Die Mythen - Das Dokument des Grauens

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Die Mythen - Das Dokument des Grauens

10. Die Mythen: Im Labor des WahnsinnsHauptdarstellerin dieser Art von Film war Pam Grier, die durch den Blaxploitation-Streifen Foxy Brown (1974) und Quentin Tarantinos Jackie Brown (1997) auch einembreiteren Mainstream-Publikum bekannt wurde. Die Blaxploitation ist umstritten; einerseitsstellt sie eine Welle emanzipatorischer Filme dar, doch andererseits verstärktesie die existierenden Stereotypen indem ihre Protagonisten die damals vorherrschendenKlischees wie ein Leben in Slums, Sprache und Mode der Afroamerikaner zuMarkenzeichen erhob.Einige Werke der Exploitation widmetensich Motiven des Horrors, darunterauch Blackenstein (1972), eine wirreGeschichte, in welcher die „guten“ Figurendes Films durch Schwarze und diesuspekteren Charaktere vorrangig durchWeiße dargestellt werden - darunter auchDr. Stein, der von dem dezent schokoladenfarbengeschminkten, von Geburtaber kaukasisch stämmigen SchauspielerJohn Hart verkörpert wird.Der Soldat Eddie Turner tritt in Vietnamauf eine Landmine und verliert seineArme und Beine. Der WissenschaftlerDr. Stein, der in dieser Geschichte kurzzuvor den Friedensnobelpreis(!) für dieAnalyse des menschlichen Genoms erhielt,möchte Eddie helfen und mithilfeseiner „DNA-Lösung“ Eddie neue Extremitätenwachsen lassen.Das Vorhaben scheint trotz einigerobskurer Vorfälle in Dr. Steins Klinik zugelingen. Dieses ändert sich jedoch, als Abbildung 10.52: Filmplakat, USA 1973sich Eddie in Dr. Steins Assistentin, DoktorWalker, verliebt. Dr. Stein sabotiert daraufhin die DNA Eddies während einer Operationund verwandelt ihn in ein stöhnendes, schlurfendes Monstrum.Dieser Film sieht auf dem Papier nicht uninteressant aus: Blaxploitation, Horrortrash,ja sogar originale Laborkulissen aus Frankenstein (1972) wurden verwendet.Aber leider ist dieser Film sehr dilettantisch und leidenschaftslos inszeniert, ohne Talentund ohne Charme, mit dem hauptsächlichen Ziel, an den zuvor erschienenen ÜberraschungserfolgBlacula (1972) anzuschließen und schnelles Geld zu verdienen. Diesmacht aus Blackenstein (1972) einen schlechten Film, der auch nur wenig Spaß macht.Exploitative Horrorfilme aus den USA waren in den 70ern zumeist Spiegel der Zeitmit einem überhöhten Maß an Gewalt. In Europa sah es anders aus, denn hier blieb das257

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