Herunterladen PDF > Kapitel 1 - World Ocean Review

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12> Kapitel 01Die Rolle des Fischs im Ökosystem> Lange wurden wirtschaftlich interessante Fischarten isoliert betrachtet.Um die Auswirkungen der Fischerei aber umfassend abschätzen zu können, muss man den gesamtenLebensraum im Blick haben. Erst damit wird künftig eine schonende Fischereiwirtschaft möglich sein.Inzwischen gibt es konkrete Ansätze für derart umfassende Analysen. Überdies hat man herausgefunden,dass nicht nur die Fischerei, sondern auch veränderte Umweltbedingungen die Größe vonFischbeständen beeinflussen.Der Fisch und das Leben im MeerDie Meere sind ungeheuer vielfältig und artenreich. Siesind Heimat für unzählige Lebewesen, die in ganz verschiedenenÖkosystemen leben. Im Wattenmeer gedeihenMuscheln und Würmer, die Nahrung für Millionenvon Zugvögeln sind. An heißen vulkanischen Quellen inder Tiefe haben sich Gemeinschaften von Röhrenwürmern,Krebsen und Bakterien entwickelt. Anderswo wiegensich Tangwälder in der Strömung, in denen Seeotterauf Jagd gehen. An schroffen Felsenküsten nisten Seevögel,und in Riffen tummeln sich Tausende bunt schillernderFischarten.Fische sind ein wichtiger Teil der Lebensgemeinschaftenim Meer. Und der Mensch ist seit Jahrtausendenbesonders eng mit ihnen verbunden, denn sie liefern ihmNahrung. Weltweit leben heute viele Millionen Menschendirekt vom Fischfang oder von der Fischzucht. Doch dieMenschheit geht wenig pfleglich mit dieser natürlichenRessource um. Seit Jahrzehnten wird dem Meer zu vielFisch entnommen. Viele Fanggebiete sind überfischt.Zudem wird das Meer durch Abwässer aus der Industrie,aus Siedlungen und der Landwirtschaft verschmutzt.Manche Lebensräume wie etwa Mangrovenwälder werdendurch Baumaßnahmen direkt zerstört. In Anbetrachtder schwierigen Lage lohnt es sich, genau zu untersuchen,wie es heute um die Meeresfische steht.Faszinierende VielfaltDie Vielfalt ist erstaunlich: Gut 30 000 Fischarten gibt esweltweit. Manche sind nur wenige Zentimeter groß undleben versteckt zwischen Korallen, andere, wie der BlaueMarlin aus dem Atlantik, werden bis zu 3 Meter lang undziehen durchs offene Meer. Heringe gleiten in großenSchwärmen durch die Nordsee, und Anglerfische gehenHai(fischfressenderFisch)Thunfisch(fischfressenderFisch)Hering(planktonfressender Fisch)Fischlarven(Zooplankton)Flügelschnecken(Zooplankton)Kieselalgen(Phytoplankton)TintenfischSardelle(planktonfressender Fisch)Ruderfußkrebse(Zooplankton)Dinoflagellaten(Phytoplankton)1.1 > Abhängigkeiten zwischen Lebewesen kann man als Nahrungsnetzmit verschiedenen trophischen Ebenen darstellen.mit einem kleinen Leuchtorgan am Schädel in der dunklenTiefsee auf die Jagd. Jede dieser Fischarten ist Teil einesLebensraums, eines Ökosystems, und mit vielen anderenArten in einem Nahrungsnetz verwoben.Experten ordnen die Lebewesen innerhalb diesesNahrungsnetzes in verschiedene Ernährungsstufen ein,sogenannte trophische Ebenen. Ganz unten stehen Myriadenvon Mikroorganismen. Dazu zählen mikroskopischkleine, einzellige Algen, wie Diatomeen, Dinoflagellatenund Cyanobakterien – das Phytoplankton, das frei im Wasserschwebt. Es betreibt Photosynthese, das heißt, es nutztdas Sonnenlicht und Nährstoffe, um Zucker zu synthetisierenund daraus weitere energiereiche Substanzen aufzubauen.Fachleute nennen diesen biochemischen Aufbauvon Biomasse auch Primärproduktion. Vom Phytoplanktonernähren sich kleine, frei schwimmende Krebse oder

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