Die organisatorische Revolution - VSA Verlag

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Die organisatorische Revolution - VSA Verlag

VorwortWenn heutzutage von »revoluonären Veränderungen« die Rede ist, gehtes – wie bei der »digitalen Revoluon« – meist um neue technische Medien.Neue Technologien, und mehr noch, umfassende Vernetzungen, stehendabei im Mielpunkt. Veränderungen in der Arbeitswelt werden inden letzten zwei Jahrzehnten meist mit der Entwicklung und dem Einsatzdigitaler Technologien und dem Internet in Verbindung gebracht. WenigerBeachtung finden dagegen die Veränderungen in der Unternehmens- undArbeitsorganisaon, die ebenfalls zu efgreifenden Umbrüchen geführthaben. Revoluonär sind diese insofern, als sich nicht nur die Formen derOrganisaon ändern, sondern auch das Prinzip von Unternehmensorganisaonselbst und damit der Charakter von Herrscha.Mit dieser »Organisatorischen Revoluon« wird nachfolgend eine Veränderungin der Arbeitswelt in den Blick genommen, mit der andere säkulare»Megatrends« wie Informasierung, Individualisierung oder auch Globalisierungdeutlich verstärkte Wirkungen erlangen. Umgekehrt schaffen dieseMegatrends wichge Voraussetzungen für die Durchsetzung der »OrganisatorischenRevoluon«. So werden z.B. mit der Informasierung undder »organisatorischen Qualität« digitaler Technologien wesentliche Instrumentefür durchgreifende organisatorische Veränderungen bereitgestellt.Zwar haben einige der konkreten Auswirkungen der »OrganisatorischenRevoluon« wie flexible Arbeitszeiten und flexible Beschäigungsverhältnisse,höhere Selbständigkeit in der Arbeit, Probleme der Vereinbarkeitvon Erwerbsarbeit 1 und Privatleben, zunehmende Überforderung und psychischeErkrankungen u.ä. inzwischen auch öffentliche Aufmerksamkeit erreicht,aber sie werden in der Regel selten auf die organisatorischen Veränderungenin der Steuerung von Unternehmen und Arbeit zurückgeführt.Das mag damit zu tun haben, dass die »Organisatorische Revoluon«in efgehende Umstrukturierungsprozesse eingebeet ist, die in ihrer Dynamikund Vielfalt nur schwer zu entschlüsseln sind. Auch die einschlä-1Wenn im Folgenden von »Arbeit« die Rede ist, ist in der Regel die lohnabhängigeErwerbsarbeit einschließlich scheinselbständiger Formen der Arbeitsverausgabung gemeint.Erweiterte Fassungen des »Arbeitsbegriffs« stehen hier nicht zur Debae.7

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