Behinderung und Ausweis - Landschaftsverband Rheinland

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Behinderung und Ausweis - Landschaftsverband Rheinland

Landschaftsverband Rheinland– LVR-Integrationsamt –Behinderung und AusweisStand: September 2009Herausgeber:Landschaftsverband Westfalen-LippeLWL-Integrationsamt Westfalen48133 Münster© Landschaftsverband Westfalen-Lippe, LWL-Integrationsamt WestfalenRedaktion:Detlef Bröcker (verantwortlich),Günter Soika – Bezirksregierung Münster, Abteilung 2– Ordnungsrecht, Gesundheit, Sozialwesen, Gefahrenabwehr, Verkehr22. aktualisierte AuflageAuflagenhöhe 30.000Bearbeitung des Nachdrucks für die Schriftenreihe des LVR-Integrationsamt:Gaby Mehlig, Philipp WortmannDruck:LV Druck, Hülsebrockstraße 2, 48165 MünsterDas Heft ist zu beziehen bei der Rheinland Kultur GmbHAbtei Brauweiler, Postfach 2140, 50250 PulheimTelefon: 02234/9495972, Telefax: 02234/9495973Diese Broschüre können Sie auch aus dem Internet als pdf-Datei unterwww.lvr.de/soziales/service/publikationen herunterladen.


Wichtige HinweiseFür behinderte Menschen bieten verschiedenste Vorschriften in Gesetzen, Erlassen,Satzungen, Tarifen und so weiter eine Reihe von Rechten und Pflichten. Oftkönnen diese aber nur dann genutzt werden, wenn Betroffene die Eigenschaft alsschwerbehinderter Mensch und weitere Voraussetzungen durch einen Schwerbehindertenausweisnachweisen.Diese Broschüre will aufzeigen, unter welchen Voraussetzungen der Schwerbehindertenausweisausgestellt wird und wie der behinderte Mensch am Verfahren mitwirkenkann. Grundlage für alle Begutachtungen nach dem Schwerbehindertenrechtist die im Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil I Nummer 57 vom 15. 12.2008 veröffentlichte und zum 1. 1. 2009 in Kraft getretene Verordnung zur Durchführungdes § 1 Absätze 1 und 3, des § 30 Absatz 1 und des § 35 Absatz 1 desBundesversorgungsgesetzes (Versorgungsmedizin-Verordnung – VersMedV).Die in der VersMedV veröffentlichten „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“ersetzen die „Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrechtund nach dem Schwerbehindertengesetz, Ausgabe 2008.Die VersMedV ist unter Anlage C abgedruckt.Köln, Oktober 2009Ihr LVR-Integrationsamt3


InhaltsverzeichnisKeine Rechte ohne Nachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7Der Erstantrag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8– Antragsmuster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9– Die Ausweismerkzeichen („Im Einzelnen bedeuten...“) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27Feststellung der Behinderung und des Grades der Behinderung(Verfahren) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36Bescheid über die Feststellung einer Behinderung, des Gradesder Behinderung (GdB) und der gesundheitlichen Merkmale fürdie Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45Ausweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52– Welche Nachteilsausgleiche bei welchen Merkzeichen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53– „Freifahrtausweis“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53– Sondergruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55– Gültigkeitsdauer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56Beiblatt zum Ausweis/Wertmarke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57Streckenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60Bescheinigungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62Rechtsbehelf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64Änderung des Feststellungsbescheides/des Ausweises . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 761. Auf Antrag des (schwer-)behinderten Menschen:a) Änderung des Gesundheitszustandes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76b) Verzicht auf die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 792. Von Amts wegen:a) Änderung des Gesundheitszustandes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79b) Rücknahme von Verwaltungsentscheidungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79c) Verfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80Änderung eines Rentenbescheides, einer Verwaltungs- oderGerichtsentscheidung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80Schutzfrist bei Wegfall der Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80Einziehung des Ausweises . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82Verlängerung der Gültigkeitsdauer des Schwerbehindertenausweises . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82Gleichstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83Seite5


AnlagenA Auszug aus dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86B Auszug aus dem Sozialgesetzbuch (Zehntes Buch) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89C Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung vom10. Dezember 2008,Anlage „Versorgungsmedizinische Grundsätze“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93– Teil A: Allgemeine Grundsätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95– Teil B: GdS-Tabelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103– Teil C: Begutachtung im sozialen Entschädigungsrecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141– Teil D: Merkzeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149D Auszug aus der Schwerbehindertenausweisverordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153E Anschriften der Aufgabenträger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157F Zuständige „Auslandsversorgungsämter“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159G Anschriften der Sozialgerichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160H Anschriften und Fachstellen der örtlichen Träger in Westfalen-Lippe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161Die Verwendung männlicher und weiblicher Wortformen wurde aus Gründen der Lesbarkeit nichtkonsequent eingehalten. Gleichwohl sind, wenn nicht anders ausgewiesen, stets die männliche undweibliche Form gemeint.6


1 An die für das Feststellungsverfahren nach dem Schwerbehindertenrecht zuständige StelleKreis/Kreisfreie Stadt Geschäfts-/Aktenzeichen EingangsstempelRandnummeraZutreffendes bitte ankreuzenErstantragÄnderungsantragoder ausfüllennach § 69 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX)– Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen –– Schwerbehindertenrecht –zur Feststellung einer Behinderung, eines – höheren – Grades der Behinderung (GdB),– weiterer – gesundheitlicher Merkmale sowie Ausstellung eines – neuen – AusweisesHaben Sie bereits früher einen Antrag nach dem Schwerbehindertengesetz gestellt?NeinJa, beiGeschäfts-/Aktenzeichen:WICHTIGE HINWEISEUm sachgerecht über diesen Antrag entscheiden zu können, werden von Ihnen Informationen und Unterlagenüber Sie benötigt. Bitte füllen Sie den Antragsvordruck sorgfältig – möglichst in Maschiinen- oder Blockschrift –aus. Beachten Sie hierbei bitte auch die Erläuterungen ab der 6. Seite dieses Vordrucks und vergessen Sie nicht,den Antrag auf der 5. Seite zu unterschreiben.Wenn sich Unterlagen über Ihren Gesundheitszustand (zum Beispiel Befundberichte, ärztliche Gutachten,Kurschlussgutachten, Pflegegutachten, EKG-, Labor- und Röntgenbefunde – keine Röntgenbilder – ) in IhrenHänden befinden, die nicht älter als zwei Jahre sind, reichen Sie diese bitte zusammen mit dem Antrag ein.Falls oder soweit Sie keine Unterlagen beifügen, werden diese entsprechend Ihrer Einverständniserklärung amEnde des Antragsvordrucks von den von Ihnen benannten Stellen und Personen beigezogen.Die Datenerhebung im Zusammenhang mit dem Antrag erfolgt nach § 67a Absatz 2 Satz 1 Zehntes BuchSozialgesetzbuch (SGB X). Soweit Sie vom Angebot der Datenbeschaffung durch die zuständige Stelle Gebrauchmachen, ist Rechtsgrundlage hierfür Ihre Einwilligung am Ende deises Antragsvordrucks. Die weitereDatenverarbeitung erfolgt gemäß § 67b Absatz 1 SGB X. Ihre Verpflichtung zur Mitwirkung in diesem Verfahren ergibtsich aus § 60 Absatz 1 (Obliegenheit) Erstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB I). Sofern Sie dieser Obliegenheitnicht nachkommen, kann die Feststellung nach dem SGB IX ganz oder teilweise versagt werden, soweit derenVoraussetzungen nicht nachgewiesen sind.2 Angaben zur PersonNameMustermannVornameFredGeburtsname weiblich männlich Staatsangehörigkeitgeboren amGeburtsort6.6.1975 MünsterStraße, HausnummerBahnhofstraße 10PLZWohnort50667 KölnTagsüber erreichbar unter derTelefonnummer (Angabe freiwillig)Sind Sie erwerbstätig?(siehe Erläuterungen Seite 6) JaBei Minderjährigen unter NameVorname15 Jahren und Personen, für dieein Betreuer bestellt ist, bitte Namen,Straße, HausnummerVornamen und Anschriftdes gesetzlichen oder bestelltenVertreters oder Betreuers angeben,PLZWohnortgegebenenfalls bitte – eine– Kopie der Bestallungsurkundeoder des BetreuungsausweisesTagsüber erreichbar unterder Telefonnummer (Angabe freiwillig)beifügen.SB 5/26a – 04/09 1bcdef9


Randnummerc3 Für ausländische Antragsteller/innenSind Sie– ausländische/r Mitbürger/in oder staatenlos? Bitte legen Sie eine Bescheinigung der zuständigenAusländerbehörde oder eine beglaubigte Kopie Ihres Passes vor, um Ihren rechtmäßigen Aufenthaltnachzuweisen. Bei Kindern unter 16 Jahren benötigen wir die genannten Unterlagen einesErziehungsberechtigten.– Grenzarbeitnehmer/in und wohnen im Ausland? Bitte fügen sie die Arbeitsbescheinigung Ihres jetzigenArbeitgebers bei.4 Angaben zu einer anderweitigen Feststellungg4.1 Haben Sie bereits einen Antrag gestellt oder eine Feststellung über die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)beziehungsweise den Grad der Schädigungsfolgen (GdS) erhalten bei/von1. einer Berufsgenossenschaft (zum Beispiel wegen eines Arbeitsunfalls/einer Berufskrankheit)? Ja Nein2. einem Versorgungsamt oder einem Landschaftsverband(zum Beispiel wegen einer Schädigung als Soldat oder Gewaltopfer)? Ja Nein3. einer anderen Dienststelle (zum Beispiel Landesamt, Wehrbereichsgebührnisamt)? Ja NeinWenn Sie eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, legen Sie bitte den entsprechenden Bescheid inKopie bei oder teilen Sie mit, von welcher Stelleund unter welchem Geschäfts-/Aktenzeichengegebenenfalls Tag des Unfalls/der Schädigung et ceteradiese Entscheidung getroffen wurde beziehungsweise der Antrag bearbeitet wird, damit die Unterlagenangefordert werden können.4.2 Möchten Sie über die vorgenannte anderweitige Feststellung hinaus weitere Gesundheitsstörungen odereine Verschlimmerung bereits festgestellter (Funktions-)Beeinträchtigungen geltend machen?Ja – Bitte weiter mit Nummer 5 folgendeNein – Bitte weiter mit Nummer 10 folgende5 Angaben zu Ihren Gesundheitsstörungenh5.1 Für die Anforderung von Befundberichten von den von Ihnen nachfolgend angegebenenÄrztinnen/Ärzten geben Sie bitte den Namen Ihrer Krankenkasse an:AOK Köln5.2 Führen Sie bitte hier die Gesundheitsstörungen (zum Beispiel Wirbelsäulenleiden, Bluthochdruck)auf, die – neu – als Beeinträchtigungen festgestellt werden sollen oder sich geändert/verschlimmerthaben.Lesen Sie bitte hierzu vorher die Erläuterungen zu 5.2 auf der Seite 6!Herzleiden, Sehbehinderung, Magenleiden210


6 Angaben zu Ihren ärztlichen Behandlungen zu 5 (in den letzten zwei Jahren)Randnummer6.1 HausarztName Fachgebiet Behandlung von – bisElse Fröhlich Allgemein 2000 – heuteKönigstraße 10 50667 KölnStraße, Hausnummer PLZ Ort6.2 Weitere ÄrzteHinweis: Sie können die Dauer des Verfahrens beeinflussen. Fragen Sie bitte bei Ihrem Hausarzt nach, ob dortBefunde sämtlicher von Ihnen nachstehend angegebener Fachärzte – außer Augen- und HNO-Ärzte undKrankenhäuser/Kurkliniken – vorliegen und bitten Sie ihn gegebenenfalls, diese Unterlagen auf Anfrage derzuständigen Stelle zur Verfügung zu stellen.FacharztName Fachgebiet Behandlung von - bisJürgen Müller Augenarzt 2000 – heuteWaldstraße 35 50667 KölnStraße, Hausnummer PLZ OrtBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja NeinFacharztName Fachgebiet Behandlung von – bisiStraße, Hausnummer PLZ OrtBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja NeinFacharztName Fachgebiet Behandlung von – bisStraße, Hausnummer PLZ OrtBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja Nein7 Angaben zu Ihren Krankenhausbehandlungen zu 5 (in den letzten zwei Jahren)Name des KrankenhausesAbteilung / StationStraße, Hausnummer PLZ OrtjBehandlung von – bis Ambulant StationärBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja NeinName des KrankenhausesAbteilung / StationStraße, Hausnummer PLZ OrtBehandlung von – bis Ambulant StationärBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja Nein311


Randnummer8 Angaben zu Ihren Rehabilitationsverfahren/Kuren (in den letzten zwei Jahren)jName der Klinik Behandlung von bisStraße, Hausnummer PLZ OrtName des KostenträgersStraße, HausnummerPLZ Ort Mitgliedsnummer / GeschäftszeichenBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja Nein9 Sonstige Angaben zu Ihren unter 5 geltend gemachten Gesundheitsstörungenk9.1 Erhalten Sie eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aus der gesetzlichen Rentenversicherung(gegebenfalls ab wann) oder haben Sie dort einen Antrag gestellt (gegebenfalls wann)?Laufen Untersuchungen beim Sozialversicherungsträger oder sind Klagen beim Sozialgericht anhängig?Nein Ja, und zwar ab/am (Monat/Jahr)9.2 Name des Sozialversicherungsträgers Rentenversicherungsnummer9.3 Erhalten Sie Blindengeld oder Hilfe für Gehörlose vom Landschaftsverband oder haben Sie einenentsprechenden Antrag gestellt?Nein Ja, und zwar ab/am (Monat/Jahr)9.4 Erhalten Sie Leistungen wegen Pflegebedürftigkeit von Ihrer Pflegekasse/Krankenkasse oder haben Sieeinen entsprechenden Antrag gestellt?Nein Ja, und zwar ab/am (Monat/Jahr)9.5 Befinden sich weitere Unterlagen, insbesondere ärztliche Gutachten, Untersuchungsbefunde bei bisher nochnicht angegebenen sonstigen Stellen (zum Beispiel Gesundheitsamt, Behinderteneinrichtung, Agentur fürArbeit, Medizinischer Dienst der Krankenkassen)?Nein Ja, und zwar ab/am (Monat/Jahr)9.6 Anschrift des Leistungsträgers zu 9.3 bis 9.5(Landschaftsverband/Pflegekasse/Krankenkassr/Sonstige Stelle)Geschäfts-/Aktenzeichen10 Angaben zur Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen und Ausstellung eines AusweiseslmEs soll festgestellt werden, dass die gesundheitlichen Voraussetzungen für folgende Merkzeichen vorliegen:(Bitte beachten Sie die Erläuterungen unter 10.1 auf der Seite 7 und kreuzen Sie gegebenenfalls an)– G – – aG – – B – – RF – – H – – 1.Kl. – – Bl – – Gl –Ich benötige keinen AusweisFalls ein Ausweis ausgestellt wird, ist dieser ab dem Tag des Antragseingangs gültig. Wenn Sie ein besonderesInteresse glaubhaft machen, kann auch ein früherer Gültigkeits-Zeitpunkt eingetragen werden.Ich beantrage eine Rückwirkung ab: wegen Steuer Renteoder wegen412


11 Erklärungen11.111.2Ich versichere, dass ich die vorstehenden Angaben nach bestem Wissen und Gewissengemacht habe.Soweit ich keine Unterlagen beifüge oder die von mir beigefügten Unterlagen für einesachgerechte Entscheidung nach dem SGB IX nicht ausreichen, erkläre ich michdamit einverstanden, dass die zuständige Stelle in diesem Verwaltungsverfahren undin einem eventuell sich anschließenden Vorverfahren von den genanntenÄrztinnen/Ärzten, Krankenanstalten/Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen(Kuranstalt/Sanatorium), Trägern der Sozialversicherung, privatenKranken- und Pflegeversicherungsunternehmen, Behörden sowie von den sonstigenvon mir benannten Stellen (siehe Ziffer 9.5 des Antragsvordruckes) Auskünfteeinholt und Unterlagen beizieht in dem Umfang, wie diese Aufschluss über diebei mir vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen geben können. MeinEinverständnis gilt auch für Unterlagen, die diese Ärztinnen/Ärzte und Einrichtungenvon anderen Ärztinnen/Ärzten und Einrichtungen erhalten haben. Die beteiligtenÄrztinnen/Ärzte entbinde ich ausdrücklich von ihrer Schweigepflicht. Ich erkläre michdamit einverstanden, dass die Auskünfte und Unterlagen in den Verfahren verwendetwerden.JaNeinFalls ich diese Einverständniserklärung widerrufen oder einschränken will, werde icheine gesonderte Erklärung abgeben.11.3 Ich nehme zur Kenntnis, dass die Daten über meine Gesundheit, die der zuständigen Stellemit diesem Verfahren nach dem SGB IX zugänglich gemacht worden sind, auch– beauftragten Gutachterinnen/Gutachtern zur medizinischen Beurteilung,– anderen Sozialleistungsträgern für deren gesetzliche Aufgaben sowie– den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeitübermittelt werden dürfen (§ 69 Absatz 1 Nummern 1 und 2 in Verbindung mit § 76 Absatz2 SGB X).Mir ist bekannt, dass ich der Übermittlung jederzeit formlos widersprechen kann.Dem Auftrag füge ich bei:Ein Lichtbild aus neuester Zeit (45 x 35 Millimeter im Hochformat ohne Rand, mit meinemNamen auf der Rückseite) – nur erforderlich ab Vollendung des 10. Lebensjahres für die Ausstellungeines Ausweises –Ergänzungsbögen zum AntragBeim Ausfüllen dieses Antrages hat mir geholfen und steht hierzu für telefonische Rückfragenzur Verfügung (Angabe freiwillig):Herr/FrauTelefonnummerKöln 24.1.2009OrtDatumFred MustermannUnterschriftder Antragstellerin/des Antragstellers und/oder des gesetzlichen oder bestelltenVertreters oder Betreuers513


Erläuterungen zum Ausfüllen des Antragsvordrucks SB 5/26a 04/09Sollten Sie Fragen zum Antrag haben, wenden Sie sich bitte persönlich oder telefonisch während derSprechstunden oder nach vorheriger Vereinbarung an die für Sie zuständige Stelle.Sofern der im Antragsvordruck vorgesehene Raum nicht ausreicht, führen Sie bitte Ihre Angabenauf einem gesonderten Blatt fort.zu1Tragen Sie hier bitte die für Ihren Wohnort oder Aufenthaltsort zuständige Stelle ein.Anschriften und Zuständigkeitsbereiche finden Sie auf dem farbigen Einlegeblattzu2zu4.2zu5.2Nach der Erwerbstätigkeit wird gefragt, weil für erwerbstätige Antragstellerinnen/Antragsteller, derenSchwerbehinderung (Grad der Behinderung mindestens 50) noch nicht festgestellt ist, besondere Regelungenzum Kündigungsschutz und zum Verfahren gelten. Erwerbstätig in diesem Sinne sind Sie,wenn Sie abhängig beschäftigt sind, selbstständig Tätige gehören nicht dazu.Den besonderen Kündigungsschutz am Arbeitsplatz haben Sie, wenn Sie im Zeitpunkt derKündigung die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch nachweisen können oder IhreSchwerbehinderung offensichtlich ist. Dies gilt nicht, wenn wegen Ihrer fehlenden Mitwirkung überden Antrag noch nicht entschieden werden konnte. Ihre Mitwirkungspflicht haben Sie in der Regelerfüllt, wenn Sie einen ausgefüllten und unterschriebenen Antragsvordruck vorlegen, mit dem Siehinsichtlich der beigefügten oder noch beizuziehenden Unterlagen die angegebenen Ärztinnen/Ärzteund Dritte von der Schweigepflicht entbinden.Um die Zeit zwischen dem Stellen des Antrages und dem Erteilen des Bescheides zu verkürzen, inder Sie und Ihr Arbeitgeber nicht wissen, ob Ihnen die Rechte und Nachteilsausgleiche wegen Schwerbehinderungzustehen, hat der Gesetzgeber für das Erstellen sowohl des ärztlichen Gutachtensals auch des Bescheides verkürzte Bearbeitungsfristen vorgeschrieben.Falls Sie an Ihrem Arbeitsplatz akut von Kündigung bedroht sind und den besonderenKündigungsschutz nach dem SGB IX in Anspruch nehmen wollen, wird dringend empfohlen, sichtelefonisch mit der für Sie zuständigen Stelle in Verbindung zu setzen, um Möglichkeiten, dasVerfahren zu beschleunigen, wahrnehmen zu können.Wenn bereits eine andere Stelle eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) festgesetzt hat, kanndiese für die Feststellung des Grades der Behinderung (GdB) übernommen werden. Falls Sie dieswünschen, brauchen weitere Einzelheiten zu Ihrem Gesundheitszustand nicht aufgeklärt zu werden,Sie können dann gleich zu den Angaben unter Nummer 10 übergehen. Wenn Sie aber möchten, dassGesundheitsstörungen festgestellt werden, die von der anderen Stelle bisher nicht berücksichtigt wurden,machen Sie bitte weitere Angaben ab der Nummer 5.Geben Sie bitte hier alle Gesundheitsstörungen an, die als Behinderung festgestellt werden sollen.Dabei kommt es nicht darauf an, dass Sie die Gesundheitsstörungen mit den genauen medizinischenFachausdrücken bezeichnen. Es reicht aus, wenn Sie in die vorgegebenen Spalten zum Beispiel„Bluthochdruck“, „Wirbelsäulenerkrankung“ oder „Herzerkrankung“ eintragen.Hierbei wird in Ihrem Interesse von der Vermutung ausgegangen, dass alle bei Ihnen vorliegendenGesundheitsstörungen als Behinderung festgestellt werden sollen. Es werden daher bei von Ihnenunter 6 bis 9 im Vordruck benannten Ärztinnen/Ärzten, Krankenhäusern, Kliniken und LeistungsträgernIhre gesamten derzeitigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen erfragt, um den höchstmöglichenGrad der Behinderung beziehungsweise die maximale Anzahl an Merkzeichen zur Inanspruchnahmevon Nachteilsausgleichen feststellen zu können.Es steht Ihnen jedoch völlig frei zu entscheiden, dass bestimmte Gesundheitsstörungen auf keinenFall als Behinderung festgestellt werden. Eine solche Beschränkung des Antrages nehmen Sie bitteformlos auf einem gesonderten Blatt vor. Bedenken Sie hierbei bitte, dass die nicht als Behinderungfestzustellenden Gesundheitsstörungen auch bei der Bewertung des Grades der Behinderung (GdB)außer Acht gelassen werden müssenBitte trennen Sie das folgende Blatt (Seiten 7 und 8) ab und nehmen Sie es zu IhrenUnterlagen, damit Sie die Informationen zum Verfahrensablauf greifbar haben.614


zu6Tragen Sie bitte nur die Ärztinnen/Ärzte ein, die Ihre unter Nummer 5.2 genanntenGesundheitsstörungen in den letzten zwei Jahren behandelt haben. Sollten mehrere als Hausärzte zubenennen sein, ergänzen/ändern Sie bitte die Titelzeile über dem entsprechenden Namensfeld.Die genaue Angabe der Namen und Anschriften der behandelnden Ärztinnen/Ärzte ist besonderswichtig. Sie vermeiden damit Rückfagen und andere Verzögerungen in der Bearbeitung IhresAntrages.Zum Beispiel:NameFrau Dr. Inge HeilsamStraße, HausnummerMusterstraße 55FachgebietOrthopädiePLZ99999Behandlung von – bis2001 – 2004OrtMusterdorfzu7zu8zu10.1Neben der genauen Bezeichnung des Krankenhauses und seiner vollständigen Anschrift ist es wichtig, auchdie Abteilung bzw. Station anzugeben, auf der Sie behandelt wurden. Kreuzen Sie bitte auch an, ob Sie ambulantoder stationär behandelt werden mussten.Geben Sie hier bitte auch den Namen und die Anschrift des Leistungsträgers an, der die Kosten der Rehabilitationsverfahren/Kurengetragen hat (Kostenträger), da häufig die Unterlagen nur von dort zu erhalten sind.Wenn Sie der Meinung sind, dass gesundheitliche Merkmale für die Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichenbei Ihnen vorliegen, kreuzen Sie bitte das entsprechende Kästchen an.Erläuterungen zu den Merkzeichen– G – Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im StraßenverkehrEin Mensch ist in seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt, wenner infolge einer Einschränkung des Gehvermögens, auch durch innere Leiden, oder infolge vonAnfällen oder von Störungen der Orientierungsfähigkeit nicht ohne erhebliche Schwierigkeitenoder ohne Gefahren für sich oder andere Wegstrecken im Ortsverkehr zurückzulegen vermag,die üblicherweise noch zu Fuß zurückgelegt werden (ca. zwei Kilometer in etwa ½ Stunde).– aG – Außergewöhnliche GehbehinderungAls schwerbehinderte Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung sind solche Personenanzusehen, die sich wegen der Schwere Ihres Leidens dauernd nur mit fremder Hilfe oder nurmit großer Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeuges bewegen können.– B – Berechtigung zur Mitnahme einer BegleitpersonSchwerbehinderten Menschen sind zur Mitnahme einer Begleitperson berechtigt, wenn sie beider Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln infolge ihrer Behinderung regelmäßig auffremde Hilfe angewiesen sind.– RF – Befreiung von der RundfunkgebührenpflichtAus gesundheitlichen Gründen sind folgende Menschen von der Rundfunkgebührenpflichtzu befreien:– Blinde oder nicht nur vorübergehend wesentlich Sehbehinderte mit einem GdB vonwenigstens 60 allein wegen der Sehbehinderung.– Hörgeschädigte, die gehörlos sind oder denen eine ausreichende Verständigung über dasGehör auch mit Hörhilfen nicht möglich ist.– Schwerbehinderte Menschen mit einem GdB von wenigstens 80, die wegen Ihres Leidens anöffentlichen Veranstaltungen ständig nicht teilnehmen können.Die behinderten Menschen müssen allgemein von öffentlichen Zusammenkünftenausgeschlossen sein. Es genügt nicht, dass sich die Teilnahme an einzelnen, nurgelegentlich stattfindenden Veranstaltungen – bestimmter Art – verbietet.– H – HilflosigkeitHilflos ist ein Mensch, wenn er für eine Reihe von häufig und regelmäßig wiederkehrendenVerrichtungen zur Sicherung seiner Existenz im Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfedauernd bedarf.715


– 1. Kl – Notwendigkeit für die Benutzung der 1. WagenklasseDie Voraussetzungen für die Benutzung der 1. Wagenklasse mit dem Fahrausweis der 2. Wagenklasseerfüllen ausschließlich Kriegsbeschädigte und Verfolgte im Sinne des Bundesentschädigungsgesetzesmit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um wenigstens 70 vom Hundert,wenn der auf den anerkannten Schädigungsfolgen beruhende körperliche Zustand beiEisenbahnfahrten ständig die Unterbringung in der 1. Wagenklasse erfordert.– Bl – BlindheitBlind ist ein Mensch, der das Augenlicht vollständig verloren hat; als blind ist auch einMensch anzusehen, dessen Sehschärfe auf dem besseren Auge nicht mehr als 1 / 50 beträgtoder bei dem eine dem Schweregrad dieser Sehschärfe gleich zu achtende, nicht nurvorübergehende Störung des Sehvermögens vorliegt.– Gl – GehörlosigkeitGehörlos ist ein Mensch, bei dem Taubheit beiderseits oder eine an Taubheit grenzendeSchwerhörigkeit beiderseits verbunden mit schweren Sprachstörungen (schwerverständliche Lautsprache, geringer Sprachschatz) vorliegt. In der Regel zählen hierzuhörbehinderte Menschen, bei denen die an Taubheit grenzende Schwerhörigkeitangeboren oder in der Kindheit erworben ist.zu10.3zu11Bitte beachten Sie, dass der Pauschbetrag vom Finanzamt bereits für das Jahr der Antragstellunggewährt wird, auch wenn die Voraussetzungen nur an mindestens einen Tag im Jahr vorgelegen haben.Sofern Sie jedoch ein besonderes Interesse (zum Beispiel aus steuerlichen Gründen) daran haben, dass festgestelltwird, dass Schwerbehinderung, Grad der Behinderung oder gesundheitliche Merkmale schon vor derAntragstellung vorgelegen haben, tragen Sie bitte das entsprechende Datum ein und geben Sie denGrund an.Bitte lesen Sie die Erklärungen sorgfältig durch undvergessen Sie bitte nicht das Ankreuzen und Ihre Unterschrift!Informationen zum VerfahrensablaufWenn dieser ausgefüllte und unterschriebene Antragsvordruck der zuständigen Stelle vorliegt und dieeventuell von Ihnen beigefügten Unterlagen für eine Feststellung nicht ausreichen, werden von Ihnenbenannte Ärztinnen/Ärzte, Krankenhäuser und sonstige Stellen (zum Beispiel Rentenversicherungsträger,Gesundheitsamt, Pflegekasse) angeschrieben. Diese werden gebeten, medizinische Unterlagen über diebei Ihnen vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu übersenden. Kosten entstehen Ihnendadurch nicht. Falls Sie Unterlagen selbst besorgen, können Aufwendungen hierfür (zum Beispiel Porto,Kosten für Atteste oder Gutachten) allerdings im Feststellungsverfahren nicht erstattet werden.Sobald die notwendigen medizinischen Unterlagen vorliegen, werden Sie unter ärztlicher Beteiligungausgewertet. Falls die Unterlagen zur Feststellung des Grades der Behinderung und/oder der Merkzeichenausnahmsweise nicht ausreichen und eine ärztliche Untersuchung erforderlich ist, werden Sie nochbesonders benachrichtigt.Unter Berücksichtigung der medizinisch-gutachtlichen Prüfung erteilt dann die/der zuständigeSachbearbeiter/in den Feststellungsbescheid. Mit ihm zusammen erhalten Sie, falls der Grad derBehinderung mindestens 50 beträgt, den Schwerbehindertenausweis, sofern bereits ein Lichtbild vorliegt.Die zuständige Stelle ist bemüht, über ihren Antrag alsbald zu entscheiden. Sie wird zwar dieangeschriebenen Ärztinnen/Ärzte und Stellen bitten, die Anfragen beschleunigt zu beantworten und auchgegebenenfalls mehrfach erinnern, es lässt sich aber nicht ausnahmslos erzwingen, dass Unterlagen ohneVerzögerung übersandt werden. Erfahrungsgemäß nehmen die Ermittlungen deshalb einige Wochen inAnspruch. Bitte bedenken Sie dies, wenn Sie sich nach dem Stand der Angelegenheit erkundigenmöchten.Vielen Dank im Voraus für Ihr Verständnis.816


Zu Randnummer a:Der Antrag muss an den Kreis/die kreisfreie Stadt gerichtet werden, wo der Antragstellerseinen Wohnsitz hat (siehe Anlage E). In Anlage F finden Sie auch Hinweise,welche Stelle für die Antragstellung zuständig ist, wenn der AntragstellerGrenzarbeitnehmer ist (siehe „Zu Randnummer 3“). Wohnsitz ist dort, wo der behinderteMensch eine Wohnung genommen hat, sie beibehalten und benutzenwill. Bei der Bestimmung der zuständigen Stelle hat der behinderte Mensch einWahlrecht, ob er den Antrag an die für den ersten, für den zweiten oder für einenweiteren Wohnsitz zuständige Stelle richten will.Zuständige StelleDeutsche Arbeitnehmer, die von deutschen Firmen oder Behörden zeitlich begrenztzu einer Tätigkeit ins Ausland abgeordnet worden sind und keinen Wohnsitzmehr im Geltungsbereich des SGB IX haben, richten ihren Antrag an das ausder Anlage F ersichtliche sogenannte „Auslandsversorgungsamt“.Zu Randnummer b:Im eigenen Interesse sollten alle Angaben im Antrag möglichst mit MaschinenoderBlockschrift ausgefüllt werden. Das erleichtert die Antragsbearbeitung.Zu Randnummer c:Auf die deutsche Staatsangehörigkeit kommt es nicht an. Bei Ausländern ist esunter anderem erforderlich, dass sie sich rechtmäßig in Deutschland aufhalten.Hierzu müssen sie im Besitz eines entsprechenden Aufenthaltstitels im Sinne des§ 4 des Gesetzes über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integrationvon Ausländern im Bundesgebiet (Aufenthaltsgesetz – AufenthG) sein. Ein solcherAufenthaltstitel ist ein Visum, eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Niederlassungserlaubnis.Mit dem Gesetz zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicherRichtlinien der Europäischen Union vom 19. 8. 2007 (Bundesgesetzblatt 2007 I,1970 folgende) wurden unter anderem das AufenthG und das Freizügigkeitsgesetz/EU (FreizügG/EU) geändert. Neben den drei bisherigen Aufenthaltstitelnwurde die „Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG“ als vierter Aufenthaltstiteleingeführt.StaatsangehörigkeitDiese Gesetzesänderung beruht auf einer Richtlinie der EG, die die Integrationund Mobilität von Ausländern aus Nicht-EU-Staaten in der EU verbessern soll.Gemäß der Richtlinie können Ausländer aus Nicht-EU-Staaten, die sich seit fünfJahren rechtmäßig in einem EU-Staat aufhalten, dort eine Erlaubnis zum Daueraufenthaltbeantragen. Diese führt zur Gleichstellung mit den Staatsangehörigendes Aufenthaltsstaates in vielen Bereichen (zum Beispiel Zugang zum Arbeitsmarktund zur Sozialversicherung) und berechtigt darüber hinaus zu Aufenthaltenin anderen EU-Staaten (zum Beispiel um dort ein Studium zu absolvieren odereine Erwerbstätigkeit auszuüben).Im AufenthG ist die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG in § 9a geregelt. Sie ist einunbefristeter Aufenthaltstitel und entspricht in ihren Voraussetzungen und Rechtsfolgengroßenteils der Niederlassungserlaubnis (§ 9 AufenthG).17


Wer in Deutschland eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG erhalten hat, hat hierseinen rechtmäßigen gewöhnlichen Aufenthalt und kann daher eine Feststellungnach dem SGB IX erhalten.Wer in einem anderen Staat eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU erhalten hatund sich in Deutschland länger als drei Monate aufhalten möchte, erhält eine Aufenthaltserlaubnisnach dem neuen § 38a Aufenthaltsgesetz (Aufenthaltserlaubnisfür in anderen Mitgliedsstaaten der EU langfristig Aufenthaltsberechtigte), wennnicht nach den Umständen des Einzelfalls entschieden wird, ob eine Feststellungnach dem SGB IX zu treffen ist.Als weiterer neuer Unterfall der Aufenthaltserlaubnis (§ 7 AufenthG) wurde dieAufenthaltserlaubnis zu Zwecken der Forschung (§ 20 AufenthG) eingeführt. Dasie auch auf eine kürzere Zeit befristet sein kann, besteht hier nicht stets ein gewöhnlicherAufenthalt. In jedem Fall ist aber von der Beschäftigung auf einem Arbeitsplatzgemäß § 2 Absatz 2 SBG IX auszugehen (Beschäftigung bei der Forschungseinrichtung),sodass eine Feststellung nach dem SGB IX möglich ist.Die Aufenthaltserlaubnis zur Durchführung eines Strafverfahrens ist in § 25 Absatz4a AufenthG geregelt. Sie wurde unter anderem für Personen geschaffen, die Opfervon Menschenhandel wurden und eigentlich ausreisepflichtig wären, um Anreizefür eine Kooperation mit den zuständigen Strafverfolgungs- und Gerichtsbehördenzu geben. Sind sie bereit, in einem Strafverfahren gegen denMenschenhändler als Zeuge auszusagen, können sie für die Dauer des Strafverfahrenseine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Da dieser Aufenthalt in Deutschlandin der Regel eng begrenzt ist, liegt kein gewöhnlicher Aufenthalt vor, eine Feststellungnach dem SGB IX kommt nicht in Betracht.Um Ausländern, die sich schon seit Jahren ohne Aufenthaltstitel in Deutschlandaufhalten, eine Perspektive zu bieten, wurde in §§ 104a und 104b AufenthG eineAltfallregelung geschaffen. Bei Erfüllung einer Reihe von Voraussetzungen (unteranderem Aufenthalt in Deutschland grundsätzlich seit mindestens acht Jahren,ausreichender Wohnraum, Deutschkenntnisse, keine Vorstrafen) soll eine Aufenthaltserlaubniserteilt werden.Kommt der Ausländer für seinen Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeitauf, dann erhält er eine Aufenthaltserlaubnis nach § 104a Absatz 1 Satz 2 in Verbindungmit § 23 Absatz 1 Satz 1 AufenthG. In diesem Fall ist von einem rechtmäßigengewöhnlichen Aufenthalt auszugehen; eine Feststellung nach demSGB IX kann getroffen werden.Kann er seinen Lebensunterhalt nicht durch eigene Erwerbstätigkeit sichern, dannerhält er eine Aufenthaltserlaubnis „auf Probe“ nach § 104a Absatz 1 Satz 3 inVerbindung mit Satz 1 AufenthG. Ein Anreiz zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeitbesteht darin, dass diese Aufenthaltserlaubnis nur verlängert wird, wenn der Lebensunterhaltmittlerweile durch eigene Erwerbstätigkeit gesichert wird (§ 104aAbsatz 5 AufenthG). In Anbetracht der Gesamtumstände ist auch bei Erteilung einerAufenthaltserlaubnis auf Probe von einem rechtmäßigen gewöhnlichen Aufenthaltauszugehen; eine Feststellung nach dem SGB IX ist möglich.18


Der Aufenthalt von Ausländern, welche Angehörige eines EU- oder EWR-Staatessind, ist wie bisher im FreizügG/EU geregelt. Sie benötigen für einen Aufenthaltin Deutschland keinen Aufenthaltstitel. Sie erhalten eine Bescheinigung über dasAufenthaltsrecht. Ihre freizügigkeitsberechtigten Familienangehörigen (§ 2 Absatz2 Nummern 6 und 7 in Verbindung mit §§ 3 bis 4a FreizügG/EU, die nicht Angehörigeeines EU- oder EWR-Staates sind, erhielten bisher eine Aufenthaltserlaubnis-EU.Diese Regelung wurde geändert; sie erhalten jetzt stattdessen eine Aufenthaltskarte(§ 5 Absatz 2 FreizügG/EU).Das gleiche Dokument dient als Aufenthaltserlaubnis für Schweizer und ihre Familienangehörigen,die aufgrund des Freizügigkeitsabkommens zwischen der EUund der Schweiz eine Aufenthaltserlaubnis unter erleichterten Voraussetzungenerhalten.Eine nach altem Recht ausgestellte Aufenthaltserlaubnis-EU gilt als Aufenthaltskartefort (§ 15 FreizügG/EU).Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Deutschland wird den Familienangehörigender Angehörigen eines EU oder EWR-Staates auf Antrag eine Daueraufenthaltskarteausgestellt.Das gleiche Dokument wird auch als Nachweis des langjährigen Aufenthalts inDeutschland für Ausländer mit Staatsangehörigkeit eines EU- oder EWR-Staatesverwendet.Ob Inhaber einer Aufenthaltskarte beziehungsweise Schweizer mit Aufenthaltserlaubnissich dauerhaft im Bundesgebiet aufhalten und somit ein gewöhnlicherAufenthalt besteht, ist im Einzelfall zu klären.Wurde jedoch eine Daueraufenthaltskarte ausgestellt, dann liegt in jedem Einzelfallein gewöhnlicher Aufenthalt vor.Der Besitz einer Duldungsbescheinigung gemäß § 60a AufenthG ist nicht ausreichend.Hierdurch wird lediglich die Abschiebung vorübergehend ausgesetzt, aberkein rechtmäßiger Aufenthalt begründet.Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union müssen keinen Aufenthaltstitelbeantragen. Sie müssen lediglich der Meldepflicht an ihrem Wohnort nachkommen.Die Europäische Union bildet zusammen mit der Bundesrepublik Deutschlandnunmehr folgende 26 Staaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland,Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Lettland, Litauen,Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden,Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.Dies gilt gemäß § 12 FreizügG/EU auch für Staatsangehörige des übrigen EuropäischenWirtschaftsraumes (EWR-Staaten).Zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören neben den EU-Staaten auch: Island,Liechtenstein und Norwegen.19


Ein Ausländer, der um Asyl nachsucht, erhält gemäß § 55 Absatz 1 Asylverfahrensgesetz(AsylVfG) eine Aufenthaltsgestattung nach § 63 AsylVfG. Beantragt einInhaber einer Aufenthaltsgestattung eine Feststellung nach dem Schwerbehindertenrecht,fragt die zuständige Behörde beim Bundesamt für Migration und Flüchtlingean, ob Hinweise auf das Vorliegen von Ablehnungsgründen nach § 30 Absatz3 AsylVfG vorliegen. Wenn ja, erfolgt keine Feststellung nach dem SGB IX.Der Antrag wird gemäß § 2 Absatz 2 SGB abgelehnt, weil kein rechtmäßiger gewöhnlicherAufenthalt im Geltungsbereich des Gesetzes gegeben ist. Wenn keineAblehnungsgründe vorliegen, wird ein Feststellungsverfahren nach dem SGB IXdurchgeführt und der Ausweis nach § 6 Absatz 5 Schwerbehindertenausweisverordnungbefristet.Ausländer und Staatenlose müssen eine Bescheinigung der zuständigen Ausländerbehördeoder eine beglaubigte Kopie ihres Passes vorlegen, um ihren rechtmäßigengewöhnlichen Aufenthalt nachzuweisen. Bei ausländischen Kindern unter16 Jahren werden die genannten Unterlagen eines Erziehungsberechtigten benötigt.Bei Grenzarbeitnehmern ist die Vorlage der Arbeitsbescheinigung des jetzigenArbeitgebers notwendig.WohnortZu Randnummer d:Wohnort ist dort, wo der behinderte Mensch eine Wohnung genommen hat, siebeibehalten und benutzen will.Ein Wohnsitz kann auch an mehreren Orten bestehen (zum Beispiel erster undzweiter Wohnsitz). Deutsche Arbeitnehmer, die von deutschen Firmen oder Behördenzeitlich begrenzt zu einer Tätigkeit ins Ausland abgeordnet worden sindund keinen Wohnsitz mehr im Geltungsbereich des SGB IX haben, können dennocheinen Schwerbehindertenausweis bekommen und tragen hier ihren Auslandswohnsitzein.ErwerbstätigkeitZu Randnummer e:Nach der Erwerbstätigkeit wird gefragt, weil für erwerbstätige Antragstellerinnen/Antragsteller,deren Schwerbehinderung (Grad der Behinderung mindestens50) noch nicht festgestellt ist, besondere Regelungen zum Kündigungsschutzund zum Verfahren gelten. Erwerbstätig in diesem Sinne ist, werabhängig beschäftigt ist, selbstständig Tätige gehören nicht dazu.Den besonderen Kündigungsschutz am Arbeitsplatz hat, wer im Zeitpunkt derKündigung die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch nachweisen kann oderdessen Schwerbehinderung offensichtlich ist. Dies gilt nicht, wenn wegen fehlenderMitwirkung über den Antrag noch nicht entschieden werden konnte. DieMitwirkungspflicht ist in der Regel erfüllt, wenn ein ausgefüllter und unterschriebenerAntragsvordruck vorliegt, mit dem hinsichtlich der beigefügten oder nochbeizuziehender Unterlagen die angegebenen Ärztinnen/Ärzte und Dritte von derSchweigepflicht entbunden werden.FristenUm die Zeit zwischen dem Stellen des Antrages und dem Erteilen des Bescheideszu verkürzen, in der der Antragsteller und dessen Arbeitgeber nicht wissen, ob ihnendie Rechte und Nachteilsausgleiche wegen Schwerbehinderung zustehen, hat20


der Gesetzgeber sowohl für das Erstellen des ärztlichen Gutachtens als auch desBescheides verkürzte Bearbeitungsfristen aufgegeben.Wer an seinem Arbeitsplatz akut von Kündigung bedroht ist und den besonderenKündigungsschutz nach dem SGB IX in Anspruch nehmen will, sollte sich telefonischmit der zuständige Stelle in Verbindung setzen, um Möglichkeiten, das Verfahrenzu beschleunigen, wahrnehmen zu können.Zu Randnummer f:Im Regelfall wird der behinderte Mensch selbst oder in dessen Namen der gesetzlicheVertreter (Betreuer) den Antrag stellen. Der behinderte Mensch kann auchzum Beispiel einen Rechtsanwalt, einen Gewerkschaftssekretär oder den Vertretereines Behindertenverbandes zur Antragstellung und zur Wahrnehmung seinerRechte im weiteren Verfahren bevollmächtigen. Für Rentenberater gilt dies nur,wenn sie zur Vertretung im Feststellungsverfahren nach dem SGB IX befugt sind.AntragstellerDarüber hinaus kann der behinderte Mensch jede weitere Person seines Vertrauensbevollmächtigen, sofern diese Person die Vertretung nicht berufsmäßig durchführt.Auch die Schwerbehindertenvertretung der schwerbehinderten Menschen, dieFachstellen Behinderte Menschen im Beruf und die Sozial ämter sind selbstverständlichgern bei der Ausfüllung des Antrages behilflich.Der Arbeitgeber des behinderten Menschen ist an dem Feststellungsverfahrengrundsätzlich nicht betei ligt. Er wird auch nicht angehört oder benachrichtigt undhat keine Möglichkeit, gegen Feststellungsbescheide einen Rechtsbehelf einzulegen.Arbeitgebernie beteiligtZu Randnummer g:Sollte der Antragsteller die Frage nach einer Feststellung über die Minderung derErwerbsfähigkeit (MdE) beziehungsweise den Grad der Schädigungsfolgen (GdS)bei einer anderen öffentlichen Stelle bejaht haben, wird er um Vorlage einer Kopiedes entsprechenden Bescheides gebeten. Für den Fall, dass der Antragsteller denBescheid nicht beifügt, ist der Name der öffentlichen Stelle, das Geschäfts-/Aktenzeichen,gegebenenfalls der Tag des Unfalls beziehungsweise der Tag derSchädigung einzutragen, damit die Unterlagen angefordert werden können.FeststellungMdE/GdSDie zuständige Stelle kann ohne weitere Ermittlungen sofort einen Bescheid erteilenund einen Ausweis ausstellen,a) wenn der behinderte Mensch schon eine „Feststellung über das Vorliegen einerBehinderung“ besitztundb) wenn die „Minderung der Erwerbsfähigkeit“ darin auf mindestens 50 Prozentfestgesetzt ist.Folgende Bescheide oder Entscheidungen über die Behinderung und den Behinderungsgradgelten als „Feststellung“ und können deshalb der Ausweisausstellungzugrunde gelegt werden:21


AnerkennungsfähigeBescheide Rentenbescheide der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften), Bescheide der Versorgungsämter und Landschaftsverbände über Rentenansprüchenach dem Bundesversorgungsgesetz, Häftlingshilfegesetz, Soldatenversorgungsgesetz,Zivildienstgesetz, Infektionsschutzgesetz, Opferentschädigungsgesetz,Strafrechtliches Re habilitationsgesetz, VerwaltungsrechtlichesRehabilitationsgesetz, Bescheide der Entschädigungsbehörden über Rentenansprüche nach dem Bundesentschädigungsgesetz, Bescheide der Wehrbereichsgebührnisämter über den Anspruch auf Ausgleichnach § 85 des Soldatenversorgungsgesetzes, Entscheidungen über den Unfallausgleich nach beamtenrechtlichen Unfallvorschriften.Der behinderte Mensch kann eine Feststellung der Behinderung und deren Bewertungtrotz Vorliegen einer der vorgenannten Entscheidungen in folgenden Fällenbeantragen:a) Es liegen mehrere Beeinträchtigungen vor, die in mehreren Rentenbescheiden,Verwaltungs- oder Gerichtsentscheidungen einzeln, aber nicht in ihrer Gesamtheit,festgestellt sind.b) Neben der Behinderung, die in einem Rentenbescheid, einer Verwaltungs- oderGerichtsentscheidung festgestellt ist, liegen weitere Beeinträchtigungen vor,über die bisher keine Feststellung getroffen wurde.c) Es liegt zwar nur die bereits in einem Rentenbescheid, einer Verwaltungs- oderGerichtsentscheidung festgestellte Behinderung vor, der Grad der Behinderungist aber nach anderen – für den behinderten Menschen ungünstigeren – Bewertungsmaßstäbenfestgestellt worden, als sie die zuständige Stelle bei der Feststellungnach dem SGB IX anzuwenden hat (zum Beispiel Unfallrente aufgrundeines Arbeitsunfalles mit Verlust des linken Unterschenkels = 40 vom Hundert/Feststellung durch die zuständige Stelle = GdB 50). Wenn die zuständige Stelleeinen GdB von 50 feststellt, obwohl in dem Bescheid über die Gewährung vonUnfallrente nur 40 vom Hundert ausgewiesen sind, so hat dies allerdings nichtzur Folge, dass etwa die Unfallrente durch die Bewertung erhöht würde.SonderfälleUngenügendeAussagenDie zuständige Stelle kann bei Feststellung des Grades der Behinderung nach demSGB IX in bestimmten Sonderfällen von den vorliegenden Bescheiden und Entscheidungenauch nach unten abweichen. Zum Beispiel kann bei Kriegsbeschädigtendie Erhöhung des GdS wegen „besonderem beruflichen Betroffenseins“ nichtberücksichtigt werden. In diesen Fällen wird empfohlen, den Feststellungsantragzurückzunehmen, damit der Ausweis aufgrund des vorliegenden Bescheides übereine GdS von mindestens 50 ausgestellt werden kann.Entscheidungen und Bescheide, in denen die Behinderung nur durch Bezeichnungenwie „Berufsunfähigkeit“, „Erwerbsunfähigkeit“, „Arbeitsunfähigkeit“,„Dienstunfähigkeit“ oder Ähnliches zum Ausdruck gebracht wird, sind keine Feststellungen,die zur Ausweisausstellung ausreichen. Denn hier ist der Grad der Behinderungnicht ausdrücklich festgestellt. Deshalb genügen auch nicht die Bescheideüber Renten aus der Angestellten- oder Arbeiterrentenversicherung.22


Zu Randnummer h:Hier sind alle Gesundheitsstörungen möglichst mit Funktionseinbußen anzugeben,die als Behinderung festgestellt werden sollen. Dazu gehören auch Folgeschäden(zum Beispiel Wirbelsäulenschaden nach Oberschenkelamputation) sowieSchmerzen und psychische Auswirkungen. Unter Gesundheitsstörungen indiesem Sinne versteht man nicht den regelwidrigen körperlichen, geistigen oderseelischen Zustand als solchen. Vielmehr ist damit die Auswirkung der Beeinträchtigungengemeint, die durch den regelwidrigen Körper-, Geistes- oder Seelenzustandverur sacht werden.Beispiel:Führt eine Behinderung (eine Salmonellendauerausscheidung, eine tuberkulöseErkrankung und so weiter) zu einer zusätzlichen psychischen Belastung, weil dieUmwelt dem behinderten Menschen wegen der Ansteckungsgefahr ablehnendgegenübersteht, so sollte das ebenfalls angegeben werden.Normale Alterserscheinungen können nicht als Behinderung anerkannt werden.Das Gleiche gilt für vorübergehende Erkrankungen, deren Auswirkungen nichtüber sechs Monate zu spüren sind.AlterserscheinungenDer Antragsteller sollte sich deshalb überlegen, ob er zum Beispiel die altersbedingteleichte Weitsichtigkeit hier überhaupt angeben will. Gleiches gilt zum Beispielfür den einwandfrei verheilten Armbruch.Die zuständige Stelle muss jede im Antrag angegebene – auch geringfügige – Gesundheitsstörungüberprüfen. Die Bearbeitungsdauer würde durch solche Angabennur unnötig verzögert. In Zweifelsfällen sollte der behinderte Mensch vor Antragstellungmit seinem Arzt sprechen. Wenn er dann immer noch nicht sicher ist,sollte er jede Gesundheitsstörung angeben, die nach seiner Meinung zu einer Beeinträchtigungder Teilhabe am Leben in der Gesellschaft führt.Sofern dem Antragsteller die Diagnose seiner Gesundheitsstörung bekannt ist, istes sinnvoll, diese einzutragen. Wenn er die genaue medizinische Bezeichnungnicht kennt, reicht es allerdings aus, wenn er die Auswirkungen der Gesundheitsstörungaufschreibt (zum Beispiel Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Bewegungsstörungendes rechten Arms).Der Antragsteller sollte daran denken, dass er seine Angaben möglichst vollständigmacht; sonst kann es passieren, dass wesentliche Beeinträchtigungen beimFeststellungsverfahren „vergessen“ werden. Er erschwert die Bearbeitung, wenner hier überhaupt keine Eintragung vornimmt, und er hat nicht die Gewähr dafür,dass auch wirklich jede Gesundheitsstörung berücksichtigt wird.Dem behinderten Menschen bleibt nach einer Entscheidung des Bundessozialgerichtsallerdings selbst überlassen, welche Beeinträchtigungen bei der Prüfung derSchwerbehinderteneigenschaft berücksichtigt werden sollen. Im Schwerbehindertenrechtgibt es nach diesem Urteil nicht den Grundsatz „alles oder nichts“. Derbehinderte Mensch kann danach selbst entscheiden, welche Beeinträchtigungenberücksichtigt werden sollen und welche nicht. Die nach seinem Willen nicht zuberücksichtigenden Beeinträchtigungen bleiben im Verfahren und auch bei derFeststellung des Gesamt-GdB und der Merkzeichen für die NachteilsausgleicheVollständigkeitEntscheidung überzu berücksichtigendeBeeinträchtigungen23


außer Betracht. (Das Bundessozialgericht entsprach damit in letzter Instanz derKlage einer Frau, die sich dagegen wandte, dass ihr vom Versorgungsamt für dieEigenschaft als schwerbehinderter Mensch außer anderweitiger Funktionsbeeinträchtigungenauch eine zunehmende Geisteskrankheit bescheinigt wurde. – Urteilvom 26. Februar 1986 – 9 a RVs 4/83)Falls der behinderte Mensch nicht ausdrücklich die Beschränkung auf einzelne Beeinträchtigungenbeantragt, hat die zuständige Stelle im Feststellungsverfahrenalle geltend gemachten Gesundheitsstörungen zu berücksichtigen.Ärztliche UnterlagenWenn der Antragsteller ärztliche Unterlagen über seine geltend gemachten Gesundheitsstörungenbesitzt, die nicht älter als zwei Jahre sind (zum Beispiel Befundberichte,ärztliche Gutachten, Kurschlussgutachten, Pflegegutachten, EKG,Labor- und Röntgenbefunde, aber auch Bescheide anderer Leistungsträger), ist esratsam, diese Unterlagen möglichst in Kopie dem Antrag beizufügen.Die Bearbeitungszeit wird umso mehr verkürzt, je eindeutigere ärztliche Unterlagenvorgelegt werden können. Die ärztlichen Bescheinigungen sollten nur danneine Angabe über den Grad der Behinderung enthalten, wenn der Arzt gleichzeitigauf die entsprechende Randnummer der Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnungvom 10. Dezember 2008 Anlage „VersorgungsmedizinischeGrundsätze“ (siehe Anlage C) hinweist. Dafür ist es aber wichtig, dass das Krankheitsbildund die dadurch entstehenden Funktionsbeeinträchtigungen möglichstgenau beschrieben werden (Beispiel: nicht: „totaler Haarausfall“, sondern:„psychische Behinderung nach totalem Haarausfall“).KostenRückwirkendeBeantragungDer behinderte Mensch braucht aber nicht von sich aus ärztliche Bescheinigungen,Gutachten und so weiter zur Vorlage bei der zuständigen Stelle von den behandelndenÄrzten zu verlangen. Diese Unterlagen müsste er dann selbst bezahlen,während die ärztlichen Antworten auf Anfragen der zuständigen Stelle für ihnkos tenfrei sind.Im Regelfall wird der Antrag auf Feststellung der Eigenschaft als schwerbehinderterMensch nicht an dem Tage gestellt, an dem die Behinderung tatsächlich eintritt,sondern erst einige Zeit später. Nicht nur für statistische Zwecke ist es deshalbwichtig, dass die Frage, seit wann die Behinderung besteht, beantwortet wird; dieAnerkennung der Eigenschaft als (schwer-)behinderter Mensch kann auch rückwirkendbeantragt werden (siehe „Zu Randnummer 13“).Behandelnde ÄrzteZu Randnummer i:Hier sind die Namen und Anschriften der behandelnden Ärzte anzugeben, die dieim Antragsvordruck unter Ziffer 4 genannten Gesundheitsstörungen in den letztenzwei Jahren behandelt haben.Die Bearbeitungszeit des Antrages kann erheblich verkürzt werden,wenn der Antragsteller in seinen Händen befindliche Unterlagen überseine geltend gemachten Gesundheitsstörungen dem Antrag beifügt,bei seinem Hausarzt gezielt nachfragt, ob dort Befunde sämtlicher vonihm im Antragsvordruck angegebener Fachärzte vorliegen, und anschließenddie gestellten Fragen unter Ziffer 6 gewissenhaft mit Nein24


oder Ja ankreuzt. Gleiches gilt auch für Krankenhaus- und Reha-/Kurentlassungsberichte.Zumindest sollte aber der Antragsteller seinen Hausarzt über die Antragstellungunterrichten und ihn darauf aufmerksam machen, dass die zuständige Stelle wahrscheinlichbei ihm Auskünfte über seinen Gesundheitszustand einholen wird. Es istsinnvoll, ihm eine Kopie der Anträge zu übergeben. Dabei sollte der Arzt darumgebeten werden, dass er in seiner Antwort dann nicht nur auf die Diag nose derGesundheitsstörung eingeht, sondern möglichst genau auch die Auswirkungenbeschreibt; denn insbesondere davon hängt ab, wie hoch der Grad der Behinderung(GdB) festgestellt wird. Wenn der Antragsteller sich von seinen Ärzten ärztlicheBescheinigungen zur Vorlage bei der zuständigen Stelle geben lässt, muss erdiese im Regelfall selbst bezahlen (dadurch kann allerdings eventuell die Bearbeitungszeitverkürzt werden). Auskünfte, die die zuständige Stelle von Ärzten überGesundheitsstörungen einholt, sind für den Antragsteller kostenfrei.Zu Randnummer j:Sofern der Antragsteller wegen einer Gesundheitsstörung, die er als Behinderungfestgestellt haben möchte, in einem Krankenhaus behandelt wurde, muss er hierden Namen, die Abteilung/Station, die Anschrift, den Behandlungszeitraum unddie Art der Behandlung angeben.StationäreBehandlungDie zuständige Stelle kann bei den Krankenhäusern eventuell wichtige Unterlagenanfordern, die zu einer schnelleren Feststellung der Eigenschaft als schwerbehinderterMensch ohne zusätzliche Untersuchung führen können. Gleiches gilt, sofernin den letzten zwei Jahren Rehabilitationsverfahren/Kuren durchgeführt wordensind. Auch in diesen Fällen sollte außer der Behandlungszeit auch der Nameund die Anschrift der Klinik, des Kostenträgers sowie dessen Aktenzeichen angegebenwerden. Die Angaben sind dem Einberufungsbescheid zur Rehabilitationsmaßnahme/Kurzu entnehmen.Falls dem Antragsteller ärztliche Berichte über Krankenhausbehandlungen undKlinikaufenthalte oder Behandlungen bei den angegebenen Ärzten vorliegen,sollte er diese in Kopie dem Antrag beifügen; dadurch kann die Bearbeitungszeiterheblich abgekürzt werden.Zu Randnummer k:Grundsätzlich sind Sozialdaten beim Betroffenen zu erheben. Diesem Grundsatzwird durch die Präzisierung der Ziffern 9.5 und 9.6 des Antragsvordruckes auchweiterhin Rechnung getragen. Die Berechtigten haben die Möglichkeit, selbst zuentscheiden, ob sie Angaben zu eventuell bei den Gesundheitsämtern oder sonstigenStellen vorliegenden ärztlichen Unterlagen machen wollen. Auch werdenhierdurch überflüssige erneute ärztliche Untersuchungen vermieden.Zu Randnummer l:Um bestimmte Rechte in Anspruch nehmen zu können (zum Beispiel Freifahrt imöffentlichen Personenverkehr, Rundfunkgebührenbefreiung und so weiter), müssenbesondere Merkzeichen im Ausweis eingetragen sein. Dafür muss – wie beiMerkzeichen25


26Behinderung und Behinderungsgrad – eine „Feststellung“ vorliegen. Die zuständigeStelle prüft zwar in jedem Fall, ob und gegebenenfalls welche gesundheitlichenMerkmale zur Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen vorliegen. Dennochsollte der Antragsteller überlegen, ob die im Antragsvordruck genanntengesundheitlichen Voraussetzungen für bestimmte Merkzeichen vorliegen könnten.Das Ankreuzen des Merkzeichens erleichtert die vollständige und zügige Bearbeitungdes Antrages.


Im Einzelnen bedeuten:„Erheblich beeinträchtigt in der Bewegungsfähigkeitim Straßenverkehr“ (gehbehindert):Eintragung im Ausweis:Merkzeichen G (siehe Seite 53).Ein Mensch ist in seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt,wenn er infolge einer Einschränkung des Gehvermögens auch durch innereLeiden oder infolge von Anfällen oder von Störungen der Orientierungsfähigkeitnicht ohne erhebliche Schwierigkeiten oder nicht ohne Gefahren für sichoder andere Wegstrecken im Ortsverkehr zurückzulegen vermag, die üblicherweisenoch zu Fuß zurückgelegt werden.Einschränkungdes GehvermögensBei der Prüfung der Frage, ob diese Voraussetzungen vorliegen, kommt es nichtauf die konkreten örtlichen Verhältnisse des Einzelfalles an, sondern darauf, welcheWegstrecken allgemein – das heißt altersunabhängig von nichtbehindertenMenschen – noch zu Fuß zurückgelegt werden.Nach der Rechtsprechung gilt als ortsübliche Wegstrecke in diesem Sinne eineStrecke von etwa zwei Kilometern, die in etwa einer halben Stunde zurückgelegtwird.MaßstabEine erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr liegtzum Beispiel bei Einschränkungen des Gehvermögens vor, die von den unteren Gliedmaßen und/oder von der Lendenwirbelsäule ausgehenund für sich allein mindestens einen GdB von 50 ausmachen.Wenn diese Behinderungen der unteren Gliedmaßen sich auf die Geh fähigkeit besondersauswirken, zum Beispiel bei Versteifung des Hüft-, Knie- oder Fußgelenksin ungünstiger Stellung oder arteriellen Verschlusskrankheiten, kann eine erheblicheBeeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr ab einem GdBvon 40 angenommen werden. (In diesem Fall wird ein Ausweis mit dem MerkzeichenG selbstverständlich nur dann ausgestellt, wenn der Gesamt-GdB aufgrundzusätzlicher Behinderungen mindestens 50 beträgt.)Aber auch bei inneren Leiden kann die Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblichbeeinträchtigt sein (zum Beispiel bei schweren Herzschäden, dauernderEinschränkung der Lungenfunktion, hirnorganischen Anfällen, Zuckerkranken, dieunter häufigen Schocks leiden).Die Voraussetzung kann auch erfüllt sein, wenn die Orientierungsfähigkeit desbehinderten Menschen erheblich gestört ist (zum Beispiel bei Sehbehinderten abeinem GdB von 70, bei Sehbehinderungen, die einen GdB von 50 oder 60 bedingen,nur in Kombination mit erheblichen Störungen der Ausgleichsfunktion – zumBeispiel hochgradige Schwerhörigkeit beiderseits, geistige Behinderung –).GestörteOrientierungsfähigkeit27


„Außergewöhnlich gehbehindert“:Eintragung im Ausweis:Merkzeichen aG (siehe Seite 54).Als schwerbehinderte Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung sindsolche Personen anzusehen, die sich wegen der Schwere ihres Leidens dauerndnur mit fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeugesbewegen können.VoraussetzungenDas Merkzeichen aG ist nur zuzuerkennen, wenn wegen außergewöhnlicherBehinderung beim Gehen die Fortbewegung auf das Schwerste eingeschränkt ist;die Beeinträchtigung des Orientierungsvermögens allein reicht nicht aus.Hierzu zählen: Querschnittsgelähmte, Doppel-Oberschenkelamputierte, Doppel-Unterschenkelamputierte, Hüftexartikulierte (behinderte Menschen, denen ein Bein im Hüftgelenk entferntwurde) und einseitig Oberschenkelamputierte, die dauernd außerstande sind, ein Kunstbeinzu tragen oder nur eine Beckenkorbprothese tragen können oder zugleichunterschenkel- oder armamputiert sind,sowie andere schwerbehinderte Menschen, die nach versorgungsärztlicher Feststellungauch aufgrund von Erkrankungen dem vorstehend aufgeführten Personenkreisgleichzustellen sind. Eine solche Gleichstellung rechtfertigen beispielsweiseHerzschäden oder Krankheiten der Atmungsorgane, sofern dieEinschränkungen der Herzleistung oder Lungenfunktion für sich allein einenGdB von wenigstens 80 bedingen.Negative BeispieleDie zuständige Stelle erkennt das Merkzeichen aG nur dem Antragsteller zu, derdie oben genannten Voraussetzungen erfüllt. Es reicht zum Beispiel nicht aus, wenn der Antragsteller wegen der Teilentfernung des Darmes an Stuhlinkontinenzleidet und seine Fortbewegungsfähigkeit erheblich dadurch eingeschränktist, weil er innerhalb kürzester Zeit auf eine Toilette angewiesen ist, wenn der Antragsteller an einer erheblichen Versteifung des Hüftgelenks unddeform verheiltem Bruch des Oberschenkels leidet, sodass er deshalb auf öffentlichenParkplätzen mit üblichen Abmessungen seine Pkw-Tür nicht vollständigöffnen kann. wenn Antragsteller, wegen eines Anfallsleidens oder wegen Störungen der Orientierungsfähigkeitnur unter Aufsicht gehen können, aber nicht auf einenRollstuhl angewiesen sind.28


„Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson“:Eintragung im Ausweis:Merkzeichen B erfolgt allerdings nur, wenn zudem eine erhebliche oder außergewöhnlicheGehbehinderung festgestellt ist – (siehe Seite 53).Die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson ist bei schwerbehindertenMenschen erforderlich, die infolge ihrer Behinderung bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmittelnregelmäßig auf fremde Hilfe angewiesen sind, das heißt beim Ein- und Aussteigenoder während der Fahrt des Verkehrsmittels regelmäßig fremde Hilfe benötigen.Die Feststellung bedeutet nicht, dass die schwerbehinderte Person,wenn sie nicht in Begleitung ist, eine Gefahr für sich oder andere darstellt. Hilfen zum Ausgleich von Orientierungsstörungen (zum Beispiel bei Sehbehinderung,geistiger Behinderung) in Anspruch nehmen.Die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson wird stets angenommen bei Querschnittsgelähmten Ohnhändern Blinden und erheblich sehbehinderten, hochgradig hörbehinderten, geistig behindertenMenschen und Anfallskranken, bei denen eine erhebliche Beeinträchtigung derBewegungsfähigkeit im Straßenverkehr anzunehmen ist (siehe Seite 27).VoraussetzungPersonenkreisDie Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson liegt oft auch vor, wenn eineaußergewöhnliche Gehbehinderung oder Hilflosigkeit (bei Erwachsenen) anzunehmenist.Anmerkung:Die gesetzliche Klarstellung zum Merkzeichen B ist durch Artikel 6 und 7 desGesetzes zur Änderung des Betriebsrentengesetzes und anderer Vorschriften vom2. Dezember 2006 (Bundesgesetzblatt I Seite 2742 und folgende Seiten) mit Wirkungab 12. Dezember 2006 in Kraft getreten.Die Gesetzesbegründung lautet wie folgt: Es sind in den letzten Monaten Versuchebekannt geworden, in Bereichen außerhalb des PersonenförderungsrechtsRechtsfolgen aus dem Merkzeichen B abzuleiten, die sich zum Nachteil der behindertenPersonen auswirken. Ursache hierfür ist die veraltete Terminologie desGesetzes, die von „Gefahr für sich und andere“ sowie von der „Notwendigkeitständiger Begleitung“ spricht. Das AG Flensburg (Urteil vom 31. Oktober 2003,67 C 28/03, bestätigt durch Beschluss des LG Flensburg vom 4. Mai 2004, 7 S189/03) hat den Träger eines Wohnhauses für Menschen mit geistiger Behinderungzu Schadenersatz verurteilt, nachdem eine Bewohnerin, die alleine unterwegswar, im Straßenverkehr einen Unfall mitverursacht hatte. Das Gericht begründetedie Haftung zwar nicht unmittelbar aus dem Merkzeichen B ,entwickelte aus der Tatsache des Merkzeichens jedoch eine Beweislastumkehr, dieim Ergebnis dazu führte, dass an die Beweisführung deutlich erhöhte Anforderungengestellt wurden.Rechtsprechung29


NachteilsausgleichAußerdem gibt es viele öffentliche oder dem allgemeinen Verkehr zugänglicheEinrichtungen (zum Beispiel Schwimmbäder), deren Nutzungsbedingungen die(an sich sinnvolle) Regelung enthalten, dass Personen, die eine Gefahr für sichoder andere darstellen, der Zutritt verweigert oder nur in Begleitung gestattetwerden kann. Bei der Auslegung solcher Regelungen (auch in Form von schriftlichenEmpfehlungen an das Personal) kann das Merkzeichen B als Indiz angesehenwerden, dass die betreffende Person unter die genannte Regelung fällt.Auch hier entsteht die Verbindung durch die missverständliche Formulierung desGesetzes.Durch die Änderung der Formulierung im SGB IX wird dafür gesorgt, dass dasMerkzeichen B nicht als pauschaler Anknüpfungspunkt für den Ausschluss behinderterMenschen von bestimmten Angeboten dienen kann. Bei der Änderunghandelt es sich lediglich um eine Klarstellung des vom Gesetzgeber Gemeinten.Eine Ausweitung oder Einengung des berechtigten Personenkreises erfolgt damitnicht.Voraussetzung fürRundfunkgebührenbefreiung„Blind“ oder „Wesentlich sehbehindert“:Eintragung im Ausweis:Merkzeichen RF (siehe Seite 53).Wesentlich ist eine Sehbehinderung, wenn sie für sich allein einen GdB von wenigstens60 ausmacht.Hörbehinderung„Gehörlos“ oder „Gehindert, sich trotz Hörhilfe ausreichend zuverständigen“:Eintragung im Ausweis:Merkzeichen RF (siehe Seite 53).Dazu zählen die gehörlosen Menschen und diejenigen Menschen, die an beidenOhren mindestens eine hochgradige kombinierte Schwerhörigkeit oder hochgradigeInnenohrschwerhörigkeit mit einem GdB von mindestens 50 allein aufgrundder Hörbehinderung haben.Eine reine Schallleitungsschwerhörigkeit ermöglicht im Allgemeinen bei Benutzungvon Hörhilfen eine ausreichende Verständigung, sodass hierbei die gesundheitlichenVoraussetzungen im Allgemeinen nicht erfüllt sind.30


„Ständig gehindert, an öffentlichen Veranstaltungenjeder Art teilzunehmen“:Eintragung im Ausweis:Teilnahme anöffentlichenVeranstaltungenMerkzeichen RF (siehe Seite 53).Hier wird vorausgesetzt, dass die Behinderung mindestens einen GdB von 80 ausmacht.Die Voraussetzungen sind gegeben bei behinderten Menschen mit schweren Bewegungsstörungen – auch durch innereLeiden (schwere Herzleistungsschwäche, schwere Lungenfunktionsstörung)–, die deshalb auf Dauer selbst mit Hilfe von Begleitpersonen oder mit technischenHilfsmitteln (zum Beispiel Rollstuhl) öffentliche Veranstaltungen in ihnenzumutbarer Weise nicht besuchen können; behinderten Menschen, die durch ihre Behinderung auf ihre Umgebung unzumutbarabstoßend und störend wirken (zum Beispiel durch Entstellung,Geruchsbelästigung bei nicht funktionsfähigem künstlichen Darmausgang,häufige hirnorganische Anfälle, grobe unwillkürliche Kopf- und Glied maßenbewegungenbei Spastikern, laute Atemgeräusche wie etwa bei Asthmaanfällenund Kanülenträgern, ständig wiederkehrende akute Hustenanfälle mit Auswurfbei Kehlkopflosen); behinderten Menschen mit – nicht nur vorübergehend – ansteckungsfähigerLungentuberkulose; geistig oder seelisch behinderten Menschen, bei denen befürchtet werdenmuss, dass sie beim Besuch öffentlicher Veranstaltungen durch motorische Unruhe,lautes Sprechen oder aggressives Verhalten stören.Die behinderten Menschen müssen allgemein von öffentlichen Zusammenkünftenausgeschlossen sein. Es genügt nicht, dass sich die Teilnahme an einzelnen,nur gelegentlich stattfindenden Veranstaltungen – bestimmter Art – verbietet. BehinderteMenschen, die noch in nennenswertem Umfang an öffentlichen Veranstaltungenteilnehmen können, erfüllen die Voraussetzungen nicht. Die Berufstätigkeiteines behinderten Menschen ist in der Regel ein Indiz dafür, dass öffentlicheVeranstaltungen – zumindest gelegentlich – besucht werden können, es sei denn,dass eine der vorgenannten Beeinträchtigungen vorliegt, die bei Menschenansammlungenzu unzumutbaren Belastungen für die Umgebung oder für den Betroffenenführt.Die zuständige Stelle erkennt das Merkzeichen RF nur dem Antragsteller zu, derdie genannten Voraussetzungen erfüllt. Es reicht zum Beispiel nicht aus, wenn derAntragsteller an einer zu unkontrolliertem Harnabgang führenden Blasenentleerungsstörungleidet. Das mögliche Benutzen vom Einmalwindeln beziehungsweiseWindelhosen verletzt nicht die Menschenwürde im Sinne von Artikel 1 Grundgesetz.Ausschluss vonöffentlichenZusammenkünftenNegativbeispiel31


„Hilflos“Eintragung im Ausweis:Merkzeichen H (siehe Seite 54).Definition „Hilflos“Als hilflos ist ein Mensch anzusehen, der infolge seiner Behinderung nicht nur vorübergehend(also mehr als sechs Monate) für eine Reihe von häufig und regelmäßigwiederkehrenden Verrichtungen zur Sicherung seiner persönlichen Existenzim Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfe dauernd bedarf.Häufig und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen zur Sicherung der persönlichenExistenz im Ablauf eines jeden Tages sind insbesondere An- und Auskleiden,Nahrungsaufnahme, Körperpflege, Verrichten der Notdurft. Außerdem sindnotwendige körperliche Bewegung, geistige Anregung und Möglichkeiten zurKommunikation zu berücksichtigen.HilfeumfangDer Umfang der notwendigen Hilfe bei den häufig und regelmäßig wiederkehrendenVerrichtungen muss erheblich sein. Dies ist dann der Fall, wenn die Hilfedauernd für zahlreiche Verrichtungen, die häufig und regelmäßig wiederkehren,benötigt wird. Einzelne Verrichtungen, selbst wenn sie lebensnotwendig sind undim täglichen Lebensablauf wiederholt vorgenommen werden, genügen nicht(zum Beispiel Hilfe beim Anziehen einzelner Bekleidungsstücke, notwendige Begleitungbei Reisen und Spaziergängen, Hilfe im Straßenverkehr, einfache WundoderHeilbehandlung, Hilfe bei Heimdialyse ohne Notwendigkeit weiterer Hilfeleistung).Verrichtungen, die mit der Pflege der Person nicht unmittelbarzusammenhängen (zum Beispiel im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung),müssen außer Betracht bleiben.Ob ein Zustand der Hilflosigkeit besteht, ist damit eine Frage des Tatbestandes,die nicht allein nach dem medizinischen Befund beurteilt werden kann; diese Frageist vielmehr unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Umständedes einzelnen Falles zu entscheiden, wobei auch von Bedeutung sein kann, welcheBelastungen dem Behinderten nach Art und Ausdehnung seiner Behinderungzugemutet werden dürfen.PersonenkreisBei einer Reihe schwerer Beeinträchtigungen, die aufgrund ihrer Art und besonderenAuswirkung regelhaft Hilfeleistungen in erheblichem Umfang erfordern,kann im Allgemeinen ohne nähere Prüfung Hilflosigkeit angenommen werden.Dies gilt stets bei Blindheit und hochgradiger Sehbehinderung.Hochgradig in seiner Sehfähigkeit behindert ist ein Mensch, dessen Sehschärfe aufkeinem Auge und auch nicht bei beidäugiger Prüfung mehr als 1 / 20 beträgt oderwenn andere hinsichtlich des Schweregrades gleichzuachtende Störungen derSehfunktion vorliegen. Dies ist der Fall, wenn die Einschränkung des Sehvermögenseinen GdB-Grad von 100 bedingt und noch nicht Blindheit vorliegt. Querschnittslähmung und andere Beeinträchtigungen, die auf Dauer und ständig– auch innerhalb des Wohnraums – die Nutzung eines Rollstuhls erfordern,in der Regel auch bei32


Hirnschäden, Anfallsleiden, geistiger Behinderung und Psychosen, wenn dieseBehinderung allein einen GdB von 100 bedingt, Verlust von zwei oder mehr Gliedmaßen; Ausnahme: bei Unterschenkelamputationbeiderseits wird im Einzelfall geprüft, ob Hilflosigkeit gegeben ist (alsVerlust einer Gliedmaße gilt der Verlust mindestens der ganzen Hand oder desganzen Fußes).Führt eine Behinderung zu dauerndem Krankenlager, so sind stets die Voraussetzungenfür die Annahme von Hilflosigkeit erfüllt. Dauerndes Krankenlagersetzt nicht vo raus, dass der behinderte Mensch das Bett überhaupt nicht verlassenkann.Bei Kindern ist stets nur der Teil der Hilfsbedürftigkeit zu berücksichtigen, der wegender Behinderung den Umfang der Hilfsbedürftigkeit eines gesunden gleichaltrigenKindes überschreitet.Die Feststellungen der Pflegekassen über das Vorliegen von Pflegebedürftigkeitnach dem Pflegeversicherungsgesetz führen nicht automatisch zur Feststellungvon „Hilflosigkeit“. Nach dem Rundschreiben des BMA vom 16. Juli 1997 – VI5-55463-3/1 (55492) bestehen jedoch bei sachgerechter Feststellung vonSchwerstpflegebedürftigkeit – Pflegebedürftigkeit der Stufe III – nach § 15SGB XI oder entsprechender Vorschriften keine Bedenken, auch die gesundheitlichenVoraussetzungen für die Annahme von Hilflosigkeit im Sinne von § 33bEStG zu bejahen. Für die Fälle, in denen nach den genannten Vorschriften einegeringere Stufe der Pflegebedürftigkeit festgestellt worden ist, ist weiterhin eineeigenständige Prüfung von Hilflosigkeit erforderlich.Pflegehilfestufe III„Bei Reisen mit der Deutschen Bahn AG erfordern die Schädigungsfolgenim Sinne des Bundesversorgungsgesetzes/Bundesentschädigungsgesetzes die Unterbringung in der 1. Wagenklasse“:Eintragung im Ausweis:Merkzeichen 1. Kl. (siehe Seite 53).Die Voraussetzungen für die Benutzung der ersten Wagenklasse mit dem Fahrausweisder zweiten Wagen klasse erfüllen ausschließlich Schwer kriegs be schädigteund Verfolgte im Sinne des Bundesentschädigungsgesetzes(BEG) mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) beziehungsweise Gradder Schädigungsfolgen (GdS) um wenigstens 70 vom Hundert, wenn der auf denerkannten Schädigungsfolgen beruhende körperliche Zustand bei Eisenbahnfahrtenständig die Unterbringung in der ersten Wagenklasse erfordert. Beischwerkriegsbeschädigten Empfängern der drei höchsten Pflegezulagestufen sowiebei Kriegsblinden, kriegsbeschädigten Ohnhändern und kriegsbeschädigtenQuerschnittsgelähmten wird das Vorliegen der Voraussetzungen unterstellt.Voraussetzung33


„Blind“:Eintragung im Ausweis:Merkzeichen Bl (siehe Seite 55).VoraussetzungRechtsprechungBlind ist ein Mensch, der das Augenlicht vollständig verloren hat. Als blind ist auchein Mensch anzusehen, dessen Sehschärfe auf dem besseren Auge nicht mehr als1 /50 beträgt oder bei dem eine dem Schweregrad dieser Sehschärfe gleichzuachtende,nicht nur vorübergehende Störung des Sehvermögens vorliegt.Mit Urteil vom 27. Februar 1992 – 5 C 48.88 – hat das Bundesverwaltungsgerichtentschieden, dass Entscheidungen der Versorgungsämter nach § 69 Absätze 1 und4 SGB IX (ehemals § 4 Absätze 1 und 4 Schwerbehindertengesetz) Statusentscheidungensind bezogen auf die Prüfung inhaltsgleicher Tatbestandsvoraussetzungenfür in anderen Gesetzen geregelte Vergünstigungen beziehungsweise Nachteilsausgleiche.Nach dieser Entscheidung sind die Landschaftsverbände, die nachdem Gesetz über die Hilfen für Blinde und Gehörlose unter anderem für die Gewährungvon Blindengeld zuständig sind, an die Feststellung der Kreise und kreisfreienStädte in NRW zum Merkzeichen Bl gebunden.„Gehörlos“:Eintragung im Ausweis:Merkzeichen Gl (siehe Seite 55).VoraussetzungGehörlos sind hörbehinderte Menschen, bei denen Taubheit beiderseits vorliegt,sowie hörbehinderte Menschen mit einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeitbeiderseits, wenn daneben schwere Sprachstörungen (schwer verständlicheLautsprache, geringer Wortschatz) vorliegen. Das sind in der Regel hörbehinderteMenschen, bei denen die an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit angeboren oderin der Kindheit erworben worden ist.RückwirkendeAnerkennungZu Randnummer m: Hier können Eintragungen vorgenommen werden, wenn die Behinderungschon vor der Antragstellung vorgelegen hat und ein besonderes Interesse aneiner Anerkennung vor Antragstellung glaubhaft gemacht wird. Bei der Inanspruchnahme mancher Rechte oder Nachteilsausgleiche (vergleicheSchriftenreihe „Für schwerbehinderte Menschen“ – Heft 2) kommt es daraufan, ab wann die Eigenschaft als (schwer-) behinderter Mensch, Grad der Behinderungoder gesundheitliche Merkmale nachgewiesen sind. Das gilt zum Beispielfür den Zusatzurlaub und auch für die Inanspruchnahme von Steuerermäßigungen.(Manche Steuerermäßigungen können rückwirkend für ein ganzesJahr in Anspruch genommen werden, wenn die Schwerbehinderteneigenschaftnur für einen Kalendertag im Jahr festgestellt wurde). Da viele behinderte Menschendie Anerkennung der Schwerbehin derteneigenschaft nicht am gleichenTag beantragen, an dem auch die Behinderung eingetreten ist (zum Beispiel beiUnfällen und be ginnenden Erkrankungen), kann angeben werden: „Ich bitteum rückwirkende Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft ab Monat/34


Jahr.“ Sie tragen als Datum dann den Zeitpunkt ein, von dem sie meinen, dassdann ihre Behinderung eingetreten ist oder von dem an sie einen bestimmtenNachteilsausgleich in Anspruch nehmen wollen. Wenn die Behinderung bereits in einem Bescheid oder einer Entscheidung festgestelltworden ist (vergleiche Randnummer 6) und der Antragsteller dennochauf eine anderweitige Feststellung durch das Versorgungsamt Wert legt, dievon der Feststellung im Rentenbescheid und so weiter natürlich abweichenkann, so sollte er das besonders angeben. Wenn dem Antragsteller die Kündigung des Arbeitsverhältnisses droht und erden Kündigungsschutz nach dem SGB IX in Anspruch nehmen will, sollte er hierdarauf hinweisen (eventuell auf einem besonderen Blatt).Zu Randnummer :Damit die zuständige Stelle die Behinderung überhaupt feststellen kann, ist es erforderlich,dass die angegebenen Ärzte, Krankenanstalten und Behörden von derSchweigepflicht entbunden werden. Dem Antrag muss dann gegebenenfalls auchnoch ein Lichtbild beigefügt werden und auf keinen Fall darf unter Antragsort undAntragsdatum die Unterschrift des Antragstellers oder die des gesetzlichen Vertretersvergessen werden.Entbindung von derSchweigepflichtMerksätze für das Feststellungsverfahren:■ Immer nur vollständig ausgefüllte Anträge stellen, sämtliche Gesundheitsstörungen,die geltend gemacht werden sollen, benennen.■ Einzelne Gesundheitsstörungen nummerieren, damit geprüft werdenkann, ob alle Angaben im Bescheid berücksichtigt wurden!■ Antrag kopieren (für die eigene Akte und zum Gespräch mit den im Antraggenannten Ärzten)!■ Gegebenenfalls Arbeitgeber über die Antragstellung informieren (zumBeispiel zur Sicherung des Anspruchs auf Zusatzurlaub)!35


Feststellung der Behinderung und des Grades der Behinderung(Verfahren)36


Sobald der Antrag auf Feststellung einer Behinderung, des Grades der Behinderungund weiterer gesundheitlicher Merkmale sowie auf Ausstellung eines Ausweisesbei der zuständigen Stelle eingegangen ist, erhält der Antragsteller von dort eineindividuelle, schriftliche Eingangsbestätigung zum Beispiel mit oben aufgeführtemText.EingangsbestätigungDiese Eingangsbestätigung kann zum Beispiel dem Arbeitgeber vorgelegt werden,um den Zusatzurlaub geltend zu machen. Spricht der Arbeitgeber – nachdem derAntrag auf Feststellung der Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch gestellt wurde– die Kündigung aus, so sollte die zuständige Stelle sofort darüber informiertwerden. Diese wird sich dann um eine beschleunigte Antragsbearbeitung bemühen.Bevor dem behinderten Menschen ein Nachweis (Ausweis) über seine Eigenschaftals schwerbehinderter Mensch ausgestellt werden kann, müssen Behinderung undGrad der Behinderung (GdB) „festgestellt“ werden.Feststellung des GdBAls Behinderung gilt dabei die Auswirkung einer oder mehrerer nicht nur vorübergehenderBeeinträchtigungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, dieauf einem regelwidrigen körperlichen, geistigen oder seelischen Zustand beruhen.Regelwidrig ist der Zustand, der von dem für das Lebensalter typischen abweicht.Als nicht nur vorübergehend gilt ein Zeitraum von mehr als sechs Monaten.Der Grad der Behinderung (GdB) wird nach den Auswirkungen der Beeinträchtigungenin ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungennach Zehnergraden, abgestuft von 20 bis 100, festgestellt. Dabei werdeneinzelne Beeinträchtigungen nur berücksichtigt, wenn sie für sich allein einen GdBvon mindestens zehn ausmachen würden.Der Begriff „GdB“ bezieht sich auf die Auswirkung einer Behinderung in allen Lebensbereichenund nicht nur auf Einschränkungen im allgemeinen Erwerbsleben.Der GdB ist ein Maß für die Auswirkungen eines Mangels an körperlichem, geistigemoder seelischem Vermögen. Grundsätzlich ist der GdB unabhängig vomausgeübten oder angestrebten Beruf zu beurteilen. Aus der Höhe des GdB kannnicht auf das Ausmaß der beruflichen Leistungsfähigkeit geschlossen werden. DerAntragsteller, dem ein GdB von 100 zuerkannt wird, muss deshalb noch langenicht berufs- oder erwerbsunfähig im Sinne der Rentenversicherung sein.Sofern ein solcher GdB bei dem antragstellenden behinderten Menschen nicht bereitsin einem früher erteilten gültigen Rentenbescheid, einer Verwaltungs- oderGerichtsentscheidung festgestellt worden ist (siehe „Zu Randnummer 7“), erfolgtdie Feststellung nach Beiziehung von Berichten von Ärzten, die den Antragsteller ambulant behandelt oder untersuchthaben, Gutachten, die für die Träger der Sozialversicherung, für die Arbeitsverwaltungoder für Gerichte erstellt worden sind, Unterlagen von Krankenhäusern, Kuranstalten, speziellen Rehabilitationseinrichtungenoder anderen Kliniken, Vorgängen, die bei Gesundheitsämtern, Fachstellen Behinderte Menschen imBeruf, Integrationsämtern oder bei anderen ärztlichen Diensten (zum Beispielvertrauensärztlichen, personal- oder betriebsärztlichen Diensten) entstandensind.GdB unabhängigvom Arbeits- undBerufslebenBefunde37


Falls der Antragsteller solche Unterlagen nicht bereits mit dem Antrag eingereichthat und ohne solche Unterlagen eine abschließende Feststellung der Behinderungnicht möglich ist, werden ärztliche Auskünfte und Unterlagen angefordert (Mustersiehe Seite 40).Die zuständige Stelle sorgt dafür, dass hinsichtlich der beigezogenen ärztlichenUnterlagen das ärztliche Berufsgeheimnis und die datenschutzrechtlichen Vorschriftenbeachtet werden. Leihweise überlassene Unterlagen werden an die abgebendenStellen so schnell wie möglich zurückgesandt.Erfahrungsgemäß schicken manche Ärzte nur sehr zögernd Unterlagen. Es ist deshalbsinnvoll, sich als Antragsteller einige Zeit nach Antragstellung beim Hausarzt/Facharzt und so weiter zu erkundigen, ob die zuständige Stelle bereits dort angefragthat und ob ärztliche Unterlagen bereits übersandt worden sind (vergleicheSeite 21 zu Randnummer 7).EinschaltungGutachterWenn alle erforderlichen ärztlichen Unterlagen vorliegen, wird geprüft, ob sie geeignetsind, ein Gesamtbild des körperlichen und psychischen Zustandes des Antragstellerszu vermitteln. In Einzelfällen kann zur Feststellung der Gesundheitsstörungeneine ärztliche Untersuchung erforderlich werden. Dazu werden auchexterne Gutachter eingeschaltet. Verweigert der behinderte Mensch ihm zumutbareUntersuchungen, so geht das zu seinen Lasten.Es werden alle beim Behinderten vorliegenden Gesundheitsstörungen von Amtswegen im Rahmen der abgegebenen Einverständniserklärung ermittelt.Nachdem klargestellt ist, welche Gesundheitsstörungen vorliegen, wird die Behinderungunter ärztlicher Beteiligung bezeichnet. Diese Bezeichnung ist Grundlagefür den Feststellungsbescheid, den der Antragsteller erhält. Darin soll vor allem diefunktionelle und/oder anatomische Veränderung des allgemeinen Gesundheitszustandeszum Ausdruck kommen. Formulierungen, die seelisch belasten oderbloßstellen können, werden dabei vermieden. Bezeichnungen wie „Entstellung“,„alkoholische Fettleber“ oder „Raucherbronchitis“ sind nicht zu verwenden. Indem gleichen Sinne ist beispielsweise statt „Schwachsinn“ „geistige Behinderung“,statt „Schizophrenie“ „psychische Behinderung“, statt „Multiple Sklerose“„organisches Nervenleiden“ anzugeben.Unter ärztlicher Beteiligung muss in einer gutachtlichen Stellungnahme im Verwaltungsverfahrenfür die festgestellten Gesundheitsstörungen der GdB für jedesFunktionssystem gesondert angegeben werden. Liegen mehrere Beeinträchtigungenvor, sollen diese in der Reihenfolge ihres Schweregrades aufgeführt werden(vergleiche Seite 43).Mit dem am 21. 12. 2007 in Kraft getretenen Gesetz zur Änderung des Bundesversorgungsgesetzesund anderer Vorschriften des Sozialen Entschädigungsrechtsvom 13. 12. 2007 (Bundesgesetzblatt I Seite 2904 folgende) ist nunmehr in § 30Absatz 17 Bundesversorgungsgesetz die Ermächtigungsgrundlage zum Erlass einerVerordnung geschaffen worden, die bei den Feststellungsverfahren nach dem2. Teil des SGB IX nach § 69 Absatz 1 Satz 5 SGB IX Anwendung findet. Im BundesgesetzblattJahrgang 2008 Teil I Nummer 57 vom 15. 12. 2008 sind die Verordnungzur Durchführung des § 1 Absätze 1 und 3, des § 30 Absatz 1 und des38


§ 35 Absatz 1 des Bundesversorgungsgesetzes (Versorgungsmedizin-Verordnung– VersMedV) veröffentlicht worden (siehe Anlage C). Die Verordnung ist am 1. Januar2009 in Kraft getreten. Die vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialesherausgegebenen Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialenEntschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (Teil 2 SGB IX), Ausgabe2008 (AHP 2008) finden grundsätzlich keine Anwendung mehr.Bei der Ermittlung eines Gesamt-GdB für alle Beeinträchtigungen dürfen die einzelnenGdB-Werte nicht addiert werden. Maßgebend sind die Auswirkungen dereinzelnen Beeinträchtigungen in ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung ihrerwechselseitigen Beziehungen zueinander.Dabei ist zu beachten, inwieweit die Auswirkungen der einzelnen Beeinträchtigungen voneinanderunabhängig sind und damit ganz verschiedene Bereiche im Ablauf des täglichenLebens betreffen.Beispiel: Beim Zusammentreffen eines insulinpflichtigen Diabetes (Abhängigkeitvon Injektions- und Diäteinnahmeterminen) mit einer Hörbehinderung undeiner Gehbehinderung ist der behinderte Mensch in drei verschiedenen Bereichendes täglichen Lebens betroffen, wobei jeder Bereich, der Schwere dereinzelnen Gesundheitsstörung entsprechend, bei der Gesamt-Beurteilung zubeachten ist. ob sich eine Beeinträchtigung auf eine andere besonders nachhaltig auswirkt.Dies ist vor allem der Fall, wenn Beeinträchtigungen an paarigen Gliedmaßenoder Organen – also zum Beispiel an beiden Armen oder beiden Beinen oderbeiden Nieren oder beiden Augen – vorliegen. inwieweit sich die Auswirkungen der Beeinträchtigungen überschneiden.Beispiel: Neben einem Herzschaden mit schwerer Leistungsbeeinträchtigungliegen ein Lungenemphysem und ein leichter Schaden an einem Fuß vor. DieGehfähigkeit und gesamte Leistungsfähigkeit wird schon durch den Herzschadensehr eingeschränkt, sodass sich die anderen beiden Gesundheitsschädennur noch wenig auswirken können. dass das Ausmaß einer Beeinträchtigung durch hinzutretende Gesundheitsstörungenoft gar nicht verstärkt wird.Beispiel: Peronäuslähmung und Versteifung des Fußgelenks in günstiger Stellungan demselben Bein.Keine Additionvon GdB‘sBeispieleLeichtere Gesundheitsstörungen mit einem Behinderungsgrad von weniger als20 können nur im Rahmen des Gesamt-GdB berücksichtigt werden.Bei der Beurteilung des Gesamt-GdB wird in der Regel von der Behinderung ausgegangen,die den höchsten Einzel-Grad der Behinderung bedingt. Dann wird imHinblick auf alle weiteren Behinderungen geprüft, ob und inwieweit hierdurch dasAusmaß der Behinderung größer wird, ob also wegen der weiteren Behinderungendem ersten GdB zehn oder mehr Punkte hinzuzufügen sind, um der Gesamtbehinderunggerecht zu werden.Gesamt-GdBDie Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) weist ausdrücklich darauf hin,dass Rechenmethoden für die Bildung des Gesamtgrades der Behinderung ungeeignetsind. Das hat auch das Bundessozialgericht bestätigt. Daher kann es nureine annähernd unverbindliche Orientierungshilfe sein, wenn Schwerbehin-39


dertenvertretungen der schwerbehinderten Menschen folgendermaßen schätzen:Bei der Bildung eines Gesamt-GdB wird die am schwersten beeinträchtigende Behinderungentsprechend der Tabelle bewertet, die dann folgende Behinderungwird nur noch mit dem halben Tabellenwert addiert, die dritte Behinderung nurnoch mit 1 / 3 und so weiter. Diese Feststellung kommt den Ergebnissen im Feststellungsbescheidhäufig nahe.HeilungsbewährungSchließlich wird unter ärztlicher Beteiligung beurteilt, ob und wann von Amts wegeneine Nachprüfung des Befundes erfolgen soll und auf welche Gesundheitsstörungsich die Nachuntersuchung beziehen soll. Bei einigen Gesundheitsstörungen(zum Beispiel bösartige Geschwulst, Transplantationen innerer Organe) wird dabeidie Zeit einer Heilungsbewährung berücksichtigt.Der ärztliche Dienst prüft auch, ob und gegebenenfalls welche gesundheitlichenMerkmale zur Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen vorliegen. Mindestvoraussetzungengibt es nur für einzelne Nachteilsausgleiche, nicht aber für Kombinationsfälle.Liegen die Mindestvoraussetzungen im Einzelfall nicht vor, so wirdjeder Fall individuell geprüft (vergleiche Seite 25 „Zu Randnummer 12“).AkteneinsichtDer Antragsteller hat das Recht, die ärztlichen Beurteilungen und übrigen Unterlageneinzusehen; er kann deshalb Akteneinsicht beantragen.42


Bescheid über die Feststellung einer Behinderung,des Grades der Behinderung (GdB) undder gesundheitlichen Merkmale fürdie Inanspruchnahme von NachteilsausgleichenNach Abschluss der ärztlichen Begutachtung und Überprüfung der sonstigen Voraussetzungennach dem SGB IX (rechtmäßig wohnen, sich gewöhnlich aufhaltenoder arbeiten im Geltungsbereich des Gesetzes) erteilt die zuständige Stelle demAntragsteller einen Feststellungsbescheid, wenn der (Gesamt-)GdB mindestens20 beträgt. Dieser Bescheid enthält neben der Anschrift des behinderten Menschenund sonstigen Angaben den festgestellten Grad der Behinderung. Sofernmehrere Beeinträchtigungen nebeneinander festgestellt worden sind (Seite 39),ist dem Bescheid lediglich der Gesamt-GdB zu entnehmen.Inhalt des BescheidesAußerdem wird festgestellt, welche gesundheitlichen Merkmale für die Inanspruchnahmevon Nachteilsausgleichen vorliegen und welcher Ausweis (GdBmindestens 50) auszustellen ist.Die genaue Bezeichnung der Behinderung wird in den Gründen aufgeführt.Der Feststellungsbescheid dient1. dem behinderten Menschen zur persönlichen Information. Er selbst entscheidetdarüber, ob er den Inhalt des Bescheides anderen (zum Beispiel seinem Arbeitgeber)zugänglich macht;2. als Grundlage zur Ausstellung eines Ausweises, sofern der GdB mindestens 50ausmacht (siehe Seite 52);3. zur Vorlage bei der zuständigen Bundesagentur für Arbeit, wenn der GdB mit30 oder 40 festgestellt worden ist und ein Antrag auf Gleichstellung mit einemschwerbehinderten Menschen gestellt werden soll (vergleiche Seite 83).Der Feststellungsbescheid ist mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehen.NachweisRechtsbehelfEs werden ausschließlich maschinelle Feststellungsbescheide erteilt.Diese vollautomatisch erstellten Bescheide sind auf die individuellen Verhältnissedes Einzelfalles abgestellt und enthalten – wie bei den Formularbescheiden – keineüberflüssigen Texte mehr. Im Übrigen werden diesen Bescheiden – soweit siedie Feststellung eines GdB von mindestens 50 und/oder von Merkzeichen treffen– die sogenannten „Erläuterungen zu den Nachteilsausgleichen“ beigefügt. Diesegeben einen groben Überblick über die Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen.Einen Anspruch auf Vollständigkeit können Sie nicht erfüllen.MaschinelleindividuelleBescheide45


Einen Ablehnungsbescheid erhält der Antragsteller, wenn der (Gesamt-)GdBunter 20 liegt.50


AusweisZum Nachweis der Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch, des Grades der Behinderungund weiterer gesundheitlicher Merkmale, die Voraussetzung für die Inanspruchnahmevon Rechten und Nachteilsausgleichen nach dem SGB IX odernach anderen Vorschriften sind, erhält der behinderte Mensch, dessen GdB mindestens50 beträgt, einen Ausweis in grüner Grundfarbe nach folgendem Muster:VorderseiteRückseiteDer Ausweis ist amtlicher Nachweis für die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch, den Grad der Behinderung,die auf ihm eingetragenen weiteren gesundheitlichen Merkmale und die Zugehörigkeit zuSondergruppen. Er dient dem Nachweis für die Inanspruchnahme von Rechten und Nachteilsausgleichen,die schwerbehinderten Menschen nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch oder nach anderen Vorschriftenzustehen.Änderungen in den für die Eintragungen maßgebenden Verhältnissen sind der ausstellenden Behörde unverzüglichmitzuteilen. Nach Aufforderung ist der Ausweis, der Eigentum der ausstellenden Behördebleibt, zum Zwecke der Berichtigung oder Einziehung vorzulegen. Die missbräuchliche Verwendung iststrafbar.52


Welche Nachteilsausgleiche bei welchen Merkzeichen?Im Ausweis trägt die zuständige Stelle auf der Rückseite folgende Merkzeichenein:RF Der Ausweisinhaber erfüllt die im achten Staatsvertrag zur Änderung rundfunkrechtlicherStaatsverträge (Achter Rundfunkänderungsstaatsvertrag) inArtikel 5 § 6 Absatz 1 festgelegten Voraussetzungen für die Befreiung vonder Rundfunkgebührenpflicht und gegebenenfalls für den Sozial tarif fürVerbindungen im T-Net (siehe Seite 30).RundfunkgebührenbefreiungWichtiger Hinweis:Bei behinderten minderjährigen Haushaltsangehörigen ist der Nachweis erforderlich,dass sie innerhalb der Haushaltsgemeinschaft selbst das Rundfunkgerät zumEmpfang bereithalten und die Befreiungsvoraussetzungen nach dem AchtenRundfunkänderungsstaatsvertrag erfüllen.1. Kl. Die gesundheitlichen Voraussetzungen für die Benutzung der erstenWagenklasse bei Eisenbahnfahrten mit Fahrausweis zweiter Klasse liegenvor (siehe Seite 33).Ausweis für die unent geltliche Beförderung im öffentlichenPersonenverkehr(Ausweis mit orangefarbenem Flächenaufdruck/„Freifahrtausweis“)Den „Freifahrtausweis“ (linke Seite grün/rechte Seite orange) erhalten Gehbehinderte G außergewöhnlich Gehbehinderte aG Hilflose H Gehörlose Gl Versorgungsberechtigte („Kriegsbeschädigt“, VB , EB ), wenn sie bereits am1. Oktober 1979 freifahrtberechtigt waren und die MdE beziehungsweise GdSaufgrund der Schädigung heute noch mindestens 70 % beträgt.FreifahrtausweisIn diesem Ausweis bedeutet das auf der Vorderseite vorgedruckte MerkzeichenB „Die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson ist nachgewiesen“. DieFeststellung bedeutet nicht, dass die schwerbehinderte Person, wenn sienicht in Begleitung ist, eine Gefahr für sich oder andere darstellt (siehe Seite29).Das Merkzeichen berechtigt den schwerbehinderten Menschen, im öffentlichenPersonenverkehr ohne Kilometerbegrenzung eine Begleitperson kostenlos mitzunehmen (auch wenn er selbst bezahlen muss).Mitnahme einerBegleitpersonAuf seiner Rückseite ist im ersten Feld das MerkzeichenG vorgedruckt. Es bedeutet, dass der Ausweisinhaber in seiner Bewegungsfähigkeitim Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt ist (siehe Seite 27).53


Die Eintragung im Ausweis ist von Bedeutung bei der Lohn- und Einkommen steuer, bei „Freifahrt“ oder (wahlweise) bei der Kraftfahrzeugsteuerermäßigungund gegebenenfalls noch beim Beitragsnachlass in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung.Wenn die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson nicht nachgewiesen istoder der schwerbehinderte Mensch in seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehrnicht erheblich beeinträchtigt ist, werden die vorgedruckten Eintragungen imAusweis gelöscht.Auch Gehörlose erhalten den Ausweis mit orangefarbenem Flächenaufdruck(„Freifahrtausweis“). Das vorgedruckte Merkzeichen G auf der Rückseite desAusweises wird gestrichen, wenn sie nicht aufgrund weiterer Beeinträchtigungengehbehindert sind. Auf der Ausweisrückseite wird außerdem das MerkzeichenGl eingetragen.HörbehinderteMenschenWeitere MerkmaleGehörlos in diesem Sinne sind nicht nur behinderte Menschen, bei denen Taubheitbeiderseits vorliegt, sondern auch hörbehinderte Menschen mit einer an Taubheitgrenzenden Schwerhörigkeit beiderseits, wenn daneben schwere Sprachstörungen(schwer verständliche Lautsprache, geringer Sprachschatz) vorliegen. Dassind in der Regel hörbehinderte Menschen, bei denen die an Taubheit grenzendeSchwerhörigkeit angeboren oder in der Kindheit erworben worden ist. DieseGruppen von hörbehinderten Menschen sind auf Kontakte mit in gleicher Art behindertenPersonen und auf Informationen durch spezielle Gehörlosendolmetscherangewiesen. Die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist erforderlich, umeine gesellschaftliche Isolierung zu vermeiden und um den in ihrer Schulzeit erworbenenBildungsstand weiterentwickeln zu können.In den übrigen Feldern können auch andere Merkzeichen eingetragen werden:aG Der Ausweisinhaber ist außergewöhnlich gehbehindert (siehe Seite 28).Dieses Merkzeichen ist von Bedeutung für– die „Freifahrt“– die Kraftfahrzeugsteuerbefreiung, eventuell noch den Beitragsnachlass inder Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung und– die Parkerleichterungen.H Der Ausweisinhaber ist hilflos (siehe Seite 32).Die Eintragung ist von Bedeutung für die Lohn- und Einkommensteuer, die Hundesteuer, die Berechtigung zur „Freifahrt“ für Schwerbehinderte und die Kraftfahrzeugsteuerbefreiung und den Beitragsnachlass in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung.Das Merkzeichen begründet nicht automatisch einen Anspruch auf Pflegegeldnach dem Bundessozialhilfegesetz, es ist aber bei einer Entscheidung durch dasSozialamt mit zu berücksichtigen.54


Bl Der Ausweisinhaber ist blind (siehe Seite 34).Die Eintragung im Ausweis ist von Bedeutung bei der Einkommen- und Lohnsteuer, bei der Hundesteuer, bei der Berechtigung zur „Freifahrt“ für Schwerbehinderte, bei der Kraftfahrzeugsteuerbefreiung und beim Beitragsnachlass in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung, beim Postversand, im Funk- und Fernsprechwesen, beim Parken von Kraftfahrzeugen, (Parkerleichterungen) bei der Umsatzsteuer und bei der Gewährung von Blindengeld nach dem Gesetz über die Hilfen fürblinde und gehörlose Menschen durch die Landschaftsverbände.Gl Der Ausweisinhaber ist gehörlos (siehe Seite 34).Sondergruppen:Auf der Vorderseite des Ausweises trägt die zuständige Stelle unter dem Wort„Schwerbehindertenausweis“ die Bezeichnung „Kriegsbeschädigt“ ein, wennder schwerbehinderte Mensch wegen einer Minderung der Erwerbsfähigkeit(MdE) beziehungsweise Grad der Schädigungsfolgen um wenigstens 50 vomHundert Anspruch auf Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz hat.KriegsbeschädigungAuf der Vorderseite werden folgende Merkzeichen eingetragen:VB – wenn der schwerbehinderte Mensch wegen einer Minderung der Erwerbsfähigkeitum wenigstens 50 vom Hundert Anspruch auf Versorgungnach anderen Bundesgesetzen in entsprechender Anwendung der Vorschriftendes Bundesversorgungsgesetzes hatoder– wenn die Minderung der Erwerbsfähigkeit wegen des Zusammentreffensmehrerer Ansprüche auf Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz,nach Bundesgesetzen in entsprechender Anwendung der Vorschriftendes Bundesversorgungsgesetzes 1 ) oder nach dem Bundesentschädigungsgesetzin ihrer Gesamtheit wenigstens 50 vom Hundertbeträgt.Anspruch ausBundesversorgungsgesetzoder BundesentschädigungsgesetzDas Merkzeichen entfällt, wenn bereits die Bezeichnung „Kriegsbeschädigt“ oderdas nachfolgende MerkzeichenEB eingetragen ist.EB wenn der schwerbehinderte Mensch wegen einer Minderung der Erwerbsfähigkeitum wenigstens 50 vom Hundert Entschädigung nach § 28 desBundesentschädigungsgesetzes erhält. Sofern dieser behinderte Mensch1 Soldatenversorgungsgesetz, Gesetz über den Zivildienst, Häftlingshilfegesetz, Gesetz über die Unterhaltshilfe fürAngehörige von Kriegsgefangenen, Infektionsschutzgesetz bezüglich der Impfschäden, Gesetz über die Opfer vonGewalttaten, Strafrechtliches Rehabilitierungsgesetz, Verwaltungsrechtliches Rehabilitierungsgesetz55


gleichzeitig Kriegsbeschädigter ist, wird die Bezeichnung „Kriegsbeschädigt“eingetragen, es sei denn, der schwerbehinderte Mensch beantragt dieEintragung des Merkzeichens EB .UnbefristeteAusstellung möglichGültigkeitsdauer:Die Gültigkeit des Ausweises wird für die Dauer von längstens fünf Jahren vomMonat der Ausstellung an befristet. In den Fällen, in denen eine Neufeststellungwegen einer wesentlichen Änderung in den gesundheitlichen Verhältnissen, diefür die Feststellung maßgebend gewesen sind, nicht zu erwarten ist, kann derAusweis unbefristet ausgestellt werden.Ausweise für schwerbehinderte Menschen unter zehn Jahren werden bis zur Vollendungdes zehnten Lebensjahres befristet und dann mit einem Lichtbild versehen.Für schwerbehinderte Menschen zwischen zehn und fünfzehn Jahren wird dieGültigkeitsdauer des Ausweises bis längstens zum Ende des Kalendermonats befristet,in dem das zwanzigste Lebensjahr vollendet wird.Bei schwerbehinderten Menschen, die das Haus nicht oder nur mit Hilfe einesKrankenwagens verlassen können, ist ein Lichtbild nicht zwingend erforderlich.Vermerk: „Ohne Lichtbild gültig“.Bei nichtdeutschen schwerbehinderten Menschen, deren Aufenthaltstitel/Aufenthaltsgestattungoder Arbeitserlaubnis befristet ist, wird die Gültigkeitsdauer desAusweises längstens bis zum Ablauf des Monats befristet, in dem die Aufenthaltsgenehmigung/-gestattungoder Arbeitserlaubnis abläuft.AusweisverlängerungDer Ausweis kann höchstens zweimal verlängert werden.Der Kalendermonat und das Kalenderjahr, bis zu deren Ende der Ausweis gültigist, werden auf der Vorderseite des Ausweises eingetragen.Auf der Rückseite des Ausweises wird als Gültigkeitsbeginn im Regelfall der Tagdes Antragseingangs bei der zuständigen Stelle eingetragen. Sofern der schwerbehinderteMensch schon im Antrag ein Interesse begründet hat, das Vorliegender Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch, einen anderen Grad der Behinderungoder ein oder mehrere gesundheitliche Merkmale bereits zu einem früherenZeitpunkt beweisen zu können, wird zusätzlich das Datum eingetragen, von demab die jeweiligen Voraussetzungen mit dem Ausweis nachgewiesen werden können(vergleiche Seite 34, „Zu Randnummer 13“).Ein Ausweis, der nach dem bis zum 30. Juni 2001 geltenden Recht ausgestelltworden ist, bleibt bis zum Ablauf seiner Gültigkeitsdauer gültig, es sei denn, er isteinzuziehen. Er kann auch auf Antrag wie bisher verlängert werden.56


Beiblatt zum AusweisDie zuständige Stelle übersendet mit dem Feststellungsbescheid und dem Ausweismit halbseitigem orangefarbenen Flächenaufdruck („Freifahrtausweis“) einenAntrag auf Ausstellung eines Ausweisbeiblattes. Wer die „Freifahrt“ beantragthat, erhält als Nachweis seiner Berechtigung zusätzlich ein Beiblatt mit Wertmarke.FreifahrtAz.:Der Inhaber oder die Inhaberin dieses Beiblattes ist im öffentlichenPersonenverkehr (§ 145 Abs. 1 Sätze 1 und 2 des Neunten BuchesSozialgesetzbuch) unentgeltlich zu befördern, sofern das nebenstehendeFeld mit einer Wertmarke versehen ist, und zwar für denZeitraum, der auf der Wertmarke eingetragen ist.MusterWertmarke1. Bei Merkzeichen H oder Bl im Ausweis braucht der behinderte Mensch fürdie Wertmarke nichts zu bezahlen. Bei der Eintragung „Kriegsbeschädigt“ undbei Merkzeichen VB oder EB erhält der Versorgungsberechtigte die Wertmarkekostenlos, wenn er bereits am 1. Oktober 1979 freifahrtberechtigt warund der GdS aufgrund der Schädigung heute noch mindestens 70 beträgt (oder50 und 60 mit G infolge der Schädigung).Kostenlose Abgabeder Wertmarke2. Die Wertmarke wird kostenlos an schwerbehinderte Menschen ausgegeben,die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buchoder Leistungen nach dem Dritten oder Vierten Kapitel des Zwölften Buches,dem Achten Buch oder den §§ 27a und 27d des Bundesversorgungsgesetzeserhalten.Zu den Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten BuchSozialgesetzbuch (SGB II), die einen Anspruch auf unentgeltliche Wertmarkebegründen, gehören: das Arbeitslosengeld II nach §§ 19 und folgende Seiten SGB II das Sozialgeld nach § 28 SGB II das Krankengeld nach § 44 SGB V in Höhe des zuvor gezahlten ArbeitslosengeldesIIZu den laufenden Leistungen nach dem SGB XII für den Lebensunterhalt, dieeinen Anspruch auf eine unentgeltliche Wertmarke begründen, gehören:a) laufende Leistungen nach dem dritten Kapitel des SGB XII (Hilfe zum Lebensunterhalt,§§ 27 bis 40 SGB XII). Es darf sich jedoch nicht um einmaligeLeistungen handeln.57


Laufende Leistungen in diesem Sinne können sein: Leistungen für den Lebensunterhalt Leistungen für Unterkunft und Hei zung Mehrbedarfszuschläge Beiträge zu einer Kranken- beziehungsweise Pflegeversicherung Beiträge für die Versorgung Hilfe zum Lebensunterhalt in Sonderfällen Leistungen für den notwendigen Lebensunterhalt in Einrichtun gen Darlehenb) Leistungen der Grundsicherung nach dem vierten Kapitel des SGB XII (§§ 41– 46 SBG XII)Mit Urteil vom 17. 7. 2008 – Az.: B9/9a SB 11/06 R – hat das Bundessozialgerichtüber den Anspruch auf Ausgabe einer unentgeltlichen Wertmarke nach§ 145 Satz 5 Nummer 2 SGB IX entschieden. In dem diesem Urteil zugrunde liegendenFall war der Kläger nach § 145 SGB IX freifahrtberechtigt und wollteeine unentgeltliche Wertmarke erhalten. Der Kläger bezog eine Altersrente, seineEhefrau – unter teilweiser Anrechnung dieser Altersrente – laufende Leistungender Grundsicherung nach dem SGB XII. Der Sozialhilfebezug wurde entsprechendder Angabe der Ehefrau auf das Konto des Klägers überwiesen. DasBSG hat den Anspruch auf Ausgabe einer unentgeltlichen Wertmarke abgelehnt.Die bisherige Verwaltungspraxis in Nordrhein-Westfalen, wonach bei Einsatzgemeinschaftennach dem SGB XII jeder Freifahrtberechtigte einen Anspruchauf Ausgabe eines Beiblattes mit unentgeltlicher Wertmarke hat, wurde aufgehoben.Die Voraussetzungen für die Ausstellung eines Beiblattes mit unentgeltlicherWertmarke werden erfüllt, wenn die freifahrtberechtigte Person selbstLeistungen nach dem Dritten oder Vierten Kapitel des SGB XII erhält.Das Beiblatt, das kostenlos ausgestellt wird (Muster Seite 57), ist stets für dieDauer von zwölf Monaten gültig.KostenpflichtigeAbgabe derWertmarkeKraftfahrzeugsteuer-Befreiung/-Ermäßigung3. Alle übrigen „freifahrtberechtigten“ schwerbehinderten Menschen müssen dieWertmarke bezahlen: 30,– Euro für sechs Monate oder 60,– Euro für ein Jahr„Freifahrt“.Die behinderten Menschen, die zur Gruppe 1 gehören oder das Merkzeichen aGim Ausweis haben, können beim Finanzamt die Kraftfahrzeugsteuerbefreiungallein mit dem Schwerbehindertenausweis beantragen.Wer nicht zur Gruppe 1 gehört und auch kein Merkzeichen aG im Ausweis hat,kann die Wertmarke für die Freifahrt nicht erhalten, solange er die Kraftfahrzeugsteuerermäßigungvon 50 Prozent in Anspruch nimmt. Er braucht aber dasBeiblatt ohne Wertmarke als Nachweis gegenüber dem Finanzamt für dieKraftfahrzeugsteuerermäßigung (vergleiche Schriftenreihe „Für schwerbehinderteMenschen“ – Heft 2). Aufgrund seines Wahlrechts kann er sich jederzeit für dieKraftfahrzeugsteuerermäßigung oder für die „Freifahrt“ neu entscheiden. Er mussjedoch beachten, dass er nicht in jedem Falle mit einer vollen Kostenerstattung für58


die Wertmarke rechnen kann (für jeden vollen, nicht ausgenutzten Kalendermonatwerden 5,– Euro zurückgezahlt, Beträge unter 15,– Euro werden nicht erstattet).Der Mindestberechnungszeitraum für die Kraftfahrzeugsteuer beträgt einen Monat.Hinweis:Für den Fall, dass nach Ausstellung des entgeltlichen Beiblattes mit WertmarkeLeistungen nach dem SGB II oder SGB XII beantragt oder bezogen werden,die zur Ausstellung eines unentgeltlichen Beiblattes berechtigen, solltesofort ein Antrag auf Rückerstattung des Eigenanteils bei der zuständigenStelle erfolgen.59


StreckenverzeichnisStreckenverzeichnis(zu § 147 Abs. 1 Nr. 5 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch)im Umkreis von 50 km um_______________________________________________________________(Gemeinde)Der Inhaber oder die Inhaberin des Ausweises Az.:_____________________ mit Wohnsitz oder gewöhnlichemAufenthalt in der vorstehend genannten Gemeinde wird von der Deutschen Bahn Aktiengesellschaftoder ihren Tochtergesellschaften im Schienenverkehr gegen Vorzeigen des Ausweises und des mit einer gültigenWertmarke versehenen Beiblattes in Zügen des Nahverkehrs dieser Eisenbahn in der 2. Wagenklasseauf folgenden Strecken zwischen den nachstehend genannten Bahnhöfen unentgeltlich befördert (bei Benutzungzuschlagpflichtiger Züge des Nahrverkehrs ist der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen):Strecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen und---------------------------------------------------------------------------------------------------------------Strecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen undStrecke Nr. zwischen und(unabhängig hiervon und vom 50-km-Umkreis auch mit S-Bahnen und im Verkehrsverbund)Bei Änderung des Wohnsitzes oder des gewöhnlichen Aufenthaltes ist dieses Verzeichnis dem für den neuenWohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt zuständigen Versorgungsamt zum Zwecke der Einziehung und derAushändigung eines neuen Streckenverzeichnisses vorzulegen. Die missbräuchliche Verwendung des Streckenverzeichnissesist strafbar.Ausgabedatum:____________________________(Monat/Jahr)60


Behinderte Menschen, die einen Schwerbehindertenausweis mit halbseitigemorangefarbenen Flächenaufdruck und ein Beiblatt mit gültiger Wertmarke besitzen,können unter Vorlage des Streckenverzeichnisses auch Eisenbahnen desBundes in der zweiten Wagenklasse frei benutzen, und zwarNutzung der2. Wagenklasse mit Zügen des Nahverkehrs. Hierunter fallen Züge mit folgenden Zuggattungsbezeichnungen:Regionalbahn (RB), Stadtexpress (SE), Regionalexpress (RE),Schnellzug (D), InterRegio (IR), im Umkreis von 50 Kilometern um ihren Wohnsitzoder gewöhnlichen Aufenthaltsort. (Das Recht zur unentgeltlichen Beförderungentbindet den schwerbehinderten Menschen nicht von der Zuzahlungeines tarifmäßigen Zuschlages bei der Benutzung zuschlagspflichtiger Züge desNahverkehrs). in Verkehrsverbünden sowie auf allen S-Bahn-Strecken ohne Kilometerbegrenzung.Wo die 50-Kilometer-Zone um den Wohnsitz oder den gewöhnlichenAufenthalt des Behinderten jeweils endet, ergibt sich aus dem Streckenverzeichnis.Das Streckenverzeichnis wird den freifahrtberechtigtenschwerbehinderten Menschen von der zuständigen Stelle übersandt.61


BescheinigungenSteuerfreibeträgeBescheinigung über die dauernde Einbuße der körperlichen Beweglichkeitoder über das Vorliegen einer „Typischen Berufskrankheit“:Gegenüber dem Finanzamt benötigen behinderte Menschen, deren GdB/MdE aufweniger als 50, aber mindestens 25 festgestellt worden ist, einen Nachweis zurInanspruchnahme von Steuerfreibeträgen darüber, dass ihnen wegen der Behinderung nach gesetzlichen Vorschriften Renten oder anderelaufende Bezüge zustehen oder die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeitgeführt hat oder auf einer typischen Berufskrankheit beruht.Den Nachweis, dass die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichenBeweglichkeit geführt hat, können die behinderten Menschen entwederdurch die Vorlage ihres Feststellungsbescheides führen oder durch eine Bescheinigung erbringen, die von der zuständigen Stelle auf Antragerstellt wird (Muster vergleiche Seite 63).Die dauernde Einbuße der körperlichen Beweglichkeit kann auch dann bestätigtwerden, wenn sie Folge innerer Krankheiten ist (beispielsweise bei Herz- und Lungenfunktionsstörungenmit einem GdB/MdE-Grad von 30) oder auf Schäden anden Sinnesorganen zurückzuführen ist (beispielsweise bereits bei einer Seh- oderHörbehinderung mit einem GdB von 30).BerufskrankheitDer Nachweis, dass eine typische Berufskrankheit vorliegt, kann von Versichertender gesetzlichen Unfallversicherung durch Vorlage des Bescheides der Berufsgenossenschaftbeim Finanzamt geführt werden. Behinderte Menschen, die nichtVersicherte in der gesetzlichen Unfallversicherung sind, erhalten eine Bescheinigungder zuständigen Stelle, in der wie bei Versicherten das Vorliegen einer typischenBerufskrankheit nach der Reichsversicherungsordnung in Verbindung mitder geltenden Berufskrankheitenverordnung beurteilt wird.Bei Glaubhaftmachung eines besonderen Interesses der behinderten Menschenkann eine Bescheinigung auch für Zeiten vor einer Antragstellung nach demSGB IX ausgestellt werden.62


Auskunft erteilt:Zimmer:Durchwahl:SprechzeitenMo-Fr 7:30 Uhr-12:00 UhrDatum: _________Geschäftszeichen:(Bitte bei Schriftwechsel angeben)Bescheinigungnach § 65 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung zur Vorlage beim Finanzamt.Ich bescheinige, dass ich die bei ________________, geboren am ___________,vorliegende Behinderung mit einem Grad der Behinderung (GdB) vonfestgestellt habe.______________Die Behinderung hat zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt.Die Bescheinigung ist gültig ab ______________Im AuftragStempel63


RechtsbehelfWiderspruchund KlageGegen Feststellungsbescheide kann der behinderte Mensch oder ein von ihm Bevollmächtigterinnerhalb eines Monats nach ihrer Bekanntgabe Widerspruch erheben.Der Widerspruch kann schriftlich oder zur Niederschrift bei der zuständigenStelle erhoben werden (Muster siehe auf Seite 66). Erst nach Abschlussdieses Verfahrens durch einen Widerspruchsbescheid ist die Klage möglich (Mustersiehe auf Seite 76). Ausnahmsweise kann der behinderte Mensch auch schonvor Abschluss des Widerspruchsverfahrens klagen, wenn „ohne zureichendenGrund“ nach drei Monaten noch nicht über den Widerspruch entschieden wurde(Untätigkeitsklage). Die Klage ist beim zuständigen Sozialgericht (siehe Seite 250)schriftlich oder zur Niederschrift des Urkundsbeamten einzulegen.MusterRalf Meyer Warendorfer Str. 2612345 Musterstadt, denAn den KreisGegen Ihren Bescheid vom......... GZ:.... erhebe ich hiermitWiderspruch.Schriftliche Begründung folgt.Gleichzeitig beantrage ich, mir alle ärztlichen Zeugnisse und Gutachten, dieGrundlage für Ihren Bescheid waren, in Fotokopie zu übersenden (einschließlichder abschließenden beraterähnlichen Stellungnahme).Ralf MeyerMonatsfristFür die Fristwahrung kommt es darauf an, wann der Widerspruch bei der zuständigenStelle beziehungsweise wann die Klage beim Sozialgericht eingeht. Widerspruchund Klage sind auch dann noch fristgerecht, wenn sie innerhalb der Monatsfristbei einer anderen inländischen Behörde eingehen oder bei einemVersicherungsträger (zum Beispiel Betriebskrankenkasse, AOK).Es ist empfehlenswert, sich rechtzeitig vor Ablauf der Frist mit dem behandelndenArzt und/oder dem Bevollmächtigten (zum Beispiel einem Rechtsanwalt, der Gewerkschaft,einem Behindertenverband) zu besprechen, um festzustellen, ob einWiderspruch mit Aussicht auf Erfolg eingelegt werden kann. Reicht die Zeit nichtmehr für eine ausführliche Begründung, so genügt zur Fristwahrung ein Schreibennach dem Muster auf Seite 64. Die Begründung sollte dann der zuständigen Stelleinnerhalb eines angemessenen Zeitraumes übersandt werden. Gleiches gilt fürKlage und Berufung.AkteneinsichtDer behinderte Mensch hat auch die Möglichkeit, jederzeit Akteneinsicht (zumBeispiel zur Vorbereitung der Widerspruchsbegründung) zu verlangen. Sofern es64


für ihn günstiger ist, kann er die Akten auch beim Sozialamt seiner Wohngemeindeeinsehen oder auch über einen Rechtsanwalt/einen Behindertenverband einsehenlassen. Er kann mit der zuständigen Stelle die Akteneinsicht abstimmen.Auch im Klageverfahren ist Akteneinsicht möglich. Die zuständige Stelle übersendetdem Behinderten auf Anforderung auch Kopien der Unterlagen. Die Kostenhat der behinderte Mensch zu erstatten.Lässt sich der behinderte Mensch durch einen Bevollmächtigten vertreten, so erhälter den gesamten Schriftverkehr im Verfahren. Wendet sich die Behörde anden behinderten Menschen selbst, hat sie den Bevollmächtigten zu verständigenund über den Stand des Verfahrens auf dem Laufenden zu halten.Weil die Feststellung bestimmter Behinderungsgrade und weiterer gesundheitlicherMerkmale für die Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen genauso bedeutsamsein kann wie die Feststellung eines GdB von 50 (Eigenschaft als schwerbehinderterMensch) oder von 30 (Voraussetzung zur Gleichstellung), ist gegenUrteile der Sozialgerichte ohne Einschränkung innerhalb eines Monats die Berufungbeim Landessozialgericht NRW in Essen zulässig.BevollmächtigteBerufung65


Die Widerspruchsbegründung könnte zum Beispiel so aussehen:Ralf Meyer Warendorfer Str. 2612345 Musterstadt, den ______________An denKreisVon-Steuben-Str. 1012345 MusterstadtBetr.: Ihren Bescheid vom ______________Aktenzeichen: ______________Bezug: Widerspruch vom ______________Meinen Widerspruch vom ______________ begründe ich wie folgt:Folgende Gesundheitsstörungen, die ich in meinem Antrag vom ____________aufgeführt hatte, sind in dem angefochtenen Bescheid nicht berücksichtigt worden: (hierdie Aufzählung dieser Gesundheitsstörungen einsetzen).Ich bitte, hierzu noch den Arzt, Dr. ________________________ /das Krankenhaus _____________________ zu befragen.und/oderIn meinem Antrag hatte ich zu Auskunftszwecken Dr. ___________________ /das Krankenhaus _________________________ benannt. Leider haben Sie eineentsprechende Auskunft nicht eingeholt, so dass Sie bei Ihrer Entscheidung von unvollständigenInformationen ausgegangen sind.und/oderIn der Auskunft vom _______________ über meinen Gesundheitszustand, hatDr. ______________________ / das Krankenhaus _____________________ auch die folgendeBehinderung bezeichnet, die Sie bei Ihrer Entscheidung nicht berücksichtigt haben: (hier dieKrankheitsbezeichnung einsetzen).66


und/oderSowohl mein behandelnder Arzt als auch ich sind der Meinung, dass aufgrund der Artund Schwere der Behinderung der Grad der Behinderung mit ________________erheblich zu niedrig bemessen worden ist. Darüber hinaus bin ich ebenso wie meinbehandelnder Arzt der Auffassung, dass aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungendie Voraussetzungen des Merkzeichens (z. B. G, aG, RF, B, H, BI) vorliegen.und/oderDer angefochtene Bescheid hat die Schwere meiner Behinderung nicht ausreichendgewürdigt. Meine Behinderung belastet mich in besonderem Umfang in nachfolgendgeschilderter Weise:(– hier folgt eine kurze Darstellung des besonderen persönlichen Betroffenseins–)und/oderMeine Behinderung ist am _______ · _______ · _______ eingetreten. Den Grad derBehinderung/das Merkzeichen (z. B. G, aG, H, GI...) bitte ich deshalb rückwirkend vondiesem Zeitpunkt an zu bescheinigen.SchlussfolgerungIch beantrage daher, den angefochtenen Bescheid aufzuheben/zu ändern und erneutüber die Höhe des Grades der Behinderung/die Feststellg. eines Merkzeichens zuentscheiden. Zu einer fachärztlichen Untersuchung und Begutachtung in Ihrer versorgungsärztlichenUntersuchungsstelle oder durch einen anderen Gutachter bin ich gernebereit.Mit freundlichen Grüßen____________________(Unterschrift)67


1 An die für das Feststellungsverfahren nach dem Schwerbehindertenrecht zuständige StelleKreis/Kreisfreie Stadt Geschäfts-/Aktenzeichen EingangsstempelRandnummeraZutreffendes bitte ankreuzenErstantragÄnderungsantragoder ausfüllennach § 69 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX)– Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen –– Schwerbehindertenrecht –zur Feststellung einer Behinderung, eines – höheren – Grades der Behinderung (GdB),– weiterer – gesundheitlicher Merkmale sowie Ausstellung eines – neuen – AusweisesHaben Sie bereits früher einen Antrag nach dem Schwerbehindertengesetz gestellt?NeinJa, beiGeschäfts-/Aktenzeichen:WICHTIGE HINWEISEUm sachgerecht über diesen Antrag entscheiden zu können, werden von Ihnen Informationen und Unterlagenüber Sie benötigt. Bitte füllen Sie den Antragsvordruck sorgfältig – möglichst in Maschinen- oder Blockschrift –aus. Beachten Sie hierbei bitte auch die Erläuterungen ab der sechsten Seite dieses Vordrucks und vergessenSie nicht, den Antrag auf der fünften Seite zu unterschreiben.Wenn sich Unterlagen über Ihren Gesundheitszustand (zum Beispiel Befundberichte, ärztliche Gutachten,Kurschlussgutachten, Pflegegutachten, EKG-, Labor- und Röntgenbefunde – keine Röntgenbilder – ) in IhrenHänden befinden, die nicht älter als zwei Jahre sind, reichen Sie diese bitte zusammen mit dem Antrag ein.Falls oder soweit Sie keine Unterlagen beifügen, werden diese entsprechend Ihrer Einverständniserklärung amEnde des Antragsvordrucks von den von Ihnen benannten Stellen und Personen beigezogen.Die Datenerhebung im Zusammenhang mit dem Antrag erfolgt nach § 67a Absatz 2 Satz 1 Zehntes BuchSozialgesetzbuch (SGB X). Soweit Sie vom Angebot der Datenbeschaffung durch die zuständige Stelle Gebrauchmachen, ist Rechtsgrundlage hierfür Ihre Einwilligung am Ende deises Antragsvordrucks. Die weitereDatenverarbeitung erfolgt gemäß § 67b Absatz 1 SGB X. Ihre Verpflichtung zur Mitwirkung in diesem Verfahren ergibtsich aus § 60 Absatz 1 (Obliegenheit) Erstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB I). Sofern Sie dieser Obliegenheitnicht nachkommen, kann die Feststellung nach dem SGB IX ganz oder teilweise versagt werden, soweit derenVoraussetzungen nicht nachgewiesen sind.2 Angaben zur PersonNameStadt Köln 5350007872MustermannVornameFreddeutschGeburtsname weiblich männlich Staatsangehörigkeitgeboren amGeburtsort6.6.1975 MünsterStraße, HausnummerBahnhofstraße 10PLZWohnort50667 KölnTagsüber erreichbar unter derTelefonnummer (Angabe freiwillig)Sind Sie erwerbstätig?(siehe Erläuterungen Seite 6) JaBei Minderjährigen unter NameVorname15 Jahren und Personen, für dieein Betreuer bestellt ist, bitte Namen,Straße, HausnummerVornamen und Anschriftdes gesetzlichen oder bestelltenVertreters oder Betreuers angeben,PLZWohnortgegebenenfalls bitte – eine– Kopie der Bestallungsurkundeoder des BetreuungsausweisesTagsüber erreichbar unterder Telefonnummer (Angabe freiwillig)beifügen.SB 5/26a – 04/09 1bcdef68


Randnummerc3 Für ausländische Antragsteller/innenSind Sie– ausländische/r Mitbürger/in oder staatenlos? Bitte legen Sie eine Bescheinigung der zuständigenAusländerbehörde oder eine beglaubigte Kopie Ihres Passes vor, um Ihren rechtmäßigen Aufenthaltnachzuweisen. Bei Kindern unter 16 Jahren benötigen wir die genannten Unterlagen einesErziehungsberechtigten.– Grenzarbeitnehmer/in und wohnen im Ausland? Bitte fügen sie die Arbeitsbescheinigung Ihres jetzigenArbeitgebers bei.4 Angaben zu einer anderweitigen Feststellungg4.1 Haben Sie bereits einen Antrag gestellt oder eine Feststellung über die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)beziehungsweise den Grad der Schädigungsfolgen (GdS) erhalten bei/von1. einer Berufsgenossenschaft (zum Beispiel wegen eines Arbeitsunfalls/einer Berufskrankheit)? Ja Nein2. einem Versorgungsamt oder einem Landschaftsverband(zum Beispiel wegen einer Schädigung als Soldat oder Gewaltopfer)? Ja Nein3. einer anderen Dienststelle (zum Beispiel Landesamt, Wehrbereichsgebührnisamt)? Ja NeinWenn Sie eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, legen Sie bitte den entsprechenden Bescheid inKopie bei oder teilen Sie mit, von welcher Stelleund unter welchem Geschäfts-/Aktenzeichengegebenenfalls Tag des Unfalls/der Schädigung et ceteradiese Entscheidung getroffen wurde beziehungsweise der Antrag bearbeitet wird, damit die Unterlagenangefordert werden können.4.2 Möchten Sie über die vorgenannte anderweitige Feststellung hinaus weitere Gesundheitsstörungen odereine Verschlimmerung bereits festgestellter (Funktions-)Beeinträchtigungen geltend machen?Ja – Bitte weiter mit Nummer 5 folgendeNein – Bitte weiter mit Nummer 10 folgende5 Angaben zu Ihren Gesundheitsstörungenh5.1 Für die Anforderung von Befundberichten von den von Ihnen nachfolgend angegebenenÄrztinnen/Ärzten geben Sie bitte den Namen Ihrer Krankenkasse an:AOK Köln5.2 Führen Sie bitte hier die Gesundheitsstörungen (zum Beispiel Wirbelsäulenleiden, Bluthochdruck)auf, die – neu – als Beeinträchtigungen festgestellt werden sollen oder sich geändert/verschlimmerthaben.Lesen Sie bitte hierzu vorher die Erläuterungen zu 5.2 auf der Seite 6!Schwerhörigkeit269


6 Angaben zu Ihren ärztlichen Behandlungen zu 5 (in den letzten zwei Jahren)Randnummer6.1 HausarztName Fachgebiet Behandlung von – bisElse Fröhlich Allgemein 2000 – heuteKönigstraße 10 50667 KölnStraße, Hausnummer PLZ Ort6.2 Weitere ÄrzteHinweis: Sie können die Dauer des Verfahrens beeinflussen. Fragen Sie bitte bei Ihrem Hausarzt nach, ob dortBefunde sämtlicher von Ihnen nachstehend angegebener Fachärzte – außer Augen- und HNO-Ärzte undKrankenhäuser/Kurkliniken – vorliegen und bitten Sie ihn gegebenenfalls, diese Unterlagen auf Anfrage derzuständigen Stelle zur Verfügung zu stellen.FacharztName Fachgebiet Behandlung von - bisJürgen Müller Augenarzt 2000 – heuteWaldstraße 35 50667 KölnStraße, Hausnummer PLZ OrtBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja NeinFacharztErnst Meier HNO-Arzt Jan 2000 – heuteWiesenweg 1 50667 KölnName Fachgebiet Behandlung von – bisStraße, Hausnummer PLZ OrtBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja NeinFacharztName Fachgebiet Behandlung von – bisiStraße, Hausnummer PLZ OrtBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja Nein7 Angaben zu Ihren Krankenhausbehandlungen zu 5 (in den letzten zwei Jahren)Name des KrankenhausesAbteilung / StationStraße, Hausnummer PLZ OrtjBehandlung von – bis Ambulant StationärBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja NeinName des KrankenhausesAbteilung / StationStraße, Hausnummer PLZ OrtBehandlung von – bis Ambulant StationärBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja Nein370


Randnummer8 Angaben zu Ihren Rehabilitationsverfahren/Kuren (in den letzten zwei Jahren)jName der Klinik Behandlung von bisStraße, Hausnummer PLZ OrtName des KostenträgersStraße, HausnummerPLZ Ort Mitgliedsnummer / GeschäftszeichenBefinden sich diese Unterlagen auch bei Ihrem Hausarzt? Ja Nein9 Sonstige Angaben zu Ihren unter 5 geltend gemachten Gesundheitsstörungenk9.1 Erhalten Sie eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aus der gesetzlichen Rentenversicherung(gegebenfalls ab wann) oder haben Sie dort einen Antrag gestellt (gegebenfalls wann)?Laufen Untersuchungen beim Sozialversicherungsträger oder sind Klagen beim Sozialgericht anhängig?Nein Ja, und zwar ab/am (Monat/Jahr)9.2 Name des Sozialversicherungsträgers Rentenversicherungsnummer9.3 Erhalten Sie Blindengeld oder Hilfe für Gehörlose vom Landschaftsverband oder haben Sie einenentsprechenden Antrag gestellt?Nein Ja, und zwar ab/am (Monat/Jahr)9.4 Erhalten Sie Leistungen wegen Pflegebedürftigkeit von Ihrer Pflegekasse/Krankenkasse oder haben Sieeinen entsprechenden Antrag gestellt?Nein Ja, und zwar ab/am (Monat/Jahr)9.5 Befinden sich weitere Unterlagen, insbesondere ärztliche Gutachten, Untersuchungsbefunde bei bisher nochnicht angegebenen sonstigen Stellen (zum Beispiel Gesundheitsamt, Behinderteneinrichtung, Agentur fürArbeit, Medizinischer Dienst der Krankenkassen)?Nein Ja, und zwar ab/am (Monat/Jahr)9.6 Anschrift des Leistungsträgers zu 9.3 bis 9.5(Landschaftsverband/Pflegekasse/Krankenkassr/Sonstige Stelle)Geschäfts-/Aktenzeichen10 Angaben zur Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen und Ausstellung eines AusweiseslmEs soll festgestellt werden, dass die gesundheitlichen Voraussetzungen für folgende Merkzeichen vorliegen:(Bitte beachten Sie die Erläuterungen unter 10.1 auf der Seite 7 und kreuzen Sie gegebenenfalls an)– G – – aG – – B – – RF – – H – – 1.Kl. – – Bl – – Gl –Ich benötige keinen AusweisFalls ein Ausweis ausgestellt wird, ist dieser ab dem Tag des Antragseingangs gültig. Wenn Sie ein besonderesInteresse glaubhaft machen, kann auch ein früherer Gültigkeits-Zeitpunkt eingetragen werden.Ich beantrage eine Rückwirkung ab: wegen Steuer Renteoder wegen471


11 Erklärungen11.1 Ich versichere, dass ich die vorstehenden Angaben nach bestem Wissen und Gewissengemacht habe.11.2 Soweit ich keine Unterlagen beifüge oder die von mir beigefügten Unterlagen für einesachgerechte Entscheidung nach dem SGB IX nicht ausreichen, erkläre ich michdamit einverstanden, dass die zuständige Stelle in diesem Verwaltungsverfahren undin einem eventuell sich anschließenden Vorverfahren von den genanntenÄrztinnen/Ärzten, Krankenanstalten/Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen(Kuranstalt/Sanatorium), Trägern der Sozialversicherung, privatenKranken- und Pflegeversicherungsunternehmen, Behörden sowie von den sonstigenvon mir benannten Stellen (siehe Ziffer 9.5 des Antragsvordruckes) Auskünfteeinholt und Unterlagen beizieht in dem Umfang, wie diese Aufschluss über diebei mir vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen geben können. MeinEinverständnis gilt auch für Unterlagen, die diese Ärztinnen/Ärzte und Einrichtungenvon anderen Ärztinnen/Ärzten und Einrichtungen erhalten haben. Die beteiligtenÄrztinnen/Ärzte entbinde ich ausdrücklich von ihrer Schweigepflicht. Ich erkläre michdamit einverstanden, dass die Auskünfte und Unterlagen in den Verfahren verwendetwerden.RandnummerJaNeinnFalls ich diese Einverständniserklärung widerrufen oder einschränken will, werde icheine gesonderte Erklärung abgeben.11.3 Ich nehme zur Kenntnis, dass die Daten über meine Gesundheit, die der zuständigen Stellemit diesem Verfahren nach dem SGB IX zugänglich gemacht worden sind, auch– beauftragten Gutachterinnen/Gutachtern zur medizinischen Beurteilung,– anderen Sozialleistungsträgern für deren gesetzliche Aufgaben sowie– den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeitübermittelt werden dürfen (§ 69 Absatz 1 Nummern 1 und 2 in Verbindung mit § 76 Absatz2 SGB X).Mir ist bekannt, dass ich der Übermittlung jederzeit formlos widersprechen kann.Dem Auftrag füge ich bei:Ein Lichtbild aus neuester Zeit (45 x 35 Millimeter im Hochformat ohne Rand, mit meinemNamen auf der Rückseite) – nur erforderlich ab Vollendung des 10. Lebensjahres für die Ausstellungeines Ausweises –Ergänzungsbögen zum AntragBeim Ausfüllen dieses Antrages hat mir geholfen und steht hierzu für telefonische Rückfragenzur Verfügung (Angabe freiwillig):Herr/FrauOrtTelefonnummerKöln 5.8.2009Fred MustermannDatumUnterschriftder Antragstellerin/des Antragstellers und/oder des gesetzlichen oder bestelltenVertreters oder Betreuers572


Erläuterungen zum Ausfüllen des Antragsvordrucks SB 5/26a 04/09Sollten Sie Fragen zum Antrag haben, wenden Sie sich bitte persönlich oder telefonisch während derSprechstunden oder nach vorheriger Vereinbarung an die für Sie zuständige Stelle.Sofern der im Antragsvordruck vorgesehene Raum nicht ausreicht, führen Sie bitte Ihre Angabenauf einem gesonderten Blatt fort.zu1Tragen Sie hier bitte die für Ihren Wohnort oder Aufenthaltsort zuständige Stelle ein.Anschriften und Zuständigkeitsbereiche finden Sie auf dem farbigen Einlegeblattzu2zu4.2zu5.2Nach der Erwerbstätigkeit wird gefragt, weil für erwerbstätige Antragstellerinnen/Antragsteller, derenSchwerbehinderung (Grad der Behinderung mindestens 50) noch nicht festgestellt ist, besondere Regelungenzum Kündigungsschutz und zum Verfahren gelten. Erwerbstätig in diesem Sinne sind Sie,wenn Sie abhängig beschäftigt sind, selbstständig Tätige gehören nicht dazu.Den besonderen Kündigungsschutz am Arbeitsplatz haben Sie, wenn Sie im Zeitpunkt derKündigung die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch nachweisen können oder IhreSchwerbehinderung offensichtlich ist. Dies gilt nicht, wenn wegen Ihrer fehlenden Mitwirkung überden Antrag noch nicht entschieden werden konnte. Ihre Mitwirkungspflicht haben Sie in der Regelerfüllt, wenn Sie einen ausgefüllten und unterschriebenen Antragsvordruck vorlegen, mit dem Siehinsichtlich der beigefügten oder noch beizuziehenden Unterlagen die angegebenen Ärztinnen/Ärzteund Dritte von der Schweigepflicht entbinden.Um die Zeit zwischen dem Stellen des Antrages und dem Erteilen des Bescheides zu verkürzen, inder Sie und Ihr Arbeitgeber nicht wissen, ob Ihnen die Rechte und Nachteilsausgleiche wegen Schwerbehinderungzustehen, hat der Gesetzgeber für das Erstellen sowohl des ärztlichen Gutachtensals auch des Bescheides verkürzte Bearbeitungsfristen vorgeschrieben.Falls Sie an Ihrem Arbeitsplatz akut von Kündigung bedroht sind und den besonderenKündigungsschutz nach dem SGB IX in Anspruch nehmen wollen, wird dringend empfohlen, sichtelefonisch mit der für Sie zuständigen Stelle in Verbindung zu setzen, um Möglichkeiten, dasVerfahren zu beschleunigen, wahrnehmen zu können.Wenn bereits eine andere Stelle eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) festgesetzt hat, kanndiese für die Feststellung des Grades der Behinderung (GdB) übernommen werden. Falls Sie dieswünschen, brauchen weitere Einzelheiten zu Ihrem Gesundheitszustand nicht aufgeklärt zu werden,Sie können dann gleich zu den Angaben unter Nummer 10 übergehen. Wenn Sie aber möchten, dassGesundheitsstörungen festgestellt werden, die von der anderen Stelle bisher nicht berücksichtigt wurden,machen Sie bitte weitere Angaben ab der Nummer 5.Geben Sie bitte hier alle Gesundheitsstörungen an, die als Behinderung festgestellt werden sollen.Dabei kommt es nicht darauf an, dass Sie die Gesundheitsstörungen mit den genauen medizinischenFachausdrücken bezeichnen. Es reicht aus, wenn Sie in die vorgegebenen Spalten zum Beispiel„Bluthochdruck“, „Wirbelsäulenerkrankung“ oder „Herzerkrankung“ eintragen.Hierbei wird in Ihrem Interesse von der Vermutung ausgegangen, dass alle bei Ihnen vorliegendenGesundheitsstörungen als Behinderung festgestellt werden sollen. Es werden daher bei von Ihnenunter 6 bis 9 im Vordruck benannten Ärztinnen/Ärzten, Krankenhäusern, Kliniken und LeistungsträgernIhre gesamten derzeitigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen erfragt, um den höchstmöglichenGrad der Behinderung beziehungsweise die maximale Anzahl an Merkzeichen zur Inanspruchnahmevon Nachteilsausgleichen feststellen zu können.Es steht Ihnen jedoch völlig frei zu entscheiden, dass bestimmte Gesundheitsstörungen auf keinenFall als Behinderung festgestellt werden. Eine solche Beschränkung des Antrages nehmen Sie bitteformlos auf einem gesonderten Blatt vor. Bedenken Sie hierbei bitte, dass die nicht als Behinderungfestzustellenden Gesundheitsstörungen auch bei der Bewertung des Grades der Behinderung (GdB)außer Acht gelassen werden müssenBitte trennen Sie das folgende Blatt (Seiten 7 und 8) ab und nehmen Sie es zu IhrenUnterlagen, damit Sie die Informationen zum Verfahrensablauf greifbar haben.673


zu6Tragen Sie bitte nur die Ärztinnen/Ärzte ein, die Ihre unter Nummer 5.2 genanntenGesundheitsstörungen in den letzten zwei Jahren behandelt haben. Sollten mehrere als Hausärzte zubenennen sein, ergänzen/ändern Sie bitte die Titelzeile über dem entsprechenden Namensfeld.Die genaue Angabe der Namen und Anschriften der behandelnden Ärztinnen/Ärzte ist besonderswichtig. Sie vermeiden damit Rückfagen und andere Verzögerungen in der Bearbeitung IhresAntrages.Zum Beispiel:NameFrau Dr. Inge HeilsamStraße, HausnummerMusterstraße 55FachgebietOrthopädiePLZ99999Behandlung von – bis2001 – 2004OrtMusterdorfzu7zu8zu10.1Neben der genauen Bezeichnung des Krankenhauses und seiner vollständigen Anschrift ist es wichtig, auchdie Abteilung bzw. Station anzugeben, auf der Sie behandelt wurden. Kreuzen Sie bitte auch an, ob Sie ambulantoder stationär behandelt werden mussten.Geben Sie hier bitte auch den Namen und die Anschrift des Leistungsträgers an, der die Kosten der Rehabilitationsverfahren/Kurengetragen hat (Kostenträger), da häufig die Unterlagen nur von dort zu erhalten sind.Wenn Sie der Meinung sind, dass gesundheitliche Merkmale für die Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichenbei Ihnen vorliegen, kreuzen Sie bitte das entsprechende Kästchen an.Erläuterungen zu den Merkzeichen– G – Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im StraßenverkehrEin Mensch ist in seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt, wenner infolge einer Einschränkung des Gehvermögens, auch durch innere Leiden, oder infolge vonAnfällen oder von Störungen der Orientierungsfähigkeit nicht ohne erhebliche Schwierigkeitenoder ohne Gefahren für sich oder andere Wegstrecken im Ortsverkehr zurückzulegen vermag,die üblicherweise noch zu Fuß zurückgelegt werden (ca. zwei Kilometer in etwa ½ Stunde).– aG – Außergewöhnliche GehbehinderungAls schwerbehinderte Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung sind solche Personenanzusehen, die sich wegen der Schwere Ihres Leidens dauernd nur mit fremder Hilfe oder nurmit großer Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeuges bewegen können.– B – Berechtigung zur Mitnahme einer BegleitpersonSchwerbehinderten Menschen sind zur Mitnahme einer Begleitperson berechtigt, wenn sie beider Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln infolge ihrer Behinderung regelmäßig auffremde Hilfe angewiesen sind.– RF – Befreiung von der RundfunkgebührenpflichtAus gesundheitlichen Gründen sind folgende Menschen von der Rundfunkgebührenpflichtzu befreien:– Blinde oder nicht nur vorübergehend wesentlich Sehbehinderte mit einem GdB vonwenigstens 60 allein wegen der Sehbehinderung.– Hörgeschädigte, die gehörlos sind oder denen eine ausreichende Verständigung über dasGehör auch mit Hörhilfen nicht möglich ist.– Schwerbehinderte Menschen mit einem GdB von wenigstens 80, die wegen Ihres Leidens anöffentlichen Veranstaltungen ständig nicht teilnehmen können.Die behinderten Menschen müssen allgemein von öffentlichen Zusammenkünftenausgeschlossen sein. Es genügt nicht, dass sich die Teilnahme an einzelnen, nurgelegentlich stattfindenden Veranstaltungen – bestimmter Art – verbietet.– H – HilflosigkeitHilflos ist ein Mensch, wenn er für eine Reihe von häufig und regelmäßig wiederkehrendenVerrichtungen zur Sicherung seiner Existenz im Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfedauernd bedarf.774


– 1. Kl – Notwendigkeit für die Benutzung der 1. WagenklasseDie Voraussetzungen für die Benutzung der 1. Wagenklasse mit dem Fahrausweis der 2. Wagenklasseerfüllen ausschließlich Kriegsbeschädigte und Verfolgte im Sinne des Bundesentschädigungsgesetzesmit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um wenigstens 70 vom Hundert,wenn der auf den anerkannten Schädigungsfolgen beruhende körperliche Zustand beiEisenbahnfahrten ständig die Unterbringung in der 1. Wagenklasse erfordert.– Bl – BlindheitBlind ist ein Mensch, der das Augenlicht vollständig verloren hat; als blind ist auch einMensch anzusehen, dessen Sehschärfe auf dem besseren Auge nicht mehr als 1 / 50 beträgtoder bei dem eine dem Schweregrad dieser Sehschärfe gleich zu achtende, nicht nurvorübergehende Störung des Sehvermögens vorliegt.– Gl – GehörlosigkeitGehörlos ist ein Mensch, bei dem Taubheit beiderseits oder eine an Taubheit grenzendeSchwerhörigkeit beiderseits verbunden mit schweren Sprachstörungen (schwerverständliche Lautsprache, geringer Sprachschatz) vorliegt. In der Regel zählen hierzuhörbehinderte Menschen, bei denen die an Taubheit grenzende Schwerhörigkeitangeboren oder in der Kindheit erworben ist.zu10.3zu11Bitte beachten Sie, dass der Pauschbetrag vom Finanzamt bereits für das Jahr der Antragstellunggewährt wird, auch wenn die Voraussetzungen nur an mindestens einen Tag im Jahr vorgelegen haben.Sofern Sie jedoch ein besonderes Interesse (zum Beispiel aus steuerlichen Gründen) daran haben, dass festgestelltwird, dass Schwerbehinderung, Grad der Behinderung oder gesundheitliche Merkmale schon vor derAntragstellung vorgelegen haben, tragen Sie bitte das entsprechende Datum ein und geben Sie denGrund an.Bitte lesen Sie die Erklärungen sorgfältig durch undvergessen Sie bitte nicht das Ankreuzen und Ihre Unterschrift!Informationen zum VerfahrensablaufWenn dieser ausgefüllte und unterschriebene Antragsvordruck der zuständigen Stelle vorliegt und dieeventuell von Ihnen beigefügten Unterlagen für eine Feststellung nicht ausreichen, werden von Ihnenbenannte Ärztinnen/Ärzte, Krankenhäuser und sonstige Stellen (zum Beispiel Rentenversicherungsträger,Gesundheitsamt, Pflegekasse) angeschrieben. Diese werden gebeten, medizinische Unterlagen über diebei Ihnen vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu übersenden. Kosten entstehen Ihnendadurch nicht. Falls Sie Unterlagen selbst besorgen, können Aufwendungen hierfür (zum Beispiel Porto,Kosten für Atteste oder Gutachten) allerdings im Feststellungsverfahren nicht erstattet werden.Sobald die notwendigen medizinischen Unterlagen vorliegen, werden Sie unter ärztlicher Beteiligungausgewertet. Falls die Unterlagen zur Feststellung des Grades der Behinderung und/oder der Merkzeichenausnahmsweise nicht ausreichen und eine ärztliche Untersuchung erforderlich ist, werden Sie nochbesonders benachrichtigt.Unter Berücksichtigung der medizinisch-gutachtlichen Prüfung erteilt dann die/der zuständigeSachbearbeiter/in den Feststellungsbescheid. Mit ihm zusammen erhalten Sie, falls der Grad derBehinderung mindestens 50 beträgt, den Schwerbehindertenausweis, sofern bereits ein Lichtbild vorliegt.Die zuständige Stelle ist bemüht, über ihren Antrag alsbald zu entscheiden. Sie wird zwar dieangeschriebenen Ärztinnen/Ärzte und Stellen bitten, die Anfragen beschleunigt zu beantworten und auchgegebenenfalls mehrfach erinnern, es lässt sich aber nicht ausnahmslos erzwingen, dass Unterlagen ohneVerzögerung übersandt werden. Erfahrungsgemäß nehmen die Ermittlungen deshalb einige Wochen inAnspruch. Bitte bedenken Sie dies, wenn Sie sich nach dem Stand der Angelegenheit erkundigenmöchten.Vielen Dank im Voraus für Ihr Verständnis.875


Ralf Meyer Warendorfer Str. 2612345 Musterstadt, denSozialgerichtBeispielstraße12345 MusterstadtBetr.: Bescheid der Bezirksregierung Münster, Abteilung 2, Ordnungsrecht,Gesundheit, Sozialwesen, Gefahrenabwehr, Verkehr ... vom ..., GZ: ...Sehr geehrte Damen und Herren,gegen den oben genannten Bescheid erhebe ich hiermitKlageSchriftliche Begründung folgt.Mit freundlichem GrußRalf MeyerÄnderung des Feststellungsbescheides/des Ausweises1. Auf Antrag des (schwer-) behinderten Menschen:Änderung desGesund heitszustandesa) Änderung des Gesundheitszustandes:Feststellungen der zuständigen Stellen über eine Behinderung, den Grad der Behinderungund die gesundheitlichen Merkmale können geändert werden, wennsich die Verhältnisse nach der letzten Feststellung wesentlich geändert haben (positivoder negativ). Wesentlich ist eine Änderung nur dann, wenn sich der Gradder Behinderung durch Verschlimmerung oder Besserung der Behinderung umwenigstens zehn nach oben oder unten ändert oder wenn Merkzeichen im Ausweiszusätzlich vermerkt werden oder wegfallen sollen.Die zuständige Stelle prüft die Voraussetzungen ähnlich wie beim Erstantrag (Seite36). Die Überprüfung kann auch ergeben, dass der GdB herabgesetzt wird, zumBeispiel wenn sich die Behinderung entgegen der Annahme des Antragstellers nicht verschlimmert,sondern gebessert hat, die frühere Bewertung unrichtig war.Falls die zuständige Stelle feststellt, dass sich die Behinderung verschlimmert hat,könnte zum Beispiel folgender Bescheid erteilt werden:RechtsmittelGegen diesen Bescheid kann der schwerbehinderte Mensch einen Rechtsbehelfeinlegen. Wenn der behinderte Mensch sich mit dem Rechtsbehelf gegen einenfür ihn ungünstigen Neufeststellungsbescheid wehrt, verlängert die zuständigeStelle bei Ablauf der Gültigkeitsdauer den bisherigen Ausweis bis zum Abschlussdes Rechtsbehelfsverfahrens ohne Änderungen (zur Schutzfrist nach endgültigerHerabsetzung des GdB unter 50 siehe Seite 80).76


) Verzicht auf die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch:Ein Verzicht auf den Schwerbehindertenstatus ist grundsätzlich nicht möglich, weildie Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch Kraft Gesetzes eintritt, sobald diein § 2 Absatz 2 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX) genannten gesetzlichenVoraussetzungen erfüllt sind.Verzicht aufSchwerbehinderteneigenschaftUnter Beachtung der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts ist jedoch auf besonderenAntrag des behinderten Menschen sowohl eine (vorherige) Beschränkungdes Feststellungsantrages auf einzelne Gesundheitsstörungen als auch ein(nachträglicher) Verzicht auf bereits festgestellte Beeinträchtigungen zugelassen.Der Grad der Behinderung sowie die Feststellung von Merkzeichen richten sichdann allein nach den noch verbleibenden festzustellenden oder festgestellten Beeinträchtigungen.Das kann dazu führen, dass ein GdB unter 50 festgestellt undder Ausweis eingezogen wird.2. Von Amts wegen:a) Änderung des Gesundheitszustandes:Ein rechtswirksamer Feststellungsbescheid kann auch bei Nachprüfung von Amtswegen nur geändert werden, wenn sich die gesundheitlichen Verhältnisse nachder letzten Feststellung wesentlich positiv oder negativ geändert haben. Eine wesentlicheÄnderung im Ausmaß der Behinderung liegt nur vor, wenn der veränderteGesundheitszustand mehr als sechs Monate angehalten hat oder voraussichtlichanhalten wird und die Änderung des GdB wenigstens zehn beträgt. Einewesentliche Änderung ist auch gegeben, wenn die entscheidenden gesundheitlichenVoraussetzungen für Nachteilsausgleiche für behinderte Menschen erfülltwerden oder entfallen sind. Eine wesentliche Änderung liegt nicht vor, wenn eineGesundheitsstörung, ohne sich verändert zu haben, lediglich abweichend beurteiltwird. Nach der Behandlung von Krankheiten, bei denen die Entwicklungnoch ungewiss ist (zum Beispiel bösartige Geschwulstkrankheiten), wird vor Herabsetzungdes GdB noch eine Zeit der Heilungsbewährung abgewartet.Änderung desGesundheitszustandesEntfallen eine oder mehrere Beeinträchtigungen, die zur Feststellung eines Gesamt-GdBgeführt haben, so ist ein neuer Gesamt-GdB festzustellen.b) Rücknahme von Verwaltungsentscheidungen:Wenn keine wesentliche Änderung der Verhältnisse eingetreten ist, kann die zuständigeStelle einen bindend gewordenen Feststellungsbescheid über die Behinderungnur unter folgenden Voraussetzungen zurücknehmen:Rücknahme desBescheidesZu Gunsten des Betroffenen kann der Verwaltungsakt nur zurückgenommenwerden, wenn bei seinem Erlass das Recht unrichtig angewandt oder von einemSachverhalt ausgegangen worden ist, der sich als unrichtig erwiesen hat (zum BeispielFehldiagnose, unrichtige Einschätzung des Ausmaßes der Gesundheitsstörung).Folge: Die zuständige Stelle erlässt einen neuen Feststellungsbescheid, derzum Beispiel einen höheren GdB oder zusätzliche Merkmale anerkennt.Zu Ungunsten des behinderten Menschen kann die Verwaltungsentscheidungnur berichtigt werden, soweit er nicht auf den Bestand des Bescheides vertraut hatund sein Vertrauen unter Abwägung mit dem öffentlichen Interesse an einerVertrauensschutz79


Rücknahme der falschen Entscheidung schutzwürdig ist. Hierbei sind bestimmteFristen zu beachten. In der Regel gilt, dass eine Rücknahme innerhalb einer Fristvon zwei Jahren seit Erteilung des falschen Bescheides stets möglich ist. Der Ausweismuss erst dann zur Berichtigung eingereicht werden, wenn der neue Bescheidrechtswirksam geworden ist.Anhörungc) Verfahren:Die zuständige Stelle muss vor Erlass eines Bescheides, der in Rechte des behindertenMenschen eingreift, ihm Gelegenheit geben, sich zu den für die Entscheidungerheblichen Tatsachen zu äußern. 1Dazu ist notwendig, dass die zuständige Stelle die Gründe im Einzelnen nennt, diesie dazu bewogen haben, das Vorliegen einer Behinderung, den GdB oder die gesundheitlichenMerkmale zukünftig anders als bisher zu bewerten.Ein pauschaler Hinweis auf das Ergebnis einer ärztlichen Untersuchung genügtnicht, vielmehr sind die für die Entscheidung erheblichen Tatsachen (zum BeispielUntersuchungsergebnisse, Ergebnis eines beigezogenen Befundberichtes und derName des Arztes, der ihn erstattet hat) mitzuteilen. 2Änderung eines Rentenbescheides,einer Verwaltungs- oder Gerichts entscheidungDie in einem Rentenbescheid, einer Verwaltungs- oder Gerichtsentscheidung überdie Behinderung und zum Behinderungsgrad getroffene Feststellung, die nichtvon der zuständigen Stelle erfolgte (siehe Seite 21 „Zu Randnummer 6“), kannnach den Vorschriften des jeweiligen Renten- oder von der zuständigen Stelle geändertwerden. Die Änderung wirkt sich in vielen Fällen auf den Schwerbehindertennachweis(Ausweis) aus.3-Monats-FristBeispieleSchutzfrist bei Wegfall der Eigenschaftals schwerbehinderter MenschIst die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch weggefallen, weil sich der Behinderungsgradauf weniger als 50 verringert hat, so behält der behinderteMensch den Schwerbehindertenschutz und den Schwerbehindertenausweis biszum Ende des dritten Kalendermonats, der auf den Eintritt der Unanfechtbarkeitdes die Verringerung feststellenden Bescheides folgt.Beispiel: Ein behinderter Mensch erhält am 4. Mai 2009 von der Stadt Münstereinen Neufeststellungsbescheid, wonach bei ihm ein Behinderungsgrad von nurnoch 40 festgestellt wird. Der behinderte Mensch erhebt gegen diesen Bescheidkeinen Widerspruch. Der Bescheid wird im Juni (einen Monat nach Zustellung1 § 24 Absatz 1 Sozialgesetzbuch X (SGB X)2 BSG-Urteile B 9 SB 5/98 R, B 9 SB 14/97 R, B 9 SB 12/97 R80


des Bescheides) unanfechtbar. Am Ende des dritten Kalendermonats nach Eintrittder Unanfechtbarkeit, das heißt mit Ablauf des 30. September 2009 erlischtder Schutz.Ein weiteres Beispiel:Der behinderte Mensch erhält den Neufeststellungsbescheid, wonach bei ihm nurnoch ein GdB von 40 festgestellt wird, am 4. Mai 2009. Er erhebt innerhalb derRechtsbehelfsfrist bei der zuständigen Stelle Widerspruch gegen den Bescheid.Die zuständige Stelle weist den Widerspruch im August 2009 zurück. Der behinderteMensch beschließt, nicht zu klagen. Der Bescheid wird im September (einenMonat nach Zustellung des Widerspruchsbescheides) unanfechtbar. Erst am Endedes folgenden dritten Kalendermonats, das heißt mit Ablauf des 31. Dezember2009 erlischt auch der gesetzliche Schutz.Ein weiteres Beispiel:Der behinderte Mensch erhält den Neufeststellungsbescheid, wonach bei ihmnoch ein GdB von 40 festgestellt wird, am 4. Mai 2009. Er erhebt innerhalb derRechtsbehelfsfrist Widerspruch gegen den Bescheid. Die zuständige Stelle weistden Widerspruch im August 2009 zurück. Der behinderte Mensch erhebt Klage.Im Rahmen des Klageverfahrens werden weitere medizinische Unterlagen beigezogen,die den GdB von 40 bestätigen. Der Kläger nimmt die Klage im Termin zurmündlichen Verhandlung am 15. August 2009 zurück.Bei dieser Fallgestaltung steht die Klagerücknahme einem unanfechtbaren Feststellungsbescheidgleich. Das bedeutet, dass bei einer Klagerücknahme durch denKläger im Monat August 2009 die Schutzfrist mit Ablauf des 30. November 2009erlischt.Der behinderte Mensch kann bis zum Ablauf der dreimonatigen Schutzfrist seineRechte aus dem Schwerbehindertengesetz (zum Beispiel Kündigungsschutz) unddie Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen.Hinweis: Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 27. September 1989,Bundessteuerblatt 1990 Teil II, ist der durch bestandskräftige Neufeststellung herabgesetzteGrad der Behinderung auf den Neufeststellungszeitpunkt für die Besteuerungbindend, auch wenn der Schwerbehindertenausweis bis zur Bestandskraftfortgilt. Dem steht nach Ansicht des BFH § 38 Absatz 1 zweiter HalbsatzSchwbG (jetzt § 116 SGB IX) nicht entgegen.Zum Nachweis seiner Rechte behält der behinderte Mensch bis zum Ablauf derSchutzfrist seinen Schwerbehindertenausweis. Wenn der Ausweis vorher abläuft,verlängert die zuständige Stelle den Ausweis ohne Änderungen bis zum Ablaufder Schutzfrist.Erst wenn der gesetzliche Schutz erloschen ist, wird der Schwerbehindertenausweiseingezogen.81


Einziehung des AusweisesKeine SchutzfristDer Ausweis wird ohne Schutzfrist eingezogen, wenn der behinderte Menschnicht mehr im Geltungsbereich des Gesetzesa) rechtmäßig wohntb) sich rechtmäßig gewöhnlich aufhält oderc) – bei Auslandswohnsitz – rechtmäßig als Arbeitnehmer in Deutschland tätig ist;denn er ist dann nicht mehr ein schwerbehinderter Mensch im Sinne des NeuntenBuches Sozialgesetzbuch (SGB IX). (Dies gilt zum Beispiel nicht bei einerAbordnung eines deutschen behinderten Arbeitnehmers durch eine deutscheFirma oder Behörde ins Ausland für eine befristete Zeit.)Wenn die zusändige Stelle den GdB unter 50 herabsetzt, behält der Behinderteden Ausweis bis zum Ablauf der Schutzfrist (siehe Seite 80). Danach wird der Ausweiseingezogen.Verlängerung der Gültigkeitsdauerdes SchwerbehindertenausweisesRechtzeitig (circa drei Monate) vor Ablauf der Gültigkeitsdauer sollte die Verlängerungbeantragt werden, wenn der Ausweis weiterhin genutzt werden soll.Die zuständige Stelle muss die Gültigkeit des Ausweises ohne Änderungen aufAntrag verlängern, solange der der Ausweisausstellung zugrunde liegende Feststellungsbescheidoder Rentenbescheid beziehungsweise die Verwaltungs- oderGerichtsentscheidung nicht durch eine unanfechtbare neue Entscheidung geändertworden ist. Die Verlängerung erfolgt in der Regel für fünf Jahre. In den Fällen,in denen eine Neufeststellung wegen einer wesentlichen Änderung in dengesundheitlichen Verhältnissen, die für die Feststellung maßgebend sind, nicht zuerwarten ist, kann der Ausweis unbefristet ausgestellt werden. Zuständig ist derKreis oder die kreisfreie Stadt, wo der schwerbehinderte Mensch seinen Wohnsitzhat (nach Umzug der Kreis oder die kreisfreie Stadt, der beziehungsweise die fürden neuen Wohnsitz zuständig ist).Verlängerung desAusweises durchGemeinden in NRWDie Ausweisgültigkeit darf in Nord rhein-Westfalen auch von den Gemeinden fürjeweils fünf Jahre verlängert werden. Die Gemeinde darf jedoch nur für ein Jahrverlängern, wenn der letzte Geltungszeitraum weniger als fünf Jahre betrug.Im Ausweis sind drei Felder zur Eintragung der Gültigkeitsdauer, davon zwei fürVerlängerungsvermerke, vorgesehen. Ist die Gültigkeitsdauer bereits zweimal verlängertworden (also kein Verlängerungsfeld mehr frei), muss ein neuer Ausweisausgestellt werden. Dazu ist ein neues Lichtbild erforderlich. Die Neuausstellungkann nur von der zuständigen Stelle vorgenommen werden.82


GleichstellungLiegt infolge der Behinderung ein GdB von mindestens 50 nicht vor, so bestehtkeine Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch. Wenn der GdB aber mindestens30 beträgt, kann der behinderte Mensch bei der Bundes agentur für Arbeit dieGleichstellung mit einem schwerbehinderten Menschen beantragen. Diesem Antragkann die Bundesagentur für Arbeit nur entsprechen, wenn der behinderteMensch infolge seiner Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder nicht behalten kann.VoraussetzungenAls Nachweis des GdB legt der behinderte Mensch den Feststellungsbescheid odereine andere „Feststellung“ vor.Die Gleichstellung erfolgt rückwirkend vom Tage der Antragstellung an. Damitbeginnt zum Beispiel auch der Kündigungsschutz nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch.Die Gleichstellung kann zeitlich befristet werden.Bei berufstätigen behinderten Menschen fragt die Bundesagentur für Arbeit voreiner Entscheidung in der Regel den Arbeitgeber sowie die Schwerbehindertenvertretungund den Betriebs-/Personalrat, ob der Arbeitsplatz des behindertenMenschen tatsächlich aufgrund der Behinderung gefährdet ist. Ist nicht die Behinderung,sondern zum Beispiel die wirtschaftliche Situation Ursache für eine Arbeitsplatzgefährdung,so kann die Bundesagentur für Arbeit dem Antrag des behindertenMenschen auf Gleichstellung nicht entsprechen.Wer die Gleichstellung beantragen will, sollte vor der Antragstellung mit der Vertrauenspersonder schwerbehinderten Menschen und mit dem Betriebsrat überden möglichen Erfolg des Antrags sprechen.Gleichgestellte haben nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch alle Rechte wieschwerbehinderte Menschen. Ausgenommen sind der Zusatzurlaub und bestimmteNachteilsausgleiche.Hinweis:Durch den neuen § 68 Absatz 4 SGB IX sind in bestimmten Fällen junge Personenmit einem GdB unter 30 oder sogar ohne Feststellung einer Behinderungdurch die zuständigen Stellen schwerbehinderten Menschen gleichgestellt.83


84Notizen


Anlagen85


Anlage ASozialgesetzbuch –Neuntes Buch – (SGB IX)Rehabilitation und Teilhabe behinderterMenschen vom 19. Juni 2001(Bundesgesetzblatt I Seite 1046), zuletztgeändert durch Artikel 8 Absatz 2 des Gesetzesvom 18. Dezember 2007 (Bundesgesetzblatt ISeite 2984, 2999)Teil 1Regelungen für behinderte und von Behinderungbedrohte MenschenKapitel 1Allgemeine Regelungen§ 2Behinderung(1) Menschen sind behindert, wenn ihre körperlicheFunktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheitmit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monatevon dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichenund daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaftbeeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht,wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.(2) Menschen sind im Sinne des Teils 2 schwerbehindert,wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von wenigstens50 vorliegt und sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichenAufenthalt oder ihre Beschäftigung auf einemArbeitsplatz im Sinne des § 73 rechtmäßig im Geltungsbereichdieses Gesetzbuches haben.(3) Schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werdensollen behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderungvon weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denendie übrigen Voraussetzungen des Absatzes 2 vorliegen,wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellungeinen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 73nicht erlangen oder nicht behalten können (gleichgestelltebehinderte Menschen).Teil 2Besondere Regelungenzur Teilhabe schwerbehinderter Menschen(Schwerbehindertenrecht)Kapitel 1Geschützter Personenkreis§ 14Zuständigkeitsklärung(2) Wird der Antrag nicht weitergeleitet, stellt der Rehabilitationsträgerden Rehabilitationsbedarf unverzüglichfest. Muss für diese Feststellung ein Gutachten nicht eingeholtwerden, entscheidet der Rehabilitationsträger innerhalbvon drei Wochen nach Antragseingang. Wird derAntrag weitergeleitet, gelten die Sätze 1 und 2 für Rehabilitationsträger,an den der Antrag weitergeleitet wordenist, entsprechend; die in Satz 2 genannte Frist beginntmit dem Eingang bei diesem Rehabilitationsträger. Ist fürdie Feststellung des Rehabilitationsbedarfs ein Gutachtenerforderlich, wird die Entscheidung innerhalb vonzwei Wochen nach Vorliegen des Gutachtens getroffen.Kann der Rehabilitationsträger, an den der Antrag weitergeleitetworden ist, für die beantragte Leistung nichtRehabilitationstträger nach § 6 Absatz 1 sein, klärt er unverzüglichmit dem nach seiner Auffassung zuständigenRehabilitationsträger, von wem und in welcher Weiseüber den Antrag innerhalb der Fristen nach den Sätzen2 und 4 entschieden wird und unterrichtet hierüber denAntragsteller.(5) Der Rehabilitationsträger stellt sicher, dass er Sachverständigebeauftragen kann, bei denen Zugangs- undKommunikationsbarrieren nicht bestehen. Ist für dieFeststellung des Rehabilitationsbedarfs ein Gutachtenerforderlich, beauftragt der Rehabilitationsträger unverzüglicheinen geeigneten Sachverständigen. Er benenntden Leistungsberechtigten in der Regel drei möglichstwohnortnahe Sachverständige unter Berücksichtigungbestehender sozialmedizinischer Dienste. Haben sichLeistungsberechtigte für einen benannten Sachverständigenentschieden, wird dem Wunsch Rechnung getragen.Der Sachverständige nimmt eine umfassende sozialmedizinische,bei Bedarf auch psychologische Begutachtungvor und erstellt das Gutachten innerhalb vonzwei Wochen nach Auftragserteilung. Die in dem Gutachtengetroffenen Feststellungen zum Rehabilitationsbedarfwerden den Entscheidungen der Rehabilitationsträgerzugrunde gelegt. Die gesetzlichen Aufgaben derGesundheitsämter bleiben unberührt.(6) Hält der leistende Rehabilitationsträger weitereLeistungen zur Teilhabe für erforderlich und kann er fürdiese Leistungen nicht Rehabilitationsträger nach § 6Absatz 1 sein, wird Absatz 1 Satz 2 entsprechend angewendet.Die Leistungsberechtigten werden hierüber unterrichtet.§ 68Geltungsbereich(1) Die Regelungen dieses Teils gelten für schwerbehinderteund diesen gleichgestellte behinderte Menschen.(2) Die Gleichstellung behinderter Menschen mitschwerbehinderten Menschen (§ 2 Absatz 3) erfolgt aufgrundeiner Feststellung nach § 69 auf Antrag des behindertenMenschen durch die Bundesagentur für Arbeit.Die Gleichstellung wird mit dem Tag des Eingangs desAntrags wirksam. Sie kann befristet werden.(3) Auf gleichgestellte behinderte Menschen werden diebesonderen Regelungen für schwerbehinderte Menschenmit Ausnahme des § 125 und des Kapitels 13 angewendet.86


(4) Schwerbehinderten Menschen gleichgestellt sindauch behinderte Jugendliche und Erwachsene (§ 2 Absatz1) während der Zeit einer Berufsausbildung in Betriebenund Dienststellen, auch wenn der Grad der Behinderungweniger als 30 beträgt oder ein Grad der Behinderungnicht festgestellt ist. Der Nachweis derBehinderung wird durch eine Stellungnahme der Agenturfür Arbeit oder durch einen Bescheid über Leistungenzur Teilhabe am Arbeitsleben erbracht. Die besonderenRegelungen für schwerbehinderte Menschen, mit Ausnahmedes § 102 Absatz 3 Nummer 2 Buchstabe c, werdennicht angewendet.§ 69Feststellung der Behinderung, Ausweise(1) Auf Antrag des behinderten Menschen stellen die fürdie Durchführung des Bundesversorgungsgesetzes zuständigenBehörden das Vorliegen einer Behinderungund den Grad der Behinderung fest. Beantragt eine erwerbstätigePerson die Feststellung der Eigenschaft alsschwerbehinderter Mensch (§ 2 Absatz 2), gelten die in§ 14 Absatz 2 Satz 2 und 4 sowie Absatz 5 Satz 2 und 5genannten Fristen sowie § 60 Absatz 1 des ErstenBuches entsprechend. Das Gesetz über das Verwaltungsverfahrender Kriegsopferversorgung ist entsprechendanzuwenden, soweit nicht das Zehnte Buch Anwendungfindet. Die Auswirkungen auf die Teilhabe amLeben in der Gesellschaft werden als Grad der Behinderungnach Zehnergraden abgestuft festgestellt. Die Maßstäbedes § 30 Absatz 1 des Bundesversorgungsgesetzesund der auf Grund des § 30 Absatz 17 des Bundesversorgungsgesetzeserlassenen Rechtsverordnunggelten entsprechend. Eine Feststellung ist nur zu treffen,wenn ein Grad der Behinderung von wenigstens 20 vorliegt.Durch Landesrecht kann die Zuständigkeit vonSatz 1 geregelt werden.(2) Feststellung nach Absatz 1 sind nicht zu treffen,wenn eine Feststellung über das Vorliegen einer Behinderungund den Grad einer auf ihr beruhenden Erwerbsminderungschon in einem Rentenbescheid, einer entsprechendenVerwaltungs- oder Gerichtsentscheidungoder einer vorläufigen Bescheinigung der für diese Entscheidungenzuständigen Dienststellen getroffen wordenist, es sei denn, dass der behinderte Mensch einInteresse an anderweitiger Feststellung nach Absatz 1glaubhaft macht. Eine Feststellung nach Satz 1 gilt zugleichals Feststellung des Grades der Behinderung.(3) Liegen mehrere Beeinträchtigungen der Teilhabe amLeben in der Gesellschaft vor, so wird der Grad der Behinderungnach den Auswirkungen der Beeinträchtigungenin ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung ihrerwechselseitigen Beziehungen festgestellt. Für diese Entscheidunggilt Absatz 1, es sei denn, dass in einer Entscheidungnach Absatz 2 eine Gesamtbeurteilung bereitsgetroffen worden ist.(4) Sind neben dem Vorliegen der Behinderung weiteregesundheitliche Merkmale Voraussetzung für die Inanspruchnahmevon Nachteils ausgleichen, so treffen diezuständigen Behörden die erforderlichen Feststellungenim Verfahren nach Absatz 1.(5) Auf Antrag des behinderten Menschen stellen diezuständigen Behörden auf Grund einer Feststellung derBehinderung einen Ausweis über die Eigenschaft alsschwerbehinderter Mensch, den Grad der Behinderungsowie im Falle des Absatzes 4 über weitere gesundheitlicheMerkmale aus. Der Ausweis dient dem Nachweisfür die Inanspruchnahme von Leistungen und sonstigenHilfen, die schwerbehinderten Menschen nach Teil 2oder nach anderen Vorschriften zustehen. Die Gültigkeitsdauerdes Ausweises soll befristet werden. Er wirdeingezogen, sobald der gesetzliche Schutz schwerbehinderterMenschen erloschen ist. Der Ausweis wird berichtigt,sobald eine Neufeststellung unanfechtbar gewordenist.Kapitel 2Beschäftigungspflicht der Arbeitgeber§ 73Begriff des Arbeitsplatzes(1) Arbeitsplätze im Sinne des Teils 2 sind alle Stellen,auf denen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, Beamteund Beamtinnen, Richter und Richterinnen sowie Auszubildendeund andere zu ihrer beruflichen Bildung Eingestelltebeschäftigt werden.(2) Als Arbeitsplätze gelten nicht die Stellen, auf denenbeschäftigt werden1. behinderte Menschen, die an Leistungen zur Teilhabeam Arbeitsleben nach § 33 Absatz 3 Nummer 3 in Betriebenoder Dienststellen teilnehmen.2. Personen, deren Beschäftigung nicht in erster Linieihrem Erwerb dient, sondern vorwiegend durch Beweggründekaritativer oder religiöser Art bestimmt ist,und Geistliche öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaften,3. Personen, deren Beschäftigung nicht in erster Linieihrem Erwerb dient und die vorwiegend zu ihrer Heilung,Wiedereingewöhnung oder Erziehung erfolgt,4. Personen, die an Arbeitsbeschaffungsmaßnahmennach dem Dritten Buch teilnehmen,5. Personen, die nach ständiger Übung in ihre Stelle gewähltwerden,6. (gestrichen)7. Personen, deren Arbeits-, Dienst- oder sonstiges Beschäftigungsverhältniswegen Wehr- oder Zivildienst,Elternzeit, unbezahltem Urlaub, wegen Bezuges einerRente auf Zeit oder bei Altersteilzeitarbeit in derFreistellungsphase (Verblockungsmodell) ruht, solangefür sie eine Vertretung eingestellt ist.(3) Als Arbeitsplätze gelten ferner nicht Stellen, die nachder Natur der Arbeit oder nach den zwischen den Parteiengetroffenen Vereinbarungen nur auf die Dauer vonhöchstens acht Wochen besetzt sind, sowie Stellen, auf87


denen Beschäftigte weniger als 18 Stunden wöchentlichbeschäftigt werden.Kapitel 4Kündigungsschutz§ 90Ausnahmen vom Kündigungsschutz(2a) Die Vorschriften dieses Kapitels finden ferner keineAnwendung, wenn zum Zeitpunkt der Kündigung die Eigenschaftals schwerbehinderter Mensch nicht nachgewiesenist oder das Versorgungsamt nach Ablauf derFrist des § 69 Absatz 1 Satz 2 eine Feststellung wegenfehlender Mitwirkung nicht treffen konnte.Kapitel 8Beendigung der Anwendung der besonderenRegelungen zur Teilnehme schwerbehinderterund gleichgestellter behinderter Menschen§ 116Beendigung der Anwendung der besonderenRegelungen zur Teilhabe schwerbehinderterMenschen(1) Die besonderen Regelungen für schwerbehinderteMenschen werden nicht angewendet nach dem Wegfallder Voraussetzungen nach § 2 Absatz 2, wenn sich derGrad der Behinderung auf weniger als 50 verringert, jedocherst am Ende des dritten Kalendermonats nachEintritt der Unanfechtbarkeit des die Verringerung feststellendenBescheides.(2) Die besonderen Regelungen für gleichgestellte behinderteMenschen werden nach dem Widerruf oder derRücknahme der Gleichstellung nicht mehr angewendet.Der Widerruf der Gleichstellung ist zulässig, wenn dieVoraussetzungen nach § 2 Absatz 3 in Verbindung mit§ 68 Absatz 2 weggefallen sind. Er wird erst am Ende desdritten Kalendermonats nach Eintritt seiner Unanfechtbarkeitwirksam.(3) Bis zur Beendigung der Anwendung der besonderenRegelungen für schwerbehinderte Menschen und ihnengleichgestellte behinderte Menschen werden die behindertenMenschen dem Arbeitgeber auf die Zahl derPflichtarbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen angerechnet.88


Anlage BSozialgesetzbuch (SGB X)Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz– in der Fas sung der Bekanntmachungvom 18. Januar 2001 (Bundesgesetzblatt ISeite 130), zuletzt geändert durch Artikel 2c desGesetzes vom 24. September 2008(Bundesgesetzblatt I Seite 1856, 1874)§ 25Akteneinsicht durch Beteiligte(1) Die Behörde hat den Beteiligten Einsicht in die dasVerfahren betreffenden Akten zu gestatten, soweit derenKenntnis zur Geltendmachung oder Verteidigung ihrerrechtlichen Interessen erforderlich ist. Satz 1 gilt bis zumAbschluss des Verwaltungsverfahrens nicht für Entwürfezu Entscheidungen sowie die Arbeiten zu ihrer unmittelbarenVorbereitung.(2) Soweit die Akten Angaben über gesundheitliche Verhältnisseeines Beteiligten enthalten, kann die Behördestattdessen den Inhalt der Akten dem Beteiligten durcheinen Arzt vermitteln lassen. Sie soll den Inhalt der Aktendurch einen Arzt vermitteln lassen, soweit zu befürchtenist, dass die Akteneinsicht dem Beteiligten einen unverhältnismäßigenNachteil, insbesondere an der Gesundheit,zufügen würde. Soweit die Akten Angaben enthalten,die die Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeitdes Beteiligten beeinträchtigen können, gelten dieSätze 1 und 2 mit der Maßgabe entsprechend, dass derInhalt der Akten auch durch einen Bediensteten der Behördevermittelt werden kann, der durch Vorbildung sowieLebens- und Berufserfahrung dazu geeignet undbefähigt ist. Das Recht nach Absatz 1 wird nicht beschränkt.(3) Die Behörde ist zur Gestattung der Akteneinsichtnicht verpflichtet, soweit die Vorgänge wegen der berechtigtenInteressen der Beteiligten oder dritter Personengeheim gehalten werden müssen.(4) Die Akteneinsicht erfolgt bei der Behörde, die die Aktenführt. Im Einzelfall kann die Einsicht auch bei eineranderen Behörde oder bei einer diplomatischen oder berufskonsularischenVertretung der BundesrepublikDeutschland im Ausland erfolgen; weitere Ausnahmenkann die Behörde, die die Akten führt, gestatten.(5) Soweit die Akteneinsicht zu gestatten ist, können dieBeteiligten Auszüge oder Abschriften selbst fertigenoder sich Ablichtungen durch die Behörde erteilen lassen.Die Behörde kann Ersatz ihrer Aufwendungen inangemessenem Umfang verlangen.§ 38Offenbare Unrichtigkeiten im VerwaltungsaktDie Behörde kann Schreibfehler, Rechenfehler und ähnlicheoffenbare Unrichtigkeiten in einem Verwaltungsaktjederzeit berichtigen. Bei berechtigtem Interesse des Beteiligtenist zu berichtigen. Die Behörde ist berechtigt, dieVorlage des Schriftstückes zu verlangen, das berichtigtwerden soll.§ 39Wirksamkeit des Verwaltungsaktes(1) Ein Verwaltungsakt wird gegenüber demjenigen, fürden er bestimmt ist oder der von ihm betroffen wird, indem Zeitpunkt wirksam, in dem er ihm bekannt gegebenwird. Der Verwaltungsakt wird mit dem Inhalt wirksam,mit dem er bekannt gegeben wird.(2) Ein Verwaltungsakt bleibt wirksam, solange und soweiter nicht zurückgenommen, widerrufen, anderweitigaufgehoben oder durch Zeitablauf oder auf andere Weiseerledigt ist.(3) Ein nichtiger Verwaltungsakt ist unwirksam.§ 44Rücknahme eines rechtswidrigen nichtbegünstigenden Verwaltungsaktes(1) Soweit sich im Einzelfall ergibt, dass bei Erlass einesVerwaltungsaktes das Recht unrichtig angewandt odervon einem Sachverhalt ausgegangen worden ist, dersich als unrichtig erweist, und soweit deshalb Sozialleistungenzu Unrecht nicht erbracht oder Beiträge zu Unrechterhoben worden sind, ist der Verwaltungsakt, auchnachdem er unanfechtbar geworden ist, mit Wirkung fürdie Vergangenheit zurückzunehmen. Dies gilt nicht,wenn der Verwaltungsakt auf Angaben beruht, die derBetroffene vorsätzlich in wesentlicher Beziehung unrichtigoder unvollständig gemacht hat.(2) Im Übrigen ist ein rechtswidriger nicht begünstigenderVerwaltungsakt, auch nachdem er unanfechtbargeworden ist, ganz oder teilweise mit Wirkung für dieZukunft zurückzunehmen. Er kann auch für die Vergangenheitzurückgenommen werden.(3) Über die Rücknahme entscheidet nach Unanfechtbarkeitdes Verwaltungsaktes die zuständige Behörde;dies gilt auch dann, wenn der zurückzunehmende Verwaltungsaktvon einer anderen Behörde erlassen wordenist.(4) Ist ein Verwaltungsakt mit Wirkung für die Vergangenheitzurückgenommen worden, werden Sozialleistungennach den Vorschriften der besonderen Teiledieses Gesetzbuches längstens für einen Zeitraum biszu vier Jahren vor der Rücknahme erbracht. Dabei wirdder Zeitpunkt der Rücknahme von Beginn des Jahres angerechnet, in dem der Verwaltungsakt zurückgenommenwird. Erfolgt die Rücknahme auf Antrag, tritt bei der Berechnungdes Zeitraumes, für den rückwirkendLeistungen zu erbringen sind, anstelle der Rücknahmeder Antrag.89


§ 45Rücknahme eines rechtswidrigenbegünstigenden Verwaltungsaktes(1) Soweit ein Verwaltungsakt, der ein Recht oder einenrechtlich erheblichen Vorteil begründet oder bestätigt hat(begünstigender Verwaltungsakt), rechtswidrig ist, darfer, auch nachdem er unanfechtbar geworden ist, nur unterden Einschränkungen der Absätze 2 bis 4 ganz oderteilweise mit Wirkung für die Zukunft oder für die Vergangenheitzurückgenommen werden.(2) Ein rechtswidriger begünstigender Verwaltungsaktdarf nicht zurückgenommen werden, soweit der Begünstigteauf den Bestand des Verwaltungsaktes vertraut hatund sein Vertrauen unter Abwägung mit dem öffentlichenInteresse an einer Rücknahme schutzwürdig ist. DasVertrauen ist in der Regel schutzwürdig, wenn der Begünstigteerbrachte Leistungen verbraucht oder eineVermögensdisposition getroffen hat, die er nicht mehroder nur unter unzumutbaren Nachteilen rückgängig machenkann. Auf Vertrauen kann sich der Begünstigtenicht berufen, soweit1. er den Verwaltungsakt durch arglistige Täuschung,Drohung oder Bestechung erwirkt hat,2. der Verwaltungsakt auf Angaben beruht, die der Begünstigtevorsätzlich oder grob fahrlässig in wesentlicherBeziehung unrichtig oder unvollständig gemachthat, oder3. er die Rechtswidrigkeit des Verwaltungsaktes kannteoder infolge grober Fahrlässigkeit nicht kannte; grobeFahrlässigkeit liegt vor, wenn der Begünstigte die erforderlicheSorgfalt in besonders schwerem Maßeverletzt hat.(3) Ein rechtswidriger begünstigender Verwaltungsaktmit Dauerwirkung kann nach Absatz 2 nur bis zum Ablaufvon zwei Jahren nach seiner Bekanntgabe zurückgenommenwerden. Satz 1 gilt nicht, wenn Wiederaufnahmegründeentsprechend § 580 der Zivilprozessordnungvorliegen. Bis zum Ablauf von zehn Jahren nachseiner Bekanntgabe kann ein rechtswidriger begünstigenderVerwaltungsakt mit Dauerwirkung nach Absatz 2zurückgenommen werden, wenn1. die Voraussetzungen des Absatzes 2 Satz 3 Nummer2 oder 3 gegeben sind oder2. der Verwaltungsakt mit einem zulässigen Vorbehaltdes Widerrufs erlassen wurde.In den Fällen des Satzes 3 kann ein Verwaltungsakt übereine laufende Geldleistung auch nach Ablauf der Fristvon zehn Jahren zurückgenommen werden, wenn dieseGeldleistung mindestens bis zum Beginn des Verwaltungsverfahrensüber die Rücknahme gezahlt wurde.War die Frist von zehn Jahren am 15. April 1998 bereitsabgelaufen, gilt Satz 4 mit der Maßgabe, dass der Verwaltungsaktnur mit Wirkung für die Zukunft aufgehobenwird.(4) Nur in den Fällen von Absatz 2 Satz 3 und Absatz 3Satz 2 wird der Verwaltungsakt mit Wirkung für die Vergangenheitzurückgenommen. Die Behörde muss diesinnerhalb eines Jahres seit Kenntnis der Tatsachen tun,welche die Rücknahme eines rechtswidrigen begünstigendenVerwaltungsaktes für die Vergangenheit rechtfertigen.(5) § 44 Absatz 3 gilt entsprechend.§ 48Aufhebung eines Verwaltungsaktes mitDauerwirkung bei Änderung der Verhältnisse(1) Soweit in den tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnissen,die beim Erlass eines Verwaltungsaktes mit Dauerwirkungvorgelegen haben, eine wesentliche Änderungeintritt, ist der Verwaltungsakt mit Wirkung für dieZukunft aufzuheben. Der Verwaltungsakt soll mit Wirkungvom Zeitpunkt der Änderung der Verhältnisse aufgehobenwerden, soweit1. die Änderung zugunsten des Betroffenen erfolgt,2. der Betroffene einer durch Rechtsvorschrift vorgeschriebenenPflicht zur Mitteilung wesentlicher für ihnnachteiliger Änderungen der Verhältnisse vorsätzlichoder grob fahrlässig nicht nachgekommen ist,3. nach Antragstellung oder Erlass des VerwaltungsaktesEinkommen oder Vermögen erzielt worden ist,das zum Wegfall oder zur Minderung des Anspruchsgeführt haben würde, oder4. der Betroffene wusste oder nicht wusste, weil er dieerforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maßeverletzt hat, dass der sich aus dem Verwaltungsaktergebende Anspruch kraft Gesetzes zum Ruhen gekommenoder ganz oder teilweise weggefallen ist.Als Zeitpunkt der Änderung der Verhältnisse gilt in Fällen,in denen Einkommen oder Vermögen auf einen zurückliegendenZeitraum aufgrund der besonderen Teiledieses Gesetzbuchs anzurechnen ist, der Beginn desAnrechnungszeitraumes.(2) Der Verwaltungsakt ist im Einzelfall mit Wirkung fürdie Zukunft auch dann aufzuheben, wenn der zuständigeoberste Gerichtshof des Bundes in ständiger Rechtsprechungnachträglich das Recht anders auslegt als die Behördebei Erlass des Verwaltungsaktes und sich dieseszugunsten des Berechtigten auswirkt; § 44 bleibt unberührt.(3) Kann ein rechtswidriger begünstigender Verwaltungsaktnach § 45 nicht zurückgenommen werden undist eine Änderung nach Absatz 1 oder 2 zugunsten desBetroffenen eingetreten, darf die neu festzustellendeLeistung nicht über den Betrag hinausgehen, wie er sichder Höhe nach ohne Berücksichtigung der Bestandskraftergibt. Satz 1 gilt entsprechend, soweit einem rechtmäßigenbegünstigenden Verwaltungsakt ein rechtswidrigerbegünstigender Verwaltungsakt zugrunde liegt, der nach§ 45 nicht zurückgenommen werden kann.90


(4) § 44 Absatz 3 und 4, § 45 Absatz 3 Satz 3 bis 5 undAbsatz 4 Satz 2 gelten entsprechend. § 45 Absatz 4 Satz2 gilt nicht im Fall des Absatzes 1 Satz 2 Nummer 1.Bei Feststellung einer Gesundheitsstörung im sozialenEntschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht(Teil 2 SGB IX) ist die Versorgungsmedizin-Verordnung(VersMedV) vom 10. Dezember 2008 zu beachten.Sie trat zum 1. Januar 2009 in Kraft.Die in der VersMedV veröffentlichten „VersorgungsmedizinischenGrundsätze” ersetzen die „Anhaltspunkte fürdie Ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrechtund nach dem Schwerbehindertenrecht”(AHP).Erläuterung:Die nun verabschiedete Verordnung setzt die Vorgabender Rechtsprechung um, ohne die in den AHP niedergelegtenGrundsätze und Kriterien inhaltlich zu ändern.Es wurde an die bewährten Bewertungsgrundsätze undVerfahrensabläufe angeknüpft und damit gewährleistet,dass gegenüber den bisherigen Feststellungsverfahrenkeine Schlechterstellung möglich ist. Die Verordnung giltauch für die Feststellung des Grades der Behinderungund weiterer gesundheitlicher Merkmale, die Voraussetzungfür die Inanspruchnahme von Rechten und Nachteilsausgleichensind.91


Anlage CAnlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung vom10. Dezember 2008Anlage „Versorgungsmedizinische Grundsätze”93


Teil A: Allgemeine Grundsätze1. Schädigungsfolgen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .962. Grad der Schädigungsfolgen (GdS),Grad der Behinderung (GdB) . . . . . . . . . . . . . . . . . . .963. Gesamt-GdS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .974. Hilflosigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .975. Besonderheiten der Beurteilung derHilflosigkeit bei Kindern und Jugendlichen . . . . . . . .986. Blindheit und hochgradige Sehbehinderung . . . . . .1007. Wesentliche Änderung der Verhältnisse . . . . . . . . . .100Teil D: Merkzeichen1. Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeitim Straßenverkehr (Merkzeichen G) . . . . . .1502. Berechtigung für eine ständigeBegleitung (Merkzeichen B) . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1503. Außergewöhnliche Gehbehinderung(Merkzeichen aG) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1514. Gehörlosigkeit (Merkzeichen Gl). . . . . . . . . . . . . . . .151Teil B: GdS-Tabelle1. Allgemeine Hinweise zur GdS-Tabelle . . . . . . . . . . .1042. Kopf und Gesicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1043. Nervensystem und Psyche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1054. Sehorgan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1095. Hör- und Gleichgewichtsorgan . . . . . . . . . . . . . . . . .1116. Nase . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1137. Mundhöhle, Rachenraum und obere Luftwege . . . .1138. Brustkorb, tiefere Atemwege und Lungen . . . . . . . .1159. Herz und Kreislauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .11610. Verdauungsorgane . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .11811. Brüche (Hernien) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12212. Harnorgane . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12313. Männliche Geschlechtsorgane . . . . . . . . . . . . . . . . .12514. Weibliche Geschlechtsorgane . . . . . . . . . . . . . . . . .12615. Stoffwechsel, innere Sekretion . . . . . . . . . . . . . . . . .12716. Blut, blutbildende Organe, Immunsystem . . . . . . . .12817. Haut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .13018. Haltungs- und Bewegungsorgane,rheumatische Krankheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .132Teil C: Begutachtung im sozialen Entschädigungsrecht1. Ursachenbegriff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1422. Tatsachen zur Beurteilung desursächlichen Zusammenhangs . . . . . . . . . . . . . . . . .1423. Wahrscheinlichkeit desursächlichen Zusammenhangs . . . . . . . . . . . . . . . . .1434. Kannversorgung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1435. Mittelbare Schädigungsfolgen . . . . . . . . . . . . . . . . .1446. Absichtlich herbeigeführte Schädigungen . . . . . . . .1447. Anerkennung im Sinne der Entstehungund Anerkennung im Sinne der Verschlimmerung . .1448. Arten der Verschlimmerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1449. Fehlen einer fachgerechten Behandlung . . . . . . . . .14510. Folgen von diagnostischen Eingriffen, vorbeugendenund therapeutischen Maßnahmen . . . . .14511. Ursächlicher Zusammenhangzwischen Schädigung und Tod . . . . . . . . . . . . . . . . .14512. Vorschaden, Nachschaden, Folgeschaden . . . . . . .14613. Voraussetzungen für die Pflegezulage,Pflegezulagestufen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14694


Teil A: Allgemeine Grundsätze95


Vorbemerkung:Wenn mit dem Grad der Behinderung und dem Grad derSchädigungsfolgen das Maß für die Beeinträchtigungder Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft gemeint ist,wird einheitlich die Abkürzung GdS benutzt.1. Schädigungsfolgena) Als Schädigungsfolge wird im sozialen Entschädigungsrechtjede Gesundheitsstörung bezeichnet, diein ursächlichem Zusammenhang mit einer Schädigungsteht, die nach dem entsprechenden Gesetz zuberücksichtigen ist.b) Die Auswirkungen der Schädigungsfolge werden mitdem Grad der Schädigungsfolgen (GdS) bemessen.c) Zu den Schädigungsfolgen gehören auch Abweichungenvom Gesundheitszustand, die keinen GdSbedingen (zum Beispiel funktionell bedeutungsloseNarben, Verlust von Zähnen).2. Grad der Schädigungsfolgen (GdS),Grad der Behinderung (GdB)a) GdS und GdB werden nach gleichen Grundsätzenbemessen. Beide Begriffe unterscheiden sich lediglichdadurch, dass der GdS nur auf die Schädigungsfolgen(also kausal) und der GdB auf alle Gesundheitsstörungenunabhängig von ihrer Ursache (alsofinal) bezogen ist. Beide Begriffe haben die Auswirkungenvon Funktionsbeeinträchtigungen in allen Lebensbereichenund nicht nur die Einschränkungen imallgemeinen Erwerbsleben zum Inhalt. GdS und GdBsind ein Maß für die körperlichen, geistigen, seelischenund sozialen Auswirkungen einer Funktionsbeeinträchtigungaufgrund eines Gesundheitsschadens.b) Aus dem GdB und aus dem GdS ist nicht auf dasAusmaß der Leis tungsfähigkeit zu schließen. GdBund GdS sind grundsätzlich unabhängig vom ausgeübtenoder angestrebten Beruf zu beurteilen, es seidenn, dass bei Begutachtungen im sozialen Entschädigungsrechtein besonderes berufliches Betroffenseinberücksich tigt werden muss.c) GdB und GdS setzen stets eine Regelwidrigkeit gegenüberdem für das Lebensalter typischen Zustandvoraus. Dies ist insbesondere bei Kindern und altenMenschen zu beachten. Physiologische Veränderungenim Alter sind bei der Beurteilung des GdB undGdS nicht zu berücksichtigen. Als solche Veränderungensind die körperlichen und psychischen Leistungseinschränkungenanzusehen, die sich im Alterregelhaft entwickeln, das heißt für das Alter nach ihrerArt und ihrem Umfang typisch sind. Demgegenübersind pathologische Veränderungen, das heißt Gesundheitsstörungen,die nicht regelmäßig und nichtnur im Alter beobachtet werden können, bei der Beurteilungdes GdB und GdS zu berücksichtigen, auchdann, wenn sie erstmalig im höheren Alter auftretenoder als „Alterskrankheiten“ (zum Beispiel „Altersdiabetes“,„Altersstar“) bezeichnet werden.d) Die in der GdS-Tabelle aufgeführten Werte sind auslanger Erfahrung gewonnen und stellen altersunabhängige(auch trainingsunabhängige) Mittelwerte dar.Je nach Einzelfall kann von den Tabellenwerten miteiner die besonderen Gegebenheiten darstellendenBegründung abgewichen werdene) Da der GdS seiner Natur nach nur annähernd bestimmtwerden kann, sind beim GdS nur Zehnerwerteanzugeben. Dabei sollen im Allgemeinen die folgendenFunktionssysteme zusammenfassend beurteiltwerden: Gehirn einschließlich Psyche; Augen;Ohren; Atmung; Herz-Kreislauf; Verdauung; Harnorgane;Geschlechtsapparat; Haut; Blut einschließlichblutbildendes Gewebe und Immunsystem; innere Sekretionund Stoffwechsel; Arme; Beine; Rumpf. Diesehr wenigen in der GdS-Tabelle noch enthaltenenFünfergrade sind alle auf ganz eng umschriebeneGesundheitsstörungen bezogen, die selten allein undsehr selten genau in dieser Form und Ausprägungvorliegen.f) Der GdS setzt eine nicht nur vorübergehende und damiteine über einen Zeitraum von mehr als sechs Monatensich erstreckende Gesundheitsstörung voraus.Dementsprechend ist bei abklingenden Gesundheitsstörungender Wert festzusetzen, der dem über sechsMonate hinaus verbliebenen – oder voraussichtlichverbleibenden – Schaden entspricht. Schwankungenim Gesundheitszustand bei längerem Leidensverlaufist mit einem Durchschnittswert Rechnung zu tragen.Dies bedeutet: Wenn bei einem Leiden der Verlaufdurch sich wiederholende Besserungen und Verschlechterungendes Gesundheitszustandes geprägtist (Beispiele: chronische Bronchitis, Hautkrankheiten,Anfallsleiden), können die zeitweiligen Verschlechterungen– aufgrund der anhaltenden Auswirkungenauf die gesamte Lebensführung – nicht alsvorübergehende Gesundheitsstörungen betrachtetwerden. Dementsprechend muss in solchen Fällenbei der GdB- und GdS-Beurteilung von dem „durchschnittlichen“Ausmaß der Beeinträchtigung ausgegangenwerden.g) Stirbt ein Antragsteller oder eine Antragstellerin innerhalbvon sechs Monaten nach Eintritt einer Gesundheitsstörung,so ist für diese Gesundheitsstörungder GdS anzusetzen, der nach ärztlicher Erfahrungnach Ablauf von sechs Monaten nach Eintritt derGesundheitsstörung zu erwarten gewesen wäre. FallenEintritt der Gesundheitsstörung und Tod jedochzusammen, kann ein GdS nicht angenommen werden.Eintritt der Gesundheitsstörung und Tod fallennicht nur zusammen, wenn beide Ereignisse im selbenAugenblick eintreten. Dies ist vielmehr auch dannder Fall, wenn die Gesundheitsstörung in so rascherEntwicklung zum Tode führt, dass der Eintritt der Gesundheitsstörungund des Todes einen untrennbarenVorgang darstellen.96


h) Gesundheitsstörungen, die erst in der Zukunft zu erwartensind, sind beim GdS nicht zu berücksichtigen.Die Notwendigkeit des Abwartens einer Heilungsbewährungstellt eine andere Situation dar; während derZeit dieser Heilungsbewährung ist ein höherer GdSgerechtfertigt, als er sich aus dem festgestelltenSchaden ergibt.i) Bei der Beurteilung des GdS sind auch seelische Begleiterscheinungenund Schmerzen zu beachten. Diein der GdS-Tabelle niedergelegten Sätze berücksichtigenbereits die üblichen seelischen Begleiterscheinungen(zum Beispiel bei Entstellung des Gesichts,Verlust der weiblichen Brust). Sind die seelischen Begleiterscheinungenerheblich höher als aufgrund derorganischen Veränderungen zu erwarten wäre, so istein höherer GdS gerechtfertigt. Vergleichsmaßstab istnicht der behinderte Mensch, der überhaupt nichtoder kaum unter seinem Körperschaden leidet, sonderndie allgemeine ärztliche Erfahrung hinsichtlichder regelhaften Auswirkungen. Außergewöhnlicheseelische Begleiterscheinungen sind anzunehmen,wenn anhaltende psychoreaktive Störungen in einersolchen Ausprägung vorliegen, dass eine spezielleärztliche Behandlung dieser Störungen – zum Beispieleine Psychotherapie – erforderlich ist.j) Ähnliches gilt für die Berücksichtigung von Schmerzen.Die in der GdS-Tabelle angegebenen Werteschließen die üblicherweise vorhandenen Schmerzenmit ein und berücksichtigen auch erfahrungsgemäßbesonders schmerzhafte Zustände. Ist nach Ort undAusmaß der pathologischen Veränderungen eineüber das übliche Maß hinausgehende Schmerzhaftigkeitnachgewiesen, die eine ärztliche Behandlungerfordert, können höhere Werte angesetzt werden.Das kommt zum Beispiel bei Kausalgien und bei starkausgeprägten Stumpfbeschwerden nach Amputationen(Stumpfnervenschmerzen, Phantomschmerzen)in Betracht. Ein Phantomgefühl allein bedingtkeinen GdS.3. Gesamt-GdSa) Liegen mehrere Funktionsbeeinträchtigungen vor, sosind zwar Einzel-GdS anzugeben; bei der Ermittlungdes Gesamt-GdS durch alle Funktionsbeeinträchtigungendürfen jedoch die einzelnen Werte nicht addiertwerden. Auch andere Rechenmethoden sind fürdie Bildung eines Gesamt-GdS ungeeignet. Maßgebendsind die Auswirkungen der einzelnen Funktionsbeeinträchtigungenin ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigungihrer wechselseitigen Beziehungen zueinander.b) Bei der Gesamtwürdigung der verschiedenen Funktionsbeeinträchtigungensind unter Berücksichtigungaller sozialmedizinischen Erfahrungen Vergleiche mitGesundheitsschäden anzustellen, zu denen in derTabelle feste GdS-Werte angegeben sind.c) Bei der Beurteilung des Gesamt-GdS ist in der Regelvon der Funktionsbeeinträchtigung auszugehen, dieden höchsten Einzel-GdS bedingt, und dann im Hinblickauf alle weiteren Funktionsbeeinträchtigungenzu prüfen, ob und inwieweit hierdurch das Ausmaßder Behinderung größer wird, ob also wegen der weiterenFunktionsbeeinträchtigungen dem ersten GdS10 oder 20 oder mehr Punkte hinzuzufügen sind, umder Behinderung insgesamt gerecht zu werden.d) Um die Auswirkungen der Funktionsbeeinträchtigungenin ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigungihrer wechselseitigen Beziehungen zueinander beurteilenzu können, muss aus der ärztlichen Gesamtschauheraus beachtet werden, dass die Beziehungender Funktionsbeeinträchtigungen zueinanderunterschiedlich sein können:aa) Die Auswirkungen der einzelnen Funktionsbeeinträchtigungenkönnen voneinander unabhängigsein und damit ganz verschiedene Bereicheim Ablauf des täglichen Lebens betreffen.bb) Eine Funktionsbeeinträchtigung kann sich aufeine andere besonders nachteilig auswirken.Dies t ist vor allem der Fall, wenn Funktionsbeeinträchtigungenan paarigen Gliedmaßen oder Organen– also zum Beispiel an beiden Armen oderbeiden Beinen oder beiden Nieren oder beidenAugen – vorliegen.cc)Die Auswirkungen von Funktionsbeeinträchtigungenkönnen sich überschneiden.dd) Die Auswirkungen einer Funktionsbeeinträchtigungwerden durch eine hinzutretende Gesundheitsstörungnicht verstärkt.ee) Von Ausnahmefällen (zum Beispiel hochgradigeSchwerhörigkeit eines Ohres bei schwerer beidseitigerEinschränkung der Sehfähigkeit) abgesehen,führen zusätzliche leichte Gesundheitsstörungen,die nur einen GdS von 10 bedingen,nicht zu einer Zunahme des Ausmaßes der Gesamtbeeinträchtigung,auch nicht, wenn mehrerederartige leichte Gesundheitsstörungen nebeneinanderbestehen. Auch bei leichten Funktionsbeeinträchtigungenmit einem GdS von 20 ist esvielfach nicht gerechtfertigt, auf eine wesentlicheZunahme des Ausmaßes der Behinderung zuschließen.4. Hilflosigkeita) Für die Gewährung einer Pflegezulage im sozialenEntschädigungsrecht ist Grundvoraussetzung, dassBeschädigte (infolge der Schädigung) „hilflos“ sind.b) Hilflos sind diejenigen, die infolge von Gesundheitsstörungen– nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch(SGB IX) und dem Einkommensteuergesetz„nicht nur vorübergehend“ – für eine Reihe von häufigund regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen zurSicherung ihrer persönlichen Existenz im Ablaufeines jeden Tages fremder Hilfe dauernd bedürfen.Diese Voraussetzungen sind auch erfüllt, wenn dieHilfe in Form einer Überwachung oder einer Anleitung97


zu den genannten Verrichtungen erforderlich ist oderwenn die Hilfe zwar nicht dauernd geleistet werdenmuss, jedoch eine ständige Bereitschaft zur Hilfeleistungerforderlich ist.c) Häufig und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungenzur Sicherung der persönlichen Existenz imAblauf eines jeden Tages sind insbesondere An- undAuskleiden, Nahrungsaufnahme, Körperpflege, Verrichtender Notdurft. Außerdem sind notwendige körperlicheBewegung, geistige Anregung und Möglichkeitenzur Kommunikation zu berücksichtigen. Hilflosigkeitliegt im oben genannten Sinne auch dann vor,wenn ein psychisch oder geistig behinderter Menschzwar bei zahlreichen Verrichtungen des täglichen Lebensder Hilfe nicht unmittelbar bedarf, er diese Verrichtungenaber infolge einer Antriebsschwäche ohneständige Überwachung nicht vornähme. Die ständigeBereitschaft ist zum Beispiel anzunehmen, wenn Hilfehäufig und plötzlich wegen akuter Lebensgefahrnotwendig ist.d) Der Umfang der notwendigen Hilfe bei den häufig undregelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen muss erheblichsein. Dies ist der Fall, wenn die Hilfe dauerndfür zahlreiche Verrichtungen, die häufig und regelmäßigwiederkehren, benötigt wird. Einzelne Verrichtungen,selbst wenn sie lebensnotwendig sind und imtäglichen Lebensablauf wiederholt vorgenommenwerden, genügen nicht (zum Beispiel Hilfe beim Anzieheneinzelner Bekleidungsstücke, notwendige Begleitungbei Reisen und Spaziergängen, Hilfe im Straßenverkehr,einfache Wund- oder Heilbehandlung,Hilfe bei Heimdialyse ohne Notwendigkeit weitererHilfeleistung). Verrichtungen, die mit der Pflege derPerson nicht unmittelbar zusammenhängen (zumBeispiel im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung)müssen außer Betracht bleiben.e) Bei einer Reihe schwerer Behinderungen, die aufgrundihrer Art und besonderen Auswirkungen regelhaftHilfeleistungen in erheblichem Umfang erfordern,kann im Allgemeinen ohne nähere Prüfung angenommenwerden, dass die Voraussetzungen für das Vorliegenvon Hilflosigkeit erfüllt sind. Dies gilt stetsaa) bei Blindheit und hochgradiger Sehbehinderung,bb) Querschnittslähmung und anderen Behinderungen,die auf Dauer und ständig – auch innerhalbdes Wohnraums – die Benutzung eines Rollstuhlserfordern,f) in der Regel auchaa) bei Hirnschäden, Anfallsleiden, geistiger Behinderungund Psychosen, wenn diese Behinderungenallein einen GdS von 100 bedingen,bb) Verlust von zwei oder mehr Gliedmaßen, ausgenommenUnterschenkel- oder Fußamputationbeiderseits. (Als Verlust einer Gliedmaße gilt derVerlust mindestens der ganzen Hand oder desganzen Fußes).g) Führt eine Behinderung zu dauerndem Krankenlager,so sind stets auch die Voraussetzungen für die Annahmevon Hilflosigkeit erfüllt. Dauerndes Krankenlagersetzt nicht voraus, dass der behinderte Menschdas Bett überhaupt nicht verlassen kann.h) Stirbt ein behinderter Mensch innerhalb von sechsMonaten nach Eintritt einer Gesundheitsstörung, soist die Frage der Hilflosigkeit analog Nummer 2 Buchstabeg zu beurteilen.5. Besonderheiten der Beurteilung der Hilflosigkeitbei Kindern und Jugendlichena) Bei der Beurteilung der Hilflosigkeit bei Kindern undJugendlichen sind nicht nur die bei der Hilflosigkeitgenannten „Verrichtungen“ zu beachten. Auch die Anleitungzu diesen „Verrichtungen“, die Förderung derkörperlichen und geistigen Entwicklung (zum Beispieldurch Anleitung im Gebrauch der Gliedmaßen oderdurch Hilfen zum Erfassen der Umwelt und zum Erlernender Sprache) sowie die notwendige Überwachunggehören zu den Hilfeleistungen, die für dieFrage der Hilflosigkeit von Bedeutung sind.b) Stets ist nur der Teil der Hilfsbedürftigkeit zu berücksichtigen,der wegen der Behinderung den Umfangder Hilfsbedürftigkeit eines gesunden gleichaltrigenKindes überschreitet. Der Umfang der wegen der Behinderungennotwendigen zusätzlichen Hilfeleistungenmuss erheblich sein. Bereits im ersten Lebensjahrkönnen infolge der Behinderung Hilfeleistungenin solchem Umfang erforderlich sein, dassdadurch die Voraussetzungen für die Annahme vonHilflosigkeit erfüllt sind.c) Die Besonderheiten des Kindesalters führen dazu,dass zwischen dem Ausmaß der Behinderung unddem Umfang der wegen der Behinderung erforderlichenHilfeleistungen nicht immer eine Korrelationbesteht, so dass – anders als bei Erwachsenen –auch schon bei niedrigerem GdS Hilflosigkeit vorliegenkann.d) Bei angeborenen oder im Kindesalter aufgetretenenBehinderungen ist im Einzelnen folgendes zu beachten:aa) Bei geistiger Behinderung kommt häufig auch beieinem GdS unter 100 – und dann in der Regel biszur Vollendung des 18. Lebensjahres – Hilflosigkeitin Betracht, insbesondere wenn das Kindwegen gestörten Verhaltens ständiger Überwachungbedarf. Hilflosigkeit kann auch schon imSäuglingsalter angenommen werden, zum Beispieldurch Nachweis eines schweren Hirnschadens.bb) Bei autistischen Syndromen sowie anderen emotionalenund psychosozialen Störungen mit langdauerndenerheblichen Einordnungsschwierigkeitenist in der Regel Hilflosigkeit bis zum 16.Lebensjahr – in manchen Fällen auch darüberhinaus – anzunehmen.98


cc)Bei hirnorganischen Anfallsleiden ist häufiger alsbei Erwachsenen auch bei einem GdS unter 100unter Berücksichtigung der Anfallsart, Anfallsfrequenzund eventueller Verhaltensauffälligkeitendie Annahme von Hilflosigkeit gerechtfertigt.dd) Bei sehbehinderten Kindern mit Einschränkungendes Sehvermögens, die für sich alleineinen GdS von wenigstens 80 bedingen, ist biszur Beendigung der speziellen Schulausbildungfür Sehbehinderte Hilflosigkeit anzunehmen.ee) Bei Taubheit und an Taubheit grenzender Schwerhörigkeitist Hilflosigkeit ab Beginn der Frühförderungund dann – insbesondere wegen des indieser Zeit erhöhten Kommunikationsbedarfs – inder Regel bis zur Beendigung der Ausbildung anzunehmen.Zur Ausbildung zählen in diesem Zusammenhang:der Schul-, Fachschul- und Hochschulbesuch,eine berufliche Erstausbildung undWeiterbildung sowie vergleichbare Maßnahmender beruflichen Bildung.ff)Bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und kompletterGaumensegelspalte ist bis zum Abschluss derErstbehandlung (in der Regel ein Jahr nach derOperation) Hilflosigkeit anzunehmen. Die Kinderbenötigen während dieser Zeit in hohem MaßeHilfeleistungen, die weit über diejenigen einesgesunden gleichaltrigen Kindes hinausgehen,vor allem bei der Nahrungsaufnahme (gestörteAtmung, Gefahr des Verschluckens), bei der Reinigungder Mundhöhle und des Nasen-Rachenraumes,beim Spracherwerb sowie bei der Überwachungbeim Spielen.gg) Beim Bronchialasthma schweren Grades ist Hilflosigkeitin der Regel bis zur Vollendung des 16.Lebensjahres anzunehmen.hh) Bei angeborenen oder in der Kindheit erworbenenHerzschäden ist bei einer schweren Leistungsbeeinträchtigungentsprechend den in TeilB Nummer 9.1.1 angegebenen Gruppen 3 und 4Hilflosigkeit anzunehmen, und zwar bis zu einerBesserung der Leistungsfähigkeit (zum Beispieldurch Operation), längstens bis zur Vollendungdes 16. Lebensjahres.ii)jj)kk)Bei Behandlung mit künstlicher Niere ist Hilflosigkeitbis zur Vollendung des 16. Lebensjahres anzunehmen.Bei einer Niereninsuffizienz, die fürsich allein einen GdS von 100 bedingt, sind Hilfeleistungenin ähnlichem Umfang erforderlich, sodassauch hier bis zur Vollendung des 16. Lebensjahresdie Annahme von Hilflosigkeit begründetist.Beim Diabetes mellitus ist Hilflosigkeit bis zurVollendung des 16. Lebensjahres, bei fortbestehenderinstabiler Stoffwechsellage bis zur Vollendungdes 18. Lebensjahres anzunehmen.Bei Phenylketonurie ist Hilflosigkeit ab Diagnosestellung– in der Regel bis zum 14. Lebensjahrll)– anzunehmen. Über das 14. Lebensjahr hinauskommt Hilflosigkeit in der Regel nur noch dann inBetracht, wenn gleichzeitig eine relevante Beeinträchtigungder geistigen Entwicklung vorliegt.Bei der Mukoviszidose ist bei der Notwendigkeitumfangreicher Betreuungsmaßnahmen – im Allgemeinenbis zur Vollendung des 16. Lebensjahres– Hilflosigkeit anzunehmen. Das ist immerder Fall bei Mukoviszidose, die für sich allein einenGdS von wenigstens 50 bedingt (siehe Teil BNummer 15.5). Nach Vollendung des 16. Lebensjahreskommt Hilflosigkeit bei schweren undschwersten Einschränkungen bis zur Vollendungdes 18. Lebensjahres in Betracht.mm) Bei malignen Erkrankungen (zum Beispiel akuteLeukämie) ist Hilflosigkeit für die Dauer der zytostatischenIntensiv-Therapie anzunehmen.nn) Bei angeborenen, erworbenen oder therapieinduziertenschweren Immundefekten ist Hilflosigkeitfür die Dauer des Immunmangels, der eineständige Überwachung wegen der Infektionsgefahrerforderlich macht, anzunehmen.oo) Bei der Hämophilie ist bei Notwendigkeit derSubstitutionsbehandlung – und damit schon beieiner Restaktivität von antihämophilem Globulinvon 5 % und darunter – stets bis zur Vollendungdes 6. Lebensjahres, darüber hinaus häufig jenach Blutungsneigung (zwei oder mehr ausgeprägteGelenkblutungen pro Jahr) und Reifegradauch noch weitere Jahre, Hilflosigkeit anzunehmen.pp) Bei der juvenilen chronischen Polyarthritis ist Hilflosigkeitanzunehmen, solange die Gelenksituationeine ständige Überwachung oder andauerndHilfestellungen beim Gebrauch der betroffenenGliedmaßen sowie Anleitungen zuBewegungsübungen erfordert, in der Regel biszur Vollendung des 16. Lebensjahres. Bei der systemischenVerlaufsform (Still-Syndrom) und anderensystemischen Bindegewebskrankheiten(zum Beispiel Lupus erythematodes, Sharp-Syndrom,Dermatomyositis) ist für die Dauer des aktivenStadiums Hilflosigkeit anzunehmen.qq) Bei der Osteogenesis imperfecta ist die Hilflosigkeitnicht nur von den Funktionseinschränkungender Gliedmaßen, sondern auch von der Häufigkeitder Knochenbrüche abhängig. In der Regelbedingen zwei oder mehr Knochenbrüche proJahr Hilflosigkeit. Hilflosigkeit aufgrund einer solchenBruchneigung ist solange anzunehmen, bisein Zeitraum von zwei Jahren ohne Auftreten vonKnochenbrüchen abgelaufen ist, längs tens jedochbis zur Vollendung des 16. Lebensjahres.rr)Bei klinisch gesicherter Typ-I-Allergie gegenschwer vermeidbare Allergene (zum Beispiel bestimmteNahrungsmittel), bei der aus dem bisherigenVerlauf auf die Gefahr lebensbedrohlicher99


ss)anaphylaktischer Schocks zu schließen ist, istHilflosigkeit – in der Regel bis zum Ende des 12.Lebensjahres – anzunehmen.Bei der Zöliakie kommt Hilflosigkeit nur ausnahmsweisein Betracht. Der Umfang der notwendigenHilfeleistungen bei der Zöliakie ist regelmäßigwesentlich geringer als etwa bei Kindernmit Phenylketonurie oder mit Diabetesmellitus.e) Wenn bei Kindern und Jugendlichen Hilflosigkeit festgestelltworden ist, muss bei der Beurteilung der Frageeiner wesentlichen Änderung der VerhältnisseFolgendes beachtet werden: Die Voraussetzungen fürdie Annahme von Hilflosigkeit können nicht nur infolgeeiner Besserung der Gesundheitsstörungen entfallen,sondern auch dadurch, dass behinderte Jugendlicheinfolge des Reifungsprozesses – etwa nachAbschluss der Pubertät – ausreichend gelernt haben,die wegen der Behinderung erforderlichen Maßnahmenselbstständig und eigenverantwortlich durchzuführen,die vorher von Hilfspersonen geleistet oderüberwacht werden mussten.6. Blindheit und hochgradige Sehbehinderunga) Blind ist ein behinderter Mensch, dem das Augenlichtvollständig fehlt. Als blind ist auch ein behinderterMensch anzusehen, dessen Sehschärfe auf keinemAuge und auch nicht beidäugig mehr als 0,02 ( 1 / 50)beträgt oder wenn andere Störungen des Sehvermögensvon einem solchen Schweregrad vorliegen,dass sie dieser Beeinträchtigung der Sehschärfegleichzustellen sind.b) Eine der Herabsetzung der Sehschärfe auf 0,02 ( 1 / 50)oder weniger gleich zusetzende Sehbehinderungliegt nach den Richtlinien der Deutschen OphthalmologischenGesellschaft bei folgenden Fallgruppen vor:aa) bei einer Einengung des Gesichtsfeldes, wennbei einer Sehschärfe von 0,033 ( 1 / 30) oder wenigerdie Grenze des Restgesichtsfeldes in keinerRichtung mehr als 30° vom Zentrum entfernt ist,wobei Gesichtsfeldreste jenseits von 50° unberücksichtigtbleiben,bb) bei einer Einengung des Gesichtsfeldes, wennbei einer Sehschärfe von 0,05 ( 1 / 20) oder wenigerdie Grenze des Restgesichtsfeldes in keinerRichtung mehr als 15° vom Zentrum entfernt ist,wobei Gesichtsfeldreste jenseits von 50° unberücksichtigtbleiben,cc)bei einer Einengung des Gesichtsfeldes, wennbei einer Sehschärfe von 0,1 ( 1 / 10) oder wenigerdie Grenze des Restgesichtsfeldes in keinerRichtung mehr als 7,5° vom Zentrum entfernt ist,wobei Gesichtsfeldreste jenseits von 50° unberücksichtigtbleiben,dd) bei einer Einengung des Gesichtsfeldes, auchbei normaler Sehschärfe, wenn die Grenze derGesichtsfeldinsel in keiner Richtung mehr als 5°vom Zentrum entfernt ist, wobei Gesichtsfeldrestejenseits von 50° unberücksichtigt bleiben,ee) bei großen Skotomen im zentralen Gesichtsfeldbereich,wenn die Sehschärfe nicht mehr als 0,1( 1 / 10) beträgt und im 50°-Gesichtsfeld unterhalbdes horizontalen Meridians mehr als die Hälfteausgefallen ist,ff)bei homonymen Hemianopsien, wenn die Sehschärfenicht mehr als 0,1 ( 1 / 10) beträgt und daserhaltene Gesichtsfeld in der Horizontalen nichtmehr als 30° Durchmesser besitzt,gg) bei bitemporalen oder binasalen Hemianopsien,wenn die Sehschärfe nicht mehr als 0,1 ( 1 / 10) beträgtund kein Binokularsehen besteht.c) Blind ist auch ein behinderter Mensch mit einemnachgewiesenen vollständigen Ausfall der Sehrinde(Rindenblindheit), nicht aber mit einer visuellen Agnosieoder anderen gnostischen Störungen.d) Für die Feststellung von Hilflosigkeit ist im Übrigen zuprüfen, ob eine hochgradige Sehbehinderung vorliegt.Hochgradig in seiner Sehfähigkeit behindert istein Mensch, dessen Sehschärfe auf keinem Augeund auch nicht beidäugig mehr als 0,05 ( 1 / 20) beträgtoder wenn andere hinsichtlich des Schweregradesgleich zusetzende Störungen der Sehfunktion vorliegen.Dies ist der Fall, wenn die Einschränkung desSehvermögens einen GdS von 100 bedingt und nochkeine Blindheit vorliegt.7. Wesentliche Änderung der Verhältnissea) Eine wesentliche Änderung im Ausmaß der Schädigungsfolgenoder der Behinderung liegt nur vor, wennder veränderte Gesundheitszustand mehr als sechsMonate angehalten hat oder voraussichtlich anhaltenwird und die Änderung des GdS wenigstens 10 beträgt.Eine wesentliche Änderung ist auch gegeben,wenn die entscheidenden Voraussetzungen für weitereLeistungen im sozialen Entschädigungsrecht(zum Beispiel Pflegezulage) oder für Nachteilsausgleichefür behinderte Menschen erfüllt werden oderentfallen sind.b) Nach Ablauf der Heilungsbewährung ist auch beigleichbleibenden Symptomen eine Neubewertungdes GdS zulässig, weil der Ablauf der Heilungsbewährungeine wesentliche Änderung der Verhältnissedarstellt bei einer Einengung des Gesichtsfeldes,wenn bei einer Sehschärfe von 0,033 ( 1 / 30) oder wenigerdie Grenze des Restgesichtsfeldes in keiner Richtungmehr als 30° vom Zentrum entfernt ist, wobeiGesichtsfeldreste jenseits von 50° unberücksichtigtbleiben,c) Bei Beurteilungen im sozialen Entschädigungsrechtist bei einer Zunahme des Leidensumfangs zusätzlichzu prüfen, ob die Weiterentwicklung noch Folge einerSchädigung ist. Auch bei gleichbleibendem Erscheinungsbildkann eine wesentliche Änderung der gesundheitlichenVerhältnisse vorliegen, wenn sich die100


schädigungsbedingte Störung, die dem Erscheinungsbildzunächst zugrunde lag, gebessert oderganz zurückgebildet hat, das Leidensbild jedoch aufgrundneuer Ursachen bestehen geblieben ist („Verschiebungder Wesensgrundlage“).101


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Teil B: GdS-Tabelle103


1. Allgemeine Hinweise zur GdS-Tabellea) Die nachstehend genannten GdS sind Anhaltswerte.Es ist unerlässlich, alle die Teilhabe beeinträchtigendenkörperlichen, geis tigen und seelischen Störungenim Einzelfall zu berücksichtigen. Die Beurteilungsspannentragen den Besonderheiten des EinzelfallesRechnung.b) Bei Gesundheitsstörungen, die in der Tabelle nichtaufgeführt sind, ist der GdS in Analogie zu vergleichbarenGesundheitsstörungen zu beurteilen.c) Eine Heilungsbewährung ist abzuwarten nach Transplantationeninnerer Organe und nach der Behandlungvon Krankheiten, bei denen dies in der Tabellevorgegeben ist. Dazu gehören vor allen bösartige Geschwulstkrankheiten.Für die häufigsten und wichtigstensolcher Krankheiten sind im Folgenden Anhaltswertefür den GdS angegeben. Sie sind auf denZustand nach operativer oder anderweitiger Beseitigungder Geschwulst bezogen. Der Zeitraum des Abwartenseiner Heilungsbewährung beträgt in der Regelfünf Jahre; kürzere Zeiträume werden in der Tabellevermerkt. Maßgeblicher Bezugspunkt für denBeginn der Heilungsbewährung ist der Zeitpunkt, andem die Geschwulst durch Operation oder andere Primärtherapieals beseitigt angesehen werden kann;eine zusätzliche adjuvante Therapie hat keinen Einflussauf den Beginn der Heilungsbewährung. Deraufgeführte GdS bezieht den regelhaft verbleibendenOrgan- oder Gliedmaßenschaden ein. AußergewöhnlicheFolgen oder Begleiterscheinungen der Behandlung– zum Beispiel lang dauernde schwere Auswirkungeneiner wiederholten Chemotherapie – sind zuberücksichtigen. Bei den im Folgenden nicht genanntenmalignen Geschwulstkrankheiten ist von folgendenGrundsätzen auszugehen: Bis zum Ablaufder Heilungsbewährung – in der Regel bis zum Ablaufdes fünften Jahres nach der Geschwulstbeseitigung– ist in den Fällen, in denen der verbliebene OrganoderGliedmaßenschaden für sich allein keinen GdSvon wenigstens 50 bedingt, im allgemeinen nach Geschwulstbeseitigungim Frühstadium ein GdS von 50und nach Geschwulstbeseitigung in höheren Stadienein GdS von 80 angemessen. Bedingen der verbliebeneKörperschaden oder die Therapiefolgen einen GdSvon 50 oder mehr, ist der bis zum Ablauf der Heilungsbewährunganzusetzende GdS entsprechend höherzu bewerten.d) Ein Carcinoma in situ (Cis) rechtfertigt grundsätzlichkein Abwarten einer Heilungsbewährung. Ausgenommenhiervon sind das Carcinoma in situ der Harnblaseund das Carcinoma in situ der Brustdrüse (intraduktalesund lobuläres Carcinoma in situ), bei denen wegenklinischer Besonderheiten bei Vorliegen obengenannter Voraussetzungen das Abwarten einer Heilungsbewährungbegründet ist.2. Kopf und Gesicht2.1 Narben nach Warzenfortsatzaufmeißelung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0Einfache Schädelbrüche ohne Komplikationenim Heilverlauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0Kleinere Knochenlücken, Substanzverluste(auch größere gedeckte) amknöchernen Schädel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Schädelnarben am Hirnschädel mit erheblichemVerlust von Knochenmasseohne Funktionsstörung des Gehirns(einschließlich entstellender Wirkung) . . . . . . . . . . . . 30Hierzu gehören insbesondere alle traumatischentstandenen erheblichen(nicht gedeckten) Substanzverluste amHirnschädel, die auch das innere Knochenblattbetreffen.Einfache Gesichtsentstellungnur wenig störend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30Hochgradige Entstellung des Gesichts . . . . . . . . . . . 502.2 Sensibilitätsstörungen im Gesichtsbereichleicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10ausgeprägt, den oralen Bereicheinschließend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .20-30Gesichtsneuralgien (zum Beispiel Trigeminusneuralgie)leicht (seltene, leichte Schmerzen) . . . . . . . . . . 0–10mittelgradig (häufigere, leichte bis mittelgradigeSchmerzen, schon durchgeringe Reize auslösbar) . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40schwer (häufige, mehrmals im Monatauftretende starke Schmerzen bzw.Schmerzattacken) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–60besonders schwer (starker Dauerschmerzoder Schmerzattackenmehrmals wöchentlich) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70–802.3 Echte Migräneje nach Häufigkeit und Dauer der Anfälleund Ausprägung der Begleiterscheinungen.leichte Verlaufsform(Anfälle durchschnittlich einmal monatlich). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mittelgradige Verlaufsform (häufigereAnfälle, jeweils einen oder mehrereTage anhaltend) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40104


schwere Verlaufsform (lang andauerndeAnfälle mit stark ausgeprägtenBegleiterscheinungen, Anfallspausenvon nur wenigen Tagen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–602.4 Periphere Fazialispareseeinseitigkosmetisch nur wenig störende Restparese. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10ausgeprägtere Restparese oder Kontrakturen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30komplette Lähmung oder ausgeprägteKontraktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40beidseitig komplette Lähmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 503. Nervensystem und Psyche3.1 Hirnschädena) Ein Hirnschaden ist nachgewiesen, wenn Symptomeeiner organischen Veränderung des Gehirns – nachVerletzung oder Krankheit nach dem Abklingen derakuten Phase – festgestellt worden sind. Wenn beispäteren Untersuchungen keine hirnorganischenFunktionsstörungen und Leistungsbeeinträchtigungenmehr zu erkennen sind, beträgt der GdS dann– auch unter Einschluss geringer zum Beispiel vegetativerBeschwerden – 20; nach offenen Hirnverletzungennicht unter 30.b) Bestimmend für die Beurteilung des GdS ist das Ausmaßder bleibenden Ausfallserscheinungen. Dabeisind der neurologische Befund, die Ausfallserscheinungenim psychischen Bereich unter Würdigung derprämorbiden Persönlichkeit und gegebenenfalls dasAuftreten von zerebralen Anfällen zu beachten. Beider Mannigfaltigkeit der Folgezustände von Hirnschädigungenkommt ein GdS zwischen 20 und 100 inBetracht.c) Bei Kindern ist zu berücksichtigen, dass sich die Auswirkungeneines Hirnschadens abhängig vom Reifungsprozesssehr verschieden (Besserung oder Verschlechterung)entwickeln können, so dass in derRegel Nachprüfungen in Abständen von wenigen Jahrenangezeigt sind.d) Bei einem mit Ventil versorgten Hydrozephalus ist einGdS von wenigstens 30 anzusetzen.e) Nicht nur vorübergehende vegetative Störungen nachGehirnerschütterung (reversible und morphologischnicht nachweisbare Funktionsstörung des Gesamthirns)rechtfertigen im ersten Jahr nach dem Unfalleinen GdS von 10 bis 20.Bei der folgenden GdS-Tabelle der Hirnschäden soll dieunter Nummer 3.1.1 genannte Gesamtbewertung imVordergrund stehen. Die unter Nummer 3.1.2 angeführtenisoliert vorkommenden beziehungsweise führendenSyndrome stellen eine ergänzende Hilfe zur Beurteilungdar.3.1.1 Grundsätze der Gesamtbewertung von HirnschädenHirnschäden mit geringer Leistungsbeeinträchtigung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40Hirnschäden mit mittelschwerer Leistungsbeeinträchtigung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–60Hirnschäden mit schwerer Leistungsbeeinträchtigung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70–1003.1.2 Bewertung von Hirnschäden mit isoliert vorkommendenbeziehungsweise führenden Syndromen(bei Begutachtungen im sozialen Entschädigungsrechtauch zur Feststellungder Schwerstbeschädigtenzulage)Hirnschäden mit psychischen Störungenleicht (im Alltag sich gering auswirkend) . . . . . 30–40mittelgradig (im Alltag sich deutlichauswirkend) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–60schwer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70–100Zentrale vegetative Störungen als Ausdruck eines Hirndauerschadens(zum Beispiel Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, der Vasomotorenregulation oder derSchweißregulation)leicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30mittelgradig, auch mit vereinzeltensynkopalen Anfällen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40mit häufigeren Anfällen oder erheblichenAuswirkungen auf den Allgemeinzustand. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen(spino-) zerebellarer Ursache jenach dem Ausmaß der Störung der ZielundFeinmotorik einschließlich derSchwierigkeiten beim Gehen und Stehen(siehe hierzu auch bei Hör- undGleichgewichtsorgan) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–100Hirnschäden mit kognitiven Leistungsstörungen(zum Beispiel Aphasie, Apraxie,Agnosie)leicht (zum Beisiel Restaphasie) . . . . . . . . . . . 30–40mittelgradig (zum Beisiel Aphasie mitdeutlicher bis sehr ausgeprägterKommunikationsstörung) . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–80schwer (zum Beisiel globale Aphasie). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90–100Zerebral bedingte Teillähmungen undLähmungenleichte Restlähmungen und Tonusstörungender Gliedmaßen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30bei ausgeprägteren Teillähmungenund vollständigen Lähmungen ist der105


GdS aus Vergleichen mit dem GdS beiGliedmaßenverlusten, peripherenLähmungen und anderen Funktionseinbußender Gliedmaßen abzuleiten.vollständige Lähmung von Arm undBein (Hemiplegie) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100Parkinson-Syndromein- oder beidseitig, geringe Störungder Bewegungsabläufe, keine Gleichgewichtsstörung,geringe Verlangsamung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40deutliche Störung der Bewegungsabläufe,Gleichgewichtsstörungen, Unsicherheitbeim Umdrehen, stärkereVerlangsamung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70schwere Störung der Bewegungsabläufebis zur Immobilität . . . . . . . . . . . . . . . . . 80–100Andere extrapyramidale Syndrome – auch mit Hyperkinesen– sind analog nach Art und Umfang der gestörtenBewegungsabläufe und der Möglichkeit ihrer Unterdrückungzu bewerten; bei lokalisierten Störungen (zumBeispiel Torticollis spasmodicus) sind niedrigere GdS alsbei generalisierten (zum Beispiel choreatische Syndrome)in Betracht zu ziehen.Epileptische Anfälleje nach Art, Schwere, Häufigkeit und tageszeitlicher Verteilungsehr selten (generalisierte [große]und komplex-fokale Anfälle mit Pausenvon mehr als einem Jahr; kleineund einfach-fokale Anfälle mit Pausenvon Monaten) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40selten (generalisierte [große] undkomplex-fokale Anfälle mit Pausenvon Monaten; kleine und einfachfokaleAnfälle mit Pausen von Wochen). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–60mittlere Häufigkeit(generalisierte [große] und komplexfokaleAnfälle mit Pausen von Wochen;kleine und einfach-fokale Anfällemit Pausen von Tagen) . . . . . . . . . . . . . . . . . 60–80häufig(generalisierte [große] oder komplexfokaleAnfälle wöchentlich oder Serienvon generalisierten Krampfanfällen,von fokal betonten oder von multifokalenAnfällen; kleine und ein -fach-fokale Anfälle täglich) . . . . . . . . . . . . . . . 90–100nach drei Jahren Anfallsfreiheit beiweiterer Notwendigkeit antikonvulsiverBehandlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30Ein Anfallsleiden gilt als abgeklungen, wenn ohne Medikationdrei Jahre Anfallsfreiheit besteht. Ohne nachgewiesenenHirnschaden ist dann kein GdS mehr anzunehmen.3.2 NarkolepsieJe nach Häufigkeit, Ausprägung und Kombination derSymptome (Tagesschläfrigkeit, Schlafattacken, Kataplexien,automatisches Verhalten im Rahmen von Ermüdungserscheinungen,Schlaflähmungen – häufig verbundenmit hypnagogen Halluzinationen) ist im Allgemeinenein GdS von 50 bis 80 anzusetzen.3.3 HirntumorenDer GdS von Hirntumoren ist vor allem von der Art undDignität und von der Ausdehnung und Lokalisation mitihren Auswirkungen abhängig.Nach der Entfernung gutartiger Tumoren (zum BeispielMeningeom, Neurinom) richtet sich der GdS allein nachdem verbliebenen Schaden.Bei Tumoren wie Oligodendrogliom, Ependymom, AstrozytomII ist der GdS, wenn eine vollständige Tumorentfernungnicht gesichert ist, nicht niedriger als 50 anzusetzen.Bei malignen Tumoren (zum Beispiel Astrozytom III, Glioblastom,Medulloblastom) ist der GdS mit wenigstens80 zu bewerten.Das Abwarten einer Heilungsbewährung (von fünf Jahren)kommt in der Regel nur nach der Entfernung einesmalignen Kleinhirntumors des Kindesalters (zum BeispielMedulloblastom) in Betracht. Der GdS beträgt währenddieser Zeit (im Frühstadium) bei geringer Leistungsbeeinträchtigung50.3.4 Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeitim Kindes- und JugendalterDie GdS-Beurteilung der Beeinträchtigungen der geistigenEntwicklung darf nicht allein vom Ausmaß der Intelligenzminderungund von diesbezüglichen Testergebnissenausgehen, die immer nur Teile der Behinderung zueinem bestimmten Zeitpunkt erfassen können. Danebenmuss stets auch die Persönlichkeitsentwicklung auf affektivemund emotionalem Gebiet, wie auch im Bereichdes Antriebs und der Prägung durch die Umwelt mit allenAuswirkungen auf die sozialen Einordnungsmöglichkeitenberücksichtigt werden.3.4.1 Entwicklungsstörungen im KleinkindesalterDie Beurteilung setzt eine standardisierte Befunderhebungmit Durchführung geeigneter Testverfahren voraus(Nachuntersuchung mit Beginn der Schulpflicht).Umschriebene Entwicklungsstörungen in den BereichenMotorik, Sprache oder Wahrnehmung und Aufmerksamkeitleicht, ohne wesentliche Beeinträchtigungder Gesamtentwicklung . . . . . . . . . . . . . . . 0–10106


sonst – bis zum Ausgleich – je nachBeeinträchtigung der Gesamtentwicklung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40bei besonders schwerer Ausprägung . . . . . . . . . . . 50Globale Entwicklungsstörungen (Einschränkungen inden Bereichen Sprache und Kommunikation, Wahrnehmungund Spielverhalten, Motorik, Selbständigkeit, sozialeIntegration)je nach Ausmaß der sozialen Einordnungsstörung undder Verhaltensstörung (zum Beispiel Hyperaktivität, Aggressivität)geringe Auswirkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40starke Auswirkungen (zum BeispielEntwicklungsquotient [EQ] von 70 bisüber 50) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70schwere Auswirkungen (zum BeispielEQ 50 und weniger) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80–1003.4.2 Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit imSchul- und JugendalterKognitive Teilleistungsschwächen (zum Beispiel Lese-Rechtschreib-Schwäche [Legasthenie], isolierte Rechenstörung)leicht, ohne wesentliche Beeinträchtigungder Schulleistungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10sonst – auch unter Berücksichtigungvon Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen– bis zum Ausgleich. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40bei besonders schwerer Ausprägung(selten) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit miteinem Intelligenzrückstand entsprechend einem Intelligenz-Alter(I.A.) von etwa 10 bis 12 Jahren bei Erwachsenen(Intelligenzquotient [IQ] von etwa 70 bis 60)wenn während des Schulbesuchs nurgeringe Störungen, insbesondere derAuffassung, der Merkfähigkeit, derpsychischen Belastbarkeit, der sozialenEinordnung, des Sprechens, derSprache, oder anderer kognitiverTeilleistungen vorliegen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40wenn sich nach Abschluss der Schulenoch eine weitere Bildungsfähigkeitgezeigt hat und keine wesentlichen,die soziale Einordnung erschwerendenPersönlichkeitsstörungen bestehen.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40wenn ein Ausbildungsberuf unter Nutzungder Sonderregelungen für behinderteMenschen erreicht werdenkann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40wenn während des Schulbesuchs dieoben genannten Störungen stark ausgeprägtsind oder mit einem Schulversagenzu rechnen ist . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70wenn nach Abschluss der Schule aufeine Beeinträchtigung der Fähigkeitzu selbständiger Lebensführung odersozialer Einordnung geschlossenwerden kann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70wenn der behinderte Mensch wegenseiner Behinderung trotz beruflicherFördermöglichkeiten (zum Beispiel inbesonderen Rehabilitationseinrichtungen)nicht in der Lage ist, sich auchunter Nutzung der Sonderregelungenfür behinderte Menschen beruflich zuqualifizieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70Intelligenzmangel mit stark eingeengter Bildungsfähigkeit,erheblichen Mängeln im Spracherwerb, Intelligenzrückstandentsprechend einem I.A. unter 10 Jahren beiErwachsenen (IQ unter 60)bei relativ günstiger Persönlichkeitsentwicklungund sozialer Anpassungsmöglichkeit(Teilerfolg in einerSonderschule, selbständige Lebensführungin einigen Teilbereichen undEinordnung im allgemeinen Erwerbslebenmit einfachen motorischen Fertigkeitennoch möglich) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80–90bei stärkerer Einschränkung der Eingliederungsmöglichkeitenmit hochgradigemMangel an Selbständigkeitund Bildungsfähigkeit, fehlenderSprachentwicklung, unabhängig vonder Arbeitsmarktlage und auf DauerBeschäftigungsmöglichkeit nur in einerWerkstatt für Behinderte . . . . . . . . . . . . . . . . 1003.5 Besondere im Kindesalter beginnende psychischeBehinderungenAutistische Syndromeleichte Formen (zum Beispiel Typ Asperger). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–80sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100Andere emotionale und psychosozialeStörungen („Verhaltensstörungen“) mitlang andauernden erheblichen Einordnungsschwierigkeiten(zum Beispiel Integrationin der Normalschule nichtmöglich) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–803.6 Schizophrene und affektive PsychosenLangdauernde (über ein halbes Jahr anhaltende)Psychose im floriden Stadiumje nach Einbuße beruflicher und sozialerAnpassungsmöglichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–100107


Schizophrener Residualzustand (zumBeispiel Konzentrationsstörung, Kontaktschwäche,Vitalitätseinbuße, affektiveNivellierung)mit geringen und einzelnen Restsymptomenohne soziale Anpassungsschwierigkeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–20mit leichten sozialen Anpassungsschwierigkeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40mit mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80–100Affektive Psychose mit relativ kurz andauernden,aber häufig wiederkehrendenPhasenbei 1 bis 2 Phasen im Jahr von mehrwöchigerDauer je nach Art und Ausprägung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–50bei häufigeren Phasen von mehrwöchigerDauer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60–100Nach dem Abklingen lang dauernder psychotischer Episodenist eine Heilungsbewährung von zwei Jahren abzuwarten.GdS während dieser Zeit, wenn bereitsmehrere manische oder manischeund depressive Phasen vorangegangensind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30Eine Heilungsbewährung braucht nicht abgewartet zuwerden, wenn eine monopolar verlaufene depressivePhase vorgelegen hat, die als erste Krankheitsphaseoder erst mehr als zehn Jahre nach einer früheren Krankheitsphaseaufgetreten ist.3.7 Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Folgen psychischerTraumenLeichtere psychovegetative oder psychischeStörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–20Stärker behindernde Störungenmit wesentlicher Einschränkung derErlebnis- und Gestaltungsfähigkeit(zum Beispiel ausgeprägtere depressive,hypochondrische, asthenischeoder phobische Störungen, Entwicklungenmit Krankheitswert, somatoformeStörungen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40Schwere Störungen (zum Beispielschwere Zwangskrankheit)mit mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80–1003.8 Alkoholkrankheit, -abhängigkeitEine Alkoholkrankheit liegt vor, wenn ein chronischer Alkoholkonsumzu körperlichen und/oder psychischenSchäden geführt hat.Die GdS-Bewertung wird vom Ausmaß des Organschadensund seiner Folgen (zum Beispiel Leberschaden,Polyneuropathie, Organisch-psychische Veränderung,hirnorganische Anfälle) und/oder vom Ausmaß der Abhängigkeitund der suchtspezifischen Persönlichkeitsänderungbestimmt. Bei nachgewiesener Abhängigkeit mitKontrollverlust und erheblicher Einschränkung der Willensfreiheitist der Gesamt-GdS aufgrund der Folgen deschronischen Alkoholkonsums nicht niedriger als 50 zubewerten.Ist bei nachgewiesener Abhängigkeit eine Entziehungsbehandlungdurchgeführt worden, muss eine Heilungsbewährungabgewartet werden (im Allgemeinen zweiJahre). Während dieser Zeit ist in der Regel ein GdS von30 anzunehmen, es sei denn, der Organschaden bedingtnoch einen höheren GdS.DrogenabhängigkeitEine Drogenabhängigkeit liegt vor, wenn ein chronischerGebrauch von Rauschmitteln zu einer körperlichen und/oder psychischen Abhängigkeit mit entsprechender psychischerVeränderung und sozialen Einordnungsschwierigkeitengeführt hat.Der GdS ist je nach psychischer Veränderung und sozialenAnpassungsschwierigkeiten auf mindestens 50 einzuschätzen.Ist bei nachgewiesener Abhängigkeit eine Entziehungsbehandlungdurchgeführt worden, muss eine Heilungsbewährungabgewartet werden (im Allgemeinen zweiJahre). Während dieser Zeit ist in der Regel ein GdS von30 anzunehmen.3.9 RückenmarkschädenUnvollständige, leichte Halsmarkschädigungmit beidseits geringenmotorischen und sensiblen Ausfällen,ohne Störungen der Blasen- undMastdarmfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–60Unvollständige Brustmark-, Lendenmark-oder Kaudaschädigung mit Teillähmungbeider Beine, ohne Störungender Blasen- und Mastdarmfunktion. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–60Unvollständige Brustmark-, Lendenmark-oder Kaudaschädigung mit Teillähmungbeider Beine und Störungender Blasen- und/oder Mastdarmfunktion. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60–80Unvollständige Halsmarkschädigungmit gewichtigen Teillähmungen beiderArme und Beine und Störungen derBlasen- und/oder Mastdarmfunktion . . . . . . . . . . 100108


Vollständige Halsmarkschädigung mitvollständiger Lähmung beider Armeund Beine und Störungen der Blasenund/oderMastdarmfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . 100Vollständige Brustmark-, Lendenmark-oder Kauda schädigung mit vollständigerLähmung der Beine undStörungen der Blasen und/oder Mastdarmfunktion. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1003.10 Multiple SkleroseDer GdS richtet sich vor allem nach den zerebralen undspinalen Ausfallserscheinungen. Zusätzlich ist die ausdem klinischen Verlauf sich ergebende Krankheitsaktivitätzu berücksichtigen.3.11 PolyneuropathienBei den Polyneuropathien ergeben sich die Funktionsbeeinträchtigungenaufgrund motorischer Ausfälle (mitMuskelatrophien), sensibler Störungen oder Kombinationenvon beiden. Der GdS motorischer Ausfälle ist inAnalogie zu den peripheren Nervenschäden einzuschätzen.Bei den sensiblen Störungen und Schmerzen ist zuberücksichtigen, dass schon leichte Störungen zu Beeinträchtigungen– zum Beispiel bei Feinbewegungen –führen können.4. SehorganDie Sehbehinderung umfasst alle Störungen des Sehvermögens.Für die Beurteilung ist in erster Linie die korrigierteSehschärfe maßgebend; daneben sind unteranderem Ausfälle des Gesichtsfeldes und des Blickfeldeszu berücksichtigen.Die Sehschärfe ist grundsätzlich entsprechend denEmpfehlungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft(DOG) nach DIN 58220 zu prüfen; Abweichungenhiervon sind nur in Ausnahmefällen zulässig(zum Beispiel bei Bettlägerigkeit oder Kleinkindern). Dieübrigen Partialfunktionen des Sehvermögens sind nurmit Geräten und Methoden zu prüfen, die den Richtliniender DOG entsprechend eine gutachtenrelevante einwandfreieBeurteilung erlauben. Bei Nystagmus richtetsich der GdS nach der Sehschärfe, die bei einer Lesezeitvon maximal einer Sekunde pro Landolt-Ring festgestelltwird.Hinsichtlich der Gesichtsfeldbestimmung bedeutet dies,dass nur Ergebnisse der manuell-kinetischen Perimetrieentsprechend der Marke Goldmann III/4 verwertet werdendürfen.Bei der Beurteilung von Störungen des Sehvermögensist darauf zu achten, dass der morphologische Befunddie Sehstörungen erklärt.Die Grundlage für die GdS-Beurteilung bei Herabsetzungder Sehschärfe bildet die „MdE-Tabelle der DOG“.Eiterung der Augenhöhle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 404.2 Linsenverlusteines Auges (korrigiert durch intraokulareKunstlinse oder Kontaktlinse)Sehschärfe 0,4 und mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10Sehschärfe 0,1 bis weniger als 0,4 . . . . . . . . . . . . 20Sehschärfe weniger als 0,1 . . . . . . . . . . . . . . . 25–30beider Augender sich aus der Sehschärfe für beide Augen ergebendeGdS ist um 10 zu erhöhen.Die GdS-Werte setzen die Verträglichkeit der Linsenvoraus.Maßgebend ist der objektive Befund.Bei Unkorrigierbarkeit richtet sich der GdS nach derRestsehschärfe.Bei Versorgung mit Starbrille ist der aus der Sehschärfefür beide Augen sich ergebende GdS um 10 zu erhöhen,bei Blindheit oder Verlust des anderen Augesum 20.4.3 Die augenärztliche Untersuchung umfasst die Prüfungder einäugigen und beidäugigen Sehschärfe. Sinddie Ergebnisse beider Prüfungsarten unterschiedlich, soist bei der Bewertung die beidäugige Sehschärfe alsSehschärfewert des besseren Auges anzusetzen.4.4 Augenmuskellähmungen, Strabismuswenn ein Auge wegen der Doppelbildervom Sehen ausgeschlossen werdenmuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30bei Doppelbildern nur in einigen Blickfeldbereichenbei sonst normalem Binokularsehenergibt sich der GdS ausdem nachstehenden Schema vonHaase und Steinhorst:4.1 Verlust eines Auges mit dauernder,einer Behandlung nicht zugänglichen109


MDE-Tabelle der DOGRA Sehschärfe LA1,0 0,8 0,63 0,5 0,4 0,32 0,25 0,2 0,16 0,1 0,08 0,05 0,02 05/5 5/6 5/8 5/10 5/12 5/15 5/20 5/25 5/30 5/50 1/12 1/20 1/50 01,0 5/5 0 0 0 5 5 10 10 10 15 20 20 25 25 *250,8 5/6 0 0 5 5 10 10 10 15 20 20 25 30 30 300,63 5/8 0 5 10 10 10 10 15 20 20 25 30 30 30 400,5 5/10 5 5 10 10 10 15 20 20 25 30 30 35 40 400,4 5/12 5 10 10 10 20 20 25 25 30 30 35 40 50 500,32 5/15 10 10 10 15 20 30 30 30 40 40 40 50 50 500,25 5/20 10 10 15 20 25 30 40 40 40 50 50 50 60 600,2 5/25 10 15 20 20 25 30 40 50 50 50 60 60 70 700,16 5/30 15 20 20 25 30 40 40 50 60 60 60 70 80 800,1 5/50 20 20 25 30 30 40 50 50 60 70 70 80 90 900,08 1/12 20 25 30 30 35 40 50 60 60 70 80 90 90 900,05 1/20 25 30 30 35 40 50 50 60 70 80 90 100 100 1000,02 1/50 25 30 30 40 50 50 60 70 80 90 90 100 100 1000 0 *25 30 40 40 50 50 60 70 80 90 90 100 100 100Anmerkungen:1. Die augenärztliche Untersuchung der Sehschärfe soll einäugig und beidäugig erfolgen. Sind die Ergebnisse beiderPrüfungsarten unterschiedlich, so ist bei der Bewertung die beidäugige Sehschärfe als Sehschärfewert des besserenAuges anzusetzen.2. An die Stelle der mit * gekennzeichneten Werte tritt nach der Verwaltungsvorschrift Nummer 5 zu § 30 BVG ein GdB/MdE-Grad von 30.bei einseitiger Bildunterdrückungdurch Gewöhnung (Exklusion) undentsprechendem Verschwinden derDoppelbilder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10Einschränkungen der Sehschärfe (zum Beispiel Amblyopie)oder eine erheblich entstellende Wirkung sind ggf.zusätzlich zu berücksichtigen.Lähmung des Oberlidesmit nicht korrigierbarem, vollständigemVerschluss des Auges . . . . . . . . . . . . . . . . . 30sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–20Fehlstellungen der Lider, Verlegung derTränenwege mit Tränenträufelneinseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–204.5 GesichtsfeldausfälleVollständige Halbseiten- und QuadrantenausfälleHomonyme Hemianopsie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40Bitemporale Hemianopsie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30Binasale Hemianopsiebei beidäugigem Sehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10bei Verlust des beidäugigen Sehens . . . . . . . . . . . 30Homonymer Quadrant oben . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Homonymer Quadrant unten . . . . . . . . . . . . . . . . . 30Vollständiger Ausfall beider untererGesichtsfeldhälften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .60Ausfall einer Gesichtsfeldhälfte bei Verlustoder Blindheit des anderen Auges110


nasal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60temporal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70Bei unvollständigen Halbseiten- und Quadrantenausfällenist der GdS entsprechend niedriger anzusetzen.GesichtsfeldeinengungenAllseitige Einengung bei normalem Gesichtsfelddes anderen Augesauf 10° Abstand vom Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . 10auf 5° Abstand vom Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . . 25Allseitige Einengung binokularauf 50° Abstand vom Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . 10auf 30° Abstand vom Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . 30auf 10° Abstand vom Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . 70auf 5° Abstand vom Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . 100Allseitige Einengung bei Fehlen des anderenAugesauf 50° Abstand vom Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . 40auf 30° Abstand vom Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . 60auf 10° Abstand vom Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . 90auf 5° Abstand vom Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . 100Unregelmäßige Gesichtsfeldausfälle,Skotome im 50°-Gesichtsfeld unterhalbdes horizontalen Meridians, binokularmindestens 1 / 3 ausgefallene Fläche . . . . . . . . . . . . 20mindestens 2 / 3 ausgefallene Fläche . . . . . . . . . . . . 50Bei Fehlen eines Auges sind die Skotome entsprechendhöher zu bewerten.4.6 Ausfall des Farbensinns . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0Einschränkung der Dunkeladaptation(Nachtblindheit) oder des Dämmerungssehens. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–104.7 Nach Hornhauttransplantationen richtet sich derGdS allein nach dem Sehvermögen.4.8 Nach Entfernung eines malignen Augentumors ist inden ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten;GdS während dieser Zeitbei Tumorbegrenzung auf den Augapfel(auch bei Augapfelentfernung). . . . . . . . . . . . . . 50sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 805. Hör- und GleichgewichtsorganMaßgebend für die Bewertung des GdS bei Hörstörungenist die Herabsetzung des Sprachgehörs, derenUmfang durch Prüfung ohne Hörhilfen zu bestimmen ist.Der Beurteilung ist die von der Deutschen Gesellschaftfür Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgieempfohlene Tabelle (siehe Nummer 5.2.4, Tabelle D)zugrunde zu legen. Nach Durchführung eines Ton- undSprachaudiogramms ist der Prozentsatz des Hörverlustesaus entsprechenden Tabellen abzuleiten.Die in der GdS-Tabelle enthaltenen Werte zur Schwerhörigkeitberücksichtigen die Möglichkeit eines Teilausgleichsdurch Hörhilfen mit.Sind mit der Hörstörung andere Erscheinungen verbunden,zum Beispiel Ohrgeräusche, Gleichgewichtsstörungen,Artikulationsstörungen oder außergewöhnlichepsychoreaktive Störungen, so kann der GdS entsprechendhöher bewertet werden.5.1 Angeborene oder in der Kindheit erworbene Taubheitoder an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit mitSprachstörungenangeboren oder bis zum 7. Lebensjahrerworben (schwere Störung desSpracherwerbs, in der Regel lebenslang). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100später erworben (im 8. bis 18. Lebensjahr)mit schweren Sprachstörungen(schwer verständliche Lautsprache,geringer Sprachschatz) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100sonst je nach Sprachstörung . . . . . . . . . . . . . . 80–905.2 Hörverlust5.2.1 Zur Ermittlung des prozentualenHörverlustes aus den Werten dersprachaudiometrischen Untersuchung(nach Boenninghaus und Röser 1973):Tabelle AHörverlust für Zahlen in dBab ab ab ab ab ab ab ab ab ab ab< 20 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70< 20 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100ab 20 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 95 100ab 35 90 90 90 90 90 90 90 90 90 90 95 100ab 50 80 80 80 80 80 80 80 80 80 90 95 100ab 75 70 70 70 70 70 70 70 70 80 90 95 100ab 100 60 60 60 60 60 60 60 70 80 90 95ab 125 50 50 50 50 50 50 60 70 80 90ab 150 40 40 40 40 40 50 60 70 80ab 175 30 30 30 30 40 50 60 70ab 200 20 20 20 30 40 50 60ab 225 10 10 20 30 40 50ab 250 0 10 20 30 40GesamtwortvertehenDas Gesamtwortverstehen wird aus der Wortverständniskurve errechnet. Es entstehtdurch Addition der Verständnisquoten bei 60, 80 und 100 dB Lautstärke (einfachesGesamtwortverstehen).Bei der Ermittlung von Schwerhörigkeiten bis zu einem Hörverlust von 40 % ist dasgewichtete Gesamtwortverstehen (Feldmann 1988) anzuwenden: 3 x Verständnisquotebei 60 dB + 2 x Verständnisquote bei 80 dB + 1 x Verständnisquote bei 100 dB, Summedividiert durch 2.111


5.2.2 Zur Ermittlung des prozentualen Hörverlustes ausdem Tonaudiogramm bei unregelmäßigem Verlauf derTongehörskurve. Der prozentuale Hörverlust ergibt sichdurch Addition der vier Teilkomponenten (4-Frequenztabellenach Röser 1973):Tabelle B5.2.3 3-Frequenztabelle nach Röser 1980 für die Beurteilungbei Hochtonverlusten vom Typ Lärmschwerhörigkeit:Tabelle CSumme bei 2 und 3 kHzTonhörverlustdB 500 Hz 1000 Hz 2000 Hz 4000 Hz10 0 0 0 015 2 3 2 120 3 5 5 225 4 8 7 430 6 10 9 535 8 13 11 640 9 16 13 745 11 18 16 850 12 21 18 955 14 24 20 1060 15 26 23 1165 17 29 25 1270 18 32 27 1375 19 32 28 1480 19 33 29 14ab 85 20 35 30 15dB vonbis 051015202530Tonverlust bei 1 kHz3540455055605.2.4 Zur Ermittlung des GdS aus denSchwerhörigkeitsgraden für beide Ohren:siehe Tabelle D oben rechts657075808590951000 – 15 0 0 0 0 5 15 Hörverlust20 – 35 0 0 0 5 10 20 30 in %40 – 55 0 0 0 10 20 25 35 4560 – 75 0 0 10 15 25 35 40 50 6080 – 95 0 5 15 25 30 40 50 60 70 80100 – 115 5 15 20 30 40 45 55 70 80 90 100120 – 135 10 20 30 35 45 55 65 75 90 100 100140 – 155 20 25 35 45 50 60 75 85 95 100 100160 – 175 25 35 40 50 60 70 80 95 100 100 100180 – 195 30 40 50 55 70 80 90 100 100 100 100ab 200 40 45 55 65 75 90 100 100 100 100 100Rechtes OhrTabelle DNormalhörigkeit 0 – 20 0 0 10 10 15 2010Geringgradige20 – 40 0 15Schwerhörigkeit2020 20 30 30Mittelgradige40 – 60 10 20 30Schwerhörigkeit4030 40 40Hochgradige60 – 80 10 20 30 50Schwerhörigkeit6050 50An Taubheit gren-80 –95 15 30 40 50 70zende Schwerhörigkeit8070Taubheit 100 20 30 40 50 70 80Hörverlustin Prozent5.3 Gleichgewichtsstörungen0 – 20 20 – 40 40 – 60 60 – 80 80 – 95 100(Normabweichungen in den apparativerhobenen neurootologischen Untersuchungsbefundenbedingen für sich alleinnoch keinen GdS)ohne wesentliche Folgenbeschwerdefrei, allenfalls Gefühl derUnsicherheit bei alltäglichen Belastungen(zum Beispiel Gehen, Bücken,Aufrichten, Kopfdrehungen,leichte Arbeiten in wechselnder Körperhaltung)NormalhörigkeitGeringgradigeSchwerhörigkeitLinkes OhrMittelgradigeSchwerhörigkeitleichte Unsicherheit, geringe Schwindelerscheinungen(Schwanken) beihöheren Belastungen (zum BeispielHeben von Lasten, Gehen im Dunkeln,abrupte Körperbewegungen)stärkere Unsicherheit mit Schwindelerscheinungen(Fallneigung, Ziehennach einer Seite) erst bei außergewöhnlichenBelastungen (zum BeispielStehen und Gehen auf Gerüsten,sportliche Übungen mit raschen Körperbewegungen)keine nennenswerten Abweichungenbei den Geh- und Stehversuchen . . . . . . . . . . . . 0–10mit leichten Folgenleichte Unsicherheit, geringe Schwindelerscheinungenwie Schwanken,Stolpern, Ausfallsschritte bei alltäglichenBelastungen,stärkere Unsicherheit und Schwindelerscheinungenbei höheren BelastungenHochgradigeSchwerhörigkeitAn Taubheit grenzendeSchwerhörigkeitleichte Abweichungen bei den GehundStehversuchen erst auf höhererBelastungsstufe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Taubheit112


mit mittelgradigen Folgenstärkere Unsicherheit, Schwindelerscheinungenmit Fallneigung bereitsbei alltäglichen Belastungen,heftiger Schwindel (mit vegetativenErscheinungen, gelegentlich Übelkeit,Erbrechen) bei höheren und außergewöhnlichenBelastungendeutliche Abweichungen bei den GehundStehver suchen bereits auf niedrigerBelastungsstufe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40mit schweren Folgenheftiger Schwindel, erhebliche Unsicherheitund Schwierigkeiten bereitsbeim Gehen und Stehen im Hellenund bei anderen alltäglichen Belastungen,teilweise Gehhilfe erforderlich. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70bei Unfähigkeit, ohne Unterstützungzu gehen oder zu stehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80Ohrgeräusche (Tinnitus)ohne nennenswerte psychische Begleiterscheinungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit erheblichen psychovegetativenBegleiterscheinungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20mit wesentlicher Einschränkung derErlebnis- und Gestaltungsfähigkeit(zum Beispiel ausgeprägte depressiveStörungen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40mit schweren psychischen Störungenund sozialen Anpassungsschwierigkeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .mindestens 50Menière-Krankheitein bis zwei Anfälle im Jahr . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10häufigere Anfälle, je nach Schweregrad. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mehrmals monatlich schwere Anfälle . . . . . . . . . . . 50Bleibende Hörstörungen und Ohrgeräusche (Tinnitus)sind zusätzlich zu bewerten.5.4 Chronische Mittelohrentzündungohne Sekretion oder einseitige zeitweiseSekretion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0einseitige andauernde Sekretion oderzeitweise beidseitige Sekretion . . . . . . . . . . . . . . . 10andauernd beidseitige Sekretion . . . . . . . . . . . . . . 20Radikaloperationshöhlereizlos . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0bei unvollständiger Überhäutung undständiger Sekretioneinseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205.5 Verlust einer Ohrmuschel . . . . . . . . . . . . . . . . . . 206. Nase6.1 Völliger Verlust der Nase . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Teilverlust der Nase, Sattelnasewenig störend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–306.2 Stinknase (Ozaena), je nach Ausmaßder Borkenbildung und des Foetors. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40Verengung der Nasengängeeinseitig je nach Atembehinderung . . . . . . . . . . 0–10doppelseitig mit leichter bis mittelgradigerAtembehinderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10doppelseitig mit starker Atembehinderung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Chronische Nebenhöhlenentzündungleichteren Grades(ohne wesentliche Neben- und Folgeerscheinungen). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10schweren Grades (ständige erheblicheEiterab sonderung, Trigeminusreizerscheinungen,Polypenbildung) . . . . . . . . 20–406.3 Völliger Verlust des Riechvermögens mit der damitverbundenenBeeinträchtigung der Geschmackswahrnehmung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15Völliger Verlust des Geschmackssinns . . . . . . . . . . 107. Mundhöhle, Rachenraum und obere LuftwegeVerletzungs- und Erkrankungsfolgen an den Kiefern,Kiefergelenken und Weichteilen der Mundhöhle, einschließlichder Zunge und der Speicheldrüsen, sind nachdem Grad ihrer Auswirkung auf Sprech-, Kau- undSchluckvermögen zu beurteilen. Eine Gesichtsentstellungist gesondert zu berücksichtigen.7.1 Lippendefekt mit ständigem Speichelfluss. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30Äußere Speichelfistel, Frey-Syndromgeringe Sekretion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0Störung der Speichelsekretion(vermehrter Speichelfluss, Mundtrockenheit). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–20113


7.2 Schwere Funktionsstörung derZunge durch Gewebsverlust, narbigeFixierung oder Lähmung je nach Umfangund Artikulationsstörung . . . . . . . . . . . . . . . 30–50Behinderung der Mundöffnung (Schneidekantendistanzzwischen 5 und 25mm) mit deutlicher Auswirkungauf die Nahrungsaufnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40Kieferklemme mit Notwendigkeit derAufnahme flüssiger oder passierterNahrung und entsprechenden Sprechstörungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 507.3 Verlust eines Teiles des Unterkiefers mit schlafferPseudarthroseohne wesentliche Beeinträchtigungder Kaufunktion und Artikulation . . . . . . . . . . . . 0–10mit erheblicher Beeinträchtigung derKaufunktion und Artikulation . . . . . . . . . . . . . . 20–50Verlust eines Teiles des Oberkiefersohne wesentliche kosmetische undfunktionelle Beeinträchtigung . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit entstellender Wirkung, wesentlicherBeeinträchtigung der NasenundNebenhöhlen (Borkenbildung,ständige Sekretion) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–407.4 Umfassender Zahnverlust über ½Jahr hinaus prothetisch nur unzureichendzu versorgen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–20Verlust erheblicher Teile des Alveolarfortsatzesmit wesentlicher, prothetischnicht voll ausgleichbarer Funktionsbehinderung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207.5 Ausgedehnter Defekt des Gaumensmit gut sitzender Defektprothese . . . . . . . . . . . . . . . . 30Verlust des Gaumens ohne Korrekturmöglichkeitdurch geeignete Prothese(Störung der Nahrungsaufnahme) . . . . . . . . . . . . . . . 507.6 Lippen-, Kiefer-, Gaumen- und Segelspalten bei Kindern,bis zum Abschluss der BehandlungIsolierte voll ausgebildete Lippenspalte(ein- oder beidseitig)bis zum Abschluss der Behandlung(in der Regel ein Jahr nach der Operation)je nach Trinkstörung, Beeinträchtigungder mimischen Muskulaturund Störung der Lautbildung . . . . . . . . . . . . 30–50Lippen-Kieferspaltebis zum Abschluss der Erstbehandlung(in der Regel ein Jahr nach derOperation) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60–70bis zum Verschluss der Kieferspalte . . . . . . . . . . . . 50Lippen-Kiefer-Gaumenspaltebis zum Abschluss der Erstbehandlung(in der Regel ein Jahr nach derOperation) unter Mitberücksichtigungder regelhaft damit verbundenen Hörstörung(Tubenfehlbelüftung) und derStörung der Nasenatmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100bis zum Verschluss der Kieferspalte . . . . . . . . . . . . 50Komplette Gaumen- und Segelspalteohne Kieferspaltewegen der bis zum Abschluss derErstbehandlung (in der Regel ein Jahrnach der Operation) bestehenden mitder Lippen-Kiefer-Gaumenspalte vergleichbarenAuswirkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100Isolierte Segelspalte, submuköseGaumenspalte bis zum Abschluss derBehandlung je nach Ausmaß der Artikulationsstörung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–30Ausgeprägte Hörstörungen sind gegebenenfalls zusätzlichzu berücksichtigen.Nach Abschluss der Behandlung richtet sich der GdSimmer nach der verbliebenen Gesundheitsstörung.7.7 Schluckstörungenohne wesentliche Behinderung derNahrungsaufnahme je nach Beschwerden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit erheblicher Behinderung der Nahrungsaufnahmeje nach Auswirkung(Einschränkung der Kostform, verlängerteEssdauer) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mit häufiger Aspiration und erheblicherBeeinträchtigung des KräfteundErnährungs zustandes . . . . . . . . . . . . . . . . 50–707.8 Verlust des Kehlkopfesbei guter Ersatzstimme und ohne Begleiterscheinungen,unter Mitberücksichtigungder Beeinträchtigung derkörperlichen Leistungsfähigkeit (fehlendeBauchpresse) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70in allen anderen Fällen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80Anhaltende schwere Bronchitiden und Beeinträchtigungendurch Nervenlähmungen im Hals- und Schulterbereichsind zusätzlich zu berücksichtigen.Bei Verlust des Kehlkopfes wegen einesmalignen Tumors ist in den ersten fünfJahren eine Heilungsbewährung abzuwarten;GdB beziehungsweise GdSwährend dieser Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100Teilverlust des Kehlkopfesje nach Sprechfähigkeit und Beeinträchtigungder körperlichen Leis -tungsfähigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–50114


Bei Teilverlust des Kehlkopfes wegeneines malignen Tumors ist in den erstenfünf Jahren eine Heilungsbewährungabzuwarten; GdS während dieser Zeitbei Geschwulstentfernung im Frühstadium(T1 N0 M0) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–60sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 807.9 Tracheostomareizlos oder mit geringen Reizerscheinungen(Tracheitis, Bronchitis), guteSprechstimme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40mit erheblichen Reizerscheinungenund/oder erheblicher Beeinträchtigungder Sprechstimme bis zum Verlustder Sprechfähigkeit (zum Beispielbei schweren Kehlkopfveränderungen). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–80Einschränkungen der Atemfunktion sind ggf. zusätzlichzu berücksichtigen.Trachealstenose ohne TracheostomaDer GdS ist je nach Atembehinderung analog der dauerndenEinschränkung der Lungenfunktion zu beurteilen.7.10 Funktionelle und organische Stimmstörungen(zum Beispiel Stimmbandlähmung)mit geringer belastungsabhängigerHeiserkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit dauernder Heiserkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30nur Flüsterstimme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40mit völliger Stimmlosigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Atembehinderungen sind gegebenenfalls zusätzlich zubewerten analog der dauernden Einschränkung der Lungenfunktion.7.11 Artikulationsstörungen durch Lähmungen oderVeränderungen in Mundhöhle oder Rachenmit verständlicher Sprache . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10mit schwer verständlicher Sprache. . . . . . . . . . 20–40mit unverständlicher Sprache . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Stotternleicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mittelgradig, situationsunabhängig . . . . . . . . . . . . . 20schwer, auffällige Mitbewegungen . . . . . . . . . . 30–40mit unverständlicher Sprache . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Außergewöhnliche psychoreaktive Störungen einschließlichsomatoformer Störungen sind gegebenenfallszusätzlich zu berücksichtigen.8. Brustkorb, tiefere Atemwege und LungenBei chronischen Krankheiten der Bronchien und desLungenparenchyms sowie bei Brustfellschwarten richtetsich der GdS vor allem nach der klinischen Symptomatikmit ihren Auswirkungen auf den Allgemeinzustand. Außerdemsind die Einschränkung der Lungenfunktion, dieFolgeerscheinungen an anderen Organsystemen (zumBeispiel Cor pulmonale) und bei allergisch bedingtenKrankheiten auch die Vermeidbarkeit der Allergene zuberücksichtigen.8.1 Brüche und Defekte der Knochendes Brustkorbs (Rippen, Brustbein,Schlüsselbein)ohne Funktionsstörungen verheilt, jenach Ausdehnung des Defektes . . . . . . . . . . . . . 0–10Rippendefekte mit Brustfellschwartenohne wesentliche Funktionsstörung . . . . . . . . . . 0–10bei sehr ausgedehnten Defekten einschließlichentstellender Wirkung . . . . . . . . . . . . . . 20Brustfellverwachsungen und -schwartenohne wesentliche Funktionsstörung . . . . . . . . . . 0–10Fremdkörper im Lungengewebe oder inder Brustkorbwandreaktionslos eingeheilt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 08.2 Chronische Bronchitis, Bronchiektasenals eigenständige Krankheiten – ohnedauernde Einschränkung der Lungenfunktion,leichte Form (symptomfreieIntervalle über mehrere Monate, wenigHusten, geringer Auswurf) . . . . . . . . . . . . . . 0–10schwere Form (fast kontinuierlich ausgiebigerHusten und Auswurf, häufigeakute Schübe) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30Pneumokoniosen (zum Beispiel Silikose,Asbestose)ohne wesentliche Einschränkung derLungenfunktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–108.3 Krankheiten der Atmungsorgane mit dauernder Einschränkungder Lungenfunktiongeringen Gradesdas gewöhnliche Maß übersteigendeAtemnot bei mittelschwerer Belastung(zum Beispiel forsches Gehen[5–6 km/h], mittelschwere körperlicheArbeit); statische und dynamischeMesswerte der Lungenfunktionsprüfungbis zu 1 / 3 niedriger als die Sollwerte,Blutgaswerte im Normbereich . . . . . . . . . . . . . 20–40mittleren Grades115


das gewöhnliche Maß übersteigendeAtemnot bereits bei alltäglicher leichterBelastung (zum Beispiel Spazierengehen[3–4 km/h], Treppensteigenbis zu einem Stockwerk, leichte körperlicheArbeit); statische und dynamischeMesswerte der Lungenfunktionsprüfungbis zu 2 / 3 niedriger als dieSollwerte, respiratorische Partialinsuffizienz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70schweren GradesAtemnot bereits bei leichtester Belastungoder in Ruhe; statische und dynamischeMesswerte der Lungenfunktionsprüfungum mehr als 2 / 3 niedrigerals die Sollwerte, respiratorischeGlobalinsuffizienz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80–1008.4 Nach einer Lungentransplantation ist eine Heilungsbewährungabzuwarten (im Allgemeinen zwei Jahre);während dieser Zeit ist ein GdS von 100 anzusetzen.Danach ist der GdS selbst bei günstigem Heilungsverlaufunter Mitberücksichtigung der erforderlichen Immunsuppressionnicht niedriger als 70 zu bewerten.Nach Entfernung eines malignen Lungentumors odereines Bronchialtumors ist in den ersten fünf Jahren eineHeilungsbewährung abzuwarten.GdS während dieser Zeit . . . . . . . . . . . wenigstens 80bei Einschränkung der Lungenfunktionmittleren bis schweren Grades . . . . . . . . . 90–1008.5 Bronchialasthma ohne dauerndeEinschränkung der Lungenfunktion,Hyperreagibilität mit seltenen (saisonalen)und/oder leichten Anfällen . . . . . . . . . . . . 0–20Hyperreagibilität mit häufigen (mehrmalspro Monat) und/oder schwerenAnfällen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40Hyperreagibilität mit Serien schwererAnfälle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Eine dauernde Einschränkung der Lungenfunktion istzusätzlich zu berücksichtigen.8.6 Bronchialasthma bei Kinderngeringen Grades(Hyperreagibilität mit seltenen (saisonalen)und/oder leichten Anfällen, keinedauernde Einschränkung derAtemfunktion, nicht mehr als sechsWochen Bronchitis im Jahr) . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mittleren Grades(Hyperreagibilität mit häufigeren und/oder schweren Anfällen, leichte bismittelgradige ständige Einschränkungder Atemfunktion, etwa 2 bis 3 Monatekontinuierliche Bronchitis im Jahr) . . . . . . . . . . 50–70schweren Grades(Hyperreagibilität mit Serien schwererAnfälle, schwere Beeinträchtigung derAtemfunktion, mehr als 3 Monate kontinuierlicheBronchitis im Jahr) . . . . . . . . . . . . 80–1008.7 Schlaf-Apnoe-Syndrom (Nachweis durch Untersuchungim Schlaflabor) ohne Notwendigkeit einer kontinuierlichennasalen Überdruckbeatmung . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit Notwendigkeit einer kontinuierlichennasalen Überdruckbeatmung . . . . . . . . . . . . 20bei nicht durchführbarer nasaler Überdruckbeatmung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Folgeerscheinungen oder Komplikationen (zum BeispielHerzrhythmusstörungen, Hypertonie, Cor pulmonale)sind zusätzlich zu berücksichtigen.8.8 TuberkuloseTuberkulöse PleuritisDer GdS richtet sich nach den Folgeerscheinungen.Lungentuberkuloseansteckungsfähig (mehr als 6 Monateandauernd) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100nicht ansteckungsfähigohne Einschränkung der Lungenfunktion. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0sonst je nach Einschränkung der Lungenfunktion.8.9 SarkoidoseDer GdS richtet sich nach der Aktivität mit ihren Auswirkungenauf den Allgemeinzustand und nach den Auswirkungenan den verschiedenen Organen.Bei chronischem Verlauf mit klinischen Aktivitätszeichenund Auswirkungen auf den Allgemeinzustand ist ohneFunktionseinschränkung von betroffenen Organen einGdS von 30 anzunehmen.9. Herz und KreislaufFür die Bemessung des GdS ist weniger die Art einerHerz- oder Kreislaufkrankheit maßgeblich als die Leistungseinbuße.Bei der Beurteilung des GdS ist zunächstvon dem klinischen Bild und von den Funktionseinschränkungenim Alltag auszugehen. Ergometerdatenund andere Parameter stellen Richtwerte dar, die dasklinische Bild ergänzen. Elektrokardiographische Abweichungenallein gestatten keinen Rückschluss auf dieLeistungseinbuße.9.1 Krankheiten des Herzens9.1.1 Einschränkung der Herzleistung:116


1. keine wesentliche Leistungsbeeinträchtigung(keine Insuffizienzerscheinungenwie Atemnot, anginöseSchmerzen) selbst bei gewohnterstärkerer Belastung (zumBeispiel sehr schnelles Gehen [7–8 km/h], schwere körperliche Arbeit),keine Einschränkung derSollleistung bei Ergometerbelastung;bei Kindern und Säuglingen(je nach Alter) beim Strampeln,Krabbeln, Laufen, Treppensteigenkeine wesentliche Leistungsbeeinträchtigung,keine Tachypnoe, keinSchwitzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–102. Leistungsbeeinträchtigung bei mittelschwererBelastung (zum Beispielforsches Gehen [5–6 km/h],mittelschwere körperliche Arbeit),Beschwerden und Auftreten pathologischerMessdaten bei Ergometerbelastungmit 75 Watt (wenigstens2 Minuten); bei Kindern undSäuglingen Trinkschwierigkeiten,leichtes Schwitzen, leichte TachyundDyspnoe, leichte Zyanose, keineStauungsorgane, Beschwerdenund Auftreten pathologischerMess daten bei Ergometerbelastungmit 1 Watt/kg Körpergewicht . . . . . . . . 20–403. Leistungsbeeinträchtigung bereitsbei alltäglicher leichter Belastung(zum Beispiel Spazierengehen [3–4 km/h], Treppensteigen bis zueinem Stockwerk, leichte körperlicheArbeit), Beschwerden undAuftreten pathologischer Messdatenbei Ergometerbelastung mit50 Watt (wenigstens 2 Minuten);bei Kindern und Säuglingen deutlicheTrinkschwierigkeiten, deutlichesSchwitzen, deutliche TachyundDyspnoe, deutliche Zyanose,rezidivierende pulmonale Infekte,kardial bedingte Gedeihstörungen,Beschwerden und Auftreten pathologischerMessdaten bei Ergometerbelastungmit 0,75 Watt/kg Körpergewicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70mit gelegentlich auftretenden, vorübergehend‚schweren Dekompensationserscheinungen. . . . . . . . . . . . . . . . . 804. Leistungsbeeinträchtigung bereitsin Ruhe (Ruheinsuffizienz, zumBeispiel auch bei fixierter pulmonalerHypertonie); bei Kindern undSäuglingen auch hypoxämischeAnfälle, deutliche Stauungsorgane,kardiale Dystrophie . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90–100(Die für Erwachsene angegebenen Wattzahlen sind aufmittleres Lebensalter und Belastung im Sitzen bezogen.)Liegen weitere objektive Parameter zur Leistungsbeurteilungvor, sind diese entsprechend zu berücksichtigen.Notwendige körperliche Leis tungsbeschränkungen (zumBeispiel bei höhergradiger Aortenklappenstenose, hypertrophischerobstruktiver Kardiomyopathie) sind wieLeistungsbeeinträchtigungen zu bewerten.9.1.2 Nach operativen und anderen therapeutischenEingriffen am Herzen ist der GdS von der bleibendenLeistungsbeeinträchtigung abhängig. Bei Herzklappenprothesenist der GdS nicht niedriger als 30 zu bewerten;dieser Wert schließt eine Dauerbehandlung mit Antikoagulantienein.9.1.3 Nach einem Herzinfarkt ist der GdS von der bleibendenLeistungsbeeinträchtigung abhängig.9.1.4 Nach Herztransplantation ist eine Heilungsbewährungabzuwarten (im Allgemeinen zwei Jahre); währenddieser Zeit ist ein GdS von 100 anzusetzen. Danach istder GdS selbst bei günstigem Heilungsverlauf unter Berücksichtigungder erforderlichen Immunsuppressionnicht niedriger als 70 zu bewerten.9.1.5 Fremdkörper im Herzmuskel oderHerzbeutelreaktionslos eingeheilt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0mit Beeinträchtigung der Herzleistung . . . siehe oben9.1.6 RhythmusstörungenDie Beurteilung des GdS richtet sich vor allem nach derLeistungsbeeinträchtigung des Herzens.Anfallsweise auftretende hämodynamisch relevanteRhythmusstörungen (zum Beispiel paroxysmale Tachykardien)je nach Häufigkeit, Dauer und subjektiver Beeinträchtigungbei fehlender andauernder Leistungsbeeinträchtigungdes Herzens . . . . . . . . . . . . . 10–30bei bestehender andauernder Leistungsbeeinträchtigungdes Herzenssind sie entsprechend zusätzlich zubewerten.nach Implantation eines Herzschrittmachers. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10nach Implantation eines Kardioverter-Defibrillators . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 50bei ventrikulären tachykarden Rhythmusstörungenim Kindesalter ohneImplantation eines Kardioverter-Defibrillators. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 609.2 Gefäßkrankheiten117


9.2.1 Arterielle Verschlusskrankheiten,Arterienverschlüsse an den Beinen(auch nach rekanalisierenden Maßnahmen)mit ausreichender Restdurchblutung,Pulsausfall ohne Beschwerden odermit geringen Beschwerden (Missempfindungenin Wade und Fuß bei raschemGehen) ein- oder beidseitig . . . . . . . . . . 0–10mit eingeschränkter Restdurchblutung(Claudicatio intermittens) StadiumII Schmerzen ein- oder beidseitig nachGehen einer Wegstrecke in der Ebenevon mehr als 500 m . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Schmerzen ein- oder beidseitig nachGehen einer Wegstrecke in der Ebenevon 100 bis 500 m . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40Schmerzen ein- oder beidseitig nachGehen einer Wegstrecke in der Ebenevon 50 bis 100 m . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–60Schmerzen ein- oder beidseitig nachGehen einer Wegstrecke in der Ebenevon weniger als 50 m ohne Ruheschmerz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70–80Schmerzen nach Gehen einer Wegstreckeunter 50 m mit Ruheschmerz (StadiumIII) einschließlich trophischer Störungen(Stadium IV )einseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90–100Apparative Messmethoden (zum Beispiel Dopplerdruck)können nur eine allgemeine Orientierung über denSchweregrad abgeben.Bei Arterienverschlüssen an den Armen wird der GdSebenfalls durch das Ausmaß der Beschwerden undFunktionseinschränkungen – im Vergleich mit anderenSchäden an den Armen – bestimmt.9.2. Nach größeren gefäßchirurgischen Eingriffen (zumBeispiel Prothesenimplantation) mit vollständiger KompensationeinschließlichDauerbehandlung mit Antikoagulantien . . . . . . . . . . . 20Arteriovenöse FistelnDer GdS richtet sich nach den hämodynamischenAuswirkungen am Herzenund/oder in der Peripherie.Aneurysmen (je nach Sitz und Größe)ohne lokale Funktionsstörung und ohneEinschränkung der Belastbarkeit . . . . . . . . . . 0–10ohne oder mit nur geringer lokalerFunktionsstörung mit Einschränkungder Belastbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40große Aneurysmen . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 50Hierzu gehören immer die dissezierenden Aneurysmender Aorta und die großen Aneurysmen der Aorta abdominalisund der großen Beckenarterien.9.2.3 Unkomplizierte Krampfadern . . . . . . . . . . . . . . . 0Chronisch-venöse Insuffizienz (zumBeispiel bei Krampfadern), postthrombotischesSyndrom ein- oder beidseitigmit geringem belastungsabhängigemÖdem, nicht ulzerösen Hautveränderungen,ohne wesentliche Stauungsbeschwerden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit erheblicher Ödembildung, häufig(mehrmals im Jahr) rezidivierendenEntzündungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30mit chronischen rezidivierenden Geschwüren,je nach Ausdehnung und Häufigkeit(einschließlich arthrogenes Stauungssyndrom).. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–50Lymphödeman einer Gliedmaße ohne wesentlicheFunktionsbe-hinderung, Erforderniseiner Kompressionsbandage . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit stärkerer Umfangsvermehrung(mehr als 3 cm) je nach Funktionseinschränkung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mit erheblicher Beeinträchtigung derGebrauchsfähigkeit der betroffenenGliedmaße, je nach Ausmaß . . . . . . . . . . . . . . 50–70bei Gebrauchsunfähigkeit der ganzenGliedmaße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80Entstellungen bei sehr ausgeprägten Formen sind gegebenenfallszusätzlich zu berücksichtigen.9.3 Hypertonie (Bluthochdruck)leichte Formkeine oder geringe Leistungsbeeinträchtigung(höchstens leichte Augenhintergrundveränderungen). . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mittelschwere Formmit Organbeteiligung leichten bis mittlerenGrades (Augenhintergrundveränderungen– Fundus hypertonicusI–II – und/oder Linkshypertrophie desHerzens und/oder Proteinurie), diastolischerBlutdruck mehrfach über 100mm Hg trotz Behandlung, je nachLeistungsbeeinträchtigung . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40schwere Formmit Beteiligung mehrerer Organe(schwere Augenhintergrundveränderungenund Beeinträchtigung derHerzfunktion, der Nierenfunktion und/118


oder der Hirndurchblutung) je nachArt und Ausmaß der Leistungsbeeinträchtigung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–100maligne Formdiastolischer Blutdruck konstant über130 mm Hg; Fundus hypertonicus III–IV (Papillenödem, Venenstauung, Exsudate,Blutungen, schwerste arterielleGefäßveränderungen); unter Einschlussder Organbeteiligung (Herz,Nieren, Gehirn) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100Funktionelle kardiovaskuläre Syndrome,(zum Beispiel orthostatische Fehlregulation)mit leichten Beschwerden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0mit stärkeren Beschwerden und Kollapsneigung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–2010. Verdauungsorgane10.1 SpeiseröhrenkrankheitenTraktionsdivertikel je nach Größe undBeschwerden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Pulsionsdivertikelohne wesentliche Behinderung derNahrungsaufnahme je nach Größeund Beschwerden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit erheblicher Behinderung der Nahrungsaufnahmeje nach Auswirkungauf den Allgemeinzustand . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40Funktionelle Stenosen der Speiseröhre(Ösophagospasmus, Achalasie)ohne wesentliche Behinderung derNahrungsaufnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit deutlicher Behinderung der Nahrungsaufnahme. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mit erheblicher Beeinträchtigung desKräfte- und Ernährungszustandes,häufige Aspiration . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70Auswirkungen auf Nachbarorgane (zum Beispiel durchAspiration) sind zusätzlich zu bewerten.Organische Stenose der Speiseröhre (zum Beispiel angeboren,nach Laugenverätzung, Narbenstenose, peptischeStriktur)ohne wesentliche Behinderung derNahrungsaufnahme je nach Größeund Beschwerden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit deutlicher Behinderung der Nahrungsaufnahmeje nach Auswirkung(Einschränkung der Kostform, verlängerteEssdauer) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mit erheblicher Beeinträchtigung desKräfte- und Ernährungszustandes . . . . . . . . . . 50–70Refluxkrankheit der Speiseröhremit anhaltenden Refluxbeschwerdenje nach Ausmaß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–30Auswirkungen auf Nachbarorganesind zusätzlich zu bewerten.Nach Entfernung eines malignen Speiseröhrentumorsist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährungabzuwarten. GdS während dieser Zeitje nach Beeinträchtigung des KräfteundErnährungszustandes . . . . . . . . . . . . . . . 80–100SpeiseröhrenersatzDer GdS ist nach den Auswirkungen (zum BeispielSchluckstörungen, Reflux, Narben) jedoch nicht unter 20zu bewerten.10.2 Magen- und DarmkrankheitenBei organischen und funktionellen Krankheiten des Magen-Darmkanalsist der GdS nach dem Grad der Beeinträchtigungdes Allgemeinzustandes, der Schwere derOrganstörung und nach der Notwendigkeit besondererDiätkost zu beurteilen. Bei allergisch bedingten Krankheitenist auch die Vermeidbarkeit der Allergene von Bedeutung.10.2.1 Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürsleiden(chronisch rezidivierende Geschwüre, Intervallbeschwerden)mit Rezidiven in Abständen von zweibis drei Jahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit häufigeren Rezidiven und Beeinträchtigungdes Ernährungs- undKräftezustandes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30mit erheblichen Komplikationen (zumBeispiel Magenausgangsstenose)und andauernder erheblicher Minderungdes Ernährungs- und Kräftezustandes. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40–50Nach einer selektiven proximalen Vagotomie kommt einGdS nur in Betracht, wenn postoperative Darmstörungenoder noch Auswirkungen des Grundleidens vorliegen.Chronische Gastritis (histologisch gesicherteVeränderung der Magenschleimhaut) . . . . . . . . . . 0–10Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) . . . . . . . . . . . 0–10Teilentfernung des Magens, Gastroenterostomiemit guter Funktion, je nach Beschwerden . . . . . 0–10mit anhaltenden Beschwerden (zumBeispiel. Dumping-Syndrom, rezidivierendesUlcus jejuni pepticum) . . . . . . . . . . . 20–40Totalentfernung des Magensohne Beeinträchtigung des KräfteundErnährungszustandes je nachBeschwerden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30119


ei Beeinträchtigung des Kräfte- undErnährungszustandes und/oder Komplikationen(zum Beispiel Dumping-Syndrom) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40–50Nach Entfernung eines malignen Magentumors ist eineHeilungsbewährung abzuwarten.GdS während einer Heilungsbewährungvon zwei Jahren nach Entfernung einesMagenfrühkarzinoms . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50GdS während einer Heilungsbewährungvon fünf Jahren nach Entfernung alleranderen malignen Magentumoren jenach Stadium und Auswirkung auf denAllgemeinzustand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80–10010.2.2 Chronische Darmstörungen (irritabler Darm, Divertikulose,Divertikulitis, Darmteilresektion)ohne wesentliche Beschwerden undAuswirkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit stärkeren und häufig rezidivierendenoder anhaltenden Symptomen(zum Beispiel Durchfälle, Spasmen) . . . . . . . . 20–30mit erheblicher Minderung des KräfteundErnährungszustandes . . . . . . . . . . . . . . . . 40–50Angeborene Motilitätsstörungen des Darmes (zum BeispielHirschsprung-Krankheit, neuronale Dysplasie)ohne wesentliche Gedeih- und Entwicklungsstörung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–20mit geringer Gedeih- und Entwicklungsstörung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40mit mittelgradiger Gedeih- und Entwicklungsstörung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50mit schwerer Gedeih- und Entwicklungsstörung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60–70Kurzdarmsyndrom im Kindesaltermit mittelschwerer Gedeih- und Entwicklungsstörung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–60mit schwerer Gedeih- und Entwicklungsstörung(zum Beispiel Notwendigkeitkünstlicher Ernährung) . . . . . . . . . . . . 70–100Colitis ulcerosa, Crohn-Krankheit (Enteritis regionalis)mit geringer Auswirkung (geringe Beschwerden,keine oder geringe Beeinträchtigungdes Kräfte- und Ernährungszustandes,selten Durchfälle) . . . . . . . . . 10–20mit mittelschwerer Auswirkung (häufigrezidivierende oder länger anhaltendeBeschwerden, geringe bis mittelschwereBeeinträchtigung des KräfteundErnährungszustandes, häufigerDurchfälle) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40mit schwerer Auswirkung (anhaltendeoder häufig rezidivierende erheblicheBeschwerden, erhebliche Beeinträchtigungdes Kräfte- und Ernährungszustandes,häufige, tägliche, auchnächtliche Durchfälle) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–60mit schwerster Auswirkung (häufig rezidivierendeoder anhaltende schwereBeschwerden, schwere Beeinträchtigungdes Kräfte- und Ernährungszustandes,ausgeprägte Anämie) . . . . . . . . . . . . 70–80Fisteln, Stenosen, postoperative Folgezustände (zumBeispiel Kurzdarmsyndrom, Stomakomplikationen), extraintestinaleManifestationen (zum Beispiel Arthritiden),bei Kindern auch Wachstums- und Entwicklungsstörungen,sind zusätzlich zu bewerten.Zöliakie, Sprueohne wesentliche Folgeerscheinun -gen unter diätetischer Therapie . . . . . . . . . . . . . . . 20bei andauerndem, ungenügendem Ansprechen auf glutenfreieKost (selten) sind – je nach Beeinträchtigungdes Kräfte- und Ernährungszustands – höhere Werteangemessen.Nach Entfernung maligner Darmtumoren ist eine Heilungsbewährungabzuwarten.GdS während einer Heilungsbewährung von zwei Jahrennach Entfernung eines malignenDarmtumors im Frühstadium oder vonlokalisierten Darmkarzinoiden . . . . . . . . . . . . . . . . 50mit künstlichem After (nicht nur vorübergehendangelegt) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70–80GdS während einer Heilungsbewährung von fünf Jahrennach Entfernung anderer malignerDarmtumoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 80mit künstlichem After (nicht nur vorübergehendangelegt) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10010.2.3 Bauchfellverwachsungenohne wesentliche Auswirkung . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit erheblichen Passagestörungen . . . . . . . . . 20–30mit häufiger rezidivierenden Ileuserscheinungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40–5010.2.4 Hämorrhoidenohne erhebliche Beschwerden, geringeBlutungsneigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit häufigen rezidivierenden Entzündungen,Thrombosierungen oderstärkeren Blutungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Mastdarmvorfallklein, reponierbar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40120


Afterschließmuskelschwächemit seltenem, nur unter besonderenBelastungen auftretendem, unwillkürlichemStuhlabgang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40Funktionsverlust des Afterschließmuskels. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 50Fistel in der Umgebung des Aftersgeringe, nicht ständige Sekretion . . . . . . . . . . . . . . 10sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30Künstlicher Aftermit guter Versorgungsmöglichkeit . . . . . . . . . . . . . 50sonst (zum Beispiel bei Bauchwandhernie,Stenose, Retraktion, Prolaps,Narben, ungünstige Position) . . . . . . . . . . . . . 60–80Bei ausgedehntem Mastdarmvorfall, künstlichem Afteroder stark sezernierenden Kotfisteln, die zu starker Verschmutzungführen, sind ggf. außergewöhnliche seelischeBegleiterscheinungen zusätzlich zu berücksichtigen.10.3 Krankheiten der Leber, Gallenwege und BauchspeicheldrüseDer GdS für Krankheiten der Leber, der Gallenwege undder Bauchspeicheldrüse wird bestimmt durch die Art undSchwere der Organveränderungen sowie der Funktionseinbußen,durch das Ausmaß der Beschwerden, dieBeeinträchtigung des Allgemeinzustandes und die Notwendigkeiteiner besonderen Kostform. Der serologischeNachweis von Antikörpern als Nachweis einer durchgemachtenInfektion (Seronarbe) rechtfertigt allein nochkeinen GdS.10.3.1 Chronische HepatitisUnter dem Begriff „chronische Hepatitis“ werden allechronischen Verlaufsformen von Hepatitiden zusammengefasst(früher: „chronische Hepatitis ohne Progression“ und „chronischeHepatitis mit Progression“ ).Dazu gehören insbesondere die Virus-, dieAutoimmun-, die Arzneimittel- und die kryptogene Hepatitis.Nekro-inflammatorischeAktivitätFibrosenull – gering mäßig starkgering 20 20 30mäßig 30 40 40stark 50 60 70Die gutachtliche Beurteilung einer chronischen Hepatitisberuht auf dem klinischen Befund einschließlich funktionsrelevanterLaborparameter, auf der Ätiologie sowieauf dem histopathologischen Nachweis des Grades dernekro-inflammatorischen Aktivität (Grading) und desStadiums der Fibrose (Staging). Zusätzlich sind engmaschigeVerlaufskontrollen und die Beachtung der Differentialdiagnoseerforderlich. Dies gilt auch für geltendgemachte Verschlimmerungen im Leidensverlauf. DerGdS und die Leidensbezeichnung ergeben sich aus dernachfolgenden Tabelle, wobei bereits übliche Befindlichkeitsstörungen– nicht aber extrahepatische Manifestationen– berücksichtigt sind.Chronische Hepatitisohne (klinisch-) entzündliche Aktivität . . . . . . . . . . 20ehemals: chronische Hepatitis ohneProgressionmit geringer (klinisch-) entzündlicherAktivität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30ehemals: chronische Hepatitis mitProgression, gering entzündliche Aktivitätmit mäßiger (klinisch-) entzündlicher Aktivität . . . . 40ehemals: chronische Hepatitis mitProgression, mäßig entzündliche Aktivitätmit starker (klinisch-) entzündlicherAktivität ehemals: chronische Hepatitismit Progression, stark entzündlicheAktivität je nach Funktionsstörung . . . . . . . . . . .50-70Alleinige Virus-Replikation („gesunderVirusträger“) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10bei Hepatitis-C-Virus nur nach histologischemAusschluss einer Hepatitis.Bei Vorliegen eines histologischen Befundes gelten fürdie Virus-Hepatitiden folgende Besonderheiten:Die histopathologische Bewertung der chronischen Virushepatitisumfasst die nekroinflammatorische Aktivität(Grading) und den Grad der Fibrose (Staging). Der GdSergibt sich aus folgender Tabelle, wobei die genanntenGdS-Werte die üblichen klinischen Auswirkungen mitumfassen.Anmerkung:Die Auswertung des histologischen Befundes soll sichan dem modifizierten histologischen Aktivitätsindex(HAI) ausrichten. Eine geringe nekro-inflammatorischeAktivität entspricht einer Punktzahl von 1 bis 5, eine mäßigenekro-inflammatorische Aktivität einer Punktzahlvon 6 bis 10 und eine starke nekro-inflammatorische Aktivitäteiner Punktzahl von 11 bis 18. Eine fehlende beziehungsweisegeringe Fibrose entspricht einer Punktzahl0 bis 2, eine mäßige Fibrose der Punktzahl 3 undeine starke Fibrose einer Punktzahl von 4 bis 5.Für die Virushepatitis C gelten bei fehlender Histologieim Hinblick auf die chemischen Laborparameter folgendeBesonderheiten:ALAT-/GPT-Werte im Referenzbereich entsprechen beinachgewiesener Hepatitis-C-Virus-Replikation einerchronischen Hepatitis ohne (klinisch-) entzündliche Aktivität.121


ALAT-/GPT-Werte bis zum 3-fachen der oberen Grenzedes Referenzbereichs entsprechen einer geringen (klinisch-)entzündlichen AktivitätALAT-/GPT-Werte vom 3-fachen bis zum 6-fachen deroberen Grenze des Referenzbereichs entsprechen einermäßigen (klinisch-) entzündlichen AktivitätALAT-/GPT-Werte von mehr als dem 6-fachen der oberenGrenze des Referenzbereichs entsprechen einerstarken (klinisch-) entzündlichen AktivitätDiese Bewertungen sind nur zulässig, wenn sie sich indas klinische Gesamtbild des bisherigen Verlaufs einfügen.10.3.2 Fibrose der Leber ohne Komplikationen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Leberzirrhosekompensiertinaktiv . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30gering aktiv . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40stärker aktiv . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50dekompensiert (Aszites, portale Stauung,hepatische Enzephalopathie) . . . . . . . . . 60–10010.3.3 Fettleber (auch nutritiv-toxisch)ohne Mesenchymreaktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Toxischer LeberschadenDer GdS ist je nach Aktivität und Verlauf analog zur chronischenHepatitis oder Leberzirrhose zu beurteilen.Zirkulatorische Störungen der Leber(zum Beispiel Pfortaderthrombose)Der GdS ist analog zur dekompensierten Leberzirrhosezu beurteilen.Nach Leberteilresektion ist der GdS allein davon abhängig,ob und wieweit Funktionsbeeinträchtigungen verbliebensind.10.3.4 Nach Entfernung eines malignen primären Lebertumorsist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährungabzuwarten; GdS während dieser Zeit 100.Nach Lebertransplantation ist eine Heilungsbewährungabzuwarten (im Allgemeinen zwei Jahre); GdS währenddieser Zeit 100. Danach selbst bei günstigem Heilungsverlaufunter Berücksichtigung der erforderlichen Immunsuppressionwenigstens 60.10.3.5 Primäre biliäre Zirrhose, primäre sklerosierendeCholangitisGdS ist je nach Aktivität und Verlauf analog zur chronischenHepatitis oder Leberzirrhose zu beurteilen.Gallenblasen- und Gallenwegskrankheiten (Steinleiden,chronisch rezidivierende Entzündungen)mit Koliken in Abständen von mehrerenMonaten, Entzündungen in Abständenvon Jahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit häufigeren Koliken und Entzündungensowie mit Intervallbeschwerden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30mit langanhaltenden Entzündungenoder mit Komplikationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40–50Angeborene intra- und extrahepatische Transportstörungender Galle (zum Beispiel intra-, extrahepatischeGallengangsatresie), metabolische Defekte (zum BeispielMeulengracht-Krankheit)ohne Funktionsstörungen, ohne Beschwerden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit Beschwerden (Koliken, Fettunverträglichkeit,Juckreiz),ohne Leberzirrhose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mit Leberzirrhose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50mit dekompensierter Leberzirrhose . . . . . . . 60–100Folgezustände sind zusätzlich zu bewerten.Verlust der Gallenblase ohne wesentlicheStörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0bei fortbestehenden Beschwerden wie bei GallenwegskrankheitenNach Entfernung eines malignen Gallenblasen-,Gallenwegs- oder Papillentumorsist in den ersten fünf Jahren eineHeilungsbewährung abzuwarten; GdSwährend dieser Zeitbei Gallenblasen- und Gallenwegstumor. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100bei Papillentumor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8010.3.6 Chronische Krankheit der Bauchspeicheldrüse(exkretorische Funktion) je nach Auswirkung auf den Allgemeinzustand,Häufigkeit und Ausmaß der Schmerzenohne wesentlichen Beschwerden, keineBeeinträchtigung des Kräfte- undErnährungszustandes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10geringe bis erhebliche Beschwerden,geringe bis mäßige Beeinträchtigungdes Kräfte- und Ernährungszustandes. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40starke Beschwerden, Fettstühle, deutlichebis ausgeprägte Herabsetzungdes Kräfte- und Ernährungszustandes. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–80Nach teilweiser oder vollständiger Entfernung der Bauchspeicheldrüsesind gegebenenfalls weitere Funktionsbeeinträchtigungen(zum Beispiel bei Diabetes mellitus,Osteopathie, oder infolge chronischer Entzündungen derGallenwege, Magenteilentfernung und Milzverlust) zusätzlichzu berücksichtigen.Nach Entfernung eines malignen Bauchspeicheldrüsentumorsist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährungabzuwarten; GdS während dieser Zeit 100.122


11. Brüche (Hernien)11.1 Leisten- oder Schenkelbruch je nach Größe undReponierbarkeitein- oder beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10bei erheblicher Einschränkung derBelastungsfähigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2011.2 Nabelbruch oder Bruch in der weißenLinie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Bauchnarbenbruch, angeborene Bauchwandbrüche und -defekteohne wesentliche Beeinträchtigung,je nach Größe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit ausgedehnter Bauchwandschwächeund fehlender oder stark eingeschränkterBauchpresse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20mit Beeinträchtigung der Bauchorganebei Passagestörungen ohneerhebliche Komplikationen . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30bei häufigen rezidivierenden Ileuserscheinungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40–50Bei schweren angeborenen Bauchwanddefekten mitentsprechender Beeinträchtigung der Bauch- und Brustorganekommt auch ein höherer GdS in Betracht.11.3 Zwerchfellbrüche (einschl. Zwerch fellrelaxation)Speiseröhrengleithernie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10andere kleine Zwerchfellbrüche ohnewesentliche Funktionsstörung . . . . . . . . . . . . . . 0–10größere Zwerchfellbrüche je nachFunktionsstörung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30Komplikationen sind zusätzlich zu bewerten.Angeborene Zwerchfelldefekte mit Verlagerung von innerenOrganen in den Brustkorb und Minderentwicklungvon Lungengewebemit geringer Einschränkung der Lungenfunktion. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40sonst je nach Funktionsbeeinträchtigungder betroffenen Organe . . . . . . . . . . . . . 50–10012. HarnorganeDie Beurteilung des GdS bei Schäden der Harnorganerichtet sich nach dem Ausmaß der Störungen der inkretorischenund exkretorischen Nierenfunktion und/oderdes Harntransportes, das durch spezielle Untersuchungenzu erfassen ist.Daneben sind die Beteiligung anderer Organe (zum BeispielHerz/Kreislauf, Zentralnervensystem, Skelettsystem),die Aktivität eines Entzündungsprozesses, dieAuswirkungen auf den Allgemeinzustand und die notwendigeBeschränkung in der Lebensführung zu berücksichtigen.Unter dem im Folgenden verwendeten Begriff „Funktionseinschränkungder Nieren“ ist die Retention harnpflichtigerSubstanzen zu verstehen.12.1 Nierenschäden12.1.1 Verlust, Ausfall oder Fehlen einerNiere bei Gesundheit der anderenNiere . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25Verlust, Ausfall oder Fehlen einer Nierebei Schaden der anderen Niere, ohneEinschränkung der Nierenfunktion, mitkrankhaftem Harnbefund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30Nierenfehlbildung (zum Beispiel Erweiterung des Nierenhohlsystemsbei Ureterabgangsstenose, Nierenhypoplasie,Zystennieren, Nierenzysten, Beckenniere),Nephroptoseohne wesentliche Beschwerden undohne Funktionseinschränkung . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit wesentlichen Beschwerden undohne Funktionseinschränkung . . . . . . . . . . . . . 20–30Nierensteinleiden ohne Funktionseinschränkung derNieremit Koliken in Abständen von mehrerenMonaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit häufigeren Koliken, Intervallbeschwerdenund wiederholten Harn -wegsinfekten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30Nierenschäden ohne Einschränkungder Nierenfunktion (zum Beispiel Glomerulopathien,tubulointerstitielle Nephropathien,vaskuläre Nephropathien),ohne Beschwerden, mit krankhaftemHarnbefund (Eiweiß und/oder Erythrozyten-beziehungsweise Leukozytenausscheidung). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–1012.1.2 Nierenschäden ohne Einschränkungder Nierenfunktion, mit Beschwerdenrezidivierende Makrohämaturie, jenach Häufigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–30Nephrotisches Syndromkompensiert (keine Ödeme) . . . . . . . . . . . . . . . 20–30dekompensiert (mit Ödemen) . . . . . . . . . . . . . . 40–50bei Systemerkrankungen mit Notwendigkeiteiner immunsuppressiven Behandlung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5012.1.3 Nierenschäden mit Einschränkungder NierenfunktionEine geringfügige Einschränkung derKreatininclearance auf 50–80 ml/minbei im Normbereich liegenden Serumkreatininwertenbedingt keinen messbarenGdS.123


Nierenfunktionseinschränkungleichten Grades(Serumkreatininwerte unter 2 mg/dl[Kreatininclearance ca. 35–50 ml/min], Allgemeinbefinden nicht odernicht wesentlich reduziert, keine Einschränkungder Leistungsfähigkeit) . . . . . . . . . 20–30(Serumkreatininwerte andauernd zwischen2 und 4 mg/dl erhöht, Allgemeinbefindenwenig reduziert, leichteEinschränkung der Leistungsfähigkeit). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40mittleren Grades(Serumkreatininwerte andauernd zwischen4 und 8 mg/dl erhöht, Allgemeinbefindenstärker beeinträchtigt,mäßige Einschränkung der Leistungsfähigkeit). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70schweren Grades(Serumkreatininwerte dauernd über8 mg/dl, Allgemeinbefinden stark gestört,starke Einschränkung der Leistungsfähigkeit,bei Kindern keinenormalen Schulleistungen mehr) . . . . . . . . . . 80–100Verlust, Ausfall oder Fehlen einer Niere mit Funktionseinschränkungder anderen Niereleichten Grades . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40–50mittleren Grades . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60–80schweren Grades . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90–100Notwendigkeit der Dauerbehandlungmit Blutreinigungsverfahren (zum BeispielHämodialyse, Peritonealdialyse) . . . . . . . . . . . 100Bei allen Nierenschäden mit Funktionseinschränkungensind Sekundärleiden (zum Beispiel Hypertonie, ausgeprägteAnämie [Hb-Wert unter 8 g/dl], Polyneuropathie,Osteopathie) zusätzlich zu bewerten.12.1.4 Nach Nierentransplantation ist eine Heilungsbewährungabzuwarten (im Allgemeinen zwei Jahre); währenddieser Zeit ist ein GdS von 100 anzusetzen. Danachist der GdS entscheidend abhängig von der verbliebenenFunktionsstörung; unter Mitberücksichtigung der erforderlichenImmunsuppression ist jedoch der GdS nichtniedriger als 50 zu bewerten.Nach Entfernung eines malignen Nierentumors oderNierenbeckentumors ist eine Heilungsbewährung abzuwarten.GdS während einer Heilungsbewährung von zwei Jahrennach Entfernung eines Nierenzellkarzinoms(Hypernephrom) im StadiumT1 N0 M0 (Grading G1) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50nach Entfernung eines Nierenbeckentumorsim Stadium Ta N0 M0 (GradingG1) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50GdS während einer Heilungsbewährung von fünf Jahrennach Entfernung eines Nierenzellkarzinoms (Hypernephrom)mit Entfernung der Niereim Stadium (T1 [Grading ab G2], T2)N0 M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60in höheren Stadien . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 80nach Entfernung eines Nierenbeckentumorseinschließlich Niere und Harnleiterim Stadium (T1 bis T2) N0 M0 . . . . . . . . . . . . . . . . 60in höheren Stadien . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 80nach Entfernung eines Nephroblastomsim Stadium I und II . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60in höheren Stadien . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 8012.2 Schäden der Harnwege12.2.1 Chronische Harnwegsentzündungen (insbesonderechronische Harnblasenentzündung)leichten Grades (ohne wesentlicheMiktionsstörungen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10stärkeren Grades(mit erheblichen und häufigen Miktionsstörungen). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40chronische Harnblasenentzündungmit Schrumpfblase (Fassungsvermögenunter 100 ml, Blasentenesmen) . . . . . . . . 50–7012.2.2 Bei Entleerungsstörungen der Blase (auch durchHarnröhrenverengung) sind Begleiterscheinungen (zumBeispiel Hautschäden, Harnwegsentzündungen) ggf. zusätzlichzu bewerten.Entleerungsstörungen der Blaseleichten Grades (zum Beispiel geringeRestharnbildung, längeres Nachträufeln). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10stärkeren Grades (zum Beispiel Notwendigkeitmanueller Entleerung, Anwendungeines Blasenschrittmachers,erhebliche Restharnbildung,schmerzhaftes Harnlassen) . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mit Notwendigkeit regelmäßigen Katheterisierens,eines Dauerkatheters,eines suprapubischen Blasenfistelkathetersoder Notwendigkeit eines Urinals,ohne wesentliche Begleiterscheinungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5012.2.3 Nach Entfernung eines malignen Blasentumorsist eine Heilungsbewährung abzuwarten.GdS während einer Heilungsbewährung von zwei Jahren124


nach Entfernung des Tumors im Frühstadiumunter Belassung der Harnblase(Ta bis T1) N0 M0, Grading G1 . . . . . . . . . . . . . 50GdS während einer Heilungsbewährung von fünf Jahrennach Entfernung im Stadium Tis oderT1 (Grading ab G2) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50nach Entfernung in den Stadien (T2bis T3a) N0 M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60mit Blasenentfernung einschließlichkünstlicher Harnableitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80nach Entfernung in höheren Stadien . . . . . . . . . . 10012.2.4 Harninkontinenzrelativeleichter Harnabgang bei Belastung(zum Beispiel Stressinkontinenz Grad I) . . . . . . 0–10Harnabgang tags und nachts (zumBeispiel Stress inkontinenz Grad II-III) . . . . . . . 20–40völlige Harninkontinenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50bei ungünstiger Versorgungsmöglichkeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60–70nach Implantation einer Sphinkterprothesemit guter Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Harnröhren-Hautfistel der vorderenHarnröhre bei Harnkontinenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10Harnweg-Darmfistel bei Analkontinenz,je nach Luft- und Stuhlentleerung überdie Harnröhre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–50Künstliche Harnableitung (ohne Nierenfunktionsstörung)in den Darm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30nach außenmit guter Versorgungsmöglichkeit . . . . . . . . . . . . . 50sonst (zum Beispiel bei Stenose, Retraktion,Abdichtungsproblemen) . . . . . . . . . . . 60–80Darmneoblase mit ausreichendem Fassungsvermögen,ohne Harnstau, ohnewesentliche Entleerungsstörungen . . . . . . . . . . . . . . 3013. Männliche Geschlechtsorgane13.1 Verlust des Penis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Teilverlust des PenisTeilverlust der Eichel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10Verlust der Eichel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40Nach Entfernung eines malignen Penistumors ist in denersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten;GdS während dieser Zeit nach Entfernung im Frühstadium(T1 bis T2) N0 M0bei Teilverlust des Penis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50bei Verlust des Penis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60mit vollständiger Entfernung derCorpora cavernosa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80nach Entfernung in höheren Stadien . . . . . . . 90–10013.2 Unterentwicklung, Verlust oder Schwund eines Hodensbei intaktemanderen Hoden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0Unterentwicklung, Verlust oder vollständigerSchwund beider Hodenin höherem Lebensalter (etwa ab 8.Lebensjahrzehnt) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10sonst je nach Ausgleichbarkeit desHormonhaushalts durchSubstitution . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30vor Abschluss der körperlichen Entwicklung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40Verlust oder Schwund eines Nebenhodens. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0Verlust oder vollständiger Schwund beiderNebenhoden und/oder Zeugungsunfähigkeit(Impotentia generandi) . . . . . . . . . . . . . . . 0in jüngerem Lebensalter bei noch bestehendemKinderwunsch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Impotentia coeundi bei nachgewiesenererfolgloser Behandlung . . . . . . . . . . . . . . . . 2013.3 Hydrozele (so genannter Wasserbruch). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Varikozele (so genannter Krampfaderbruch). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–1013.4 Nach Entfernung eines malignen Hodentumors isteine Heilungsbewährung abzuwarten.GdS während einer Heilungsbewährungvon zwei Jahrennach Entfernung eines Seminomsoder nichtseminomatösen Tumors imStadium (T1 bis T2) N0 M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50GdS während einer Heilungsbewährungvon fünf Jahrennach Entfernung eines Seminoms imStadium (T1 bis T2) N1 M0 beziehungsweiseT3 N0 M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50nach Entfernung eines nichtseminomatösenTumors im Stadium (T1 bisT2) N1 M0 beziehungsweise T3 N0M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60in höheren Stadien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8013.5 Chronische bakterielle Entzündung der Vorsteherdrüseoder abakterielle Prostatopathieohne wesentliche Miktionsstörung . . . . . . . . . . . 0–10125


mit andauernden Miktionsstörungenund Schmerzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20ProstataadenomDer GdS richtet sich nach den Harnentleerungsstörungenund der Rückwirkungauf die Nierenfunktion.13.6 Nach Entfernung eines malignen Prostatatumorsist eine Heilungsbewährung abzuwarten.GdS während einer Heilungsbewährungvon zwei Jahrennach Entfernung im Stadium T1a N0M0 (Grading G1) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50GdS während einer Heilungsbewährungvon fünf Jahrennach Entfernung in den Stadien T1aN0 M0 (Grading ab G2) und (T1b bisT2) N0 M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50nach Entfernung in höheren Stadien . . wenigstens 80Maligner Prostatatumorohne Notwendigkeit einer Behandlung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50auf Dauer hormonbehandelt . . . . . . . . wenigstens 6014. Weibliche Geschlechtsorgane14.1 Verlust der Brust (Mastektomie)einseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40Segment- oder Quadrantenresektion der Brust . . . 0–20Funktionseinschränkungen im Schultergürtel, des Armesoder der Wirbelsäule als Operations- oder Bestrahlungsfolgen(zum Beispiel Lymphödem, Muskeldefekte,Nervenläsionen, Fehlhaltung) sind ggf. zusätzlich zu berücksichtigen.Aufbauplastik zur Wiederherstellung der Brust mit Protheseje nach Ergebnis (zum Beispiel Kapselfibrose, Dislokationder Prothese, Symmetrie)nach Mastektomieeinseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–30beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40nach subkutaner Mastektomieeinseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–20beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30Nach Aufbauplastik zur Wiederherstellung der Brust mitEigengewebe kommt ein geringerer GdS in Betracht.Nach Entfernung eines malignen Brustdrüsentumors istin den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten.GdS während dieser Zeitbei Entfernung im Stadium (T1 bis T2)pN0 M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50bei Entfernung im Stadium (T1 bis T2)pN1 M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60in höheren Stadien . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 80Bedingen die Folgen der Operation und gegebenenfallsanderer Behandlungsmaßnahmen einen GdS von 50oder mehr, ist der während der Heilungsbewährung anzusetzendeGdS entsprechend höher zu bewerten.Nach Entfernung eines Carcinoma in situ der Brustdrüseist in den ersten zwei Jahren eine Heilungsbewährungabzuwarten. Der GdS beträgt während dieser Zeit 50.14.2 Verlust der Gebärmutter und/oderSterilität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0in jüngerem Lebensalter bei noch bestehendemKinderwunsch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Nach Entfernung eines malignen Gebärmuttertumors isteine Heilungsbewährung abzuwarten.GdS während einer Heilungsbewährungvon zwei Jahrennach Entfernung eines Zervixtumors (Mikrokarzinom) im Stadium T1a N0 M0 . . . . . . . . . . . . 50nach Entfernung eines Korpustumorsim Frühstadium (Grading G1, Infiltrationhöchstens des inneren Drittels des Myometrium). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50GdS während einer Heilungsbewährungvon fünf Jahren nach Entfernung einesZervixtumorsim Stadium (T1b bis T2a) N0 M0 . . . . . . . . . . . . . . 50im Stadium T2b N0 M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60in höheren Stadien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80nach Entfernung eines Korpustumorsim Stadium T1 N0 M0 (Grading ab G2,Infiltration über das innere Drittel desMyometrium hinaus) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50im Stadium T2 N0 M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60in höheren Stadien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8014.3 Verlust eines Eierstockes . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0Unterentwicklung, Verlust oder Ausfall beider Eierstöcke,ohne Kinderwunsch und ohne wesentliche Auswirkungaufden Hormonhaushalt – immer in derPostmenopause . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10im jüngeren Lebensalter bei noch bestehendemKinderwunsch oder beiunzureichender Ausgleichbarkeit desHormonausfalls durch Substitution . . . . . . . . . . 20–30vor Abschluss der körperlichen Entwicklungje nach Ausgleichbarkeit desHormonausfalls . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40126


Endokrin bedingte Funktionsstörungen der Eierstöckesind gut behandelbar, so dass im Allgemeinen anhaltendeBeeinträchtigungen nicht zu erwarten sind. Seltenauftretende Komplikationen (zum Beispiel Sterilität, abnormerHaarwuchs) sind gesondert zu beurteilen.Nach Entfernung eines malignen Eierstocktumors ist inden ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten;GdS während dieser Zeitnach Entfernung im Stadium T1 N0M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50in anderen Stadien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8014.4 Chronischer oder chronisch-rezidivierenderentzündlicher Prozess derAdnexe und/oder der Parametrien jenach Art, Umfang und Kombination derAuswirkungen (zum Beispiel Adhäsionsbeschwerden,chronische Schmerzen,Kohabitationsbeschwerden) . . . . . . . . . . . . . 10–4014.5 Endometrioseleichten Grades(geringe Ausdehnung, keine oder nurgeringe Beschwerden) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mittleren Grades . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40schweren Grades(zum Beispiel Übergreifen auf dieNachbarorgane, starke Beschwerden,erhebliche Beeinträchtigung desAllgemeinzustandes, Sterilität) . . . . . . . . . . . . . 50–6014.6 ScheidenfistelnHarnweg-Scheidenfistel . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–60Mastdarm-Scheidenfistel . . . . . . . . . . . . . . . . . 60–70Harnweg-Mastdarm-Scheidenfistel(Kloakenbildung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100Fisteln mit geringer funktioneller Beeinträchtigung sindentsprechend niedriger zu bewerten.Senkung der Scheidenwand, Vorfall der Scheide und/oder der Gebärmutterohne Harninkontinenz oder mit geringerStressinkontinenz (Grad I) . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit stärkerer Harninkontinenz und/oder stärkeren Senkungsbeschwerden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mit völliger Harninkontinenz . . . . . . . . . . . . . . . 50–60bei ungünstiger Versorgungsmöglichkeit . . . . . . . . 70Ulzerationen sind gegebenenfalls zusätzlich zu bewerten.Isolierte Senkung der Scheidenhinterwandmit leichten Defäkationsstörungen.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Scheiden-Gebärmutteraplasie, ohnePlastik, nach Vollendung des 14. Lebensjahres(einschließlich Sterilität) . . . . . . . . . . . . . 40Kraurosis vulvaegeringen Grades (keine oder nur geringeBeschwerden) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mäßigen Grades (erhebliche Beschwerden,keine Sekundärveränderungen). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30stärkeren Grades (starke Beschwerden,therapeutisch schwer beeinflussbareSekundärveränderungen) . . . . . . . . . . . . . . . 40Vollständige Entfernung der Vulva . . . . . . . . . . . . . . . 40Nach Beseitigung eines malignen Scheidentumors ist inden ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten;GdS während dieser Zeitnach Beseitigung im Stadium T1 N0M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60in höheren Stadien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80Nach Entfernung eines malignen Tumors der äußerenGe schlechtsteile ist in den ersten fünf Jahren eineHeilungs bewährung abzuwarten; GdS während dieserZeitnach Entfernung im Stadium (T1 bisT2) N0 M0 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8015. Stoffwechsel, innere SekretionIn diesem Abschnitt nicht erwähnte angeborene Stoffwechselstörungensind analog und unter Berücksichtigungihrer vielfältigen Auswirkungen zu beurteilen. Normabweichungender Laborwerte bedingen für sich alleinnoch keinen GdS.15.1 Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)mit Diät allein (ohne blutzuckerregulierendeMedikamente) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0mit Medikamenten eingestellt, die dieHypoglykämieneigung nicht erhöhen . . . . . . . . . . . 10mit Medikamenten eingestellt, die dieHypoglykämieneigung erhöhen . . . . . . . . . . . . . . . 20Unter Insulintherapie, auch in Kombinationmit anderen blutzuckersenkendenMedikamenten, je nach Stabilitätder Stoffwechsellage (stabil oder mäßigschwankend) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .30-40Unter Insulintherapie instabile Stoffwechsellageeinschließlich gelegentlicherschwerer Hypoglykämien . . . . . . . . . . . . . . . 50Häufige, ausgeprägte oder schwere Hypoglykämien sindzusätzlich zu bewerten. Schwere Hypoglykämien sindUnterzuckerungen, die eine ärztliche Hilfe erfordern.127


15.2 GichtBei der Beurteilung des GdS sind die Funktionseinschränkungender betroffenen Gelenke, Schmerzen,Häufigkeit und Schwere der entzündlichen Schübe undeine Beteiligung der inneren Organe zu berücksichtigen.15.3 FettstoffwechselkrankheitDer GdS ist grundsätzlich abhängig von dem Ausmaßder Folgekrankheiten.Bei Notwendigkeit einer LDL-Apherese . . . . . . . . . . . 30Alimentäre Fettsucht, AdipositasDie Adipositas allein bedingt keinen GdS. Nur Folge- undBegleitschäden (insbesondere am kardiopulmonalenSystem oder am Stütz- und Bewegungsapparat) könnendie Annahme eines GdS begründen. Gleiches gilt für diebesonderen funktionellen Auswirkungen einer Adipositaspermagna.15.4 Phenylketonurieohne fassbare Folgeerscheinungenim Kindesalter bis zur Vollendung des16. Lebensjahres . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30danach bei Notwendigkeit weiterer Diäteinnahme.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10Beim Vorliegen eines Hirnschadens ist der GdS vorallem vom Ausmaß der geistigen Behinderung und weitererFolgen (zum Beispiel hirnorganische Anfälle) abhängig.15.5 Mukoviszidose (zystische Fibrose)unter Therapie Aktivitäten, Gedeihenund Ernährung altersgemäß . . . . . . . . . . . . . . . . . 20unter Therapie Aktivitäten und Lungenfunktionleicht eingeschränkt, Gedeihenund Ernährung noch altersgemäß. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40Aktivitäten und Lungenfunktion deutlicheingeschränkt, häufig GedeihundEntwicklungsstörungen, Schulbesuchund Erwerbstätigkeit in der Regelnoch möglich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70schwere bis schwerste Einschränkungder Aktivitäten, der Lungenfunktionund des Ernährungszustandes . . . . . . . . 80–100Folgekrankheiten (zum Beispiel Diabetes mellitus, Impotenz,Leberzirrhose) sind gegebenenfalls zusätzlich zuberücksichtigen.15.6 SchilddrüsenkrankheitenSchilddrüsenfunktionsstörungen sind gut behandelbar,so dass in der Regel anhaltende Beeinträchtigungennicht zu erwarten sind. Selten auftretende Organkomplikationen(zum Beispiel Exophthalmus, Trachealstenose)sind gesondert zu beurteilen. Bei der nicht operativ behandeltenStruma richtet sich der GdS nach den funktionellenAuswirkungen.Nach Entfernung eines malignen Schilddrüsentumors istin den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten;GdS während dieser Zeitnach Entfernung eines papillären oderfollikulären Tumors, ohne Lymphknotenbefall. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80Bedingt der nach der Entfernung verbliebene Organschadeneinen GdS von 50 oder mehr, ist der währendder Heilungsbewährung anzusetzende GdS entsprechendhöher zu bewerten.TetanieSie ist gut behandelbar, so dass in der Regel dauerndeBeeinträchtigungen nicht zu erwarten sind.15.7 Chronische Nebennierenrindeninsuffizienz (Addison-Syndrom)Sie ist gut behandelbar, so dass in der Regel dauerndeBeeinträchtigungen nicht zu erwarten sind. Selten auftretendeFunktionsstörungen sind analogen funktionellenBeeinträchtigungen (zum Beispiel orthostatischeFehlregulation) entsprechend zu beurteilen.Cushing-SyndromDer GdS wird bestimmt von der Muskelschwäche undden Auswirkungen an den verschiedenen Organsystemen(Hypertonie, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus,Osteoporose, psychische Veränderungen).15.8 PorphyrienErythropoetische Porphyrie (Günther-Krankheit) . . 100Hepatische Porphyrienakut-intermittierende Porphyrie . . . . . . . . . . . . . . . 30Porphyria cutanea tarda ohne wesentlicheBeschwerden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10Organkomplikationen sind jeweils zusätzlich zu berücksichtigen.16. Blut, blutbildende Organe, ImmunsystemDie Höhe des GdS bei Krankheiten des Blutes, der blutbildendenOrgane und des Immunsystems richtet sichnach der Schwere der hämatologischen Veränderungen,nach den Organfunktionsstörungen, nach den Rückwirkungenauf andere Organe, nach der Auswirkung aufden Allgemeinzustand und der Häufigkeit von Infektionen.16.1 Verlust der Milzbei Verlust im frühen Kindesalter,dann bis zur Vollendung des 8. Lebensjahres. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20danach oder bei späterem Verlust . . . . . . . . . . . . . 10128


16.2 Hodgkin-Krankheitim Stadium I bis IIIAbei mehr als sechs Monate andauernderTherapie, bis zum Ende derIntensiv-Therapie je nach Auswirkungauf den Allgemeinzustand . . . . . . . . . . . . . . . 60–100nach Vollremission GdS für die Dauervon drei Jahren (Heilungsbewährung). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50im Stadium IIIB und IVbis zum Ende der Intensiv-Therapie . . . . . . . . . . . 100nach Vollremission GdS für die Dauervon drei Jahren (Heilungsbewährung). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6016.3 Non-Hodgkin-Lymphome16.3.1 Chronische lymphatische Leukämie und anderegeneralisierte niedrigmaligne Non-Hodgkin-Lymphomemit geringen Auswirkungen (keine wesentlichenBeschwerden, keine Allgemeinsymptome,keine Behandlungsbedürftigkeit,keine wesentliche Progredienz). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40mit mäßigen Auswirkungen (Behandlungsbedürftigkeit). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70mit starken Auswirkungen, starke Progredienz(zum Beispiel schwere Anämie,ausgeprägte Thrombozytopenie,rezidivierende Infektionen, starkeMilzvergrößerung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80–100Lokalisierte niedrigmaligne Non-Hodgkin-Lymphomenach Vollremission (Beseitigung desTumors) für die Dauer von drei Jahren(Heilungsbewährung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5016.3.2 Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphomebis zum Ende der Intensiv-Therapie . . . . . . . . . . . 100nach Vollremission GdS für die Dauervon drei Jahren (Heilungsbewährung). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8016.4 Plasmozytom (Myelom)mit geringen Auswirkungen (keine wesentlicheAuswirkung auf den Allgemeinzustand,keine Behandlungsbedürftigkeit,ohne Beschwerden, keinewesentliche Progredienz) . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40mit mäßigen Auswirkungen (Behandlungsbedürftigkeit). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70mit starken Auswirkungen (zum Beispielschwere Anämie, starke Schmerzen,Nierenfunktionseinschränkung) . . . . . . . 80–10016.5 Chronische myeloische Leukämiechronische Phase, je nach Auswirkung– auch der Behandlung – aufden Allgemeinzustand, Ausmaß derMilzvergrößerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–80akute Phase (Akzeleration, Blastenschub) . . . . . . 100Andere chronische myeloproliferative Erkrankungen(zum Beispiel Polycythaemia vera, essentielle Thrombozythämie,Osteomyelosklerose)mit geringen Auswirkungen (keine Behandlungsbedürftigkeit). . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–20mit mäßigen Auswirkungen (Behandlungsbedürftigkeit). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40mit stärkeren Auswirkungen (zum Beispielmäßige Anämie, geringe Thrombozytopenie). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70mit starken Auswirkungen (zum Beispielschwere Anämie, ausgeprägteThrombozytopenie, starke Milzvergrößerung,Blutungs- und/oder Thromboseneigung). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80–10016.6 Akute Leukämienbis zum Ende der Intensiv-Therapie . . . . . . . . . . . 100danach für die Dauer von drei Jahren(Heilungsbewährung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6016.7 Myelodysplastische Syndromemit geringen Auswirkungen (ausgeglichenund ohne wesentliche Allgemeinstörungen). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–20mit mäßigen Auswirkungen (zum Beispielgelegentliche Transfusionen) . . . . . . . . . . 30–40mit stärkeren Auswirkungen (zum Beispielandauernde Transfusionsbedürftigkeit,rezidivierende Infektionen) . . . . . . . . . . 50–80mit starken Auswirkungen (zum Beispielandauernde Transfusionsbedürftigkeit,häufige Infektionen, Blutungsneigung,leukämische Transformation). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100Aplastische Anämie (auch Panmyelopathie), AgranulozytoseDer GdS bei aplastischer Anämie oder Agranulozytoseist auch nach Therapie analog zu den myelodysplastischenSyndromen zu bewerten.16.8 Knochenmark- und StammzelltransplantationNach autologer Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantationist der GdS entsprechend der Grundkrankheitzu beurteilen.Nach allogener Knochenmarktransplantationfür die Dauer von drei Jahren(Heilungsbewährung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100129


Danach ist der GdS nach den verbliebenen Auswirkungenund dem eventuellen Organschaden, jedochnicht niedriger als 30, zu bewerten.16.9 AnämienSymptomatische Anämien (zum Beispiel Eisenmangelanämie,vitaminabhängige Anämien) sind in der Regelgut behandelbar und nur vorübergehender Natur.Therapierefraktäre Anämien (zum Beispiel bestimmtehämolytische Anämien, Thalassämie, Erythrozytenenzymdefekte)mit geringen Auswirkungen (ausgeglichenund ohne wesentliche Allgemeinstörungen). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mit mäßigen Auswirkungen (zum Beispielgelegentliche Transfusionen) . . . . . . . . . . 20–40mit starken Auswirkungen (zum Beispielandauernde Transfusionsbedürftigkeit). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–7016.10 Hämophilie und entsprechende plasmatischeBlutungskrankheiten (je nach Blutungsneigung)leichte Formmit Restaktivität von antihämophilemGlobulin (AHG) über 5 % . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20mittelschwere Form – mit 1–5 % AHGmit seltenen Blutungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40mit häufigen (mehrfach jährlich) ausgeprägtenBlutungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–80schwere Form – mit weniger als 1 % AHG . . . 80–100Sonstige Blutungsleidenohne wesentliche Auswirkungen . . . . . . . . . . . . . . 10mit mäßigen Auswirkungen . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mit starken Auswirkungen (starke Blutungenbereits bei leichten Traumen) . . . . . . . . 50–70mit ständiger klinisch manifester Blutungsneigung(Spontanblutungen, Gefahrlebensbedrohlicher Blutungen) . . . . . . . . 80–100Eine Behandlung mit Antikoagulantien ist bei der Grundkrankheit(zum Beispiel bei Herzklappen- und Gefäßprothesen,Thrombophilie) berücksichtigt. Wenn die Grundkrankheitnicht mehr besteht beziehungsweise keinenGdS mehr bedingt, aber eine Weiterbehandlung mit Antikoagulantienerforderlich ist, kann – analog den sonstigenBlutungsleiden – in der Regel ein GdS von 10angenommen werden.16.11 ImmundefekteAngeborene Defekte der humoralen und zellulären Abwehr(zum Beispiel Adenosindesaminase-Defekt, Di-George-Syndrom, permanente B-Zell-Defekte, septischeGranulomatose)ohne klinische Symptomatik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0trotz Therapie erhöhte Infektanfälligkeit,aber keine außergewöhnlichenInfektionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40trotz Therapie neben erhöhter Infektanfälligkeitauch außergewöhnlicheInfektionen (ein bis zwei pro Jahr) . . . . . . . . . . . . . 50Bei schwereren Verlaufsformen kommtein höherer GdS in Betracht.Erworbenes Immunmangelsyndrom(HIV-Infektion)HIV-Infektion ohne klinische Symptomatik . . . . . . . 10HIV-Infektion mit klinischer Symptomatik geringe Leistungsbeeinträchtigung(zum Beispiel bei Lymphadenopathiesyndrom [LAS]) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40stärkere Leistungsbeeinträchtigung(zum Beispiel bei AIDS-related complex[ARC]) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–80schwere Leistungsbeeinträchtigung(AIDS-Vollbild) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10017. HautBei der Beurteilung des GdS von Hautkrankheiten sindArt, Ausdehnung, Sitz, Auswirkungen auf den Allgemeinzustand,Begleiterscheinungen (wie Jucken, Nässen,Brennen, unangenehme und abstoßende Gerüche) unddie Rezidivbereitschaft beziehungsweise die Chronizitätsowie die Notwendigkeit wiederholter stationärer Behandlungzu berücksichtigen. Bei Hautkrankheiten mitstark schwankendem Leidensverlauf kommt ein Durchschnitts-GdSin Betracht. Bei Kindern können sich Hautkrankheitenschwerer auswirken als bei Erwachsenen.Narben können durch Ausdehnung, Beschaffenheit(zum Beispiel Verhärtung, Verdünnung, Narbenzüge),Sitz oder Einwirkung auf ihre Umgebung zu Störungenführen. Bei flächenhaften Narben nach Verbrennungen,Verätzungen und ähnlichem muss außerdem die Beeinträchtigungder Haut als Schutz-, Ausscheidungs- undSinnesorgan berücksichtigt werden. Diese Störungenbestimmen die Höhe des GdS.Bei Entstellungen ist zu berücksichtigen, dass sichSchwierigkeiten im Erwerbsleben, Unannehmlichkeitenim Verkehr mit fremden Menschen sowie seelische Konflikteergeben können.17.1 EkzemeKontaktekzeme (zum Beispiel irritativesund allergisches Kontaktekzem)geringe Ausdehnung und bis zu zweimalim Jahr für wenige Wochen auftretend. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30Atopisches Ekzem („Neurodermitisconstitutionalis“, „endogenes Ekzem“)130


geringe, auf die Prädilektionsstellenbegrenzte Ausdehnungbis zu zweimal im Jahr für wenige Wochenauftretend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10bei länger dauerndem Bestehen . . . . . . . . . . . 20–30mit generalisierten Hauterscheinungen,insbesondere Gesichtsbefall . . . . . . . . . . 40mit klinischer oder vergleichbar intensiverambulanter Behandlungsnotwendigkeitmehrmals im Jahr . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Seborrhoisches Ekzemgeringe Ausdehnung und Beschränkungauf die Prädilektionsstellen . . . . . . . . . . . . 0–10sonst, je nach Ausdehnung . . . . . . . . . . . . . . . 20–3017.2 Chronisch rezidivierende Urtikaria/Quincke-Ödemselten, bis zu zweimal im Jahr auftretend,leicht vermeidbare Noxen oderAllergene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10häufiger auftretende Schübe, schwervermeidbare Noxen oder Allergene . . . . . . . . . 20–30schwerer chronischer, über Jahre sichhinziehender Verlauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40–50Eine systemische Beteiligung zum Beispiel des Gastrointestinaltraktesoder des Kreislaufs ist gegebenenfallszusätzlich zu berücksichtigen.17.3 AkneAcne vulgarisleichteren bis mittleren Grades . . . . . . . . . . . . . . 0–10schweren Grades mit vereinzelter Abszess-und Knotenbildung und entsprechendererheblicher kosmetischerBeeinträchtigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30Acne conglobataauf die Prädilektionsstellen begrenztehäufige Abszess- und Fistelbildungenund lokalisationsbedingte Beeinträchtigungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40schwerste Formen mit rezidivierendeneitrigen, vernarbenden axilläringuinalenund nuchalen Abszessen (Acnetriade) und gegebenenfalls zusätzlicherBeteiligung des Pilonidalsinus(Acne tetrade) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 5017.4 Rosazea, Rhinophymgeringe Ausdehnung, kosmetisch nurwenig störend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10stärkere Ausdehnung, entstellendeWirkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–3017.5 Hautveränderungen bei Autoimmunkrankheitendes Bindegewebes (zum Beispiel Lupus erythematodes,Dermatomyositis, progressive systemische Sklerodermie)auf die Prädilektionsstellen begrenztbei geringer Ausdehnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10auf die Prädilektionsstellen begrenztbei stärkerer Ausdehnung, je nachkosmetischer und funktioneller Auswirkung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40über die Prädilektionsstellen hinausgehend,gegebenenfalls Ulzerationen . . . . . . . 50–7017.6 Blasenbildende Hautkrankheiten (zum BeispielPemphigus, Pemphigoide)bei begrenztem Haut- und Schleimhautbefallmit geringer Ausdehnung . . . . . . . . . . . . 10sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40bei generalisiertem Haut- undSchleimhautbefall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–80in fortgeschrittenen Stadien bei schwerer Beeinträchtigungdes Allgemeinzustandes auch höher.17.7 Psoriasis vulgarisauf die Prädilektionsstellen beschränkt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10ausgedehnter, aber erscheinungsfreieIntervalle von Monaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20bei andauerndem ausgedehnten Befalloder stark beeinträchtigendem lokalenBefall (zum Beispiel an denHänden) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–50Eine außergewöhnliche Nagelbeteiligung (mit Zerstörungder Nagelplatten) sowie eine Gelenk- und Wirbelsäulenbeteiligungsind zusätzlich zu bewerten.17.8 Erythrodermienbei leichter Intensität des Krankheitsprozesses. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40bei mittlerer Intensität des Krankheitsprozessesohne wesentliche Auswirkungauf den Allgemeinzustand . . . . . . . . . . . . 50–60mit stärkerer Auswirkung auf den Allgemeinzustand. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70–8017.9 Ichthyosisleichte Form,auf Stamm und Extremitäten weitgehendbegrenzt, mit trockener Haut,mäßiger Schuppung, ohne wesentlicheVerfärbung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10mittlere Form131


auf Stamm und Extremitäten weitgehendbegrenzt, mit stärkerer Schuppungund Verfärbung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40schwere Formmit ausgeprägter Schuppung und Verfärbungder gesamten Haut, insbesondereder Gelenkbeugen und desGesichts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–8017.10 Mykosenbei begrenztem Hautbefall . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10bei Befall aller Finger- und Fußnägel,ggf. mit Zerstörung von Nagelplatten . . . . . . . . . . . 20Chronisch rezidivierendes Erysipelohne bleibendes Lymphödem . . . . . . . . . . . . . . . . 10sonst, je nach Ausprägung des Lymphödems.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40Chronisch rezidivierender Herpes simplexgeringe Ausdehnung, bis zu dreimalim Jahr rezidivierend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10größere Ausdehnung, häufiger rezidivierend. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2017.11 Totaler Haarausfall(mit Fehlen von Augenbrauen undWimpern) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3017.12 NaevusDer GdS richtet sich allein nach dem Ausmaß einereventuellen Entstellung.Pigmentstörungen (zum Beispiel Vitiligo)an Händen und/oder Gesicht gering . . . . . . . . . . . 10ausgedehnter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 017.13 Nach Entfernung eines malignen Tumors der Hautist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährungabzuwarten (Ausnahmen: zum Beispiel Basalzellkarzinome,Bowen-Krankheit, Melanoma in situ); GdS währenddieser Zeitnach Entfernung eines Melanoms imStadium I ([pT1 bis T2] pN0 M0) odereines anderen Hauttumors in den Stadien(pT1 bis T2) pN0 bis N2 M0 . . . . . . . . . . . . . . 50in anderen Stadien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8018. Haltungs- und Bewegungsorgane,rheumatische Krankheiten18.1 AllgemeinesDieser Abschnitt umfasst Haltungsschäden, degenerativeVeränderungen, osteopenische Krankheiten, posttraumatischeZustände, chronische Osteomyelitis, entzündlich-rheumatischeKrankheiten, Kollagenosen undVaskulitiden sowie nichtentzündliche Krankheiten derWeichteile.Der GdS für angeborene und erworbene Schäden anden Haltungs- und Bewegungsorganen wird entscheidendbestimmt durch die Auswirkungen der Funktionsbeeinträchtigungen(Bewegungsbehinderung, Minderbelastbarkeit)und die Mitbeteiligung anderer Organsysteme.Die üblicherweise auftretenden Beschwerdensind dabei mitberücksichtigt.Außergewöhnliche Schmerzen sind ggf. zusätzlich zuberücksichtigen. Schmerzhafte Bewegungseinschränkungender Gelenke können schwerwiegender als eineVersteifung sein.Bei Haltungsschäden und/oder degenerativen Veränderungenan Gliedmaßengelenken und an der Wirbelsäule(zum Beispiel Arthrose, Osteochondrose) sind auch Gelenkschwellungen,muskuläre Verspannungen, Kontrakturenoder Atrophien zu berücksichtigen.Mit Bild gebenden Verfahren festgestellte Veränderungen(zum Beispiel degenerativer Art) allein rechtfertigennoch nicht die Annahme eines GdS. Ebenso kann dieTatsache, dass eine Operation an einer Gliedmaße oderan der Wirbelsäule (zum Besispiel Meniskusoperation,Bandscheibenoperation, Synovialektomie) durchgeführtwurde, für sich allein nicht die Annahme eines GdS begründen.Das Funktionsausmaß der Gelenke wird im Folgendennach der Neutral-Null-Methode angegeben.Fremdkörper beeinträchtigen die Funktion nicht, wennsie in Muskel oder Knochen reaktionslos eingeheilt sindund durch ihre Lage keinen ungünstigen Einfluss auf Gelenke,Nerven oder Gefäße ausüben.Der GdS bei Weichteilverletzungen richtet sich nach derFunktionseinbuße und der Beeinträchtigung des BlutundLymphgefäßsystems. Bei Faszienverletzungen könnenMuskelbrüche auftreten, die nur in seltenen Fälleneinen GdS bedingen.Bei den entzündlich-rheumatischen Krankheiten sindunter Beachtung der Krankheitsentwicklung neben derstrukturellen und funktionellen Einbuße die Aktivität mitihren Auswirkungen auf den Allgemeinzustand und dieBeteiligung weiterer Organe zu berücksichtigen. Entsprechendesgilt für Kollagenosen und Vaskulitiden.Bei ausgeprägten osteopenischen Krankheiten (zumBeispiel Osteoporose, Osteopenie bei hormonellen Störungen,gastrointestinalen Resorptionsstörungen, Nierenschäden)ist der GdS vor allem von der Funktionsbeeinträchtigungund den Schmerzen abhängig. Eine ausschließlichmesstechnisch nachgewiesene Minderungdes Knochenmineralgehalts rechtfertigt noch nicht dieAnnahme eines GdS.132


18.2.1 Entzündlich-rheumatische Krankheiten(zum Beispiel Bechterew-Krankheit)ohne wesentliche Funktionseinschränkungmit leichten Beschwerden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10mit geringen Auswirkungen (leichtgradigeFunktionseinbußen und Beschwerden,je nach Art und Umfangdes Gelenkbefalls, geringe Krankheitsaktivität). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mit mittelgradigen Auswirkungen(dauernde erhebliche Funktionseinbußenund Beschwerden, therapeutischschwer beeinflussbare Krankheitsaktivität). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70mit schweren Auswirkungen (irreversibleFunktionseinbußen, hochgradigeProgredienz) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80–100Auswirkungen über sechs Monate anhaltender aggressiverTherapien sind gegebenenfalls zusätzlich zu berücksichtigen.18.2.2 Kollagenosen (zum Beispiel systemischer Lupuserythematodes, progressiv-systemische Sklerose, Polymyositis/Dermatomyositis),18.2.3 Vaskulitiden (zum Beispiel Panarteriitis nodosa,Polymyalgia rheumatica)Die Beurteilung des GdS bei Kollagenosen und Vaskulitidenrichtet sich nach Art und Ausmaß der jeweiligenOrganbeteiligung sowie den Auswirkungen auf den Allgemeinzustand,wobei auch eine Analogie zu den Muskelkrankheitenin Betracht kommen kann. Für die Dauereiner über sechs Monate anhaltenden aggressiven Therapiesoll ein GdS von 50 nicht unterschritten werden.18.3 Bei der Beurteilung nicht-entzündlicher Krankheitender Weichteile kommt es auf Art und Ausmaß derjeweiligen Organbeteiligung sowie auf die Auswirkungenauf den Allgemeinzustand an.18.4 FibromyalgieDie Fibromyalgie und ähnliche Somatisierungs-Syndrome(zum Beispiel CFS/MCS) sind jeweils im Einzelfallentsprechend der funktionellen Auswirkungen analog zubeurteilen.18.5 Chronische OsteomyelitisBei der Beurteilung des GdS sind die aus der Lokalisationund Ausdehnung des Prozesses sich ergebendeFunktionsstörung, die dem Prozess innewohnende Aktivitätund ihre Auswirkungen auf den Allgemeinzustandund außerdem etwaige Folgekrankheiten (zum BeispielAnämie, Amyloidose) zu berücksichtigen. Bei ausgeprägtschubförmigem Verlauf ist ein Durchschnitts-GdSzu bilden.Ruhende Osteomyelitis (Inaktivität wenigstens5 Jahre) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Chronische Osteomyelitisgeringen Grades(eng begrenzt, mit geringer Aktivität,geringe Fisteleiterung) . . . . . . . . . . . . .mindestens 20mittleren Grades(ausgedehnterer Prozess, häufigeoder ständige Fisteleiterung, Aktivitätszeichenauch in Laborbefunden) . .mindestens 50schweren Grades(häufige schwere Schübe mit Fieber,ausgeprägter Infiltration der Weichteile,Eiterung und Sequesterabstoßung,erhebliche Aktivitätszeichen in denLaborbefunden) . . . . . . . . . . . . . . . . . .mindestens 70Eine wesentliche Besserung wegen Beruhigung desProzesses kann erst angenommen werden, wenn nacheinem Leidensverlauf von mehreren Jahren seit wenigstenszwei Jahren – nach jahrzehntelangem Verlauf seitfünf Jahren – keine Fistel mehr bestanden hat und auchaus den weiteren Befunden (einschließlich Röntgenbildernund Laborbefunden) keine Aktivitätszeichen mehrerkennbar gewesen sind. Dabei ist in der Regel der GdSnur um 20 bis 30 Punkte niedriger einzuschätzen undzwei bis vier Jahre lang noch eine weitere Heilungsbewährungabzuwarten, bis der GdS nur noch von demverbliebenen Schaden bestimmt wird.18.6 MuskelkrankheitenBei der Beurteilung des GdS ist von folgenden Funktionsbeeinträchtigungenauszugehen:Muskelschwächemit geringen Auswirkungen (vorzeitigeErmüdung, gebrauchsabhängigeUnsicherheiten) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40mit mittelgradigen Auswirkungen (zunehmendeGelenkkontrakturen undDeformitäten, Aufrichten aus dem Liegennicht mehr möglich, Unmöglichkeitdes Treppensteigens) . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–80mit schweren Auswirkungen (bis zurGeh- und Stehunfähigkeit und Gebrauchsunfähigkeitder Arme) . . . . . . . . . . . . 90–100Zusätzlich sind bei einzelnen Muskelkrankheiten Auswirkungenauf innere Organe (zum Beispiel Einschränkungder Lungenfunktion und/oder der Herzleistung durchBrustkorbdeformierung) oder Augenmuskel-, SchluckoderSprechstörungen (zum Beispiel bei der Myasthenie)zu berücksichtigen.18.7 KleinwuchsKörpergröße nach Abschluss desWachstumsüber 130 bis 140 cm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40133


über 120 bis 130 cm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Bei 120 cm und darunter kommen entsprechend höhereWerte in Betracht. Dieser GdS ist auf harmonischen Körperbaubezogen.Zusätzlich zu berücksichtigen sind (zum Beispiel beiAchondroplasie, bei Osteogenesis imperfecta) mit demKleinwuchs verbundene Störungen wiemangelhafte Körperproportionen,Verbildungen der Gliedmaßen,Störungen der Gelenkfunktion, Muskelfunktion und Statik,neurologische Störungen,Einschränkungen der Sinnesorgane,endokrine Ausfälle undaußergewöhnliche psychoreaktive Störungen.18.8 GroßwuchsGroßwuchs allein rechtfertigt noch nicht die Annahmeeines GdS. Auf psychoreaktive Störungen ist besonderszu achten.18.9 WirbelsäulenschädenDer GdS bei angeborenen und erworbenen Wirbelsäulenschäden(einschließlich Bandscheibenschäden,Scheuermann-Krankheit, Spondylolisthesis, Spinalkanalstenoseund dem sogenannten Postdiskotomiesyndrom)ergibt sich primär aus dem Ausmaß der Bewegungseinschränkung,der Wirbelsäulenverformung und-instabilität sowie aus der Anzahl der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte.Der Begriff Instabilität beinhaltet die abnorme Beweglichkeitzweier Wirbel gegeneinander unter physiologischerBelastung und die daraus resultierenden Weichteilveränderungenund Schmerzen. Sogenannte Wirbelsäulensyndrome(wie Schulter-Arm-Syndrom, Lum -balsyndrom, Ischialgie, sowie andere Nerven- undMuskelreizerscheinungen) können bei Instabilität undbei Einengungen des Spinalkanals oder der Zwischenwirbellöcherauftreten.Für die Bewertung von chronisch-rezidivierenden Bandscheibensyndromensind aussagekräftige anamnestischeDaten und klinische Untersuchungsbefunde übereinen ausreichend langen Zeitraum von besonderer Bedeutung.Im beschwerdefreien Intervall können die objektivenUntersuchungsbefunde nur gering ausgeprägtsein.Wirbelsäulenschädenohne Bewegungseinschränkung oderInstabilität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0mit geringen funktionellen Auswirkungen(Verformung, rezidivierendeoder anhaltende Bewegungseinschränkungoder Instabilität geringenGrades, seltene und kurz dauerndauftretende leichte Wirbelsäulensyndrome). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10mit mittelgradigen funktionellen Auswirkungenin einem Wirbelsäulenabschnitt(Verformung, häufig rezidivierendeoder anhaltende Bewegungseinschränkungoder Instabilitätmittleren Grades, häufig rezidivierendeund über Tage andauernde Wirbelsäulensyndrome). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20mit schweren funktionellen Auswirkungenin einem Wirbelsäulenabschnitt(Verformung, häufig rezidivierendeoder anhaltende Bewegungseinschränkungoder Instabilitätschweren Grades, häufig rezidivierendeund Wochen andauernde ausgeprägteWirbelsäulen syndrome). . . . . . . . . . . . . . 30mit mittelgradigen bis schweren funktionellenAuswirkungen in zwei Wirbelsäulenabschnitten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–40mit besonders schweren Auswirkungen(zum Beispiel Versteifung großerTeile der Wirbelsäule; anhaltendeRuhigstellung durch Rumpforthese,die drei Wirbelsäulenabschnitte umfasst[zum Beispiel Milwaukee-Korsett];schwere Skoliose [ab ca. 70°nach Cobb]) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–70bei schwerster Belastungsinsuffizienzbis zur Geh- und Stehunfähigkeit . . . . . . . . . . 80–100Anhaltende Funktionsstörungen infolge Wurzelkompressionmit motorischen Ausfallerscheinungen – oder auchdie intermittierenden Störungen bei der Spinalkanalstenose– sowie Auswirkungen auf die inneren Organe(zum Beispiel Atemfunktionsstörungen) sind zusätzlichzu berücksichtigen.Bei außergewöhnlichen Schmerzsyndromen kann auchohne nachweisbare neurologische Ausfallerscheinungen(zum Beispiel Postdiskotomiesyndrom) ein GdS über 30in Betracht kommen.Das neurogene Hinken ist etwas günstiger als vergleichbareEinschränkungen des Gehvermögens bei arteriellenVerschlusskrankheiten zu bewerten.18.10 Beckenschädenohne funktionelle Auswirkungen . . . . . . . . . . . . . . . . 0mit geringen funktionellen Auswirkungen(zum Beispiel stabiler Beckenring,degenerative Veränderungender Kreuz-Darmbeingelenke) . . . . . . . . . . . . . 10mit mittelgradigen funktionellen Auswirkungen(zum Beispiel instabilerBeckenring einschließlich Sekundär-134


arthrose) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20mit schweren funktionellen Auswirkungenund Deformierung . . . . . . . . . . . . . . . . 30–4018.11 Gliedmaßenschäden, AllgemeinesDer GdS bei Gliedmaßenschäden ergibt sich aus demVergleich mit dem GdS für entsprechende Gliedverluste.Trotz erhaltener Extremität kann der Zustand gelegentlichungünstiger sein als der Verlust.Die aufgeführten GdS für Gliedmaßenverluste gehen –soweit nichts anderes erwähnt ist – von günstigen Verhältnissendes Stumpfes und der benachbarten Gelenkeaus. Bei ausgesprochen ungünstigen Stumpfverhältnissen,bei nicht nur vorübergehenden Stumpfkrankheitensowie bei nicht unwesentlicher Funktionsbeeinträchtigungdes benachbarten Gelenkes sind diese Sätze imallgemeinen um 10 zu erhöhen, unabhängig davon, obKörperersatzstücke getragen werden oder nicht.Körperersatzstücke, orthopädische und andere Hilfsmittelmindern bei Verlust und Funktionsstörungen derGliedmaßen sowie bei Funktionseinschränkungen desRumpfes die Auswirkungen der Behinderung, ohne dassdadurch der durch den Schaden allein bedingte GdS eineÄnderung erfährt.Bei der Bewertung des GdS von Pseudarthrosen ist zuberücksichtigen, dass straffe Pseudarthrosen günstigersind als schlaffe.Bei habituellen Luxationen richtet sich die Höhe des GdSaußer nach der Funktionsbeeinträchtigung der Gliedmaßeauch nach der Häufigkeit der Ausrenkungen.18.12 Bei Endoprothesen der Gelenke ist der GdS abhängigvon der verbliebenen Bewegungseinschränkungund Belastbarkeit.Folgende Mindest-GdS sind angemessen:Hüftgelenkeinseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40Kniegelenkeinseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Endoprothesen anderer großer Gelenke sind entsprechendden Kniegelenksendoprothesen zu bewerten.Aseptische NekrosenHüftkopfnekrosen (zum Beispiel Perthes-Krankheit)während der notwendigenEntlastung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70Lunatum-Malazie während der notwendigenImmobilisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3018.13 Schäden der oberen GliedmaßenExtremitätenverlustVerlust eines Armes und Beines . . . . . . . . . . . . . . . 100Verlust eines Armes im Schultergelenkoder mit sehr kurzem Oberarmstumpf . . . . . . . . . . . . 80Unter einem sehr kurzen Oberarmstumpf ist ein Stumpfzu verstehen, der eine gleiche Funktionseinbuße wie derVerlust des Armes im Schultergelenk zur Folge hat. Dasist immer dann der Fall, wenn die Absetzungsebene inHöhe des Collum chirurgicum liegt.Verlust eines Armes im Oberarm oderim Ellenbogengelenk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70Verlust eines Armes im Unterarm . . . . . . . . . . . . . . . 50Verlust eines Armes im Unterarm miteiner Stumpflänge bis 7 cm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60Verlust der ganzen Hand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Versteifung des Schultergelenks ingüns tiger Stellung bei gut beweglichemSchultergürtel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30Eine Versteifung im Schultergelenk in einem Abspreizwinkelum ca. 45° und leichter Vorhalte gilt als funktionellgünstig.Versteifung des Schultergelenks in ungünstigerStellung oder bei gestörterBeweglichkeit des Schultergürtels . . . . . . . . . . . . 40–50Bewegungseinschränkung des Schultergelenks (einschließlichSchultergürtel)Armhebung nur bis zu 120° mit entsprechenderEinschränkung derDreh- und Spreizfähigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10Armhebung nur bis zu 90° mit entsprechenderEinschränkung derDreh- und Spreizfähigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Instabilität des Schultergelenksgeringen Grades, auch seltene Ausrenkung(in Abständen von 1 Jahr undmehr) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10mittleren Grades, auch häufigere Ausrenkung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30schweren Grades (auch Schlottergelenk),auch ständige Ausrenkung . . . . . . . . . . . . . . 40Schlüsselbeinpseudarthrosestraff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10schlaff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Verkürzung des Armes bis zu 4 cm beifreier Beweglichkeit der großen Armgelenke. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0Oberarmpseudarthrosestraff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20schlaff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40Riss der langen Bizepssehne . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10135


Versteifung des Ellenbogengelenks einschließlichAufhebung der Unterarmdrehbewegungin günstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30in ungünstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40–50Die Versteifung in einem Winkel zwischen 80° und 100°bei mittlerer Pronationsstellung des Unterarms ist alsgünstige Gebrauchsstellung aufzufassen.Bewegungseinschränkung im Ellenbogengelenkgeringen Grades (Streckung/Beugungbis 0-30-120 bei freier Unterarmdrehbeweglichkeit). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10stärkeren Grades (insbesondere derBeugung einschließlich Einschränkungder Unterarmdrehbeweglichkeit). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30Isolierte Aufhebung der Unterarmdrehbeweglichkeitin günstiger Stellung (mittlere Pronationsstellung). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10in ungünstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20in extremer Supinationsstellung . . . . . . . . . . . . . . . 30Ellenbogen-Schlottergelenk . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40Unterarmpseudarthrosestraff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20schlaff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40Pseudarthrose der Elle oder Speiche . . . . . . . . . 10–20Versteifung des Handgelenksin günstiger Stellung (leichte Dorsalextension). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20in ungünstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30Bewegungseinschränkung des Handgelenksgeringen Grades(zum Beispiel Streckung/Beugung bis30-0-40) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10stärkeren Grades . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30Nicht oder mit Deformierung verheilteBrüche oder Luxationen der Handwurzelknochenoder eines oder mehrererMittel handknochen mit sekundärerFunktionsbeeinträchtigung . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–30Versteifung eines Daumengelenks ingünstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Versteifung beider Daumengelenke unddes Mittelhand- Handwurzelgelenks ingünstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Versteifung eines Fingers in günstigerStellung (mittlere Gebrauchsstellung) . . . . . . . . . . 0–10Versteifungen der Finger in Streck- oder starker Beugestellungsind oft störender als ein glatter Verlust.Verlust des Daumenendgliedes . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0Verlust des Daumenendgliedes und deshalben Grundgliedes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10Verlust eines Daumens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25Verlust beider Daumen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40Verlust eines Daumens mit Mittelhandknochen . . . . . 30Verlust des Zeigefingers, Mittelfingers,Ringfingers oder Kleinfingers, auch mitTeilen des dazugehörigen Mittelhandknochens. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10Verlust von zwei Fingernmit Einschluss des Daumens . . . . . . . . . . . . . . . . . 30II+III, II+IV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25Verlust von drei Fingernmit Einschluss des Daumens . . . . . . . . . . . . . . . . . 40II+III+IV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30Verlust von vier Fingernmit Einschluss des Daumens . . . . . . . . . . . . . . . . . 50sonst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40Verlust der Finger II bis V an beiden Händen . . . . . . 80Verlust aller fünf Finger einer Hand . . . . . . . . . . . . . . 50Verlust aller zehn Finger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100Obige Sätze gelten für den Gesamtverlust der Finger beireizlosen Stumpfverhältnissen. Bei Verlust einzelner Fingergliedersind sie herabzusetzen, bei schlechtenStumpfverhältnissen zu erhöhen.Fingerstümpfe im Mittel- und Endgelenk könnenschmerzhafte Narbenbildung und ungünstige Weichteildeckungzeigen. Empfindungsstörungen an den Fingern,besonders an Daumen und Zeigefinger, können die Gebrauchsfähigkeitder Hand wesentlich beeinträchtigen.Nervenausfälle (vollständig)Armplexus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80oberer Armplexus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50unterer Armplexus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60N. axillaris . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30N. thoracicus longus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20N. musculocutaneus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20N. radialisganzer Nerv . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30mittlerer Bereich oder distal . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20N. ulnarisproximal oder distal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30N. medianusproximal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40distal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30136


Nn. radialis und axillaris . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Nn. radialis und ulnaris . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Nn. radialis und medianus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Nn. ulnaris und medianus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Nn. radialis, ulnaris und medianus imVorderarmbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60Trophische Störungen sind zusätzlich zu berücksichtigen;Teilausfälle der genannten Nerven sind entsprechendgeringer zu bewerten.18.14 Schäden der unteren GliedmaßenVerlust beider Beine im Oberschenkel . . . . . . . . . . 100Verlust eines Beines im Oberschenkelund eines Beines im Unterschenkel . . . . . . . . . . . . 100Verlust eines Beines und Armes . . . . . . . . . . . . . . . 100Verlust eines Beines im Hüftgelenk odermit sehr kurzem Oberschenkelstumpf . . . . . . . . . . . . 80Unter einem sehr kurzen Oberschenkelstumpf ist einStumpf zu verstehen, der eine gleiche Funktionseinbußewie der Verlust des Beines im Hüftgelenk bedingt. Das istimmer dann der Fall, wenn die Absetzungsebene in Höhedes Trochanter minor liegt.Verlust eines Beines im Oberschenkel(einschließlich Absetzung nach Gritti) . . . . . . . . . . . . 70Notwendigkeit der Entlastung desganzen Beines (zum Beispiel Sitzbeinabstützung). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70Verlust eines Beines im Unterschenkelbei genügender Funktionstüchtigkeitdes Stumpfes und der Gelenke . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Notwendigkeit der Entlastung eines Unterschenkels(zum Beispiel Schienbeinkopfabstützung). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Verlust eines Beines im Unterschenkelbei ungenügender Funktionstüchtigkeitdes Stumpfes und der Gelenke . . . . . . . . . . . . . . . . . 60Verlust beider Beine im Unterschenkel . . . . . . . . . . . 80bei einseitig ungünstigen Stumpfverhältnissen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90bei beidseitig ungünstigen Stumpfverhältnissen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100Teilverlust eines Fußes, Absetzungnach Pirogoweinseitig, guter Stumpf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70nach Choparteinseitig, guter Stumpf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30einseitig, mit Fußfehlstellung . . . . . . . . . . . . . . 30–50beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60nach Lisfranc oder im Bereich der Mittelfußknochennach Sharpeinseitig, guter Stumpf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30einseitig, mit Fußfehlstellung . . . . . . . . . . . . . . 30–40beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Verlust einer Zehe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0Verlust einer Großzehe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10Verlust einer Großzehe mit Verlust desKöpfchens des I. Mittelfußknochens . . . . . . . . . . . . . 20Verlust der Zehen II bis V oder I bis III . . . . . . . . . . . . 10Verlust aller Zehen an einem Fuß . . . . . . . . . . . . . . . 20Verlust aller Zehen an beiden Füßen . . . . . . . . . . . . 30Versteifung beider Hüftgelenke je nachStellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80–100Versteifung eines Hüftgelenksin günstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40Die Versteifung eines Hüftgelenks in leichter Abspreizstellungvon ca. 10°, mittlerer Drehstellung und leichterBeugestellung gilt als günstig.in ungünstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–60Ungünstig sind Hüftgelenkversteifungen in stärkerer Adduktions-,Abduktions- oder Beugestellung.Bewegungseinschränkung der Hüftgelenkegeringen Grades(zum Beispiel Streckung/Beugung biszu 0-10-90 mit entsprechender Einschränkungder Dreh- und Spreizfähigkeit)einseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–20beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30mittleren Grades(zum Beispiel Streckung/Beugung biszu 0-30-90 mit entsprechender Einschränkungder Dreh- und Spreizfähigkeit)einseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50stärkeren Gradeseinseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60–100Hüftdysplasie (einschließlich sogenannte angeboreneHüftluxation)für die Dauer der vollständigen Immobilisierung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100danach bis zum Abschluss der Spreizbehandlung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Anschließend und bei unbehandelten Fällen richtet sichder GdS nach der Instabilität und der Funktionsbeeinträchtigung.137


Hüftgelenksresektion je nach Funktionsstörung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50–80Schnappende Hüfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Beinverkürzungbis 2,5 cm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0über 2,5 cm bis 4 cm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10über 4 cm bis 6 cm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20über 6 cm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . wenigstens 30Oberschenkelpseudarthrosestraff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50schlaff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70Faszienlücke (Muskelhernie) am Oberschenkel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Versteifung beider Kniegelenke . . . . . . . . . . . . . . . . . 80Versteifung eines Kniegelenksin günstiger Stellung (Beugestellungvon 10–15°) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30in ungünstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40–60Lockerung des Kniebandapparatesmuskulär kompensierbar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10unvollständig kompensierbar, Gang -unsicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Versorgung mit einem Stützapparat,je nach Achsenfehlstellung . . . . . . . . . . . . . . . . 30–50Kniescheibenbruchnicht knöchern verheilt ohne Funktionseinschränkungdes Streckapparates. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10nicht knöchern verheilt mit Funktionseinschränkungdes Streckapparates. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40Habituelle Kniescheibenverrenkungseltene Ausrenkung (in Abständenvon 1 Jahr und mehr) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10häufiger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Bewegungseinschränkung im Kniegelenkgeringen Grades(zum Beispiel Streckung/Beugung bis0-0-90)einseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10–20mittleren Grades(zum Beispiel Streckung/Beugung0-10-90)einseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40stärkeren Grades(zum Beispiel Streckung/Beugung0-30-90)einseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50Ausgeprägte Knorpelschäden der Kniegelenke (zumBeispiel Chondromalacia patellae Stadium II–IV) mit anhaltendenReizerscheinungen, einseitigohne Bewegungseinschränkung . . . . . . . . . . . 10–30mit Bewegungseinschränkung . . . . . . . . . . . . . 20–40Schienbeinpseudarthrosestraff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–30schlaff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40–50Teilverlust oder Pseudarthrose des Wadenbeins. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Versteifung des oberen Sprunggelenksin günstiger Stellung (Plantarflexion um5° bis 15°) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Versteifung des unteren Sprunggelenksin günstiger Stellung (Mittelstellung) . . . . . . . . . . . . . 10Versteifung des oberen und unteren Sprunggelenksin günstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30in ungünstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40Bewegungseinschränkung im oberen Sprunggelenkgeringen Grades. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0mittleren Grades (Heben/Senken 0-0-30) . . . . . . . 10stärkeren Grades . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Bewegungseinschränkung im unterenSprunggelenk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10Klumpfuß je nach Funktionsstörungeinseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20–40beidseitig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30–60Andere Fußdeformitätenohne wesentliche statische Auswirkungen(zum Beispiel Senk-Spreizfuß,Hohlfuß, Knickfuß, auch posttraumatisch). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0mit statischer Auswirkung je nach Funktionsstörunggeringen Grades . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10stärkeren Grades . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Versteifung aller Zehen eines Fußesin günstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10in ungünstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20Versteifungen oder Verkrümmungenvon Zehen außer der Großzehe . . . . . . . . . . . . . . . . . 0Versteifung der Großzehengelenkein günstiger Stellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0–10in ungünstiger Stellung (zum BeispielPlantarflexion im Grundgelenk über10°) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20138


Narben nach größeren Substanzverlusten an Ferse undFußsohle mitgeringer Funktionsbehinderung . . . . . . . . . . . . . . . 10mit starker Funktionsbehinderung . . . . . . . . . . 20–30Nervenausfälle (vollständig)Plexus lumbosacralis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80N. glutaeus superior . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20N. glutaeus inferior . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20N. cutaneus femoralis lat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10N. femoralis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40N. ischiadicusproximal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60distal (Ausfall der Nn. peronaeuscommunis und tibialis) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50N. peronaeus communis oder profundus . . . . . . . . 30N. peronaeus superficialis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20N. tibialis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30Trophische Störungen sind zusätzlich zu berücksichtigen.Teilausfälle der genannten Nerven sind entsprechendgeringer zu bewerten.Völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Beines . . . . . . . . 80139


140


Teil C: Begutachtung imsozialen Entschädigungsrecht141


1. Ursachenbegriffa) Der versorgungsrechtliche Ursachenbegriff ist nichtidentisch mit dem medizinischen.b) Ursache im Sinne der Versorgungsgesetze ist die Bedingungim naturwissenschaftlich- philosophischenSinne, die wegen ihrer besonderen Beziehung zumErfolg an dessen Eintritt wesentlich mitgewirkt hat.Haben mehrere Umstände zu einem Erfolg beigetragen,sind sie versorgungsrechtlich nur dann nebeneinanderstehende Mitursachen (und wie Ursachen zuwerten), wenn sie in ihrer Bedeutung und Tragweitefür den Eintritt des Erfolges annähernd gleichwertigsind. Kommt einem der Umstände gegenüber demanderen eine überragende Bedeutung zu, ist dieserUmstand allein Ursache im Sinne des Versorgungsrechts.c) Die Ursache braucht nicht zeitlich eng begrenzt zusein. Es können auch dauernde oder wiederkehrendekleinere äußere Einwirkungen in ihrer Gesamtheit eineGesundheitsstörung verursachen.d) „Gelegenheitsursachen“, letzter Anstoß, Anlass sindbegrifflich keine wesentlichen Bedingungen. Eine„Gelegenheitsursache“ kann nur dann angenommenwerden, wenn der Gesundheitsschaden mit Wahrscheinlichkeitauch ohne das angeschuldigte Ereignisdurch ein alltäglich vorkommendes Ereignis zu annäherndderselben Zeit und in annähernd gleichem Ausmaßeingetreten wäre. So wird bei konstitutionsbedingtenLeiden oft ein unwesentlicher äußerer Anlassvon der Antrag stellenden Person als Ursache verantwortlichgemacht, zum Beispiel das Heben von leichtenGegenständen für das Auftreten von Hernien. Insolchen Fällen hat die äußere Einwirkung bei der Entstehungder Krankheit nicht wesentlich mitgeholfen,sondern sie hat nur innerhalb einer bereits bestehendenStörung einem besonders charakteristischenKrankheitssymptom zum Durchbruch verholfen. DasWort „Auslösung“ ist bei der Erörterung zu vermeiden,der Begriff ist zu unbestimmt. Bei der Beurteilung istklarzustellen, welcher der zur Diskussion stehendenätiologischen Faktoren die wesentliche Bedingung fürden Eintritt des Erfolges und damit Ursache im versorgungsrechtlichenSinne ist.e) Der Ursachenbegriff spielt eine Rolle bei der Beurteilungdes ursächlichen Zusammenhangs zwischenschädigendem Vorgang und Gesundheitsstörungoder Tod, des besonderen beruflichen Betroffenseins,der Hilflosigkeit, der Voraussetzungen für den Pauschbetragfür den Kleider- oder Wäscheverschleiß sowieim Bereich der Kriegsopferfürsorge und der Heilbehandlungwegen Schädigungsfolgen.2. Tatsachen zur Beurteilung desursächlichen Zusammenhangsa) Zu den Fakten, die vor der Beurteilung eines ursächlichenZusammenhangs geklärt („voll bewiesen“) seinmüssen, gehören der schädigende Vorgang, die gesundheitlicheSchädigung und die zu beurteilendeGesundheitsstörung.b) Der schädigende Vorgang ist das Ereignis, das zu einerGesundheitsschädigung führt, wie zum Beispieldie Detonation eines Sprengkörpers, ein Kraftfahrzeugunfall,die Übertragung von Krankheitserregern odereine Vergewaltigung. Auch besondere Belastungen,wie sie zum Beispiel im Fronteinsatz, in Kriegsgefangenschaft,bei Dienstverrichtungen in bestimmtenAusbildungsstufen der Bundeswehr oder in rechtsstaatswidrigerHaft in der ehemaligen DDR gegebensein können, zählen dazu. Relativ selten sind danebenAuswirkungen von außerhalb der Dienstverrichtungenliegenden diensteigentümlichen Verhältnissenin Betracht zu ziehen; diensteigentümliche Verhältnissesind die besonderen, von den Verhältnissen deszivilen Lebens abweichenden und diesen in der Regelfremden Verhältnisse des Dienstes (zum Beispiel dasenge Zusammenleben in einer Kaserne). Unfall ist einauf äußeren Einwirkungen beruhendes plötzliches,örtlich und zeitlich bestimmbares, einen Körperschadenverursachendes Ereignis.c) Die gesundheitliche Schädigung ist die primäre Beeinträchtigungder Gesundheit durch den schädigendenVorgang, wie zum Beispiel die Verwundung,die Verletzung durch Unfall, die Resistenzminderungdurch Belastung. Die verbleibende Gesundheitsstörungist die Schädigungsfolge (Wehrdienstbeschädigungsfolge[WDB-Folge], Zivildienstbeschädigungsfolge[ZDB-Folge] und so weiter).d) Zwischen dem schädigenden Vorgang und der Gesundheitsstörungmuss eine nicht unterbrocheneKausalkette bestehen, die mit den Erkenntnissen dermedizinischen Wissenschaft und den ärztlichen Erfahrungenim Einklang steht. Dabei sind Brückensymptomeoft notwendige Bindeglieder. Fehlen Brückensymptome,so ist die Zusammenhangsfrage besonderssorgfältig zu prüfen und die Stellungnahmeanhand eindeutiger objektiver Befunde überzeugendwissenschaftlich zu begründen.e) Für eine Reihe von Erkrankungen, für die eine traumatischeEntstehung in Betracht kommt, muss aucheine lokale Beziehung zwischen dem Ort der traumatischenEinwirkung und dem Krankheitsherd vorliegen,zum Beispiel bei Geschwülsten oder Osteomyelitis.f) Die Fakten, auf die sich die Beurteilung des ursächlichenZusammenhangs gründet, müssen voll bewiesensein. Das bedeutet, dass sie belegt sein müssenoder dass – wenn Belege nicht zu beschaffen sind –zumindest nach den gegebenen Umständen (zum Beispielauch aufgrund einer Glaubhaftmachung) dieÜberzeugung zu gewinnen ist, dass es so und nichtanders gewesen ist.142


3. Wahrscheinlichkeit desursäch lichen Zusammenhangsa) Für die Annahme, dass eine Gesundheitsstörung Folgeeiner Schädigung ist, genügt versorgungsrechtlichdie Wahrscheinlichkeit des ursächlichen Zusammenhangs.Sie ist gegeben, wenn nach der geltendenmedizinisch-wissenschaftlichen Lehrmeinung mehrfür als gegen einen ursächlichen Zusammenhangspricht. Mit besonderer Sorgfalt ist das Für und Widerabzuwägen. Auch bei schwierigen Zusammenhangsfragensoll man bemüht sein, im Gutachten zu einerverwertbaren Beurteilung zu kommen.b) Grundlage für die medizinische Beurteilung sind dievon der herrschenden wissenschaftlichen Lehrmeinungvertretenen Erkenntnisse über Ätiologie und Pathogenese.Es genügt nicht, dass ein einzelner Wissenschaftleroder eine einzelne Wissenschaftlerin eineArbeitshypothese aufgestellt oder einenErklärungsversuch unternommen hat. Es kommt auchnicht allein auf die subjektive Auffassung der beurteilendenPerson an.c) Vielfach lässt allein der große zeitliche Abstand ohneBrückensymp tome den ursächlichen Zusammenhangunwahrscheinlich erscheinen. Die angemessene zeitlicheVerbindung ist in der Regel eine Voraussetzungfür die Wahrscheinlichkeit des ursächlichen Zusammenhangs.Andererseits kann die zeitliche Verbindungzwischen einer Gesundheitsstörung und demgeleisteten Dienst für sich allein die Wahrscheinlichkeitdes ursächlichen Zusammenhangs nicht begründen.Die Tatsache, dass zum Beispiel ein Soldat beimEintritt in den Dienst gesund war, dass er den Einflüssendes Dienstes ausgesetzt war und dass eineKrankheit während der Dienstzeit entstanden oderhervorgetreten ist, reicht für die Annahme einer Schädigungsfolgenicht aus. Es muss vielmehr der ungünstigeEinfluss einer bestimmten Dienstverrichtungoder allgemeiner dienstlicher Verhältnisse auf die Entstehungoder Verschlimmerung der Krankheit dargelegtwerden, da Krankheiten aller Art, insbesondereinnere Leiden, zu jeder Zeit auch ohne wesentlicheMitwirkung eines schädigenden Vorgangs entstehenkönnen.d) Aus dem Umstand, dass der Zusammenhang der Gesundheitsstörungmit einem schädigenden Vorgangnach wissenschaftlicher Erkenntnis nicht ausgeschlossenwerden kann, lässt sich nicht folgern, dasser darum wahrscheinlich sei. Ebenso wenig kann dasVorliegen einer Schädigungsfolge bejaht werden,wenn ein ursächlicher Zusammenhang nur möglichist.4. Kannversorgunga) Abweichend von den oben erläuterten Grundsätzenkann nach § 1 Absatz 3 Satz 2 Bundesversorgungsgesetz(BVG) eine Gesundheitsstörung als Schädigungsfolgeanerkannt werden, wenn die zur Anerkennungeiner Gesundheitsstörung als Folge einer Schädigungerforderliche Wahrscheinlichkeit nur deshalbnicht gegeben ist, weil über die Ursache des festgestelltenLeidens in der medizinischen WissenschaftUngewissheit besteht (Kannversorgung). Eine gleichlautendeBestimmung enthalten auch alle weiterenGesetze des sozialen Entschädigungsrechts.b) Folgende medizinische Voraussetzungen müssen erfülltsein:aa) Über die Ätiologie und Pathogenese des Leidensdarf keine durch Forschung und Erfahrung genügendgesicherte medizinisch-wissenschaftlicheAuffassung herrschen. Eine von der medizinischwissenschaftlichenLehrmeinung abweichendepersönliche Ansicht einer sachverständigen Personerfüllt nicht den Tatbestand einer Ungewissheitin der medizinischen Wissenschaft.bb) Wegen mangelnder wissenschaftlicher Erkenntnisseund Erfahrungen darf die ursächliche Bedeutungvon Schädigungstatbeständen oderSchädigungsfolgen für die Entstehung und denVerlauf des Leidens nicht mit Wahrscheinlichkeitbeurteilt werden können. Ein ursächlicher Einflussder im Einzelfall vorliegenden Umstände muss inden wissenschaftlichen Arbeitshypothesen alstheoretisch begründet in Erwägung gezogen werden.Ist die ursächliche Bedeutung bestimmterEinflüsse trotz mangelnder Kenntnis der Ätiologieund Pathogenese wissenschaftlich nicht umstritten,so muss gutachterlich beurteilt werden, ob derursächliche Zusammenhang wahrscheinlich oderunwahrscheinlich ist.cc) Zwischen der Einwirkung der wissenschaftlich inihrer ursächlichen Bedeutung umstrittenen Umständeund der Manifestation des Leidens oderder Verschlimmerung des Krankheitsbildes musseine zeitliche Verbindung gewahrt sein, die mit denallgemeinen Erfahrungen über biologische Verläufeund den in den wissenschaftlichen Theorienvertretenen Auffassungen über Art und Wesendes Leidens in Einklang steht.c) Ungewissheiten im Sachverhalt, die von der Ungewissheitin der medizinischen Wissenschaft über dieUrsachen des Leidens unabhängig sind, rechtfertigendie Anwendung der Kannvorschrift nicht; dies ist insbesondereder Fall, wenn rechtserhebliche Zweifelüber den Zeitpunkt des Leidensbeginns bestehen,weil die geltend gemachten Erstsymptome mehrdeutigsind, oder wenn das Leiden diagnostisch nicht ausreichendgeklärt ist.d) Ist bei einem Leiden eine Kannversorgung generell inBetracht zu ziehen, muss trotzdem anhand des Sachverhaltesdes Einzelfalles stets zuerst geprüft werden,ob der ursächliche Zusammenhang mit Wahrscheinlichkeitzu beurteilen ist. Lässt sich dabei die Fragedes ursächlichen Zusammenhangs bereits in ihrerGesamtheit entscheiden, so entfällt eine Kannversorgung.Ist die Wahrscheinlichkeit des ursächlichen Zusammenhangsnur für einen Teil des Gesamtleidens143


gegeben, so ist zu prüfen, ob für den verbleibendenTeil des Leidens die Voraussetzungen für eine Kannversorgungerfüllt sind.e) Ist die Wahrscheinlichkeit des ursächlichen Zusammenhangszwischen einem als Schädigungsfolge anerkanntenLeiden und einem neuen Leiden nicht gegeben,weil über die Ursache des neuen Leidens inder medizinischen Wissenschaft Ungewissheit besteht,so ist eine Kannversorgung nur dann gerechtfertigt,wenn das als Ursache in Betracht kommendeLeiden aus heutiger Sicht zu Recht anerkannt wordenist. Das heißt bei der Überprüfung der früheren Entscheidungmüsste unter Berücksichtigung jeweilsneuester medizinischer Erkenntnisse das anerkannteLeiden erneut als Schädigungsfolge anerkannt werden.Kommt bei einem Leiden, für das bereits teilweiseeine Versorgung als Rechtsanspruch besteht, überdiesen Anteil hinaus eine Kannversorgung in Betracht,so kann diese nur gewährt werden, wenn derals Schädigungsfolge anerkannte Teil des Leidens,der als mögliche Ursache für eine weitergehende Versorgungerörtert wird, zu Recht anerkannt worden ist,oder wenn für den als Schädigungsfolge anerkanntenTeil des Leidens die Voraussetzungen für eine Kannversorgungerfüllt sind.f) Kann die ursächliche Bedeutung von Schädigungstatbeständenoder von zu Recht als Schädigungsfolgeanerkannten Leiden für die Verschlimmerung einesschädigungsunabhängig entstandenen Leidens wegender insoweit in der medizinischen Wissenschaftbestehenden Ungewissheit nicht mit Wahrscheinlichkeitbeurteilt werden, so sind bei der Bemessung desVerschlimmerungsanteils das Ausmaß des Vorschadens,die Art des Leidens, die ihm innewohnende Entwicklungstendenzund der weitere Leidensverlauf zuberücksichtigen. Bei klar abgrenzbaren Verschlimmerungsanteilenist der GdS in der auch sonst üblichenWeise zu bilden; bei späteren, erneut abgrenzbaren(zum Beispiel schubartigen) Verschlechterungen desLeidens ist dann zu prüfen, ob diese nun mehr mitWahrscheinlichkeit beurteilt werden können (zum Beispielnach langem, schubfreiem Intervall oder bei Einwirkungvon neuen, in ihrer ursächlichen Bedeutungbekannten Faktoren). Bei nicht klar abgrenzbaren Verschlimmerungen– wenn also die ursächliche Bedeutungvon Schädigungstatbeständen auch für den weiterenVerlauf nicht mit Wahrscheinlichkeit beurteiltwerden kann (zum Beispiel bei chronisch-progredientenVerlaufsformen) – kann je nach Ausmaß desVorschadens und der hieraus ableitbaren Entwicklungstendenzdes Leidens ein Bruchteil des jeweiligenGesamtleidens oder auch der gesamte Leidenszustandin die Kannversorgung einbezogen werden.5. Mittelbare SchädigungsfolgenMittelbare Schädigungsfolgen sind Gesundheitsstörungen,die durch ein äußeres Ereignis, das seine Ursachein einem schädigungsbedingten Leiden hat, herbeigeführtworden sind. Die mittelbaren Schädigungsfolgenwerden versorgungsrechtlich wie unmittelbare Schädigungsfolgenbehandelt. Ein in der Eigenart eines Leidensliegender Folgeschaden ist keine mittelbare, sonderneine unmittelbare Schädigungsfolge.6. Absichtlich herbeigeführte SchädigungenEine von der beschädigten Person absichtlich herbeigeführteSchädigung gilt nicht als Schädigung im Sinne derVersorgungsgesetze. Absichtlich herbeigeführt ist siedann, wenn sie von der beschädigten Person erstrebtwar. Selbsttötung und die Folgen eines Selbsttötungsversuchesoder einer Selbstverletzung sind nicht absichtlichherbeigeführt, wenn eine Beeinträchtigung derfreien Willensbestimmung durch versorgungsrechtlichgeschützte Tatbestände wahrscheinlich ist.7. Anerkennung im Sinne der Entstehung undAner kennung im Sinne der Verschlimmerunga) Die Anerkennung einer Gesundheitsstörung im Sinneder Entstehung setzt voraus, dass zur Zeit der Einwirkungdes schädigenden Vorganges noch kein dieserGesundheitsstörung zugehöriges pathologischesphysisches oder psychisches Geschehen vorhandenwar. Dies gilt auch, wenn auf eine Disposition zu derGesundheitsstörung geschlossen werden kann. Sofernzur Zeit der Einwirkung des schädigenden Vorgangesbereits ein einer Gesundheitsstörung zugehörigespathologisches physisches oder psychischesGeschehen, wenn auch noch nicht bemerkt, vorhandenwar, kommt nur eine Anerkennung im Sinne derVerschlimmerung in Frage, falls die äußere Einwirkungentweder den Zeitpunkt vorverlegt hat, an demdas Leiden sonst in Erscheinung getreten wäre, oderdas Leiden in schwererer Form aufgetreten ist, als essonst zu erwarten gewesen wäre. Von diesem Begriffder Verschlimmerung ist der Begriff der Verschlimmerungim Sinne einer wesentlichen Änderung der Verhältnissezu unterscheiden.b) Bei weiterer Verschlechterung sowohl im Sinne derEntstehung als auch im Sinne der Verschlimmerunganerkannter Gesundheitsstörungen ist jeweils zu prüfen,ob die Leidenszunahme noch auf eine Schädigungursächlich zurückzuführen ist.c) Bei der ärztlichen Begutachtung muss abgewogenwerden, ob nur die eigengesetzliche Entwicklungeines Leidens vorliegt oder ob dienstliche oder außerdienstlicheEinwirkungen als wesentliche Bedingungeinen Einfluss auf die Stärke der Krankheitserscheinungenund auf die Schnelligkeit des Fortschreitenshatten.8. Arten der VerschlimmerungMedizinisch gesehen unterscheidet man verschiedeneArten der Verschlimmerung. Ein schädigender Vorgangkann nur vorübergehend zu einer Zunahme des Krankheitswertesund damit zu keiner oder nicht zu einem bleibendenschädigungsbedingten GdS führen; er kann anhaltend,aber abgrenzbar den weiteren Krankheitsver-144


lauf beeinflussen und damit zu einem gleichbleibendenschädigungsbedingten GdS führen; er kann aber auchden weiteren Krankheitsverlauf richtungsgebend bestimmenund damit Anlass zu einem ansteigenden schädigungsbedingtenGdS sein. Häufig wird erst nach längererBeobachtung des Verlaufs zu beurteilen sein, wieweit der Einfluss des schädigenden Vorgangs reicht. DasAusmaß der Verschlimmerung ist für die Festsetzungdes GdS von wesentlicher Bedeutung. Hierbei müssenin jedem Fall die durch die Gesundheitsstörung bewirkteGesamt-GdS sowie der GdS für den Verschlimmerungsanteildurch Schädigungsfolgen und das Ausmaß desVorschadens angegeben werden. Unabhängig von dermedizinischen Beurteilung der Art der Verschlimmerungmuss bei jeder weiteren Zunahme des Krankheitswertesder ursächliche Zusammenhang dieser Weiterentwicklungneu beurteilt werden.9. Fehlen einer fachgerechten BehandlungGesundheitsstörungen, bei deren Auftreten schädigendeEinwirkungen nicht mitgewirkt haben, können inihrem Verlauf in einen ursächlichen Zusammenhang mitschädigenden Einflüssen kommen, wenn durch dienstoderhafteigentümliche Verhältnisse oder Schädigungsfolgeneine fachgerechte und wahrscheinlich erfolgreicheBehandlung nicht oder zu spät durchgeführt wird.10. Folgen von diagnostischen Eingriffen,vorbeugenden und therapeutischen Maßnahmena) Die Folgen von diagnostischen Eingriffen, Operationenoder anderen Behandlungsmaßnahmen, diewegen Schädigungsfolgen durchgeführt werden, sindSchädigungsfolgen.b) Wenn derartige Maßnahmen wegen schädigungsunabhängigerGesundheitsstörungen vorgenommenwerden, kommt eine Annahme nachteiliger Folgen alsSchädigungsfolge in Betracht, wennaa) eine Duldungspflicht von Maßnahmen zur Verhütungoder Bekämpfung übertragbarer Krankheitenbestand,bb) die Behandlung auf den Dienst oder die demDienst (oder einer Haft) eigentümlichen Verhältnissezurückzuführen war.Für die Annahme nachteiliger gesundheitlicher Folgeneiner Behandlung sind in jedem Fall ein Ursachenzusammenhangzwischen der Behandlung und einer gesundheitlichenSchädigung sowie die Wahrscheinlichkeiteines Ursachenzusammenhangs zwischen dieser Schädigungund ihren gesundheitlichen Folgen erforderlich.Der Dienst oder dienst-(beziehungsweise haft-)eigentümlicheVerhältnisse sind dann nicht wesentliche Bedingungfür nachteilige gesundheitliche Folgen einer Behandlung,wenn andere Umstände eine überwiegendeBedeutung erlangt haben. Dies kann zum Beispiel derFall sein, wenn eine Behandlung wegen eines tatsächlichoder vermeintlich lebensbedrohlichen Zustandsdurchgeführt wurde und nachteilige gesundheitliche Folgennicht auf eine unsachgemäße Behandlung zurückzuführensind. Der Umstand, dass eine Behandlung ineinem Lazarett beziehungsweise Bundeswehrkrankenhausvorgenommen wurde, bietet allein noch keinenGrund, weitere Folgen der Krankheit als Schädigungbzw. Schädigungsfolgen anzusehen. Nachteilige gesundheitlicheFolgen sind solche, die außerhalb des mitder Behandlung angestrebten Heilerfolges liegen. DieUnterlassung einer gebotenen Maßnahme steht hinsichtlichder gesundheitlichen Folgen ihrer Vornahmegleich.11. Ursächlicher Zusammenhang zwischenSchädigung und Toda) Der Tod ist die Folge einer Schädigung, wenn er durchsie verur sacht worden ist.b) Wenn eine beschädigte Person an einem Leidenstirbt, das als Folge einer Schädigung rechtsverbindlichanerkannt und für das ihm im Zeitpunkt des TodesRente zuerkannt war, dass heißt, wenn die anerkannteGesundheitsstörung den Tod verursacht hat, giltder Tod stets als Schädigungsfolge (Rechtsvermutung).Diese Rechtsvermutung erlaubt es, im Gutachtendie Stellungnahme auf die Frage des ursächlichenZusammenhanges zwischen Tod und anerkannterSchädigungsfolge zu beschränken. Eine nochmaligeStellungnahme zur Wahrscheinlichkeit des ursächlichenZusammenhanges zwischen Dienst und anerkannterSchädigungsfolge erübrigt sich daher, es seidenn, dass Umstände bekannt werden, die auf einezweifelsfreie Unrichtigkeit des bisherigen Anerkenntnisseshinweisen.c) Stirbt eine beschädigte Person an einem im Sinne derVerschlimmerung anerkannten Leiden, so trifft dieRechtsvermutung zu, wenn die schädigungsbedingteVerschlimmerung für den Tod ursächlich gewesen ist.Ob dies der Fall war, bedarf einer Prüfung unter Berücksichtigungder besonderen Verhältnisse des Einzelfallesund unter Wertung der mitwirkenden, nichtschädigungsbedingten Umstände. Die Höhe des fürden Verschlimmerungsanteil anerkannten GdS gibtdabei nicht den Ausschlag, vielmehr sind die tatsächlichengesundheitlichen Verhältnisse im Zeitpunkt desTodes für die Beurteilung maßgebend.d) Haben zum Tod mehrere Leiden beigetragen, dienicht alle Schädigungsfolgen sind, dann ist unter Anwendungdes versorgungsrechtlichen Ursachenbegriffszu prüfen, ob die Schädigungsfolgen zumindesteine annähernd gleichwertige Bedeutung für den Eintrittdes Todes hatten. In seltenen Fällen kann bei dieserBeurteilung auch der Zeitpunkt des Todes einewichtige Rolle spielen, und zwar dann, wenn nebenden Schädigungsfolgen ein schweres schädigungsunabhängigesLeiden vorgelegen hat, das nach ärztlicherErfahrung ohne die Schädigungsfolgen nochnicht zu diesem Zeitpunkt, jedoch in einem späterenStadium in absehbarer Zeit für sich allein zum Todegeführt hätte. In einem solchen Fall ist der Tod dann145


als Schädigungsfolge anzusehen, wenn die beschädigtePerson ohne die Schädigungsfolgen wahrscheinlichmindestens ein Jahr länger gelebt hätte.Der ärztlichen Beurteilung sind hierbei Grenzen gesetzt;eine besonders sorgfältige Abwägung aller Umständeist geboten.e) Eine aus dienstlichen Gründen oder wegen Schädigungsfolgenunterbliebene rechtzeitige oder richtigeBehandlung kann Ursache des Todes sein.f) Häufig kann der ursächliche Zusammenhang zwischenSchädigung und Tod ohne Leichenöffnungnicht zutreffend beurteilt werden.12. Vorschaden, Nachschaden, Folgeschadena) Ein Vorschaden ist eine schädigungsunabhängigeGesundheitsstörung, die bei Eintritt der Schädigungbereits nachweisbar bestanden hat. Beim Vorliegeneines Vorschadens ist bei der Bemessung des schädigungsbedingtenGdS Folgendes zu beachten:aa) Wenn sich Vorschaden und Schädigungsfolge anverschiedenen Körperteilen befinden und sich gegenseitignicht beeinflussen, so ist der Vorschadenohne Bedeutung.bb) Hat die Schädigung eine vorgeschädigte Gliedmaßeoder ein vorgeschädigtes Organ betroffen,muss der schädigungsbedingte GdS niedrigersein als der GdS, der sich aus dem nun bestehendenGesamtschaden ergibt, es sei denn, dass derVorschaden nach seinem Umfang oder nach seinerArt keine wesentliche Bedeutung für die gesamteGesundheitsstörung hat. Der schädigungsbedingteGdS lässt sich dabei nicht einfach dadurchermitteln, dass der GdS des Vorschadensrein rechnerisch von dem GdS des Gesamtschadensabgezogen wird; maßgeblich ist, zu welchemzusätzlichen anatomischen und funktionellen Verlustdie Schädigung geführt hat.cc) Sind durch Vorschaden und Schädigungsfolgeverschiedene Organe oder Gliedmaßen oder paarigeOrgane betroffen und verstärkt der Vorschadendie schädigungsbedingte Funktionsstörung,so ist der schädigungsbedingte GdS unter Umständenhöher zu bewerten, als es bei isolierterBetrachtung der Schädigungsfolge zu geschehenhätte.b) Ein Nachschaden ist eine Gesundheitsstörung, diezeitlich nach der Schädigung eingetreten ist und nichtin ursächlichem Zusammenhang mit der Schädigungsteht. Eine solche Gesundheitsstörung kann bei derFeststellung des GdS nach § 30 Absatz 1 Bundesversorgungsgesetznicht berücksichtigt werden, auchdann nicht, wenn sie zusammen mit Schädigungsfolgenzu besonderen Auswirkungen führt, bei denen dieSchädigungsfolgen eine gleichwertige oder überwiegendeBedeutung haben.c) Wenn demgegenüber nach einer Schädigung eineweitere Gesundheitsstörung eintritt, bei der – vorallem nach ihrer Art – wahrscheinlich ist, dass dieSchädigung oder deren Folgen bei der Entstehungdieser Gesundheitsstörung wesentlich mitgewirkt haben,so handelt es sich um einen Folgeschaden, dereine weitere Schädigungsfolge darstellt und daher mitseinem gesamtem GdS zu berücksichtigen ist. Wennein solcher Folgeschaden erst viele Jahre nach derSchädigung in Erscheinung tritt, spricht man auch voneinem Spätschaden.13. Voraussetzungen für die Pflegezulage,Pflegezulagestufena) Pflegezulage wird bewilligt, solange Beschädigte infolgeder Schädigung so hilflos sind, dass sie für eineReihe von häufig und regelmäßig wiederkehrendenVerrichtungen zur Sicherung ihrer persönlichen Existenzim Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfe dauerndbedürfen. Diese Voraussetzungen sind auch erfüllt,wenn die Hilfe in Form einer Überwachung oderAnleitung zu den genannten Verrichtungen erforderlichist oder wenn die Hilfe zwar nicht dauernd geleistetwerden muss, jedoch eine ständige Bereitschaftzur Hilfeleistung erforderlich ist.b) Die Hilflosigkeit muss durch die Folgen der Schädigungverursacht sein. Dabei ist es nicht erforderlich,dass sie ausschließlich oder überwiegend auf eineSchädigungsfolge zurückzuführen ist. Es genügt,dass für den Eintritt der Hilflosigkeit – oder auch füreine Erhöhung des Pflegebedürfnisses – die Schädigungsfolgeeine annähernd gleichwertige Bedeutunggegenüber anderen Gesundheitsstörungen hat.c) Die Pflegezulage wird in sechs Stufen bewilligt. Fürdauerndes Krankenlager oder dauernd außergewöhnlichePflege sind die Stufen II bis VI vorgesehen.d) Ein dauerndes außergewöhnliches Pflegebedürfnisliegt vor, wenn der Aufwand an Pflege etwa in gleichemUmfang wie bei dauerndem Krankenlager einer beschädigtenPerson notwendig ist. Dauerndes Krankenlagersetzt nicht voraus, dass man das Bett überhauptnicht verlassen kann.e) Bei Doppelamputierten ohne weitere Gesundheitsstörungen– ausgenommen Doppel-Unterschenkelamputierten– ist im allgemeinen eine Pflegezulagenach Stufe I angemessen, ohne Rücksicht darauf, obes sich um paarige oder nichtpaarige Gliedverluste(Oberarm, Unterarm, ganze Hand, Oberschenkel, Unterschenkel,ganzer Fuß) handelt. Sofern nicht besondereUmstände eine höhere Einstufung rechtfertigensind folgende Stufen der Pflegezulage angemessen:1. Bei Verlust beider Beine im Oberschenkel:. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Stufe II2. Bei Verlust beider Hände oder Unterarme:. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stufe III3. Bei Verlust beider Arme im Ober-146


arm oder dreier Gliedmaßen:. . . . . . . . . . . Stufe IV.f) Die Pflegezulage nach Stufe V kommt in Betracht,wenn ein außergewöhnlicher Leidenszustand vorliegtund die Pflege besonders hohe Aufwendungen erfordert.Dies trifft immer zu bei1. Querschnittsgelähmten mit Blasen- und Mastdarmlähmung,2. Hirnbeschädigten mit schweren psychischen undphysischen Störungen,3. Ohnhändern mit Verlust beider Beine im Oberschenkel,4. blinden Doppel-Oberschenkelamputierten,5. Blinden mit völligem Verlust einer oberen und einerunteren Gliedmaße.g) Besonders schwer betroffene Beschädigte erhalteneine Pflegezulage nach Stufe VI. Es handelt sich dabeium1. Blinde mit völligem Gehörverlust,2. blinde Ohnhänder,3. Beschädigte mit Verlust beider Arme im Oberarmund beider Beine im Oberschenkel,4. Beschädigte, bei denen neben einem Leidenszustand,der bereits die Gewährung einer Pflegezulagenach Stufe V rechtfer tigt, noch eine weitere Gesundheitsstörungvorliegt, die das Pflegebedürfniswesentlich erhöht (zum Beispiel erhebliche Gebrauchsbehinderungbeider Arme bei vollständigerLähmung beider Beine mit Blasen- und Mastdarmlähmung),sowie5. andere Beschädigte, deren außergewöhnlicher Leidenszustandund deren Pflegebedürfnis denen dervorgenannten Beschädigten vergleichbar sind.h) Bei Säuglingen und Kleinkindern ist – auch hinsichtlichder Pflegezulagestufe – nur der Teil der Hilflosigkeitzu berücksichtigen, der den Umfang des Hilfsbedürfnisseseines gesunden gleichaltrigen Kindesüberschreitet.i) Erwerbsunfähige Hirnbeschädigte erhalten eine Pflegezulagemindestens nach Stufe I, wenn die Hirnbeschädigungallein die Erwerbsunfähigkeit bedingt. Obbei erwerbsunfähigen Hirnbeschädigten eine höherePflegezulage als Stufe I in Betracht kommt, ist im Einzelfallnach den Auswirkungen der Krankheitserscheinungenzu entscheiden. Der Grad der psychischenStörungen und die Art und Häufigkeit von Anfällensind dabei besonders zu berücksichtigen.j) Bei Beschädigten mit schweren geistigen oder seelischenStörungen, die wegen dauernder und außergewöhnlichermotorischer Unruhe ständiger Aufsichtbedürfen (zum Beispiel erethische Kinder), sind dieVoraussetzungen für eine Pflegezulage mindestensnach Stufe III gegeben.k) Blinde erhalten mindestens die Pflegezulage nachStufe III. Treten bei Blinden weitere Gesundheitsstörungen,vor allem Störungen der Ausgleichsfunktionhinzu, die unter Beachtung von Absatz 2 bei der gebotenenGesamtbetrachtung das Pflegebedürfnis überden tatsächlichen Bedarf der Stufe III hinaus erhöhen,so ist die Pflegezulage nach Stufe IV zu bewilligen,wenn nicht nach Absätzen 6 oder 7 die Pflegezulagenach Stufe V oder VI zusteht. Hochgradig Sehbehinderteerfüllen grundsätzlich die Voraussetzungen fürdie Gewährung einer Pflegezulage nach Stufe I.147


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Teil D: Merkzeichen149


1. Erhebliche Beeinträchtigung derBewegungsfähigkeit im Straßenverkehr(Merkzeichen G)a) Nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX)ist zu beurteilen, ob ein behinderter Mensch infolgeseiner Behinderung in seiner Bewegungsfähigkeit imStraßenverkehr erheblich beeinträchtigt ist. Hilfloseund Gehörlose haben stets einen Anspruch auf unentgeltlicheBeförderung im öffentlichen Personenverkehr.b) In seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblichbeeinträchtigt ist, wer infolge einer Einschränkungdes Gehvermögens, auch durch innere Leiden,oder infolge von Anfällen oder von Störungen der Orientierungsfähigkeitnicht ohne erhebliche Schwierigkeitenoder nicht ohne Gefahren für sich oder andereWegstrecken im Ortsverkehr zurückzulegen vermag,die üblicherweise noch zu Fuß zurückgelegt werden.Bei der Prüfung der Frage, ob diese Voraussetzungenvorliegen, kommt es nicht auf die konkreten örtlichenVerhältnisse des Einzelfalles an, sondern darauf, welcheWegstrecken allgemein – das heißt altersunabhängigvon nicht behinderten Menschen – noch zuFuß zurückgelegt werden. Als ortsübliche Wegstreckein diesem Sinne gilt eine Strecke von etwa zwei Kilometern,die in etwa einer halben Stunde zurückgelegtwird.c) Auch bei Säuglingen und Kleinkindern ist die gutachtlicheBeurteilung einer erheblichen Beeinträchtigungder Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erforderlich.Für die Beurteilung sind dieselben Kriterien wiebei Erwachsenen mit gleichen Gesundheitsstörungenmaßgebend. Es ist nicht zu prüfen, ob tatsächlichdiesbezügliche behinderungsbedingte Nachteile vorliegenoder behinderungsbedingte Mehraufwendungenentstehen.d) Die Voraussetzungen für die Annahme einer erheblichenBeeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit imStraßenverkehr infolge einer behinderungsbedingtenEinschränkung des Gehvermögens sind als erfüllt anzusehen,wenn auf die Gehfähigkeit sich auswirkendeFunktionsstörungen der unteren Gliedmaßen und/oder der Lendenwirbelsäule bestehen, die für sich einenGdB von wenigstens 50 bedingen. Darüber hinauskönnen die Voraussetzungen bei Behinderungenan den unteren Gliedmaßen mit einem GdB unter 50gegeben sein, wenn diese Behinderungen sich aufdie Gehfähigkeit besonders auswirken, zum Beispielbei Versteifung des Hüftgelenks, Versteifung desKnie- oder Fußgelenks in ungünstiger Stellung, arteriellenVerschlusskrankheiten mit einem GdB von 40.Auch bei inneren Leiden kommt es bei der Beurteilungentscheidend auf die Einschränkung des Gehvermögensan. Dementsprechend ist eine erhebliche Beeinträchtigungder Bewegungsfähigkeit vor allem beiHerzschäden mit Beeinträchtigung der Herzleistungwenigstens nach Gruppe 3 und bei Atembehinderungenmit dauernder Einschränkung der Lungenfunktionwenigstens mittleren Grades anzunehmen.Auch bei anderen inneren Leiden mit einer schwerenBeeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit,zum Beispiel chronische Niereninsuffizienz mit ausgeprägterAnämie, sind die Voraussetzungen als erfülltanzusehen.e) Bei hirnorganischen Anfällen ist die Beurteilung vonder Art und Häufigkeit der Anfälle sowie von der Tageszeitdes Auftretens abhängig. Im Allgemeinen istauf eine erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeiterst ab einer mittleren Anfallshäufigkeit zuschließen, wenn die Anfälle überwiegend am Tageauftreten. Analoges gilt beim Diabetes mellitus mithäufigen hypoglykämischen Schocks.f) Störungen der Orientierungsfähigkeit, die zu einer erheblichenBeeinträchtigung der Bewegungsfähigkeitführen, sind bei allen Sehbehinderungen mit einemGdB von wenigstens 70 und bei Sehbehinderungen,die einen GdB von 50 oder 60 bedingen, nur in Kombinationmit erheblichen Störungen der Ausgleichsfunktion(zum Beispiel hochgradige Schwerhörigkeitbeiderseits, geistige Behinderung) anzunehmen. BeiHörbehinderungen ist die Annahme solcher Störungennur bei Taubheit oder an Taubheit grenzenderSchwerhörigkeit im Kindesalter (in der Regel bis zum16. Lebensjahr) oder im Erwachsenenalter bei diesenHörstörungen in Kombination mit erheblichen Störungender Ausgleichsfunktion (zum Beispiel Sehbehinderung,geistige Behinderung) gerechtfertigt. Beigeistig behinderten Menschen sind entsprechendeStörungen der Orientierungsfähigkeit vorauszusetzen,wenn die behinderten Menschen sich im Straßenverkehrauf Wegen, die sie nicht täglich benutzen,nur schwer zurechtfinden können. Unter diesen Umständenist eine erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeitbei geistigen Behinderungen miteinem GdB von 100 immer und mit einem GdB von 80oder 90 in den meisten Fällen zu bejahen. Bei einemGdB unter 80 kommt eine solche Beeinträchtigungder Bewegungsfähigkeit nur in besonders gelagertenEinzelfällen in Betracht.2. Berechtigung für eine ständigeBegleitung (Merkzeichen B)a) Für die unentgeltliche Beförderung einer Begleitpersonist nach dem SGB IX die Berechtigung für eineständige Begleitung zu beurteilen. Auch bei Säuglingenund Kleinkindern ist die gutachtliche Beurteilungder Berechtigung für eine ständige Begleitung erforderlich.Für die Beurteilung sind dieselben Kriterienwie bei Erwachsenen mit gleichen Gesundheitsstörungenmaßgebend. Es ist nicht zu prüfen, ob tatsächlichdiesbezügliche behinderungsbedingte Nachteilevorliegen oder behinderungsbedingte Mehraufwendungenentstehen.b) Eine Berechtigung für eine ständige Begleitung ist beischwerbehinderten Menschen (bei denen die Voraussetzungenfür die Merkzeichen „G”, „Gl“ oder „H” vor-150


liegen) gegeben, die bei der Benutzung von öffentlichenVerkehrsmitteln infolge ihrer Behinderung regelmäßigauf fremde Hilfe angewiesen sind.Dementsprechend ist zu beachten, ob sie bei der Benutzungöffentlicher Verkehrsmittel regelmäßig auffremde Hilfe beim Ein- und Aussteigen oder währendder Fahrt des Verkehrsmittels angewiesen sind oderob Hilfen zum Ausgleich von Orientierungsstörungen(zum Beispiel bei Sehbehinderung, geistiger Behinderung)erforderlich sind.c) Die Berechtigung für eine ständige Begleitung ist anzunehmenbeiQuerschnittsgelähmten,Ohnhändern,Blinden undSehbehinderten, Hörbehinderten, geistig behindertenMenschen und Anfallskranken, bei denen dieAnnahme einer erheblichen Beeinträchtigung derBewegungsfähigkeit im Straßenverkehr gerechtfertigtist.3. Außergewöhnliche Gehbehinderung(Merkzeichen aG)a) Für die Gewährung von Parkerleichterungen fürschwerbehinderte Menschen nach dem Straßenverkehrsgesetz(StVG) ist die Frage zu beurteilen, obeine außergewöhnliche Gehbehinderung vorliegt.Auch bei Säuglingen und Kleinkindern ist die gutachtlicheBeurteilung einer außergewöhnlichen Gehbehinderungerforderlich. Für die Beurteilung sind dieselbenKriterien wie bei Erwachsenen mit gleichenGesundheitsstörungen maßgebend. Es ist nicht zuprüfen, ob tatsächlich diesbezügliche behinderungsbedingteNachteile vorliegen oder behinderungsbedingteMehraufwendungen entstehen.b) Als schwerbehinderte Menschen mit außergewöhnlicherGehbehinderung sind solche Personen anzusehen,die sich wegen der Schwere ihres Leidens dauerndnur mit fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengungaußerhalb ihres Kraftfahrzeuges bewegenkönnen. Hierzu zählen Querschnittsgelähmte, Doppeloberschenkelamputierte,Doppelunterschenkelamputierte,Hüftexartikulierte und einseitig Oberschenkelamputierte,die dauernd außerstande sind, einKunstbein zu tragen, oder nur eine Beckenkorbprothesetragen können oder zugleich unterschenkeloderarmamputiert sind, sowie andere schwerbehinderteMenschen, die nach versorgungsärztlicherFeststellung, auch aufgrund von Erkrankungen, demvorstehend aufgeführten Personenkreis gleichzustellensind.c) Die Annahme einer außergewöhnlichen Gehbehinderungdarf nur auf eine Einschränkung der Gehfähigkeitund nicht auf Bewegungsbehinderungen andererArt bezogen werden. Bei der Frage der Gleichstellungvon behinderten Menschen mit Schäden an den unterenGliedmaßen ist zu beachten, dass das Gehvermögenauf das Schwerste eingeschränkt sein mussund deshalb als Vergleichsmaßstab am ehesten dasGehvermögen eines Doppeloberschenkelamputiertenheranzuziehen ist. Dies gilt auch, wenn Gehbehinderteeinen Rollstuhl benutzen: Es genügt nicht, dassein solcher verordnet wurde; die Betroffenen müssenvielmehr ständig auf den Rollstuhl angewiesen sein,weil sie sich sonst nur mit fremder Hilfe oder nur mitgroßer Anstrengung fortbewegen können. Als Erkrankungender inneren Organe, die eine solche Gleichstellungrechtfertigen, sind beispielsweise Herzschädenmit schweren Dekompensationserscheinungenoder Ruheinsuffizienz sowie Krankheiten der Atmungsorganemit Einschränkung der Lungenfunktionschweren Grades anzusehen.4. Gehörlosigkeit (Merkzeichen Gl)Gehörlos sind nicht nur Hörbehinderte, bei denen Taubheitbeiderseits vorliegt, sondern auch Hörbehindertemit einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit beiderseits,wenn daneben schwere Sprachstörungen(schwer verständliche Lautsprache, geringer Sprachschatz)vorliegen. Das sind in der Regel Hörbehinderte,bei denen die an Taubheit grenzende Schwerhörigkeitangeboren oder in der Kindheit erworben worden ist.151


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Anlage DSchwerbehindertenausweisverordnungin der Fassung der Bekanntmachung vom 25. Juli1991 (Bundesgesetzblatt I Seite 1739), zuletzt geändertdurch Artikel 20 Absatz 8 des Gesetzes vom 13.Dezember 2007 (Bundesgesetzblatt I Seite 2904,2928).Anm. der Redaktion:Die in der Verordnung genannten Anlagen sind an dieserStelle nicht abgedruckt.Erster AbschnittAusweis für schwerbehinderte Menschen§ 1Gestaltung des Ausweises(1) Der Ausweis im Sinne des § 69 Absatz 5 des NeuntenBuches Sozialgesetzbuch über die Eigenschaft alsschwerbehinderter Mensch, den Grad der Behinderungund weitere gesundheitliche Merkmale, die Voraussetzungenfür die Inanspruchnahme von Rechten undNachteilsausgleichen nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuchoder nach anderen Vorschriften sind, wirdnach dem in der Anlage zu dieser Verordnung abgedrucktenMuster 1 ausgestellt. Der Ausweis ist mit einemfälschungssicheren Aufdruck in der Grundfarbe grün versehen.(2) Der Ausweis für schwerbehinderte Menschen, diedas Recht auf unentgeltliche Beförderung im öffentlichenPersonenverkehr in Anspruch nehmen können, ist durcheinen halbseitigen orangefarbenen Flächenaufdruck gekennzeichnet.(3) Der Ausweis für schwerbehinderte Menschen, die zueiner der in § 151 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Buchstabea des Neunten Buches Sozialgesetzbuch genanntenGruppen gehören, ist nach § 2 zu kennzeichnen.(4) Der Ausweis für schwerbehinderte Menschen mitweiteren gesundheitlichen Merkmalen im Sinne des Absatzes1 ist durch Merkzeichen nach § 3 zu kennzeichnen.§ 2Zugehörigkeit zu Sondergruppen(1) Im Ausweis ist auf der Vorderseite unter dem Wort„Schwerbehindertenausweis“ die Bezeichnung „Kriegsbeschädigt“einzutragen, wenn schwerbehinderte Menschenwegen eines Grades der Schädigungsfolgen vonmindestens 50 Anspruch auf Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetzhat.(2) Im Ausweis sind auf der Vorderseite folgende Merkzeicheneinzutragen:1. wenn der schwerbehinderte MenschVBwegen eines Grades der Schädigungsfolgenvon mindestens 50 Anspruchauf Versorgung nach anderenBundesgesetzen in entsprechenderAnwendung der Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzeshat oder wenn der Grad der Schädigungsfolgenwegen des Zusammentreffens mehrerer Ansprücheauf Versorgung nach dem Bundesversor gungs gesetz,nach Bundesgesetzen in entsprechender Anwendungder Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzes odernach dem Bundesentschädigungsgesetzes seiner Gesamtheitmindestens 50 beträgt und nicht bereits die Bezeichnungnach Absatz 1 oder ein Merkzeichen nachNummer 2 einzutragen ist2. wenn der schwerbehinderte MenschEBwegen eines Grades der Schädigungsfolgenvon mindestens 50 Entschädigungnach § 28 des Bundesentschädigungsgesetzeserhält.Beim Zusammentreffen der Voraussetzungen für dieEintragung der Bezeichnung nach Absatz 1 und desMerkzeichens nach Satz 1 Nummer 2 ist die Bezeichnung„Kriegsbeschädigt“ einzutragen, es sei denn, derschwerbehinderte Mensch beantragt die Eintragung desMerkzeichens „EB“.§ 3Weitere Merkzeichen(1) Im Ausweis sind auf der Rückseite folgende Merkzeicheneinzutragen:1. wenn der schwerbehinderte MenschaGaußergewöhnlich gehbehindert imSinne des § 6 Absatz 1 Nummer 14des Straßenverkehrsgesetzes oderentsprechender straßenverkehrsrechtlicherVorschriften ist,2.3.4.HBIGIwenn der schwerbehinderte Menschhilflos im Sinne des § 33 b des Einkommensteuergesetzesoder entsprechenderVorschriften ist,wenn der schwerbehinderte Menschblind im Sinne des § 72 Absatz 5 desZwölften Buches Sozialgesetzbuchoder entsprechender Vorschriften ist,wenn der schwerbehinderte Menschgehörlos im Sinne des § 145 desNeunten Buches Sozialgesetzbuchist,153


5.RFwenn der schwerbehinderte Menschdie landesrechtlich festgelegten gesundheitlichenVoraussetzungen fürdie Befreiung von der Rundfunkgebührenpflichterfüllt,6.1. Klwenn der schwerbehinderte Menschdie im Verkehr mit Eisenbahnen tariflichfestgelegten gesundheitlichenVoraussetzungen für die Benutzungder ersten Wagenklasse mit Fahrausweisder zweiten Wagenklasseerfüllt.(2) Im Ausweis mit orangefarbenem Flächenaufdrucksind folgende Eintragungen vorgedruckt:erstens auf der Vorderseite das Merkzeichen Bund der Satz: „Die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitpersonist nachgewiesen”,Zweitens auf der Rückseite im ersten Feld das MerkzeichenGIst die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitpersonim Sinne des § 146 Absatz 2 des Neunten Buches nichtnachgewiesen, ist die vorgedruckte Eintragung nachNummer 1 zu löschen. Das Gleiche gilt für die vorgedruckteEintragung nach Nummer 2, wenn bei einemschwerbehinderten Menschen nicht festgestellt ist, dasser in seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblichbeeinträchtigt im Sinne des § 146 Absatz 1 Satz 1des Neunten Buches Sozialgesetzbuch oder entsprechenderVorschriften ist.§ 3aBeiblatt(1) Zum Ausweis für schwerbehinderte Menschen, diedas Recht auf unentgeltliche Beförderung im öffentlichenPersonenverkehr in Anspruch nehmen können, ist aufAntrag ein Beiblatt nach dem in der Anlage zu dieserVerordnung abgedruckten Muster 2 in der Grundfarbeweiß auszustellen. Das Beiblatt ist Bestandteil des Ausweisesund nur zusammen mit dem Ausweis gültig.(2) Schwerbehinderte Menschen, die das Recht auf unentgeltlicheBeförderung in Anspruch nehmen wollen,erhalten auf Antrag ein Beiblatt, das mit einer Wertmarkenach dem in der Anlage zu dieser Verordnung abgedrucktenMuster 3 versehen ist. Auf die Wertmarke werdeneingetragen das Jahr und der Monat, von dem an dieWertmarke gültig ist, sowie das Jahr und der Monat, indem ihre Gültigkeit abläuft. Sofern in Fällen des § 145Absatz 1 Satz 3 des Neunten Buches Sozialgesetzbuchder Antragsteller zum Gültigkeitsbeginn keine Angabenmacht, wird der auf den Eingang des Antrages und dieEntrichtung der Eigenbeteiligung folgende Monat auf derWertmarke eingetragen. Spätestens mit Ablauf der Gültigkeitsdauerder Wertmarke wird das Beiblatt ungültig.(3) Schwerbehinderte Menschen, die an Stelle der unentgeltlichenBeförderung die Kraftfahrzeugsteuerermäßigungin Anspruch nehmen wollen, erhalten auf Antragein Beiblatt ohne Wertmarke. Bei Einräumung der Kraftfahrzeugsteuerermäßigungwird das Beiblatt mit einemVermerk des zuständigen Finanzamtes versehen. DieGültigkeitsdauer des Beiblattes entspricht der des Ausweises.(4) Schwerbehinderte Menschen, die zunächst dieKraftfahrzeugsteuerermäßigung in Anspruch genommenhaben und stattdessen die unentgeltliche Beförderungin Anspruch nehmen wollen, haben das Beiblatt(Absatz 3) nach Löschung des Vermerks durch das Finanzamtbei Stellung des Antrags auf ein Beiblatt mitWertmarke (Absatz 2) zurückzugeben. Entsprechendesgilt, wenn schwerbehinderte Menschen vor Ablauf derGültigkeitsdauer der Wertmarke an Stelle der unentgeltlichenBeförderung die Kraftfahrzeugsteuerermäßigungin Anspruch nehmen wollen. In diesem Fall ist das Datumder Rückgabe (Eingang beim Versorgungsamt) auf dasBeiblatt nach Absatz 3 einzutragen.(5) Bis zum 30. Juni 1991 ausgegebene Beiblätter undWertmarken behalten ihre Gültigkeit.§ 4Sonstige Eintragungen(1) Die Eintragung von Sondervermerken zum Nachweisvon weiteren Voraussetzungen für die Inanspruchnahmevon Rechten und Nachteilsausgleichen, dieschwerbehinderten Menschen nach landesrechtlichenVorschriften zustehen, ist auf der Vorderseite des Ausweiseszulässig.(2) Die Eintragung von Merkzeichen oder sonstigen Vermerken,die in dieser Verordnung (§§ 2, 3, § 4 Absatz 1und § 5 Absatz 3) nicht vorgesehen sind, ist unzulässig.§ 5Lichtbild(1) Der Ausweis für schwerbehinderte Menschen, diedas 10. Lebensjahr vollendet haben, ist mit dem Lichtbilddes Ausweisinhabers in der Größe eines Passbildes zuversehen. Das Lichtbild hat der Antragsteller beizubringen.(2) Bei schwerbehinderten Menschen, die das Hausnicht oder nur mit Hilfe eines Krankenwagens verlassenkönnen, ist der Ausweis auf Antrag ohne Lichtbild auszustellen.(3) In Ausweisen ohne Lichtbild ist in dem für das Lichtbildvorgesehenen Raum der Vermerk „Ohne Lichtbildgültig“ einzutragen.154


§ 6Gültigkeitsdauer(1) Auf der Rückseite des Ausweises ist als Beginn derGültigkeit des Ausweises einzutragen:1. in den Fällen des § 69 Absätze 1 und 4 des NeuntenBuches Sozialgesetzbuch der Tag des Eingangs desAntrags auf Feststellung nach diesen Vorschriften,2. in den Fällen des § 69 Absatz 2 des Neunten BuchesSozialgesetzbuch der Tag des Eingangs des Antragsauf Ausstellung des Ausweises nach § 69 Absatz 5des Neunten Buches Sozialgesetzbuch.Ist auf Antrag des schwerbehinderten Menschen nachGlaubhaftmachung eines besonderen Interesses festgestelltworden, dass die Eigenschaft als schwerbehinderterMensch, ein anderer Grad der Behinderung oder einoder mehrere gesundheitliche Merkmale bereits zueinem früheren Zeitpunkt vorgelegen haben, ist zusätzlichdas Datum einzutragen, von dem ab die jeweiligenVoraussetzungen mit dem Ausweis nachgewiesen werdenkönnen. Ist zu einem späteren Zeitpunkt in den Verhältnissen,die für die Feststellung und den Inhalt desAusweises maßgebend gewesen sind, eine wesentlicheÄnderung eingetreten, ist die Eintragung auf Grund derentsprechenden Neufeststellung zu berichtigen und zusätzlichdas Datum einzutragen, von dem ab die jeweiligenVoraussetzungen mit dem Ausweis nachgewiesenwerden können, sofern der Ausweis nicht einzuziehenist.(2) Die Gültigkeit des Ausweises ist für die Dauer vonlängstens 5 Jahren vom Monat der Ausstellung an zubefristen. In den Fällen, in denen eine Neufeststellungwegen einer wesentlichen Änderung in den gesundheitlichenVerhältnissen, die für die Feststellung maßgebendgewesen sind, nicht zu erwarten ist, kann der Ausweisunbefristet ausgestellt werden.(3) Für schwerbehinderte Menschen unter 10 Jahren istdie Gültigkeitsdauer des Ausweises bis längstens zumEnde des Kalendermonats zu befristen, in dem das10. Lebensjahr vollendet wird.(4) Für schwerbehinderte Menschen im Alter zwischen10 und 15 Jahren ist die Gültigkeit des Ausweises bislängstens zum Ende des Kalenderjahres zu befris ten, indem das 20. Lebensjahr vollendet wird.(5) Bei nichtdeutschen schwerbehinderten Menschen,deren Aufenthaltstitel, Aufenthaltsgestattung oder Arbeitserlaubnisbefristet ist, ist die Gültigkeitsdauer desAusweises längstens bis zum Ablauf des Monats derFrist zu befristen.(6) Die Gültigkeitsdauer des Ausweises kann auf Antraghöchstens zweimal verlängert werden. Bei der Verlängerungeines nach Absatz 3 ausgestellten Ausweises überdas 10. Lebensjahr des Ausweisinhabers hinaus, längstensbis zur Vollendung des 20. Lebensjahres, gilt § 5Absatz 1.(7) Der Kalendermonat und das Kalenderjahr, bis zu derenEnde der Ausweis gültig sein soll, sind auf der Vorderseitedes Ausweises einzutragen.§ 7Verwaltungsverfahren(1) Für die Ausstellung, Verlängerung, Berichtigung undEinziehung des Ausweises sind die für die Kriegsopferversorgungmaßgebenden Verwaltungsverfahrensvorschriftenentsprechend anzuwenden, soweit sich aus§ 69 Absatz 5 des Neunten Buches Sozialgesetzbuchnichts Abweichendes ergibt.(2) Zum Beiblatt mit Wertmarke (§ 3a Absatz 1 und 2) istein von der Deutschen Bahn Aktiengesellschaft oder ihrenTochtergesellschaften aufgestelltes, für den Wohnsitzoder gewöhnlichen Aufenthalt des Ausweisinhabersmaßgebendes Streckenverzeichnis nach dem in der Anlageabgedruckten Muster 5 auszuhändigen. Das Streckenverzeichnisist mit einem fälschungssicheren halbseitigenorangefarbenen Flächenaufdruck gekennzeichnet.(3) Ein Streckenverzeichnis gemäß Absatz 2 in der biszum 31. Dezember 1993 geltenden Fassung ist auchnach dem 1. Januar 1994 noch auszuhändigen, wennein Streckenverzeichnis gemäß Absatz 2 in der ab 1. Januar1994 geltenden Fassung noch nicht zur Verfügungsteht. Ein bis zum 31. Dezember 1993 oder gemäßSatz 1 danach ausgehändigtes Streckenverzeichnisbleibt für den Ausweisinhaber gültig, bis ihm ein Streckenverzeichnisnach Absatz 2 ausgehändigt wird, längstensbis zum 31. Dezember 1994.Zweiter AbschnittAusweis für sonstige Personen zurunentgeltlichen Beförderung im öffentlichenPersonenverkehr§ 8Ausweis für sonstige freifahrtberechtigtePersonen(1) Der Ausweis für Personen im Sinne des Artikels 2Absatz 1 des Gesetzes über die unentgeltliche BeförderungSchwerbehinderter im öffentlichen Personenverkehrvom 9. Juli 1979 (BGBl. I Seite 989), soweit sie nichtschwerbehinderte Menschen im Sinne des § 2 Absatz 2des Neunten Buches Sozialgesetzbuch sind, wird nachdem in der Anlage zu dieser Verordnung abgedrucktenMuster 4 ausgestellt. Der Ausweis ist mit einem fälschungssicherenAufdruck in der Grundfarbe grün versehenund durch einen halbseitigen orangefarbenen Flächenaufdruckgekennzeichnet. Zusammen mit dem Ausweisist ein Beiblatt auszustellen, das mit einerWertmarke nach dem in der Anlage zu dieser Verordnungabgedruckten Muster 3 versehen ist.(2) Für die Ausstellung des Ausweises nach Absatz 1gelten die Vorschriften des § 1 Absatz 3, § 2, § 3 Absatz 1155


Nummer 6 und Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 und Satz 2,§ 4 Absatz 2, § 5 und § 6 Absatz 2, 3, 4, 6 und 7 sowiedes § 7 entsprechend, soweit sich aus Artikel 2 Absatz 2und 3 des Gesetzes über die unentgeltliche BeförderungSchwerbehinderter im öffentlichen Personenverkehrnichts Besonderes ergibt.Dritter AbschnittÜbergangsregelung§ 9Übergangsregelung(1) Ein Ausweis, der nach dem bis zum 30. Juni 2001geltenden Recht ausgestellt worden ist, bleibt bis zumAblauf seiner Gültigkeitsdauer gültig, es sei denn, er isteinzuziehen. Ein Ausweis, der nach dem bis zum 30. Juni2001 geltenden Recht ausgestellt worden ist, kann aufAntrag unter den Voraussetzungen des § 6 Absatz 6 verlängertwerden.(2) Ein Ausweis mit dem Merkzeichen B, der vor dem12. Dezember 2006 ausgestellt worden ist, bleibt bis zumAblauf seiner Gültigkeitsdauer gültig, es sei denn, er isteinzuziehen. Der Ausweistext wird auf Antrag an § 3 Absatz2 Satz 1 Nummer 1 in der seit dem 12. Dezember2006 geltenden Fassung angepasst.156


Anlage EAnschriftenverzeichnis der neuenAufgabenträger im Land Nordrhein-WestfalenHinweis: Mit dem Zweiten Gesetz zur Straffung der Behördenstrukturin Nordrhein-Westfalen sind die den Versorgungsämternnach den §§ 69 und 145 des NeuntenBuches Sozialgesetzbuch übertragenen Aufgaben mitWirkung ab 1. Januar 2008 auf die Kreise und kreisfreienStädte übertragen worden. Diese nehmen die Aufgabenals Pflichtaufgabe zur Erfüllung nach Weisung wahr. DieAufsicht führt die Bezirksregierung Münster. ObersteAufsichtsbehörde ist das fachlich zuständige Ministeriumfür Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.Die für das Anerkennungsverfahren zuständigenStellen:Kreisfreie Städte :Stadt Aachen: Kreis Aachen, Der Landrat, A 57 – Versorgungsamt,Zollernstraße 10, 52070 Aachen, Telefon:0241/51 98-0Stadt Bielefeld: Stadt Bielefeld, Zentraler Dienst, Jugend,Soziales, Wohnen, Neues Rathaus, Niederwall 23,33602 Bielefeld, Telefon: 05 21/51 59 96Stadt Bochum: Gemeinsames Versorgungsamt derStädte Dortmund, Bochum und Hagen, Rheinische Straße173, 44147 Dortmund, Telefon: 02 31/50-0Stadt Bonn: Stadt Bonn, Amt für Soziales und Wohnen,Amt 50, Kurfürstenallee 2–3, 53177 Bonn, Telefon:02 28/77 67 00Stadt Bottrop: Stadt Gelsenkirchen, Referat Soziales,Vattmannstraße 2–8, 45879 Gelsenkirchen, Telefon:02 09/1 69-0Stadt Dortmund: Gemeinsames Versorgungsamt derStädte Dortmund, Bochum und Hagen, Rheinische Straße173, 44147 Dortmund, Telefon: 02 31/50-0Stadt Düsseldorf: Landeshauptstadt Düsseldorf, Amtfür soziale Sicherung und Integration, Senioren, Behinderteund Pflegebedürftige, Willi-Becker-Allee 6–8,40227 Düsseldorf, Telefon: 02 11/89-91Stadt Duisburg: Stadt Duisburg, Amt für Soziales undWohnen, Schwerbehindertenrecht, Ludgeristraße 12,47057 Duisburg, Telefon: 02 03/9 40 00Stadt Essen: Stadt Essen, Amt für Soziales und Wohnen,Abteilung 50–5, Kurfürstenstraße 33, 45138 Essen,Telefon: 02 01/8 98 80Stadt Gelsenkirchen: Stadt Gelsenkirchen, Referat Soziales,Vattmannstraße 2–8, 45879 Gelsenkirchen, Telefon:02 09/1 69-0Stadt Hagen: Gemeinsames Versorgungsamt der StädteDortmund, Bochum und Hagen, Rheinische Straße173, 44122 Dortmund, Telefon: 02 31/50-0Stadt Herne: Stadt Gelsenkirchen, Referat Soziales,Vattmannstraße 2–8, 45879 Gelsenkirchen, Telefon:02 09/1 69-0Stadt Köln: Der Oberbürgermeister, Bürgeramt Mülheim/AbteilungFeststellungsverfahren nach demSchwerbehindertenrecht, Boltensternstraße 19,50735 Köln, Telefon: 02 21/9 33 34-2 00 oder -3 00Stadt Krefeld: Stadt Krefeld, FB 50, Soziales, Seniorenund Wohnen, Von-der-Leyen-Platz 1, 47727 Krefeld, Telefon:0 21 51/86-0Stadt Leverkusen: Stadt Leverkusen, Der Oberbürgermeister,Abteilung Soziales, Goetheplatz 1–4, 51379 Leverkusen,Telefon: 02 14/4 06-0Stadt Mönchengladbach: Versorgungsamt für die StadtMönchengladbach und den Kreis Viersen, Fliethstraße86–88, 41050 Mönchengladbach, Telefon: 0 21 61/25-0Stadt Mülheim a.d. Ruhr: Stadt Essen, Amt für Sozialesund Wohnen, Abteilung 50–5, Kurfürstenstraße 33,45138 Essen, Telefon: 02 01/8 98 80Stadt Münster: Stadt Münster, Sozialamt, Abteilung 2,Fachstelle SGB IX, Hafenstraße 6–8, 48127 Münster,Telefon: 02 51/4 92 50 01Stadt Oberhausen: Stadt Essen, Amt für Soziales undWohnen, Abteilung 50–5, Kurfürstenstraße 33, 45138 Essen,Telefon: 02 01/8 98 80Stadt Remscheid: Stadt Wuppertal, Ressort Soziales,Team Feststellungsverfahren nach dem Schwerbehindertenrecht,- 201.36, Friedrich-Engels-Allee 76, 42285Wuppertal, Telefon: 02 02/2 98 10Stadt Solingen: Stadt Wuppertal, Ressort Soziales,Team Feststellungsverfahren nach dem Schwerbehindertenrecht,- 201.36, Friedrich-Engels-Allee 76, 42285Wuppertal, Telefon: 02 02/8 98 10Stadt Wuppertal: Stadt Wuppertal, Ressort Soziales,Team Feststellungsverfahren nach dem Schwerbehindertenrecht,- 201.36, Friedrich-Engels-Allee 76, 42285Wuppertal, Telefon: 02 02/8 98 10Kreise:Kreis Aachen: Kreis Aachen, Der Landrat, A 57 – Versorgungsamt– Zollernstraße 10, 52070 Aachen, Telefon:02 41/51 98-0Kreis Borken: Fachbereich Soziales, KreisverwaltungBorken, Burloer Straße 93, 46325 Borken, Telefon:0 28 61/82-12 09157


Kreis Coesfeld: Kreis Coesfeld, Abt. 53, Untere Gesundheitsbehörde,Schützenwall 16, 48653 Coesfeld,Telefon: 0 25 41/18-53 03Kreis Düren: Kreisverwaltung Düren, Bismarckstraße16, 52351 Düren (Haus C), Telefon: 0 24 21/22-0Ennepe-Ruhr-Kreis: Ennepe-Ruhr-Kreis, SachgebietHilfen für Behinderte (50/4), Schwanenmarkt 5–7,58452 Witten, Telefon: 0 23 02/9 22-0Rhein-Erft-Kreis: Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat, Willi-Brandt-Platz 1, 50126 Bergheim, Telefon: 0 22 71/83-0Kreis Euskirchen: Abt. 50 – Soziales, Jülicher Ring 32,53897 Euskirchen, Telefon: 02 251/15-0Kreis Gütersloh: Kreis Gütersloh, Abteilung Arbeit undSoziales, Wasserstraße 14, 33378 Rheda-Wiedenbrück,Telefon: 0 52 41/85 23 53Kreis Heinsberg: Kreis Heinsberg, Amt für Soziales undSenioren, Valkenburger Straße 45, 52525 Heinsberg,Telefon 0 24 52/13-0Kreis Herford: Kreis Herford, Soziales, Amtshausstraße3, 32051 Herford, Telefon: 0 52 21/13-1230Hochsauerlandkreis: Hochsauerlandkreis, Fachdienst43 Soziales, Sachgebiet Schwerbehindertenrecht, Heinrich-Janssen-Weg15, 59929 Brilon, Telefon: 02 91/94-0Kreis Höxter: Kreis Höxter, Der Landrat, Abteilung: FinanzielleHilfen und Schule, Moltkestraße 12, 37671 Höxter,Telefon: 0 52 71/9 65-0Kreis Kleve: Kreis Kleve, Zentrale Verwaltung, Abteilung:Schule und Kultur/Schwerbehindertenausweise,Nassauer Allee 15–23, 47533 Kleve, Telefon: 0 28 21/85-5 01Kreis Lippe: Kreis Lippe, Der Landrat, Fachbereich, 3– Jugend, Soziales und Gesundheit – , Felix-Fechenbach-Straße5, 32756 Detmold, Telefon: 0 52 31/62-0Märkischer Kreis: Märkischer Kreis, Fachdienst SonstigeSoziale Hilfen, Bismarckstraße 17, 58762 Altena,Telefon: 0 23 52/9 66-60Kreis Mettmann: Kreis Mettmann, Versorgungsverwaltung,Schwarzbachstraße 10, 40822 Mettmann, Telefon:0 21 04/99-0Kreis Minden-Lübbecke: Kreis Minden-Lübbecke –Der Landrat – , Portastraße 13, 32423 Minden, Telefon:05 71/8 07-0Kreis Neuss: Rhein-Kreis Neuss, Sozialamt, Auf derSchanze 4, 41515 Grevenbroich, Telefon: 0 21 81/6 01-0Oberbergischer Kreis: Oberbergischer Kreis, Amt fürSoziale Angelegenheiten, Moltkestraße 42, 51643 Gummersbach,Telefon: 0 22 61/88-50 90Kreis Olpe: Kreis Olpe, Westfälische Straße 75, 57462Olpe, Telefon: 0 27 61/81-0Kreis Paderborn: Kreis Paderborn, – Fachbereich Sozialesschwerbehindertenrecht– , Aldegreverstraße 10–14,33102 Paderborn, Telefon: 0 52 51/3 08-0Kreis Recklinghausen: Kreis Recklinghausen, Kurt-Schumacher-Allee 1, 45657 Recklinghausen, Telefon:02361/53-0Rhein-Sieg-Kreis: Der Landrat, Versorgungsamt, Kaiser-Wilhelm-Platz1, 53721 Siegburg, Telefon: 0 22 41/130Rheinisch-Bergischer-Kreis: Der Landrat, KreishausGronau, Amt für Jugend und Soziales, Refrather Weg 30,51469 Bergisch Gladbach, Telefon: 0 22 02/1 30Kreis Siegen: Kreis Siegen-Wittgenstein, SozialamtIHW-Park, Gebäude L, Eiserfelder Straße 316, 57080Siegen, Telefon: 02 71/3 33-0Kreis Soest: Kreis Soest, Abteilung Soziales, HoherWeg 1–3, 59494 Soest, Telefon: 0 29 21/30-0Kreis Steinfurt: Kreis Steinfurt, Sozialamt des KreisesSteinfurt, Tecklenburger Straße 10, 48565 Steinfurt, Telefon:0 25 51/69-0Kreis Unna: Kreis Unna, Der Landrat, Friedrich-Ebert-Straße 17, 59425 Unna, Telefon: 0 23 03/27-0Kreis Viersen: Versorgungsamt für die Stadt Mönchengladbachund den Kreis Viersen, Flieth straße 86–88,41050 Mönchengladbach, Telefon: 0 21 61/25-0Kreis Warendorf: Kreis Warendorf, Sozialamt, Waldenburgerstraße2, 48231 Warendorf, Telefon: 0 25 81/53-0Kreis Wesel: Kreis Wesel, – Der Landrat –, ReeserLandstraße 31, 46483 Wesel, Telefon: 02 81/2 07-0158


Anlage FZuständige „Auslandsversorgungsämter“Antragsberechtigte Personen (vgl. Seite 14 „Zu Randnummer1“) wenden sich an folgende Versorgungsämter:§ 1(1) Die Versorgung der Opfer des Krieges, die ihrenWohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Auslandhaben, wird durchgeführt für Personena) in Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schwedenvom Versorgungsamt Schleswig,b) in Belgien und in den Niederlanden vom VersorgungsamtAachen,c) in Luxemburg vom Versorgungsamt Trier,d) in Andorra, Frankreich und Monaco vom VersorgungsamtSaarland,e) in Portugal und Spanien vom Versorgungsamt Karlsruhe,f) in Liechtenstein und in der Schweiz vom VersorgungsamtFreiburg – Außenstelle Radolfzell –g) in Griechenland, Italien, Österreich, San Marino undim Vatikan vom Versorgungsamt München I,h) in Albanien, Jugoslawien und der Tschechoslowakeivom Versorgungsamt Fulda,i) in Rumänien vom Versorgungsamt Gelsenkirchen,k) in Ungarn vom Versorgungsamt Münster,l) in dem Teil Polens, der nach dem Stande vom 31. Dezember1937 zum Staatsgebiet des Deutschen Reichesgehört hat,wenn es sich um Beschädigte handelt, vom VersorgungsamtMünster,wenn es sich um Witwen, Witwer oder Waisen handelt,vom Versorgungsamt Gelsenkirchen,wenn es sich um Eltern handelt, vom VersorgungsamtHamburg,m) in Kanada, den USA, Lateinamerika und der Karibikvom Versorgungsamt Bremen,n) in Großbritannien, Irland, Malta, der Türkei und demübrigen außereuropäischen Ausland vom VersorgungsamtHamburg,o) im übrigen europäischen Ausland vom VersorgungsamtRavensburg.Anmerkung:Hinsichtlich der Durchführung der Feststellungsverfahrennach dem SGB IX kommt eine entsprechende Anwendungder Auslandszuständigkeitsverordnung (Ausl-Zust) ab 1. Januar 2008 nicht mehr in Betracht. Da nichtdie beiden Landschaftsverbände, sondern unterschiedlichekommunale Träger die Aufgaben nach dem SGB IXausführen. Systematisch verbietet sich eine auf Feststellungsverfahrennach dem SGB IX zu erweiternde Fassungder AuslZustV. Es findet deshalb nach § 69 Absatz1 Satz 3 Sozialgesetzbuch – Neuntes Buch (SGB IX)Anwendung.Nach § 2 Absatz 1 Satz 2 SGB X entscheidet die Aufsichtsbehördeüber die örtliche Zuständigkeit, wenn diesezweifelhaft ist. Da die Aufgaben insbesondere derVersorgungsämter Aachen, Münster und Gelsenkirchenauf bestimmte Kreise und kreisfreie Städte übergegangenist, ist ungeklärt gewesen, wie mit den Fällen ohnebisherigen kommunalen Bezug umgegangen werdenmuss.Mit Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit undSoziales vom 22. Februar 2008 – V7 – 1221.7/4711 – istnunmehr Folgendes geregelt worden:• Für behinderte Menschen, die nicht im Geltungsbereichdes Gesetzes wohnen oder sich gewöhnlichaufhalten, aber eine Beschäftigung auf einem Arbeitsplatzim Sinne des § 73 SGB IX in NRW ausüben,ist der kommunale Aufgabenträger, in dessenBezirk die behinderten Menschen zur Zeit der Antragstellungeiner Beschäftigung nachgehen, örtlichzuständig; derselbe Aufgabenträger ist auch für ihreAngehörigen zuständig.• Für behinderte Menschen, die ihren Wohnsitz odergewöhnlichen Aufenthalt in den Niederlanden oderin Belgien haben, und für deren Angehörige, ist derKreis Aachen (oder gemäß Vereinbarung auch fürdie Stadt Aachen zuständig ist) örtlich zuständig.• Für behinderte Menschen, die ihren Wohnsitz odergewöhnlichen Aufenthalt in Rumänien, Ungarn undin dem Teil Polens, der nach dem Stand vom 31.Dezember 1937 zum Staatsgebiet des deutschenReiches gehört hat, haben, ist die Stadt Münsterörtlich zuständig.159


Anlage GAnschriftenverzeichnisder Sozialgerichte im Land Nordrhein-WestfalenLandessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Postfach10 24 43, 45024 Essen; Zweigertstraße 54, 45130 Essen,Telefon: 02 01/7 9921Bereich: Nordrhein-WestfalenSozialgericht Aachen, Adalbertsteinweg 92, 52070 Aachen,Telefon: 0241/457-0Bereich: kreisfreie Stadt Aachen und Kreise Aachen,Düren, HeinsbergSozialgericht Detmold, Postfach 25 65, 32715 Detmold;Richthofenstraße 3, 32756 Detmold, Telefon:052 31/704-0Bereich: kreisfreie Stadt Bielefeld und Kreise Gütersloh,Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke, PaderbornSozialgericht Dortmund, Postfach 10 50 03, 44047Dortmund; Ruhrallee 3, 44139 Dortmund, Telefon:02 31/5415-1Bereich: kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hagen,Hamm und Kreise Olpe, Siegen, Soest, Unna, Ennepe-Ruhr, Hochsauerland, Märkischer KreisSozialgericht Düsseldorf, Postfach 10 45 52, 40036Düsseldorf; Ludwig-Erhard-Allee 21, 40227 Düsseldorf,Telefon: 0211/77 70-0Bereich: kreisfreie Städe Düsseldorf, Krefeld, Leverkusen,Mönchengladbach, Remscheid, Solingen, Wuppertalund Kreise Mettmann, Rhein-Kreis-Neuss, ViersenSozialgericht Duisburg, Postfach 1011 62, 47011 Duisburg;Mülheimer Straße 54, 47057 Duisburg, Telefon:02 03/3 00 50Bereich: kreisfreie Städte Duisburg, Essen, Mülheim a.d. Ruhr, Oberhausen und Kreise Kleve, WeselSozialgericht Gelsenkirchen,Postfach 10 01 52/62, 45801 Gelsenkirchen; Ahstraße22, 45879 Gelsenkirchen, Telefon: 02 09/1 78 80,Bereich: kreisfreie Städte Bottrop, Gelsenkirchen, Herneund Kreis RecklinghausenSozialgericht Köln, Postfach 10 31 52, 50471 Köln; Anden Dominikanern 2, 50668 Köln, Telefon: 0221/1617-0Bereich: kreisfreie Städte Bonn, Köln und Kreise Euskirchen,Rhein-Erft-Kreis, Oberbergischer Kreis, Rheinisch-BergischerKreis, Rhein-Sieg-KreisSozialgericht Münster, Postfach 7120, 48038 Münster;Alter Steinweg 45, 48143 Münster, Telefon: 02 51/510230Bereich: kreisfreie Stadt Münster und Kreise Borken,Coesfeld, Steinfurt, Warendorf160


Anlage HAnschriftenverzeichnis des LVR-Integrationsamtesund der örtlichen FürsorgestellenLVR-Integrationsamt:Landschaftsverband Rheinland– LVR-Integrationsamt –Kennedy Ufer 250679 KölnTelefon 02 21/809-0Telefax 0221/809-4291Technischer BeratungsdienstTelefon: 0221/809-4318IntegrationsbegleitungTelefon: 0221/809-4368Schulungs- und AufklärungsmaßnahmenTelefon: 0221/809-4455Örtliche Fürsorgestellen im RheinlandStädteStadt Aachen– Örtliche Fürsorgestelle –Bahnhofplatz52058 AachenTelefon: 02 41/43 20Stadt Bergheim– Fachbereich Jugend, Bildung und Soziales –Bethlehemer Straße 9-1150126 BergheimTelefon: 0 22 71/8 90Stadt Bergisch Gladbach– Örtliche Fürsorgestelle –An der Gohrsmühle 1851465 Bergisch GladbachTelefon: 0 22 02/1 40Stadt Bonn– Örtliche Fürsorgestelle –Kurfürstenallee 2–353177 BonnTelefon: 02 28/7 70Stadt Dinslaken– Örtliche Fürsorgestelle –Wilhelm-Lantermann-Straße 6546535 DinslakenTelefon: 0 20 64/6 60Stadt Düren– Örtliche Fürsorgestelle –Kaiserplatz 2–452349 DürenTelefon: 0 24 21/2 50Stadt Düsseldorf– Örtliche Fürsorgestelle –Willi-Becker-Allee 840227 DüsseldorfTelefon: 02 11/89 91Stadt Duisburg– Örtliche Fürsorgestelle –Schwanenstraße 5–747051 DuisburgTelefon: 02 03/2 83-0Stadt Essen– Örtliche Fürsorgestelle –Steubenstr. 5345138 EssenTelefon: 02 01/8 80Stadt Kerpen– Sozialamt–Jahnplatz 150171 KerpenTelefon: 0 22 37/5 80Stadt Köln– Örtliche Fürsorgestelle –Kalker Hauptstraße 247–27351103 KölnTelefon: 02 21/22 10Stadt Krefeld– Örtliche Fürsorgestelle –– Fachbereich Soziales, Senioren und Wohnen –Von-der-Leyen-Platz 147798 KrefeldTelefon: 0 21 51/8 60Stadt Leverkusen– Örtliche Fürsorgestelle –Miselohestraße 451379 LeverkusenTelefon: 02 14/40 60Stadt Mönchengladbach– Örtliche Fürsorgestelle –Fliethstraße 86–8841050 MönchengladbachTelefon: 0 21 61/2 50Stadt Moers– Örtliche Fürsorgestelle –Unterwallstraße 947441 MoersTelefon: 0 28 41/20 10161


Stadt Mülheim/Ruhr– Örtliche Fürsorgestelle –Hauptpost/Am Hauptbahnhof 2,Seiteneingang links45468 Mülheim/RuhrTelefon: 02 08/45 50Stadt Neuss– Örtliche Fürsorgestelle –Oberstraße 10841460 NeussTelefon: 0 21 31/90 01Stadt Oberhausen– Örtliche Fürsorgestelle –Elly-Heuss-Knapp-Str. 146145 OberhausenTelefon: 02 08/82 51Stadt Ratingen– Örtliche Fürsorgestelle –Minoritenstraße 2-640878 RatingenTelefon: 0 21 02/5 50-0Stadt Remscheid– Örtliche Fürsorgestelle –Alleestraße 6642853 RemscheidTelefon: 0 21 91/16 00Stadt Solingen– Örtliche Fürsorgestelle –Stadtdienst Soziales 43–50Rathausplatz 142651 SolingenTelefon: 02 12/29 00Stadt Troisdorf– Örtliche Fürsorgestelle –Kölner Straße 17653840 TroisdorfTelefon: 0 22 41/90 00Stadt Velbert– Örtliche Fürsorgestelle –Rathausplatz 242551 VelbertTelefon: 0 20 51/2 60Stadt Viersen– Örtliche Fürsorgestelle –Königsallee 3041747 ViersenTelefon: 0 21 62/10 10Stadt Wesel– Örtliche Fürsorgestelle –Herzogenring 3446483 WeselTelefon: 02 81/20 31Stadt Wuppertal– Örtliche Fürsorgestelle –Friedrich-Engels-Allee 7642285 WuppertalTelefon: 02 02/56 30KreiseKreis Aachen– Örtliche Fürsorgestelle –Zollernstraße 1052070 AachenTelefon: 02 41/51 98-0Kreis Düren– Örtliche Fürsorgestelle –Bismarckstraße 1652351 DürenTelefon: 0 24 21/2 20Kreis Euskirchen– Örtliche Fürsorgestelle –Jülicher Ring 3253879 EuskirchenTelefon: 0 22 51/1 50Kreis Heinsberg– Örtliche Fürsorgestelle –Valkenburger Str. 4552525 HeinsbergTelefon: 0 24 52/1 30Kreis Kleve– Örtliche Fürsorgestelle –Nassauer Allee 15-2347533 KleveTelefon: 0 28 21/8 50Kreis Mettmann– Örtliche Fürsorgestelle –Düsseldorfer Straße 4740822 MettmannTelefon: 0 21 04/9 90Oberbergischer KreisDer Oberkreisdirektor– Örtliche Fürsorgestelle –Moltkestraße 4251643 GummersbachTelefon: 0 22 61/8 80162


Rhein-Erft-Kreis– Örtliche Fürsorgestelle –Willy-Brandt-Platz 150126 BergheimTelefon: 0 22 71/8 30Rheinisch Bergischer Kreis– Örtliche Fürsorgestelle –Refrather Weg 30-3651469 Bergisch GladbachTelefon: 0 22 02/1 30Rhein-Kreis-Neuss– Örtliche Fürsorgestelle –Lindenstraße 4–641515 GrevenbroichTelefon: 0 21 81/60 10Rhein-Sieg-Kreis– Örtliche Fürsorgestelle –Kaiser-Wilhelm-Platz 153721 SiegburgTelefon: 0 22 41/1 30Kreis Viersen– Örtliche Fürsorgestelle –Rathausmarkt 341747 ViersenTelefon: 0 21 62/3 90Kreis Wesel– Örtliche Fürsorgestelle –Reeser Landstraße 3146483 WeselTelefon: 02 81/20 70163


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Anlage IStichwortverzeichnis(Die Zahlen hinter den Stichwörtern sind Seitenzahlen)AAblehnungsbescheid 50 f.aG R außergewöhnliche Gehbehinderung 28 ff.Änderung– des Ausweises 68 ff.– des Gesundheitszustandes 68 ff.Änderungs-– antrag 68 ff.– bescheid 76 f.Ärztliche Unterlagen 24 f.Adipositas 128Aids 130Akteneinsicht 42, 65Alkoholkrankheit 108Alterserscheinungen 23Anämie 120, 124, 129, 130, 150Anfallsleiden 96, 98, 106Antrag– formlos 8 ff.– Antragsvordruck 8 ff.Antragsteller 8 ff.Amputation 97, 98Arbeitgeber 9 ff.Arbeitsplatz 14Arbeitsunfähigkeit 22Aseptische Nekrosen 135Atemwege R Luftwege 113 ff.Atmungsorgane 115 ff.Aufenthalt 25Aufenthaltsgenehmigung/-gestattung 56Augen R Sehorgan 109 f.Ausländer 10, 17, 18, 19, 68Ausland 68Auslandswohnsitz 82Außergewöhnliche Gehbehinderung 15, 29, 74Ausweis 7 ff.– verlängerung 56– verordnung 20BB R Begleitung 29 ff.Bauchspeicheldrüse 121 ff.Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht 29, 53Befundberichte 9, 10, 24, 69, 80Behinderung 8 ff.Beiblatt 57 ff.Berufskrankheit 62Berufsunfähigkeit 22, 62Berufung R Rechtsmittel 76 ff.Bescheid 7 ff.R AblehnungsbescheidR BerichtigungsbescheidR FeststellungsbescheidR GleichstellungsbescheidR RentenbescheidBesserung 76Betreuer Antragsteller 9, 13, 21, 68, 72Betriebsrat 83Bevollmächtigter Antragsteller 64Bl R Blinde 12, 15, 29, 33, 55, 71Blinde s. o.Blut 128– bildende Organe 128Brüche 122Brustkorb 115 ff.Bundesentschädigungsgesetz 16, 22, 33, 55, 75CCushing-Syndrom 128DDarmausgang R künstlicher Darmausgang 120Darmkrankheiten 119 ff.Diabetes mellitus 122Dienstunfähigkeit 22Drogenabhängigkeit 108165


EEinbuße der körperlichen Beweglichkeit 63Eingangsbestätigung 37Einziehung– des Ausweises 82Erwerbstätigkeit 6, 17 ff.Erwerbsunfähigkeit 22FFeststellung der Schwerbehinderteneigenschaft 34– Feststellungsbescheid 38 ff.– Neufeststellung 56Fettstoffwechselkrankheit 128Fettsucht– alimentäre 128Fibrose– zystische R Mukoviszidose 128Flächenaufdruck– orangefarbener 57Formloser Antrag R Antrag 8 ff.Freifahrtausweis 53, 57Fristen 73, 80GG R Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr 15, 27,29, 53Gefäßschäden 136Gehbehindert R Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr27 f., 53Gehörlose Menschen 55geistige Behinderung 27, 38Geschlechtsorgane– männliche 125– weibliche 126Geschwulstkrankheiten 104Gesicht 104Gewöhnlicher Aufenthalt R Aufenthalt 25Gicht 128Gleichgewichtsorgan 105Gleichstellung 83Gliedmaßenschäden 104, 135Grad der Behinderung 7 ff., 14, 22, 36, 52Grenzarbeitnehmer 69Gültigkeitsdauer 56, 76, 82HH R Hilflos 29Harnorgane 96Harnwegserkrankungen 104Hausarzt 38, 71Haut 118Heilungsbewährung 42, 79Herabsetzung– des GdB 76Hernien R Brüche 123Herz 123, 128, 130Hilflos 29Hirnschäden 98, 105, 106– hirnorganische Anfälle R Anfälle 96, 98, 106HIV-Infektion R Aids 13Hörbehinderte 16, 29, 34, 54, 75IInnere Sekretion R Stoffwechselkrankheiten 127 ff.KKehlkopfverlust 114Kinder 10, 20, 33, 69Klage R Rechtsbehelf 64 ff.Kleinwuchs 133Kopf 104, 111Kraftfahrzeugsteuer– befreiung 54, 58– ermäßigung 54, 58Krankenlager 146Krebs R Geschwulstkrankheiten 104, 142Kreislauf 96, 116, 123Kriegsbeschädigte 75Kündigungsschutz 8, 14, 20, 35, 73, 81, 83künstlicher Darmausgang 108LLebererkrankungen 108Leukämie 129Luftwege 113Lungen– Funktionen 115– Tuberkulose 115166


MMagenkrankheiten 119Merkzeichen 73 ff.MdE R Minderung derErwerbsfähigkeit 10, 14, 16, 73, 75Minderung der Erwerbsfähigkeit 14, 16, 73, 75Mukoviszidose 128Multiple Sklerose 109Mundhöhle 113Muskelkrankheiten 128NNachprüfung 42, 79Nase 99, 111, 113Nervensystem 123Neufeststellung 76, 81Neurosen 108Nierenschäden 123OOhnhänder 29Opferentschädigungsgesetz 22Orientierungsfähigkeit 7, 15, 27Osteomyelititis– chronische 132PPersönlichkeitsstörungen 108Personalrat R Betriebsrat 83Psyche 105QQuerschnittslähmung 25 f., 50RRechtsbehelf 64 ff.regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen 32Renten 12, 16, 21 ff., 82Rentenbescheid 12 ff.Rückenmarkschäden 108Rückwirkende– Feststellung 34SSarkoidose 116Seh-– behinderung 10, 15, 27 ff., 74– organ 98 ff.SGB R Sozialgesetzbuch 7 ff., 86 ff.Soldatenversorgungsgesetz 22, 55Sozialgericht 23, 39, 58, 65, 71, 76, 79Speisenröhrenkrankheiten 119SchSchilddrüsenfunktionsstörungen 128Schutzfrist 81Schwerhörigkeit Gehörlosigkeit 151Schwerkriegsbeschädigte 33StStaatenlose 20Staatsangehörigkeit 9, 17, 19, 68Streckenverzeichnis 61Steuerermäßigung 34Stoffwechselkrankheiten 127 ff.Stütz- und Bewegungsapparat RBewegungsapparat 128TTaubheit 99Tetanie 128Tuberkulose 116UUnanfechtbarkeit 81Unfall– ausgleich 22– rente 22Untersuchungen 25– Untersuchungsergebnisse R Befundberichte 19, 24,69, 80Untätigkeitsklage 64167


VVB R Versorgungsberechtigte 53, 57Verdauungsorgane 118 ff.Verlängerung R AusweisverlängerungVersorgungsberechtigte 53, 57Vertrauensperson 83Vertrauensschutz 79Vertreter 21vorübergehende Erkrankung 23WWertmarke– kostenpflichtig 57 ff.– kostenfrei 57 ff.wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes RÄnderung des Gesundheitszustandes 76Widerspruch R Rechtsbehelf 64Wirbelsäulenschäden 134Wohnsitz 7, 17, 20ZZivildienstgesetz 22Zuständigkeit 17168

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