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akutInhaltsverzeichnis3Hausmitteilung. Das EditorialRessort58Ressort1112141617182021Ressort232526282930Ressort333435363738sahneTORTE. Das Studierendenparlament wird 50Schätze aus dem Keller. Das Studierendenparlament im Lauf der ZeitDer Anarcho-Bolschewist. AStA-Geschäftsführer im GesprächinteressenVERTRETUNG. Das passiert im SPRettung naht. Der Wahl-O-Man ist in der StadtBeschlossene Sache (IV). Ausgewählte und kommentierte BeschlüsseNeue Spielregeln. So sexy ist die neue SatzungAStA-Hää. Ein AufklärungsversuchNeuer Kulturreferent. Philipp Blanke heißt der MannDie letzte Abrechnung. Ex-Finanzreferent zieht BilanzSP-Ausschüsse stellen sich vor. Folge 2: Der Unicard-AusschussDas zweite Kapitel. Neues vom BücherdenkmalUNIversum. Das passiert an der Uni BonnEinem geschenkten Gaul? Kissinger-Professur erhitzt die GemüterZimmer frei? Ein Bett im HofgartenHonors Program. Alle können Elite seinOpa muss warten. Neues vom Projekt „Wohnen für Hilfe“Wohnen mit Mensablick. So schön könnte es seinRubrik Mein Prof. Der BootsbaueralltagsKULTUR. In Bonner StudierendenkreisenAuf die Reime, fertig, los. Poetry SlamGlückssache. Studieren aus ÜberzeugungRubrik Kein Kommentar. Kontrollen, Verräter, BierverboteFree Your Stuff. Schenken über‘s InternetMein Name ist Bonn - James Bonn. WortspielereiRubrik Kunstecke. Goldbärhoven


akutHanno MagnusChefredakteur der akutIn Your Face“ – schnell und direkt wäre die Hochschulpolitiksicher auch gerne einmal. Stattdessen sind die meistenStudierenden allenfalls peripher tangiert von dem, was unsereInteressenvertretenden im Studierendenparlament (SP) sotreiben. Das war mal anders – in den 1970ern ging es richtigzur Sache zwischen den Hochschulgruppen, die auch außerhalbdes SP-Wahlmonats Januar die Studierenden mit Flugblättern(gerne im DIN-A3-Fomat) informierten und unterhielten.Gleiches tat auch die akut, die in den letzten 50 Jahrendas SP begleitet hat. Wir haben uns durch‘s Archiv gewühltund das Beste aus 50 Jahren zusammengetragen. Dazu gibtes so viel Berichterstattung aus dem Studierendenparlamentwie schon lange nicht mehr. Tipp für die SP-Seiten-Überblätterer:Wir holen euch diesmal bei Null ab und erklärenalles en détail, wer also doch noch einsteigen will, kann dieseGelegenheit gerne nutzen. Der Zeitpunkt ist insofern günstig,als es im Januar eine Wahl zu treffen gilt: Mindestens sechsHochschulgruppen werden um eure Gunst und um eurerKreuz bei der SP-Wahl buhlen. Eine Wahlempfehlung gibtes von uns natürlich nicht – dafür etwas Besseres: Hilfe zurSelbsthilfe vom Wahl-O-Man.Aber auch SP-Muffel kommen auf ihre Kosten: Von denDauerbrennern Eliteförderung und Wohnungsnot gibt esNeues zu berichten, neu sind auch unsere Ressort-Startseiten,Kolumnen, und Rubriken — es gibt sogar ein Rätsel!Während die Redaktion aus dem gegenseitigen Schulterklopfengar nicht mehr rauskommt, möchtest du, liebe Leserin,oder du, lieber Leser, uns ordentlich den Marsch blasen. Tudir keinen Zwang an, sondern wende dich vertrauensvoll/wütend/empört an redaktion@akut-bonn.deAntworten werde ich da allerdings nicht – das wird meineNachfolgerin übernehmen, der ich dazu, wie zu so vielemanderen, eine glückliche (und gegebenenfalls harte) Handwünsche.Macht’s gut und genießt die neue akutDas Impressumakut — Zeitschrift des Studierendenparlaments der Universität BonnAnschrift der Redaktion: akut, Nassestr. 11, 53113 Bonnredaktion@akut-bonn.deHerausgeber:Redaktion:Gestaltung/Layout:Titelbild:Studierendenparlament der Universität BonnHanno Magnus (V.i.S.d.P.), Julia Faber, Sven Zemanek (interessenVERTRETUNG); Sophie Leins,Nadine Tenbieg (alltagsKULTUR); Katharina Siegburg, Florian Eßer (UNIversum);Jessica Backhaus, Sung Un Gang, Verena Umbach, Kathrin Engelmann, Hiba Zemzemi,Lauren Ramoser, Varvara Stegarescu, Marlies WeißbrichJulia Faber, Sophie Leins, Sven Zemanek, Hanno Magnus, Torben KlausaKatharina Siegburg und Sven ZemanekFotos:sind (soweit nicht anders gekennzeichnet) privatAuflage: 2500Druck und Verarbeitung: Druckladen Bonn, Euskirchenerstraße 30, 53121 Bonn


akutsahneTORTEsahneTORTEDas SP wird 50!Ihr seid alle eingeladenTortenflugZumindest fast: Das Studierendenparlamentunseres Vertrauens will eine Geburtstagsparty derExtraklasse auf die Beine stellen.Nach wochenlanger Vorbereitungsarbeit inklusiveRecherchearbeit im Archiv, Einreichung desFinanzantrages und organisierenden Abspracheninnerhalb des Studierendenparlamentssowie mit der Universität kann der Sekt baldkaltgestellt werden. Dieser wird übrigens überden Sozialbeitrag indirekt von den Studierendengezahlt.Nach einer feierlichen Eröffnung soll dieAusstellung dann mehrere Wochen andauernund Studierenden so die Möglichkeit geben, sichmit der Geschichte des Studierendenparlamentsauseinanderzusetzen. Obgleich der Termin zurEröffnung noch nicht feststeht, wird die Ausstellungnach derzeitigem Stand spätestens ab dem09. Dezember für Besucher zugänglich und bis zuden Weihnachtsferien geöffnet sein. Stattfinden solldas Ganze im Rondell des Hauptgebäudes. Diesesbefindet sich im ersten Stock und ist am einfachstenerreichbar über den Eingang der Hofgartenseite.Es mag am vielen Kuchen gelegen haben, mit demdie akut-Redaktion bei der Sonntags-Sondersitzungbetrieben wurde, aber irgendwie setzte sich eineeinzige Coveridee in unseren Köpfen fest - dievermutlich älteste Clownsnummer aller Zeiten!Es erschien uns jedenfalls ganz passend, umdas 50-Jährige des Studierendenparlamentszu bebildern - schwieriger war da schon dieUmsetzung. Wo kann man so ein Foto machen?Woher kommt die Torte? Wie erwischt man mitder Kamera den richtigen Moment? Und natürlich:Wer hat am Ende die Torte im Auge?Die letzte Frage war dann schnell geklärt -Kollegin Kati hatte die besten Argumente: „Hannomacht das, er hat die kürzesten Haare.“Details hinsichtlich der Eröffnungsfeier werdenüber aktuelle Meldungen des SP und natürlichauch über unsere Online-Auftritte bekanntgegeben.Übrigens: Wir sind bei Facebook und halten euchdort stets auf dem Laufenden über alle Geschehenan der Uni und in Bonn.


akutVon Julia Faber und Sophie LeinsDas SP wird 50 - und die akut gräbt tiefSchätze aus dem KellerBald ist es soweit: Anlässlich seines 50. Geburtstags feiert sich das Studierendenparlament selbst und schenkt sich eine Ausstellung.Auch die akut-Redaktion hat im Rahmen der Vorbereitung bei der Sichtung der Archivbestände mitgeholfen und für euch dieRosinen aus der Geburtstagstorte gepickt.Bereits 1965 ging es wild zu auf den Sitzungen des Studierendenparlaments.Devise bleibt gleich: Lieber gute Leute ins SP.


akutsahneTORTELeider hilft auch Ironie nicht immer. Wahlstimmung 1998.1965 war sicher nicht alles besser. Die Wahlbeteiligung jedenfalls war es.Bonn liegt im Trend der schlechten Wahlstimmung. Ein Trost? Eher nicht.


akutAuch 2013 wird noch zum Bier gegriffen.Nach wie vor ein gehaltvolles Thema: Alkohol im SP.Trotz verschiedener Seitenhiebe berichtet die akutseit 1949 für die Bonner Studierenden.Der AStA 1972 zeigt vollen Körpereinsatz für die Studierenden.Zum Schluss noch eine kritische Selbsteinschätzung ...


akutsahneTORTEVon Florian EßerDer Anarcho-Bolschewist AStA-Wer?AStA-Geschäftsführer Jan Baumeister über fliegende Bierdosenund den hochschulpolitischen Kampf im ZeitrafferJan Baumeister gehörte 1980 zu den MitbegründerInnen derlinks-unabhängigen Liste undogmatischer Studentinnen undStudenten (LUST), für die er viele Jahre im Bonner Studierendenparlamentsaß.Hallo Jan, erzähl doch erst einmal etwas von deinemhochschulpolitischen Werdegang!Nun, ich bin sicher einer derer, die am häufigsten für einStudierendenparlament kandidiert und am längsten daringesessen haben. Das erste Mal kandidiert habe ich im Januar’81 und dann fünfundzwanzig Jahre später zum letzten Mal2006. Die Zeit dazwischen durchgehend. Witzigerweisebin ich zum ersten Mal im Januar 2000 direkt reingewähltworden. Immerhin vierzehn Jahre nachdem ich mein Studiumeigentlich abgebrochen hatte und nur noch pro formaeingeschrieben war. Davor die Male bin ich oft nachgerutscht.Angefangen mit der Hochschulpolitik habe ich, weil ich michan der Uni politisch engagieren wollte. Das hatte ich früherschon in anderen Zusammenhängen getan und 1979 sogarfür den Stadtrat in Bonn kandidiert. So habe ich schon diverseErfahrungen mitbringen können. Der Gründungsaufrufder LUST, von der ich quasi Gründungsmitglied war,wurde darüber hinaus von einem alten Klassenkameradenunterschrieben und da dachte ich mir: Schau doch da malrein...obwohl mein besagter Klassenkamerad dann aufgehörthat und ich dabei geblieben bin...Was hat sich deiner Meinung nach hinsichtlich der BonnerHochschulpolitik am meisten verändert?Eine der größten Veränderungen in meinen Augen ist dieIntensität der politischen Auseinandersetzungen, die sehr starkabgenommen hat. Überhaupt vermisse ich das Engagementder Studierenden. Früher gab es eine viel höhere Anzahlaktiver Studis und gekämpft wurde auch mehr. Besonderszwischen links und rechts. Da fielen die Wahlen immer sehrknapp aus, was keine der beiden Seiten gefreut hat.Apropos Wahl. Die Wahlbeteiligung war früher erheblichhöher und ist extrem zurück gegangen. 1980 lag sie noch knappunter 50 Prozent und ist dann komplett zusammengebrochen.1990 waren es schon nur noch 20 Prozent und gegenwärtigbeläuft sie sich auf gerade mal 15 Prozent...Wie haben sich dieser angesprochene Kampf und dasEngagement in den Sitzungen gezeigt?Dort ging es teilweise wirklich turbulent zur Sache. Manversuchte mitunter, vor allem wenn die Verhältnisse sehrBereits in den 1980er Jahren interessierte sich Jan Baumeister für Hochschulpolitik. Jetzt macht er das beruflich.


akutknapp waren, Entscheidungen des SP durch eine kreativeAusnutzung der Geschäftsordnung zu verschieben undzu verzögern: Endlose Anträge wurden gestellt und manversuchte die Sitzungen durch Zwischenrufe und Tumulte zustören.Dann wurden schon mal Bierdosen und Tüten voller Erdnüssedurch die Gegend geworfen. Zwar nicht regelmäßig, aber eskam schon vor.Es gab aber auch mehr inhaltliche Auseinandersetzung.Es war halt einfach ein Bewusstsein dafür da, dass esnicht um Pillepalle im Studentenparlament ging, sonderndie ganze Sache in einem größeren Zusammenhangstand, gesellschaftlich und politisch. Es wird an vielengesellschaftlichen Orten darum gekämpft, wo es langgehensoll, auf der Straße, im Betrieb, in Schulen und Universitäten.Das SP ist einer dieser Orte. Das war den Beteiligten bewusstund das brachte Pfeffer in die Debatte.Ist dir eine dieser Sitzungen besonders im Gedächtnisgeblieben?Eine besondere Sitzung war auf jeden Fall die, in der ichzum Chefredakteur der akut gewählt wurde. Das war 1983.Wir waren bereits im 14. Wahlgang, da bis dahin keiner derKandidaten eine absolute Mehrheit erzielen konnte. Und diebrauchte man, um Chefredakteur zu werden. Kurioserweisemussten dann zunächst zwei linke Kandidaten gegeneinanderantreten. Die Linken waren sich nämlich untereinanderuneinig und von daher musste erst geklärt werden, wer derlinke Wahlkandidat wird. Aber selbst diese Abstimmungendete erst einmal Unentschieden. Dann hatte ich irgendwanndie Nase vorn, aber das reichte noch nicht, weil die Linkendamals keine Mehrheit hatten. Im 14. Wahlgang hatte ichdann überraschenderweise meine 26. Stimme und somitdie Mehrheit. Die Linken haben hinterher getuschelt, dassmir ein Abgeordneter einer bürgerlichen Fraktion, der wohlschon recht gut angetrunken war, seine Stimme gegebenhatte, weil er scheinbar die Wählerei satt hatte. Die Rechtenhaben den Linken jedoch anschließend vorgeworfen die Wahlgefälscht zu haben. Das führte dann zu wüsten Äußerungen.Einer hat mich als „Anarcho-Bolschewist“ bezeichnet. Dasist eine wunderbare Erfindung und seitdem auch meineLieblingsbezeichnung für mich selbst! Meine Wahl hatteFolgen: Zwei Tage später warfen die bürgerlichen Gruppenihren Koalitionspartner „Frust“ aus dem AStA, weil mandenen vorwarf, mich mitgewählt zu haben. Sechs Wochenspäter half „Frust“ den Linken, den bürgerlichen AStA perMisstrauensvotum zu stürzen, und für den RCDS dauerte es26 Jahre, bis er in Bonn wieder in den AStA kam!Was würdest du dir für die Zukunft der BonnerHochschulpolitik wünschen?Generell würde ich mir wünschen, dass die Studierendenwieder engagierter sind und bewusster wahrnehmen,was hier an der Universität um sie herum geschieht. Esmag verschiedene Gründe geben, warum das nicht mehrso der Fall ist wie früher. Zum einen ist die Perspektive,die Gesellschaft in eine mehr oder weniger sozialistischeRichtung zu verändern, für viele Menschen gar nicht mehrvorhanden. Zum anderen spielt der wachsende Druck an derUni und auf dem Arbeitsmarkt wohl eine große Rolle. Um denAnforderungen gerecht zu werden, stellen viele Studis ihreAktivitäten außerhalb der Uni ein und haben auch gar keineZeit und Motivation mehr, sich andernorts noch politischeinzusetzen.Die Neuorganisation der Studiengänge in den letzten Jahren,also die Einführung des Bachelor-Master-Systems, hat dannihr Übriges getan.Wie lässt sich ein verstärktes politisches Bewusstsein derStudierenden wieder herstellen?Dass es mit dem politischen Engagement unter Studierendenwieder bergauf geht, kann man nicht anzetteln wie eineSchlägerei unter Betrunkenen. Daher ist es notwendig ersteinmal fundamentale Informationen unter den Studenten zuverbreiten... die meisten haben gar keine Ahnung mehr, wasüberhaupt die verfasste Studentenschaft ist - das SP, derAStA und selbst Fachschaften sind für viele gar kein Begriffmehr. Obwohl man wenigstens die kennen sollte. Die sitzenimmerhin in den Instituten.Ich persönlich weiß nicht, ob sich der Trend abwenden lässtoder ob es zu einem Einschlafen kommt. Wünschen würde ichmir perönlich allerdings eine Wiederbelebung.Was wäre für eine solche Wiederbelebung notwendig?Wahrscheinlich wäre es notwendig, dass ein Interessenkampfstattfindet, bei dem eine breite Masse der Studierendenschaftgewillt ist, selber auf die Straßen zu gehen. Etwa wie voreiniger Zeit die Debatte um die Studiengebühren, die vieleLeute von der Couch geholt hat.Man sollte sich sagen: Das ist meine Meinung, das sindmeine Interessen und dafür gehe ich raus auf die Straßeund stehe dafür ein. Dass da früher mehr gekämpft wurdelag auch daran, dass dort mehr Publikum war. Auch dienicht direkt aktiven Studenten und Studentinnen habennoch wenigstens Interesse gezeigt und sind manchmal auchzu den Sitzungen erschienen. Das motiviert natürlich dasStudierendenparlament und den AStA, wenn man sieht, dasssich die Studierenden auch dafür interessieren, was manda macht. Es wäre schön, wenn einem vermittelt werdenwürde, dass das was man tut auch akzeptiert wird und auffruchtbaren Boden fällt. Das wären meine Wünsche für dieZukunft der Bonner Hochschulpolitik.Bleibt zu hoffen! Dir erst einmal Danke für die ausführlicheAuskunft!


akutinteressenVERTRETUNGinteressenVERTRETUNGDas passiert im StudierendenparlamentMeinungsbildStimmungsbildAlle Jahre wieder...Im Januar steht sie mal wieder an: die SP-Wahl. Alle Jahre wieder schaffen wir - dieStudierendenschaft der Uni Bonn - es, uns dabeiin Sachen Wahlbeteiligung auf ein Neues zuunterbieten. 2013 haben nur noch ganze 14,3 % vonuns den Urnengang gewagt.Doch woran mag sie liegen, die Trägheit derStudierenden, wenn es darum geht, eigenestudentische Vertreter zu wählen? Ist doch klar!Fünf starke Gründe, nicht das SP zu wählen:„Endlich mal wieder eine Möglichkeit, meinempolitischen Desinteresse Ausdruck zu verleihen.“„Ich lass mir doch nicht meinen Studi-Ausweiszerlöchern.“„Und den dann danach wieder in die Hüllefummeln - bäh!“„Die Teilnahme an der SP-Wahl erfordert es, dasHaus zu verlassen und das ist Ende Januar schonein bisschen viel verlangt.“„Die Gummibärchen da schmecken sowiesoscheiße.“Von Sophie LeinsFotos: Ronny BittnerIm Studierendenparlament sitzen die von derStudierendenschaft gewählten studentischen Vertreter, dieuns sowohl gegenüber der Universität als auch gegenüberder Öffentlichkeit vertreten. Auf den öffentlichenSitzungen des Studierendenparlaments, die während desSemestes mindestens einmal im Monat stattfinden, wirdüber studentische Belange diskutiert.Die akut ist für euch mit dabei!10


akutVon Nadine Tenbieg und Sophie LeinsRettung aus der Qual der WahlWahl-O-Man macht alles leichterEr sieht gut aus!Er weiß Bescheid!Er hilft dir bei deiner Entscheidung!Der Wahl-O-Man!Vom 20. bis zum 23. Januar 2014 ist es wieder soweit: Zum36. Mal wird das Studierendenparlament (SP) der UniversitätBonn gewählt - und zwar von euch!Für die 43 Sitze im Parlament bewerben sich verschiedeneHochschulgruppen. Doch wer weiß überhaupt, welcheÜberzeugungen die einzelnen Gruppen vertreten und wassie sich für die nächste Legislaturperiode auf die Fahnengeschrieben haben?Unwissen und Desinteresse in Sachen Hochschulpolitik sindunter den Studierenden traditionell groß. Doch dieses Jahrwird sich alles ändern! Rettung naht! Der Wahl-O-Man istzur Stelle, um euch von dem Joch der Ahnungslosigkeit zubefreien!Bei der diesjährigen Bundestagswahl hatte der sogenannteWahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung über10 Millionen Nutzer. Der Bedarf scheint also groß zu seinan einem Informationsmedium, das hilft, die persönlichenÜberzeugungen mit den Wahlprogrammen der politischenGruppen abzugleichen. Bei der SP-Wahl 2014 widmet sicherstmals der Wahl-O-Man der wichtigen Aufgabe, überInhalte der Hochschulgruppen zu informieren und damit dieWahlentscheidung zu erleichtern.Und so funktioniert‘s: Ab dem 1. Januar könnt ihr im Internetunter www.akut-bonn.de/wahl-o-man auf den Wahl-O-Man zugreifen. Dieser stellt euch 20 hochschulpolitischeThesen vor, die ihr nach eurer eigenen Meinung mit„Zustimmung“, „Neutral“ oder „Ablehnung“ einordnen könnt.Anhand der Antworten sortiert euch der Wahl-O-Man dieHochschulgruppen danach, wie stark eure Meinung mitderen Programm übereinstimmt. Und dann geht’s ab in dieWahlkabine!Habt ihr eine These, die für den Wahl-O-Man interessantsein könnte? Welche Themen spalten die Hochschulgruppen?Schickt Vorschläge dieser Art bis zum 10.12.2013 an die akut-Redaktion unter redaktion@akut-bonn.de.Aufruf: Schick ihm deine Fragen!11


akutinteressenVERTRETUNGVon Sven Zemanek und Hanno MagnusBeschlossene Sache (IV)Die Beschlüsse des StudierendenparlamentsSeit Redaktionsschluss der letzten Ausgabe war das SP extrementscheidungsfreudig, hat Gelder zugeteilt, Verträge abgeschlossenund Sachen gefordert.Bei drei Gruppen wollten die Parlamentarierallerdings noch einmal genaunachhaken, diese mussten sich denFragen der Abgeordneten im SP stellen(siehe Mittelvergabe Kulturplenum II undIII)Gerade mal ein halbes Jahr nach derletzten Wahl wird ein neuer AStA gewählt.Eilig hatte man es offenbarnicht.Aufgenommen wird nur das, was auch indie Mikrofone gesagt wird. Bitter fürdie, die sich auf ihre witzigen Zwischenrufeetwas einbilden. Also diemeisten. Positiver Nebeneffekt: Seitdiesem Beschluss geht weniger Zeit fürDebatten über Protokolle drauf.Für die Hochschulgruppen, die insgesamtgegen Anwesenheitspflichten sind, einheikler Antrag, kann es doch so wirken,als ob hier zum Braten einer Extrawurstaufgefordert wurde. Gleichzeitig würdeeine allgemeine Freistellungsforderungeher nach Wunschkonzert, denn nachplausiblem Antrag aussehen.Lustig, dass der AStA-Vorsitz in derselbenSitzung beauftragt wurde, prüfen zulassen, ob so etwas rechtlich überhauptmöglich ist.24.07.2013Mittelvergabe Kulturplenum IDas SP verteilt wieder Gelder an viele studentische Gruppen.24.07.2013AStA-Wahl, Teil IDas SP wählt einen neuen AStA, also die Vorsitzende, zweistellvertretende Vorsitzende sowie weitere Referentinnen undReferenten. Wegen Zeitmangels wird die Wahl nach der Hälfteder Referentinnen und Referenten vertagt.31.07.2013Neue Satzung der StudierendenschaftSiehe extra Artikel auf Seite 1431.07.2013Neue SP-GeschäftsordnungUnter anderem werden eine Tonaufzeichnung der Sitzungals Hilfe bei der Protokollerstellung sowie zur Klärung beiStreitigkeiten und die Etablierung einer Berichtssitzung in derGeschäftsordnung verankert.25.09.2013Aufforderung an Universität: Freistellung von Studierendenwegen ehrenamtlichen Tätigkeiten, für die Arbeitnehmer auchfreigestellt werdenDer SP-Vorsitzende soll stellvertretend für das Bonner SPeinen Brief an die Universität senden und darin fordern,dass Studierenden bezüglich der Anwesenheitspflichtdieselben Rechte eingeräumt werden, wie sie angestelltenArbeitnehmern zustehen. Darüber hinaus sollen sämtlichePersonengruppen freigestellt werden, für die auch derGesetzgeber entsprechende Freistellungen vorsieht.25.09.2013Satzung des Rechtshilfeausschusses undEntscheidungsbefugnisDem Rechshilfeausschuss wird Entscheidungsbefugniseingeräumt, so dass nicht mehr das SP die Entscheidungtreffen muss, ob ein Antragssteller unterstützt wird oder nicht.Außerdem wird eine Satzung des Rechtshilfeausschussesverabschiedet, die die Verfahrensweisen des Ausschussesregelt.12


akut25.09.2013Beauftragung AStA zur Prüfung ob die Studierendenschaftweitere Satzungen erlassen kannDer AStA-Vorsitz soll prüfen bzw. prüfen lassen, ob dieStudierendenschaft neben ihrer „Hauptsatzung“ (Satzungder Studierendenschaft) weitere Satzungen im Rechtssinneerlassen kann.25.09.2013Mittelvergabe Kulturplenum IIDie Anträge von Bimun e.V. und Camerata Musicale aus demKulturplenum werden (teilweise) genehmigt.16.10.2013AStA-Wahl, Teil IIDie restlichen AStA-Referenten werden gewählt.16.10.2013Mittel für Ausstellung „50 Jahre SP“Für die Vorbereitung und Durchführung der Ausstellung „50Jahre SP“ genehmigt das SP vorab bis zu 700 €.16.10.2013Denkmal BücherverbrennungDas Bonner Studierendenparlament fordert die RheinischeFriedrich-Wilhelms-Universität auf, ein Programm zurErinnerung an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 zuentwickeln. Ein solches Programm könnte beispielsweiseRingvorlesungen und Gedenkveranstaltungen umfassen, wiesie an vielen anderen Universitäten Deutschlands anlässlichder Jahrestage der Bücherverbrennung stattfinden.16.10.2013Beschluss „Kissinger-Professur“Die Universität Bonn plant die Einrichtung einer so genannten„Henry-Kissinger-Professur für Internationale Beziehungenund Völkerrecht“. Das Studierendenparlament der UniversitätBonn lehnt die Namensgebung und das bisherigeFinanzierungskonzept ab. Zum Einen sei fraglich, ob HenryKissinger, aufgrund der von ihm verantworteten Politik,als Vorbild für Wissenschaft und Lehre des Völkerrechtsgeeignet ist. Zum Anderen bereite die Finanzierung durch dasVerteidigungs- und Außenministerium Anlass zur Sorge, dassdie wissenschaftliche Unabhängigkeit dieses Lehrstuhls nichtgewährleistet sei.16.10.2013Mittelvergabe Kulturplenum IIIDie Anträge des Kammerchors und des Collegium Musicumaus dem Kulturplenum werden genehmigt.13.11.2013LAT-VereinbarungDas SP beschließt, dass die LAT-Vereinbarung und derdazugehörige Dienstleistungsvertrag unterzeichnetwerden sollen. LAT steht für Landes-ASten-Treffen. DasLAT soll auf Landesebene eine Vernetzung der AStenuntereinander befördern. Mit der Vereinbarung und demDienstleistungsvertrag soll die ganze Angelegenheitprofessionalisiert werden.Wenn das nicht klar ist: Weshalb wurdedas dann nicht schon längst geprüft?Bei Bimun wurde bemängelt, dass sieKosten für die Raummiete bezahlt habenwollten, obwohl man über den AStA kostenlosRäume bekommen kann. Geld dafürgab es schließlich keins.Damit ist der AStA knapp 9 Monate nachder letzten SP-Wahl komplett neu gewählt.Siehe unser Spezial “sahneTORTE - DasSP wird 50!“Die Uni hat sich an den Kosten für dasDenkmal vor dem alten Rathaus wie wirberichtet haben überhaupt nicht beteiligt.Siehe auch Seite 21.Siehe Seite 23.Was sindSP-Beschlüsse?Das SP als oberstes beschlussfassendesOrgan beschließt grundsätzlich über alleAngelegenheiten der Studierendenschaft undüberwacht die Durchführung seiner Beschlüsse.Die Beschlüsse sind nur für die unmittelbarenOrgane der Studierendenschaft iSv § 4 (derSatzung der Studierendenschaft der UniversitätBonn) verpflichtend, d.h. für den AStA, dieAusschüsse und das SP selbst. Bei allenanderen Adressaten (z.B. Studentenwerk) habendie Beschlüsse lediglich den Charakter vonEmpfehlungen und sind Ausdruck der Ansichtder Studierendenschaft, vgl. § 5 I Satzung derStudierendenschaft der Uni Bonn.Kulturgruppen, die nicht zu dreistauftreten, haben weiter die Chance aufGeld.Dem Beschluss ging eine scharfe Debattevoraus. Der RCDS stieß sich an der“Aufwandsentschädigung“ für den Postender LAT-Koordinatorin. In der Höhe desBAFöG-Höchstsatzes sei sie in Wirklichkeitein Lohn und außerdem zu hoch. DieKoalition konterte damit, dass dieserVertrag zwischen den verschiedene AStenausgehandelt wurde und nur in Gänzeangenommen oder abgelehnt werden kann.13


akutinteressenVERTRETUNGVon Sven ZemanekVieles bleibt wie es mal war. Aber nicht alles.Neue SpielregelnAm 16. Oktober wurde eine neue Satzung der Studierendenschaftveröffentlicht. Ein erster Entwurf wurde im Frühjahrwegen eines kleinen Details vom Rektorat nicht genehmigt.Nun wurde vom SP nachgebessert und diesmal gab es keineBeanstandungen mehr. Die Satzung regelt die Grundzügeunserer verfassten Studierendenschaft – ein Grund, malgenauer hinzusehen, was sich jetzt ändert. Für dich, mich, unsalle.StudierendenparlamentDas SP wird kleinerDerzeit nehmen theoretisch noch 51 Abgeordnete an denSitzungen des SP teil. Mit der neuen Satzung wird diese Zahlauf 43 gesenkt. Schon länger gab es unter den Hochschulgruppeneine Diskussion um die Zahl der Sitze im SP, das einesder größten Studierendenparlamente in Nordrhein-Westfalenist. Im ursprünglichen Entwurf für die neue Satzung solltenes nur noch 39 Abgeordnete sein, doch damit waren nichtalle glücklich. Als Kompromiss einigte man sich schließlichauf die neue Zahl von 43 Sitzen. Außerdem gibt es ein neuesSitzzuteilungsverfahren, das Listen mit wenigen Stimmenim Vergleich zu den großen etwas besser stellt. Wer sich beiWikipedia einlesen möchte: Das alte Verfahren heißt d‘Hondt,das neue Sainte-Laguë/Schepers.Mehr StellvertreterNeben den gewählten SP-Mitgliedern gibt es Stellvertreterinnenund Stellvertreter, die einspringen, wenn die gewähltenMitglieder mal verhindert sind. Die bisherige Regelung zurStellvertretung von SP-Mitgliedern lautete wie folgt: Maximalzwei Abgeordnete einer Liste können von den ersten beidenNachrückplätzen dieser Liste vertreten werden. Dadurchwurden große Listen mit vielen Sitzen gegenüber kleinerenListen benachteiligt: Während beispielsweise bei der GHG nurdrei von 18 Abgeordneten ausfallen mussten, bis die Fraktionbei Abstimmungen nicht mehr ihre vollen 18 Stimmen einbringenkonnte, durfte zum Beispiel die LHG 2/3 ihrer gesamtenFraktion vertreten lassen.Die neue Satzung entschärft dieses Problem, indem insgesamt14 Stellvertreterplätze geschaffen werden, die nach Größe aufdie Listen aufgeteilt werden. Jede Liste kann aber weiterhinmindestens 2 Abgeordnete vertreten lassen.Neue AusschussregelnIn jeden Ausschuss des SP kann die Fachschaftenkonferenz(FK) ein Mitglied und ein stellvertretendes Mitglied entsenden.Die neue Satzung legt fest, dass diese noch vom SP bestätigtwerden müssen. Damit diese Ausschussmitglieder aber vonAnfang an im Ausschuss mitarbeiten können, wurden auchdie Regeln für die Einsetzung von Ausschüssen angepasst.Bislang konnten Ausschüsse spontan auf SP-Sitzungen eingesetztwerden, ihre Mitglieder wurden dann direkt gewählt.Dies hätte zur Folge, dass die FK erst in ihrer nächsten darauffolgenden Sitzung eigene Mitglieder nachwählen könnte unddiese dann bis zur nächsten Sitzung des Studierendenparlamentswarten müssten, bevor sie im Ausschuss aktiv werdenkönnten. Die neue Satzung legt nun fest, dass der Antragzur Einsetzung eines Ausschusses 7 Tage im Voraus auf derTagesordnung angekündigt werden muss. Somit hat die FKdann eine Woche Zeit, Ausschussmitglieder zu nominieren.Diese können dann zusammen mit den restlichen vom SPbenannten Mitgliedern gewählt werden.Keiner da?14


akutFachschaftenÄltestenratDer Fachschaftsrat wird (höchstwahrscheinlich) größerFrüher bestand der Fachschaftsrat aus maximal 9 Leuten:Vorsitzende/r, stellvertretende/r Vorsitzende/r, Finanzreferent/in und bis zu 6 weiteren Mitgliedern. Dazu sollen ab sofortnoch je zwei Personen aus jedem Studiengang kommen, dendie Fachschaft vertritt, sofern das mindestens zwei sind - wasdank Bachelor/Master bei so gut wie jeder Fachschaft der Fallist.Diese neue Regelung soll sicherstellen, dass es für jedenStudiengang ein Mindestmaß an Repräsentation im FSR gibt.Liste der Fachschaften in FKGOSchon seit Jahren streben die Fachschaften eine Satzungsänderungan. Das hat folgenden Grund: Die Studierendenschaftgliedert sich in Fachschaften. Wie genau diese Gliederungaussieht, regelt die Liste der Fachschaften. Bislang wardiese Liste ein Anhang der Satzung, was zur Folge hatte, dassjede Fachschaftsneugründung, -fusion, -aufspaltung oder-auflösung durch eine Änderung der Satzung herbeigeführtwerden musste. Das bedeutete jedes Mal 3 Lesungen im SPund Beschluss mit qualifizierter 2/3-Mehrheit sowie anschließendemmonatelangen Warten, bis die neue Satzung vomRektorat genehmigt wird. Nun geht das alles schneller.AuskunftsrechtDie AStA-Vorsitzende und ihre Referenten sind neuerdingsauch dem Ältestenrat gegenüber auskunftspflichtig.Sonderregeln während der WahlzeitIm Zeitraum 40 Tage vor der SP-Wahl bis zum Ende derWahlwoche ist der Ältestenrat auf außerordentlichenSitzungen bereits beschlussfähig, wenn nur 1/3 seinerMitglieder anwesend ist. Zuvor war auch hier die Hälfte derMitglieder notwendig.Der Ältestenrat unterstützt mit seiner Kompetenz denWahlausschuss bei der Durchführung der Wahlen, gleichzeitigist er Ansprechpartner für Einsprüche gegen Entscheidungendes Wahlausschusses. Da in solchen Fällen wegen der vieleneinzuhaltenden Fristen nicht viel Zeit für die Terminfindungbleibt, ist es wichtig, dass der Ältestenrat hier besondersflexibel einberufen werden kann.Alles neu, alles neu!Das bisschen Haushalt!HaushaltRücklagenRücklagen sind Geld, das „zurückgelegt“ wird, und dienenin der Studierendenschaft zum Beispiel dazu, zum Anfangdes Haushaltsjahrs die Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten,während noch keine Studierendenbeiträge von derUniversität überwiesen wurden. Die Höhe der Rücklagen derStudierendenschaft darf, statt wie bisher 50 %, nun 75 % derHöhe der Einnahmen aus Studierendenbeiträgen betragen.Da die entsprechende gesetzliche Regelung entfallen war,wollte man diese Begrenzung in der Satzung zwar nichtabschaffen, aber etwas an die Realtität anpassen. Als derletzte Finanzreferent Malte Lömpcke den Entwurf für denaktuellen Haushaltsplan aufstellte, rechnete er noch festdamit, dass die neue Satzung rechtzeitig in Kraft sein würde,und berücksichtigte diese neue Grenze bereits. Da aber im Juninoch die alte Satzung in Kraft war, waren die vorgesehenenRücklagen plötzlich viel zu hoch - der Haushaltsplan musstenoch einmal komplett umgebaut werden. Lömpcke stellte imSP eine Reihe von Änderungsanträgen zu seinem eigenenHaushaltsentwurf, und dadurch konnte schließlich einsatzungskonformer Haushalt verabschiedet werden.15


akutinteressenVERTRETUNGVon Julia Faber und Sung Un GangEin AufklärungsversuchAStA-Hää? AStA-Wer?Zeit ist knapp. Im Alltag hetzen Studierende von Vorlesungenund Referatsvorbereitungen zu gesellschaftlichem Engagementund Sport in der Freizeit. Da fehlt oft die Zeit, sich mitweiteren Angelegenheiten auseinanderzusetzen - so auch mitder Hochschulpolitik. Daher kommt hier der Versuch einesgrundlegenden Überblicks.Der AStA ist der Allgemeine Studierendenausschuss, dasExekutivorgan der Studierendenschaft, unsere studentischeVertretung an der Universität. Zusammen setzt er sich ausdem Vorsitz, acht integrierten Referaten (Öffentlichkeit,Hochschulpolitik, Soziales, Politische Bildung, Kultur undstudentische Initiativen, Ökologie, IT, Finanzen) und fünfautonomen Referaten (Fachschaften, Sport, Lesben-Schwuleund-Transgender,AusländerInnen, Frauen und Geschlechtergerechtigkeit)sowie den Angestellten im Geschäftszimmer,dem Sekretariat und der Kassenverwaltung.Neben der Realisierung der Beschlüsse des Studierendenparlaments(SP) vertritt der AStA die Studierendengegenüber der Hochschulleitung und der Öffentlichkeit.Außerdem werden verschiedene Dienstleistungen angeboten,so die kostenfreie Beglaubigung von Dokumenten, dieBereitstellung einer Biotüte und Hilfestellungen zu allenThemen von BAföG bis Coming-Out. Der AStA sitzt inder Mensa Nassestraße und ist täglich von 10 bis 17 UhrAnlaufstelle für Fragen rund um Universität und Studium.Gewählt wird der AStA jährlich vom Studierendenparlament,welches wiederum von der allgemeinen Studierendenschaftgewählt wird. Momentan gibt es 51 Sitze im SP, ab 2014 wirddiese Zahl auf 43 Sitze reduziert. Aktuell sitzen die GrüneHochschulgruppe (ghg), die Juso-Hochschulgruppe (Jusos),der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), diePiraten, die LUST und die LHG im SP - im AStA gibt es derzeiteine Koalition aus ghg, Jusos, LUST und Piraten. Der AStA-Vorsitz besteht zur Zeit aus der Vorsitzenden Alena Schmitz(ghg), der stellvertretenden Vorsitzenden Gina Jacobs (Jusos)und Jonas Janoschka (ghg).Während des Semesters tagt das SP mindestens einmalim Monat in der Mensa Nasserstraße - die Sitzungensind öffentlich und alle Studierenden haben Rede- undAntragsrecht. Zu den Aufgaben des SP gehören die Kontrolleüber den AStA, Entscheidungen über die Verwendungder Gelder der Studierendenschaft und Diskussionenzu hochschulpolitischen Themen und das Fassen vonBeschlüssen. Finanziert wird der AStA von allen Studierenden:Von jedem gezahlten Semesterbeitrag (im WS 13/14 warendas 248,32 Euro) gehen 10,50 Euro an den AllgemeinenStudierendenausschuss. Indem man über die Wahlen deneigenen Einfluss auf die Hochschulpolitik nutzt, kann manalso ein Stück weit mitbestimmen, wofür das Geld eingesetztwird. Wer nicht wählt, macht keinen Gebrauch von seinerStimme - und kann so auch nicht mitreden.Alle weiteren Infos rund um die Zusammensetzung,angebotene Hilfeleistungen und die Möglichkeit zurMitwirkung sind abrufbar unter www.asta-bonn.de.16


akutVon Julia FaberWir haben einen NeuenBlanke TatsachenFinanzanträge, Kulturgelder, Rechnungen abgleichen - kanndas Spaß machen? Mit ein bisschen Idealismus sicherlich,behauptet der neue Kulturreferent.Er ist 20 Jahre jung, studiert Politik und Gesellschaft sowiePsychologie im dritten Semester und wohnt in Bonn. Über denHochschulsport betreibt er Yoga und mischt beim Uniradiomit. Und er ist seit dem 25. September dieses Jahres offiziell imAmt: Philipp Blanke ist neuer Kulturreferent.Ins Referat für Kultur und studentische Initiativen ist Philippursprünglich über eine Freundin gekommen - Eva Nelles,die ehemalige AStA-Vorsitzende. Diese machte ihn auf dieProjektstelle für das „festival contre le racisme” aufmerksam,für welche er nach erfolgreicher Bewerbung gemeinsam mitdem ehemaligen Kulturreferenten Christian Bender gearbeitethat. Obwohl das Festival aufgrund von Problemen in derVerwaltung nicht hat stattfinden können, ist Philipp demReferat treu geblieben und hat nun Christians Nachfolgeals Kulturreferent angetreten. Am 25. September ist er vomStudierendenparlament einstimmig ins Amt gewählt worden.Unterstützt wird er dabei von den beiden MitarbeiterInnen imReferat Till Nollmann und Marlene Hobbs. Schwerpunktmäßigbeschäftigt er sich seitdem mit bürokratischen Aufgaben- Finanzanträge und Kulturgelder verwalten, Rechnungenabgleichen. Geplant ist allerdings auch die Stärkung desKulturreferats durch eigene Veranstaltungen, denn PhilippsZiel ist es, das Kulturreferat als solches zu führen und keinreines Verwaltungsreferat daraus werden zu lassen. So ist fürden Zeitraum 26.11.13 - 06.12.13 die Ausstellung „GeorgischeImpressionen” angesetzt, in deren Rahmen georgischeKunstwerke im Wohnheim „Tillmannhaus” besichtigtwerden können. Doch Philipp hat größere Pläne: DieReform des Kulturplenums. Dort haben kulturell engagierteHochschulgruppen die Möglichkeit, sich um finanzielleFörderung zu bewerben; Blanke möchte das Verhältniszwischen kleinen und großen Kulturgruppen hierbei klären.Obgleich er etwa 12-14 Stunden wöchentlich daran arbeitet„dass generell alles funktioniert”, ist seine Sorge, dass aus derReform letztlich nur ein Reförmchen werden könnte.Die Motivation für seine Arbeit ist klar begründet: „Erstmalspielt Idealismus eine Rolle. Ich möchte nicht nur studieren,ich möchte mich einbringen.” Der Anspruch an sich selbstist der Anspruch auf „saubere Arbeit und keine Schluderei -pragmatisch, realistisch und nüchtern.” Als ins Amt Gewählterverspürt er eine „Verpflichtung den anderen gegenüber,auch wenn das ziemlich pathetisch klingen mag.” Er ist sichder Verantwortung bewusst, mit studentischen Geldern zuhantieren und sieht den AStA nicht als Selbstbedienungsladenan: „Ich habe Demut vor dem Amt!”Arbeit an der Reform: Philipp Blanke im AStA.Foto: fabFür den KalenderIm Foyer des Studentenwohnheims Tillmanhaus, Lennéstraße 26-28, 53113Bonn (Nähe Nassemensa), ist zwischen 26. November und 06. Dezember 2013die Ausstellung „Georgische Impressionen“ zu bewundern. Ausgestellt werdenKunstwerke des vom französischen Impressionismus inspirierten georgischen MalersErwant Charabashvili. Die Ausstellung wurde durch eine Kooperation zwischender Universität Bonn, dem AStA der Universität und dem Studentenwerk Bonnermöglicht.17


akutinteressenVERTRETUNGVon Hanno MagnusEin Insider im InterviewDie letzte AbrechnungEtwa 12 Millionen verwalten, Aufwandsentschädigungen erundSP-Sitzungen abhalten - der gerade aus der Hochschulpolitikscheidende ehemalige Finanzreferent Malte Lömpckeerklärt, was es ausmacht, sich dort zu engagieren.Als Finanzreferent hat man mit Millionen zu jonglieren. Istdas nicht etwas zu viel Verantwortung für einen einzelnen,ehrenamtlichen Studenten?Das mit der Verantwortung wird einem erst im Laufe derZeit bewusst. Es gibt da ja nicht ’nen Geldspeicher, wie beiDagobert Duck, und man kann mit dem Geld jonglieren. Esgibt eine klare Verordnung des Landes und danach wirdgearbeitet.Man muss unterscheiden. Es gibt den ordentlichen Haushalt(ca. 1,2 Millionen) und den Verwahrhaushalt (Geld füru.A. Sportreferat, Fachschaften und Semesterticket. ca. 11Millionen), bei dem es kaum Gestaltungsraum gibt. Es istvor allem eine kommunikative Arbeit, man muss mit deneinzelnen Stellen, die Gelder bekommen, verhandeln, wer wasbraucht. Als Finanzreferent stellt man einen Haushaltsplanauf. Der muss vom SP angenommen werden. Es nützt alsonichts, da einsame Entscheidungen zu fällen.Es gibt 61 AE-Stellen, nicht alle mit 175 Euro, einige auchgeringer. (Fachschaften und Sportreferat)Das Geld dafür kommt ja von uns Studierenden. Wie schlüsseltsich der Sozialbeitrag auf?Auf der AStA-Hompage ist der Sozialbeitrag en détailaufgegliedert. Ich finde es auch wichtig, dass man bei demThema Transparenz schafft.10,50 € des Sozialbeitrages gehen in den ordentlichenAStA-Haushalt. Dazu kommen noch drei Euro für Sport,Fachschaften und Hilfsfonds. Wenn man das mal runterbricht,sind das knapp 2,50 € im Monat. Das halte ich für fair, alleinschon, wenn man bedenkt, dass der AStA die Verhandlungenüber das Studiticket übernimmt. Wenn man da nicht jedesmalhinfährt, steigen die Preise für das Ticket deutlich schneller.Mit einer Verhandlung hat man quasi die Kosten schon wiederdrin.Der Finanzreferent darf keine Überweisungen tätigen. Ermuss zwar Überweisungen anweisen, ohne ihn geht alsokein Geld raus, aber die Überweisungen selbst werdenvon den Kassenverwaltern des AStA vorgenommen. 100 %missbrauchssicher das Ganze.Was ist die Idee hinter der Aufwandsentschädigung, die unserestudentischen Vertreter kriegen? Wieviel macht eine einzelneaus und wie viele davon werden pro Monat eingeplant?Zunächst mal, nicht jeder, der sich engagiert, bekommteine volle Aufwandsentschädigung. Viele Referate teilensich Aufwandsentschädigungen untereinander auf. Eine„AE“ beträgt zurzeit 175 Euro im Monat, das ist auch dervom Gesetzgeber vorgegebene Höchstsatz für steuerfreieAufwandsentschädigungen bisher gewesen, seit dem01.01.2013 gelten aber höhere Sätze - 200 €. Darüber liegendeZahlungen werden steuerpflichtig. Als Finanzreferent habeich zwei „AEs“ bekommen. Auf meinen Arbeitsaufwandheruntergerechnet ergab das einen Stundenlohn von 2,50 € bis3 €. Das ersetzt also keinen Minijob und dient eben nur dazu,einen Teil des Aufwandes zu vergüten, den jemand tatsächlichhat. In der Höhe völlig gerechtfertigt. Höher müssten sie aberauch nicht sein.Im SP gab Lömpcke manchmal den Lehrer LämpelFoto: Ronny BittnerTrotzdem geht es dem AStA-Haushalt zurzeit sehr gut,was auf die hohen Studierendenzahlen zurückzuführenist. Da kann ich mir sehr gut vorstellen, dass der Beitrag,zumindest bis sich die Studierendenzahlen normalisieren,um einen Euro gesenkt werden kann. Viel mehr ist aberauch nicht drin. Die Entscheidung darüber liegt natürlichnicht bei mir oder dem aktuellen Finanzreferenten, sondernbeim Studierendenparlament. Hinzu kommen 77 € für dasStudentenwerk und ca. 150 für das Semesterticket.18


akutinteressenVERTRETUNGSP-Ausschüsse stellen sich vorFolge 2: Der UniCard-Ausschuss setzt alles auf eine KarteAuch in der laufenden Legislaturperiode hat das Studierendenparlamenteinen UniCard-Ausschuss eingesetzt, um dieEinführung einer multifunktionalen Chipkarte an der UniBonn voranzubringen. Hier möchten wir uns euch gernevorstellen.Wer gehört derzeit dem Ausschuss an?Michael Fengler [Juso-HSG, Vorsitzender], Jonas Janoschka[GHG], Michael Nuyken [Piraten], Philip Reinsberg [Juso-HSG], Gabriel Rolfes [RCDS], Matthias Rübo [RCDS, stellv.Vorsitzender], Sven Zemanek [Fachschaften].Welche Aufgaben erfüllt der UniCard-Ausschuss?Am 24. April 2013 hat das Studierendenparlament aufgrundeines Entschließungsantrags des UniCard-Ausschussesbeschlossen, dass es grundsätzlich die Zusammenführung desaktuellen Studierendenausweises mit dem Benutzerausweisder Universitäts- und Landesbibliothek Bonn auf einerUniCard unterstützt. Diese multifunktionale Chipkartesoll möglichst auch eine einheitliche Bezahlfunktion inUniversität und Studentenwerk umfassen. Konkretisiert hatdas Studierendenparlament seine Vorstellungen in einemAnforderungskatalog an eine UniCard, den es auf Antragdes UniCard-Ausschusses in seiner Sitzung am 10. Juni 2013beschlossen hat.Ausgestattet mit dem Anforderungskatalog wird der UniCard-Ausschuss nun mit allen Beteiligten, darunter das Rektorat,das Hochschulrechenzentrum, das Studentenwerk Bonn, dieHochschule Bonn/Rhein-Sieg, externe Berater und natürlichdie Studierendenschaft der Uni Bonn, in Verhandlungeneintreten. Am Ende soll ein fertiges Konzept für die Einführungeiner UniCard stehen, das der Studierendenschaft der UniBonn in einer Urabstimmung zur Entscheidung vorgelegtwird.Was hat der UniCard-Ausschuss in dieser Legislaturperiodebisher gemacht?Bislang haben schon viele Gespräche mit den oben genanntenBeteiligten stattgefunden. Das Hochschulrechenzentrumarbeitet derzeit an einem Vorkonzept und einer erstenKostenschätzung zu den Kosten der Einführung und deslaufenden Betriebs. Das Studentenwerk Bonn, das seit vielenJahren ein bargeldloses Zahlungssystem betreibt, hat seineBereitschaft signalisiert, die Kosten für die Karten – unddamit einen wesentlichen Teil der laufenden Betriebskosten– übernehmen zu können. Mithilfe externer Berater wirdüberdies der konkrete Bedarf an technischer Infrastrukturevaluiert. Die Urabstimmung der Studierendenschaft überdas fertige Konzept einer UniCard wird nach heutigemStand wohl frühestens zusammen mit der Wahl desStudierendenparlaments im Jahre 2015 stattfinden können.Wie kann man Kontakt zum UniCard-Ausschuss aufnehmen?Ihr könnt uns derzeit über sp@uni-bonn.de eine E-Mail schreiben. Außerdem finden alle unsere Sitzungengrundsätzlich öffentlich statt. Sie werden unter www.sp.uni-bonn.de angekündigt. Ihr seid herzlichen eingeladenpersönlich vorbeizukommen und euch einzubringen. Wirfreuen uns auf eure Fragen & Anregungen.Für den Inhalt dieser Vorstellung ist der Ausschuss selbst verantwortlich.20


akutVon Florian EßerSo geht es weiter mit dem BücherdenkmalDas zweite KapitelDas Bücherdenkmal kommt nicht zur Ruhe. Das Studierendenparlamentfordert die Uni zu mehr Engagement auf.Bereits in der letzten akut berichteten wir über das Projekt„Lesezeichen“, welches am 10. Mai 2013 als Denk- und Mahnmalauf dem Bonner Marktplatz eingerichtet worden ist.Nun gibt es hinsichtlich des Denkmals, das an die Bücherverbrennungdurch die Nazis am selben Datum 1933 erinnernsoll, Neuigkeiten:Mitglieder der GHG, der Juso-HSG und der Piraten fordern ineinem offiziellen Antrag vom 9. Oktober die Rheinische Friedrich-Willhelms-Universitätdazu auf, sich mehr zu engagieren,um die Geschichte aufzuarbeiten und, wie es die Antragsstellendenbezeichnen, „wenn es darum geht zu verhindern,dass sich der Schleier des Vergessens über die Verbrechen desDritten Reichs legt“.Daher fordern die Mitglieder der verschiedenen Hochschulgruppenin dem gemeinsamen Schreiben als ersten Schritt,dass die Universität in Zusammenarbeit mit den Initiatorenund Künstlern des Projektes das Denkmal am nächstenJahrestag um 10 Buchrücken erweitert. Die Kosten, so derAntrag, könnten sich die Studierendenschaft und die Universitätteilen - „um an die gemeinsame Verantwortung zu erinnern“.Ein weiterer Vorschlag ist eine Ausstellung der Universitäts-und Landesbibliothek, die die verbrannte Literatur undderen Verfasser zum Thema haben soll, um zu verhindern,dass sie und ihre Werke in Vergessenheit geraten.Vorangegangen war, dass die Universität „keinerlei Veranlassungsah“ sich hinsichtlich des 80. Jahrestags der Bücherverbrennungam Denkmal und den vielen Veranstaltungen zumThema, etwa Lesungen und Konzerte, zu beteiligen. So bliebenauch mehrfache Anfragen von Veranstaltern und Künstlernungehört und eine finanzielle Unterstützung der Aktionblieb aus. Wie die Bitten auf taube Ohren, so stieß die Reaktionder Universität auf Unverständnis, waren doch Professorenund Studenten der Bonner Hochschule maßgeblich ander Verbrennung kritischer Werke beteiligt. So hätte alleinderen vierwöchige Planung und Organisation niemals ohnedie Hilfe und Kooperation von Uni und Bibliothek „gelingenkönnen“, heißt es weiter.Aus diesem Grund fordern die Antragssteller die Universitätdazu auf, mehr Verantwortung für die Aktion zu tragenund mit größerem Eifer zur Aufbereitung der Vergangenheitbeizutragen.Der Antrag wurde auf einer SP-Sitzung am 16.10.2013 einstimmigangenommen.Ein starkes Signal, dass die Mitglieder des StudierendenparlamentsBereitschaft und Willen zeigen, am selben Strang zuziehen, wenn es darum geht, für eine wichtige und richtigeSache einzustehen.Symbolbild (Fotocollage): Sven Zemanek21


akutUNIversumUNIversumDer studentische KosmosDas war‘sEin Blick in Archivmaterialien bezeugt Veränderungen. Wirdder Hofgarten heutzutage sommers wie winters rege genutzt,galten früher andere Spielregeln.Foto: ArchivHörsinn?!Sie stammt aus einer Zeit, in der die Menschheit noch glaubte,Ostasien ungehindert über den Atlantik erreichen zu können,Gutenberg noch nicht den Buchdruck erfunden hatte und dieSonne noch um die Erde kreiste.Dennoch ist die Vorlesung, die ihren Ursprung im Mittelalterzur Gründungszeit der ersten Universitäten hat, immer nochein fester Bestandteil der Lehre an allen Hochschulen. Zueiner Zeit, in der Bücher noch nicht als Massenware galtenund in mühevoller Handarbeit hergestellt werden mussten,war die Vorlesung organisatorisch die einzige Möglichkeit,Wissen, das der Dozent aus eigenen oder fremden Werkenvortrug, an eine größere Gruppe zu vermitteln. Doch ist diesim Zeitalter des Internets und der Massenmedien noch eineausreichende Begründung? Sind wir nicht mittlerweile bei derunabdingbaren Notwendigkeit von Interaktion überall undjederzeit angekommen?Das Ziel jeder akademischen Bildung ist die Förderung desselbstständigen Denkens und kritischen Hinterfragens. BereitsKant hatte vor der Erfindung von PowerPoint und Beamer unddem Aufkommen innovativer Lehrmomente die Idee, dass derSchüler „nicht Gedanken, sondern denken lernen soll“. Dochlernt man in einer Vorlesung nicht genau das Gegenteil? AlsBeleg dafür, dass die Vorlesung als Lehrveranstaltung längstüberholt ist und die Zuhörer bloß langweilt, könnte mandie häufig bei Studierenden nach und noch häufiger schonwährend der Vorlesung eintretende Müdigkeit anführen.Liegt das etwa an der drastisch nachlassenden Kondition derStudierenden, die ein ausschweifendes Privatleben nach derVorlesung nicht mehr so gut mit dem Unialltag vereinbarenkönnen, oder strengt das vermeintlich bloße Zuhörern dasGehirn doch mehr an als man allgemein vermutet? EineVorlesung verlangt weit mehr, als das bloße ungefilterteAufnehmen von Informationen. Von den Studierenden wirdein hohes Maß an Konzentration gefordert. Zudem wird beimMitschreiben eine Auswahl von wichtigen Inhalten getroffenund der vorgetragene Stoff so bereits gefiltert und bewertet.Die Müdigkeit ist eher ein Anzeichen dafür, dass die Vorlesungeine Vielfalt von kognitiven Fähigkeiten erfordert. In welcheranderen Form der Lehrveranstaltung kann man außerdemdas nötige Basiswissen vermitteln, das jede Disziplin derWissenschaft erfordert. Von Katharina Siegburg22


akutVon Sophie LeinsEinem geschenkten Gaul?Die Bundesregierung schenkt der Uni Bonn eine Kissinger-ProfessurEine Völkerrechtsprofessur, benannt nach Henry Kissinger.Seine Verstrickungen in verschiedene Kriegsvergehen sorgenjetzt für Widerstand.Am 26. Mai dieses Jahres wurde der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn eine besondere Ehre zuteil.Anlässlich des 90. Geburtstags des US-amerikanischenAußenpolitikers Henry Kissinger ließ die Bundesregierungverkünden, dass an der Uni Bonn eine nach ihm benannteStiftungsprofessur für Internationale Beziehungen undVölkerrechtsordnung eingerichtet werden solle. Finanziertwird sie vom Außen- und vom Verteidigungsministerium.Die Freude an der Uni war groß. In der Pressemitteilung vomgleichen Tag äußerte Rektor Fohrmann: „Die ‚Henry-Kissinger-Professur‘ beflügelt Forschung und Lehre auf den Gebieten derinternationalen Beziehungen und der Völkerrechtsordnung.“Die Uni versteht die Vergabe der Professur an Bonn lautPressesprecher Andreas Archut „auch als ein Zeichen derAnerkennung.“ Die Professur sei zudem eine Chance, die UniBonn „auf dem Gebiet der internationalen Sicherheitspolitiknoch sichtbarer zu machen“.Es scheint so, als habe man in Bonn unverhofft das große Losgezogen. Schließlich bekommt man nicht jeden Tag 300.000 €geschenkt (jährlich 250.000 € vom Verteidigungsministeriumund 50.000 € vom Außenministerium), um einen Lehrstuhleinzurichten. Noch dazu eine Professur, derenNamensgeber laut Verteidigungsminister de Maizière einerder „großartigsten Staatsmänner des 20. Jahrhunderts“ist und sich „in herausragender Weise um Friedenspolitikund Entspannung […] in der Welt verdient gemacht hat“ soAußenminister Westerwelle.„Was kann einem Standort wie Bonn Besseres passieren?“könnte man meinen.Doch es regt sich Widerstand! Verschiedene Hochschulgruppen,Bonner Friedensinitiativen und auch der AStA erhebenschwere Vorwürfe gegen Kissinger und melden ihre Zweifeldaran an, dass er als Namenspatron für die geplante Professurgeeignet ist. Es lohnt sich also, sich Kissinger und sein Wirkeneinmal genauer anzuschauen:Henry Kissinger war ohne Zweifel ein bedeutenderStaatsmann des 20. Jahrhunderts. Er nahm als NationalerSicherheitsberater der USA und ab 1973 als Außenministerunter den Präsidenten Nixon und Ford von 1969 bis 1977maßgeblich Einfluss auf die US-amerikanische Außenpolitik.1973 erhielt Kissinger gemeinsam mit dem vietnamesischenPolitiker Le Duc Tho den Friedensnobelpreis für die„Beendigung des Vietnamkriegs“ durch den Abschlussder Pariser Friedensgespräche. An dieser Stelle horchendie Geschichts-LKler unter uns womöglich auf, denn derVietnamkrieg dauerte trotz des Waffenstillstandsabkommesnoch bis 1975 an. Le Duc Tho lehnte den Preis aus diesemGrund ab. Doch abgesehen von der Frage, ob Kissingerden Nobelpreis nun zu Recht erhalten hat, gibt es gegenihn darüber hinaus weit schwerwiegendere Vorwürfe, dieimmerhin beinahe ein Drittel seines deutschen Wikipedia-Artikels ausmachen.Kissinger sorgt für Streit zwischen Uni undStudierendenparlament.Foto: Norbert SchillerMachen wir es konkret: Henry Kissinger wird vorgeworfen,während des Vietnamkriegs Flächenbombardements auf dasLand veranlasst zu haben, bei denen auch Tausende Zivilistenums Leben kamen. Des Weiteren soll er für die Bombardierungder neutralen Staaten Kambodscha und Laos in der Zeit von1969 bis 1973 mitverantwortlich sein. Bei diesen wohlgemerktvölkerrechtswidrigen Angriffen starben zwischen 200.000 und950.000 Menschen.23


akutUNIversumLukas Mengelkamp, Mitglied der ghg, fordert mehr Transparenz.In Kissingers Amtszeit fällt außerdem die Unterstützung desrechten Militärputschs gegen den demokratisch gewähltenPräsidenten Chiles, Salvador Allende, durch die CIA. Währenddes Putsches starben 3000 Menschen. Es folgte eine bis 1990bestehende Militärdiktatur, während der Tausende gefoltertwurden oder verschwanden.Einschlägige Dokumente weisen nach, dass Kissinger als Leiterdes dafür zuständigen „40 commitee“ in die Unterstützungdes Umsturzes der sozialistischen Regierung Chiles direktinvolviert war. Erhebliche Vorwürfe gegen die USA, derenAußenpolitik Kissinger zeitweise quasi im Alleingangbestimmte, gibt es außerdem wegen der Unterstützung vonMassakern in Bangladesch 1971 und Osttimor 1975.Fakt ist: Henry Kissinger werden schwere Kriegsverbrechenund Vergehen gegen die Menschlichkeit vorgeworfenund bis heute laufen gegen ihn in diversen LändernGerichtsverfahren.Aus genau diesem Grund hält AStA-Vorsitzende AlenaSchmitz „die beabsichtigte akademische Ehrung“ für „nichtakzeptabel, solange die bestehenden Beschuldigungen nichtrestlos ausgeräumt sind.“In der Sitzung des Studierendenparlaments am 9. Oktoberwurde auf Betreiben mehrerer Abgeordneter der GrünenHochschulgruppe, der Piraten und der Juso-Hochschulgruppeein Antrag verabschiedet, der die Universität dazu auffordert,von der geplanten Namensgebung abzusehen.Auf Anfrage der akut erklärt Pressesprecher Archut im Namender die Uni, Kissingers Leistungen als Staatsmann seien „nichtwegzudiskutieren und sollten auch im Kontext seiner Zeitbeurteilt werden.“ Man sehe keinen Sinn darin, die einzelnenVorwürfe „im Detail zu diskutieren“, denn Kissingers Wirkensei „jenseits aller Kontroversen“ mit dem Friedensnobelpreisausgezeichnet worden.Allerdings kritisiert das SP im oben genannten Antrag nichtnur die zweifelhafte Vorbildrolle Kissingers, sondern auchdas bisherige Finanzierungskonzeptder Professur, denn die Mittelfür den Lehrstuhl durch dieBundesministerien werden nur fürfünf Jahre bereitgestellt. Das SPbefürchtet nun, dass die 300.000 €jährlich nach Ablauf dieser Zeit ausanderen Bereichen von Forschungund Lehre abgezogen werdenkönnten und fordert die Universitätauf, ein Finanzierungskonzept fürdie Zeit danach vorzulegen. Einzweiter Grund zur Sorge ist für dieAntragsteller die mögliche inhaltlicheBeeinflussung der Kissinger-Professur durch die Geldgeber.Der Initiator des Kissinger-Widerstandes, Lukas Mengelkampvon der Grünen Hochschulgruppe,fordert deshalb von der Unimehr Transparenz bei derinhaltlichen Ausrichtung und demBerufungsverfahren. „Es bereitetFoto: Ronny Bittnermir große Bauchschmerzen, wenndas Verteidigungsministerium aneiner zivilen Uni einen Lehrstuhl finanziert“, so Mengelkamp.Er plädiert stark für eine prinzipielle Trennung zwischenziviler und militärischer Ebene. Die Grenze hält er im Fall derKissinger-Professur für überschritten. Dem widerspricht Uni-Pressesprecher Archut und versichert, dass der Geldgeberder Stiftungsprofessur „im laufenden Betrieb keinen Einflussauf Forschung und Lehre oder die Veröffentlichung vonForschungsergebnissen“ habe.Was die Kritiker aber wohl nicht beruhigen wird, ist, dass daszu bearbeitende Forschungsfeld „ im Vorfeld mit den Förderernabgesteckt“ wird. Was immer das im Einzelfall heißen mag.Die Grüne Hochschulgruppe jedenfalls hat in diesemSemester die Aufklärungsarbeit über Henry Kissinger undden Widerstand gegen die Namensgebung auf ihre Fahnegeschrieben. Geplant sind eine Filmvorstellung, ein Vortragdes Chile-Experten Professor Klaus Meschkat von derUni Hannover und eine Fotoausstellung über Chile. LukasMengelkamp würde sich auch eine Podiumsdiskussionmit Vertretern der Uni wünschen, in der diese die grünenBedenken „argumentativ zerstreuen“ und auf konkreteVorwürfe eingehen müssten.Die Henry-Kissinger-Professur bedeutet für die Uni Bonnohne Frage eine einmalige (vor allem finanzielle) Chance,sich im Forschungsfeld der internationalen Beziehungeneinen Namen zu machen. Die Tatsache, dass KissingersName im Zusammenhang mit Kriegsverbrechen fällt, verleihtder Professur jedoch einen unangenehmen und zynischenBeigeschmack. Die Uni sollte nicht versuchen, KissingersLeistungen und die ihm vorgeworfenen Verbrechengegeneinander aufzurechnen. Das Vorbild für eine Professurfür Völkerrecht sollte - gerade was die Achtung derMenschenrechte angeht - eine lupenreine Weste vorweisenkönnen.24


akutVon Katharina SiegburgZimmer AStA-Wer? frei?Die Uni Bonn im vereinten Kampf gegen die WohnungsnotDie neue Online-Wohnungsbörse „Zimmer frei?!“ appelliert andie Bonner Bürgerinnen und Bürger, Studierenden Wohnraumzur Verfügung zu stellen. Gemeinsam mit dem Studentenwerk,der Stadt Bonn und weiteren Institutionen versucht dieUni so, sich für die Verbesserung der Wohnsituation in Bonneinzusetzen.Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum istbesonders in Hochschulstädten groß und steigt stetig an.Als Folge dessen ist der Wohnungsmarkt in vielen Städtenangespannt, so auch in Bonn und im Umland. Insbesonderezu Semesterbeginn, wenn eine Vielzahl von StudierendenWohnraum in der Stadt sucht, ist dieser zu knapp oder zuteuer. Eine Initiative, die diesem Trend entgegen wirken will,ist die Kampagne „Zimmer frei?!“, die es sich zum Ziel gesetzthat, die Wohnsituation der Studierenden zu verbessern unddabei Wohnungssuchende und Anbieter von studentischemWohnraum zusammenzubringen. Zu diesem Zweck habensich die Universität Bonn, das Studentenwerk, die BundesstadtBonn und viele weitere selbstständige Institutionenzusammen geschlossen und arbeiten gemeinsam gegen denWohnraummangel.Die Kampagne unterscheidet sich von bereits bestehendenOnline-Wohnungsbörsen durch die starke Betonung desregionalen Charakters der Wohnungsbörse. Auf diese Weisemöchte die Stadt, die von dem Zuzug zahlreicher Studierenderbesonders wirtschaftlich stark profitiert, das Wohnen in Bonnerleichtern und fördern. Nach dem Boom von regionalenProdukten im Supermarkt soll nun auch der regionaleWohnungsmarkt stärker genutzt werden. Die starke regionaleVernetzung, die „Zimmer frei?!“ möglich macht, ist ein vonanderen Wohnungsbörsen ungenutzter Vorteil. Doch umsich gegen Konkurrenzplattformen durchsetzen zu können,fehlt der Kampagne noch die nötige Präsenz unter denWohnungsanbietern und Studierenden. Um dies zu ändern,stellten die Initiatoren von „Zimmer frei?!“ am 19. Septemberdirekt vor dem Hauptgebäude der Bonner Universität den„Musterstudent Micha“ vor. Dieser schlief, las und lernte dortunter freiem Himmel und unter den erstaunten Blicken derPassanten. Die Aktion sollte vor allem Wohnungsanbieterauf die Plattform aufmerksam machen. Diese können onlinesowohl Wohnungen, als auch WG-Zimmer und kurzzeitigeÜbernachtungsmöglichkeiten von drei bis dreißig Tageneinstellen.Darüber hinaus steht das FAZ Café der Universität BonnVermietern als Anlaufpunkt zur Verfügung, die ihr Angebotnicht online stellen wollen oder können. Damit wird auchälteren Menschen, die über keinen Internetzugang oderdie nötigen Fähigkeiten dazu verfügen, bei der Einstellungvon Wohnungsangeboten im Internet geholfen. FürWohnungssuchende bietet „Zimmer frei“ auf ihrer Homepagedie Möglichkeit, sich die Wohnungsangebote auf einemStadtplan anzeigen und die Angebote nach Zimmerzahl,Wohnungsgröße und Preislimit sortieren zu lassen.Somit verschafft die Kampagne „Zimmer frei?!“Wohnungssuchenden einen guten Überblick über denWohnungsmarkt in Bonn und kann dem Vergleich mit großenOnlineportalen durchaus standhalten, weil sie regionalesPotential nutzt und bei den Menschen vor Ort direkt ansetzt.So bleibt „Musterstudent Micha“ wohl hoffentlich der Einzige,der vor der Universität schlafen muss.Ein Werbegag der Aktion „Zimmer frei“ sorgt für Verwunderungbei den Passanten.Foto: Volker Lannert25


akutUNIversumVon Julia FaberAlle können Elite seinWelcome to the Honors ProgramZeiten ändern sich. Lag es Anfang des Jahres noch an derUniversität, die Chancen auf einen Blick über den Tellerrandzu vergeben, ist es nun auch Studierenden möglich, sich durchEigeninitiative die Möglichkeit auf Weitblick zu sichern.Sophokles hat einmal gesagt: „Achtung verdient, wer erfüllt,was er vermag“. An der Uni Bonn heißt es seit Kurzem eher„Achtung verdient, wer ausfüllt, was er vermag“, denn durchdas Ausfüllen eines Aufnahmeantrags ins Honors Programkann man eben diese erwirken und lädt sich so selbst ein - insProgramm für die Elite.Anfang des Jahres hatte das Honors Program für eine Welleder Empörung gesorgt. Als Förderungsprogramm für dieElite der Bonner Universität sollten 150 Studierende in denGenuss einer finanziellen Förderung von 300 Euro monatlichund eines ideellen Kursprogramms - inklusive exklusivenHonors Lectures - kommen. Durch Werkstattmodule zuKommunikation, Literatur und Kunst sowie Veranstaltungenzu Rechtshistorik und Ethik sollte den Chosen Few derUniversität ein Blick über den Tellerrand ihres eigenenFachbereiches ermöglicht werden.Es drängte sich die Frage auf, wer an der Universität als Eliteangesehen wird: Studierende, die von ihren Dozenten insProgramm reingefördert werden müssen oder Studierende,die aus Eigeninitiative die Chance auf zusätzlicheBildungsangebote über das eigene Studienfach hinauswahrnehmen möchten.Niklas Beckmann, Student und Mitarbeiter im Referat fürHochschulpolitik, ist einer, der gerne die Initiative ergreift -und gegen die Universität vors Gericht gezogen ist, um sichin das Programm einzuklagen. Bevor es im Verfahren deseinstweiligen Rechtsschutzes jedoch allzu ernst werden konnte,knickte die Uni ein und nahm Beckmann ins Programm auf.In einer Sonderausgabe berichtete die BAStA über den Vorfallund verwies auf die Äußerung des Verwaltungsgerichts Köln,nach welcher unter Bezugnahme auf das HochschulgesetzNRW prinzipiell alle Studierenden das Recht auf Zugang zuden Veranstaltungen des Honors Programs haben. So drucktedie BAStA gleich einen Anmeldevordruck zur Aufnahmeins Honors Program auf die Rückseite ihres Artikels.Als Hilfestellung würde Andreas Archut, Dezernent undPressesprecher der Universität, das keineswegs bezeichnen.Vielmehr sieht er darin „schlicht den Versuch, das HonorsProgram aus ideologischen Beweggründen zu zerstören.”Katinka Kraus, Referentin für Hochschulpolitik, sprichtkeineswegs von zerstörerischen Absichten. Sie begrüßtdie Grundidee des Programms, eine Weiterbildung überden Studiengang hinaus zu ermöglichen und sieht dasHonors Program als „Antwort auf den zunehmendenSpezialisierungsprozess und -trend an deutschenHochschulen.” Das Referat für Hochschulpolitik kritisiertjedoch, „dass dieses Privileg nur einem ausgesuchtenStudierendenkreis bereitgestellt wird“ und fordert „stattdessengenerell eine flexiblere Ausgestaltung der Studiengänge undeine Abkehr von dem Spezialisierungstrend hin zu einemindividuelleren Studium generale.“War das Honors Program also ursprünglich für die besserenStudierenden, für die Elite der Universität, gedacht, sosieht das Ganze nun etwas anders aus. Die Konsequenz istvielleicht nicht allzu konsequent: „Diejenigen Studenten, diesich mit dem Formular für das Honors Program gemeldethaben, wurden aufgenommen“, so Archut. Allzu überzeugtscheint er von so viel Initiative allerdings noch nicht zu sein.„Ob sie jedoch die persönliche Bildungschance, die sich ihnendurch die Teilnahme eröffnet, auch nutzen werden, bleibtabzuwarten.” Es klingt fast höhnisch, wenn Archut zumAbwarten rät: „Vielleicht bringt das Programm ja noch denein oder anderen „Hidden Star” unter den freien Bewerbernzum Scheinen”. Sicherlich würde er sich darüber sehr freuen:„Das wäre dann doch auch schon ein großartiger Erfolg undganz im Sinne des Honors Program.”Prof. Dr. Andreas Bartels, der im Rahmen des HonorsPrograms das Seminar „Einstein und seine Zeit” anbietet,begrüßt die Idee, Studierenden den Blick über den Tellerrandzu ermöglichen, sehr. Obgleich die Vorbereitung solcherinterdisziplinärer Veranstaltungen besonders intensiv sei, hatBartels „großen Spaß daran, Philosophie, Physik, Geschichteund Literatur in einer Veranstaltung miteinander zu verbinden.”Der politischen Debatte um Eliteförderungsprogrammeist er sich bewusst, dennoch sieht er das Ganze etwasdiplomatischer: „Auf welchem Wege man es schafft, überden Tellerrand hinauszuschauen, ist gleichgültig.” Die Ideeeines Auswahlverfahrens vonseiten der Universität sieht erdurch die, bereits hinsichtlich des Zeitaufwandes, enormenAnforderungen des Programms gegeben. Bartels freut sichjedoch allgemein „über interessierte und aktive Studierende,welche Anmeldungsprozeduren sie auch immer durchlaufenhaben mögen, oder eben nicht.”Nun wird das Honors Program also letztlich tatsächlich einAngebot, das es ermöglicht, sich mit neuen Gegebenheitenauseinanderzusetzen und dazuzulernen. Dies gilt wohl auchfür die Universität, die bei aller Suche nach einer Elite, die manzum Weitblick einladen kann, vielleicht diejenigen übersehenhat, die von sich aus diesen Wunsch hegen.26


akutDer Blick über den Tellerrand - ein Privileg für nur wenige. Über den entsprechenden Zugang entscheidet nun allerdings nichtmehr vorwiegend die Universität. Eine Bewerbung zum Honors Program steht Studierenden frei. Zeichnung: V. Esch27


akutUNIversumVon Julia FaberAlternatives Wohnprojekt altert vor sich hinOpa muss wartenSeit Monaten setzt sich Alice Barth, Mitglied der GrünenHochschulgruppe, in der Projektstelle „Studentisches Wohnen“für die Einführung des alternativen Wohnprojekts „Wohnenfür Hilfe” in Bonn ein. Ein Grundkonzept steht, jetzt geht esums Geld - und damit wird es problematisch.Das Konzept scheint simpel: Studierende suchen Wohnraum,den viele ältere Menschen ausreichend zur Verfügung haben.Diese wünschen sich im Gegenzug Hilfe im Haushalt undGesellschaft. Rechnete man vor einigen Wochen noch miteiner schnellen Möglichkeit zur Umsetzung dieser potentiellenWin-Win-Situation, gerät die Entwicklung nun ins Stocken.Denn Motivation und Engagement allein reichen nicht aus.Es fehlt das Geld. Auch Alice hatte mehr Unterstützungerwartet und muss nun feststellen, „dass das Projekt derzeitan verschiedenen Stellen fest hängt.”Es hätte alles wunderbar klappen können. An Interessentenam Wohnkonzept mangelt es nicht, soviel ergaben die Leser-Anfragen im Sommer: Unter Bezugnahme auf unsere ersteBerichterstattung über das Projekt meldeten sich sowohlwohnungssuchende Studierende als auch Senioren, die sichbegeistert von der Idee einer solchen Wohngemeinschaft undinteressiert an der Wohnraumbereitstellung zeigten.Nachdem die Stadt bereits erklärte, das Projekt nicht für einenachhaltige Wohnraumbeschaffungsmaßnahme zu halten,hat sich nun allerdings auch die Stiftung Bonner Altenhilfevorerst dagegen entschieden, das Projekt finanziell zu fördern.Zu groß scheinen die Zweifel, dass tatsächlich genug Seniorenbereit sind, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Ein Angebotder Stiftung wäre die Finanzierung einer Bedarfsermittlung,um einen Überblick über die Anzahl interessierterWohnraumanbieter zu gewinnen.Alice Barth ist genervt von der Langsamkeit des Projekts.Foto: Ronny BittnerDie Grüne Hochschulgruppe ist derweil bestrebt, eineVermittlungsstelle für „Wohnen für Hilfe“ im AStA einzurichten.Hier herrscht jedoch Uneinigkeit in der Koalition, hält die Juso-Hochschulgruppe das Projekt zwar grundsätzlich für sinnvoll,erhebt aber gleichsam Bedenken hinsichtlich mehrererAspekte. „Die Möglichkeit der Einschränkung der Rechte derMieterInnen, wie sie im Beispielvertrag aus Köln gegeben ist,ist nicht hinnehmbar“, sagt Jan Bachmann, Mitglied der Juso-Hochschulgruppe. Verstärkt kritisiert wird die Option einerBesucherregelung im Mietvertrag. „Jede Mieterin und jederMieter hat ein Recht darauf, soviel Besuch zu empfangen wieer oder sie will. Wann der Besuch kommt und ob er über Nachtbleibt, ist einzig Sache der Mieterin oder des Mieters. Dies gehtdie VermieterInnen nichts an“, so Jan. Auch wenn sich dieseUneinigkeiten vorab entschärfen ließen - der Vertrag aus Kölngilt nur als Beispiel und soll so nicht für das Bonner Projektverwendet werden - geben die Jusos noch kein grünes Licht.Derweil beschäftigen sie sich mit der Frage, ob es sich bei derangebotenen Haushaltshilfe um Schwarzarbeit handelt, undder Vermieter entsprechend Sozialabgaben zahlen müsste.Neben dem Wunsch um Klärung einiger Versicherungsfragengeben sich die Jusos schließlich noch explizit besorgt um dasWohl der Studierenden und fürchten ein „Ausnutzen derprekären Situation der Wohnungssuchenden.“Alice kann diese Bedenken nicht nachvollziehen: „Natürlichhandelt es sich bei Wohnen für Hilfe um eine gemeinschaftlicheWohnform, in der, wie in jeder WG, klare Regeln darüber nötigsind, was vom jeweiligen Wohnpartner akzeptiert wird undwas nicht.” Sie verweist auf den erfolgreichen Projektverlaufin anderen deutschen Städten sowie international und fragtsich, ob die hohen Preise des Bonner Wohnungsmarktesnicht eine weitaus prekärere Situation für die Suchendendarstellen als das Angebot günstigen Wohnraums unter derBedingung gegenseitiger Rücksichtnahme. „Man darf denStudierenden durchaus zutrauen, dass sie keine für sich selbstunzumutbaren Verträge abschließen.“Um die Beantragung eines Rechtsgutachtens wird die Koalitionangesichts der Uneinigkeiten wohl nicht herumkommen.„Wir Jusos wollen abwarten, was in diesem Gutachtensteht, schließen aber jetzt schon aus, irgendeiner Form derEntrechtung von Studierenden, die dringend eine Wohnungsuchen, zuzustimmen“, so Jan.„Das Projekt angesichts der vielen Studierenden, diehänderingend eine Wohnung suchen, lediglich als Risikozu betrachten“, findet Jakob Horneber, Mitglied der ghg,„befremdlich“. „Stattdessen sollte die Chance im Vordergrundstehen, etwas Sinnvolles zur Verbesserung der Wohnsituationin Bonn zu tun.”28


akutVon Nadine TenbiegWohnen mit Blick auf die AStA-Wer? MensaEin Studentenwohnheim in der Nassestraße 8?Wohnraum in Bonn ist knapp - das ist nicht neu. Ebenfallsnicht neu ist, dass in direkter Nähe zur Mensa in derNassestraße potentieller Wohnraum für siebzig Studierendewäre. Diesen könnte man nutzen, gehört das Gebäude schließlichdem Studentenwerk. Hätte, könnte, müsste - passiert istnoch nichts.Kaum ein Tag vergeht, an dem man nicht Kommilitonen oderZeitungen über die Wohnungsnot in Bonn jammern hört.Viele verzweifeln schier bei der Suche nach bezahlbaremWohnraum in möglichst nicht allzu weiter Entfernung derUniversität.Merkwürdig erscheint es da, dass in der Nassestraße 8,schräg gegenüber der Mensa, ein großes, altes Gebäude seiteiniger Zeit leer steht – abgesehen von ein paar alten Möbelnim Erdgeschoss, die aber offensichtlich eher zur Dekorationals zu Wohnzwecken geeignet sind.Bereits in den 1980er Jahren berichtete die akut über einemögliche Übernahme der Immobilie durch das Studentenwerk.Eine Umfunktionierung zum Studentenwohnheim liegt beiden optimalen Standortbedingungen des Gebäudes schließlichnahe.Laut dem Verantwortlichen für Marketing und Kommunikationdes Studentenwerks Bonn, Robert Anders, scheint es erst jetzt,nachdem lange Unklarheit über die Eigentumsrechte derImmobilie herrschte, zur Einigung zwischen dem ehemaligenBewohner, der Kultusministerkonferenz (KMK), und demStudentenwerk Bonn zu kommen. Sobald die Zustimmung derFinanzminister der Länder erfolgt, kann das Studentenwerkallein über die Nutzung des Gebäudes entscheiden, wobeietwaige Kosten allerdings vom Ministerium für Innovation,Wissenschaft und Forschung (MIWF NRW) genehmigt werdenmüssten.In Zusammenarbeit mit dem ArchitekturbüroKoenigs+Schumacher entwirft das Studentenwerk Konzeptezu Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes, und zwar „vorallem unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit“, wie RobertAnders betont.Die Möglichkeit, ein bis zu 70 Plätze umfassendesStudentenwohnheim in den leer stehenden Räumlichkeiteneinzurichten, wird dabei vom Studentenwerk nicht nur inBetracht gezogen, sondern sogar favorisiert.Fest steht jedoch noch nichts und alles gilt nur mit viel Wennund Aber.Jetzt da das Projekt nach langer Wartezeit endlich ins Rollengekommen ist, kann allerdings in hoffentlich naher Zukunftmit einer Entscheidung gerechnet werden – möglicherweisefür das essenstechnisch praktischste Studentenwohnheimüberhaupt.Bereits in den 1980er Jahren berichtete die akut über das Gebäude in der Nassestraße.Foto: Archiv29


akutUNIversumVon Varvara Stegarescu„Ich wäre auch ein guter Bootsbauer!“Interview mit Prof. Dr. Rudolf SimekEin Professor ganz privat: Im Gespräch mit Varvara Stegarescuspricht Prof. Dr. Simek, Professor für Ältere Germanistikmit Einschluß des Nordischen, über mehr als dreißig JahreLehrtätigkeit, berufliche Alternativen und die Sinnhaftigkeitroter Ampeln.Erinnern Sie sich an Ihre erste Vorlesung als Professor?Ja, das war im Jahre 1980, in Wien. Es war meine ersteErfahrung als Lehrkraft an der Universität. Ich war damals26 Jahre alt, also nicht viel älter als meine Studenten. Wirhaben uns von Anfang an geduzt. Ich fand es spannend undinteressant mit Studenten zu arbeiten.Was fühlen Sie, wenn Sie im Hörsaal vor Hunderten vonStudierenden stehen?Es sind nicht mehr Hunderte, ein paar Dutzend. Wenn manvorne steht, hat man den Eindruck, dass man etwas vermittelnkann. Man kann die geistige Entwicklung der Studentenbeeinflussen und begleiten. An der Universität zu lehren ist vielschöner als in der Schule. Die Studenten sind im Gegensatz zuden meisten Schülern interessiert.Woran ich mich gerne erinnere, ist die Tatsache, dass früheralles weniger verschult war, es gab keine Anwesenheitspflicht,und jeder war für seine Leistungen verantwortlich. SchöneErinnerungen habe ich auch von Lehrenden, die ihreVorlesungen mit brennendem Interesse vorgetragen haben!Wie waren Sie als Student?Interessiert, ja! Fleißig, ja! Zielstrebig, ja! Mit 20 wollte icheine Yacht besitzen, um zu segeln. Mein Vater konnte aberverständlicherweise nicht ganz nachvollziehen, warumein Student eine Yacht haben sollte. Also habe ich michentschieden, selber Geld zu verdienen, um mir eine Yachtzu kaufen. Dafür habe ich die ganze Zeit als Werkstudentgearbeitet, das war manchmal sehr stressig. Mit 21 habe ichmir die Yacht gekauft, die Yacht gibt es bis heute noch!Gibt es Unterschiede zwischen den Studierenden von gesternund den Studierenden von heute?Ja, die Studenten von heute sind gezwungen, viel schneller undzielgerichteter zu studieren. Bei uns konnte man aus InteresseKurse wählen, wir haben nicht auf die Leistungspunktegeschaut. Heute hat man viel weniger Freiheit. Das Systemerlaubt uns nicht, die Studenten im selben Ausmaß wie früherzu begeistern und zu begleiten.Eine andere Entwicklung, die ich beobachtet habe, istdie Tatsache, dass die Deutschkenntnisse der deutschenStudierenden jedes Jahr schlechter werden. Das liegt an derSchulausbildung, es wird zu wenig Grammatik in der Schuleunterrichtet.Haben Sie eine Botschaft für die Bonner Studierendediesbezüglich?Ja! Lernt aus Interesse, Neugier und für das Leben, nicht fürScheine und einen schnellen Universitätsabschluss.Professor Simek ruft die Studierenden zu Interesse undNeugier gegenüber dem Leben auf.Foto: privatWären Sie gerne nochmal Student? Wenn ja, was würden Siestudieren wollen?Ja sicher! Ich würde vielleicht Archäologie bzw. Ur- undFrühgeschichte studieren, oder dasselbe, was ich bereitsstudiert habe. Ich würde am liebsten im Ausland studieren,an einer reichen Universität, zum Beispiel in Norwegen.Woran erinnern Sie sich gerne, wenn Sie an Ihre Studienzeitdenken?Was schätzen Sie an dem deutschen Bildungssystem, wo sehenSie die Defizite?Ich schätze sehr die große Dichte an Universitäten inDeutschland. Wir haben ein Forschungsumfeld, in demAustausch besteht. Das ist nicht zu unterschätzen. Als Defizitewürde ich die Verschulung und die Unterfinanzierung derdeutschen Universitäten nennen.Was bemängeln Sie an der Bonner Universität?Die unzähligen, zum Teil nur internen Vorschriften, mitdenen man Studierenden und Lehrenden das Leben schwermacht, und die mangelnde Großzügigkeit im Umgangmit solchen Bestimmungen: Alles, aber auch alles brauchteinen schriftlichen Antrag, niemand ist bereit, selbständigVerantwortung zu übernehmen. Auch Reformen undVeränderungen nur um der Reformen willen halte ich für30


akutverändert. Mir geht es um die Qualität der Ausbildung – dieerreicht man aber nicht durch das rasche Durchschleusen vonmöglichst vielen Bachelorabsolventen.Wo finden Sie Ablenkung außerhalb der Universität?Ich finde Ablenkung beim Segeln, bei Büchern und in guterGesellschaft.Was sind für Sie die wichtigsten Dinge im Leben?Das Segeln, meine Kinder, und die Forschung.Wofür meinen Sie, dass man Sie bezahlen würde, wenn Sienicht Universitätsprofessor wären?Ich könnte mir vorstellen, als Sachbuchautor zu arbeiten oderals Bootsbauer.Hat ein Universitätsprofessor eigentlich auch Schwächen?Ja, sicher, zum Beispiel habe ich eine große Schwäche fürgutes Essen und Trinken!Gehen Sie bei rot über die Ampel?Ja, wenn keine Gefahr besteht! Es gibt ohnehin viel zu vieleRegeln, und außerdem sind die Regeln für Menschen gemacht,und nicht die Menschen für die Regeln.Bewahrt auch auf hoher See stets die Haltung:Professor Simek.Foto: privatGibt es noch eine Frage, auf die Sie noch keine Antwortgefunden haben?Ja! Tausende! Jede Menge! Deswegen finde ich es so wichtig,mein Leben der Forschung zu widmen.unnötig und kontraproduktiv für die Forschungsarbeit:Ergebnisse in der Forschung können nur durch kontinuierlicheArbeit erzielt werden.Es ist bekannt, dass die USA das Forschungsland Nummer1. der Welt sind. Woran liegt es, dass Deutschland noch vielmehr tun muss, um ein vergleichbaresNiveau zu erreichen?Es liegt am System: Die Politik ist nichtbereit, ausreichende Mittel für dieFinanzierung der Hochschulen zurVerfügung zu stellen. Man könnte denFöderalismus als Hindernis betrachten,ich denke aber, dass der deutscheFöderalismus bezüglich der Finanzierungder Hochschulen überwindbar ist.Die Universitäten müssen besser mitfinanziellen Mitteln dotiert sein. Und wirhaben ein Mentalitätsproblem: In derÖffentlichkeit genießen die Universitätenein hohes Ansehen, man ist aber nichtbereit, dazu beizutragen.Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?Genau hier, an der Universität. Ich möchte so lange wiemöglich hier bleiben, um meine Forschungen und meine Lehreweiter zu betreiben, wenn meine Gesundheit es zulässt.Vielen Dank für das Gespräch!Wie betrachten Sie die Debatte über dieAkademikerquote in Deutschland?Für mich spielt die Quote keineRolle. Es ist egal, wie viele Teile derBevölkerung einen Bachelor haben, dasBildungssystem wird dadurch nicht31


akutalltagsKULTURalltagsKULTURIn Bonner StudierendenkreisenIn Bonn erlebtIn Bonn entdecktThank you for smokingJeder kennt sie: Die Menschen, die Flyer verteilen.An der Uni, in der Mensa, auf dem Marktplatz.Man sieht und übersieht sie, weil man auf garkeinen Fall mit ihnen sprechen möchte. Es könnteja sein, dass man sich bequatschen lässt, dass siegute Argumente haben oder am Ende sogar Recht.Nicht, dass sie mich noch überzeugen, mich zuengagieren: in der Politik, im Umweltschutz, odergar für die Menschenrechte. Dazu habe ich keineZeit und zum Nachdenken erst recht nicht!So auch dieses Mal, ich hetze vom JuridicumRichtung Mensa und stoße an der Ecke beinahemit zwei jungen Erwachsenen zusammen,höchstwahrscheinlich engagierte Studierende.Richtig, da zückt auch schon der eine seinenKugelschreiber und lässt ihn schreibbereit überseinem Klemmbrett schweben. „Hallo!“ StrahlendesGrinsen. „Rauchst du?“ Zu überrascht, um ignorantzu sein, bleibe ich kurz stehen. „Ähh, nein.“ „Achschade! Aber trotzdem noch einen schönen Tag!“Danke, den werde ich haben, weil mir kein Rauchdie Lunge verätzt. Während ich eilig meinen Wegfortsetze, muss ich erst lachen, dann werde ichnachdenklich. Wirklich schade an der Sache ist janur, dass die Werbung anscheinend wichtiger istals die Gesundheit. Das nächste Mal drücken siemir eine Zigarette in die Hand, um mich danacheiner empirischen Umfrage unterziehen zukönnen. Auch wenn ich neugierig geworden bin,bleibe ich bei meiner alten Strategie – Ignorierenund Weitergehen.Von Marlies WeißbrichDas jüngst erschienene „Bonner Kneipenquartett“ist Nachtschwärmern, Kaffee-Trinkern undSparfüchsen gleichermaßen zu empfehlen. Eshandelt sich dabei um ein Gutscheinheft inSpielblattformat. Es enthält Gutscheine für 32Bonner Kneipen, Cafés, Biergärten und andereLokalitäten der feuchtfröhlichen wie auchgemütlichen Art (und sogar ein Kinogutscheinfürs WOKI ist mit drin). Für 7,90 € kann „BonnerKneipen“ an verschiedenen Verkaufsstellen desStudentenwerks, z.B. dem cafeleven, dem Juri§hopund dem cafe unique erworben werden. Mal ist esein Freigetränk, mal zwei zum Preis von einem -insgesamt lassen sich laut Verpackung durch dasSpiel bis zu 150 € sparen. Ein schöner Nebeneffektsind nicht nur die netten Details, die man überdie Läden erfährt (z.B. die Anzahl der Biersortenund die Tresenlänge in Metern), sondern auch,dass man seinen Trinkhorizont über die eigeneStammkneipe hinaus erweitern und durch dasSpiel auch einige Geheimtipps kennenlernenkann. Die Karten werden beim Einlösen übrigensnur abgestempelt, sodass man auch danach nochweiter damit Quartett spielen kann.Von Sophie Leins32


akutVon Julia Faber und Kathrin EngelmannAuf die Reime, AStA-Wer? fertig, losPoetrySlam in der SchauspielhallePoetry Slam muss nicht aus den abgedroschenen Alltagsgeschichtenvon Langweilern bestehen. Es geht auch interessant.Im Theater!1986 in Chicago - eine neue Mode entsteht: Poetry Slam. Sinndes Ganzen ist es, durch den Vortrag literarischer Texte seineGegner zu übertrumpfen und gleichsam das Publikum zuüberzeugen. 27 Jahre später ist es auch in Bonn soweit: Diebeiden Slammer Quichotte und René Deutschmann setzen sichzusammen und entwickeln die Idee eines außergewöhnlichenDichterwettstreits in Bonn. Geburtshilfe gibt es dabei vomehemaligen Theaterdramaturgen Ingo Piess. Dieser erkenntdas Potential des Wettbewerbs, volle Häuser durch hoheQualität zu erreichen.Neben einem abwechslungsreichen Aufgebot an Poeten wurdedas Publikum von Stimmenimitator Christian Schiffer (1live)und den Bonner Blümchenknickern bei Laune gehalten. Dochbei allem Erfolg versuchen die Jungs stets, das Erlebnis jedesSlams mit allen Menschen zu teilen - so auch mit Gehörlosen.In Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch wurden für einenSlam zwei Gebärdendolmetscher engagiert, das Vorgetragenelive zu übersetzen. Die Slams so einem noch breiterenPublikum zugänglich zu machen, scheint zur Popularität desEvents beizutragen.Die Moderatoren Quichotte und René konzipieren den Slamgemeinsam und laden nur ein, wer bei ihnen während dereigenen Slammerkarriere bleibenden Eindruck hinterlassenkonnte. Die Motivation dahinter ist klar: „Wir dachten uns,man kann am Rand sitzen und darüber meckern, was dieandern alle alles falsch machen, oder es selbst riskieren“, soRené.Die schöne Rheinseite Bonns wurde zuerst beglückt und230 Zuschauer kamen in Beuel in den Genuss reinerLiteraturfreude. „Ich sage immer, im Theater fühlen wir unswie Kinder, die nachts im Toys R Us vergessen wurden. Wirhaben alle Möglichkeiten, unsere Ideen zu verwirklichen.“Beheimatet im Schauspielhaus Beuel, wagte sich dastollkühne Trio zum Abschluss der letztenSpielzeit in die Oper Bonn - und 500Zuschauer folgten ihnenbegeistert.René Deutschmann kennt schöne Häuser.Fotos: Mariam Gabatashvili-BraunUm die Finanzierung müssen sich die drei keine Sorgenmachen, obwohl es wie vermutlich bei allen kulturellenAngeboten Sparzwänge gibt. „Finanzierung ist im Vergleichzu den meisten anderen Slams ein Traum, denn wir holenwen wir für gut erachten, egal ob aus der Schweiz, aus Halle,Köln oder Bonn“, freut sich René und verweist darauf, dasssie für Auftritte im Theater ein gewisses Niveau voraussetzen.„Die Show, die wir um die Slammer herum machen, ist eineaugenzwinkernde Hommage an das Theater und macht aucheinfach Spaß.“Die Zukunft des Slams ist dennoch ungewiss: Dieneue Intendanz beziehungsweise das neueTheater zeigt sich hinsichtlich desKonzepts euphorisch - abermit Vorbehalt bezüglich derFinanzierung - die Kassensind leer. Aber die Jungsgeben sich gelassen, habendoch „andere Häuser auchschöne Theater.“33


akutVon Lauren RamoserStudieren aus ÜberzeugungalltagsKULTURGlückssacheJedes Jahr wechseln noch bis in die Nachmeldephase hineinhunderte Studierende ihren Studiengang. Die meisten merkenschnell, dass ihnen das aktuelle Fach keinen Spaß macht. Oftbekommen die Geisteswissenschaften dann noch ordentlichZuwachs. Aber woran liegt das?Sie gelten gemeinhin als brotlose Kunst. Immer wiederhört man von studierten Taxifahrern und arbeitslosenPhilosophen. Ein Vernunftsfach lockt dagegen mit einemhohen Einstiegsgehalt, langfristigen Jobaussichten und Ruhmund Ehre. Die wenigsten Studienwechslerhaben vor ihrer Umschreibung allerdingsdaran gedacht, ob dieses Studium und derdaraus resultierende Job sie langfristigauch glücklich machen wird.Und dabei dient ein Studium vor allemdazu, den Weg zu ebnen, für einglückliches Leben ineinem Beruf, den mangerne ausübt.Mit dem Glücklichseinbeschäftigtsich mittlerweileeinganzerForschungszweig: diePositive Psychologie.Ziel dieser Forschungist es, die Faktorenzu finden, dieMenschen zu einemerfüllten Lebenverhelfen. ProfessorBarbara Fredricksonvon der University ofNorth Carolina ist weltweit führendeWissenschaftlerin in Sachen gute Gefühle.„Die Menge an positiven Gefühlen,die ein Mensch hat, steht in direktemZusammenhang damit, ob er im Lebenaufblüht oder nur dahin dümpelt.“ Hinzukommt, dass glückliche Menschen im Schnittungefähr fünf Jahre länger leben, da sie ein stärkeres ImmunundHerz- Kreislauf System haben.Diese Studien sind allgemein bekannt. Daher stellt sichdie Frage, warum so viele Menschen nicht das tun, was sieprimär glücklich macht. Die simple und in den meistenFällen zutreffende Antwort ist: Geld. Denn in unsererGesellschaft wird Glück oft mit Wohlstand gleichgesetzt.Dem ist in der Tat aber nicht so, denn es ist bewiesen, dass,sobald die Grundbedürfnisse gedeckt sind und der eigeneLebensstandard dem des unmittelbaren Umfelds entspricht,mehr Geld nicht automatisch glücklicher macht.Die Faktoren, die Menschen zufrieden machen, sind vor allemFamilie und Freunde, persönliche Freiheit, Gesundheit und derArbeitssinn. Das ergaben bundesweite Umfragen. Ein hoherIQ, das Wetter und Reichtum wirkten sichhingegen nicht auf das Glück der Befragtenaus.In dem mittelasiatischen Staat Bhutangibt es seit 2008 sogar eine jährlicheMessung des Bruttosozialglücks. Esist also in einigen Ländernschon Thema der Politikfür glückliche Bürgerzu sorgen. Zudemist bewiesen, dassdie erfolgreichstenUnternehmen ausMenschen bestehen,die das tun, was siewirklich gut können.In Deutschlandgeben hingegennur ein Drittel allerArbeitnehmer an,in einem Beruf zuarbeiten, der ihrenStärken entspricht. Essollte also nicht das Zielsein, ein Fach zu studieren, vondem man glaubt, dass man ein hohesEinkommen haben wird. Vielmehrsollte es Ziel sein, an seinen Stärken zuarbeiten und diese nach dem Studiumberuflich zu verwirklichen. Und mit derAussicht auf ein beruflich glückliches Lebenschläft es sich dann auch im Komparatistikstudium leichter.Quelle: Gipfel der Glücklichmacher, aus Focus (2009)34


akut(K)ein Komentar von Florian EßerKontrollen, Verräter, BierverboteBonns Nachbarstadt Köln greift nun härter durch. Seitkurzem wurde ein neues, schärferes, Alkoholkonsumverbotan U-Bahnhaltestellen und in öffentlichen Verkehrsmittelnsalonfähig gemacht. Demnach kann schon eine offene Flascheausreichen, um dein 1-€-Bier vom Kiosk zum teuersten deinesLebens werden zu lassen. 40 € werden nämlich fällig, wenndu dich des Verzehrs oder des Mitführens von (geöffneten)alkoholischen Getränken in Bus und Bahn oder an U-Bahnhöfen schuldig machst. Keine Verwarnungen, kein Wennund kein Aber. Asche auf dein Haupt.Um die gesamte Bandbreite an Schwarzfahrern undAlkoholsündern abfrühstücken zu können, bieten die KölnerVerkehrsbetriebe in unregelmäßigen Abständen immermal wieder ein besonderes Berufsfeldfür Studierende an: Kontrolleur. DiesesVerfahren reicht zurück bis tief in die2000er – ähnlich wie David-Beckham-Frisuren und Alkopops - erscheintnun aber von größerer Bedeutung.Schließlich ist man spätestensjetzt selbst ein Student und deineFreunde sind es auch. Und schonbald vielleicht Kontrolleure inKölner Verkehrsmitteln...„Die wollen uns gegeneinanderausspielen und Misstrauensähen“, scherzte einBonner Freund vonmir, als ich ihmvon den neuestenE n t w i c k l u n g e nin meinerh e i m a t l i c h e nDomstadt erzählte.Aber scherzteer wirklich?Stelle dir nureinmal folgendesSzenario vor: Esist Samstagabend,die Woche in derUni war hartund nun willstdu ein bisschenabschalten. Dukaufst am Kiosk noch eben ein Wegbier und machst es dir inder Straßenbahn gemütlich, die dich zu dieser Party bringensoll, auf die du dich schon die ganze Woche über freust. Zweijunge Männer betreten die Bahn an der nächsten Haltestelle.Du witterst die Gefahr nicht, denn du siehst es ihnen nichtan. Sie sehen so aus wie du und ich. Aber dann, tatsächlich,einen von ihnen erkennst du doch: Es ist dein alter KumpelTommi. Richtig, genau der Tommi, mit dem du dich frühervor den DB-Kontrolleuren auf der Zugtoilette versteckt hast.Dann kommt dein alter Kumpel und jetziger Kommilitonelangsam durch den Waggon auf dich zu. Schon willst du dieHand zur Begrüßung heben, doch da zückt er bereits seinArbeitswerkzeug und druckst irgendetwas wie: „Alter, duweißt doch, dass du in der Bahn nicht trinken darfst. Tut mirLeid, aber das macht 40 €, Mann“. Du willst ihm wirklich gerneglauben, dass ihm das Ganze Leid tut, aber im Angesicht desBruderverrats kannst du nur noch stammeln: „Auch du, meinKommilitone Tommi?“Dura lex, sed lex, wie der Lateiner sagen würde. Das Gesetz isthart, aber es ist das Gesetz und auf seiner nächsten WG-Partykannst du Tommi immer nocheinen Harzer Roller hinter dieHeizung kleben. Denn Racheist Schimmelkäse. Und wiesagte schon Julius Caesar,der legendäre Staatsmannund Führer der RömischenRepublik, dem diese Wortetragische Ironie einbrachten?„Ich liebe den Verrat, hasseaber den Verräter!“Ave, Caesar, morituri tesalutant!Dennoch: Der Studentenjobdes Ticketkontrolleurskann eine willkommeneAbwechslung zu den üblichenArbeiten als Kellner oderAushilfe im Supermarkt sein.Und mit elf Euro die Stundeein gutbezahlter Pakt mitdem Teufel. Aber dafür auchzu studentenunfreundlichenZeiten. Die Aushilfen von derUni übernehmen nämlichhauptsächlich den Spätdienstam Wochenende. Da mussman in den sauren Apfelbeißen.Sollte ich demnächst alsodringend einen Job benötigen,um das BAföG aufzustocken, dann schicke ich meineBewerbungsunterlagen verstohlenen Blickes und mit tief insGesicht gezogenem Filzhut an die KVB-Zentrale. Falls du undich uns dann begegnen sollten, dann nimm es mir bitte nichtübel. Ich bin ganz Sklave meiner beruflichen Pflicht und Leidtut es mir auch.Aber sag ja nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.35


akutalltagsKULTURVon Jessica Backhaus und Verena UmbachSchenken über‘s InternetBefreie deinen StoffIm Kleiderschrank ist nur Mist, deinen Handmixer brauchstdu garantiert nie und auf dem Klavier sammelt sich nur Stauban? Dann befreie dich von deinen alten Sachen und macheanderen damit eine Freude. Free your stuff!Free Your Stuff Bonn! Für diejenigen, die die Facebook-Gruppenoch nicht kennen, ist es wahrscheinlich unvorstellbar,umsonst mit einem funktionstüchtigen Auto oder einemwertvollen antiken Klavier beglückt zu werden. Und genaudieses skeptische Volk werden wir nun darüber aufklären:Guenady Montagne und Olga Judin übernahmen das Konzeptaus Luxemburg. Vor einem Dreivierteljahr gründeten sie dieGruppe in Bonn, die hier sogar noch erfolgreicher ist, dasist zumindest den rasant ansteigenden Mitgliederzahlen zuentnehmen.der versucht habe, durch die Gruppe an Gras zu gelangen.Auch skurril, aber stilvoll ist ein Rednerpult aus demLandesmuseum. Neben diesen extravaganten Beiträgen gibtes jedoch auch bemerkenswert großzügige Präsente. Zumeinen das schon erwähnte Auto und das Klavier, kompletteWohnzimmergarnituren, antike Möbel, funktionstüchtigeFahrräder und eine große Sammlung an Babysachen.Immerhin gibt es auch Menschen, die man mit einerYukapalme oder mit Holzbrettern erfreuen kann. Neben demeigentlichen Sinn des Gebens und Nehmens begegnen dieMitglieder vielen freundlichen Menschen, wie uns geschildertwurde. Demnach suchte eine Frau Hilfe, um eine Couch vonBonn nach Berlin zu transportieren und fand in der „Free YourStuff Bonn“-Gruppe einen hilfsbereiten Autofahrer. Selbst eineHochzeitstorte, die zur Probe gebacken wurde, verschenktedie Bäckerin in mehreren Stückchen und freute sich jeden Tagüber neuen Besuch.Es ist ganz einfach: Wer etwas braucht postet ein „Need“mit seinem Anliegen in die Gruppe und hofft, dass sich Im Übrigen gehen die Schenker oft nicht leer aus, da siejemand findet, der genau diesenvon den Beschenkten alsGegenstand loswerden will.Dankeschön KleinigkeitenWer etwas verschenken möchte,wie Pfefferminztee oderpostet ein „Give“ in die GruppeBlütensamen überreichtund wartet auf glücklichebekommen. Leider gibt es aberKandidaten, denn wer nichtnicht nur positive Erfahrungen.schnell genug ist, geht leer aus.Gelegentlich wird ernstesDanach müssen sich SchenkerInteresse bekundet, die Termineund Nehmer verständigen,dann aber nicht eingehalten,wo die Übergabe stattfindendie Schenker verschwendensoll. Warum das Konzept soeinen ganzen Nachmittag undvielversprechend ist, lässt sichkönnen sich erneut auf diemühelos erklären. Zum einen,weil in unserer virtuellen Weltfast jeder einen FacebookaccountSuche nach einem Interessentenmachen. Weiter bemängelt derAdministrator, dass es immerbesitzt und die „Free Your Stuff“-wieder mal Fake-AccountsGruppe nur „einen Klick“ entferntgebe, die mit einem schlechtist, so Guenady Montagne.übersetzten Text DarlehenWeitere Mitglieder merkenandrehen wollen. Außerdeman, dass es Freude bereitetfürchtet der Administrator auchMenschen zu beschenken, undeine zu große Mitgliederzahl,man sich somit den Weg zumdie zu UnübersichtlichkeitSperrmüll sparen kann. Was So doch nicht! Sein Zeug wird man heute auf Facebook los. führen könnte. Auf diebei den einen den Platz imFrage, ob in der GruppeKeller zustellt, können die anderen gut gebrauchen. EinMitglied sammelte die Erfahrung, dass das Lachen auf demGesicht der Abholer Lohn genug sei und Freude und Hilfezu bekommen das ist, was die Gruppe ausmacht. Ob manjedoch etwas mit 300 abgelaufenen Kondomen anfangenkann, bleibt bisher ungeklärt. Wie der Administratoruns berichtete, gab es auch einmal einen Witzbold,Tauschgeschäfte geduldet würden, teilt Guenady Montagnemit, dass diese nichts in der Gruppe verloren haben, da dasTauschen gegen den sozialen Aspekt der Gruppe verstößt. ImGroßen und Ganzen fördert die Gruppe die Bereitschaft fürnette Gefälligkeiten untereinander und die Wertschätzungeigentlich abgelegter Güter. Also, Daumen hoch für „Free YourStuff Bonn“!36


akutVon Sophie Leins und Nadine TenbiegMein Name ist Bonn - James BonnEinzelhändler aus der WortspielhölleBonn ist ein kurzer und schlichter Städtename. Gerade deshalbeignet er sich wohl wie kein anderer für unzählige Wortspielereiender besten Art, die dem geschulten Auge in der ganzenStadt begegnen. Vor allem die Ähnlichkeit zum lateinischenbonus bzw. dem französischen bon/bonne, was „gut“ bedeutet,liefert hier eine Steilvorlage. So hat Bonn einige Besitzervon Gastronomiebetrieben und Geschäften auf der Suchenach knackigen Kneipennamen schon zu unvergleichlichenFeuerwerken der Kreativität inspiriert. Respekt!Hier eine kleine Auswahl BONNer Lokalitäten:Wortspiel-RätselDie akut-Redaktion hat sich nicht lumpen lassen undist ebenfalls zur Wortspielhöchstform aufgelaufen.Finde auch du für diese potentiellen BonnerGeschäfte den passenden Namen!Auflösung folgt auf Seite 38.Echte rheinische Eckkneipe:(BON_er_un__er)Textmex-Restaurant:(B_ _N_ _z_)Das Intellektuellencafé in der Altstadt:(_O_N _ _t)Rockerkneipe vom Typ Hardrockcafé:(B_NN _ _ b_ w_l_)Ihr lokaler Händler für dicke Schlitten:(_ _N_ _e)Cocktailbar-geschüttelt, nicht gerührt:(Ja_ _s B_ _N_)Partnervermittlung für besondere Abenteuer:(B_N_ _e u_ _ C_y_e)Lampengeschäft:(_ _ _N_i_e )37


akutalltagsKULTURKunst-eckeWortspiel-Rätsel-LösungEchte rheinische Eckkneipe:(BONNerlunder)Textmex-Restaurant:(BONNanza)Das Intellektuellencafé in der Altstadt:(BONN Mot)Rockerkneipe vom Typ Hardrockcafé:(BONN to be wild)Ihr lokaler Händler für dicke Schlitten:(BONNze)Cocktailbar-geschüttelt, nicht gerührt:(James BONNd)Partnervermittlung für besondere Abenteuer:(BONNie und Clyde)Lampengeschäft:(BONNfire )Ihr wollt wissen, wer Beethoven hier ins Goldbärenkostümgesteckt hat? In der nächsten Ausgabe kommt die Auflösung!38


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akutAuch lecker:akut-bonn.defacebook.com/akut.bonn40

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