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7. Anwendung von freiheitsbeschränkenden Massnahmen7.1. GrundsatzVerhaltensstörungen, Unruhe und Verwirrtheit älterer, pflegebedürftigerPersonen können zu einer Gefährdung ihrer selbstund/oder von Drittpersonen oder zu einer schwerwiegendenBelästigung von Drittpersonen führen. Die Anwendung freiheitsbeschränkenderMassnahmen 13 zur Vermeidung solcherGefährdungen stellt einen Eingriff in die Grundrechte der älterenPerson dar. Solche Massnahmen führen ausserdem nichtimmer zu einer Reduktion der Gefährdung, sondern könnendiese noch erhöhen. Eine freiheitsbeschränkende Massnahmemuss deshalb grundsätzlich die Ausnahme bleiben.7.2. BedingungenEine freiheitsbeschränkende Massnahme darf, unter Vorbehaltanderslautender gesetzlicher Vorschriften, nur unter folgendenBedingungen eingesetzt werden:a) das Verhalten der Person gefährdet in erheblichem Masseihre eigene Sicherheit oder Gesundheit oder diejenige andererPersonen oder beeinträchtigt in hohem AusmassRuhe und Wohlbefinden Dritter;b) das beobachtete auffällige Verhalten ist nicht auf behebbareUrsachen zurückzuführen, wie z.B. Schmerz, Nebenwirkungenvon Medikamenten oder zwischenmenschlicheSpannungen;c) andere, die persönliche Freiheit weniger beeinträchtigendeMassnahmen haben versagt oder sind nicht möglich.Eine freiheitsbeschränkende Massnahme wird vom Arzt, vomPflegeteam und den Therapeuten gemeinsam besprochen,bevor sie der älteren Person (bzw. bei Urteilsunfähigkeit ihrerVertrauensperson oder ihrem gesetzlichen Vertreter) vorgeschlagenwird.Die ältere Person, bzw. ihre Vertrauensperson oder ihr gesetzlicherVertreter, müssen über den Zweck, die Art und dieDauer der Massnahme verständlich und angemessen informiertwerden; gleichzeitig ist ihnen der Name der verantwortlichenPerson mitzuteilen (siehe unten Ziffer 7.3).13 z.B. medikamentöse Ruhigstellung, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit durchGurten oder andere Freiheitseinschränkungen wie z.B. individuelles Rauchverbot.Die medikamentöse Ruhigstellung gilt in einigen Kantonen als medizinische Zwangsmassnahmeund unterliegt deshalb besonderen Regelungen.14

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