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3/2013


3/13 Abschied vom BotschafterINHALTCOVERFOTO: BONSAI .......................1REDAKTIONELLESABSCHIEDSWORTE VON BOTSCHAFTERIWATANI .......................................2Heartfelt greetings from Tokyo –Farewell Message of former Ambassadorof Japan in AustriaANKÜNDIGUNG SONDERTEIL SHINTŌ .....3AUSFLUG INS BONSAI MUSEUM ..........4NATSU MATSURI ............................6OCHAKAI DES SEISHINKAN DŌJŌ WIEN ..8BESUCH AUS FUCHŪ ......................10WKO JAPAN UPDATE TEIL 2 ............13FREUNDSCHAFTSKONZERT ...............14SONDERTEIL SHINTŌ: ...........15INTERVIEW MIT DR BERNHARD SCHEID 16ISE UND SUMŌ ............................20DAS MENSCHLICHE HERZ DES SHINTŌ 22SAKURA BUDŌ SCIENCE VIENNA .......24ALS IKEBANA NACH EUROPA KAM .......28INSERATENSPIEGEL, VEREINE,WORTANZEIGE(N) .........................30TERMINE/INFOS/BUCH ANKÜNDIGUNG 31BEITRITTSERKLÄRUNG .....................32IMPRESSUMEigentümer, Herausgeber und für den Inhaltverantwortlich: Österreichisch-Japanische GesellschaftGraphik, Layout und Druck:Druckerei Agensketterl, 3001 Mauerbach, Kreuzbrunn 19,Tel.: +43-1-576 10-0Redaktion dieser Ausgabe:DI Wolfgang Graff, Dr. Elisabeth NoisserBeiträge von:SE Shigeo Iwatani, Dr. E. Noisser, Berthold SteinschadenMBA, Dr. Diethard Leopold, Heike Priwitzer, Mag. DoritIllini-Ganster, Brigitte Zöchlinger, Helga Maria WolfBüro der ÖJG:A-1040 Wien, Floragasse 7, Tel. + Fax: +43-1-504 05 45,email: office@oejg.org · Web: www.oejg.orgSekretariatszeiten: Mo, Mi: 14-17 UhrCoverfoto: Megumu FruhwirthCoverfoto Sonderteil: Dr. E. NoisserDas Botschafterehepaar IwataniTwo weeks have passed alreadysince my wife and I left Viennaand now we are about to move to Seoul,Republic of Korea.Vienna had been hot for more thantwo weeks just before we left thereand Tokyo has been even hotter andvery humid during the entire periodof two weeks of our stay here. It is apity that because of this heat and of ourage the memory of Vienna and Austriais quickly fading away. It is good in asense because through this process bad© Megumu_Fruhwirthmemories fade away more quickly thangood memories. Particularly, variousenjoyable events of Austria-Japan Associationstill occupy a big part of our nicememory: Summer Festivals, Bōnenkai,Concerts of Music Students, etc.I also learned a lot about the historyof OeJG by listening to the storiesof various senior members, i.e. its upsand downs. It is not easy to maintainthis type of voluntary associations. Attractivenessof Japan is the only drivingforce for you to unite and maintain thisRedaktionelles:Liebe Leser, wir freuen uns über Ihre Beiträge für die Zeitschrift, bitten Sie aberden jeweiligen Redaktionsschluss der drei Ausgaben im Jahr einzuhalten undzu respektieren!Ausgabe 1 (Jänner 2014), Redaktionsschluss: 20.12.2013Ausgabe 2 (Juni 2014), Redaktionsschluss: 23.5.2014Ausgabe 3 (Oktober 2014), Redaktionsschluss: 26.9.20142


Ankündigung Sonderteil3/13organization. Therefore we Japaneseshould, first of all, make efforts to maintainand strengthen the attractiveness ofJapan and its culture. At the same time itis important for the Association to havea good management system. I have seenthe transition of the management systemfor the past three years and am gladto see that it is making good progress inthe right direction under the able leadershipof the President, Dr. DiethardLeopold and other members of theBoard.Foto: © Dr.E.NoisserMy dream is that the friends of Japanin Austria will get together even moreclosely and establish “Japan Center” – aphysical facility somewhere in Viennawhere OeJG will have an office andmajor Japan related activities will takeplace. It sounds impossible but not soif we join and bring all of our wisdomand passion together.In the meantime, I myself have just retiredfrom the Ministry of Foreign Affairsof Japan and moving to Seoul asinternational civil servant. For the nexttwo years I will engage in a job to uniteJapan, China and Korea closer togetherin the international organization calledTrilateral Cooperation Secretariat. I amquite sure that it is as difficult and challengingas the establishment of ViennaJapan Center but I hope that I canachieve some tangible results with yourhelp and support.In the meantime, my wife and I wishyou all the best and remain,Sincerely yours,Shigeo IwataniNeue MitgliederFirmenmitglied:Grand Hotel WienSonderteil Shintō ab Seite 152013 ist für Ise-Jingū und Izumo-Taisha, die zwei bedeutendsten Shintō-Schreine Japans, ein wichtiges Jahr. Seit alter Zeit ist es üblich diese Heiligtümerin 20- bzw. 60-jährigem Rhythmus unter großem finanziellem,handwerklichem und zeitlichem Aufwand komplett zu erneuern. Nachdem Fest Shikinen Sengū, der Fertigstellung und Einweihung des neuenHeiligtums, das auf dem Schreingelände meist neben dem „alten“ gelegenist, wird das alte Heiligtum komplett abgebaut.Der Neubau von Izumo Taisha erfolgt alle 60 Jahre, der von Ise-Jingū alle20 Jahre – beide wurden in diesem Jahr fertig gestellt. Frau Setsuko Oguma,Vorstandsmitglied der ÖJG, regte das Redaktionsteam an, in der aktuellenBrücke einen Sonderteil zum Thema Shintō zu erstellen, um diesem sehrspeziellen Ereignis Rechnung zu tragen. Wir konnten Texte über unterschiedlicheSichtweisen auf Shintō, die alte Reli gion Japans, sammeln undfreuen uns diesen philosophischen Bereich japanischen Denkens präsentierenzu können.3


3/13Ausflug ins Bonsai Museum© Kerstin MaierhoferAusflug zum BonsaimuseumPünktlich um 8:30 Uhr starteten wiram Samstag, dem 15. Juni 2013,in Wien–Meidling mit dem IntercityRichtung Süden. Nachdem in WienerNeustadt die letzten vier Teilnehmer zuuns gestoßen waren, kamen wir nacheiner kurzweiligen Fahrt um 13:16 Uhrin Spittal/Drau an. Mit dem Bus ging eszu unserem Quartier, dem Strand hotelPichler in Seeboden am Millstättersee.Nach dem Bezug unserer Zimmer undeiner kurzen Rastpause wartete schonunser Schiff am Bootsanlegesteg. Einkurzes Stück schipperten wir gemeinsamüber den Millstättersee. Wenigspäter stieg ein Teil unserer Gruppe inMillstatt aus, die anderen genossen trotzeines kurzen Regenschauers die Zeitauf dem Wasser. Nach der Bootsfahrtbrachten Taxis einen Teil unserer Gruppezurück zum Hotel, während sichdie anderen für den Fußweg entlangdes Seeufers entschieden, wo wir vonder Musik einer Trachtenmusikkapelleempfangen wurden, die im nahegelegenenPark aufspielte. Ein netter Zufall,der zusätzlich zu unserer guten Launebeitrug.Nach dem gemeinsamen Abendessengab es eine musikalische Einlagedurch unseren gruppeneigenen Chor,angeführt von Herrn Botschafter ShigeoIwatani. Der Chor gab drei Liederzum Besten, unter anderem das Volkslied„Loreley“, das in deutscher undjapanischer Sprache gesungen wurde.Viele nette Gespräche beschlossen denAbend. Am nächsten Morgen folgte4


Ausflug ins Bonsai Museum3/13© Kerstin Maierhofer© Megumu Fruhwirth © Kerstin MaierhoferAlle Fotos © Berthold Steinschaden© Megumu FruhwirthJugendgruppe aus Fukushima auf ÖsterreichbesuchAuf Einladung des Rotary Club Austria war im August 2013 eine Jugendgruppeaus Fukushima zu Besuch in Österreich. Mittelpunkt war ein Jugendlagerin Pulkau im nördlichen Niederösterreich. Vor dem Rückflug warennoch zwei Tage in Wien angesagt. Kuratoriumsmitglied Georg Illichmann hatim Namen der ÖJG mit den Betreuern der Gruppe, Dr. Ernst Laschan undseiner Frau, Kontakt aufgenommen und zu einem typischen Mittagessen inder Wiener Küchentradition eingeladen.Berthold Steinschaden© Megumu Fruhwirthdie Besichtigung des Bonsai–Museums.Der Besitzer, Günter Klösch, führte unsdurch seinen prachtvollen Garten, indem er 200 verschiedene Bonsai gepflanzthat (insgesamt gibt es über 3000Arten). Nach dem Mittagessen hattenwir noch die Gelegenheit, einer Teezeremonie–Vorführungvon Frau KazumiNakayama beizuwohnen. Ein Gruppenfotobildete den Abschluss, wobeiwir anschließend unserer OrganisatorinNoriko einen kleinen Bonsai als Andenkenan unseren Ausflug nach Kärntenüberreichten.Unser herzliches Dankeschön gilt FrauDr. Noriko Brandl, die uns durch ihretolle Organisation dieses wunderschöneWochenende ermöglicht hat.Heike PriwitzerEmpfang in der japanischen Botschaft5


3/13 Japanisches SommerfestJapanisches Sommerfest im WeltmÜber 800 Besucher waren am25.8.2013 beim Natsu Matsuri,dem japanischen Sommerfest imWeltmuseum dabei um das bunte Programmzu bestaunen und zum Abschlusssogar begeistert mitzutanzen.Dazu ist den Organisatoren uneingeschränktzu gratulieren. Von Seiten derÖJG waren einige Vorstandmitgliederim Einsatz. An erster Stelle sei Fr. NorikoBrandl erwähnt, die mit bewährtemgroßem Einsatz die Massen zubegeistern wusste. Dr. Elisabeth Noisserzeigte gemeinsam mit ihrer Iaidō-Gruppe, welch hohes Niveau durch dasjahrelange Training erreicht wordenist. Ganz ruhig wurde es in der sonstsehr lauten Halle, als ÖJG-Präsident Dr.Diethard Leopold seine Konzentrationbeim Bogenschießen förmlich aufsPublikum übertrug. ÖJG-Kassier Prof.KR Norbert Aumüller verstärkte mitkraftvoller Stimme den Österreichisch-Japanischen Freundschaftschor undVizepräsident Roman Ziegler knüpfteerfolgreich neue Kontakte. Bleibt nochder Generalsekretär als Beobachter undBerichterstatter.Weitere Programmpunkte waren Tanzund Gesang von Schülern der japanischenSchule, eine Ikebana-Vorführungund japanische Tänze, die, wie schonerwähnt, viele aus dem Publikum zumMittanzen bewegten. Ikebana, Kalligraphie,Manga, Go, Kinderspiele, Bonsai,Flohmarkt und die gastronomische Versorgungdurch Chanoma rundeten dasProgramm ab.In diesem kurzen Bericht sollen zweiProgrammpunkte besonders hervorgehobenwerden, weil es zum einen einigeFragen dazu gegeben hat und andererseitsdurch die schlechte Akustik dieErklärungen sehr schwer zu verstehenwaren: Iaidō und Kyūdō. Beide gehörenzum Budō, also zu den japanischenKampfkünsten. Gemeinsam ist ihnenauch, dass die Konzentration im Mittelpunktder Übung steht.6© Kerstin Maierhofer© Kerstin Maierhofer © Kerstin MaierhoferIaidō wird oft mit „Kunst des Schwertziehens“übersetzt. Schaut man sich diedrei Silben aber genauer an, dann steht„i“ für körperliche und geistige Anwesenheit,„ai“ heißt übereinstimmenoder passen, im Sinne von „richtigerAktion“ oder „Reaktion setzen“. DieSilbe „dō“ kommt in vielen Begriffendes BuDŌ vor und heißt Weg, imSinne von Prinzip oder Philosophie.Iaidō ist daher das Prinzip des „Ganzdabeiseins“.Im Iaidō werden festgelegteÜbungen vorgeführt (Kata). JedeÜbung ist eine Nachstellung einer realenKampfsituation, allerdings ist derGegner nur im Geist vorhanden. Esbeginnt im Zustand des „Metsuke“,das heißt, die Augen auf etwas richten,darauf zu achten, ob ein Gegner angreifenwill. Der Kampf ist in vier wichtigeAbschnitte eingeteilt: Das Schwertziehen (Nukitsuke) - die Schnitte mitdem Schwert (Kiritsuke) - das Blut abschütteln(Chiburi) - das Zurückführendes Schwertes in die Scheide (Nōtō).Der Kampf ist nun beendet, aber Aufmerksamkeitund Achtsamkeit, ob derGegner wirklich kampfunfähig ist, sindbis zum Schluss der Übung gefragt(Zanshin). Iaidō legt besonderen Wertauf exakte Ausführung. Jeder Blick, dieHaltung des Kopfes, die Körperspannungund die genaue Bewegung desSchwertes sind dabei wichtige Bestandteile.Durch die ständige Verbesserungder eigenen Fähigkeiten soll und wird© Kerstin Maierhofer


Japanisches Sommerfest3/13useum – wieder ein großer Erfolg© Kerstin Maierhofer© Kerstin Maierhofer © Kerstin Maierhoferauch die eigene Persönlichkeit geformtwerden. Dr. Elisabeth Noisser Kyōshi istauf dem Weg des Schwertziehens schonsehr, sehr weit fortgeschritten und verstehtes auch bestens, ihre Schüler zuführen und zu begeistern. Die Wichtigkeitdes perfekten Zusammenspiels vonKörperbewegung, Schwerttechnik undmentaler Stärke wird bei den Partnerkatadeutlich. Diese Übungen dienenzur Simulation einer realen Kampfsituation- Angriff und Abwehr werdenmit dem Holzschwert (Bokken) durchgeführtund erfolgen in hohem Tempound mit voller Kraft. FortgeschritteneSchüler des Seishinkan Dōjō Wien demonstriertenauch diesen Übungsbereichdes Iaidō mit großem Einsatz.Kyūdō oder der „Weg des Bogens“© Megumu Fruhwirth© Kerstin Maierhofer © Kerstin Maierhofer© Kerstin Maierhofer© Megumu Fruhwirthscheint auf den ersten Blick sehr einfach.Aber schnell wird klar, dass mehr dahinterstecken muss, als einen Pfeil in einZiel zu befördern. Im Gegensatz zumIaidō stehen beim Kyūdō eindrucksvolle,langsame Bewegungen im Mittelpunkt;die hohe Konzentration unddas meditative Element sind erkennbar.Ein Treffer kann drei Qualitäten haben.Der Pfeil trifft das Ziel - der Pfeildurchbohrt das Ziel - der Pfeil existiertim Ziel. Die erste Qualität ist schnellerreicht, die zweite Qualität ist schonals unterer Meistergrad anzusehen undkann nach mehrjähriger Übung erlangtwerden. Das dritte Ziel erreicht mannur, wenn Körper, Geist und Technikeine Einheit bilden. Was das bedeutenkann, sei an der Schussabgabe dargestellt.Der Bogen ist mit höchster Kraftgespannt, aber der Schuss löst sich nichtgewollt, sondern im Zustand des „leerenGeistes“, was aber auf keinen FallGleichgültigkeit bedeutet, sonderndie Gedanken werden durch die hoheKonzentration verdrängt. Der korrekteSchuss ergibt den korrekten Treffer.Die drei Grundprinzipien des Kyūdōsind: Wahrheit (Shin), Güte (Zen) undSchönheit (Bi). Wahrheit bedeutet, mitder richtigen Gesinnung und technischeinwandfrei zu schießen. Güte verlangtdie angemessene Haltung, Höflichkeitund sittliche Reife und Schönheit manifestiertsich in der Form des Bogensund in der würdigen Etikette, die Kyūdōumgibt. Dr. Diethard Leopold Renshischreibt in seinem Buch „Shinto in derKunst des Bogenschießens“: „Die Erfahrungvon Zeit und Stille, von tiefgreifendenAbläufen, der Moment desSchusses und eine plötzliche, heftige,öffnende Bewegung, da sind Körperund Geist gleichzeitig involviert. Derganze Mensch fühlt sich in Anspruchgenommen. Körper, Seele und Geist ineiner Einheit, die man sonst in dieserDeutlichkeit ganz selten erlebt. Nachherfühlt man sich einfach lebendiger.“(vgl. Leopold 2010, S. 57).Bleibt zum Schluss nur mehr der Hinweis,einen Blick in dieses Buch zuwerfen, das einen sehr eigenständigenund persönlichen Zugang zum PhänomenKyūdō bietet.Berthold Steinschaden7


3/13TeeveranstaltungOchakai des Seishinkan DōjōWien am 21.8.2013Alljährlich findet im Septemberdas Ochakai (Teegesellschaft)des Seishinkan Dōjō Wien statt. DasSeishinkan wurde am 28.10.2000 vonDr. Elisabeth Noisser anlässlich ihres25-jährigen Budō Jubiläums gegründetund ist sowohl geistiges Zentrum,als auch physische Übungsstätte für dieverschiedensten japanischen Künste.8Der Schwerpunkt liegt auf der Übungim japanischen Budō wie z.B. Iaidō, NihonJūjutsu, Karatedō, Kyūdō und Kobudō,aber es gibt auch den Bereich der„schönen Künste“, der von Frau KazumiNakayama betreut wird. Unter Anderemunterrichtet sie auch Sadō (Chadō), einenTeeweg im Stil der Ura-senke undgibt ihren Schülerinnen und Schülerndie Möglichkeit im Teehaus des Setagayaparksihre Kunst in schönem japanischemAmbiente zu präsentieren.Sadō ist eine Kunst in der die Ästhetikund das Lebensgefühl Japans mehrals anderswo zum Ausdruck kommt.Es ist weder ein religiöses Ritual odergesellschaftliches Zeremoniell, nochist es die bloße Tätigkeit des Teeberei-


Teeveranstaltung3/13Alle Fotos © Dr. Elisabeth Noissertens selbst. Sadō ist vielmehr eine sehrkomplexe, komplizierte Angelegenheit,deren zentrales Thema immer die perfekteBewirtung der Gäste ist. Daraufist alles ausgerichtet und der Gastgeberversucht eine ganz spezielle Atmosphäreder Ruhe, spiritueller Reinheit undGelassenheit zu kreieren um seinenGästen die „perfekte Schale Tee“ zukredenzen. Die geladenen Gäste wissendas zu schätzen und tragen das Ihre dazubei, um das gemeinsame Teetrinken zueinem für alle Beteiligten angenehmen,harmonischen Ereignis zu gestalten.Bei den modernen Ochakai ist es üblich,nur mehr Usucha, die leichtere(weniger intensive) Variante des japanischenPulvertees zu trinken, dennUsucha ist der wichtigste Teil einer Teezusammenkunftin traditionellem Stil.Frau Nakayamas Schülerinnen undSchüler präsentierten die Form „Misono dana“ der Stilrichtung Ura-senke,bei der es möglich ist, dass die Gästebequem, auf europäische Art auf Sesselnsitzend, der Teezubereitung beiwohnen.Frau Dr. Noisser erklärte die verschiedenenAbläufe bei der Teezubereitungund vermittelte auch die geistigen Hintergründeder Teekunst, denn Sadō, derTeeweg, ist sowohl Bewusstseinsschulungals auch Gesamtkunstwerk.Wir freuen uns sehr, dass auch in diesemJahr trotz regnerischem Wetterwieder 90 Gäste unserer Einladung gefolgtsind und durch ihr Kommen undihr Interesse zum Gelingen der Veranstaltungbeigetragen haben.Dr. Elisabeth Noisser9


3/13 Besuch aus Fuchū20 Jahre JugendaustauschprogrammFuchū — HernalsWhat do you imagine about Austria?How many people will imagine somethingother than music? I think lots ofpeople have only a vague image of Austria.Marie SimizuSeit nunmehr 21 Jahren besteht zwischender Stadt Fuchū (Tōkyō) unddem 17. Wiener Gemeindebezirk Hernalseine Partnerschaft, die neben vielfältigenkulturellen Aktivitäten aucheinen regelmäßigen Jugendaustauschbeinhaltet.Im Rahmen dieses Austauschprogrammsbesuchten seit 1994 inzwischen111 japanische Jugendliche ausFuchū den Bezirk Hernals.Die Initiative für diesen Austausch gingvon der Stadt Fuchū aus und wurde vonder Bezirksvertretung Hernals, damalsnoch unter Bezirksvorsteher RobertPfleger, gerne mitgetragen. Jedes Jahr inder zweiten Augusthälftereisen 6 Jugendliche imAlter zwischen 15 und 18Jahren von Fuchū nachWien und verbringenhier ca. 10 Tage bei einerGastfamilie. FinanzielleUnterstützung erhaltendie Jugendlichen von derStadt und dem internationalenFreundschaftsvereinin Fuchū. Ein Teil derKosten muss von den japanischenFamilien selbstgetragen werden.Ziel dieser Reise ist nichtnur der Austausch zwischenden Kulturen unddas Kennenlernen desBezirks bzw. der StadtWien, sondern in ersterLinie, den Alltag in einerFotos: © RK SchneiderWiener Familie zu erleben. Die Jugendlichenwerden nach ihrer Ankunftin Wien von ihren Gastfamilien bereitsam Flughafen erwartet und absolvierenneben einem individuellen Programmauch offizielle Begegnungen. Dazugehören der Besuch in der Bezirksvorstehungund die Besichtigung vonHernals. Als besonderes Highlight hatsich in den letzten Jahren der „Walzerkurs“in der Tanzschule Großmannentwickelt. Heuer waren die Jugendlichenerstmals zu Gast in der Backstubeder Konditorei Hübler und durftendort, unter sachkundiger Anleitung desChefs persönlich, Sachertorten backenund verzieren. Das machte allen großenSpaß. Abends wurden die Kunstwerkestolz präsentiert.Wie auch die Bezirksbesichtigung leitetRobert Pfleger mit unermüdlichemEinsatz seit all den Jahren auchden Rundgang durch die Innere Stadt.Abgerundet wird das Programm durcheinen Besuch eines klassischen Konzertesgemeinsam mit einem Familienmitgliedder Gastfamilie. Am Vorabendder Abreise laden Bezirk und Stadt dieGastfamilien als Dankeschön zu einemgemütlichen Beisammensein mit Buffetin ein typisches Hernalser Lokal ein.Der anschließende Abschied ist meistfür beide Seiten tränenreich.Es ist immer wieder beeindruckend, wieder doch kurze Aufenthalt die jungenMenschen verändert. Der Alltagsstressfällt ab, der Blick wird weiter – nichtselten werden hier wichtige Weichenfür die eigene Zukunft gestellt. So beschließenehemalige „Gastkinder“ imAusland (z.B. in Deutschland, in derTürkei, in Südafrika bzw. in den USA)zu studieren, manche bleiben sogar fürimmer. Momoko Endo, „Gastkind“ aus10


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3/13 Besuch aus FuchūFotos: © RK Schneiderdem Jahr 2009, absolviert derzeit einAuslandsjahr an der Universität Wien.Sie studiert europäische Geschichte,spricht nach einem halben Jahr bereitshervorragend deutsch und wird vonihrer ehemaligen Gastfamilie in allenBelangen unterstützt. Wie viele andereist sie nach wie vor von großer Dankbarkeitfür ihr „Homestay-Erlebnis“erfüllt.Hier ein Ausschnitt aus dem Berichtvon Mana Kawai über ihre Gefühlezum Aufenthalt in Hernals.Until I visited there, I had an image of Austriaas a city of beauty and gorgeous dessertsand sweets. It was one of countries in Europeto me. But foreign meeting local people inVienna and the sharing good memories withthem made it a more familiar place.Unterschiedliche Essgewohnheitensind immer wieder ein Thema währenddes Aufenthalts der Jugendlichenin Wien.Regarding their eating habits, surprisingly,they eat very little vegetable and lots of meat.They eat ham, bread, or cheese for breakfastand a light meal like a hotdog and a sandwichfor lunch, and steak and potatoes orpasta for dinner. In Japan, we always havesome vegetable and it is just natural. However,it seemed to be something special forthem to take vegetable. Also, they eat verylittle fish, either, as the country is landlocked.When I went to a market, I saw many kindsof meat and bread, but very little fish. Bread,12noodles and potatoes are their staple food;they don‘t eat rice, so the Austrian eatinghabits are completely different from that ofJapanese.Marie SimizuNicht unerwähnt soll auch die Situationder Gastfamilien bleiben. UnterschiedlicheLebensgewohnheiten wiedie japanische Badekultur oder einegewisse Zurückhaltung der jungen Japaner/innendie eigenen Wünsche zuformulieren, stellen die Gastgeber/innenmanchmal vor Herausforderungen.Doch letztlich empfinden sie die gemeinsamenErlebnisse immer als Bereicherung.Viele Kontakte bleiben weiterbestehen, nicht wenige der Familienhaben „eine Tochter/einen Sohn“ dazugewonnen. Leider ist es nicht immerleicht, genügend Gasteltern zu finden.Deshalb sei jenen, die bereits ein- odermehrmals diese Aufgabe übernommenhaben, an dieser Stelle herzlich gedankt.The time I spent in Vienna was so much fun. Ilearned the feeling of being thankful. I realizedwhat „thankful“. means. Also I learned theimportance to „thank“ people. I want to usethis experience to grow up as a better person.I want to thank my host family for letting mestay with them. Thank you so much!!Sonoko MaruyamaErgänzend zu dieser verbindenden Initiativezwischen Fuchū und Hernalsgibt es seit mehreren Jahren auch einJugendaustauschprogramm von Hernalsnach Fuchū. Durch das Engagementvon Frau Dorit Illini-Ganster, die vonBeginn an die freundschaftlichen Beziehungenals Dolmetscherin begleitet,ist es gelungen, Jugendliche aus Hernalsbei Gastfamilien in Fuchū unterzubringen.Im heurigen Sommer fand dieserAustausch bereits zum fünften Mal statt.So ist es möglich geworden, sowohl aufjapanischer als auch auf österreichischerSeite jungen Menschen die Chance zugeben, fremde Kulturen kennen undschätzen zu lernen.Der Unterstützung durch die Stadt Fuchūsowie dem dortigen Freundschaftsverein,der Bezirksvorstehung Hernals,dem Freundschaftsverein Hernals-Fuchūund alle jenen, die als Gastelternzur Verfügung stehen, ist es zu verdanken,dass dieses Austauschprogrammzur friedlichen Verständigung beiträgt.Möge diese Initiative noch viele Jahrebestehen.Wenn Sie Interesse haben, als Gastfamilieeine japanische Jugendliche/einen japanischen Jugendlichen aufzunehmen,wenden Sie sich bitte an denFreundschaftsverein Hernals-Fuchūhttp://www.freundschaftsverein-hernals-fuchu.at.Weitere Informationen zu diesemProjekt und anderen Aktivitäten imRahmen der freundschaftlichen Beziehungenzwischen Fuchū und Hernalserhalten Sie ebenfalls über diese Website.Dorit Illini-Ganster, Brigitte Zöchlinger


Außenwirtschaft / 2. Teil 3/13WKO Update Japan• Japans Volkswirtschaft dürfte 2012 um ca. 1,8 % gewachsen sein.• Investitionen im Zuge des Wiederaufbaus und ein milliardenschweres Konjunkturpaketder japanischen Regierung sorgen für Impulse.• Österreichs Exporte nach Japan übertrafen 2012 das Rekordergebnis des Vorjahres.• Energiewende schafft Chancen für österreichische Anbieter.2. Teil4. Wirtschaftsbeziehungenmit ÖsterreichMit einem jährlichen Handelsvolumenvon EUR 3,1 Milliarden bleibtJapan nach China mit Abstand derzweitwichtigste WirtschaftspartnerÖsterreichs in Asien. In der Hitparadeder österreichischen Exportmärkte inÜbersee liegen nur die USA und Chinavor Japan.Nach einer äußerst dynamischen Entwicklungder österreichischen Warenexportenach Japan in den erstenbeiden Quartalen 2012 flachten dieZuwachsraten im zweiten Halbjahretwas ab. Dennoch konnte 2012 derRekordwert des Vorjahres sogar nochum 1,5 % auf EUR 1,31 Milliardengesteigert werden. Im selben Zeitraumnahmen die Einfuhren Österreichs ausJapan ab (-8,1 %) und beliefen sich aufEUR 1,80 Milliarden.Lieferungen von Holz und Holzwarenverzeichneten 2012 Einbußen von-3,3 %, sind aber mit EUR 213,5 Mio.nach wie vor die bedeutendste Positiondes österreichischen Außenhandelsmit Japan. Der Rückgang betraf vorallem Holzlaminate, während etwa derExport von Schnittholz und Plattenanstieg. Die Ausfuhren von Personenkraftwagenlegten im selben Zeitraumzu (+8,4 %); sie stellen mit EUR 195Millionen nur knapp hinter Holz diezweitwichtigste Warengruppe bei denösterreichischen Exporten dar. Auchbei Nischenprodukten wie etwa Beschlägenfür Möbel und Türen warensatte Zuwächse von 65 % zu verzeichnen.Bemerkenswerte Steigerungengab es auch bei Lieferungen von Lebensmittelnund Wein.Staatlich finanzierte Großprojekte sindin der Regel fest in japanischer Hand.Dennoch können bei Ausschreibungenösterreichische Nischenanbieterregelmäßig Aufträge an Land ziehen.Kraftfahrzeuge, Maschinen (z.B. Baumaschinen)und elektronische Geräte(z.B. Kameras, Videogeräte, Druckerund Kopierer, Fernsehgeräte) dominiertenauch 2012 die österreichischenImporte aus Japan.Der Wert der aus Japan importiertenPersonenkraftwagen belief sich in2012 auf rund EUR 340 Millionen,das ist 9,8 % weniger als im Jahr davor.Die Reiselust der Japaner war ungebrochen:Die Zahl der Nächtigungenjapanischer Touristen in Österreichnahm von Jänner bis Dezember 2012trotz Krise um +16,1 % auf 508.292zu. Im selben Zeitraum stieg die Zahlder Ankünfte um 14,2 % auf 261.261.Die Spitzenposition unter den Gästenaus Asien musste Japan jedoch an China(317.100 Ankünfte) abgeben.Knapp 70 österreichische Unternehmenverfügen über eigene Niederlassungenin Japan, hauptsächlich für denVertrieb und die Wartung ihrer Produkte.Der zuletzt starke Yen und der stagnierendeBinnenmarkt sorgen für eineInvestitionswelle japanischer Unternehmenim Ausland. Davon profitierenÖsterreich als Standort und österreichischeZulieferer im Rahmen vonKooperationen auf Drittmärkten.Die Absicht, die Abhängigkeit desLandes von der Kernkraft verringernAußenhandel mit Österreich 2010 2011 2012Ö. Exporte nach Japan (Mio. EUR) 1.023,5 1.294,4 1.313,4Entwicklung gegenüber Vorjahr +32,6 % +26,5 % +1,5 %Ö. Importe aus Japan (Mio. EUR) 1.777,2 1.955,9 1.796,4Entwicklung gegenüber Vorjahr +17,4 % +10,1 % –8,1 %Handelsbilanz (Mio. EUR) -746,8 -661,6 -483,0Quelle: Statistik Austria13


3/13Außenwirtschaft / 2. Teilzu wollen, sorgt für eine Trendwendein der Energiepolitik und beflügeltdie Nachfrage nach alternativen Energiequellenwie Solar-, Windkraft undErdwärme sowie nach stromsparendenLösungen. Österreichische Firmenbauen ihre Marktpositionen beiBiomasse-Technologien, insbesondereHolz, aus. Technik und Know-howaus Österreich genießen in der an Bedeutunggewinnenden Forstwirtschaftdes Landes einen ausgezeichnetenRuf. Auch das Interesse an qualitativhochwertigen Lebensmitteln aus Österreichnimmt zu.Getrieben durch das Streben nachKostenoptimierung, Versorgungssicherheitund Globalisierung öffnensich der Eisenbahn- und Automobilsektorzusehends ausländischen Anbietern.Die Aktivitäten des AußenwirtschaftsCenters tragen diesem PotenzialRechnung. Schwerpunkte werden inden Bereichen Bau, Forst und Holz,Nahrungsmittel und Getränke sowieTransport (Technologien und Zulieferungenfür den Eisenbahn- undAutomobilsektor) gesetzt. BesonderesAugenmerk wird Technologiekooperationengeschenkt, die sich mit derNutzung erneuerbarer Energiequellenbeschäftigen.In ihrer Sitzung vom 29. November2012 in Brüssel erteilten die Handelsministerder EU-Mitgliedsstaatender Europäischen Kommission einstimmigdas Mandat, ein Freihandelsabkommen(Free Trade Agreement –FTA) mit Japan auszuhandeln.Die Vorverhandlungen (scoping exercise)für das Abkommen begannen bereitsvor eineinhalb Jahren und wurdenim Juli dieses Jahres erfolgreichabgeschlossen. Der Startschuss für dieoffiziellen Verhandlungen soll mit demEU-Japan-Gipfel Ende März 2013 fallen.Für die EU steht die Beseitigungnicht-tarifärer Handelshemmnisse imVordergrund, für Japan die Senkungvon Zöllen, v.a. bei Kraftfahrzeugen.Eine stärkere Liberalisierung des Handels,z.B. erleichterte Zulassungen unddie Harmonisierung von Normen,würde auch österreichischen Exporteurennützen.©Außenwirtschaft Austria der WKOFreundschaftskonzertDas „Konzert der japanisch-österreichischenFreundschaft“ imSchubertsaal des Konzerthauses gehörtzu den jährlichen Fixpunkten im Programmder ÖJG. Dank der großzügigenUnterstützung der Japan Tobacco InternationalJTI konnte am 19. Juni 2013wieder ein abwechslungsreiches und vorallem anspruchsvolles Programm zusammengestelltwerden.Im Mittelpunkt des Abends standendieses Mal die drei Jubilare RichardWagner (22. Mai 1813 – 13. Februar1883), Giuseppe Verdi (10. Okt. 1813 –27. Jan. 1901) und Johannes Brahms (7.Mai 1833 – 3. April 1897), die, obwohlZeitgenossen, beständig kühle Distanzhielten. Ihre unterschiedlichen musikalischenWelten zu einer verschmelzen zulassen, war die Herausforderung unseresFreundschaftskonzerts und das ist unterder musikalischen Leitung von HerrnProf. Reinhard Rieger auch dieses Malauf magische Weise gelungen! Dochauch Herr Prof. Rieger feierte heuerein Jubiläum: Bereits zum 20. Mal fanddas Freundschaftskonzert unter seinerLeitung mit jungen Künstlern aus Japanund Österreich statt!Zu Beginn wurden mit großer Virtuositätvier Lisztsche Klavierbearbeitungender Opernkomponisten Wagnerund Verdi zum Besten gegeben: MariaAbe spielte die „Rigoletto Konzert-Paraphrase“ zu Verdis Oper Rigoletto.Danach begeisterte Sakurako Asano mit„Am stillen Herd“ aus den „Meistersingernvon Nürnberg“ von Richard Wagner.Es folgte Takuma Ishii mit „Coro difesta e marcia funebre de Don Carlos“,dem Finale aus der Verdi-Oper DonCarlos. Den abschließenden Beitrag vorder Pause gestaltete Mizuki Morita mit“Festspiel und Brautlied aus Lohengrin“.Nach der Pause begeisterte der CellistRudolf Leopold, der Bruder des Präsi-© Thomas Aumüller © Thomas Aumüller© Thomas Aumüllerdenten der ÖJG, Diethard Leopold, mitseiner Kollegin Masae Suzaki am Kontrabassdas Publikum: “Phantasie überOpernthemen von G. Verdi für Violoncellound Kontrabass”. Die Bearbeitungdes anspruchsvollen Stücks stammt vonRudolf Leopold selbst. Das Finale unseresKonzerts bildete das Klaviertrio Nr.3 in c-Moll von Johannes Brahms, virtuousdargebracht vom Aevos Trio. Dasfeine Ensemble bilden Katharina Engelbrecht,Violine, Bas Jongen, Violoncellound Yuumi Yamaguchi, Klavier.Zum Abschluss überreichte die neueVorstandsdirektorin von JTI, Frau SakamotoAya, unter großem Beifall Blumenan alle Mitwirkenden. Wir bedanken unsbei den Virtuosen, dem musikalischenLeiter Herrn Prof. Rieger und JTI fürden gelungenen Konzertabend.Wolfgang Graff14


SHINTŌ –der Weg der Götter


3/13InterviewInterview mit Dr. Bernhard ScheidDr. Bernhard Scheid arbeitet am Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens an der ÖsterreichischenAkademie der Wissen schaften. Er studierte Japanologie und Völkerkunde und einer sei -ner Schwerpunkte ist die Religion in Japan. Lesenswert ist sein Web-Handbuch „Religion in Japan“,http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Religion-in-Japan und sein Wiki-Projekt „Kamigraphie“,http://www.univie.ac.at/rel_jap/kami/Hauptseite.: Im Ise-Jingū feiert man2013 wieder ein Shikinen Sengū,ein Fest anlässlich des Neubaus dergesamten Schreinanlage, das alle20 Jahre stattfindet. Was können Siezur Gründung von Ise-Jingū sagen?DR. SCHEID: Über die Gründungdes Großschreins von Ise gibt es einmaldie Quelle des Nihonshoki (720n. Chr.). Darin wird berichtet, dassSuijin-Tennō seine Tochter beauftragthat, einen neuen Schrein für die SonnengöttinAmaterasu zu erbauen. EinGrund dafür waren Epidemien, diedas Land im fünften Regierungsjahrheimsuchten. Die Ursache dafür warschnell gefunden. Die beiden GötterAmaterasu und Yamato no Ōkunitamawurden im Kaiserpalast angebetet undkonnten dadurch nicht zur Ruhe kommen.Daher sollten abgelegene Ortegesucht werden, an denen die beidenIse-jingū16Gottheiten Frieden finden würden.Zuerst wurde ein Schrein zu Ehrender Sonnengöttin am Berg Miwa ausgesucht.Im 26. Regierungsjahr vonSuinin-Tennō soll eine Kultprinzessin,Yamatonohime, am Oberlauf des Isuzueine Erscheinung gehabt haben, nachder sich Amaterasu wünschte, sich hierniederzulassen.: Warum liegt Ise soweit vomMachtzentrum entfernt?DR. SCHEID: Zuerst hat nur derTennō die Götter verehrt. Es handeltsich um einen Übergang vom sakralenTennō zum weltlichen Herrscher. Daherhat man für die Götter einen eigenenPalast errichtet und Priester zu derenVerehrung eingesetzt. Der Schreinvon Ise wird auch erst ab der Nara-Zeit(710-794) wichtig, weil vorher nichtdarüber berichtet wird.© B. Steinschaden: Der Baustil von Ise ist einearchitektonische Besonderheit. Wasist daran so einzigartig?DR. SCHEID: Alle Neben- und Hilfsschreine,123 an der Zahl, sind in derForm der alten Speicher- und Schatzhäuser(Hokura) erbaut. Die Proportionenund Konstruktionen bleibenimmer konstant. Sie unterscheiden sichallerdings in Größe und Ausführung, abhängigdavon, wie wichtig und bedeutenddie übergeordneten Schreinbautenwaren. Als Baumaterialien werden ausschließlichHolz und Stroh verwendet.Der Baustil heißt Shiraki-zukuri. Diebeiden Hauptschreine unterscheidensich allerdings: Beide sind im Yuiitsu-Shinmei-zukuri errichtet, was übersetztetwa „Stil Göttlicher Klarheit“ bedeutet.Dieser Stil ist tatsächlich einzigartigund findet in keiner anderen Shintō-Architektur Verwendung.: Können Sie konkrete Beispielefür den Baustil nennen?DR. SCHEID: Zwischen den tragendenPfeilern, in denen senkrechteVertiefungen eingearbeitet sind, werdenHolzbohlen eingelassen. Eine Ausnahmebildet eine Halle des ÄußerenSchreins, bei der die Bohlen der Seitenwändedurch Verzahnung miteinanderverbunden sind. Es könnte auchsein, dass sowohl Naikū als auch Gekūin früherer Zeit ebenfalls in diesem Stilerrichtet worden sind. Nur die beidenHauptgebäude verfügen über Galerieund Geländer, welche aber nicht zugänglichsind. Das könnte auf Elementedes Palastbaus hinweisen.


Interview3/13: Auffallend ist die Dachkonstruktion.Welche Bedeutung hatdiese?DR. SCHEID: Sowohl Chigi als auchKatsuogi haben keinerlei funktionelleRelevanz. Vielmehr ist eine symbolischeBedeutung anzunehmen. Katsuogisind Firstscheite, die das Strohdachgegen den Wind schützen. Vermutlichsind sie dann zu Schmuckelementen deskaiserlichen Palastes geworden, weshalbauch das ein Hinweis auf einen Einflussdes Palastbaustils sein könnte.: Wenn die Holzpfeiler direktin den Boden eingearbeitet werden,dann wird das wohl nicht langehalten?DR. SCHEID: Die Pfeiler stehentatsächlich direkt in der Erde. Es gibtnicht einmal einen Grundstein. Dahersind sie der Feuchtigkeit und der Fäulnisausgesetzt. Wichtig scheint nicht diesinnvolle Konstruktion zu sein, sonderndie Pflege der Tradition. Unkonventionellerscheint auch die Beimischungvon Gips. Gips zieht das Wasser zusätzlichan, könnte aber auch einige Zeitverhindern, dass Wasser in die Pfeilereindringt.: Kommen wir nun zumShikinen Sengū. Welchen Zweckverfolgt man dabei?DR. SCHEID: Nicht so lange Haltbarkeitdes Holzes haben wir schon angesprochen.Aber es zeigt auch, dass man essich leisten kann, alle 20 Jahre eine neueAnlage zu errichten. Vor allem werdenaber die kulturellen, spirituellen undhandwerklichen Traditionen bewahrt.Früher sind auch Paläste regelmäßig erneuertworden. Daher war Holz der Engpass.In der Heian-Periode (794-1185)waren Bäume tatsächlich Mangelware. InIse ist beeindruckend, wie nachhaltig manschon zu früher Zeit gedacht hat. UmliegendeWälder wurden aufgekauft undBäume gepflanzt, die erst 200 Jahrespäter für den Bau verwendet wordensind.Frösche mit Shimenawa und Gohei© Dr.E.NoisserShintō – ein kurzer ÜberblickDie einheimische Mythologie und Religion Japans ist der Shintō (inrein japanischer Lesung: Kami no michi), „der Weg der Götter“.Im Shintō werden grundsätzlich alle Teile und Bereiche der Wirklichkeit vergöttlichtund jeweils ausgewählten Exemplaren dieser Wirklichkeit wird ein spezifischer Kultgewidmet.Diese Gegenstände repräsentieren dann als „Symbole“ das Göttliche und werden inden Shintōschreinen (jinja, taisha) aufbewahrt und verehrt. Derartige Kultgegenständesind etwa Bronzespiegel (für den Kult der Sonnengöttin Amaterasu), Steinkugeln,Schwerter, oder auch besondere Schriften, die als norigoto - „Wortgeister“ – gebethaftan die Götter gerichtet werden.Über den Kult in besonderen Schreinen hinaus zeigt sich populärer Naturkult in derVerehrung mancher ausgezeichneter Örtlichkeiten (z. B. des Berges Fuji) wie auch invielerlei Volkssitten wie z.B. Ohanami (Blütenschau im Frühling, besonders Kirschblütenschau),Ahnenkult, Yamato-kult (Kult der japanischen Inseln als Götterland),Tennô-kult (Kaiserverehrung als Kult der Sonnengöttin Amaterasu und ihrer kaiserlichenNachkommenschaft).Der Shintō wurde erst nach dem Vorbild und in Auseinandersetzung mit konfuzianischerund buddhistischer Staatstheologie eine gelehrte „Theologie“ bzw. Philosophie.Im „Weg der Götter“ werden also eine Vielzahl von Natur- und Ahnengottheiten(kami) durch kultische Handlungen geehrt, darunter vor allem Amaterasu-ōmikami,die als Ahnengöttin des japanischen Kaiserhauses gilt. Die wichtigsten Tempel zurEhrung dieser Gottheit stehen in Ise und Izumo.Durch das Aufkommen des Buddhismus erfuhr der Shintō im 6. Jahrhundert einenempfindlichen Bedeutungseinbruch, erlebte aber ab dem 18. Jahrhundert eine erstaunlicheRenaissance und wurde in der Meijizeit (1870) sogar zur Staatsreligionerhoben. Im Zentrum des Shintō stehen als höchste religiöse Instanzen die japanischenKaiser und Kaiserinnen (sic!!) (tennō), die noch bis 1945 als lebende Gottheitenverehrt wurden. Shōwa-Tennō Hirohito war der letzte Kaiser, der diese Verehrungoffi ziell empfing. 1946 entsagte er unter dem Druck der amerikanischen Besatzungsmachtseiner göttlichen Herkunft.Ungeachtet dieses offiziellen Bruchs wird in der shintoistischen Geschichtsschreibungder amtierende Kaiser Heisei-Tennō Akihito (Hirohitos Sohn) wieder als 150.unmittelbarer Nachkomme der Ahnengottheit Amaterasu benannt und führt auchheute noch die alten religiösen Shintōrituale durch, wie es bereits alle anderen Kaiservor ihm in ihrer Position als höchste Priester ihrer Religion getan haben.17


3/13Interview: Hat es diesen Wiederaufbauvon Beginn an gegeben?DR. SCHEID: Das System des Sengūist am Ende des 7. Jh. nach Chr. eingeführtworden. Pläne gab es schon unterTenmu-Tennō. Allerdings hat dann erstseine Witwe, Jitō-Tennō, im Jahr 688Sengū eingeführt. Angefangen hat allesmit einem Thronfolgestreit, aus demschließlich Tenmu-Tennō als Siegerhervorgegangen ist. Verantwortlich fürseinen Sieg waren aber auch die lokalenHerrscher, und so hat sich Tenmuaus Dankbarkeit für die Unterstützungdafür eingesetzt diese mit gesetzlichenGrundlagen auszustatten. Bis zu diesemZeitpunkt hatte eine Familie die Hohepriesterfunktionfür Naikū und Gekūausgeführt. Nun wurden diese Ämteran zwei Familien vergeben. Jitō erließ688 n. Chr. ein Edikt, nach dem alle 20Jahre eine Schreinüberführung stattfindensollte. Wann allerdings die ersteSchreinüberführung tatsächlich stattfand,ist umstritten und soll erst 785gewesen sein.: Was sind die Gründe fürden zwanzigjährigen Zyklus?DR. SCHEID: Diese fast 1300-jährigeTradition wurde bis auf wenige Ausnahmenkontinuierlich durchgeführt. Inder Sengoku-Zeit (1467-1573) lag dasLand im Bürgerkrieg und somit konnteIzumo-Taisha18Izumo-Taisha© Dr.E.Noisser© B. Steinschadenkeine Schreinverlegung durchgeführtwerden. Ab 1585 wurde der zwanzigjährigeZyklus wieder eingeführt.Als möglichen Grund für die zwanzigJahre könnte man die unbehandeltenBaumaterialien ansehen, die der Witterungund vor allem der Feuchtigkeit imBoden ausgesetzt waren. Die Zahl 20kann aber auch als ideale Bezugsgrößeangesehen werden, um Ganzheiten undZeitabschnitte zu messen. Eine andereTheorie geht vom alten Kalendergesetzaus. Nach dem Mondkalender fallendie Wintersonnenwende und der 1.11.zusammen, was ein gutes Omen seinsoll. Eine weitere Erklärung sieht einenwichtigen Beweggrund im Generationensprung.Zwanzig Jahre war damalsdurchschnittlich eine Generationund daher mussten das Wissen und dieKenntnisse der Herstellung weitergegebenwerden.: Was können Sie kurz zumUmfang des Shikinen-Sengū sagen?DR. SCHEID: Sengū gibt es nicht nurin Ise. Bis ins Mittelalter wurden vieleSchreine in einem bestimmten Zyklus,der zwischen zwei und sechzig Jahrenlag, neu konstruiert. Ise zählt aber zumumfangreichsten Sengū. Es werden nichtnur alle Gebäude neu errichtet, sondernauch alle Tore und Zäune. Schließlichwerden noch alle Gewänder undSchätze nach traditionellen Entwürfenneu angefertigt. Allein an den Zahlenvon 1085 geweihten Gewändernund 491 heiligen Schätzen kann manschon erahnen, wie umfangreich dieseSchreinüberführung ist. Insgesamtdauern die Arbeiten und Zeremonienacht Jahre. Die Kosten für die gesamteSchreinüberführung wurden 1993 mit32,7 Milliarden Yen angegeben, 1973waren es noch 4,5 Milliarden Yen. Zahlenfür 2013 kann man bestenfalls erahnen.Eine siebenfache Steigerung wievon 1973 auf 1993 wird es wohl nichtsein.


3/13Die Schöpfungsgeschichte Japans: Gibt es angesichts dieserenormen Verschwendung von Ressourcenkeine Kritik?DR. SCHEID: Kritik gibt es natürlichschon. Aber der Großschrein verteidigtsich mit Aufforstungsprogrammen im5400 Hektar großen Waldstück, das sichhinter dem Naikū befindet. Zusätzlichsoll ein 1000 Hektar großes Waldstückin Kumamoto und Miyazaki zugekauftwerden. Das verwendbare Holz wirdanderen Schreinanlagen für Ausbesserungsarbeitenzur Verfügung gestellt.Außerdem stehen diesen hohen Investitionenauch entsprechende Gewinnegegenüber. Jährlich kommen sechs MillionenBesucher. Für 2014 werden wegender neuen Gebäude zehn Millionenerwartet. Selbstverständlich lebt auch dieWirtschaft der gesamten Region vomIse-Jingū.: Abschließend eine Fragezur Sonnengöttin und weiblichenTennō. Wäre es nicht naheliegend,dass es auch in heutiger Zeit weiblicheTennō geben sollte?DR. SCHEID: Die Frage Sonnengottoder –göttin ist nicht sicher zu klären.Auffällig ist, dass es in anderen Mythologienoft einen Sonnengott gibt. EineErklärung könnte sein, dass gerade inder Zeit der Schrifteinführung mit Jitū-Tennō eine Frau an der Macht war undso wurde es eben eine Sonnengöttin.Die Frage, warum es schon so lange Zeitkeine Frau als Tennō gibt, kann dahingehendbeantwortet werden, dass es frühervorwiegend Witwen waren, die ihrenverstorbenen Männern nachfolgten.Töchter waren die Ausnahme und einArgument war, dass es keinen ebenbürtigenEhemann für eine weibliche Tennōgegeben hat.: Vielen Dank für das Gespräch.DR. SCHEID: Habe ich gern gemacht.(Das Gespräch mit Dr. Bernhard Scheidführte Berthold Steinschaden)Am Anfang rührte das Götterpaar Izanagi und Izanami von einer schwebendenHimmelsbrücke, einem Regenbogen, aus mit einem „Juwelenspeer“ im modrigenChaos unter ihnen. Durch diese Bewegung verdickte die Brühe langsam. Schließlichzogen sie den Speer heraus und ließen von seiner Spitze dicke Tropfen fallen, die zuLand gerannen, zur ersten japanischen Insel. Izanagi und Izanami stiegen herab undbauten auf der Insel ein Haus, wahrscheinlich mit dem geheimnisvollen Speer alsMittelpfeiler. „Hat dein Körper irgendwelche Besonderheiten“, fragte Gott Izanagi,worauf die Göttin Izanami feststellte, dass ihr Körper an einer Stelle unvollkommensei. Auf ihre Gegenfrage bekannte Izanagi, sein Körper wachse an einer Stelleganz besonders. Daraufhin lief sie links um die Säule, er rechts, bis das Götterpaarauf sehr menschliche Weise hinter dem Pfeiler zusammenfand. So zeugten sie miteinanderJapans Inseln, Flüsse, Berge, Pflanzen sowie zahlreiche andere Götter,darunter Amaterasu, die Sonnengöttin.Bei der Geburt des Feuergottes Kagutsuchi verbrannte sich Izanami tödlich und gelangtein die Unterwelt, die sie ab diesem Zeitpunkt regierte. Vergeblich versuchteIzanagi sie zurückzuholen, denn er verstieß gegen die Regel, sie nicht anzusehen(analog zur Geschichte von Orpheus und Eurydike) und wurde verjagt. Mit einemgroßen Stein verschloss Izanagi das Tor zur Totenwelt und seit damals gilt die Weltder Lebenden von derjenigen der Toten getrennt. Eine Wiedergeburt gibt es nicht!Besudelt von der unreinen Unterwelt nahm Izanagi danach ein gründliches Flussbad,bei dessen Waschungen wiederum neue Götter entstanden, die wiederumNachkommen zeugten und so Japans Inseln mit Leben füllten.Japans Schöpfungsgeschichte offenbart eine der wichtigsten Erkenntnisse zumVerständnis des japanischen Volkes; die Einheit von Göttern, Vaterland, Volk undNatur. Dasselbe Götterpaar, Izanagi und Izanami, zeugte Amaterasu, die Sonnengöttinund Urahnin des japanischen Kaiserhauses, sowie die Inseln Japans und allesLeben auf ihnen.Als eine Naturreligion trennt der Shintō Japan von der gesamten übrigen Welt,denn Shintoist wird man allein durch die Geburt als Japaner. Kein Ausländer kannzum Shintō „übertreten“, denn die Voraussetzung, zu den Nachkommen der Shintō-Götter zu gehören, kann nicht nachträglich erworben werden.Die Geschichte der SonnengöttinAmaterasuSusanoō, Amaterasus jüngerer Bruder, war ein wilder Geselle. Uneingeladen bracher in die himmlischen Gefilde der Sonnengöttin ein und zerstörte ihre Reisfelder,indem er die Bewässerungsterrassen einriss und in den Pflanzen herumtobte. Erschrockenund beleidigt floh die Sonnengöttin in ihre Felsenhöhle und damit verschwanddas Licht. Finsternis senkte sich über die Welt. Verzweifelt drängten sichalle Götter vor der Felsenhöhle, doch Amaterasu ignorierte ihre Bitten, herauszukommen.Daraufhin pflanzten die Versammelten einen heiligen Baum vor dem Eingang,behängten ihn mit Juwelen und einem großen Spiegel (beides gehört heutezu den kaiserlichen Kroninsignien), ließen Vögel zwitschern, als sei wieder Tag,doch alles vergeblich.Schließlich führte eine Göttin auf einer Anhöhe eine zweideutige Tanzpantomimevor, die einem modernen Striptease gleichgekommen sein dürfte. Dabei brachendie Götter in schallendes Gelächter aus. Weibliche Neugier packte Amaterasu, sieöffnete die Tür ihrer Felsenhöhle ein wenig, erblickte sich im Spiegel, weiblicheEitelkeit besiegte ihren Gram und sie trat ganz aus der Höhle heraus. Die List derGötter hatte gesiegt und die Erde hatte ihre Sonne wieder.Diese Geschichte bildet den Kern der Shintō-Mythologie; es ist die alte Geschichte 19vom Kampf des Guten gegen das Böse, des Lichtes gegen die Finsternis.


Zeremonien3/13und FesteDie in den Shintō-Schreinen ausgeübten Zeremonienreichen von der einfachen persönlichen Gebetshandlungund der morgen- und abendlichenOpferdarbietung durch die Priester, bis hin zu dengroßen Jahresfesten, die mit großen Prozessionen,an denen Tausende von Menschen teilnehmen,verbunden sind. Regelmäßige wöchentliche Zeremoniengibt es nicht. Die Menschen besuchenden Schrein nach ihrem Belieben, sei es am Erstenoder Fünfzehnten eines Monats oder anlässlichder diversen Feste. Einige erweisen der Gottheitallmorgendlich ihre Ehrerbietung im Schrein.Jeder, der einen Schrein besucht, achtet auch aufkörperliche Reinheit. Kein Kranker, „Blutverlierender“oder Trauernder darf den Schreinbereichbetreten. Erst nachdem Mund und Hände im Ablutionspavillonmit Wasser gereinigt wurden, darfder heilige Bezirk betreten werden. Nachdem derGläubige Hut und Mantel vor der Anbetungshalleabgelegt hat, zieht er am Glockenstrang, um böseGeister zu vertreiben und die Guten auf sich aufmerksamzu machen. Dann steht er ruhig da undwirft ein Geldstück in den Opferbehälter, verbeugtsich mehrmals tief, klatscht in die Hände und verbeugtsich nochmals, ehe er wieder weggeht.Orakel am Baum© Dr.E.NoisserEhe der Gläubige den Schrein verlässt, kann ergegen einen kleinen Obolus ein gedrucktes Orakelerhalten, das ihn auf ein künftiges Glück oderUnglück hinweist. Nachdem er es gelesen hat,wickelt er es gewöhnlich um den Zweig eines Baumesund lässt es als eine Bitte um Erfüllung oder- im Falle eines ungünstigen Omens - zum Schutz,zurück.Jeder Schrein begeht eine Reihe wichtiger Feste imVerlauf eines Jahres wie das Frühlings-, Herbst-,Jahresfest, die Gottheitsprozession (shinkōshiki)und eine Anzahl weiterer traditioneller nationalerund zeitgebundener Feste. Ein Fest ist sowohl fürden Schrein als auch für die Gemeinde von großerWichtigkeit. Es bedeutet einen Zeitabschnitt,in dem die Lebenskraft der Gottheit, die der Gläubigenund die der Gemeinde erneuert wird. AlsVorbereitung für das Fest werden Reinigungszeremoniensowohl für die Priester als auch für dieGläubigen durchgeführt. Den Mittelpunkt des Ritualsnimmt die Darbringung der Speiseopfer ein, diezeremoniell vorbereitet und gereinigt worden sind.Dargebracht 20 werden Reis, Reiskuchen, Vögel, Fische,Seetang, Gemüse, Salz und Wasser.Alle Fotos © B. SteinschadenRikishi auf dem Weg zum Ise-SchreinSumō im Ise-JingūEine Woche nach Beendigung des schreibungen noch Abbildungen davonHaru-Basho (Frühlingsturnier) in gibt. Die beiden anderen Insignien sindŌsaka, meist am ersten April-Sonntag, das Schwert (Kusanagi no Tsurugi), daskommen die Ringer der beiden oberstenDivisionen nach Ise, um im bedeudensoll und der Edelstein (Yasakani nosich im Atsuta-Jingū in Nagoya befintendstenShintō-Schrein, Ise-Jingū, ein Magatama), der im Palast des Tennō inTurnier abzuhalten. Das mag einerseitsden Grund haben, dass viele Ri-von Tennō und Sumō gesprochen wird,Tōkyō aufbewahrt werden soll. Wenntuale im Sumō vom Shintō abgeleitet dann denkt man zuerst an den Shōwasind.Andererseits kann es auch Ausdruckder besonderen Verehrung des hatte er den Pokal für den Turniersie-Tennō Hirohito. Schon als KronprinzTennō sein. Ise-Jingū ist der wichtigste ger gespendet, der auch heute noch alsSchrein des Tennō. Dort wird vielleicht Tennō-Shihai jedem Gewinner eineseine der drei Throninsignien, nämlich Turniers als erster Preis überreicht wird.der Spiegel (Yata no Kagami) aufbewahrt.Spekulativ ist das deshalb, weil ist es durchaus möglich, dass Tennō oderBei den Turnieren in Tōkyō-Ryōgokudie Throninsignien der Öffentlichkeit Kronprinz persönlich in ihrer Loge dienicht zugänglich sind und es weder Be-Kämpfe beobachten. Es gibt ansonstenSumo in Ise


echt wenige Möglichkeiten, den Tennōaus so großer Nähe zu sehen. Vom Meiji-Tennōwird berichtet, dass bei seinemUmzug von Kyōto in die neue HauptstadtTōkyō Sumōtori an der Spitze derKolonne marschiert sind.Wenn die Sumōtori nach Ise reisen,beginnt schon am Bahnhof ein sehenswertesSpektakel. Zuerst kommen diebekannten Sekitori, dann folgen ihreTsukebito (Sumōtori niedriger Ränge),die als Assistenten das Gepäck tragen -insgesamt sind das fast 300 Teilnehmer.Yokozuna und Ōzeki, die hochrangigenRinger gehen dann zusammenmit den leitenden Funktionären undden führenden Schreinpriestern zuerstzum Gekū, dem Äußeren Schrein, umToyouke no Ōmikami, der NahrungsundReisgöttin, ihre Aufwartung zumachen. Dann werden sie zur Uji-Brücke gebracht, wo der Haupteingangdes Inneren Schreins liegt. Hier bestehtdie beste Gelegenheit, gute Fotos zuschießen, weil man sehr nahe kommenkann und der Weg bis zum Naikū, demInneren Schrein, doch einige Zeit inAnspruch nimmt. Allzu schnell laufenwerden die Sumōtori auch nicht. DerInnere Schrein ist der Sitz von AmaterasuŌmikami, der wichtigsten Gottheitdes Shintō. Amaterasu ist der Urahninder Tennō und personifiziert Sonneund Licht. Yokozuna und Ōzeki habenzusammen mit den beiden Tategyōji(Oberschiedsrichter), führenden Repräsentantender Nihon Sumō Kyōkai(japanische Sumō-Gesellschaft) undSchreinpriestern Zutritt zum innerstenHeiligtum, was als ganz besondere Auszeichnunggesehen werden kann.Nach diesem Besuch kehren alle wiederzur Uji-Brücke zurück und begebensich zum in der Nähe gelegenen Dohyō(Kampfring). Dort gibt es ein Dohyōiri(Ringbesteigungszeremonie), zuerststeigen alle Sekitori in den Ring, anschließenddie beiden Yokozuna Hakuhōund Harumafuji. Dass die beidenMongolen sind, spielt keine Rolle. Sierepräsentieren den höchsten Rang imSumō und als Zeichen des Sitzes einerGottheit tragen sie ein waagrechtes SeilSiegerehrung für Yokozuna Hakuhoum ihre Körpermitte gewickelt. EinYokozuna-Dohyō-iri gehört zu denfaszinierendsten Ritualen im Sumō undwohl auch zu den meistfotografierten.Anschließend beginnt das Jingū-Hōnō-Daizumō, das Turnier zu Ehren des Ise-Jingū. Sportlich haben diese Kämpfekeinen besonders hohen Stellenwert.Keiner wird mit letzter Kraft kämpfenund eine Verletzung riskieren. Trotzdemist der Ablauf interessant, handelt es sichdoch um ein Ausscheidungsturnier.Die Sieger kommen also in die nächsteRunde bis zum Finalkampf.Für jene Leser, die die laufenden Turniereverfolgen, seien hier die Kämpfeab dem Viertelfinale aufgeführt. YokozunaHarumafuji ist schon in der erstenRunde ausgeschieden.Sieger Technik VerliererViertelfinaleTochiōzan Yorikiri MyōgiryūKisenosato Yoritaoshi IkioiTakayasu Yorikiri ToyonoshimaHakuhō Uwateda- KotoshōgikushinageHalbfinaleKisenosato Yorikiri TochiōzanHakuhō Tsukiotoshi TakayasuFinaleHakuhō Hikiotoshi KisenosatoZumindest das Finale spiegelt auch diesportlichen Ergebnisse der letzten dreiTurniere wider. Der beste Sumōtori derGegenwart, Yokozuna Hakuhō, schlägtden besten Japaner, Ôzeki Kisenosato,der der nächste Yokozuna werden will.Der Sieger erhält im Unterschied zuanderen Turnieren weder einen Geldnocheinen Sachpreis, sondern einenbesonderen Segen eines Oberpriestersdes Schreins.Berthold SteinschadenReligion und RitenMan mag darüber streiten, ob der Shintō überhaupteine Religion genannt werden kann, denner kennt zwar zahlreiche Götter, aber zwei Dinge,die alle Hochreligionen auszeichnen, nämlich eindogmatisches Lehrgebäude und klare strenge Moralgebote,fehlen. Der Shintō kennt keine „HeiligeSchrift“ und fordert von seinen Anhängern keinespezifische moralische Verhaltensweise. Jeder Japaner,der sich zum Schöpfungsmythos bekennt, istShintoist. Dazu bedarf es keiner Taufe und keinesGottesdienstes, die es beide im engeren Sinne garnicht gibt. Wer als Japaner einen Shintōschreinbesucht, gehört dazu.Der japanische Religionshistoriker Ôbayashi Taryōschrieb dazu: „Shintō … [ist] im weitesten Sinnedie Urreligion Japans, im engeren Sinne ein ausUrreligion und chinesischen Elementen zu politischenZwecken ausgebautes System.“Reinheit (harae) tritt im Shintō an die Stelle derLehre, das Reinigungsritual (Oharai) übernimmt dieRolle der Liturgie. Shintoistische Weihen werdenin Japan auch heute noch bei jedem wichtigen Anlassvollzogen, bei Schiffstaufen und Hoteleröffnungen,beim Häuserneubau, bei der Einweihungvon Straßen und wenn die Ernte eingebracht ist.Bei all diesen Anlässen gibt es keine Predigt undkeine Belehrung. Shintō-Priester vollziehen eineReinigungszeremonie, indem sie Zweige einesheiligen Baumes (Sakaki) schwenken, wodurch dieGötter günstig gestimmt und alles Üble und Böseferngehalten werden soll. Jeder Japaner reinigtsich symbolisch, bevor er einen heiligen Ort betritt,indem er seine Hände wäscht und seinen Mundmit dem fließenden, klaren Wasser eines Brunnensvor dem Eingang ausspült. Dabei werden dieWaschungen des Gottes Izanagi nachvollzogen.Als Naturglaube wimmelt es im Shintō von Göttern,sie wohnen auf Bergen, in alten Bäumen, inQuellen, auf Reisfeldern, in Wasserfällen, überall.Jede Familie, jede Dorfgemeinschaft, jedes fruchtbareTal steht auch heute noch unter dem Schutzder Shintō-Götter, und Amaterasu, die Sonnengöttin,unterscheidet sich von allen übrigen nur deshalb,weil der Sippenverband, den sie beschützt,das Kaiserhaus ist.Auch in den mit Hingebung gefeierten Schreinfestender Dörfer und Stadtbezirke, bei deren Höhepunktdie Verkörperung des örtlichen Schutzgottesin einem tragbaren Schrein von rhythmisch stampfendenund singenden jungen Männern auf denSchultern durch die Gassen getragen wird, lebtder Shintô als Brauchtum fort.Götter auf ReisenJedes Jahr reisen die 8 Millionen Shintō-Gottheiten nach Izumo, um vom 10. bis zum 17. Tagdes 10 Lunarmonats, der meist in den Novemberfällt, ihr jährliches Treffen abzuhalten. Aus diesemGrund wird dieser Monat in Izumo „Kamiarizuki“,Monat mit Göttern genannt, im restlichen Japanaber „Kannazuki“, Monat ohne Götter.Im inneren Schreinkomplex zu beiden Seiten desHeiligtums stehen zwei langgestreckte hölzerneGebäude, Jukusha, die als Unterkünfte für die angereistenGötter dienen.Während die Götter tagen, feiern die Menschenzu dieser Zeit das Schreinfestival Kamiari Matsuri.Quellen zu Shintō-Legenden:Ladstätter – Linhart; China und Japan, 1983, Verlag C. UeberreuterNelly Naumann; Die Mythen des alten Japan, 1996, Verlag C.H. BeckSokyo Ono; Shinto – The Kami Way, 1962, Verlag TuttleWikipediaKamipediaSchauwecker´s Japan Travel Blog


3/13 ShintōDas menschliche Herz des ShintōDie Erzählung „Der Neubau des Ise-Schreins“ von László Krasznahorkai„Vor einigen Jahren kontaktierte mich ein ungarischerSchriftsteller wegen Kyūdō, japanischemBogenschießen. Er hätte in Japan angefangenund suche eine Führung auf diesem Weg inEuropa. So wäre er auf mich gestoßen. Damalswusste ich noch nicht, dass ich damit einem derbesten derzeit lebenden Autoren begegnet bin -nicht den Verkaufszahlen nach, aber nach derQualität. Seither hat sich eine Freundschaft entwickelt,in deren Zentrum unsere Verbundenheitmit Japan steht. Ich darf diesen Autor auf dasWärmste weiterempfehlen.“Diethard LeopoldDass das „Fünklein in der menschlichenSeele“ (Meister Eckhart), das mit demgöttlichen Feuer ident ist, zwar Grundlagejeder Religion ist, aber zugleich von jederStaatsreligion überdeckt und von ihrenInstitutionen nahezu ausgelöscht wird, istallzu menschliche Tatsache. Dass es dennochinnerhalb einer Volksreligion, wie esder Shintō ist, menschliche Konkretionendes Religiösen gibt, die erstaunlich undbewundernswert sind, ist ebenso wahr.Nur sind die Momente, in denen sich dasErstaunliche zu erkennen gibt, oft überraschendund gerade nicht dort zu finden, woman sie vielleicht erwarten sollte. Im Falldes Neubaus des Ise-Schreins findet man siejedenfalls nicht in den Ritualen der institutionellenPriesterschaft, sondern, so der ungarischeSchriftsteller László Krasznahorkai,im treulich weitergegebenen, praktischenWissen der Holzfäller und Handwerker.Und weiters nicht nur in ihrem handwerklichenWissen und Können, sondern auchin ihrer Lebensführung, ihrer mitmenschlichenfreundlichen Haltung anderen, auchFremden gegenüber.Krasznahorkai hat 2008 einen umfangreichenErzählband herausgebracht, der 2010von Heike Flemming ins Deutsche übersetztund vom S. Fischer-Verlag unter demTitel „Seiobo auf Erden“ publiziert wurde.Schon am Titel des ganzen Bandes erkenntman bereits Krasznahorkais Verbundenheitmit Japan – Seiobo ist die „Königinmutteraus dem Westen“, die nach alter chinesischerTradition die Pfirsiche der Langlebigkeit inihrem Garten hegt und Auserwählten mitbringt;das gleichnamige, japanische Noh-Theaterstück gehört zu den spirituellenKlassikern des Genres. Und sechs der siebzehnErzählungen des Bandes, die größteGruppe, entstammen der japanischen Kulturhistorie.Außerdem kann man schon aus dem Titel„Seiobo auf Erden“ das Thema herauslesen,22László Krasznahorkai© Gyula Czimbal, Budapestdas die Erzählungen aus den unterschiedlichstenZeiten und Kulturen verbindet: derkurzfristige, aber mitreißende Einbruch desWunderbaren in die irdisch-banale Wirklichkeit– mitreißend natürlich nur für jene,die sich für solche Überwirklichkeiten denSinn bewahrt haben.„Überwirklichkeit“ – oder wie ich es mitdem innersten Wert des Shintō verstehe: dieReinheit des Herzens – in der Erzählung,die einen Abschnitt aus dem jahrelangenNeubau des Ise-Schreins schildert, bildetmit der banalen und institutionellen Wirklichkeitder Staatsreligion und der Ise-Jingū-Bürokratie eine Spannung, die von den Protagonistender Handlung mal als hinderlich,dann wieder als peinlich, ja peinigend erlebtwird, zugleich aber von einem hintergründigenund subversiven Humor getragenwird. Dieser Humor schreckt weder davorzurück, die Figur der Erzählung, die ganzoffensichtlich bis zu einem gewissen Gradder Autor selber ist, zu ironisieren, noch davor,Widersprüche der japanischen Kulturaufzudecken. Wie oft habe ich die Kritikan Japan etwa von den besserwisserischenVertretern des Goethe-Instituts oder auchder Klasse kritischer JournalistInnen unangenehmgefunden, auch wenn sie Rechthatten, weil sie den oder die, der oder diesie äußerte, nicht auch mit infrage stellte!Den Fehler, sich zum bierernsten Maß derDinge zu machen, begeht der ungarischeAutor nicht, dazu bewundert er die Leistungender japanischen Kultur viel zu sehr.Aber er hat zugleich ein genaueres Auge alsdie meisten anderen, und er verschließt esauch dann nicht, wenn es den sich nur allzugerne den herrschenden Umständen unterordnenden,braven Japanern wehtut.So berichtet er vom rituellen Fällen hoherHinokizypressen im Kiso-Tal in Anwesenheitvon Shintō-Priestern: Das Holz dieserBäume wird für den Neubau des Ise-Jingūverwendet, und sosehr man sich einerseitsum die Würde dieser Bäume kümmert, soachtlos geht man andererseits mit dem Gewächsum, das aus dem Weg geräumt werdenmuss für den Transport der geladenenGäste, die der Zeremonie und dem Fällenbeiwohnen:„… zudem entging keinem von beiden, was jene,die den Pfad angelegt und die riesige Bühne gebauthatten, hier angerichtet hatten, sie hattenalles, was ihnen in den Weg gekommen war, abgebrochen,gefällt und zerhackt, hatten die Bäumeausgewählt, die Bühne aufgebaut, den Pfad angelegt,der dorthin führte, aber nicht mit Umsichtund Maß, nicht sauber, sondern brutal, mit beinahebarbarischer Gleichgültigkeit, was in ersterLinie deshalb ein wenig betrüblich war, weil dieZeremonie unter anderem deshalb stattfand, lasensie in dem von Miwa-san bekommenen Propagandamaterial,um die Bäume um Verzeihungzu bitten und ihnen zu versichern, dass ihnen,auch wenn ihnen einerseits das Leben genommenwerde, andererseits doch auch Leben, und zwarein neues und edles Leben geschenkt werde, inmittensolcher Hingabe und Ehrfurcht und Umsichtaber war es völlig unbegreiflich, dass mannämlich alles, was man nicht brauchte, einfachbeiseite geworfen und liegengelassen hatte…“Wer erinnert sich hier assoziativ nicht sofortdaran, dass die Japaner zwar unglaublichnett und ästhetisch, klug und umsichtig,aufmerksam und genau im Kleinen sind,also Tugenden an den Tag legen, für die wirsie bewundern, die sie aber im Großen sound so oft vermissen lassen, was in anderemKontext zuweilen zu ökologischenKatastrophen führt. An einem kleinen Beispiellässt sich hier konzentriert wie in einerNussschale, die ganze Weisheit und dieganze Blindheit, die ganze Liebe und dieganze Grausamkeit der japanischen Kulturerfassen.Im Folgenden schildert der Autor den Ablaufder stundenlangen Zeremonie. EineGruppe von Shintōpriestern naht und spultdie vorgeschriebenen Texte herunter, peinlichdarauf bedacht, keinen sprachlichenFehler zu machen, während über ihrer Ge-


Shintōstresstheit das Wesentliche, der Geist desGanzen, verloren zu gehen droht, für densie doch eigentlich zuständig sein sollten.Diese geistige Bedeutung des religiösenRituals dringt an ganz anderer Stelle hervor,dort, wo es die Besucher nicht erwartethätten: nämlich durch die geschulten, genauund aufmerksam vorgehenden Holzfäller,die das Kunststück vollbringen, zwei Bäumein genau vorgezeichneter Richtung soübereinander fallen zu lassen, sodass sie sicham Boden liegend akkurat fünf Meter unterihren Wipfeln kreuzen wie der Giebel einestraditionellen Hauses. In den Bewegungender Holzfäller wird eine jahrhundertealteTradition befolgt und damit am Leben erhalten.Ihre Tätigkeit ist kein leeres Ritual,sondern die Realisierung einer im Wesentlichengeistigen Bemühung.Der Autor und sein Freund erhalten einigeZeit später die Erlaubnis, die Werkstättender Schreinhandwerker aufzusuchen, dieden Neubau des Ise-Schreins durchführen.Wieder stoßen sie, obwohl sie eingeladenwurden, erst auf Widerstände. Der Vertreterder Schrein-Bürokratie speist sie mit Banalitätenab, die auch im Prospekt nachgelesenwerden können, sieht penetrant auf dieUhr und behandelt sie wie aufdringlicheund ungebildete Dummköpfe. Doch danntaucht der Toryo auf, der Chef der Handwerkertruppe,ein großgewachsener undsympathischer älterer Mann mit schlohweißemHaar. Er lässt sich von der Wissbegierdeder Fremden anstecken, erzählt viel Interessantes,ja Erstaunliches und entzündetseinerseits durch die begeisterte Art, wie erseine Tätigkeit und sein Leben beschreibt,Bewunderung in diesen.… und er sagte, ohne ein gutes Herz könne mannicht arbeiten, er beschäftige sich mit göttlicherArbeit, deshalb sei es für ihn das oberste Gesetz,sich mit nichts anderem zu beschäftigen, nur mitder Arbeit, und an nichts anderes zu denken, nuran die Arbeit, deshalb müsse man rechtschaffendenken und rechtschaffen arbeiten, als ihn aberdie Gäste noch fragten, ob das Wissen des Toryoin seiner Seele verborgen liege, sann er eineWeile dieser letzten Frage nach und sagte dann,als hätte er vergessen, was sie ihn gefragt hatten,gutes Holz, das ist das Wichtigste …So äußert gerade der Shintō-Hand werkerWeisheiten, die fast wörtlich auch dem Kanonbuddhistischer Präzepte entnommensein könnten. In seiner Person manifestiertsich der in Japan fließende Übergang vomShintō zum Buddhismus. Genauso zeigtsich an dieser Stelle im und durch den Toryodie strukturelle Identität von menschlicherExistenz (Seele) und Natur (Holz) undzwar unvermittelt, einfach, ja, bescheiden.Das, wie ich sagen möchte, menschliche Herzdes Shintō spricht sich hier ganz entspanntaus.Diethard LeopoldIzumo-Taisha Eingang mit dem größten Shimenawa JapansShintō–SchreineIm Altertum zelebrierten die Japaner ihre Feste nicht in Schreinen. Man suchte die Gottheitenauf und bot ihnen in ihrem natürlichen Umfeld Tanz und Opfergaben dar. Oftmals symbolisiertenur ein einzelner Baum die Wohnstätte der Gottheit. Das heilige Gebiet wurde dannentweder durch ein dickes Strohseil oder eine feste Steinmauer gekennzeichnet.Die altertümlichen Schreinanlagen lagen immer weit ab des jeweiligen Dorfes, denn manwar damals der Annahme, dass die Gottheiten an weit entfernten Orten lebten und nur zubestimmten Anlässen (Ernte, Reispflanzung) zuBesuch kamen. Um die Gottheit zu ehren wurdenzu solchen Anlässen große Feste (matsuri)veranstaltet. Erst mit dem Eindringen des Buddhismusging man dazu über feste Schreinanlagenzu errichten. Die ersten Schreine warentemporärer Natur, da man mit dem Neuaufbauder Schreinanlage die Vorstellung verband,dass sich die von der Gottheit auf die Menschenübertragende Lebenskraft so erneuere.In Ise werden die innersten Schreingebäudeauch heute noch in 20-jährigem, in Izumo in60-jährigem Rhythmus erneuert.Shintō-Schreine wurden in ihrer Architekturimmer sehr schlicht gehalten. Klare Linien,wenig Schmuckelemente und das Verwendenvon unbehandeltem Holz sind die auffälligstenMerkmale des typischen Baustils. Der Grund für diese ungekünstelte Bauweise liegt indem Glauben, dass sich die Kraft der Gottheit in der unveränderten Natur am intensivstenerfahren lässt.© Dr.E.Noisser© Dr.E.Noisser© B. SteinschadenShintō-Schrein auf der Dachterrasse desKaufhauses Takashimaya im 15. Stock. ImHintergrund die Hochhäuser von Shinjuku,Tōkyō.© Dr.E.NoisserMan betritt die heutigen Schreinanlagen immer durch ein großes, meist rotes Rundbalkentor(torii). Es trennt den heiligen Bereich der Gottheit von der irdischen Welt. Oft ist eindickes geflochtenes Strohseil (shimenawa) um die Pfeiler gespannt. Es zeigt die Gegenwarteiner Gottheit an, ebenso wie ein aufrecht stehender Stab mit 2 Streifen zickzackförmiggefaltetem Papier (gohei). Danach gelangt man über einen speziellen Pfad (sandō) zur Ablutionshalle.Meist ist es ein kleiner Pavillon, in dem sich die Besucher Hände und Mundmit Wasser reinigen. Die meisten Schreine bestehen aus Anbetungshallen (haiden), einerOpferhalle (heiden) und der Haupthalle (honden). Die Haupthalle beherbergt das Heiligtumdes Schreines - ein Substitut der dort verehrten Gottheit (Spiegel, Schwert, Stein, hölzernesBild). Dieses ist verhüllt und nur dem Oberpriester zugänglich. Vor der Haupthalle befindetsich die Opferhalle, in der, wie es der Name schon verrät, Opfergaben dargebracht werden.In der Anbetungshalle verrichten die Besucher ihre Gebete.


3/13Sakura Budō ScienceManagement – Japan - MBA setzt voll auf interkulturelleWissensvermittlung und geht ab 2013 einen neuen WegIm Herbst 2010 wurde der erste und weltweit einzigartige Studiengang „Management MBA Japan“(Master of Business Administration) gestartet. Ermöglicht hat dieses einzigartige MBA-Ausbildungsprogrammeine Kooperation zwischen der Sales Manager Akademie Wien (SMA), der Ashiya UniversitätKobe in Japan und dem Sakura Budo Science Vienna. Ende 2012 haben nun alle Teilnehmer diesenLehrgang erfolgreich beendet. Ab 2013 gibt es mit der Donau-Universität Krems einen neuen zusätzlichenKooperationspartner. Dadurch wird der Abschluss dieses MBA-Lehrganges noch attraktiver. Derfolgende Reisebericht soll auch eine kleine Anregung sein, über einen MBA nachzudenken, der auf einerinterkulturellen, interdisziplinären und ganzheitlichen Wissensvermittlung basiert. Insofern ist diese Reportageauch nach einem Jahr noch immer sehr aktuell und zeigt beeindruckend die intensive Beschäftigungmit der Tradition Japans.„Der Blick über den Tellerrand, dieErweiterung der eigenen Perspektivensowie die Entwicklung neuer Denkformensind die wichtigsten Ziele inunserem kulturübergreifendem MBA-sich ein völlig neues interkulturellesund ethisches Wirtschafts- und Gesellschaftsverständnis,das zu einem gutenTeil auf der uralten Tradition der japanischenKultur basiert. Die JapanreiseBudo und ZenDen Anfang bildete der Budo-Teil,also die japanischen Kampfkünste mitJudo, Karate und Kendo im Mittelpunkt.„Die Teilnehmer wurden vonWestliches Wissen trifft Japanische Weisheit!Eine Japanreise der besonderen Art im Rückblickvon Franz Roland JanyAlle Fotos: © B. SteinschadenProgramm“, erläutert Sakura-PräsidentDr. Thomas Hausner das neuartigeMBA-Konzept. „Nach dem Motto„master you up“ werden Betriebswirtschaftund Management um Aspekteaus der Kultur und Philosophie Japanssowie aus Zen und Budo erweitert –sozusagen westliches Wissen vereint mitfernöstlicher Weisheit. Daraus ergibtin den Großraum Kyoto-Osaka-Kobeoder Keihanshin im März 2012bildete den krönenden Abschluss unsererJapan-Module.“ Der zweiwöchigeAufenthalt beinhaltete ein dichtesund umfangreiches Programm mit denSchwerpunkten Wirtschaft und Management,Religion und Kultur sowieBudo und Zen.japanischen Großmeistern vier Tagelang durch die faszinierende Welt derKampfkünste geführt. Besonders beeindruckthaben uns dabei die Großmeisterselbst mit ihrer unglaublichenBescheidenheit und Freundlichkeit, vorallem aber durch ihr hervorragendesdidaktisches Geschick, das uns in dieserkurzen Zeit interessante Einblicke inJudo und Karate auf der Ashiya-DaigakuMBA-Gruppe beim Kendo24


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3/13Sakura Budō Sciencedie Welt des Budo erlaubt hat“, zeigtesich Dr. Hausner hochzufrieden. Eineweitere Station war der Besuch einesSoto-Zen Tempels in Amagasaki, wodie Studenten an zwei Tagen in die Weltder Zen-Meditation hineinschnuppernkonnten. Unser ursprüngliches Zielwar eigentlich Eiheiji in der PräfekturFukui. Aus organisatorischen Gründenmusste es verlegt werden, wird aber inzukünftigen Kursen wieder erste Wahlsein.26Zen-Tempel in AmagasakiHakuho gegen KotooshuSumo und das „waagrechte Seil“Japankenner und Sumo-Experte BertholdSteinschaden organisierte dieTeilnahme an einem Sumo-Wettkampfin Osaka. Beeindruckend für unsereTeilnehmer waren einerseits die Begeisterungder Zuschauer, andererseitsdas Wettkampfritual als solches. Lehrreichwar vor allem zu sehen, dass dieseSportart voller Anleihen aus demShinto ist: das „waagrechte Seil“ – einAusdruck für den höchsten Rang einesSumotori - sollte uns auch weiterhin inden Kulturexkursionen immer wiederbegegnen.Wirtschaft und ManagementEin wesentliches Herzstück der Japanreisebildeten vier Firmenexkursionen,bei denen die Studenten japanischeUnternehmenskultur und Managementaus erster Hand erlebten. Hierkonnte die gelernte Theorie in der Praxisüberprüft werden.Der erste Besuch galt der ÖsterreichischenFirma Hörbiger-Ventilwerkein Kobe, die weltweit führend in denBereichen Kompressortechnik, Automatisierungstechnikund Antriebstechniksind. Die Unternehmenskultur istwestlich geprägt und deshalb interessant,weil hier die beiden Welten dertraditionellen japanischen Geschäftsweltmit westlicher Unternehmenskulturzusammentreffen, gerade weil es inJapan zurzeit einen Trend in Richtung„Verwestlichung“ der Unternehmensführunggibt. Auslöser ist die tiefe Krise,die Japan seit Anfang der 90er Jahreerlebt. Der Firma Hörbiger gelingtes, traditionelle Gesellschaftswerte mitdenen der abendländischen Unternehmensführungzu verbinden.Der zweite Besuch führte uns nachKyoto zur Firma Kyocera, (Kyoto Ceramics).Der Name ist Programm vonAnbeginn. Seit dem Gründungsjahr1959 produziert Kyocera Keramikprodukte,wie Feinkeramik-Bauteile oderangewandte Keramikprodukte wieetwa Solarenergiekomponenten. Darüberhinaus erweiterte sie die Produktpaletteum Kommunikationsprodukte,Multifunktionsgeräte, medizinischeProdukte, optische Produkte bis hinzu Dienstleistungen und Hotels. Rund44.000 Beschäftigte sind weltweit tätig,rund 20.000 davon in Japan. Die Unternehmenskulturist dementsprechendunterschiedlich ausgeprägt, aber durchdie Unternehmensphilosophie in eineStruktur gegossen. Die japanischenEinheiten sind dem traditionellen japanischenUnternehmensbild entsprechendausgeprägt, die Branchen in den


Sakura Budō Science3/13Friedenspark HiroshimaMBA-Gruppe beim goldenen Tempel in KyotoUSA und Europa deutlich westlich orientiert.Besonders beeindruckend warder Besuch des Kyocera-Museums, indem diese einzigartige unternehmerischeErfolgsgeschichte im Zeitablaufdargestellt wurde.Auf eine 230-jährige Geschichte blicktdie japanische Firma Takeda, eines dergrößten Pharmaunternehmen der Welt,zurück. 1781 gründete Chobei Takedaein kleines Geschäft als Medikamentenhändler.100 Jahre später erfolgte dieGründung einer Fabrik und schließlichin den 1960er Jahren erfolgte der Schrittin den internationalen Markt. Die CorporateIdentity der Firma Takeda wirdweltweit erfolgreich umgesetzt, aberebenfalls mit regionalen Anpassungen.In Japan geht man noch den traditionellenWeg der Unternehmensführungnach dem Senioritätsprinzip, in den internationalenMärkten orientiert mansich an den regionalen Gegebenheitenund Kulturen.Last but not least konnten unsere Studentendie Firma Sekisui in Osakabesuchen. Sekisui ist der größte Fertigteilhausproduzentin Japan für Einfamilienhäuserbis hin zu Mehrfamilienhäusernund Objektbauten. Aktuellversucht Sekisui seine Gebäude-Technologiein Richtung „zero emission“zu entwickeln, also die ökologischenKomponenten beim Bauen zu forcierenund verstärkt erneuerbare Energieträgereinzusetzen. Sekisui House ist aufJapan beschränkt und dementsprechendtraditionell ist die Ausrichtung des Unternehmensund seines Managements.Religion und KulturDer nächste große Block auf unsererJapanreise war den Kulturexkursionengewidmet. Einen Schwerpunkt bildetedabei der Blick auf die verschiedenenReligionen. „Nirgends kann man bessersehen, wie sich Buddhismus undShintō nebeneinander, miteinander undmanchmal auch gegeneinander entwickelthaben. Einmalig ist auch der Einblickin die verschiedenen Strömungendieser beiden Religionen“, analysierteBerthold Steinschaden im Rahmenunserer Tagesreisen. „Wie sich TempelundSchreinbaustile in 1500 Jahren entwickeltund verändert haben, kann hierauf engstem Raum beobachtet werden.Größe und Höhe der Holzbauten sindgewaltig. Aber auch so einfache Bauteile,wie der Torii eines Schreins, sind inihren Ausprägungen extrem vielfältig.“Die Exkursionen führten uns nachNara, Kyoto, Osaka und Hiroshima undhaben bleibende Eindrücke hinterlassen,vor allem durch die hervorragendeExpertise von Berthold Steinschaden,der nun mit unseren MBA-Studentenzum insgesamt 66. Mal in Japan war.„Die Reise war ein voller Erfolg, wirhaben viel gesehen und gelernt undnun durch das hautnahe und intensiveErleben ein wesentlich tieferes Verständnisfür Japan entwickelt“, meintein sichtlich zufriedener Präsident Dr.Thomas Hausner.Testimonial:„Ich war bereits 25 Mal in Japan, aber soviel wie diesmal mit der MBA-Gruppe habich noch nie über Japan gelernt!“ SabrinaFilzmoser, aktuell erfolgreichste Judoka Österreichsund Olympia-Teilnehmerin UNDAbsolventin dieses MBA-Lehrganges.Für alle, die sich für eine Teilnahme am Executive MBA Japan interessieren:„Executive MBA Japan“: Informationen im ÜberblickDer Studiengang ist berufsbegleitend, findet in Österreich und Deutschland statt und wird durch einen Aufenthalt in Japan ergänzt. Die zukünftigenKurse werden in Zusammenarbeit zwischen der Donau-Universität Krems, der Ashiya-Daigaku in Japan, der Sakura Budo Science und der SalesManager Akademie Wien abgehalten. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.Nutzen und Ziele der Ausbildung:– verbesserte Karrierechancen durch Erwerb und Erweiterung der eigenen Kompetenzen wie interkultureller, mentaler Führungs- und Lösungs-Kompetenz.– verbesserte Stressbewältigung und mehr Gelassenheit durch Erlernen von Budo- und Zen-Prinzipien.– praxisorientierte Management-Schulung ergänzt mit japanischen Management-Prinzipien und hautnah erlebter japanischer Unternehmenskultur.Zielgruppen:– Führungs- und Führungsnachwuchskräfte– Kampfkunst-Interessierte– Freiberufler– VerbandsfunktionäreDauer: 24-Monate, berufsbegleitend, Präsenz- und Fernstudium.Aufbau: 7 Module (5 Betriebswirtschaft; 2 Japanische Kultur, Budo und Management mit einem Japanaufenthalt)Beginn: Neueinstieg ist jederzeit möglichKosten: € 4.800,- pro 6 Monate (insgesamt € 19.200,-). Kosten umfassen Lehrgang und alle Materialien, exklusive des Japanaufenthalts.Kosten für den Japanaufenthalt für Nicht-Studierende auf AnfrageAnmeldung: www.sakura.ac.atNähere Informationen: Mag. Franz Roland Jany, MBAVizepräsident Sakura Budo Science Vienna, jany@gdi.at, +43 676 42 600 44Zulassungsvoraussetzungen für Studierende und Auswahlverfahren:– Abgeschlossenes Studium oder– Universitäts- bzw. Hochschulreife und/oder– mehrjährige Führungserfahrung in einem Wirtschaftsbetrieb, einer wirtschaftsnahen öffentlichenVerwaltung oder einem Sportverband sowie Aufnahmegespräch.27


3/13Ikebana in ÖsterreichAls Ikebana nach Europa kamUm 1900 bildete der Japonismusein wesentliches Elementdes Jugendstils in Wien. Schon davorgab es hier japanische Gärten: Auf derWeltausstellung 1873 begeisterte einLandschaftsgarten Kaiser Franz Joseph(1830-1916) und Kaiserin Elisabeth(1837-1898). In der Ausstellung selbstwurden auch Ikebanagefäße gezeigt.Zwischen 1870 und 1884 ließ NathanielRothschild (1836-1905) auf derHohen Warte einen 80 Hektar großenPark mit botanischen Raritäten und100 Glashäusern anlegen. Eines war als„Klein-Japan“ gestaltet und zierte diePlakate, die für den Besuch des Parkswarben. 1913 errichteten SchönbrunnerGärtner einen Steingarten nebendem Palmenhaus.28Illustrationzu Lessing:JapanischeBlumengewinde:„Strauß aus Gräsern.Nach wirklichenPflanzen“,Berlin 1892Illustration aus„Radio Wien“,Heft 4/1952Illustration vonMishima Yunosuke,aus J. Florenz: „Dichtergrüßeaus demOsten“, Leipzig 1896Nach mehr als 200-jähriger Isolationöffnete sich Japan in der 2. Hälftedes 19. Jahrhunderts dem Welthandel.Die Regierung engagierte ausländischeExperten, um die Modernisierungdes Landes voranzutreiben. Einerder wichtigsten Persönlichkeiten warder britische Architekt Josiah Conder(1852-1920), der seit 1877 in Tokyowirkte. Jahrelang studierte er Malerei,Gartenkunst und Blumenarrangements(Enshūd-Ryū). Im Jahr 1891 erschiensein Werk “The Flowers of Japan and theArt of Floral Arrangement”.Seine Abbildungen fanden schon einJahr später in Berlin Verwendung. Daskönigliche Kunstgewerbe-Museumveranstaltete eine Ikebana-Ausstellungzugunsten der Opfer des schweren Mino-Owari-Erdbebens(1891). Vorbilderfür die 80 Exponate waren neben CondersZeichnungen historische Kunstwerke,Fotografien und Drahtmodelleaus Japan. Eine renommierte Kunstblumenerzeugungfertigte geschwungeneZweige an, die königlichen Gärtenspendeten Blumen. Die DeutscheKaiserin Victoria (1840-1901) stellteOriginal-Gefäße, das Museum japanischeKörbe zur Verfügung. Der ersteDirektor, Julius Lessing (1843-1908),schrieb darüber einen langen Artikelin der „Illustrierten Frauen-Zeitung“, diein Berlin erschien und auch in Wienausgeliefert wurde. Lessing verstandIkebana als Kunst und sprach von der„Poesie der Linien“, der man mit Aufmerksamkeitfolgen sollte. Er motivierteseine Leserinnen, diese Kunst zuerlernen und suchte die Zusammenarbeitmit der 1890 gegründeten erstenGartenbauschule für Frauen in Berlin-Marienfelde.Eine Reaktion auf den Artikel findetsich im Buch Die Blumenbindekunst vonLouise Riss (Berlin 1893). Die Autorinwidmet Ikebana ein eigenes, illustriertesKapitel, findet manches interessant,meint jedoch: „Uns fehlt für dergleichenaber das Verständnis.“In Erfurt erschien seit 1896 wöchentlichdas Magazin „Die Bindekunst - ErfurterFachzeitschrift für Blumenbinderei,Blumen- und Pflanzendekoration“.Dessen Herausgeber und Redakteur,Johannes Olbertz, verfasste 1922 dasumfassende Fachbuch „Bindekunst undBlumenschmuck“. Darin betonte er, derGegensatz japanischer und europäischerBlumenkunst sei so groß, dassman diese gar nicht vergleichen könne.In der Zwischenkriegszeit waren eshäufig aus Japan zurückgekehrte Gelehrte,die das Wissen um Ikebana nachDeutschland brachten. Einer dieserProfessoren war der Philosoph EugenHerrigel (1884-1955). Seine Frau GustieL. Herrigel (1887-1974) nahm beider Hongen-Enshū-Schule Unterrichtund legte 1929 die Meisterprüfung beiTakeda Bokuyō ab. 1958 veröffentlichtesie das Buch „Der Blumenweg. EineEinführung in den Geist der japanischenKunst des Blumenstellens“.


Ikebana in Österreich3/13Trivedi: „Sie wollen eine Kunst in Wienheimisch machen, die bisher bei uns völligunbekannt war“ und hoffte, dass das„kunstvolle Arrangieren von Blumen auchbei uns in Wien weite Verbreitung findet.“2012 feierte das aus der Study Groupentstandene Chapter von Ikebana Internationalsein 25-Jahr-Jubiläum. ImVienna Chapter # 223 sind fünf Ikebanaschulenvertreten: Sōgetsu, Ikenobo,(die 2013 ihr 550-jähriges Bestehenbegeht) Ōhara, Ichyō und Mishō.Helga Maria WolfStudy Group von Ikebana International mit Devika Trivedi, Wien 1972In Österreich finden sich Nachrichtenüber das (damals bei uns noch nicht sogenannte) Ikebana in den Massenmedien.Am 28. Jänner 1952 brachte RadioWien einen Vortrag (und einen Artikelin der Programmzeitschrift) von MeliM. Schischmanow. 1959 sah man imFernsehen anlässlich einer Ausstellungim Museum für Angewandte Kunstden Film „Von buddhistischen Mönchengemalt“, in dem auch Ikebana gezeigtwurde.Im damals ganz modernen Haus derÖsterreichischen Gartenbau Gesellschaft(ÖGG) am Parkring hielt Dr.Mona Lisa Steiner ab 1964 Kurse dervon ihr kreierten „Wiener Schule“ desBlumenarrangierens. Die Botanikerinhatte 23 Jahre im fernen Osten und aufden Philippinen gelebt und deren Flora,besonders die Orchideen, erforscht.Außerdem beschäftigte sie sich mit flowerarrangingund Ikebana.Ebenfalls in der ÖGG traf sich die 1967in Wien gegründete Study Group vonIkebana International unter der Leitungvon Devika Trivedi, der Gattin desindischen Botschafters. Ihre erste Ausstellungfand 1968 im Rahmen einerinternationalen Frühlingsblumenschauim Wiener Rathaus statt. Es waren 30Arrangements zu sehen, die, so die Rathauskorrespondenz,„alle in Erstaunenversetzten und begeisterten“. BürgermeisterBruno Marek dankte MadameQuellen:Ikebana International Vienna Chapter. Die ersten 25Jahre. Wien 2012Julius Lessing: Japanische Blumengewinde und BlumengefäßeI. In: Extra-Blätter zur Illustrierten Frauen Zeitung.Berlin und Wien. XIX. Jg. (1892), Heft 17Radio Wien, Heft 4/1952, Februar 1959Rathauskorrespondenz, 7. März 1968Louise Riss: Die Blumenbindekunst. Anordnung lebenderBlumen zu Sträußen …. Berlin 1893S.E. Shigeo Iwatani, Botschafter von Japan in Österreich, Noriko Brandl, Elisabeth Streubel(Houen), Doris Wolf (Koen) Ingrid Truttmann (Koka) - Vorführung von Ikebana International-Mitgliedernbeim Japanischen Sommerfest im Museum für Völkerkunde, Wien 201229


3/13Vereine als MitgliederAIKIDO ist eine Kampfkunst, dievon Morihei Ueshiba (1883 - 1969)aus traditionellen Kriegstechnikender Samurai entwickelt wurde, mitdem Ziel Menschen mit rechtemHerzen zu formen. Trainingszeiten in derRundhalle Alt-Erlaa sind Mo: 21.00, Mi: 18.00und 19.30, Do; 20.30 sowie Freitag 19.00. Siejederzeit herzlich eingeladen mitzumachen:http://members.chello.at/aikido/“Die Wiener KyudogruppeGAKO (=Bergtiger) praktiziertjap. Bogenschießen in derTradition der Heki-ryu BishuChikurin-ha, wie es von KanjuroShibata Sensei XX. gelehrt wird. Als kaiserlicherBogenbaumeister in einer langen Traditionslinielehrt Shibata Sensei Kyudo als Meditation,als einen Weg der spirituellen Übungfrei von Wettkämpfen oder Graduierungen.Hp: http://www.gako-kyudo.atKyudo, japanisches Bogenschießen,schult Körper, Geistund Seele. Der Wiener KyudovereinSeishin übt nach denRegeln des Int. Kyudoverbands im WienerbergKyudojo, 10., Eibesbrunnerg.13, wintersauch in einer Sporthalle. Seminare mitint. LehrerInnen. Zeiten: Mo u Mi abends,Sa nachmittags. Nähere Infos u. Kontakt:www.kyudo-vienna.net / 02235-47779 (F.Ruprechter) u. 0650-7909139 (D. Leopold).Iaidō ist die beinahe 500 Jahre alteKunst, das japanische Schwert zuführen. Die Betonung liegt dabeiauf dem schnellen Ziehen desSchwertes und dem ersten Schnitt.Das SEISHINKAN Dōjō steht inder Tradition der Musō Jikiden Eishin Ryū,einer Stilrichtung, die um 1560 gegründetwurde. Das Dōjō wird seit dem Jahr 2000 erfolgreichvon Dr. Elisabeth Noisser Kyōshi, 7.Dan Iaidō, geführt.www.iaido.atDas Enshiro DojoWien bietet mit dentraditionellen, jap.Kampfkünsten Aikido, Iaido, Jodo u. den meditativenSchulungen Hitsuzendo und Zazenfür Erwachsene, Jugendliche u. Kinder umfassendeMöglichkeit zur körperlichen undgeistigen Entwicklung. Training findet amMo, Mi, Do, Fr und Sa in der Dapontegasse8, 1030 Wien statt. Anfänger und Schnupperersind willkommen! Infos unter: www.enshiro.comDer Freundschaftsverein Hernals- Fuchu unterstützt seit2008 ehrenamtlich den WienerBezirk Hernals bei der Pflegedes im Jahre 1992 geschlossenenFreundschaftsvertrags mit Fuchu, einer TeilstadtTokyos. Organisiert werden der jährlichstattfindende Jugendaustausch, interkulturelleAktivitäten (Ausstellungen, Museumsbesuche,Konzerte), Schulpartnerschaften und wechselseitigeBesuche im Rahmen offiziellerBegegnungen und persönlicher Freundschaften.Weitere Informationen: www.freundschaftsverein-hernals-fuchu.atChado Urasenke Tankokai AustriaAssociationDer Teeweg der Urasenke Schule istseit Sen Rikyu mit dem Zenweg fest verbunden.Nicht luxuriöse Gerätschaften undkomplizierte Zeremonien sind hier wichtig,sondern Einfachheit, Achtsamkeit und Empathiestehen im Vordergrund. Urasenke Austriabietet die Möglichkeit diesen Weg zu erlernen.Regelmäßige Übungen in Wien undLinz, Seminare mit int. LehrerInnen werdenangeboten.Infos unter: www.urasenke-austria.atWORTANZEIGEJapanische Kunst YUIKimonos für Babys u. Kinder, Origami,Washiprodukte, Kalligraphie, etc.http://de.dawanda.com/shop/japanischekunst-yui600 Stück – Leserpro l: Österreichische Firmen mit Tätigkeit in Japan,Japanische Firmen in Österreich, Städte, Gemeinden und Bezirke mitSchwesterstädten in Japan, Japaninteressierte Österreicher, in Österreichlebende Japaner, ausgewählte Institutionen in Japan.Erscheinungstermine: Jänner, Juni, Oktober – Anzeigenschluss: Ende desVormonats, färbige Inserate als PDF oder EPS, 300 dpi0,50 Euro/Wort (Worte über 15 Buchstaben sowie Telefon- Faxnummern zählen als zwei Worte)1,00 Euro/fettgedrucktem Wort (erstes Wort obligat)5,00 Euro Minimum pro Einschaltung.Text mit Kennwort „WORTANZEIGE“ an ÖJG, A-1040 Wien, Floragasse 7 oder per E-Mail an: office@oejg.orgSchaltung in der nächsten Ausgabe nach Erhalt der Einzahlung auf Konto ÖJG bei Bank Austria Nr. 00601622806,30 18Bankleitzahl: 12000, IBAN: AT 96100000601622806, BIC: BKAUATWW. Publikation vorbehalten. Kein „Chiffre“-Service.


Termine und Infos3/13Termine 2013Oktober 17.10.2013 „LESUNG von René WolfsbergerVeranstaltet vom Japanischen Informations- und Kulturzentrum und Herrn RenéWolfsberger. R. Wolfsberger, „Kouki“, liest aus seinem Buch „Hüter der Schönheit“.Einführend wird Herr Norbert Breitenauer, Präsident der Chado Urasenke TankokaiAustria Association, einen kurzen Vortrag über die japanische Teezeremonie halten.Eintritt frei, Anmeldung unter Tel. (01) 533 85 86 erforderlich!Japanisches Informations- und Kulturzentrum, Schottenring 8, 1010 WienBeginn 18.30 Uhr17. 10. 2013 IM RAUSCH DER KIRSCHBLÜTENJapans Theater und sein Einfluss auf Europas BühnenweltenÖsterreichisches Theatermuseum 17.10.2013 bis 3.3.2014http://www.theatermuseum.at/ausstellungen/vorschau/Dr. Diethard Leopold, der Präsident der ÖJG, hält in diesem Rahmen 2 interessanteVorträge:Noh-Theater und Familienaufstellung, 16. Jänner 2014, 19 Uhr, Eintritt freiNoh-Masken und Netsuke, 27. Februar 2014, 15- 17 Uhr, Eintritt € 12.–19.10.2013 KOTO ABEND – Konzert mit Fuyuki EnokidoVeranstaltet von Weltmuseum Wien und Österreichisch-Japanischer GesellschaftEinführung: „Koto – das traditionelle japanische Instrument“ von Noriko Brandl (Inst.für Ostasienwissenschaften/Japanologie der U niversität Wien)Teilnahmegebühr wird eingehoben,frei für Weltmuseum Wien Friends und Mitglieder der ÖJGWeltmuseum Wien, Heldenplatz, 1010 Wien, www.weltmuseumwien.atBeginn 19.00 Uhr27. 10. 2013 ZAZEN – DIE PRAXIS DES ZENVeranstaltet von Zen Dojo WienLeitung: Eishuku Monika Leibundgut, Leiterin des Zen Dojo Zürich. Für Anfängerund Ungeübte findet am Freitag, dem 4. Oktober um 18.00 Uhr eine Einführung imDojo statt.Beitrag wird eingehoben, Anmeldung erforderlich; Informationen und Anmeldung:Richard Fürst, Tel. 0699/11404242, www.zen.or.atZen Dojo Wien, Kaiserstraße 67-69/13, 1070 WienAnkunft: 7.30 Uhr, Beginn 8.00 Uhr bis ca. 18.00 UhrDezemberBōnenkai – Jahresendfeier der ÖJGDer Termin wird gesondert bekannt gegeben.Editorial:Da die „Brücke“ dreimal jährlich erscheint, müssten Veranstaltungen mehrere Monate im Voraus angekündigt werden. Die meisten Veranstaltungen befinden sich zu diesemZeitpunkt aber noch in Planung und es kann dadurch zu Änderungen oder auch zu Absagen kommen. Deshalb empfehlen wir Interessierten auf die Ankündigungsseite desKulturzentrums der japanischen Botschaft zu sehen, oder sich in den Emailverteiler für diese Ankündigungen aufnehmen zu lassen.http://www.at.emb-japan.go.jp/Deutsch/veranstaltungen.htmDie titanische Arbeit für das Lebenist das Zentralthema der Anthologie „Die Wurzel trägtDich“, herausgegeben von der bekannten WienerSchriftstellerin und Kommilitonin an der Evangelisch-Theologischen Fakultät, Mechthild Podzeit-Lütjen, dieim Dezember vergangenen Jahres bei Edition Art Scienceerschienen ist. Die literarischen Beiträge eröffnen zweikomplementäre Zugänge zu den Implikationen des menschlichen Lebenszyklus.Zum einen werden die emotionalen Erfahrungen, die dem Kreislauf desWerdens und Vergehens eingeschrieben sind, aus einer Vielfalt von Erlebensperspektivenreflektiert. Die Geburt des Säuglings, immer wieder in Konfrontationmit imaginiertem Erinnern des eigenen Geborenwerdens, stehtdem verstörenden Verlust von Kindern und Eltern gegenüber. Zum anderenerfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit problematischen Aspekten desKontexts von Fortpflanzung und Familie. Traumatische Auswirkungen vonTrennung, Adoption und schwarzer Pädagogik bis hin zu der auf die Abtreibungsproblematikfokussierenden Frage nach den Bedingungen des Personseinseines Menschen werden mit gelegentlich schockierender Offenheit inkünstlerischer Form diskutiert. Es entsteht ein differenziertes Bild der Vielzahlund Ambivalenz der Facetten, die „die titanische Arbeit für das Leben“ anzunehmenvermag.Die Vielstimmigkeit des 27-köpfigen AutorInnenkollegiums, unter dem sichsowohl bekannte Namen wie Ulrich Körtner, Friederike Mayröcker, RolfSchwendtner (†) und Franzobel als auch weniger bekannte wie ThomasNorthoff und Milena Michiko Flašar befinden, setzt sich in der Genrevielfaltder Anthologie fort, die Textsorten vom Gedicht über das Dramolett bis zumRomanausschnitt in sich vereint. Die symbolkräftige Cover-Illustration vonNicole Streitler und die von Tirza Podzeit kreierte authentische Fotostreckeder Ignaz-Semmelweis-Klinik komplettieren den Band auf visueller Ebene. (/Julia Bartosch/ )Mechthild Podzeit-Lütjenhttp://www.podzeit-luetjen.at/Die Wurzel trägt dichAnthologieMechthild Podzeit-Lütjen (Hgin.)Erstveröffentlichung 12 2012 | 216 Seiten | EinbandSoftcover [A5]ISBN 978-3-902864-14-7 | Preis EUR 16,00[Reihe | Lyrik der Gegenwart]Bestellmöglichkeit http://www.editionas.net/sites/buch_wurzel.html


Ich (wir) beantrage(n) die Aufnahme in die Österreichisch-Japanische Gesellschaft als:Bei allen Anmeldungen auszufüllen (Vertreter, Ansprechperson für Firma oder Verein, Privatmitglied):Titel Name Vorname M/WGeburtsdatum Mobiltelefon NationalitätInteressengebietee-mailInfos auch per e-mail erwünschtNur für Firmenmitglieder auszufüllen:Mitgliedsbeitrag jeweils zum Jahresbeginn fällig FÖRDERNDES FIRMENMITGLIED/MÄZEN (1.460,- ) FÖRDERNDES FIRMENMITGLIED (730,- ) ORDENTLICHES FIRMENMITGLIED (365,- )FirmaAdresseUntenstehende Personen erhalten ebenfalls Aussendungen der ÖJG:Tel./FaxName Position e-mail M/WName Position e-mail M/WName Position e-mail M/WName Position e-mail M/WName Position e-mail M/WWeitere Nennungen können jederzeit per e-mail an office@oejg.org zugesendet werden!DatumStempel und UnterschriftNur für Vereine auszufüllen: MITGLIEDSCHAFT EINES V EREINS (120,- )Mitgliedsbeitrag jeweils zum Jahresbeginn fällig10 Exemplare jeder Brücke frei / Inserat (max. 400 Zeichen) mit farbigem Logo in jeder BrückeVereine-mailAdresseTel./FaxDatumStempel und UnterschriftNur für Privatmitglieder auszufüllen:Mitgliedsbeitrag jeweils zum Jahresbeginn fällig UNTERSTÜTZENDES PRIVATMITGLIED (60,- ) ORDENTLICHES PRIVATMITGLIED (40,- ) AUSSERORDENTLICHES PRIVATMITGLIED (15,- )(STUDENTEN, FAMILIENANGEHÖRIGE)BerufTel.AdresseDatumUnterschriftÖsterreichische Post AGInfo Mail – Entgelt bezahltÖsterreichischJapanische GesellschaftVerein zur Förderung der österreichisch-japanischen Beziehungen1040 Wien, Floragasse 7, ZVR-Zahl: 711836130Sekretariat: Mo, Mi 14-17 Uhr, Tel+Fax +43/1/504 05 45;e-mail: office@oejg.org, Homepage: http://www.oejg.orgBankverbindung: Bank AustriaIBAN: AT96100000601622806 Brückeformular 2013.10.01.BIC: BKAUATWW

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