Behinderung und Ausweis - Landschaftsverband Rheinland

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Behinderung und Ausweis - Landschaftsverband Rheinland

Sobald der Antrag auf Feststellung einer Behinderung, des Grades der Behinderungund weiterer gesundheitlicher Merkmale sowie auf Ausstellung eines Ausweisesbei der zuständigen Stelle eingegangen ist, erhält der Antragsteller von dort eineindividuelle, schriftliche Eingangsbestätigung zum Beispiel mit oben aufgeführtemText.EingangsbestätigungDiese Eingangsbestätigung kann zum Beispiel dem Arbeitgeber vorgelegt werden,um den Zusatzurlaub geltend zu machen. Spricht der Arbeitgeber – nachdem derAntrag auf Feststellung der Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch gestellt wurde– die Kündigung aus, so sollte die zuständige Stelle sofort darüber informiertwerden. Diese wird sich dann um eine beschleunigte Antragsbearbeitung bemühen.Bevor dem behinderten Menschen ein Nachweis (Ausweis) über seine Eigenschaftals schwerbehinderter Mensch ausgestellt werden kann, müssen Behinderung undGrad der Behinderung (GdB) „festgestellt“ werden.Feststellung des GdBAls Behinderung gilt dabei die Auswirkung einer oder mehrerer nicht nur vorübergehenderBeeinträchtigungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, dieauf einem regelwidrigen körperlichen, geistigen oder seelischen Zustand beruhen.Regelwidrig ist der Zustand, der von dem für das Lebensalter typischen abweicht.Als nicht nur vorübergehend gilt ein Zeitraum von mehr als sechs Monaten.Der Grad der Behinderung (GdB) wird nach den Auswirkungen der Beeinträchtigungenin ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungennach Zehnergraden, abgestuft von 20 bis 100, festgestellt. Dabei werdeneinzelne Beeinträchtigungen nur berücksichtigt, wenn sie für sich allein einen GdBvon mindestens zehn ausmachen würden.Der Begriff „GdB“ bezieht sich auf die Auswirkung einer Behinderung in allen Lebensbereichenund nicht nur auf Einschränkungen im allgemeinen Erwerbsleben.Der GdB ist ein Maß für die Auswirkungen eines Mangels an körperlichem, geistigemoder seelischem Vermögen. Grundsätzlich ist der GdB unabhängig vomausgeübten oder angestrebten Beruf zu beurteilen. Aus der Höhe des GdB kannnicht auf das Ausmaß der beruflichen Leistungsfähigkeit geschlossen werden. DerAntragsteller, dem ein GdB von 100 zuerkannt wird, muss deshalb noch langenicht berufs- oder erwerbsunfähig im Sinne der Rentenversicherung sein.Sofern ein solcher GdB bei dem antragstellenden behinderten Menschen nicht bereitsin einem früher erteilten gültigen Rentenbescheid, einer Verwaltungs- oderGerichtsentscheidung festgestellt worden ist (siehe „Zu Randnummer 7“), erfolgtdie Feststellung nach Beiziehung von Berichten von Ärzten, die den Antragsteller ambulant behandelt oder untersuchthaben, Gutachten, die für die Träger der Sozialversicherung, für die Arbeitsverwaltungoder für Gerichte erstellt worden sind, Unterlagen von Krankenhäusern, Kuranstalten, speziellen Rehabilitationseinrichtungenoder anderen Kliniken, Vorgängen, die bei Gesundheitsämtern, Fachstellen Behinderte Menschen imBeruf, Integrationsämtern oder bei anderen ärztlichen Diensten (zum Beispielvertrauensärztlichen, personal- oder betriebsärztlichen Diensten) entstandensind.GdB unabhängigvom Arbeits- undBerufslebenBefunde37

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