Die organisatorische Revolution - VSA Verlag

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Die organisatorische Revolution - VSA Verlag

Elemente« der Unternehmensreorganisaon benannt wurde (vgl. Arbeitskreis»Organisaon« 1996). Hierin wird ein radikaler Bruch zu den bisherigenManagement- und Organisaonslehren gesehen, die vom »ScienficManagement über die Managemennnovaonen US-amerikanischerUnternehmungen ... bis zu den jüngeren mathemaschen oder informaonstechnologischenSystemansätzen« immer an der »Steigerung der Fähigkeitzur Planung, insbesondere zur zentralen Planung« ausgerichtet waren(ebd., S. 628).Auch die historische Tendenz der unternehmensübergreifenden Vernetzungbasiert auf Prozessen der Dezentralisierung (Modularisierung, Segmenerung).Sie setzt an den in den 1980er Jahren entwickelten Formensystemischer Raonalisierung (vgl. Altmann u.a. 1986; Baethge/Oberbeck1986; Sauer/Döhl 1994) an und treibt sie weiter in Richtung einer Organisaonvon Wertschöpfungskeen, bis hin zum Auau von Unternehmensnetzwerken.Vermarktlichung und die Herausbildung von Unternehmensnetzwerkenwurden lange Zeit als unabhängige oder auch alternaveEntwicklungsszenarien betrachtet. Inzwischen wird deutlich, dass »forcierteVermarktlichung« und der Ausbau globaler Unternehmensnetzwerkesich zu einer Reorganisaonsperspekve verbinden: Mechanismen derMarktsteuerung und der organisatorischen Netzwerksteuerung (früherauch als »Entmarktlichung« interpreert) überlagern sich. Die Funkonsmechanismender Marktsteuerung bleiben auch innerhalb der Netzwerkebestehen, erhalten jedoch zunehmend fikven, weitgehend instrumentellenCharakter.Dieser Prozess wird getrieben durch die neuen Qualitäten in der Reorganisaonsentwicklung:Neben der Kapitalmarktorienerung sind dies weitereInformasierung und Standardisierung 5 und vor allem, als treibendes5Dabei handelt es sich um eine neue Qualität in der Standardisierung von Strukturen,Systemen und Prozessen auf der Organisaonsebene. Die neue Qualität liegtinsbesondere im Ineinandergreifen verschiedener Standardisierungstendenzen in einerprozessbezogenen Perspekve: Es handelt sich nicht so sehr um ein Nebeneinandervon Re-Standardisierung der Produkonsarbeit, indirekter Tägkeiten und organisatorischerAbläufe, sondern um den Versuch einer prozessbezogen-ganzheitlichenStandardisierung, die einerseits produkve und indirekte Bereiche und andererseitsMarkt- und Produkonsökonomie integriert und verbindet. Dabei ist diese Entwicklungweniger als Gegenentwurf zur Dezentralisierung und Flexibilisierung zu deuten,sondern eher als komplementäre Strategie der zentralen (indirekten) Steuerung undKontrolle flexibel organisierter Prozesse sowie teil-selbständiger Einheiten (vgl. Kratzeru.a. 2008).20

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