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Die Eisfrau - Rosie Stancer will als erste Frau zu Fuß zum ... - WDR 5

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2Sprecher:Richard Hawkings schaut zu, wie Rosie ihre letzten Runden dreht. Er ist ihr PersonalTrainer und sicher, dass diese kleine drahtige Frau ihr Ziel erreichen wird. 53 Jahreist Rosie Stancer alt - und in Topform, sagt Richard. Ihr Trainingsprogramm klingteher nach einer Ausbildung für die Navy Seals.O-Ton Übersetzung:„Durch Schlamm robben, Wände und Seile hochklettern, ich auf ihr drauf, ichringe richtig mit ihr. Wir haben sie ins Wasser gesteckt und als sie völligdurchgefroren war, raus gescheucht und Reifen ziehen lassen – solcheSachen. Denn das sind die Szenarien, die sie dort erwarten.“Sprecher:Denn der Nordpol ist keine Klassenfahrt.Atmo: arktischer WindSprecher:Temperaturen bis -40 Grad, Schneestürme mit den gefürchteten White-Outs,Sichtweite Null, der Körper ständig in Hungermodus trotz fünfeinhalbtausendKalorien Nahrungszufuhr am Tag. Das alles hat sie auch schon in der Antarktiserlebt. Der Trip zum Nordpol aber gilt als noch tückischer.O-Ton Übersetzung:„Weil die Arktis ein gefrorener Ozean ist, verschiebt sich dauernd alles,bewegt sich, bricht auf. All diese großen Eisschollen werden vom Windbewegt, der sich da oben mit der Strömung des Ozeans verschwört. DieArktis ist viel unberechenbarer. Und Eisbären gibt’s auch – um das noch zuerwähnen.“Sprecher:Zu Rosies Ausrüstung gehört deshalb auch eine abgesägte Schrotflinte.Tagebuch wird sie schreiben auf dem Weg zum Nordpol. Neben Wetterbeobachtungenwird sie für eine psychologische Studie präzise Buch führen über© Westdeutscher Rundfunk Köln 2013Dieses Manuskript einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engenGrenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des WDR unzulässig. Insbesondere darf das Manuskript wedervervielfältigt, verbreitet noch öffentlich wiedergegeben (z.B. gesendet oder öffentlich zugänglich gemacht) werden.


3ihren körperlichen und mentalen Zustand: Stimmungsschwankungen, Hochgefühle,Tiefpunkte. Die seelische Verfassung sei bei einem solchen Trip mindestens sowichtig wie die physische, sagt sie.O-Ton Übersetzung:„Ich nehme einen Fragenkatalog mit, der nach der so genannten Brunel-Skala arbeitet. Alle 24 Stunden beantworte ich 20 Fragen zu meinerStimmungslage. Außerdem trage ich eine Uhr, die mein Energieniveau misst,Schlaf, Aktivität. Und ich mache Notizen über Nahrungszufuhr undErschöpfungsgefühl. Viele Daten also, plus Resultate aus dem Labor, womeine Fitness und Stärke gemessen wird, bevor ich losgehe und nachdemich zurück bin.“Sprecher:Die Studie, die daraus entsteht, soll später anderen Hochleistungs- undExtremsportlern bei ihrem Training helfen. Ihren ersten Versuch, zum Nordpol zugelangen, musste Rosie abbrechen und sich mit dem Hubschrauber ausfliegenlassen, nach 84 Tagen - und dem Verlust von zwei erfrorenen Zehen. Behalten hatsie ihren Humor.O-Ton Übersetzung:„Prima! Ich trage Sandalen im Sommer - und bekomme Rabatt bei derPediküre!“Sprecher:Das nennt man wohl ein sonniges Gemüt – immerhin musste sie sich selbst einengroßen Zeh abnehmen. Und den daneben. Ohne Betäubung. Mit einem Klapp-Messer. Rosie zuckt mit den Schultern.O-Ton Übersetzung:„Sicher, wenn ich jetzt in dieser Realität darüber spreche, bin ich auchempfindlicher. Aber da draußen ist alles sehr anders. Da musst du einfachtun, was zu tun ist. Ich hatte einen sehr guten Expeditionsarzt, der mir überSatelliten-Telefon sagte, was ich machen sollte, und ich hab's gemacht.“© Westdeutscher Rundfunk Köln 2013Dieses Manuskript einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engenGrenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des WDR unzulässig. Insbesondere darf das Manuskript wedervervielfältigt, verbreitet noch öffentlich wiedergegeben (z.B. gesendet oder öffentlich zugänglich gemacht) werden.


4Sprecher:Die Schmerzen kamen hinterher. Was sie jedoch scheitern ließ, war vor allem derKlimawandel: Denn das arktische Eis schmilzt, die Winter werden immer kürzer, unddamit die Zeit, die bleibt, um über den zugefrorenen Atlantik den nördlichsten Punktder Erde zu erreichen. Wenn Rosie im März von der der Resolute Bay im NordenKanadas aus noch einmal aufbricht, dann wird es auf jeden Fall ihr letzter Versuchsein – vielleicht sogar der letzte Versuch überhaupt, zu Fuß den Nordpol zuerreichen.O-Ton Übersetzung:„Es ist viel beängstigender beim zweiten Mal, wenn ich nur zu gut weiß,worauf ich mich einlasse. In gewisser Weise ist es aber auch ein Vorteil.Denn ich weiß, wogegen ich mich psychisch schützen muss. Ich glaube, deinschlimmster Feind da draußen ist nicht das Eis – sondern du selbst. Unddeine Einstellung.“© Westdeutscher Rundfunk Köln 2013Dieses Manuskript einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engenGrenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des WDR unzulässig. Insbesondere darf das Manuskript wedervervielfältigt, verbreitet noch öffentlich wiedergegeben (z.B. gesendet oder öffentlich zugänglich gemacht) werden.

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