und Leseprobe (PDF) - Vandenhoeck & Ruprecht

v.r.de

und Leseprobe (PDF) - Vandenhoeck & Ruprecht

Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity%© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianityArbeiten zur Kirchlichen ZeitgeschichteHerausgegeben im Auftrag der Evangelischen Arbeitsgemeinschaftfür Kirchliche Zeitgeschichte vonSiegfried Hermle und Harry OelkeReihe B: DarstellungenBand 54Vandenhoeck & Ruprecht© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianityEuropäisches und Globales Christentum /European and Global ChristianityHerausforderungen und Transformationen im 20. Jahrhundert /Challenges and Transformations in the 20th CenturyHerausgegeben vonKatharina Kunter und Jens Holger SchjørringVandenhoeck & Ruprecht© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianityBibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in derDeutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sindim Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.ISBN 978-3-525-55706-8ISBN 978-3-647-55706-9 (E-Book)© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen/Vandenhoeck & Ruprecht LLC, Oakville, CT, U.S.A.www.v-r.deAlle Rechte vorbehalten. Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt.Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf dervorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages.Printed in Germany.Gesamtherstellung: HHubert & Co, GöttingenGedruckt auf alterungsbeständigem Papier.© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianityInhalt / ContentsVorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7Preface . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11Zusammenfassungen / Abstracts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15SEKTION I: TRANSFORMATIONEN UND HISTORISCHE WENDEPUNKTEIM 20. JAHRHUNDERT /SECTION I: TRANSFORMATIONS AND HISTORICAL TURNING POINTSIN THE TWENTIETH CENTURYHartmut LehmannKontinuitäten und Diskontinuitäten in der Geschichte des Christentumsim 20. Jahrhundert: Ein Essay . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27Hugh McLeodThe 1960s and 1970s as a period of basic change . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42Aud V. TønnessenChanging roles of gender, changing roles of the Church . . . . . . . . . . . . . . . 62Uffe ØstergårdLutheranism, nationalism and the universal welfare state . . . . . . . . . . . . . . . 78SEKTION II: DIE WELTKRIEGE UND IHRE AUSWIRKUNGEN FÜR DIE KIRCHEN /SECTION II: THE WORLD WARS AND THEIR REPERCUSSIONS FOR THE CHURCHESMartin GreschatDie zwei Weltkriege und die Kirchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105Nicholas HopeThe two world wars and the churches: Points to open discussion . . . . . . . . 131© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity6 Inhalt / ContentsSEKTION III: DIE NACHKRIEGSPERIODE.TOTALITÄRE IDEOLOGIEN ALS HERAUSFORDERUNG FÜR DIE KIRCHEN /SECTION III: THE POST-WAR PERIOD.TOTALITARIAN IDEOLOGIES AS A CHALLENGE FOR THE CHURCHESMiklós Tomka(†)Die Kirche in zwei Diktaturen – in Deutschland und in Ost-Mitteleuropa,aus soziologischer Perspektive . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141Harry OelkeWestdeutsche Kirchengeschichte 1945–1989 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171Karl-Joseph HummelZeitgeschichtliche Katholizismusforschung in Deutschland 1945–2000:Themen, Ergebnisse, Lücken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203Dag ThorkildsenUnconditional Christian loyalty towards the rulers? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 254SEKTION IV: „DAS CHRISTLICHE EUROPA“? –GLOBALISIERUNG – INTERNATIONALISIERUNG /SECTION IV: “CHRISTIAN EUROPE”? – GLOBALIZATION – INTERNATIONALIZATIONKlaus KoschorkeChanging maps of the history of global Christianity . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 273Kevin WardNorth and South: Reflections on world Christian relations 1910 to 2010,particularly between Africa and Europe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 294Ezra GebremedhinChanging relationships between Europe and the Southern Hemisphere:An essay . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 311Viggo MortensenFrom confessional ecumenics to theology of religions . . . . . . . . . . . . . . . . . . 354Autoren und Autorinnen / Authors . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianityVorwortDieser Band dokumentiert einen Großteil der Beiträge, die auf der internationalenTagung „Taking Stock of Church History in the twentieth century from anInternational Perspective“ in Sandbjerg (Dänemark), dem Konferenzzentrumder Universität Aarhus, gehalten wurden. Wir bedanken uns bei all denjenigen,die uns ihre überarbeiteten Beiträge für diesen Band zur Verfügung stellten oder,wie Dag Thorkildsen und Uffe Østergaard, noch extra nach der Tagung anfertigten.Redaktionsschluss für die Beiträge war Februar 2010. Ein besondererDank geht an Nicholas Hope, der die englischen Beiträge Korrektur gelesen hat.Die Zusammenkunft in Sandbjerg fand auf Initiative und Einladung derAbteilung für Kirchengeschichte der Universität Aarhus vom 28. bis 31. August2008 statt. Sie, wie auch die Drucklegung der Tagung, wurde großzügig finanziellunterstützt durch Oticon-fonden, Aarhus Universitets Forskningsfond, dieTheologische Fakultät Aarhus und die Alexander von Humboldt-Stiftung inBonn. Dafür sagen wir ganz herzlichen Dank. Ihre Unterstützung hat uns beide– auch über diese konkrete Tagung hinaus – in besonderer Weise ermutigt, dieinternationale akademische Kooperation zu suchen und zu fördern.Im Gegensatz zu vielen anderen akademischen Disziplinen ist die internationalePerspektive und Zusammenarbeit in der neuesten Kirchengeschichte nochlängst nicht selbstverständlich. Denn gerade die historische Erforschung desProtestantismus orientiert sich häufig vor allem an Fragestellungen aus demeigenen nationalen Kontext. Zugleich zeigt aber die (Kirchen)Geschichte des20. Jahrhunderts besonders deutlich, wie sehr nationale Entwicklungen aufinternationale Zusammenhänge zurückzuführen sind und daher nicht isoliertbetrachtet werden können. Vor diesem Hintergrund strebte die Tagung inSandbjerg nicht nur eine erste international übergreifende Sichtung von wesentlichenThemenfeldern der Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts an, sondernwollte diese auch interdisziplinär mit Kirchenhistorikern, Historikern, Theologenund Religionssoziologen erkunden.Zunächst standen historische Wendepunkte des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt.Den Auftakt dazu bildete der Beitrag „Kontinuität und Diskontinuitätin der Christentumsgeschichte des 20. Jahrhunderts“ von Hartmut Lehmann.Lehmann skizzierte grundlegende Spannungsfelder, die zur Ausbildung einereigenen Signatur der Christentumsgeschichte im 20. Jahrhundert beitrugenund führte einige Aspekte aus den Bereichen „Konfession und konfessionelle© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianitySeventies as a Period of Basic Change“. Dabei plädierte er unter anderem dafür,die „langen 1960er Jahre“ nicht nur als eine Zeit der Krise des Christentums zubetrachten, sondern auch sorgfältig die Struktur seiner Neuorientierungen zuuntersuchen. Der an späterer Stelle gehaltene Vortrag von Aud V. Tønnessenüber die „Changing Roles of Gender in the 20th Century“ illustrierte diesesVotum exemplarisch, weil Tønnessen deutlich machte, dass entscheidendeWeichenstellungen für die normalerweise den 1960er Jahren zugeschriebenenemanzipatorischen Aufbrüche bereits in den 1920er Jahren gelegt wurden.Anhand verschiedener Zugangsweisen und Forschungstrends aus der konfessionellenGeschichtsschreibung wandten sich schließlich Karl-Joseph Hummelund Harry Oelke der Zeit nach 1945 in der „alten“ Bundesrepublik Deutschlandzu. Oelke stellte „Erwägungen zur Periodisierung der westdeutschen Kirchengeschichtevon 1945 bis 1989 aus evangelischer Sicht“ vor. In seinemÜberblick über die Entwicklung des westdeutschen Katholizismus seit 1945ging Karl-Joseph Hummel von der wechselseitigen Beziehung zwischen Forschungsgeschichteund Umbrüchen in Politik und Gesellschaft aus. Erbeschrieb die tiefgreifenden Wandlungen von den Anfängen einer kritischenAuseinandersetzung über die Verantwortung für die Katastrophe des DrittenReiches bis hin zu der jüngsten Entwicklung nach der Wiedervereinigung. ImAnschluss daran folgte die religionssoziologische Evaluierung der gesellschaftlichenRolle der Kirchen in Deutschland und Mittel- und Osteuropa unter denzwei Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Der im November 2010 verstorbeneMiklós Tomka differenzierte die unterschiedlichen sozialen und politischenRollen von Protestanten, Katholiken und Orthodoxen der ehemals sozialistischenLänder weiter aus.Die Diskussionen der Vorträge brachten verschiedene Fragen zutage. Mussdie Geschichte des Christentums im 20. Jahrhundert tatsächlich als eineGeschichte der Nord-Süd-Bewegung begriffen werden, wie mehrere Referatenahelegten? Sollten Aspekte der Wandlungsfähigkeit, der inneren Differenzierungund äußeren Pluralisierung des Protestantismus bei einer Deutung in denVordergrund gestellt werden? Oder bietet es sich doch an, sich stärker an Konzeptenund Prozessen von De-Christianisierung, Säkularisierung, Modernisierungoder Globalisierung zu orientieren? Mit den in diesem Band abgedrucktenVorträgen möchten wir als Herausgeber dazu einladen, sich an den in Sandbjergbegonnen Diskussionen zu beteiligen und nach weiteren Bausteinen, Deutungsmusternund methodischen Ansätzen zu suchen, anhand derer sich eineumfassende Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts schreiben lässt.Aarhus und Frankfurt a.M., 8. April 2010Jens Holger Schjørring und Katharina KunterVorwort 9© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianityPrefaceThe present volume provides contributions offered at the conference “Takingstock of Church History in the twentieth century, from an international perspective”which convened at Sandbjerg, the conference-centre of Aarhus University,Denmark, from 28 to 31 August 2008. As editors, we wish to expressour gratitude to all who made their revised manuscripts available for thisvolume, and not least to Dag Thorkildsen and Uffe Østergaard who wrote uptheir articles after the conclusion of the conference so that we might includethem in the published record. Editional deadline for the contributions was February2010. A particular word of thanks must be directed to Nicholas Hopewho kindly edited the contributions written in English.The conference was arranged upon the initiative and invitation of the departmentof Church History of the University of Aarhus, and enabled by generousfinancial support from the Oticon-Fund, the Aarhus University Research Fund,the Faculty of Theology and the Alexander von Humboldt-Foundation inBonn, Germany. The Humboldt-Foundation also granted subsidies towardsprinting costs. To all of these we express our warm thanks. Their support hasbeen an encouragement to both of us, even beyond this particular conference,in our endeavours to seek and stimulate international academic cooperation.Contrary to the situation in many other academic disciplines, an internationalperspective and international cooperation cannot at all be taken forgranted within the study of modern Church History. In particular, the historicalinvestigation of Protestantism has frequently been confined to an internalnational framework; and yet Church history of the twentieth century providesample evidence for the fact that national tendencies have to be interpretedagainst the background of international developments, and cannot be adequatelyassessed in isolation. It was for this reason that the Sandbjerg conferenceattempted an internationally overarching view and sought to stimulate interdisciplinarydialogue between church historians, historians, theologians and sociologistsof religion.This volume starts with the introductory contribution by Hartmut Lehmann(“Continuity and discontinuity in the history of Christianity in the 20 th Century”).Lehmann presents an outline of fundamental areas of tension whichhave stimulated specific characteristics in the history of Christianity in thetwentieth century. In particular he identifies such aspects as “Confession and© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity12 Prefaceconfessional ties”, “Forms of church service”, “Churches in and outside Europe”,“Inner mission and Caritas, social work and diaconia”, “External missionand decolonization”, “disasters of wars” and “values”.In the second section, the paper by Martin Greschat analyzes the role of twoworld wars and their impact on the churches. Nicholas Hope in his paper addsfurther points for discussion to this issue. Both papers give evidence for the profoundbreach in traditional church attitudes to war and active service, caused bythe two world wars.The three following contributions by Ezra Gebremedhin, Kevin Ward andKlaus Koschorke complement this basic historiographical outline with an integralNorth-South perspective attempting an explicitly non-eurocentric viewpoint.Gebremedhin makes this clear by referring to a specific case, “TheChurch of Sweden Mission (CSM) and the Ethiopian Evangelical ChurchMekane Yesus (EECMY)”; while Ward expands upon other aspects of “Changingrelations between Europe and the Southern Hemisphere”, taking theWorld Missionary Conference in Edinburgh 1910 as his point of departure. Heraises the question of whether evangelization in Africa is to be seen as a form ofcolonialism, or as a preliminary stage of independence, or as a new spiritualappearance in modern Christianity. Koschorke adds further substantial perspectiveto such considerations, with his paper “Changing maps of global Christianity”.He points to recent innovative approaches towards a “Non-European historyof Christianity” and a “World history of Christianity”. Moreover he indicatesdisparities and incongruities within this field.Uffe Østergaard turns attention towards the historical tension betweennational identity and international community which has framed European historyin the last century and has also appeared in modern global developments.Viggo Mortensen (“From confessional ecumenics to theology of religions. Challengesfor the ecumenical movement in the twentieth Century”) similarlyexplores transnational tendencies, from the point of view of the ecumenicalmovement. He characterizes this development as a movement within modernitywhich, as a tendency within the twentieth century, is subject to megatrendssuch as globalization, industrialization, secularization, desecularization, individualizationand market-orientation.After the contributions dedicated to the twentieth century as a whole, severalother presentations focus particularly upon the period after 1945.Hugh McLeod (“The Sixties and Seventies as a period of basic change”) presentsthese decades as a period of important turning points and transitions duringthe course of the past century, as seen from the perspective of the westernworld. Among other things he substantiates his thesis that “the long 1960s” areto be understood not only as a period of crisis in Christianity, but also as a per-© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianityiod of structural reorientation. Aud V. Tønnessen (“Changing Roles of Gender,changing roles of the Church”) adds further evidence to this point of view. Shemaintains that some of the decisive positions connected with the emancipatorychanges usually ascribed to the 1960s in point of fact have been anticipated inthe 1920s.Adapting various approaches and research tendencies from confessional historiography,Harry Oelke turns to the period after 1945 in the former FederalRepublic Germany, and presents his reflections upon the definition of periodswithin West German church history from 1945 to 1989, as seen from a Protestantperspective. Karl-Joseph Hummel presented an overview of the developmentof the Roman Catholicism in West Germany since 1945. His point ofdeparture was the interaction between history of research and major turningpoints in politics and society. He depicted the massive changes from early discussionabout responsibility for the disasters during the Third Reich until themost recent development of German unification. Next, a sociological evaluationof the role played by churches in Central and Eastern Europe during two dictatorshipsin the twentieth century is presented: Miklós Tomka distinguishesbetween the mutually opposing social and religious roles of Protestants, Catholicsand Orthodox in the former socialist countries.Discussion following the lectures prompted a considerable range of questions:Is it appropriate to see the history of Christianity in the twentieth century asa history of North-South relationships, as indicated in several papers? Is itappropriate to place in the foreground aspects of capacity for change, of internaldifferentiation and external pluralization in Protestantism? Or is it justifiable todepart from concepts and processes of de-christianization, secularization, modernizationand globalization?With the contributions presented in this volume we as editors invite colleaguesand interested members of the public to participate in the discussionsopened during the Sandbjerg conference. The task for all of us is to seek furtherbuilding-blocks, patterns of interpretation and methodological approacheswhich in due course will enable us to sketch out a comprehensive church historyof the twentieth century.Aarhus and Frankfurt a.M., 8 April 2010Jens Holger Schjørring and Katharina KunterPreface 13© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianityZusammenfassungen / AbstractsHartmut Lehmann:Kontinuitäten und Diskontinuitäten in der Geschichte des Christentums im20. Jahrhundert: Ein Essay / Continuities and discontinuities in twentiethcenturyChristianity: An essaySome continuities but mainly significant discontinuities are characteristics forthe history of twentieth-century Christianity, for example with regard to confessionalaffiliation and the rise of the ecumenical movement, liturgy and churchservices,the churches in Europe are compared to churches in non-Europeancountries, the role of domestic missions in times of severe social tensions as wellas the role of foreign missions in the era of decolonization, the impact of nationalism,and the relationship of Christians and Jews. By attempting to observeand to interpret these continuities and discontinuities, we are able to make astep towards understanding the rapid transformations of Christianity in a centurywhich the historian Eric Hobsbawm has called “The Age of Extremes”.Hugh McLeod:The 1960s and 1970s as a period of basic change/ Die 1960er und 1970erJahre als Periode grundlegender WandlungenDie 1960er Jahre des 20. Jahrhunderts sahen dramatische, oft traumatische religiöseWandlungen, vergleichbar mit jenen der 1690er oder 1790er Jahre. AlleLänder des Westens – mit Ausnahme der Vereinigten Staaten – erlebten dieseKrise. Das „christliche Abendland“ wurde von einem wachsenden Pluralismusneugestaltet. Sehr wichtig war nicht nur der rapide Rückgang des Gottesdienstbesuchs,sondern auch der Verfall in der christlichen Sozialisation der neuenGeneration. Die Krise der großen Kirchen wurde zur Chance für die „östlichen“Religionen, für die protestantischen Sekten – und auch für die Freidenker.Doch die 1970er Jahre prägten auch die Divergenz zwischen den VereinigtenStaaten von Amerika und Westeuropa. In Europa gab es eine Vertiefung derKrise; in Amerika hingegen eine relative Stabilisierung der religiösen Lage.© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity16 Zusammenfassungen / AbstractsAud V. Tønnessen:Changing roles of gender, changing roles of the Church / WechselndeGeschlechterrollen, wechselnde Rollen der KircheGeschlecht wird in diesem Aufsatz als analytische Kategorie benutzt. Mit ihrsoll der historische Prozess der veränderten Beziehungen zwischen Frauen undMännern in der Gesellschaft und deren Auswirkungen auf die kirchliche Theologieund Ethik verständlich gemacht werden. Denn im 20. Jahrhundert verändertesich die Rolle der Frauen in der Gesellschaft wesentlich. Dabei ist besonderswichtig, dass Frauen nun gesetzlich als politisch und sozial gleichberechtigtmit den Männern anerkannt wurden. Doch trotz der Anerkennung der politischenGleichberechtigung dominierten in Theologie und Ethik der Kirche Vorstellungender Komplementarität der Geschlechter, nach denen Frauen undMänner grundlegend verschieden seien und daher unterschiedliche Aufgaben inKirche und Gesellschaft zu erfüllen hätten. Negativ wurde das Komplementaritätsmodellals Argument gegen Frauenemanzipation benutzt. Positiv argumentierteman damit für die Ordination der Frauen: Frauen sind anders und komplementierendeswegen die Männer. Heute werden die Komplementaritätsargumenteweniger gegen Frauen gerichtet benutzt, sondern vielmehr gegenHomosexuelle und ihre Bemühungen um Gleichberechtigung mit Heterosexuellenin Kirche und Gesellschaft.Uffe Østergaard:Lutheranism, nationalism and the universal welfare state /Luthertum, Nationalismus und der allgemeine WohlfahrtsstaatDie Charakteristika des Wohlfahrtsstaates in Dänemark im Besonderen und inden anderen nordischen Ländern im Allgemeinen wurden bereits in unterschiedlicherWeise erklärt; beginnend von seiner sozialdemokratischen Einführungals Ergebnis der Kompromisse zwischen Bauern und Arbeitern in den1930er Jahren, der sogenannten rot-grünen Koalition. All diese Erklärungensind begründet und zutreffend. Dieser Artikel legt jedoch das Hauptaugenmerkauf die lutherische Wurzel der dänischen politischen Kultur und Nation, diesich bis zur Reformation in den 1530ern zurückführen lässt. Dass diese Sichtheute bis hin zu Extremen wie dem Pfarrer und Politiker Søren Krarup und dernationalistisch-populistischen Dänischen Volkspartei geführt hat, ist eineandere Geschichte, die jedoch den komplexen Einfluss des Luthertums unterstreicht.Die Einflüsse Luthers und die Lehren des einflussreichen Pfarrers undDenkers Nikolaj Frederik Severin Grundtvig im 19. Jahrhundert haben daher© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianityZusammenfassungen / Abstracts 17ebenso zu einem verengten populistischen Nationalismus geführt wie zur universellenund humanistischen Sozialdemokratie. All diese Tendenzen findensich auch im heutigen Dänemark.Martin Greschat:Die zwei Weltkriege und die Kirchen / The two world wars and the churchesWith at least partial support from the churches, Europe witnessed a tidal waveof brutal violence during World War I. In no respect did this dispositiondecline after 1918. By contrast, the representatives from the ecumenical movementand Pope Pius XII unceasingly advocated measures towards the preservationof peace. Karl Barth, on the other hand, urged resistance and fight againstNazi Germany. During World War II the churches by and large proved unableto give appropriate guidance. In Great Britain and the United States intensivedeliberations took place concerning a future Christian social order. In the countriesoccupied by Germany many Christians, united beyond borders of confession,participated in a political, spiritual and ecclesial resistance.Nicholas Hope:The two world wars and the churches: Points to open discussion / Die beidenWeltkriege und die Kirchen: Diskussionseröffnende BemerkungenDer Kommentar betont, dass eine Bestandsaufnahme zur Rolle und Bedeutungder Kirchen in den beiden Weltkriegen für die historische Urteilsbildung heutenicht nur wünschenswert, sondern unerlässlich ist.Es wäre jedoch überspitzt, lediglich die Restauration und die historischeKontinuität in der Gesellschaft und in den Kirchen hervor zu heben. Tatsacheist, dass die alte Ordnung in Zentral- und Osteuropa 1917/18 fast vollständigzusammenbrach. Was davon noch übrig geblieben war, wurde 1945 vollendsvernichtet. Demgegenüber ist festzuhalten, dass der moderne europäischeNationalstaat an Stärke hinzu gewann. Die von den Kirchen vertretene Universalitätwurde dagegen immer wieder an die zweite Stelle hinter der Nationgedrängt. Entsprechend gilt, dass eine neue politische Ordnung wie die derEuropäischen Union ausdrücklich mit dem Argument gegründet wurde, dasssie vorrangig die europäischen Nationen von der Einleitung erneuter Kriegeabzuhalten habe.© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity18 Zusammenfassungen / AbstractsMiklós Tomka:Die Kirche in zwei Diktaturen – in Deutschland und in Ost-Mitteleuropa, aussoziologischer Perspektive / The Church under two dictatorships – in Germanyand East and Central Europe, seen from the perspective of Sociology ofReligion.Politics and the churches took a different course in divided Germany and thecountries in East and Central Europe. In Germany a totalitarian system supportedby the people had been erected between the world wars. Their relativeautonomy gave the churches opportunities for a critical or prophetical voice, anopportunity which however was scarcely adopted.After World War I some of the countries in East and Central Europe haderected authoritarian systems. However, the churches developed little independence,with the result that they were in a week position to make their voiceheard against the prevailing politics. Just after the end of World War II totalitariansystems were erected in East and Central Europe in spite of resistancefrom the population. This process ended in the early 1960s. From that point oftime onwards the governments saw themselves compelled to build internal stabilityby means of liberalization. Totalitarianism changed into authoritarianism,and finally into “as if state-centralism”, tired of ideology.In East Germany, on the other hand, the still unsettled global political situationprevented a fundamental restructuring of the social order. After the Naziperiod the population had faced socialism with certain hopes, as different fromthe neighbouring countries, now people in comparison had minor changes toendure. Only after 1961 the “real existing socialism” began to establish a prison.East and Central Europe developed from totalitarianism to a more bourgeoisifiedsocialism, whereas the GDR took the opposite direction.Such political differences indicated diverging positions for the churches. Theregimes in East and Central Europe persecuted the churches, not least becausethey had become spokesmen for opposition during the conditions of totalitarianism.This changed in the 1960’s when the party state attempted an arrangementwith the church leaderships. Nonetheless underground conditions couldbe seen here and there. The collaboration adopted by the church leadershipexisted on the one hand, basically different from the opposition at the grass rootlevel on the other.The German Democratic Republic developed a different type of church governance.It forced the churches into niches, in which they enjoyed remarkablefreedom. Due to the comprehensive acceptance of the GDR socialism thechurches had less reason to oppose, admittedly also less ways to speak up publicly.In this way the churches contributed with a stabilization of the system. A© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianityZusammenfassungen / Abstracts 19basically critical opposition was voiced in the second part of the 1980s in thechurch underground.Harry Oelke:Westdeutsche Kirchengeschichte 1945–1989 / West-German church history1945–1989Erwägungen zu ihrer Periodisierung aus evangelischer SichtWith the purpose of presenting an outline of the West-German Church Historybetween 1945 and 1990, three stages are suggested. They refer to politicaldates of framework, and subsequently they are defined for the church historicalsignificance from a protestant perspective. Initially four church historical areasof complexity are depicted, all of them resulting from the preceding periodbefore 1945, as long-term preconditions for the West-German Church Historyafter 1945: the political responsibility, the question of guilt, the decreasingdegree of belonging to the Church and nationalism.The first stage of the West-German Church History (1945–1961) is markedby tensions connected with the endeavours to reach beyond the shadow of Nazidictatorship and the aimed democracy. A second stage (1962–1978) is characterizedby the protestant transformation following changes within the West-German society, resulting in a process of politicalization, polarization and pluralizationof Protestantism. In the third stage (1978–1990) the processes of transformationduring the preceding period develop into permanent structures ofthe church, supported by clergy and lay Christians determined to take onresponsibility, all of whom had absorbed the norms of a changing society in the1970s into their studies and education. The results from the stages in questionmay be illustrated by observations regarding the German Protestant Kirchentag.Karl-Joseph Hummel:Zeitgeschichtliche Katholizismusforschung in Deutschland 1945–2000:Themen, Ergebnisse, Lücken / Modern research in the Roman-CatholicChurch in Germany 1945–2000: Themes, results, remaining challengesAfter 1945, the Roman Catholic discussion of guilt, dominated by theologiansand writers, was restricted in its scope by the postulation of the Third Reichgeneration that the Catholic Church had been a victim of National Socialismand had on the whole, despite individual failures, offered ideological resistance.From 1960, this self-interpretation was forced on to the defensive through© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity20 Zusammenfassungen / AbstractsCatholic self-criticism, through questioning by (young) historians and throughethical attacks from without.Research on the Church under the Third Reich now became interdisciplinaryand methodologically extended. In addition to the three earlier points offocus – the Church and the Third Reich, Pope Pius XII and the Jews, theChurch and war – research addressed the evident dissolution of the Catholicmilieu. In addition to the leading scholarly movement, Zeitgeschichte, thereappeared self-appointed ethical spokespersons from the public media. Supportedby resolutions of the Second Vatican Council, theologians gained decisiveinfluence upon interpretation. While historical research grew ever more ramified,public discussion confined itself thematically to the Holocaust and becamesimultaneously international. By comparison, intensive research into Catholicismin the Federal Republic of Germany from the 1960s did not receive nearlyso much attention.After 1990 the opening of new archives chiefly brought about, in terms ofmain issues, a “decade of DDR (German Democratic Republic) research”.However, new sources also underpinned a new questioning of the war-years ofthe Third Reich and – through the opening of the Nuntiatur files – of the internalChurch development of the 1920s and 1930s. Current historical research inCatholicism is firmly established upon research in the (since 1990) threefoldhistory of the Federal Republic of Germany: The period of National Socialism,The divided Germany and The period of reunification.At the turn of the millennium, the mutation in the Church’s self-evaluationfrom “societas perfecta” to “the sinning Church” formed the precondition for afresh theological address – kicked off by Pope John Paul II – to guilt and thehistory of the Catholic Church which, in the eyes of its critics, had been “a submissiveChurch” rather than “a Church in resistance”.Dag Thorkildsen:Unconditional Christian loyalty towards the rulers? Observations on the historyof interpretation of Romans 13 / Bedingungsloser Gehorsam gegenüber derObrigkeit? Beobachtungen zur Interpretationsgeschichte von Römer 13Lutherische Interpretationen der paulinischen Verordnung in Römer 13 habenin der Wirkungsgeschichte des Luthertums oft unkritische Loyalität der Untertanengegenüber der Obrigkeit zur Folge gehabt (etwa im protestantischenDeutschland der 1930er Jahre und im Zweiten Weltkrieg). Zweifelsohne hatLuther seinerzeit jedes Recht zu Aufruhr abgelehnt. Als aber das norwegischeParlament im Juni 1905 Oscar II. als König abgesetzt und die Union mit© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianityZusammenfassungen / Abstracts 21Schweden abgebrochen hatte, veranlasste das die norwegischen Theologendazu, eine neue Interpretation von Römer 13 vorzulegen. ‚Obrigkeit‘ ist demnachin einem demokratischen Staat durch das Gesetz festgelegt, vor allemdurch das Grundgesetz. Diese Interpretation erwies sich für die kirchlicheWiderstandsbewegung gegen die Nazifizierung während der deutschen Okkukationvon Norwegen als sehr wichtig. Am Ostersonntag 1942 wurde in denmeisten Kirchen des Landes ein Aufruf vorgelesen. Dieser Aufruf stellte fest,dass christliche Loyalität gegenüber den Machthabern davon abhängig sei,inwiefern diese Gesetz und Recht aufrecht erhielten. Die nationalsozialistischenMachthaber hatten indes dieses Fundament verletzt und aus diesem Grundemussten die Pfarrer den zivilen Teil ihrer Ämter kündigen.Klaus Koschorke:Changing maps of the history of global Christianity / Veränderte Landkartender globalen ChristentumsgeschichteWährend die kirchengeschichtliche Historiographie deutscher Provenienz dieRealität des Weltchristentums weithin ignoriert, gibt es bemerkenswerteAnsätze zu einer ‚Außereuropäischen Christentumsgeschichte‘ und ‚WorldHistory of Christianity‘, die gleichwohl erst den Beginn einer notwendigenNeuorientierung markieren. Der Beitrag benennt unterschiedliche Modelle zurBeschreibung globaler Perspektiven der Christentumsgeschichte, die über einebloße „Buchbindersynthese“ hinausgehen. Dabei werden Paradigmen aus dem16. bis zum 20. Jahrhundert erörtert.Kevin Ward:North and South. Reflections on world Christian relations 1910 to 2010,particularly between Africa and Europe / Nord und Süd. Reflexionen zu denweltweiten christlichen Beziehungen zwischen 1910 und 2010, insbesonderezwischen Afrika und EuropaDieser Artikel untersucht die sich verändernden Beziehungen zwischen demeuropäischen Christentum und den Kirchen Afrikas, in dem Jahrhundert nachder 1910 in Edingburgh stattgefundenen Weltmissionskonferenz. Europäischeund amerikanische Missionare dominierten damals die Konferenz, währendafrikanische Delegierte kaum vertreten waren. William Temple Gairdner, derAutor des offiziellen Konferenzberichts, identifizierte Chani als die zukünftigeHoffnung für das Christentum als einer Weltreligion und betrachtete Afrika als© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity22 Zusammenfassungen / Abstractsvon den „schwächeren Rassen“ der Welt bevölkert. Ironischerweise war es dannAfrika, in dem sich das bemerkenswerteste Wachstum des Christentums im 20.Jahrhundert vollzog. Der Artikel reflektiert vor diesem Hintergrund die Beziehungenzwischen Afrika und dem kolonialen missionarischen Christentum. Eruntersucht den Aufstieg eines unverwechselbaren afrikanischen Christentumsund diskutiert die Bedeutung gegenwärtiger charismatischer Formen des afrikanischenChristentums im Kontext des postkolonialen und nachaufklärerischenafrikanischen Christentums. Dabei hebt er besonders die bleibende Bedeutungvon Erziehung und Bildung, das Phänomen religiösen Pluralismus wie auch derumgekehrten Mission von Afrika nach Europa hervor. Ein Kommentar zumgegenwärtigen Aufstieg aggressiver liberaler und konservativer Formen von Religion,die die Kluft zwischen europäischen und afrikanischen Stilen des Christentumsvergrößern, beendet den Artikel.Ezra Gebremedhin:Changing relationships between Europe and the Southern Hemisphere /Veränderte Beziehungen zwischen Europa und der südlichen ErdhälfteAnhand von zwei Schlüsselfaktoren werden die Veränderungen in den Nord-Süd-Beziehungen in der Phase nach dem Ersten Weltkrieg, insbesondere in denBeziehungen zwischen Schweden und Äthiopien, entwickelt: Die „Notwendigkeitzu überleben“ und die „Entdeckung des Anderen“. Der erste Faktor ist vorallem ein Ergebnis der zunehmenden wechselseitigen Verflechtungen allermenschlichen Wesen und wird teilweise durch den Begriff „Globalisierung“abgedeckt, enthält aber auch sämtliche Anstrengungen, die Natur, das Klimaund die Umwelt zu bewahren. „Die Entdeckung des Anderen“ als zweiter Faktorist Ausdruck der wachsenden Bereitschaft des Nordens und des Südens, sicheinander nicht länger in den alten, einseitigen Kategorien des Geber-Empfängers,Lehrer-Lernender, Vorbild-Nachahmer zu sehen, sondern als Akteureeines neuen Kontexts, der durch Gegenseitigkeit und Reziprozität gekennzeichnetist.© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianityZusammenfassungen / Abstracts 23Viggo Mortensen:From confessional ecumenics to theology of religions. Challenges at thedoorstep of the twenty-first century / Von konfessioneller Ökumene zurTheologie der Religionen. Herausforderungen an der Schwelle zum 21.Jahrhundert.Die Herausforderungen der christlichen Kirche an der Schwelle zum 21. Jahrhundertsind in hohem Maß das Ergebnis der vorausgegangenen Entwicklungim 20. Jahrhundert. Die Feier zum Gedenken der Missionskonferenz in Edinburghvor hundert Jahren ist ein guter Anlass zur Bestandsaufnahme und zumNachdenken über die neue Tagesordnung. An erster Stelle der kirchlichenTagesordnung steht das Anwachsen des religiösen Pluralismus und eine zunehmendechristliche Mannigfaltigkeit weltweit. Die etablierte ökumenische Bewegung(der Ökumenische Rat der Kirchen) war zu zögerlich, sich dieser Herausforderungund überhaupt der veränderten Lage der christlichen Kirchen zu stellen.Die vorherrschende ökumenische Bewegung, die auf Konsensus-Ökumenebedacht war, wurde nur schrittweise durch Interesse für interreligiösen Dialogund Fragen hinsichtlich Religionstheologie ergänzt. Vor allem die Lage inEuropa fordert Aufmarksamkeit. Sollen die europäischen Kirchen überleben, isteine theologische Antwort auf den zunehmenden religiösen Pluralismus und füreine missionarische Erneuerung unabdingbar.© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global Christianity© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069


Katharina Kunter und Jens Holger Schjørring, Europäisches und Globales Christentum / European and Global ChristianitySEKTION I: TRANSFORMATIONEN UND HISTORISCHEWENDEPUNKTE IM 20. JAHRHUNDERT /SECTION I: TRANSFORMATIONS AND HISTORICALTURNING POINTS IN THE TWENTIETH CENTURY© 2011, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, GöttingenISBN Print: 9783525557068 — ISBN E-Book: 9783647557069

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine