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Behandlung und Betreuung vonälteren, pflegebedürftigen MenschenMedizinisch-ethische Richtlinien und Empfehlungen


Behandlung und Betreuung vonälteren, pflegebedürftigen MenschenMedizinisch-ethische Richtlinien und EmpfehlungenVom Senat der SAMW genehmigt am 18. Mai 2004.Die deutsche Fassung ist die Stammversion.I. Präambel 3II. Richtlinien 51. Geltungsbereich 52. Grundsätze 52.1. Angemessene Betreuung2.2. Persönliche und kontinuierliche Betreuung2.3. Zusammenarbeit mit dem sozialen Umfeld2.4. Interdisziplinäre Zusammenarbeit2.5. Angemessene Aus-, Weiter- und Fortbildung3. Entscheidungsprozesse 73.1. Grundsatz3.2. Patientenverfügung3.3. Bevollmächtigte Vertretungspersonin medizinischen Angelegenheiten3.4. Erarbeiten von Entscheidungsgrundlagen im Team3.5. Information3.6. Einwilligung der urteilsfähigen, älteren Person3.7. Einwilligungsverfahren bei Urteilsunfähigkeitder älteren Person4. Behandlung und Betreuung 114.1. Gesundheitsförderung und Prävention4.2. Akuttherapie4.3. Rehabilitation4.4. Palliative Betreuung5. Sterben und Tod 125.1. Begleitung von Sterbenden5.2. Umgang mit dem Wunsch nach Suizid6. Dokumentation und Datenschutz 126.1. Krankengeschichte und Pflegedokumentation6.2. Verschwiegenheitspflicht1


7. Anwendung von freiheitsbeschränkendenMassnahmen 147.1. Grundsatz7.2. Bedingungen7.3. Schriftliche Protokollierung7.4. Begleitmassnahmen8. Misshandlung und Vernachlässigung 159. Eintritt in eine Institution der Langzeitpflege 16III. Empfehlungen 171. Geltungsbereich 172. Grundsätze 173. Entscheidungsprozesse 194. Behandlung und Betreuung 205. Sterben und Tod 206. Dokumentation und Datenschutz 217. Anwendung von freiheitsbeschränkendenMassnahmen 218. Misshandlung und Vernachlässigung 229. Eintritt in eine Institution der Langzeitpflege 22IV. Anhang 241. Rechtliche Grundlagen 242. Medizinisch-ethische Richtliniender Schweizerischen Akademie der MedizinischenWissenschaften (www.samw.ch) 253. Weiterführende Literatur 25Hinweise zur Ausarbeitung dieser Richtlinien 27Der Zentralvorstand des SBK hat diese Richtlinien zur Kenntnis genommenund empfiehlt seinen Mitgliedern und allen Pflegenden, sie anzuwendenund zu achten.2


Behandlung und Betreuung vonälteren, pflegebedürftigen MenschenMedizinisch-ethische Richtlinien und EmpfehlungenI. PräambelDie demographische Entwicklung in der Schweiz führt dazu,dass in den nächsten Jahren die Anzahl älterer, vor allem hochbetagterPersonen deutlich ansteigen wird. Voraussichtlichwird deshalb die Anzahl pflegebedürftiger Personen ebenfallsmarkant zunehmen. Dies geschieht in einer Zeit des Wandelstraditioneller Familienstrukturen, in einer Zeit, in der sich dieWertvorstellungen stark verändern und der Autonomie desIndividuums eine immer grössere Bedeutung zukommt, ineiner Zeit auch mit steigenden Gesundheitskosten.Alle diese Faktoren führen dazu, dass die Behandlung und dieBetreuung älterer, pflegebedürftiger Menschen mit verschiedenenSpannungsfeldern verbunden sind. Es kann einenKonflikt geben zwischen der notwendigen Fürsorge und derRespektierung der Autonomie einer älteren Person. Oft bestehtein Dilemma zwischen der notwendigen Aktivierungeiner älteren Person und ihrem Wunsch nach Ruhe. Wannist es angebracht, eine Krankheit therapeutisch anzugehenund wann, auf kurative Interventionen zu verzichten? Vorallem in Institutionen der Langzeitpflege ergibt sich zudemdas Spannungsfeld Privatheit versus Öffentlichkeit, stelltdoch eine Institution gleichzeitig den privaten Wohnbereichder älteren Person und eine kollektive Betreuungsform dar.Die Diskussion um die Kosten im Gesundheitswesen hat dieHerausforderungen bei der Behandlung und Betreuung älterer,pflegebedürftiger Personen zusätzlich akzentuiert.Aus diesen Überlegungen verfolgt der nachfolgende Text dreiZielsetzungen: Erstens stellt er klar, dass Alter und Pflegebedürftigkeitnicht zur Vorenthaltung indizierter Massnahmenführen dürfen; zweitens bietet er Ärzten 1 , Pflegenden und1 Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit gilt in diesem Text die männliche Bezeichnungfür beide Geschlechter.3


II. Richtlinien1. GeltungsbereichDie vorliegenden Richtlinien richten sich an Ärzte, Pflegendeund Therapeuten, welche ältere, pflegebedürftige Personenbetreuen, sei dies zu Hause, in Spitälern oder in Institutionender Langzeitpflege. Von einer «älteren Person» spricht manbei einem Menschen jenseits des 65. Lebensjahres; «Pflegebedürftigkeit»bedeutet das dauernde Angewiesensein auf Hilfeoder Unterstützung in grundlegenden Aktivitäten des täglichenLebens (d.h. sich ankleiden, Körperpflege, Nahrungszufuhr,Benutzung der Toilette, Mobilität, Gestaltung des Tagesablaufs,soziale Kontakte). Die Pflegebedürftigkeit steigt in derRegel erst jenseits des 75. Lebensjahres markant an.2. Grundsätze2.1. Angemessene BetreuungÄltere, pflegebedürftige Menschen haben bis an ihr LebensendeAnspruch auf eine angemessene Behandlung und Betreuung.Alter und Pflegebedürftigkeit einer betreuten Persondürfen nicht zu einer Vorenthaltung indizierter Massnahmenführen. Der behandelnde Arzt, das Pflegepersonal und dieTherapeuten stützen ihre Entscheide auf eine gemeinsameEvaluation medizinischer, psychischer, sozialer und funktionalerAspekte und des Umfelds. Sie respektieren bei der Betreuungdie Würde, die Privatsphäre und die Intimsphäre derälteren Person, auch dann, wenn diese nicht mehr urteilsfähigist oder unter psychischen Störungen leidet.2.2. Persönliche und kontinuierliche BetreuungFür eine adäquate Betreuung ist ein persönlicher Kontaktzwischen dem Arzt und der älteren, pflegebedürftigen Personunabdingbar. Bei älteren, pflegebedürftigen Personen kann esdurch den Wechsel der Lebensorte (zuhause, Spital, Institutionder Langzeitpflege) zu einem Wechsel der ärztlichen Zuständigkeitkommen. Ärzte, welche eine ältere, pflegebedürftigePerson in einem Spital oder in einer Institution der Langzeitpflegebetreuen, haben sich so zu organisieren, dass jederzeitKlarheit darüber besteht, bei wem die ärztliche Zuständigkeitliegt; sie haben die ältere Person (oder im Fall der Urteilsunfähigkeitderen Vertrauensperson [siehe 3.3.] bzw. gesetzlichenVertreter) entsprechend zu informieren. Bei einem Wechsel5


der ärztlichen Zuständigkeit sind die beteiligten Ärzte dafürbesorgt, dass der zuständige Arzt über alle für die weiterführendeBetreuung erforderlichen Informationen verfügt.An der Pflege einer älteren Person sind oft verschiedene Fachpersonenbeteiligt, was es für die betreute Person schwierigmacht, die für die Pflege bzw. Koordination verantwortlicheFachperson zu kennen. Im Spitexbereich, in Spitälern und inInstitutionen der Langzeitpflege bezeichnet das Pflege- undTherapeutenteam für jeden älteren Patienten eine qualifizierteAnsprechperson und informiert die betreute Person undihre Bezugspersonen entsprechend.2.3. Zusammenarbeit mit dem sozialen UmfeldFür Aspekte der Behandlung oder Betreuung pflegen der behandelndeArzt und die Ansprechperson der Pflege wennmöglich mit dem sozialen Umfeld der betreuten Person (Lebenspartner,Verwandte und enge Bezugspersonen) gutenKontakt. Solche Kontakte unterliegen selbstverständlich demEinverständnis der urteilsfähigen, älteren Person sowie denRegeln des Berufsgeheimnisses bzw. der Vertraulichkeit.Bei der Betreuung von älteren, pflegebedürftigen Menschenzuhause übernehmen Angehörige einen grossen Teil der Aufgaben;dies kann zu grossen Belastungen führen. Ärzte, Pflegendeund Therapeuten haben die Aufgabe, die Angehörigenoder andere betreuende Personen zu beraten und zu unterstützen.2.4. Interdisziplinäre ZusammenarbeitBei der Betreuung und Behandlung von älteren, pflegebedürftigenMenschen sind Ärzte, Pflegende, Therapeuten undzahlreiche andere Personen bzw. Berufsgruppen involviert.Aus diesem Grund ist es notwendig, dass Ärzte, Pflegende undTherapeuten systematisch und in dafür geeigneten Strukturenmiteinander und mit den weiteren beteiligten Berufsgruppenzusammenarbeiten. In Institutionen der Langzeitpflege istdabei auch auf die Zusammenarbeit mit dem Haus-, KüchenundVerwaltungspersonal zu achten, dies unter Beachtungder Regeln des Berufsgeheimnisses bzw. der Vertraulichkeit.2.5. Angemessene Aus-, Weiter- und FortbildungÄltere, pflegebedürftige Personen leiden oft gleichzeitig anmehreren, vielfach chronischen Krankheiten (Multimorbidität).Zusätzlich spielen bei der Betreuung psychische, soziale,spirituelle und umgebungsbezogene Faktoren eine wichtigeRolle. Dies erfordert von den betreuenden Ärzten, Pflegenden6


und Therapeuten spezifische Kompetenzen in Geriatrie, Gerontologieund Alterspsychiatrie. Zu diesen Kompetenzengehören insbesondere auch das Erheben des Gesundheitszustandesdurch ein multidimensionales Assessment und dieEinleitung, Durchführung und Evaluation geeigneter Massnahmen.Ärzte, Pflegende und Therapeuten, welche ältere, pflegebedürftigePersonen betreuen, sind verpflichtet, diese Kompetenzendurch Aus-, Weiter- und Fortbildung zu erwerben undzu erweitern.3. Entscheidungsprozesse3.1. GrundsatzDer Anspruch auf Respektierung der Menschenwürde undder Autonomie gilt uneingeschränkt für alle Menschen. DasRecht materialisiert diesen Grundanspruch als das Recht aufRespektierung der Menschenwürde, auf Schutz der Persönlichkeitund auf Selbstbestimmung. 6Eingeschränkte Autonomiefähigkeiten, welche mit zunehmendemAlter häufiger werden und das Gleichgewicht zwischenden abhängigen und unabhängigen Seiten bei einemMenschen stören, heben den Anspruch auf Respektierungseiner Würde und Autonomie nicht auf. Deshalb sind verbindlicheEntscheidungsverfahren und Strukturen erforderlich,die einen Entscheidungsprozess unter Berücksichtigungder Selbstbestimmung und Würde des älteren Menschenermöglichen. Dabei soll besonders darauf geachtet werden,dass die ältere Person ihren Willen äussern kann, dass sie denUmständen entsprechend ausreichend Zeit für wichtige Entscheidungenhat und dass sie Entscheidungen ohne Druckfällen kann.3.2. Patientenverfügung 7Jede Person kann im Voraus Bestimmungen verfassen im Hinblickauf die medizinische Behandlung und Pflege, die sie zuerhalten wünscht oder ablehnt, falls sie nicht mehr urteilsfähigwäre. Falls die Voraussetzungen der Urteilsfähigkeit gegebensind, können solche Patientenverfügungen von ihremVerfasser jederzeit geändert oder aufgehoben werden.6 Vgl. hierzu «Recht der Patientinnen und Patienten auf Selbstbestimmung».Medizinisch-ethische Grundsätze der SAMW.7 Vgl. hierzu «Patientenverfügungen». Medizinisch-ethische Richtlinien undEmpfehlungen der SAMW.7


Ärzte und Pflegende machen ältere Personen auf die Möglichkeiteiner Patientenverfügung und deren regelmässig notwendigeAktualisierung aufmerksam; sie sprechen untereinanderab, wer diese Aufgabe übernimmt.3.3. Bevollmächtigte Vertretungsperson in medizinischenAngelegenheitenJede Person kann im Voraus eine bevollmächtigte Vertretungspersonin medizinischen Angelegenheiten (nachstehend:«Vertrauensperson») festlegen, die an ihrer Stelle dieZustimmung zu medizinischen, pflegerischen und/oder therapeutischenMassnahmen erteilen soll, falls sie selbst nichtmehr urteilsfähig wäre. Ärzte und Pflegende machen älterePersonen frühzeitig auf die Möglichkeit der Bezeichnungeiner Vertrauensperson und die regelmässig notwendige Aktualisierungdieser Bevollmächtigung aufmerksam; sie sprechenuntereinander ab, wer diese Aufgabe übernimmt.3.4. Erarbeiten von Entscheidungsgrundlagen im TeamVerschiedene Massnahmen wie die Behandlung einer Verhaltensstörung,die Dekubitusbehandlung oder die Einlageeiner Nährsonde erfordern oft einen interdisziplinären Entscheidungsprozess.Bevor der behandelnde Arzt der älterenPerson eine solche Massnahme vorschlägt und diese danachbei deren Einverständnis verordnet, bespricht er sie mit denzuständigen Ansprechpersonen der Pflege und Therapie undberücksichtigt deren Meinung.Ebenso verlangt die Lösung komplexer Situationen (z.B. Fragender Zukunftsplanung, Beratung von Angehörigen, Problemedes Zusammenlebens in einem Heim) oft einen interdisziplinärenEntscheidungsprozess, der sich am Willender älteren Person orientiert und dabei deren Vorstellungen,Ziele, Wünsche und Bedürfnisse miteinbezieht. Solche Situationensind von den Beteiligten gemeinsam zu besprechen;Lösungsmöglichkeiten und korrigierende Massnahmen sindgemeinsam zu vereinbaren, bevor sie der älteren Person durchdie zuständige Fachperson vorgeschlagen werden.Die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeitentbindet die behandelnden Ärzte, Pflegenden und Therapeutennicht von ihrer Verantwortung in Bezug auf Entscheidungenund Massnahmen in ihrem beruflichen Zuständigkeitsbereich.8


3.5. InformationDie ältere, pflegebedürftige Person hat Anspruch, durch denArzt, die zuständige Person der Pflege oder den Therapeutenüber vorgesehene diagnostische, präventive, pflegerische odertherapeutische Massnahmen informiert zu werden, damit sieden Massnahmen frei und aufgeklärt zustimmen kann. DieInformation muss in geeigneter Weise gegeben werden, d.h.verständlich, differenziert – mit allfälligen Entscheidvarianten– und der Situation angepasst. Zu jeder Variante sind Nutzenund Risiken zu formulieren. Nach Möglichkeit und fallsdie ältere Person damit einverstanden ist, soll auch ihre Vertrauenspersonoder eine ihr nahestehende Person informiertwerden, damit sie die ältere Person in ihrem Entscheidprozessunterstützen kann.Falls die ältere Person urteilsunfähig ist, erhält ihre Vertrauenspersonbzw. ihr gesetzlicher Vertreter diese Informationen;selbstverständlich soll die betroffene Person die Informationenin angemessener Form ebenfalls erhalten.3.6. Einwilligung der urteilsfähigen, älteren Person 8Ärzte, Pflegende und Therapeuten dürfen eine Massnahmenur mit der freien Einwilligung der urteilsfähigen, informiertenälteren Person durchführen.Lehnt eine urteilsfähige, ältere Person die ihr vorgeschlagenenMassnahmen ab, nachdem sie über diese und die möglichenFolgen der Ablehnung informiert worden ist, so habender Arzt und das Pflegepersonal diesen Entscheid zu respektieren.Falls dieser ablehnende Entscheid aus Sicht der verantwortlichenFachpersonen nicht im besten Interesse derälteren Person liegt, so suchen sie nach einer anderen, für diebetreffende Person voraussichtlich akzeptablen Behandlungsmöglichkeit.8 Folgende Kriterien helfen, die Urteilsfähigkeit festzustellen (Quelle: H.B. Stähelin,Ther. Umschau 1997; 54: 356-358)– die Fähigkeit, Information in Bezug auf die zu fällende Entscheidung zu verstehen;– die Fähigkeit, die Situation und die Konsequenzen, die sich aus alternativenMöglichkeiten ergeben, richtig abzuwägen;– die Fähigkeit, die erhaltene Information im Kontext eines kohärentenWertsystems rational zu gewichten;– die Fähigkeit, die eigene Wahl zu äussern.Es ist Aufgabe der zuständigen Gesundheitsfachperson, die Urteilsfähigkeit in jedemEinzelfall abzuschätzen. Bei schwerwiegenden Entscheiden ist ein Facharzt (z.B.Psychiater, Geriater) beizuziehen. Die Urteilsfähigkeit wird im Hinblick auf eine bestimmteHandlung abgeschätzt (und zwar im Zusammenhang mit dem Komplexitätsgraddieser Handlung); sie muss im Moment des Entscheides vorhanden sein.Entweder besitzt die Person die Urteilsfähigkeit im Hinblick auf eine bestimmte Handlung– oder sie besitzt sie nicht.Urteilsfähig im Sinne des Gesetzes ist jeder, dem nicht wegen seines Kindesaltersoder infolge von Geisteskrankheit, Geistesschwäche, Trunkenheit oder ähnlichenZuständen die Fähigkeit mangelt, vernunftgemäss zu handeln (ZGB Art. 16).9


3.7. Einwilligungsverfahren bei Urteilsunfähigkeitder älteren PersonBei Urteilsunfähigkeit der älteren Person im Hinblick auf eineEntscheidung klärt der Arzt oder das Pflegepersonal ab, obsie eine Patientenverfügung verfasst hat, ob sie eine Vertrauenspersonbevollmächtigt hat und/oder ob ein gesetzlicherVertreter bezeichnet ist.Patientenverfügungen sind zu befolgen, solange keine konkretenAnhaltspunkte dafür bestehen, dass sie dem derzeitigenWillen der betreffenden Person nicht mehr entsprechen.Falls keine Patientenverfügung vorliegt oder wenn ein begründeterZweifel darüber besteht, ob die Willensäusserung nochgültig ist, muss der Arzt in jedem Fall die Zustimmung dervon der älteren Person bezeichneten Vertrauensperson bzw.des (allenfalls neu zu bestimmenden) gesetzlichen Vertreterseinholen. Jeder Entscheid soll sich am mutmasslichen Willender urteilsunfähigen, älteren Person orientieren und in ihrembesten Interesse getroffen werden. Falls der Entscheid der Vertrauenspersonbzw. des gesetzlichen Vertreters dem mutmasslichenWillen der älteren Person zu widersprechen scheint,hat der Arzt die Vormundschaftsbehörde zu kontaktieren.Gibt es bei fehlender Patientenverfügung weder Vertrauensperson(oder lehnt diese den Vorsorgeauftrag ab bzw. ist nichtin der Lage, diesen wahrzunehmen) noch gesetzlichen Vertreter,oder ist in einer Notfallsituation eine Rückfrage nichtmöglich, haben der Arzt, die Pflegenden und Therapeutenihre Entscheide im interdisziplinären Austausch, gemässden objektiven Interessen und dem mutmasslichen Willender betroffenen Person zu treffen – dies unter der Voraussetzung,dass keine anderslautenden kantonalen Vorschriftenbestehen. 9 Das soziale Umfeld (Lebenspartner, Verwandteund enge Bezugspersonen) ist wenn immer möglich in diesenEntscheidungsprozess miteinzubeziehen.9 Die Behandlung des urteilsunfähigen Patienten, welcher keinen gesetzlichen Vertreterhat und auch keine Vertrauensperson bezeichnet hat, ist auf eidgenössischer Ebenenicht ausdrücklich geregelt. Hingegen existieren auf kantonaler Ebene entsprechendegesetzliche Regelungen; diese sind jedoch uneinheitlich. Einige räumen dem Arzt untergewissen Umständen ein Entscheidungsrecht ein (so z.B. Aargau, Appenzell A. Rh.,Bern, Luzern, Thurgau, Zürich [Stand 2003]). Andere Kantone sehen in einer solchen Situationeine Vertretungsvollmacht der Familie oder enger Bezugspersonen vor (z.B.Neuenburg, Jura, Tessin). Wieder andere verlangen vom Arzt, dass er bei der Vormundschaftsbehördeum die Bezeichnung eines gesetzlichen Vertreters nachsucht (z.B.Genf). Urteilsfähige, ältere, pflegebedürftige Personen in Institutionen der Langzeitpflegehaben heutzutage häufig keinen Vertreter in medizinischen Angelegenheiten. ImHinblick auf eine mittelfristige Umsetzung des Prinzips der Einwilligung eines Vertretersbei Urteilsunfähigkeit (wie sie z.B. auch die zur Ratifikation vorgesehene Biomedizin-Konvention vorsieht) formuliert diese Richtlinie bewusst die Forderung, dass Ärzte,Pflegende und Therapeuten ihre Patienten frühzeitig dazu anregen, eine bevollmächtigte«Vertrauensperson» zu bestimmen. Ausserdem wird allen Ärzten geraten, sich imZweifelsfall bei der zuständigen Vormundschaftsbehörde juristisch beraten zu lassen.10


4. Behandlung und Betreuung4.1. Gesundheitsförderung und PräventionEs ist ärztliche, pflegerische und therapeutische Aufgabe, derälteren, pflegebedürftigen Person Massnahmen vorzuschlagenund zu ermöglichen, die ihr erlauben, ihre physischenund psychischen und sozialen Kompetenzen und Ressourcenzu erhalten oder zu fördern. Pflegebedürftige ältere Menschensind besonders häufig bestimmten Risiken (z.B. Sturz, Immobilität,Depression, Ernährungsstörungen, Wundliegen, Erleidenvon Gewalt, Misshandlung) ausgesetzt. Es ist ärztliche,pflegerische und therapeutische Aufgabe, diese frühzeitig zuerkennen und, nach Information und Zustimmung der älterenPerson, die zweckmässigen präventiven Massnahmenzu ergreifen.4.2. AkuttherapieEs ist ärztliche, pflegerische und therapeutische Aufgabe sicherzustellen,dass ältere, pflegebedürftige Menschen bei akuterErkrankung Zugang zu einer adäquaten Abklärung und Behandlunghaben. Dabei ist auch im Akutspital die durch diePflegebedürftigkeit bedingte spezifische Betreuung (z.B. beiDemenz, Dekubitus oder Inkontinenz) zu gewährleisten. 104.3. RehabilitationEs ist ärztliche, pflegerische und therapeutische Aufgabe, derälteren, pflegebedürftigen Person jene Behandlung (u.a. sozialeKontakte, Physiotherapie, Psychotherapie, Ergotherapie,Logopädie, zahnärztliche Behandlung, Versorgung mit Hörgeräten)und Betreuung (u.a. soziale Kontakte, Ernährung,Mobilisation, Aktivitäten, Tagesstruktur) vorzuschlagen undzu ermöglichen, die ihr erlauben, ihre physischen und psychischenund sozialen Kompetenzen und Ressourcen soweitals möglich zu erhalten oder wiederzuerlangen.4.4. Palliative Betreuung 11Der Zugang zu palliativer Medizin, Pflege und Betreuungist allen älteren, pflegebedürftigen Menschen rechtzeitig zugarantieren, unabhängig vom Ort, wo sie leben. Sowohl inInstitutionen der Langzeitpflege als auch in der ambulantenKrankenpflege oder im Spital kennen die Ärzte, Pflegenden10 Zur Problematik der «Reanimation» vgl. «Reanimationsentscheidungen».Medizinisch-ethische Richtlinien und Empfehlungen der SAMW.11 Vgl. hierzu «Palliative Care». Medizinisch-ethische Richtlinien und Empfehlungender SAMW.11


und Therapeuten die Konzepte palliativer Betreuung undwenden sie an. Der Arzt, die Pflegenden und die Therapeutennehmen insbesondere belastende Symptome wie Schmerzen,Angst, Depression und Hoffnungslosigkeit wahr und behandelnsie umfassend, dies unter Einbezug der Angehörigen. Diepalliative Betreuung ist ein interdisziplinärer Prozess; bei Bedarfund auf Wunsch der älteren, pflegebedürftigen Person istein Seelsorger beizuziehen.5. Sterben und Tod5.1. Begleitung von SterbendenDie Begleitung und Betreuung von Sterbenden ist in den medizinischethischenRichtlinien der Schweizerischen Akademieder Medizinischen Wissenschaften «Betreuung von Patientenam Lebensende», geregelt.5.2. Umgang mit dem Wunsch nach SuizidÄussert eine ältere, pflegebedürftige Person den Wunsch nachSelbsttötung, sucht das betreuende Team das Gespräch mitder betreffenden Person. In jedem Fall leiten der Arzt unddas Pflegepersonal Massnahmen zum bestmöglichen Schutzund zur Unterstützung der betreffenden Person ein. Insbesondereklären sie mögliche Verbesserungen der Therapie-, Pflege-und Betreuungssituation. Dabei sind auch die vielfältigenAbhängigkeiten der älteren, pflegebedürftigen Person, die dasRisiko einer Suizidalität erhöhen können, zu beachten. Dasbetreuende Team stellt sicher, dass die erforderlichen palliativen,therapeutischen und/oder psychiatrischen Massnahmenvorgeschlagen bzw. durchgeführt werden, ebenso, dass einseelsorgerlicher Beistand vorgeschlagen und, falls gewünscht,vermittelt wird.6. Dokumentation und Datenschutz6.1. Krankengeschichte und PflegedokumentationDer Arzt führt über jede ältere, pflegebedürftige Person, dieer betreut, eine Krankengeschichte. In der Krankengeschichtehält der Arzt Angaben betreffend Anamnese, Untersuchungen,Untersuchungsergebnisse, Beurteilung, Massnahmen und Verlauffest und legt darin medizinisch relevante Dokumente ab.Die Pflegenden führen eine Pflegedokumentation. 12 Die relevantenAspekte der ärztlichen Dokumentation sind dem zuständigenPflegepersonal und den Therapeuten zugänglich.12


Die Therapeuten dokumentieren den therapeutischen Prozess(Beobachtungen bei der Erfassung, Zielsetzung und Planung,Evaluation der Massnahmen). Eine Zusammenstellung der wichtigstenBeobachtungen, Ziele und Resultate ist dem zuständigenArzt und dem zuständigen Pflegepersonal zugänglich.Die ältere Person (bzw. bei deren Urteilsunfähigkeit ihreVertrauensperson oder ihr gesetzlicher Vertreter) haben dasRecht, die Krankengeschichte und die Pflegedokumentationeinzusehen und sich diese erläutern zu lassen; sie können Kopiendavon verlangen.Die Krankengeschichte und die Pflegedokumentation enthaltendie aktuelle Version einer allfälligen Patientenverfügung,Angaben zur Vertrauensperson oder zu einem allfälligen gesetzlichenVertreter sowie allfällige Protokolle von freiheitsbeschränkendenMassnahmen.6.2. VerschwiegenheitspflichtDer Arzt, das Pflegepersonal und die Therapeuten sind an dasBerufsgeheimnis gebunden.Die Erhebung, die Ablage, die Auswertung und die Weitergabevon Daten dürfen nur unter Beachtung der gesetzlichen Datenschutzbestimmungenerfolgen.Die zu verwendenden geriatrischen Assessment-Instrumentemüssen auf ihre Verhältnismässigkeit und Aussagekraft überprüftworden sein, und die betroffenen älteren Personen müssenüber die Tatsache der Informationssammlung und derenZweck informiert sein.Als besonders schützenswerte Daten sind die Pflegedokumentationund die Krankengeschichte so zu handhaben und aufzubewahren,dass nur berechtigte Personen Einblick nehmenkönnen. Für die elektronische Datenverarbeitung sind diehohen Anforderungen betreffend Zugriffsschutz und Sicherheitder Datenübertragung und -ablage zu beachten.Die Daten dürfen nur nach vollständiger Anonymisierungfür statistische und wissenschaftliche Zwecke verwendet werden.Die Weitergabe von nichtanonymisierten Daten setzt dieausdrückliche Zustimmung der Betroffenen (bzw. bei derenUrteilsunfähigkeit ihrer Vertrauensperson oder ihres gesetzlichenVertreters) voraus.12 Die Pflegedokumentation erfüllt folgende Zwecke:– stellt die Patientensituation aus pflegerischer Sicht (Assessments) dar;– hält die für die Situation wesentlichen pflegerischen Interventionenund deren Evalua tion fest;– ermöglicht es, die Pflege nachzuvollziehen.13


7. Anwendung von freiheitsbeschränkenden Massnahmen7.1. GrundsatzVerhaltensstörungen, Unruhe und Verwirrtheit älterer, pflegebedürftigerPersonen können zu einer Gefährdung ihrer selbstund/oder von Drittpersonen oder zu einer schwerwiegendenBelästigung von Drittpersonen führen. Die Anwendung freiheitsbeschränkenderMassnahmen 13 zur Vermeidung solcherGefährdungen stellt einen Eingriff in die Grundrechte der älterenPerson dar. Solche Massnahmen führen ausserdem nichtimmer zu einer Reduktion der Gefährdung, sondern könnendiese noch erhöhen. Eine freiheitsbeschränkende Massnahmemuss deshalb grundsätzlich die Ausnahme bleiben.7.2. BedingungenEine freiheitsbeschränkende Massnahme darf, unter Vorbehaltanderslautender gesetzlicher Vorschriften, nur unter folgendenBedingungen eingesetzt werden:a) das Verhalten der Person gefährdet in erheblichem Masseihre eigene Sicherheit oder Gesundheit oder diejenige andererPersonen oder beeinträchtigt in hohem AusmassRuhe und Wohlbefinden Dritter;b) das beobachtete auffällige Verhalten ist nicht auf behebbareUrsachen zurückzuführen, wie z.B. Schmerz, Nebenwirkungenvon Medikamenten oder zwischenmenschlicheSpannungen;c) andere, die persönliche Freiheit weniger beeinträchtigendeMassnahmen haben versagt oder sind nicht möglich.Eine freiheitsbeschränkende Massnahme wird vom Arzt, vomPflegeteam und den Therapeuten gemeinsam besprochen,bevor sie der älteren Person (bzw. bei Urteilsunfähigkeit ihrerVertrauensperson oder ihrem gesetzlichen Vertreter) vorgeschlagenwird.Die ältere Person, bzw. ihre Vertrauensperson oder ihr gesetzlicherVertreter, müssen über den Zweck, die Art und dieDauer der Massnahme verständlich und angemessen informiertwerden; gleichzeitig ist ihnen der Name der verantwortlichenPerson mitzuteilen (siehe unten Ziffer 7.3).13 z.B. medikamentöse Ruhigstellung, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit durchGurten oder andere Freiheitseinschränkungen wie z.B. individuelles Rauchverbot.Die medikamentöse Ruhigstellung gilt in einigen Kantonen als medizinische Zwangsmassnahmeund unterliegt deshalb besonderen Regelungen.14


Grundsätzlich darf eine freiheitsbeschränkende Massnahmenur mit Zustimmung der betroffenen älteren Person, bzw. beideren Urteilsunfähigkeit mit Zustimmung ihrer Vertrauenspersonoder ihres gesetzlichen Vertreters ergriffen werden.Ist eine Person urteilsunfähig und hat weder Vertrauenspersonnoch gesetzlichen Vertreter, oder ist in einer Notfallsituationeine Rückfrage nicht möglich, haben der Arzt, die Pflegendenund allenfalls zuständige Therapeuten eine solche Massnahmein einem interdisziplinären Entscheidungsprozess, imbesten Interesse der betroffenen Person und unter Einbezugder Angehörigen gemäss den obigen Kriterien zu beschliessen.14 Von einer einzigen Fachperson gefällte, kurzfristigeEntscheide sollen anschliessend gemäss diesem Prozedere neuentschieden werden.7.3. Schriftliche ProtokollierungEin Protokoll, das zumindest den Zweck, die Dauer und dieArt jeder angewendeten Massnahme sowie den Namen derverantwortlichen Person und das Ergebnis der regelmässigenNeubeurteilungen enthält, wird in die Krankengeschichteund/oder in die Pflegedokumentation aufgenommen.7.4. BegleitmassnahmenStets sollte bewusst sein, dass bei freiheitsbeschränkendenMassnahmen die Gefahr von Schädigungen besteht. Deshalbmuss während der Dauer der Massnahme die bestmöglicheÜberwachung der betroffenen Person sichergestellt sein. DieMassnahme wird in regelmässigen Abständen evaluiert; dieHäufigkeit richtet sich nach der Art der Massnahme. DieMassnahme wird beendet, sobald die Bedingungen nach Ziffer7.2 nicht mehr erfüllt sind.8. Misshandlung und VernachlässigungÄltere, pflegebedürftige Personen sind in besonderem Masseverletzlich und müssen vor jeder Form von Gewaltanwendunggeschützt werden, sei dies körperliche oder psychische Gewalt,Machtmissbrauch oder Vernachlässigung. Alle Spuren von Gewaltanwendung,Missbrauch oder Vernachlässigung, die dasbetreuende Team bei einer älteren Person beobachtet, musses sorgfältig in der Krankengeschichte und in der Pflegedo-14 Vorbehalten sind anderslautende gesetzliche Vorschriften, die z.B. generell dieBezeichnung und die Zustimmung einer Vertrauensperson oder eines gesetzlichenVertreters verlangen.15


kumentation dokumentieren und dabei die objektivierbarenklinischen Befunde (Grösse, Lokalisation, Aussehen usw.) festhalten.Pflegende und Therapeuten haben Spuren von Gewalt,die sie beobachten, dem behandelnden Arzt zu melden.Der Arzt, die Pflegenden und die Therapeuten haben die notwendigenSchritte einzuleiten, um weitere Misshandlungenzu vermeiden. Falls notwendig und mit dem Einverständnisder älteren Person (bzw. bei Urteilsunfähigkeit mit dem Einverständnisder Vertrauensperson bzw. des gesetzlichen Vertreters)werden diese Informationen an die zuständige Behördeübermittelt. Wenn ein solches Einverständnis fehlt, aber esim Interesse der älteren Person liegt, müssen die zuständigenBehörden informiert werden.9. Eintritt in eine Institution der LangzeitpflegeDer Eintritt in eine Institution der Langzeitpflege verbundenmit der Aufgabe der bisherigen Wohnsituation soll nur dannerfolgen, wenn aufgrund fehlender ambulanter Betreuungsmöglichkeitenoder eines begrenzten Rehabilitationspotentialsein Verbleib zu Hause oder eine Rückkehr nach Hausenicht mehr im besten Interesse einer älteren Person ist. Ingewissen Situationen kann ein frühzeitiger Eintritt in eine Institutionder Langzeitpflege sinnvoll sein, z.B. wenn dadurchdie soziale Integration der älteren Person gefördert werdenkann.Vor einem geplanten Eintritt in eine Institution der Langzeitpflegeführt der zuständige Arzt ein geriatrisches multidimensionalesAssessment durch. Im Spital erfolgen dieseAbklärungen unter Einbezug des Pflegepersonals und derTherapeuten sowie nach Möglichkeit in Zusammenarbeit mitdem Hausarzt, der Spitex, der ambulanten Therapie und demsozialen Umfeld (Lebenspartner, Verwandte und enge Bezugspersonen)der älteren, pflegebedürftigen Person. Der Arzt informiertdie ältere Person und gegebenenfalls Personen ausihrem sozialen Umfeld über das Ergebnis dieses Assessmentsund bespricht mit ihr die Notwendigkeit eines Eintritts in eineInstitution der Langzeitpflege bzw. allfällige Alternativen.16


III. Empfehlungen1. GeltungsbereichDie nachstehenden Empfehlungen richten sich in erster Liniean die Leitungen von Institutionen der Langzeitpflege undan die Trägerschaft; sinngemäss gelten sie jedoch auch fürandere Institutionen (Spitäler, Spitex), welche ältere, pflegebedürftigePersonen behandeln und betreuen. Damit richtensich diese Empfehlungen auch an Ärzte, Pflegende und Therapeuten,sofern sie in diesen Institutionen Leitungsfunktioneninnehaben.Die nachfolgenden Empfehlungen formulieren die Rahmenbedingungen,die in diesen Institutionen für eine gute Behandlungund Betreuung älterer Personen erforderlich sind.Für jeden in den voranstehenden Richtlinien definierten Bereichsind solche Empfehlungen formuliert.2. GrundsätzeDie Institution schützt und respektiert die Rechte der älterenPerson.Schutz der persönlichen Freiheit und der WürdeDie ältere Person hat Anspruch darauf, dass ihre persönlicheFreiheit respektiert wird. Sie hat Anspruch darauf, dass ihr mitHöflichkeit und Respekt begegnet und ihrer Würde, ihremWohlergehen und ihrer Individualität Rechnung getragenwird.Achtung der Privat- und der IntimsphäreDie Institution respektiert die Privat- und die Intimsphäre derälteren Person inklusive deren sexuelle Freiheit.Das Zimmer (oder der Teil des Zimmers), das die ältere Personbewohnt, ist Teil ihrer Privatsphäre und muss als solche vomPersonal der Institution respektiert werden. Die ältere Personkann das Zimmer (oder einen Teil davon) in Absprache mitder Institution nach ihren persönlichen Vorstellungen gestalten,insbesondere durch eigene Möbel oder Wandschmuck.Die ältere Person verfügt über einen abschliessbaren Schrank,in dem sie ihre persönlichen Sachen ablegen kann. Falls einZimmer durch mehrere Personen belegt ist, ergreift die Institutiondie notwendigen Massnahmen, damit die Privatsphäreund die Intimsphäre jeder Person gewährleistet sind.17


Das Personal behandelt Beobachtungen aus der Privat- bzw.Intimsphäre der älteren Person oder Ereignisse, welche diesenur mit einem beschränkten Kreis von Personen (Freunde,Verwandte) teilen will, diskret und leitet diese nur weiter,falls dies zur Sicherstellung einer angemessenen Pflege undBetreuung notwendig ist.Aufrechterhaltung der sozialen KontakteDie Institution unterstützt die Aufrechterhaltung und Pflegeder Beziehungen, welche die ältere Person mit ihren Angehörigenund ihrem sozialen Umfeld hat. Sie informiert die Angehörigenüber kulturelle Aktivitäten innerhalb der Institutionund versucht, sie zu integrieren. Die Institution sorgt dafür,dass vertrauliche Gespräche und Begegnungen in einem ungestörtenRahmen möglich sind.Die ältere Person hat das Recht darauf, externe Kontakte zupflegen (Briefe, Besuche, Zeitungen, Telefon, Fernsehen, Internetusw.).Meinungs- und GlaubensfreiheitDie ältere Person ist frei in ihren Meinungsäusserungen, soferndiese nicht gegen die Rechte Dritter oder gegen gesetzlicheBestimmungen (z.B. Rassismusnorm) verstossen. DieInstitution sorgt dafür, dass die geäusserten Meinungen respektiertwerden.Die Institution respektiert die Glaubensfreiheit der älterenPerson und lässt die Ausübung von religiösen Riten oder Ausdrucksformenzu; diese dürfen jedoch andere Personen bzw.das Umfeld nicht einschränken.VersammlungsfreiheitDie Institution respektiert die Versammlungsfreiheit der älterenPerson. Die Institution ermutigt Zusammenkünfte ihrerBewohner, soweit diese dazu in der Lage sind; sie stellt ihnenRäumlichkeiten zur Verfügung, damit sie sich versammelnkönnen.Politische RechteDie Institution sorgt dafür, dass die ältere Person ihre politischenRechte frei ausüben kann. Sie stellt sicher, dass nichteine andere Person diese an ihrer Stelle ausübt oder von ihrerAbhängigkeit profitiert, um sie zu beeinflussen.18


Mitbestimmung bei der AlltagsgestaltungDie Bewohner der Institution, welche sich dazu äussern können,werden zu Entscheiden betreffend Fragen des Tagesablaufes,des Zusammenlebens und betreffend gemeinsamerVeranstaltungen beigezogen. Die Institution regelt die Formder Mitbestimmung.BeschwerderechtDie Institution etabliert ein internes Verfahren, wie mit Beschwerden(zu medizinischen, pflegerischen und/oder administrativenBelangen) umgegangen wird. Als Beschwerdeführerkönnen sowohl die ältere Person als auch ihr(e) Vertreterbzw. die Angehörigen auftreten.Die Institution stellt sicher, dass die Beschwerden innertKürze, sorgfältig, unter Beachtung der Vertraulichkeit undohne Nachteil für den Beschwerdeführer behandelt werden.Falls die Beschwerde gerechtfertigt ist, ergreift die Institutiondie notwendigen Massnahmen. Falls die Institution dieBeschwerde ablehnt, weist sie den Beschwerdeführer auf Rekursmöglichkeitenoder gegebenenfalls auf Ombuds- bzw. unabhängigeBeschwerdestellen hin.3. EntscheidungsprozesseIm Rahmen des Eintrittsprozederes vergewissert sich die Institution,ob die ältere Person für den Fall der Urteilsunfähigkeiteinen «Bevollmächtigten» bezeichnet hat, der ihre Interessenin administrativen (inkl. finanziellen) Angelegenheiten wahrnehmenkann sowie eine «bevollmächtigte Vertretungspersonin medizinischen Angelegenheiten» («Vertrauensperson»),welche an ihrer Stelle über die zu erteilende Behandlung undPflege zu entscheiden hat.Ist dies nicht der Fall, rät die Institution der älteren Person,Personen ihrer Wahl eine solche Vollmacht zu erteilen; allenfallsunterstützt die Institution die ältere Person bei der Suchenach geeigneten Personen. Die Funktion des «Bevollmächtigtenin administrativen Angelegenheiten» und der «Vertrauenspersonin therapeutischen Angelegenheiten» können vonder gleichen Person oder von zwei verschiedenen Personenwahrgenommen werden.Die Institution hält die Namen des «Bevollmächtigten» undder «Vertrauensperson» im administrativen Dossier fest; siestellt sicher, dass der Arzt, das Pflegepersonal und die Therapeutenüber das Vorhandensein einer «Vertrauensperson»informiert sind.19


4. Behandlung und BetreuungSicherstellung einer adäquaten Behandlung und BetreuungBevor die Institution jemanden aufnimmt, überprüft sie, obdie dem Gesundheitszustand und dem Abhängigkeitsgradder betroffenen Person entsprechenden Betreuungsmöglichkeitenvorhanden sind und ob sie sowohl über das Personalals auch die Ausrüstung verfügt, welche für eine adäquateBehandlung und Betreuung notwendig sind.QualitätssicherungAlle Institutionen, welche ältere, pflegebedürftige Personenbehandeln und betreuen, weisen sich über ein umfassendesQualitätsmanagement für die adäquate Behandlung und Betreuungaus.Qualifiziertes PersonalDie Institution stellt sicher, dass die Fachpersonen entsprechendihrer Funktion über eine Ausbildung verfügen, welchesie für ihre Aufgabe qualifiziert. Die Institution unterstütztund fördert auch die regelmässige Weiter- und Fortbildungdes Personals, unter besonderer Berücksichtigung des problemzentriertenLernens in interdisziplinären Teams.Die Institution bezeichnet einen verantwortlichen Heimarzt,der für die Organisation der medizinischen Betreuung in derInstitution zuständig ist und die hierfür notwendigen Kenntnissebesitzt. Sind in einer Institution mehrere Ärzte tätig, solldie Institution in Absprache mit diesen einen davon als verantwortlichenHeimarzt bezeichnen.5. Sterben und TodBegleitung von SterbendenDie Begleitung der älteren Person am Lebensende soll unterBeachtung ihrer Bedürfnisse und ihrer Überzeugungen erfolgen.Die Institution achtet darauf, dass die ältere Person vonihrem sozialen Umfeld so viel als möglich (und soviel als vonihr gewünscht) unterstützt wird. Die sterbende Person sollungestört und an einem geeigneten Ort von ihren NächstenAbschied nehmen können, und sie hat Anspruch auf spirituellenBeistand ihrer Wahl.Die Institution schafft einen Rahmen, der Abschiedsritualeund -riten für alle Beteiligten sicherstellt. Die Institution respektiertbesondere religiöse und kulturelle Abschiedsritualeder Hinterbliebenen.20


Umgang mit dem Wunsch nach Beihilfe zum SuizidEine besondere Situation liegt dann vor, wenn eine ältere,pflegebedürftige Person in einer Institution der Langzeitpflegeeinen Suizid unter Beihilfe von Dritten (z.B. einer Sterbehilfeorganisation)plant. Diese Situation kann eintreten, weilgemäss schweizerischem Recht die Beihilfe zum Suizid nichtstrafbar ist, ausser beim Vorliegen selbstsüchtiger Motive (Art.115 StGB). Es gibt Institutionen, die auf dieser Grundlage dieBeihilfe zum Suizid zulassen. In solchen Situationen ist zubeachten, dass eine Institution der Langzeitpflege besondereSchutzpflichten hat und daher folgendes beachten muss:a. Es muss sichergestellt sein, dass die betreffende Person urteilsfähigist.b. Es muss sichergestellt sein, dass der Entscheid zum Suizidnicht auf äusseren Druck oder auf eine nicht adäquate Abklärung,Behandlung oder Betreuung zurückzuführen ist.c. Es muss sichergestellt sein, dass die Gefühle der Mitbewohnerund der Mitarbeiter respektiert werden.Ältere, pflegebedürftige Personen stehen in einem besonderenAbhängigkeitsverhältnis zum Personal der Institution;dieses Verhältnis kann beim Personal zu Interessenkonfliktenführen. Aus diesem Grund und aus Rücksichtnahme auf dieübrigen Bewohner der Institution soll das Personal einer Institutionder Langzeitpflege zu keinem Zeitpunkt an der Durchführungeines Suizids mitwirken.6. Dokumentation und DatenschutzDie ältere Person (oder bei deren Urteilsunfähigkeit ihre Vertrauenspersonoder ihr gesetzlicher Vertreter) kann das siebetreffende administrative Dossier konsultieren und sich erläuternlassen.Die Institution respektiert die gesetzlichen Bestimmungen desDatenschutzes. Sie schenkt diesen besondere Aufmerksamkeitim Falle der elektronischen Datenverarbeitung (namentlichzum Zweck der Tarifbestimmung, der Qualitätssicherung oderForschung).7. Anwendung von freiheitsbeschränkenden MassnahmenDie Institution stellt sicher, dass bei jeder freiheitsbeschränkendenMassnahme Ziffer 7 der vorliegenden Richtlinien erfülltist.21


8. Misshandlung und VernachlässigungDie Institution stellt sicher, dass es nicht zur Misshandlungoder Vernachlässigung von älteren Personen kommt; sie sorgtdafür, dass Ziffer 8 der vorliegenden Richtlinie bekannt istund angewendet wird.9. Eintritt in eine Institution der LangzeitpflegeInformationBevor eine ältere Person einwilligt, längerdauernd in eine Institutionder Langzeitpflege einzutreten, soll sie (und allenfallsihre Vertrauensperson, ihr Bevollmächtigter in administrativenoder finanziellen Angelegenheiten oder ihr gesetzlicherVertreter) die Gelegenheit erhalten, die Institution persönlichkennen zu lernen, mit einer verantwortlichen Person in derInstitution ein Gespräch zu führen und über alle relevantenInformationen (inkl. Reglemente) zu verfügen.Die Institution soll ihr (bzw. bei Urteilsunfähigkeit ihrer Vertrauenspersonoder ihrem gesetzlichen Vertreter) schriftlicheUnterlagen abgeben mit gut verständlichen Informationen zuden allgemeinen Aufnahme- und Aufenthaltsbedingungen, zuden Rechten und Pflichten, den Betreuungsmodalitäten und-kosten sowie dem internen und externen Beschwerdewesen.Auch die finanzielle Situation der älteren Person soll angesprochenwerden.EinwilligungNachdem sie die notwendigen Informationen erhalten hat,entscheidet die urteilsfähige, ältere Person selbst über einenEintritt. Bei Urteilsunfähigkeit ist lediglich ihre Vertrauenspersonoder ihr gesetzlicher Vertreter berechtigt, einen solchenEntscheid zu fällen.Falls es notwendig erscheint, eine ältere Person gegen ihrenausdrücklich geäusserten Willen in eine Institution der Langzeitpflegeeinzuweisen, soll dies nur nach Rücksprache mitder zuständigen Vormundschaftsbehörde (mittels fürsorgerischerFreiheitsentziehung [FFE]) geschehen.22


Regelung finanzieller AngelegenheitenUm Interessenkonflikten vorzubeugen, werden das Vermögenund die Einkünfte der älteren Person durch sie selbst (oderihren Bevollmächtigten) und nicht durch die Institution verwaltet.Die Institution sorgt dafür, dass das Personal keineZuwendungen (auch keine Schenkungen oder Erbschaften)entgegennimmt; ausgenommen bleiben kleine Gelegenheitsgeschenke.VertragsauflösungAusser beim Vorliegen gewichtiger Gründe soll die Institutionden Vertrag mit einer älteren, pflegebedürftigen Person, diesie aufgenommen hat, später nicht mehr auflösen. Gegebenenfallshilft die Institution der älteren Person, eine Institutionzu finden, welche sie entsprechend ihrem Gesundheitszustandund ihrer Pflegebedürftigkeit betreuen kann.23


IV. AnhangDer Anhang gibt jene Dokumente wieder, die1. Gesetzescharakter besitzen und je nach Geltungsbereich(Europa, Schweiz, Kantone) zwingend zu beachten sind;2. als Richtlinien der SAMW gewisse Teilbereiche bei derBehandlung und Betreuung von älteren, pflegebedürftigenMenschen abdecken;3. weiterführende Literatur zum Thema «Behandlung undBetreuung von älteren, pflegebedürftigen Menschen» enthaltenund welche der Subkommission bei der Erarbeitungdieser Richtlinien und Empfehlungen dienlich waren.1. Rechtliche GrundlagenÜbereinkommen zum Schutz der Menschenrechte und der Menschenwürdeim Hinblick auf die Anwendung von Biologie und Medizin: Übereinkommenüber Menschenrechte und Biomedizin vom 4. April 1997www.ofj.admin.ch/themen/bioeth/konvention-biomedizin-d.pdfSchweizerische Bundesverfassung: Art. 7-36 (Grundrechte)www.admin.ch/ch/d/sr/c101.htmlBundesgesetz vom 19. Juni 1992 über den Datenschutzwww.admin.ch/ch/d/sr/235_1/index.htmlZivilgesetzbuch Art. 27 ff. (Schutz der Persönlichkeit),Art. 360 ff. (Vormundschaftsrecht; in Revision)www.admin.ch/ch/d/sr/c210.htmlStrafgesetzbuch Art. 115 (Verleitung und Beihilfe zum Suizid),Art. 181 (Nötigung), Art. 320 (Verletzung des Amtsgeheimnisses),Art. 321 (Verletzung des Berufsgeheimnisses)www.admin.ch/ch/d/sr/311_0/index2.htmlKantonale Gesundheitsgesetzewww.federalism.ch/documentation/claws/gesundheit/Kantonale Gesetze über Pflegeinstitutionenwww.federalism.ch/documentation/claws/gesundheit/Kantonale Datenschutzgesetzewww.federalism.ch/documentation/claws/24


2. Medizinisch-ethische Richtlinien und Grundsätze der SchweizerischenAkademie der Medizinischen Wissenschaften (www.samw.ch)«Behandlung und Betreuung von zerebral schwerst geschädigtenLangzeitpatienten» (2003)«Betreuung von Patientinnen und Patienten am Lebensende» (2004)«Zwangsmassnahmen in der Medizin» (2005)«Recht der Patientinnen und Patienten auf Selbstbestimmung » (2005)«Palliative Care » (2006)«Medizinische Behandlung und Betreuung von Menschen mitBehinderung » (2008)«Reanimationsentscheidungen» (2008)«Patientenverfügungen» (2009)3. Weiterführende LiteraturAgence Nationale d’Accréditation et d’Evaluation en Santé: Evaluation despratiques professionnelles dans des établissements de santé;Limiter les risques de la contention physique de la personne âgée. 2000.www.anaes.fr/publication/geriatrieArbeitsgruppe «Ethische Richtlinien» des Heimverbandes Schweiz,Fachverband Betagte: Grundlagen für verantwortliches Handeln in AltersundPflegeheimen. 1997.Arbeitsgruppe Gesundheit (AGX) der Schweizerischen Datenschutzbeauftragten: Bericht 2003 betreffend Pflegebedarfsabklärungssysteme(Bewohnerbeurteilungssysteme) in Alters- und Pflegeheimen.Association Alzheimer Europe: Directives relatives aux différentes mesuresdestinées à restreindre la liberté de mouvements. Position paper 2001.www.alzheimer-europe.orgAssociation Alzheimer Europe: Les droits des personnes atteintesde démence. 2001.www.alzheimer-europe.orgAssociation vaudoise d’établissements médico-sociaux:Charte éthique. 2001.Baumann-Hölzle R.: Moderne Medizin – Chance und Bedrohung. Kap. 20:Ethische Probleme in der Geriatrie.Kap. 21: Gelungenes Altwerden undSterben im Spannungsfeld von Macht und Menschenwürde.Peter-Lang-Verlag, Bern/Berlin. 2001.Comité européen pour la cohésion sociale (CECS)/Conseil de l’Europe:Améliorer la qualité de vie des personnes âgées en situations de dépendance.2002.http://book.coe.intEuropean Association for Directors of Residential Care Homes forthe Elderly: Charte européenne des droits et libertés des personnes âgéesen institution. 1993.www.edeassociation.orgForum stationäre Altersarbeit/ Santésuisse: Konzept zur Einführungeines institutionalisierten Qualitätsmanagments in Schweizer Pflegeheimengemäss KVG. 1998.Gebert A., Kneubühler H.-U.: Qualitätsbeurteilung und Evaluation derQualitätssicherung in Pflegeheimen. Huber-Verlag, Bern. 2001.International Association of Gerontology:The Older Person’s Charter of Standards. 1997.www.sfu.ca/iag25


26Kesselring A.: Beurteilung der Verhältnismässigkeit von RAI-Items auspflegewissenschaftlicher Sicht. Institut für Pflegewissenschaft derUniversität Basel, 2003.Mettner M., Schmitt-Mannhart R.: Wie ich sterben will. Patientenautonomie,Selbstverantwortung und Abhängigkeit am Lebensende. NZN Buchverlag,Zürich. 2003.Schönenberg H.R.: Qualitätssicherung und Qualitätsförderungim Langzeitpflegebereich. Managed Care 2000; Nr. 2: 21–23.Schweizerischer Berufsverband für Krankenpflege: Qualitätsnormenfür die Pflege und Begleitung von alten Menschen. Bern. 1994.Schweizerischer Berufsverband für Krankenpflege et al.:Rund um den Heimeintritt: Broschüre für ältereMenschen und ihre Angehörigen. Ott-Verlag, Thun.Schweizerische Gesellschaft für Gerontologie:Richtlinien zur Anwendung freiheitsbeschränkender Massnahmenbei der Behandlung und Pflege betagter Personen. 1999.www.sgg-ssg.chSchweizerische Sanitätsdirektorenkonferenz: Empfehlungen zum Vollzugdes KVG im Bereich der Pflegeheime und der Spitexdienste. 1998.Schweizerischer Senioren- und Rentner-Verband: Vorschlag zu einemKantonalen Gesetz betreffend Heime für alte Menschen und Menschenmit Behinderung. 2001.Stuck A.E.: State of the Art: Multidimensionales geriatrisches Assessmentim Akutspital und in der ambulanten Praxis. Schweiz Med Wschr 1997; 127:1781–1788.United Nations: United Nations Principles for Older Persons. 1999.www.un.org/esa/socdev/iyop/iyoppop.htmWeltärztebund: Deklaration von Hong Kong über die Misshandlungälterer Personen. 1989.www.bundesaerztekammer.de/30/Auslandsdienst/99.Handbuch2000.pdfWHO Division of Mental Health: Psychiatry of the elderly – a consensusstatement. 1996.www5.who.int/mental_health/download.cfm?id=0000000017


Hinweise zur Ausarbeitung dieser RichtlinienAuftragVerantwortlicheSubkommissionBeigezogeneExpertenVernehmlassungGenehmigungAktualisierungAm 26. Oktober 2001 hat die Zentrale Ethikkommission der SAMWeine Subkommission mit der Ausarbeitung von Richtlinien zur Behandlungund Betreuung von älteren, pflegebedürftigen Menschen beauftragt.Prof. Dr. med. Andreas Stuck, Bern, PräsidentDr. med. Hermann Amstad, Basel, ex officioDr. theol. Ruth Baumann-Hölzle, Institut Dialog-Ethik, ZürichAngeline Fankhauser, Alt-Nationalrätin, Präsidentin VASOS, OberwilProf. Dr. Annemarie Kesselring, BaselProf. Dr. iur. Audrey Leuba, NeuenburgProf. Dr. med. Charles-Henri Rapin, GenfDr. med. Regula Schmitt, IttigenHansruedi Schönenberg, Heimleiter, ZürichDr. med. et phil. Urban Wirz, SubingenProf. Dr. med. Michel Vallotton, Präsident ZEK, Genf, ex officioProf. Lazare Benaroyo, LausanneDr. Georg Bosshard, ZürichClaudine Braissant, BelmontAnja Bremi, ZollikonDr. Charles Chappuis, BernOskar Diener, ChampagneWerner Egloff, LaupenMarianne Gerber, ZürichProf. Daniel Hell, ZürichProf. François Höpflinger, ZürichNicolas Kühne, LausanneDomenica Schnider Neuwiler, Wil SGProf. Hannes Stähelin, BaselDr. Markus Zimmermann-Acklin, LuzernVérène Zimmermann, ZürichAm 20. Mai 2003 hat der Senat der SAMW eine erste Fassung dieserRichtlinien zur Vernehmlassung verabschiedet.Die definitive Fassung dieser Richtlinien wurde am 18. Mai 2004 vom Senatder SAMW genehmigt.Per 2009 sind die zwischenzeitlich neu erschienenen medizinisch-ethischenRichtlinien der SAMW in den Fussnoten nachgeführt worden.27


ImpressumGestaltungvista point, BaselDruckSchwabe, Muttenz1. Auflage 20002. Auflage 25003. Auflage 2500 (Januar 2006)4. Auflage 3000 (September 2006)5. Auflage 3000 (Januar 2008)6. Auflage 3000 (Januar 2010)BestelladresseSAMWPetersplatz 13CH-4051 BaselTel.: +41 61 269 90 30Fax: +41 61 269 90 39E-mail: mail@samw.chAlle medizinisch-ethischen Richtlinien der SAMW sind auf der Websitewww.samw.ch verfügbar.Die SAMW ist Mitglied derAkademien der Wissenschaften Schweiz28

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