Ausgabe 1/2010 - Beschützende Werkstätte für geistig und ...

bw.heilbronn.de

Ausgabe 1/2010 - Beschützende Werkstätte für geistig und ...

Ausgabe 1/2010

Mitarbeiterzeitschrift der Beschützendem Werkstätte

Wir gestalten gemeinsam die

ChancenWerkstatt

Integrationsfi rma schafft neue Arbeitsplätze

Qualitätssicherung macht Kunden zufrieden

Ambulante Dienste helfen in allen Lebenslagen


INHALT

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EDITORIAL

Editorial

TITELTHEMA

Das Thema: ChancenWerkstatt

BILDUNG

Wir pfl anzen Kürbisse an

ARBEIT

Gute Kooperation

ARBEIT / WOHNEN

Tolle Aktion: „72 Stunden“

Allein auf großer Reise

Ausfl üge nach Karlsruhe

und Künzelsau

STANDORTE

Kirchhausen

Heilbronn-Böckingen

Bad Friedrichshall

Talheim

Hohenlohe

Ingelfi ngen

Schwäbisch Hall

Crailsheim

WERKSTATTRAT

Interview mit den Vorsitzenden

PERSONALIEN

In Übereinstimmung

Neu in der Beschützenden Werkstätte

Kronenkreuz für Wolfgang Arnold

Neue Aufgaben

Neu im Berufsbildungsbereich

AKTUELL

Qualifi zierung in drei Stufen

Woche der Diakonie

Weihnachtsfeier in Crailsheim

Eine Bank von der Bank

„Capiert“ auf Messen

Ehrenamt ist wichtig

Spenden für Mehrgenerationenhaus

Aktiv in der KunstWirWerk-Statt

Politikern auf den Zahn gefühlt

Weihnachtsfeier Böckingen

Einblicke beim Praktikum

Stadtbahn hält in Böckingen-West

GUTE TATEN UND TERMINEN

Männer, Frauen und Sexualität

Stiftungswein auf Weihnachtsmarkt

Neues Faltblatt

Bus von Aktion Mensch

Termine

INFORMATION IM INTERNET

Vieles über die Beschützende Werkstätte kann man

im Internet-Angebot unter www.bw-heilbronn.de

fi nden. Da gibt es Termine, Informationen über die

Bereiche Bildung, Arbeit, Wohnen, die komplette Informationsbroschüre

„Eingliederungshilfe – Wissenswertes

von A-Z“, Berufsangebote und vieles mehr.

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IMPRESSUM

Im Fußballhimmel

und auf dem Hallenboden

Sport wird in Bad Friedrichshall groß

geschrieben. Die Fußballabteilung trainiert

für die „Special Olympics“. Der Sportverein

hat eine eigene Abteilung für Behinderte

eingerichtet. Ein gutes Beispiel für

Integration.

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Wie man Energie

sparen kann

Siebzehn Mitarbeiter wurden von der

Berufl ichen Bildung an zwei Tagen zu

den Themen Umweltschutz und Energiesparen

geschult. Dabei durften die

Teilnehmer mit dem Heimtrainer selbst

Strom erzeugen.

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Den Politikern auf

den Zahn gefühlt

2009 waren Bundestagswahlen. Die

Werkstatträte der Region haben vorher

den Kandidaten auf den Zahn gefühlt.

Eine lebendige Diskussion fand in

Böckingen statt. Jetzt müssen die

Versprechungen eingehalten werden.

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Neue Haltestelle gleich

bei der Werkstatt

Alfred Grimm, Bereichsleiter Arbeit

und Integration Neckar, war dabei, als

der neue Stadtbahn-Haltepunkt Böckingen-West

eingeweiht wurde. Von dort

aus ist es nicht weit zur Beschützenden

Werkstätte und den Wohnhäusern.

Herausgeber: Beschützende Werkstätte

für geistig und körperlich Behinderte

Heilbronn e.V.

Längelterstraße 188, 74080 Heilbronn,

Telefon: 07131 4704-0 · Internet: www.bw-heilbronn.de

Redaktion: Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut,

Gerhard Schwinghammer, Rose Stotz

Gestaltung: Creativ Team Peer Friedel, Heilbronn

Druck: Druckerei Welker, Neckarsulm

Fotos: Beschützende Werkstätte, Gerhard Schwinghammer

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STANDORT BAD FRIEDRICHSHALL

STANDORT TALHEIM

WERKSTATTRAT

AKTUELL


Liebe Leserinnen

und Leser,

die große Chance für uns Menschen

ist das Leben, das uns geschenkt ist.

Unsere Zukunftschancen beginnen mit

der Geburt. Von da an steht uns die

Welt offen. Wir dürfen, wir müssen diese

Chance nutzen. Dazu brauchen und

bekommen wir in allen Phasen unseres

Lebens Hilfe: Eltern und Großeltern,

Kindergarten, Schule, Ausbildungsplatz,

Arbeitsplatz, Wohnort, Freizeit, Freunde,

der Pfarrer – vieles und viele gehören

dazu.

Die Beschützende Werkstätte Heilbronn hat in diesem Kreis

ihren ganz besonderen Platz. Die ganze Werkstätte bietet

in vielfältiger Weise Chancen für Menschen mit Behinderung.

Sie bildet aus. Sie hat Arbeitsplätze. Sie gibt Wohnraum. Sie

bietet Freizeiterlebnis. Sie berät in allen Lebensfragen. So

schafft sie wichtige Grundlagen für die Bewältigung des

Alltags, für die Gleichstellung in der Gesellschaft und gegen

die Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt.

Die Beschützende Werkstätte Heilbronn ist seit über 40

Jahren mit ihren vielfältigen Angeboten für viele Menschen

in der Region Heilbronn-Hohenlohe Lebenswerkstatt, Bildungswerkstatt,

Chancenwerkstatt und Zukunftswerkstatt

gleichermaßen. Hier sind sie „in guten Händen“. Mit 1200

Arbeitsplätzen und über 350 Wohnplätzen gehören wir zu

den großen Organisationen für Menschen mit Behinderung

in Baden-Württemberg.

Dass die Beschützende Werkstätte an vielen Standorten

in der Region präsent ist, verbessert die Chancen für den

Einzelnen. In seiner Nähe fi ndet er, was für seinen Alltag

wertvoll und wichtig ist: Stationäre Angebote ebenso wie

ambulante, Berufsbildung ebenso wie Arbeit. Hier ist er integriert

in die Gemeinschaft. Die Beschützende Werkstätte ist

„sein“ Integrationsunternehmen.

In diesem Jahr 2010 wird das noch deutlicher werden. Wir

arbeiten gemeinsam an der Zukunft der Beschützenden Werkstätte

in der Region und in der Gesellschaft. Wir wollen die

gute bisherige Arbeit weiterentwickeln,

die Werkstätte zum Kompetenzzentrum

für die Anliegen unserer Mitarbeiter,

aber auch für Angehörige, die Öffentlichkeit

allgemein, Politik und Behörden

im Besonderen sowie unsere Geschäftspartner

machen. Hier soll jeder Mensch

mit Behinderung das Angebot fi nden,

das zu ihm passt – ob er sich ausbilden

oder weiterbilden lassen will, ob er in der

Werkstätte arbeitet oder „draußen“ in

einer Firma, ob er in Wohnhäusern lebt

oder bei der Familie. Seine Persönlichkeit wird bei uns noch

mehr Gewicht bekommen, noch mehr in den Mittelpunkt

rücken. Bei uns fi ndet er seine persönliche Chance.

Mit neuen Strukturen machen wir die Beschützende Werkstätte

zukunftsfähig. Wir müssen daran arbeiten, denn

wir sind nicht alleine. Viele haben Ideen, wie die Zukunft

von Menschen mit Behinderung gestaltet werden muss.

Viele wollen die politischen Rahmenbedingungen ändern

oder haben sie schon geändert. Wir haben die Kompetenz.

Und die nutzen wir in erster Linie im Interesse unserer

Mitarbeiter, Betreuten, Bewohner und ihrer Angehörigen.

Die ChancenWerkstatt als neue Firma der Beschützenden

Werkstätte wird ein erstes äußeres Zeichen dafür sein.

Gehen wir mit Zuversicht diesen Weg im Sinne der aus dem

Johannes-Evangelium entnommenen Jahreslosung 2010:

„Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt

an Gott und glaubt an mich.“

Ihr

Hans-Christoph Ketelhut

EDITORIAL

KONTAKT | 1/2010

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DAS THEMA

Die Chance zur Teilhabe am Arbeitsleben bis zum Rentenalter

ist ein wichtiger und lebensnotwendiger Beitrag zur

Erlangung und Steigerung des Selbstwertgefühls. An der

Werkbank das selbst hergestellte Produkt fertig zu sehen,

macht stolz. Die Beschützende Werkstätte prüft ständig

die Chancen neuer Arbeitsangebote. Dazu wurde die

ChancenWerkstatt gegründet. Ein Beispiel zeigt, wie wir

uns das vorstellen.

In unseren Beschützenden Werkstätten werden bisher die

Reinigungsarbeiten in vielen Bereichen von Fremdfi rmen

durchgeführt. Diese regelmäßig wiederkehrende und krisensichere

Arbeit können wir besser „ins Haus“ holen. Josef

Romer ist Geschäftsführer der BW Integrations- und Dienstleistungs-GmbH

mit Sitz in Heilbronn. Er hat ausgerechnet,

dass wir mit der Integrationsfi rma ChancenWerkstatt

Arbeitsplätze für eine geeignete Mitarbeitergruppe schaffen

können. Gebäudereinigung, -unterhaltung und -management

als neues Arbeitsgebiet wird nur ein erster Schritt sein.

Weitere folgen. Romer sieht einen Vorteil auch darin, dass

„wir einen weiteren Bereich haben, in dem wir die Qualifi

kation unserer Mitarbeiter erproben und somit unseren

ambulanten Bereich stützen können“. Durch Kontakte zu

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NEUE ANGEBOTE

Zukunftsprojekt

Arbeit ist Teil der Existenzsicherung in Selbstbestimmung.

regionalen, kirchlichen, öffentlichen Partnern und in der

Wirtschaft erwartet er eine Steigerung der Aufgaben. Auch

Mitarbeiter und Bewohner können die wohnortnahe Dienstleistung

in Anspruch nehmen.

Die möglichen Mitarbeiter werden unter anderem bei Veranstaltungen

in Sonderschulen auf die Chance aufmerksam

gemacht. Nach der Durchführung eines Praktikums soll in

enger Kooperation mit den Integrationsfachdiensten, den

begleitenden Diensten der Werkstätten und den potentiellen

Mitarbeitern über die Einstellung entschieden werden.

„Durch die vorgesehene enge Zusammenarbeit ist sichergestellt,

dass der Zugang für alle Zielgruppen möglich ist

und ein vollständiger Überblick über geeignete Bewerber

besteht“, sagt Geschäftsführer Uwe Hellwich vom Weinsberger

Hilfsverein e.V.. Er ist Träger des Intergrationsfachdienstes

(IFD) Heilbronn-Franken: „Wir begrüßen die Absicht

der Beschützenden Werkstätte zur Gründung einer

Integrationsfi rma in der Region, galt diese in dieser Hinsicht

doch bislang als weißer Flecken in Baden-Württemberg.“

Das wird sich jetzt ändern. Die BW Integrationsund

Dienstleistungs-GmbH ist ein Anfang. Sie wird neue

Angebote schaffen, neue Chancen eröffnen.


WAS IST DENN DAS?

Integrationsfirma

Ende der 70er Jahre wurden in Deutschland als Antwort auf

die steigende Arbeitslosigkeit die ersten Integrationsbetriebe

zur Beschäftigung von Menschen mit seelischen Erkrankungen

und Behinderungen gegründet. Seitdem steigt die Zahl

der Firmen beständig an. Bundesweit gibt es heute etwa

700 Betriebe mit Arbeitsplätzen für behinderte und nicht

behinderte Menschen, die in verschiedenen Tätigkeitsbereichen

angesiedelt sind: Zum Beispiel in Cafés und Kantinen,

in der industriellen Fertigung, in Wäschereien, im Einzelhandel,

in der Landschaftspfl ege und im Druckereigewerbe.

In Baden-Württemberg gibt es 54 Integrationsbetriebe

mit 1463 Arbeitsplätzen, davon 853 für schwerbehinderte

Menschen.

Bei Integrationsfi rmen handelt es sich meist um kleinere

Unternehmen, die marktorientiert produzieren oder

Dienstleistungen erbringen. Ihr Ziel ist es, in hohem Maße

Arbeitsplätze für behinderte Menschen mit branchen- oder

ortsüblicher Entlohnung zu schaffen. Integrationsfi rmen

operieren als Unternehmen am Markt. Ihr primäres Ziel ist

aber nicht die Gewinnmaximierung.

CHANCE FÜR TEILHABE

Bildung fördert die

eigene Persönlichkeit

Beispiel Außenarbeitsplätze in Schwaigern: Berufl iche

Bildung in 3 Stufen (Siehe auch Seite 33)

Die Beschützende Werkstätte fördert die Teilhabe und

Integration von Menschen mit Behinderungen insbesondere

durch differenzierte Arbeits- und Bildungsangebote.

DAS THEMA

JOSEF ROMER ist Dipl. Verwaltungswirt (FH) und Dipl.

Mediator (FH), kommt aus dem Erwachsenenbildungsbereich und

verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich Beschäftigung

und Qualifi zierung. Er ist Geschäftsführer der BW Integrations-

und Dienstleistungs-GmbH mit Sitz in Heilbronn. Alleiniger

Gesellschafter ist die Beschützende Werkstätte.

PEGGY PUCHLER Objektleitung ChancenWerkstatt

Beschützende Werkstätte · Längelterstraße 188 74080 Heilbronn

Telefon 07131 4704-160/-111 · E-Mail:j.romer@bw-heilbronn.de

Eine besondere Chance bietet der Ambulante Berufsbildungsbereich.

Geeignete Personen können die Berufsbildung

in wohnortnahen Unternehmen und Institutionen

des allgemeinen Arbeitsmarkts absolvieren. Sie werden von

der Werkstätte vom Eingangsverfahren an über die Festlegung

des individuellen Eignungs- und Zukunftsplanes bis

an den Bildungsplatz begleitet und unterstützt. Die Berufliche

Bildung ist neben der betrieblichen Praxis die zweite

wichtige Säule des Ambulanten Berufsbildungsbereichs. Hier

werden wichtige Fach-, Sozial- und Methodenkompetenzen

berufsschulartig vermittelt. Die Berufl iche Bildung ist auf

den individuellen Bildungsbedarf und die Persönlichkeitsentwicklung

abgestimmt. Sie stellt die Fähigkeiten und Interessen

von Menschen mit Behinderungen in den Mittelpunkt.

Dadurch wird das Wunsch- und Wahlrecht konkretisiert und

erweitert. Wenn am Ende der Ambulanten Berufsbildung

keine Vermittlung in den Arbeitsmarkt möglich ist, bleibt

die Chance auf Mitwirkung in geeigneten Einzelaußenarbeitsmaßnahmen,

Außenarbeitsgruppen oder Integrationsunternehmen.

KONTAKT | 1/2010

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DAS THEMA

DAMIT WIR NOCH BESSER FÜR DEN KUNDEN ARBEITEN KÖNNEN

Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung

… bedeuten, dass erfahrene und zuverlässige Mitarbeiter ein hohes Maß an Mitverantwortung übernehmen

Für unsere Mitarbeiter ist es eine Chance, an einem Sinn

gebenden Arbeitsplatz für ihren eigenen Lebensunterhalt

sorgen zu können. Unsere gemeinsame Chance besteht darin,

den Kunden aus der Wirtschaft gute Voraussetzungen für

die Erledigung ihrer Aufträge anzubieten.

Das heißt: Von der Auftragsannahme über die Arbeitsvorbereitung

(AV)und Qualitätssicherung (QS) bis zur Ablieferung

muss ein durchgängiges Management vorhanden sein. Das

ist auch das Ziel der Bereichsleiter.

Dafür haben wir die Abteilung „AV+QS“ geschaffen. In ihr

sind wichtige Funktionen an einer Stelle zusammen gefasst.

Sie arbeitet als Schnittstelle zu den Kunden besonders effektiv.

Dietmar Kilgus ist Leiter der Produktionssteuerung: „Mit

dieser schlagkräftigen Gruppe können wir schnell handeln,

wenn neue Aufträge zu uns kommen. Unsere Spezialisten

bereiten mit ihrem Fachwissen alles Wichtige für die

Entscheider in den Bereichen und an den Standorten vor.

Dann kann es mit der Arbeit losgehen.“

Dietmar Kilgus versteht sich mit seinem Team als Dienstleister.

Mit seinem Produktions-, Planungs- und Steuerungssystem

unterstützt er die Gruppen- und Abteilungsleiter. Das

entlastet diese, spart auch Zeit und öffnet Chancen für eine

intensivere Zuwendung zur Gruppe und ihren Mitarbeitern.

6 KONTAKT | 1/2010

Für die Kunden ergibt sich eine durchgängige Qualitätskette.

Das ist wichtig, weil heute von vielen Auftraggebern eine

entsprechende Zertifi zierung verlangt wird. Wer diese Fähigkeit

nachweisen kann, hat bessere Chancen am Auftragsmarkt.

Das gibt den Mitarbeitern in der Beschützenden

Werkstätte Zukunfts-Chancen. schw.

DIETMAR KILGUS

Leiter Produktionssteuerung

Beschützende Werkstätte

Längelterstraße 188

74080 Heilbronn

Telefon 07131 4704-173

E-Mail d.kilgus@bw-heilbronn.de

GEZIELTE FÖRDERUNG

Chance Arbeit

Das Team der

Produktionssteuerung

von links:

Immanuel Hahn

(Arbeitsvorbereitung),

Bernhard Groß

(Arbeitsvorbereitung),

Dietmar Kilgus

(Leitung Produktionssteuerung)

und

Michael Unrath

(Qualitätssicherung).

Die gezielte Förderung für Menschen mit besonderem

Betreuungsbedarf, unterschiedliche Einsatzangebote in

verschiedenen Arbeitsbereichen, in verschiedenen (Gruppen-)Strukturen,

an wechselnden Orten, in Betrieben der

Region – dahinter steckt mehr als die Vision „Vermittlung

auf den allgemeinen Arbeitsmarkt“.


DAMIT WIR NOCH BESSER ZUEINANDER FINDEN

Wohnen in Nachbarschaft

Jeder Mensch mit Behinderung soll so leben können, wie er sich das wünscht

„Wohnen in Nachbarschaft“ bedeutet: Wohnen in Wohnhäusern,

in Außenwohngruppen oder im Rahmen des Betreuten

Wohnens in einer angemieteten bzw. eigenen Wohnung.

In den Wohnhäusern der Beschützenden Werkstätte ist

das Leben genauso organisiert wie in allen anderen privaten

Haushalten. Menschen mit Behinderung leben in der

Regel in alleine von ihnen genutzten privaten Räumen. Ihre

Zimmer und Wohnungen richten sie sich nach ihrem eigenen

Geschmack und ihren eigenen Möglichkeiten ein. Sie können

frei entscheiden, wer Zugang zu ihren Privaträumen hat und

wer nicht. Sie verfügen über ihr privates Geld selbständig.

Sie kaufen in den Geschäften ein, die sie selbst aussuchen.

Private Telefon-, Fernseh- und Internetanschlüsse stehen

als wichtige Instrumente auch zur Teilhabe an der Gesellschaft

zur Verfügung.

Für diesen privaten Lebensbereich gibt es Unterstützungsangebote,

die auf das Profi l der Menschen mit Behinderung

zugeschnitten sind. Rainer Reibold, Leitung Gesamtwohnbereich:

„Für unsere Einrichtung gilt: ambulant vor stationär.

DAS THEMA

Deshalb halten wir als eine

wichtige Form ambulanter

Angebote Kurzzeitplätze zur

Verfügung, entwickeln in der

Gesamteinrichtung individuelle

familienunterstützende

Angebote und bieten Familienpfl

ege an. Wir gestalten

Hilfen so, dass Menschen so

lange wie möglich in ihrem

vertrauten Lebensumfeld

bleiben können.“

So beinhaltet ein gemeinsam

erarbeitetes individuelles

Hilfekonzept die Unterstützung

zum Wohnen in

der eigenen Wohnung, die

Unterstützung bei Fragen

der Haushaltsführung, des

Umgangs mit Finanzen, der

Freizeitgestaltung und der

Inanspruchnahme von tagesstrukturierendenAngeboten.

Im Rahmen der Familienpfl ege werden Menschen mit

Behinderung und ihre jeweiligen Gastfamilien in vielfältiger

Weise unterstützt. Familienunterstützende Dienste, Wohnangebote,

Freizeit-, Kultur- und Bildungsangebote sind eng

miteinander verzahnt und orientieren sich an den Personen

und deren Bedürfnissen. schw.

BETREUUNG

Chance Offene Angebote

Die Offenen Angebote sind da, wenn Assistenz gebraucht

wird, zum Beispiel für die stundenweise Betreuung eines

behinderten Angehörigen, bei rechtlichen und pädagogischen

Fragen, bei der Organisation und Durchführung von

Veranstaltungen im Bereich Freizeit/ Kultur/ Bildung, bei der

Vermittlung von Kurzzeitunterbringung, bei Fragen rund um

das Persönliche Budget.

KONTAKT | 1/2010

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BILDUNG

Angefangen hat alles im Frühjahr

mit einer Idee: Neben

Ostern und Weihnachten kön-

nte man doch im Herbst auch das Erntedankfest feiern.

Schnell kamen sie auf die Idee, Kürbisse anzupfl anzen.

Zunächst wurde das kleine Beet am Begegnungsplatz wieder

hergerichtet, damit dort Kürbisse angepfl anzt werden konnten.

Das Unkraut wurde entfernt und dann das Beet umgegraben

und gedüngt. Ein paar Tage später wurden mehrere

Kürbiskerne in einen Topf ausgesät und darin herangezogen.

Als die kleinen Pfl anzen groß genug waren, wurden

sie in das Beet umgepfl anzt. Damit sie vor neuem Unkraut

oder Schnecken geschützt waren, wurde unter jede einzelne

Pfl anze ein wenig Stroh gelegt.

Dann war es die Aufgabe der Mitarbeiter, sich regelmäßig

um das Beet und die Kürbispfl anzen zu kümmern. Das heißt:

morgens und abends gießen sowie das Beet von Unkraut

8 KONTAKT | 1/2010

EIN TOLLES PROJEKT IN SCHWÄBISCH HALL

Wir pflanzen

Kürbisse an

Bei den Morgen- und Abendbesprechungen haben sich die Mitarbeiter

Gedanken gemacht. Was passt am besten zum Erntedankfest?

freihalten. Fast täglich

konnte man sehen, wie

die einzelnen Kürbispfl

anzen wuchsen, bis

schließlich die ersten

Kürbisse zu erkennen

waren. Nach einiger Zeit

sind aus den anfangs

kleinen Kürbiskernen

richtig große Kürbisse

mit den Ausmaßen

eines Fußballs geworden.

Natascha Lenz war

ganz erstaunt wie groß

so ein Kürbis werden

kann.

Passend zum Erntedankfest

wurden die

Kürbisse geerntet. Die

Ausbeute konnte sich

wirklich sehen lassen.

Alle waren sich einig,

daraus eine Kürbissuppe zu machen. Und die hat allen sehr

geschmeckt.

Neben der leckeren Kürbissuppe zum Abschluss hatte das

Projekt auch noch einen fördernden Aspekt. So wurden zum

Beispiel die Körperkoordination, die Tiefensensibilität, das

Verantwortungsbewusstsein, die Geduld sowie die Zuverlässigkeit

geschult. Auch das Zusammengehörigkeitsgefühl

der Gruppe wurde durch die gemeinsame Pfl ege des Kürbisbeetes

gestärkt.

Andreas Graziano meinte: „Tolles Projekt. Es hat richtig Spaß

gemacht, die Kürbisse einzupfl anzen und zu pfl egen.“ Dieses

Jahr machen wir wieder gemeinsam ein Projekt.

Corinna Schaile, Auszubildende zur Arbeitserzieherin im

Berufsbildungsbereich Schwäbisch Hall

Pfl anzen, Wachstum beobachten, Suppe vorbereiten – das Kürbis-

Projekt in Schwäbisch Hall


„ZUSAMMENARBEIT IST EINE LOHNENSWERTE SACHE“

Erstaunliche Leistungen

Welche erstaunlichen Leistungen dort erbracht werden

können, wurde mir bei einer Führung durch Standortleiter

Christof Sanwald deutlich. So werden beispielsweise in der

hauseigenen Schreinerei kleine Weinkisten und Holzdisplays

für regionale Weingärtnergenossenschaften hergestellt. In

einer anderen Abteilung werden z.B. Bordwerkzeuge des Audi

A6 für das Werk in Neckarsulm zusammengestellt. In einem

weiteren Bereich sind es Kompressionsstrümpfe, die für das

Heilbronner Krankenhaus sortiert, auf Wiederverwendbarkeit

geprüft und zusammengelegt werden. „Wir zergliedern die

Arbeitsschritte, bis sie die Mitarbeiter ausführen können“,

sagt Standortleiter Sanwald. Und durch das umfangreiche

Angebot im Haus können die Menschen nach ihren Fähigkeiten

eingesetzt werden. Dabei spielt auch die Qualifi zie-

KONTAKT | 1/2010

ARBEIT

Ewald Podlich

stellt für

Gessler & Bolch

Kartonecken

auf. Im Hintergrund

Gruppenleiter

Jürgen Kleiner

Seit einigen Jahren arbeitet die Gessler & Bolch Insektenschutz AG mit der Beschützenden Werkstätte

Heilbronn e.V. zusammen. Firmenchef Matthias Gessler berichtet in seinem Unternehmens-Magazin von

einem Besuch in Heilbronn-Böckingen.

rung der Mitarbeiter eine große Rolle. Hier lernen sie nicht

nur die Handgriffe für ihre Tätigkeit, sondern auch ganz

alltägliche Dinge wie z.B. das Einkaufen oder das Verhalten

im Straßenverkehr.

Besonders stolz war ich, als mir der Bereich gezeigt wurde,

in dem für uns unter anderem Kunststoffteile zusammengebaut

und Federstifte vorbereitet werden. Die akribische

Dokumentation eines jeden Handgriffs ist beeindruckend.

Es war ein tolles Gefühl in die lachenden Gesichter dieser

Menschen zu schauen.

Der Besuch hat mir deutlich aufgezeigt, dass diese Zusammenarbeit

eine lohnenswerte Sache ist. Es steht außer Frage,

dass wir diese Zusammenarbeit auch in Zukunft fortführen.

Matthias Gessler

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ARBEIT / WOHNEN

GEMEINNÜTZIGES PROJEKT

72 Stunden

Die Aktion „72 Stunden – Uns schickt

der Himmel“ hat 2009 bundesweit

großes Aufsehen erregt. Der Bund

Deutsche Katholische Jugend (BDKJ)

und der Südwestrundfunk hatten dazu

aufgerufen, innerhalb von 72 Stunden

ein gemeinnütziges Projekt zu realisieren.

An den Standorten Bad Friedrichshall,

Heilbronn-Böckingen und

Ingelfi ngen der Beschützenden Werkstätte

Heilbronn wurden drei Projekte

durchgeführt. schw.

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BAD FRIEDRICHSHALL

Überall taten sich Türen auf

„Barbararen“ durchbrachen mit Verbindungsweg zwischen Werkstätte und Wohnanlage Barrieren

In Bad Friedrichshall waren die „Barbararen“,

die Ministranten der St.-Barbara-

Kirche, in der Beschützenden Werkstätte

im Einsatz. Acht Mädchen und sieben

junge Männer zwischen 13 und 27

Jahren stellten unter der Koordination

von Gabriele Geiger und von Standortleiter

Ewald Käfer einen lange gewünschten

Verbindungsweg zwischen dem Pausenhof

der Werkstätte und der benachbarten

Terrasse der betreuten Seniorenwohnanlage

an der Friedlandstraße her. Es gibt

zwischen beiden Einrichtungen „in direkter Nachbarschaft“

schon seit Jahren Ge-meinsamkeiten: Gedächtnistraining,

Gymnastik und einmal monatlich ein Wortgottesdienst im

Gemeinschaftsraum der Senioren verbinden die Teilnehmer.

Um den Weg zueinander zu vereinfachen, wurden im praktischen

Sinn Barrieren durchbrochen und der Weg zu einem

noch intensiveren Miteinander frei gemacht. Bürgermeister

Peter Dolderer begrüßte die Akteure. Dann ging es Schlag auf

Schlag: Zaun weg, Sträucher roden, Untergrund für den Belag

mit Schotter, Kies und Beton vorbereiten und am Ende mit

Pfl astersteinen belegen. Erfreulich schnell taten sich überall

WOHNANLAGE BÖCKINGEN

Steingarten

Die „Seeräuber“-Firmlinge aus der

katholischen Seelsorgeeinheit Böckingen

haben am Wohnhaus Längelterstraße

193 in Böckingen den in die

Jahre gekommenen Garten erneuert

und einen Steingarten angelegt. 25

junge Menschen waren unter Anleitung

ihres Betreuers und der Gartenbaugruppe

der Beschützenden Werkstätte

so fl eißig, dass sie schon vor denvorgegebenen

72 Stunden fertig waren.

Beim Grillfest wurde gefeiert.

WOHNANLAGE INGELFINGEN

Begegnungsgarten

Der Ingelfi nger Stamm der Pfadfi

nder St. Georg legte in Ingelfi ngen

den "Begegnungsgarten" der Wohnanlage

in der Lessingstraße 1 neu

an. Die Europaabgeordnete Eveline

Gebhardt (SPD) war Patin der Aktion.

Nach dem Pfl anzen und Pfl astern gab

es ein großes „Begegnungsfest“ mit

der Bevölkerung, zu dem auch der

Musikverein Ingelfi ngen aufspielte.

Eine Dokumentation war in der Kreissparkasse

Ingelfi ngen zu sehen.

Türen auf: Der Landschaftsgärtner und

Maurer Lothar Dost stellte Maschinen,

Fachwissen und sich selbst zur Verfügung.

Herbert Schädel vom städtischen

Bauhof holte mit dem LKW Schotter

für die Fundamente. Die Kochendorfer

Firma Mangold spendete Materialien.

Steine, Zement, Schubkarren, Spaten,

Hacken und mehr . Sogar ein Hochbeet

im Garten der Seniorenwohnanlage,

von dem die dortige Mitarbeiterin

Klara Geiger träumte, wurde Realität.

Ein Menü für alle spendierte Walter Blank von McDonalds,

andere Leckereien gab es von der Bäckerei Hirth und der

Metzgerei Nothwang. Kostenlos waren auch die Getränke

von der BAG. Hintergrundmusik ertönte aus einem von Elektro-Fuchs

geschenkten CD-Player. Die Salinen-Apotheke

hatte vorsorglich einen Verbandskasten spendiert. Auch

Geldspenden zum Beispiel von Blumen-Funk, der Kreissparkasse

und einigen Senioren halfen. Zum Abschlussfest auf

dem Gelände der Beschützenden Werkstätte hatten Bewohnerinnen

der Friedlandstraße Kuchen gebacken und Kaffee

gekocht. Marlene Maurhoff


OFFENE ANGEBOTE KÜNZELSAU

„Weihnachten im Schuhkarton“

Eine Aktion von Geschenke der Hoffnung e.V., einem christlichen

Missions- und Hilfswerk mit internationalem Profi l.

„Überraschend groß“ war für Sabine Birkert von den Offenen

Angeboten Künzelsau der Beschützenden Werkstätte Heilbronn

die Hilfsbereitschaft insbesondere von Kindern und

Jugendlichen. Für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“

haben Kindergärten, Schüler der beiden Gymnasien und der

Realschule sowie junge Vereins-Mitglieder insgesamt über

300 bunte Geschenkpäckchen in der Sammelstelle Keltergasse

43 abgegeben. Sabine Birkert: „Unsere Servicestelle war

in diesen Tagen vielbeachtet. Dreimal mussten wir das Auto

bzw. den Bus vollladen, um alle Pakete an die Annahmestelle

zu transportieren.“ Die Pakete waren auch im Schaufenster

ein Blickfang. Immer wieder kamen Passanten und erkundigten

sich nach dem Ablauf der Aktion. Birkert: „Der Gedanke

ist, dass die Freude, die wir durch Weihnachten haben,

weitergegeben werden soll an Kindern in Not.“ Dazu bekleben

die Teilnehmer einen Schuhkarton mit buntem Papier.

Dann entscheiden sie, für welches Geschlecht und Alter sie

ihr Geschenk packen möchten. Entsprechend wird der Aufkle-

SELBSTBESTIMMTES LEBEN

Allein auf großer Reise

Zum selbst bestimmten Leben gehört auch die Chance auf

eine Urlaubsreise. Elisabeth Deiss, Elke Häußer und Klaus

Käpplinger von der Werkstatt Schwäbisch Hall haben dieses

Erlebnis gehabt. Sie leben in Außenwohngruppen der Offenen

Angebote Schwäbisch Hall, sind befreundet und wollten

gemeinsam in Urlaub fahren. Kurztrips in der Region hatten

Elisabeth Deiss und Klaus Käpplinger tauschen

Urlaubserinnerungen aus.

WOHNEN

Bunte Pakete lenkten die Aufmerksamkeit auf die Keltergasse

ber platziert. Pro Karton wurde eine Spende von 6 Euro für

das Porto gemacht. Die Pakete kamen von der Sammelstelle

in Künzelsau zu einer zentralen Annahmestelle. Danach

gingen sie auf die Reise in die Elendsviertel von Osteuropa

und Südafrika.

sie schon öfters miteinander unternommen. Jetzt wollten sie

einmal gemeinsam in Urlaub fahren. Oliver Beduhn, Leiter

der Offenen Angebote in Schwäbisch Hall, unterstützte die

Drei bei ihrem Vorhaben von der Planung bis zur Heimkehr.

2008 verbrachten sie ihren Sommerurlaub zusammen

in Freudenstadt im Schwarzwald. 2009 reisten sie in der

Gruppe an die Türkische Riviera. In diesem Jahr planen sie

wieder einen Urlaub alleine.

Die Schwarzwaldtour ging mit der Bahn von Schwäbisch

Hall über Heilbronn und Stuttgart nach Freudenstadt. Die

Bahnhofsmissionen in Heilbronn und Stuttgart waren beim

Umsteigen behilfl ich. Das Urlaubsprogramm war täglich

gefüllt mit Fußball schauen, Spazieren gehen, Wanderungen

in der Region. Ausfl üge führten nach Freiburg und ins Freilandmuseum

„Vogtbauernhöfe“. Die Urlauber lernten auch

Spezialitäten aus dem Schwarzwald kennen. Der Schwarzwälder

Schinken schmeckte ihnen gut. Fazit: Alles hat prima

geklappt. Gemeinsamer Urlaub mit Unterstützung der Offenen

Angebote macht viel Spaß.

KONTAKT | 1/2010

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WOHNEN

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AUSFLUG NACH KARLSRUHE

Auf der Seite des Rechts

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen

ist Verpfl ichtung aller staatlichen Gewalt.

Im Jubiläumsjahr „60 Jahre Deutschland“ hatten sich die

Heimbeiräte der Beschützenden Werkstätte Heilbronn 2009

ein besonderes Ausfl ugs-Ziel ausgesucht: im Bundesverfassungsgericht

in Karlsruhe war man „auf der Seite des

Rechts“. Eine Arbeitsgruppe hatte die Reise vorbereitet. Mit

Stadtbahn und Kleinbus steuerten die 28 Teilnehmer aus

der ganzen Region das Ziel an. Dort gab es am Eingang

Über die vielfältigen Aufgaben der Verwaltung

des Hohenlohekreises informierten

sich Mitglieder des Heimbeirats

der Beschützenden Werkstätte

Heilbronn zusammen mit ihren

Betreuern im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung.

Günter Rammhofer,

Leiter des Dezernats für Familie,

Bildung und Gesundheit, stellte den

Hohenlohekreis und einzelne Bereiche

der Kreisverwaltung vor. Beim Rundgang

durch das Haus konnten die Besucher

einen Blick hinter die Kulissen

werfen. Neben der Zulassungsstelle,

[§ 1, Abs. 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland]

HEIMBEIRAT BESUCHTE LANDRATSAMT KÜNZELSAU

Hinter den Kulissen des Hohenlohekreises

dem Sozialamt, dem

Umwelt- und Baurechtsamt

stand auch

das Kreismedienzentrum

auf dem Tagungsprogramm.

Dem informativen

Vormittag schloss

sich ein gemeinsames

Mittagessen im Hohenloher

Krankenhaus in Künzelsau an.

Die Besichtigung fand im Rahmen von

„RegioFo“ statt. Sie ist bei der Evangelischen

Fachschule für Heilerziehungspfl

ege in Schwäbisch Hall angesiedelt.

zunächst strenge Personen-

und Taschen-Kontrollen. „Alle

waren sehr nett und freundlich“,

wurde festgestellt. Die

Führerin hat erklärt, was die

Richter machen. Besonders

haften blieb der wichtige Satz

des Grundgesetzes: „Die Würde

des Menschen ist unantastbar.“

Als Ölgemälde konnten

alle bisherigen Präsidenten des Gerichtes besichtigt werden.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Sitzungssaals.

„In diesem Raum auf den Richterstühlen sitzen zu dürfen,

war besonders schön“, schwärmten die sitzungserfahrenen

Heimbeiräte. Nach dem Besuch des Landtages in Stuttgart

war die Besichtigung des Bundesverfassungsgerichtes ein

weiteres eindrucksvolles Erlebnis. schw.

Auch die Beschützende Werkstätte ist

Mitträger. Die REGIOnale FOrtbildung

macht Angebote der Behindertenhilfe

in Hohenlohe-Franken. schw.


"KUNST-SCHAFFEN"

„Drei Riesen“ in Kirchhausen

Vor der Werkstätte befreite Werkstätten-Vorstand Hans-Christoph Ketelhut die drei Riesen unter

Beifall des Publikums von einer großen roten Schleife.

Ein Jahr waren die 84 Mitarbeiter kreativ. KONTAKT berichtet

in der letzten Ausgabe. Mit großer Begeisterung wurden

ehemalige Dachbalken unter Anleitung des Sinsheimer

Kunstmalers und Bildwerkers Paul Berno Zwosta zu „Drei

BRANDSCHUTZTAGE

Die Gefahren eines Feuers

Im Rahmen eines Workshops der Berufl ichen Bildung wurden

die Mitarbeiter am Standort Kirchhausen über richtiges

Verhalten im Brandfall geschult. Die Gefahren eines Feuers

und das richtige Auslösen eines Notrufes wurden erklärt.

Die Brandschutzübung wurde mit dem Brandschutzbeauftragten

Hans Mühlmann durchgeführt. Die Übung musste

bei der Berufsfeuerwehr der Stadt Heilbronn gemeldet

werden. Danach verließen alle Mitarbeiter und Gruppenleiter

das Gebäude. Sie gingen abteilungsweise zur Sammelstelle.

Dort wurde auch der richtige Umgang mit dem Feuerlöscher

erklärt.

KIRCHHAUSEN | STANDORTE

Riesen“ gesägt, gefräst,

geschliffen und bemalt.

Sie stehen jetzt als Wahrzeichen

vor dem Eingang.

„Die Riesen stehen auch für

die Kunst, aufeinander zu

hören“, sagte Werkstätten-

Vorstand Pfarrer i.E. Hans-

Christoph Ketelhut bei der

Enthüllung. Auch bei der

Collage im Foyer arbeiteten

viele Hände zusammen.

Mit Unterstützung der

Heilbronner Kunstmalerin

Dana gestalteten einige

Mitarbeiter großformatige

und farbenfrohe Selbst-

Porträts.

In kreativer Zusammenarbeit

mit der Heilbronner

Töpferin Lore Krämer-

Bacher entstanden aus Tonmasse

lebensgroße Hände. Durch die Zeit gemeinsamen

Schaffens mit externen Künstlern sei auch ein Stück Integration

gelebt worden, betonte Hans-Christop Ketelhut:

„Gemeinsam sind wir riesig.“ schw.

Hans Mühlmann löst den Feueralarm in der

Werkstatt aus Foto: Thomas Schöning-Drautz

KONTAKT | 1/2010

13


STANDORTE | HEILBRONN

TAG DER OFFENEN TÜR

Hoher Besuch in Böckingen

Audianer bei „Händen, die arbeiten wollen"

Die Standortleiter Christof Sanwald und Achim Schellenbauer

strahlten um die Wette: Zum gut besuchten Tag der

offenen Tür in der Beschützenden Werkstätte in Heilbronn-

Böckingen kam hoher Besuch aus Neckarsulm. Dieter Knoll,

Leiter der Fertigungsplanung Montagen bei Audi, erlebte mit

seinen Mitarbeitern Peter Klatt und Peter Wlodarczyk die

zertifi zierte Qualitätsarbeit für den Autobauer. In Böckingen

wurde 2009 die Montage umgestaltet und eine optische

Qualitätskontrolle eingeführt. Drei Kameras prüfen die mit

über einem Dutzend Teilen bestückten Werkzeugkästen für

die Neckarsulmer Modelle automatisch auf Vollständigkeit.

Die gute Nachricht: Audi wird noch mehr Teile in Böckingen

montieren lassen.

Dass mehr Firmenkunden als früher den Weg nach Böckingen

fanden, freute Vorstand Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut:

„Das Vertrauen unserer Kunden in die Qualität unserer

Leistung führt verstärkt zu komplexeren Aufträgen.“

Die Kurzandacht zur Eröffnung des Tages hatte Ketelhut

Dieter Knoll von Audi Neckarsulm (links) überzeugte sich mit

Pfarrer Hans-Christoph Ketelhut von der Qualitätsarbeit in Böckingen.

14 KONTAKT | 1/2010

unter das Wort von den „Händen, die arbeiten wollen“

gestellt und die Bedeutung des „Miteinanders“ in der Zusammenarbeit

nach innen und außen hervorgehoben.

Dieses Miteinander praktizierten auch Schulklassen, die bei

der Essensausgabe für die vielen Besucher halfen oder sich

über die vielfältigen Arbeits- und Berufsbildungsbereiche

samt Freiwilligem Sozialen Jahr, Praktikum oder Zivildienststelle

informierten.

Mitmachen war angesagt beim Werkstattrat-Spiel oder

zugunsten des Fördervereins und der Stiftung LebensWerkstatt.

Ein Überraschungsständchen für Pfarrer Ketelhut gab

es von der Musikgruppe der „Gartenfreunde Rasenäcker Heilbronn-Böckingen

e.V.“. Die Gartenfreunde pfl egen seit über

15 Jahren gute Nachbarschaft mit der Beschützenden Werkstätte:

Menschen mit Behinderung bewirtschaften unter

fachkundiger Anleitung regelmäßig zwei Gartenparzellen in

den Rasenäckern. Diese Arbeit wurde 1993 mit einem Preis

gewürdigt. Gerhard Schwinghammer

Begrüßungs-Ständchen von den

benachbarten Gartenfreunden für

Pfarrer Hans-Christoph Ketelhut.


BLOCKHEIZKRAFTWERK

Böckingen spart Energiekosten

Zur Wärme wird jetzt auch noch Strom erzeugt

HEILBRONN | STANDORTE

Der Gemeinderat von Leingarten mit Bürgermeister Dieter Steinbrenner an der Spitze (Mitte im Hintergrund) hat sich von Christof Sanwald die

Funktion des neuen Blockheizkraftwerkes in Böckingen erklären lassen.

Beim Energieverbrauch kann man viel Gutes tun. Das wurde

jetzt auch in Böckingen festgestellt. Dort musste die rund

30 Jahre alte Heizung erneuert werden. Standortleiter

Christof Sanwald hat ausgerechnet, dass man mit einem

Blockheizkraftwerk am meisten Geld spart. Es wird weniger

Gas gebraucht. Und weil es neben Wärme auch Strom liefert,

fällt auch ein Teil der Stromkosten weg. „Es ist ökologisch

optimal, wenn man Heizen und Stromerzeugung kombiniert“,

weiß Sanwald. Über das Fernwärmenetz der Beschützenden

Werkstätte versorgt das neue Blockheizkraftwerk

alle Gebäude der Bereiche Arbeit, Bildung und Wohnen.

In diesem Jahr will er weitere Vorschläge zur Kostenreduzierung

machen: „Energiesparen ist mein Hobby.“ Dass die

Werkstätte beim Thema sparsame und ökologische Strom-

und Wärmeerzeugung auf dem neuesten Stand ist, zeigt

auch in Blick in die Stadt Heilbronn. Sie betreibt elf Blockheizkraftwerke,

die auch ein Beitrag zum Klimaschutz sind.

Der Kohlendioxid-Ausstoß wird nach Berechnungen des

städtischen Hochbauamts pro Anlage jährlich 25 Tonnen

reduziert. 10.000 Euro Betriebskosten pro Kraftwerk werden

bei der Stadt jährlich eingespart. schw.

KONTAKT | 1/2010

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STANDORTE | BAD FRIEDRICHSHALL

AUF DEM WEG ZU DEN SPECIAL OLYMPICS 2010 IN BREMEN

Der Fußballhimmel über Bad Friedrichshall

Im Mai 2009 wurde in der

Werkstätte Bad Friedrichshall

Fussball als Angebot der

Arbeitsbegleitenden Maßnahmen

aufgenommen. In

kürzester Zeit wuchs die

Teilnehmerzahl auf 15. Die

Stadt Bad Friedrichshall

stellte spontan den Fußballplatz

neben der „Glück auf

Halle“ zur Verfügung. Hier

fi ndet wöchentlich das

zweistündige Training statt.

Ziel ist dabei nicht nur die

Verbesserung von Technik,

Geschicklichkeit und Ausdauer,

sondern auch die

Formung des Teams. Nur im

Team kann man ein Spiel

gewinnen und Siege feiern.

Mit Spenden wurden Trikots und Stutzen gekauft. Die einheitliche

Mannschaftskleidung fördert das Teamdenken

zusätzlich. Mit Spenden wurden auch Trainingsbälle

beschafft. Dem Aufruf, nicht genutzte Stollenschuhe dem

Fußballteam zu spenden, folgten so viele Mitarbeiter der

Werkstätte, dass alle Spieler bestens ausgestattet sind.

Unsere erste Turniereinladung erhielten wir aus Nagold/

Vollmaringen. In vier Bussen reisten zahlreiche Fans aus

Werkstatt, Stadthaus und interessierte Eltern an. Für lautstarke

Unterstützung war also gesorgt. Durch eine tolle

Mannschaftsleistung erreichten wir einen 4 Platz. Stolz und

glücklich kehrten wir nach Bad Friedrichshall heim.

Die nächste Turniereinladung nach Marburg an der Lahn

in Hessen nutzten wir für ein dreitägiges Trainingslager.

Dann kamen die Spiele: Lahnwerkstätten Marburg - Bad

Friedrichshall 2:5; Kehna - Bad Friedrichshall 0:6. Im Finale

gegen Spektrum Marburg zeigte das Team Bad Friedrichshall

eine starke Mannschaftsleistung. Mit 6:1 haben wir

den vermeintlich starken Gegner besiegt. Wir waren Sieger

des Turniers mit sechs Mannschaften. Jeder Spieler brachte

vollen Einsatz an seinem Platz. Eine überragende Leistung

16 KONTAKT | 1/2010

Fußball-Turnier in Nagold. Die Bad Friedrichshaller Fußballer waren erfolgreich dabei.

bot Torwart Mathias Fiene, der manch brenzlige Situation

meisterte. In die Torschützenliste konnten sich eintragen:

Benedikt Eberhardt mit 10 Toren, Ömer Cümen mit 5 Toren

und Kevin Engelhardt mit 3 Toren. Der erfolgreiche Tag

endete mit einem Open Air Konzert.

Nach der Besichtigung von Marburg nahmen wir Abschied

von Ex-Zivi Benjamin Posslovski und Ex-FSJler Marian

Rostan. Als Co-Trainer hatten sie erheblichen Anteil am

Aufbau und Erfolg dieser Mannschaft.

Unser großes Ziel ist die Teilnahme an den Special Olympics

im Jahr 2010 in Bremen. Sie bedeutet für jeden von uns: ein

„Traum“ wird wahr. 12 000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen

werden erwartet. Wir gehören dazu! Schön ist es zu sehen,

dass gerade im Hinblick auf die Teamentwicklung große

Fortschritte gemacht wurden. Die Spieler treffen sich inzwischen

auch im privaten Rahmen außerhalb der Werkstätte.

Sie respektieren die Leistung und das Engagement jedes

Teamkollegen. Die Entwicklung von Fairness und kameradschaftlichem

Verhalten ist für uns Trainer neben dem Sportlichen

Erfolg der Mannschaft das schönste Erlebnis.

Heike Acker (Trainerin) und Achim Henn (Trainer)


INTEGRATION IN DEN VEREIN

FSV gründet eigene Abteilung

Heike Acker ist begeistert:

„Super! Klasse!“ Die Übungsleiterin

greift beim Hallen-Triathlon

ebenso wie ihre Assistentin

Gaby Rostan beherzt zu, wenn

mal eine Bewegung aus der

Koordination zu geraten droht.

Die Sportler sind Menschen mit

Behinderung.

Die Gruppenleiterin in der Beschützenden

Werkstätte in Bad

Friedrichshall treibt selbst viel

Sport: Fußball, Ski, Wandern und

mehr. Jetzt macht sie jeden

Dienstag ab 17.15 Uhr mit gut

zwei Dutzend Menschen mit Behinderung

therapeutische Spiele

mit Spaßfaktor. Sie will über das Sportangebot zur Steigerung

der körperlichen Leistungsfähigkeit, zur Förderung der

Eigeninitiative und des Selbstvertrauens, zur Integration und

zur Teamfähigkeit beitragen.

Es war zunächst eine Privatinitiative, die diese Sportgruppe

für Menschen mit Behinderung ins Leben gerufen hat. Bad

Friedrichshalls Bürgermeister Peter Dolderer stellt Räume

bereit. Die Beschützende Werkstätte Heilbronn unter-

Das Fußballteam aus Bad Friedrichshall hat sich für 2010 hohe

Ziele gesteckt. Im Juni will man bei den „Special Olympics

National Summer Games“ in Bremen mit kicken – vorausgesetzt,

die Reise ist bezahlbar. Ein erster großer Schritt dahin

ist eine 1600-Euro-Spende der Bäckerei Härdtner GmbH

aus Neckarsulm. Das Geld kommt aus Sammeldosen der

Beschützenden Werkstätte, die noch in 25 Bäckerei-Filialen

auf den Verkaufstheken stehen. Im Bild von links Stefanie

Härdtner von der Härdtner-Geschäftsleitung, BW-Fundraiser

Hans Kahlau und Härdtner-Mitarbeiterin Manja Guy

Menschen mit Behinderung sind jetzt als zehnte Sportabteilung

in den FSV Bad Friedrichshall integriert und

trainieren einmal wöchentlich in der Glück-Auf-Halle.

BAD FRIEDRICHSHALL | STANDORTE

stützt das Projekt. Und der FSV

Bad Friedrichshall mit seinen

über 3000 Mitgliedern hat einen

besonderen Integrationsbeitrag

geleistet. Präsident Peter Knoche:

„Wir haben für den Behindertensport

eine zehnte Abteilung eingerichtet.“

Vorsitzender, Kassier

und Schriftführer ist Dietmar

Fischer aus Untereisesheim, Stellvertreterin

und Übungsleiterin

Heike Acker, Assistentin Gabi

Rostan.

Im Moment hat die Abteilung 27

Mitglieder. Sie kommen aus der

Beschützenden Werkstätte Bad

Friedrichshall und dem günstig

zur Halle gelegenen Stadtwohnhaus gegenüber vom Rathaus.

Jetzt sucht man Kontakt zu Schulen und weitere ehrenamtliche

Helfer. Dietmar Fischer: „Wir wollen das Angebot von

der Gymnastik über (Schnee-)Wandern bis zu Boccia und

Reiten ausweiten.“ In Räumen des ebenfalls im Stadtwohnhaus

integrierten Jugendhauses sollen bald Spielabende

stattfi nden. Gerhard Schwinghammer

Info: www.fsv-sport.de/Abteilungen/Behindertensport

SPENDEN FÜR FUßBALLTEAM

Bäckerei Härdtner macht den Weg zu „Special Olympics“ frei

KONTAKT | 1/2010

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STANDORTE | BAD FRIEDRICHSHALL

HÖHERE FLEXIBILITÄT UND EFFEKTIVITÄT

Erfolge mit neuer Gruppenstruktur

Die Einführung einer neuen Gruppenstruktur in Bad Friedrichshall

ist abgeschlossen. Die Industriegruppen (Metall,

Verpackung, Konfektion, Montage) und unterstützenden

Gruppen (Service und Bildung, Arbeitsvorbereitung) wurden

nach einer einheitlichen Struktur und mit einem vereinbarten

Standard aufgebaut. Es gibt einen Zubringerdienst,

Arbeitsassistenten/Anleiter, Arbeiter und Qualitätsprüfer.

Eine überdachte Bühne, zwei Festzelte, eine Grillstation und

ein umfangreiches Kuchen-Buffet – so präsentierte sich

Ende Juli 2009 der Standort Bad Friedrichshall der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn. Das große Band-Open-Air

war ein weiteres Highlight in

der Reihe „KulturPur 09“. Der

Auftritt der „Tollhaus Gang“

der Evangelischen Stiftung

Lichtenstern war schwungvoll

und melodisch. Da kam

Bewegung ins Publikum.

Mitarbeiter und Gäste tanzten

miteinander, klatschten im

Takt oder schunkelten im Zelt

auf den Bänken. Auch Nachbarinnen

aus der Senioren-

Wohnanlage waren zu Gast,

dazu der ehemalige Standortleiter

Harald Frank mit seiner Frau Helgard und Heinz-Werner

Kunius als ehemaliger Sozial-Pädagogischer Fachdienst mit

Frau und Tochter. Angehörige, Freunde und Sponsoren waren

gekommen. „Handle With Care“, die Band der Offenen Hilfe,

spielte vor „Better Than“. Weil diese Gruppe ausschließlich

aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Standortes Bad

18 KONTAKT | 1/2010

OPEN AIR BAD FRIEDRICHSHALL

In Mitarbeitergesprächen werden die zusammen passenden

Personen ausgewählt. Interne und externe Qualifi zierungsmaßnahmen

steigern die Fähigkeiten.

Standortleiter Ewald Käfer kann erste Erfolge melden:

„Höhere Flexibilität und Effektivität in den Arbeitsgruppen

sind bereits erkennbar.“ Das war das Ziel der Umorganisation.

Neues Festival Kultur pur war ein Erfolg

Die Teilhabe der Menschen mit Behinderungen am Kunst- und Kulturleben ist gelungen. Durch die

Öffnung nach außen wurden Begegnungen über den Arbeitsalltag hinaus geschaffen.

Friedrichshall besteht, wurde sie von den rund 300 Gästen

natürlich entsprechend gefeiert. Ab 19 Uhr lockte die Profi -

Band „Banderas“ mit Evergreens und fetziger Rock-Musik

immer mehr auswärtige Besucher an. So entstand in zehn

Stunden Open Air bei bester

Stimmung das, was sich Initiator

und Standortleiter Ewald

Käfer von den vielfältigen Veranstaltungen

von „KulturPur

09“ aus den Bereichen Musik,

Literatur, Basteln, Tanz und

Theater unter dem Motto

„Alles Außer Gewöhnlich“

gewünscht hatte. In diesem

Sinne gestalteten Jugendliche

auch einen Passions-Gottesdienst

in der St. Barbarakirche

Bad Friedrichshall mit.

„KulturPur 09" wurde ermöglicht mit Zuschüssen von Gesellschafter.de,

Sparkassen-Stiftung Heilbronn und dem Förderverein

der BW. Käfer: „Wir werden KulturPur 2010 nicht in

diesem Umfang weiterführen können. Die Umsetzung des

Grundgedankens bleibt aber erklärtes Ziel.“

Marlene Maurhoff


JUBILARAUSFLUG MAL ANDERS

„Wir erkunden den Heilbronner Stadtwald“

Der Jubilarausfl ug in Talheim fand

unter dem Motto statt: „Warum in

die Ferne schweifen.... wir erkunden

den Heilbronner Stadtwald“. Jubilarin

Angelika Haußler hatte die Idee, den

Heilbronner Stadtwald zu erkunden.

Gruppenleiter Jürgen Heuser hatte

das Programm mit vielen Stationen

vorbereitet. Vom Gaffenberg aus ging

es über das Gelände der ehemaligen

Schweinsbergsiedlung zum Schweins-

SOMMERFEST IN TALHEIM

Pizza vom Chef

Die Presse berichtete

Im Heilbronner Stadtwald

von links:

Peter Schwarz,

Gabriella Burgert,

Angelika Haußler,

Karl-Heinz Gimber,

Wolfram Bauer,

Klaus Mütsch,

Jürgen Heuser (Gruppenleiter),

Susanne Menold.

berg Aussichtsturm. Am Wasserhochbehälter

und dem Fernmeldeturm

vorbei erreichten die Wald-Wanderer

den Köpferbrunnen. Weitere Stationen

waren der Köpferstausee mit der Öko-

Stauanlage. Durch den ehemaligen

Sandsteinbruch ging es zur Waldheide

und zurück zum Jägerhaus. Die Einkehr

in der Waldgaststätte Jägerhaus hatte

man sich nach einem erlebnisreichen

Tag wahrlich verdient.

Standortleiter Berthold Kirch war

mehr als zufrieden: „Unser Sommerfest

ist sehr gut angekommen. Das

Wetter war ideal. Es sind mehr Gäste

gekommen als erwartet.“ Und die Heilbronner

Stimme berichtete ausführlich

darüber. Auch über den „Renner“

des Festes: Bereits am Werkstatteingang

wurden die Gäste vom Duft

frischgebackener Pizza und Flammkuchen

angelockt. Dieser entströmte

einem von Oleander umrankten Pizzasteinofen.

Die Gäste konnten sich mit

frischen Zutaten Ihre Pizza selbst

zusammenstellen. Das Ausbacken im

mobilen Ofen war Chefsache. Berthold

Kirch persönlich öffnete im Minuten-

TALHEIM | STANDORTE

KOMMUNALPOLITIKER

CDU in Talheim

Kommunal-Politiker aus den CDU-

Bezirken Ilsfeld und Lauffen besuchten

vor der Kreistagswahl 2009 die

Beschützende Werkstätte in Talheim,

um sich vor Ort über die Arbeit zu

informieren. Sie waren sich einig, dass

es die aktuellen gesellschaftlichen

Entwicklungen heute umso mehr nötig

machen, den Blick darauf zu richten,

dass Menschen mit Behinderungen

wichtiger Bestandteil unserer Gemeinschaft

sind.

takt die Tür, schob neue Pizzen hinein,

holte die fertigen heraus. „Das war

eine gute Idee“, meinte er nach dieser

Akkordarbeit. Nebenher nahm er sich

auch Zeit, mit den rund 90 behinderten

Mitarbeitern und deren Familien

zu reden. Sie kamen ja alle bei ihm

vorbei, denn jeder wollte die Chef-

Pizza. Danach machten sie es sich

entweder im neu gestalteten Innenhof

oder in der Cafeteria bequem.

Bei sonnigem Wetter kam der im Frühjahr

dank einer Sach- und Arbeitsspende

der Baufi rma Schneider umgestaltete

Innenhof bei allen Gästen

sofort an.

KONTAKT | 1/2010

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STANDORTE | TALHEIM

SCHULUNG UMWELTSCHUTZ UND ENERGIESPAREN

Zweimal drücken spart Wasser

Siebzehn Mitarbeiter wurden am Standort Talheim von der Berufl ichen Bildung

an zwei Tagen zu den Themen Umweltschutz und Energiesparen geschult.

Im Mittelpunkt stand der sparsame Umgang von Wasser und

Energie am Arbeitsplatz.

Womit heizen wir? Woher bekommen wir unser Wasser?

Können wir jedes Wasser trinken? All diese Fragen haben

uns im Kurs beschäftigt. In einem Film wurde gezeigt, woher

das Trinkwasser in Talheim kommt. Der Bodensee ist unser

großer Wasserspeicher. Von dort kommt das Wasser in

großen Leitungen zu uns. Dann konnten wir uns die Heizung

und die Wasserleitungen am Standort anschauen. Es gibt

eine ganze Menge Leitungen, die uns mit Wasser versorgen.

Standortleiter Berthold Kirch hat uns alles erklärt. Er

hat auch ausgerechnet, wie viel Wasser und wie viel Strom

am Standort Talheim verbraucht werden. Am Beispiel von

Steinen erklärte er, wie viel Kohle wir jeden Tag zur Arbeit

schleppen müssten, damit wir es warm und hell haben.

Dann wurde es richtig anstrengend. Die Teilnehmer mussten

selbst Energie erzeugen. Die Aufgabe war: so lange auf

dem Heimtrainer treten, bis eine 60 Watt Glühbirne eine

Stunde lang brennt. Hier haben die Teilnehmer den Unterschied

zur 11 Watt Energiesparlampe festgestellt. Für die

60 Watt Lampe musste die Gruppe ca. 20 Minuten treten.

MITARBEITERMOTIVATION

Mit 320 PS rund um die Werkstatt Talheim

Die Talheimer Mitarbeiter montieren

schon viele Jahre mit großer Zuverlässigkeit

Kühlerteile für die Firma

Behr in Stuttgart. Gruppenleiter Hans

Schubert hatte die Idee, den Mitarbeitern

zu zeigen, in welchem „Superschlitten“

die bei uns montierten Teile

verbaut werden. Das Porsche-Zentrum

Heilbronn machte mit und fuhr mit

dem Sportwagenklassiker Porsche 911

in Talheim vor. Alle Mitarbeiter durften

eine Runde um das Industriegebiet

mitfahren. „Pilot“ war Gruppenleiter

20 KONTAKT | 1/2010

Bei der Energiesparlampe

haben vier Minuten auf dem

Heimtrainer ausgereicht. Dabei

sind alle ganz schön ins Schwitzen

gekommen. Gemeinsam

wurde überlegt, wofür wir

Wasser brauchen. Dazu

haben die Teilnehmer ein

Plakat gestaltet. Es sind

circa 130 Liter jeden Tag

pro Person. Am meisten Wasser

verbrauchen wir täglich

für die Klospülung. Jedes

Mal, wenn wir auf die Toilette

gehen, spülen wir neun Liter Trinkwasser durch die Toilette

ins Abwasser! Die Toiletten in Talheim sind sehr modern.

Sie haben eine Stoppfunktion zum Wassersparen: einmal

Drücken bedeutet viel Wasser. Beim zweiten Mal Drücken

stoppt das Spülwasser. Die Teilnehmer des Kurses haben eine

Visualisierung für die Toiletten ausgesucht, die hilft, an das

Wasser sparen zu denken. Birgit Fleisch

Ray Wessel. Einen ganzen Tag

stand der 320 PS-Flitzer zur

Verfügung. Es war eine unvergessliche

„Er-Fahrung“ für

alle Mitarbeiter. Ihnen wurde

„begreifbar, erfahrbar und

hörbar“ gemacht, in welchem

Automobil die bei uns vormontierten

Kühlerteile verbaut

sind. Dazu gab es passende

Anstecker, Porscheposter und Kappen,

die begeistert angenommen wurden.

Berthold Kirch


HOHENLOHE | STANDORTE

WERKSTATT-STANDORTE AUF HOHENLOHER WIRTSCHAFTSMESSE

Politiker auf dem Spenden-Stepper

Auf der Hohenloher Wirtschaftsmesse im

September 2009 in Künzelsau stellten auch

unsere drei Werkstattstandorte Ingelfi ngen,

Schwäbisch Hall und Crailsheim aus.

In unmittelbarer Nähe zu den Ständen der

wichtigsten Industriekunden konnte den rund

23.000 Messebesuchern ein guter Eindruck

von der Angebotsvielfalt der Werkstätten

sowie des Berufsbildungs- und Wohnbereichs

vermittelt werden. Der professionelle

Auftritt und besonders die hohe Qualität

der präsentierten Fertigungsmuster brachten

viele Besucher zum Staunen. So ist es an

den drei Messetagen gelungen, die Image-

und Kontaktpfl ege auszubauen und in zahlreichen

Einzelgesprächen die Arbeit von und

für Menschen mit Behinderung in der Region

in bestem Licht zu zeigen.

Beeindruckt war auch Christian von Stetten, der als Mitglied

des Deutschen Bundestages und Hohenloher CDU-Abgeordneter

unseren Stand besuchte. Der Politiker brachte seinen

Parlamentskollegen Hartmut Schauerte mit, der die Messe

als Parlamentarischer Staatsekretär und Mittelstandbe-

AKTION DER STIFTUNG LEBENSWERKSTATT

6000 Schritte für einen guten Zweck

Hunderte von Messebesuchern auf der

Hohenloher Wirtschaftsmesse 2009

und zahlreiche Gäste von Tagen der

offenen Tür in unseren Werkstätten

haben bei der Aktion „Spenden-Stepper“

der Stiftung LebensWerkstatt

mitgemacht. Rund 6000 Schritte

wurden dabei in den letzten Monaten

gesteppt. Pro Schritt gingen 10

Cent in die Spendenkasse der Stiftung.

Den Gesamterlös verdoppelte die Stiftung

aus eigenen Erträgen.

Wirtschaftsmesse in Künzelsau: Die Beschützende Werkstätte war vertreten.

So konnten dem Wohnbereich

insgesamt 1200

Euro zur Förderung von

Sport- und Bewegungsangeboten

überreicht

werden. Hans Kahlau

Steppte für die Spendenkasse:

Werkstattmitarbeiter

Tobias Janda beim Tag der

offenen Tür in Ingelfi ngen am

Infostand der Stiftung

LebensWerkstatt.

auftragter der Bundesregierung besuchte. Schauerte lief

einige Schritte auf dem „Spenden-Stepper“ unserer Stiftung

LebensWerkstatt , um mit seiner Spende konkret etwas für

Bewegungsangebote in der Beschützenden Werkstätte zu

tun. Roland Gugu

KONTAKT | 1/2010

21


STANDORTE | INGELFINGEN

GUTE NACHBARSCHAFTLICHE BEZIEHUNGEN

Begegnungsforum mit vielen Informationen

Die Beschützende Werkstätte in Ingelfi ngen hat sich positiv weiterentwickelt.

Das stellte Vorstand Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut beim Tag der offenen Tür fest.

Wie im Wohnangebot und im Bereich der Offenen Angebote

sei auch in den Werkstätten eine ständige Weiterentwicklung

geschehen, betonte Ketelhut. Er begrüßte die guten

nachbarschaftlichen Beziehungen zur Bevölkerung und hob

die langjährige Zufriedenheit der Kunden hervor.

In seiner vom Werkstattchor unter Leitung von Ulrich Dachter

musikalisch begleiteten Andacht rief er Stadt und behinderte

Menschen zur Gemeinsamkeit auf. Dass 20 Jugendliche

der Ingelfi nger Stadtkapelle am Nachmittag musikalische

Unterhaltung boten, war in diesem Sinne ein gutes Signal.

Standortleiter Bernhard Tretter: „Das kam sehr gut an.“

Er stellte mit Roland Gugu einen weiteren Standortleiter

vor. Dieser stellte spontan fest: „Ich bin sehr angetan, dass

die Arbeit in der Werkstätte so stark interessiert. Diese Eindrücke

haben mich bestärkt, die richtige Entscheidung

getroffen zu haben, in die BW zu wechseln.“

Am Nachmittag besuchte der Bundestagsabgeordnete

Christian Freiherr von Stetten die Veranstaltung, um sich

unter anderem über die Arbeit und den Erfolg der Ausla-

22 KONTAKT | 1/2010

gerung von Konfektion und Elektromontage in das BTI-

Gebäude zu informieren. Erst eine Woche zuvor stellten die

Beschützende Werkstätte ihre Leistungsfähigkeit auf der

Wirtschaftsmesse Hohenlohe in Künzelsau vor (Seite 21).

Spielerisch wurde die Beschützende Werkstätte den Besucher

nahe gebracht: Im Berufsbildungsbereich wurden kleine

Papierschachteln gebastelt und kreativ gestaltet. Besonderes

Interesse weckten die Außerarbeitsplätze und die Aktivitäten

des Förder- und Betreuungsbereiches, wo acht Menschen

mit besonders schweren Behinderungen betreut werden.

„Die Hemmschwelle zu einem selbstständigeren Leben abzubauen“,

das war das Anliegen von Elke Rösch, Leiterin des

Wohnhauses Ingelfi ngen. Dass hier auch Menschen mit

Behinderung zeitlich befristet aufgenommen und bedarfsorientiert

begleitet werden können, während Familienangehörige

wegen Urlaub, Krankheit oder Kur ausfallen, war für

einige Besucher neu. Sabine Birkert stellte alle ergänzenden

Angebote vor. schw.


„CIRCUS" IN DER BESCHÜTZENDEN WERKSTÄTTE

SCHWÄBISCH HALL STANDORTE

Ein „ganz anderes“ Programm begeisterte die Besucher

„Circus“ im besten Sinne war beim

Sommerfest in der Beschützenden

Werkstätte Schwäbisch Hall angesagt.

Es wurde informiert, gebastelt,

gespielt. Der Haller Circus Compostelli

begeisterte mit Jonglage, Akrobatik

und Clownerie. Simon Mettler und

EIN GUTER AUFTRAG

Zehn Buden für den Schokoladenmarkt

Einen interessanten Auftrag hat die

Beschützende Werkstätte Schwäbisch

Hall an Land gezogen. Für den Schokoladenmarkt

im Rahmen des Weihnachtsmarktes

bauten die Mitarbeiter

Jürgen Schmidt sagten spontan: „Wir

kommen wieder“.

Standortleiter Uwe Menschl war überwältigt

von der Besucherzahl. Neben

Angehörigen, „Ehemaligen“, Kunden

und Gästen hatten viele Familien mit

Kindern den Weg in die Werkstatt

in der Schreinerei zehn Verkaufsbuden.

Auf dem Sparkassenplatz präsentierten

an allen vier Adventswochenenden

Gastronomen und Konditoren ein

Stelldichein des Genusses mit Schoko-

gefunden. Gruppenleiterin Mirjam

Winter: „Die Aktionen sind von Klein

bis Groß gut angekommen.“ Heinz

Förstmann, Werkstattleiter von 1973

bis 1996, erkannte beim Rundgang:

„Es ist interessant, wie sich Schwäbisch

Hall weiterentwickelt hat. Vor 30

Jahren haben wir einfache Lötarbeiten

gemacht. Heute werden komplexe

Baugruppen in mehreren Fertigungsschritten

bearbeitet.“

Auch Bildungs- und Fördermöglichkeiten

und „Offene Angebote“ für

verschiedene Wohnformen wurden

präsentiert. Ein großes Kompliment

machte Besucherin Gisela Schmieder

den Organisatoren: „Das Programm

war in diesem Jahr ganz anders und

das Fest rundherum schön.“

lade in allen Variationen. Weihnachtliche

Musik, Chöre und Musikkapellen

umrahmen die süßen Genüsse mit

festlichen Klängen. Ulrich Schuhmacher,

Schreinermeister und Gruppenleiter,

hatte den Kontakt zu den

Veranstaltern hergestellt. Die zwei

mal drei Meter großen Stände waren

eine Herausforderung für die Mitarbeiter

der Schreinerei. Entsprechend

große Einzelteile mussten verarbeitet

werden. Schuhmacher: „Das ist prima

gegangen.“ Schon haben sich andere

Veranstalter für diesen Hüttentyp

interessiert, darunter auch die Freilichtspiele

Schwäbisch Hall.

KONTAKT | 1/2010

23


STANDORTE | CRAILSHEIM

Ein ganz besonderer Tag war für Mitarbeiter

mit Behinderung die Jubilarfeier

in der Beschützenden Werkstätte in

Crailsheim. Sie wurden für langjährige

Tätigkeit mit einer Urkunde und einem

Blumenstrauß geehrt. Bereits 40 Jahre

hat Christof Kimm „seinen“ Arbeitsplatz

in der Werkstätte. 30 Jahre sind

Andrea Sprügel, Uwe Schöller, Josef

Denninger, Jutta Eckert und Wilhelm

Erbel dabei, 25 Jahre Georg Deigner

24 KONTAKT | 1/2010

TAG DER OFFENEN TÜR

Alle 35 Kuchen waren weg

Nach längerer Pause wieder Tag der offenen Tür in Crailsheim. Am Ende waren alle 35

von Angehörigen gebackenen und gespendeten Kuchen weg.

Aber nicht nur deshalb war für

den neuen Standortleiter Dieter

Bögelein der nach einer längeren

Pause wieder durchgeführte Tag

der offenen Tür in der Beschützenden

Werkstätte Crailsheim ein

großer Erfolg.

Ein vielseitiges Sechstunden-

Programm hatte sein einfallsreiches

Team zusammengestellt.

Neben der Präsentation der industriellen

Arbeiten in den verschiedenen

Abteilungen gab es Infoständen

zum Beispiel über das

Zivildienstangebot sowie das

Freiwillige Soziale Jahr. Vor allem

kamen aber die Mitmach-Aktionen

vom Kinderschminken über die Jux-Tombola bis zum

Schatzkästchen-Gewinnspiel sehr gut an.

Der Standortleiter selbst machte Führungen durch die Werkstatt,

in der 134 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz

haben. Der Förder- und Betreuungsbereich erlaubte

und Erwin Hipp, 20 Jahre Karsten

Nebranek und Harald Schmauß.

Standortleiter Dieter Bögelein fand

Worte des Dankes für die engagierte

und gute Arbeit im Werkstätte-Team

und versicherte: „Bei uns sind Sie in

einen Blick in den Snoezelen-Raum.

Der Wohnbereich

informierte über

Außenwohngruppen. Bei

bestem Wetter konnte

Vieles im Freien stattfi

nden. Zehn Personen

nahmen am Kreativ-Tanz

(Bild) vor dem Werkstattgebäude

teil. Auch Wohlfühlgarten,

Schafe und das

Fußballfeld lockten nach

draußen. Die Werkstätten-

Band „Better Than“ machte

gute Stimmung. Visualisiert

wurden die Außenarbeitsplätze

„Engelbräu“ und

die Gartenbauabteilung mit einer Geräteschau. „Sehr gute

Gespräche“ – so Bögelein – waren mit den Firmenkunden

möglich, die in größerer Zahl unter anderem von Voith,

Recaro und Bosch gekommen waren.

JUBILARFEIER

Bei uns in guten Händen

guten Händen.“ Gerne erinnerten sich

die Jubilare an den erlebnisreichen

Jubiläums-Ausfl ug nach Dinkelsbühl

mit Stadtbummel und Besuch im Freilichttheater

„Michel in der Suppenschüssel“

am Wehrgang.


ANGEHÖRIGENTAG

Bereichernd für alle Seiten

CRAILSHEIM | STANDORTE

Beim Angehörigentag in Crailsheim konnten sich Eltern, Angehörige und Betreuer von der

sehr wichtigen Arbeit in der Werkstatt überzeugen.

„Ich komme gerne zur Arbeit.

Hier habe ich Freunde, kann mich

ungestört bewegen und einfach

ich selbst sein“, erzählte Georg

Erhard (50) vom Werkstattrat

dem Hohenloher Tagblatt. Es

berichtete unter dem Titel

„Bereichernd für alle Seiten“ ausführlich.

„Im Rahmen seiner

Möglichkeiten hat mein Sohn

gute Fortschritte gemacht“, bestätigte

die Mutter von Steffen

Engler (42). Erhard ist 32, Engler

17 Jahre in der Beschützenden

Werkstätte in Crailsheim.

Wichtig sei die Einrichtung auch

für die Angehörigen, meinte

Herta Goodman: „Für mich als

Mutter einer Behinderten ist es

eine enorme Entlastung.“ Beide

Mütter schätzen den liebevollen Umgang mit ihren Kindern.

Am Ende des Tages konnten die Angehörigen mit einer Vielzahl

von Informationen auch zum praktischen Alltag mit

ERLEBNISTAG

Besuch in der Falknerei

35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Arbeitsbereich,

dem Berufsbildungsbereich und dem Förder- und Betreuungsbereich

in Crailsheim besuchten beim Erlebnistag mit

den Gruppenleitern Hermann Bahle, Helmut Hertweck und

Ingeborg Osborne eine Falknerei. Mit dem Bus sind sie nach

Cröffelbach bei Schwäbisch Hall gefahren.

Falkner Roland Blum stellte seine gefi ederten Freunde vor.

Der Uhu ist der größte Greifvogel seiner Art, gefolgt von der

Schneeeule, die sehr selten vorkommt. Danach wurde uns der

Steinkautz als kleinster Vertreter seiner Art vorgeführt.

dem Eindruck nach Hause gehen: „In der Beschützenden

Werkstätte sind unsere Kinder in guten Händen.“

Wir konnten die Tiere nicht nur anschauen. Wer sich traute,

durfte sie auch anfassen oder streicheln. Das hat unsere

vielseitigen Sinne angesprochen.

Nachdem Roland Blum uns verschiedene Flugvorführungen

gezeigt hatte, konnten einige Mitarbeiter sich selbst als

Falkner fühlen. Manche Greife landeten auf ihrer Hand. Zum

Schluss konnten sich die mutigeren Teilnehmerinnen und

Teilnehmer mit dem Wanderfalke „Peregrin“ fotografi eren

lassen. Für alle war es ein wunderschöner, erlebnisreicher

Tag. Ingeborg Osborne

KONTAKT | 1/2010

25


STANDORTE | CRAILSHEIM

FEUERWEHRÜBUNG

Rettung über den Balkon

Dichter Rauch quillt aus dem Gemeinschaftsraum im 2. Obergeschoss

des Wohnhauses in Crailsheim in den Flur. Ein lauter Hupton ertönt.

Nun sind alle Bewohner und Mitarbeiter aufgefordert, das

Haus sofort zu verlassen. Für zwei Bewohner und eine

Mitarbeiterin ist der Fluchtweg wegen des dichten Qualmes

versperrt. Sie können sich auf die Balkone retten und

sind auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen.

Es dauert nicht lange, bis das erste Fahrzeug um die Ecke

gefahren kommt. Hans-Martin Falk und Hans-Peter Wagner

melden dem Einsatzleiter, dass sich noch Menschen im

Wohnhaus befi nden. Sofort wird der erste Trupp der Feuerwehr

mit Atemschutz zur Menschenrettung in das Wohnhaus

geschickt.

Inzwischen sind weitere Fahrzeuge der Feuerwehr angekommen,

die die notwendige Wasserversorgung aufbauen.

Eine Drehleiter wird vor dem Gebäude in Stellung gebracht.

Michael Baum, der sich auf dem Balkon des zweiten Obergeschosses

befi ndet, wird über die Drehleiter gerettet. Auf dem

Balkon des ersten Obergeschosses ist Christian Hütter, der

von Ute Heck betreut wird. Die Rettung über die Drehleiter

gestaltet sich als zu gefährlich. Beide müssen auf dem Balkon

26 KONTAKT | 1/2010

warten, bis das Feuer gelöscht ist und die Rettungswege im

Haus wieder benutzbar sind. Es besteht keine unmittelbare

Gefahr. Deshalb können sie den Einsatzverlauf entspannt

von oben verfolgen.

Nach ca. einer Stunde kann die Einsatzleitstelle der Feuerwehr

melden: „Feuer schwarz, alle vermissten Personen

gerettet.“

Zum Glück war das nur eine Übung. Trotzdem ist das Fazit

positiv: Die Räumung des Gebäudes ist reibungslos und schnell

verlaufen, auch weil alle genau wussten, was im Alarmfall

zu tun ist. Gut war auch, dass eine tagesaktuelle Anwesenheitsliste

aller Bewohner zur Verfügung stand und dem

Einsatzleiter sofort Infos über vermisste Personen gegeben

werden konnte. Auch für die Feuerwehr war die Übung

sehr lehrreich. Hoffentlich müssen wir solche Situationen

nur üben.

Den kleinen Imbiss und die Getränke zum Abschluss hatten

die zum Teil völlig durchgeschwitzten Feuerwehrmänner

dringend nötig. Hans Mühlmann


INTERVIEW

Miteinander auf „Augenhöhe“

MAURHOFF:

Können Sie uns etwas

zu Ihrer Person und

ihren Zielen sagen?

DIEZ: Ich kam nach

dem Besuch von Haupt-

und Berufsschule in die

Beschützende Werkstätte

Ingelfi ngen. Es gab für

mich keine Stelle auf

dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

In der Beschützenden

Werkstätte habe ich

manche Praktika absolviert

und dabei viel Erfahrung gesammelt. Seit drei Jahren

arbeitete ich in der Arbeitsgruppe Verpackung. Es gefällt mir

jetzt sehr gut, Mitglied des Werkstattrates zu sein. Ich lerne

immer wieder Neues, es ist nie langweilig. Meine gesammelte

Erfahrung kann ich hier einbringen.

LAMPRECHT: Ich fand nach dem Abschluss meiner

Sonderschulzeit keine Stelle auf dem Arbeitsmarkt. Damals

gab`s die vielen Unterstützungsmöglichkeiten noch nicht.

Heute gibt es einen Job Coach, der einen auf dem Weg ins

Arbeitsleben unterstützt. So ging ich damals in die Beschützende

Werkstätte Lauffen. In der Arbeitsgruppe Verpackung

habe ich viel gelernt. Heute arbeite ich in Talheim. Vor einigen

Jahren habe ich mich als Werkstattrat aufstellen lassen.

Ich wurde gleich gewählt. Das hat mich überrascht. Ich will,

dass es meinen Kollegen gut geht. Deshalb setze ich mich

für unterschiedliche Arbeitsbegleitende Maßnahmen, die

Berufl iche Bildung und die feste Verankerung des Eingliederungsplanes

ein.

MAURHOFF:Wie kamen Sie dazu, sich

als Werkstattrat aufstellen zu lassen?

WERKSTATTRAT

Interview mit den Vorsitzenden des Geschäftsführenden Werkstattrates

Ulrike Diez (22 Jahre) und Reiner Lamprecht (47 Jahre). Im Gespräch mit Marlene Maurhoff haben sie sich

zu ihren Aufgaben und Zielen als Werkstatträte geäußert.

DIEZ: Weil ich gerne anderen Menschen helfen möchte.

LAMPRECHT: Ich stelle mich hinter meine Kollegen, damit

sie ihre Rechte laut Gesetzeslage wahrnehmen können. Bei

einer Einrichtung wie der Beschützenden Werkstätte gilt

nicht nur die Mitwirkungsverordnung (WMVO). Wir haben

die Diakoniemitwirkungsverordnung (DWMV) mit der Besonderheit,

mitbestimmen zu können.

MAURHOFF: Wie wird man Werkstattrat?

DIEZ, LAMPRECHT: Wir wurden angesprochen und

haben uns aufstellen lassen. Wir haben uns den Herausforderungen

gestellt. Dann wurde gewählt. Unsere Kollegen

hatten das Wort.

MAURHOFF: Welche Möglichkeiten haben

Sie, sich für Ihre Kollegen einzusetzen?

DIEZ: Zuerst erkundigt man sich bei den Kollegen nach

ihren Anliegen, Wünschen und Problemen. Diese werden

dann im Werkstattrat diskutiert und mit einem Antrag an

den Standortleiter oder an

die Bereichsleiter weiter

gegeben.

LAMPRECHT:

Es gibt in der Beschützenden

Werkstätte ein durchorganisiertes

Netzwerk.

Es reicht von der Standort-

bis zur Gesamtleitung.

In Quartalsgesprächen

werden mit den Standort-

oder Bereichsleitern

die anliegenden Fragen

besprochen, auch die

sensiblen. Die Werkstat-

KONTAKT | 1/2010

27


WERKSTATTRAT

träte selbst sind vom Standort über die Region, das Land,

bis zur Bundesvereinigung klar organisiert.

MAURHOFF: In welchen Gremien – intern

oder extern – arbeiten Sie?

DIEZ: Ich möchte vor allem Frauen-Beauftragte sein.

Außerdem arbeite ich im Standort-, im Gesamt- und im

geschäftsführenden Werkstattrat mit.

LAMPRECHT: Diese drei Posten habe ich auch inne.

Außerdem habe ich Kontakt zum Landratsamt. In der Diakonie

bin ich im Beirat tätig.

MAURHOFF: Wo war Ihr Einsatz als Werkstattrat

in der Vergangenheit erfolgreich?

DIEZ, LAMPRECHT: Heute werden wir als Werkstatträte

in den Leitungsebenen wahrgenommen. Das Gespräch

wird zunehmend mit uns gesucht und wir können unsere

Vorstellungen besser ausdrücken, wie beispielsweise bei

Schließzeiten, Zufriedenheitsabfrage und anderem. Wir sind

70 KANDIDATEN

Selbstbestimmung auch

bei Wahlen

Neue Werkstatträte an allen Standorten

Im Juli 2009 wurden an allen sieben Standorten der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn neue Werkstatträte gewählt.

Insgesamt ca. 70 Mitarbeiter/innen hatten für dieses Amt

kandidiert. 35 von ihnen sind nun in den verschiedenen

Standorten aktiv. 14 Personen sind Mitglieder im Gesamt-

Werkstattrat. Die sieben Vorsitzenden treffen sich regelmäßig

zum Geschäftsführenden Werkstattrat mit dem

Assistenten Heinz Werner Kunius. Er begleitet die Arbeit

der Werkstatträte ehrenamtlich. Man spricht über Themen

wie Hygiene und Sicherheit im Betrieb, Arbeitsbegleitende

Maßnahmen, Berufl iche Bildung, Betriebsklima und noch

mehr. Die Sitzungen haben immer einen Schwerpunkt. Für

den Erfolg der Werkstattratsarbeit gibt es nur eines: das

Handeln.

28 KONTAKT | 1/2010

schon viele wichtige Schritte gegangen, wir haben aber noch

einen weiten Weg bis zur Gleichstellung vor uns.

MAURHOFF: Was wollen Sie noch erreichen?

LAMPRECHT: Dass wir mit unserer guten Struktur in

der Beschützenden Werkstätte nach innen und nach außen

Zeichen setzen. Dass wir unseren Kollegen Mut machen den

Mund auf zu machen und zu ihren Anliegen zu stehen, sie

zu vertreten.

DIEZ: Wir müssen immer sehr gut zuhören und Ansprechpartner

für alle Kollegen sein.

LAMPRECHT: Stimmt. Auch für die „von oben“, die

Bereichs-, Standort- und Gruppenleiter, den Sozialpädagogischen

Fachdienst inbegriffen. Es kommt immer drauf

an, „auf Augenhöhe“ miteinander zu sein. An diesem Punkt

gibt es bestimmt noch Verbesserungs- und Nachholbedarf.

Wir sind auf einem guten Weg.

PROJEKT VON 2009 BIS 2011

Nimm dein Leben

in die Hand

Auftaktveranstaltung in Neuenstein

Das von 2009 bis 2011 andauernde Projekt „Nimm dein

Leben in die Hand“ der Regionalen Arbeitsgemeinschaft

Werkstatträte in der Region Franken will Brücken vom

schulischen Bereich zur Teilhabe am Arbeitsmarkt/allgemeinen

Arbeitsmarkt schlagen. Die Auftaktveranstaltung

mit Arbeitsgruppen und Unterhaltung fand am 10. Dezember

2009 in der Stadthalle in Neuenstein statt. Ziel ist es,

die Betroffenen bei ihren Schritten in eine weitgehende

Selbstverantwortung zu bestärken. Im ersten Halbjahr 2010

werden die Themen an verschiedenen Stellen vertieft. Am

3. Dezember 2010 wird beim „Mark der Möglichkeiten“ im

Rahmen eines Bildungsforums die Thematik vertieft. Ein Jahr

später sollen bei der Abschlussveranstaltung Strategien und

Perspektiven festgelegt und Netzwerke gebildet werden.


REFLEXIONSBERICHT

In Übereinstimmung

Durchaus hatte dieser Weg manche Höhen aber auch manche

Tiefen. Für meine Überzeugung habe ich mich selbst eingesetzt

und sie vertreten.

Es fi ng alles so anders an. Im Einzelhandel hatte ich eine

feste Stelle. Doch als ich in der Heilbronner Stimme einen

Artikel mit der Überschrift „Hilfe und Freude im Alltag“ las,

da kam bei mir manches ins Rollen. Die Beschützende Werkstätte

wollte schon damals Menschen mit Behinderung in

der freien, nicht arbeitsgebundenen Zeit, ein abwechslungsreiches

und vielseitiges Angebot bieten. Genau dies war es,

was ich als Ergänzung suchte. Einen Mini-Job mit dieser

Zielsetzung, das bringt‘s.

Da ich ein spontaner Mensch bin: Gedacht, angehört und

entschieden. Da mache ich mit!

So kam ich in die Beschützende Werkstätte Wohnen. Mein

Hobby war das Basteln und Werken. Aber es gab durchaus

noch andere Aufgaben, die ich mit den Bewohnern

unternahm: hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Begleitung

PERSONALIEN

AKZENTE SETZEN

Es war eine impulsgebende

und herausfordernde Zeit

Jutta Schneider (links) und

Werkstatträtin Birgit Rittenauer

So überschreibe ich meinen Rückblick auf die nahezu 20-jährige Mitarbeit in der Beschützenden

Werkstätte. In Übereinstimmung von Aufgabe, Ausführung und Selbstverständnis. Was gibt es größeres

als in Übereinstimmung mit sich und seinem Umfeld zu sein.

bei Veranstaltungsbesuchen (Flippers) und so weiter. Das

war‘s und blieb‘s.

Die Zeit verging und der damalige Wohnheimleiter Heinz-

Werner Kunius sprach mich an, ob ich nicht die Ausbildung

zur Heilerziehungspfl egerin machen wolle. Eigentlich habe

ich ihn beim ersten Gespräch nicht so richtig verstanden

und klar abgelehnt.

Es kam dann doch anders. Wieder sprach mich der Heimleiter

an, ob diese Ausbildung nichts für mich wäre. Nach einiger

Bedenkzeit, in Übereinstimmung mit meinen Vorstellungen

und meiner Familie, sagte ich zu. Ich drückte mit 42 Jahren

nochmals die Schulbank. Das war damals noch nicht so

selbstverständlich, wie das heute ist.

Die Ausbildungszeit hat meinen Lernwillen angeregt und

meinen Verständnisbedarf abgerundet? Jetzt konnte ich

Situationen, Reaktion und Verhaltensmuster verstehen

lernen. Dieser begleitete Prozess war zwingend notwendig,

sonst hätte sich mit der Zeit eine Lücke von Ungereimt-

KONTAKT | 1/2010

29


PERSONALIEN

heiten aufgetan. Mut zum Nachfragen, Auseinandersetzung

mit dem Mentor, Praxisanleitungen und Refl exionen,

das hat mitgebracht, dass ich in Übereinstimmung mit mir

selbst bleiben konnte.

Was ich erlebt hatte, wollte ich anderen Auszubildenden

gerne weiter geben. Ich wurde Co-Mentorin und anschließend

übernahm ich die Rolle der Mentorin. Es war eine

schöne, impulsgebende und herausfordernde Zeit.

„Hilfe und Freude im Alltag“ - so war der Artikel überschrieben.

Alltag, den gab es auch im Wohnheim/Wohnhaus. Das

Aufgabenspektrum reichte von der pfl egerischen bis zur

gezielten pädagogischen Begleitung. An Abwechslung hat

es nie gemangelt.

Die Wohnhausarbeit war neben der Werkstattarbeit ein sich

entwickelnder Bereich. Erst ein Haus in Böckingen, dann zwei

Häuser, dann der Start mit den Außenwohngruppen. In dieser

Entwicklungszeit fehlten noch manche Orientierungshilfen:

Die Stellenbeschreibung, das Arbeits- und Dokumentationssystem

usw.. Es war halt Aufbauphase.

Der Mensch war im Mittelpunkt. Da war es, was mich trotz

dieser Defi zite in Übereinstimmung mit mir selbst bleiben

ließ. Es gab Frei- und Gestaltungsräume und die habe ich

voll genutzt.

Es kam wie es kommen musste, mein Einsatz wurde wahrgenommen.

Der neue Wohnhausleiter/Bereichsleiter sprach

mich auf die ausgeschriebene Stelle als Hausleiterin an. Das

gleiche Spiel: Bedenkzeit, Klärung und die Herausforderung

reizte mich. Ich sagte zu. Diese Herausforderung und die

zunehmende Professionalisierung in Planung, Organisation,

Aufbau des Hilfeplansystem QIBS sowie die Dokumentation

füllten mehr Zeiten als gedacht. Es zeigte sich für mich

zunehmend: die Übereinstimmung zwischen Selbstanspruch

und Alltag klaffte auseinander. Dies war der Anlass für ein

Mitarbeitergespräch.

In diesem Gespräch gab es zwar Überraschungen, aber auch

viel Verständnis. So bat ich, mich von dieser Aufgabe wieder

zu entbinden. Das alte/neue Aufgabenfeld im Gruppendienst,

nahe am Menschen war es, was mich wieder ausfüllte.

Strukturmaßnahmen gingen auch an mir nicht vorbei. Ein

Arbeitsplatzwechsel war die Folge. Jetzt merkte ich, wie sehr

ich mit den Bewohnern und den Hausstrukturen verbunden

war. Die Übereinstimmung stimmte nicht mehr. So ergriff

ich die Initiative und bewarb mich um eine ausgeschriebene

Stelle in der Werkstätte. Es ist schon toll, wenn man

in einem großen sozialen Unternehmen arbeitet, wo solche

Veränderungen möglich sind.

30 KONTAKT | 1/2010

Die Aufgabenstellung war das, was meiner Übereinstimmung

Gleichklang gab. Verbesserungen sind immer noch drin. So

wurde ich angesprochen, ob ich es mir nicht vorstellen

könne, im Werkstattrat, der Selbstvertretung von Menschen

mit Behinderung, meinen Auftrag zu sehen. Kurze Denkpause,

danach Überwindung der organisatorischen Hürden

und dann der Wechsel im April 2007 zum Werkstattrat. Hier

ging es zum Motto des Artikels zurück: Hilfe und Freude

(Motivation und Struktur) im Alltag geben.

Bereits in der Einarbeitungsphase stellte ich fest: Hier ist

mein Platz! In Teamarbeit mit Heinz-Werner Kunius konnten

wir den Werkstattrat unterstützend aufbauen. Heute haben

Mitglieder das Selbstverständnis und Selbstbewusstsein,

welches für die Aufgabe unerlässlich ist.

Aus meiner Sicht konnte ich hier, an einigen Stellen klare

Akzente setzen:

3 Der Werkstattrat hat Struktur und Profi l bekommen.

3 Die Arbeitsorganisation ist geregelt und transparent.

3 Das WR Handbuch wurde als Hilfsmittel für

Werkstatträte fertig gestellt.

3 Das Lernspiel „Lern AG“ konnte als Hilfe zur

Selbsthilfe für alle Standorte entwickelt werden.

3 Die Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk

Württemberg konnte intensiviert werden.

3 Mitarbeit bei Fachtagen und Tagungen

(Bad Boll usw.).

3 Die Visualisierung hat solch einen Stand, dass die

Werkstatträte gut damit umgehen können.

3 Die Motivation und der Einsatz der Werkstatträte

wurde mit einer Anerkennungskultur deutlich

gesteigert

Zusammenfassend heißt das für mich: Ich bin ich und konnte

im Laufe der Jahre Ich bleiben. Nun gehe ich in die passive

Altersteilzeit. Doch der Ansatz von damals ist mir als Leitmotiv

geblieben „Hilfe und Freude im Alltag“.

Darum werde ich auch in Zukunft in Freiwilligenarbeit/

Ehrenamt unterstützend tätig sein: Begleitung des Standortwerkstattrates

in Heilbronn, Fachtage und Tagungen

begleiten und meine kreativen Fähigkeiten im Bereich der

Anerkennung einsetzen. Vielleicht bewegt meine Bilanz

auch in Ihnen die Frage: „Wer hat Zeit für Menschen mit

Behinderung“? Jutta Schneider


Neu in der Beschützenden Werkstätte

Marion Bochon

Förder- und

Betreuungsbereich

Heilbronn

Dietmar Kilgus

Leitung

Produktionssteuerung

Verbund

Michael Schäfer

Werkstatt

Bad Friedrichshall

Tracy Underwood

Wohnhaus

Am Volksfestplatz

Crailsheim

Sarah Clauß

Sozialpädagogischer

Fachdienst

Schwäbisch Hall

Ute Kramer

Sozialpädagogischer

Fachdienst

Bad Friedrichshall

Johannes Schiff

Förder- und

Betreuungsbereich

Talheim

Achim Weber

EDV-Abteilung

Verbund

Roland Gugu

Standortleiter

Werkstatt

Ingelfi ngen

Sarah Mattern

Förder- und

Betreuungsbereich

Heilbronn

Ohne Bild

Margitta Schübele

Wohnhaus

Am Volksfestplatz

Crailsheim

Erna Zinz

Wohnhaus

Am Volksfestplatz

Crailsheim

Kaljus Zaim

Werkstatt Heilbronn

Simone Mühlbeyer-Kniehl

Offene Angebote

Ingelfi ngen

Peter Stephan

Werkstatt Crailsheim

BÖCKINGEN

Kronenkreuz für

Wolfgang Arnold

Seit über 25 Jahren ist Wolfgang

Arnold (rechts) in der Beschützenden

Werkstätte in Heilbronn-Böckingen.

Jetzt hat der Schreinermeister und

Gruppenleiter bei der Weihnachtsfeier

in Massenbachhausen von Pfarrer i.E.

Hans-Christoph Ketelhut das Kronenkreuz

der Diakonie überreicht bekommen.

Interessant ist: Die Mutter von

Wolfgang Arnold führte früher den

Laden der Beschützenden Werkstätte

in Botenheim.

PFARRER I.E. KETELHUT

Neue Aufgaben

in Förderverein

und Stiftung

Der Vorstand der Beschützenden

Werkstätte, Pfarrer i. E. Hans-Christoph

Ketelhut, hat inzwischen auch

im Verein zur Förderung der Beschützenden

Werkstätte und in der Stiftung

LebensWerkstatt die Ämter seines

Vorgängers Pfarrer Rainer Hinzen

übernommen. Im Förderverein gehört

er seit der Mitgliederversammlung im

Juli 2009 dem Vorstand als Schriftführer

an. In der Stiftung wurde Ketelhut

Ende Oktober 2009 zum Kuratoriumsvorsitzenden

gewählt. Mit der Übernahme

dieser Aufgaben wird die sehr

enge Verbindung der Beschützenden

Werkstätte zu ihren rechtlich unabhängigen

Fördereinrichtungen dokumentiert.

KONTAKT | 1/2010

31


Schwäbisch Hall

Benjamin Bauer Oleg Kotljarov Olaf Krimmer Monika Plaza Christian Seidel Janina Thiem Andre Weinschenk

Heilbronn

Christina Frank

Ingelfi ngen

PERSONALIEN

Neu im Berufsbildungsbereich

Heilbronn

v.l.n.r.: Vesna Jovic mit Feela Bittermann

Thomas Müller Manuel Weindel

Jan Hecker Philipp Knorr Sandra Mach Marcel Streib

32 KONTAKT | 1/2010

Bad Friedrichshall

Hubertus von

Pommer Esche

Eduard Krieger Halil Ibrahim Cetin Jens Feinauer Jasmin Englert

Crailsheim

Ines Lukoschek Palesca Martina Selke Rainer Dinkel Vanessa Kellermann

Christian Schnaiß


SCHWÄBISCH HALL

Woche

der

Diakonie

Unter dem Motto „Ich freu mich auf Dich. Diakonie - Menschlichkeit

braucht Ihre Unterstützung“ fand in Schwäbisch Hall

die „Woche der Diakonie“ statt. Verschiedene Einrichtungen

der Diakonie in der Region, unter ihnen die Beschützende

Werkstätte, wurden präsentiert. Es wurde deutlich, dass die

Diakonie als tätige Nächstenliebe auch heute noch in der

Schon seit dem Schuljahr 2006/2007 gibt es den Außenarbeitsplatz

in der Sonnenbergschule. Seit April 2009

hat Christina Bauer diesen Außenarbeitsplatz. Sie wird von

Celeste Talento unterstützt. Nach dem Erfolg in der Sonnenbergschule

hat sich die Stadt Schwaigern zusammen mit den

Lehrern der Haupt- und Realschule für zwei Außenarbeitsplätze

in der Schulmensa der Leintalschule entschlossen.

Michael Wahlen und Philipp Löffelhardt geben das Mittagessen

für Schüler und Lehrer aus. Sie haben die Probephase

sehr gut gemeistert. Gemeinsam mit der Schule und dem

Hausmeisterehepaar Kress wurden die Arbeitsabläufe in der

Schulmensa entwickelt.

Die Stadt Schwaigern stellt diese Außenarbeitsplätze bis

zum Schuljahresende im Juli 2010 zur Verfügung. Unterstützt

werden die Mitarbeiter durch den Job Coach Sabrina

Norden. Die Ausgabe von Lebensmitteln ist die erste Lernstufe

im Lebensmittelbereich. Hier steht die Ausgabe der

AKTUELL

Lage ist, eine Antwort auf Nöte und Bedürfnisse unserer Zeit

zu fi nden. Beim bunten Bühnenprogramm wirkte auch die

Trommelgruppe der Beschützenden Werkstätte aus Schwäbisch

Hall mit. Im Rahmen der Woche präsentierte sich die

Haller Werkstätte mit einem Tag der offenen Tür.

Stephan Braun

NACH DER SONNENBERGSCHULE KOMMT DIE LEINTALSCHULE

Qualifizierung in drei Stufen

Nach dem Erfolg in der Grund- und Förderschule Sonnenberg

gibt es seit November zwei weitere Außenarbeitsplätze in Schwaigern

Mittagessen unter hygienischen Anforderungen im Vordergrund.

Der Tagesablauf muss selbständig umgesetzt werden.

Die Mitarbeiter lernen, Probleme und Schwierigkeiten selbst

zu lösen. Auch den Umgang mit Schülern, Lehrern und vielen

anderen Personen lernen sie vor Ort. In der Praxis gewinnen

die Mitarbeiter Sicherheit bei ihrer Tätigkeit. Durch das

Erreichen der Lernziele in der

ersten Lernstufe qualifi zieren

sie sich für die weiterführenden

Lernstufen:

die „Lebensmittelverarbeitung“

und anschließend die

„Lebensmittelherstellung“.

Sabrina Norden

Philipp Löffelhardt (links)

und Michael Wahlen

in Schwaigern

KONTAKT | 1/2010

33


AKTUELL

MESSE IN NÜRNBERG

MAKS aktiv!

Auf den Messen „Consumenta“ und

„ConSozial“ in Nürnberg wurde die

Lernsoftware „Capiert“ im Rahmen

des Projekts „MAKS aktiv!“ vorgestellt.

Auf beiden Messen war das Interesse

sehr groß. „MAKS aktiv!“ steht

für motorisches, alltagspraktisches,

kognitives und spirituelles Aktivierungstraining.

In Kooperation mit der

Beschützenden Werkstätte und dem

„MAKS aktiv!“-Team der Universität

Erlangen passte eine Arbeitsgruppe

die Software „Capiert“ mit neuen

Aufgaben und Bildern der Zielgruppe

Menschen mit Gedächtnisstörungen

und Demenzerkrankung an.

Thomas Schöning-Drautz

EHRENAMT

Das Ehrenamt ist

wichtig

Ohne ehrenamtliches Engagement

sind viele soziale Einrichtungen oder

Vereine nicht zu organisieren. Nicht

nur in der Elternvertretung, beim

Förderverein oder in der Stiftung

LebensWerkstatt hat das Ehrenamt

eine herausragende Bedeutung. Auch

im Alltag sind Menschen wichtig, die

Mit-Menschen mit Behinderung bei

kleineren handwerklichen Tätigkeiten,

bei Umzügen oder Fahrten unterstützen.

Die Offenen Angebote Heilbronn

der Beschützenden Werkstätte

suchen aktuell solche ehrenamtlich

aktiven Personen. Ansprechpartnerin

ist Sandra Bussmann, Leitung

Offene Angebote Heilbronn, Telefon

07131/6452827. E-Mail leitung.

oa.hn@bw-heilbronn.de.

34 KONTAKT | 1/2010

CRAILSHEIM

Orgelklang und Singspiel

Zur Weihnachtsfeier von Werkstatt,

Förder- und Betreuungsbereich,

Berufsbildungsbereich und Seniorengruppe

aus dem Wohnhaus Ried-

KIRCHHAUSEN

Eine Bank von der Bank

Platz zum Kräfte sammeln

Jetzt können die Mitarbeiter der

Beschützenden Werkstätte in Kirchhausen

während der Arbeitspausen

im Freien in einem Holzpavillon sitzen

und sich für neue Aufgaben erholen.

Die Anschaffung der Bank-Gruppen

hatte sinnigerweise die BW-Bank mit

wiesen kamen rund 250 Besucher.

Pfarrer Ulrich Wildermuth und Werkstattrat

Gabi Schmauß sprachen Grußworte.

Standortleiter Dieter Bögelein

führte durch das Programm. Höhepunkt

war ein Singspiel. Einstudiert

wurde es von Carolin Pröger, Dieter

Seng und Dieter Sauer. Nach dem Lied

„Stille Nacht, heilige Nacht“ servierten

Landfrauen Kaffee, Kuchen und

Butterbrezeln. Als „Engel“ eingekleidete

Zivildienstleistende wie Patrick

Schühlen (Bild) und Teilnehmerinnen

des Freiwilligen Sozialen Jahres

verteilten Geschenke. Die Bescherung

wurde von Berta Beck (87) mit

Orgelklängen untermalt.

einer Spende ermöglicht. Direktor

Hans-Joachim Gerber (links) übergab

beim „Probe-Sitzen“ mit Werkstätten

Vorstand Hans-Christoph Ketelhut

(rechts) und dem Verwaltungsrats-

Mitglied Richard Brehm (rechts daneben)

den Scheck.


IN DER NORDSTADT

Beim Sommerfest

Die Schwarzlichtbox war beim Sommerfest ein Anziehungspunkt für Kinder.

AKTUELL

Auf dem Sommerfest des Mehrgenerationenhauses in der

Heilbronner Nordstadt war im Juli 2009 auch die Beschützende

Werkstätte beteiligt. Die Band „Better Than“ sorgte für

die musikalische Unterhaltung und Feststimmung. Dadurch

erhöhte sich auch der Zulauf der durch die tolle Musik angelockten

Besucher erheblich.

Die Bereiche der Beschützenden Werkstätte

präsentierten sich. Vor allem für Kinder war

die Schwarzlichtbox der Berufl ichen Bildung

ein Anziehungspunkt. Mit ihr kann man die

eigene Händehygiene testen. Manch einer war

erstaunt, was er daran noch verbessern kann.

Jobcoach Heinz-Michael Reiner stellte Projekte

aus dem Berufbildungsbereich vor.

Kinderschminken, Bastelarbeiten, Tanz waren

einige weitere Angebote der am Mehrgenerationenhaus

beteiligten Einrichtungen. Im Garten

war mit Kaffee und Kuchen für das leibliche

Wohl gesorgt.

Birgit Fleisch/ Dorothea Wittgen

MEHRGENERATIONENHAUS

Zahlreiche Spenden für Café-Bistro

Florian Bälz, Geschäftsführer von Bälz & Sohn GmbH & Co.

KG in Heilbronn, übergab jetzt einen Scheck in Höhe von

1000 Euro an den Förderverein der Beschützenden Werkstätte.

Dies ist eine von mehreren Spenden zu Gunsten des

Café-Bistros im künftigen Heilbronner Mehrgenerationenhaus,

die in den Wochen vor Weihnachten eingingen. Schon

die Stiftung der Kreissparkasse Heilbronn, die Unternehmen

Priolan, Illig Maschinenbau und Zukunftsfonds Heilbronn

und einige private Spender hatten das Projekt zur Behindertenintegration

mit großzügigen Zuwendungen gefördert. Die

Firma Lombacher sagte darüber hinaus zu, sich mit Sachspenden

zu engagieren.

Bis zu 10 Menschen mit Behinderung werden in dem Gastronomiebetrieb

in der Heilbronner Nordstadt, den die Beschützende

Werkstätte ab kommenden Sommer betreiben wird,

eine Arbeit in der Küche oder im Service bekommen. „Wir

fi nden das Projekt ausgezeichnet. Nur mit Ideen wie diesen

kommen wir auch in schwierigen Zeiten voran“, meinte Bälz

bei der Spendenübergabe zu Pfarrer i.E. Hans-Christoph

Ketelhut, dem Vorstand der Beschützenden Werkstätte. Die

Behinderteneinrichtung wird als Pächter rund 100.000 Euro

in die Küchen- und Gastraumeinrichtung investieren müssen,

um den Betrieb übernehmen zu können. „Ohne Spenden wäre

so etwas für uns nicht machbar“, teilte Ketelhut (links im

Bild) mit und bedankte sich für die gute Unterstützung.

KONTAKT | 1/2010

35


AKTUELL

DISKUSSION ZUR WAHL

Auf den Zahn gefühlt

Was tun Politiker für Behinderte?

Was fordern Behinderte von Politikern?

Zu einer Podiumsdiskussion mit den

Bundestagsabgeordneten (von links)

Thomas Strobl (CDU), Sylvia Kotting-

Uhl (Grüne/Wahlkreis Karlsruhe),

Michael Link (FDP) und JosipJuratovic

(SPD) hatte die Regionale Arbeitsgemeinschaft

der Werkstatträte in der

Region Heilbronn-Franken eingeladen.

Die Heilbronner Stimme berichtete:

In der Beschützenden Werkstätte in

Böckingen fühlten nicht nur die Moderatoren

Ulrike Nowak (SWR) und

Gerhard Schwinghammer (freier

36 KONTAKT | 1/2010

IN DER KUNSTWIRWERK-STATT

Das ganz persönliche Bild

An der Aktion „KunstWirWerk“ der Volksbank Heilbronn

beteiligte sich unter Begleitung von Gruppenleiterin Gaby

Keller und zwei Zivildienstleistende auch die Beschützende

Werkstätte Böckingen. Die Teilnehmer sahen sich zur Anregung

die bereits fertigen Gemälde an. Ausgestattet mit

Malkitteln begannen einige ihre Ideen umzusetzen. Die

freundlichen Mitarbeiter der Volksbank ermutigten auch

Journalist) den Politikern

auf den Zahn. Immer wieder

fi elen auch die Menschen

mit Behinderung den Abgeordneten

ins Wort und

bohrten nach. „Ich habe

wenige Podiumsdiskussionen erlebt, wo

so viel gefragt wurde“, gestand FDP-

Mann Link am Ende. Als guten Ansatz

werteten alle Politiker, in Betrieben

mit dem Einstellen von Behinderten

für mehr Normalität zu sorgen Josip

Juratovic kritisierte, dass Betriebe

„locker Strafabgaben

zahlen“,

um vorgeschriebeneEinstellungen

zu vermeiden.

Ein „Image-

die Anderen, zu beginnen. Die Volksbank stellte Farben,

Pinsel und Leinwand kostenlos zur Verfügung. Es entstanden

gegenständliche und auch abstrakte Bilder. Viel Wert

wurde auf kräftige Farben und Kontraste gelegt. So fertigten

unsere „Künstler“ in den zwei Malstunden ihr ganz persönliches

Werk an. Es gab viele stolze Gesichter und die „Künstler“

waren durchweg begeistert. Gaby Keller

faktor“ müsse es für Betriebe werden,

Menschen mit Behinderung einzustellen,

forderte Michael Link. Als

Menschenrecht bezeichnete Thomas

Strobl die Teilnahme am Arbeitsleben.

Zur Werkstatt für Behinderte müsse es

weiter „freien Zugang“ geben, trotzten

die Zuhörer den Abgeordneten ab.

Warum Baden-Württemberg bei der

Eingliederungshilfe für Behinderte mit

am Ende der Länder-Skala stehe, blieb

unbeantwortet.


Die ABM-Gruppen Theater, Tanzen und Singen zeigten beeindruckend,

was sie können.

WEIHNACHTSFEIER IN MASSENBACH

Gott ist bei den Menschen,

weil er sie lieb hat

Eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier fand für die Mitarbeiter

der Beschützenden Werkstätte Böckingen in der Mehrzweckhalle

Massenbach statt. Pfarrer i.E. Hans-Christoph

Ketelhut stellte seine Andacht unter das Motto: „Gott ist

bei den Menschen, weil er sie lieb hat.“ Eine Geschichte mit

Ein unterhaltsames Programm mit vielen Weihnachtsliedern

gestalteten die Veeharfen.

AKTUELL

Bildern machte deutlich, was er damit aussagen wollte. Er

ließ Gott reden: „Mein Herz hängt an den Menschen. Ich

werde nie aufhören, bei Ihnen zu sein und sie zu lieben.“

Bereichsleiter Alfred Grimm trug die Weihnachtsgeschichte

vor. Schüler stellten diese Geschichte dar.

KONTAKT | 1/2010

37


AKTUELL

38 KONTAKT | 1/2010

SOZIALE BERUFE

Intensive Einblicke beim Praktikum

Wie ist es, mit behinderten Menschen täglich zusammen zu sein? Tobias Feil hat einen Monat in der

Beschützenden Werkstätte in Heilbronn gearbeitet.

Auf der Jugendseite „Stimmt!“ der Heilbronner Stimme berichtete

Dennis Hammerschmidt darüber. Der 19-Jährige ist

Schüler am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Böckingen.

Tobias Feil hat sich auf der Suche nach einem sozialen Beruf

bei der Beschützenden Werkstätte in Heilbronn um ein Praktikum

beworben. Seine Ausbildung als Feinwerkmechaniker

und Metallfeinbearbeiter hat ihm weitergeholfen. So konnte

der 23-Jährige den Behinderten bei ihren Arbeiten im Handwerk

besser behilfl ich sein.

Dennis Hammerschmidt hat Bilanz gezogen: „In den drei

Wochen Praktikum bekam Tobias Feil einen sehr guten

Einblick, wie anspruchsvoll die Arbeit mit Behinderten ist. Aber

auch wie viel Spaß es bringen kann. Leute, die sich sozial engagieren

und auch sonst sehr offen im Leben stehen, sollten

sich auf jeden Fall um ein Praktikum bewerben. Nur so kann

BÖCKINGEN WEST

Stadtbahn-Halt

Im Gewerbegebiet Böckingen gibt es

eine neue Stadtbahn-Haltestelle. Die

Mitarbeiter der Beschützenden Werkstätten

profi tieren davon. Der Stadtbahnhaltepunkt

ist mit Bahnsteigen

ausgestattet, die einen stufenlosen

Einstieg in die modernen Stadtbahnfahrzeuge

ermöglichen. „Wir haben

das Mitfahren bereits fl eißig geübt“,

sagte Alfred Grimm von der Beschützenden

Werkstätte bei der Einweihung.

man schließlich herausfi nden, ob die Arbeit mit Behinderten

etwas für einen ist. Man sammelt dadurch interessante und

wichtige Erfahrungen auch für sein eigenes Leben.“ Bilderserie

unter www.stimmt.de

ZONTA-CLUB HEILBRONN UNTERSTÜTZT INFOABENDE

Männer, Frauen und Sexualität

Die Offenen Angebote des Wohnbereichs

Heilbronn konnten im Herbst

2009 einige Informationsveranstaltungen

zum Thema Sexualität anbieten –

in getrennten Terminen für Männer und

Frauen mit Behinderung. Der ZONTA-

Club Heilbronn, ein Serviceclub von

Frauen in Führungsverantwortung, hat

diese Maßnahmen mit einer Spende in

Höhe von 500 Euro an den Förderverein

unterstützt. Dank dieser Zuwendung

war es möglich, zwei Referentinnen

von Pro Familia zu beauftragen, die

Veranstaltungen inhaltlich vorzubereiten

und durchzuführen. Dabei ging es

neben allgemeinen Fragen zur männ-

lichen und weiblichen Sexualität auch

um Verhütung und körperliche Entwicklungen.

Claudia Lörler, Wohnbereichsleiterin Offene

Angebote (Mitte), erhält von ZONTA-Präsidentin

Natalie Scheerle-Walz (rechts) und

Ruth Pfi zenmayer (links) einen Spendenscheck

über 500 Euro für Informationsveranstaltungen

zum Thema Sexualität.


„STIFTUNGSWEIN“ BRINGT SPENDENGELD

Weihnachtsmarkt Heilbronn 2009

Pfarrer Hans-Christoph Ketelhut und Stiftungs-Vorsitzender Dr. iur. Eckhart Lohbeck

präsentierten den Stiftungswein

„Schenken und Helfen“ hieß das

Motto der Stiftung LebensWerkstatt

beim Weihnachtsmarkt auf dem Heilbronner

Kiliansplatz. Auf dem Stand

COOPER TOOLS GmbH

Mit Preisgeld

Mit einer großzügigen Geste bedankte

sich das Unternehmen Cooper Tools

GmbH aus Besigheim bei der Beschützenden

Werkstätte Schwäbisch Hall für

die nun bereits über 25-jährige gute

Zusammenarbeit. Das Besigheimer

Unternehmen bekam kürzlich einen

mit 1500 Euro dotierten konzerninternen

Preis für besondere Leistungen bei

Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutz-Maßnahmen.

Das Preisgeld

wurde als Spende an den Förderverein

der Beschützenden Werkstätte weitergereicht.

Der Betrag wird verwendet,

um in der Haller Werkstätte einen

Raum für Arbeitsschutz-Schulungen

auszustatten.

der Beschützenden Werkstätte an der

Kilianskirche wurden mehrere Sorten

eines „Stiftungs-Weins“ angeboten

– attraktiv verpackt in wertvollen

Bei der Scheckübergabe (v. l. n. r.):

Fundraiser Hans Kahlau, Stiftungsvorstand

Karl Reisch, Standortleiter Dieter Bögelein

und Gruppenleiter Dieter Sauer.

FRANZ KESSLER-STIFTUNG

Maschinenkauf

Die Franz Kessler Gemeinnützige

Stiftungsgesellschaft unterstützte mit

6000 Euro die Anschaffung eines

neuen Vertikalbearbeitungszentrums

für Metallfräsarbeiten in der Beschützenden

Werkstätte in Crailsheim. Das

Unternehmen Franz Kessler ist Marktführer

bei Motorspindeln. Auch die

Landkreis Schwäbisch Hall-Stiftung

überwies einen Förderzuschuss von

2000 Euro.

GUTE TATEN

Zweier-, Dreier- und Sechser- Holzverpackungen,

die in der Schreinerei

in Böckingen hergestellt werden. Ein

eigenes Etikett wies die edlen Tropfen

der Weingärtner Cleebronn-Güglingen

eG als ideales Geschenk für Spender

aus. In der Zweier-Präsentkiste fanden

die Wein- und Werkstätte-Freunde je

einen 2008er Cleebronner Michaelsberg

Samtrot Kabinett und Riesling

Kabinett in der 0,75 Liter-Flasche. Je

zwei Viertelliter-Fläschchen vom Riesling,

Lemberger und Trollinger-Lemberger

fanden im Sechser-Holzrondell

Platz. Und je ein Viertelliter-Fläschchen

der gleichen Sorten passte in das

Dreier-Holzkistchen. Jedem Gebinde

war das Stiftungs-Faltblatt beigelegt.

Hans Kahlau

NEUES FALTBLATT

Förderverein

stellt sich

vor

Mit einem neuen Faltblattstellt

der Verein zur

Förderung der Beschützenden

Werkstätte Heilbronn

seine Arbeit. An

drei Beispielen wird die

segensreiche Wirkung

von Spenden gezeigt.

Auch ein Formular

für Spendenüberweisungen

ist abgedruckt.

Faltblätter können bei Hans Kahlau

angefordert werden.

Telefon 07131/4704-113.

E-Mail: h.kahlau@bw-heilbronn.de

KONTAKT | 1/2010 39 4


GUTE TATEN + TERMINE

AKTION MENSCH

Mehr Mobilität

und Normalität

„Dieses Auto bringt Sie jetzt überall da

hin, wo Sie wollen“, sagte Pfarrer i.E.

Hans-Christoph Ketelhut. Die Freude

war groß, als Ulrike Krug, Abteilungsleiterin

aller Förder- und Betreuungsbereiche

in der Werkstätte, die

Schlüssel eines VW Crafter Neunsitzer

entgegen nahm. Er ist eine willkommene

Spende der „Deutschen Behindertenhilfe

- Aktion Mensch e.V“.

Schwer- und Schwerstmehrfachbehin-dert

sollen mit ihm am täglichen

Leben teilnehmen. Zum vielfältigen

(Er-)Leben gehören der Besuch der

Sonderschule und anderer Einrichtungen,

Einkaufsfahrten und Ausfl üge.

Der Aufkleber „Aktion Mensch bringt

vieles ins Rollen“ symbolisiert den

Einsatzweck.

Beate Haug-Karr, Bereichsleitung

Bildung der Beschützenden Werkstätte:

„Wir danken der Aktion Mensch

für ein Stück Bewegungsfreiheit,

das zur Normalität der Tagesgestaltung

der Menschen mit Behinderung

beiträgt“.

140 KONTAKT | 1/2010

TERMINE2010

JANUAR

30. Fasching Heilbronn

23. Bildungsmesse „Markt

der Möglichkeiten“

Lauffen

Die Bildungsmesse „Markt

der Möglichkeiten“ fi ndet am

23. Januar nach der Begrüßung

um 10 Uhr bis 15 Uhr in

der Stadthalle in Lauffen am

Neckar statt. Die Veranstaltung

steht unter dem Motto

„Schule – was dann?“ Veranstalter

sind die Sonderschulen

Astrid-Lindgren-Schule Neckarsulm,

Paul-Meyle-Schule

Heilbronn, Kaywaldschule

Lauffen, die Evangelischen

Stiftung Lichtenstern und

die Beschützende Werkstätte

Heilbronn. Verschiedene Einrichtungen

bieten von 10.15

bis 14.45 im Poetensaal Fachbeiträge

an unter anderem

zu den Themen Förderung

und Betreuung, Wohnen, Arbeit

und Produktion, Ambulante

Berufsbildung, Bildung,

Freizeit. Für die musikalische

Umrahmung sorgt „Better

Than“.

19.

26.

FEBRUAR

Begleitplanungen

Wohnhaus Heilbronn

Wohnhaus Crailsheim

Begleitplanungen sind im

Wohnbereich der Beschützenden

Werkstätte das zentrale

Instrument, mit dem

die individuelle Begleitung

geplant, begründet und

dargestellt wird. Begleitplanungen

sind eine Basis

für Hilfeplangespräche. Zum

Thema „Was ist eine Begleitplanung“

gibt es in Heilbronn

(Wesenlinsaal) und Crailsheim

(Wohnhaus Volksfest-

11.-14.

17.-19.

19.

11.

18.

25.

MÄRZ

Werkstättenmesse

Nürnberg

JUNI

IHK-Bildungsmesse

Heilbronn

Diakoniefest Kiliansplatz

Heilbronn

Angehörigennachmittage

Kirchhausen

Talheim

Bad Friedrichshall

JULI

Tage der offenen Tür

17. Heilbronn

Sommerfest

24. Bad Friedrichshall

Open-Air-Veranstaltung

SEPTEMBER

Tage der offenen Tür

17. Schwäbisch Hall

24. Ingelfi ngen

Angehörigennachmittag

24. Kirchhausen

6.

FEBRUAR

platz) jeweils um 16 Uhr

Fortbildungsveranstaltungen

für Angehörige und Betreuer

mit Rainer Reibold, Leitung

Gesamtwohnbereich. Interessierte

melden sich bis zum

10. Februar 2010 unter

der Telefonnummer

07131/4704321 an.

OKTOBER

Angehörigennachmittag

Crailsheim

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