April 2013 Liahona - Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

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April 2013 Liahona - Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

BOTSCHAFT VON DER ERSTEN PRÄSIDENTSCHAFTPräsidentHenry B. EyringErster Ratgeber in derErsten PräsidentschaftEr ist auferstandenDas Zeugnis, dass Jesus Christus wahrhaftig auferstandenist, schenkt uns Hoffnung und Mut. DieseErfahrung können alle Kinder Gottes machen. Ichhabe dies an jenem Sommertag im Juni 1969 erlebt, alsmeine Mutter starb, und ich spüre es seither immer wieder– bis ich sie eines Tages wiedersehen werde.Die Trauer über die vorübergehende Trennung wichsogleich der Freude. Es war mehr als die Hoffnung auf einglückliches Wiedersehen. Da der Herr durch seine Prophetenvieles offenbart hat und da der Heilige Geist mir bestätigthat, dass die Auferstehung Wirklichkeit ist, kann ich mirvorstellen, wie es sein wird, mit einem lieben Menschen,der geheiligt und auferstandenen ist, wieder vereint zu sein:„Das sind diejenigen, die in der Auferstehung derGerechten hervorkommen werden. …Das sind diejenigen, deren Namen im Himmelaufgeschrieben sind, wo Gott und Christus dieRichter aller sind.Das sind diejenigen, die gerechte Menschensind, vollkommen gemacht durch Jesus, denMittler des neuen Bundes, der mit dem Vergießenseines eigenen Blutes dieses vollkommeneSühnopfer bewirkt hat.“ (LuB 76:65,68,69.)Weil Jesus Christus die Bande des Todeszerrissen hat, werden alle Kinder des himmlischenVaters, die auf der Erde geboren wurden, mit einem Körperauferstehen, der niemals sterben wird. Deshalb kannmein und kann Ihr Zeugnis von dieser herrlichen Wahrheitdem Tod eines lieben Angehörigen oder Freundes den Stachelnehmen und uns mit freudiger Erwartung und festerEntschlossenheit erfüllen.Die Auferstehung ist ein Geschenk des Herrn an unsalle. Unser Geist wird einen Körper erhalten, der frei istvon allen Unvollkommenheiten (siehe Alma 11:42-44).Meine Mutter wird jung und strahlend sein, die Folgendes Alters und jahrelangen Leidens werden verschwundensein. Das ist ein Geschenk an sie und an uns alle.Aber wer von uns sich danach sehnt, für immer mitseiner Mutter zusammen zu sein, muss Entscheidungentreffen, die ihn dafür bereitmachen, dort zu leben, wo derVater und sein geliebter auferstandener Sohn in Herrlichkeitwohnen. Denn nur dort kann das Familienleben ewig fortdauern.Mein Zeugnis von dieser Wahrheit hat mich nochentschlossener gemacht, mich und die Menschen, die ichliebe, für den höchsten Grad des celestialen Reiches bereitzumachen,indem das Sühnopfer Jesu Christi in unseremLeben wirksam wird (siehe LuB 76:70).Der Herr bietet uns in diesem Streben nach ewigemLeben eine Richtschnur an, nämlich die Abendmahlsgebete.Sie sind mir eine Hilfe – und können auch Ihnen eine Hilfesein. Wir sind aufgefordert, in jeder Abendmahlsversammlungunseren Taufbund zu erneuern.Wir versprechen, immer an Jesus Christus zudenken. Die Symbole für sein Opfer sollen unsbewusst machen, wie unermesslich der Preiswar, den er gezahlt hat, um die Bande des Todeszu lösen, uns Barmherzigkeit zu erweisen unddie Vergebung all unserer Sünden zu ermöglichen,sofern wir umkehren.Wir versprechen, seine Gebote zu halten. Wennwir die heiligen Schriften und die Worte der lebendenPropheten lesen und in der Abendmahlsversammlunginspirierten Sprechern zuhören, werden wir daran erinnert,dass wir dies gelobt haben. Der Heilige Geist machtuns die Gebote, die wir an diesem Tag vor allem beachtenmüssen, voll und ganz bewusst.In den Abendmahlsgebeten verheißt Gott, den HeiligenGeist zu senden, damit er bei uns sei (siehe Moroni 4:3;5:2; LuB 20:77,79). Mir kommt es so vor, als führe Gott indiesen Augenblicken ein persönliches Gespräch mit mir.4 Liahona


WIE MANGEDANKEN AUSDIESER BOTSCHAFTVERMITTELTWir sollen „alleSchriften auf uns[anwenden], damit wirdavon Nutzen hättenund lernen könnten“(1 Nephi 19:23). Vielleichtmöchten Sie dieAbendmahlsgebete inLehre und Bündnisse20:76-79 lesen. NachdemSie gelesen haben, wasPräsident Eyring über dieAbendmahlsgebete sagt,könnten Sie Ihre Zuhörerbitten zu überlegen,inwiefern diese Gebeteeine Richtschnur sind, diesie dahin führt, wiederFOTO VON MATTHEW REIER; ER IST AUFERSTANDEN, GEMÄLDE VON DEL PARSON, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGTEr lässt mich wissen, womit ich ihm Freudebereitet habe, zeigt mir, wo ich Umkehrund Vergebung nötig habe, und machtmich auf Namen und Gesichter von Menschenaufmerksam, denen er durch michbeistehen will.Im Laufe der Jahre hat diese wiederkehrendeErfahrung aus Hoffnung Nächstenliebeentstehen lassen und mir die Gewissheitgebracht, dass mir durch das Sühnopfer unddie Auferstehung des Erlösers Barmherzigkeitzuteilwird.Ich bezeuge, dass Jesus der auferstandeneMessias ist, unser Erlöser und unser vollkommenesVorbild, das uns zum ewigen Lebenführt. ◼beim Vater im Himmelund Jesus Christus zuleben.April 2013 5


NOTIZEN ZUR FRÜHJAHRS-GENERALKONFERENZWIR BEFASSEN UNS GEMEINSAMMIT DEN KONFERENZANSPRACHENAls wir unser gemeinsames Studium der Generalkonferenz neu gestalteten,wurden unsere Gespräche über das Evangelium viel lebendiger.Greg BattySchon seit Jahren lesen wir dieKonferenzausgabe immer mit derganzen Familie, einen Artikel nachdem anderen. Anfangs setzten wir unseinfach um den Tisch und lasen abwechselndimmer einen Abschnitt vor.Wir mussten aber feststellen, dass wirdie Ansprachen einfach nur durchlasen,ohne innezuhalten und ohne siewirklich in uns aufzunehmen.Wir wollten aber mehr darausmachen. Deshalb kauften meine Frauund ich für jeden in der Familie einExemplar der Konferenzausgabe. Wirlegten fest, wie viele Ansprachen wirjede Woche lesen mussten, um allevor der nächsten Generalkonferenzgelesen zu haben. Manchmal lasenwir eine Ansprache pro Woche, einandermal zwei. Jeder las die Ansprachefür sich und strich die Gedankenan, die ihm gefielen. Beim Familienabendberichtete dann jeder denanderen, was er markiert hatte, undwir sprachen darüber.Oft hatten unsere Kinder Fragen,die ein Gespräch in Gang setzten,oder meine Frau und ich stelltenFragen, die uns beim Lesen gekommenwaren. Wir genossen es, wennunsere Kinder im Teenageralter dieseFragen beantworteten und erzählten,was sie im Seminar, in der Kirche oderbeim eigenen Schriftstudium gelernthatten. Es war schön, einander oft aufdiese Weise Zeugnis zu geben, ganzungezwungen und in angenehmer,entspannter Atmosphäre.Bald zeigte sich auch, dass nun unserSchriftstudium am Morgen ähnlichverlief. An manchen Tagen lasen wirnur ein paar Verse, weil die Zeit sorasch verging, wenn wir uns über dieVerse unterhielten und überlegten,welchen Bezug sie zu aktuellen Geschehnissenhatten.Diese gemeinsame Zeit am Morgenist nun erfüllt von Gesprächen,Lachen und Einigkeit, ehe jeder seineTagesaufgaben in Angriff nimmt.Wir haben ein starkes Zeugnis vomtäglichen gemeinsamen Gebet undvom Schriftstudium, zudenen unser Prophetuns aufgerufen hat. Inunserer Familie hat dasdazu geführt, dass wirvoneinander lernenund einander Kraftgeben – und all dies,weil wir uns vorgenommenhatten, unsein wenig intensivermit der Generalkonferenzzu befassen. ◼Greg Batty lebt in UtahBEFASSEN SIE SICHMIT DEN KONFERENZ­ANSPRACHEN UNDWENDEN SIE SIE AN„Denken Sie daran, dass dieBotschaften, die wir bei derKonferenz gehört haben, in derMai-Ausgabe der ZeitschriftenEnsign und Liahona abgedrucktwerden. Ich bitte Sie dringend,sich gründlich mit den Botschaftenzu befassen, über dieLehren darin nachzudenkenund sie dann anzuwenden.“Präsident Thomas S. Monson, „EinSchlusswort“, Liahona, Mai 2010,Seite 113FOTO VON AUBRY STARTIN © IRI8 Liahona


LEKTIONEN AUS DER BROSCHÜRE FÜR EINE STARKE JUGENDGUTE FREUNDESIND WICHTIGILLUSTRATION VON TAIA MORLEYFreunde haben großen Einfluss aufunser Verhalten, vor allem in derJugend. „Eure Freunde haben Einflussdarauf, wie ihr denkt und handelt.Sie beeinflussen sogar, was für einePersönlichkeit ihr entwickelt.“ 1 Suchteuch gute Freunde, denn „sie geben[euch] viel Kraft und sind [euch] eingroßer Segen. [Sie] helfen euch, einbesserer Mensch zu werden. Sie machenes euch leichter, das EvangeliumJesu Christi zu leben.“ 2Auf Seite 52 und 53 erklärt ElaineS. Dalton, Präsidentin der JungenDamen, warum es wichtig ist, sichgute Freunde zu suchen und ein guterFreund zu sein. „Wahre Freundschaftzeichnet sich dadurch aus, dass manvor allem das Wohl des anderen imSinn hat“, sagt sie.Wenn Jugendliche Freundschaftenauf diesen Prinzipien aufbauen, entwickelnsie Sozialkompetenz und bleibendeBeziehungen, die weit mehrsind als sogenannte „Freundschaften“in sozialen Netzwerken. Wie könnenSie als Eltern Ihren Kindern vermitteln,wie wichtig es ist, ein guter Freund zusein und sich Freunde zu suchen, diesie darin bestärken, nach dem Evangeliumzu leben? Die folgenden Anregungenkönnen hilfreich sein.Anregungen für Gesprächemit Jugendlichen• Suchen Sie gemeinsam in denheiligen Schriften Beispiele fürgute Freundschaften. BesprechenSie, welche Merkmale dieseFreundschaften stark gemachthaben. Beispielsweise David undJonatan (siehe 1 Samuel 18 bis23), Rut und Noomi (siehe Rut1 und 2), Alma und die SöhneMosias (siehe Mosia 27 und 28;Alma 17 bis 20). 3• Lesen Sie in der Broschüre Füreine starke Jugend den Abschnittüber Freunde. Erzählen Sie IhrenKindern im Teenageralter, welchenEinfluss Freundschaftenauf Sie hatten. Lassen Sie sieerzählen, wie sie schon einmalFreunde beeinflusst haben oderwie sie beeinflusst worden sind.• Lesen Sie den Artikel vonSchwester Dalton. Sprechen Siedarüber, welches Ziel sich ihreTochter Emi in Bezug auf ihreFreunde gesetzt hat. UnterstützenSie Ihre Kinder dabei, sichhohe Maßstäbe zu setzen hinsichtlichdessen, was für Freundesie sich suchen und was für einFreund sie selbst sein wollen.• Sie könnten sich auch bei einemFamilienabend gemeinsam Gedankendarüber machen, wieman eine Freundschaft aufbaut,beispielsweise: „Wer gute Freundehaben will, muss selbst ein guterFreund sein. Zeigt aufrichtigInteresse an anderen, lächelt undlasst sie wissen, dass sie euch amHerzen liegen. Behandelt jedermannfreundlich und respektvollund verurteilt und kritisiert eureMitmenschen nicht.“ 4SCHRIFTSTELLEN ÜBERFREUNDSCHAFTSprichwörter 17:17; 18:24Kohelet 4:9,10Matthäus 25:34-40Lukas 22:32Mosia 18:8,9Anregungen für Gesprächemit Kindern• Ein Freund zu sein heißt auch,dem anderen zu helfen. LesenSie die Geschichte „Ich setztemich für Caleb ein“ im Liahonavom März 2009 und sprechenSie mit Ihren Kindern darüber,wie sie jedem freundlich begegnenkönnen.• Wir müssen in jeder Situationselbst entscheiden, was für eineArt Freund wir sein wollen. SingenSie gemeinsam das Lied „Ichmöchte so sein wie Jesus“. 5 SprechenSie dann mit den Kindernüber verschiedene Situationen, indenen sie ein guter Freund seinkönnen, so wie Jesus es war. ◼ANMERKUNGEN1. Für eine starke Jugend, 2011, Seite 162. Für eine starke Jugend, Seite 163. Siehe Jeffrey R. Holland, „Real Friendship“,New Era, Juni 1998, Seite 62–664. Für eine starke Jugend, Seite 165. „Ich möchte so sein wie Jesus“, Liederbuchfür Kinder, Seite 40April 2013 9


UNSER GLAUBEDER HEILIGE GEIST TRÖSTET,INSPIRIERT UND GIBT ZEUGNISDie Gabe des Heiligen Geistesist eine der größten Segnungen,die wir in diesem Leben empfangenkönnen, denn der Heilige Geist tröstet,inspiriert, warnt, läutert und führtuns. Er kann uns „mit Hoffnung undvollkommener Liebe“ erfüllen (Moroni8:26). Durch ihn können wir „vonallem wissen, ob es wahr ist“ (Moroni10:5). Durch den Heiligen Geist empfangenwir Offenbarung und geistigeGaben von Gott. Vor allem aber empfangenwir durch den Heiligen Geistunser Zeugnis vom Vater im Himmelund von Jesus Christus.Vor der Taufe kann man den HeiligenGeist von Zeit zu Zeit verspüren.Doch erst wenn man nach der Taufedie Gabe des Heiligen Geistes empfangenhat, kann man den HeiligenGeist als ständigen Begleiter bei sichhaben, sofern man würdig ist. DieseGabe wird von jemandem, der dasMelchisedekische Priestertum trägt,durch Händeauflegen übertragen(siehe Apostelgeschichte 19:6; LuB33:15). Danach können wir jedenSonntag beim Abendmahl unserenTaufbund erneuern und somit dengöttlichen Segen empfangen, dass„sein Geist immer mit [uns] sei“(LuB 20:77).Der Heilige Geist, manchmal einfachnur der Geist genannt, ist diedritte Person der Gottheit. Der ProphetJoseph Smith hat gesagt: „DerVater hat einen Körper aus Fleischund Gebein, so fühlbar wie der einesMenschen, ebenso der Sohn; aber derHeilige Geist hat keinen Körper ausFleisch und Gebein, sondern ist einePerson aus Geist. Wäre es nicht so,könnte der Heilige Geist nicht in unswohnen.“ (LuB 130:22.)„Weil der Geist des Herrn nichtin unheiligen Tempeln wohnt“(Helaman 4:24), müssen wir würdigsein, ihn bei uns zu haben. Wirmachen uns unter anderem dadurchwürdig, dass wir tugendhafte Gedankenhegen, ein redliches Lebenführen und bemüht sind, die Gebotezu halten. ◼Mehr dazu siehe 2 Nephi 31:13,17; 32:5;3 Nephi 27:20; Moroni 10:5-8; Joseph Smith– Lebensgeschichte 1:70WIR DÜRFEN DIESE GABE NICHTALS SELBSTVERSTÄNDLICH ANSEHEN„Wie jede Gabe muss man auch diese empfangen und annehmen, damit sieeinem zugutekommt. Als Priestertumsträger Ihnen die Hände auflegten, um Sieals Mitglied der Kirche zu bestätigen, hörten Sie die Worte: ,Empfange den HeiligenGeist.‘ Das bedeutete nicht, dass der Heilige Geist damit bedingungslos zuIhrem ständigen Begleiter wurde. Die heiligen Schriften erklären mahnend, dassder Geist des Herrn ,sich nicht immer mit dem Menschen abmühen‘ wird (siehe2 Nephi 26:11). Wenn wir konfirmiert werden, erhalten wir das Anrecht darauf,den Heiligen Geist als Begleiter zu haben, aber es ist ein Anrecht, das wir unsbeständig durch Gehorsam und Würdigkeit verdienen müssen.“Elder Joseph B. Wirthlin (1917–2008) vom Kollegium der Zwölf Apostel, „Die unaussprechliche Gabe“,Liahona, Mai 2003, Seite 2710 Liahona


Nachdem man die Gabe desHeiligen Geistes empfangenhat, kann man vielestun, um sich für seinenEinfluss zu öffnen:würdig vom Abendmahl nehmenbetenin den heiligen Schriften lesenFOTOS VON CHRISTINA SMITH, EVE TUFT, CODY BELLUND MATTHEW REIERGott im Tempel dienensich mit guten Medienbefassen, sich einer sauberenAusdrucksweise bedienen undtugendhafte Gedanken hegenApril 2013 11


TodLebenUNDWAS DEN PIONIEREN DIE AUFERSTEHUNG BEDEUTETEAls sich in der Anfangszeit der Kirche Bekehrte auf den Weg in denamerikanischen Westen machten, um sich dort mit den Heiligen zu sammeln,waren sie auch mit dem Tod konfrontiert. Sie schöpften jedoch Kraft aus ihremGlauben an das wiederhergestellte Evangelium. Hier lesen Sie Auszüge ausBerichten von Pionieren, die ihre Hoffnung auf die Auferstehung deutlichmachen, und dazu tröstliche Aussagen der ersten fünf Präsidenten der Kirche.Bericht über einen namentlich nicht genanntenVater aus Skandinavien, dessen kleiner Sohn 1866auf dem Weg von New York nach Utah starb:„Mit Hilfe eines Freundes wurde ein kleinesGrab ausgehoben, das die sterblichen Überresteaufnahm. Weil das Kind an einer ansteckendenKrankheit gestorben war, gab es keine Trauergäste,keine Zeremonie, keine Blumen, keinLied, keine Grabrede. Doch ehe der trauerndeVater sich wieder auf den Weg machte, spracher in seiner (dänischen) Muttersprache am Grabein kurzes Weihungsgebet: …‚Vater im Himmel, du hast uns diesen kleinenSchatz gegeben – unseren süßen Jungen,und nun hast du ihn heimgerufen. Mögen seinesterblichen Überreste hier ungestört ruhen biszum Morgen der Auferstehung. Dein Willegeschehe. Amen.‘Als er sich wieder erhob, sagte er:‚Leb wohl, mein kleiner Hans – mein lieberJunge.‘ Und mit gesenktem Kopf und betrübtemHerzen kehrte er dennoch wackeren Schritteszurück zum Lagerplatz.“ 1Präsident Joseph Smith (1805 –1844):„Welch ein Trost ist es doch für die Trauerndenzu wissen, dass sie zwar jetzt an der Reihesind, sich vom Ehemann, der Ehefrau, demVater, der Mutter, einem Kind oder lieben Verwandtenzu trennen und dass deren irdischeHülle niedergelegt wird und verwest, dochdass sie wieder auferstehen werden, um in derewigen Glut unsterblicher Herrlichkeit zu verbleiben,ohne Sorgen, Leiden oder je wieder zusterben – sie werden Erben Gottes und MiterbenJesu Christi sein.“ 2ILLUSTRATIONEN VON MICHAEL T. MALM UND HINTERGRUND VON WELDEN C. ANDERSEN © IRI12 Liahona


Joseph Watson Young (1828–1873), ein Neffe Brigham Präsident Brigham Young (1801–1877):Youngs, der 1853 auf dem Weg von England in dieVereinigten Staaten war:„Es war ein trauriges Bild, einen Weggefährtenmitten in der Nacht vor nur einigenwenigen Trauergästen der stillen Meerestiefeüberantworten zu müssen. … Er hattekeinen Verwandten an Bord – niemanden,der ihn betrauert hätte außer mir, seinemMitknecht. Die innigsten Sehnsüchte einesMannes waren in einem AugenblickLinks: Präsidentzunichte gemacht worden. Dieser jungeBrigham Young;Mann hatte alles hinter sich gelassen, um oben: JosephWatson Youngnach Zion zu gehen. Sein Herz war erfülltvon freudiger Erwartung, und nie wäre ihmder Gedanke gekommen, sein Leib müsse den hungrigenWellen übergeben werden. Doch er starb nicht wie jene,die keine Hoffnung haben, denn er hatte seinen Friedenmit Gott gemacht und war sich einer herrlichen Auferstehungam Morgen der Gerechten gewiss.“ 3„Welch ein finsteres Tal und finsterer Schatten das, waswir den Tod nennen, doch ist! Von diesem Daseinszustand,was den sterblichen Leib betrifft, in einen Zustand derLeere überzugehen, wie merkwürdig das dochist! Wie finster dieses Tal doch ist! Wiegeheimnisvoll diese Straße – und wirmüssen allein darauf reisen. Ich möchteeuch sagen, meine Freunde und Brüder,wenn wir die Dinge so sehen könnten,wie sie sind und wie wir sie dann sehenund verstehen werden, dann ist dieserfinstere Schatten, dieses finstere Tal sounbedeutend, dass wir uns umwenden undes betrachten und, wenn wir es hinter uns gelassen haben,denken: Ach, das ist der größte Gewinn meines ganzenDaseins, denn ich bin von einem Zustand des Kummers,des Grams, der Trauer, des Elends, des Schmerzes, derAngst und Enttäuschung in einen Daseinszustand übergegangen,wo ich mich des Lebens in höchstem Maße freuenkann, soweit das ohne Körper möglich ist.“ 4EINSCHÜBE: BRIGHAM YOUNG, GEMÄLDE VON JOHN WILLARD CLAWSON; FOTO VON JOSEPH WATSON YOUNG, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES HISTORISCHEN ARCHIVSDER KIRCHE; FOTO VON DAN JONES © IRI; JOHN TAYLOR, GEMÄLDE VON A. WESTWOOD, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES HISTORISCHEN MUSEUMS DER KIRCHE14 Liahona


Präsident John Taylor (1808–1887):Dan Jones (1811–1862), ein Bekehrter aus Wales, der 1849auf ihren Lippen.“ 5mit Mrs. Williams und anderen Mitgliedern mit dem Schiffnach Amerika fuhr:„Mrs. Williams aus Ynysybont bei Tregaron[Wales] geht es rapide schlechter;alles deutet darauf hin, dass sich ihr Lebendem Ende nähert. … Sie hat gesagt, ihr seikeine größere Ehre zuteilgeworden, als einMitglied der wahren Kirche des Sohnes„Wie tröstlich doch für diejenigen, die um liebeFreunde trauern, die verstorben sind, die Gewissheitist, dass wir sie einmal wiedersehen werden!Wie ermutigend für alle, die nach den offenbartenPrinzipien der Wahrheit leben,und vielleicht noch mehr für diejenigen,die ihr Leben fast hinter sich haben, diedie Hitze und Last des Tages ertragenGottes zu werden; sie verspüre keinerlei Rechts:haben – diese Gewissheit, dass wir diePräsident JohnAngst hinsichtlich des nächsten Lebens und Taylor; oben:Ketten des Grabs schon bald zerreißenihre Religion entfalte nun mehr denn je ihreKraft. … Ihren Söhnen legte sie feierlich ansDan Jonesund als lebende, unsterbliche Seelehervorkommen werden – zurück in dieHerz, bis ans Lebensende treu zu bleiben, damit sie mit ihreine bessere Auferstehung erlangen könnten. … Sie wardie ganze Nacht bei klarem Verstand, und um Viertel nachvier verließ ihr Geist friedlich ihren Körper. Ein Lächeln lagGesellschaft unserer bewährten und vertrauten Freunde,dass der Tod uns dann nie wieder bedrängen wird undwir das Werk vollenden werden, das der Vater uns aufgetragenhat!“ 6April 2013 15


Andrew Jenson (1850–1941), ein dänischer Einwanderer,der 1866 mit der Abteilung von Andrew H. Scott vonNebraska nach Utah zog:„Als wir mitansehen mussten, wiedie irdischen Überreste [unserer Mitreisenden]mitten in der Wildnis MutterErde übergeben wurden, weinten wiralle oder waren zumindest den Tränennahe, denn der Gedanke, einen geliebtenMenschen auf diese Weise zu begraben,wo Freunde und Verwandte sofortwieder aufbrechen müssen, ohne hoffenzu können, jemals wieder an dieseRuhestätte zurückzukehren, war betrüblichund bitter. … Aber ihre Gräberwerden gefunden werden, wenn Gabriel seine Posauneam Morgen der ersten Auferstehung erschallen lässt.Diese Heimgegangenen haben ihren Körper auf demWeg nach Zion zur Ruhe gelegt. Der Herr hat sie heimgerufen,ehe sie ihr Ziel erreichten. Sie durften Zion nichtim Fleische schauen, doch sie werden im nächsten LebenANMERKUNGEN1. Robert Aveson, „Leaves from the Journalof a Boy Emigrant“, Deseret News, 12. März1921, 4:7; nachzulesen unter lds.org/churchhistory/library/pioneercompanysearchRechts:PräsidentWilfordWoodruff; oben:Andrew Jenson[in englischer Sprache]2. Lehren der Präsidenten der Kirche:Joseph Smith, Seite 583. Joseph W. Young, Tagebuch, 6. März 1853,Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City,Herrlichkeit empfangen und jubeln. Sie sind in ihrem Bestreben,Gott zu gehorchen und seine Gebote zu halten,gestorben, und gesegnet sind, die im Herrn sterben.“ 7Präsident Wilford Woodruff (1807–1898):„Ohne das Evangelium Jesu Christi ist dieTrennung durch den Tod einer der bedrückendstenGedanken, mit denen man sichbeschäftigen kann; aber sobald wir dasEvangelium kennenlernen und von derAuferstehung erfahren, werden die düstereStimmung, der Kummer und das Leid,die der Tod verursacht, zu einem großenTeil weggenommen. … Der erleuchteteSinn des Menschen blickt auf die Auferstehungder Toten und hat eine Grundlage, auf dersein Geist ruhen kann. Das ist der Standpunkt der Heiligender Letzten Tage heute. Wir wissen es selbst, wir sind imHinblick darauf nicht in Finsternis, Gott hat es uns offenbartund wir verstehen die Auferstehung der Toten unddass das Evangelium uns das Licht des unvergänglichenLebens gebracht hat.“ 8Utah; nachzulesen unter mormonmigration.lib.byu.edu [in englischer Sprache]4. Lehren der Präsidenten der Kirche:Brigham Young, Seite 2735. „A Letter from Capt. D. Jones to the Editor ofEINSCHÜBE: WILFORD WOODRUFF, GEMÄLDE VON H. E. PETERSON © IRI; FOTO VON ANDREW JENSON VON HAROLD HOWELL JENSON, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES HISTORISCHEN ARCHIVS DER KIRCHE; FOTO VONWILLIAM DRIVER, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES HISTORISCHEN ARCHIVS DER KIRCHE; LORENZO SNOW, GEMÄLDE VON LEWIS RAMSEY, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES HISTORISCHEN MUSEUMS DER KIRCHE © IRI16 Liahona


William Driver (1837–1920), ein Pionier, der 1866 vonEngland nach New York reiste:„Willie, meinem geliebten Kind, ginges die ganze Nacht sehr schlecht, bis erum 7:30 Uhr von seinem Leiden erlöstwurde. Gott segne seine liebe Seele.Wie er gelitten hatte! Er kam zu Tode,als Mr. Poulters Wagen auf dem HügelSt. Ann in Wandsworth im englischenSurrey umstürzte. Ach, wie ich diesenschweren Verlust betrauere. O Herr, hilfmir durch deine Macht, es aus deinerRechts:PräsidentLorenzo Snow;oben: WilliamDriverHand anzunehmen, und sporne mich an, dir noch edlerund treuer zu dienen. Möge ich so leben, dass ich bereitbin, ihn in einer glücklicheren und besseren Welt wiederzusehen,zusammen mit seiner lieben SchwesterElizabeth Maryann, und möge ich bei der Auferstehungder Gerechten hervorkommen,um sie wiederzusehen.“ 9Präsident Lorenzo Snow (1814–1901):„Im nächsten Leben wird unserKörper verherrlicht sein und freivon Krankheit und Tod. Nichts istschöner als ein Mensch, der auferstandenund verherrlicht ist. Es gibt nichtsSchöneres, als in diesem Zustand zu lebenund unsere Frau und unsere Kinder undunsere Freunde bei uns zu haben.“ 10 ◼Udgorn Seion“, zitiert in Ronald D. Dennis,The Call of Zion: The Story of the First WelshMormon Emigration, Band 2, 1987, Seite164f.; nachzulesen unter mormonmigration.lib.byu.edu [in englischer Sprache]6. Lehren der Präsidenten der Kirche:John Taylor, Seite 50f.7. Andrew Jenson, Tagebuch, 20. August 1866,zitiert in Journal History of The Church ofJesus Christ of Latter-day Saints, 8. Oktober1866, Historisches Archiv der Kirche, Salt LakeCity, Utah, Seite 6; nachzulesen unter lds.org/churchhistory/library/pioneercompanysearch[in englischer Sprache]8. Lehren der Präsidenten der Kirche:Wilford Woodruff, Seite 879. Frank Driver Reeve, Hg., London to Salt LakeCity in 1866: The Diary of William Driver,1942, Seite 42; nachzulesen unter mormonmigration.lib.byu.edu[in englischer Sprache]10. Lorenzo Snow, Herbst-Generalkonferenz 1900April 2013 17


ElderRussell M. Nelsonvom Kollegiumder Zwölf ApostelDieMission und das WirkenJESU CHRISTIDass wir Jesus verehren, lässt sich am besten dadurch an denTag legen, dass wir bestrebt sind, ihm nachzueifern.Als einer der „besonderen Zeugen des Namens Christi in aller Welt“ (LuB107:23) erfülle ich meine Berufung wohl am besten, indem ich Jesus Christusverkündige und Zeugnis von ihm ablege. Eingangs möchte ich die gleicheFrage stellen, die er an die Pharisäer gerichtet hat: „Was denkt ihr über den Messias?Wessen Sohn ist er?“ (Matthäus 22:42.)Diese Fragen kommen mir oft in den Sinn, wenn ich mit Politikern und Vertreternverschiedener Religionsgemeinschaften zusammenkomme. Manche erkennen Jesusals einen großen Lehrer an. Andere halten ihn für einen Propheten. Wieder anderekennen ihn überhaupt nicht. Das sollte uns eigentlich nicht überraschen. Schließlichkennen nur wenige Menschen die wiederhergestellten Evangeliumswahrheiten, diewir kennen. Die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sindnur eine kleine Minderheit unter den Christen.Unsere Lage wurde vor Jahrhunderten von Nephi vorausgesehen:„Und es begab sich: Ich sah die Kirche des Lammes Gottes, und sie war an Zahlnur klein … ich sah aber auch, dass die Kirche des Lammes, nämlich die HeiligenGottes, ebenfalls über das ganze Antlitz der Erde verbreitet war; und ihre Herrschaftauf dem Antlitz der Erde war nur gering. …Und es begab sich: Ich, Nephi, sah die Macht des Lammes Gottes, dass sie auf dieHeiligen der Kirche des Lammes herabkam und auf das Bundesvolk des Herrn, dasüber das ganze Antlitz der Erde zerstreut war; und sie waren mit Rechtschaffenheitund mit der Macht Gottes in großer Herrlichkeit ausgerüstet.“ (1 Nephi 14:12,14.)Diese Rechtschaffenheit, diese Macht und diese Herrlichkeit – ja, all unsere reichenSegnungen – rühren daher, dass wir den Herrn Jesus Christus kennen, ihmgehorchen, ihm dankbar sind und ihn lieben.Während seines so kurzen Erdenlebens hat der Erlöser zwei grundlegende Aufgabenerfüllt. Einerseits war es sein „Werk und [seine] Herrlichkeit, die Unsterblichkeitund das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen“ (Mose 1:39). Die andereJESUS GEHT AM ABEND NACH BETANIEN, GEMÄLDE VON JAMES TISSOT18 Liahona


Aufgabe fasste er so zusammen: „Ich habeeuch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr sohandelt, wie ich an euch gehandelt habe.“( Johannes 13:15.)Seine erste Aufgabe bezeichnen wir als dasSühnopfer. Dieses zu vollbringen, war seineerhabene Mission auf Erden. Den Menschenim alten Amerika erklärte der auferstandeneHerr seinen Auftrag:„Ich [bin] in die Welt gekommen …, umden Willen meines Vaters zu tun, denn meinVater hat mich gesandt.Und mein Vater hat mich gesandt, damitich auf das Kreuz emporgehoben würde unddamit ich, nachdem ich auf das Kreuz emporgehobenworden sei, alle Menschen zu mirzöge.“ (3 Nephi 27:13,14.)Im Zuge dieser Predigt offenbarte erseine zweite Aufgabe, nämlich uns einVorbild zu sein: „Ihr wisst, was ihr in meinerKirche tun müsst; denn die Werke, die ihrmich habt tun sehen, die sollt ihr auch tun.“(3 Nephi 27:21.)Seine erste Aufgabe habe ich als seineMission bezeichnet. Die zweite möchte ichals sein Wirken bezeichnen. Auf diese beidenKomponenten seines Lebens – seine Missionund sein Wirken – möchte ich nun eingehen.Die Mission Jesu Christi: das SühnopferSeine Mission war das Sühnopfer. DieseMission konnte nur er erfüllen. Als Sohneiner irdischen Mutter und eines unsterblichenVaters war er der Einzige, der freiwilligsein Leben hingeben und es wieder aufnehmenkonnte (siehe Johannes 10:14-18). Dieherrlichen Folgen seines Sühnopfers warenunbegrenzt und ewig. Er nahm dem Tod denStachel, sodass die Trauer am Grab nicht vonDauer ist (siehe 1 Korinther 15:54,55). Dassdas Sühnopfer seine Aufgabe war, war schonvor der Schöpfung und dem Fall bekannt.Es sollte nicht nur die Auferstehung und dieUnsterblichkeit der gesamten Menschheit zustandebringen, sondern auch die Vergebungunserer Sünden ermöglichen – gemäß denvon ihm festgelegten Bedingungen. Somitbereitet das Sühnopfer den Weg dafür, dasswir mit dem Heiland und mit unserer Familieauf ewig vereint sein können. Diese Aussichtbezeichnen wir als das ewige Leben – diegrößte Gabe, die Gott dem Menschen gewährenkann (siehe LuB 14:7).Niemand sonst konnte das Sühnopfervollbringen. Niemand anders, und hätte ernoch so großen Reichtum und große Macht,könnte jemals auch nur eine einzige Seele erretten– nicht einmal seine eigene (siehe Matthäus19:24-26). Und von niemand anderemwird erwartet und niemandem ist es gestattet,für die ewige Errettung eines anderen MenschenBlut zu vergießen. Jesus hat dies „einfür alle Mal“ vollbracht (Hebräer 10:10).Das Sühnopfer wurde zur Zeit des NeuenTestaments vollbracht, doch viele Ereignisseaus dem Alten Testaments deuten bereits aufdessen umfassende Bedeutung hin. Adamund Eva wurde geboten, als „Sinnbild für dasOpfer des Einziggezeugten des Vaters“ Opferdarzubringen (siehe Mose 5:7). Wie? Durchdas Vergießen von Blut. Aus eigener Erfahrungbestätigten sie die Schriftstelle, dass „dieLebenskraft des Fleisches … im Blut [sitzt]“(Levitikus 17:11).Ein Arzt weiß, dass Probleme auftreten, sobaldirgendein Organ nicht mehr durchblutetwird. Wird das Bein nicht mehr richtig durchblutet,kann ein Gangrän die Folge sein. Wirddas Gehirn nicht durchblutet, kann es zueinem Schlaganfall kommen. Fließt das Blutnicht mehr richtig durch ein Herzkranzgefäß,kann ein Herzinfarkt entstehen. Wird eineBlutung nicht gestillt, tritt der Tod ein.Adam, Eva und Generationen nach ihnenmachten die Erfahrung, dass ein Tier verendet,wenn sein Blut vergossen wird. Für ihrrituelles Opfer war aber nicht bloß irgendeinTier gut genug. Es musste ein Erstlingder Herde sein und außerdem makellos(siehe beispielsweise Exodus 12:5). DieseFRAU, SIEHE, DEIN SOHN! (STABAT MATER), GEMÄLDE VON JAMES TISSOT © BROOKLYN MUSEUM, BROOKLYN, NEW YORK; EINSCHUB: AUSSCHNITT AUS DEM GEMÄLDE IM GARTEN GETSEMANI VON CARL HEINRICH BLOCHDerErretterhat seinBlut für dieganze Menschheitnicht erst amKreuz vergossen,wo die Peindes Sühnopfersvollendet wurde,sondern auchschon im GartenGetsemani.20 Liahona


Voraussetzungen symbolisierten das Opfer, das das makelloseLamm Gottes letztlich vollbringen sollte.Adam und Eva erhielten das Gebot: „Darum sollst du alles,was du tust, im Namen des Sohnes tun, und du sollstumkehren und Gott im Namen des Sohnes anrufen immerdar.“(Mose 5:8.) Von diesem Tag an bis zur Mitte der Zeitenwar das Tieropfer ein Sinnbild und sozusagen ein Schattendes bevorstehenden Sühnopfers des Gottessohnes.Als das Sühnopfer vollbracht war, war durch diesesgroße und letzte Opfer das Gesetz des Mose erfüllt (sieheAlma 34:13,14) und daher wurde auch der Brauch, Tierezu opfern, hinfällig, der gezeigt hatte, dass „die Lebenskraftdes Fleisches … im Blut [sitzt]“ (Levitikus 17:11). Jesus haterklärt, dass die Bestandteile der bisherigen Opferbräuchedurch das Sühnopfer aufgehoben worden waren und nundas Abendmahl symbolisch daran erinnert. Beachten Siewiederum den Bezug zu Leben, Fleisch und Blut:„Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch:Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst undsein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewigeLeben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.“( Johannes 6:53,54.)Dank des Sühnopfers Jesu Christi werden alle Menschen– ja, alle, die es wollen – erlöst. Der Erretter hat sein Blutfür die ganze Menschheit nicht erst am Kreuz, sondernauch schon im Garten Getsemani vergossen. Hier nahmer die Last der Sünden aller Menschen, die je gelebt habenund je leben werden, auf sich. Unter dieser schweren Lastblutete er aus jeder Pore (siehe LuB 19:18). Das qualvolleSühnopfer fand am Kreuz auf Golgota seine Vollendung.Der Prophet Joseph Smith fasste die Bedeutung desSühnopfers so zusammen: „Die wesentlichen Grundsätzeunserer Religion sind das Zeugnis der Apostel und Prophetenüber Jesus Christus, dass er gestorben ist, begrabenwurde und am dritten Tag wieder auferstanden und dannin den Himmel aufgefahren ist; und alles andere, was mitunserer Religion zu tun hat, ist nur eine Beigabe dazu.“ 1Mit dieser Vollmacht und mit tiefer Dankbarkeit verkündeich Jesus Christus und gebe Zeugnis von ihm.Das Wirken Jesu Christi: sein BeispielDie zweite weitreichende Aufgabe des Herrn im Erdenlebenbestand darin, uns als Vorbild zu dienen. BeispielhaftesLeben machte sein irdisches Wirken aus. Dazu zählen auchApril 2013 21


seine Lehren, seine Gleichnisse und seinePredigten. Dazu gehören ebenso auch seineWunder, sein liebevolles Wohlwollen undseine Langmut gegenüber den Menschenkindern(siehe 1 Nephi 19:9). Dazu gehört auch,wie er voll Mitgefühl von seiner PriestertumsvollmachtGebrauch macht. Dazu zählt seinerechtschaffene Entrüstung, als er Sünde verurteilt(siehe Römer 8:3) und als er die Tischeder Geldwechsler umstößt (siehe Matthäus21:12). Auch sein Kummer gehört dazu. Erwurde verspottet, gegeißelt und von seinemVolk abgelehnt (siehe Mosia 15:5) – und erwurde sogar von einem seiner Jünger verratenund von einem anderen verleugnet (sieheJohannes 18:2,3,25-27).So wunderbar sein Wirken auch war – esist nicht allein er, der sich durch so etwas auszeichnet.Die Zahl derer, die dem Beispiel Jesufolgen können, ist unbegrenzt. Seine Prophetenund Apostel und andere bevollmächtigteDiener haben ähnliche Taten vollbracht. Vielehaben um seinetwillen Verfolgung erlitten(siehe Matthäus 5:10; 3 Nephi 12:10). Auch inunserer Zeit sind uns allen Brüder und Schwesternbekannt, die aufrichtig bestrebt sind, demBeispiel des Herrn nachzueifern – selbst wenndas mitunter einen hohen Preis erfordert.So soll es auch sein. Das erhofft er sichfür uns, denn er hat uns aufgefordert, seinemBeispiel zu folgen. Sein Aufruf istunmissverständlich:• „Was für Männer sollt ihr sein? … So,wie ich bin.“ (3 Nephi 27:27; sieheauch 3 Nephi 12:48.)• „Kommt her, folgt mir nach! Ich werdeeuch zu Menschenfischern machen.“(Matthäus 4:19.)• „Ich habe euch ein Beispiel gegeben,damit auch ihr so handelt, wie ich aneuch gehandelt habe.“ ( Johannes 13:15;siehe auch Johannes 14:6.)Diese und andere Schriftstellen wurdennicht als Anregungen verfasst. Es sind göttlicheBefehle! Von uns wird erwartet, dass wir seinemBeispiel folgen!Um unseren Wunsch, ihm zu folgen, zuvertiefen, können wir fünf Aspekte seinesLebens betrachten, die wir uns zum Vorbildnehmen können.LiebeWenn ich Sie fragen würde, welche Eigenschaftsein Leben vor allem auszeichnet,würden Sie wohl die Liebe nennen. Sieumfasst sein Mitgefühl, seine Güte, seineNächstenliebe, seine Hingabe, seine Vergebungsbereitschaft,seine Barmherzigkeit,seine Gerechtigkeit und noch vieles mehr.Jesus liebte seinen Vater und seine Mutter(siehe Johannes 19:25-27). Er liebte seine Familieund die Heiligen (siehe Johannes 13:1;2 Thessalonicher 2:16). Er liebte den Sünder,ohne die Sünde zu entschuldigen (sieheMatthäus 9:2; LuB 24:2). Und er hat erklärt,wie wir ihm unsere Liebe zeigen können. Ersagt: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meineGebote halten.“ ( Johannes 14:15.) Dass seineLiebe nicht bedingungslos ist, unterstreichter mit der Aussage: „Wenn ihr meine Gebotehaltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, sowie ich die Gebote meines Vaters gehaltenhabe und in seiner Liebe bleibe.“ ( Johannes15:10; siehe auch LuB 95:12; 124:87.)Jesus brachte seine Liebe dadurch zumAusdruck, dass er diente. Er diente Gott, under diente den Menschen, unter denen er lebteund wirkte. In beidem sollen wir seinem Beispielfolgen. Wir sollen Gott dienen, „auf allenseinen Wegen“ wandeln und ihn lieben (sieheDeuteronomium 10:12; siehe auch 11:13;Josua 22:5; LuB 20:31; 59:5). Und wir sollenunseren Nächsten lieben, indem wir ihm dienen(siehe Galater 5:13; Mosia 4:15,16). Dasbeginnt in der Familie. Die tiefe Liebe, dieEltern mit ihren Kindern verbindet, entstehtdaraus, dass sie in jener Zeit, da die Kindervöllig auf sie angewiesen waren, immer fürsie da gewesen sind. Später haben pflichtbewussteKinder vielleicht die Gelegenheit,DIE BERGPREDIGT, GEMÄLDE VON JAMES TISSOT; EINSCHUB: AUSSCHNITT AUS DEM GEMÄLDE CHRISTUS UND DER REICHE JÜNGLING VON HEINRICH HOFMANN, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DER C. HARRISON CONROY CO.Was Jesusvorallenanderen Lehrernauszeichnete, war,dass er Wahrheitenvon ewiger Bedeutunglehrte. Nurer konnte uns denZweck unseres Lebensoffenbaren.22 Liahona


diese Liebe zu erwidern, indem sie sich um ihre betagtenEltern kümmern.Heilige HandlungenEin zweiter Aspekt im beispielhaften Leben Jesu bestanddarin, dass er großen Wert auf heilige Handlungen legte.Im Laufe seines irdischen Wirkens hat er immer wiedergezeigt, wie wichtig die errettenden heiligen Handlungensind. Er ließ sich von Johannes im Jordan taufen. SelbstJohannes wollte wissen: „Warum?“Jesus erklärte: „Nur so können wir die Gerechtigkeit …ganz erfüllen.“ (Matthäus 3:15; Hervorhebung hinzugefügt.)Nicht nur die heilige Handlung war unerlässlich, sondernauch das Beispiel, das Jesus und Johannes gaben.Später führte der Erretter das Abendmahl ein. Er erklärtedie Symbolik des Abendmahls und reichte seinen Jüngerndie heiligen Symbole (siehe Matthäus 26:26-28; Markus14:22-24; Lukas 24:30).Auch der Vater im Himmel hat uns im Hinblick aufheilige Handlungen Anweisungen gegeben, nämlich: „Ihr[müsst] von neuem in das Himmelreich geboren werden,nämlich aus Wasser und aus dem Geist, und müsst durchBlut gesäubert werden, nämlich das Blut meines Einziggezeugten,damit ihr von aller Sünde geheiligt werdet undeuch erfreuen könnt an den Worten des ewigen Lebens indieser Welt und an ewigem Leben in der künftigen Welt, ja,an unsterblicher Herrlichkeit.“ (Mose 6:59.)In der Zeit nach dem irdischen Wirken des Herrn wurdendie höheren, für die Erhöhung erforderlichen Verordnungenoffenbart (LuB 124:40-42). Diese heiligen Handlungenwerden in seinem heiligen Tempel vollzogen. Heutekönnen Menschen, die sich ausreichend vorbereitet haben,die Waschung, die Salbung und das Endowment empfangen(siehe LuB 105:12,18,33; 110:9; 124:39). Im Tempelkann man an seinen Ehepartner, seine Vorfahren und seineNachkommen gesiegelt werden (siehe LuB 132:19). UnserMeister ist ein Gott, der sich an Gesetze und an Recht undOrdnung hält (siehe LuB 132:18). Dass er so viel Wert aufheilige Handlungen legte, ist ein wichtiger Aspekt seinesbeispielhaften Lebens.GebetDer dritte Aspekt des beispielhaften Wirkens des Herrnist das Beten. Jesus betete zu seinem Vater im Himmelund lehrte auch uns, wie wir beten sollen. Wir sollendurch die Macht des Heiligen Geistes im Namen seinesSohnes Jesus Christus zu Gott, dem ewigen Vater, betenApril 2013 23


(siehe Matthäus 6:9-13; 3 Nephi 13:9-13; JSÜ, Matthäus6:9-15). Die Fürbitte Jesu im 17. Kapitel des Johannesevangeliumsist ein wunderschönes Gebet. Hier sprichtder Sohn offen mit seinem Vater und betet für seineJünger, die er liebt. Er gibt uns somit ein Beispiel,wie wir sinnvoll und mitfühlend beten sollen.WissenDer vierte Aspekt des Beispiels Jesu besteht darin, wieer sein göttliches Wissen angewandt hat. Wie bereitserwähnt, erkennen viele Nichtchristen an, dass Jesus eingroßer Lehrer war. Das war er auch. Doch wodurch zeichnetensich seine Lehren wirklich aus? War er ein begabterLehrer in den Bereichen Technik, Mathematik oder Naturwissenschaft?Als Schöpfer dieser Welt und weiterer Welten(siehe Mose 1:33) hätte er das sicher sein können. AlsVerfasser heiliger Schriften hätte er bestimmt die Kunst desSchreibens perfekt unterrichten können.Was ihn jedoch vor allen anderen Lehrern auszeichnete,ist die Tatsache, dass er Wahrheiten von ewiger Bedeutunglehrte. Nur er konnte uns den Zweck unseres Lebens offenbaren.Nur durch ihn konnten wir von unserem vorirdischenDasein und unserem Potenzial nach diesem Leben erfahren.Bei einer Gelegenheit erklärte der größte aller Lehrerseinen skeptischen Zuhörern einmal, dass es drei Zeugenfür ihn gab:• Johannes den Täufer,• die Werke, die Jesus vollbracht hatte,• das Wort Gottes, des ewigen Vaters (siehe Johannes5:33-37).Dann nannte er noch einen vierten Zeugen: „Erforscht dieSchriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben;gerade sie legen Zeugnis über mich ab.“ ( Johannes 5:39.)Das Wort meint scheint hier auf den ersten Blick fehlam Platz zu sein. Aber es ist von großer Bedeutung fürdas, was Jesus damit sagen wollte. Er wusste, dass vieleseiner Zuhörer tatsächlich meinten, in den heiligen Schriftendas ewige Leben zu haben. Doch das war ein Irrtum.Die heiligen Schriften allein können uns nicht das ewigeLeben schenken. Natürlich sind die heiligen Schriftenmachtvoll, aber diese Macht kommt von Jesus selbst. Er istdas Wort: Logos. Die Macht des ewigen Lebens ruht in ihm,der „im Anfang … das Wort [war], und das Wort war beiGott, und das Wort war Gott“ ( Johannes 1:1; siehe auch2 Nephi 31:20; 32:3). Da seine Skeptiker in ihrer Haltungso störrisch waren, tadelte er sie: „Und doch wollt ihrnicht zu mir kommen, um das [ewige] Leben zu haben.“( Johannes 5:40.)Der Meister könnte uns mit seinem göttlichen Wissenvöllig überrumpeln, aber das tut er nicht. Er achtet unsereEntscheidungsfreiheit. Er lässt uns die Freude, selbst etwaszu entdecken. Er fordert uns auf, von unseren Fehlernumzukehren. Er lässt uns die Freiheit erleben, die darausresultiert, dass wir seinem göttlichen Gesetz bereitwilliggehorchen. Ja, die Art und Weise, wie er sein Wisseneinsetzt, ist für uns ein großes Beispiel.AusdauerDer fünfte Aspekt des irdischen Wirkens des Herrnist seine Entschlossenheit, bis ans Ende auszuharren. Erentzog sich nie seiner Aufgabe. Auch wenn das Leid, daser ertrug, unser Vorstellungsvermögen übersteigt, gab ernie auf. Durch immer schwierigere Prüfungen führte erseinen Auftrag, für die Sünden aller Menschen zu sühnen,zu Ende. Seine letzten Worte am Kreuz waren: „Es ist vollbracht!“( Johannes 19:30.)Der Bezug zu unserem LebenDiese fünf Aspekte seines Wirkens können auch wir indie Tat umsetzen. Gewiss lässt sich die Tatsache, dass wirJesus verehren, am besten dadurch an den Tag legen, dasswir bestrebt sind, ihm nachzueifern.Wenn wir schrittweise begreifen, wer Jesus ist und waser für uns getan hat, erfassen wir zumindest ansatzweise,wie folgerichtig jenes erste und wichtigste Gebot ist: „Du[sollst] den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzenund ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deinerKraft.“ (Markus 12:30.) Mit anderen Worten: Alles, was wirdenken, tun und sagen, soll von unserer Liebe zu ihm undseinem Vater durchdrungen sein.Fragen Sie sich: „Gibt es jemanden, den ich mehr liebeals den Herrn?“ Vergleichen Sie dann Ihre Antwort mit diesenAussagen des Herrn:• „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meinernicht würdig.“• „Wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meinernicht würdig.“ (Matthäus 10:37.)Die Liebe zur Familie und zu Freunden, so groß sie auchsein mag, wird noch viel tiefer, wenn sie in der Liebe zuJesus Christus verankert ist. Durch ihn gewinnt die LiebeDIE GANZE STADT WAR VERSAMMELT, GEMÄLDE VON JAMES TISSOT24 Liahona


BeispielhaftesLebenmachteJesu irdischesWirken aus. Dazuzählen auch seineLehren, seineGleichnisse undseine Predigten.Dazu gehört, dasser voll Mitgefühlvon seiner PriestertumsvollmachtGebrauch machte.der Eltern zu ihren Kindern tiefere Bedeutung in diesemund im nächsten Leben. Alle von Liebe geprägten Beziehungenwerden in ihm noch weiter gesteigert. Die Liebe zuunserem Vater im Himmel und zu Jesus Christus schenktuns das Licht, die Inspiration und die Motivation, andereauf heiligere Weise zu lieben.Bei den heiligen Handlungen wird der Schwerpunktauf einen Dienst gelegt, der von ewigem Wert ist. DieEltern sollten vor Augen haben, welche heilige Handlungjedes ihrer Kinder als nächste benötigt. Die Heimlehrer sollenebenfalls daran denken, welche heilige Handlung beiden Familien, die sie betreuen, als nächste ansteht.Das Beispiel, das Jesus im Hinblick auf das Gebet gegebenhat, zeigt uns, dass das persönliche Gebet, das Familiengebetund die gebeterfüllte Erfüllung unserer Aufgabenin der Kirche Teil unseres Lebens werden sollen. DenWillen des Vaters zu kennen und zu tun schenkt uns großegeistige Kraft und Zuversicht (siehe LuB 121:45). Wir wollenauf der Seite des Herrn stehen.Das Wissen „von Dingen, wie sie wirklich sind, und vonDingen, wie sie wirklich sein werden“ ( Jakob 4:13), lässtuns nach wahren Grundsätzen und Lehren handeln. DiesesWissen bringt unser Verhalten auf eine höhere Ebene. EinVerhalten, das sonst vielleicht von selbstsüchtigen Wünschenoder nur auf Basis von Gefühlen ausgelöst wordenwäre, weicht einer Tat, die vom Verstand und von richtigenGrundsätzen geprägt ist.Die Entschlossenheit, bis ans Ende auszuharren, bedeutetetwa auch, dass wir nicht darum bitten, aus einerBerufung entlassen zu werden. Sie bedeutet, dass wir einwürdiges Ziel weiterhin unbeirrt verfolgen. Sie bedeutet,dass wir einen lieben Menschen, der in die Irre gegangenist, niemals aufgeben. Und sie bedeutet, dass wir die ewigenFamilienbande immer wertschätzen, auch in schwierigenZeiten, bei Krankheit, Behinderung oder Tod.Von ganzem Herzen bete ich darum, dass der Einflussdes Herrn, der in uns eine Wandlung herbeiführt, sich tiefgreifendauf Ihr Leben auswirkt. Jeder von uns kann durchdie Mission und das Wirken Jesu gesegnet werden – jetztund für immer. ◼Aus einer Ansprache, die am 18. August 1998 bei einer Andacht an derBrigham-Young-Universität gehalten wurde. Den englischen Text findenSie in voller Länge unter speeches.byu.edu.ANMERKUNG1. Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, Seite 55April 2013 25


DieOsterwocheFOTOS © IRIUnser Erlöser Jesus Christus vollbrachte das Sühnopfer – dazugehören sein Leiden in Getsemani, die Kreuzigung auf Golgotaund seine Auferstehung vom Grab – in der letzten Woche seinesErdenlebens.Ehe die Erde erschaffen wurde, legte der himmlische Vater beimRat im Himmel uns, seinen Kindern, seinen Plan vor. Wir jauchztenvor Freude, als der Vater im Himmel Jesus Christus erwählte,den Erlösungsplan auszuführen (siehe Ijob 38:7und Abraham 3:27). Jesus, der von Maria zu Betlehemgeboren wurde, führte ein Leben ohne Sünde. Dankseines Sühnopfers können wir zum Vater im Himmelzurückkehren und ewiges Leben erlangen.Jesus Christus wird in Macht und Herrlichkeitwiederkommen, um im Millennium auf Erdenzu regieren, und er wird am Jüngsten Tag alleMenschen richten.Die abgebildeten Szenen aus den Videoszur Bibel stellen Ereignisse aus der letztenWoche im Leben Jesu dar. Vielleicht möchtenSie zu jedem Bild die angegebenenSchriftstellen lesen. Eine chronologischeAufstellung der Ereignisse finden Sieim Schriftenführer unter dem StichwortEvangelien in der Übersicht „Harmonieder Evangelien“. Die Videos zur Bibelstehen unter biblevideos.lds.org zurVerfügung.26 Liahona


Fünf Tage vor demPaschafest zog Jesus,wie es prophezeitworden war, auf einemEsel in Jerusalemein. Die Menschen erkanntenihn als ihrenKönig an, riefen „Hosanna!“und breitetenauf dem Boden vordem Esel ihre Kleidersowie Palmzweige aus(siehe Matthäus 21:1-11; Markus 11:1-11;Sacharja 9:9).Zum zweiten Mal während seines irdischen Wirkens reinigte Jesus die Höfedes Tempels. „Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber machtdaraus eine Räuberhöhle“, warf er den Geldwechslern vor (Matthäus 21:13).Im Tempel kamen viele Lahme und Blinde zu ihm, und er heilte sie. Doch alsdie Hohen Priester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er vollbrachte,wurden sie böse und überlegten, wie sie ihn aus der Welt schaffenkönnten (siehe Matthäus 21:12-17; Markus 11:15-19).Jesus Christus, der Einziggezeugtedes Vaters, ließ sich herab, auf dieErde zu kommen, um alle Menschenvom Fall zu erlösen (siehe 1 Nephi11:16-22, 26-33; Alma 7:10-13).April 2013 27


Im Garten Getsemani knieteder Erlöser zum Beten nieder,und seine Qualen für die Sündender Welt ließen ihn „derSchmerzen wegen zittern undaus jeder Pore bluten und anLeib und Geist leiden“ (LuB19:18). Bald darauf wurdeJesus von Judas Iskariot undeiner Gruppe bewaffneterMänner festgenommen,und alle Jünger verließenden Herrn und flohen (sieheMatthäus 26:36-56; Markus14:32-50; Lukas 22:39-53).Im Laufe dieser Woche hielt der Heiland einigeseiner einprägsamsten Predigten, wie etwa dieüber das Opfer der Witwe (siehe Markus 12:41-44;Lukas 21:1-4).Bei seinem letzten Mahl verhieß Jesusden Aposteln, dass sie nach seinemWeggang den Tröster, den HeiligenGeist, empfangen würden. Er wiessie an, zu seinem Gedächtnis vomAbendmahl zu nehmen. Später andiesem Abend legte Jesus imGebet Fürbitte für seine Jüngerein und betete darum,dass sie eins sein mögen(siehe Matthäus 26:17-30; Markus 14:12-26;Lukas 22:14-32;Johannes 13 bis 17).


Nach dem gesetzwidrigen Gerichtsverfahren undder brutalen Geißelung ließ Jesus Christus es zu,dass er gekreuzigt wurde, womit er das „großeund letzte Opfer“ vollendete, das allen KindernGottes die Errettung ermöglicht (siehe Alma34:14,15). Ehe die Dunkelheit anbrach, nahmenJünger Jesu seinen Leichnam vom Kreuz, hülltenihn in ein Leinentuch mit wohlriechenden Salbenund legten ihn in ein Grab (siehe Matthäus 27;Lukas 23; Markus 15; Johannes 19).Der Sonntagmorgen brach an, und Maria aus Magdala kam mit anderentreuen Frauen ans Grab, um Jesu Leichnam zu salben. Sie stellten fest,dass der Stein weggerollt worden war, und zwei Engel verkündeten diefrohe Botschaft: „Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden.“ (Matthäus28:6.) Der auferstandene Erretter hatte den Tod besiegt und für uns alleden Weg bereitet, wie wir wieder zum Leben auferweckt werden können:„Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendiggemacht werden.“ (1 Korinther 15:22; siehe Matthäus 28; Markus 16;Lukas 24; Johannes 20.) ◼April 2013 29


WIE MANKindernHILFT, SICH AUF DIE TAUFE VORZUBEREITENJessica Larsen und Marissa WiddisonZeitschriften der KircheZu den schönsten Kindheitserinnerungen gehört,dass man Dinge zum ersten Mal erlebt: Zum erstenMal Fahrrad fahren, der erste Schultag, ein neuesEssen – all das sind spannende Abenteuer im Leben einesKindes. Wir Erwachsenen dürfen unsere Kinder auf dieserEntdeckungsreise begleiten. Als Mitglieder der Kirche dürfenwir ihnen außerdem helfen, im Evangelium voranzukommen(siehe LuB 68:25). Wie können wir dafür sorgen,dass die Taufe eines Kindes – der erste Bund, den manmit dem Vater im Himmel schließt – zu einem schönenund bedeutsamen Erlebnis wird?„Es ist der grundlegende Zweck dieser Kirche, jungeMenschen zu unterweisen: zuerst zu Hause und dann inder Kirche“, erklärte Präsident Boyd K. Packer. 1Hier berichten Eltern, wie sie ihre Kinder auf die heiligenHandlungen Taufe und Konfirmierung vorbereiten.Wir fangen früh an„Der siebte Geburtstag eines Kindes ist für uns etwasBesonderes“, meint Lori, Mutter von vier Kindern. Sie undihr Mann sprechen mit ihren Kindern von klein auf überdie Taufe. Doch wenn ein Kind sieben wird, beginnt dieFamilie mit konkreten Vorbereitungen. Ein Familienabendim Monat wird einem bestimmten Thema gewidmet, dasin Zusammenhang mit der Taufe steht, beispielsweiseBündnisse oder das Beispiel, das Jesus uns gegeben hat.Lori erklärt, warum der Familienabend in dem Monat,in dem das Kind acht Jahre alt wird, immer besondersschön ist. Sie zeigt dem Kind die Kleidung, die es getragenhat, als es einen Namen und einen Segen erhielt, underzählt ihm von dem Tag, an dem diese heilige Handlungvollzogen wurde.„Das ist ein guter Zeitpunkt, auch die Segnungen derTempelbündnisse anzusprechen“, betont Lori. „Uns ist eswichtig, darauf hinzuweisen, dass die Entscheidung, sichtaufen zu lassen, der erste Schritt ist, sich auf die Segnungendes Tempels vorzubereiten.“Eine Sache für die ganze FamilieMonica, Mutter von vier Kindern, empfiehlt, die älterenGeschwister möglichst mit einzubeziehen, wennsich ein Kind auf die Taufe vorbereitet. „Es ist für einKind beeindruckend, wenn ihm ältere Geschwistervon ihrer Taufe erzählen“, erklärt sie. Lori merkt an,dass sie manchmal auch das Kind, das sich auf dieTaufe vorbereitet, bittet, den jüngeren Geschwisternzu erzählen, was es dabei lernt.30 Liahona


FOTOS VON JOHN LUKE, CRAIG DIMONDUND CODY BELLEin Werkzeug für die MissionsarbeitAls Daniels Tochter acht Jahre alt wurde, war klar, dasssie bei ihrer Taufe auch Freunde bei sich haben wollte, dienicht der Kirche angehörten. Also beschloss die Familie,Freunde aus der Schule und der Nachbarschaft zu AllisonsTaufe einzuladen. Sie baten die Freunde, ihre Lieblingsschriftstellenaus der Bibel zur Taufe mitzubringen. Nachder Taufe markierte Allison diese Verse in ihrer neuenBibel und schrieb den Namen der Freunde daneben.„Natürlich spielt die Familie an diesem Tag eine großeRolle. Aber wir haben ihr auch Zeit gelassen, sich nachder Taufe mit ihren Freunden zu unterhalten und ihnenzu erzählen, wie sie die Taufe erlebt hat“, sagt Daniel. „Esist uns sehr zu Herzen gegangen, wie unser Kind hier mitgutem Beispiel vorangeht.“Wir üben das Interview mit dem BischofKimberly, deren Kinder bald das Taufalter erreichen,weiß noch genau, wie es war, als sie mit acht Jahren dasBüro des Bischofs betrat, weil das Taufinterview anstand.„Ich war sehr nervös!“, berichtet Kimberly.Sie möchte ihre Kinder unbedingt vorbereiten, damit siekeine Angst vor diesem Gespräch haben. Sie und ihr Mannerklären den Kindern, wie ein solches Gespräch mit demBischof abläuft, und stellen ihnen Fragen über die Taufe,wie der Bischof es tun würde. Dadurch werden die Kindernicht nur damit vertraut, wie ein solches Gespräch geführtwird, sondern werden auch angeregt, sich wirklich Gedankendarüber zu machen, was ihnen der Taufbund bedeutet.Eine schöne AufgabeDiese Eltern haben alle darauf hingewiesen, dass sienichts Außergewöhnliches tun, um ihre Kinder auf dieTaufe und die Konfirmierung vorzubereiten, aber siegebrauchen Begriffe wie „sorgfältig“ oder „beständig“,um ihre Bemühungen über die Jahre hinweg zu beschreiben.„Wir legen Wert darauf, dass unsere Kinderwissen, dass dies ein wichtiger Schritt ist – eine großeSache“, meint Kimberly. „Uns war es wichtig, sie selbstdarauf vorzubereiten und das nicht den PV-Lehrerinnenzu überlassen.“Es ist eine schöne Aufgabe, die Kinder, die wir lieben,bei der Vorbereitung auf die Taufe und die Konfirmierungzu begleiten! Wenn wir dies gebeterfüllt tun, ist der Herrmit uns, und dann wird diese erste Erfahrung, ein Bündnismit Gott zu schließen, zu einer festen Grundlage fürdie weitere geistige Entwicklung des Kindes. ◼Auf den folgenden zwei Seiten werden Fragen vonKindern zur Taufe und Konfirmierung beantwortet.ANMERKUNG1. Boyd K. Packer, „Die Kinder unterweisen“, Liahona, Mai 2000, Seite 16April 2013 31


KINDERAlles über die TaufeMarissa WiddisonZeitschriften der KircheWer wird michtaufen?Der Täufer mussdas Priestertum tragen– die Vollmacht,im Namen Gottes zuhandeln. Als Jesussich taufen lassenwollte, ging er zuJohannes dem Täufer,der das Priestertumtrug (sieheMatthäus 3:13).Derjenige, derdich taufen soll, holtdie Genehmigungdes Bischofs oderZweigpräsidentenein.Muss ich bei derTaufe untergetauchtwerden?Jesus wurdedurch Untertauchengetauft,was bedeutet,dass er vollständigvom Wasserbedeckt war unddann wieder ausdem Wasser stieg(siehe Matthäus3:16). So wirstauch du getauft.Die Taufe durchUntertauchenist ein Zeichendafür, dass mansein altes Lebenhinter sich lässtund ein neuesLeben beginnt –ein Leben, in demman bestrebt ist,Gott und seinenMitmenschen zudienen.Was verspreche ich bei der Taufe?Wenn du dich taufen lässt,schließt du einen Bund mit demVater im Himmel, das heißt, ihrbeide versprecht einander etwas.Du versprichst dem Vater im Himmel,dass du einiges tun wirst,und er verspricht dir, dass er dichsegnen wird. Dieser Bund wird inden Abendmahlsgebeten beschrieben,die jeden Sonntag gesprochenwerden (siehe LuB 20:77-79). Duversprichst:• an Jesus Christus zu denken• seine Gebote zu halten• den Namen Christi auf dichzu nehmen, was bedeutet,dass du sein Werk an die ersteStelle setzt und das tust, waser möchte, anstatt das zu tun,was die Welt möchteWenn du dieses Versprechenhältst, verheißt dir der Vater imHimmel, dass der Heilige Geist mitdir sein wird und dass dir deineSünden vergeben werden.FOTO © DYNAMIC GRAPHICS; FOTOS VON DAVID STOKER, MATTHEWREIER UND SARAH JENSON32 Liahona


Was ist der Heilige Geist?Die Gabe des Heiligen Geistes ist eineder kostbarsten Gaben des himmlischenVaters. Die Taufe mit Wasser ist erstdann vollständig, wenn dir Träger desMelchisedekischen Priestertums einenSegen gegeben haben, durch den duden Heiligen Geist empfängst (sieheJohannes 3:5).Der Heilige Geist gehört zurGottheit. Er gibt Zeugnis vom Vaterim Himmel und von Jesus Christus undlässt uns die Wahrheit erkennen. Erhilft uns, geistig stark zu sein. Er warntuns vor Gefahr. Er hilft uns, zu lernen.Der Heilige Geist lässt uns Gottes Liebespüren.Wenn du konfirmiert und als Mitgliedder Kirche bestätigt bist, kannder Heilige Geist immer bei dir sein –sofern du das Rechte wählst.Warum muss ich für die Taufemindestens acht Jahre alt sein?Der Herr hat gesagt, dassKinder erst getauft werdendürfen, wenn sie alt genugsind, um zwischen richtig undfalsch unterscheiden zu können,also wenn sie acht Jahrealt sind, wie es in den heiligenSchriften heißt (siehe Moroni8:11,12; LuB 29:46,47; 68:27).April 2013 33


ElderJairo Mazzagardivon den SiebzigernZumTempelhingezogenIn vielen guten Menschen ruft der TempelGefühle hervor, die ihnen sofort tief insHerz dringen.Ehe ich als Mitglied des Zweiten Kollegiums der Siebzigerberufen wurde, dienten meine Frau und ich mehrereJahre im Campinas-Tempel und auch im São-Paulo-Tempel in Brasilien. In beiden Tempeln habe ich immerwieder etwas Erstaunliches erlebt, nämlich dass Vorbeireisendesich so zum Tempel hingezogen fühlten, dass sieanhielten, eintraten und Fragen über den Tempel stellten.Wenn sie den Tempel betraten, klärten wir sie auf,dass sie ohne die richtige Vorbereitung nicht weitergehenkonnten. Wir erklärten den Zweck des Tempels undeinige grundlegende Lehren des Evangeliums und ludensie ein, mit den Missionaren zu sprechen. Der Tempelselbst ist ein guter Missionar, denn er ruft in vielen gutenMenschen Gefühle hervor, die ihnen sofort tief ins Herzdringen.Meine Frau Elizabeth und ich kennen die Wirkungdieser Gefühle aus eigener Erfahrung. Vor fast vierzigJahren kam ein guter Freund und Kollege, der der Kircheangehört, in zwanglosen Gesprächen immer wieder aufdas Evangelium zu sprechen. Mehrere Male schickte erdie Missionare zu uns. Wir mochten die Missionare undwaren auch bereit, die Lektionen anzuhören, aber wirwaren an ihrer Botschaft nicht so recht interessiert.34 Liahona


FOTO VON LAURENI FOCHETTODas änderte sich im Oktober 1978, alsmein Kollege viele Freunde, darunter auchuns, zu den Tagen der offenen Tür für denSão-Paulo-Tempel in Brasilien einlud. Er mieteteauf eigene Kosten mehrere Busse, damitseine Freunde den Tempel besuchen konnten,der 80 Kilometer entfernt war.Als Elizabeth den Taufraum betrat, verspürtesie etwas, was sie nie zuvor erlebthatte; es war, wie sie später erkannte, derHeilige Geist. Sie verspürte eine tiefe Freudeim Herzen. In diesem Augenblick wusste sie,dass die Kirche wahr ist und dass sie sichdieser Kirche anschließen wollte.Ich empfand etwas Ähnliches am Endeunseres Rundgangs, als wir in den Siegelungsraumgeführt wurden und dort die Lehrevon der ewigen Familie hörten. Diese Lehrerührte mein Herz an. Ich war erfolgreich imBeruf, verspürte aber schon eine ganze Weileeine Leere im Herzen. Ich wusste nicht, wasdiese Leere füllen könnte, hatte aber immerdas Gefühl gehabt, dass es etwas mit derFamilie zu tun hatte. Dort im Siegelungsraumherrschte in meinen Gedanken und in meinemHerzen plötzlich Klarheit.Schon nach wenigen Tagen kamen dieMissionare wieder zu uns. Dieses Mal interessiertenwir uns wirklich für ihre Botschaft.Die Missionare forderten uns auf, ernsthaftzu beten, um die Wahrheit zu erkennen. Ichfand, dass ich gar nicht anders beten konnte.Mir war klar, dass ich mich der Kirche nurdann anschließen und verpflichten konnte,wenn ich wirklich ein Zeugnis hatte. Es fielmir nicht leicht, den Vater im Himmel im Gebetum eine Bestätigung zu bitten, aber ichwar davon überzeugt, dass er mir antwortenwürde. Ich schüttete ihm mein Herz aus undbat ihn, mir eine Antwort zu geben, die mirGewissheit gab, dass es richtig sei, mich derKirche anzuschließen.In der kommenden Woche saß derFreund, der uns zu den Tagen der offenenTür eingeladen hatte, in der Sonntagsschulehinter mir. Er beugte sich vor und sagteetwas zu mir. Seine Worte waren genau dieAntwort, um die ich gebetet hatte. Ich hattekeinen Zweifel daran, dass der Vater imHimmel durch ihn zu mir sprach. Ich wardamals ein strenger, verhärteter Mann, abernun schmolz mein Herz, und ich begann zuweinen. Nach diesen Worten meines Freundesfragte er mich und meine Frau, ob wiruns taufen lassen wollten. Das wollten wir!Am 31. Oktober 1978, einen knappenMonat nach unserem Erlebnis im São-Paulo-Tempel, ließen wir uns taufen und konfirmieren.Am folgenden Tag nahmen wir an derzweiten Weihungssession für den São-Paulo-Tempel teil. Ein Jahr später kehrten wir mitunseren beiden Söhnen in den Tempel zurück,um als Familie aneinander gesiegelt zuwerden. Diese drei Ereignisse waren wunderschöne,prägende Erlebnisse. Über die Jahrehaben wir diese Gefühle durch regelmäßigenGottesdienst im Tempel lebendig erhalten.Auf den Tag genau 28 Jahre nach unsererTaufe standen meine Frau und ich wiederumim São-Paulo-Tempel in Brasilien. Ich wargerade als Tempelpräsident berufen worden.Wir waren tief bewegt, als wir durch dieFlure des Hauses des Herrn schritten underneut die tiefen Empfindungen verspürten,die unsere Bekehrung ausgelöst hatten.Der Tempel bringt meiner Frau und mirimmer noch große Freude. Wenn wir einjunges Paar sehen, das den Tempel betritt,um als ewige Familie gesiegelt zu werden,spüren wir große Hoffnung.Viele Menschen überall auf der Welt sindbereit, die Botschaft des Evangeliums zuhören. Sie verspüren einen Durst, wie wirihn vor über dreißig Jahren verspürt haben.Der Tempel und die heiligen Handlungenhaben die Kraft, diesen Durst zu stillen unddie Leere, die die Menschen verspüren, zufüllen. ◼April 2013 35


STIMMEN VON HEILIGEN DER LETZTEN TAGEMIT DEM FLUGZEUG STIMMTE ETWAS NICHTAls ich eines Abends mein vollbesetztes Flugzeug zur Startbahnmanövrierte, hatte ich das Gefühl,dass mit dem Lenkgetriebe etwas nichtstimmte. Um diesen Verdacht zu erhärten,lenkte ich das Flugzeug auf dieSeite der Rollbahn und führte einige360°-Umdrehungen aus. Dabei schienjedoch alles in Ordnung zu sein.Ich stellte mir die Frage: „Soll ich startenund die Passagiere pünktlich an ihrZiel bringen, oder soll ich umdrehen?“Ich wusste, wenn ich kehrtmachte,würde das zu einer großen Verspätungführen. Da Rollbahnen nur in einerRichtung befahren werden dürfen,müsste ich warten, bis die BodenkontrolleRaum für mich schaffen konnte,gegen den Verkehr wieder zurückzurollen.Dann müsste ich darauf warten,dass das Wartungsteam das Flugzeugüberprüft. Diese Verzögerungen wärensowohl für die Fluggesellschaft als auchfür die Passagiere unangenehm. DieFahrgäste wurden ja am Zielort erwartetoder sollten ihren Anschlussflugerreichen. Außerdem fragte ich mich,wie es in der Wartungsabteilung wohlaufgenommen werden würde, wennich behauptete, das Flugzeug funktionierenicht richtig, wo ich doch keinerleiBeweise dafür hatte – außer einerdeutlichen Eingebung.Doch als Pilot war ich für unsereSicherheit verantwortlich, und deshalbbeschloss ich, auf mein Gefühl zuhören und umzudrehen.Am Flugsteig sagte ich dem Mechaniker,ich hätte das unbestimmte Gefühl,mit dem Flugzeug stimme etwasnicht, könne das Problem aber nichtgenau feststellen. Er glaubte nicht,dass etwas nicht in Ordnung war.„Wahrscheinlich war es nur die nasseRollbahn“, meinte er. „Vielleicht sind Sieauf dem Asphalt ein wenig gerutscht.“Dennoch erklärte er sich bereit, sich dasLenkgetriebe vorn am Bugrad anzusehen.Nachdem er es überprüft hatte, bater mich, die Passagiere von Bord gehenzu lassen, damit er mit dem Flugzeugeine Testfahrt unternehmen konnte.Als er eine halbe Stunde später zurückkehrte,wirkte er äußerst beunruhigt.Er hatte immer wieder ein Knirschenim Getriebe gehört, und als erdie Bremse betätigte, um umzudrehenund zum Flugsteig zurückzukehren,hatte sich das Flugzeug nicht mehrsteuern lassen und war beinahe vonder Rollbahn abgekommen.Eine gründlichere Inspektion brachtezutage, dass die Bremsen am Abendzuvor falsch gewartet worden waren.Wäre ich am Ende unseres Flugs mitdem Flugzeug gelandet, hätten dieBremsen versagt und ich hätte die Kontrolleüber die Maschine verloren.Mir wurde ein anderes Flugzeugzugewiesen, und so brachte ich diePassagiere mit drei Stunden Verspätungsicher an ihren Bestimmungsort.Ich bin froh, dass ich auf die Eingebungendes Heiligen Geistes gehörthabe. Ich weiß, dass der Geist unsführt, wenn wir den Herrn um Führungbitten und auf die Eingebungenhören, die wir erhalten. ◼Craig Willie, UtahIch fragte mich, wie es in derWartungsabteilung wohl aufgenommenwerden würde, wenn ich behauptete, dasFlugzeug funktioniere nicht richtig, woich doch keinerlei Beweise dafür hatte –außer einer deutlichen Eingebung.ILLUSTRATIONEN VON JOSEPH ALLEMAN


IM LEBEN FREUDE FINDENEinmal las ich eine Generalkonferenzansprachevon Elder RichardG. Scott vom Kollegium der ZwölfApostel. Ich hatte die Ansprache zwarbereits gehört und gelesen, aber diesesMal fiel mir eine Aussage auf, diemir nicht mehr aus dem Sinn ging.Ein paar Stunden später kam meinSohn, der mit einigen Freunden ineiner Wohngemeinschaft lebt, zuBesuch. Er war auf Vollzeitmissiongewesen und hatte bereits ein paarSemester am College studiert. Aberer wusste nicht recht, wie es mit demStudium weitergehen und welchenBeruf er ergreifen sollte. Er war frustriertund hatte das Gefühl, im Momentsei das College reine Zeit- und Geldverschwendung.Daher hatte er dasStudium unterbrochen und angefangen,Vollzeit zu arbeiten.Nun erzählte er mir, seineFreunde hätten vorgeschlagen,sie sollten alle auf eine Insel inden Bahamas oder in der Karibikfahren, sich dort einen Job suchenund ein paar Monate lang einfachdas Leben genießen. Mein Sohn warvon dieser Aussicht begeistert. Verständlicherweisewar so ein sorglosesDahinleben für einen jungen Mannsehr verlockend.Da kam mir Elder Scotts eindringlicheBotschaft wieder in den Sinn.Ich schlug den Ensign auf und lasmeinem Sohn vor: „Sie sind zu einemgottgegebenen Zweck auf der Erde.Dieser Zweck besteht nicht darin,dass man unablässig unterhalten wirdoder ständig nach Vergnügen sucht.Sie sind hier, um geprüft zu werdenund sich zu bewähren, damit Sie dieweiteren Segnungen, die Gott für Siebereithält, empfangen können. Dazubedarf es der Geduld, die uns ausharrenlässt.“ („Im Leben Freude finden“,Der Stern, Juli 1996, Seite 24.)Ohne ein Wort zu sagen, nahmmein Sohn die Zeitschrift, zog sichdamit zurück und las die ganze Ansprachedurch. Später sagte er nur, erwerde bei dem Inselabenteuer nichtmitmachen.Schließlich ging er auf die Polizeiakademie,und auf diesem Weg lernteer seine zukünftige Frau kennen. Sieheirateten im Mesa-Arizona-Tempelund haben drei ganz liebe Kinder.2010 machte mein Sohn seinen Bachelor-Abschluss,und er findet wahrlichFreude im Leben.Das Abenteuer, von dem meinSohn gesprochenhatte, wäre vielleicht eine schöneErfahrung gewesen, aber es hätteauch in geistiger Hinsicht gefährlichwerden können. Wenn ich darübernachdenke, berührt stets der HeiligeGeist mein Herz.Ich bin dankbar für die Worte derPropheten und für die Eingebung,mich an eine Ansprache zu erinnern,durch die ich Führung geben konnte.Ich bin auch dankbar, dass mein Sohnauf einen Boten Gottes gehört undsich dem Einfluss des Geistes geöffnethat. Ich weiß, dass wir viele Segnungenund die liebevolle Barmherzigkeitdes Herrn empfangen, wenn wir dieLehren Jesu und seiner Diener beachtenund befolgen. ◼Karen Rockwood, IdahoAls mir mein Sohn erzählte,dass einer seiner Freundevorgeschlagen hatte, siesollten für ein paar Monatelang auf die Bahamasoder in die Karibikfahren und dorteinfach das Lebengenießen, kammir Elder ScottsBotschaftwieder inden Sinn.April 2013 37


DIE VERBINDUNG WURDE UNTERBROCHENAls mein Mann und ich im März1997 in der russischen StadtRostow am Don lebten, ließen wiruns taufen und wurden Mitglieder derKirche Jesu Christi der Heiligen derLetzten Tage.In dem Maße, wie ich mich mit denLehren der Kirche befasste, wurdenviele meiner Fragen beantwortet. Eswar interessant, den Erlösungsplankennenzulernen, der auch die stellvertretendeTaufe für Verstorbene umfasst.Ich war überrascht zu erfahren,dass man sich für seine verstorbenenVorfahren taufen lassen kann.MeineSchwiegermuttersagte mir, die Taufe fürVerstorbene sei keinechristliche Lehre, das hättennur die Mormonen erfunden.Ein Jahr nach unserer Taufe forderteuns der Missionspräsident auf, uns vorzubereiten,in den Tempel zu gehen.Zu dieser Vorbereitung gehörte auch,dass wir begannen, nach unserenVor fahren zu forschen. Eines Tages,als ich gerade über diese Arbeit nachdachte,klingelte das Telefon. Es warmeine Schwiegermutter. Ich fragte sie,ob sie mir eine Liste mit den Namenverstorbener Vorfahren meines Mannesschicken könne. Sie war erstaunt undsagte mir, die Taufe für Verstorbene seikeine christliche Lehre, das hätten dieMormonen bloß erfunden. Ich wusstenicht, was ich ihr darauf antwortensollte, weil ich keine Schriftstellenkannte, die diese Lehre untermauerten.Während ich noch über eine Antwortnachdachte, wurde die Verbindungunterbrochen. Ich merkte nichtgleich, was eigentlich los war, dochdann legte ich den Hörer auf und gingins Schlafzimmer. Ich nahm das NeueTestament zur Hand, kniete nieder undbat den Vater im Himmel, mir zu zeigen,wo ich eine Antwort finden könne.Nachdem ich gebetet hatte, öffneteich die Bibel. Mir kam es vor, als hättemir jemand gesagt, ich solle auf derSeite, die ich aufgeschlagen hatte,Vers 29 lesen. Dieser Vers stand im15. Kapitel des 1. Korintherbriefes undhandelte von der Taufe für die Toten.Ich war berührt und überrascht,dass der Vater im Himmel mir sofortAntwort auf mein Gebet gegeben hatte.Es war ein wunderschönes Gefühl.Ich war wegen dieses Erlebnissesnoch ganz in Gedanken versunken,als plötzlich das Telefon wieder klingelte.Es war meine Schwiegermutter,die wissen wollte, warum die Verbindungunterbrochen worden war. Ichsagte ihr, ich wisse es auch nicht, undbat sie dann, ihre Bibel aufzuschlagenund 1 Korinther 15:29 zu lesen.Ein paar Tage später lag auf meinemTisch eine Liste mit Namen verstorbenerVorfahren. Meine Schwiegermutterhatte die Schriftstelle gelesenund glaubte mir nun, dass der Heilanddurch den Apostel Paulus die Lehrevon der Taufe für die Verstorbenenhatte verkünden lassen.Gott hat denen, die bei diesem Erlösungswerkmitwirken, große Segnungenverheißen. Das kann ich bezeugen. ◼Seda Meliksetyan, Armenien38 Liahona


WO BEKOMMEICH SO EINEZEITSCHRIFT?Auf einer Reise mit meiner Familievon Nevada nach Alaska knüpfteich mit einer großen, gutaussehenden,freundlichen Frau, die auf deranderen Seite des Gangs saß, einGespräch an.Sie fragte mich nach meinemReiseziel, und ich sagte ihr, wir seienunterwegs nach Juneau, um unserenSohn und seine Familie zu besuchen.Sie sagte, sie sei von Las Vegas. Dannerzählte sie mit belegter Stimme, siereise nach Juneau, um ihre Schwiegerelternzu besuchen und mit ihneneinen Gedenkgottesdienst für ihrenMann abzuhalten, mit dem sie zwanzigJahre lang verheiratet gewesenwar. Er war vor kurzem an Krebsgestorben.Ich schaute zu ihr hinüber unddachte bei mir, wie glücklich ich michschätzen konnte, den Plan der Erlösungzu kennen und Tempelarbeiterim Las-Vegas-Nevada-Tempel zu sein.Ich fragte mich, wie ich die Frau einwenig trösten konnte.Plötzlich kam mir klar und deutlichein Zitat des Propheten Joseph Smithin den Sinn, das ich einmal in derFHV ausgeteilt hatte. Als Joseph Smithdie Frauenhilfsvereinigung ins Lebenrief, sagte er, die Schwestern würden„dem Fremden zu Hilfe eilen, … daswunde Herz des Geplagten mit Ölund Wein beträufeln, … die Tränender Waise trocknen und das Herz derWitwe mit Freude erfüllen“ (Lehrender Präsidenten der Kirche: JosephSmith, Seite 503).Wieder schaute ich hinüber auf dieandere Seite des Ganges. Ich sah vorIch fragte mich, was ich tun konnte, um der Frau, deren Mann vor kurzem verstorbenwar, Trost zu spenden.mir eine Fremde, die geplagt war –eine Witwe mit wundem Herzen. Mirfiel ein, was ich an diesem Tag imEnsign vom Juli 2011 gelesen hatte.Darin gab es einige aufbauende Artikel,die ihr vielleicht Mut machen undTrost spenden konnten.Ich nahm allen Mut zusammen,schlug einen der Artikel auf und batsie, ihn zu lesen. Ich beobachtete sieund stellte überrascht fest, dass siejede Zeile sehr aufmerksam las. Als sieden Artikel gelesen hatte, las sie nocheinen Artikel.Offensichtlich hatte etwas ihr Herzberührt. Sie drückte die Zeitschriftgegen die Brust und wischte sicheine Träne aus dem Auge.„Wo bekomme ich so eine Zeitschrift?“,fragte sie. Ich sagte ihr, siedürfe sie gern behalten. Da las sieweiter darin.Als wir in Juneau ankamen, ergriffsie meine Hand, schaute mir tief indie Augen und sagte: „Danke.“Dieses Erlebnis war für mich einewertvolle Erfahrung. Wir sind umgebenvon Fremden mit wundemHerzen, die Zuspruch brauchen underfahren müssen, was wir als Heiligeder Letzten Tage bereits wissen. ◼Sharon Rather, Nevada, USAApril 2013 39


Manchmal muss manetwas Gutes für etwasBesseres aufgeben.DASBessere GEWÄHLTMatthew D. FlittonZeitschriften der KircheEines Tages überraschte ZoltánSzücs aus Szeged in Ungarnseinen Kajak-Trainer mit derMitteilung, er werde nicht an einemWettkampf in Deutschland teilnehmen.„An diesem Tag sollte meine Taufestattfinden, also sagte ich ab“, erklärtZoltán.Er hatte mit seinen siebzehn Jahrenschon viele Kajak-Wettkämpfe gewonnen.Der Kanusport ist in Ungarn beliebt,und Zoltán war gut – so gut, dasser Aussichten hatte, Profisportler zuwerden. Doch Zoltán verzichtete nichtnur auf diesen einen Wettkampf – balddarauf hörte er mit dem Kanusportganz auf. Er hatte etwas Besseres vor.Der Kanusport hatte Zoltán gutgetan. Durch die jahrelange Arbeit mitseinem Trainer hatte er Selbstdisziplin,Gehorsam und Fleiß gelernt. Außerdemhatte er gelernt, auf Substanzenund Gewohnheiten zu verzichten, dieseine Leistungsfähigkeit beeinträchtigthätten. Es war kein leichtes Leben,eher ein einsames, und wenn er Profiwerden wollte, würde es ihn nochmehr Zeit kosten. Profis trainierenzwölf Stunden am Tag und müssensonntags an Wettkämpfen teilnehmen.„Der Kanusport beanspruchte fastmeine ganze Zeit“, berichtet Zoltán.„Ich war fanatisch. Ich habe vielesandere vernachlässigt.“Deshalb kam Zoltán zu demSchluss, dass es nicht möglich war,sich beidem – dem Evangelium unddem Kanusport – zu widmen. 2004teilte er seinem Trainer mit, dasser mit dem Kajakfahren aufhörenwerde.Einige Monate zuvor hatte seineMutter begonnen, sich die Missionarslektionenanzuhören. Er wollte abernicht daran teilnehmen. Nur ungernkam er zur Taufe seiner Mutter mit.Aber als er das Kirchengebäude betrat,verspürte er etwas, was sein Herzberührte. Zoltán erklärte sich bereit,den Missionaren zuzuhören, teilweiseauch deshalb, weil er sich mit ihnenidentifizieren konnte.„Ich fand die Missionare interessant,weil es normale Menschen waren, dienach einem höheren Maßstab lebten“,erklärt er.Da Zoltán als Kanute bereits nacheinem höheren Maßstab lebte, empfander die Lehren des Evangeliumsals wertvoll. Zwei Monate später ließer sich taufen.Zuerst dachte er, er könnte weiterKajak fahren, ohne sonntags anWettkämpfen teilzunehmen. Aberweil er ein Mensch ist, der alles, wozuer sich entschließt, gut machen will,entschied er sich dafür, den Kanusportganz aufzugeben.Einmal fuhr er nach seiner Taufeeinfach so zum Zeitvertreib Kajak.Da fragte ihn sein Trainer, ob er nichtmithelfen wolle, andere zu trainierenund Fahrten zu organisieren, wenner schon selbst nicht an Wettkämpfenteilnehmen wolle. Aber Zoltán wolltesich weder dem Kanusport noch eineranderen Sache so verpflichten, dass essein Leben als Jünger beeinträchtigte.Deshalb hängte Zoltán sein Paddelan den Nagel und widmete sich vollund ganz dem Dienst in der Kirche.Dabei dachte er auch an eine Entscheidung,die Präsident Howard W. Hunter(1907–1995) getroffen hatte, nachdemer geheiratet hatte. Präsident Hunterwar äußerst musikalisch und spielteDutzende Instrumente. Abends hatteer in einem Orchester gespielt, dochdie Lebensweise derer, mit denen erspielte, stand im Widerspruch zu denGrundsätzen des Evangeliums. Alsostellte Präsident Hunter seine Instrumentebeiseite und holte sie nur nochgelegentlich hervor, um mit der Familiezu musizieren. 1Zoltán vermisst das Kajakfahren,aber ihm ist klar, dass ihm das Kajakfahrenso viel bedeutet, dass es imWettstreit stand mit seiner Liebe zumHerrn und dass es vielleicht sogarüberwogen hätte, falls er den Sportweiter betrieben hätte.OBEN: FOTO © THINKSTOCK; UNTEN: FOTO VON ADAM C. OLSON40 Liahona


Zoltán Szücs aus Szegedin Ungarn hat denKanusport an den Nagelgehängt, um mehr Zeitfür das Evangelium zuhaben.Das Gleiche gilt für jegliches Unterfangen,das uns davon abhält, derMensch zu werden, zu dem Gott unsmachen möchte. Für jeden kann esbesser sein, auf das eine oder anderezu verzichten – selbst wenn es etwasGutes ist –, als deswegen das ewigeLeben aufs Spiel zu setzen.„Die Kirche wurde mein Leben“,meint Zoltán. „Ich wusste, dass ichden Kanusport nicht zum Beruf machenkonnte, wenn ich in der Kircheaktiv sein wollte. Und als reinesHobby konnte ich ihn leichter aufgeben.Ich wollte lieber den Vater imHimmel in den Mittelpunkt rücken.“Zoltán befasste sich mit dem gleichenElan mit dem Evangelium, dener in allem an den Tag legt. Er setztesich zum Ziel, auf Mission zu gehen.Er wollte in seinem eigenen Landbleiben und dort das Evangeliumverkünden.Inzwischen hat er in Ungarn eineMission erfüllt und arbeitet nun alsEnglischlehrer an einer Fachoberschule.Seine Prioritäten richtet erweiterhin am Evangelium aus. „Manchesmuss man einfach aufgeben, weiles einen von Gott fernhält“, erklärter. „Etwas Schlechtes aufzugebenist leicht – sobald man sich darüberim Klaren ist, dass man es aufgebenmuss. Aber die Einsicht, wann manetwas Gutes für etwas Besseres aufgebensollte, ist ungleich schwieriger.Man meint, eben weil es ja nichtsSchlechtes ist, könne man daranfesthalten und dennoch Gottes Planbefolgen.“ Zoltán weiß aber, dass manauch etwas Gutes aufgeben muss,wenn es einen davon abhält, GottesPlan zu folgen. ◼JUNGE ERWACHSENEANMERKUNG1. Siehe Eleanor Knowles, Howard W. Hunter,1994, Seite 81April 2013 41


ICH HABE EINE FRAGE42 Liahona„Wie erkläre ich meinenFreunden, dass es keinegute Idee ist, das Gesetzder Keuschheit zu brechen?“Der Vater im Himmel möchte, dass wir glücklichsind und würdig, seinen Geist bei uns zu haben.Er gibt uns Gebote, damit wir unsere Gedanken,Worte und Taten in den richtigen Grenzen haltenkönnen. Das Gesetz der Keuschheit ist dazu da,dass die Fortpflanzungskraft nur in der Ehe ausgeübt wird.Ein Grund dafür, weshalb Gott gebietet, dass die Fortpflanzungskraftnur zwischen Ehemann und Ehefrau ausgeübtwerden darf, besteht darin, dass „Kinder … ein Recht darauf[haben], im Bund der Ehe geboren zu werden“ 1 .Du könntest deinen Freunden die Broschüre Für einestarke Jugend zu lesen geben. Darin werden mehrereGründe angeführt, warum es gut ist, sich an das Gesetzder Keuschheit zu halten: „Wenn ihr sexuell rein seid, machtihr euch bereit, heilige Bündnisse im Tempel zu schließenund zu halten. Ihr bereitet euch darauf vor, eine starke Eheaufzubauen, Kinder in die Welt zu setzen und sie in einerewigen, liebevollen Familie großzuziehen. Ihr schützt euchvor dem geistigen und seelischen Schaden, der entsteht,wenn man eine sexuelle Beziehung außerhalb der Ehe hat.Ihr schützt euch auch vor gefährlichen Krankheiten. Wersexuell rein bleibt, ist selbstsicher und wahrhaft glücklichund besser imstande, jetzt und künftig gute Entscheidungenzu treffen.“ 2Der TempelDer Vater im Himmel hat für uns alle ein Ziel,und dieses gottgegebene Ziel kann nur im Tempelerfüllt werden. Wir müssen würdig sein, umin den Tempel gehen zu können, damit unsereFamilie für immer aneinander gesiegelt werdenkann. Wir können dann wieder beim Vater imHimmel leben, und vor allem werden wir eine nie endendeFreude empfangen, die jemand, der nicht würdig ist, nichtempfangen kann.Alofa M., 18, SamoaEhe und FamilieWir werden dazu angehalten,sexuell rein zubleiben, damit wir würdigsind, in den Tempelzu gehen und heiligeBündnisse zu halten.Wenn wir das Gesetz der Keuschheitbefolgen, können wir später eine starkeEhe und eine starke Familie aufbauen.Der Satan will uns immer versuchen,aber durch das Gebet, das Schriftstudiumund mit guten Freunden könnenwir die Versuchung überwinden.Resty M., 16, PhilippinenNegative FolgenEs hat viele negative Folgen, wennman das Gesetz der Keuschheit bricht,von denen man aber im Biologieunterrichtso gut wie nichts erfährt. Wennman das Gesetz der Keuschheit bricht,vertreibt man den Heiligen Geist, verletztMenschen, die einem nahe stehen,und fühlt sich mit sich selbst nichtwohl. Ich schlage vor, dass ihr dasVideo „Keuschheit: Wo ist die Grenze?“anschaut [unter youth.lds.org oder unter„Mormon Messages“ auf lds.org].Matthew T., 17, UtahReinheit und AchtungIndem wir uns an das Gesetz derKeuschheit halten, bleiben wir in denAugen Gottes rein, wir haben Achtungvor uns selbst und werden auch vonanderen geachtet. Wenn wir das Gesetzder Keuschheit befolgen, zeigenwir, dass wir Kinder Gottes sind undan hohen Grundsätzen festhalten. Wirvermeiden dadurch, später etwas bereuenzu müssen. Wenn wir dem Vaterim Himmel gehorchen, vor allemauch bei diesem Gesetz, sind wir hierauf der Erde und in der zukünftigenWelt glücklicher.Alyana G., 19, PhilippinenDie Antworten sollen Hilfe und Ausblick geben, sind aber nicht als offizielle Lehre der Kirche zu verstehen.


Eine heilige GabeWenn man mit der Gabe der Fortpflanzungleichtfertig umgeht, behandeltman dieses kostbare Geschenkachtlos, als sei es etwas Gewöhnliches.Es macht keine große Freude,jemandem etwas zu schenken, wenndas Geschenk nicht als etwas Besonderesangesehen wird. Die Fortpflanzungskraftmuss man immer als etwasHeiliges behandeln. Wir sind der TempelGottes und sollen uns rein haltenwie einen Tempel.Jaron Z., 15, IdahoDer Heilige Geist ist mit unsWenn du sündenfreibleibst, bist du vielglücklicher und wirstgesegnet. Unser Körperist wie ein Tempel, undder Vater im Himmel„wohnt nicht in unheiligen Tempeln“(Alma 7:21). Wenn wir nicht sündigen,kann der Heilige Geist mit uns sein.Maryann P., 14, Arkansas, USATugend und KeuschheitDer Herr erfreut sich anTugend und Keuschheit,und alles soll zur rechtenZeit geschehen. DasGesetz der Keuschheitist ein Gebot des Herrn.Wenn man betet und den HeiligenGeist bei sich hat, kann man wissen,dass es ein Segen ist, keusch zu leben.Selene R., 18, NicaraguaIn der EheIch würde meinen Freunden sagen,dass es keine gute Idee ist, das Gesetzder Keuschheit zu brechen, weil dieFortpflanzungskraft nur für rechtmäßigverheiratete Ehepaare vorgesehen ist.Wenn man das Gesetz der Keuschheitbricht, verliert man den Heiligen Geist.Augustina A., 15, GhanaANMERKUNGEN1. „Die Familie – eine Proklamation an dieWelt“, Liahona, November 2010, Umschlagrückseite2. Für eine starke Jugend, 2011, Seite 35DAS GESETZDER KEUSCH­HEIT ZU ÜBER­TRETEN HATERNSTE FOLGEN„Innerhalb des Ehebundesdürfen Mannund Frau die heilige Zeugungskraft inihrer ganzen Lieblichkeit und Schönheitanwenden, und zwar innerhalb der vomHerrn gesetzten Grenzen. …Doch der Herr hat verboten, dass solcheintimen Handlungen außerhalb desEhebundes vollzogen werden, weil dasseinen Absichten zuwiderliefe. Innerhalbdes heiligen Ehebundes gehören solcheBeziehungen zu seinem Plan. Dochkommen sie auf andere Art und Weisezustande, widersprechen sie seinemWillen und verursachen schwerwiegendeseelische und geistige Schäden. Möglicherweisemerken die Betreffenden dasnicht gleich, aber auf jeden Fall später.Sexuelle Unreinheit blockiert den Einflussdes Heiligen Geistes.“Elder Richard G. Scott vom Kollegium derZwölf Apostel, „Ernste Fragen, ernste Antworten“,Der Stern, September 1997, Seite 30JUGENDLICHEWichtige FragenBeantworte die Frage deiner Freunde,indem du ihnen einige Fragen stellst:„Was wäre, wenn dich dein zukünftigerEhepartner heute so sehenkönnte?“ Alle, von denen ich gehörthabe, die das Gesetz der Keuschheitgebrochen haben, haben es bereut.„Was wäre, wenn dein zukünftigesKind dich einmal fragt, ob du das Gesetzder Keuschheit gebrochen hast?“Deine Freunde sollten jetzt verstehen,wie wichtig das Gesetz der Keuschheitist, noch ehe Sohn oder Tochter späterdiese Frage stellt. Man muss sich reinhalten, um ein glückliches, gesundesLeben führen zu können, ohne dieSchuldgefühle, ein heiliges Gesetzgebrochen zu haben.Robyn K., 13, UtahEINE NEUEFRAGE„Was soll ich tun,wenn in der Schuleein Thema besprochenwird, das den Lehrendes Evangeliums widerspricht,wie etwaAbtreibung?“Schickt eure Antwort bis zum 15. Mai per E-Mail anliahona@ldschurch.org oder an folgende Anschrift:Liahona, Questions & Answers 5/1350 East North Temple Street, Room 2420Salt Lake City, UT 84150-0024, USAWir behalten uns vor, Antworten zu kürzen oder klarerzu formulieren.Die nachstehenden Angaben und eine Genehmigung müssenenthalten sein: 1.) vollständiger Name, 2.) Geburtsdatum,3.) Gemeinde/Zweig, 4.) Pfahl/Distrikt, 5.) eureschriftliche Genehmigung oder, wenn ihr unter 18 seid, dieschriftliche Einwilligung eurer Eltern (E-Mail genügt), dasseure Antwort und euer Foto (eines mit hoher Auflösung)gedruckt werden dürfen.


PräsidentThomas S. MonsonWIE MAN INPRIESTERTUMS-BERUFUNGENDIENTHabt ihr euch je über den Werteiner Menschenseele Gedankengemacht? Habt ihr euch jegefragt, welches Potenzial in jedemvon uns schlummert?Ich habe einmal eine Pfahlkonferenzbesucht, bei der mein frühererPfahlpräsident Paul C. Child Lehre undBündnisse 18 aufschlug und darausvorlas: „Denkt daran, die Seelenhaben großen Wert in den AugenGottes.“ (Vers 10.)Präsident Child fragte: „Worinbesteht der Wert der Menschenseele?“Er wollte die Antwort nichtvon einem Bischof, dem Pfahlpräsidentenoder einem Hohen Rat hören,sondern wandte sich an einenÄltestenkollegiumspräsidenten.Der verdatterte Mann blieb einekleine Ewigkeit lang still und erwidertedann: „Der Wert der Menschenseeleliegt in ihrer Fähigkeit, wieGott zu werden.“Die Anwesenden dachten überdiese Antwort nach. Präsident Childfuhr dann mit seiner Ansprache fort,ich aber sann weiter über diese inspirierteAntwort nach.Die kostbaren Seelen, die unserVater für seine Botschaft bereitgemachthat, zu erreichen, zu unterweisenund anzurühren, ist eineungeheure Aufgabe. Der Erfolg fällteinem zumeist nicht einfach so inden Schoß; in der Regel gehen ihmTränen, Prüfungen, Vertrauen undZeugnis voraus.Die Diener Gottes finden Trost inder Zusicherung des Meisters: „Ichbin bei euch alle Tage.“ (Matthäus28:20.) Diese herrliche Verheißungschenkt euch Brüdern im AaronischenPriestertum Kraft, wenn ihr zu einemFührungsamt im Diakons-, LehreroderPriesterkollegium berufenwerdet. Sie macht euch Mut beider Vorbereitung auf den Missionsdienst.Und sie gibt euchTrost, wenn ihr einmal mutlosseid, wie es bei jedem einmalvorkommt.„Darum werdet nichtmüde, Gutes zu tun“,spricht der Herr, „dennihr legt die Grundlagefür ein großes Werk.Und aus etwas Kleinemgeht das Große hervor.Siehe, der Herrfordert das Herz undeinen willigen Sinn.“(LuB 64:33,34.) Seitjeher zeichnen sichdiejenigen, die dem Herrnmit ganzem Herzen dienen,durch festen Glauben,unerschütterlichesVertrauen und deninnigen Wunsch, ihmzu dienen, aus.Wenn sich irgendein Bruder, dermeine Stimme hört, für nicht bereit– oder sogar für nicht fähig – hält,eine Berufung anzunehmen, nämlichzu dienen, Opfer zu bringen und fürandere ein Segen zu sein, sollte erbedenken: „Wen Gott beruft, denbefähigt er auch.“ ◼Nach einer Ansprache bei der Frühjahrs-Generalkonferenz 1987WIE HABT IHR DASUMGESETZT?„Zu wissen, dass der Herr an meinerSeite ist, macht mir immer wieder bewusst,warum ich auf Mission gehen will: umdem Herrn zu dienen und anderezu unserem Erlöser Jesus Christuszu führen. Ich weiß, dass ermich auf meiner Mission nichtserleben lässt, was ich nichtbewältigen kann.“Dilan M., UtahFOTO VON CODY BELL © IRI44 Liahona


ABDRUCK DES FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALEX ORTIZ; AUSSCHNITT AUS DEM GEMÄLDECHRISTUS UND DER REICHE JÜNGLING VON HEINRICH HOFMANN, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNGVON C. HARRISON CONROY CO.; ILLUSTRATION VON SCOTT GREERUNSERE ECKEBERATET EUCHMIT DEM HERRNAls ich 15 Jahre alt war, gefielmir ein Mädchen aus meinerKlasse. Ich wollte gern mit ihrausgehen. Sie war sehr hübsch,aber ich fragte mich doch, ob ichsie um eine Verabredung bittensollte, wo ich noch keine 16 war.Ich dachte an die SchriftstelleAlma 37:37, wo es heißt: „Beratedich mit dem Herrn in allem,was du tust, und er wird dichzum Guten lenken.“ Also befolgteich diesen Rat. Ich beteteund wartete mehrere Tage langauf eine Antwort vom Herrn.Solange wollte ich noch keineEntscheidung treffen.Bei einer Veranstaltung in derKirche nahm mich dann der Bischofbeiseite und bat mich, amnächsten Sonntag eine Ansprachezu halten. Könnt ihr erraten,was das Thema war? Geht frühestensmit 16 Jahren mit jemandemaus. Ich war sicher, dassdies die Antwort des Herrn war,und sie lautete Nein. Wie sollteich etwas predigen, woran ichmich selbst nicht hielt?Weil ich mich mit dem Herrnberaten hatte, konnte ich denWillen Gottes in Erfahrungbringen und der Versuchungentgehen. Ich weiß, dass derHerr uns seinen Willen kundtut,wenn wir uns mit ihm beraten,und dass wir dadurch reichgesegnet werden.MEINE LIEBLINGSSCHRIFTSTELLELEHRE UND BÜNDNISSE 24:8Diese Schriftstelle macht mir Mut, wenn ich eine Prüfungdurchlebe, weil es darin heißt: „Ich bin mit dir, ja, bis ans Endedeiner Tage.“ Für mich bedeutet das, dass der Vater im Himmelimmer da ist, wenn ich ihn suche; er ist bei mir bis zum Endemeines Lebens.Alex Ortiz, Nuevo Casas Grandes, MexikoDIE MACHT DESSÜHNOPFERSAls die Missionare mit mirüber das Evangeliumsprachen, ging es bei ihrenLektionen immer um JesusChristus und sein Sühnopfer.Sie erklärten, dass dasSühnopfer ein GeschenkJesu an uns alle ist. Es istein Geschenk, auf das wirzurückgreifen können, wennwir Prüfungen erleben odersündigen. Die Macht desSühnopfers richtet uns auf,heilt uns und hilft uns, aufden engen und schmalenPfad zurückzukehren, derzum ewigen Leben führt.Als die Missionare mir dieserklärten, verspürte ich tiefim Herzen die Bestätigung,dass dies wahr ist, und ichbeschloss, mich der Kircheanzuschließen.Später ging ich selbst aufMission, weil ich anderenMenschen von diesem wunderbarenGeschenk erzählenwollte. Als ich anderen dieLehre vom Sühnopfer nahebrachte,erlebte ich mit, wiesie sich änderten und einneues Leben begannen. MeinLeben hat sich völlig verändert,weil ich vom Sühnopfererfahren habe und vor allem,weil ich im täglichen Lebendarauf zurückgegriffen habe.Ich weiß, dass das SühnopferWirklichkeit ist. Wenn wirseinen Einfluss in unser Lebenlassen, findet sich für alles eineLösung, ganz gleich, in welcherLage wir uns befinden,und wir empfinden Freude.JUGENDLICHEEduardo Oliveira,Ceará, BrasilienIoriti Taburuea, KiribatiApril 2013 45


Die BibelWOZU BRAUCHEN WIR DASBUCHDas Buch MormonMORMON?Manchmal werdet ihr vielleichtgefragt, wozu es das BuchMormon gibt, da wir ja bereitsdie Bibel haben. Jesus Christus selbsthat bezeugt, dass diese Frage aufkommenwird (siehe 2 Nephi 29:3).Es gibt viele Gründe, warum dasBuch Mormon für unsere Zeit wichtigist (siehe beispielsweise 2 Nephi29:7-11). Hier werden einige Gründegenannt, weshalb das Buch Mormonunerlässlich ist.Ein weiterer Zeugefür Jesus ChristusIn den heiligen Schriften werdenstets mehrere Zeugen angeführt,um Wahrheit in der Kirche Christizu bestätigen. Das Buch Mormon istneben der Bibel ein zweiter Zeuge fürJesus Christus. Elder Mark E. PetersenZWEI ZEUGEN„Die Bibel ist ein Zeuge für Jesus Christus, das Buch Mormonist ein weiterer Zeuge. Warum ist dieser zweite Zeuge so entscheidend?Folgendes Beispiel kann hilfreich sein: Wie viele gerade Linien kann manauf einem Blatt Papier von einem Punkt aus zeichnen? Unendlich viele. Nehmen wireinmal an, dieser eine Punkt stellt die Bibel dar, die hunderte geraden Linien, die vondem Punkt ausgehen, stellen die verschiedenen Auslegungen der Bibel dar und diesewiederum stellen die verschiedenen Kirchen dar.Was geschieht jedoch, wenn es auf diesem Blatt Papier einen weiteren Punktgibt, der das Buch Mormon darstellt? Wie viele gerade Linien könnte man zwischenden beiden Punkten – der Bibel und dem Buch Mormon – zeichnen? Nur eine. Nureine Auslegung der Lehren Christi hält dem Zeugnis dieser beiden Zeugen stand.Immer wieder erweist sich das Buch Mormon als Zeuge, der die Lehren derBibel bestätigt, verdeutlicht und vereint.“Elder Tad R. Callister von der Präsidentschaft der Siebziger, „Das Buch Mormon – ein Buchvon Gott“, Liahona, November 2011, Seite 75ILLUSTRATION VON BRYAN BEACH; GRAFIK AUS DEM KURZFILM © 2001 IRI46 Liahona


LEKTIONENAM SONNTAGThema dieses Monats:Der Abfall vomGlauben und dieWiederherstellungJUGENDLICHE(1900–1984) vom Kollegium derZwölf Apostel hat einmal gesagt: „Derhauptsächliche Grund, warum wir dasBuch Mormon haben, besteht darin,dass jede Sache durch die Aussagevon zwei oder drei Zeugen entschiedenwird (siehe 2 Korinther 13:1). Wirhaben die Bibel, und wir haben dasBuch Mormon. Das sind zwei Stimmen– zwei Bände heiliger Schriften –von zwei weit voneinander entferntenVölkern aus alter Zeit, die beide vonder Göttlichkeit des Herrn Jesus ChristusZeugnis ablegen.“ 1 Präsident EzraTaft Benson (1899–1994) sagte ferner:„Wir dürfen nicht vergessen, dass derHerr selbst das Buch Mormon als seinenHauptzeugen bereitgestellt hat.“ 2Die Fülle des EvangeliumsWir wissen, dass über die JahreKlares und Kostbares aus der Bibelherausgenommen worden ist (siehe1 Nephi 13:40). Das Buch Mormonverdeutlicht die Lehre Christi undbringt erneut die Fülle des Evangeliumsauf die Erde (siehe 1 Nephi13:38-41). Beispielsweise erfahrenwir aus dem Buch Mormon, dass dieTaufe durch Untertauchen vollzogenwerden muss (siehe 3 Nephi 11:26)und dass kleine Kinder nicht getauftwerden müssen (siehe Moroni 8:4-26).Wesentlich für diewiederhergestellte KircheJoseph Smith bezeugte, das BuchMormon sei „der Schlussstein unsererReligion“ 3 . Da wir das wissen, ist eswohl kein Zufall, dass die Kirche JesuChristi der Heiligen der Letzten Tageam 6. April 1830 gegründet wurde,nur 11 Tage, nachdem das BuchMormon am 26. März 1830 erstmalszum Verkauf zur Verfügung stand. DieKirche wurde erst gegründet, nachdemdie heilige Schrift, die denSchlussstein bildet, den Mitgliedernzugänglich war.Ein Segen für unser LebenÜber das Buch Mormon hat JosephSmith gesagt, man werde „dadurchnäher zu Gott kommen als durch jedesandere Buch“ 4 . Es hat die Macht,Leben zu verändern – auch deinLeben und das Leben derer, denendu ein Buch Mormon gibst. PräsidentHenry B. Eyring, Erster Ratgeberin der Ersten Präsidentschaft, gibtZeugnis: „Es ist gewiss, dass sich dasBuch Mormon auf Ihren Charakter,Ihre Kraft und Ihren Mut auswirkt,als Zeuge Gottes aufzutreten. Diedarin enthaltenen Lehren und mutigenVorbilder richten Sie auf, leitenSie an und machen Ihnen Mut. …Wenn wir uns gebeterfüllt mit demBuch Mormon befassen, wächst unserGlaube an Gottvater, an seinen geliebtenSohn und an sein Evangelium.Auch Ihr Glaube an Gottes Prophetenaus alter und aus neuer Zeit wirdgefestigt. Dieses Buch kann Sie Gottnäherbringen als jedes andere Buch.Es kann das Leben zum Besserenverändern.“ 5 ◼ANMERKUNGEN1. Mark E. Petersen, „Evidence of Things NotSeen“, Ensign, Mai 1978, Seite 632. The Teachings of Ezra Taft Benson, 1988,Seite 2043. Joseph Smith, Einleitung zum Buch Mormon4. Joseph Smith, Einleitung zum Buch Mormon5. Henry B. Eyring, „Ein Zeuge“, Liahona,November 2011, Seite 69ff.BETEILIGE DICHAM GESPRÄCHIm April wirst du dich im Priestertumskollegiumoder bei den JungenDamen und in der Sonntagsschulemit dem Abfall vom Glauben undder Wiederherstellung befassen. DasHervorkommen des Buches Mormon warein wichtiger Teil der Wiederherstellung.Lies den Artikel und denk darüber nach,was an deinem Leben anders ist, weildu das Buch Mormon hast. Du kannstdeine Gedanken und Gefühle in deinemTagebuch festhalten. Vielleicht möchtestdu sie auch anderen mitteilen, und zwardadurch, dass du in der Familie, in derKirche oder in sozialen NetzwerkenZeugnis gibst.April 2013 47


WACHSTUM AUFFRUCHTBAREM BODEN:TREUE JUGENDLICHE IN Cindy SmithUGANDAUGANDA48 Liahona


FOTOS VON CINDY SMITHJugendliche in Uganda, die das Evangelium angenommen haben unddanach leben, sehen um sich den Glauben und die Hoffnung wachsen.Im Herzen Ostafrikas liegt Uganda,ein wunderschönes Land mit sanftgeschwungenen Hügeln, auf denenZuckerrohr und Bananen wachsen,und in dem junge Menschen bereitsind, das Evangelium Jesu Christianzunehmen und danach zu leben.Der erste Pfahl in Uganda wurde2010 gegründet. Die Kirche wächstrasch, und in den Zweigen gibt esviele Jugendliche.Das Banner hissen, ein Vorbild seinIn einer Gemeinde ließen sichdie Jungen Damen von SchwesterElaine S. Dalton, der Präsidentinder Jungen Damen, inspirieren, dieverkündete: „Jetzt ist für uns alle dieZeit, uns zu erheben und ein Bannerfür die Welt zu entfalten, das zurRückkehr zur Tugend aufruft.“ 1 DieMädchen wanderten einen Hügel hinauf,von dem man auf die Stadt hinunterblickenkann, und hissten goldeneBanner als Zeichen ihres Versprechens,ein Vorbild an Tugend zu sein.Sie sangen das Lied „Hoch auf desBerges Höhn“ (Gesangbuch, Nr. 4).Diese Jungen Damen wollen nachhohen Maßstäben leben. Ihr Gehorsamstärkt ihr Zeugnis und beeinflusstauch andere. Schwester Dalton sagte:„Ihr dürft die Macht eures rechtschaffenenEinflusses nie unterschätzen.“ 2Das Beispiel dieser Mädchen ist einSignal an die ganze Welt.Sandra geht, wie viele andereMädchen in Uganda auch, zu Fuß zurKirche. Sie hilft freitags beim Putzendes Gemeindehauses und besuchtsamstags das Seminar. An Wochentagensteht sie vor fünf Uhr in derFrühe auf, um sich auf die Schulevorzubereiten, dann geht sie zu Fußzur Schule und kommt um sechs Uhrabends wieder nach Hause. Wegenfinanzieller Schwierigkeiten konnte sieein Jahr lang die Schule nicht besuchen,aber sie begegnet Problemenmit einer positiven Einstellung: „DasEvangelium hat mir wirklich geholfen,standhaft und unverrückbar zu sein.“Sandra ist in ihrer Familie dieEinzige, die der Kirche angehört, aberihre Eltern unterstützen sie in ihremEngagement in der Kirche. Beispielsweisehaben sie mitgeholfen, als dieGemeinde das Grundstück einesJUGENDLICHESandraApril 2013 49


Ganz oben: Jugendlichebesuchen eine Fireside imPfahl.Oben: Susan (Mitte), einFlüchtling in Uganda, hat imEvangelium Frieden gefundenund ihre Geschwisterund andere Kinder in dieKirche mitgebracht.Mitte: Die Jungen Damendieser Gemeinde arbeitengern am Programm MeinFortschritt.Rechts: Dennis gab dieChance, in einer ProfimannschaftFußball zu spielen,auf, um das Evangeliumzu verkünden. Er und dieanderen Jungen im Priesterkollegiumhaben Opfergebracht und Schwierigkeitenüberwunden, um aufMission zu gehen.örtlichen Waisenhauses säuberte.Ihre Familie sieht, dass das Evangeliumsie stark macht, selbst wenn sievor ungelösten Problemen steht. Überdie Quelle dieser Kraft sagt Sandra:„Wenn ich in die Kirche gehe, ist es,als würde ich die Rüstung Gottesanlegen“ (siehe Epheser 6:11-17).Susan ist erst seit kurzem bei derKirche, und die Kirche bedeutet ihrviel. Sie kommt ursprünglich aus demSüdsudan. Ihre Familie war in Notgeraten und geflohen. Für sie war esein Segen, in Uganda die Missionarekennenzulernen. Als Flüchtling hatsie im Evangelium Frieden und Schutzgefunden. Sonntags brachte sie ihrejüngeren Geschwister mit in die Kircheund bis zu zehn weitere Kinder, dienicht der Kirche angehörten. Nachdemein Angehöriger unerwartet verstorbenwar, kehrte sie in den Südsudanzurück, wo sie nun darauf wartet,dass die Kirche an ihrem Wohnortaufgebaut wird. Sowohl Susan alsauch Sandra müssen mit einigenSchwierigkeiten fertigwerden, aber sieverlassen sich auf Gott und genießendie Früchte des Evangeliums JesuChristi (siehe Alma 32:6-8,43).Sie bringen Opfer, umauf Mission zu gehenDie Jungen in Uganda spielenschon von klein auf Fußball, wobeifest zusammengebundene Zweige alsBall dienen. Dennis war schon früh einbegabter Fußballer. Er hat an seinerSchule ein Stipendium erhalten, damiter in der Schulmannschaft spielenkonnte. Nach der Highschool wollteihn eine Profimannschaft aufnehmenund bot ihm Geld, Unterkunftund Verpflegung50 Liahona


an. Damit hätte sich ein Traum erfüllt,aber Dennis wusste, dass dies seinemPlan zuwiderlief, später im Jahr aufMission zu gehen.Dennis wollte unbedingt das tun,was der Vater im Himmel von ihm erwartete,und sich nicht der Versuchungaussetzen, doch in der Mannschaftzu bleiben, wenn es an der Zeit war,auf Mission zu gehen. Viele stelltenseine Entscheidung in Frage, aberDennis ist sich sicher, dass die Entscheidungrichtig war – für ihn und fürandere. „Meine zwei jüngeren Brüderund meine jüngere Schwester habensich unlängst taufen lassen“, erklärter. „Ich hätte nie gedacht, dass sichmeine Schwester das Evangelium anhörenwürde. Wenn ich sehe, wie Gottin meiner Familie Wunder wirkt, binich voller Hoffnung für die Zukunft.“In Dennis’ Gemeinde beschäftigensich die Jungen Männer jede Wochemit der Anleitung Verkündet meinEvangelium!. Sie sind ein gutes Team,arbeiten eng mit den Vollzeitmissionarenzusammen und bringen sonntagsund zu anderen Veranstaltungen –beispielsweise zum Basketball- oderFußballspielen an Wochentagen –Freunde mit. Die Priester durftenbereits Freunde taufen sowie andere,die sie gemeinsam mit den Missionarenim Evangelium unterwiesen haben.Über die Jahre hinweg hat dieses TeamJunger Männer die ganze Gemeindegestärkt, und vier von ihnen, darunterauch Dennis, sind in die Kenia-MissionNairobi berufen worden.Sie sind der Aufforderung von ElderDavid A. Bednar vom Kollegium derZwölf Apostel gefolgt und Missionaregeworden, lange bevor sie ihre Missionspapiereeingereicht haben. 3 Sie sindzu Missionaren geworden, indem sieals Kollegium – im besten Team vonallen – zusammengearbeitet haben.Alle vier Missionare mussten zunächstjedoch noch Schwierigkeitenüberwinden. Wilberforce berichtet:„Ich hatte [wegen der Kosten] schonfast jede Hoffnung aufgegeben, aufMission gehen zu können, dochdann las ich Matthäus 6:19,20: ‚Sammelteuch nicht Schätze hier aufder Erde, … sondern sammelt euchSchätze im Himmel.‘ Mit Eifer undEntschlossenheit konnte ich meinZiel erreichen, eine Vollzeitmission zuerfüllen. Ich liebe die Missionsarbeit.Nichts ist besser, als zuerst nach demHimmelreich zu trachten.“Hoffnung für die ZukunftDie Jugendlichen in Uganda helfenmit, das Reich Gottes hier aufzurichten,und haben große Hoffnung fürdie Zukunft. Auch wenn es in Ostafrikakeinen Tempel gibt, freuen sichdie Jugendlichen doch auf den Tag,an dem sie in einem weiter entferntenTempel heiraten werden. Bei einerVeranstaltung im Pfahl ging es umdie Vorbereitung auf den Tempel,und zum Abschluss gab ein Mitgliedder Pfahlpräsidentschaft Zeugnis:„Gott liebt euch. Ihr seid die Zukunftder Kirche in Uganda.“ Diese rechtschaffenenJugendlichen haben jetztschon großen Einfluss.Diese Jungen und Mädchen inUganda geben die Dinge dieser Weltauf, um Segnungen zu empfangen,die für immer Bestand haben. Siehaben das Samenkorn des Glaubensgesät und pflegen es mit großerSorgfalt (siehe Alma 32:33-37). Wieein Baum voller Früchte (siehe Alma32:42) verbreiten die Jugendlichendie Freude am Evangelium in diesemfruchtbaren Land. ◼Cindy Smith lebte in Uganda, solangeihr Mann dort arbeitete; heute wohnensie in Utah.ANMERKUNGEN1. Elaine S. Dalton, „Die Rückkehr zur Tugend“,Liahona, November 2008, Seite 802. Elaine S. Dalton, Liahona, November 2008,Seite 803. David A. Bednar, „Ein Missionar werden“,Liahona, November 2005, Seite 45UGANDAJUGENDLICHE


FÜR EINE STARKE JUGENDWer ist einwahrer Freund?Elaine S. DaltonPräsidentin der Jungen DamenDie Definition des Wortes„Freund“ hat in unserer vielfachvernetzten Welt eine neue Bedeutungangenommen. Heute meint einervielleicht, er habe viele „Freunde“.Es stimmt: Es ist schön, informiert zusein und auf dem Laufenden zu bleiben,was sich bei unseren Bekanntenund bei unseren jetzigen und früherenFreunden so alles ereignet, sogar beiMenschen, denen wir nie begegnetsind, die wir aber „Freunde“ nennen.In den sozialen Netzwerken beschreibtder Begriff „Freund“ meist einenKontakt und keine Beziehung. Ihrkönnt euren „Freunden“ eine Nachrichtsenden, aber das ist nicht das Gleichewie eine persönliche Beziehung.Manchmal sind wir vor allem damitbeschäftigt, Freunde zu haben.Vielleicht sollten wir uns mehr daraufkonzentrieren, ein Freund zu sein.Es gibt viele Definitionen dazu,was es heißt, ein Freund zu sein.Ich werde nie vergessen, was ElderRobert D. Hales vom Kollegium derZwölf Apostel einmal darüber gesagthat, was es bedeutet, ein Freundzu sein, und welch großen EinflussFreunde auf uns haben. Seine Definitionhatte einen bleibenden Einflussauf mich. Er sagte: „Freundesind Menschen, die es uns leichtermachen, nach dem Evangelium JesuChristi zu leben.“ 1 In diesem Sinnezeichnet sich wahre Freundschaftdadurch aus, dass man vor allem dasWohl des anderen im Sinn hat. Esbedeutet, den anderen an die ersteStelle zu setzen. Es bedeutet, in allemVerhalten völlig ehrlich, treu undkeusch zu sein. Die wahre Bedeutungvon Freundschaft kommt auch in Begriffenwie sich einbringen oder sichverpflichten zum Ausdruck.Als meine Tochter Emi fünfzehn war,legte sie für sich fest, was für Freundesie sich suchen wollte. Eines Morgenssah ich ihr Buch Mormon offen daliegen.Sie hatte in Alma 48 die Versemarkiert, die Hauptmann Moroni beschreiben:„Moroni war ein starker undein mächtiger Mann; er war ein Mannvon vollkommenem Verständnis … Ja,und er war ein Mann, der im Glaubenan Christus fest war.“ (Alma 48:11,13.)Daneben hatte sie geschrieben: „Ichmöchte nur mit jemandem ausgehenund nur jemanden heiraten, der so istwie Moroni.“ Als ich Emi beobachteteund auch die Jungen, mit denen sieUmgang hatte und später auch ausging,als sie 16 war, konnte ich sehen,dass sie diese Eigenschaften selbstanstrebte und die Jungen darinbestärkte, ihrer Identität als SohnGottes, Priestertumsträger undzukünftiger Vater und Priestertumsführergerecht zu werden.Wahre Freunde beeinflussen Menschen,mit denen sie Umgang pflegen,52 Liahona


JUGENDLICHEFOTOS © ISTOCKPHOTO.COM/FONIKUM UND VON LES NILSSONund bewegen sie dazu, sich „ein wenighöher aufzurichten und ein wenigbesser zu werden“ 2 . Ihr könnt einander,vor allem den jungen Männern,helfen, sich auf eine Mission vorzubereitenund sie ehrenhaft zu erfüllen.Ihr könnt einander helfen, sittlich reinzu bleiben. Euer guter Einfluss undeure Freundschaft können von ewigerBedeutung sein – nicht nur für dieMenschen in eurem Umfeld, sondernauch für zukünftige Generationen.Jesus Christus bezeichnete seineJünger als seine Freunde. Er sagte:„Das ist mein Gebot: Liebt einander,so wie ich euch geliebt habe.Es gibt keine größere Liebe, alswenn einer sein Leben für seineFreunde hingibt.Ihr seid meine Freunde, wenn ihrtut, was ich euch auftrage.Ich nenne euch nicht mehrKnechte; denn der Knecht weiß nicht,was sein Herr tut. Vielmehr habe icheuch Freunde genannt; denn ich habeeuch alles mitgeteilt, was ich von meinemVater gehört habe.“ ( Johannes15:12-15; Hervorhebung hinzugefügt.)Wenn ihr das Evangelium JesuChristi lebt und weitergebt, zieht ihrMenschen an, die eure Freunde seinwollen – nicht nur ein Kontakt ineinem sozialen Netzwerk, sondernein Freund, wie es uns der Erlöser inWort und Tat vorgelebt hat. Wenn ihreuch bemüht, anderen ein Freundzu sein und euer Licht leuchten zulassen, habt ihr einen positiven Einflussauf viele Menschen, denen ihrbegegnet. Ich weiß, dass ihr glücklichsein werdet, wenn ihr euch daraufkonzentriert, anderen ein Freund zusein, wie es die Propheten beschriebenhaben und wie es Beispieleaus den heiligen Schriften belegen.Ihr werdet die Welt zumGuten beeinflussen und einesTages, wie es in denSchriften verheißen ist,wahre Freundschaft soerleben: „Die gleichegesellschaftlicheBeziehung, die unteruns hier vorhanden ist,wird auch dort unteruns vorhanden sein, nurwird sie mit ewiger Herrlichkeitverbunden sein.“(LuB 130:2.) ◼ANMERKUNGEN1. Robert D. Hales, „This Is theWay; and There Is None OtherWay“, zitiert in Brigham YoungUniversity Speeches of the Year,1981/1982, Seite 672. Gordon B. Hinckley, „Das Strebennach Auszeichnung“, Der Stern,September 1999, Seite 8WESENTLICHE AUSSAGENÜBER FREUNDSCHAFT„Sucht euch Freunde, die die gleichenWertvorstellungen haben wie ihr, damitihr einander stärken und ermutigenkönnt, nach hohen Grundsätzen zu leben.Wer gute Freunde haben will, mussselbst ein guter Freund sein. …Senkt eure Grundsätze nicht, um euchmit jemandem anzufreunden.“Für eine starke Jugend, 2011, Seite 16April 2013 53


WIE ICH ES WUSSTEEine Einladungzur ErrettungEmerson José da SilvaAls junger Mann besuchte ich viele verschiedene Konfessionenund war verwirrt, weil alle die Bibel unterschiedlichauslegten. In manchen Gemeinschaften herrschte keineAndacht, und das gefiel mir nicht, also gab ich es schließlich auf,eine Kirche zu suchen.Ein paar Jahre später ließ sich einer meiner Freunde, CleitonLima, taufen und wurde Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligender Letzten Tage. Er erzählte mir nichts davon, obwohl wirgute Freunde waren, aber mit der Zeit bemerkte ich Veränderungenan ihm. Üblicherweise kam ich sonntagmorgens zum Fußballspielenzu ihm. Doch jetzt war er um diese Zeit nie zu Hause.Zwei, drei Sonntage nacheinander traf ich ihn nicht an. Schließlicherklärte mir Cleiton, dass er sonntags nicht mehr Fußball spielen


ILLUSTRATION VON ROGER MOTZKUSkonnte, weil er den Tag des Herrn heilighaltenwollte. Ich sagte ihm: „DieseKirche macht dich ganz verrückt.“Da lud Cleiton mich ein, mit ihm indie Kirche zu gehen. Ich fand irgendwelcheAusflüchte, weil ich immer nochvon Religion im Allgemeinen enttäuschtwar. Zehn Monate lang kam Cleitonimmer wieder mit den Missionaren beimir vorbei, aber ich fand immer eineAusrede oder sagte ihnen, ich sei zubeschäftigt. Aber er gab nie auf.Einmal lud er mich im Juni zu einemTanzabend in der Kirche ein. Ich neckteihn: „Gibt es kostenloses Essen undviele Mädchen?“ Lachend bejahte er.Ich muss zugeben, dass mein Magensiegte. Ich ging mit in die Kirche,und es gefiel mir sofort. Alle hießenmich willkommen, ich aß viel undwollte schließlich auch eine Versammlungbesuchen. Als ich am Sonntag inder Kirche eintraf, lernte ichviele Menschen kennenund hörte ihr Zeugnis.Ich kannte dasBuch Mormonnicht, aberich verspürte den Geist des Herrn, alsmehrere Mitglieder der Kirche Zeugnisgaben: „Ich weiß, dass das BuchMormon wahr ist, dass dies die KircheJesu Christi ist und dass Joseph Smithein Prophet Gottes war.“ Noch niehatte ich mich so wohl gefühlt. Ichwollte immer noch nicht den Missionarenzuhören, aber die Zeugnisversammlungrührte mein Herz an.Die Woche darauf lud mich Cleitonwieder in die Kirche ein. Ich hatteaber schon etwas anderes vor. Ichmerkte, dass er traurig war, als ichihm sagte, ich wisse nicht, ob ichmitkommen könne.Doch am Sonntagmorgen erwachteich mit dem Wunsch, in die Kirche zugehen. Ich stand um zehn vor siebenauf, was mir sehr schwerfiel, machtemich bereit und wartete auf Cleiton.Er war überrascht, als er mich fertigangezogen und wartend vorfand. Andiesem Sonntag sprach der Bischofüber das Priestertum. Ich verspürteden Geist sehr stark und hatte das Gefühl,ich solle die Missionarslektionenanhören. Am Ende der Versammlungder Jungen Männer stand für mich fest,dass ich mich taufen lassen wollte.Als die Kirche vorbei war, sagteich zu Cleiton: „Ich will michtaufen lassen!“Er dachte, ich machenur Spaß. Doch dannfragte er: „Hörst du den Missionarenauch wirklich zu, wenn ich einenTermin mit ihnen ausmache?“ „Ja“,antwortete ich.Und es waren großartige Missionare.Als ich die Botschaft von derWiederherstellung vernahm, erhieltich eine noch deutlichere Bestätigung,dass ich mich taufen lassen solle. Ichwollte aber selbst herausfinden, obdas Buch Mormon wahr ist. Die Missionaremarkierten Moroni 10:3-5 inmeinem Buch Mormon und fordertenmich auf, zu beten und Gott zu fragen,ob das Buch wahr sei.Am nächsten Abend fiel mir ein,dass ich noch nicht im Buch Mormongelesen hatte. Als ich darin zu lesenbegann, verspürte ich sehr stark denHeiligen Geist. Ich betete, und nochehe mein Gebet zu Ende war, wussteich, dass das Buch Mormon wahr ist.Ich bin Gott dankbar, dass er meinGebet erhört hat. Meine Taufe fandim Juli 2006 statt.Später wurde ich Missionar in derBrasilien-Mission Cuiabá und meinFreund Cleiton in der Brasilien-MissionSanta Maria. Wir taten das, was Cleitonfür mich getan hat: Wir luden Menschenein, zu Christus zu kommen,und halfen ihnen, das wiederhergestellteEvangelium anzunehmen, indemsie Glauben an Jesus Christus übten,umkehrten, sich taufen ließen und dieGabe des Heiligen Geistes empfingen.Denn das ist der Weg zur Errettung.Mögen wir immer Freunde und Verwandteeinladen, das Evangelium kennenzulernen,denn der Erlöser hat alleMenschen eingeladen: „Kommt alle zumir.“ (Matthäus 11:28.) Ich weiß, dassdies die Kirche Jesu Christi ist und dassjetzt die richtige Zeit ist, alle einzuladen,zu Christus zu kommen. ◼JUGENDLICHEApril 2013 55


ZEHN ANZEICHEN DERBEKEHRUNGTyler OrtonIn einer Priestertumsversammlung hörte ich, dass dasAaronische Priestertum unter anderem dem Zweckdient, uns zu helfen, uns „zum Evangelium Jesu Christizu bekehren und nach dessen Lehren zu leben“ 1 . Ich warmir nicht ganz sicher, was es heißt, sich zum EvangeliumJesu Christi zu bekehren. Also fragte ich meine Eltern undälteren Geschwister, was es ihrer Meinung nach bedeutete,und wir unterhielten uns über einige Merkmale, an denensich erkennen lässt, ob man sich bekehrt.Sicher gibt es noch andere. Aber dies sind die zehnAnzeichen, auf die wir gekommen sind. Da die Bekehrungein lebenslanger Vorgang ist, brauchen wir in all diesenBereichen nicht jetzt schon vollkommen zu sein, aber siezeigen uns, ob wir Fortschritt machen.1.Zur Bekehrung gehört, dass man nicht nur weiß, wasman tun soll, sondern man hat auch den Wunsch, dasRichtige zu tun. Es genügt nicht, schlechtes Verhalten nurdeshalb zu vermeiden, weil man befürchtet, erwischt oderbestraft zu werden. Wer wahrlich bekehrt ist, möchte vonganzem Herzen das Rechte wählen.Ein weiteres Anzeichen von Bekehrung ist, dass mannichts Unrechtes mehr tun will. Die Anti-Nephi-Lehier2.sind uns hierin ein großes Vorbild. Als sie sich zum EvangeliumJesu Christi bekehrten, gingen sie „mit Gott den Bund[ein], ihm zu dienen und seine Gebote zu halten“ (Mosia21:31). Wie die Nephiten, die von König Benjamin unterwiesenworden waren, hatten sie „keine Neigung mehr …,Böses zu tun“ (Mosia 5:2). Sie bekehrten sich voll und56 Liahona


ganz zum Evangelium Christi, und dieVersuchungen des Satans hatten keineMacht über sie.3.Wenn man sich bekehrt hat, isteinem wichtiger, was Gott vonuns hält, als was andere von uns halten.In meiner Schule in Indonesienist es gang und gäbe, dass die SchülerAlkohol trinken. Es kann schonverlockend sein, mit den andereneinen trinken zu gehen, weil es ja alletun und man womöglich ausgelachtwird, wenn man nicht mitmacht. MeinBruder wurde oft eingeladen, mit denanderen einen trinken zu gehen, aberer ging nie mit – er stand zu seinemGlauben. Es war nicht leicht, und erverbrachte viele Abende alleine zuHause. Doch als sich die Mitschülerbei der Abschlussfeier von ihm verabschiedeten,sagten ihm einige, wiesehr es sie beeindruckt habe, dass erdem Druck standgehalten hatte undseinen Grundsätzen treu gebliebenwar. Sie sagten ihm, dass sie ihn dafürbewunderten. Er zeigte, dass er sichbekehrt hatte, indem er dem Gruppenzwangwiderstand.4.Wenn man sich bekehrt,bemüht man sich nach bestenKräften, immer nach dem Evangeliumzu leben – nicht nur amSonntag oder wenn es leicht geht,sondern immer. Man richtet seinVerhalten nicht danach aus, mit wemman gerade zusammen ist oder wereinen beobachtet. Wenn andereJugendliche einen derben Witz reißenoder einen schmutzigen Filmanschauen wollen, macht man nichtmit; man macht auch dann nicht mit,wenn gerade keiner zusieht, sondernman steht zu seinem Glauben.5.Wenn man sich bekehrt hat, istman im Umgang mit anderenfreundlicher und mitfühlender. Manverurteilt nicht, kritisiert nicht undlästert nicht. Man ist sich der Gefühleanderer eher bewusst, und es wirdzu etwas ganz Natürlichem, dass mandarauf achtet, wie man einem anderenhelfen kann. Geht man in der Schuleden Flur entlang und sieht, dass jemandemdie Bücher hinuntergefallenJUGENDLICHEFOTOS © IRI; DIE ANTI-NEPHI-LEHIER VERGRABEN IHRE SCHWERTER, GEMÄLDE VON DEL PARSON © IRI5.EIN ZUVERLÄSSIGERWEG ZUM GLÜCK„Der Herr möchte, dass dieMitglieder seiner Kirche vollständigzu seinem Evangeliumbekehrt sind. Dies ist der einzigzuverlässige Weg, heute geistig in Sicherheit undauf ewig glücklich zu sein.“Elder Donald L. Hallstrom von der Präsidentschaft derSiebziger, „Durch seine Kirche zu seinem Evangeliumbekehrt“, Liahona, Mai 2012, Seite 156.2.Um zu zeigen, dass sie ihremBund, nach dem Evangelium zuleben, treu bleiben wollten, begrubendie bekehrten Lamanitenihre Waffen (siehe Alma 24).April 2013 57


7.9.sind, braucht man überhaupt nicht zuüberlegen, was zu tun ist. Man hilftganz automatisch.6.Wenn man bekehrt ist, hatman vermehrt den Wunsch, zubeten, und man hat das Gefühl, dabeiwirklich mit Gott zu sprechen. Mannimmt sich immer Zeit zum Beten,egal, wie einem gerade zumute istoder was sich gerade alles ereignet.Präsident Ezra Taft Benson (1899–1994) hat erklärt: „Wenn uns nichtnach Beten zumute ist, dann müssenwir so lange beten, bis uns danachzumute ist.“ 27.Wenn man sich bekehrt hat,freut man sich auf den Sonntag,weil es der Sabbat ist. Am Sonntagdenkt man nicht: „O nein, heutekann ich nicht mit meinen Freunden10.abhängen oder ins Kino gehen“,sondern man denkt: „Ich freue mich,dass ich in die Kirche gehen undmich mit Geistigem befassen kannund dass ich Zeit mit meiner Familieverbringen kann“.8.Wenn man sich bekehrt, hältman die Gebote und suchtnicht nach Ausflüchten, rechtfertigtnicht sein falsches Verhalten undsucht auch nicht nach Grauzonen.Man versucht nicht, die Grenzenauszuloten. Vielmehr hält man dieGebote, weil man weiß, dass diesder bessere Weg ist.9.Wenn man sich bekehrt, freutman sich darauf, den Zehntenzu zahlen. Man betrachtet es als Vorzugund findet, dass zehn Prozentnicht besonders viel sind, vor allem,wenn man es den Segnungen undder Zufriedenheit gegenüberstellt, dieman erlangt. Diese Segnungen sindviel mehr wert als das Geld, das mangezahlt hat.10.Wenn man sich bekehrt hat,ist man von dem Wunschbeseelt, andere dahin zu führen, dasssie die Wahrheit und das Glück erfahren,das man selbst gefunden hat.Ein gutes Beispiel aus den heiligenSchriften findet sich in Lehis Traum,worin Lehi den großen Wunsch hatte,auch seine Familie möge die köstlicheFrucht vom Baum des Lebensgenießen. Als er von der Frucht aß,war sein erster Gedanke nicht, nochmehr davon zu essen. Vielmehr hielter Ausschau nach seiner Familie,damit sie auch davon essen und diegleiche Freude erleben konnte (siehe1 Nephi 8:12).Zusammenfassend lässt sich sagen,dass man weiß, dass man sichbekehrt, wenn man beginnt, nachdem höheren Gesetz, dem EvangeliumJesu Christi, zu leben. Man lebtnach dem Geist und auch nach demBuchstaben des Gesetzes. Man lebtin allen Lebensbereichen nach demEvangelium. Man lebt voll und ganznach dem Evangelium, nicht, weilman es soll, sondern weil man es will.Man ist glücklicher und freundlicherund möchte so werden, wie der Vaterim Himmel einen haben möchte. Manmöchte wie Jesus Christus sein undseinem Beispiel folgen. Wenn man soeinen Charakter entwickelt, hat mansich wahrhaft bekehrt. ◼Tyler Orton lebt in Java in IndonesienANMERKUNGEN1. Handbuch 2: Die Kirche führen undverwalten, 2010, 8.1.32. Ezra Taft Benson, „Betet immer“, Liahona,Juni 1990, Seite 4GANZ OBEN: FOTO © IRI; MÜNZEN © ISSTOCKPHOTO.COM/THINKSTOCK; LEHIS VISION VOM BAUM DES LEBENS, KUNSTWERK VON ROBIN LUCH © IRI58 Liahona


FOTO VON DRAVOT & CARNEHAN; HINTERGRUNDBILD © THINKSTOCKHARTE ARBEITLOHNT SICHIMMERDu wirst staunen, was du erreichen kannst,wenn du nicht lockerlässt.(Siehe Für eine starke Jugend, Broschüre, 2011, Seite 40f.)


Oma DenyskleinerMissionarEmília Maria Guimarães Correa„Wenn jemand durch die Macht desHeiligen Geistes spricht, so trägt dieMacht des Heiligen Geistes es denMenschenkindern ins Herz.“(2 Nephi 33:1.)Vítor wohnte mit seinerMutter und seiner Schwesterbei seiner Oma Deny. VítorsOma wurde krank und musste vieleWochen lang das Bett hüten. Sie waralleine in ihrem Zimmer und fühltesich einsam.Vítor wollte seiner Oma DenyGesellschaft leisten. Wenn er vonder Schule nach Hause kam, nahmer jeden Tag einen Liahona, ging zuseiner Oma und las ihr Geschichtenaus den Artikeln für Kinder vor.Nachdem er ihr alle Ausgaben desLiahonas, die sie zu Hause hatten,vorgelesen hatte, las er ihr aus demBuch Mormon und aus der Bibel vor.Oma Deny gehörte nicht der Kirchean, aber sie freute sich sehr, wennVítor ihr etwas vorlas. Es gefiel ihr,etwas über das Evangelium zu hören.Oma stellte viele Fragen. WennVítor die Antwort nicht wusste,fragte er seine PV-Lehrerin oderschaute in den Schriften nach.Oma nannte Vítor ihren kleinenMissionar.Oma Deny sagte Vítor, sie habeviel von ihm gelernt. Sie versprach,mit ihm in die Kirche zu gehen,wenn sie wieder gesund sei. Siewar neugierig geworden undwollte nun schnell gesund werden,um sich mehr mit demEvangelium zu beschäftigen.Als es Oma wieder gut ging,machte sie ihr Versprechenwahr. Sie ging mit Vítor in dieKirche, um mehr über das zuerfahren, was er ihr erzählthatte. Es dauerte nicht lange,da ließ sich Oma taufen undkonfirmieren. Dank Vítors Hilfehatte sie herausgefunden, dassdas Evangelium wahr ist.Als Vítor erwachsen war,wurde er Vollzeitmissionar inder Massachusetts-MissionBoston. Ehe er abreiste,ging er in denTempel – mit OmaDeny. ◼Emília Maria GuimarãesCorrea lebt in der LandeshauptstadtBrasiliens60 LiahonaABDRUCK DER FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNGVON EMILIA MARIA GUIMARÃES CORREA


BESONDERE ZEUGENElder M. Russell Ballardvom Kollegium derZwölf ApostelDie Mitglieder des Kollegiumsder Zwölf Apostel sind besondereZeugen Jesu Christi.Warum ist derName der Kircheso lang?KINDERJesus Christus selbst gab derKirche ihren Namen (sieheLehre und Bündnisse 115:4).Die Worte Kirche Jesu Christiheben hervor, dass es sich um dieKirche des Herrn handelt.Der Letzten Tage erklärt, dass essich um die gleiche Kirche handelt,die Jesus Christus während seinesirdischen Wirkens aufgerichtet undnun in den Letzten Tagen wiederhergestellthat.Heilige bedeutet, dass wir JesusChristus nachfolgen und uns bemühen,seinen Willen zu tun.Unsere Mitglieder werden alsMormonen bezeichnet, weil wiran das Buch Mormon glauben,dennoch sollen wir nach Möglichkeitden vollständigen Namen derKirche nennen. ◼Aus der Ansprache „Wie wichtig ein Name ist“,Liahona, November 2011, Seite 79–82ILLUSTRATION VON BRAD TEAREApril 2013 61


Darcie JensenAls der Tempel in Salt LakeCity im Jahr 1893 fertiggestelltwar, freuten sich dieMitglieder sehr. Schließlich hatte esvierzig Jahre gedauert, den Tempelzu bauen. Da auch Kinder fürden Tempelbau Geld gespendethatten, beschloss Präsident WilfordWoodruff, fünf besondere Weihungssessionenfür Kinder abzuhalten.Heute gibt es an vielen Ortenauf der Welt Tempel, und auchheute feiern die Kinder mit, wennirgendwo ein Tempel fertiggestelltwird. Hier kannst du sehen, wie dieKinder damals mitgefeiert habenund wie sie heute mitfeiern. ◼Darcie Jensen lebt in KalifornienMehr als 12.000 Kinder kamen zurWeihung des Salt-Lake-Tempels.Diese Kinder aus der GemeindeSugar House reisten mit dem Zug an.Mit dieser Eintrittskarte konnten Kinder bis 16Jahre den besonderen Weihungsgottesdienst fürden Salt-Lake-Tempel besuchen. Apostel undMitglieder der Ersten Präsidentschaft sprachen imTempel zu den Kindern.Wenn ein Tempel umgebautwurde, wird er nachher erneutgeweiht. Bei der Feieranlässlich der erneutenWeihung des Anchorage-Alaska-Tempels trugenPV-Kinder Lichter und sangenein Lied.Die PV-Kinder aus dem Pfahl Highland in Gilbert in Arizona haben sich zum Ziel gesetzt,während der Bauzeit des Gilbert-Arizona-Tempels jede Woche jemandem in ihrerGemeinde etwas Gutes zu tun.Als der San-Diego-Kalifornien-Tempelgebaut wurde, fertigtenPV-Kinder aus Mexikoeinen kleinen, buntenTeppich für den Tempelan. Bei der feierlichenEcksteinlegungim Zuge der Tempelweihungstanden dieGeneralautoritätenauf diesem Teppich.Freude überden Tempel!62 Liahona


PV-Kinder aus Manitoba in Kanadafuhren drei Stunden zum Regina-Saskatchewan-Tempel, umdie Mauern zu berühren und sichzum Ziel zu setzen, eines Tageshineinzugehen.Bei den Tagen der offenenTür für den Kiew-Tempelin der Ukraine hießenPV-Kinder die Besucher mitdem Lied „Ich freu mich aufden Tempel“ willkommen.KINDERMehr als 800 PV-Kinder aus Westafrikasangen bei der Feier anlässlich derWeihung des Accra-Tempelsin Ghana das Lied „Ich binein Kind von Gott“.PV-Kinder sangen für PräsidentGordon B. Hinckley, als ereintraf, um den Aba-Tempelin Nigeria zu weihen.Bei jedem Tempel ist auf einem sogenannten Schlusssteindas Jahr der Weihung eingemeißelt. Bei der Weihung versiegelnGeneralautoritäten den Schlussstein symbolisch mit Mörtel.Isaac B., 9 Jahre, durfte mithelfen, auf den Schlusssteindes Kansas-City-Missouri-Tempels Mörtel aufzutragen.FOTOS (VON LINKS): ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES PFAHLES HIGHLAND IN GILBERT IN ARIZONA SOWIE DES HISTORISCHEN ARCHIVS DERKIRCHE SOWIE VON RICHARD N. HOLZAPFEL; FOTO VON LYNN HOWLETT; FOTO VON MABEL UND DELBERT PALMER; ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNGVON RUSSELL K. ANDERSON; FOTO VON DAVID M. W. PICKUP, LORI GARCIA, GERRY AVANT UND JULIE DOCKSTADER HEAPS; ILLUSTRATION VON BRAD TEAREApril 2013 63


Fragen und Antwortenzum TempelWarum gibt es Tempel?Die Tempel der Kirche Jesu Christider Heiligen der Letzten Tage sindheilige Stätten, wo wir ewige Wahrheitenerfahren und an heiligenHandlungen teilnehmen.Wie sieht es innen im Tempel aus?Der Tempel ist ein friedlicher,andächtiger und wunderschöner Ort.Alles im Tempel ist sauber und ordentlich.Alle tragen weiße Kleidungund unterhalten sich nur ganz leise.Was geschieht im Tempel?Eine Frau kann an ihren Manngesiegelt werden, und Kinder könnenan ihre Eltern gesiegelt werden.Durch die Siegelung kann die Familiein Ewigkeit zusammen sein. ImTempel erhalten Männer und Frauenauch besondere geistige Segnungen,die man Endowment nennt. Siekönnen das Endowment und dieSiegelung auch stellvertretend fürMenschen empfangen, die gestorbensind, ohne diese Tempelbündnissegeschlossen zu haben.Was findet sonst nochim Tempel statt?Außer der Siegelung und demEndowment gibt es noch weitereheilige Handlungen, die im Tempelvollzogen werden. Man kann sichfür Verstorbene taufen und konfirmierenlassen, die sich zu Lebzeitennicht der Kirche anschließenkonnten. Wenn du zwölf Jahre altund würdig bist, in den Tempel zugehen, kannst du dich für Menschentaufen und konfirmieren lassen, diegestorben sind, ohne das Evangeliumzu kennen.Was ist, wenn meine Familienicht im Tempel war?Der Vater im Himmel kenntund liebt dich und deine Familie.Er wünscht sich, dass alle die Segnungender heiligen Handlungen desTempels empfangen. Lebe so, dass duwürdig bist, in den Tempel zu gehen.Setzt dir jetzt das Ziel, später einmaldas Endowment zu empfangen undim Tempel zu heiraten. Der Vater imHimmel wird dich und deine Familiesegnen. ◼„[Meine lieben jungen Freunde]:Richtet euren Blick stets auf denTempel. Tut nichts, was euch davonfernhält, den Tempel zu betreten undan den heiligen und ewigen Segnungendort teilzuhaben.“Präsident Thomas S. Monson, „Der heiligeTempel – ein Leuchtfeuer für die Welt“,Liahona, Mai 2011, Seite 93ILLUSTRATION VON BRAD TEARE64 Liahona


&b4Froh bewegt q = 80–96Immer und ewig vereintImmer und ewig vereintœ œ œ œ nœnœ(vereinfacht)œ ˙Œ œ œœ œText: Ruth Muir GardnerMusik: Vanja Y. Watkinsœ œ ˙KINDER?&?&?&?&?bbbbbbbbb1. Mei - ne Fa - mi - lie lie - be ich,sie be - deu -2. Wenn ich auch jung bin, wünsch ich mirund mach mich4˙n˙œ œ œ œ œichdassb˙Refrainœ˙12willichinimalTem˙œ œ œ œ3˙œ53˙œnœ2œ31œ œb˙˙tetbe- le E - wig - keit mit ihr zu - sam - men- pel hei - ra - te für Zeit und E - wig -œ˙˙œ œ œ21˙˙2œ153Œœ˙5˙œ œ œ˙2œ œ œ2 1 ˙œ.viel für mich;- reit da - für,˙w˙32sein.keit.˙1œ2˙1jœ . œIm - mer und e - wig wolln wir ver-eint sein – der Herr ver - heißt uns das. Mitœ œ œ œ b˙œw˙125˙œ31œ˙˙Uœ œ œ #œ 51˙Uœ3œ˙œ œ œ œ œ œ2der Fa-mi-lie mein kann ich für im-mer sein, wenn ich le - be nach des Va-tersPlan,. ˙le˙œ- be nach des Va - ters˙œ œ œ œ˙˙˙˙w52Plan.œ˙œ˙1œ˙œ1w wwbœ˙.4˙w˙œ# ˙⌜œjœœich⌝Text und Musik © 1980 IRI. Bearbeitung © 2012 IRI. Alle Rechte vorbehalten.Das Lied darf für den gelegentlichen, nichtkommerziellen Gebrauch in Kirche und Familie vervielfältigt werden.65


BASTLE EINEEVANGELIUMS-SCHATZKISTESchneide die Schatzkiste aus und faltesie wie unten abgebildet. Schneide dieTaufe undKonfirmierungPriestertumTempelKINDERMünzen aus, auf denen einige Schätzestehen, die du durch das Evangeliumerhältst. Lege sie in die Kiste. Schau dirdie Schätze in der Kiste öfter einmalan, damit dir die Segnungen desEvangeliums bewusst werden.LebendeProphetenSCHÄTZEEvangeliumswahrheitenAbendmahlBuch MormonSCHÄTZEApril 2013 67


AUF SPURENSUCHEWo wurde die Kirchegegründet?Jan PinboroughZeitschriften der KircheKomm mit und entdecke mituns einen wichtigen Ort inder Geschichte der Kirche!Wenn Maggie und LilyE. den Ort sehen wollen,wo die Kirche gegründetwurde, müssen sie nicht weit gehen.Er liegt gleich neben dem Gemeindehausin Fayette im US-BundesstaatNew York, wo sie jeden Sonntag zurKirche gehen!Die Kirche wurde nicht in einemKirchengebäude gegründet, sondernin einem Blockhaus. Der ProphetJoseph Smith war im Jahr 1829dorthin gekommen und wohnte beiFamilie Whitmer. Das ursprünglicheHaus steht nicht mehr, aber an derselbenStelle wurde eine Blockhüttegebaut.Das Gemeindehaus, in demMaggie und Lily zur Kirche gehen,hat ein Besucherzentrum mit Ausstellungsstückenzum Haus derWhitmers und zu den besonderenEreignissen, die dort stattgefundenhaben. ◼1. Joseph Smith hat hier die Übersetzungdes Buches Mormon vollendet.FOTOS VON BRENT WALTON; ILLUSTRATIONEN VON ROBERT T. BARRETT © IRI; DIE GRÜNDUNG DER KIRCHE, GEMÄLDE VON ROBERT T. BARRETT, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT


KINDER2. Draußen, nichtweit vom Haus entfernt,haben drei Männer denEngel Moroni und diegoldenen Platten gesehen.Sie werden die dreiZeugen genannt, weilsie die Platten miteigenen Augen gesehenhaben. Ihr Zeugnis stehtvorn im Buch Mormon.DIE TAUFE –DAMALS UND HEUTEMaggie, 11 Jahre, und Lily, 9 Jahre,wurden in einem Taufbecken getauft,das nicht weit entfernt ist von dem Ort,wo sich die ersten Mitglieder der Kirchetaufen ließen.Beide Mädchen haben sich sehr aufihre Taufe gefreut. Als es für Lily an derZeit war, sich taufen zu lassen, führteder Bischof ein Gespräch mit ihr. „Er hatmich gefragt, ob ich ein Zeugnis vomPropheten habe und ob ich den Zehntenzahle“, berichtet Lily.Die Mädchen haben schöne Erinnerungenan ihre Taufe. „Als ich aus dem Wasserkam, hatte ich das Gefühl, ich könneeinfach alles schaffen“, meint Maggie.Beide Mädchen haben ein Tagebuchgeschenkt bekommen, in dem sie ihreGefühle und Gedanken über diesenbesonderen Tag festgehalten haben.3. Am 6. April 1830 kamen etwa 60 Menschenzu einer besonderen Versammlung zusammen.Joseph Smith gründete offiziell die Kirche, unddas Abendmahl wurde gesegnet und ausgeteilt.Es war die erste Abendmahlsversammlung!4. Gleich nach der Versammlung ließensich Joseph Smiths Eltern und einigeandere draußen taufen.April 2013 69


FÜR KLEINERE KINDERMax und Mia sindRetter in der NotChris Deaver, TexasMax will ein Superheld sein.Er zieht sich sein rotes T-Shirt an.Er legt sich seinen Superhelden-Umhang um. Dann geht er insZimmer seiner kleinen Schwester.„Komm, Mia“, sagt Max, „wir sind jetzt Retter in der Not!“ILLUSTRATIONEN VON ELISE BLACK70 Liahona


Max und Mia gehen insWohnzimmer. Sie seheneinen Korb voll Wäsche.„Wollt ihr mir helfen?“,fragt Mutti.„In Ordnung“,meint Max. „Dannwollen wir aberRetter in derNot sein.“KINDERMax und Mia helfen ihrerMutti, die Wäsche zu faltenund wegzuräumen.Da sieht Max Papier aufdem Boden liegen. „Komm,wir sammeln das Papier auf“,sagt Max. „Dann wollen wiraber Retter in der Not sein.“April 2013 71


Max und Mia rennen durchs ganzeHaus. Sie werfen allen Abfall in denMülleimer.Mutti fegt den Küchenboden.„Wir können dir helfen“, sagtMax.Mia hält die Kehrschaufel,und Max fegt den Boden.„Jetzt wollen wir aberRetter in der Not sein“,verkündet Max.Mutti sieht sich um. Allesist sauber und ordentlich.Sie nimmt Max und Miain die Arme. „Das wartihr doch schon!“ ◼72 Liahona


ZUM AUSMALENKINDERILLUSTRATION VON JARED BECKSTRANDJESUS GEHT AUF DEM WASSER„Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil siemeinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst.Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bines; fürchtet euch nicht!“ (Matthäus 14:26,27.)April 2013 73


NACHRICHTEN DER KIRCHEWeitere Nachrichten und Veranstaltungen der Kirche finden Sie unter news.lds.org.Weltweite Führerschaftsschulung: ein neuer AnsatzElder L. TomPerry, ElderDonaldL. Hallstromund Bischof DeanM. Davies leiteneine Podiumsdiskussionüberdie Frage, wiewichtig es ist,die Priestertumsschlüsselanzuwenden.In den kommenden Monaten wird durch einenneuen Ansatz in der weltweiten Führerschaftsschulungden Mitgliedern viel Motivierendes geboten.Die diesjährige weltweite Führerschaftsschulungwird nicht – wie in den vergangenen Jahrenüblich – als einmalige Veranstaltung für die Führungsbeamtenin den Gemeinden und Pfählenausgestrahlt. Stattdessen ist sie in neun kürzereAbschnitte unterteilt und auf DVD sowie aufLDS.org erhältlich. Diese Abschnitte sollen im laufendenJahr und darüber hinaus zu einem regenGedankenaustausch zwischen Führungsbeamten,Mitgliedern und Familien führen.Im Mittelpunkt der Schulung steht die Frage,wie die Familie und die Kirche durch das Priestertumgestärkt werden. Dies sind die Themen, dievon Mitgliedern der Ersten Präsidentschaft unddes Kollegiums der Zwölf Apostel sowie weiterenGeneralautoritäten und leitenden Beamten aufinspirierende Weise behandelt werden:• Wie können Familien durch die Macht desPriestertums Stärke und Frieden finden?• Wie kann jeder Familie geholfen werden,die Segnungen des Priestertums zu erleben?• Wie stärken Männer, die Priestertumsschlüsselinnehaben, das Zuhause und die Familie?• Wie dient man seinen Mitmenschen so,wie Christus es tun würde?• Wie zieht man Kinder in Licht und Wahrheit auf?Alle Einheiten der Kirche erhalten die DVD,und die Mitglieder des Gemeinde- und Pfahlratessollen sich den gesamten Inhalt ansehen. Anschließendsoll besprochen werden, wie man denMitgliedern in Gemeinde und Pfahl am bestenhelfen kann, aus der Schulung Nutzen zu ziehen.Die Mitglieder können einzelne Abschnitte derDVD in Versammlungen oder im Unterricht ansehenund besprechen. Alle Abschnitte sind nebstweiteren Hilfsmitteln auf wwlt.lds.org zum Selbststudiumfür jedermann frei zugänglich.Doch ganz gleich, in welchem Rahmenman sich die Schulung ansieht, entfaltet sie imGrunde ihre positive Wirkung erst dann, wennim Anschluss an einen Abschnitt darüber gesprochenwird. Wenn Führungsbeamte, Mitgliederund Familien über das, was sie gehört undempfunden haben, nachdenken, es einandermitteilen und Zeugnis davon geben, werdensie vom Heiligen Geist inspiriert und erkennen,wie sich das Gelernte auf die eigenen Umständemaßschneidern lässt. Durch Erfahrungen wiediese trägt die weltweite Führerschaftsschulungdazu bei, Familien und die Kirche auf der ganzenWelt zu stärken. ◼Elder M. Russell Ballard, Linda K. Burton, Elder RonaldA. Rasband, Elaine S. Dalton, Rosemary M. Wixomund Bischof Gary E. Stevenson stehen vor dem Mary-Fielding-Smith-Haus im „This Is the Place“-Gedächtnisparkund sprechen darüber, wie segensreich es ist,wenn das Priestertum in jedem Zuhause wirkt.74 Liahona


DEM RUF NACH MEHR MISSIONAREN FOLGEN:Wie man zuhause und in der Kirche einemissionsorientierte Denkweise fördertHeather Whittle WrigleyNachrichten und Veranstaltungen der KircheVictor Nogales, Bischof der GemeindeParque Chacabuco imPfahl Congreso in Buenos Aires inArgentinien, sitzt vor einer Pinnwandmit den Fotos der 37 Jungen Männerund Jungen Damen seiner Gemeinde.Geht einer der jungen Leute auf Mission,bringt er eine Notiz am jeweiligenFoto an.„Meine Jugendlichen freuen sichimmer sehr, wenn sie in mein Bürokommen und die Fotos und Notizensehen“, verrät er. „Es motiviert sie, sichselbst auf eine Mission vorzubereiten.“Diese Gemeinde in Buenos Aires istein gutes Beispiel dafür, wie Missionsarbeitgelebt werden kann. Im erstenHalbjahr 2012 haben 19 Jugendliche –14 davon sind nicht in der Kirche aufgewachsen– ihren Heimatort verlassenund dienen nun in insgesamt achtverschiedenen Ländern als Vollzeitmissionar.Über 80 Prozent der in Fragekommenden Jugendlichen haben sichbereiterklärt, auf Mission zu gehen.In den vergangenen Jahren habendie Führer der Kirche mehrfach dazuaufgerufen, dass mehr junge Leuteauf Mission gehen.Kurz nachdem die Kirche die AnleitungVerkündet mein Evangelium!für den Missionsdienst herausgegebenhat, hat Elder M. Russell Ballardvom Kollegium der Zwölf Apostelanlässlich der Frühjahrs-Generalkonferenz2005 den Familien undFührungsbeamten geraten, den Missionsgedankenzu fördern und mehrjunge Männer und Frauen auf eineerfolgreiche Mission vorzubereiten,indem sie ihnen bewusst machen,wer sie sind, und ihnen die Lehre erläutern(siehe „Einen mehr“, Liahona,Mai 2005, Seite 69).Als Präsident Thomas S. Monson beider letzten Herbst-Generalkonferenzankündigte, dass das Mindestalter fürMissionare gesenkt werde, war dies einweiterer Hinweis darauf, dass der Herrsein Werk beschleunigt.In der heutigen Zeit nehmen sichviele Familien und Führer der Kirchediese Worte zu Herzen und legen inihrem Umfeld den Grundstein füreine missionsorientierte Denkweise.Den Jugendlichen soll klarwerden,wer sie sindAuf die Frage, wie es ihm möglichgewesen sei, so viele seinerJugendlichen dazu zu bringen, aufMission zu gehen, entgegnete BischofNogales: „Als ich als Bischof berufenwurde, galt meine erste Sorge denJugendlichen meiner Gemeinde, undich machte den anderen Führungsbeamtendeutlich, dass wir Teil ihresLebens sein müssen.“Beispielsweise erhalten alle Missionareder Gemeinde Chacabuco schonvor ihrer Mission eine Berufung.Oftmals werden Neubekehrte oderweniger Aktive auch als Lehrkraft eingesetzt.Dadurch fällt es ihnen späterleichter, das Evangelium zu lehren.Bischof Nogales bereitet die Jugendlichenauch dadurch geistig auf ihreMission vor, dass er Gelegenheitenschafft, mit den Vollzeitmissionaren derGemeinde zusammenzuarbeiten.Seitdem sich die Führer der Kircheund die Mitglieder mit den Jugendlichender Gemeinde so ernsthaft auseinandersetzen,erleben sie mit, wiedie missionarische Gesinnung zunimmt– ein schöner Lohn!Ein Familie, in der die Missionsarbeiteine tragende Rolle spieltGarth und Eloise Andrus aus Draperin Utah können aus eigener Erfahrungsagen, dass die Missionsarbeit in ihrerFamilie eine große Rolle spielt. SiebzehnEnkel waren bisher auf Mission,und sie selbst haben bereits sechsmaleine Mission erfüllt.Den Missionsgedanken in der eigenenFamilie zu etablieren sei etwas,womit man beginnen müsse, wenn dieKinder noch klein seien, sagt BruderAndrus.Schwester Andrus stimmt zu. „StillschweigendeErwartungen führen nichtdazu, dass jemand auf Mission geht.Man spricht ganz offen mit seinen Kindernund Enkeln darüber, wannsie auf Mission gehen, und nicht, obsie gehen“, meint sie.Ebenso wichtig ist es, den Jugendlichenzu zeigen, wer sie sind, indem manals Missionar mit gutem Beispiel vorangeht.Das Ehepaar Andrus ist 1980 – ihrjüngster Sohn hatte zu dem Zeitpunktgerade seine Mission angetreten – zumersten Mal auf Mission berufen worden.Einer ihrer Enkel schrieb ihneneinen Brief, nachdem er von ihnenApril 2013 75


ABDRUCK DER FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON PAUL L. GARVINBischof Victor Nogales vor der Pinnwand, die alle Jugendlichen seiner Gemeinde zeigt,einschließlich derer, die sich gerade auf Mission befinden.ein Geschenk erhalten hatte, das ihmhelfen sollte, sich auf die Mission vorzubereiten.Er bedankte sich, berichtetSchwester Andrus, sagte aber vor allem:„Ich danke euch noch viel mehr für dasgute Beispiel, das ihr gesetzt habt.“Die Lehre erläutern„Unsere Jugendlichen erwarten mitRecht, dass ihre Eltern und die Führerund Lehrer in der Kirche dafür sorgen,dass sie das Evangelium Jesu Christikennenlernen und es verstehen“, sagtElder Ballard. „Der Heilige Geist bestätigtihnen sodann im Herzen die Wahrheitund entfacht das Licht Christi inihrer Seele. Und dann haben Sie einenweiteren richtig vorbereiteten Missionar.“(Siehe M. Russell Ballard, „Einenmehr“, Seite 71.)Seitdem die Familien und Führungsbeamtenihren Jugendlichen das Evangeliummit Nachdruck näherbringen,erlebt auch der in einem ländlichenGebiet gelegene und knapp 10.000Kilometer von Buenos Aires entfernteZweig Horseshoe Bend bei Boise inIdaho mit, wie die Bereitschaft, aufMission zu gehen, erheblich zunimmt.Die kleine Gemeinde hat zwar nur75 Mitglieder, neun junge Leute erfüllenjedoch derzeit eine Mission.Elder Russell M. Nelson vom Kollegiumder Zwölf Apostel hat darübergesprochen, warum man auf Missiongehen soll und welcher Nutzen einemdaraus erwächst: „Alle Missionare …sind einzig und allein in der Hoffnungunterwegs, das Leben anderer zumBesseren zu wenden“, sagte er. „DieEntscheidung, auf Mission zu gehen,beeinflusst die geistige Bestimmungdes Missionars, seines Ehepartnersund ihrer gemeinsamen Nachkommenin künftigen Generationen. DerWunsch, auf Mission zu gehen, ergibtsich ganz natürlich, wenn man sichbekehrt, würdig ist und sich vorbereitet.“(„Fragen Sie die Missionare!Sie können Ihnen helfen!“, Liahona,November 2012, Seite 18.)Martin Walker, Präsident des PfahlsEmmett in Idaho, ist derselben Ansicht.„Wenn ein junger Mensch aufMission geht, wirkt sich das auf Generationenaus“, meint er. „Bei unsim Pfahl lassen wir nichts unversucht,um die jungen Leute auf eine Missionvorzubereiten.“Zu dieser Vorbereitung gehört auch,den Jugendlichen die Lehre zu vermitteln.Der Zweig Horseshoe Bendbietet den Jugendlichen an, einmal proWoche an einem Vorbereitungskursfür zukünftige Missionare teilzunehmen,der von einem ehemaligen Missionspräsidentengestaltet wird. DieserUnterricht ergänzt den monatlich aufPfahlebene stattfindenden Vorbereitungskursfür Jugendliche und dasjährlich stattfindende Pfahl-AP-Lager.Das Ehepaar Andrus hat insgesamtsechs Kinder. LaRene Adam, eineTochter der beiden, hat mit ihremEhemann Jim von 2007 bis 2009 eineMission in der Dänemark-MissionKopenhagen erfüllt. Sie gibt Zeugnisdavon, wie wichtig es ist, den Kinderndas Evangelium zuhause zu erklären.„Will man den Kindern zu einemZeugnis von der Missionsarbeit verhelfen,ist es sicherlich mit am hilfreichsten,wenn man den Familienabenddurchführt und sich als Familie mit denheiligen Schriften befasst“, erklärt sie.„Man gibt ihnen eine starke Grundlagedadurch, dass sie sich mit dem Evangeliumauseinandersetzen und Erkenntnisgewinnen. Sie sind dann viel besservorbereitet und wissen weit mehr überdas Evangelium.“ ◼76 Liahona


Jungen Missionaren im Kirchendienstbereitet ihr Dienst FreudeCarolyn CarterNachrichten und Veranstaltungen der KircheAuf Mission trug Elder ErnestoSarabia jeden Tag sein schwarzesNamensschild. Doch seine Aufgabenunterschieden sich sehr von denen vieleranderer, denn Elder Sarabia dienteals junger Missionar im Kirchendienst imBüro der Mexiko-Mission Hermosillo.„Man [muss] sich darüber im Klarensein, dass es für den einen oder anderenjungen Mann und für manchejunge Frau nicht ratsam ist, sich denAnstrengungen und Herausforderungeneiner Vollzeitmission zu stellen“,hat Elder M. Russell Ballard vom Kollegiumder ZwölfApostel gesagt.Doch diesbedeute nicht,wie er betont,dass sie nichtdie Segnungender Missionsarbeitin Anspruch nehmenkönnen (siehe „Einenmehr“, Liahona, Mai2005, Seite 69).Elder RussellM. Nelson vomKollegium derZwölf Apostelhat gesagt: „EineMission ist einfreiwilliger Dienstfür Gott und dieMenschheit.“ („Fragen Sie die Missionare!Sie können Ihnen helfen!“, Liahona,November 2012, Seite 18.) Diesen Dienstkann man auf vielfältige Weise leisten.Für diejenigen, die keine Vollzeitmissionerfüllen können, weil siedavon freigestellt sind, oder für diejenigen,die vorzeitig nach Hause zurückkehrenmüssen, kann das Programmfür junge Missionare im Kirchendiensteine sinnvolle Alternative bieten, Missionserfahrungenzu sammeln.VoraussetzungenMissionare im Kirchendienst müssenkörperlich, mental, geistig und seelischin der Lage sein, die sorgsam auf siezurechtgeschnittenen Aufgaben zuerfüllen, die in ihrer Berufung an sieherangetragen werden.Ein Missionar im Kirchendienst wirdfür einen Zeitraum von sechs Monatenbis zu zwei Jahren berufen. Die Einsatzzeitkann hierbei zwischen einigenTagen pro Woche und einer Vollzeitstellevariieren. Man kann an einembestimmten Einsatzort oder auch vonzuhause aus arbeiten. Aufgabengebietefür einen Missionar im Kirchendienstbieten sich etwa in der genealogischenForschung, in der Informationstechnik,als Assistent in einem Missionsbüro, imVorratshaus des Bischofs und so weiter.Unterstützung durch die Familieund das PriestertumEltern, Priestertumsführer undMitglieder der Kirche können einemAnwärter auf eine Mission imKirchendienst behilflich sein, sich aufdie Mission vorzubereiten.Ihre Familie war Eliza Joy Young einestarke Stütze, denn sie wurde immer zuden Büros der Kirche in Sydney gebrachtund von dort auch wieder abgeholt.Elder Michael Hillam, der im Versandder Kirche in Hongkong arbeitet, meint:„Meine Seminarlehrer im Unterricht amfrühen Morgen und die JM-Leiter habenmir sehr bei der Vorbereitung geholfen.“Opfer führen zu SegnungenSchwester Young opferte die freienTage in ihrem Teilzeitjob für eine Missionim Kirchendienst. Sie sagt: „Ich weiß, dassich dem Vater im Himmel helfe, und dadurchspüre ich, dass ich ihm näher bin.“Man wird jedoch nicht nur in geistigerHinsicht gesegnet. Eine Missionim Kirchendienst verhilft den jungenMissionaren auch zu wertvollen Erfahrungen,was den sozialen Umgangund die berufliche Aussichten angeht.„Meine Mission hat mir gezeigt, dass ichin der Lage bin, mich auf dem freienArbeitsmarkt zu behaupten“, berichtetSchwester Young (sie war zuvor immernur in geförderten Beschäftigungsverhältnissentätig gewesen).Nicht jeder junge Erwachsene, dergerne dienen will, kann auch auf Missiongehen. Es werden jedoch großeAnstrengungen unternommen, umjedem würdigen jungen Erwachsenenmissionarische Erfahrungen zu ermöglichen.Junge Männer und Frauen, dieeine derartige Mission erfüllen möchten,können mit ihrem Bischof oderZweigpräsidenten sprechen, der danneine passende Möglichkeit für sie sucht.Näheres dazu finden Sie auf news.lds.org (in englischer Sprache). GebenSie als Suchbegriff „young churchservicemissionaries“ ein. ◼April 2013 77


Zwei Schwestern, eine ausder JD- und eine aus derFHV-Präsidentschaft, bereisendas Gebiet AsienBrenda Frandsen, Spezialistin für Medien im Gebiet AsienMit Beiträgen von David O. Heaps, Paul Stevens und Linda Rae Pond SmithIm November 2012 haben Mary N. Cook, ErsteRatgeberin in der JD-Präsidentschaft, undLinda S. Reeves, Zweite Ratgeberin in der FHV-Präsidentschaft, neun Tage lang im Gebiet AsienSchwestern aller Altersgruppen unterwiesen undbegeistert.Die Reise fiel mit der Ankündigung des neuenLehrplans für Jugendliche Komm und folge mirnach! zusammen, der im Unterricht für die JungenMänner, die Jungen Damen und in der Sonntagsschuleder Jugendlichen ab Januar 2013 verwendetwird. Das neue Lehrmaterial soll den Lehrern helfen,mehr so zu lehren, wie der Erretter gelehrt hat, unddas Zusammengehörigkeitsgefühl der Klasse stärken.Nach dem Besuch von Schwester Cook undSchwester Reeves im Gebiet Asien haben dort vieleIn Taiwankamen MaryN. Cook undLinda S. Reevesmit GebietsautoritätenundortsansässigenPriestertumsführernsowieMitgliedernzusammen.FOTO VON YANG CHIEH-WENJugendliche und deren Eltern erklärt, sie seiennun sehr motiviert, ein reines Leben zu führen,sich neu auszurichten und ihren Mitmenschen einVorbild zu sein.In Hongkong verhieß Schwester Reeves denJugendlichen: „Wenn ihr rein bleibt, könnt ihr jedermannvoller Selbstvertrauen gegenübertreten!“Ihre Worte brachten die zwölfjährige TangKak Kei zu neuen Erkenntnissen: „Ich weiß,dass ich jeden Tag im Buch Mormon lesenmuss. Aus der Broschüre Für eine starkeJugend habe ich gelernt, dass man umkehrenund ein rechtschaffenes Leben führen muss,damit man das Licht Christi und wahres Glückausstrahlen kann.“In Indien traf Schwester Cook im neuenGemeindehaus im Distrikt Chennai und im neugegründeten Pfahl Haiderabad mit Mitgliedernzusammen. Sie hielt die jungen Erwachsenendazu an, sich auf die Zukunft vorzubereiten.„Eignet euch eine gute Ausbildung an“, mahntesie, „und Fertigkeiten, die euch beim Aufbau desReiches Gottes dienlich sind. Kümmert euch umeure Familie und darum, wie ihr euren AngehörigenGutes tun könnt. Bereitet euch geistig vor,damit ihr würdig seid für geistige Eingebungenund somit wissen könnt, wohin ihr gehen undwas ihr tun sollt.“In Indonesien nahm Schwester Reeves ander ersten Pfahlkonferenz des neu gegründetenPfahls Surakarta teil. „Wir haben gespürt, wiesehr diese Mitglieder von Demut und Liebe erfülltsind. Sie sind so treu!“, meinte sie.Schwester Reeves besuchte anschließendMalaysia, wo sie mit einer Gruppe von FHV-Schwestern die dringlichsten Belange der Frauenhilfsvereinigungals Organisation in Malaysiabesprach und darauf einging, wie die KircheFührung und Inspiration geben kann.In Taiwan äußerte sich Schwester Reeves zuder Stärke und Hingabe der dortigen Mitglieder.„Wir sind wirklich froh, dass sie ein treues Lebenführen und regelmäßig in den Tempel gehen. …Die dortigen Mitglieder sind ihren Freunden undNachbarn liebevolle Vorbilder“, sagte sie. ◼78 Liahona


INTERESSANTES RUND UM DIE KIRCHELESERBRIEFDie Jugendlichen in aller Weltzeigen, dass sie an heiligen Stättenstehen.Aufruf an Jugendliche zurEinsendung von FotosDer diesjährige Leitgedanke für die gemeinsamenAktivitäten der JM und JD lautet:„Steht an heiligen Stätten und wankt nicht.“(LuB 87:8.) Liebe Jugendliche, der Liahonahätte gern Fotos, die euch dabei zeigen, wieihr an heiligen Stätten steht. Die Fotos könnteneuch etwa dabei zeigen, wie ihr Zeitmit der Familie verbringt, etwas für anderetut, euch missionarisch oder künstlerischbetätigt, euch mit dem Evangelium befasstoder die Natur erkundet. Bestimmt fällt euchnoch mehr ein! So reicht ihr euer Foto ein:• Jemand soll ein Foto von euch machen,wie ihr an einer „heiligen Stätte“ steht.• Schickt dieses Foto (in hoher Auflösung)per E-Mail an liahona@ldschurch.org.• Schreibt dazu, warum dies für euch eineheilige Stätte ist.• Gebt in eurer E-Mail euren vollständigenNamen, das Geburtsdatum und eureGemeinde und euren Pfahl (oder Zweigund Distrikt) an. Gebt auch dieE-Mail-Adresse eurer Eltern an.Fotos von Jugendlichen aus der ganzenWelt werden in einer der kommendenAusgaben gezeigt.Apostel besucht MarokkoIm Dezember 2012 hat Elder JeffreyR. Holland vom Kollegium der ZwölfApostel in Sierra Leone in Westafrika den3000. Pfahl der Kirche gegründet. Im Anschlussdaran stattete er einem winzigen,abgelegenen Zweig der Kirche im marokkanischenRabat einen Besuch ab.In einer am Sonntagabend abgehaltenenSonderandacht versicherte Elder Hollandden Anwesenden, dass den Führern derKirche alle Mitglieder überall auf der Weltam Herzen liegen, wie gering an Zahl oderwie weit entfernt sie auch sein mögen.„Sie sind nicht vergessen, und Sie sindTeil jenes wunderbaren Werks, mit demder Herr sein Volk ausfindig macht und dieSammlung Israels in dieser großartigen letztenEvangeliumszeit beschleunigt“, sagte er.Tegucigalpa-Tempel inHonduras geweihtIm Anschluss an die Tage der offenenTür, die drei Wochen dauerten, und einenFestakt mit kulturellem Rahmenprogrammwurde der Tegucigalpa-Tempel in Hondurasam Sonntag, dem 17. März 2013, in dreiSessionen geweiht. Das Ereignis wurde inalle Einheiten der Kirche in Honduras undNicaragua übertragen.Die Mitglieder in Honduras mussten bishereine stundenlange Anreise zum nächstgelegenenTempel in Guatemala-Stadt inKauf nehmen und waren überglücklich,dass numehr der erste Tempel in ihremLand geweiht wurde. Der Tempel warvon der Ersten Präsidentschaft in einemSchreiben vom 9. Juni 2006 angekündigtworden, und der erste Spatenstich erfolgteam 12. September 2009.Präsident Monsonbesucht DeutschlandEnde 2012 reiste Präsident ThomasS. Monson nach Deutschland und kammit Mitgliedern der Kirche in Hamburg,Berlin, München und Frankfurt zusammen.Dabei hielt er sie dazu an, Jesus Christusnachzufolgen.„Er lehrte Vergebung, indem er vergab“,sagte er den Mitgliedern in Frankfurt. „Erlehrte Mitgefühl, indem er mitfühlend war. Erlehrte Hingabe, indem er sich selbst hingab.“Der Heilige Geist lehrt michSeit sich meine Familie der Kircheangeschlossen hat, merke ich immermehr, welche Kraft es einem gibt,wenn man im Liahona liest. Dietiefgründigen Worte darin haben michdazu bewogen, auf Mission zu gehen.In der Zeitschrift werden viele Themenangesprochen, aber mir ist am wichtigsten,was mir der Heilige Geist beimLesen kundtut. Wir werden tatsächlichfrei – sogar wenn wir uns in Feindeslandbefinden (siehe Boyd K. Packer,„Wie man in Feindesland überlebt“,Liahona, Oktober 2012, Seite 24)–, wenn wir die darin behandeltenGrundsätze lesen, uns eingehend mitihnen befassen und sie dann umsetzen.Der Heiland lebt, das Priestertum ist aufder Erde und Gott ist im Himmel.Newton T. Senyange, UgandaRichtigstellungIm Liahona vom Oktober 2012wurden die Fotos in dem Bericht„Gründung des ersten Pfahls inIndien“ auf Seite 76f. versehentlichdem falschen Fotografen zugeordnet.Die Fotos wurden von SchwesterGladys Wigg aufgenommen. Wirbedauern das Versehen.Im Liahona vom Dezember 2012wird in dem Artikel „Eine heiligeWandlung“ auf Seite 25 von FamilieVigil berichtet. Diese Familie ließ sichnicht, wie versehentlich angegeben, imJuni 2011, sondern im Juli 2010 taufen.Außerdem wurde Andrea Vigil nicht imAugust, sondern im Juli 2012 geboren.In dem Buch Lehren derPräsidenten der Kirche: LorenzoSnow ist das Foto auf Seite 2 falschbeschriftet. Es zeigt Oliver GoddardSnow, einen Sohn von PräsidentSnow. Außerdem wurden in derBildunterschrift auf Seite 31 die NamenBrigham Young Jr. und FrancisM. Lyman vertauscht.April 2013 79


BIS AUFS WIEDERSEHENVOM LEBENDIGENWASSERAaron L. WestRedakteur, Hauptabteilung PublikationenWenn wir von der Schönheit des Tempelssprechen, ist meist von Türmen, Fensternoder Wandgemälden die Rede. Wir sprechen ehrfürchtigvon Taufbecken, Endowment-Räumen,Siegelungsräumen oder dem celestialen Saal.Doch wenn ein Prophet dem Herrn einenTempel weiht, weiht er das gesamte Gebäude,nicht nur die schönen Bestandteile, die jedersehen kann. Im Weihungsgebet für denKansas-City-Missouri-Tempel sagte PräsidentThomas S. Monson: „Wir weihen den Grundund Boden, auf dem der Tempel steht. Wirweihen sämtliche Bestandteile dieses wunderschönenGebäudes, vom nicht sichtbarenFundament bis hin zur majestätischen Statuedes Engels Moroni, die die höchste Spitzeziert.“ 1 Als Präsident Joseph Fielding Smith dasWeihungsgebet für den Ogden-Utah-Tempelsprach, weihte er „das Fundament, die Mauern,die Böden, die Decken, den Turm und alleTeile des Gebäudes“, und er betete um Schutzfür „alle technischen Vorrichtungen, die Leitungenund Befestigungen der Beleuchtung, dieLüftungsanlage und die Aufzüge, einfach alles,was zu diesem Gebäude gehört“ 2 .Ich bin dankbar, dass der Herr seine Prophetendazu inspiriert, jeden einzelnen Bestandteileines Tempels zu weihen. Auch wenn eine Türangeloder eine Lampenhalterung offensichtlicheinem geringeren Zweck dienen als ein Altarim Siegelungsraum, tragen doch auch dieseJesus Christusist die QuellelebendigenWassers.unbedeutenderen Teile zum göttlichen Zweckdes Tempels bei.Eines dieser unbedeutenderen Einzelteilehat mich auf einen Gedanken gebracht, denich seither nie vergessen kann. Eines Tageswar ich im Salt-Lake-Tempel und wollte denUmkleideraum verlassen, nachdem ich aneiner heiligen Handlung für Verstorbene teilgenommenhatte. Ich kam an einem Wasserspendervorbei, merkte, dass ich durstig war,und beugte mich nach vorn, um rasch einenSchluck zu trinken. Da kam mir die Frage inden Sinn:Du trinkst Wasser hier im Tempel, abertrinkst du auch wirklich von dem lebendigenWasser, das dir hier angeboten wird?Es war keine harte Verurteilung – nur einsanfter Tadel, eine eindringliche Frage.Meine Antwort lautete Nein. Ich hatte nichtin tiefen Zügen vom lebendigen Wasser desTempels getrunken. Ich musste mir eingestehen,dass meine Gedanken in den Minuten davor,als ich heilige Handlungen für Verstorbeneempfangen hatte, abgeschweift waren. Ichhatte zwar ein gutes Werk getan für Menschen,die meine Hilfe brauchten, aber ich hatte nichtzugelassen, dass ich all die Hilfe bekam, dieich brauchte.Nun halte ich bei jedem Besuch im Tempelkurz an einem Wasserspender inne undtrinke einen Schluck. Und dabei frage ichmich, ob ich auch wirklich in tiefen Zügen ausder Quelle lebendigen Wassers trinke. MeineAntwort lautet: Immer noch nicht genug. Abermein Durst wird stärker. ◼ANMERKUNGEN1. Thomas S. Monson, zitiert in „Kansas City MissouriTemple: ‚Beacon of Divine Light‘ – an Offering ofHands and Hearts“, Church News, 12. Mai 2012,ldschurchnews.com2. Joseph Fielding Smith, zitiert in „Ogden TempleDedicatory Prayer“, Ensign, März 1972, Seite 12FOTO © ISTOCKPHOTO.COM/AMPHOTORA80 Liahona


AMTLICHE ERKLÄRUNGILLUSTRATION VON ROBERT T. BARRETTWILFORDWOODRUFFWilford Woodruff erfüllte in den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts eineMission in Großbritannien. Wegen seiner Predigten ließen sich über eintausendMenschen taufen. Wilford Woodruff war später Präsident des St.-George-Utah-Tempels. Als Präsident der Kirche setzte er sich dafür ein, dass Utahals Bundesstaat der Vereinigten Staaten anerkannt wurde. Er empfing auchdie als Amtliche Erklärung 1 veröffentlichte Offenbarung, in der die Heiligenangewiesen wurden, die Vielehe nicht mehr zu praktizieren.


Schauspieler stellen Szenen ausdem Leben Jesu Christi dar; dieKurzfilme finden Sie im Internetunter biblevideos.lds.org. Einige Szenenaus der letzten Lebenswoche Jesu sindin dem Artikel auf Seite 26 abgebildet.In dem Artikel „Die Mission und dasWirken Jesu Christi“ (Seite 18) sprichtElder Russell M. Nelson fünf Aspekte desWirkens Jesu an, die uns als Vorbilddienen.

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