VIERTEIJAHRESSCHRIFT DES INSTITUTS FÜR DEUTSCHE ...

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III. Wie das Kärtchen 3 der 1. Abbildung zeigt, kann man von einem „Verkehrsschema desGeneralgouvernements“ gar nicht sprechen, sondern nur von einem solchen der deutschen Ostgebieteeinschliesslich dem Generalgouvernement. Die Grenze gegenüber dem Reich kann ebennicht als eine staatspolitische aufgefasst werden, sondern allein als eine volkspolitische, allerdingsals eine der wichtigsten volkspolitischen Grenzen des heutigen Reichs. Wirtschafts- und Zollpolitikdes Nebenlandes können von diesem Standpunkte aus nur in einen mittelbaren Zusammenhangmit der Verkehrspolitik gebracht werden. Diese kann nur nach grossräumigen Gesichtspunktenausgerichtet werden. Wenn man aber das Bahnnetz auf die Verkehrsbedürfnisse innerhalbdes Generalgouvernements hin betrachtet, dann gliedert sich das Netz folgendermassen:1.) Der kleine Ring zwischen Krakau— Ostoberschlesien und Warschau, welcher die meistindustrialisiertenGebiete des Generalgouvernements verbindet.2.) Der grosse Ring Krakau— Dgbica— Lublin— Warschau— Oberschlesien, welcher, nichtganz konzentrisch gelegen, das Gebiet des alten Generalgouvernements im grossen undganzen erschliesst.3.) Die beiden Diagonallinien von Nordwest nach Südost, die ohne Zweifel nach demKriege neuen Verkehrsaufgaben dienen werden.4.) Im Süden ist ohne wesentliche Veränderungen der ehemals galizische Verkehrsnetzteilübernommen worden.Wie weit die vorhandenen Linien nach dem Kriege am europäischen Durchgangsnetz beteiligtsein werden, steht hier nicht zur Behandlung. Die Reihe der drei Schemata berücksichtigt nurdie Bedeutung der Bahnnetzteile innerhalb bestimmter staatlicher Gebiete verschiedener Zeit.DIE METHODEN EIN ER DARSTELLUNG D E R VERKEHRSERSCHLOSSENHEITUm die Erschlossenheit eines Gebietes durch sein Bahnwesen zu veranschaulichen, werdenseit längerem eine Reihe von Methoden angewandt. Dabei hatten sich die früheren Untersuchungenmeist die Aufgabe gestellt, entweder die zunehmende Verdichtung des Netzes und die immerrascher werdende Raumüberwindung darzustellen, oder auf die geographischen Grundlagenfür den Wandel der Wirtschaftlichkeit bestimmter Verkehrslinien oder -mittel hinzuweisen.In dem einen Fall lieferten die Untersuchungen einen Beitrag zur Geschichte der Verkehrstechnik,im anderen aber konnten verk'ehrsgeographische Ergebnisse erzielt werden. Die Methodenwaren im grossen schon vor dem Weltkriege gut ausgebaut.Eine Verkehrsnetzkarte mit Eintragung der ein- und zweigleisigen, normal- und schmalspurigen,Durchgangs- und Lokalstrecken, mit den verschiedenartigen Bahnhöfen (D- undPersonenzugsstationen, Haltestellen usw.) bietet bereits ein gewisses Bild von der Erschlossenheiteines Landes.Deutlicher wird die Verkehrserschliessung in einer Karte der Bahndichte, in der alle regelmässigverkehrenden Zugpaare eingetragen sind. Wird damit die Darstellung von Zonen gleicher Bahnoderbesser noch Stationsferne verbunden, dann erhält man bereits eine Karte der Verkehrserschlossenheit,die allerdings noch nichts über deren graduellen Wert aussagt. Die Darstellungerfreut sich gerade in den jüngsten verkehrsgeographischen Arbeiten einer gewissen Beliebtheit.9

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