April 2005 Liahona - Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

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April 2005 Liahona - Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

K I R C H E J E S U C H R I S T I D E R H E I L I G E N D E R L E T Z T E N T A G E • A P R I L 2 0 0 5TITELGESCHICHTE:Der auferstandene Herr, Seite 2Wie kann man eine hoheMeinung von sich haben?, Seite 22Eine Schriftrolle für dieFamiliengeschichte, Seite KL9


K I R C H E J E S U C H R I S T I D E R H E I L I G E N D E R L E T Z T E N T A G E • A P R I L 2 0 0 5LiahonaUMSCHLAGBILDVorderseite: Christus imLand Überfluss, Gemälde vonSimon Dewey, Abdruck mitfreundlicher Genehmigungdes Bildungswesens derKirche. Rückseite: Christuserscheint in Amerika,Gemälde von Arnold Friberg.UMSCHLAGBILDKLEINER LIAHONAQuilt, Shauna MooneyKawasakiSIEHE „STARKE WURZELNIN KLEINEN ZWEIGEN“,SEITE 44FÜR ERWACHSENE2 Botschaft von der Ersten Präsidentschaft: Das Symbolunseres Glaubens Präsident Gordon B. Hinckley8 Das Licht Christi Präsident Boyd K. Packer25 Besuchslehrbotschaft: Wir freuen uns über dieWiederherstellung und die Schlüssel des Priestertums30 Das effektive Ältestenkollegium Elder Dale E. Miller34 Zur Stärkung der Familie: Vermehrt euch, bevölkert die Erde36 Stimmen von Heiligen der Letzten TageWieder zu Hause Judith A. DeeneyIch habe nicht zugehört Thierry HotzDas Haus, das durch Glauben errichtet wurdeJosé Luis da Silva40 Ein ausgewogenes Leben Brent L. Top48 LeserbriefeFÜR JUNGE LEUTE7 Poster: Nun gibt es Hoffnung15 Von Joseph Smith lernen wir18 Die Wiederherstellung – Wahrheit wird wiedergebrachtShanna Butler22 Ich habe eine Frage: Was kann ich tun, um mehr Selbstvertrauenzu bekommen und mich besser zu fühlen?26 Auf Fidschi gehen die Jugendlichen an die Arbeit Adam C. Olson44 Starke Wurzeln in kleinen Zweigen Jeniann Jensen47 Hätten Sie’s gewusst?KLEINER LIAHONA: FÜR KINDERKL2KL4KL6KL8KL9KL10KL13KL14KL16Kommt, hört, was der Prophet uns sagt: Der TrösterPräsident James E. FaustDas Miteinander: Meine Familie kann für immer bestehenMargaret LifferthAus dem Leben von Präsident David O. McKay: Der junge ApostelEin besonderer Zeuge: Wie gut kennst du Elder Richard G. Scott?Eine Schriftrolle für die Familiengeschichte Margaret ShauersNeue Freunde – Lonah Fisher und Asenaca Lesuma aus Taveuni,Fidschi Margaret SniderLied: Er starb, damit ich Leben habThelma McKinnon Anderson und Charlene Anderson NewellDer Rosengarten Pat WayneTempelkartenSIEHE„TEMPELKARTEN“,SEITE KL16


April 2005 Vol. 131 No. 4LIAHONA 25984–150Offizielle deutschsprachige Veröffentlichung derKirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten TageDie Erste Präsidentschaft: Gordon B. Hinckley,Thomas S. Monson, James E. FaustDas Kollegium der Zwölf: Boyd K. Packer, L. Tom Perry,Russell M. Nelson, Dallin H. Oaks, M. Russell Ballard,Joseph B. Wirthlin, Richard G. Scott, Robert D. Hales,Jeffrey R. Holland, Henry B. Eyring, Dieter F. Uchtdorf,David A. BednarHerausgeber: Jay E. JensenBerater: Monte J. Brough, W. Rolfe KerrGeschäftsführer: David FrischknechtPlanung und Redaktionsdirektor: Victor D. CaveGrafikdirektor: Allan R. LoyborgRedaktionsdirektor der Zeitschrift: Richard M. RomneyChefredakteur: Marvin K. GardnerRedaktion: Collette Nebeker Aune, Susan Barrett, ShannaButler, Ryan Carr, Linda Stahle Cooper, LaRene PorterGaunt, Jenifer L. Greenwood, R. Val Johnson, CarrieKasten, Melvin Leavitt, Sally J. Odekirk, Adam C. Olson,Judith M. Paller, Vivian Paulsen, Don L. Searle, Rebecca M.Taylor, Roger Terry, Janet Thomas, Paul VanDenBerghe,Julie Wardell, Kimberly Webb, Monica WeeksGeschäftsführender Leiter Grafische Gestaltung:M. M. KawasakiLeiter Grafische Gestaltung: Scott Van KampenManager Herstellung: Jane Ann PetersGestaltung und Produktion: Howard G. Brown, Thomas S.Child, Reginald J. Christensen, Kathleen Howard, DeniseKirby, Tadd R. Peterson, Randall J. Pixton, Kari A. Todd,Claudia E. WarnerManager Marketing: Larry HillerLeiter Druck: Craig K. SedgwickLeiter Vertrieb: Kris T ChristensenVerantwortlich für Lokalteil:Françoise Schwendener,Langackerstr. 1, CH-5043 Holziken, SchweizTelefon: (Schweiz) (0)62 721 53 89E-Mail: schwendis@pop.agri.chVertrieb:Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage,Leserservice, Steinmühlstr. 16, 61352 Bad HomburgTel.: 06172-492 882; Fax: 06172-492 880Jahresabonnement:EUR 16,00; CHF 32,00Bezahlung erfolgt an die Gemeinde bzw. den Zweigoder auf eines der folgenden Konten:D Commerzbank Frankfurt,Konto-Nr. 588645200, BLZ 500 400 00A Erste Österreichische Spar-Casse-BankKonto-Nr. 004-52602CH UBS AG, Birsfelden,Konto-Nr. 30-301,363.0Adressenänderung bitte einen Monat im Voraus melden.Manuskripte und Anfragen bitte an: Liahona,Room 2420, 50 East North Temple Street, Salt Lake City,UT 84150-3220, USA; oder per E-Mail an:cur-liahona-imag@ldschurch.org.Der Liahona (ein Begriff aus dem Buch Mormon, der„Kompass“ oder „Wegweiser“ bedeutet) erscheint aufAlbanisch, Armenisch, Bulgarisch, Cebuano, Chinesisch,Dänisch, Deutsch, Englisch, Estnisch, Fidschi, Finnisch,Französisch, Griechisch, Haitianisch, Hindi, Indonesisch,Isländisch, Italienisch, Japanisch, Kambodschanisch,Kiribati, Koreanisch, Kroatisch, Lettisch, Litauisch,Madagassisch, Marshallesisch, Mongolisch, Niederländisch,Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch,Samoanisch, Schwedisch, Sinhala, Slowenisch, Spanisch,Tagalog, Tahitianisch, Tamil, Telugu, Thai, Tongaisch,Tschechisch, Ungarisch, Ukrainisch, Urdu und Vietnamesisch.(Erscheinen variiert nach Sprache.)© 2005 by Intellectual Reserve, Inc. Alle Rechte vorbehalten.Printed in the United States of America.Text- und Bildmaterial im Liahona darf für den gelegentlichen,nichtkommerziellen Gebrauch in Kircheund Familie vervielfältigt werden. Bildmaterial darf nichtvervielfältigt werden, wenn dies aus dem Quellenhinweisentsprechend hervorgeht. Fragen richten Sie bitte an:Intellectual Property Office, 50 East North TempleStreet, Salt Lake City, UT 84150, USA, E-Mail:cor-intellectualproperty@ldschurch.org.Den Liahona finden Sie in vielen Sprachen auch im Internetunter www.lds.org. Die englische Ausgabe finden Sieunter „Gospel Library“, für alle anderen klicken Sie bitteauf die Weltkarte.For Readers in the United States and Canada:April 2005 Vol. 131 No. 4. LIAHONA (USPS 311-480)German (ISSN 1522–9203) is published monthly by TheChurch of Jesus Christ of Latter-day Saints, 50 East NorthTemple, Salt Lake City, UT 84150. USA subscription priceis $10.00 per year; Canada, $16.00 plus applicable taxes.Periodicals Postage Paid at Salt Lake City, Utah, and atadditional mailing offices. Sixty days‘ notice required forchange of address. Include address label from a recentissue; old and new address must be included. Send USAand Canadian subscriptions to Salt Lake Distribution Centerat address below. Subscription help line: 1-800-537-5971.Credit card orders (Visa, MasterCard, American Express)may be taken by phone. (Canada Poste Information:Publication Agreement #40017431)POSTMASTER: Send address changes to Salt LakeDistribution Center, Church Magazines, PO Box 26368,Salt Lake City, UT 84126-0368.WIE MAN DEN LIAHONA VERWENDEN KANNAnregungen für denFamilienabend„Das Licht Christi“, Seite 8:Lesen Sie gemeinsam denArtikel und lassen Sie dieFamilie den Unterschiedzwischen dem Heiligen Geist unddem Licht Christi herausarbeiten.„Auf Fidschi gehen die Jugendlichenan die Arbeit“, Seite 26: Washat die Kirche dort zur Verfügunggestellt, damit die Mitglieder besserfür ihren Lebensunterhalt sorgenkönnen? Inwiefern ist dies einSegen – besonders für die jungenMenschen? Inwiefern ist es für IhreFamilie ein Segen, wenn Sie gemeinsamarbeitet? Was kann sie tun, um sozusammenzuarbeiten wie die jungenLeute in diesem Artikel?„Ein ausgewogenes Leben“, Seite40: Üben Sie, etwas im Gleichgewichtzu halten – es sollte etwas Ungefährlichessein wie etwa ein Buch aufdem Kopf balancieren oder einenkleinen Ball auf einem Finger kreiselnlassen. Sprechen Sie darüber, wasAusgewogenheit und Gleichgewichtbedeutet und was passiert, wenn sichder Gegenstand zu sehr auf eineSeite neigt. Was geschieht, wennunser Leben nicht ausgewogen ist?Besprechen Sie anhand diesesArtikels, wie man im Leben Ausgewogenheitschaffen kann.„Starke Wurzeln in kleinenZweigen“, Seite 44: Zeigen Sie, wieleicht ein einzelner kleiner Stabzerbrochen werden kann, und wieschwierig es hingegen ist, ein ganzesBündel zusammengebundener Stäbezu zerbrechen. Sprechen Sie darüber,inwiefern sich dies mit den Erlebnissender jungen Menschen indiesem Artikel vergleichen lässt.Erzählen Sie einige Geschichten ausdem Artikel und arbeiten Sie heraus,...................................................................wie auch Ihre Familie auf solcheArt gestärkt werden kann.„Der Tröster“, Seite KL2:Hüllen Sie jemand aus derFamilie in eine Decke. Fragen Sie,inwiefern sich die Decke mit der Gabedes Heiligen Geistes vergleichen lässt.Erläutern Sie, was Präsident James E.Faust darüber sagt, dass der HeiligeGeist stets bei uns sein kann. LassenSie einen jeden erzählen, wie derHeilige Geist ihn schon einmalgetröstet hat.„Der Rosengarten“, Seite KL14:Lesen Sie den Kindern die Geschichtevor und fragen Sie, weshalb Mike dennso traurig gewesen ist. Was hat ihnwieder aufgemuntert? Geben Sie Zeugnis,dass die Beziehungen innerhalbder Familie über das Grab hinausfortbestehen können.THEMEN IN DIESER AUSGABEKL = Kleiner LiahonaAbtreibung, 34Ältestenkollegium, 30Aktivierung, 30, 36Apostel, KL6, KL8Arbeit, 26, 36, KL14Auferstehung, 2, KL13,KL14Ausgewogenheit, 40Bekehrung, 36, 44Besuchslehren, 25, 36Dienen, 26, 30, 36, 47,KL6Ehe, 34Familie, 34, KL4, KL10Familienabend, 1Freundschaft, 30, 44, KL10Führung, 30, 47Gehorsam, 47, KL4Genealogie, KL9Glaube, 2, 36, KL10Heiliger Geist, 8, 36, KL2Heimlehren, 6, 36Jesus Christus, 2, 7, 8, 40,KL13Joseph Smith, 15, 18, 44Keuschheit, 34Kinder, 34Licht Christi, 8Missionsarbeit, 36, 44Ostern, 2, 7Priestertum, 25, 30Prioritäten, 40PV, KL4Selbstvertrauen, 22Selbstwertgefühl, 22Sühnopfer, 2, 7, 40, KL13Tempel, 18, 36, KL16Unglück, 36, 44Vorbild, 36, 47Wiederherstellung, 15, 18,25Wohlfahrt, 26Zeugnis, 2LIAHONA APRIL 2005 1


BOTSCHAFT VON DER ERSTEN PRÄSIDENTSCHAFTDas Symbolunseres GlaubensPRÄSIDENT GORDON B. HINCKLEYLINKS OBEN UND MITTE: FOTO VON WELDEN C. ANDERSEN, SZENE NACHGESTELLT; LINKS UNTEN: FOTO VON GARRY R. FLAKEAls vor einigen Jahren der Mesa-Arizona-Tempel renoviert wurde,waren die Geistlichen andererGlaubensgemeinschaften eingeladen, amersten Tag der offenen Tür den Tempel zubesichtigen. Hunderte folgten unserer Einladung.Ich sprach damals zu ihnen und sagteanschließend, dass ich nun gern ihre Fragenbeantworten würde. Ein protestantischerGeistlicher stellte mir die folgende Frage.Er sagte: „Ich habe das ganze Gebäudebesichtigt – diesen Tempel, an dessen Vorderseiteder Name Jesu Christi steht. Abernirgendwo habe ich das Kreuz, das Symboldes Christentums, gesehen. Mir ist aufgefallen,dass es auch an den anderenGebäuden Ihrer Kirche kein Kreuz gibt.Sie sagen doch, dass Sie an Jesus Christusglauben – wieso haben Sie dann kein Kreuz?“Ich antwortete: „Ich möchte niemandenvon meinen christlich gesinnten Kollegen verletzen,in deren Gotteshäusern das Kreuz überdem Altar hängt, die es auf ihren Gewänderntragen oder es ihren Büchern und anderenVeröffentlichungen aufdrucken. Aber für unsist das Kreuz das Symbol des sterbendenChristus. Wir hingegen verkünden denlebendigen Christus.“Da fragte er: „Wenn Sie nicht das Kreuzals Symbol des Christentums verwenden,was für ein Symbol gibt es dann in IhrerReligion?“Ich gab zur Antwort, der einzig sinnvolleAusdruck unseres Glaubens könne nur dieLebensführung unserer Mitglieder sein. Siesei daher das Symbol unserer Gottesverehrung.Hoffentlich fand er meine Antwort nichtselbstgefällig oder überheblich. Auf denersten Blick mag es vielleicht so aussehen, alsob der Verzicht auf das Kreuz im Widerspruchdazu stehe, dass Jesus Christus der Mittelpunktunseres Glaubens ist. Die offizielleBezeichnung der Kirche lautet Kirche JesuChristi der Heiligen der Letzten Tage. Wirverehren Christus als unseren Herrn undErretter. Die Bibel ist unsere heilige Schrift.Wir glauben, dass die Propheten des AltenTestaments, die das Kommen des Messiasvorhergesagt haben, von Gott inspiriertwaren. Wir schätzen die Berichte von Matthäus,Markus, Lukas und Johannes, die vonder Geburt, dem geistlichen Wirken, demTod und der Auferstehung des Gottessohneserzählen, nämlich des Einziggezeugten imFleisch. So wie Paulus in alter Zeit schämenauch wir uns des Evangeliums Jesu Christinicht, „denn ... es ist eine Kraft Gottes, diejeden rettet“ (Römer 1:16). Und so wie Petrusbestätigen wir, dass uns „kein anderer NameDer einzig sinnvolleAusdruck unseresGlaubens muss dieLebensführungunserer Mitgliedersein. Sie ist daherdas Symbol unsererGläubigkeit.LIAHONA APRIL 2005 3


unter dem Himmel gegeben [ist], durch den wir gerettetwerden sollen“ (Apostelgeschichte 4:12).Das Buch Mormon, das wir als Zeugnis der Neuen Weltbetrachten, enthält die Lehren von Propheten, die in alterZeit auf der westlichen Erdhälfte gelebt haben. Es gibtZeugnis von Christus, der in Betlehem in Judäa geborenworden war und auf Golgota starb. Unserer Welt mitihrem wankenden Glauben ist es ein weiterer machtvollerZeuge dafür, dass der Herr Gott ist. Das Vorwort,verfasst von einem Propheten, der vor anderthalb Jahrtausendenin Amerika gelebt hat, macht deutlich, wozues geschrieben worden ist: „Auch sollen die Juden unddie Andern davon überzeugt werden, dassJesus der Christus ist, der Ewige Gott, dersich allen Nationen kundtut.“Und in unserer Sammlung neuzeitlicherOffenbarung, nämlich dem Buch Lehre undBündnisse, gibt Christus sich mit folgendenWorten eindeutig zu erkennen: „Ich bin Alphaund Omega, Christus, der Herr; ja, ich bin esselbst, der Anfang und das Ende, der Erlöserder Welt.“ (LuB 19:1.)Angesichts solcher Aussagen und Zeugnissemag manch einer dieselbe Frage stellen wiedamals der Geistliche in Arizona: „Wenn Siesagen, dass Sie an Christus glauben, warumverwenden Sie dann nicht das Sinnbild seinesTodes, das Kreuz von Golgota?“Da muss ich zuerst sagen, dass kein Mitgliedder Kirche jemals vergessen darf, welch schrecklichenPreis der Erlöser gezahlt hat, indem er sein Leben gab,damit alle Menschen das Leben haben können: die Qualenin Getsemani, den bitteren Hohn beim Gerichtsverfahren,die schmerzhafte Dornenkorne, die ihm das Fleisch aufriss,das blutdürstige Geschrei des Pöbels, der sich vorPilatus versammelt hatte, die Einsamkeit und die schwereLast auf dem Weg nach Golgota, den furchtbaren Schmerz,als große Nägel seine Hände und Füße durchbohrten, dieentsetzlichen Qualen am ganzen Leib, als er an jenemschrecklichen Tag am Kreuz hing, wo er, der Sohn Gottes,ausrief: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sietun!“ (Lukas 23:34.)Das war das Kreuz – ein Marterwerkzeug, mit dem der„Fürst des Friedens“ vernichtet werden sollte. Mit demKreuz wurde ihm auf übelste Weise vergolten, dass erWunder gewirkt, Kranke geheilt, Blinden das Augenlichtgeschenkt und Tote zum Leben erweckt hatte. Das war dasKreuz, an dem er auf Golgota hing und starb.Kein Mitgliedder Kirchedarf je denschrecklichen Preisvergessen, den derErlöser gezahlthat, als er seinLeben gab, damitalle Menschenleben können.Wir können all das nicht vergessen. Wir dürfen esauch niemals vergessen, denn hier hat unser Erretter,unser Erlöser, der Sohn Gottes, sich stellvertretend füralle Menschen geopfert. Dieser traurige Tag, der demjüdischen Sabbat voranging und an dem sein lebloser Leibvom Kreuz genommen und hastig in einem geborgtenGrab bestattet wurde, raubte selbst seinen treuestenJüngern die Hoffnung, die doch so viel Erkenntnisbesaßen. Sie trauerten um ihn und verstanden nicht, waser zuvor gesagt hatte. Der Messias, an den sie geglaubthatten, war tot. Der Herr, auf den all ihr Sehnen, ihr ganzerGlaube und all ihr Hoffen gerichtet gewesen war, war nichtmehr. Er, der vom immerwährenden Lebengesprochen und Lazarus vom Tod erweckthatte, war ebenso wenig dem Tod entronnenwie sämtliche Menschen vor ihm. Vorüberwar sein kurzes, schmerzreiches Leben, dasLeben, über das Jesaja viele Jahre zuvorgeschrieben hatte: „Er wurde verachtet undvon den Menschen gemieden, ein Mannvoller Schmerzen, mit Krankheit vertraut ...Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen,wegen unserer Sünden zermalmt. Zuunserem Heil lag die Strafe auf ihm, durchseine Wunden sind wir geheilt.“ (Jesaja53:3,5.) Jetzt aber war er nicht mehr da.Wir können nur versuchen uns vorzustellen,was die Menschen, die ihn liebten,wohl empfunden haben mögen, als sie amjüdischen Sabbat, nach unserem Kalender also am Samstag,lange Stunden über seinen Tod nachsannen.Dann dämmerte der erste Tag der Woche herauf,der Sabbat des Herrn, wie wir ihn heute nennen. DenMenschen, die – von Kummer niedergedrückt – zum Grabkamen, verkündete der Engel, der dort wachte: „Was suchtihr den Lebenden bei den Toten?“ (Lukas 24:5.)„Er ist nicht hier; ... er ist auferstanden, wie er gesagthat.“ (Matthäus 28:6.)Das war das größte Wunder der Menschheitsgeschichte.Vorher hatte Jesus zu seinen Jüngern gesagt: „Ich bin dieAuferstehung und das Leben.“ (Johannes 11:25.) Aber siehatten es nicht verstanden. Nun aber begriffen sie. Er wareinsam gestorben, voller Elend und Schmerzen. Aber nun,am dritten Tag, war er mit Macht und Herrlichkeit als derErste der Entschlafenen auferstanden und schenkte denMenschen aller Zeiten Zuversicht, denn „wie in Adam allesterben, so werden in Christus alle lebendig gemachtwerden“ (1 Korinther 15:22).ER IST AUFERSTANDEN, GEMÄLDE VON DEL PARSON, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; FOTO VON WELDEN C. ANDERSEN4


Auf Golgota war er der sterbende Jesus. Als der lebendigeChristus kam er aus dem Grab hervor. Das Kreuz wardie bittere Frucht, die auf den Verrat des Judas und die Verleugnungdes Petrus folgte. Das leere Grab jedoch wurdezum Zeugnis dafür, dass er Gott ist; es lässt zuversichtlichauf ewiges Leben hoffen und gibt Antwort auf Ijobs Frage:„Wenn einer stirbt, lebt er dann wieder auf?“ (Ijob 14:14.)Wäre er nur gestorben, wäre er vielleicht vergessenworden. Bestenfalls würde man sich heute an ihn als einender großen Lehrer erinnern, deren Lebenswerk in wenigenzusammenfassenden Zeilen in den Geschichtsbüchernerwähnt wird.So aber, als Auferstandener, wurde er zum Herrn überdas Leben. Seine Jünger, von festem Glauben erfüllt,können nun mit Jesaja singen. „Man nennt ihn: WunderbarerRatgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst desFriedens.“ (Jesaja 9:5.)Die erwartungsvollen Worte Ijobs hatten sich erfüllt:„Doch ich, ich weiß: mein Erlöser lebt, als Letzter erhebter sich über dem Staub.Ihn selber werde ich dann für mich schauen; meineAugen werden ihn sehen, nicht mehr fremd. Danach sehntsich mein Herz in meiner Brust.“ (Ijob 19:25,27.)Mit gutem Grund rief Maria: „Rabbuni!, das heißtMeister“, als sie den auferstandenen Herrn zum ersten Malsah (Johannes 20:16). Denn nun war er in der Tat Herr undMeister – nicht nur über das Leben, sondern auch über denTod. Der Stachel des Todes war dahin, der Sieg des Grabesbestand nicht länger.Und Petrus, zuvor noch von Angst erfüllt, war nunein neuer Mensch. Angesichts der nicht zu leugnendenTatsache rief selbst der zweifelnde Thomas, von Ehrfurchtergriffen, aus: „Mein Herr und mein Gott!“ (Johannes20:28.) „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig“ (Johannes20:27), lauteten die unvergesslichen Worte des Herrn beidieser wundersamen Begegnung.Danach erschien Jesus vielen Menschen, einmal sogar,wie Paulus berichtet, „mehr als fünfhundert Brüdernzugleich“ (1 Korinther 15:6).Auf der westlichen Erdhälfte gab es noch andere Schafe,von denen Jesus auch früher schon gesprochen hatte. DieMenschen dort vernahmen „eine Stimme, als ob sie ausdem Himmel käme; ... und sie sprach zu ihnen:Seht meinen geliebten Sohn, an dem ich Wohlgefallenhabe, in dem ich meinen Namen verherrlicht habe –ihn höret. ... Und siehe, sie sahen einen Mann ausdem Himmel herabkommen; und er war in ein weißesGewand gekleidet; und er kam herab und stand inihrer Mitte ...Und es begab sich: Er streckte seine Hand aus undsprach zum Volk, nämlich: Siehe, ich bin Jesus Christus,von dem die Propheten bezeugt haben, er werde in dieWelt kommen ... Erhebt euch, und kommt her zu mir.“(3 Nephi 11:3, 6-10, 14.)Dann werden in ergreifender Weise Worte und Szenenaus dem geistlichen Wirken des auferstandenen Herrn beiden Menschen im alten Amerika geschildert.Und schließlich gibt es noch Zeugen aus der heutigenZeit, denn Jesus ist auch in unserer Evangeliumszeit, derEvangeliumszeit der Fülle, wiedergekommen. In einerherrlichen Vision ist er, der auferstandene, lebendige Herr,zusammen mit seinem Vater, dem Gott des Himmels,einem Propheten erschienen, der damals noch ein Jungewar. Damit begann die Wiederherstellung der Wahrheitaus alter Zeit. Darauf folgte eine wahre „Wolke von Zeugen“(Hebräer 12:1), und der Prophet Joseph Smith, der dieerste Vision gehabt hatte, verkündete mit schlichtenWorten:LIAHONA APRIL 2005 5


„Und nun, nach den vielen Zeugnissen, die von ihmgegeben worden sind, ist dies, als letztes von allen, dasZeugnis, das wir von ihm geben: Dass er lebt!Denn wir haben ihn gesehen, ja, zur rechten HandGottes; und wir haben die Stimme Zeugnis geben hören,dass er der Einziggezeugte des Vaters ist – dass von ihm unddurch ihn und aus ihm die Welten erschaffen werden undwurden, und deren Bewohner sind für Gott gezeugte Söhneund Töchter.“ (LuB 76:22-24.)Und dem lässt sich noch das Zeugnis vieler MillionenMenschen hinzufügen, die durch die Macht des HeiligenGeistes Zeugnis gegeben haben und auch heute nochgeben, dass der Herr wirklich lebt. Dieses Zeugnis schenktihnen Trost und Kraft.Ich denke da an jemand, den ich in Vietnam kennengelernt habe. Es war zu einer Zeit, als sein Volk viel zuleiden hatte. Er war ein Mann voll tiefem, machtvollemGlauben an Gott, unseren ewigen Vater, und an seinenSohn, den lebendigen Christus. Ich kann mich nochgut daran erinnern, wie er aus tiefster Seele das Liedgesungen hat:Wenn durch tiefe Leiden du rufst mich zu gehnund Stürme von Prüfungen wild mich umwehn,so wirst du in Schmerzen nicht fern von mir sein:dann will ich mein Herz dir zur Heiligung weihn.(„O fest wie ein Felsen“, Gesangbuch, Nr. 56,3. Strophe.)Und deshalb, weil Jesus Christus lebt, verwendenwir das Symbol seines Todes nicht als Sinnbild unseresGlaubens. Was aber soll dann unser Sinnbild sein? KeinZeichen, kein Kunstwerk, keine formale Darstellung vermagangemessen auszudrücken, wie herrlich und wunderbarder lebendige Christus ist. Er selbst hat uns auchgesagt, was für ein Sinnbild wir verwenden sollen, nämlich:„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“(Johannes 14:15.)Als seine Jünger können wir nicht gemein, falsch oderundankbar sein, ohne sein Bild zu beschmutzen. Wirkönnen aber auch nicht gut, liebevoll und großherzigsein, ohne das Bild des Herrn, dessen Namen wir aufuns genommen haben, heller erstrahlen zu lassen. UnserLeben muss also ein Symbol für unser Zeugnis vomlebendigen Christus, vom ewigen Sohn des lebendigenGottes, sein.So einfach ist das, liebe Brüder und Schwestern.So grundlegend ist das, und wir dürfen es niemalsvergessen.Ich weiß, dass mein Erlöser lebt,mein Herr und Heiland, Gottes Sohn;er siegte über Schmerz und Tod,als König herrscht er auf dem Thron.Er lebt, ist meines Glaubens Fels,sein Licht ist aller Hoffnung Quell,es leuchtet mir auf meinem Wegim Leben wie im Tode hell.O schenk mir deinen sanften Geist,den Frieden, den ich mir ersehn,den Glauben, auf dem schmalen Pfadzu dir ins ewge Reich zu gehn.(Gordon B. Hinckley, „Mein Erlöser lebt“,Gesangbuch, Nr. 84) ■FÜR DIE HEIMLEHRERBereiten Sie sich gebeterfüllt vor und tragen Sie dieseBotschaft anhand einer Unterrichtsmethode vor, bei der IhreZuhörer einbezogen werden. Es folgen einige Beispiele:1. Fragen Sie Ihre Zuhörer zunächst, wie sie die folgendenFragen beantworten würden: Weshalb haben wir kein Kreuz inunseren Kirchen? Was ist das Symbol unserer Religion?Lesen Sie sodann die Antwort Präsident Hinckleys vor (siehedie ersten fünf Absätze). Welche Schriftstelle nennt das Symbolunserer Religion? (Siehe die letzten vier Absätze.) Waskönnen wir tun, um das Symbol unseres Glaubens vor allerWelt hell erstrahlen zu lassen?2. Lassen Sie die Familie beschreiben, wie jemand seinmüsste, um den sich ihr Leben dreht. Lesen Sie sodannAbschnitte aus diesem Artikel vor, in denen davon die Redeist, dass Jesus Christus der Mittelpunkt unseres Glaubens ist.Sprechen Sie darüber.3. Lassen Sie jeden aus der Familie seine Lieblingsgeschichtevon Jesus erzählen. Lesen Sie ein, zweiGeschichten über Jesus aus dem Artikel vor. Geben Sie Zeugnisvon der Auferstehung und vom Sühnopfer Jesu Christi.6


NUN GIBT ESHOFFNUNGO MEIN VATER, GEMÄLDE VON SIMON DEWEY. ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALTUS FINE ART, AMERICAN FORK, UTAH. VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT.UM DESSENTWILLEN, WAS CHRISTUS DAMALS TAT, KANNST DU HEUTE HOFFEN.(SIEHE MORONI 7:41.)LIAHONA APRIL 2005 7


Das LichtChristiWer berufen ist, das Evangelium zu verkünden, das Evangelium zulehren oder nach dem Evangelium zu leben, sollte das Folgende wissenDer Heilige Geistund das Licht Christisind nicht dasselbe.Es ist wichtig, dassSie über beideBescheid wissen.PRÄSIDENT BOYD K. PACKERAmtierender Präsident des Kollegiums der ZwölfApostelDie meisten Mitglieder der Kirche habenGrundkenntnisse über den HeiligenGeist. Die meisten haben seine Eingebungenerfahren und verstehen, warum derHeilige Geist der Tröster genannt wird.Sie wissen: „Der Heilige Geist ... ist einePerson aus Geist“ (LuB 130:22), und er istMitglied der Gottheit (siehe 1. Glaubensartikel).Viele wissen aber nicht, dass es noch einenanderen Geist gibt: „das Licht Christi“ (LuB88:7) – eine weitere Quelle der Inspiration,die ein jeder von uns ebenso hat wie jederandere Mensch auf Erden auch. Wenn wir umdas Licht Christi wissen, begreifen wir auch,dass es in allen Menschen etwas gibt, waswir in unserem Bestreben, die Wahrheit zuverbreiten, ansprechen können.Der Heilige Geist und das Licht Christisind nicht dasselbe. In der Schrift wird beidesmanchmal mit denselben Worten beschrieben,doch sind sie ganz unterschiedlicher Natur. Esist wichtig, dass Sie über beide etwas wissen.Je mehr wir über das Licht Christi wissen,desto besser verstehen wir das Leben unddesto mehr sind wir von tiefer Liebe zurgesamten Menschheit durchdrungen. Wirwerden bessere Lehrer, Missionare, Elternund bessere Männer, Frauen, Kinder. Wirempfinden größere Wertschätzung sowohlfür unsere Brüder und Schwestern in derKirche als auch für die Menschen, die nichtglauben und denen die Gabe des HeiligenGeistes noch nicht zuteil geworden ist.Das Licht Christi wird in der Schriftbeschrieben als „der Geist, [der] jedemMenschen, der in die Welt kommt, Licht“gibt (LuB 84:46, Hervorhebung hinzugefügt),und als „das Licht, das in allem ist, das allemLeben gibt, das das Gesetz ist, wodurchalles regiert wird“. (LuB 88:13; siehe auchJohannes 1:4-9; LuB 84:45-47; 88:6; 93:9.)Die Schrift nennt das Licht Christi auchden „Geist Jesu Christi“ (LuB 84:45), den„Geist des Herrn“ (2 Korinther 3:18; sieheauch Mosia 25:24), den „Geist der Wahrheit“(LuB 93:26), das „Licht der Wahrheit“ (LuB88:6), den „Geist Gottes“ (LuB 46:17) und„den Heiligen Geist“ (LuB 45:57). Mit einigendieser Begriffe wird auch der Heilige Geistbezeichnet.Die Erste Präsidentschaft hat geschrieben:„Es gibt eine überall verbreitete Essenz, diedas Licht und das Leben der Welt ist, ,dasjeden Menschen erleuchtet‘, der in die Weltkommt; von der Gegenwart Gottes geht sieaus durch die Unermesslichkeit des Raumes.Sie ist das Licht und die Kraft, die Gott inunterschiedlichem Maße denen gewährt, ,die8


NEBEN STILLEN WASSERN, GEMÄLDE VON SIMON DEWEY. ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALTUS FINE ART, AMERICAN FORK, UTAH. VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT.ihn bitten‘, und zwar gemäß ihrem Glaubenund Gehorsam.“ 1Ob man dieses innere Licht, dieses Wissenum richtig und falsch nun das Licht Christi,Ethik oder das Gewissen nennt – es kannuns dazu anleiten, unser Handeln zu mäßigen;das heißt natürlich, sofern wir es nichtunterdrücken oder zum Schweigen bringen.Jedes Geistkind des Himmlischen Vaterstritt ins Erdenleben ein, um einenphysischen Körper zu erhalten undgeprüft zu werden.„Der Herr sprach: ... Siesind das Werk meinereigenen Hände, undich gab ihnen ihreErkenntnis an demTag, da ich sieerschuf; und imGarten von Edengab ich demMenschen seineSelbständigkeit.“(Mose 7:32.)„Darum sind dieMenschen gemäßdem Fleische frei;und alles ist ihnengegeben, was fürden Menschennotwendig ist.Und sie sind frei,um Freiheit undewiges Leben zuwählen durch dengroßen Mittler füralle Menschenoder umGefangenschaftund Tod


zu wählen gemäß der Gefangenschaft und Macht desTeufels.“ (2 Nephi 2:27.)Wir wissen also, dass „jedermann in der Lehre unddem Grundsätzlichen, was die Zukunft betrifft, gemäßder sittlichen Selbständigkeit handeln kann [der BegriffEntscheidungsfreiheit kommt in den Offenbarungen nichtvor], die ich ihm gegeben habe, damit jedermann am Tagdes Gerichts für seine Sünden selbst verantwortlichsei.“ (LuB 101:78; Hervorhebunghinzugefügt.)Wir werden ermahnt: „Löscht den Geistnicht aus!“ (1 Thessalonicher 5:19.) Wirkönnen also sehen: „Die Menschen sindgenügend unterwiesen, um gut von bösezu unterscheiden.“ (2 Nephi 2:5; sieheauch 2 Nephi 2:27.) Sie können selbstbestimmen, und sie sind verantwortlich.Der Geist Christi fördert alles, was gutist, ja, jede Tugend (siehe Moroni 7:16).Leuchtend, unzerstörbar stellt er sich gegen alles, wasanstößig, hässlich, lästerlich, böse oder schlecht ist(siehe Moroni 7:17).Das Gewissen beweist, dass der Geist Christi wirklichin jedem Menschen ist. Es beweist, dass es gut und bösewirklich gibt, ebenso Gerechtigkeit, Erbarmen, Ehre, Mut,Glaube, Liebe und Tugend und auch die notwendigenGegensätze, nämlich Hass, Gier, Brutalität, Neid (siehe2 Nephi 2:11,16). Solche Werte sind zwar nicht mit denHänden zu greifen, aber das Prinzip von Ursache undWirkung gilt für sie ebenso gewiss wie für jedes physischeGesetz auch (siehe Galater 6:7-9). Der Geist Christi ist soetwas wie ein „Schutzengel“, den jeder Mensch hat. 2Der Geist Christi kann alle erleuchten – den Erfinder,den Wissenschaftler, den Maler, den Bildhauer, den Komponisten,den Schauspieler, den Architekten, den Schriftsteller–, sodass sie Großes und Inspiriertes schaffen, dasder Menschheit zum Nutzen und zum Segen gereicht.Der Geist kann dem Bauern auf dem Feld und demFischer im Boot Eingebungen zuteil werden lassen. Erkann den Lehrer im Unterricht erleuchten und denMissionar bei der Unterweisung. Er kann den Schülerinspirieren, der im Unterricht zuhört. Und er kann – dasist besonders wichtig – Mann und Frau, Vater und MutterEingebungen zukommen lassen.Das innere Licht kann den Menschen warnen undschützen und leiten. Es wird jedoch von allem, wasgemein, unwürdig, schlecht, unsittlich oder egoistischist, abgestoßen.Das Licht Christi hat in uns schon existiert, ehe wirgeboren wurden (siehe LuB 93:23,29,30), es bleibt inuns jeden Augenblick unseres Lebens und es geht auchnicht zugrunde, wenn unsere sterbliche Hülle zu Staubgeworden ist. Es besteht immer.Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind aus jedem Land,von jeglichem Glaubensbekenntnis und jedweder Hautfarbe– einfach ein jeder, ganz gleich,wo er lebt, woran er glaubt und was ertut – trägt in sich das unvergänglicheLicht Christi. In dieser Hinsicht sind alleMenschen gleich. Das Licht Christi, das injedem Menschen ist, ist ein Zeugnis dafür,dass Gott nicht auf die Person sieht (sieheLuB 1:35). Er behandelt alle gleich, indemer sie mit dem Licht Christi ausstattet.Lehrer, Missionare und Eltern müssenwissen, dass der Heilige Geist durch dasLicht Christi wirken kann. Wer als Lehrkraftdie Wahrheiten des Evangeliums lehrt, pflanzt einemErwachsenen oder einem Kind nichts Fremdes, ja, nichteinmal etwas Neues ein, denn der Missionar oder derLehrer stellt lediglich den Kontakt zum Geist Christi her,der ja bereits vorhanden ist. Das Evangelium klingt dem,der unterwiesen wird, vertraut. Was gelehrt wird, soll die,die zuhören, davon überzeugen, „dass JESUS DER CHRISTUSist, der EWIGE GOTT, der sich allen Nationen kundtut.“(Vorwort zum Buch Mormon.)Im Laufe seines irdischen Wirkens lehrte Jesus das Evangeliumund legte die Grundlage für seine Kirche. DieseGrundlage besteht aus Steinen der Lehre, die für dasmenschliche Auge nicht zu sehen sind und die sich nichtertasten lassen. Sie sind unsichtbar und nicht greifbar. Sienutzen sich nicht ab, sie vergehen nicht. Sie gehen nichtzugrunde, sie lösen sich nicht auf, sie lassen sich nicht zerstören.Diese Steine der Lehre sind unvergänglich und ewig.Sie haben bereits bestanden, „ehe die Welt war“ (LuB124:38), und zwar schon „vor der Grundlegung der Welt“(LuB 124:41). Auf diesen Steinen hat Christus seine Kircheerrichtet.Jesus sprach von dem Stein, „den die Bauleute verworfenhaben“ (Matthäus 21:42). Dann hüllte die Nacht desAbfalls vom Glauben die Erde in Dunkelheit. Die Linie derPriestertumsvollmacht wurde unterbrochen. Doch dieMenschen waren nicht völliger Finsternis überlassen. Siewaren nicht ganz ohne Offenbarung oder Inspiration. Es istein Trugschluss, wenn man meint, mit der Kreuzigung Jesuhätten sich die Himmel verschlossen und wären erst mit10


FOTO VON JOHN LUKE, SZENE NACHGESTELLTder ersten Vision wieder aufgetan worden. Das Licht Christiwar überall, um sich der Kinder Gottes anzunehmen, undder Heilige Geist tat sich den Suchenden kund. Die Gebeteder Rechtschaffenen blieben nicht unbeantwortet.Das Übertragen der Gabe des Heiligen Geistes musstewarten, bis das Priestertum wiederhergestellt und dieEvangeliumszeit der Fülle eingeleitet worden war, in derdann alles kundgetan werden sollte. Die Tempelarbeit –die heiligen Handlungen – sollten dann offenbart werden.Nun konnten diejenigen erlöst werden, die zu all denGenerationen gehört hatten, für die diese unerlässlichenheiligen Handlungen unerreichbar waren, für die die Taufenicht vollzogen werden konnte. Gott lässt seine Kinder nieim Stich. Er hat die Erde noch nie im Stich gelassen.Als dann das Evangelium in seiner Fülle wiederhergestelltworden war, wurde die Kirche Jesu Christi derHeiligen der Letzten Tage auf genau der gleichen Grundlageaus Steinen der Lehre errichtet.Weil wir das meiste mit Hilfe unserer Sinnesorganelernen, kann es ziemlich schwierig sein, Lehren zu vermitteln,die man weder sehen noch anfassen kann. Jesus,der Meisterlehrer, hat diese Lehren vermittelt. Und auchheute lassen sie sich auf dieselbe Weise weitergeben. Ichmöchte Ihnen zeigen, wie er, der Meisterlehrer, siegelehrt hat.Sie können dahin gelangen, dass Sie geistigeWahrheiten so unmissverständlich begreifen, alsob diese Steine der Lehre fassbar wären wieetwa Granit, Feuerstein oder Marmor. Marmorfügt sich der Hand des Bildhauers undenthüllt, was zuvor in der ungeformtenMaterie verborgen lag und nur vomKünstlerauge erkannt wurde.Genauso können Sie andereanleiten, dass sie diese unsichtbaren,nicht greifbaren Steineder Lehre sehen – somit alsobegreifen – lernen.Die Art und Weise, wie derHeiland gelehrt hat und wieDer Geist Christi kannden Erfinder, denWissenschaftler, denMaler und den Bildhauererleuchten. Er lässt Mannund Frau, Vater und MutterEingebungen zuteil werden.auch Sie lehren können, ist schlicht und tiefgründigzugleich. Wenn Sie einen konkreten Gegenstand nehmen,der die Lehre symbolisch darstellt, können auch Sie solehren, wie er gelehrt hat. Der Lehrer kann die Lehremit einem bereits bekannten Gegenstand in Verbindungbringen – mit etwas, was man mit den Augen sehen kann.Jesus verglich etwa den Glauben mit einem Samenkorn– mit dem kleinen Senfkorn, das ein jeder sehen undanfassen konnte. Er sprach darüber, dass der Same genährtwerden muss, denn nur so kann er wachsen und Fruchtbringen und zu einem Baum werden (siehe Lukas 13:19).Er verglich das Himmelreich mit einem Alltagsgegenstand,den jeder sehen konnte. Es ist, so sagte er, „mitdem Himmelreich wie mit einem Netz, das man ins Meerwarf, um Fische aller Art zu fangen“ (Matthäus 13:47). Undweiter sagte er: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einemSchatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckteihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freudeverkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.“(Matthäus 13:44.)LIAHONA APRIL 2005 11


Christus hat als Sinnbild, als Beispiel ganz alltäglicheGegenstände verwendet, etwa Salz (siehe Matthäus 5:13;Markus 9:49,50; Lukas 14:34) oder Kerzen (siehe Matthäus5:15; Markus 4:21; Lukas 8:16; 11:33-36; Offenbarung18:23), den Regen (siehe Matthäus 7:25-27) und denRegenbogen (siehe Offenbarung 4:3; 10:1). Die vier Evangeliensind voll solcher Beispiele. Auch im Buch Mormon,im Buch Lehre und Bündnisse und in der Köstlichen Perlegibt es Dutzende solcher Hinweise. Man findet sie überall.Das macht eine Geschichte, ein Gleichnis aus –ein lebensnahes Beispiel, das einen Grundsatzoder eine Lehre veranschaulicht, die an sichunsichtbar und nicht greifbar ist.Christus hat einmal in Matthäus, einmal inLukas, dreimal im Buch Mormon und dreimalim Buch Lehre und Bündnisseüber eine Henneund ihre Kükengesprochen (sieheMatthäus 23:37; Lukas13:34; 3 Nephi 10:4-6;LuB 10:65; 29:2; 43:24).Jeder – selbst einkleines Kind – kenntHennen und Küken.Der Glaube istfreilich nicht ganzgenau wie ein Samenkorn,und dasHimmelreich istauch nicht ganzgenau wie einNetz oder einSchatz oder derSauerteig (siehe Lukas 13:21) oder wie ein „Kaufmann, derschöne Perlen suchte“ (Matthäus 13:45). Aber mit solchenBeispielen konnte Jesus seinen Jüngern die Augen öffnen– nicht die natürlichen Augen, sondern die Augen ihresVerständnisses (siehe Matthäus 13:15; Johannes 12:40;Apostelgeschichte 28:27; Epheser 1:18; 2 Nephi 16:10;LuB 76:12,19; 88:11; 110:1).Mit den Augen unseres Verständnisses sehen wir das,was geistig ist. Tut unser Sinn sich auf, dann könnenwir das, was geistig ist, begreifen und fühlen.Dann vermögen wir das zu sehen und zufühlen, was den körperlichen Sinnen verborgenist. Wie Sie wissen, sagte Nephizu seinen Brüdern, die sich auflehntenund die Botschaft des Engels verwarfen:„Ihr hattet kein Gefühl mehr dafür, undso konntet ihr seine Worte nicht fühlen.“(1 Nephi 17:45; Hervorhebung hinzugefügt.)Paulus schreibt an die Korinther:„Denn uns hat es Gott enthülltdurch den Geist. Der Geistergründet nämlich alles, auchdie Tiefen Gottes ...Davon reden wir auch, nichtmit Worten, wie menschlicheWeisheit sie lehrt, sondern wieder Geist sie lehrt, indem wir denGeisterfüllten das Wirken desGeistes deuten.Der irdisch gesinnteMensch aber lässt sich nichtauf das ein, was vom GeistGottes kommt. Torheit ist esfür ihn, und er kann es nichtverstehen, weil es nur mitHilfe des Geistes beurteiltwerden kann.“ (1 Korinther2:10,13,14.)Marmor fügt sich der Handdes Bildhauers und enthüllt,was zuvor nur das Künstleraugedarin sehen konnte. Genausokönnen Sie andere Menschenlehren, die unsichtbaren, nichtgreifbaren Steine der Lehre zuverstehen.12


In neuzeitlicher Offenbarung spricht Christus von dem„Licht, das leuchtet und euch Licht gibt“ und „euch dieAugen erleuchtet, und das ist dasselbe Licht, das euch dasVerständnis belebt“ (LuB 88:11).Ich kenne keine andere Weise, wie man über das LichtChristi sprechen könnte, als dass man es so macht wie derHerr, wenn er seinen Jüngern unsichtbare, nicht greifbareWahrheiten vermittelt hat.Um das Licht Christi zu beschreiben, willich es mit dem Licht der Sonne vergleichen.Das Licht der Sonne kennt ein jeder; es istüberall; man kann es sehen und spüren.Ohne Sonnenlicht gäbe es kein Leben.Das Licht Christi ist wie das Sonnenlicht.Es ist ebenfalls überall und wird jedemMenschen zuteil.So, wie die Dunkelheit verschwindenmuss, wenn die Sonne scheint, muss auchdas Böse vor dem Licht Christi fliehen.Im Licht der Sonne kann keine Dunkelheit herrschen.Die Finsternis ist dem Licht untertan. Vielleicht verschwindetdie Sonne manchmal hinter Wolken oder ist aufgrundder Drehung der Erde nicht zu sehen, doch die Wolkenverziehen sich ja wieder, und die Erde dreht sich weiter.Wir wissen, dass es gemäß dem Plan „notwendigerweiseso sein [muss], dass es in allen Dingen einen Gegensatzgibt“ (2 Nephi 2:11).Mormon hat warnend darauf hingewiesen, dass „derTeufel ... keinen Menschen dazu [bewegt], dass er Gutestut, nein, nicht einen; auch seine Engel tun das nicht; auchdie tun das nicht, die sich ihm unterwerfen.Und ... in Anbetracht dessen, dass ihr das Licht kennt,mit dem ihr urteilen könnt, und dieses Licht ist das LichtChristi, seht zu, dass ihr nicht unrecht urteilt“ (Moroni7:17,18).Dieses lebenspendende Licht Christi ist in Ihnen. DerBöse versucht, es zu verdecken. Es kann so sehr von verwirrendenWolken bedeckt sein, dass Sie vielleicht meinen,es existiere gar nicht.So, wie das Sonnenlicht ein natürliches Desinfektionsmittelist, vermag auch der Geist Christi den Geist zureinigen.Jeder Mensch, ganz gleich, wer er ist oder wo oderwann er lebt, ist ein Kind Gottes. Unsere Aufgabe istes, Folgendes zu lehren: „Es ist der Geist im Menschen,des Allmächtigen Hauch, der ihn verständig macht“(Ijob 32:8).Präsident Joseph Fielding Smith hat über die Lehrevom Heiligen Geist und vom Geist Christi gesagt: „DerHeilige Geist kann sich jedem Menschen kundtun,selbst wenn der Betreffende gar nicht der Kircheangehört, sofern er nur ernsthaft nach Licht und Wahrheitstrebt. Der Heilige Geist kommt und gibt diesemMenschen das Zeugnis, wonach er strebt, doch dannzieht er sich wieder zurück und der Mensch hat keinenAnspruch auf weitere oder ständige Kundgebungendes Heiligen Geistes. Er kannjedoch ständig durch jenen anderenGeist, nämlich den Geist Christi, geführtwerden.“ 3Der Geist Christi ist immer da. Erverschwindet nie. Er kann gar nichtverschwinden.Jedermann auf Erden hat also bereitsden Geist Christi. Der Einfluss des HeiligenGeistes kann sich zwar auch jedermannkundtun, doch die Gabe des Heiligen Geistes erlangt nurder, der „die Gesetze und Verordnungen des Evangeliums[befolgt]“ (3. Glaubensartikel) und sich durch „die Taufedurch Untertauchen zur Sündenvergebung“ taufen lässtund „das Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes“empfängt (4. Glaubensartikel). Diese Gabe besteht nichtautomatisch wie etwa der Geist Christi. Sie muss durchjemand übertragen werden, der dazu bevollmächtigt ist(siehe 5. Glaubensartikel).Das ist unser Auftrag: in jedem Menschen, dem wirbegegnen, das Licht Christi zu nähren, das in ihm ist, undihn so weit zu bringen, dass der Heilige Geist sich ihmkundtun kann. Zu gegebener Zeit kann er dann durcheine heilige Handlung die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.Sie wird jedem Mitglied der Kirche übertragen.Sobald jemand die Gabe des Heiligen Geistes empfangenhat, kann er sie gemeinsam mit dem Licht Christinutzen, das er ja bereits besitzt; dann steht seinem Verständnisdas Evangelium in seiner Fülle offen. Der HeiligeGeist kann auch durch das Licht Christi wirken. 4Das Licht Christi ist so allumfassend wie das Sonnenlicht.Wo es Menschen gibt, da ist auch der Geist Christi. Jedelebende Seele besitzt diesen Geist. Er ist derjenige, der zuallem Guten führt. Er gibt das ein, was für die Menschengut ist und ihnen zum Segen gereicht. Er nährt alles Gute.Mormon fordert uns auf, „im Licht Christi eifrig zuforschen, damit ihr Gut von Böse unterscheiden könnt;und wenn ihr alles Gute ergreift und es nicht verwerft,dann seid ihr gewiss ein Kind Christi“ (Moroni 7:19).Das Sonnenlicht kennt jeder. Wenn Sie den GeistLIAHONA APRIL 2005 13


Christi mit dem Licht der Sonne vergleichen, kommenIhnen vielleicht eigene Erlebnisse in den Sinn. Es gibt janahezu unzählige Beispiele. Und ein kleines Kind kannsie ebenso verstehen wie ein Erwachsener – genau wiedie Gleichnisse Jesu Christi leicht verständlich sind. Essollte nicht allzu schwierig sein, jemand zu erklären, wieOffenbarung durch Licht zustande kommt, selbst wennwir nicht genau wissen, wie Inspiration zustandekommt.Selbst der Mensch mit all seinen Einschränkungenvermag Botschaften durchein Glasfaserkabel zu senden. Durch einewinzige Glasfaser – dünner als jedesmenschliche Haar – können 40 000 Botschaftengleichzeitig übertragen werden.Anschließend werden sie entschlüsseltund können als Bild, Ton, Farbe oder sogarals Film dargestellt werden. So etwas vermagder Mensch.Und ein Laserstrahl, der weder Drahtnoch Fasern hat, kann pro Sekunde 100Milliarden Informationsteilchen leiten.Wenn schon der Mensch solches vermag,wieso sollten wir dann über die Verheißungstaunen, dass das Licht Christi in uns allen ist unddass der Heilige Geist zu einem jeden von uns kommenkann?Es sollte also nicht allzu schwierig sein zu begreifen,wie die Kinder Gottes auf Erden sowohl durch den GeistChristi als auch durch den Heiligen Geist Offenbarung vonGott bekommen können.Das Licht Christi wird überall in den Schriften erwähnt.Besonders oft kommt die Lehre vom Licht Christi im BuchLehre und Bündnisse vor. Dort lesen wir beispielsweisevom „Licht der Wahrheit; und diese Wahrheit leuchtet.Dies ist das Licht Christi. So ist er auch in der Sonne unddas Licht der Sonne und die Macht davon, wodurch siegemacht worden ist.“ (LuB 88:6,7.)Jeder gewöhnliche Lehrer, der die Lehre vermitteln undvon Geistigem Zeugnis geben muss, kennt aus eigenerErfahrung Beispiele aus dem Alltag, mit denen er das, wasgeistig ist, vergleichen kann.Und so kann man durch den Einfluss des HeiligenGeistes, des Trösters, das Licht Christi entfachen. Unswurde ja gesagt: „Der Beistand aber, der Heilige Geist, dender Vater in meinem Namen senden wird, der wird euchalles lehren und euch an alles erinnern, was ich euchgesagt habe.“ (Johannes 14:26.)Wieso sollten wir überdie Verheißungstaunen, dass dasLicht Christi in uns allen ist?Präsident Harold B. Lee hat gesagt: „Dieses Lichterlischt nie zur Gänze ... [nämlich das Licht Christi],außer wenn wir die unverzeihliche Sünde begehen.Vielleicht ist die Flamme so schwach, dass wir sie kaumsehen können, und doch ist sie da, und wir könnendaraus ein Feuer entfachen, das immer heller erstrahlt,je mehr wir verstehen und wissen. Andernfalls hättenwir überhaupt keinen Erfolg. Die Missionsarbeit würdenichts bewirken.“ 5Wenn wir begreifen, dass das LichtChristi wirklich in jedem Menschen ist,dem wir begegnen, und bei jeder Versammlung,die wir besuchem, und inuns selbst, und wenn wir verstehen,vor welch großen Herausforderungenwir stehen – das Umfeld, in dem wirleben, die Gefahren, die uns von Zeitzu Zeit drohen –, dann finden wir Mutund Inspiration weit über das hinaus,was wir bisher gekannt haben. Somuss es sein! Und so wird es auchsein! Dies ist ein Bereich der Wahrheitdes Evangeliums, der noch zu wenigverstanden wird.Versuchen Sie bitte, eifrig und mit Gebet die Bedeutungdieser Grundsätze zu erkennen, und setzen Sie siesodann in die Tat um. Denn wenn Sie das tun, empfangenSie das Zeugnis, dass das Evangelium Jesu Christiwahr ist, dass es tatsächlich wiederhergestellt worden istund dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der LetztenTage „die einzige wahre und lebendige Kirche auf demAntlitz der ganzen Erde“ ist (LuB 1:30). Jesus ist derMessias, der Sohn Gottes, der Einziggezeugte des Vaters.Von ihm geht das Licht Christi aus, das alle Menschenerleuchtet.Mögen Sie, die Sie als Missionar oder Lehrer berufensind, und Sie, die Sie Eltern sind, sich laben „an denWorten von Christus; denn siehe, die Worte von Christuswerden euch alles sagen, was ihr tun sollt“ (2 Nephi 32:3).Im Namen Jesu Christi. Amen. ■Nach einer Ansprache vom 22. Juni 2004 beim Seminar für neueMissionspräsidenten in der Missionarsschule in Provo in Utah.ANMERKUNGEN1. „,Receiving‘ the Holy Ghost“, Improvement Era, März 1916, Seite 4602. Siehe Joseph Fielding Smith, Doctrines of Salvation, Hg. Bruce R.McConkie, 3 Bände, 1954–1956, 1:543. Doctrines of Salvation, 1:42; siehe auch Joseph Smith, Lehren desPropheten Joseph Smith, Hg. Joseph Fielding Smith, Seite 1524. Siehe Doctrines of Salvation, 1:545. The Teachings of Harold B. Lee, Hg. Clyde J. Williams, 1996, Seite 101DER HERR JESUS CHRISTUS, GEMÄLDE VON DEL PARSON14


VONJOSEPH SMITHLERNEN WIRDIE ALTEN SPRECHEN, GEMÄLDE VON GLEN S. HOPKINSON, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGTJoseph Smith war erst 14 Jahrealt, als er wissen wollte, waswahr ist, und in einen Wald inder Nähe seines Zuhauses ging, umzu beten. Als Antwort auf sein Gebeterschienen ihm Gott Vater und seinSohn, Jesus Christus. Sie sprachenmit ihm, unterwiesen ihn undbeantworteten seine Frage.Die erste Vision und weiterewunderbare Ereignisse im Zuge derWiederherstellung der Kirche sindfür so manchen schwer zu glauben.Aber es gibt Menschen, die wissen,dass sich diese Vision im Frühjahr1820 in einem Wald auf einerkleinen Farm im US-BundesstaatNew York tatsächlich zugetragenhat. Lesen Sie, was 14-Jährige ausaller Welt schreiben, die vonganzem Herzen daran glauben,dass Joseph Smith ein ProphetGottes ist.Ich bewundere Joseph Smith. Erhat schon als Teenager so viel durchgemacht.Trotzdem ist er immerseinem Glauben treu geblieben undhat das Auge nur auf die HerrlichkeitGottes gerichtet.Ich habe viel von ihm gelernt, undzwar: Man muss auf den HeiligenGeist hören, das Rechte tun und fürdie Wahrheit eintreten.Ich weiß, dass er ein ProphetGottes war und dass er die wahreKirche wiederhergestellt hat. Ohneihn hätten wir heute nicht das Evangeliumin seiner Fülle und ich stündenicht da, wo ich heute bin. Dasstimmt mich demütig. Ich bin dankbarfür die wiederhergestellte Kirche.Viliame Malani, Gemeinde Samabula 1(Englisch), Pfahl Suva Nord, FidschiDas, was Joseph Smith getan hat,war sehr mutig. Aber er war auchgut vorbereitet, denn eine Visionbekommt ja nicht jeder. Dafür mussman schon bereit sein.Ein junger Mensch kann heutzutageviel Gutes bewirken, wenner den Eingebungen des HeiligenGeistes Folge leistet und sich aufrafft,auch wirklich entsprechend zuhandeln.Ich weiß, dass Joseph Smith GottVater und den Sohn gesehen hat unddass der Erretter ihm gesagt hat, ersolle sich keiner Kirche anschließen.Ich weiß auch, dass Joseph Smithsehr tapfer gewesen ist und dass erzur Verteidigung des Evangeliumssein Leben gegeben hat. Und ichweiß: Wenn wir in den Schriftenforschen, von Herzen beten, gehorsamsind und Glauben an GottVater und seinen Sohn haben, dannkönnen wir in ihre Gegenwartzurückkehren.Camila Eugenia Bardi Aguirre, GemeindeBuenos Aires, Pfahl Cartagena Los Alpesin KolumbienLIAHONA APRIL 2005 15


WESHALBEINVIERZEHN-JÄHRIGER?„Joseph Smithging als Junge [inden Wald]. Ich habe mich manchmalgefragt, warum der Herr ihn, einenvierzehnjährigen Jungen, wohl in denWald gehen ließ. Warum hat er nichtgewartet, bis [Joseph Smith] 20 oder 30oder 40 Jahre alt war und die mit demhöheren Alter verbundene Autoritätbesaß? Er ging in den Wald – der Herrließ das zu und antwortete dort aufJoseph Smiths Frage, die dieser inkindlichem Vertrauen gestellt hatte. Erhatte nicht den geringsten Zweifel. Ersagte, wenn jemand Weisheit brauche,dann wohl er, und er betete voller Vertrauendarauf, dass auf sein Gebet hinetwas geschehen werde. Wir wissennicht, was Joseph Smith in seinemGebet genau gesagt hat. Aber wirwissen, dass er den Herrn gefragt hatund dass sie miteinander gesprochenhaben. Joseph Smith hat in diesenMinuten – wie kurz oder lang sie auchgewesen sein mögen – mehr über dasWesen Gottes erfahren, als alle gelehrtenTheologen aller Zeiten je gelernt hatten.“Siehe Präsident Gordon B. Hinckley,„Inspirierte Gedanken“, Der Stern,August 1997, Seite 5.Es ist wichtig, dass wir wissen:Joseph Smith konnte zu Gott betenund sein Gebet wurde erhört. Abermir ist es auch wichtig zu wissen: Gottkann mich hören, wenn ich bete.Ich weiß, dass der Prophet JosephSmith viele Schwierigkeiten durchmachenmusste. Durch ihn ist dieKirche erneut gegründet worden, dasPriestertum ist auf der Erde wiederhergestelltworden und wir wissenjetzt mehr über den HimmlischenVater und über seinen Sohn. Ichbemühe mich, dem guten Beispieldes Propheten zu folgen, aber es istnicht einfach. Manchmal fehlt mir derGlaube. Aber dann denke ich daran,was er alles durchstehen musste, waser für uns ertragen hat, und das gibtmir den Mut, ein wenig stärker zusein und länger durchzuhalten. Ichweiß, dass wir in der wahren Kirchesind und dass wir Joseph Smith vielverdanken.Randy Horita Temarohirani, Zweig Mahu,Distrikt Tubuai Australes


DIE ERSTE VISION, GEMÄLDE VON GLEN S. HOPKINSON,VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGTDer Herr hat Joseph Smith erhört,als er gebetet hat. Er hört es, wenn einjunger Mensch betet. Ich spüre, dasser auch meine Gebete beantwortet.Einmal hatten meine Freundin undich uns gestritten. Später las ich imLiahona die Schriftstelle: „Liebt eureFeinde“ (Matthäus 5:44). Das hat mirgeholfen, darüber hinwegzukommen,und wir haben uns wieder versöhnt.Ich hatte das Gefühl, dass das dieAntwort auf mein Gebet war.Joseph Smith hat auch die Missionsarbeitorganisiert, und durch die Missionsarbeitist die Kirche in aller Weltgewachsen. Sogar im weit entferntenKorea können wir wissen, wie manewiges Leben erlangt.Ha-Nul Park, Gemeinde Sinchon, PfahlSeoul Nord in KoreaSchon als ich klein war, habeich von Joseph Smith gehört undGeschichten über ihn gelesen. Dashat mein Zeugnis gestärkt. Aber jetzt,wo ich älter werde, lese ich mehr inden Schriften und denke mehr überdas nach, was er erlebt hat. Das, wasich empfinde, wenn ich mehr überJoseph Smith erfahre oder überihn nachsinne oder etwas über ihnlese, lässt mein Zeugnis noch weiterwachsen. Das Wissen um alles, was erIch glaube daran, dass JosephSmith den Himmlischen Vater undJesus Christus gesehen und dass erden besonderen Auftrag erhalten hat,die Kirche wiederherzustellen. Ichfrage mich, wie ich reagiert hätte,wenn mir plötzlich der HimmlischeVater erschienen wäre. Ich wärefürchterlich erschrocken. Aber JosephSmith ist ganz ruhig geblieben. Erwollte wirklich die Wahrheit wissen.Wenn ich höre, was er alles durchstehenmusste, um die Kirche zuerrichten, hilft mir das, nicht so vielzu jammern und mich nicht zubemitleiden.Ohne Joseph Smith gäbe es dieKirche nicht. Und die Kirche ist meineGrundlage.Spencer Yamada, Gemeinde Manhattan 2,Pfahl New Yorkerlitten und erlebt hat, hilft mir, dasRechte zu wählen, selbst wenn ichversucht bin oder unter Druck stehe,etwas Falsches zu tun.Ich weiß, dass Joseph Smith einProphet Gottes war. Ich weiß, dasser damals im heiligen Hain wirklichgebetet hat und dass er den HimmlischenVater und seinen Sohn, JesusChristus, der für unsere Sündengelitten hat, gesehen hat.Robin Renae Doney, Gemeinde Essex, PfahlMontpelier in VermontAls ich eines Abends im BuchMormon las, verspürte ich einfriedliches Gefühl. Da wusste ich:Die Lehren des Buches Mormon sindwahr und Joseph Smith hat wirklichden Himmlischen Vater und JesusChristus gesehen. Ich weiß auch,dass Joseph Smith das Buch Mormonübersetzt und das Evangelium auf derErde wiederhergestellt hat.Joseph Smith musste vieleserdulden, aber er bestand alle seinePrüfungen und Schwierigkeiten. Eserforderte viel Mut, vor den Professorenund Predigern andererGlaubensgemeinschaften Zeugnis zugeben. Obwohl Joseph Smith verfolgtwurde, wusste er doch, dass ereine Vision gehabt hatte, und er warvon der Wahrheit überzeugt undhandelte entsprechend. Von ihmhabe ich gelernt, dass man für dieWahrheit eintreten und bis ans Endeausharren muss.Fam Suet Ling Roslyn, Zweig Ipoh 1, DistriktIpoh, MalaysiaLIAHONA APRIL 2005 17


Die Wiederherstellung–Wahrheit wird wiedergebrachtSHANNA BUTLERZeitschriften der KircheDas Evangelium Jesu Christi ist den Menschen aufErden oftmals kundgetan worden. Es wurde Adamgebracht und ebenso Henoch, Noach, Abrahamsowie weiteren Propheten, darunter auch Prophetendes Buches Mormon. Jedes Mal hat damit eine neueEvangeliumszeit begonnen. 1 Auch der Erretter hat dasEvangelium in seiner Evangeliumszeit von neuem wiedergebracht.Das Evangelium musste immer von neuemwiederhergestellt werden, weil es aufgrund der Schlechtigkeitder Menschen vielmals verworfen wurde oder verlorenging. Schließlich wurde das Evangelium indieser Evangeliumszeit, der Fülle der Zeiten, durchden Propheten Joseph Smith zum letzten Malwiederhergestellt.Wir wollen nun einiges besprechen, was inunserer, der letzten aller Evangeliumszeiten,zum ersten Mal eingetreten ist, Teil derWiederherstellung des Evangeliums istund dazu beiträgt, dass die Kirchewachsen kann (siehe LuB 66:2).Abfalls vom Glauben der glorreiche Morgen eines neuenZeitalters herauf. Gott selbst erschien und sprach. Hier, wowir stehen, in der Stille des Waldes, an diesem so heiligenOrt, wurde das Wesen Gottes erneutkundgetan.Der unvoreingenommene und aufnahmefähigeGeist eines Jungen wurdedas Werkzeug der Offenbarung, diehier gegeben wurde, und vielerweiterer, die noch folgensollten. Als Fünfzehnterin der Reihe nachJoseph Smith tragejetzt ich das AmtDie erste VisionIn Jakobus 1:5 steht: „Fehlt es aber einem von euch anWeisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sieihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemandeinen Vorwurf.“Nachdem Joseph Smith Jr., der damals erst 14 Jahrealt war, diesen Vers im Frühjahr 1820 gelesen hatte,nahm er die Verheißung darin ernst und ging in einenWald in der Nähe seines Wohnortes, um Gott zufragen.Präsident Gordon B. Hinckley sagte in einerAnsprache im heiligen Hain, wo Joseph Smith gebetethatte, um herauszufinden, welche Kirche wahr ist: „Hieran diesem Ort dämmerte nach der langen Nacht des18


Joseph Smith Jr.wird in Sharon imUS-BundesstaatVermontgeboren.Im Frühjahrhat Joseph Smithdie ersteVision.Im Mai überträgtJohannes der Täuferdie Schlüssel desAaronischenPriestertums.Petrus, Jakobusund Johannesübertragen dasMelchisedekischePriestertum.1805 18201829 1829VON LINKS: DIE ERSTE VISION JOSEPH SMITHS, GEMÄLDE VON DAVID LINDSLEY, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; FOTO VON SHARON, VERMONT, VON WELDEN C. ANDERSEN;DIE ERSTE VISION, GEMÄLDE VON DEL PARSON; DIE WIEDERHERSTELLUNG DES AARONISCHEN PRIESTERTUMS, GEMÄLDE VON DEL PARSON; DIE WIEDERHERSTELLUNG DESMELCHISEDEKISCHEN PRIESTERTUMS, GEMÄLDE VON GARY E. SMITH, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; DIE SIEBZIGER WERDEN AUSGESANDT, GEMÄLDE VON DEL PARSONdes Propheten, das einst ihm übertragen worden war, undgebe feierlich Zeugnis, dass der Bericht des ProphetenJoseph Smith über diese Ereignisse wahr ist, dass der Vaterhier Zeugnis von der Göttlichkeit seines Sohnes gegebenhat, dass der Sohn den jungen Propheten unterwiesen hatund dass darauf eine Reihe von Ereignissen folgte, die zurGründung der einzigen wahren und lebendigen Kirche aufdem ganzen Erdboden führten, von der der Herr gesagthat: ,Ich, der Herr, habe Wohlgefallen an ihr‘ (LuB 1:30)“. 2Der erste ProphetJoseph Smith Jr. wurde am 23. Dezember 1805 inSharon im US-Bundesstaat Vermont geboren. Seine Eltern,Joseph Smith Sr. und Lucy Mack Smith, waren beidereligiös und erzogen ihre Kinder im Glauben an Gott. Sielehrten sie, nach ihrer Errettung zu streben. Joseph SmithSr. und seine Frau Lucy hatten elf Kinder, und JosephSmith war das fünfte.Joseph Smith kam zur Welt, um als Werkzeug in derHand Gottes die Kirche Christi in dieser Evangeliumszeitauf der Erde wiederherzustellen. Präsident Brigham Young(1801–1877) hat über ihn gesagt: „In den Ratsversammlungender Ewigkeit, lange vor der Grundlegung der Welt,wurde verfügt: Er, Joseph Smith, sollte der Mann sein, derin der letzten Evangeliumszeit dieser Welt das Gotteswortfür die Menschen hervorbringen und die Fülle und Kraftdes Priestertums des Gottessohns empfangen sollte ... Erwurde nämlich in der Ewigkeit dazu vorherordiniert, überdiese letzte Evangeliumszeit zu präsidieren.“ 3Die ersten Ordinierungen im PriestertumAm 15. Mai 1829 sandte der Herr Johannes den Täufer,damit er im Zuge der Wiederherstellung Joseph Smith undOliver Cowdery die Schlüssel des Aaronischen Priestertumsübertrage. Präsident Thomas S. Monson, Ratgeberin der Ersten Präsidentschaft, hat gesagt: „Am Uferdes Susquehanna bei Harmony in Pennsylvania legte[Johannes der Täufer] Joseph Smith und Oliver Cowderydie Hände auf und ordinierte sie mit den folgendenWorten: ,Euch, meinen Mitknechten, übertrage ich im Namendes Messias das Priestertum Aarons, das die Schlüsseldes Dienstes von Engeln und die des Evangeliums der Umkehrund die der Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebunginnehat‘ (LuB 13:1). Johannes sagte, er handleauf Weisung von Petrus, Jakobus und Johannes, die dieSchlüssel des Melchisedekischen Priestertums innehätten.Dann wurden Joseph Smith und Oliver Cowdery ordiniertund getauft. ...Zur bestimmten Zeit wurden dann Petrus, Jakobus undJohannes gesandt, um das Melchisedekische Priestertumzu übertragen. Diese drei Apostel, die der Herr gesandthatte, ordinierten Joseph Smith und Oliver Cowdery zuAposteln und damit zu besonderen Zeugen für den NamenJesu Christi. …Und infolge dieser Ereignisse haben wir alle dieMöglichkeit und die heilige Pflicht, uns des Vertrauens1830: die Kirche wird mit sechs Mitgliedern offiziell gegründetHeute: mehr als 12 Millionen Mitglieder1830: weniger als 20 MissionareHeute: mehr als 50 000 Missionare1830: 5000 Exemplare des Buches Mormon werden gedrucktHeute: mehr als 100 Millionen Exemplare des Buches Mormongedruckt1836: ein TempelHeute: 119 TempelDAMALS UND HEUTE


In der Zeit vonApril bis Juniübersetztder Prophet dasBuch Mormon.1829würdig zu erweisen, das unsentgegengebracht wird.“ 4Die ersten ZeugenVier Jahre nach dem erstenErscheinen Moronis übergabder Engel Moroni Joseph Smithdie goldenen Platten beimHügel Cumorah, und JosephSmith begann mit der Übersetzung.Anfangs durfte keinanderer die Platten sehen, dochin der Folge offenbarte derHerr, dass drei Männer erwähltwerden sollten, die Zeugnis vom Buch Mormon und dengoldenen Platten geben sollten (siehe LuB 5:11-15).Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostelhat über diese Zeugen gesagt: „Die drei Männer, die alsZeugen für das Buch Mormon ausgewählt wurden, warenOliver Cowdery, David Whitmer und Martin Harris. Ihrschriftliches ,Zeugnis von drei Zeugen‘ steht in allen ...Exemplare[n] des Buches Mormon, die die Kirche seit1830 veröffentlicht hat. Diese Zeugen bestätigen feierlich,dass sie ,die Platten gesehen haben, die diesen Bericht enthalten‘und ,die Gravierungen ..., die auf den Platten sind‘.Sie bezeugen, dass diese Schriften ,durch die Gabe undMacht Gottes übersetzt worden sind, denn seine Stimmehat uns dies verkündet‘. Sie bezeugen außerdem: ,Wirverkünden feierlich, dass ein Engel Gottes vom Himmelherabgekommen ist und die Platten gebracht und vorunsere Augen gelegt hat, sodass wir sie erblickt undgesehen haben, ebenso die Gravierungen darauf. Und wirwissen, dass wir dies durch die Gnade Gottes, des Vaters,und unseres Herrn Jesus Christus geschaut haben, undgeben Zeugnis, dass es wahr ist.‘Und weiter: ,Die Stimme des Herrn [hat uns] geboten,dies zu bezeugen; und um dem Gebot Gottes zuDIE ERSTE AUFLAGEDa Joseph Smith mittels Inspiration arbeitete, brauchteer nur etwa 65 Arbeitstage (zwischen Anfang April undEnde Juni 1829), um das gesamte Buch Mormon zu übersetzen.8 Die Arbeit ging zügig voran, und der Prophet sahnur höchst selten die bereits fertig gestellten Seiten einzweites Mal durch. Er hatte sich nie zuvor mit altenSchriften befasst und zog auch bei der Übersetzung keineweiteren Hilfsmittel neben den goldenen Platten hinzu. 9Oliver Cowdery, einer der Schreiber für Joseph Smith,berichtet: „Das waren unvergessliche Tage – dazusitzenund einer Stimme lauschen zu dürfen, die unter derEingebung des Himmels sprach, das erweckte inmeinem Herzen tiefste Dankbarkeit! Tag für Tag, ohneUnterbrechung, schrieb ich immerfort nieder, wasaus seinem Mund kam, als er mit dem Urimund Tummim ... übersetzte.“ 10Nachdem das Buch übersetztwar, brachten es Joseph Smith undMartin Harris zu E. B. Grandin, damites veröffentlicht werde. FünftausendExemplare wurdengedruckt, und im Frühjahr1830 standen die Bücher zumVerkauf bereit.Ein Engel zeigtden dreiZeugendie goldenenPlatten.1829gehorchen, geben wir davonZeugnis.‘“ 5Joseph Smith durfte diePlatten noch weiteren achtZeugen zeigen. Auch derenZeugnis ist im Buch Mormonaufgezeichnet.Die erste Versammlung derKircheDie Kirche wurde in einemkleinen Blockhaus in Fayetteim US-Bundesstaat New Yorkgegründet. Um den gesetzlichenVorschriften für die Gründung einer GlaubensgemeinschaftGenüge zu tun, mussten neben JosephSmith noch weitere fünf Männer mitwirken. An die 60Menschen waren anwesend, und sie bestätigten JosephSmith und Oliver Cowdery als Älteste der Kirche. Danachwurde das Abendmahl gesegnet, die Mitglieder sangenund beteten gemeinsam, und einige ließen sich taufenund wurden konfirmiert.“Der 6. April 1830 ist für die Heiligen der Letzten Tageein bedeutsames Datum“, sagt Elder L. Tom Perry vomKollegium der Zwölf Apostel. „Es ist der Tag, an demdie Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tagegegründet wurde. Übersetzung und Druck des BuchesMormon waren abgeschlossen, das Priestertum warwiederhergestellt worden, und der Herr gab nun Anweisung,dass seine Kirche wieder auf Erden gegründetwerden sollte.“ 6Die letzte EvangeliumszeitIn der Kirche Jesu Christi der Heiligen der LetztenTage geschieht weiterhin vieles aufgrund von Offenbarungdurch den Propheten zum ersten Mal. Invielen Ländern gibt es derzeit die ersten BekehrtenOBEN (VON LINKS): DURCH DIE GABE UND MACHT GOTTES, GEMÄLDE VON SIMON DEWEY, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALTUS FINE ART,AMERICAN FORK, UTAH, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; FOTO DER DRUCKERPRESSE VON E. B. GRANDIN; EIN ENGEL ZEIGT JOSEPH SMITH, OLIVER COWDERY UNDDAVID WHITMER DIE GOLDENEN PLATTEN, GEMÄLDE VON WILLIAM L. MAUGHAN, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; DER DRUCK DES ERSTEN BUCHES MORMON,GEMÄLDE VON GARY E. SMITH; DIE GRÜNDUNG DER KIRCHE AM 6. APRIL 1830, GEMÄLDE VON DALE KILBOURN; FOTO DES KIRTLAND-TEMPELS; ELIJA STELLT DIESCHÜSSEL DER SIEGELUNGSMACHT DES PRIESTERTUMS WIEDER HER, GEMÄLDE VON ROBERT T. BARRETT, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; UNTEN: DER BAU DESKIRTLAND-TEMPELS, GEMÄLDE VON WALTER RANE; EINSCHUB: DER HERR ERSCHEINT IM KIRTLAND-TEMPEL, GEMÄLDE VON DEL PARSON20


Im Märzwird dasBuch Mormonveröffentlicht.Am 6. Aprilwird die Kirchein Fayette imUS-Bundesstaat NewYork gegründet.Am 27. Märzwird derKirtland-Tempelgeweiht.Am 3. Aprilerscheint derHerr demPropheten imKirtland-Tempel.1830183018361836oder den ersten Tempel, und die Missionare in aller Weltverkünden das Evangelium vielen Menschen, die erstmalsdavon hören.Auch Sie haben hierbei eine Aufgabe. PräsidentHinckley hat über die Pioniere, die die Kirche inden Anfangstagen aufgebaut haben, gesagt:„Von jenen wurde Großes erwartet, und vonuns auch. Wir sehen, was sie mit dem getanhaben, was ihnen damals zur Verfügungstand. Wir haben heute viel mehr, und wirstehen vor der überwältigenden Aufgabe,das Reich Gottes weiteraufzubauen.“ 7In dem Maß, wie Sie anderen vom Evangelium erzählenund treu danach leben, tragen Sie zum Aufbau des Gottesreichesbei und bewirken vieles, was in dieser letztenEvangeliumszeit erstmals geschieht. ■ANMERKUNGEN1. „Eine Evangeliumszeit ist eine Zeit, in welcher der Herr wenigstenseinen bevollmächtigten Diener auf der Erde hat, der die Schlüsseldes heiligen Priestertums trägt.“ (Schriftenführer, „Evangeliumszeit“,Seite 55.)2. „Besondere Zeugen für Christus“, Liahona, April 2001, Seite 243. Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, Seite 964. „Alles, was der Vater hat“, Der Stern, Mai 1990, Seite 45. Siehe „Der Zeuge Martin Harris“, Der Stern, Juli 1999, Seite 416. „Hört auf den Propheten“, Der Stern, Januar 1995, Seite 157. Siehe „Dem Glauben treu“, Der Stern, Juli 1997, Seite 678. Siehe John W. Welch, „Wie lange brauchte Joseph Smith dazu, dasBuch Mormon zu übersetzen?“, Der Stern, September 1989, Seite 14f.9. Siehe Neal A. Maxwell, „By the Gift and Power of God“, Ensign,Januar 1997, Seite 39f.10. Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:71, Fußnote11. „Ein Zeugnis vom wiederhergestellten EvangeliumJesu Christi erlangen“, Liahona,November 2003, Seite 30; siehe LuB 110DER ERSTE TEMPELDie Kirche bestandalso wieder auf Erden.„Doch die Wiederherstellungwar nochnicht abgeschlossen“,erläutert Elder Robert D.Hales vom Kollegium derZwölf Apostel. „Wie in früheren Zeitenwurde den Mitgliedern der Kirche geboten,einen Tempel zu errichten, der dann am27. März 1836 in Kirtland in Ohio geweihtwurde. Eine Woche später, am 3. April,fand darin eine Versammlung statt. Nachfeierlichem und stillem Gebet sahen Josephund Oliver, dass der Herr Jesus Christusvor ihnen stand. … Mose, Elias und Elijaerschienen ebenfalls und übertrugenJoseph die Schlüssel des Reiches, dieerrettenden Verordnungen.“ 11Schon zwei Jahre nach der Weihung desTempels und nach der Wiederherstellung derheiligen Schlüssel mussten die Heiligen –aufgrund ihrer Armut und weil sie verfolgtwurden und etliche vom Glauben abfielen –Kirtland und ihren ersten Tempel wiederverlassen.


Ich habeeine Frage„Einige Leute haben mir gesagt, ich hätte bloß einen Minderwertigkeitskomplex,ich selbst aber finde mich wirklich minderwertig. Ich bin nicht so klug undbegabt wie alle anderen und sehe auch nicht so gut aus. Was kann ich tun,um mehr Selbstvertrauen zu bekommen und mich besser zu fühlen?“DIE ANTWORTDES LIAHONASSo, wie es sich anhört, möchtest duSelbstvertrauen auf die Weise der Weltgewinnen. Die Weise der Welt lautet:„Wenn ich bei irgendetwas besser bin als einanderer, fühle ich mich gleich besser.“ Einesolche Denkweise führt aber zu nichts, dennes gibt immer einen, der talentierter oderklüger ist oder besser aussieht als man selbst.Die Lösung liegt darin, dass man den Maßstabdes Herrn anlegt, um Selbstvertrauen undSelbstbewusstsein zu entwickeln. Du bist einKind Gottes und als solches weder wenigernoch mehr wert als ein anderer Mensch. Denn„so spricht der Herr: Ihr sollt nicht ein Fleischhöher schätzen als das andere, noch soll einMensch sich höher dünken als der andere.“(Mosia 23:7.) Die anderen haben vielleichtandere Talente als du, aber du hast deine ganzpersönlichen Stärken und Geistesgaben, undan denen kannst du andere teilhaben lassen.Der Himmlische Vater möchte, dass duvon dir eine hohe Meinung hast. Mit Friedenund Freude wird man dann gesegnet, wennman nach dem Evangelium lebt.Der Himmlische Vater möchte, dassdu glücklich bist; der Satan möchte dichunglücklich sehen. Dieser GegensatzDer Herr möchte, dassdu glücklich und selbstbewusstbist.Keiner ist mehr oderweniger wert als einanderer.Vergleich dich nichtmit anderen. Mach dasBeste aus dem, wasGott dir gegeben hat.Dein Selbstvertrauenund dein Selbstbewusstseinwachsen,wenn du nach demEvangelium lebst, wenndu deinen Mitmenschendienst, deine Talenteentwickelst und dichbemühst, die Liebe desVaters im Himmel zuspüren.wird beispielsweise am Leben des Mosedeutlich. Mose wurde vom Teufel versuchtund empfing Kraft, weil er betete und sichdarauf besann, dass er ein Kind Gottes ist(siehe Mose 1:13,24,25).Wie Mose bist auch du ein Kind Gottes.Der Satan möchte, dass du dir dessennicht bewusst bist. Er weiß, dass du dichminderwertig fühlen wirst, wenn er dichnur dazu bringen kann zu denken, duwürdest irgendwelchen Erwartungen nichtgerecht. Deswegen liegt ihm daran, dassdu dich mit dem Maßstab der Welt misst –an Aussehen, Beliebtheit, Intelligenz undso weiter.Der Herr legt jedoch einen anderenMaßstab an: „Der Herr aber sieht das Herz.“(1 Samuel 16:7.) Ist dein Herz tugendhaftund liebevoll, so „wird dein Vertrauen inder Gegenwart Gottes stark werden“ (LuB121:45). Und das ist die beste Art von Selbstvertrauen.Versuch Folgendes, um von dir einebessere Meinung zu bekommen:• Bete zum Herrn, wie auch Mose esgetan hat, und bitte ihn, dass er dir hilft,daran zu denken, dass du sein Kind bist undein bedeutsames Werk zu verrichten hast.• Lies deinen Patriarchalischen Segen.• Schärfe deinen Blick für das Gute in dir.• Diene deinen Mitmenschen. Wer willig22


FOTO VON WELDEN C. ANDERSEN, SZENE NACHGESTELLTdient, findet Freude und entwickeltSelbstbewusstsein.• Betätige dich körperlich. Dashebt die Laune.• Danke dem Himmlischen Vaterim Gebet.• Entwickle deine Talente; tuetwas, was dir liegt.• Und das Allerwichtigste: Haltedie Gebote. Denn nur das führt dazu,dass man glücklich ist.Eine hohe Meinung von sich selbstkommt nicht dadurch zustande, dassman einen anderen übertrumpft. Siestammt aus dem Wissen, dass Gottdich liebt und du tust, was er von direrwartet.ANTWORTENUNSERERLESERGott hat jedem von unsTalente und Gabengegeben. Es ist wichtig, dasswir nicht auf uns selbst vertrauen,sondern dass wir aufChristus bauen. Er gibt unsdie Kraft und den Mut, alles zu tun, under hilft uns erkennen, wie wichtig undwertvoll wir sind.Emilie Levert, 20, Gemeinde Lemoyne,Pfahl Montréal in QuébecIch kann deine Gefühle sehrgut nachempfinden. Ich hatteauch eine Zeit lang dasGefühl, dass die anderenmir überlegen wären. Warumsollte ich mir also Mühegeben? Zweierlei hat mir geholfen, dieseDenkweise abzulegen: Ich habe erstensbegonnen, meinen Mitmenschen zudienen. Dadurch habe ich mich als etwasBesonderes und als wichtig empfunden. Undzweitens habe ich meine Talente entwickelt.Jeder Mensch hat Talente. Denk immerdaran, dass wir alle Kinder des HimmlischenVaters sind und dass er uns liebt.Lizzie Pecora, 16, Gemeinde Grouse Creek,Pfahl Oakley in IdahoLIAHONA APRIL 2005 23


Der Gedanke an Minderwertigkeitskomplexetut mir innerlich weh,denn dabei kommt mir in den Sinn,wie traurig unser Schöpfer seinmuss, wenn wir uns selbst nichtmögen. Allzu leicht vergessen wir,dass wir Kinder Gottes sind und dass er uns soliebt, wie wir sind. Jeder hat andere Gaben.Einer kann gut singen, der andere kann verständnisvollRat erteilen. Frag deine Freundeund deine Familie, was sie an dir mögen undschätzen.Deborah Torke, 17, Gemeinde Neumünster,Pfahl NeumünsterIch bete zum Himmlischen Vater,damit ich eine höhere Meinungvon mir haben und aus meinerUnterlegenheit eine Stärke machenkann. Ich versuche, mir nicht zu vieldaraus zu machen, was die anderensagen. Ich denke, jeder hat eine Gabe. Wir müssenuns nur anstrengen und herausfinden, was unsereGabe ist. Das Beste ist, wenn ich im Glauben anChristus lebe und ihm vertraue. So kann ich Friedenim Herzen haben.Srinakorn Supakote, 18, Zweig Korat,Distrikt Khon Kaen in ThailandBemüh dich, in den Schriften zu lesen; bete umHilfe. Die Schriften sind das Wort Gottes. Wenn dusie genau liest, findest du darin die Antwort. Gottwird dir in dieser Prüfung beistehen, wenn du nurGlauben hast.Joseph Chittock, 12, Gemeinde Catford,Pfahl London Wandsworth in EnglandManchmal fühle ich mich minderwertig.Aber das legt sich, wennich daran denke, dass ich einKind Gottes bin und dass ermich liebt. Dadurch gewinneich mehr Selbstvertrauen undfühle mich besser.April Flores, 17, Zweig Catbalogan 1, Distrikt Catbalogan,Philippinen[erlangt] man„Selbstwertgefühlam bestendadurch ..., dassman Gott nahe ist.“„Wenn wir Gottlieben, seinen Willentun und sein Urteilmehr fürchten als dasder Menschen, habenwir Selbstachtung.“„Christus möchteuns auf seine Stufeerheben.“Präsident Ezra Taft Benson(1899–1994), „Das Gefäßinnen säubern“, Der Stern,1986, 112. Jahrgang,Nummer 6, Seite 5; „Hüteteuch vor dem Stolz“, DerStern, Juli 1989, Seite 5.Denk an all das Gute in dir! Ichbin sicher, es gibt viel Gutes in dir.Glaub an dich! Wenn ich michjemand unterlegen fühle, dann deswegen,weil ich meine Schwächenmit seinen Stärken vergleiche.Natürlich fühlt man sich dann minderwertig. Andeiner Stelle würde ich mich nicht mit anderenvergleichen.Shay Branch, 14, Gemeinde Greeley 4,Pfahl Greeley in ColoradoJeder hat Schwächen. Wir müssenuns daher Ziele setzen und lernen,damit umzugehen. Die Broschüre Füreine starke Jugend hilft uns dabei.Wenn wir sie lesen, fallen uns vieleTalente auf. Wir müssen stets beten,fasten, in den Schriften lesen, am Familienabendteilnehmen und unser selbst sicher sein. Dann istalles in Ordnung.Nikolai Losew, 17, Zweig Nischegorodski Mitte,Russland-Mission MoskauDie Antworten des Liahonas und unserer Leser sollenHilfe und Ausblick geben, sind aber nicht alsoffizielle Lehre der Kirche zu verstehen.WAS IST DEINE MEINUNG?An unsere jungen Leser: Schickt uns eureAntwort auf die folgende Frage und gebt eurenNamen, euer Geburtsdatum, eure Adresse, eureGemeinde und euren Pfahl (bzw. euren Zweigund euren Distrikt) an. Legt auch ein Foto voneuch bei.Questions & Answers 5/05Floor 24, 50 East North Temple StreetSalt Lake City, UT 84150-3220, USAE-Mail: cur-liahona-imag@ldschurch.orgEinsendeschluss ist der 15. Mai 2005.FRAGE:„Die Kinder an meiner Schule verspottenmich und machen mir das Leben schwer, weilsie wissen, dass ich der Kirche angehöre. Wiekann ich am besten mit dieser Situationumgehen?“ ■24


BESUCHSLEHRBOTSCHAFTDIE WIEDERHERSTELLUNG DES MELCHISEDEKISCHEN PRIESTERTUMS, GEMÄLDE VON KENNETH RILEY; EINSCHUB: FOTO VON STEVE BUNDERSON, SZENE NACHGESTELLTWir freuen uns über dieWiederherstellung und dieSchlüssel des PriestertumsWählen Sie aus dieser Botschaftgebeterfüllt dieSchriftstellen und Lehrenso aus, wie sie den Bedürfnissen derSchwestern entsprechen, die Siebesuchen, und lesen Sie sie dann vor.Erzählen Sie von eigenen Erlebnissenund geben Sie Zeugnis. Bitten Sie dieSchwestern, dies ebenfalls zu tun.Joseph Smith – Lebensgeschichte1:69: „Euch, meinen Mitknechten,übertrage ich im Namen des Messiasdas Priestertum Aarons, das dieSchlüssel des Dienstes von Engelnund die des Evangeliums der Umkehrund die der Taufe durch Untertauchenzur Sündenvergebung innehat.“Inwiefern haben Sie Freude amwiederhergestellten Priestertum?Präsident Joseph F. Smith(1838–1918): „Freuen wir uns an derWahrheit, an der Wiederherstellungdes Priestertums – der Macht, die demMenschen übertragen worden ist undmittels derer der Herr im Himmeldem Gültigkeit verleiht, was derMensch auf Erden tut.“ (GospelDoctrine, 5. Ausgabe, 1939, Seite 441.)Präsident Gordon B. Hinckley:„Ich danke dem ewigen Vater fürdie Wiederherstellung des heiligenPriestertums ... Ich habe die Schönheitund das Wunder dieses Priestertumsin der Führung dieser großartigenKirche gesehen. Ich habe gefühlt,wie seine Kraft mich durchströmteund dadurch Kranke gesegnet undgeheilt wurden. Ich habe gesehen, wiedemütige Männer daran gewachsensind, wenn sie große und wichtigeBerufungen empfingen. Ich habe eserlebt, wenn sie mit Kraft und Vollmachtaus der Höhe gesprochenhaben, als ob die Stimme Gottes durchsie spräche.“ („Mein Zeugnis“, DerStern, Januar 1994, Seite 53.)Präsident Heber J. Grant (1856–1945): „Jede Gabe, jede Gnade, jedeMacht und jede Begabung, die denMenschen in den Tagen des Errettersdurch das heilige Priestertum deslebendigen Gottes gewährt wurde,[ist] auch heute vorhanden. Ich binfroh, dass ich weiß: ... JederSegen, die heilendeMacht des allmächtigenGottes,die Inspirationseines Geistes,durch die demMenschen Kundgebungenvon Gottzuteil werden, ... [alldas] besteht auch heuteunter den Heiligen der Letzten Tage.“(Lehren der Präsidenten der Kirche:Heber J. Grant, Seite 112.)Wie können wir Zugang finden zurMacht und zu den Schlüsseln desPriestertums?LuB 84:19,20: „Dieses größerePriestertum vollzieht das Evangeliumund hat den Schlüssel der Geheimnissedes Reiches inne, nämlich denSchlüssel der Gotteserkenntnis.Darum wird in seinen Verordnungendie Macht des Göttlichen kundgetan.“Elder Robert D. Hales vomKollegium der Zwölf Apostel: „DasPriestertum Gottes gibt uns, seinenKindern, in dieser dunklen undverwirrenden Welt Licht. Durch dieVollmacht des Priestertums könnenwir die Gabe des Heiligen Geistesempfangen, der zu Wahrheit, einemZeugnis und persönlicher Offenbarungführt. Diese Gabe empfängtjeder, ob Mann, Frau oder Kind, aufdieselbe Weise.“ („Die Segnungen desPriestertums“, Der Stern, Januar 1996,Seite 28.)Coleen K. Menlove, PV-Präsidentin:„Rechtschaffene Priestertumsführerhaben die Vollmacht und die Machtinne, das Volk des Herrn zu leitenund ihm ein Segen zu sein ... Wir alsFrauen können unser Ohr einstimmenauf die Worte der Propheten und deranderen Priestertumsführer, so alsspräche der Herr selbst. Freuen wiruns daran, dass wir als Schwestern inZion den Priestertumsführern dabeizur Seite stehen können, Familienzu Christus bringen.“ („Joiningin the Mighty Work of God“,Ensign, Oktober 2002, Seite46, 49.) ■


AUF FIDSCHIGEHEN DIEJUGENDLICHENAN DIE ARBEIT


FOTO VON ADAM C. OLSONDie Jugendlichen tragen sehrdazu bei, dass die Mitgliederalles zum Leben Notwendigehaben.ADAM C. OLSONZeitschriften der KircheSikeli Vuli muss lachen, denn er kann garnicht mehr zählen, wie oft er schon inden Fluss gefallen ist. Bis vor kurzem wares ja auch keine Seltenheit, dass ein Bewohnerdes Dorfes Navatuyaba bei Suva auf Fidschi einunfreiwilliges Bad nehmen musste.Wer nämlich in die Stadt muss, zur Schuleoder ins Geschäft am anderen Ufer, dem bleibtnichts anderes übrig, als entweder gleich denFluss zu überqueren, der zwischen dem Dorfund der Stadt fließt, oder zu Fuß bis zurnächstgelegenen Brücke zu gehen (ein Wegvon zwei Stunden) oder sein weniges, schwerverdientes Geld für den Bus auszugeben.„Und ich muss doch mehrmals am Tagüber den Fluss“, sagt der 13-jährige Sikeli.„Meine Freunde wohnen nämlich auf deranderen Seite.“Den Fluss zu überqueren war demnach dieschnellste Lösung, auch wenn es bedeutete,dass man ein instabiles Floß benutzte, dasnotdürftig aus ein paar Bambusstangen zusammengebundenwar. Und wenn einmalmehrere Menschen auf das Floß warteten,dann war es viel einfacher, die Schulbücherund die Schuluniform über den Kopfzu halten und in den Kleidern,die nass werdendurften, hinüberzuschwimmen,denn vom Floßwäre man ja höchstwahrscheinlichsowiesoheruntergefallen.Zumindest war das alles so, bisdie Kirche zur Tat schritt und den Mitgliedernhalf, das Problem zu lösen. DieKirche stellte ein Boot zur Verfügung. Manhätte glauben können, es wäre ein Flugzeug,so begeistert waren die Mitglieder!„Wir sind dankbar für das Boot“, sagt die12-jährige Litiana Delai. „Jetzt ist es viel einfacher,ans andere Ufer zu gelangen.“Freude über die HilfeDas Boot für den Zweig Navatuyaba istnur eines von vielen Projekten, die der PfahlNausori auf Fidschi unternimmt, um denJugendlichen und auch den erwachsenenMitgliedern zu helfen. Für einen Jugendlichenist es dort nahezu unmöglich, einenJob zu finden, und selbst für die Eltern ist esschwierig. Die Mitglieder haben – wie fastalle Menschen dort – große Mühe, ihrenLebensunterhalt zu bestreiten.Warum sind die Mitglieder trotzdemglücklich?Weil sie wissen, dass der Herr sie liebt.„Wir wissen, dass der Himmlische Vatersich um uns sorgt, denn die Kirche tut sovieles, was uns hilft“, sagt die 14-jährigeMakereta Elder.Die jungenMenschen helfenbei der Schweinehaltungund beider Feldarbeit aufeiner der WohlfahrtsfarmenderKirche (ganz links)und leisten soetwas Positives –so wie AliferetiSuguta (unten).LIAHONA APRIL 2005 27


Die Arbeit aufder Wohlfahrtsfarmträgt nicht nurdazu bei, dass dieMitglieder desPfahles etwas zuessen haben; sieschweißt auchdie Jugendlichendes ZweigsNavatuyaba (oben)zusammen.Die Pfahl-Führungskräfte hatten das Gefühl,sie sollten etliche Projekte ins Leben rufen, umdie Mitglieder zu unterstützen, und die Jugendlichentragen sehr dazu bei, dass diese Projekteauch umgesetzt werden können. Neben demBoot gibt es ein Gewächshaus, eine Reiheneuer Wohlfahrtsfarmen – und auch Tiere.Und die Jugendlichen von Navatuyaba helfenbei allem gerne mit.Gemeinsam an einem Strang ziehen undUnkraut jätenEtwas hat man bislang in Navatuyaba kaumgehört, und zwar das Geräusch von landwirtschaftlichenMaschinen. Das hat sich abergeändert, seit es im Dorf einen Traktor gibt,der dem Pfahl gehört und mit dem die Mitgliederarbeiten.Die 17 Jugendlichen des Zweigessind froh über den Traktor. Denn sonstmüssten die Mitglieder in Navatuyabaein fast einen Hektar großes Feld mit derHand bestellen. Aber natürlich nimmt ihnender Traktor nicht alle Arbeit ab. Die Mitgliederarbeiten alle mit: Sie pflanzen, sie jäten undsie ernten Taro und Tapioka.„Wir helfen alle bei der Feldarbeit mit“, sagtder 15-jährige Kuli Qaravanua. „Die Jugendlichenjäten und pflanzen, oder sie bringenden Erwachsenen einen Imbiss aufs Feld.“„Ich arbeite gern auf der Farm“, sagt die14-jährige Maca Baikeirewa. „Meiner Familiewird dadurch sehr geholfen.“Die Segnungen der Farm erstrecken sichaber nicht bloß auf die Lebensmittel, die dortgeerntet werden können. Die Jugendlichenlernen auch viel über Feldarbeit und siegewöhnen sich daran, hart zuarbeiten.


„Die Arbeit auf derFarm hat den Zusammenhaltunter denJugendlichen unseresZweiges gestärkt“, sagtdie 18-jährige TuliaTinaimolikula. „Wir habeneinander dadurch besserkennen gelernt.“Kuli sagt: „Der Traktorund die Farm helfen uns,Frieden im Herzen zuhaben. Ich muss mirkeine Sorgen mehrdarüber machen, was ichmorgen essen werde.“Die TierhaltungDie Feldarbeit ist gut und schön, abernoch mehr Spaß haben die Jugendlichen,wenn sie bei den Schweinen und Hühnernmithelfen dürfen.Der Zweig hat sich für den Anfang 120Küken, 64 Hühner und vier Schweinezugelegt, aber die Hühnerhaltung sollnoch vergrößert werden. Die Tiere werdenzwischen den Mitgliedern im Zweig undim Pfahl aufgeteilt. Einige sollen verkauftwerden, andere werden geschlachtetund verzehrt, aber unterhaltsam ist dieTierhaltung allemal.Die Küken sind niedlich. Das Schweinefütternmacht Spaß, aber die Jugendlichenwissen schon aus Erfahrung, dass es ziemlichschwer ist, ein Schwein einzufangen, das sichpartout nicht fangen lassen will.„MancheMenschen sindwie Steine, dieman in einMeer von Problemenwirft.Sie gehendarin unter. Seien Sie wie einKorken. Werden Sie in ein Problemgetaucht, kämpfen Siesich frei, bis Sie wieder obenaufschwimmen, damit Siefröhlich dienen können.“Elder Richard G. Scott vom Kollegiumder Zwölf Apostel, „Im Leben Freudefinden“, Der Stern, Juli 1996, Seite 24.um gefahrlos den Fluss zuüberqueren. Der Zweigverlangt für die Überfahrtein paar Cent undermöglicht es dadurchLitiana und ihrer Familie,das Boot zu unterhalten.Sie und ihre Geschwisterwechseln sich ab undrudern über den Fluss,wenn jemand am anderenUfer pfeift und dadurch zuverstehen gibt, dass erhinüber möchte.„Es ist ein Segen fürmich und meine Familie“,sagt Litiana froh. „Jetzt reicht das Geld für dieSchule und für Lebensmittel. Und wir zahlenden Zehnten von dem, was wir verdienen.“Die Mitglieder in Navatuyaba sind nichtdie einzigen, die mit Schwierigkeiten ringen,sodass ihnen manchmal das Wasser buchstäblichbis zum Hals steht. Durch das Wohlfahrtsprogrammund die humanitären Programmeder Kirche ebnet der Herr vielen Menschenden Weg, sodass sie sich in schweren Zeitenüber Wasser halten können. Und darüberkönnen wir froh sein. ■Das Wissen,dass der Herrsie so sehrliebt, dass er ihnendas zum LebenNotwendige durchein Gewächshaus(oben) und durchein Boot (unten)gibt, die der Kirchegehören, vermitteltden jungenMenschen einanderes Bild vomWohlfahrtsprogrammder Kirche.StärkungIn manchen Ländernlassen die Jugendlichen dasThema Wohlfahrt links liegen,weil sie meinen, das habenicht viel mit ihnen zu tun.Für die Jugendlichen inNavatuyaba hat sich dasLeben aufgrund der Wohlfahrtsprogrammeder Kircheverändert – durch Schweineund Traktoren, durch Hühnerund Feldarbeit.Auch das Boot ist mehr als bloß ein Mittel,LIAHONA APRIL 2005 29


Das effektiveÄltestenkollegiumDie Pfahlpräsidentenund Bischöfezählen auf starkeÄltestenkollegien,die die Mission derKirche unterstützen.Dies ist der vierte Artikel einerSerie über die Priestertumskollegienund ihren Zweck.ELDER DALE E. MILLERvon den SiebzigernIn den neuzeitlichen heiligen Schriftenwird den Priestertumsträgern nahe gelegt,„Zion wiederzubringen“, so, wie es vonJesaja prophezeit worden war (LuB 113:8;siehe Jesaja 52:1, 8). Die neuzeitlichenSchriften weisen auch darauf hin, dass dieÄltesten „ortsständige geistliche Diener“ seinsollen (siehe LuB 124:137). Das bedeutet:Pfahlpräsidenten und Bischöfe zählen aufstarke Ältestenkollegien, die die Mission derKirche ausführen, nämlich dass sie alle auffordern,zu Christus zu kommen und inihm vollkommen zu werden, indem siedas Evangelium verkündigen, die Heiligenvervollkommnen und die Toten erlösen.Es ist eine große Aufgabe, ein starkesKollegium zu schaffen. Das Kollegiumunterliegt ständigem Wandel. Oft gibt esnicht genügend aktive Mitglieder, umalle Heimlehraufträge auszuführen.Erwachsene männliche Bekehrteziehen oft aus der Gegend wegoder können nicht mehr ausfindiggemacht werden. Oft gibt es mehrÄltestenanwärter als aktive Älteste.Glaubenstreue Älteste müssen aufgrundihrer Arbeits- oder Ausbildungssituationpendeln oderumziehen. Einige werden alsHohe Priester berufen oder sieerhalten eine größere Aufgabeaußerhalb des Kollegiums. Daher stellt sichdie Frage: Wie wächst ein Ältestenkollegiumkonstant, wenn es sich doch ständig wandelt?Präsident Stephen L Richards (1879–1959),Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft,hat erklärt: „Ein Kollegium ist dreierlei: erstenseine Klasse, zweitens eine Bruderschaftund drittens eine Diensteinheit. In ihmerfahren die Männer des Priestertums dieGrundsätze des Evangeliums, sie bilden einewahre Bruderschaft und führen das WerkChristi aus. Es ist eine Vereinigung, die vonGott kommt, und der sie mehr verdankenals jeder anderen Bruderschaft in unsererGesellschaft. Ihr Hauptzweck besteht darin,den Einzelnen zu ermutigen und ihn zuschützen“. 1Nach der Definition von PräsidentRichards entsteht auf folgende Art und Weiseein starkes Kollegium:1. Man stärkt die Bande der Bruderschaftbei allen Kollegiumsmitgliedern.2. Man lernt grundlegende Lehren undPriestertumspflichten.3. Man erfüllt Dienstaufträge und beziehtdabei das gesamte Kollegium mit ein.Im Folgenden finden Sie einige praktischeAnregungen für Aktivitäten, die dazubeitragen, das Kollegium zu stärken:1. Man stärkt die Bande der Bruderschaftbei allen Kollegiumsmitgliedern.Beziehen Sie alle Kollegiumsmitgliedermit ein. Schließen Sie unter keinenUmständen jemanden aus. Präsident Boyd K.Packer, Amtierender Präsident des Kollegiumsder Zwölf Apostel, hat gesagt: „Es mag vorkommen,dass [das Kollegiumsmitglied] dasFOTOS (WENN NICHT ANDERS ANGEGEBEN) VON STEVE BUNDERSON, SZENEN NACHGESTELLT, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT


Interesse am Kollegium verliert, aber es darfnicht passieren, dass das Kollegium dasInteresse an ihm verliert. Das Kollegium istständig und unablässig für alle seine Mitgliederverantwortlich. Wenn man ein inaktives Mitgliedignoriert, ihm Interesse und Kontaktmöglichkeitenentzieht, [nimmt man ihm]seine Rechte als Priestertumsträger.“ 2Besuche. Besuche. Besuche. Ältestenkollegiumspräsidentschaftenin der ganzen Welt geben an, dass ihrepersönlichen Besuche einen bleibenden Einfluss daraufhaben, wie alle Mitglieder in die Bruderschaft des Kollegiumsintegriert werden. Diese Besuche kommen ambesten an, wenn sie als Akt wahrer Freundschaft undechten Interesses angesehen werden. Dabei kann auchdie Einladung ausgesprochen werden, aktiv im Kollegiummitzuwirken. Man kann sich auch zum Gebet niederknienund der Familie damit einen Segen hinterlassen.Jedes Mitglied soll eine Aufgabe bekommen. PräsidentGordon B. Hinckley hat betont: „Ein Kollegium muss fürjedes seiner Mitglieder eine funktionierende Bruderschaftsein, wenn es seinen Zweck erfüllen soll.“ 3 Das passt genauzu seiner Ermahnung, dass jeder Neubekehrte (und jedesKollegiumsmitglied) eine Aufgabe braucht. JedesMitglied braucht fortwährend geistigeNahrung, die aus dem Gefühl kommt,jemandem zudienen, der inNot ist.Ein Schlüssel für die Bildung eines effektiven Kollegiums ist,dass die Bande der Bruderschaft unter den Mitgliederngestärkt werden.2. Man lernt grundlegende Lehren und Priestertumspflichten.Lernen Sie von denen, die uns führen. Ein Ältestenkollegiumspräsidentsoll an die Kollegiumsmitglieder das,was er gelernt hat, weitergeben. Es kann sein, dass derGeist unter der Woche seinen Verstand und sein Herzbelehrt. Er soll sich darüber Notizen machen. Wenn ermit der Pfahlpräsidentschaft, der Bischofschaft, mitdem zuständigen Hohen Rat beisammen ist oder eineFührerschaftsversammlung besucht, könnte er sichfragen: „Was von dem, was ich hier lerne, sollten meineBrüder im Kollegium erfahren?“ Wenn er seine Notizenaufbewahrt und ergänzt, werden sich auchGelegenheiten ergeben, bei denen er sie inKollegiumsversammlungen, bei Interviews oderbei besonderen Situationen, wo er Rat erteilt, weitergebenkann.Die Schriften weisen denÄltestenkollegiumspräsidentenan, „mit ihnen[den Kollegiumsmitgliedern]zu Rate zu sitzen undsie gemäß den Bündnissenzu belehren“ (LuB 107:89;Die Priestertumspflichtenzu lernen istein interaktiver Prozess,sei es im Unterrichtoder in derGemeinschaft mitanderen Ältesten.LIAHONA APRIL 2005 31


AN DIEKOLLEGIEN DESPRIESTERTUMS„Es wird ein herrlicherTag sein, meineBrüder, ... wennunsere Kollegien füralle Männer, die ihnenangehören, ein starkerAnker werden, wennjeder Mann sagenkann: ,Ich gehöre zueinem Priestertumskollegiumder KircheJesu Christi derHeiligen der LetztenTage. Ich bin jederzeitbereit, meinenBrüdern zu helfen,wenn sie michbrauchen, und ichweiß mit Sicherheit,dass sie bereit sind,auch mir zu helfen.Durch Zusammenarbeitwachsen wirgeistig und werdendurch Bündnisse, diewir schließen, SöhneGottes. Wenn wirzusammenarbeiten,können wir ohne Verlegenheitund furchtlosjedem widrigenSturm standhalten,und zwar in wirtschaftlicher,sozialeroder geistigerHinsicht.‘“Präsident Gordon B.Hinckley, „WelfareResponsibilities of thePriesthood Quorums“,Ensign, November 1977,Seite 86.siehe auch LuB 20:38-45). Zu Rate sitzenkann man persönlich bei einem Besuch zuHause oder in regelmäßigenUnterredungen, oder es kann mit demgesamten Kollegium stattfinden.Lernen Sie von denen, die lehren.Das Interesse und die Anwesenheit derKollegiumsmitglieder hängt zum Teil vomeffektiven Unterrichten und Lernen ab.Viele kommen, weil sie ihre Bündnissehochhalten, andere aber machen ihre Teilnahmevom Wert abhängig, den sie von derjeweiligen Lektion für sich erwarten. Bei derVorbereitung und Durchführung des Unterrichtssollen die Lehrer im Auge behalten,was die Mitglieder brauchen und wie siemiteinbezogen werden können. Die Lehrersollen auch mit der geistigen Macht undFührung unterweisen, wie es in Lehreund Bündnisse 50 erklärt ist (siehe Vers10-25). „Darum verstehen der, der predigt,und der, der empfängt, einander, und beidewerden erbaut und freuen sich miteinander“(LuB 50:22).3. Man erfüllt Dienstaufträge und beziehtdabei das gesamte Kollegium mit ein.Arbeiten Sie daran, dass die Kollegiumsmitgliederin materieller Hinsicht unabhängigwerden. Präsident J. Reuben Clark Jr.(1871–1961), Erster Ratgeber in der ErstenPräsidentschaft, hat gemahnt, dass „derBischof, was seine zeitlichen Aufgabenbetrifft, jeden Fall von Bedürftigkeit alsvorübergehendes Problem betrachtenund den Betreffenden helfen muss,bis sie sich selbst helfen können. DasPriestertum[skollegium] muss bedürftigenBrüdern jedoch auf lange Sicht helfen,nämlich bis nicht nur ihre materiellen,sondern auch ihre geistigen Problemegelöst sind. Ein konkretes Beispiel: DerBischof hilft einem arbeitslosen undbedürftigen Arbeiter, solange er Hilfebraucht. Das Priestertumskollegiumverschafft ihm Arbeit und sieht zu, dasser anfängt, seinen Unterhalt selbst zubestreiten und seine Pflichten als Priestertumsträgerzu erfüllen.“ 4Die Zugehörigkeit zu einem Kollegiumsoll „für alle Männer … ein starkerAnker werden“, hat PräsidentGordon B. Hinckley gesagt.32


ABDRUCK DES FOTOS VON STEVE FRAHM MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DER CHURCH NEWSMitglieder der Gemeinden Plantation und Davie aus dem Pfahl Fort Lauderdale in Floridahelfen einem Hausbesitzer (mit der Kettensäge), nach einem Hurricane sein Grundstück zusäubern.Bauen Sie ein funktionierendes Heimlehrsystemauf. Elder L. Tom Perry vomKollegium der Zwölf Apostel hat in derweltweiten Führerschaftsversammlungam 11. Januar 2003 wertvolle Ratschlägegegeben. Er hat von kleinen Einheitenin der Kirche gesprochen. Der Rat passtauch für alle, denen wenige Heimlehrerzur Verfügung stehen. Aktive Heimlehrersollen dort eingeteilt werden, wo man siebraucht. Der Schwerpunkt liegt bei denNeubekehrten. Möglicherweise kann nichtjeder besucht werden. Und das ist ElderPerrys Rat: „Wenn Sie als Priestertumsführernichts anderes tun, als den Mitgliedern zuhelfen, ihre Bündnisse mit dem Herrn zuhalten, haben Sie getan, was von Ihnenerwartet wird.“ 5Präsident Spencer W. Kimball (1895–1985)hat das Wesentliche am Heimlehren in derfolgenden Aussage vielleicht am besten ausgedrückt:„In dieser Zeit herrscht Weltlichkeit... Aber der Herr hat ein altes Programm inein neues Gewand gekleidet. Es birgt die Verheißung,dass die Welt zu einer gesundenLebensweise, zum wahren Familienleben,zur Interaktion in der Familie zurückkehrt.Es soll bewirken, dass der Vater wiederseinen rechtmäßigen Platz als Familienoberhaupteinnimmt, dass die Mutter vom gesellschaftlichenLeben und der Berufstätigkeitnach Hause zurückkehrt und dass sich dieKinder vom ständigen Spaß und Trubelabwenden. Das Heimlehrprogramm mitseiner krönenden Aktivität, dem Familienabend,wird üble Auswirkungen neutralisieren,wenn die Menschen die Mittel dazu nuranwenden.“ 6Dies sind nur einige wenige Anregungen,wie man den Ältesten dabei helfenkann, ein starkes Kollegium aufzubauen.Wir haben großes Glück, dass wir fortwährendRat von lebenden Aposteln undPropheten erhalten. Präsident Boyd K.Packer hat von Antworten gesprochen, dieaus den Handbüchern der Kirche, aus denheiligen Schriften, von Ratschlägen derlebenden Propheten und von Schlüsselgewaltund Rechten für fortdauernde,persönliche Offenbarung stammen. 7 Wirmachen unsere Berufung groß und wirentwickeln uns selbst in geistiger Hinsicht,wenn wir weiterhin lernen und die Lehrender lebenden Propheten und unsererörtlichen Führer anwenden.Wir müssen den Ältestenkollegien fürdie großartige Arbeit danken, die sie verrichten,um „Zion wiederzubringen“. Soerfüllen sie die Prophezeiung und bereitendie Heiligen darauf vor, zu Christus undihrem Gott zu kommen. Möge Gott siereichlich in ihren Bemühungen segnen! ■ANMERKUNGEN1. Generalkonferenz, Oktober 1938, Seite 1182. In A Royal Priesthood, Melchizedek Priesthoodpersonal study guide, 1975, Seite 1343. „Welfare Responsibilities of the PriesthoodQuorums“, Ensign, November 1977, Seite 864. Zitiert in Ensign, November 1977, Seite 855. Siehe „Das Programm für kleine Einheiten“, Ersteweltweite Führerschaftsschulung, 11. Januar2003, Seite 8-116. Generalkonferenz, April 1965, Seite 617. Siehe „Die Wiederherstellung“, Erste weltweiteFührerschaftsschulung, 11. Januar 2003, Seite 1-4DANKBARKEITFÜR EINÄLTESTEN-KOLLEGIUMMein Vater schlosssich in der Zeit, als er ummeine Mutter warb, derKirche an. Er wurde zumÄltesten ordiniert und wareine kurze Zeit aktiv, bevorer sich von der Kircheabwandte.Fünfzig Jahre lang hatteer offiziell keinen Kontaktmit der Kirche. Er ist oftumgezogen. Als er 82Jahre alt war und allein undkrank in Südkalifornienlebte, klopften eines Sonntagmorgenszwei Männeran seine Tür. Sie sagten:„Wir sind gekommen, umSie in die Priestertumsversammlungmitzunehmen.“Er war so dankbardafür, dass sich jemanddie Mühe machte und sichseiner annahm. DieseMänner fuhren mitmeinem Vater in die Kirche– das hatten seine dreiaktiven Söhne nur zubesonderen Anlässenzuwege gebracht. DieseBrüder waren ein gutesBeispiel dafür, wie Mitgliedereines Kollegiumssich um Bedürftigekümmern sollen. MeineFamilie wird den Männerndieses Kollegiums immerdankbar sein.Elder Dale E. Miller vonden SiebzigernLIAHONA APRIL 2005 33


ZUR STÄRKUNG DER FAMILIEVERMEHRT EUCH,BEVÖLKERT DIE ERDEDiese Artikelserie soll Ihnen behilflich sein, wenn Sie sich mit derProklamation an die Welt zur Familie beschäftigen und sie umsetzen.„Das erste Gebot, das Gott Adam und Evagab, bezog sich darauf, dass sie als Ehemannund Ehefrau Eltern werden konnten. Wirverkünden, dass Gottes Gebot für seineKinder, sich zu vermehren und die Erde zubevölkern, noch immer in Kraft ist.“ 1Kinder zu haben wird immer wenigergeschätztPräsident James E. Faust, der Zweite Ratgeberin der Ersten Präsidentschaft, merkte an,dass sich die Ansichten über den Zweck derEhe geändert haben. „Immer mehr jungeLeute sehen in der Ehe ,vorrangig eine partnerschaftlicheBeziehung, die die emotionellenBedürfnisse erwachsener Menschen erfüllensoll, und nicht länger … eine Einrichtung, inder Kinder heranwachsen.‘ ...Eine weitere besorgniserregende Herausforderungbesteht für die Familie darin, soPräsident Faust, „dass immer weniger Wertauf Kinder gelegt wird. In vielen Teilen derWelt werden immer weniger Kinder geboren.Die Abtreibung ist vielleicht das eindeutigsteAnzeichen dafür, wie unerwünscht Kindersind. Schätzungen zufolge endet weltweitetwa ein Viertel aller Schwangerschaften ineiner Abtreibung.“ 2Eine verheerende PraxisAbtreibung ist ein zweischneidigesSchwert. Sie fördert nicht nur die Selbstsuchtund den ungezügelten Umgang mitder Schöpfungskraft. Diese weitverbreiteteHandlungsweise erschwert oft auchdie Adoption für verheiratete Paare,34


LINKS: FOTO VON WELDEN C. ANDERSEN, SZENE NACHGESTELLT; ADAM UND EVA, GEMÄLDE VON DOUGLAS M. FRYER, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; RECHTS: FOTO VON CRAIG DIMOND, SZENE NACHGESTELLTdie keine eigenen Kinder bekommenkönnen.1991 hat die Erste Präsidentschafteine umfassende Erklärung zum ThemaAbtreibung veröffentlicht. Zwar wurdenbestimmte „seltene Fälle, in denen eineAbtreibung gerechtfertigt sein mag“ anerkannt,betont wurde aber, dass „diese nichtautomatisch ein Abtreibungsgrund sind“,und man riet „den Menschen überall, vonder verheerenden Praxis der Abtreibungabzulassen, sollte sie nur aus persönlichenGründen oder Bequemlichkeit gewünschtwerden“. 3Es ist sicher nicht bequem, Kinder aufdie Welt zu bringen. Meistens bedingt dieskörperlichen Schmerz und große Opfer und Selbstlosigkeit.Aber die Segnungen, die man erlangt, wenn manGottes Gebot erfüllt und Kinder großzieht, sind dieschönsten Segnungen, die er anbietet. Ja, die Elternschaftgibt uns in vielerlei Hinsicht einen Vorgeschmack darauf,einmal Gott zu sein.Außereheliche SchwangerschaftGenauso wie das Gebot, sich zu vermehren und die Erdezu bevölkern, wichtig ist, hat der Herr auch klargemacht,dass wir unseren Gehorsam nur in einer ehelichen Beziehungzeigen dürfen. Für diese Einschränkung gibt eszahlreiche Gründe, aber die zwei bedeutsamsten sind die,dass wir von sexueller Promiskuität abgehalten werden undden Kindern eine stabile und gesunde Familie bieten.Früher wurden uneheliche Kinder in den meistenGesellschaftsordnungen als peinlich und schmachvollangesehen. Aber in der heutigen Zeit, in der das Gute böseund das Böse gut genannt wird (siehe Jesaja 5:20), gilt dieaußereheliche Schwangerschaft kaum noch als Schande.Diese Verhaltensweise ist nicht nur in den Augen desHimmels eine Sünde. Forscher haben auch herausgefunden,dass eine uneheliche Geburt mit zahlreichenRisiken für das Baby behaftet ist. Wenn man sie beispielsweisemit Kindern von Ehepaaren vergleicht, sind unehelichgeborene Kinder eher gefährdet, am plötzlichenKindstod oder an einer Verletzung zu sterben oder schonin jugendlichem Alter straffällig zu werden.Kindern, die nicht in eine Ehe geboren werden und fürdie Adoption freigegeben werden, ergeht es weit besser alssolchen, die nicht adoptiert werden. Sie haben wenigerLernschwierigkeiten, erreichen höhere berufliche Qualifikationenund brauchen als Erwachsene seltener staatlicheUnterstützung. 4 Es liegt auf der Hand, dass man geistigeund materielle Segnungen empfängt, wenn man Kinder inKinder in die Weltzu setzen undsie auf die Weisedes Herrn zu erziehen,bringt sowohl geistigeals auch zeitlicheSegnungen.die Welt setzt und sie auf die Weise desHerrn großzieht.Das Bevölkern der ErdeNachdem der Herr dem Adam undder Eva geboten hatte, fruchtbar zusein und sich zu vermehren, gebot erihnen: „Bevölkert die Erde, unterwerftsie euch“ (Genesis 1:28). Das hebräischeWort, das mit „bevölkert“ übersetzt wurde,bedeutet „füllen“. Seit vielen Jahrenhören wir die Warnungen vor der Überbevölkerungund den verheerendenFolgen, die sie nach sich ziehen kann.In manchen Gegenden der Welt tretendie negativen Auswirkungen von extremhoher Bevölkerungsdichte zutage, die Welt als Ganzesaber steuert gegenwärtig in die andere Richtung. Ja,Forschungen deuten darauf hin, dass die Weltbevölkerungim Jahr 2040 ihren Höchststand erreicht haben unddanach sinken wird. 5Die wohl wichtigere Frage als die der Bevölkerungsdichteist die, wie wir die Ressourcen nützen, die Gott unsgegeben hat, um die Bevölkerung jetzt und in Zukunft zuerhalten. „Denn die Erde ist voll“, hat er gesagt, „und esist genug vorhanden, ja, dass noch übrig bleibt ... Wennjemand von dem Überfluss nimmt, den ich gemacht habe,und von seinem Teil nicht, gemäß dem Gesetz meinesEvangeliums, den Armen und den Bedürftigen abgibt, sowird er zusammen mit den Schlechten in der Hölle seineAugen emporheben in seiner Qual“ (LuB 104:17,18). „DerFeind menschlichen Glücks und die Ursache von Armutund Hunger [ist] nicht die Geburt von Kindern“, hat ElderHenry B. Eyring vom Kollegium der Zwölf Apostel gesagt.„Vielmehr ist er darin zu sehen, dass die Menschen mit derErde nicht so umgehen, wie Gott sie lehren könnte, wennsie bloß fragen und gehorchen würden, da sie ja selbständighandeln können.“ 6 ■ANMERKUNGEN1. „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, Oktober2004, Seite 492. „Herausforderungen, vor denen die Familie steht“, Weltweite Führerschaftsschulung,10. Januar 2004; Seite 2; aus David Popenoe und BarbaraDafoe Whitehead, „Marriage and Children: Coming TogetherAgain?“ in The State of Our Unions 2003: The Social Health of Marriagein America, National Marriage Project, Jahresbericht 2003, Seite 10f.3. Siehe „Church Issues Statement on Abortion“, Ensign, März 2003,Seite 1-44. Siehe Internet, www.heritage.org/research/features/familydatabase/results.cfm?key=4635. Siehe Nicholas Eberstadt, „The Problem Isn’t Overpopulation and theFuture May Be Depopulation“, Marriage and Families, April 2003,Seite 1-46. „Die Familie“, Liahona, Oktober 1977, Seite 86LIAHONA APRIL 2005 35


STIMMEN VON HEILIGEN DER LETZTEN TAGEWieder zu HauseJudith A. DeeneyVier Jahre waren seit meinerTaufe vergangen, und die meisteZeit davon war ich nicht sehraktiv. Ich trank und rauchte und warsehr deprimiert. Mein Mann Ian warauf See, und ich blieb allein zu Hausemit zwei kleinen Kindern. Und nungab es an seinem U-Boot erheblicheDefekte, und es musste am anderenEnde des Landes repariert werden.Sechs Wochen lang läutete jedenAbend das Telefon und Ian sagte:„Morgen werden wir auslaufen.“ Aberder Tag schien nie zu kommen, unddie versprochene Abfahrt wurdeimmer wieder verschoben.Das helle Licht am Horizontwaren meine wunderbaren Heimlehrerund die Besuchslehrerinnen,Als Ianendlichheimkam,ging er mit mirwie versprochenzur Kirche. DieMissionarewarteten auf ihn.die regelmäßig beimir vorbeikamenund mir ihre Liebeund Freundschaftentgegenbrachten.Ich muss gestehen,dass ich nicht immerhöflich war, ja, manchmal warich wirklich unmöglich. Trotzdemwusste ich, dass ich sie jederzeitanrufen konnte und dass sie immerbereit waren, mir zu helfen. MeineHeimlehrer ließen sich von demGlauben nicht abbringen, dass Iansich taufen lassen würde, wenn ichzur Kirche zurückkäme – aber ichmusste ihm erst ein Vorbild sein.Doch ich verspürte nie den Wunsch,ihren Glauben auf die Probe zustellen. In geistiger Hinsicht war icheinfach am Boden.Als ich eines Abends wieder mitIan telefoniert und erfahren hatte,dass sein Boot wieder nicht auslaufenund heimkehren würde, setzte ichmich hin und weinte. Ich war völligerledigt. Da begann ich zu beten –das hatte ich schon sehr lange nichtmehr getan.Als ich mich fertig machte, umzu Bett zu gehen, fiel mir etwasauf, was ich vorher nicht bemerkthatte – ein sehr intensiver, aber nichtunangenehmer Geruch. Er rief einErlebnis wach, das ich schon langevergessen hatte. Ich musste eineZeit lang nachdenken, bis icherkannte, dass er mich an dasGemeindehaus erinnerte, indem ich getauft worden war.Als mir dies wieder in denSinn kam, verspürte ich einwarmes, tröstliches Glühen inmir, und der Wunsch kam inmir auf, wieder in die Kirchezu gehen.Ich rief Tony, einen meinerHeimlehrer, an. Kurz daraufkamen er und seine Frau Rosiezu mir, und wir redeten miteinander,wie wir noch niezuvor geredet hatten. Allefrüheren Schranken waren wieweggeweht. Ich würde alsowieder in die Kirche gehen.Ich konnte Ians nächstenAnruf kaum erwarten. Diesmalfand er mich aufgedreht undgar nicht depressiv vor. Zumeinem Erstaunen reagierte er aufmeinen Bericht mit dem Vorschlag,dass wir nach seiner Rückkehr alsFamilie in die Kirche gehen sollten.Am nächsten Sonntag holten Tonyund Rosie die Kinder und mich abund nahmen uns mit zur Kirche. Ichwar überrascht, als ich dort einenMissionar sah, der ein zweites Mal inunser Gebiet versetzt worden war.Er hatte uns früher schon einmalbesucht, aber nichts erreicht.ILLUSTRATIONEN VON GREGG THORKELSON36


Genauso war es auch anderenergangen. Keiner konnte Ian odermich dazu bewegen, zur Kirche zukommen. Er begrüßte mich herzlichund sagte, dass er in unsereGegend zurückgekommen sei, umIan zu taufen. Ich war skeptischund lachte, aber in der darauffolgenden Woche kam Ian endlichheim. Wie versprochen, ginger am nächsten Sonntag mit zurKirche. Elder Paskett ging andiesem ersten Sonntag auf ihn zuund machte mit ihm einen Terminaus, wann er und sein Mitarbeiter,Elder Brown, zu uns kommenkonnten, damit sie die Lektionen mitihm durchnehmen konnten. Nachzwei Wochen nahm Ian die Einladungzur Taufe an. Das Ganze dauertenicht einmal einen Monat, und kurzdarauf wurden die Missionare ausunserer Gemeinde in ein anderesGebiet versetzt.In diesen Wochen war ich davonüberwältigt, wie viel Liebe wir durchden Heiligen Geist und die Mitgliederempfangen hatten. Damalsbeschlossen wir: Falls wir uns für dasEvangelium entscheiden, werdenwir auch ganz und gar danach leben.Kurz nach seiner Taufe wurde Ian alsLeiter der Jungen Männer berufenund ich bekam eine Berufung inder Primarvereinigung. Unsere Mitgliedschaftin der Kirche war sehrerfüllend und aufregend. Im Laufeder Zeit wuchs unsere Familie vonzwei auf fünf wunderbare Kinder an.1982 wurden wir im London-Tempelaneinander gesiegelt. Tony undRosie waren dabei.Seit damals beeinflusst das Evangeliumjeden Bereich unseresLebens. Wir haben Höhen undTiefen erlebt, aber niemals habenwir unsere Entscheidung, demHerrn zu dienen, bereut. Wir habenin seiner Kirche tatsächlich einZuhause gefunden. ■Judith A. Deeney gehört zum Zweig Lerwickin der Schottland-Mission Edinburgh.Ich habe nichtzugehörtThierry HotzAls ich etwa 17 Jahre alt war,traf ich mich eines Tages mitmeinem Cousin. Wir wolltenam anderen Ende der Stadt ins Kinogehen. Danach meinte mein Cousin,ich könne bei ihm schlafen, aber ichlehnte ab, weil ich wieder nachHause wollte.Es gab dort keine Straßenbeleuchtung,und so ging ich im Dunkelnheim. Damals hatte ich nur wenigGlauben. Damit ich mich etwassicherer fühlte, begann ich beimGehen leise zu singen. Je weiter ichging, umso mehr Angst bekam ich.Als ich bei einem Fußballstadionvorbeiging, hörte ich eine leiseStimme, die sagte: „Thierry, geh aufdie andere Straßenseite!“ Ich glaubte,es spräche nur die Furcht aus mir,und ignorierte die Stimme. Nachein paar Metern wurde die Stimmedeutlicher: „Thierry, geh auf dieandere Straßenseite!“ Wieder redeteich mir ein, dass ich nur Angst hatte.Ich ging auf dieser Straßenseiteweiter und rannte schon fast. Undplötzlich hörte ich die Stimme eindrittes Mal: „Thierry, geh jetzt auf dieandere Straßenseite!“ Ich habe nichtdarauf gehört.An der nächsten Straßenecke bemerkteich vier oder fünf Gestalten.Ich rannte auf die andere Straßenseite,aber es war zu spät. Sie entdecktenmich, griffen mich an undverlangten alles, was ich bei mir trug.Ich versuchte, mich zu verteidigen,konnte aber nicht viel ausrichten.Schließlich ließ ich mich zu Bodenfallen und stellte mich ohnmächtig.Als alle weg waren, rappelte ich michauf und rannte so schnell wiemöglich nach Hause.Zwanzig Jahre nach diesem Abenteuerist es nun mein Beruf, für dieSicherheit anderer zu sorgen. Ichwar in Situationen, die bedrohlicherwaren als diese, und habe immerwieder die Stimme gehört, die mirsagt, was ich tun soll. Ich brauchewohl nicht zu erwähnen, dass esjetzt nicht mehr einer dreimaligenWarnung bedarf.Das Erlebnis, das ich als jungerMann hatte, war zwar schmerzlich,aber ich habe dadurch gelernt, dieStimme des Heiligen Geistes zuerkennen. Heute bin ich mit dieserStimme sehr gut vertraut. ■Thierry Hotz gehört zur Gemeinde Vitrollesim Pfahl Nizza.LIAHONA APRIL 2005 37


38Das Haus, dasdurch GlaubenerrichtetwurdeJosé Luis da SilvaAn dem Abend im Jahr 1966,als meine Frau und ich unstaufen ließen, versuchtenAngehörige und Freunde, dies zuverhindern. Wir wurden von unserenVerwandten drangsaliert, die unsereFamilie heftig kritisierten und sagten,dass wir unsere Familie an die Kircheverkauft hätten. Sie sagten auch, dasssie uns nicht mehr liebten. Schließlichzogen sich unsere Freunde völligvon uns zurück. Dann mussten wirSchwierigkeiten überstehen, diedurch Arbeitslosigkeit und Krankheitentstanden.Andererseits ging es unsererFamilie nach jedem Besuch in derKirche besser. Mit jedem Unterrichtwurde der Geist stärker. Die Mitgliederunterstützten uns, und derBischof besuchte uns und sprachuns Mut zu. Wir wussten aus unserereigenen Erfahrung, dass diejenigen,die die Kirche kritisierten, falschlagen. Die Kirche tat uns wirklichgut. Wir lernten etwas über JesusChristus. Wir lernten, andere zulieben und ihnen zu dienen. Wirgewannen den Blick für das, wasewigen Wert hat. Obwohl es denAnschein hatte, dass sich alles gegenuns gewandt hatte, konnte nichts dieTatsache ändern, dass wir den Herrngefragt hatten, ob das Evangeliumwahr sei, und er hatte unsere Gebetebeantwortet.Eines Tages, wir hatten unsgerade der Kirche angeschlossenund wohnten im Haus meinesVaters, besuchte uns der Bischof.Mein Vater warf ihn hinaus. Er sagte,dass er in seinem Haus keine Mitgliederder Kirche dulde. DerBischof hatte den Eindruck, er solleuns zu einer Unterredung bitten. Erteilte uns mit, dass uns Mitgliederund Missionare eine Zeit lang nichtmehr zu Hause besuchen würden,denn unsere Familie sollte derKirche nicht feindselig gegenüberstehen.Er meinte, wir müssten starksein und wir würden viele Segnungenempfangen, wenn wir aufdem schmalen und geraden Wegblieben.Wir konnten aufgrund meinerBeschäftigungslage nicht in eineigenes Haus ziehen. Ich konntekeine so gute Arbeit wie zuvorfinden. Von Zeit zu Zeit hatte icheinen schlecht bezahlten Job, aberirgendwie schafften wir es immer,unseren Zehnten und die Opfergabenzu zahlen, die Kirche zubesuchen und die nötigen Lebensmittelzu kaufen. Der Herr vervielfachteunsere Segnungen,und wir waren wirklich glücklich.An dem Tag, als wir im Tempelaneinander gesiegelt wurden, blickteich auf unsere zwei Söhne – Luigi,damals zwei Jahre alt, und Lucas, einJahr alt –, wie sie in den Siegelungsraumkamen und ihre Hände aufdie unseren legten, als dieheilige Handlung vollzogenwurde, und ich weinte vorGlück. Ich kann diesewunderschöne Szene und denherrlichen Geist nicht vergessenund auch nicht das Gefühl, dassdas alle Anstrengung wertgewesen war.Die Schwierigkeitenhörten nicht auf, abermanches lief besser.Mein Vater und unsereTanten und Onkelhörten auf, die Kirchezu kritisieren, unddie Großeltern respektiertenunsere Entscheidung.Wir bemühtenuns, durch unser Beispiel zu zeigen,dass die Kirche unser Leben veränderte.Die Hilfe, die wir einandergaben, war sehr wichtig. In meinenBerufungen als Seminarlehrer undRatgeber in der Bischofschaft unterstütztemeine Frau mich immer.In dem Jahr unserer Taufe kaufteeiner unserer Freunde ein Grundstückfür ein Haus für unsere beidenFamilien und borgte uns einen Teildes Geldes dafür. Wir fingen an, voneinem eigenen Haus zu träumen. VomGeist bewegt, begannen wir mit derAufstellung von Arbeits- und Materialkosten.Wir hatten das Gefühl, dasswir irgendwie darangehen sollten, einHaus zu bauen, in dem wir unsereKinder im Evangelium erziehen,missionieren und Besuche von Mitgliedernempfangen konnten.


Einige Zeit später lernte ichBruder Joel besser kennen, der inunserer Gemeinde erst kurz zuvorgetauft worden war. Sein Glaube warerstaunlich. Eines Tages waren wirmit einem Dienstprojekt beschäftigt,da sagte er zu mir: „José Luis, wirkönnen dein Haus bauen.“ Ich warden Tränen nahe, aber ich hieltmich zurück, bis ich es meiner Frauerzählte. Das war die Antwort aufunsere Gebete.Ein paar Tage danach sagte derFreund, der das Grundstück für seineund meine Familie gekauft hatte,wir könnten den gesamten Bauplatzhaben und später dafür bezahlen. Ichhatte noch immer nicht die Arbeit,durch die ich es mir hätte leistenkönnen,BaumaterialAls meineFamilie dieMitglieder,die uns beimHausbau geholfenhatten, kennenlernte, schwandihre Feindseligkeit.zu kaufen, aber ich wusste, dassder Herr einen Weg dafür bereitenwürde. Ein paar Wochen spätererhielt ich das Angebot, für einegroße Firma zu arbeiten. Und sokonnten wir unser Ziel, ein Haus zubauen, bald verwirklichen.Was für ein Liebeswerk von BruderJoel! Er hat nicht nur ein Haus fürunsere Familie gebaut. Er wollteuns auf jede nur erdenkliche Weisehelfen. Wir arbeiteten nur samstags.Die Arbeiten dauerten 10 Monate undbeeinträchtigten unsere Arbeit in derKirche nicht. Auch andere Mitgliederder Kirche halfen uns. Mein Vater kammehrere Male vorbei und half uns, sokonnte er auch die Mitglieder besserkennen lernen. Er lernte vor allemBruder Joel kennen, der inzwischenunser Heimlehrer war.Eines Samstags äußerte sich meinVater lobend über Bruder JoelsArbeitsweise.Ich fragte: „Vater, weißt du, wie vielich für seine Hilfe bezahlt habe?“Er sagte: „Nein.“„Ich habe ihm nicht einen Centgegeben“, meinte ich. „Er hat mirgeholfen, weil er meine Familie liebt.Er ist ein guter Mensch.“Ich sah, wie überrascht mein Vaterwar, und er sagte gar nichts. Wahrscheinlichdachte er daran, wie erden Bischof und die Missionarebehandelt hatte, und es war ihmpeinlich. Er sah, dass die Mitgliederder Kirche immer gut zu unsgewesen sind.An dem Tag, als wir die Arbeitenan unserem Haus beendeten, waren16 Männer, die meisten Mitgliederder Kirche, da. Meine Verwandtenund Freunde, die nicht der Kircheangehörten, haben an dem Tag sicherviel gelernt.Während unser Haus gebautwurde, ließen sich mein Bruderund meine Schwägerin von denMissionaren unterweisen und entschlossensich zu heiraten, damit siegetauft werden konnten. An ihremHochzeitstag erlebte ich ein weiteresWunder: Vier Missionare und vieleMitglieder der Kirche waren im Hausmeines Vaters.Wir wissen, dass das Evangeliumwahr ist. Wenn wir unseren Glaubenausüben, wird der Herr Berge inBewegung setzen, um uns zu helfen.Heute betrachte ich die Mauernunseres Hauses als ein Zeugnisdafür, dass der Herr seine Kinderliebt und weiß, was sie brauchen.Natürlich haben wir noch viele andereBerge vor uns, aber wenn wirglaubenstreu sind, werden wir sieüberwinden. Wir müssen immerdaran denken, was der Herr für unsgetan hat. ■José Luis da Silva gehört zur GemeindeJardim Presidente Dutra im PfahlGuarulhos in São Paulo in Brasilien.LIAHONA APRIL 2005 39


Ein ausgewogenesDie täglichen Anforderungendes Lebens im Gleichgewichtzu halten, ist eine der größtenAufgaben im irdischen Dasein.BRENT L. TOPVor einigen Jahren war ich mit meiner Familie imUrlaub und bemerkte, dass mit unserem Auto etwasnicht stimmte. Wir waren sehr erleichtert, als unsder Mechaniker sagte, es sei nicht so schlimm; der Vergasermüsse nur leicht nachgestellt werden, damit einausgewogeneres Gemisch aus Benzin und Sauerstoffentstehe.In den Jahren seither konnte ich oft erkennen, dassdas rechte Gleichgewicht nicht nur bei der Wartung vonMaschinen, sondern auch in unserem Leben wichtig ist.Wenn wir unsere Prioritäten von Zeit zu Zeit abstimmenund die Richtung und das gewünschte Ziel einer Prüfungunterziehen, hilft uns das, gegen wirtschaftliche, emotionaleund geistige Tiefpunkte gewappnet zu sein.Die täglichen Anforderungen des Lebens im Gleichgewichtzu halten, ist eine der größten Aufgaben imirdischen Dasein. Von Zeit zu Zeit fühlen wir uns wohl alleeinmal hin- und hergerissen. Ja, es kann sogar sein, dasswir uns extrem anstrengen, glaubenstreu nach den Evangeliumsgrundsätzenzu leben und gerade dadurch dasempfindliche Gleichgewicht in unserem Leben erschütternund unseren persönlichen Frieden und die Harmonie inder Familie stören.Meine Frau Wendy hat diese Schwierigkeit erlebt. Jahrelanghat sie sich fast völlig verausgabt, weil sie dachte, siemüsse die perfekte Frau und Mutter sein, das perfekteMitglied, die perfekte Nachbarin und Bürgerin. Aber sieempfand keine Freude, sondern war oft überarbeitet undentmutigt. Ihre Frustration wurde noch dadurch verschlimmert,dass Führer und Freunde mit den bestenAbsichten wohl meinten, dass sie – wenn sie nur genugGlauben hätte – dies alles vollbringen könne.Nur nach einer Krise mit Depressionen undAngstzuständen konnte sie völlig die Ursacheihres Leidens erkennen. Es war eine schmerzlicheZeit, nicht nur für sie, sondern für unsereganze Familie. Doch dadurch wurden wir stärkerund haben viel gelernt. Aber vielleicht wäre uns vielLeid erspart geblieben, hätten wir besser verstanden, wiewichtig es ist, zwischen Zeitlichem und Geistigem dasGleichgewicht zu halten.Als ich Bischof war, erkannte ich, dass nicht nur meineFrau so etwas durchlief. Auch Elder Dean L. Larsen,ein emeritierter Siebziger, hat folgende Beobachtunggemacht: „Mir fällt im Umgang mit den Mitgliedern derKirche immer öfter auf, dass die Menschen sich ernsthaftbemühen, Sünde zu vermeiden, dass sie wirklich ihrBestes geben wollen, so gut sie es verstehen, dass sie imEinklang mit den Grundsätzen des Evangeliums lebenund trotzdem ziemlich unglücklich, frustriert und enttäuschtsind.“ 1König Benjamin warnte sein Volk vor Extremen, und dasauch im Guten: „Seht zu, dass dies alles in Weisheit undOrdnung geschieht; denn es ist nicht erforderlich, dass derMensch schneller laufe, als er Kraft hat“ (Mosia 4:27).Ausgewogenheit in zeitlichen BelangenDas Problem der Unausgewogenheit zwischenZeitlichem und Geistigem gibt es seit Menschengedenken,es scheint sich aber in unserer Zeit, da der Materialismusimmer mehr um sich greift, zu verschlimmern. ElderM. Russell Ballard vom Kollegium der Zwölf Apostel hatgesagt: „Vielleicht braucht niemand die Grundsätze für dasGleichgewicht im Leben notwendiger als diejenigen, diesich gedrängt fühlen, in dieser Welt ,Dinge‘ aufzuhäufen“. 2Ob wir nun egoistisch oder selbstlos handeln – es kannsein, dass wir bekommen und geben, eilen und rennen,kommen und gehen und erst danach bemerken, dass wirunsere emotionale und geistige Kraft vergeudet habenLINKS: FOTO VON CRAIG DIMOND, SZENE NACHGESTELLT; RECHTS: FOTO VON CHRISTINA SMITH, SZENE NACHGESTELLT40


Lebenund unser Herz an Dinge gehängt haben, die letztlichwenig wert sind. Im Buch Mormon gibt der Prophet JakobJesajas Worte wieder und warnt: „Darum gebt nicht Geldhin für das, was ohne Wert ist, noch eure Arbeit für das,was nicht zufrieden machen kann“ (2 Nephi 9:51; sieheJesaja 55:2).Man kann leicht glauben, dass wir, um unsere Berufunggroß zu machen, ständig dienen, führen oder Rat erteilenmüssen. Doch es kann sein, dass wir wirkungsvoller dienenund mehr Geistigkeit entwickeln, wenn wir weniger Versammlungenund Aktivitäten haben. Präsident Spencer W.Kimball (1895–1985) ermahnte die Heiligen, sie sollten, wieer es nannte, „ruhig und gesund leben.“ 3 Und erst vorkurzem hat uns Elder Richard G. Scott vom Kollegium derZwölf Apostel angewiesen: „Denken Sie daran: VermehrenSie nicht die Arbeit, sondern vereinfachen Sie sie.“ 4 UnserLeben ist nicht mehr im Gleichgewicht, wenn wir zulassen,dass äußerliche Geschäftigkeit die innere Tugend verdrängt.Um Ausgeglichenheit in zeitlichen Belangen zuerreichen, sind wir oft gezwungen, zwischen vielen gutenund wünschenswerten Dingen zu entscheiden. VerschiedeneBildungs- und Kulturangebote können beispielsweisesehr wertvoll für die Förderung von Talenten und für dieEntwicklung unsererKinder sein. Möglichkeitenzum Dienen inder Kirche und imVon Zeit zu Zeit fühlen wir unswohl alle einmal hin- undhergerissen und erschüttern sodas empfindliche Gleichgewicht inunserem Leben und stören unserenpersönlichen Frieden und dieHarmonie in der Familie.LIAHONA APRIL 2005 41


Gemeinwesen können uns viele bereichernde und lohnendeErfahrungen bringen. Aber selbst dann, wenn wirsolche edlen Gründe und Aktivitäten in Betracht ziehen,müssen wir, wie uns Elder Ballard geraten hat, darandenken, dass „zu viel von etwas im Leben uns aus demGleichgewicht bringen [kann]. Aber auch zu wenig vonetwas Wichtigem kann uns aus dem Gleichgewichtbringen.“ 5 Es mag sogar sein, dass es äußerst schädlich ist,wenn wir unseren Kindern die Gelegenheit geben, anzusätzlichen Sportaktivitäten, an Musikstunden oder ananderen Aktivitäten teilzunehmen, die Geld und Zeitkosten, die andernfalls für die Familie aufgewandt werdenkönnten. Wenn wir unseren Kindern beibringen, wie sieruhig, gesund und ausgeglichen leben können, ist diesvielleicht mit das Wichtigste, was wir für sie in diesenhektischen Letzten Tagen tun können.Vielleicht lehnen wir so manches, was unsere Zeiterfordert, deshalb nicht ab, weil wir Angst haben, diessei egoistisch. Doch sogar der Erretter hat sich hin undwieder vorübergehend von den Menschen zurückgezogen,die ihn so dringend brauchten (siehe beispielsweise Lukas5:16). Das hat ihm sicher geholfen, ihnen dann wieder miterneuter Kraft helfen zu können.Um die zeitliche Ausgewogenheit in unserem Lebenzu erhalten, müssen wir möglicherweise zu solchenAktivitäten nein sagen, für die wir keine Zeit, keine Mitteloder keine Energie haben. Wir dürfen keine Schuldgefühlehaben oder uns egoistisch vorkommen, wenn wir unsgelegentlich zurückziehen, um uns zu sammeln, denn eserwächst Kraft daraus, wenn man von Zeit zu Zeit einfachdaheim bei seinen Lieben ist.Ausgewogenheit in geistigen BelangenSo, wie Unausgewogenheit in zeitlichen Belangenunseren emotionalen und geistigen Frieden beeinträchtigenkann, kann sich auch geistige Unausgewogenheitnachteilig in jedem Lebensbereich auswirken. Um dierechte Ausgewogenheit in geistigen Belangen zu erreichen,müssen wir bedenken, dass der Herr von uns nichterwartet, dass wir im irdischen Leben schon Vollkommenheiterlangen. Die unrealistische Erwartung, wirmüssten jetzt in allem vollkommen sein, hindert uns inWirklichkeit sogar daran, wahrhaft nach dem Evangeliumzu leben, und erstickt unsere geistige Gesinnung. Wennwir es nicht schaffen, unserer vorgefassten Meinungvon Vollkommenheit zu entsprechen, neigen wir dazu,uns durch unverdiente Selbstkritik oder Schuldgefühleherabzusetzen, oder wir verausgaben uns mitunrealistischen Anstrengungen, um auf unserem Weg zurVollkommenheit voranzukommen.König Benjamins Rat, nämlich nicht schneller zu laufen,als wir Kraft haben, ist für das Geistige genauso bedeutsamwie für das Zeitliche, wenn nicht sogar noch mehr. EinSchlüsselwort in König Benjamins Aussage ist der Rat, „eifrig“zu sein (siehe Mosia 4:27). Wir dürfen nicht vergessen,dass geistiges Wachstum nicht plötzlich eintritt, sonderndass dies Zeit und Erfahrung erfordert. Die hoffnungsvolleBotschaft des Evangeliums ist, dass Gott von uns oft nichtsensationelle oder außergewöhnliche Taten verlangt,sondern vielmehr, dass wir uns darum bemühen, heutebesser zu handeln als gestern. Er kennt unsere Wünsche,unser Ziel und unsere Richtung ebenso wie unsere Taten.Um geistige Ausgewogenheit aufrechtzuerhalten,müssen wir unseren geistigen Fortschritt oft überdenken.Eine ehrliche Bewertung unserer Herzenswünsche undder Richtung in unserem Leben kann uns dabei helfen, dasGefühl der Unzulänglichkeit zu überwinden. Elder Neal A.Maxwell (1926–2004) vom Kollegium der Zwölf Apostelgab uns den folgenden inspirierenden Rat:„Wir müssen genauer auf den Unterschied zwischengöttlicher Unzufriedenheit und den Einflüsterungen desSatans achten, zwischen Unzufriedenheit mit sich selbstund eigener Geringschätzung. Ersteres brauchen wir, undletzteres müssen wir meiden. Wir dürfen nicht vergessen,dass unser Gewissen uns von einer höheren Ebene ausruft, aber nicht nur, um uns zu tadeln, sondern auch, umuns ein Zeichen zu geben. ...Wir können uns anschauen, wie weit wir es bei unseremAufstieg auf dem Pfad zur Vollkommenheit schongebracht haben; für gewöhnlich sind wir viel weiter, alswir zugeben ...Wir können ohne viel Aufhebens aber noch ehrlichereine Inventur bezüglich unserer Kräfte durchführen ... Diemeisten von uns sind unehrliche Buchhalter und brauchendie Bestätigung ,externer Buchprüfer‘. Der, der seinenersten Stand nicht bewahrt hat, freut sich darüber, wenn wiruns selbst kleiner machen, als wir sind. Mangelnde Selbstachtungkommt vom Satan; so etwas gibt es im Himmelnicht. Natürlich sollen wir aus unseren Fehlern lernen, aberwir sollen auf diese Fehler nicht immer wieder zurückblicken,so als ob daraus das Spiel des Lebens bestünde.“ 6Ein Hindernis auf dem Weg zu geistiger Ausgewogenheitist das „Pseudo-Selbstvertrauen“. Robert L. Millet sprach vonder Gefahr, die darin liegt, dass wir uns zu sehr auf unsereeigenen, begrenzten Fähigkeiten verlassen. Er sagte, dassmanche Mitglieder in ihrem Fortschritt behindert und42


von Schuld niedergedrückt seien und sichbemühten, ihre Anstrengungen zu verdoppeln– nämlich noch eifriger zu arbeiten. Wennsich das Problem im gegenwärtigen Temponicht aus der Welt schaffen lässt, dannbeschließen sie, schneller zu laufen. Zu ofterzielt man damit einen noch geringerengeistigen Gewinn – und zwar Erschöpfung undweiteren Frust. Die Lösung für diese Problemeist nicht unbedingt, dass man noch mehr undnoch schwerer arbeitet. Dies gilt im Speziellenfür Geistiges. Die Lösung besteht oft darin,dass wir unsere Grenzen erkennen und tun,was wir können, und dass wir uns dann anden Herrn um Hilfe wenden.“ 7CHRISTUS IN GETSEMANI, GEMÄLDE VON HARRY ANDERSONWir müssen das Sühnopfer anwendenAls sich meine Frau bemühte, dem Kreislaufvon glaubenstreuen Werken, gefolgt vonFrustration und Entmutigung, zu entrinnen,flüsterte der Geist des Herrn ihr zu, dass derHerr keine Freude an dem hatte, was sie sichabverlangte, weil sie es nicht zuließ, dass sichdas Sühnopfer in ihrem Leben vollständigauswirkte. Es ist kein Zeichen von Schwäche,wenn wir vom Sühnopfer Gebrauch machen.Es zeigt vielmehr Mut, Glauben und Dankbarkeit.Durch das Sühnopfer können wir nichtnur von Sünde umkehren, sondern auchdie Gnade des Erretters in hohem Maßeerfahren. Das macht uns stark, wenn wireinfach nicht die Kraft haben, unsere menschlichenSchwächen zu bezwingen. Es ermöglichtdem Erretter, unsere Lasten auf sich zunehmen und unsere vielen Unzulänglichkeitenzu kompensieren (siehe Matthäus11:28-30; Ether 12:27).Wer in seinem Leben das Gleichgewichtzwischen Zeitlichem und Geistigem nichtfindet, hat keinen Frieden. Er kann vonentmutigenden Winden und frustrierendenStürmen hin und her geworfen werden.Doch genau, wie der Erretter den Sturm aufdem See von Galiläa stillte (siehe Matthäus8:26), kann er uns durch seinen Einflussberuhigen, trösten und führen, wenn wir nurdas Tempo verlangsamen, wenn wir nur soschnell laufen, wie es unsere Kraft zulässt,und trotzdem „mit Beständigkeit in Christusvorwärtsstreben“ (2 Nephi 31:20). ■Brent L. Top ist derzeit Präsident der Illinois-MissionPeoria.ANMERKUNGEN1. „My Peace I Give unto You“, AMCAP Journal, 1986,Seite 12f.2. „Die Anforderungen im Gleichgewicht halten, diedas Leben stellt“, Der Stern, Juli 1987, Seite 123. „Glimpses of Heaven“, Ensign, Dezember 1977,Seite 864. „Die Lehre, die den Hilfsorganisationen zugrundeliegt“, Weltweite Führerschaftsschulung, 10. Januar1977, Seite 865. Der Stern, Juli 1987, Seite 126. „Notwithstanding My Weakness“, Ensign, November1977, Seite 867. Life in Christ, 1990, Seite 47f.Durch dasSühnopferkönnen wirdie Gnade desErretters in hohemMaße erfahren. Dasmacht uns stark,wenn wir einfachnicht die Krafthaben, unseremenschlicheSchwäche zubezwingen.LIAHONA APRIL 2005 43


STARKEWURZELNIN KLEINENZWEIGENTina Dobravc isteine junge Dame,die in Slowenienmithilft, die Kircheaufzubauen.JENIANN JENSENZeitschriften der KircheGehen Sie einmal in den Wald undlauschen Sie der Stille. BetrachtenSie die Sonne durch das Dach derBaumkronen. Spüren Sie das stille Wundervon Gottes Schöfung. Staunen Sie darüber,wie die Bäume so groß, fest und starkdastehen können.Joseph Smith ging in einen solchen Wald,wo er zum Beten niederkniete und der Weltneues Licht brachte. Er brauchte einen Ort,wo er allein sein konnte, einen ruhigen Ort,an dem er nachdenken und Antworten aufseine Fragen bekommen konnte.Joseph Smith hatte im Staat New York imNordosten der Vereinigten Staaten die ersteVision, aber einen solchen Wald gibt es auchin Kroatien und Slowenien. Die JungenMänner und Jungen Damen treffensich hier zu Jugendtagungen.So wie der ProphetJoseph Smith habenauch diese Jugendlichenum Antwortengebetet undfanden sie im EvangeliumJesu Christi.Kroatien undSlowenien gehörtenItalienÖsterreichSLOWENIENAdriabis 1991 zu Jugoslawien. Zu Beginn derneunziger Jahre kamen die ersten Missionarein diesen Teil der Welt. Seither sind inSlowenien drei Zweige der Kirche und siebenin Kroatien gegründet worden. Die Kirchehat dort noch nicht genügend Mitglieder,dass Gemeindehäuser gebaut werden können,aber das Werk geht voran. Die meistenNeugetauften sind junge Männer und Frauen,die so oft wie möglich zusammenkommen,um einander in ihrem Zeugnis zu stärken.Alleine standhaltenWenn man einem so kleinen Zweigangehört, bedeutet das für ein Mitgliedoft Einsamkeit. Wenn Kristina Mestrov dieVersammlungen ihres Zweiges, Split inKroatien, besucht, sind manchmal nurnoch ihre Mutter und die Missionareda. Aber sie gibtUngarnKROATIENBosnien undHerzegowinaihr Bestes, um das zuändern. „Ich bemühemich immer, einegute Missionarinzu sein“, sagt sie.Viele Jugendlichesinddie einzigen44


FOTOS (FALLS NICHT ANDERS ANGEGEBEN) VON PHILLIP UND ANI MAXFIELD; LINKS: FOTO DER BLÄTTER © PHOTODISCMitglieder in ihrer Familie. Petra Karaklajicaus Zagreb sehnt den Tag herbei, an demihre Familie versteht, was sie glaubt. Sie sagt:„Einige aus meiner Familie verstehen nicht,warum ich am Sonntag die Versammlungenbesuche, oder sie kommen mit einigenLehren der Kirche nicht klar.“ Aber dannerklärt Petra ihre Überlebensstrategie: „Ichmuss herausfinden, wer ich wirklich bin undwohin ich gehen muss. Und wenn ich eszulasse, so bewirkt das Evangelium eineVeränderung zum Besseren. Ich muss einfachmein Bestes geben und Jesus Christusnachfolgen. Ich bin ein geliebtes Kind deslebendigen Gottes.“Tina Dobravc hat sich erst kürzlichin Celje in Slowenien der Kircheangeschlossen. Seit ihrer Bekehrunghat sie positive Veränderungen in ihremLeben erlebt. Aber manchmal ist es für sieauch schwer, nach dem Evangelium zuleben, wenn ihre Familie sie nicht unterstützt.„Zu Hause ist es schwer, vor demEssen zu beten oder allein zu beten“, sagtsie. „Aber ich muss daran denken, dass essich trotzdem lohnt. Ich weiß, dass meineFamilie eines Tages glücklich sein und dasEvangelium finden wird.“ Tina ist in ihremZweig für die Aktivitäten zuständig.Viele Jugendliche müssen auch unterihren Freunden allein standhalten. Vielehaben, als sie das Evangelium angenommenhaben, ihre Freunde verloren. Lucija Krajnik,die sich vor kurzem in Ljubljana in Sloweniender Kirche angeschlossen hat, sagt: „Seit ichmich der Kirche angeschlossen habe, kannBei einer Jugendtagungin Slowenien(oben) lernen dieJugendlichen,einander zu vertrauen.Linker Einschub: SimonStevanovic (Mitte)erzählt seinen Elternvom Evangelium.LIAHONA APRIL 2005 45


Bei der Jugendtagung(oben) sprachen dieJugendlichen nicht alledie gleiche Sprache,was sie aber verband,war das Evangelium.Bei der Tagung hoffensie, dass sie wie dieBäume im Wald seinkönnen – stark undbeständig.ich nicht mehr mitmeinen alten FreundenUmgang pflegen, weilsie keine gute Gesellschaftfür mich waren.Es war das Beste fürmich, mich von ihnenabzuwenden und mitden Mitgliedern undMissionaren in Verbindungzu bleiben.“„Wir rufenalle MitgliederderKirche dazuauf, sich umdie Neubekehrtenzukümmern, ihnen den Armum die Schulter zu legen undihnen das Gefühl zu vermitteln,dass sie bei uns zuHause sind. Seien Sie ihnendurch Ihre Freundschaft einSegen. Ermutigen Sie siedurch Ihren Glauben. AchtenSie darauf, dass keiner verlorengeht.“Präsident Gordon B. Hinckley,„Zur Lage der Kirche“, Liahona,Mai 2003, Seite 4GemeinsamstandhaltenSo, wie die Bäume eines Waldes einanderstärken, stärken die Jugendlichen einander,wenn sie beisammen sind. Zur letzten Jugendtagung– der ersten, die viele je besuchthatten – kamen 47 Jugendliche. Sie verstandeneinander nicht immer, weil sie Englisch,Kroatisch oder Slowenisch sprachen,aber sie verstanden alle die Sprache desEvangeliums.Die Jugendtagungen und andere Aktivitätenmit Menschen, die das Gleiche wie sieglauben, geben Petra Karaklajic Kraft. „Wennwir alle zusammen sind, sind wir stärker“,sagt sie. „Ich empfinde es als großen Segen,dass ich in der Kirche Brüder und Schwesternhabe.“Lucija Krajnik weiß, dass sie ihre Freunde inder Kirche braucht. „Wo wäre ich bloß, wennich die Kirche nicht hätte?“, fragt sie. „Ich bindankbar, dass ich ein Mitglied der Kirche binund meine Freunde zur Seite habe.“Die Jugendlichen wissen, dass die Kircheweiter wachsen wird, wenn sie anderen vomEvangelium erzählen. Sie laden andere oftein, denn sie wollen ihnen helfen, das Lichtdes Evangeliums zu erkennen.Simon Stevanovic aus Celje in Slowenienglaubt fest daran, dass er seinen Freundenund seiner Familie vom Evangelium erzählenmuss. „Wir müssen unsere Eltern undFreunde damit vertraut machen, damit dieKirche wächst. Wir haben viele Freunde. Wirmüssen das Evangelium verbreiten.“ Simonhilft seinem Vater dabei,mehr über die Kirche zuerfahren, und freut sichdarauf, eines Tages Vollzeitmissionarzu sein.Ava Zupancic ausLjubljana in Slowenien weiß,dass das nur der Anfang ist,wenn sie anderen dabeihilft, getauft zu werden.„Es macht mich wirklichsehr traurig, wenn ich sehe,dass sich jemand taufenlässt und dann nach einigerZeit nicht mehr kommt“, sagt sie. „Daspassiert zu oft. Wir müssen den neuenMitgliedern helfen!“Stark bleibenSelbst wenn die Wurzeln in einem Waldkräftig sind und man von Bäumen umgebenist, die einen schützen, wüten manchmalStürme und es gibt Herausforderungen.Diese Jugendlichen wissen aber, dass es sichlohnt, gegen die Stürme anzukämpfen.„Um ein Sieger zu sein“, sagt Davor Majcaus Kranj in Slowenien, „muss man immerwieder aufstehen, ganz egal, wie oft manbei seinem Bemühen, ein Ziel zu erreichen,versagt, und man muss weitermachen.Diejenigen, die am Ende auf einen warten,werden jubeln.“Ivona Frcek aus Zagreb in Kroatien bestätigt,dass „alles Schlechte, was geschieht,vorübergeht. Man muss nur stark bleiben undan der Wahrheit festhalten.“Die Jugendlichen in Kroatien undSlowenien werden einander weiterhinstärken und anderen dabei helfen, dieAntworten auf die wichtigen Fragen desLebens zu finden. Sie hoffen, dass sie wiedie Bäume im Wald sind: groß, beständig,unerschütterlich und stark. ■Phillip und Ani Maxfield haben zu diesem Artikelbeigetragen. Sie haben in der Kroatien-MissionZagreb gedient und gehören zur Gemeinde Issaquah5 im Pfahl Bellevue Washington.46


Hätten Sie’s gewusst?Es geschah im April14. April 1832: Brigham Young und seine Frau Miriamwerden in New York in einem Teich getauft.April 1853: In Südafrika beginnt man mit derMissionsarbeit.1. April 1898: Lucy Jane Brimhall und Amanda InezKnight werden als erste Vollzeitmissionarinnen nachEngland berufen.26. April 1964: Elder Gordon B. Hinckley, der damalsdem Kollegium der Zwölf Apostel angehört, weiht daserste Gemeindehaus der Kirche in Asien, und zwar in Tokio.1. und 2. April 2000: Die Generalkonferenz wird erstmalig im fastvollendeten Konferenzzentrum abgehalten.„Die größte Lektion,die wir im irdischenLeben lernenkönnen, [ist] die:Wenn Gott sprichtund wir gehorchen,werden wir niemals fehlgehen.“Präsident Thomas S. Monson, Erster Ratgeberin der Ersten Präsidentschaft, „Vorbilder,denen wir nacheifern können“, Liahona,November 1977, Seite 86FührungstippAls Jesus den Menschen, mit denen er zusammen war, diente, half erden Bedürftigen, schenkte den Entmutigten Hoffnung und suchte die Verirrten.Durch seine Taten zeigte er den Menschen, dass er sie liebte, verstandund schätzte. So können wir dem Beispiel des Erretters folgen undanderen bei gemeinsamen Aktivitäten dienen:• Sieh die anderen so, wie der Erretter sie sehen würde.• Gib dich mit jedem ab, nicht nur mit guten Freunden.• Gib jedem die Chance, an der Unterhaltung teilzunehmen und sichzur Gruppe zugehörig zu fühlen.• Bemüh dich, über jemanden etwas Neues zu erfahren. Dabei musstdu Fragen stellen und anschließend zuhören.• Erzähl es den anderen, wenn du über jemanden etwas Gutes gehörthast.• Sprich die Menschen mit ihrem Namen an.• Sorge dafür, dass sich andere wertvoll fühlen, indem du ihnenaufrichtig Mut machst und deine Wertschätzung ausdrückst.Eine gute Kombination„Es ist sehr schön,wenn man etwas Neueslernen kann, indem manan einem Projektfür das ProgrammMein Fortschrittarbeitet und einemMitglied in derEuer Beispiel„Der Einfluss, den ihr durch euerBeispiel ausübt, kann den Ausschlagdafür geben, ob jemand die Botschaftvon der Wiederherstellung des Evangeliumsannimmt und sich bekehrtoder ob er sich nicht dafür interessiert.Achtet auf eure äußere Erscheinung,auf eure Gedanken, eure Sprache undauf euer Verhalten.“Siehe Elder Charles Didier von derPräsidentschaft der Siebziger, „Die Macht desBeispiels“, Der Stern, Juni 1980, Seite 34Gemeinde dient“, meint eine JungeDame der Gemeinde Exeter im PfahlPlymouth in England. Die JungenDamen nähten einen Quilt fürSchwester Etta Cunningham, eineältere Schwester der Gemeinde, dieKrebs hatte. Das Projekt machte denMädchen Spaß und sie lernten, wieman einen Quilt näht. Sie lernten auch,dass es wichtig ist, Mitgefühl für ältereMenschen zu haben.Bevor Schwester Cunningham starb,schrieb sie den Mädchen einen kurzenDankesbrief. Sie bewahren ihn im Buchder Erinnerung der Jungen Damen auf.LINKS: FOTO MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DER JUNGEN DAMEN DERGEMEINDE EXETER IM PFAHL PLYMOUTH IN ENGLAND.LIAHONA APRIL 2005 47


LESERBRIEFEZur Kirche geführtIch bin seit Februar 2002 Mitgliedder Kirche, und drei Monate späterließen sich auch mein Mann undmein Sohn taufen. Wir sind für alles,was wir seither gelernt haben, sehrdankbar. Von ganzem Herzen dankenwir den Missionaren.Der Liahona hat uns in schwerenZeiten geholfen, und die Ausgabensind für uns unbezahlbar. Jedes Mal,wenn wir einen Artikel lesen, lernenwir etwas Neues.Wir bereiten uns darauf vor, in denTempel zu gehen, und hoffen, dassuns das bald gelingt. Wir sind sehrdankbar dafür, dass wir zu dieserKirche geführt worden sind.Lucica Dobre,Zweig Constanta,Rumänien-Mission BukarestAnregungen für den FamilienabendWir freuen uns jeden Monat,wenn wir den Liahona bekommen.Die Artikel erbauen uns immer undsind oft die Grundlage für unserenFamilienabend.Familie Radeke,Zweig Kassel,Pfahl HannoverDie Besuchslehrbotschaftenermutigen und trösten michIch bin sehr dankbar, dass ich denLiahona habe. Er hat mir geholfen,die Grundsätze des Evangeliums zuverstehen, weil ich mich an das Beispielder Mitglieder in aller Welthalten kann. Ich mag die monatlicheBesuchslehrbotschaft. Sie ermutigtmich und tröstet meinen Geist.Siria Cordero,Gemeinde Alma Rosa,Pfahl Ozama Santo Domingo,Dominikanische RepublikDer Liahona hat im LebenBedeutungIch mag den Liahona, denn erstärkt meinen Glauben und hilft mir,im Licht Jesu Christi zu wandeln.Besonders die Ausgabe vom Oktober2003 hat mir gefallen. Ich habe alleArtikel gelesen, und ich konnte allesdavon in meinem Leben anwenden.Ich bin so dankbar für die Kirche unddiese Zeitschrift, die den Menschenin aller Welt hilft.Tina Sensok,Zweig Phnom Penh 8,Distrikt Phnom Penh, Kambodscha NordVerteidiger des GlaubensDa ich auf die Universität gehe,arbeite und meine Berufungen in derKirche erfülle, habe ich sehr viel zutun. Deswegen musste ich mir etwaseinfallen lassen, wie ich regelmäßigden Liahona lesen konnte. Jetztnehme ich ihn immer mit, wenn ichzur Universität fahre, und ich nutzejede freie Minute, um darin zu lesen.Er ist eine Bereicherung für meinLeben. Ich bin für die darin enthaltenenArtikel dankbar, ich verspüredie Führung durch den Heiligen Geiststärker in meinem Leben, und es fälltmir leichter, anderen von meinemZeugnis vom wiederhergestelltenEvangelium zu erzählen. Die Zeitschrifthilft mir, meinen Freunden einLicht zu sein, und gibt mir die Kraft,ein Verteidiger des Glaubens zu sein.Lehi Spencer, Santiago Lastra,Gemeinde Natividad,Pfahl Tacna PerúDie Liebe zum TempelIch mag den Liahona sehr, insbesondereden Teil für die Kinder,und meinen Kindern gefällt er auch.Ihnen haben die Geschichten aus derBibel und dem Buch Mormongefallen, und sie sehen sich gerne dieBilder der Propheten und Tempel an.Meine sechsjährige Tochter hat in derPV etwas über den Tempel gelernt,und sie möchte eines Tages in denTempel gehen.Yadira González,Gemeinde Cincuentenario,Pfahl Panama-Stadt, PanamaWir bitten umBeiträge zumThema KinderSenden Sie Ihren Erfahrungsberichtüber Kinder, die den Lehren unddem Beispiel des Erretters folgenwollen, indem sie sich bemühen,wie Jesus zu sein, an: Trying to Belike Jesus, Liahona, Room 2420,50 East North Temple Street, SaltLake City, UT 84150-3220, USA; oderper E-Mail an cur-liahona-imag@ldschurch.org. Bitte geben Sieden Namen des Kindes, sein Alter,seine Adresse sowie die Gemeindeund den Pfahl (bzw. den Zweigoder Distrikt) an. Legen Sie einBild des Kindes und, wennmöglich, auch deranderen, die indiesem Artikelvorkommen,bei.48


FÜR KINDER • KIRCHE JESU CHRISTI DER HEILIGEN DER LETZTEN TAGE • APRIL 2005Kleiner Liahona


KOMMT, HÖRT,WAS DER PROPHETUNS SAGTDer TrösterPräsident Fausterklärt, dass wirjetzt zwar nicht inder Gegenwartdes Errettersleben können,dass uns dieseraber durch dieGabe des HeiligenGeistes Trostgeschickt hat.VON PRÄSIDENT JAMES E. FAUSTZweiter Ratgeber in der Ersten PräsidentschaftVor vielen hundert Jahren führte derErretter seine Jünger zum letztenMal in den Garten Getsemani. Jesuswusste sehr gut, was ihm bevorstand, under hatte Angst: „Meine Seele ist zu Todebetrübt. Bleibt hier und wacht!“ (Markus14:34.)Zweifellos spürten die elf Apostel, dassetwas Schlimmes geschehen sollte – dochbegreifen konnten sie es nicht. Jesus hattedavon gesprochen, dass er sie verlassenwerde. Sie wussten, dass der Meister, densie liebten und auf den sie angewiesenwaren, irgendwo anders hinging, dochwohin, das wussten sie nicht. Sie hattenihn sagen hören: „Ich werde euch nicht alsWaisen zurücklassen ... Der Beistand aber,der Heilige Geist, den der Vater in meinemNamen senden wird, der wird euch alleslehren und euch an alles erinnern, wasich gesagt habe“ (Johannes 14:18, 26).Ich möchte die jungen Menschenauf diese besondere Gabe aufmerksammachen, nämlich die Gabe des HeiligenGeistes. Wir können den tröstenden Einflussdes Heiligen Geistes den ganzen Tagüber spüren – bei der Arbeit, beim Spielen,bei der Erholung. Sein Einfluss kann unsjahrein, jahraus Kraft geben. In Freud undLeid können wir mit seinem Beistand,seinem Trost rechnen.Dieser Tröster steht uns in unseremBemühen bei, ein besserer Mensch zuwerden. Er kann uns Offenbarungenzukommen lassen, die uns vor einerdrohenden Gefahr warnen oder vorFehlern bewahren. Er kann unserenatürlichen Sinne schärfen, sodass wirklarer sehen, genauer hören und uns andas erinnern, woran wir uns erinnernsollen. Er kann uns helfen, so glücklichzu sein, wie wir nur sein können.Da wir hier auf der Erde nicht wieSimon Petrus, Jakobus, Johannes, Maria,Martha und andere in der Gegenwart desHerrn leben können, kann die Gabe desHeiligen Geistes unser Tröster und unserzuverlässiger Kompass sein. ●Nach einer Ansprache bei der Frühjahrs-Generalskonferenz 1989.ILLUSTRATION VON PAUL MANNKL2


KL4ILLUSTRATIONEN VON DILLEEN MARSH


DAS MITEINANDERMeine Familie kann fürimmer bestehen„Die heiligen Handlungen und Bündnisse, die imheiligen Tempel vollzogen werden können, ermöglichenes dem Einzelnen, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren,und der Familie, auf ewig vereint zu sein“(„Die Familie – eine Proklamation an die Welt“,Liahona, Oktober 2004, Seite 49.)MARGARET LIFFERTH§Erinnert ihr euch an die Geschichte von Adamund Eva? Als sie den Garten von Eden verließen,wurden sie die Eltern der ersten Familieauf der Erde. Adam und Eva hatten Söhne und Töchterund lehrten sie das Evangelium (siehe Mose 5:12).Sie erlebten die Herausforderungen und die großeFreude, die das Familienleben mit sich bringt (siehe2 Nephi 2:23).Seit damals sind wir alle nach dem Plan des HimmlischenVaters als Teil einer Familie auf die Erde gekommen.Jede Familie ist anders – da gibt es zweiEltern oder einen Elternteil, viele oder wenige Kinder;manchmal gibt es Cousins oder Großeltern, die mit beider Familie wohnen. Für die Familienmitglieder ist eswichtig, dass man einander lieb hat und dazu beiträgt,dass alle glücklich sind.Wenn ihr euch mit den Evangeliumsrichtlinienbefasst und danach lebt (siehe Anleitung Glaube an Gott,hinteres Deckblatt), so könnt ihr mithelfen, ein glücklichesZuhause und eine ewige Familie zu haben. Wennihr das Rechte wählt – getauft werdet, den Zehnten zahlt,Umkehr übt, den Sabbat heilig haltet, Mutter und Vaterhelft, das Abendmahl nehmt, betet, in den Schriften lestund würdig lebt, sodass ihr in den Tempel gehen könnt –,entwickelt ihr rechtschaffene Familientraditionen.Wenn wir unseren Teil zum Aufbau einer ewigenFamilie tun, indem wir das Evangelium Jesu Christikennen lernen und danach leben, dann freuen wir unsüber den Plan des Himmlischen Vaters für uns.Der StammbaumSchneide von einem Baum oder Strauch einenkleinen Zweig ab und stelle ihn in eine Vase oder inein Glas (bitte einen Erwachsenen um Hilfe undErlaubnis). Du kannst auch einen Baum auf eingroßes Blatt Papier malen. Auf Seite KL4 findest duAnregungen, wie du mithelfen kannst, dass deineFamilie stark ist. Schneide die Rahmen aus und machin jeden oben ein Loch. Schreibe oder zeichne in dieleeren Rahmen deine eigenen Ideen, wie du deinerFamilie helfen und ihr zeigen kannst, dass du sie liebhast. Häng nun die Rahmen mit einem Faden anden Baum.Hinweis: Wenn du keine Seiten aus dem Kleinen Liahonaheraustrennen möchtest, kannst du das Material für diese Aktivitätauch kopieren, nachzeichnen oder im Internet auf www.lds.org.ausdrucken. Für die englische Ausgabe klickst du auf „GospelLibrary“, für eine andere Sprache auf die Weltkarte.Anregungen für das Miteinander1. Für größere Kinder: Viele Propheten im BuchMormon gaben uns ein gutes Beispiel, indem sie ihreEltern ehrten und die Familie stark machten. Teilen Siedie Kinder in Gruppen. Geben Sie jeder Gruppe einenSchriftstellenhinweis und ein in seine Buchstaben zerschnittenesWort: Gehorsam, 1 Nephi 3:2-8; Gebet, Enos1:4,5; Arbeit, Mosia 6:7; Umkehr, Mosia 27:8-14,32;Glaube, Alma 53:18-22, 56:44-48; die heiligen Schriften,Mormon 8:1-5. Jede Gruppe soll die angegebeneGeschichte lesen und das Wort zusammensetzen, umden Grundsatz herauszufinden, um den es da geht undnach dem die Eltern und Kinder gelebt haben. Danachsollen sie überlegen, wie sie ihre Eltern ehren können,indem sie heute diesen Grundsatz anwenden. JedeGruppe soll den anderen kurz die Geschichte aus derSchrift erzählen und sagen, wie sie sie anwenden kann.Singen Sie Lieder, die diese Grundsätze unterstreichen.2. Für kleinere Kinder: Verwenden Sie die Bilder zumPV-Leitfaden 4-5 (Lehis Familie verlässt Jerusalem), 4-8(Nephi kehrt mit den Messingplatten zu Lehi zurück)und 4-16 (Nephi und der zerbrochene Bogen) undbeziehen Sie die Kinder mit ein, wenn Sie davonerzählen, wie gehorsam Nephi seinen Eltern war. DieKinder sollen im Rollenspiel darstellen, wie sie ihrenEltern gehorchen können, während sie dazu passendeLieder singen. ●KLEINER LIAHONA APRIL 2005KL5


AUS DEM LEBEN VON PRÄSIDENT DAVID O. MC KAYDer junge ApostelDavid, ein wichtigesTelefongespräch für dich.Bei der Generalkonferenz 1906 besuchte Davidzusammen mit seiner Frau und seinen beiden kleinenSöhnen Verwandte in Salt Lake City. Zwischen den Versammlungengingen sie zum Essen nach Hause.Ich soll ins Büro der ErstenPräsidentschaft kommen.David traf Elder George Albert Smith, einen Apostel, amTempelplatz. Elder Smith begleitete ihn zum Büro desPräsidenten des Kollegiums der Zwölf Apostel. Auf demWeg dorthin dachte David darüber nach, wie er seineBerufung in der Sonntagsschule im Pfahl erfüllt hatte.Vielleicht werde ichja in den Bildungsausschussder Kirche berufen.KL6ILLUSTRATIONEN VON MIKE EAGLE


Präsident Francis M. Lyman bat David, sich hinzusetzen. Beiseinen nächsten Worten war David sprachlos.Sie sind also David O.McKay. Der Herr möchte, dassSie Apostel werden ...Was ist los? Sie sagen jagar nichts?Für so eine Berufungbin ich gar nicht würdig!Nicht würdig? Nichtwürdig?! Was haben Siedenn angestellt?Nichts,dessen ich michschämen müsste.Als er zu seinen Verwandten zurückging, traf er seinen Vater.Mein Sohn, hat mandich in den Bildungsausschussberufen?Ich darf nochnichts über meine neueBerufung sagen.Glauben Sie daran,dass der Herr Ihnen dabeihelfen wird, diese Berufungauszuführen?David besuchte gemeinsam mit seiner Frau EmmaRay die Nachmittagsversammlung der Konferenz.Kurz vor Ende der Versammlung wurde einebesondere Mitteilung bekannt gegeben. Emma Raywar ganz überrascht und brach in Tränen aus, alssie Davids Namen hörte. Mit nur 32 Jahren wurdeDavid O. McKay als Mitglied im Kollegium derZwölf Apostel bestätigt.Nach David Lawrence McKay, My Father, David O.McKay, 1989, Seite 38ff.KLEINER LIAHONA APRIL 2005KL7


BESONDERE ZEUGENWie gut kennst duElderRichard G.Scott?ADHUm etwas über ElderRichard G. Scottvom Kollegium der ZwölfCApostel in Erfahrung zu bringen,musst du den Buchstaben, der bei einem jeden Bildsteht, mit einem der unten stehenden Hinweisezusammenbringen.KL8_______________1. Elder Scott wuchs in dieser Stadt auf.2. Als junger Mann bekam er nicht den Ferienjobbeim Utah Park Service, für den er sich beworbenhatte. Er reiste dennoch nach Utah und bot an,zwei Wochen lang in der Küche zu arbeiten.Er sagte: „Wenn Sie mit meiner Arbeit nichtzufrieden sind, brauchen Sie mich nicht zubezahlen.“ Als der Sommer vorüber war, warer Stellvertreter des Küchenchefs.3. Er hatte viele andere interessante Jobs. Unteranderem sammelte er diese da, als er vor derKüste New Yorks segelte.4. Er mag Jazzmusik und kann dieses Instrumentspielen.5. Als er jung war, ermutigte ihn seine FreundinJeanene Watkins, auf Mission zu gehen. Er warin Uruguay und sie im Nordwesten der USA aufMission. Danach heirateten sie hier.B_______________E6. Er interessierte sich für Wissenschaft undwurde Kerntechniker. Als er sich für einen Jobbewarb, war sein Gesprächspartner nicht gutauf ihn zu sprechen, als er erwähnte, dass er aufMission gewesen war. Doch er verteidigte seinenGlauben und wurde eingestellt, weil er genugSelbstvertrauen gezeigt hatte, um die schwierigeArbeit zu meistern – nämlich an der Entwicklungdieses kernkraftbetriebenen Fahrzeugs mitzuarbeiten.7. Drei Jahre lang wohnte er als Siebziger indiesem Land.8. In seiner Freizeit ist Elder Scott gern in derNatur und beobachtet diese da.9. Auch dieses Hobby macht ihm Spaß.10. Er hilft ihnen gern. ●Nach „Elder Richard G. Scott: ,Die wirkliche Macht stammt vomHerrn’“, Der Stern, Februar 2003, Seite 1-4.Antworten: 1G (Washington, D.C.), 2A (Geschirr spülen), 3C, 4F, 5I (der Manti-Utah-Tempel), 6B, 7D (Mexiko), 8H, 9J,10E (Jugendliche und Kinder).FGIJFOTO VON JOHN LUKE


EINESCHRIFTROLLEFÜR DIE FAMILIENGESCHICHTEMARGARET SHAUERSVor langer Zeit schrieben die Menschen aufPapyrusrollen (aus Pflanzen hergestelltes Papier)oder auf Leder, das um Holzstäbe gerollt wurde.Fast alles, was in der Bibel steht, wurde auf Rollen geschrieben.Einige Rollen aus dem Altertum waren bis zu44 Meter lang! Du kannst deine Familiengeschichte aufFamiliengruppenbogen schreiben, die von der Kircheherausgegeben werden. Weiter unten wird erklärt, wiedu aus diesen Berichten eine Rolle machen kannst.Vielleicht magst du das bei einem Familienabendmachen.Du kannst auch selbst solche Rollen basteln. Füreine Rolle brauchst du drei DIN-A4-Blätter, Klebeband,Klebstoff, einen Stift, zwei 25 cm lange Holzstäbe undein 46 cm langes Band oder eine Schnur.1. Klebe die Blätter längs (an der 21 cm breiten Seite)mit dem Klebestreifen oder Klebstoff so zusammen,dass du einen langen Papierstreifen bekommst (sieheAbbildung).2. Lass auf der linken Seite einen 8 cm breiten Rand.Schreib dann die Überschrift, „Die Familie meinesVaters, (vollständiger Name deines Vaters)“ (sieheAbbildung). Schreib darunter die Überschrift „Eltern“und schreib die Namen seiner Eltern dazu. Danachschreibst du die Überschrift „Geschwister“. Schreib dieGeschwister deines Vaters mit ihrem vollen Namen auf,vom ältesten bis zum jüngsten. Achte darauf, dass dudeinen Vater an der richtigen Stelle dazuschreibst.Schreib die Geburtsdaten neben die Namen. Lass dirdabei von deinen Eltern helfen.3. Schreib auf das nächste Blatt des Streifens dieÜberschrift, „Die Familie meiner Mutter, (vollständigerName deiner Mutter)“. Schreib wie vorhin für dieFamilie deines Vaters auch hier die Überschriften unddie Namen und Geburtsdaten der Familienmitgliederdeiner Mutter auf (siehe Punkt 2 oben und Abbildung).4. Schreib auf das letzte Blatt des Streifens dieÜberschrift, „Die Familie von (dein vollständiger Name)“und danach die Daten deiner Familie. Schreib den vollenNamen deiner Eltern und deiner Geschwister auf undwann sie Geburtstag haben (siehe Abbildung).5. Klebe nun die Holzstäbe rechts und links an denRand des Papierstreifens (siehe Abbildung) und lassden Klebstoff trocknen. Rolle die Stäbe dann nachinnen und binde die Schnur oder das Band um dieRolle. ●HolzstabklebenklebenHolzstabDie Familie meines Vaters, _________volleständiger Name deines VatersEltern______________________________________________________________________Die Familie meiner Mutter,_______volleständiger Name deiner MutterEltern____________________________________________________________________Die Familie von __________________dein vollständiger NameEltern______________________________________________________________________ILLUSTRATION VON THOMAS S. CHILDGeschwister_________________________________________________________________________________________________________Geschwister______________________________________________________________________________________________________Geschwister_________________________________________________________________________________________________________KLEINER LIAHONA APRIL 2005KL9


NEUE FREUNDELonah Fisher undAsenaca LesumaAUS TAVEUNI, FIDSCHIMARGARET SNIDERDie neunjährige Lonah Fisher unddie zehnjährige Asenaca Lesumawohnen auf einer Insel mitten imPazifischen Ozean. Die Insel Taveuni ist diedrittgrößte der über 300 Fidschi-Inseln.Will man von einem Ende zum anderenfahren, braucht man nicht einmal einenhalben Tag. Mangos, Papayas, Bananen, Ananasund Kokosnüsse wachsen hier, und die PV-Kinder singen „Popcornblüten sind am Mangobaumdran“ – das ist Lonahs Lieblingslied.Die Tagimokiablume wächst ganz oben auf demhöchsten Berg von Taveuni. In der Nähe gibt es aucheinen See, Wasserfälle und einen Regenwald. Man sagt,dass diese seltene und schöne Blume sonst nirgendsauf der Welt wächst. Lonah und Asenaca wachsenim Evangelium aber nicht so allein auf wie die Tagimokiablume.Beide haben eine Familie, in der Liebeherrscht, und beide gehören zum Zweig SomosomoTaveuni. Sie wohnen nahe beieinander – aber nicht imgleichen Ort – und gehen auch nicht in die gleicheSchule.Lonahs Schule ist die Taveuni Central Indian School.Die Lehrer sprechen dort den halben Tag lang EnglischFidschiViti LevuVanua LevuTaveuniund die übrige Zeit Hindi.Sie spricht beide Sprachenfließend, kann aber auch ein★bisschen Fidschi. In AsenacasSchule lernen und sprechendie Schüler am Vormittag Englisch.Am Nachmittag sprechen sieFidschi, wenn sie nämlich etwas über die Inseln undderen Geschichte lernen.Nach der Schule hilft Lonah ihrer Mutter beimGeschirrspülen, und sie passt auf ihre Brüder Alfred (7)


Lonah Fisher (oben,links und rechts) undAsenaca Lesuma(unten, links undrechts) wohnen nichtim gleichen Ort undgehen auch nicht indie gleiche Schule.Aber sie gehören zumselben Zweig auf derInsel Taveuni, derdrittgrößten Insel derüber 300 Fidschi-Inseln. Beide liebenihre Familie und dasEvangelium.FOTOS VON MARGARET SNIDER; LANDKARTE VON AMY HINTZEund Joshua (3) auf. „Das ist nichtleicht!“, seufzt sie. Ihre Brüder sindsehr lebhaft. Alfred spielt gerneFußball, das machen sie dannauch oft. Lonah spielt auch gernNetzball (dieses Spiel ist so ähnlichwie Basketball). Mit ihrenCousinen spielt sie gern mitden Puppen. Und sie liebtihren Hund, Buzo. „Er geht unsüberallhin nach, sogar in dieKirche“, sagt sie.Wenn Asenaca von der Schulenach Hause kommt, wäscht sie dieSchuluniform und hängt sie zumTrocknen auf. Vor kurzem hat esnicht genug geregnet. DeswegenKLEINER LIAHONA APRIL 2005 KL11


Asenaca (ganz rechtsmit ihrem Vater) undLonah (rechts) habenvieles gemein. Beidetanzen gern, spielengern Netzball, helfenihrer Mutter und gehenzur PV, zur Abendmahlsversammungundzu anderen Aktivitätenim Zweig SomosomoTaveuni.durfte man das Wasser nur zu bestimmtenTageszeiten aufdrehen. Man musste dasWasser in Tonnen sammeln und aufbewahren,und die ganze Familie musstevorausdenken, damit auch genug Wasserda war, wenn sie welches brauchten.Asenaca hilft wie Lonah ihrer Mutter imHaus und passt auf ihre Brüder Meli (9)und Joseva (3) und auf ihre SchwesterMeresiana (6) auf. Auch drei ihrer Cousinenwohnen bei ihnen: Irene (17), Katarina (13)und Sera (8). Asenaca spielt gerne mitihnen, wenn sie ihre Pflichten erledigt hat.Sie veranstalten Wettrennen und spielenFang- und Netzball und ein Spiel, das beiihnen „Der Er“ heißt. Das ist ähnlich wieFangen.Lonah und Asenaca tanzen gern.Ihr Zweig hatte Square-Dance-Nummerneinstudiert, um sie bei einerAktivität vorzuführen. Dabeitrugen sie Kostüme, die sieeigens für diesen Anlass genähthatten. Danach konntensie diese Kleidung sonntags in der Kirchetragen.Lonah liebt das Evangelium und weiß,dass es überall in der Welt gleich ist. IhrGroßvater war krank und bleibt nunwährend der Behandlung in Australien.Lonah hat ihn dort besucht und ist auch indie Primarvereinigung gegangen. Sie sagt,dass es in Australien anders ist, weil es soviele verschiedene Klassenzimmer gibt unddie Kinder nach Altersgruppen eingeteiltsind. Im Zweig Somosomo gibt es nur einePV-Klasse für alle Kinder. Aber die Themensind dieselben.Auch Asenaca liebt das Evangeliumund möchte einmal auf Mission gehen.Um sich darauf vorzubereiten, betet sie,geht zur Kirche und liest in den heiligenSchriften. Sie freut sich auch darauf, dasssie, wenn sie größer ist, in den Tempelgehen kann, auch wenn sie mit der Fähre20 Stunden zum Tempel fahren muss.Und sie hofft auch, dass sie eines Tagesdort heiraten wird und dass ihre künftigeFamilie im Evangelium an Stärke sozunehmen kann, wie sie und Lonah esjetzt erleben. ●Margaret Snider gehört zur Gemeinde Hagan Parkim Pfahl Sacramento Cordova in Kalifornien.KL12


#####CCCB BBBgggCCCCBCSSgCBBCBBCCBCSSBgCCCCBgCCCBCCCCCCgBBBBCCCEr starb,damit ich Leben habMit Ausdruck = 84–92[ F C7 F ] Bf (G)O C C C C C B O C OB B B B2! Y4 4 CC C C C CEr starb, da - mit ich Le - ben hab, Er - lö - sung fin - de ich durchY 4 S B C B C C C B B C X C! Y OYC Gm C7 (A) Dm GmO3C C C C B CCihn. Er starb! Man leg - te ihn ins Grab, für1 1W C C C C CILLUSTRATION VON BETH M. WHITTAKERF Gm C7 F C7 F! Y B O C C C C C B O C C C C C C C C OC B B B1Y Cal - le gab sein Blut er hin. Er kam aus dem Grab am Os - ter - tag, derText: Thelma McKinnon Anderson, 1913–97. © 1976 IRIMusik: Charlene Anderson Newell, geb. 1938. © 1976 IRIDas Lied darf für den gelegentlichen, nichtkommerziellenGebrauch in Kirche und Familie vervielfältigt werden.5C C S BBC C C C BBf C Gm C7 (A) Dm Bf! Y O CB CB C BOCY1O C C C C C B C C C CB C C C3Tod ist nun be - siegt. Ein Lied für sei - ne Op - fer - tat sing ich zumB B BF A7 Dm G7 [F C7! Y C O C C CC B BC C C C CX B1WC C1C C CDank, weil er uns liebt. Drum freut euch, dan - ket ihm und singt!Y BWlangsamerB BCF? ]C5OC¯Johannes 15:13LuB 20:23; 76:41


DerRosengarten„Der göttliche Plan des Glücklichseins macht es möglich, dass die Familienbeziehungen über das Grab hinausBestand haben.“ („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, Oktober 2004, Seite 49.)PAT WAYNENach einer wahren Begebenheit aus dem Leben des Verfassersrief Vati. „Du musst los zur Schule!“ Mikeging langsam die Treppe hinunter, wo Vati auf„Mike“,ihn wartete.„Muss ich gehen?“, fragte Mike. „Kann ich nicht bismorgen warten?“Vati schüttelte den Kopf. „Du hast schon zu langegewartet. Ich kann dich ja verstehen, aber du musst inder Schule wieder aufholen.“„Frau Peters hat mir doch etwas zum Lernengeschickt“, sagte Mike.Vati seufzte und gab Mike einen Pullover. „Heutegehe ich wieder zur Arbeit – und du gehst wieder in dieSchule.“Mike spürte, wie ihm die Tränen kamen. Ganzbestimmt würde er nicht wieder weinen! „Ohne Mamaist es so schwer.“Vati kniete sich hin und umarmte Mike. „Ich weiß.“Mike sah den Schmerz in Vatis Augen.Als Mike zur Tür hinausging, sah er Mamas wunderschönenRosengarten. Aber er war nicht mehr schön.Überall wuchs Unkraut. Er seufzte. Würde je etwaswieder so sein wie früher?Die Schule war so wie immer – laute Kinder, dierannten und redeten. Mike schleppte sich in seinKlassenzimmer, das der dritten Klasse.Sam, sein bester Freund, winkte ihm zu. Mike versuchtezu lächeln, aber es ging nicht. Er atmete wiedertief durch und versuchte, nicht zu weinen.Frau Petersen begann mit dem Unterricht. Mikehörte sie zwar reden, aber sein Blick wanderte nachdraußen. Die Sonne schien. „Wie kann die Welt sofreundlich aussehen, wo doch Mama gestorben ist?“,fragte er sich. Eine Träne rann über sein Gesicht.„Schau, Mike weint!“, rief Bill, der ihm gegenübersaß.Mike stand ohne zu überlegen auf und stürzte aufden Gang hinaus. Nie wieder wollte er in die Schulegehen! Er stieß die große Schultür auf und rannte nachHause – es waren nur fünf Häuserblocks. Ohne Pulloverwar ihm kalt.Er lief in sein Zimmer und holte eine Jacke, dannsetzte er sich im Garten auf seine Schaukel. Erschaukelte vor und zurück undstarrte auf den Boden.Er dachte, dass er zuOma gehen könnte,aber auch sie war jetzttraurig. Früher hattesie viel gelacht, siewar zum Bowlinggegangen undhatte Keksegebacken. Erfragte sich, ob sieauch wieder zurArbeit gegangen war.„Eine liebevolle Beziehung bleibt auch über das Tordes Todes ... hinaus bestehen. Die Familienbindungbleibt kraft der Siegelung im Tempel bestehen.“Siehe Elder Russell M. Nelson vom Kollegium derZwölf Apostel, „Das Tor des Todes“, Der Stern,Juli 1992, Seite 69.ILLUSTRATION VON SCOTT GREERKL14


Mike schaukelte noch höher. Vielleicht, so dachte er,würde er von der Schaukel fallen und sterben. Dannkäme er in den Himmel zu Mama.Wie das Säuseln des Windes in den Bäumen hörte erdie Worte: „Dann hätten dich Vati und Oma nicht mehr.Möchtest du Vati allein lassen?“Er bremste die Schaukel, indem er die Füße auf denBoden stemmte. Wer hatte das gesagt? War es Mama, diezu ihm vom Himmel sprach? Er sah sich um, aber erhörte nur die Blätter, die im Wind raschelten.Mike schaute durch die Bäume zum blauen Himmelhinauf. „Mama fehlt mir so! Bitte, Himmlischer Vater, hilfmir!“ Die Tränen kamen schon wieder.Da hatte er plötzlich das Bedürfnis, in MamasRosengarten zu gehen. Er stand da undschaute auf die armen Rosensträuche, diekein Wasser hatten und von so vielUnkraut umgeben waren. Mama würdedas sicher nicht gefallen! Er knietenieder und begann, am Unkraut zuziehen und es auszureißen. Dannholte er den Gartenschlauch undgoss die Sträucher, bei denener gejätet hatte. Bald würde esFrühling werden, und die Rosenwürden leuchtend rot, gelb und rosablühen. Er fragte sich, ob Mama sievom Himmel aus sehen konnte.Irgendwie fühlte er sich ihr näher,als er so in ihrem Garten arbeitete.Er hörte Vatis Auto die Einfahrtheraufbrummen. Vati sprang ausdem Auto, rannte zu Mike undumarmte ihn. „Die Schule hatmich angerufen.“„Morgen werde ichwieder hingehen“,versprach Mike. „Vati, schau die Rosensträucher an.“„Mama wäre stolz darauf“, sagte Vati. „Ich ziehe michnur schnell um, und dann können wir gemeinsamarbeiten.“Als Mike neben Vati das Unkraut jätete, dachte erdaran, wie die Rosen blühen würden. Fast konnte erihren Duft riechen. Er beschloss, dass er Oma dannein paar Rosen bringen würde, wenn sie erst einmalblühten.Mike schaute auf und sah Sam und Bill. Die beidenJungen schauten auf das Unkraut.„Können wir dir helfen?“, fragte Sam.Mike nickte. Ganz langsambreitete sich einLächeln auf seinemGesicht aus. ●


TempelkartenIn jeder Ausgabe des Liahonas von 2003 warenTempelkarten abgedruckt. Seit damals sind weitereTempel geweiht worden. Neun dieser Tempel sind aufdieser Seite abgebildet. Wenn neun weitere Tempelgeweiht worden sind, gibt es für sie auch eine Seite imLiahona. Trenne diese Seite heraus, klebe sie auf einStück Karton und schneide die Karten aus. Leg dieseKarten zu den Karten, die schon erschienen sind. Siesollen dich an die Bedeutung des Tempels erinnern.Columbia-River-Washington-TempelFOTO VON PATRICK NEAL KIMBALLSnowflake-Arizona-TempelFOTO VON WELDEN C. ANDERSENLubbock-Texas-TempelFOTO VON WELDEN C. ANDERSENGeweiht am 18. November 2001von Präsident Gordon B. HinckleyGeweiht am 3. März 2002von Präsident Gordon B. HinckleyGeweiht am 21. April 2002von Präsident Gordon B. HinckleyMonterrey-Tempel in MexikoFOTO VON ANDRÉS ESTRADA ESCUDEROCampinas-Tempel in BrasilienAsunción-Tempel in ParaguayABDRUCK DES FOTOS VON JASON SWENSEN MIT FREUNDLICHERGeweiht am 28. April 2002von Präsident Gordon B. HinckleyGeweiht am 17. Mai 2002von Präsident Gordon B. HinckleyGeweiht am 19. Mai 2002von Präsident Gordon B. HinckleyNauvoo-Illinois-TempelFOTO VON JOHN LUKEDen-Haag-Tempel in denNiederlandenABDRUCK DES FOTOS VON O. JAY CALL MIT FREUNDLICHERGENEHMIGUNG VON CHURCH NEWSBrisbane-Tempel in AustralienGeweiht am 27. Juni 2002von Präsident Gordon B. HinckleyGeweiht am 8. September 2002von Präsident Gordon B. HinckleyGeweiht am 15. Juni 2003von Präsident Gordon B. HinckleyKL16Hinweis: Wenn du die Karten aus den Heften von 2003 haben oder diese Seite nicht ausdem Kleinen Liahona heraustrennen möchtest, kannst du sie im Internet unter www.lds.orgausdrucken. Für Englisch gehe auf „Gospel Library“, weitere Sprachen kannst du auswählen,wenn du auf die Weltkarte klickst.


ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALTUS FINE ART, AMERICAN FORK, UTAH, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGTSeht, da ist der Mensch!, Gemälde von Simon Dewey„Jesus kam heraus; er trug die Dornenkrone … Pilatus sagte zu ihnen: Seht, da ist der Mensch! Als die Hohenpriesterund ihre Diener ihn sahen, schrien sie: Ans Kreuz mit ihm, ans Kreuz mit ihm! Pilatus sagte zu ihnen: Nehmt ihr ihn und kreuzigt ihn!Denn ich finde keinen Grund, ihn zu verurteilen.“ (Johannes 19:5,6.)


Der auferstandene Herr erschien auchden Bewohnern der westlichen Erdhälfte.„Sie sahen einen Mann aus dem Himmelherabkommen; und er war in ein weißes Gewandgekleidet; und er kam herab und stand in ihrerMitte ... Und es begab sich: Er streckte seine Handaus und sprach zum Volk, nämlich: Siehe, ich binJesus Christus, von dem die Propheten bezeugthaben, er werde in die Welt kommen.“ (3 Nephi11:8-10.) Siehe Präsident Gordon B. Hinckley,„Das Symbol unseres Glaubens“, Seite 2.GERMAN4 02259 84150 0

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