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MEDIENBRIEF | N° 02.2013ImpressumHerausgeberLandschaftsverband RheinlandLandeshauptstadt DüsseldorfLVR-Zentrum für Medien und BildungMedienzentrum für dieLandeshauptstadt DüsseldorfMedienberatung NRWSchulmanagement NRWRedaktion, Layout & ReinzeichnungManfred Kremers, DüsseldorfPostanschriftPostfach 10345340025 DüsseldorfBesucheranschriftBertha-von-Suttner-Platz 140227 DüsseldorfKontaktTelefon (0)211 27 404-0Fax (0)211 27 404-32 00E-Mail Michael.Jakobs@lvr.deInternet www.medien-und-bildung.lvr.deTitelfotoDominik Schmitz, LVR-ZMBDruckHeider Druck GmbHPaffrather Straße 102 –11651465 Bergisch GladbachAuflage6000Der MEDIENBRIEF erscheintzweimal jährlich und ist kostenlosISSN 1615-72572


Der MEDIENBRIEFim Wandel der ZeitMichael ThesselLeiter des LVR-Zentrumsfür Medien und BildungFoto: Benedikt Klemm, LVR-ZMBLiebe Leserin, lieber Leser,diese neueste Ausgabe des Medienbriefsmöchte ich zum Anlass nehmen,seine Anfänge vor fast 20 Jahrenund die Entwicklung, die er in dieserZeit genommen hat, kurz in Erinnerungzu rufen. Aus ersten Hausmitteilungsblätternfür die DüsseldorferLehrerschaft entwickelten sich einbescheidenes, wenig Seiten umfassendesHeft, das in den Schulenjedoch eine unerwartete Akzeptanzfand – daraus geworden ist im Laufeder Jahre ein vollwertiges Fachmagazin,das von Lehrkräften aller Schulformenim ganzen Rheinland – unddarüber hinaus – aufmerksam gelesenwird.Der gewachsene Umfang, die größereZielgruppe, die erweiterte Themenvielfaltund das immer professionellereLayout des Medienbriefs spiegelngewissermaßen auch den Wandel desLVR-Zentrums für Medien und Bildungwieder.Die Entwicklung von der ursprünglichenLandes- und Stadtbildstelle überdas Medienzentrum Rheinland hinzum LVR-Zentrum für Medien undBildung ging einher unter anderemmit einer inhaltlicher Neuausrichtung– die Integrierung der MedienberatungNRW und des Schulmanagement NRWals pointiert schulische Schwerpunktemit landesweiter Reichweite – oderder Professionalisierung der Medienproduktionals Full-Service-Anbieterim Bereich Digitalisierung, Film- undAudio-Produktion sowie Webkonzeptionund –umsetzung.Nicht zuletzt die Namensänderung hatuns davon überzeugt, ein runderneuertes,modernes Corporate Design fürdas LVR-Zentrum für Medien undBildung zu implementieren – dervorliegende Medienbrief ist das ersteProdukt im neuen Erscheinungsbild.Die im Haus über Jahrzehnte gesammeltenErfahrungen in der Fotoproduktion,werden im »neuen« Medienbriefdurch eine eindrucksvolleBildsprache zum Ausdruck gebracht.Ich hoffe, Sie finden nicht nur amInhalt, sondern auch am neuenErscheinungsbild Gefallen.Viele Anregungen und Interesse fürdie angesprochenen Themen wünschtIhnenIhrDüsseldorf, im August 20133


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Inhalt –unsereThemenMEDIENBRIEFN° 02.2013Vorwort 02Inhaltsverzeichnis 04Kurzinformationen 0601 Lernen mit digitalen Medien> Digitale Medien im Unterricht –Schulbücher in digitaler Form – Lernen undSchultaschen werden leichter 08> learn:line – Ein unverzichtbarer Unterrichtsbaustein 12> Neues vom Medienpass NRWPilotphase in den Klassen 5 und 6 erfolgreich beendet 13> Tablet-Computer in den MINT-Fächern –Über Chancen und Risiken dieser Technik 14> Rendezvous im Apple-Store 17> Wasser – ein Klassiker im neuen (iBook-)Gewand 18> Virtuelle Schreibkonferenzen mit Wiki-Technologiein der Grundschule 21> »Vielfalt inklusive« –Mobile Endgeräte im Einsatz in der Sekundarstufe I 24> »Handys raus!« –Zum Umgang mit mobilen Netzwerken in Schulen 26> eSchool: Auf neuen Wegen 28> EDMOND NRW mit iPad offline nutzen 30> EdOn – ein Beitrag zum Medienkonzept der Zentren fürschulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) 31> Blumio macht Schule …YouTube verleiht jungem Rapper Kultstatus. 3202 Berichte> Fantasieren – Experimentieren – Fotografieren 35> »Das ist ja der Hammer!« –Die Foto-Mitmachaktion des LVR-ZMB am Tag der Begegnung 36HinweisWir sind bemüht, in unseren Beiträgen Aspektedes »Gender Mainstream« zu beachten und nachMöglichkeit auf Personen bezogen sowohl dieweibliche als auch die männliche Form zu nutzen.Aus Gründen der Vereinfachung und besserenLesbarkeit wird dies nicht von allen Autorinnenund Autoren so gehandhabt. Das möchten wirrespektieren, legen jedoch Wert auf den Hinweis,dass in der Regel das jeweils nicht erwähnteGeschlecht mit einbezogen ist. Die Redaktion03 Partner im Verbund> Länger gemeinsam lernen – Schulentwicklung in NRW 38> »Auf dem Weg zur inklusiven Schule« 39> Inklusive SchulKinoWochen NRW 2013Eine filmische Projektdokumentation 40> »fit4web«Moodle-Kurs der Bezirksregierung Düsseldorf 41> Grimme-Online-Award 43> Westfalen geben immer Vollgas! –Werbeinitiative mit selbstironischen Postkarten 454


Inhalt – unsere ThemenFoto: Dominik Schmitz, LVR-ZMB04 Veranstaltungen> KinderKinoFest Düsseldorf 48> »Vielfalt. Nutzen.« – 5. Bildungspartner-Kongress 5005 Besprechungen> Lehrer und Lehrerinnen als »Akteure des Wandels« 52> Wer war Kafka? – Filmporträt liefert erhellendeEinblicke in die geheimnisvolle Welt des Franz Kafka 55> Create, Play, Explore – Mit der Kaiserdom-App Neues entdecken 5706 LVR-ZMB intern> Audiovisuelle Medien zu gesellschaftsrelevanten Themen 59> Auszug von Spielfilmen mitLandeslizenzen bei EDMOND NRW 61> An ihr kommt jeder vorbei –Nordlicht als rheinische Frohnatur am Empfang des LVR-ZMB 6207 Lernort Kultur> »Welt in Farbe« – Farbfotografie vor dem Krieg 64> Man Ray - Fotograf im Paris der SurrealistenAusstellung im Max Ernst Museum Brühl des LVRvom 15.09. bis 08.12.2013 66> Bernd und Hilla Becher: HochofenwerkeEine Ausstellung vom 20. September 2013 bis 26. Januar 2014 675


MEDIENBRIEF | N° 01.201301Lernenmitdigitalen MedienWelche Bedeutung haben Lernmittel bei zunehmenderHeterogenität von Lerngruppen auf dem Weg zur inklusivenSchule? Warum ist Vielfalt von Lernmitteln wichtig undin welche Richtung müsste sich die Qualität entwickeln?Foto: Dominik Schmitz, LVR-ZMB8


MEDIENBRIEF | N° 02.2013nem halben Schuljahr bis zu sechsJahren, zum Beispiel der komplettenSekundarstufe. Das Schulbuch wirdvon Redaktionen zusammengestelltund folgt einer Systematik im LernundKompetenzaufbau – es enthälteinen erkennbaren »roten Faden«. Jenach Fach und je nach Eignung fürdie konkrete Schülergruppe wird esunterschiedlich intensiv im Unterrichteingesetzt.Der »rote Faden« ist sehr wichtigfür den Fachunterricht einer Schule,besonders wenn vielfältige z. B.über learn:line NRW verfügbare oderauch selbst erstellte Lernmaterialieneingesetzt werden. Ein roter Fadensichert die gemeinsame Orientierung,Zielgerichtetheit und Kontinuitätdes Fachunterrichtes an der jeweiligenSchule. Für Schülerinnen undSchüler sowie deren Eltern entstehtTransparenz und Verlässlichkeit undvergleichbare Qualität von Unterrichtverschiedener Lehrerinnen undLehrer – ein wichtiges Kriterium zurBeurteilung in der Qualitätsanalysevon Schulen.Wie kann der rote Faden auch beimEinsatz unterschiedlicher Lernmittelgesichert und sichtbar gemachtwerden?Fachgruppen bzw. Fachkonferenzensetzen kompetenzorientierte Lehrplänein ein schulinternes Curriculumum und entscheiden sich für geeigneteLernmittel – häufig oder meistfür die Einführung eines Schulbuchesoder einer aufeinander aufbauendenSchulbuchreihe. Auf Vorschlagder Fachgruppe entscheidet letztlichdie Schulkonferenz über die Einführungder Schulbücher – Eltern sindsehr interessiert an der Frage, mitwelchen Lernmitteln mit welchem Zielgelernt werden soll.Mit der Vielfalt und Vielzahl verfügbarerdigitaler Lernmitteln erweiternsich die möglichen Lernmittel-Szenarien der Fachgruppen einerSchule. Die Beschränkung alleineauf das klassische Schulbuch ist oftnicht ausreichend. Die eher modularaufgebauten digitalen Lernmittel erscheineninsbesondere für heterogeneLerngruppen in inklusiven Kontextenunverzichtbar.Szenario 1: Das klassische Schulbuchliefert den roten Faden und wird ergänztund angereichert durch modulartigedigitale Lernmittel für individuellesLernen, für Diagnostik undFörderung durch die Lehrkraft. Dazugibt es Absprachen in der Fachgruppe,die zu Verlässlichkeit und Transparenzdes Unterrichtes führen.Szenario 2: Die Fachgruppe verzichtet– für definierte Themen undZeiträume – auf die Einführung einesSchulbuches und gestaltet ein eigenesLernmittelkonzept, das entlang desschulinternen Curriculums Angabenzu Materialien für aktives undselbstständiges Lernen, Diagnostikund individuelle Förderung enthält.Mit erkennbarem roten Faden für dasLernen im jeweiligen Fach kann esder Schulkonferenz zur Entscheidungvorgelegt werden.Neue Qualität digitaler Lernmitteldurch digitale Schulbücher?Seit November letzten Jahres bietenSchulbuch-Verlage einen Teil ihrerklassischen »analogen« Schulbücherauch in digitaler Form an (siehe Kasten).Damit werden den Schulen zumersten Mal »konzeptionell gebundene«digitale Lernmittel angeboten, dievom Anspruch her ein kompaktes undvollständiges Lernangebot im Fachunterrichtdarstellen. Mit der digitalenVariante der klassischen Schulbücherbleibt der rote Faden erkennbar. Dasgewohnte Schulbuch wird durch ergänzendeLernmittel angereichert.Können digitale Schulbücher dieRücken der Kinder entlasten?Soweit das digitale Schulbuch mit derklassischen Buchvariante identisch ist,ist ein Szenario vorstellbar, Exemplarevon Schulbüchern in der Schulevorzuhalten, die im Unterricht genutztwerden, während z. B. Vorbereitungenund Hausaufgaben mit der digitalenVariante via Internet gemacht werden.Diese Schulbücher bräuchten dannnicht mehr auf dem Schulweg transportiertzu werden. Das ist zwar eineÜberlegung jenseits von Unterrichtsentwicklung,dafür aber gesundheitlichsehr überzeugend – gerade beijüngeren Schülerinnen und Schülern.Können denn Schülerinnen und Schülerzu Hause digital lernen?Alle Untersuchungen und Befragungenbelegen, dass bei der häuslichenIT-Ausstattung mit Internetanbindungvon nahezu 100% auszugehen ist. Mitder einfachen Aufteilung zwischenanalogen Lernmitteln in der Unterrichtsstundeund der Verfügbarkeitder digitalen Variante im geschütztenInternetbereich zu Hause lässt sicheine Verbesserung von Gesundheitund Lebensqualität der Schülerinnenund Schüler erreichen.Wenn Schulen diese Chance nutzenmöchten, wäre mit den Eltern vorabzu klären, ob tatsächlich bei allen10


Foto: Nicole Schäfer, LVR-ZMBSchülerinnen und Schülern die Zugängezu Computern und Internet zuHause sichergestellt sind. Um sozialeBenachteiligungen zu vermeiden,können im Dialog mit Schülerinnenund Schülern und deren Eltern Absprachengetroffen und zum BeispielZugänge zu digitalen Medien in derSchule angeboten werden.Soll Unterricht digitalisiert werden?Im Unterricht müssen und sollen unsereKinder sich gar nicht über längerePhasen mit einem Gerät beschäftigen– es gibt vielfältige Methoden undSozialformen des Lernens, die vielspannender und effektiver sind.Unterrichtszeit ist Präsenzzeit für dieInteraktion von Menschen untereinander.Kommunikations- und Arbeitswerkzeuge,die die digitale Welt bereitstellt, sind vor allem zur Vor-, Be- undNachbereitung im Lernprozess wichtig,wenn sich die Lernenden nichtzusammen in einem Unterrichtsraum,sondern in der Regel am heimischenSchreibtisch oder an anderen Lernortenin der Schule befinden.Auch wenn Unterricht als Präsenzzeitkeine ständige Arbeit mit Computerund Internet erfordert, so muss esjedoch möglich sein, digitale Lernmittelimmer dann einzubeziehen, wenndas pädagogisch und fachlich sinnvollerscheint. Dazu sind Internetzugang,geeignete Eingabegeräte und eineProjektionsmöglichkeit erforderlich.Die genaue Ausgestaltung der schulischenLern-IT ist von verschiedenenFaktoren abhängig wie etwa vonfachlichen Erfordernissen oder derpraktizierten Lehr- und Lernkultur(www.medienberatung.schulministerium.nrw.de/lern-it/).Unterricht – mit oder ohne Computereinsatz– kann eingebettet undgesichert werden in einer digitalenLern-IT, die in der Schule und von zuHause aus zugänglich ist. Dort stehendie eingesetzten Lernmittel, die Aufgabenstellungwie die Arbeitsblätter,Hausaufgaben, Referate, Hinweise,Differenzierungen und Hilfestellungenjederzeit zur Verfügung.Wolfgang VaupelWolfgang Vaupel ist Geschäftsführerder Medienberatung NRW.Der Artikel ist so erschienen inSchule NRW (03-2013). Der Abdruck erfolgt mitfreundlicher Genehmigung.11


01 | LERNEN MIT DIGITALEN MEDIENNeues vom Medienpass NRWPilotphase in den Klassen 5 und 6 erfolgreich beendetDas Interesse war groß: Fast 400Teilnehmerinnen und Teilnehmerwaren der Einladung zum Kongress»Der Medienpass NRW auf dem Wegin die Sek. I« gefolgt, mit dem diePilotphase für die Klassen 5 und 6offiziell beendet wurde. iNRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann – Foto: Julia Reschucha, LVR-ZMBIn Ihrem Grußwort betonte Schulministerin Sylvia Löhrmannden Erfolg der Initiative. Der Medienpass NRW seiauch in den Klassen 5 und 6 angekommen, stellte sie fest.Der überwiegende Teil der Lehrerinnen und Lehrer aus denPilotschulen habe das Gesamtangebot mit Kompetenzrahmen,Lehrplanbezügen, Materialempfehlungen und demPass als Dokumentationsinstrument als geeignetes Mittel,um die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schülersystematisch zu fördern, bestätigt.Obwohl sich die Ausgangslage in den weiterführendenSchulen von der Situation an Grundschulen unterscheideund Konzeptentwicklung und Absprache zwischen denKolleginnen und Kollegen einen größeren Stellenwerteinnähmen, könne der Medienpass NRW auch hier einpraxisnaher Begleiter für die Schülerinnen und Schülersein. Um ihn noch alltagstauglicher zu machen, werden dieAnregungen aus den Pilotschulen in das Konzept eingearbeitet.Auch die Anregungen der Schülerinnen und Schüler,die sich einen bunten Pass mit gut verständlichen Textenwünschten, werden umgesetzt.Die aktualisierten Klassenpakete mit Medienpässen für dieKlassen 5 und 6 stehen weiterführenden Schulen ab demSchuljahr 2013/14 zur Verfügung und können ab sofort überdie Webseite www.medienpass.nrw.de bestellt werden.Die beteiligten Institutionen sind sich darin einig, dass nurwer medienkompetent ist, die Chancen ausschöpfen kann,die Medien für eine verantwortliche Teilhabe am gesellschaftlichenLeben bieten. In diesem Sinne haben dieVorbereitungen zum Medienpass NRW für die Klassen 7 bis9 bzw.10 bereits begonnen. Die Initiative will am bewährtenKonzept festhalten und ab Februar 2014 wiederum einePilotphase durchführen, um Praxiserfahrungen zu sammelnund einzubeziehen. Dann soll auch die Möglichkeitder Dokumentation mit Hilfe eines digitalen Medienpasseserprobt werden.Dagmar MissalDagmar Missal ist pädagogische Mitarbeiterin bei derMedienberatung NRW.13


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Tablet-Computerin den MINT-FächernÜber Chancen und Risiken dieser TechnikUnterrichten mit Tablet-Computern bedeutet Lernen auf der Höhe der Zeit – so zumindest die weitläufige Meinung.Doch warum sollten Tablet-Computer tatsächlich einen Mehrwert für das Lernen bieten? In diesem Beitrag werden dreiBeispiele vorgestellt, die einen gehaltvollen Einsatz von Tablet-Computern in den MINT-Fächern illustrieren. ImAnschluss werden diese Vorzüge aufgewogen gegenüber möglichen Risiken und Hürden, die der Einsatz von Tablet-Computern mit sich bringt.Was sind Tablet-Computer?Ich möchte Ihnen eine theoretische Einführung ersparen –jedoch gibt es zwischen Tablets immens große Unterschiede,weswegen man eigentlich nicht von Tablet-Computernim Allgemeinen sprechen darf. Tablet-Computer sind ersteinmal Computer, die primär aus einem berührungsempfindlichenBildschirm bestehen. Das Besondere sind jedochdie Apps, also in der Regel kleine, abgegrenzte Programme,die für eine bestimmte Aufgabe ausgelegt sind. Auch hiergibt es riesige Unterschiede. Während es für Android- oderApple-Geräte zigtausend Apps gibt, sieht es bei anderenBetriebssystemen eher schwach aus. Programme fürSchreibtisch-Computer können in der Regel nicht installiertwerden. Tablets verfügen meist über eine Kamera undeinen Browser, mit dem man Webseiten besuchen kann.Die im Folgenden beschriebenen Beispiele wurden mitApple- oder Samsung-Geräten (Android-Betriebssystem)realisiert.Video-AnalyseNatürlich gibt es Video-Analyse schon seit zig Jahren. Wersie schon einmal im Unterricht durchgeführt hat, weiß aberauch, wie aufwendig die Durchführung ist. Die aktivierendeSchülereinbindung ist dabei schwierig – in der Regel wurdeein Video erstellt und dann gemeinsam ausgewertet.Verfügt ein Kurs über Tablet-Computer und eine App wieVernier-Video-Physics (vgl. Pallack, 2013, 28f), bieten sichneue Möglichkeiten. Die Wichtigste ist wohl, dass dieLernenden die Experimente ohne großen Aufwand selbstdurchführen können. Das hat große Vorteile: Lehrkräftekennen die wichtigen Handgriffe, damit Experimentegelingen. Sind die Schülerinnen und Schüler nur Zuschauer,können sich die geforderten Kompetenzen zum Experimentierennur eingeschränkt entwickeln. Bei Fallversuchenim Physikunterricht oder Bewegungsanalysen im Mathematikunterrichtkönnen sich Lernende zum einen selbsterproben, zum anderen erhalten Lehrkräfte aber – andersals bei vielen anderen Schülerexperimenten – auch Einblick,wie die Experimente durchgeführt wurden undkönnen darüber mit der Lerngruppe diskutieren.MediencollagenTafel, Buch und Heft sind die klassischen Medien imUnterricht. Tatsächlich ist das nicht ohne Grund so: Siefunktionieren zuverlässig und sind in der Regel universellverwendbar. Nachteilig ist, dass sich die eigenen Aufzeichnungenauf Texte und Skizzen beschränken. Das eigentlichespannende Experiment, z. B. die überraschende Reaktionim Chemieunterricht oder das Zufallsexperiment imMathematikunterricht, kann nur umschrieben werden. DieInhalte von Internetseiten könnten zwar ausgedruckt undeingeklebt werden – aber ist das wirklich sinnvoll? Oder wiehält man seine Entdeckungen fest, die man mit HilfeDynamischer-Geometrie-Software gemacht hat?Für Tablet-Computer gibt es dafür Apps, die es erlauben,Medienkollagen zu erstellen (vgl. Kracht 2013). So findetman den YouTube-Film verlinkt neben den eigenen Aufzeichnungen,das Interview mit dem Wissenschaftler ist nureinen Fingertipp entfernt und die handschriftliche Tabellefindet man ebenfalls als Bild neben der Auswertung. Kurz:14


01 | LERNEN MIT DIGITALEN MEDIENMan erhält ein authentisches Dokument, das den Prozessdeutlich besser abbildet, als es jede handschriftlicheAufzeichnung könnte.Asynchrone und synchrone Kommunikationsie bei Google-Docs erstellen kann, können Live-Umfragendurchgeführt werden. So besteht die Möglichkeit, dassLernende anonym votieren – aber auch Ergebnisse, zumBeispiel aus Experimenten, können so schnell und komfortabelverglichen werden.Was ist eine »runde« Stunde? Es gibt einen gelungenenEinstieg, die Lernenden erarbeiten sich neue Inhalte, diedann final gesichert werden. Doch wie geht man damit um,wenn viele verschiedene Ergebnisse vorliegen? Werden Tablet-Computerim Verbund mit einem Whiteboard und einemfunktionalen Netzwerk verwendet, können Daten sehrschnell ausgetauscht und gesammelt werden. Man kannsogar noch einen Schritt weiter gehen und synchronkommunizieren: Mit Hilfe von Online-Formularen, wie manAndere Seiten der MedailleEs gibt viele Aspekte, die hier angesprochen werdenkönnten. Neben der Akkuleistung, der Herausforderung derInstallation von Updates, der Gefahr von Diebstahl undVandalismus, räumlichen Voraussetzungen oder derBedienungsumstellung gibt es zum einen rechtliche undzum anderen pädagogische Gründe, den Einsatz vonTablet-Computern mit viel Muße und Umsicht zu beginnen.Foto: Tom Morris15


MEDIENBRIEF | N° 02.2013UrheberrechtsverletzungenTexte, Videos, Bilder sind in der Regel urheberrechtlichgeschützte Materialien. Eine Medienkollage zu erstellenund diese Dokumente via Plattform online zu streuen, kannsehr schnell zu rechtlichen Problemen führen. Wie sollenLernende hier unterscheiden, was erlaubt ist und wasnicht? Und wissen Lehrerinnen und Lehrer eigentlich, anwelcher Stelle Grenzen überschritten werden? Hier bestehtsicher Informations- und auch Fortbildungsbedarf.AblenkungspotenzialUm Tablet-Computer sinnvoll nutzen zu können, benötigtman in der Regel einen Internetzugang. Setzen die Lernendeneigene Geräte ein, sind dort natürlich auch Spiele oderProgramme zur Kommunikation in sozialen Netzwerkeninstalliert. Die Möglichkeit, blitzschnell zwischen Apps zuwechseln oder sich sogar live mit den neuesten Nachrichtenversorgen zu lassen, ist verführerisch.Ich habe in einigen Kursen, die Tablet-Computer einsetzen,anonymisierte Befragungen mit der Unterstützung vonStudierenden durchgeführt (siehe dazu zum Beispiel Götte& Bentrup, 2013). Das Ergebnis ist ernüchternd: Rund dieHälfte fühlt sich durch die Möglichkeit, auf einen Tablet-Computer zugreifen zu können, abgelenkt. Einige Lernendebeschreiben, dass auch bei nüchternen Anwendungen dieKommunikationsplattform nur einen Tipp weit entfernt ist;das reizt und führt zur Ablenkung. In dem von Götte &Bentrup beschriebenen Kurs wurden auch digitalisierteSchulbücher eingesetzt. Im Heimbereich arbeiteten diemeisten Lernenden, auch wegen der Ablenkungsgefahr,mit einem gedruckten Schulbuch.FazitNatürlich gibt es für alles Lösungen: Urheberrechtsverletzungenkann man durch Schulungen umgehen und umAblenkung zu vermeiden, gibt es Managementsysteme.Jedoch nimmt das Geräten wie Tablets die Unbeschwertheit:Ihr Vorteil ist doch gerade, dass sie jederzeit verfügbarund einsetzbar sind. Wie geht man nun damit um: Ersteinmal alle Probleme aus dem Weg räumen und den Tablet-Einsatz solange auf Eis legen?Ich denke, man sollte das eine tun, ohne das andere zulassen. Schule muss sich notwendig mit dem technischenFortschritt auseinandersetzen und erörtern, wo pädagogischePotenziale oder Gefahren lauern. Dazu gehört auch,neue Dinge auszuprobieren und für den Lernprozessnutzbar zu machen. Wenig zukunftsweisend erscheinenjedoch Ansätze, die alles auf die Karte Tablet-Computersetzen. In Deutschland befinden wir uns nach wie vor in derPilotphase: Es gibt nur sehr wenige belastbare Ergebnissezum Lernen mit Tablet-Computern. Meine Prognose ist,dass die Technik von heute aus gesehen in spätestens acht,vielleicht sogar schon in fünf Jahren überholt ist – einigeFunktionalitäten werden sich pädagogisch bewähren unddarauf kann man wieder aufbauen. Die rasante technischeEntwicklung führt uns vor Augen, wie zentral es ist, sichdauerhaft auf das zu konzentrieren, was wichtig ist:Lernprozesse bei Schülerinnen und Schülern zu fördern.Dr. Andreas PallackOStD Dr. Andreas Pallack leitet das Franz-Stock-Gymnasiumin Arnsberg. Vorher war er Fachleiter und in zahlreicheProjekte rund um das Lernen mit digitalen Medien eingebunden.Seine jüngste Publikation »Unterrichten mitTablet-Computern« ist im Verlag Klaus-Seeberger erschienenund kann unter www.mnu.de bestellt werdenDiese Ergebnisse konnten mittlerweile repliziert werden –ich stelle deswegen die These auf, dass sich gut die Hälfteder Schülerinnen und Schüler, die mit einem eigenenTablet-Computer ausgestattet ist, von dem Gerät beimLernen ablenken lässt.LiteraturGötte, Klara und Bentrup, Max (2013) Nützlich, motivierend, zeitraubend – wie Schülerden Einsatz von Tablets beurteilen. In: Unterrichten mit Tablet-Computern,Anna-Kristin Kracht und Andreas Pallack (Hrsg.). Verlag Klaus Seeberger, Neuss. S.62-67.Kracht, Anna-Kristin (2013) Mit Tablets Medienkollagen erstellen. In: Unterrichten mitTablet-Computern, Anna-Kristin Kracht und Andreas Pallack (Hrsg.). Verlag KlausSeeberger, Neuss. S. 36-39.Pallack, Andreas (2013) Vernier Video-Physics. In: Unterrichten mit Tablet-Computern,Anna-Kristin Kracht und Andreas Pallack (Hrsg.). Verlag Klaus Seeberger,Neuss. S. 28-29.16


01 | LERNEN MIT DIGITALEN MEDIENUnd darüber hinaus…Es darf auch gespielt werden und esgibt zahlreiche Spiele, die Konzentration,Fein- und Grobmotorik, Gedächtnisoder kognitive Prozesse fördern. VieleSpiele machen einfach nur Spaß,bieten aber für unsere Schülerinnenund Schüler zusätzliche Möglichkeitenz. B. zur Förderung der Feinmotorikwie der Beidhandkoordination oder zurAuge-Hand-Koordination.Foto: JoeInQueensAls eine der ersten Förderschulen inNRW setzen wir in der Jordan-Mai-Schule in Essen das iPad seit 2011 ein.Wir sind eine Förderschule mit demSchwerpunkt »Geistige Entwicklung«in der Trägerschaft des Bistums Essenund unterrichten Schüler und Schülerinnenzwischen sechs und zwanzigJahren mit sehr unterschiedlichenkognitiven Beeinträchtigungen. Dasbedeutet, dass wir eine sehr heterogeneSchülergruppe unterrichten. Diese»Vielfalt« findet ihre Entsprechung insehr differenzierten und individualisiertenUnterrichtsangeboten, beidenen diejenigen, bei welchen dasiPad eingesetzt werden darf, die mitAbstand beliebtesten sein dürften.Mittlerweile sind alle Klassen undeinzelne Fachkurse mit einem iPadausgestattet. Bestimmte Apps sind alsGrundeinstellung auf allen GerätenRendezvous imApple-StoreDie erste Begegnung mit dem iPad 1 im Apple-Store in Oberhausen war derImpuls, ein iPad mit in die Schule zu bringen und herauszufinden, ob auchunsere Schülerinnen und Schüler einer Förderschule problemlos mit demGerät umgehen können, wie es der erste Anschein versprach.installiert, eine Liste weiterer sinnvollerApplikationen verwalten wir übereine Datensammlung in der Cloud.Kernbereiche Unterricht:Seit mehr als zehn Jahren haben wirkompetenzorientierte Unterrichtsformenetabliert: Stationsverfahren,»Lerntheke« oder »Lernbuffet«sichern selbstbestimmte und selbstorganisierteSchülerarbeit. Das iPadwird hier als Werkzeug genutzt. Esfällt immer wieder auf, wie motivierenddas Arbeiten mit den iPads istund welche überraschenden LernerfolgeSchülerinnen und Schülererzielen, deren Lernerfahrung durchhäufige Misserfolge geprägt war.Im Rahmen ihres Medienkonzepteshat sich die Schule gegen einenComputerraum entschieden. DieMöglichkeiten des Computers müssenerreichbar sein, wenn sich dies alsnotwendig erweist. Ein weit abgelegenerund dann vielleicht besetzterComputerraum nützt da nichts.Darüber hinaus sehen wir eine weiterebemerkenswerte Entwicklung: MobileDevices nehmen einen immer breiterenRaum ein, »Facebook« und»WhatsUp«, »iTunes« und »iPods«werden auch von unseren Schülerinnenund Schülern aktiv genutzt.Hilfreiche – in unregelmäßigenAbständen aktualisierte – Listen mitempfehlenswerten Apps finden Sie imInternet auf www.cluks-forum-bw.de.CLUKS steht für »ComputergestütztesLernen und Unterstützte Kommunikationfür Schülerinnen und Schüler miteiner körperlichen/geistigen Behinderung«.Michael Brieler-JödeckeMichael Brieler-Jödecke ist Lehrer ander Jordan-Mai-Schule, Förderschulemit dem Schwerpunkt GeistigeEntwicklung, in 45966 Gladbeck,www.jordan-mai-schule.de17


MEDIENBRIEF | N° 02.2013WASSER - ein Klassikerim neuem (iBook-)GewandÜberzeugt davon, dass der Einsatz von interaktiven Büchern (z. B. iBooks) im Unterricht der Grundschule kompetenzorientiertes,selbstständiges, differenziertes sowie nachhaltiges Lernen in hohem Maße ermöglicht, entwickelte icheine multimediale Unterrichtsreihe im Fach Sachunterricht zum Thema Wasser. Dank der Unterstützung der MedienLBGmbH (Medien für Lehrpläne und Bildungsstandards), die mir sowohl digitale Medien (Filme, Fotos) als auch analogesArbeitsmaterial zum Thema Wasser zur Verfügung stellte, entstand ein 20-seitiges iBook, das in verschiedenenKapiteln unter anderem Themen wie »Der Wasseranteil«, »Der Wasserkreislauf«, »Das Trinkwasser«, »Die Kläranlage«sowie »Die Wasserzustände« beinhaltete. Parallel dazu erhielten die Schülerinnen und Schüler ein von mir zumiBook konzipiertes Arbeitsheft mit thematischen Aufgaben, die sie mit Hilfe des im Rahmen dieser Unterrichtsreiheerworbenen Wissens bearbeiten konnten.Wie zu Beginn einer jeden Unterrichtsreiheim Fach Sachunterricht,erstellten die Schülerinnen undSchüler – wahlweise digital oderanalog – eine individuelle Mindmap,um sich in einem ersten Schritt aufdas Thema einzulassen und um deneigenen Wissenstand zu visualisieren.Erst dann setzten sich die Kinderselbstständig und in ihrem individuellenTempo mit den für sie zusammengestelltenInhalten sowie Aufgabendes iBooks, welche unterschiedlicheLerntypen, Methoden und Medienberücksichtigten, auseinander.Zunächst erhielten sie auf der erstenSeite ihres digitalen Buches anhandeines kurzen Filmbeitrags eineallgemeine thematische Einführung.Sie erfuhren beispielsweise, dass sichder größte Anteil des Wassers alsSalzwasser in den Weltmeerenbefindet und nur ein geringer Anteilals Süßwasser für den Menschengenießbar ist.Direkt im Anschluss überprüften dieSchülerinnen und Schüler ihr hinzugewonnenesWissen in einem zum Filmentwickelten digitalen Quiz imMultiple-Choice Format. Sie erhielteneine sofortige Rückmeldung hinsichtlichihrer richtig bzw. falsch gelöstenAufgaben, die sie dann ggf. erneutbearbeiten konnten.Auf der nächsten Seite des WasseriBooksinformierten sich die Schülerinnenund Schüler über den Wasseranteilausgewählter Lebewesen undPflanzen. Mit Hilfe von in einerBildergalerie hinterlegten Bildernerkannten sie schnell, welchenLebewesen das Wasser sprichwörtlichbis zum Hals steht.Besonders eindrucksvoll wurde ineinem nächsten Schritt der Wasserkreislaufsowohl über einen Film alsauch über Hyperlinks, welche dieSchülerinnen und Schüler mitinhaltlich sehr kindgerecht aufbereitetenInternetseiten verlinkte,thematisiert, erklärt und schrittweiseveranschaulicht. Um die einzelnenPhasen des Wasserkreislaufeskonkret nachvollziehen zu können,wurden die Schülerinnen und Schülerin ihrem iBook im Rahmen einerdigitalisierten Versuchsdurchführungangeleitet, einen eigenen Wasser-kreislauf zu erzeugen. Dazu schichtetensie in Kleingruppen zunächstetwas Holzkohle in ein Glas, daswiederum zu einem Drittel mitPflanzenerde gefüllt wurde.Anschließend pflanzten sie einenkleinen Ableger hinein, feuchteten dieErde mit etwas Wasser an undspannten ein Stück durchsichtige Foliemit einem Gummi über das Glas.Sowohl ihre Vermutungen als auchihre Beobachtungen hielten dieSchülerinnen und Schüler im Rahmeneines Versuchsprotokolls in ihremArbeitsheft fest. Parallel dazu dokumentiertensie ihre Beobachtungenaber auch mit der Kamera des iPads.Schon am nächsten Tag konnten siebeobachteten, wie die Wassertropfen,die sich an der durchsichtigen Foliedurch die Verdunstung sammelten,hinunter tropften und die Erde ohnezusätzliches Wassers feucht hielten,so dass die Pflanze weiterhin versorgtwurde und wachsen konnte. Anschließendüberprüften die Schülerinnenund Schüler ihr hinzugewonnenesWissen auf der nächsten Seite ihresiBooks, indem sie einem Bild eines18


01 | LERNEN MIT DIGITALEN MEDIENWasserkreislaufes interaktiv dierichtigen Textabschnitte zuordneten.Auf den nächsten Seiten des iBookswurden nun Fragen wie »Wie kommtdas Wasser als Grundwasser unterdie Erde?«, »Woher kommt unserTrinkwasser?« oder »Wie viel LiterWasser verbraucht eine Persontäglich?« geklärt. Antworten daraufwurden den Schülerinnen undSchülern zum einen im Rahmen einesFilms zur Trinkwassergewinnung undzum anderen durch Scrolltexte mitthematischen Bildern angeboten.Auch Aufgaben, in denen sie interaktivZuordnungen vornehmen oderTextteile in die richtige Reihenfolgebringen mussten, taten ihr Übriges,um sich das erforderliche Wissenunter Berücksichtigung verschiedenerSinneskanäle und Zugangsweisenanzueignen.Hinsichtlich des Aufbaus einerKläranlage informierten sich die Schülerinnenund Schüler mit Hilfe vonPopover-Texten, die auf Wunsch überden einzelnen Bildausschnittenerschienen, in erster Linie darüber,was in den einzelnen Becken derKläranlage geschieht. Weiterhinkonnten sie den Weg des Wasserssowohl im Rahmen eines virtuellenRundgangs durch eine Kläranlage alsauch mit Hilfe der Durchführung einesVersuchs konkret nachvollziehen.Dazu schichteten die Schülerinnenund Schüler mehrere Plastikblumentöpfe,die jeweils mit grobem Kies,feinem Kies, Sand oder einer Kaffeefiltertüteversehen waren, zunächstübereinander. Anschließend schüttetensie mit Erde und Papier verunreinigtesWasser durch ein grobes Sieb inden obersten Topf. Schnell stellten dieSchülerinnen und Schüler ersteZusammenhänge zwischen derKläranlage und ihrem Versuchsaufbaufest und erkannten, dass letztlich dankder verschiedenen Filterschichtensauberes Wasser in den unterstenTopf tropft.Zu guter Letzt beschäftigten sich dieSchülerinnen und Schüler mit denWasserzuständen. In diesem Zusammenhangfroren sie in KleingruppenWasser in einem Plastikbecher ein,gaben das Eis in eine Schüssel undließen es tauen, um es dann schließlichauf dem Herd zum Kochen zubringen. Auch an dieser Stelleverbalisierten die Schülerinnen undSchüler ihre Vermutungen undnotierten ihre Beobachtungen imRahmen der Versuchsdurchführung inihrem Arbeitsheft. Nebenbei lerntensie, Begriffe wie gefrieren, schmelzen,Foto: Nino Barbieri19


MEDIENBRIEF | N° 02.2013verdampfen und kondensieren denunterschiedlichen Wasserzuständenrichtig zuzuordnen.Aufgaben rund um das Thema Wasserrundeten auf den letzten Seiten desiBooks die multimediale Unterrichtsreiheim Fach Sachunterricht ab.Beispielsweise suchten die Schülerinnenund Schüler digital Wasserwörterin einem Gitterrätsel, beantwortetenthematische Fragen in einem Kreuzworträtsel,erstellten eigene Keynotes(Bildpräsentationen), lasen onlineGeschichten und Bilderbücher zumThema Wasser oder bearbeitetenabschließend ein digitales Quiz.Sowohl die während der gesamtenUnterrichtsreihe zu beobachtendeMotivation der Schülerinnen undSchüler in der Auseinandersetzungmit dem Thema Wasser als auch dieErgebnisse der im Anschluss stattfindendenLerngespräche zeigten, dasssich der Aufwand hinsichtlich derErstellung von thematischen iBooks injedem Fall lohnt. Indem die Schülerinnenund Schüler ihr Wissen in einemweiteren Schritt in ihre zu Beginn derUnterrichtsreihe erstellte Mindmap –nun in einer anderen Farbe – ergänzten,wurde ihre Lernentwicklungebenfalls visualisiert und nachhaltigesLernen deutlich erkennbar.Aufgrund der vorgenannten positivenErfahrungen mit dem Einsatz voniBooks im Unterricht ist die Erstellungweiterer iBooks in Zusammenarbeitmit der MedienLB GmbH (Frau Dr. AnitaStangl) in Planung. Bei Rückfragenoder Interesse stehen wir gerne zurVerfügung.Andrea MuschkowskiAndrea Muschkowski ist Lehrerin ander Städtischen GemeinschaftsgrundschuleLörick in Düsseldorf.Foto: Dominik Schmitz, LVR-ZMB20


01 | LERNEN MIT DIGITALEN MEDIENVirtuelle Schreibkonferenzenmit Wiki-Technologie in derGrundschuleIm Rahmen des Unterrichtsprojekts »Virtuelle Schreibkonferenz« wurdeerprobt, inwieweit der Einsatz der Wiki-Technologie in der Grundschule einevirtuelle Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicherSchulen ermöglicht und dadurch erfolgreiche Überarbeitungsprozesse anSchülertexten hervorgerufen werden können. Die Verbindung von Wiki-Technologieund Schreibdidaktik bietet vielfältige und umfangreiche Möglichkeitenfür das prozessorientierte und kooperative Schreiben. Dieses Projekt gibteinen ersten Einblick in Möglichkeiten, die eine virtuelle Schreibkonferenz mitWiki-Technologie in der Grundschule mit sich bringt.Die Nutzung von Wikis für dieEntdeckung von TextformenWikis können im Deutschunterrichtder Grundschule als computerbasiertedidaktische Werkzeuge eingesetztwerden. Die Seiten in einem Wikiwerden über das WWW gelesen undlassen sich direkt im Internet bearbeiten.Dabei werden Kommunikation,Zusammenarbeit und Interaktionunterstützt. Auch wenn die Kinderkeine Vorkenntnisse haben, sind sienach einer kurzen Einführung in derLage, Wiki-Texte zu schreiben und zuverändern. Die Erfahrung hat gezeigt,dass sich das Erstellen von eigenenSteckbriefen besonders gut als erstepraktische Übung eignet, um diewiki-eigene Schreibweise kennenzulernenund u .a. um die Schüler aneine kompetente Mediennutzung- und–gestaltung heranzuführen 1 . Bei derNutzung von Wikis im Schreibunterrichtwerden sowohl Ergebnisse alsauch Prozesse der Entstehungreflektiert. Diese Art des Lernensermöglicht ein persönliches, individuellesLernen, aber auch Engagementin einer Lerngruppe 2 . Aufgrund derPotenziale der Wiki-Technologie, bietetsie sich für einen von selbstständigemund eigenaktivem Lernen geprägtenSchreibunterricht an. Zwei Grundbausteinevon Wikis sind dabei für die1 vgl. Anskeit, Nadine (2012): WikiWiki in die Schule.Unterrichtsbeispiele und Praxiserfahrungen zumEinsatz von Wikis in der Schule. In: Beißwenger,Michael; Anskeit, Nadine; Storrer, Angelika (Hrsg.,2012): Wikis in Schule und Hochschule. Boizenburg:Verlag Werner Hülsbusch (Reihe »E-Learning«), 13-46.2 vgl. Himpsl, Klaus (2007).: Wikis im BlendedLearning. Ein Werkstattbericht. Boizenburg.Begleitung von Schreibprozessenzentral: die Diskussionsseiten und dieVersionenverwaltung. Zu jederArtikelseite im Wiki gibt es eineDiskussionsseite. Die Nutzer greifenauf diese Seite zu, um Rückmeldungenund Anregungen zu einem Text zugeben. Die Versionenverwaltungerlaubt es den Benutzern, verschiedeneVersionen eines Textes anzuzeigen,frühere Versionen wiederherzustellenund auch zwei Versionen miteinanderzu vergleichen, wodurch Überarbeitungsprozessesichtbar gemachtwerden 3 . Eine Lernumgebung, in derdie jungen Schreiber von anderenKindern Anregungen, Ermutigungenund Tipps für die Überarbeitung ihrerTexte erhalten, ermöglicht eineauthentische und intensive Auseinandersetzungmit Texten, die nichtprimär das Ziel hat, Texte für denLehrer zu verfassen 4 . Im Unterrichtsprojektwird der Einsatz dervirtuellen Schreibkonferenz an dieTextform der Beschreibung geknüpft.Die Schreibkonferenz wird hierbeiauch dazu genutzt, das zunächstimplizite Wissen über bestimmteTextmuster durch praktische Erfahrungenzu einem Handlungswissen3 vgl. Beißwenger, Michael & Angelika Storrer (2010):Kollaborative Hypertextproduktion mit Wiki-Technologie.Beispiele und Erfahrungen im Bereich Schule undHochschule. In: Eva-Maria Jakobs, Katrin Lehnen &Kirsten Schindler (Hrsg.): Schreiben und Medien.Schule, Hochschule, Beruf. Frankfurt: Peter Lang (Textproduktionund Medium 10),13–36.4 Spitta, Gudrun (1992): Schreibkonferenzen in Klasse3 und 4. Ein Weg vom spontanen Schreiben zumbewussten Verfassen von Texten. Frankfurt am Main:Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co.KG.21


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Foto: Nicole Schäfer, LVR-ZMBwerden zu lassen 5 . Das Überarbeitenan »engen« Textmustervorgaben zuüben, wirkt sich positiv auf dieRevisionen der Schüler aus und sollim Rahmen des Unterrichtsprojekteseinen neuen, kreativen und vor allemeffektiven Zugang zum Schreibprozessermöglichen.Unterrichtsprojekt»Virtuelle Schreibkonferenz«Im Folgenden werden die sechsUnterrichtsphasen 6 des Projektsdargestellt, bevor die Erfahrungen ausder Unterrichtspraxis geschildertwerden.5 Fix, Martin (2006): Texte schreiben. Schreibprozesseim Deutschunterricht. Paderborn.6 Dem Schreibprojekt wird eine Wiki-Einführungvorangestellt. Eine ausführliche Beschreibung derWiki-Einführung und aller Unterrichtsphasen mitDownloadoption für die Arbeitsblätter findet sich inAnskeit, Nadine (2012): WikiWiki in die Schule.Unterrichtsbeispiele und Praxiserfahrungen zumEinsatz von Wikis in der Schule. In: Beißwenger,Michael; Anskeit, Nadine; Storrer, Angelika (Hrsg.,2012): Wikis in Schule und Hochschule. Boizenburg:Verlag Werner Hülsbusch (Reihe »E-Learning«), 13-46.Phase 1: ZimmerbeschreibungDie Schüler bekommen gemeinsammit einem Partner den Auftrag, dasPlaymobil-Zimmer einzuräumen undes anschließend in Einzelarbeit imWiki zu beschreiben. Für die Beschreibungbekommen sie keine Vorgaben.Sie haben die Möglichkeit, ihreTexterstfassung frei zu gestalten,Phase 2: Zimmer nachbauenIn Partnerarbeit lesen die Schülergemeinsam die Texte ihrer jeweiligenKonferenzpartner der anderen Schuleund versuchen, die entsprechendenZimmer nachzubauen. Während desNachbaus notieren sie erste Eindrücke,wobei sie ein besonderes Augenmerkauf die Vollständigkeit derBeschreibung sowie die Charakterisierungund Lokalisierung der einzelnenMöbelstücke legen. Im Anschluss anden Nachbau der Zimmer werden dieErgebnisse im Plenum besprochen.Durch die beim Nachbau gesammeltenEindrücke und entstandenenProbleme erkennen die Schülerwesentliche Merkmale einer Zimmerbeschreibungund benennen diese miteigenen Worten. Am Ende der Stundewerden die zentralen Merkmale inForm eines Kriterienkatalogs zusammengestellt.Phase 3: Lob und SchreibtippsformulierenIm Rahmen der dritten Unterrichtseinheitsetzen sich die Schüler erneut mitden Texten ihrer Konferenzpartnerauseinander und formulieren anhanddes Kriterienkatalogs gemeinsam mitihrem Partner der eigenen Schule Lobund Schreibtipps für den Konferenzpartner.Da dieses metakommunikativeVorgehen auf schriftlicher Ebeneeine sehr hohe Anforderung an dieSchüler stellt, wird besonders großerWert auf die Zusammenarbeit derbeiden Schüler innerhalb einer Klassegelegt. Der Nachbau des Zimmerswird zudem fotografiert und anschließendauf die Diskussionsseite desKonferenzpartners gestellt.22


01 | LERNEN MIT DIGITALEN MEDIENPhase 4: Die eigenen TexteüberarbeitenPhase 5: Erneuter NachbauErfahrungen aus derUnterrichtspraxisIm Rahmen der vierten Einheit derUnterrichtsreihe beschäftigen sich dieSchüler mit ihren eigenen Texten undlernen, diese im Wiki zu überarbeiten.Zusätzlich zu einer kurzen Anleitung,wie die Überarbeitung geplant unddurchgeführt werden kann, bekommensie das Originalbild und das Bildvom Nachbau ihres Zimmers alsArbeitsblatt ausgeteilt. Mithin könnensie einen Vergleich ihres Originalzimmersmit dem Nachbau der Konferenzpartneranstellen und sichzugleich Stellen und Möbel im Bildmarkieren, die sie noch einmalüberarbeiten möchten. Zusätzlich zuden Schreibtipps der Konferenzpartnerbekommen die Schüler für dieletzte Unterrichtsstunde der ÜberarbeitungKommentare von der Lehrperson.Durch abschließende farblicheGestaltung oder das Hinzufügen vonGrafikelementen, Textumrandungenetc. machen die Schüler den Abschlussihres Schreibprozessesdeutlich und stellen die letzte Textversionals Textendfassung im Wiki ein.Abbildung: Das OriginalzimmerInhalt der fünften Phase ist zunächstdie Kontrolle der Überarbeitungen desKonferenzpartners. Auf spielerischeArt prüfen die Schüler, ob eineVerbesserung der Textqualität erreichtwerden konnte, indem sie die Zimmerihrer Konferenzpartner erneutnachbauen. Zum Vergleich vonNachbau und Originalzimmer habensie durch die »Verstecken undAnzeigen«-Funktion die Möglichkeit,auf der Seite der Zimmerbeschreibungim Wiki das Originalbild des Zimmersanzeigen zu lassen, nachdem sie denNachbau fertig gestellt haben. Einabschließender Kommentar auf derDiskussionsseite bildet den Abschlussder Konferenz.Phase 6: Dichterlesung /AbschlussbesprechungDie Schüler beider Klassen treffen fürdie Dichterlesung in einer der beidenSchulen aufeinander. Sie lernen ihreKonferenzpartner kennen undgemeinsam bilden sie Gruppen vonjeweils vier Schülern. In den Kleingruppenhaben die Schüler Zeit füreinen persönlichen Austausch,bekommen aber auch die Aufgabe,sich gegenseitig ihre Zimmerbeschreibungenin Text und Bild noch einmalvorzustellen. Anschließend wählt dieGruppe schließlich die beste Beschreibungaus, um diese bei der Dichterlesungvorzutragen. Der Autor derausgewählten Beschreibung stelltzunächst sich und seinen Konferenzpartnervor und beide präsentierendann gemeinsam die Zimmerbeschreibung.Anhand des Unterrichtsprojekts konntegezeigt werden, dass Grundschülereiner dritten Jahrgangsstufe in derLage sind, ihre Texte in einer aufWiki-Technologie basierenden virtuellenSchreibkonferenz so zu überarbeiten,dass der Vergleich von Texterst- undTextendfassung eine Verbesserung derTextqualität aufzeigt 7 . Trotz derTatsache, dass die Schüler die Nutzungder Wiki-Technologie zunächsterlernen mussten, haben sie sich sehrschnell mit dem Medium vertrautgemacht und konnten mithilfe derTechnologie eine erfolgreiche virtuelleSchreibkonferenz durchführen.Die Erfahrung aus dem dargestelltenUnterrichtsprojekt zeigt, dass Wikis –bei geeigneter didaktischer Rahmung– sich gut als zusätzliches didaktischesWerkzeug in den Unterrichtsalltagintegrieren lassen.Teamarbeit mit Wikis eröffnet dem(Deutsch-) Unterricht eine Reiheattraktiver neuer Möglichkeiten.Darüber hinaus legen die Schüler beider Arbeit mit dem Medium Computereine hohe Motivation an den Tag, wasden produktiven und zielgerichtetenLernprozess noch zusätzlich unterstützt.Nadine Anskeit7 Anskeit, Nadine (2010): Virtuelle Schreibkonferenzenmit Wiki-Technologie in der Grundschule. M.A.-Arbeit,TU Dortmund.Nadine Anskeit ist wissenschaftliche Mitarbeiterinund Dozentin im Bereich Deutsche Sprache undSprachvermittlung am Institut für deutsche Spracheund Literatur der TU Dortmund. Beim diesjährigenExaMedia NRW-Wettbewerb gewann sie im BereichExaMedia NRW Studium den ersten Preis.23


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Vielfalt inklusiveMobile Endgeräte im Einsatz in der Sekundarstufe IMobile Endgeräte sind im Alltag von Schülerinnen und Schülern in vielfältigen Formen anzutreffen, sind sie doch durchihre Kompaktheit und intuitive Bedienungsoberfläche sehr benutzerfreundlich. Smartphone, Mp3-Player mit Touchscreenoder als größerer Tablet-PC – es wundert nicht, dass sich diese Medien auch in so manchem Schulranzenwiederfinden. Medien, die Schülerinnen und Schüler privat nutzen, bringen sie häufig auch (ungefragt) mit in dieSchule, entweder, um Mitschülerinnen und Mitschüler zu beeindrucken oder eben, weil sie Vorzüge in der Arbeit mitdiesem Medium erkannt haben. Die Institution Schule kann diese Medien nun in ihrer Verwendung einschränken oderselbige für die Verbesserung von Lernwegen nutzbar machen. Ob als mitgebrachtes Medium im Rahmen von »BringYour Own Device«, welches natürlich soziale Fragen der Ungleichheit aufwirft, ob als einzelne Medien im Klassenraumoder als ganzer Medienwagen. Die denkbaren Einsatzmöglichkeiten in schulischen Zusammenhängen sind vielfältig.Sich mit den technischen und sozialenBedingungen des Einsatzes vonmobilen Endgeräten zu befassen, wäresicher einen eigenen Artikel wert. Vonder Einbindung in schulische Netzwerkebis hin zur Wartung oder zurDiskussion der Betriebssoftwareeröffnet sich ein breites Spektrum. Esgeht hier aber vielmehr um dieVorstellung und Diskussion dervielfältigen Einsatzmöglichkeiten, diesich in ihrer Palette deutlich vonanderen Medien unterscheiden.Am interessantesten präsentiert sichder Einsatz von Tablet-PCs imUnterricht, die ja in der Bedienungeinem Smartphone sehr ähnlich, aberdurch das größere Display wesentlichbedienungsfreundlicher sind. Hierzumöchte ich ein paar praxisnaheEinsatzfelder vorstellen. Diese sind inihren Anwendungen und Beispielenunabhängig von spezifischen Fächernzu sehen, gibt es viele fächerübergreifendePerspektiven und ich verstehevielmehr Tablet-PCs in ihrer VielfaltFoto: Dominik Schmitz, LVR-ZMB24


MEDIENBRIEF | N° 02.2013»Handys raus!«Zum Umgang mit mobilen Netzwerken in SchulenModerne schülerzentrierte, produktorientierte und den Herausforderungender Inklusion gerecht werdende Lernszenariensetzen auf den Einsatz von multimedialen Lernmitteln,die über Arbeits- und Kommunikationsplattformen aufmobilen, internetfähigen Endgeräten zu jeder Zeit an jedemOrt verfügbar gemacht werden. Ein Schlüssel zur Umsetzungsolcher Arrangements sind Funknetzwerke. Entsprechenddieser Entwicklung werden performante, kabelloseNetzzugänge von vielen Schulträgern in ihrer Medienentwicklungsplanungberücksichtigt und nicht mehr nurProjektschulen mit WLAN-Accesspoints ausgestattet.Der stetig zunehmende mobile Funkverkehr im privaten wieöffentlichen Raum und der Einzug mobiler Endgeräte wirftdie berechtigte Frage nach den Auswirkungen elektromagnetischerStrahlung auf den menschlichen Organismus auf.Netzzugänge in Schulen – widerspricht eine solche Ausstattungnicht dem Gedanken, dass Schule ein geschützterRaum sein soll und unseren Kindern einen gefahrlosen Wegzu Bildung ermöglichen muss? Ist es überhaupt vertretbar,Schülerinnen und Schüler wie auch Lehrkräfte in Schulenzusätzlicher Funkstrahlung auszusetzen und Bildungseinrichtungenmit WLAN-Accesspoints auszustatten?Um sich auf diesem oft emotional und polarisierenddiskutierten Gebiet eine eigene fundierte Meinung bildenund die Wirkungen elektromagnetischer Strahlungen aufden menschlichen Organismus objektiv beurteilen zukönnen, ist ein Blick auf die Bedeutung des physikalischenBegriffs »Strahlung« hilfreich.Grundsätzlich handelt es sich bei elektromagnetischerStrahlung um ein natürliches Phänomen, zu dem sichtbaresLicht ebenso gehört wie Wärmestrahlung oder Radioaktivität.Welchen Effekt Strahlung hat, hängt davon ab, wielange sie einwirkt und in welcher Entfernung sich eineStrahlungsquelle befindet. Das funkelnde Licht einesSterns erfreut uns, ein plötzlicher Fotoblitz erschreckt uns,Wärmestrahlung eines Lagerfeuers kann wohltuend sein,aber äußerst unangenehm, wenn man der Glut zu nahekommt. Sogar energiereiche radioaktive Strahlung ist inunserer Umwelt allgegenwärtig, ein Effekt der natürlichenStrahlung auf den menschlichen Organismus jedoch nichtmessbar. Die furchtbaren Auswirkungen von Langzeitexpositionoder hohen Dosen radioaktiver Strahlung sind durchHiroshima oder Tschernobyl hinlänglich bekannt.Foto: Dominik Schmitz, LVR-ZMB26


01 | LERNEN MIT DIGITALEN MEDIENDer Frequenzbereich und damit die Strahlungsenergie dereingangs genannten Mobilfunknetze liegt weit unter der vonsichtbarem Licht, physiologische Effekte hat sie dennoch.Erwähnt sei hier das Gefühl warmer Ohren bei langenTelefonaten mit Schnurlosgeräten. Für die Strahlungmobiler Geräte gilt eine einfache Regel: Die Strahlung istbei maximalem Datenverkehr am größten und nimmt mitdem Abstand zum Sender schnell ab.Zum Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischerStrahlung durch Mobilfunknetze hat der Gesetzgeberverbindliche Grenzwerte festgelegt, die die dort empfohlenenHöchstwerte weit unterschreiten. Nach zahllosenStudien, u. a. durch das Bundesamt für Strahlenschutz(BfS), gibt es nach dem aktuellen Stand der Wissenschaftinnerhalb der gesetzlichen Grenzwerte keine Nachweise fürgesundheitliche Risiken. Ein vorsorglicher Umgang vorallem bei der körpernahen Anwendung von Mobilfunkgerätenist trotzdem sinnvoll. Das BfS hat deshalb Empfehlungenausgesprochen, die sich auch in der Schule umsetzenlassen.Geeignete Maßnahmen sind u. a.:> strahlungsarme Geräte einsetzen> die Sendeleistung geräteseitig an das zu versorgendeGebiet anpassen> Funknetze bei Nichtbenutzung abschalten> den Einsatz kabelgebundener Verbindungen gegenüber> Funkverbindungen vorziehen> falls möglich die angegebenen Mindestabständeeinhalten und AccessPoints möglichst entfernt vondauerhaft besetzten Arbeits- oder Aufenthaltsplätzeninstallieren> Mobilfunkgeräte möglichst nicht am Körper haltenBei der Planung von großen WLAN-Netzen ist es ratsam,den Schulträger einzubeziehen, da auch bauliche Maßnahmenzu einer strahlungsärmeren Installation führenkönnen. Die kommunalen IT-Dienstleister sind kompetenteAnsprechpartner, denn die Ausleuchtung eines Schulgebäudesmit WLAN stellt Anforderungen an die Accesspoints,die handelsübliche Consumer-Geräte aus dem Elektronikdiscounternicht unbedingt erfüllen.Frage, deren Potenziale werden jedoch nur dann ausgeschöpft,wenn die Schule mit einem performanten Internetzugangund WLAN-Accesspoints ausgestattet ist. Es ist alsoweniger eine Frage nach dem »ob«, sondern vielmehr nachdem »wie« der Ausgestaltung der Netzanbindungen. Eingesundheitliches Risiko geht nach derzeitigem Forschungsstandvon WLAN-Sendern nicht aus, trotzdem kann manweitere Vorsorge treffen, indem Herstellervorgabenbeachtet und vor allem Mindestabstände zu Accesspointseingehalten werden. Auch hier sind die kommunalenIT-Dienstleister die Ansprechpartner der Wahl.Von pädagogischer Seite stellt der Unterricht mit modernen,digitalen Medien immer eine Ergänzung zu klassischenUnterrichtformen dar. Es gilt das Primat der Pädagogik:Digitale Technik ist kein Selbstzweck, immer muss derpädagogische Mehrwert seiner Nutzung hinterfragt werden.Keine Schule kann und will ein Internetcafé sein. Fließt dieAuseinandersetzung der Lehrkräfte mit digitalen Medien indie fachlichen Medienkonzepte ein, kommt die für denEinsatz mobiler Endgeräte notwendige Funktechnikentsprechend gezielt und dosiert zur Anwendung. Empfehlungenzur Vorsorge werden durch die wachsende Medienkompetenzernst genommen und resultieren in einerreflektierten Anwendung der Technik.Und die Handys der Schülerinnen und Schüler? Gehen Siedavon aus, dass diese Geräte trotz des Handyverbots anvielen Schulen dauerhaft eingeschaltet sind. In den Hosentaschenverstaut befinden sie sich in unmittelbarer Nähe zuwichtigen Organen, sodass diese einer größeren Strahlungausgesetzt sind. Oder sie strahlen besonders kräftig, weilaus den Tiefen der Schultaschen eine Verbindung zum Netzgesucht wird. Wir tun also gut daran, die Handys derSchülerinnen und Schüler auf die Tische zu holen. So sinddie Minicomputer auch jederzeit für einen begründetenunterrichtlichen Einsatz greifbar.Weitere Informationen zum Thema Strahlungsemissionfinden Sie auf den Internetseiten der Medienberatung NRW:www.medienberatung.schulministerium.nrw.de/lernit/internet+an+schulen/strahlungsemission.htmFazitDirk Allhoff/Birgit GieringDer pädagogische Nutzen des unterrichtlichen Einsatzesvon mobilen Endgeräten und Lernplattformen steht außerDirk Allhoff ist wissenschaftlicher Mitarbeiter, Birgit Gieringist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Medienberatung NRW.27


MEDIENBRIEF | N° 02.2013eSchool:Auf neuen WegenIm März 2000 startete die Stadtverwaltung Düsseldorf das eSchool-Projekt. Ziel war, die Schulen mit modernenComputerausrüstungen und die Klassenräume mit Internetverbindungen auszustatten. Die Mission von eSchoolDüsseldorf ist es heute, die bestmöglichen Werkzeuge bereitzustellen, um den Umgang mit Medien zu erlernen sowiemoderne Medien zu nutzen, um das Lehren zu unterstützen. eSchool ist verantwortlich für rund 160 Schulen, einschließlichGrundschulen, weiterführenden Schulen, Berufskollegs und Förderschulen sowie Weiterbildungskollegsmit insgesamt über 170 Standorten und mehr als 850 Gebäuden.AusgangslageDie Lernkultur an den Schulenverändert sich. Die Nutzung digitalerMedien wird für Schülerinnen undSchüler zu einer Selbstverständlichkeitund Methoden zur Ermöglichungtechnisch fortschrittlichen undkollaborativen Lernens und Lehrensstehen auf der Agenda weit oben.Lernen mit digitalen Medien ist zu jederZeit und überall möglich. Diese Tatsachesollte auch in der Schule angemessenberücksichtigt werden. Damit gewinnteine gut funktionierende IT-Infrastrukturzunehmend an Bedeutung.Die Landesregierung Nordrhein-Westfalenbegann das Projekt »Medien-Pass Nordrhein-Westfalen« imSchuljahr 2011/2012. In der erstenPhase des Projektes, bei der es um dieAusstattung der Schulen mit aktuellerInformationstechnologie ging, habensich zahlreiche Düsseldorfer SchulenFoto: Dominik Schmitz, LVR-ZMB28


01 | LERNEN MIT DIGITALEN MEDIENbeteiligt. Schnell zeigte sich, dassderen Ausstattung den Ambitionen imHinblick auf eine digitale Lernumgebungnicht zuträglich war. DesWeiteren war die Verbindung mit demInternet über Powerline (Verbindungüber 220 Volt Stromleitungen), wie siedie meisten Schulen nutzten, oftmalsinstabil und kostenintensiv. Gesuchtwurden effektivere Methoden, Lehrkräfteund Schulen dabei zu unterstützen,digitale Medien in den Schulenbesser nutzen zu können. Dabei wurdeauch untersucht, wie der drahtloseZugang sowie die Nutzung von Tabletshelfen könnten, die Ziele der Bildungsinitiativezu erreichen.Eine wichtige Aufgabe von eSchool istes, Lehrkräften dabei zu helfen, ihrenMedieneinsatz zu optimieren. InGesprächen mit den Schulen wurde dieAussicht auf ein hochperformantesWiFi-Netzwerk für den Zugang zumInternet und zu Lernmaterialien zuerhalten sofort positiv aufgenommen.Seien es nun Tablets oder andereGeräte wie TV, Laptop oder PCs, die imUnterricht zum Einsatz kommen – einhochleistungsfähiges und stabilesNetzwerk wurde als Basisbedingungfür den Erfolg jedweden Projektes mitdigitalen Medien angesehen. Abernicht nur das: Der Einsatz geeigneterFilter und die Kontrolle der Gerätewaren Grundvoraussetzungen für dieNutzung mobiler Geräte innerhalb derBildungsumgebung.Die Bereitstellungsmethode variiertvon Schule zu Schule. Die rund 160Schulen entscheiden autonom, wie siedie neuen Technologien einsetzenwollen: Unterschiedliche Finanzierungsmodelle,Klassengrößen undSchülertypen verlangen dies. Entsprechendbenötigte eSchool eine WiFi-Lösung, die einfach zu erweitern undzentral zu verwalten ist. Notwendigwaren weiterhin die Kontrolle sowiedas Management des Zugangs überverschiedene Umgebungen hinwegsowie BYOD (»Bring your own device«)für die Geräte von Lehrkräften,Schülerinnen und Schülern oderSchulen.In enger Zusammenarbeit mit Applesuchte eSchool einen Netzwerkpartnerfür das kabellose Netz, das alsSchlüsselfaktor für die Mission, dasdigitale Lernen in den Schulen zurevolutionieren, dienen soll.LösungDie Forderung nach Flexibilität war einGrund dafür, dass die Wahl für dieDüsseldorfer Schulen auf Aerohive alsNetzwerkpartner fiel. Die Infrastruktursollte in der Lage sein, Lehrkräfte zuunterstützen, die ihre eigenen Gerätemitbringen, während andere SchulenLehrkräfte, einzelne Schülerinnen undSchüler oder Gruppen mit Gerätenausstatten. Die Aufgabe ist es, ihnendies individuell zu ermöglichen undkeine zentralen Vorgaben zu machen.Entscheidet sich beispielsweise eineSchule dafür, iPads in ihrem Inhouse-Netz zu nutzen, dann ist die sichereIntegration dieser Geräte in Übereinstimmungmit den beschlossenenRichtlinien ein essenzieller Punkt.Dafür ist es notwendig, über einentsprechendes zentrales MobileDevice Management System (MDM)und über Sicherheits-Policies zuverfügen sowie über die notwendigeInternetkonnektivität.Die Access Points (APs) wurden in derersten Phase des Projektes in 11Grundschulen und zwei weiterführendenSchulen installiert, die voneSchool mit 200 iPads für die Nutzungin Klassenräumen durch Lehrpersonenund Schülergruppen ausgestattetworden waren.Die gefundene Lösung ermöglichteSchool nicht nur die Bereitstellungeffizienter Netzwerke, sondern verfügtauch über die Funktionalität, diebenötigt wird, um Geräte in derSchulumgebung mittels Integrationeiner entsprechenden MDM-Software(zum Beispiel » JAMF«) zentral zuverwalten und zu kontrollieren. Esmuss sichergestellt sein, dass dieBildungseinrichtungen über einevollständige Lösung für WiFi-Installationenverfügen.ErgebnisDer von eSchool eingeschlagene Wegist in der praktischen Nutzung nochrecht neu. Die Ergebnisse in denSchulen, die bereits WiFi für denZugang und zum Management dersmarten Geräte einsetzen, sind jedochdurchweg positiv.Die innovative »Düsseldorfer Lösung«hat bereits Wirkung gezeigt. Wird aufdiesem Weg weiter fortgeschritten,dann bildet sie eine intelligentedrahtlose Basis und ermöglicht denSchulen ebenso ihre eLearning-Initiativenweiter voranzubringen, dabeigleichermaßen die Bildungsumgebungkontinuierlich zu verbessern. ZumNachahmen empfohlenUwe Scholz M.A.Uwe Scholz ist Geschäftsführer vonUwe Scholz New TechnologyCommunication.29


MEDIENBRIEF | N° 02.2013EDMOND NRWmit iPadoffline nutzenSeit Umstellung des Videoformats auf MPEG-4 könnenalle EDMOND NRW-Medien im Streamingverfahren aufiPads genutzt werden. Bei zu geringer Bandbreite – oderwenn für das Abspielen keine Internetverbindung besteht– müssen sie jedoch heruntergeladen werden Diesfunktioniert bei iPads anders als bei klassischen PCs.Voraussetzung: ein geeigneter Web-Browser für das iPad –Wir wollen eine App für die gesamte Nutzung – alsoDownload und Wiedergabe – von allen EDMOND NRW-Medienverwenden. Die Medien müssen – sofern sie als Zip-Pakete vorliegen – entpackt werden. Beim lokalen Abspielenmüssen für die Navigation innerhalb einesMedienpakets alle Links, die in den HTML-Seiten enthaltensind, funktionieren. Ein Browser, der diese Voraussetzungenerfüllt, ist iCab-Mobile und kann kostenpflichtig (derzeit 1,79Euro) im AppStore heruntergeladen werden.Herunterladen und Abspielen eines »Online-Films« (49erSignatur) oder Einzelclips aus Medienpaketen (55erSignatur) – »Online-Filme« liegen als Einzeldateien aufdem EDMOND NRW-Server und können direkt von dortheruntergeladen werden. Klickt man auf Download, wirdstattdessen auf dem iPad das Video wiedergegeben. Klicktman dann auf den laufenden Film und lässt den Finger eineWeile darauf, wird man gefragt, ob man den Film herunterladenmöchte. Wird dies bejaht, landet der Film im Downloadordnervon iCab mobile, von wo er aus abgespieltwerden kann. Bei Einzelclips aus Medienpaketen funktioniertalles analog.Herunterladen, Entpacken und Abspielen eines Medienpakets– Aktiviert man in iCab einen Link auf einen Dateityp,der vom Browser nicht angezeigt werden kann, wird mangefragt, ob man die Datei herunterladen möchte. Genau daswollen wir. Das Zip-Paket landet also im Download-Ordner.Wenn Sie dort auf die Zip-Datei tippen, müssen Sie imaufspringenden Menü den Eintrag »Unzip« wählen. DieZIP-Datei wird entpackt und Sie erhalten einen Ordner mitgleichen Namen. Klicken Sie nun auf den Ordernamen desentpackten Mediums und navigieren Sie zur Startseite desMediums. Es handelt sich dabei stets um eine HTML-Datei,die entweder die Bezeichnung »Hauptmenü«, »Start« oderÄhnliches im Dateinamen hat. Diese Startdatei klicken Siean und wählen dann aus dem Aufklappmenü »Anzeigen«.Sie können nun das gesamte Medium »absurfen«.Herunterladen, Entpacken und Abspielen eines Medienpaketsvon einem Dateiserver – Um auf ein Zip-Paket aufeinem Fileserver zugreifen zu können, benötigen Sie eineApp, die uns das Protokoll des Servers zur Verfügung stellt.Grundsätzlich ist es egal, welche App Sie dafür verwenden,wichtig ist nur, dass diese App auf das Zip-Paket zugreifenund per »Öffnen mit« an iCab Mobile weitergeben kann.Wenn Sie das Zip-Paket in ihrer Netzwerk-App ausgewählthaben, leiten Sie es per »Öffnen mit...« an iCab Mobileweiter. Der Browser meldet sich damit, dass eine Datei anihn gesendet wurde, die nicht angezeigt werden könne unddass diese Datei in den Download-Bereich verschobenworden sei. Der Vorgang dauert allerdings eine Weile, dadas gesamte Paket vom Server auf das iPad geladenwerden muss. Öffnen Sie nun den Download-Ordner mitdem ZIP-Paket und fahren Sie fort, wie oben beschrieben.Standbild zur Weiterverarbeitung erzeugen – Das Erzeugeneines Standbildes aus einem Filmclip ist mit dem iPaddenkbar einfach. Sie müssen dazu nur den Aus-/Einschaltknopfund den »Home«-Button des iPads gleichzeitigdrücken. Der aktuelle Bildschirminhalt wird daraufhin alsBild unter Ihren Fotos gespeichert (das funktioniert sogarbei einem laufendem Film). Von dort können Sie es mitallen Anwendungen weiterverarbeiten, die auf die Bilderzugreifen können.Filmdatei zur Weiterverarbeitung speichern – Wenn Sieeine Filmdatei weiterverarbeiten wollen, ist es am sinnvollsten,wenn Sie diese zunächst bei ihren Bildern imAlbum speichern, weil Sie dort mit allen in Frage kommendenApps (z.B. Keynote, iMovie usw.) darauf zugreifenkönnen. Tippen Sie hierzu in iCab-Mobile unter »Downloads«auf die Videodatei und wählen dann »Video in Albumspeichern«.Wolfgang Dax-RomswinkelWolfgang Dax-Romswinkel ist Medienberater und Mitgliedder Co-Leitung des Kompetenzteams Rhein-Sieg-Kreis.30


01 | LERNEN MIT DIGITALEN MEDIENEdOnein Beitrag zum Medienkonzept derZentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL)Guter Unterricht braucht guteMedien»Unterricht gestalten und Lernprozessenachhaltig anlegen« ist eins dersechs zentralen Handlungsfelder desKerncurriculums zur Ausbildungangehender Lehrerinnen und Lehrer.Dabei spielen digitale Medien einenicht unwesentliche Rolle. MitEDMOND NRW bieten die kommunalenMedienzentren qualitativ hochwertigeBildungsmedien, die in Verbindungmit den rechtlich eingeräumtenNutzungsmöglichkeiten erheblichePotenziale für eine Weiterentwicklungvon Unterricht bergen.Was ist EdOn?Mit EdOn erhalten angehendeLehrerinnen und Lehrer eine Einführungin den praktischen Umgang mitEDMOND NRW. Sie erfahren, wieBildungsmedien für den Einsatz imUnterricht adressatengerecht undzielorientiert recherchiert, heruntergeladenund abgespielt werden underhalten Einblick in Möglichkeiten derBe- und Verarbeitung zur Förderungaktiver Lernprozesse. Der Einsatz vonKommunikationsplattformen unddigitalen Tafeln rundet das praxisorientierteAngebot ab.EdOn ist ein Blended Learning-Kursmit Präsenzveranstaltungen undOnline-Phasen. Letztere werden mitHilfe einer internetbasierten Kommunikationsplattformorganisiert, wobeieine tutorielle Begleitung durch dieMedienzentrum vor Ort stattfindet. DerKurs ist in thematische Kursabschnitteuntergliedert. Themen aus derPräsenzveranstaltung werden auf derOnline-Plattform vertieft und dasWissen anhand von konkretenAufgabenstellungen erprobt undangewendet.EdOn soll grundlegende Anwendungsfertigkeitenvermitteln. Zwar planendie Lehramtsanwärterinnen undLehramtsanwärter im Kurs einVorhaben für den eigenen Unterricht,in dem EDMOND-Medien genutztwerden, doch ist die didaktisch-methodischeReflexion und die konkreteDurchführung der Unterrichtssequenznicht mehr originärer Bestandteil.Idealerweise wird dies anschließend indie Seminararbeit integriert.EdOn eignet sich für alle Lehrämter.Da in den Ausbildungsschulen dieNutzung von EDMOND NRW oft schonzum Unterrichtsalltag gehört, ist essinnvoll, den Kurs möglichst zuBeginn der Ausbildung anzubieten.Lediglich allgemeine Grundkenntnisseim Umgang mit PC und Internetwerden vorausgesetzt.Barbara Bielefeld, Konstanze SigelBarbara Bielefeld und Konstanze Sigelsind Mitarbeiterinnen der MedienberatungNRW.Foto: LVR-ZMB31


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Blumio macht Schule …YouTube verleiht jungem Rapper Kultstatus.Montag, 1. Juli 2013, 14.00 Uhr in einem Düsseldorfer Tonstudio. Ich habe einen Termin mit Blumio und seinem ProduzentenRusbeh. Zufällig bin ich auf den jungen Rapper aufmerksam geworden. Im Netz stieß ich auf das Musik-Video»Hey Mr. Nazi« und war von der Botschaft des Songs, aber auch von der sehr facettenreichen Sprache des jungenKünstlers spontan sehr angetan. Auch die Musik fiel mir positiv auf: Als »Japsensoul« bezeichnet Blumio seinemusikalische Stilrichtung und damit ist gemeint, dass es Elemente gibt, die sich von dem weit verbreiteten Bum-Bum-Rhythmus, den Rapper so sehr bevorzugen, deutlich abheben. Mein Interesse für die Person des jungen Künstlers wargeweckt. Mit ein paar Klicks stieß ich schnell auf weitere Produktionen, darunter auf den »Antigewaltsong«, »Rosenkrieg«und »Eberhard«. Großartig, dachte ich, hier mischen sich intelligente Lyrics mit toller Musik und ansprechendenVideos. Da passt alles zusammen. Damit kann man auch in der Schule etwas anfangen.Blumio findet den richtigen Ton. Ererreicht Jugendliche. Seine Konzertehaben großen Zulauf und MillionenYouTube-Klicks belegen sowohl dieBekanntheit als auch die Beliebtheitdes Künstlers. Inzwischen hat er dreiSoloalben aufgenommen und es lohntsich, diese mal in Ruhe anzuhören.Blumio betritt das Studio. Er ist sehrhöflich, gleichermaßen zurückhaltend.Das Klischee vom ungehobeltenRapper ohne Manieren bedient ernicht. Wir sprechen sofort über ihnund seine Musik. Inspiriert war erzunächst von der amerikanischenFoto: Bastian Saltzmann32


01 | LERNEN MIT DIGITALEN MEDIENGruppe Body Count und ihremFrontsänger Ice-T, dessen Image abereher in Richtung »Pimp« und »GangstaRap« ging, bis heute noch einwesentliches Stilelement des Rap.Anschließend kam die deutscheHip-Hop-Szene mit Bands wie»Freundeskreis« oder »AbsoluteBeginners«. Das war Blumios Musik.»Auf dieser Welle reite ich heutenoch«, so Blumio.Hey, Mr. NaziHey, Mr. Nazi komm auf meine Party.Ich stell dir meine Freunde vor.Das hier sind Juspé und Kati, Thorsten und Nefatih.Wir haben denselben Humor.Und wir sagen: Hey, Mr. Nazi komm’ auf meine Party –ich zeig dir meine Kultur.Das hier sind Sushi und Technik, Mangas und Origami,ich kenn das seit meiner Geburt.Blumio heißt mit bürgerlichem NamenFumio Kuniyoshi, ist in Hilden geborenund hat sich früh entschieden,Musiker zu werden. Ihm war schon mit16 klar, wie er sich seine Zukunftvorstellte. Die Idee, Künstler zuwerden, sagte ihm mehr zu alsirgendwo am Schreibtisch zu sitzenoder Lagerverkäufe zu organisieren.Diese Entscheidung kam schnell. Erhat den Schritt nie bereut, obwohl eslange dauerte, bis er von seiner Musikleben konnte.Es ist nicht leicht sich mit Einsamkeit herumzuschlagen,jeder Mensch will doch Gleichgesinnte um sich haben.Und eh du dich versiehst bist du im Freundeskreis,indem man mit dem Finger auf andershäutige Leute zeigt.Und das kann schnell gehen, das ist keine Lüge:Die meisten Menschen haben irgendwo rassistische Züge.Ich seh’ rassistische Lehrer und rassistischeHauptmänner und rassistische DeutscheUnd rassistische Ausländer ...(Textauszug aus dem Song »Hey, Mr. Nazi« von Blumio, zufinden auf dem »Yellow Album«, © Japsensoul 2011, sieheauch: www.youtube.com/watch?v=O-YaEEaGI80)Es sind die erwähnten Lyrics, die denjungen Mann zu einem beachtenswertenKünstler machen. Er versteht es,Alltagssituationen aufzugreifen, siesprachlich äußerst geschickt und raffiniert– niemals langweilig – umzusetzen.Seine Texte kommen sehrauthentisch rüber, sind sehr persönlichund geben einen Einblick in diekomplexe Gedankenwelt einesJugendlichen (auch wenn hiereigentlich schon ein Mann spricht),geprägt von einer dynamischenMischung aus Selbstwertgefühl undSelbstzweifeln. Es liegt Blumio sehrdaran, seine Texte auch mit einerBotschaft zu verknüpfen und genauhier hebt er sich zusätzlich vomgängigen Rap ab. Er will zeigen, dasser ein politischer Mensch ist undpositive Botschaften senden: Schlussmit Gewalt, Diskriminierung, mitVorurteilen, die zu Rassismus,Sexismus, Hass und Krieg führen. Erselbst hat sich oft als Außenseitergefühlt, Vorurteile am eigenen Leiberfahren – da war ein Schimpfwort wie»Schlitzauge« noch verhältnismäßigharmlos. Ich frage ihn, ob seinPublikum auf seine Texte achtet.»Absolut, sie verfolgen jede Zeile. Vielekönnen meine Texte auswendig.«In meiner Rolle als Lehrer ist esdieser – nennen wir es ganzheitliche– Ansatz, dem ich Beachtung gebenmöchte. Nicht nur Jugendliche könnenvon Blumio lernen. Bei YouTube undauf seiner Website erfährt man mehrüber ihn. Man kann ihn übrigens aucheinladen. Er hat bereits bei Schulfesten(»Schulkonzerte gegen Gewalt«)gespielt, und auch Rap-Workshopsgegeben. Des weiteren war er Gast inSchulklassen und hat in DiskussionsrundenThemen angesprochen, dieJugendliche interessieren. Er wirbt fürToleranz, macht Mut für Zivilcourageund erzählt, wie man seinen Traumleben kann. Aber auch davon, wieschwer das manchmal ist.Sind das nicht genug Argumente, demjungen Künstler Aufmerksamkeit zugeben und an passender Stelle seineSongs in den Unterricht einzubinden?Karsten SchilliesKarsten Schillies ist Lehrer an derHardenbergschule in Velbert undMedienberater im KompetenzteamDüsseldorf.33


MEDIENBRIEF | N° 02.201302 BerichteFotopreis für die besten Kinderfotos ... Tag der BegegnungFoto: Nicole Schäfer, LVR-ZMB34


Foto: Dominik Schmitz, LVR-ZMBFantasierenExperimentierenFotografierenAuf die Plätze-Foto-Los! Das Fotoportal»KameraKinder« startet denneuen Fotopreis für Kinder undKindergruppen aus Nordrhein-Westfalen.Nach dem großen Erfolg desersten Kinderfotopreises NRW imletzten Jahr können 6-12-jährigeMädchen und Jungen wieder mitihren kreativsten, schönsten,beliebtesten, originellsten odereinfach nur lustigsten Aufnahmeneinen Preis gewinnen.Beim Wettbewerb mit freier Themenwahlsind der Fantasie keine Grenzengesetzt. Vielleicht haben die Kinderaber auch Lust, zum Sonderthema»Experimentier mal!« zu fotografieren:aus ungewöhnlichen Blickwinkelnfotografieren, mit Licht und Bewegungexperimentieren, etwas genauuntersuchen oder Fotos am Computercollagieren – es gibt viele Möglichkeitenfotografisches Neuland zubetreten.Es winken attraktive Sach- undGeldpreise für die Fotos jungerEinzelkünstler, Kindergruppen oderSchulklassen. Die Kinder erwarteteine fetzige Preisverleihung (14.Dezember, Altes Pfandhaus Köln),eine Ausstellung mit allen eingereichtenBildern, ein »AbenteuerparcoursFotografie« und natürlich jede MengeSpaß und Ruhm.Einsendeschluss ist der 27. Oktober2013. Die Fotos lassen sich mit Hilfeeiner kindgerechten Anleitung aufwww.kamerakinder.de/nrw-wettbewerb.htmlhochladen oder können perPost an den Veranstalter, das jfcMedienzentrum, geschickt werden.Hintergrund: Als kindgerechtes Forumfür Fotografie stärkt »KameraKinder«die Auseinandersetzung mit demMedium und schafft einen unkompliziertenZugang zu aktiver Medienarbeitim Primarbereich, in der außerschulischenKinderarbeit und inFamilien. »KameraKinder« möchteKinder dazu animieren, die Möglichkeitender Fotografie zu entdeckenund persönliche Aussagen über dieWelt zu treffen. Auf diesem Portalhaben Fotogruppen Gelegenheit, ihreWerke in einem sicheren Rahmen zupräsentieren. Pädagogen finden aufkamerakinder.de Projektvorstellungensowie didaktische Materialien.Sabine SonnenscheinSabine Sonnenschein ist Mitarbeiterinim jfc Medienzentrum, Köln(Fachbereich Medien).35


MEDIENBRIEF | N° 02.2013»Das ist ja der Hammer!«Die Foto-Mitmachaktion des LVR-ZMB am Tag der BegegnungUnbestritten ist der Tag der Begegnungder Höhepunkt im Veranstaltungskalenderdes LandschaftsverbandsRheinland. Die vielen tausendGäste aus dem gesamten Rheinland,die ihn jedes Jahr besuchen, sprechenfür sich und am 29. Juni war eswieder nicht anders.Anlässlich des 60jährigen Bestehensdes LVR wurde er dieses Jahr nicht inXanten, sondern im Rheinpark in Kölnveranstaltet. Der erste Eindruck wareinfach überwältigend! Vom Eingangam Tanzbrunnen einmal den gesamtenRheinpark bis ans andere Ende ander Zoobrücke durchquerend, zeigtsich schnell die unglaubliche Vielfaltder Angebote, die sich den Besuche-rinnen und Besuchern an diesemJubiläumsfest darbietet – undmittendrin das LVR-Zentrum fürMedien und Bildung im gemeinsamenZelt der Kultureinrichtungen des LVR.Im vergangenen Jahr erfolgreich»getestet«, sind alle Besucherinnenund Besucher am ZMB-Stand wiedereingeladen, sich in einer improvisiertenFabrikkulisse als Schwerarbeiterfotografieren zu lassen. Mit Schweißerhelm,Handschuhen und Schutzbrilleausstaffiert, greifen alle entschlossenzu Vorschlaghammer,Schweißbrenner oder einem riesigenSchraubenschlüssel und werfen sichin Pose. Alle schlüpfen ohne zu zögernin diese Rolle und den ganzen Tagüber herrscht eine schon ansteckendeSpielfreude. Und was ist der eigentlicheReiz? Alle bekommen sofort einFoto ausgedruckt und können esfreudestrahlend als Erinnerung mitnach Hause nehmen!Übrigens: Vom 4. November bis zum17. Dezember 2013 wird eine Auswahlder schönsten Bilder in einer kleinenAuswahl im Horion-Haus des LVR inKöln-Deutz zu sehen sein…Michael JakobsMichael Jakobs ist Referent fürÖffentlichkeitsarbeit im LVR-ZMB.Foto: LVR-ZMB36


03 Partnerim VerbundSchulentwicklung in NRW ... Gemeinsames Lernen...Inklusive SchulKinoWochen ... Moodle-Treff derBezirksregierung Düsseldorf ... Grimme Online Award ...Neues aus dem LWL-Medienzentrum für Westfalen ...Foto: Julia Reschucha, LVR-ZMB37


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Länger gemeinsam lernenSchulentwicklung in NRWImmer mehr Eltern und Schulträger entscheiden sich fürSchulformen des längeren gemeinsamen Lernens. Ebensowie die Gesamtschule hält auch die SekundarschuleBildungswege länger offen und ermöglicht den Kommunen,bei zurückgehenden Schülerzahlen ein umfassendes,weiterführendes Schulangebot mit gymnasialen Standardsvor Ort zu erhalten.Mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 sind erstmals 42neue Sekundarschulen und 20 neue Gesamtschulengestartet. Zum neuen Schuljahr 2013/14 werden weitere 39neue Sekundarschulen und 29 neue Gesamtschulen folgen.Merkmale des längeren gemeinsamen Lernens an Sekundar-,Gesamt- und Gemeinschaftsschulen auf. SechsThemenfilme ergänzen den Einführungsfilm und vertiefeneinige der dort angeschnittenen Fragestellungen.Die DVD kann beim Schulministerium NRW bestellt werden.Alle Filme sowie das Booklet zur DVD stehen auch alsDownload zur Verfügung: www.schulministerium.nrw.de/BP/Publikationen/Filme/LaengerLernen/index.htmlFriedhelm JennessenDie DVD, produziert vom LVR-Zentrum für Medien undBildung, gibt Lehrkräften Hilfestellungen und Anregungenfür die Schulpraxis und zeigt beispielhaft die besonderenFriedhelm Jennessen ist Referent im Ministerium fürSchule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen.Foto: Dominik Schmitz, LVR-ZMBB38


03 | PARTNER IM VERBUND»Auf dem Weg zurinklusiven Schule«Einblicke in die Praxis des Gemeinsamen LernensSeit den Beschlüssen der nordrhein-westfälischenLandesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonventionsteht das Thema Inklusion in der Schuleganz oben auf der schulpolitischen Agenda. Eine breiteÖffentlichkeit diskutiert engagiert über Bedingungen zumGelingen des Gemeinsamen Lernens von Schülerinnenund Schülern mit und ohne Behinderungen in allgemeinenSchulen. Gleichzeitig löst dieses Thema bei den amSchulleben Beteiligten unterschiedliche Reaktionen undAssoziationen aus; es ist mit Wünschen, aber auch mitSorgen verknüpft.Kinder und Jugendliche mit und ohne sonderpädagogischemFörderbedarf, die in einem Klassenzimmer gemeinsamlernen – wie kann das konkret aussehen? Häufig fälltes Menschen, die bisher wenige Berührungspunkte mitdem Gemeinsamen Unterricht haben, schwer, sich solcheLernsituationen als erfolgreich vorzustellen.Das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW hatdaher im Dezember 2011 beim LVR-Zentrum für Medienund Bildung die Produktion einer DVD in Auftrag gegebenmit dem Ziel, anhand von Bildern aus Schulen des GemeinsamenLernens Anregungen zu geben und zu ermutigen,sich auf den Weg des inklusiven Lernens zu begeben.Entstanden sind neun Filmsequenzen, die das GemeinsameLernen aus vielfältigen Perspektiven beleuchten undverschiedene Fragestellungen aufgreifen. Im 20-minütigenEinführungsfilm sowie acht kurzen Themenfilmen werdensowohl Grundschulen als auch Schulen der Sekundarstufegezeigt, die zum Teil auf eine jahrelange Praxis desGemeinsamen Lernens zurückblicken können, zum Teilaber auch gerade erst begonnen haben. Bewusst wurdenSchulen mit unterschiedlichen konzeptionellen Ansätzenausgewählt, um ein breites Spektrum an Beispielen ausdem schulischen Alltag zu zeigen. So geht es um dieGestaltung von Unterricht und Schulleben ebenso wie umKooperationsformen oder auch einen biografischen Blickauf 20 Jahre Gemeinsamer Unterricht. Schulleitungen undLehrkräfte kommen dabei ebenso zu Wort wie Schülerinnenund Schüler und deren Eltern.Die Filme erzählen davon, wie Schritte zur Inklusion imSchulalltag konkret gestaltet werden können. Und siezeigen auch, wie alle Beteiligten gemeinsam Wege finden,um Herausforderungen zu meistern sowie Vielfalt alsChance zu erfahren und zu nutzen. Kritischen Gedankengeben sie dabei Raum und lassen es zu, dass mancheFrage unbeantwortet bleibt. Inklusion ist ein Prozess.An wen wendet sich die Produktion? Neben allen an Schulebeteiligte Akteuren, möchte sie insbesondere auch Elternund eine interessierte Öffentlichkeit ansprechen. Daherstehen die Filmsequenzen auch als Download im Bildungsportalzur Verfügung unter: www.schulministerium.nrw.de/BP/Publikationen/Filme/InklusiveSchule/index.htmlDarüber hinaus sind ein Begleitheft mit Inhaltsangaben zuden Filmsequenzen sowie weiterführenden Texten zumDownload bereitgestellt. Alle Filme können wahlweise mitGebärdensprache und mit Audiodeskription (Hörfilm)abgespielt werden.Thomas WienersThomas Wieners ist Mitglied der Projektgruppe Inklusionbeim Ministerium für Schule und Weiterbildung desLandes Nordrhein-Westfalen.39


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Inklusive SchulKinoWochen NRW 2013Eine filmische ProjektdokumentationDie DVD vermittelt einen anschaulichen Eindruck überinklusive Filmbildung in der Praxis. Sie dokumentiert denAblauf eines Projekttages im Kino sweetSixteen in Dortmundwährend der SchulKinoWochen NRW 2013. Schülerinnenund Schüler aus Förderschulen und Regelschulensahen zunächst den Film »Vorstadtkrokodile« und setztensich anschließend in gemischten Workshops damit auseinander,betreut von Studierenden der TU Dortmund. DieGrundlage der Workshops bildete das von FILM+SCHULENRW erstmalig für heterogene Lerngruppen herausgegebeneBegleitmaterial zum Film »Vorstadtkrokodile«. (KostenloserDownload unter www.filmundschule.nrw/Inklusion)Der Projekttag war das Kernstück eines Pilotprojekts vonFILM+SCHULE NRW und des Lehrstuhls für motorischeEntwicklung und frühe Hilfen der Technischen UniversitätDortmund mit der Fragestellung: Können inklusive Filmvorführungenim Rahmen der SchulKinoWochen einen Beitragzur Bewusstseinsbildung beim Thema Behinderung leisten?Ob tatsächlich eine Einstellungsveränderung durchgemeinsame Filmerlebnisse erreicht werden kann, wurdebegleitend zu diesem Projekttag von Dr. Ingo Bosse, TUDortmund, wissenschaftlich untersucht. Der Forschungsberichtsteht ab September 2013 auf der Homepage vonFILM+SCHULE NRW www.filmundschule.nrw.de zumkostenlosen Download zur Verfügung. Die DVD »InklusiveSchulKinoWochen NRW 2013 – eine filmische Projektdokumentation«wurde von FILM+SCHULE NRW mit freundlicherUnterstützung der Firma Hörmann produziert und kannkostenlos bezogen werden im LW-Medienzentrum fürWestfalen. Kontakt: Cornelia Laumann, Tel: 0251.591-5618,Email: Cornelia.Laumann@lwl.orgAnnika NeumannAnnika Neumann ist Wissenschaftliche Volontärin imLWL-Medienzentrum für Westfalen.SchulKinoWochen NRW16.1. bis 5.2.2014Mit 82.279 Besuchern waren die SchulKinoWochen NRW2013 ein voller Erfolg. Wir freuen uns schon jetzt auf IhrenBesuch im nächsten Jahr! Wenn Sie über den Start derSchulKinoWochen NRW 2014 informiert werden möchten,können Sie uns auf unserer Homepage www.schulkinowochen.nrw.deihre Emailadresse mitteilen. Wir informierenSie rechtzeitig über das Programm und die Anmeldung.40


03 | PARTNER IM VERBUND»fit4web«Moodle-Kurs der Bezirksregierung Düsseldorf»fit4web«?! - lautet der Name desneuen Online-Kurses zur Medienerziehungfür Grund- und jungeSekundarstufenschüler, den derMoodle-Treff der BezirksregierungDüsseldorf allen Schulen kostenloszum Download anbietet. Der Namedes Kurses ist Programm, fasst erdoch die zentrale Fragestellung alleran Medienerziehung beteiligterAkteure zusammen: Wie könnenjunge Menschen umfassendeKompetenzen erwerben, um dieChancen und Gefahren des Internetszu erkennen und angemessen daraufzu reagieren?Foto: Nicole Schäfer, LVR-ZMBDie Problematik ist nicht neu.Öffentliche und private Organisationenhaben zum Teil sehr umfangreicheund qualitativ hochwertigeMaterialsammlungen in Form vonKopiervorlagen erstellt, die kostenlosbenutzt werden können. Auch werdenmoderierte Foren, internetbasierteLernprogramme, Spiele oderjugendgerechte Videos zur Problematikangeboten. An einer reichenAuswahl an Materialien fehlt es nicht.Dennoch wird an vielen Schulen dieMedienerziehung überwiegendunsystematisch betrieben undfokussiert immer noch auf dieBedienungskompetenz für Standardprogramme,wie zum Beispiel Text-,Tabellen- und Bildverarbeitung. Denneuen Herausforderungen haben sichdie Kollegien in vielen Fällen nochnicht gestellt.41


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Schon heute gehört es bei Sechst- und Siebtklässlern zumguten Ton, einen eigenen Facebook-Account (Nutzung ab 13Jahre) zu besitzen. Nicht selten haben die Eltern denZugang selber eingerichtet, um ihre Sprößlinge kontrolliertin die sozialen Netzwerke einzuführen. Der Druck auf dieMitschüler, deren Eltern dieses nicht wünschen oder diesozialen Netzwerke nicht benutzen, steigt. So ist es nichtverwunderlich, dass spätestens in der siebten Klasse mehrals 60 Prozent aller Schüler regelmäßig über ein sozialesNetzwerk kommunizieren. Darüber hinaus ist der sichereUmgang mit Facebook und Co nicht gleichzusetzen miteiner umfassenden Medienkompetenz. Mehr denn je mussden Schülern gezeigt werden, wie Computer, Tablet undSmartphone als Lernwerkzeuge große Vorteile bringenkönnen.Das Online-Angebot »fit4web« möchte Lehrkräften denEinstieg in die umfangreiche Thematik erleichtern.Hinsichtlich des Umfangs und der Komplexität der Themenschwerpunkteeignet sich Fit4Web auch für medienpädagogischeEinsteiger. Eine Fokussierung auf wenigeinhaltliche Schwerpunkte mit einem begrenzter Materialpoolsoll die Orientierung verbessern. Die übersichtliche,modulare Kursstruktur des Online-Kurses erlaubt es,Themenbereiche unabhängig voneinander zu bearbeiten.Anpassungen durch Ein-, Ausblenden sowie Änderungenbezüglich der Aufgabenstellungen sind leicht möglich undgeben ein hohes Maß an Flexibilität für die eigene Lerngruppe.Für die Grundschule wird es mehrere Kursräumemit Schwerpunkten auf unterschiedlichen Kompetenzbereichengeben.»Fit für das Web« wird man aber nicht durch das Ausfüllenvon Arbeitsblättern. Das eigene Erleben, die eigenverantwortlicheBedienung des Werkzeugs Computer eignet sichbesonders gut für einen authentischen Medienkompetenzerwerb.Mit dem Einsatz der Lernplattform Moodle schafftman die nötige Orientierung im weltweiten Web als Ausgangspunktfür das eigene Handeln. Der Online-Kurs»fit4web« ist speziell für die Moodle-Lernplattform gemachtund nutzt im besonderen Maße die Vielzahl der interaktiven,kommunikativen und kooperativen Lernaktivitäten (wie z.B.Wiki, Blog, Forum, Chat...), die eine abwechslungsreicheHerangehensweise erlauben. Ferner fungiert die Lernplattformauch als Schutzraum, bei dem reale Funktionalitätenunter Ausschluss der Weltöffentlichkeit eingeübt werdenkönnen.Mit dem Online-Kurs »Fit4Web« kann der Einstieg in einenwichtigen Teil der Medienerziehung gelingen. Es kommt beider Medienerziehung nicht darauf an, zu lernen wie welcheProgramme bedient und benutzt werden können, sonderndie Schüler bei einer kritischen Auseinandersetzung mitden Möglichkeiten der digitalen Welt zu begleiten. Aber erstdie Berücksichtigung im Medienkonzept der Schule unddamit eine »obligatorische« Durchführung in den jeweiligenJahrgangsstufen wird zu den erwünschten Kompetenzenbei den Schülerinnen und Schülern führen. Neben denorganisatorischen, pädagogischen und technische Rahmenbedingungenmüssen die Kompetenzen der Lehrkräfteberücksichtigt werden. Wenn Sie neugierig geworden sind,gehen Sie auf die Seite www.moodletreff.de und geben Sieunter »Kurse suchen« den Begriff »Fit4Web« ein.Viel Spass beim Stöbern!Marc Lachmann und Rainer DoeringMarc Lachmann ist Lehrer am Gymnasium in den FilderBenden in Moers.Rainer Doering ist Lehrer am Max-Planck-Gymnasium inDuisburg.42


03 | PARTNER IM VERBUNDGütesiegel für die ZukunftDer Grimme Online Award»Auf keinen Fall sollte er lediglich derkleine Bruder des renommierten AdolfGrimme Preises werden. Damit er sicheigenständig entwickeln konnte,musste er sich eindeutig vom Fernsehpreisunterscheiden. Deshalbwählten wir bewusst den englischenTitel Grimme Online Award «, soFriedrich Hagedorn, der den Preiskonzipiert hat und bis heute amGrimme-Institut für ihn und dessenEntwicklung verantwortlich ist.Entstanden ist der Preis Ende der1990er Jahren, als die Fernsehsenderdie Möglichkeiten des Netzes für sichentdeckten und begannen, Programmbegleitende und qualitativ hochwertigeInternetseiten ins Netz zu stellen.Dieser Entwicklung konnte und wolltesich das Grimme-Institut einerseitsnicht verschließen, andererseits wares schwer, solche Angebote alsSonderpreis in den Fernsehpreis zuintegrieren.Friedrich Hagedorn ist seit Ende der 80er Jahre imGrimme-Institut tätig. Seit 1995 betreut er das ReferatMedienbildung, entwickelte und verantwortet denGrimme Online Award. Fachliche Schwerpunkte sind:(Weiter-) Bildung und Online-Kommunikation, Vermittlungvon Medienkompetenz, neue Formen der medialenWissensvermittlung und Nachhaltigkeitskommunikation.Professionelle im Focus, sondern auch Kombination von Expertenwissenneue und alternative, z. T. schräge und Nutzerkompetenz«, so Hagedorn.Web-Angebote: »Nur durch kleineNachwuchsprojekte, die Graswurzelgewächsedes Netzes und quergewebtenAngebote, kann eine Heterogenität Interesse bei Politikern und in Medi-Seit Anbeginn hat der Preis großesgarantiert werden«, so Hagedorn. en erfahren. Das Land Nordrhein-Daneben wird ein eigener Publikumspreisverliehen, bei dem alle Nutzerin-Online Award. Dr. Angelica Schwall-Westfalen fördert den Grimmenen und Nutzer selbst unter den Düren, Ministerin für Bundesangelegenheiten,hob in ihrem Grußwortnominierten Vorschlägen ihre Favoritenauswählen können, eine »gewollte bei der Preisvergabe 2013 die hoheDie Trophäe zum Grimme Online Award 2013, Foto: Grimme Online AwardSo entstand der eigenständige OnlineAward, der zwar zu Beginn starkRundfunk orientierte Angeboteprämierte, schnell aber das gesamteNetz in den Blick nahm und – beianfänglich rund 300 Einreichungen –2001 zum ersten Mal in Köln verliehenwurde.Bis heute ist der Preis in bestimmteKategorien unterteilt. Die Nominierungskommissionund Jury sindkompetent besetzt und ringen injedem Jahr um jede Entscheidung.Hierbei ist nicht nur das Gängige,43


MEDIENBRIEF | N° 02.2013www.nrw-museum.de: Plattform der Kunst und der Museen in Nordrhein-Westfalen – Foto: Screenshot des Web-AuftrittsAnerkennung des Preises hervor: »Mitdem Grimme Online Award leistet dasGrimme-Institut einen Beitrag zu einergesellschaftlichen Debatte, die in derdigitalen Gesellschaft immer wichtigerwird.« Das große Engagementzahlreicher Partner über die Jahrehinweg zeigt ebenfalls die Attraktivitätdes Preises über ein reines Medienfachpublikumhinweg.Interessant ist, dass der Preis in denersten Jahren durch – vom damaligenHauptsponsor Intel finanzierte – prominentePaten wie den verstorbenenHollywoodstar Dennis Hopper oderGerhard Depardieu von Beginn ansogar in Zeitschriften wie »Gala« oder»Bunte« wahrgenommen wurde.»Diese Riesenspanne zwischenPopularität und seriöser Prämierungwar nicht immer ganz einfach«, sagtFriedrich Hagedorn. Doch das Konzeptging auf: Nach fünf Jahren hatte sichder Preis als Marke etablieren können– mit einer vergleichbaren Akzeptanz,Seriosität und Glaubwürdigkeit wie derGrimme-Fernsehpreis. Heute istbereits die Nominierung zum Preis fürdie kleinen, neuen Netzanbieterwertvolles Sprungbrett, der Preisselbst ein Gütesiegel für die Zukunft.»Die Sprache und die Verbindungzwischen analoger und digitaler Weltstanden in diesem Jahr im Fokus derAngebote, die die Jury des GrimmeOnline Award ausgezeichnet hat«,heißt es im Statement der diesjährigenJury. Entsprechend wurden Nominierteausgezeichnet, die besonderskreativ und einfallsreich mit derPreisvergabe Grimme Online Award 2013> Kategorie Informationwww.der-postillion.com (satirische Tageszeitung)> Kategorie Informationwww.politnetz.ch (Plattform für Schweizer Politik)> Kategorie Wissen und Bildungwww.alma.arte.tv./de (Webdokumentation)> Kategorie Wissen und Bildungwww.soziopod.de (»Sozio-Podcast«)> Kategorie Wissen und Bildungwww.dw/planb (Multimedia-Special der Deutschen Welle)> Kategorie Kultur und Unterhaltungwww.11freunde.de/liveticker (Fußball-Begleitung)Sprache gearbeitet haben: »Das Webist ein relevanter, notweniger Kulturraum,der der Sprache neue Möglichkeitender Entfaltung und Wirksamkeiteröffnet.« Nachdem 2005 mit»bildblog.de« und 2001 das ersteTwitter-Format einen Preis erhielt,wurde beim aktuellen Preis erstmalsein »Hashtag« prämiert.Dr. Michael Troesser> Kategorie Kultur und Unterhaltungwww.nrw-museum.de (Museumsplattform für 20 Museen in NRW)> Kategorie Spezialwww.twitter.com/#aufschrei (Bündelung von Seiten zum Thema Sexismus)44


03 | PARTNER IM VERBUNDWestfalen geben immer Vollgas!Werbeinitiative mit selbstironischen PostkartenDas LWL-Medienzentrum für Westfalenhat in Kooperation mit derWestfalen-Initiative fünf verschiedeneWestfalen-Postkarten veröffentlicht.Die Vorderseiten zeigen historischePorträtaufnahmen echter Westfalen-Typen in Kombination mit verschiedenenamüsanten »Westfalen-Sprüchen«.Die Karten liegen ab sofort anvielen Stellen in Westfalen-Lippe zurkostenlosen Mitnahme aus.liegen dort zur kostenlosen Mitnahmeaus. Natürlich erhalten Sie die Kartenauch im LWL-Medienzentrum.Die historischen Motive stammen ausdem Bildarchiv des LWL-Medienzentrums.Drei der insgesamt fünfFotografien gehören zur SammlungIgnaz Böckenhoff. Der überaustalentierte Amateurfotograf hatte seitBeginn der 30er- bis hinein in die70er-Jahre alles und jeden in seinerHeimatgemeinde Raesfeld vor dieLinse gebracht. Besonders eindrucksvollsind die vielen liebevollenPersonenaufnahmen. Kreative Köpfeim LWL-Medienzentrum für Westfalenund bei der Westfalen-Initiativesteuerten die jeweiligen Sprüche zuden Motiven bei.»Westfalen geben immer Vollgas!«,»Westfalen blicken durch!« oder»Westfalen lassen sich nicht hängen!«– solchen Aussagen stimmtjeder gebürtige und Wahlwestfalegerne zu! Gerade weil die Sprüche aufden Karten mit dem verbreitetenKlischee des sturen, introvertiertenund humorlosen östlichen Nachbarnder Rheinländer auf ironische Art undWeise spielen. Die Motive versprühenLebenslust und ein gesundesSelbstbewusstsein. Das mit derRegion Westfalen – dem eigenenLebensraum – verbinden zu können,stärkt die eigene Westfalen-Identitätund macht einfach Spaß.Wer nun Verwandten, der altenFreundin oder auch dem netten Kollegenim anderen Landesteil Nordrhein-Westfalensmit einem Kartengrußeine Freude machen möchte,findet die Postkarten bei allenteilnehmenden Sparkassen, Jugendherbergen,Provinzial-Geschäftsstellenund LWL-Museen sowie –Kultureinrichtungenin Westfalen-Lippe. Sie45


MEDIENBRIEF | N° 02.2013MEDIENBRIEF | N° 02.2013FotoPostkarten:© LWL-Medienzentrum für WestfalenHintergrundDas Bildarchiv im LWL-Medienzentrumfür Westfalen besteht bereits seit1986. Es sammelt und sichert historischeBildbestände zur Kulturgeschichteund Landeskunde Westfalens.Die Fotos stammen aus privatemoder öffentlichem Besitz. Das Bildarchivbeauftragt aber auch aktuelle Fotodokumentationenüber Land undLeute von heute für die Westfalen vonmorgen. Die Bestände werdenkontinuierlich erschlossen und imOnline-Bildarchiv zugänglich gemacht.Bereits jetzt sind dort über 50.000Fotos verfügbar.Ebenfalls neu: Das Bildarchiv bietetseit kurzem eine Reihe digitalerLernmodule unter dem Titel »WieFotos Geschichte erzählen« an. Mitdiesen kann man jeweils ein historischesFoto aus dem Bildarchiv – imwahrsten Sinne des Wortes – unter dieLupe nehmen. Jedes Modul behandeltein Foto inklusive Einführung, Arbeitsaufträgen,Hintergrundinformationensowie Vertiefungsaufgaben. Mit einemZusatz-Modul kann sogar jedesbeliebige JPG-Bild in die Programmoberflächegeladen und im Unterrichtbearbeitet werden. KompetenzorientierterUnterricht trifftentdeckendes Lernen am Computer!Link zum Online-Bildarchiv desLWL-Medienzentrums für Westfalen:www.bildarchiv-westfalen.lwl.orgMareen KappisMareen Kappis ist wissenschaftlicheVolontärin im LWL-Medienzentrum fürWestfalen.46


04 | VERANSTALTUNGEN04 VeranstaltungenKinderKinoFest Düsseldorf ...5. Bildungspartner-KongressFoto: Dominik Schmitz, LVR-ZMB47


MEDIENBRIEF | N° 02.2013KinderKinoFest Düsseldorfvom 14.-20. November 2013In diesem Jahr präsentiert sich das KiKiFe unter dem Motto »725 Jahre Düsseldorf – das KinderKinoFest gratuliert«.Mit einem bunten Strauß aus tollen Kinder- und Jugendfilmen sowie Mitmachaktionen gibt es an jedem Tag derKiKiFe-Woche immer einen Grund zu Feiern. In vielen Stadtteilen veranstalten Düsseldorfer Kinder- und Jugendeinrichtungenkreative und witzige Veranstaltungen parallel zum Filmprogramm des 28. KinderKinoFestes Düsseldorf.Vom 14. bis zum 20. November 2013können Kinder und Jugendliche von 4bis 16 Jahren Zeitreisen ins Mittelalter,Liebesgeschichten, Abenteuerund Fantastisches in den DüsseldorferKinos erleben. Erwachsene dürfenselbstverständlich mitgebrachtwerden.Düsseldorf feiert seinen 725. Geburtstagauch mit seinen Partnerstädten inaller Welt und so zeigen wir mit»Mongolian Ping Pong« und »Sommerin Haifa« Filmschätze aus China undIsrael, die es selten zu sehen gibt. Diejahrelange gute Zusammenarbeit mitden Kinder- und Jugendeinrichtungendieser Stadt feiern wir mit einem »HistorischenKino-Samstag« – einaktionsreiches Programm rund umdas Thema Filmgeschichte undMittelalter im Filmmuseum..Ein besonders kindgerechtes Programmerwartet die Vorschulkinder ab4 Jahren, so dass der erste Kinobesuchmit der Kita-Gruppe noch langeFoto: Benedikt Klemm, LVR-ZMB48


03 | VeranstaltungenEröffnungsfilm:SchatzritterD/LUX 2011, 101 Min., FSK: 6Empfohlen ab 9Foto: farbfilm VerleihDer elfjährige Jeff wohnt mit seinem Vater auf einem Campingplatz in der Nähe einer alten Burgruine, die seinerFamilie gehört. Jeffs Mutter war vor einigen Jahren zu Hause auf unerklärliche Weise ums Leben gekommen. In denSommerferien machen sich Jeff und seine Freunde Leo, Jean-Bapiste und Julia auf die Suche nach dem verborgenenSchatz der schönen Meerjungfrau Melusina. Dabei entdeckt Jeff Hinweise auf seine verstorbene Mutter. Auf der Jagdnach dem Schatz müssen die vier Schatzritter auf der Burg, in Museen, in Schlössern und unterirdischen Flüssen somanches Abenteuer bestehen, während ihnen der unheimliche „schwarze Bruder“ Duc de Berry auf den Fersen ist.in guter Erinnerung bleibt. So lerntdas »Grüffolokind« seine Ängste undKräfte kennen, als es heimlichaußerhalb der wohnlichen Höhle denwinterlichen Wald erkundet.Eine wunderbare Kurzfilmreiheüberrascht die kleinen Filmfans mitkreativen, ungewöhnlichen undpreisgekrönten neuen Kurzfilmen.Aus der Sicht eines autistischenJungen, findet das große ThemaInklusion in dem Kinderfilm »DasPferd auf dem Balkon« einen sehrkindgerechten und dazu noch unterhaltsamenund anrührenden Weg indie Herzen der Kinder. Dieser Preisträger-Filmwird vom größten deutschenKindermedienfestival »GoldeneSpatz« präsentiert, der mit Glück aucheinen Filmgast mit nach Düsseldorfbringt.Natürlich sind in diesem Jahr auchwieder spannende Filme für Teenagerab 12 und für Jugendliche ab 16Jahren im Programm.Ein kleines, feines Filmprogramm fürjunge Leute von 12-27 haben diefilmbegeisterten Teams der JugendeinrichtungenzeTT und Puls imProgrammteil »Abgedreht« zusammengestellt.Amina JohannsenAmina Johannsen ist WissenschaftlicheReferentin und stellvertretendeLeiterin der Abteilung Medienbildungim LVR-ZMB.49


MEDIENBRIEF | N° 02.2013»Vielfalt. Nutzen.«5. Bildungspartner-KongressAm 27.11.2013 begrüßt die Medienberatung NRW erneutzahlreiche Bildungsakteure im Kongresszentrum derDortmunder Westfalenhallen. Im Fokus des diesjährigenBildungspartnerkongresses stehen heterogene Lerngruppenund Schulkooperationen.Seit 2005 veranstaltet die Medienberatung NRW imzweijährigen Turnus den »Bildungspartnerkongress«, einZusammentreffen von Bildungsakteuren aus dem Bereichder Schulkooperationen mit außerschulischen Partnern inden Kommunen. In diesem Jahr geht der Kongress unterdem Titel »Vielfalt. Nutzen.« in die fünfte Runde. Nebenneuen inhaltlichen Impulsen, etwa zur Förderung vonLese- und Lernkompetenzen, präsentiert er erfolgreicheModelle systematischer Zusammenarbeit von Schulen mitihren außerschulischen Partnern. Der inhaltliche Schwerpunktliegt dabei auf den vielfältigen Möglichkeiten, diesich aus diesen Kooperationen für die Arbeit mit heterogenenLerngruppen ergeben. Zahlreiche praxisnahe Präsentationenund Arbeitsforen laden zum Input und Austauschein. Darüber hinaus bietet das Programm zentrale Vorträge,eine moderierte Talkrunde mit Vertretern aus Wissenschaftund Praxis, Kulturbeiträge sowie eine ganztägigenFachausstellung.Vielfältige Adressaten willkommenMuseen, Musikschulen, Sportvereinen, Volkshochschulensowie an politische Entscheidungsträger in den Kommunenund allgemein Interessierte.Systematisch kooperieren mit der Initiative »BildungspartnerNRW«Mit der Initiative »Bildungspartner NRW« stärkt dieMedienberatung NRW seit 2005 systematische Kooperationenzwischen kommunalen Bildungseinrichtungen undSchulen. Am Anfang standen die Bibliotheken, bis heutehaben sich der Initiative Archive, Museen, Musikschulen,Medienzentren, Sportvereine und Volkshochschulen alsweitere Bildungspartner angeschlossen. Ziel der Bildungspartnerschaftenist die Förderung der Bildungschancenaller Kinder und Jugendlichen in NRW – unabhängig vonihrer sozialen Herkunft und kulturellen Prägung.»Bildungspartner NRW« arbeitet im Auftrag des Ministeriumsfür Schule und Weiterbildung des Landes NRW.Informationen und Anmeldung unter:www.bildungspartner.schulministerium.nrw.deFolgen Sie unseren Kongressvorbereitungen auch aufTwitter: @bipa_nrwHashtag zum 5. Bildungspartnerkongress: #bipa13Der Kongress »Vielfalt. Nutzen.« richtet sich an Schulleiterinnenund Schulleiter, Lehrerinnen und Lehrer, Multiplikatorender Lehrerfortbildung, Mitarbeiterinnen undMitarbeiter aus Kultur- und Schulverwaltungen der Städteund Gemeinden, Archiven, Bibliotheken, Medienzentren,Christin ArensChristin Arens ist Mitarbeiterin der Medienberatung NRW.50


MEDIENBRIEF | N° 02.201305 BesprechungenDVDs, Bücher und Apps ...Foto: Lupo/www.pixelio.de51


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Lehrer und Lehrerinnen als»Akteure des Wandels«Will RichardsonWikis, Blogs und PodcastsNeue und nützliche Werkzeuge für denUnterricht236 Seiten, Tibiapress22,00 €ISBN 978-3935254175Alle fünf hier vorgestellten Bücher, so unterschiedlich sieauch sind und welche verschiedenen Facetten des Themassie auch in den Mittelpunkt stellen, haben ein gemeinsamesZiel: Die modernen digitalen Werkzeuge und Medienzu prüfen, um sie an konkreten Projekten sinnvoll,praktisch, alltagstauglich und nachhaltig einzusetzen – imUnterricht selbst als auch im schulischen Überbau.Vier der Bücher verstehen sich als »work in process«,eine Art »open Source«, d. h. die Autoren schreiben nichtnur über die digitalen Möglichkeiten, sondern nutzen sieselbst für ihr Buch und fordern die Leserschaft auf, sichaktiv zu beteiligen: zu reagieren, korrigieren oder weiterdaran zu arbeiten. Begleitende Homepages werden als»zusätzlicher Service« angeboten, vieles wird durch themenbezogeneLinks vervollständigt.Hier ist das Buch in der digitalen Welt angekommen, nichtals beängstigende Konkurrenz, sondern als sinnvolle, gegenseitigeErgänzung und Weiterentwicklung.Wikis, Blogs und PodcastsNeue und nützliche Werkzeuge für den UnterrichtDieses Buch war in USA ein großer Erfolg und erscheintin Deutschland nun in einer überarbeiteten dritten Auflage.Das Buch geht von der These aus, dass durch das Netzund Kommunikationsformen wie Weblogs, Wikis, RSS undsoziale Netzwerke eine »Neue Literalität« entstanden ist,die ungeheurere neue Möglichkeiten für Schule und Lernenbietet. Die zentralen Veränderungen werden an 10 konkretenBereichen dargestellt mit dem Ergebnis: »Das ist nurder Anfang«. Lehrer und Lehrerinnen werden als »Akteuredes Wandels« begriffen. Zahlreiche Icons verweisen auf(auch amerikanische) Web-Beispiele. Begleitet wird dasBuch durch aktuelle Links und einer eigenen Web-Adresse.Obwohl schon etwas in die Jahre gekommen, ist dies einzukunftsorientiertes, modernes Buch mit direkter Unterrichtsanbindungund Web-Begleitung. Sehr empfehlenswert.52


05 | BESPRECHUNGENSina Müller / Yasmin SerthMit digitalen Medien den Schulalltagoptimieren66 praktische Ideen fürSelbstorganisation und Unterricht152 Seiten, Verlag an der Ruhr 2012 /16,90 €ISBN 978-38346096870968-7Doug Fodeman, Marje MonroePasswords, Phishing und private Daten– sicher leben im InternetEin Projektbuch205 Seiten, TibiaPress, Reihe: Web2.0für den Unterricht, 2011, 22,00 €ISBN 978-3-935254-18-2Mit digitalen Medien den Schulalltag optimieren66 praktische Ideen für Selbstorganisation und UnterrichtPasswords, Phishing und private Daten – sicher leben imInternet (Ein Projektbuch)Für alle Schulformen und Fächer werden zu vier Themenbereichen(Den schulischen Alltag organisieren, Rechtliches,Unterricht vorbereiten, durchführen und nachbearbeiten,Schüler werden aktiv) kurz und knapp tatsächlichinsgesamt 66 konkrete Ideen und Anregungen skizziert, mitzahlreichen Abbildungen, ausführlichem Glossar undbegleitender Homepage, auf der die Ideen umgesetzt oderweiterentwickelt werden können. Jede Idee hat formal diegleiche Struktur (Medium/ Kurzbeschreibung/ Impulse/Vorbereitung und Ablauf) und reicht vom »Bloggen alsTagebuch« über »Stationenlernen in Notebook-Klassen«bis hin zu »Digital Storytelling« für Schüler,»Youtube« imUnterricht bis Themen wie: »Lern-Apps selbst erstellen«.Ein modernes, alltagsnahes und praktisches Buch mitmotivierenden aktuellen Beispielen für Unterricht undSelbstmanagement. Unbedingte Empfehlung.Das Buch versteht sich als »Arbeitsbuch zum ThemaInternetsicherheit« mit 100 Übungen für die Gruppenarbeit,ausdrücklich nicht nur für Schule, sondern auch fürJugendliche und Erwachsene im außerschulischen Bereich.Die Übungen sind reich bebildert, übersichtlich dargestellt,und motivieren zur Nutzung. Es geht um Privatsphäre undIdentitätsdiebstahl ebenso wie um Cyber-Mobbing,Phishing, Scans und konkrete Regeln für die Internetsicherheitzu Hause. Unzählige Links und eine eigene MailAdresse fordern auf, das Buch interaktiv zu nutzen.Das Projekthandbuch hält, was der Titel verspricht. DieÜbungen können sofort umgesetzt werden. Die Kopplungmit dem Netz öffnet das Buch für die Zukunft.Lese- und Nutzungsempfehlung.53


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Martin KohnSchulentwicklung 2.0Digitale Lern- und Arbeitswelten157 Seiten, Belz Medienpädagogik, 2011,22.90 €ISBN 978-3-407-25551-8Phillipe WampflerFacebook, Blogs und Wikis in derSchuleEin Social-Media-Leitfaden174 Seiten, Vandenhoeck & Ruprecht,2013, 24,90 €ISBN 978-3-525-70165-2Auch als e-book erhältlich:ISBN 987-3-647-70165-3Schulentwicklung 2.0Digitale Lern- und ArbeitsweltenFacebook, Blogs und Wikis in der SchuleEin Social-Media-LeitfadenDas Buch zeigt an zahlreichen praktischen Beispielen auf,wie das »2.0« den gesamten Schulalltag erfasst hat:Verwaltung 2.0 (Intranet, digitales Klassenbuch), Organisation2.0 (Peer Coaching, Projektatlas), Unterricht 2.0(Computerzertifikat, digitale Schultasche), Hausaufgaben2.0 (Digitale Lernplattformen), Web 2.0 (Netbook-Klassen)und Recht 2.0.Am Ende wird dieser ausführliche Rundumschlag des in derrenommierten, von Nobert Neuß herausgegebenen Reihe»Beltz Medienpädagogik« doch etwas vorsichtig, wenn nichtsogar konservativ. Im »Ausblick« heißt es: »Die Schule 2.0der Wissens- und Informationsgesellschaft wird sich denneuen Herausforderungen, aber auch Chancen undMöglichkeiten, die die neuen Medien bieten, nicht verschließen«.Hier könnte auch stehen: Schule und Lehrkörper sindbereits seit Langem Teil des Prozesses und gestalten ihnauch in Zukunft aktiv und innovativ mit.Ausführliches Standardwerk von 2011, wird von derdigitalen Beschleunigung ein wenig eingeholt. KeineVerbindungen zum Netz. Bedingte Leseempfehlung.Das Buch ist aus einem Blog entstanden und hat somitzahlreiche Autoren, wie der Gymnasiallehrer bemerkt. Erlädt ein, auch an dem Buch mit und weiter zu arbeiten:»Dieses Buch ist nicht fertig«. Adresse, Internet unde-mail-Adresse laden zur Interaktion ein. Das Buch istselbst wie ein Blog aufgebaut und konzertiert sich in derHerangehensweise auf social media im Kontext Schule insehr aktueller und alltagsnaher Form. Begriffe und Themenwie »Learning by lurking«,»Infotention«, »Javascript alsneues Latein« oder »Algorithmen als die Akteure derZukunft« weisen auf eine rasante Entwicklung hin, auf dieSchule reagieren muss. Im Materialteil hat der Autorzahlreiche Merkblätter und konkrete Unterrichtseinheitenzusammengestellt.Kein übersichtlich strukturierter Leitfaden, eher wie einBlog zum Mitmachen, interessant für diejenigen, die dasspezielle Thema zur Interaktion anregt und zukunftsorientiertdenkt. Bedingte Empfehlung.Dr. Michael Troesser54


05 | BESPRECHUNGENWer war Kafka?Filmporträt liefert erhellende Einblicke in diegeheimnisvolle Welt des Franz KafkaSeine Werke gehören unbestritten zum deutschsprachigen Kanon der Weltliteratur. Doch welcher Mensch verbirgt sichhinter dem Namen Franz Kafka? Welche Gedanken und Gefühle bewegten den Autor weltberühmter Erzählungen wieder »Verwandlung«?Antworten auf diese Fragen liefert»Wer war Kafka?« – ein Porträt vonRichard Dindo, das 2006 im Auftragvon Arte entstand. In fünf Kapitelnbegibt sich der Film auf Spurensuchein Prag – der Stadt, in der FranzKafka 1883 als Sohn einer deutschsprachigen,bürgerlich-jüdischenKaufmannsfamilie seine Kindheit verbrachteund nach Jura-Studium undPromotion sein Geld als Beamter ineiner Versicherungsanstalt verdiente.Die tiefe Verbundenheit Kafkas mitseiner Heimatstadt, die er in langenSpaziergängen erkundete undmit deren jüdischer Tradition er sicheingehend auseinandersetzte, wirddurch historische Bilder sowie aktuelleFilmaufnahmen veranschaulicht:Zu sehen sind Kafkas Elternhaus amAltstädter Ring, die Karlsbrücke, dieAltstadt, das Judenviertel Josefstadtund vieles mehr. Vor diesem visuellenHintergrund kommen Weggefährten,Freunde und Bewunderer Kafkas zuWort: Max Brod, Gustav Janouch, MaxPulver, Felice Bauer, Milena Jesens-WER WAR KAFKA?Dokumentation, Regie: Richard Dindo, 2006, Farbe u.s/w, 97 MinutenDarsteller/Sprecher: Ulrich Matthes, EkkhardAlexander Wachholz, Hana Militká u.a.DVD mit schulischem Vorführrecht erhältlich bei:Lingua-Video.com, Ubierstraße 94, 53173 Bonn,Tel. 0228 / 85 46 95 - 0info@lingua-video.com / www.lingua-video.com55


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Die dir zugemessene Zeit ist so kurz, dass du, wenn du eine Sekunde verlierst,schon dein ganzes Leben verloren hast, denn es ist nicht länger; es ist immernur so lang wie die Zeit, die du verlierst. (Franz Kafka)ká und Dora Diamant werden vonSchauspielern verkörpert und auspersönlichen Aufzeichnungen zitiert.Aus erster Hand schildern sie Erinnerungenund Begegnungen. Begeistertberichtet Kafkas engster Freund undspäterer Nachlassverwalter Max Brodvon gemeinsamen Ausflügen an dieMoldau und angeregten Gesprächenüber Kafkas Werke.Zwischen diesen ausführlichen O-Tönenund den fast meditativen Filmsequenzenist vor allem immer wiederKafka selbst zu hören – dank der unverwechselbarenbesetzten Stimmevon Ulrich Matthes, der aus KafkasTagebüchern und Briefen zitiert. Aufdiese Weise gelingt die Erkundungder »kafkaesken« Gedankenwelt undder zutiefst zerrissenen Seele einesMenschen, der am Leben verzweifelteund dessen einzige Rettung die Literaturwar: »Kafka musste schreiben,weil das Schreiben seine Lebensluftwar.«Denn Kafka leidet. Er leidet unterinnerer Einsamkeit und dem schwierigenVerhältnis zum Vater, den er alsTyrann erlebt und dem er in Hassliebeverbunden ist. Die Arbeit in derVersicherung empfindet er als Qualund reinen »Brotberuf«. Seine Beziehungenzu Frauen sind durch stetigeSelbstzweifel belastet. Die fortschreitendeTuberkulose-Erkrankung tut ihrÜbriges. Die Nächte verbringt Kafkaschlaflos und mit Schreiben: »Wo istder ewige Frühling? Die Zeit vergehtund man vergeht nutzlos mit ihr. Alles,was nicht Literatur ist, langweilt mich(…) stört mich, hält mich auf.«Der Kampf mit den eigenen Gefühlen,die fortwährende Selbstreflexion unddie Liebe zum Schreiben – mit all demzieht Kafka gerade junge Menschen inden Bann und begeistert sie für Literatur.Kafkas enorme Bedeutung fürdie Nachwelt formuliert am Schlussdes Films die Journalistin und SchriftstellerinMilena Jesenská, der sichKafka in vielen Briefen anvertraute:»Er schrieb die bedeutendsten Bücherder jungen deutschen Literatur. DasRingen der heutigen Generation derganzen Welt ist in ihnen.«Wer war Kafka? Diese Frage istsicherlich nicht abschließend zubeantworten. Doch eröffnet der Filmheutigen Schülerinnen und Schülernerhellende Einblicke in den rätselhaftenKafka-Kosmos und führt so zueinem besseren Verständnis der Werke.Dies gilt auch für »Die Verwandlung«,Kafkas berühmte und verfilmteErzählung, die ab 2015 Abiturthema inNRW ist.Dr. Martin KöttDr. Martin Kött ist wissenschaftlicherMitarbeiter bei Lingua-Video.com.56


MEDIENBRIEF | N° 02.201306 LVR-ZMBinternAus dem Medienbestand ... MitarbeiterinporträtFoto: Rainer Sturm/www.pixelio.de58


06 | LVR-ZMBAudiovisuelle Medien zugellschaftsrelevanten Themen(Auswahl)Sexuell übertragbare Krankheiten inkl. HIV/AIDSNicht nur HIV, auch andere sexuell übertragbare Krankheiten können schwerwiegendeFolgen haben, wie z. B. Unfruchtbarkeit nach unbehandelter Chlamydieninfektion.Die didaktische Film-DVD enthält 60 Minuten Film und interaktiveAngebote (Wissenstests, Lexikon) für die Arbeit mit 14- bis 18-jährigen Jugendlichen.Die Inhalte des Filmteils sind in verhaltensbezogener Problemstellung(30-min-Jugendspielfilm) und als Grundlagenwissen (altersgerechte Biologie-Animationsfilme, 5x5 min) aufbereitet, um beim Thema Gesundheit einenganzheitlichen Zugang und fächerübergreifendes Arbeiten zu fördern, z. B.zwischen Sozialkunde/Ethik und Biologie. – Das Begleitheft kann aufwww.bzga-avmedien.de downgeloaded werden. (Signatur: 46 42847)Chat-GeflüsterIss Zucker und sprichAmok in KölnAbseits?!Saufen bis der ArztLeben mit MS ...Signatur: 46 43332süßSignatur: 46 42184Signatur: 46 42801kommtSignatur: 46 43051Signatur: 46 41468Signatur: 46 42870Das Prinzip Alkohol:Wenn das Wort imAmokDer IndianerPflege mit VerständnisBehinderte LiebeMein Kind imMund zerbrichtSignatur: 46 44134Signatur: 46 40947Signatur: 46 44529(I, II & III)VollrauschSignatur: 46 44114Signatur: 46 42611 (1)Signatur: 46 4361046 43033 (2), 46 43034 (3)59


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Ein Leben mit derAußen vorBabysDer Ball/The BallCybermobbinggDas bin ichAngstSignatur: 46 44111Signatur: 46 44092Signatur: 46 44368Signatur: 46 43299Signatur: 46 43685Signatur: 46 43052Boy AEhreEines TagesEinfache FahrtFelixMethoden derSignatur: 46 43518Signatur: 46 43036Signatur: 46 43274Signatur: 46 44338Signatur: 46 42843EmpfängnisverhütungSignatur: 46 02827Ich bin mir GruppeIndividualisierungKaum mehr als nichtsKaum mehr als nichtsWeggegangen,Warum werden unseregenugSignatur: 46 43968(I)(II)angekommen,Kinder immer dicker?Signatur: 46 43035Signatur: 46 44115Signatur: 46 44116geblieben ... und dann?Signatur: 46 42295Signatur: 46 4252560


06 | LVR-ZMBAuszug von Spielfilmen mitLandeslizenzen bei EDMOND NRWDer Ball/The BallD 2011, 11 min f , Signatur: 55 59784Zwischen Reihenhäusern und Garagentoren in einem heruntergekommenenArbeiterviertel spielt Amy alleine Fußball. Jack, neu zugezogen, beobachtet siedabei von seinem Fenster aus. Die beiden nehmen auf sehr einfallsreiche WeiseKontakt zueinander auf. Allerdings vermeidet Jack eine unmittelbare Begegnung.Als Amy in eine Handgreiflichkeit mit einer Mädchenclique gerät, greift Jackplötzlich ein und vertreibt die Mädchen. Amy bedankt sich für seine Hilfe, Jackaber läuft zu seinem Haus und schließt die Gartenpforte hinter sich. WenigeAugenblicke später kommt er zurück. Schweigend stehen sie sich gegenüber. InGebärdensprache nennt Jack seinen Namen, aber Amy versteht ihn nicht. Als erresigniert weggeht, rollt sie ihren Ball vor seine Füße.Renn, wenn du kannstD 2010, 112 min f, Signatur:5532688Ben, ein junger, querschnittsgelähmter Mann, beschimpft jeden, der sich um ihnkümmert – auch Christian, seinen Zivildienstleistenden. Der geht erstaunlichgelassen mit den Anfeindungen um. Schließlich werden die beiden doch nochFreunde. Eines Tages begegnet ihnen die eigensinnige Cellostudentin Annika.Beide verlieben sich in sie. Annika ist hin- und hergerissen: Zunächst fühlt siesich zu dem fröhlichen, leichtfüßigen Christian hingezogen. Ben glaubt, keineChance bei ihr zu haben. Er geht davon aus, als körperlich behinderter Menschnicht attraktiv für sie zu sein. Doch es kommt anders. Zwischen Annika und ihmentwickelt sich eine Beziehung, die sie an ihre emotionalen Grenzen stoßen lässt.Die WelleD 2008, 107 min f, Signatur: 55 60290Von Anfang an machen die Oberstufenschüler in der Projektwoche zum ThemaAutokratie deutlich, dass sie keine Lust haben, schon wieder über den Nationalsozialismuszu sprechen. Ihr Lehrer stellt darauf hin seinen Unterrichtsstil um.So führt er strenge Verhaltensregeln ein. Doch zu seiner Überraschung stößtdies nicht auf Ablehnung. Die meisten Schüler machen bereitwillig mit. Auf dieRegeln folgen an den nächsten Tagen eine Uniform, der Gruppenname »DieWelle« und ein Erkennungszeichen. Doch zugleich nutzen die Schüler ihr neuesZusammengehörigkeitsgefühl auch, um andere unter Druck zu setzen. Und auchWenger droht seine Rolle als charismatisches Idol zu entgleiten ...61


MEDIENBRIEF | N° 02.2013An ihr kommt jeder vorbeiNordlicht als rheinische Frohnatur am Empfang des LVR-ZMBAls Andrea Glathe vor 13 Jahren derLiebe wegen aus Lübeck nach NRWkam, erlebte die gelernte Köchin undFachfrau für Bürokommunikationzwei »Kulturschocks«. Zum einen dieellenlangen Verkehrsnachrichten imRadio, die im Gegensatz zum Norden»gefühlt nie aufhören«, und derKarneval in Köln. »Alle verkleidet, injeder Seitenstraße, überall, wie imFernsehen, unglaublich« und siebekam »das Lächeln nicht mehr ausdem Gesicht«. Aus dem Lächeln istdann aber schnell ein breites Lachengeworden, sie ließ sich anstecken vonder Fröhlichkeit, diesem ausgelassenenTreiben, denn das passte der nordischenFrohnatur sehr.Ernst wurde es erst wieder, als eineFreundin ihr eine Stellenausschreibungdes LVR-Zentrums für Medienund Bildung in Düsseldorf zeigte. Daskönnte passen, dachte Andrea Glathesich, allerdings diese drei BuchstabenL,V und R mussten erst noch interpretiertwerden, auch das »LVR-Zentrumfür Medien und Bildung«, auf dessenInternetseiten sie sich erst einmalzurechtfinden musste, schien ihr nichtganz unkompliziert.Seit Frühjahr 2013 hat sie ihrenArbeitsplatz an der »Pforte« im viertenStock, begrüßt alle Besucherinnen undBesucher und an ihr kommt imwahrsten Sinne des Wortes seitdemjeder vorbei.Fährt sie abends heim nach Dormagen,freut sie sich nicht nur auf ihrenFoto: privatPartner und dessen Tochter, sondernauch auf den Rhein. Sie liebt diesenFluss, der immer in Bewegung ist, sowie sie selbst. Allerdings kann derRhein ihr nicht ganz das Meerersetzen: »Bei schönem Sommerwettersehne ich mich nach der Ostsee.Der Himmel ist so wahnsinnig blau imNorden, das Wasser und der Horizonthaben mich verwöhnt.« Von Lübeckaus, wo ihre Eltern eine Gastwirtschaftbetreiben, fuhr sie oft nachtsnach dem Feiern schnell nachTravemünde, um zusammen mit ihrenFreunden in der Ostsee ein erfrischendesBad zu nehmen.Zurück im Rheinland entschädigt siedie Lebensfreude der Menschen hier.In Köln ist viel los und Andrea istimmer dabei. »Anscheinend passe ichhierher« sagt sie und ergänzt:»Rheinländer und Nordlichter, diescheinen sich gut zu ergänzen«.Absoluter Höhepunkt der lebensbejahendenMenschenfreundin ist – nebenComputerspielen oder Konzerten von»Rammstein« und »Mando Diao« –einmal im Jahr eine Woche in Brokelohbei Hannover zu verbringen. Hierkann sie mit schweren Baumwollblusenund Röcken verkleidet in dasLife-Rollenspiel abtauchen, ist Teileiner ganz anderen Welt, lebt mitihrem Freund und weiteren 6000Gleichgesinnten in Zelten auf einemgroßen Acker. Hier wird gespielt undgekämpft, bis die Realität sie wiederzurück ins Leben holt.Dr. Michael TroesserDr. Michael Troesser ist stellvertretenderLeiter des LVR-Zentrums fürMedien und Bildung und Leiter derAbteilung Medienbildung.62


07 LernortKultur1914 – Welt in Farbe ... Man Ray ... Bernd und Hilla BecherAlbert Kahn, Les archives de la planète, Stéphane Passet, Marokko, Fès, Porträt eines senegalesischen Scharfschützen,© Musée Albert-Kahn, Frankreich63


MEDIENBRIEF | N° 02.2013»Welt in Farbe«Farbfotografie vor dem KriegAlbert Kahn, Les archives de la planète, Stéphane Passet, Mongolei, nahe Ulaanbaatar, wahrscheinlich Damdinbazar,die achte Inkarnation des mongolischen Jalkhanz Kuthugtu, © Musée Albert-Kahn, FrankreichIn »1914 - Welt in Farbe« tritt uns einelängst versunkene, verwunscheneWelt entgegen. Mit dieser Ausstellungvom 24. September 2013 bis zum 23.März 2014 widmet sich das LVR-LandesMuseumBonn einem wenigerbeachteten Kapitel der FotografieundMediengeschichte am Vorabenddes Ersten Weltkriegs.Im Mittelpunkt stehen Farbfotografiender »Archives de la planète«, begründetvom aus dem Elsass stammendenjüdischen Bankier Albert Kahn(1860–1940). Hingerissen von einem1903 patentierten farbfotografischenVerfahren der Gebrüder Lumière,beauftragte er im Jahr 1908 Fotografenund Kamerateams, die Welt inFarbe festzuhalten. Im Verlauf vonzwei Jahrzehnten trugen sie rund72.000 farbige Diapositive und 180.000m (etwa 100 Stunden) Film zusammen.Dichte Filter und unempfindlichesFilmmaterial forderten direktesSonnenlicht und starre Posen, dieneben den schillernden Farben zumMarkenzeichen der Fotografienwurden.Der radikale Unterschied zur früherenReisefotografie liegt jedoch in Kahns64


07 | LERNORT KULTURpersönlichem wie globalen Anliegen:Verständnis für andere Menschen undderen Kultur und damit eine friedlicheWelt schaffen.Ein weiterer Protagonist ist AdolfMiethe, Erfinder einer panchromatischenFilmbeschichtung und damitUrheber des Dreifarbendrucks. SeineVorführung im Kaiserhaus brachteihm den Auftrag zur farbigen Dokumentationdeutscher Landschaften fürdie Weltausstellung in St. Louis 1904.Als Sammelbilder in Schokoladentafelnerfreuten sie sich großer Beliebtheit.So entstand der erste fotografischeFarbbildband Deutschlands, dasStollwerk-Album. Ein Original kann inder Ausstellung durchgeblättertwerden.Das Genre der Bildpostkarten, oft alsChromolithografie nachträglich inFarbe gesetzt und ab 1890 im europäischenPostverkehr zugelassen, rundetdie Ausstellung ab.Zur Ausstellung erscheint ein Katalogmit über 100 großformatigen Abbildungen,der im Museumsshop zumVorzugspreis erhältlich ist.Die Ausstellung bildet den Auftaktzum Themenjahr »1914 – Mitten inEuropa. Das Rheinland und der ErsteWeltkrieg« des LVR-Dezernats fürKultur und Umwelt sowie zahlreicherMuseen und Kultureinrichtungen imgesamten Rheinland (www.rheinland1914.lvr.de).Wiebke SieverWeitere Informationen:www.landesmuseum-bonn.lvr.deLVR-LandesMuseum Bonn,Colmantstr. 14-16, 53115 BonnÖffnungszeiten: Di.-Fr. und So. 11 - 18 Uhr, Sa. 13 -18 Uhr, Mo. geschlossenWiebke Sievers ist WissenschaftlicheVolontärin im LVR-LandesMuseumBonn.Albert Kahn, Les archives de la planète, Stéphane Passet, Indien, Ahmadabad, Zwei Gläubige im HathiSingh-Tempel, © Musée Albert-Kahn, FrankreichDas Miethe’sche Verfahren inspirierteauch den russischen FotografenSergei Mikhailovich Prokudin-Gorskii,der zwischen 1909 und 1915 imAuftrag des Zaren Nikolaus II.Russland in mehreren TausendFotografien von großer Brillanzdokumentierte. Drei Belichtungenhintereinander führen auch hier zustarren Posen. Dieser einzigartigeBilderschatz blieb infolge hoherReproduktionskosten und letztlich derRevolutionsfolgen einer breitenÖffentlichkeit verborgen.Noch vor Kahn, Miethe und andereninteressierte sich der BerlinerBildverleger August Fuhrmann fürFarbbilder. Seine Kaiserpanoramen,benannt nach dem ersten Standortdes Unternehmens in der Kaiserpassagean der Berliner Friedrichstraße,waren handkolorierte Stereo-Bildserienund sollten den MenschenKenntnisse der ganzen Welt vermitteln.Originale Kaiserpanoramenwerden in der Ausstellung vorgeführt.65


MEDIENBRIEF | N° 02.2013Man Ray -Fotograf im Paris der SurrealistenAusstellung im Max Ernst Museum Brühl des LVR vom 15.09. bis 08.12.2013»Ich bin kein Fotograf der Natur, blanche« von 1926. Sie sind Wegmarkender Befreiung der Fotografie aussondern meiner Phantasie.«(Man Ray)ihrer dokumentierenden Abbildhaftigkeit.Man Ray (1890-1976) hat unsereVorstellung von dem, was Fotografie Das Max Ernst Museum Brühl des LVRist, entscheidend geprägt. Die experimentellenund suggestiven Gestaltun-Fotograf im Paris der Surrealisten«zeigt in der Ausstellung »Man Ray -gen des »großen Poeten der Dunkelkammer«(Jean Cocteau) machen ihn lungen führender Museen in Deutsch-rund 150 Fotografien aus den Samm-zu einem der wichtigsten Fotokünstler land, Frankreich und den USA sowiedes 20. Jahrhunderts. Die 1920er und aus zahlreichen Privatsammlungen.1930er Jahre gelten als die produktivstenseines Schaffens. Im Paris des Suche nach Ausdrucksmöglichkeiten,Die Auswahl folgt dabei Man RaysDadaismus und Surrealismus entstehenim Kreise von Max Ernst, Marcel tastische zu erweitern.um die Fotografie in das Surreal-Fan-Duchamp oder Salvador Dalí bedeutendeArbeiten wie »Le ViolonAnfang der 1920er Jahre entwickeltd’Ingres« von 1924 oder »Noire et Man Ray die sogenannten Rayografien,Man Ray, Larmes, 1930-1932, The J. Paul Getty Museum, Los Angeles,© Man Ray Trust, Paris / VG Bild-Kunst, Bonn 2013.bei denen Gegenstände auf Fotopapiergelegt und belichtet werden. Mitdieser kameralosen Fotografie banntder »Chemiker der Geheimnisse«(Georges Ribemont-Dessaignes) neueSichtweisen auf unsere Wirklichkeitund erfindet faszinierende Bildweltenaus Licht und Schatten.Zur selben Zeit entstehen Porträts vonKünstlern und Literaten der PariserSzene sowie Aktdarstellungen, dieMan Rays magische Lichtregie de–monstrieren. Er nutzt insbesonderedie Solarisation, die durch starkeÜberbelichtung im Entwicklungsprozessentsteht, als surrealistischenVerfremdungseffekt: Körper undGegenstände erstrahlen wie in einegeheimnisvolle Aura getaucht. Sokann sich der »Lichtmaler« alsFotograf unter den Surrealistenbehaupten und als bedeutenderFotokünstler etablieren.Dr. Achim Sommer/Patrick BlümelPreis des Katalogs – 288 Seiten, ca. 200 Abbildungen -an der Museumkasse: 29,90 €Max Ernst Museum Brühl des LVRComesstraße 42 / Max-Ernst-Allee 150321 Brühl (Rheinland)Öffnungszeiten:Dienstag - Sonntag: 11 - 18 Uhrsowie 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) und 1.November (Allerheiligen)Dr. Achim Sommer ist Direktor desMax Ernst Museums Brühl des LVRund Kurator der Ausstellung mitPatrick Blümel, dem WissenschaftlichenVolontären.66


07 | LERNORT KULTURBernd und Hilla Becher:HochofenwerkeEine Ausstellung vom 20. September 2013 bis 26. Januar 2014Hochöfen beherrschten einmal – nichtnur im Ruhrgebiet – das Bild zahlreicherRegionen in Deutschland.Mittlerweile haben sie, um ein Bildaus dem Naturschutz zu verwenden,eher den Status einer »gefährdeten«Art. Mit dem Niedergang der Schwerindustrieverschwindet auch immermehr ein Stück Industriearchitektur.Das Fotografen-Ehepaar Bernd undHilla Becher hat seit den 1960erJahren mit der »Akribie von Naturforschern«die »Arten-Vielfalt« vonHochöfen und anderen industriellenGroßanlagen festgehalten: strengdokumentarisch, sachlich, und doch– poetisch schön...Die Photographische Sammlung derSK Stiftung Kultur breitet in ihrerAusstellung vom 20.09.2013 bis zum26.01.2014 diese Werkgruppe in eineropulenten Bilderschau von über 300teils großformatigen SchwarzweißaufnahmenausGabriele Conrath-SchollDie Photographische Sammlung/SK StiftungKultur, Im Mediapark 7,50670 Köln, Tel.: 0221/88895300,photographie@sk-kultur.de,www.photographie-sk-kultur.deDie Ausstellung ist täglich außer mittwochs, 14 -19Uhr, geöffnet, Eintritt: 4,50 € (ermäßigt 2 €),Mo. freier EintrittLübeck-Herrenwyk, D 1983, © Hilla Becher, 2013Gabriele Conrath-Scholl ist Leiterinder Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur.67


Foto: Dominik Schmitz, LVR-ZMBLVR-Zentrum für Medien und BildungMedienzentrum für die Landeshauptstadt DüsseldorfBertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorfwww.medien-und-bildung.lvr.deISSN 1615-7257

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