffen, und dies oft über mehrere Tage undWochen. In zahlreichen Medienberichten wurde im Herbst 2002 auf diese untragbare Situationhingewiesen. Als Tatsache bleibt bestehen, dass keine zusätzlichen Unterbringungsmöglichkeitenzur Abfederung für obdachlose AsylwerberInnen geschaffen werden konnten.Im Dezember 2002 konnte nur durch die Unterstützung der Pfarre Itzling – die ineinem mobilen Notquartier 6 Personen unterbringen konnte – eine zusätzliche Verschärfungder Situation vermieden werden. Fachliche Beratung und Betreuung finden AsylwerberInnendarüber hinaus durch die Rechtsberatung, die Regionale Flüchtlingsbetreuung,die Sozialberatung, das Projekt Oneros (Psychotherapeutische Begleitung von AsylwerberInnen)und die RückkehrHilfe der Caritas Salzburg. Weitere Informationen zu diesenEinrichtungen oder zur gesamten Arbeit der Caritas finden sich auf unserer Internet-Seite:www.kirchen.net/caritas/.Gerlinde Hörl, Caritas-Flüchtlingshaus5 Der Bericht > Flüchtlinge

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine