UMWELTERKLÄRUNG 2010 - ebswien Hauptkläranlage

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UMWELTERKLÄRUNG 2010 - ebswien Hauptkläranlage

INHALTVORWORT 04GESCHICHTE 08UNTERNEHMENSVORSTELLUNG 10MANAGEMENTSYSTEM 12LEITLINIEN 14GEWÄSSERSCHUTZ / ABWASSERREINIGUNG 16UMWELTASPEKTE UND IHRE UMWELTAUSWIRKUNGEN 20UMWELTPROGRAMM 2009 28UMWELTPROGRAMM 2010/2011 30NACHHALTIGER BEITRAG ZUM UMWELTSCHUTZ 32UMWELTENTLASTUNG 34INPUT - OUTPUT 36Umweltkennzahlen 38KOMMUNIKATION 42GÜLTIGKEITSERKLÄRUNG 50


VORWORTWIR STEHEN FÜRUMWELTSCHUTZ!„Möge diese Anlage durch die Rückführung gereinigten Abwassers inden Kreislauf der Natur zur vemehrten Reinhaltung unseres Lebensraumsbeitragen.“ Diesen Wunsch deponierten die damals politischVerantwortlichen bei der Grundsteinlegung für die HauptkläranlageWien. Und er ist zur Gänze in Erfüllung gegangen: Seit 1980 leistetdie Anlage einen ganz wesentlichen Beitrag zum Gewässerschutz unddamit zur Lebensqualität in Wien. Die Abwasserreinigung erfolgt heuteauf einem solch hohen Niveau, dass nach dem Ablauf der Kläranlagekeine Beeinträchtigung für die Donau entsteht. Für eine Millionenstadtwie Wien ein außergewöhnlich gutes Ergebnis.Die ebswien als Betreiber der Hauptkläranlage Wien blickt aber nichtnur auf eine 30-jährige erfolgreiche Tätigkeit zurück. Sie denkt auch indie Zukunft: Dabei gilt das Hauptaugenmerk der Erhöhung der Energieeffizienzder Anlage bei gleichzeitiger Beibehaltung der hervorragendenReinigungswerte. Im Zeitalter des globalen Klimawandels und knapperwerdender Ressourcen eine entscheidende Herausforderung. Auch beider im Wiener Klimaschutzprogramm KliP II festgeschriebenen verstärktenNutzung erneuerbarer Energieträger geht die HauptkläranlageWien mit gutem Beispiel voran.Diese Bemühungen und weitere Maßnahmen zum nachhaltigen Betriebder Anlage sind in der vorliegenden „Umwelterklärung 2010“ beeindruckenddokumentiert. Mein Dank dafür gilt dem engagierten Teamder ebswien hauptkläranlage. Ich bin sicher, dass der Wille, die eigenenLeistungen weiterhin kritisch zu prüfen und zu optimieren, nichtnachlassen wird – damit der eingangs zitierte Wunsch auch in ZukunftRealität bleibt.Mag. a Ulli Sima / Wiener Umweltstadträtin05


VORWORTTIM, AB INSBELEBUNGSBECKEN!Zwei Wassertropfen, Tim und Trixi Tropf, begleiten Sie bei der Lektüre dervorliegenden „Umwelterklärung 2010“ der ebswien hauptkläranlage. Siesind die Symbole für den großen Wert, den wir auf die Umweltbildunglegen. Im Kinder- und Jugendbereich, aber auch bei Erwachsenenbemühen wir uns um altersadäquate Information über die Wichtigkeitder Abwasserreinigung für den Gewässer- und damit den Umweltschutz.Denn die ebswien hauptkläranlage, in der das gesamte Abwasser derWienerinnen und Wiener nach dem Vorbild der Natur gereinigt wird,ist stolz darauf, im Bereich Gewässerschutz einen wichtigen Beitragzur hohen Lebensqualität in Wien zu leisten: Wir sorgen dafür, dass dieDonau Wien in derselben guten Qualität verlässt, in der sie in die Stadtgekommen ist. Dieser besonderen Verantwortung für die Umwelt sind wiruns sehr bewusst. Als erste Kläranlage Österreichs führte die ebswienhauptkläranlage im Jahr 2007 ein Integriertes Managementsystem mitdem Ziel der ständigen Verbesserung in den Kernbereichen Qualität,Sicherheit und Umwelt ein. Nun liegt die aktuelle Information über unsereBemühungen im letztgenannten Bereich vor. Wieder konnte eine Vielzahlvon Maßnahmen umgesetzt werden, die unsere Umweltleistungen weiterverbessern.Die erreichten Erfolge wären ohne das Engagement aller Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter in diesem permanenten Prozess nicht möglich. VieleUmweltziele haben wir bereits erreicht. Unsere ambitionierten Pläne, vorallem im Bereich Energieeffizienz, zeigen aber, dass wir uns auch neuenHerausforderungen stellen. Unser Grundsatz gilt auch in Zukunft: Wirklären alles - und das auf höchstem Niveau.Direktor Ing. Christian Gantner07


Gründung derEntsorgungsbetriebeSimmering GmbH (EbS)Eröffnung derHauptkläranlage Wiendurch BürgermeisterDr. Leopold Gratz19761980Grundsteinlegung für dieHauptkläranlage Wiendurch BürgermeisterBruno MarekBeginn derAbwasserreinigungin Wien1970195108


GESCHICHTEWOHER WIRKOMMENDie EbS übernehmendie Betriebsführung derHauptkläranlage Wien1986Spatenstich fürden Ausbau derHauptkläranlage Wien.Die Stadt Wien investiert220 Mio. Euro2000Abwasser ist ein Produkt unserer Zivilisation. Der Umgang damit wurdezunehmend zum Ausweis des Entwicklungsgrads einer Zivilisation. Wienwar als europaweit einzige Stadt schon im 18. Jahrhundert innerhalbder Stadtmauern komplett kanalisiert. In mehreren großen Bauphasenentstanden im 19. Jahrhundert weitere zahlreiche Kanalbauten. Fürdie Hygiene in der Stadt war gesorgt, doch das Abwasser gelangteungereinigt in die Wiener Flüsse. Nach dem Zweiten Weltkrieg begannenin Wien die Planungen, die gewaltigen Abwassermengen – bis zu 500Millionen Liter täglich – zu reinigen. Zunächst gingen zwei kleinereKläranlagen am Liesingbach (Inzersdorf/Gelbe Heide 1951, InzersdorfBlumental 1969) in Betrieb. Doch auch die Wasserqualität der Donauwurde zum Thema, war doch die „Abwasserfahne“ Wiens flussabwärtsder Stadt deutlich merkbar. Vor 30 Jahren ging die Hauptkläranlage Wienin Betrieb, die seit ihrer Erweiterung im Jahr 2005 zu den größten undmodernsten Anlagen Europas zählt.Eröffnung dererweitertenHauptkläranlage Wiendurch BürgermeisterDr. Michael Häupl2005Umbenennung derEbS in ebswienhauptkläranlageGes.m.b.H.201030 JAHRE EBSWIEN HAUPTKLÄRANLAGE09


Die ebswien hauptkläranlage stellt sich dieser Herausforderung und betreibtim Auftrag der Stadt Wien die im Jahr 1980 eröffnete und 2005massiv erweiterte Hauptkläranlage. Auf einer Fläche von 420.000 m² -einem Tausendstel der Fläche Wiens - werden in Simmering die gesamtenAbwässer, die in der Bundeshauptstadt anfallen, gereinigt: rund 7.000Liter pro Sekunde, rund 220 Milliarden Liter pro Jahr. Nach der mechanisch-biologischenReinigung fließt das geklärte Abwasser in den Donaukanal.Und das mit einem Erfolg, auf den die 164 Mitarbeiterinnen undMitarbeiter der ebswien hauptkläranlage stolz sind: Die Donau verlässtWien in derselben guten Qualität, in der sie in die Stadt gekommen ist.Der Standort der Hauptkläranlage ist gut gewählt, liegt er doch an einemder topographisch tiefstgelegenen Punkte Wiens. So gelangt das Abwasserüber das Kanalsystem beinahe zur Gänze im freien Gefälle in die Anlage,der Energieeinsatz für Pumpen wird damit so gering wie möglichgehalten. Auf sparsamen Ressourcenverbrauch legt die ebswien haupt-Unternehmensvorstellungwer wir sindWir klären alles. Die Behandlung von Abwässern in der Kläranlage dientdem Schutz der Gewässer. Ihre natürliche Beschaffenheit soll dadurcherhalten bleiben. Diese Dienstleistung stellt daher einen wesentlichenBeitrag zum Umweltschutz dar.kläranlage größten Wert: Durch Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienzund dem Einsatz erneuerbarer Energien werden ca. 4.500.000kWh jährlich an elektrischer Energie eingespart. Das entspricht in etwadem Jahresverbrauch von 1.500 Wiener Haushalten.Auch der anfallende Klärschlamm dient der Energiegewinnung: Er wirdin dem in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kläranlage gelegenen WerkSimmeringer Haide der Fernwärme Wien nach der Behandlung thermischverwertet.Die Hauptkläranlage Wien grenzt an dicht besiedelte Wohngebiete. Darausergibt sich für die ebswien hauptkläranlage nicht nur die Verpflichtung,ihre Umweltauswirkungen auf Mensch und Natur in der Umgebungso gering wie möglich zu halten, sondern auch die Aufgabe, über ihreTätigkeiten offensiv zu informieren. Mit Erfolg: Das stetig ausgeweiteteAngebot an kostenlosen Führungen an Samstagen erfreut sich bei derWiener Bevölkerung großer Beliebtheit. Einen besonderen Schwerpunktlegt die ebswien hauptkläranlage auf die Jugendumweltbildung. Mit „Tim& Trixi Tropf“ lernen Kinder - die Erwachsenen von morgen - spielerischdie Wichtigkeit der Abwasserreinigung für eine saubere Umwelt kennen:eine nachhaltige Investition in die Zukunft.Firmenwortlautebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H.GeschäftsführerDirektor Ing. Christian GantnerAnschrift11. Haidequerstraße 7, A-1110 WienProkuristDipl.-Ing. Franz KlagerTelefon 0043 / 1 / 76099 - 0Fax 0043 / 1 / 76099 - 5800IMS-BeauftragterIMS-BeauftragteDipl.-Ing. Miklos PappDipl.-Ing. (FH) Alexandra BinderFirmenbuchnummerFN 111306kUmweltbeauftragterDipl.-Ing. Stefan ZelinkaBrancheAbwasserreinigungIdentifikationsnummer 9008390232866Unternehmensgründung 1976Mitarbeiteranzahl 164Internetwww.ebswien.at10


MANAGEMENTSYSTEMWIE WIR ARBEITENDie ebswien hauptkläranlage verfügt seit 2007 über ein Integriertes Managementsystem(IMS) nach ISO 9001 (Qualität), OHSAS 18001 (Arbeitssicherheit),ISO 14001 und EMAS (Umwelt).in Prozessbeschreibungen, Arbeits- und Betriebsanweisungen und Formularen.Sämtliche Dokumente stehen den MitarbeiterInnen elektronischzur Verfügung.Der freiwillige Ansatz, sich diesen höchsten internationalen Standards zuunterziehen, soll unserem Eigentümer Stadt Wien, unseren Mitarbeiter-Innen, den InteressenspartnerInnen und insbesondere den Einwohner-Innen der Stadt Wien die Gewissheit geben, dass wir der Sicherstellungder Abwasserreinigung, der kontinuierlichen Verbesserung unserer Umweltleistungen,dem schonenden und nachhaltigen Umgang mit Ressourcenund der Kommunikation mit der Öffentlichkeit einen sehr hohenStellenwert beimessen.Die Stabstelle IMS & QM und der Beauftragte für Sicherheit, Gesundheitund Umwelt koordinieren die Aktivitäten der MitarbeiterInnen dahingehend,dass umwelt-, qualitäts- und sicherheitsrelevante Ziele des Unternehmenserfolgreich umgesetzt werden. Der Energiebeauftragte istfür die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen und innovativenProjekten zur Energieeinsparung zuständig. Um die Anforderungen hinsichtlichQualität, Umweltschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz zu erfüllen,sind alle Regelungen für die wesentlichen betrieblichen Abläufe imIMS-Handbuch dokumentiert. Detailliertere Dokumentationen finden sichUm unser System kontinuierlich zu verbessern und unsere gesetztenZiele erfolgreich umzusetzen bedienen wir uns verschiedenster Instrumentewie dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, den Abweichungsmeldungen,der Arbeitsplatzevaluierung oder dem Arbeits- undGesundheitsschutzausschuss. Dabei legen wir besonderen Wert auf dieEinbindung der MitarbeiterInnen.Die Bewertung der Systemumsetzung erfolgt regelmäßig im Management-Reviewdurch den Beauftragten der obersten Leitung. Mit internenund externen Audits wird die Umsetzung der qualitäts-, umwelt- und sicherheitsrelevantenAbläufe auf Übereinstimmung mit den Anforderungendes IMS gemessen. Diese regelmäßigen Überprüfungen sind auch einwichtiger Bestandteil zur ständigen Weiterentwicklung und Verbesserungdes Managementsystems. Von besonderer Bedeutung ist in unserem Unternehmenauch der Dialog mit der Öffentlichkeit. In vielen Veranstaltungenund über verschiedene Kommunikationskanäle wird die Bevölkerungmit Informationen zur ebswien hauptkläranlage und deren Beitrag zumUmwelt- und Gewässerschutz versorgt.12


Einhaltung der RechtsvorschriftenZur Einhaltung der für das Unternehmen relevanten Gesetze, Verordnungenund Bescheidauflagen der Rechtsbereiche Umwelt- und Arbeitnehmerschutz,wurde eine eigene Rechtsdatenbank erstellt, deren Aktualitätdurch einen Rechtsänderungsdienst sichergestellt ist. Der Rechtsmanagerkoordiniert die Festlegung von Verantwortlichkeiten für Prüfung,Dokumentation und Einhaltung der Rechtsanforderungen, womit dieRechtssicherheit bzw. Rechtskonformität sichergestellt wird.13


LEITLINIENUnsere Leitlinien fürQualität, Sicherheitund UmweltWir klären alles: Die EbSwien Hauptkläranlage reinigt als Dienstleister der Stadt Wien das gesamte Abwasser derWienerinnen und Wiener und trägt damit wesentlich zum Schutz der Umwelt bei. Unser Ziel lautet: Die Donau mussWien in derselben guten Qualität verlassen, in der sie in die Stadt gekommen ist. Dabei nehmen wir uns die Natur zumVorbild. Die Unternehmensführung bekennt sich klar zu einem hohen Qualitätsanspruch in den Bereichen Sicherheit,Gesundheit und Umweltschutz.WeiterentwicklungDie ständige Verbesserung unserer Leistungen ist unser Anspruch. Dazubedienen wir uns eines Integrierten Managementsystems, in dem alle Abläufeim Unternehmen in Prozessen erfasst und laufend evaluiert werden.SicherheitDie Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter/innen hat absolutePriorität. Daher messen wir der Arbeitssicherheit und der Förderung desGesundheitsbewusstseins einen hohen Stellenwert bei.Mitarbeiter/innenKompetente und motivierte Mitarbeiter/innen sichern den Erfolg unseresUnternehmens. Wir fördern daher die persönliche Entwicklung jedes/rEinzelnen. Von jedem/r Mitarbeiter/in erwarten wir ein klares Bekenntniszu unserem gemeinsamen Ziel.WirtschaftlichkeitUnser Unternehmen wird nach ökonomischen Grundsätzen geführt. Wirverpflichten uns zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit demGeld der Gebührenzahler.14


RechtssicherheitDie Einhaltung der relevanten gesetzlichen Vorgaben ist für uns eineSelbstverständlichkeit. Wir kooperieren eng mit Wissenschaft, Behördenund Politik, um die Grundlagen für künftige Standards zu erarbeiten.UmweltschutzAlle unsere Tätigkeiten sind geprägt von einem verantwortungsbewussten,vorsorgenden und nachhaltigen Umgang mit den eingesetzten Ressourcen.Die Umweltauswirkungen unserer Tätigkeiten halten wir so geringwie möglich.KommunikationWir suchen aktiv den Dialog mit unseren Mitarbeiter/innen und der Öffentlichkeit.Unsere Kommunikation ist dabei von Offenheit und Verständlichkeitgeprägt.15


Gewässerschutz / AbwasserreinigungSauberes Abwassersaubere UmweltDas Abwasser von 1,7 Millionen WienerInnen sowie von Industrie und Gewerbe wird in der ebsWien hauptkläranlagedurch ein mechanisches und zweistufiges biologisches Reinigungsverfahren nach dem Stand der Technik gereinigt. Dieebswien hauptkläranlage nimmt sich die Natur zum Vorbild - der biologische Reinigungsprozess ist ein natürlicherVorgang, der in der Kläranlage technisch umgesetzt ist.Trinkwasser wird durch unterschiedliche Verwendung - vom Duschen biszum Betätigen der WC-Spülung - zu Abwasser und dabei mit Feststoffenund gelösten Inhaltsstoffen verunreinigt. Die gelösten Stoffe enthalten organischeund anorganische Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen.Ungeklärtes Abwasser stellt für ein Gewässer eine Belastung dar.Bis zu einem gewissen Maß können Gewässer diese Belastung durch ihrnatürliches Selbstreinigungsvermögen abbauen. Dabei wird aber der Sauerstoffim Gewässer verbraucht, vor allem beim Abbau von organischemKohlenstoff. Die Folge: Das natürliche ökologische Gleichgewicht ist belastet.Die Beeinträchtigung des ökologischen Zustandes kann mit einer deutlichenVerschlechterung der Gewässergüte bis hin zu einem Fischsterbenverbunden sein. Zusätzlich wäre das Umfeld des belasteten Gewässerabschnittesvon einer wahrzunehmenden Geruchsbelästigung betroffen. VonBedeutung für den nachhaltigen Gewässerschutz ist auch die Entfernungder Pflanzennährstoffe Stickstoff und Phosphor. Stickstoff in Form vonAmmonium und Nitrit ist in zu hoher Konzentration ein Fischgift. Bei einerstarken Anreicherung der Nährstoffe kommt es auch zur Überdüngung,der „Eutrophierung“, die durch ein massives Algenwachstum in den betroffenenGewässern gekennzeichnet ist. Das kann bei Sauerstoffmangelspäter zu einem „Kippen“ des Gewässers führen. Aus hygienischer Sichtbetrachtet ist durch ungeklärtes Abwasser ein Gefährdungspotential fürden Menschen vorhanden.Jede/r WienerInverbraucht 130 LiterTrinkwasser täglich.444015986 5 3BADEN/DUSCHENTOILETTENSPÜLUNGWÄSCHEWASCHENKÖRPERPFLEGEPUTZEN/SONSTIGESABWASCHENGARTENBEWÄSSERNTRINKEN/KOCHEN16


Gewässerschutz / AbwasserreinigungSo funktioniert dieHauptkläranlage WienMechanische ReinigungDie mechanische Reinigung dient zur Entfernung der Feststoffe aus demAbwasser. Die Feststoffe werden nach einer Entwässerung in Containerngesammelt und in die Klärschlammbehandlungs- und Verbrennungsanlage„Simmeringer Haide“ transportiert.SchotterfangDas Wiener Kanalsystem mündet in den Schotterfang der HauptkläranlageWien. Im Schotterfang werden die groben Feststoffe wie Schotter etc., dieunter Einfluss der Schwerkraft zur Sohle des Schotterfangs sinken, entfernt.AbwasserpumpwerkSechs Schneckenpumpen heben das Abwasser auf das Niveau derKläranlage, damit es im freien Gefälle die folgenden Anlagenteile durchfließenkann.RechenanlageSechs Feinrechen (Rechenstäbe mit 6 mm Spaltweite) halten die Grobstoffezurück. Über eine Räumvorrichtung wird das Rechengut von denRechenstäben entfernt.SandfangIm Sandfang verlangsamt sich die Fließgeschwindigkeit derart, dass sichder mitgeführte Sand absetzt.VorklärungIn den Vorklärbecken wird die Fließgeschwindigkeit nochmals deutlichreduziert, damit die mit dem freien Auge gerade noch erkennbaren Partikelzur Beckensohle sinken. Der anfallende Primärschlamm gelangt in dieEindicker. Das mechanisch gereinigte Abwasser fließt größtenteils in dieerste biologische Stufe, ein Teil gelangt über den Bypass direkt in dasZwischenpumpwerk zur zweiten biologischen Stufe. Nach der mechanischenReinigung ist das Abwasser von etwa 30 % der Verunreinigungen befreit.Biologische ReinigungBelebungsbecken Stufe 1 und Stufe 2In den Belebungsbecken werden die im Abwasser gelösten Kohlenstoff-,Stickstoff- und Phosphorverbindungen durch unzählige Mikroorganismen- dem sogenannten Belebtschlamm - biologisch abgebaut. Dieser natürlicheAbbauvorgang benötigt große Mengen an Sauerstoff, der über die Belüftungseinrichtungzugeführt wird. Durch den Reinigungsprozess kommtes ständig zu einer Vermehrung der Mikroorganismen. Dieser biologischeÜberschussschlamm wird kontinuierlich den Schlammeindickern zugeführt.Der gelöste Phosphor wird durch die Zugabe eines Fällungsmittels in unlöslicheFlocken übergeführt und mit dem Überschussschlamm aus demAbwasser entfernt. Nach der ersten biologischen Stufe sind etwa 80 % desKohlenstoffs und etwa 40 % des Stickstoffs entfernt. Die zweite biologischeStufe dient der weiteren Stickstoff- und Kohlenstoffelimination. Der biologischeÜberschussschlamm der Stufe 2 wird der ersten Stufe zugeführt.Zwischen- und NachklärungDer Belebtschlamm besitzt eine flockenartige Struktur, womit er in derZwischen- bzw. Nachklärung unter Einfluss der Schwerkraft zur Beckensohlesinkt. Der abgetrennte Belebtschlamm wird als Rücklaufschlammin das Belebungsbecken zurückgefördert, wo er mit Abwasser vermischtwird, um den Reinigungsprozess aufrecht zu halten. In der Nachklärungerfolgt der letzte Reinigungsschritt. Das geklärte Abwasser fließt über dasAblaufgerinne in den Donaukanal.KlärschlammDer Primär- und der Überschussschlamm werden im Eindicker gemeinsamunter Einfluss der Schwerkraft eingedickt. Das abgetrennte Trübwasserfließt zurück in die Kläranlage, der Klärschlamm wird in die benachbarteKlärschlammbehandlungs- und Verbrennungsanlage „WerkSimmeringer Haide“ der Fernwärme Wien gepumpt, wo die weitere Entwässerungund die thermische Entsorgung erfolgt.AbluftbehandlungUm Geruchsbelästigungen zu vermeiden, sind die AnlagenbereicheSchotterfanggebäude, Schneckenpumpwerk, Rechenhaus, Sandfang,Verteilgerinne der Vorklärung und Eindicker abgedeckt. Die aus diesenBereichen abgesaugte Abluft wird über eine Abluftbehandlung mittelsBiofilter geleitet.18


SchneckenpumpenSchotterfangRechenanlageSandfangVorklärungMECHANISCHEREINIGUNGERSTEBIOLOGISCHESTUFEPrimärschlammÜberschussschlammRücklaufschlammBelebung 1ZwischenklärungBypassEindickerZwischenpumpwerkZWEITEBIOLOGISCHESTUFEDonaukanalNachklärungBelebung 2Rücklaufschlamm19


Direkter UmweltaspektEin direkter Umweltaspekt ist ein Bestandteil einerTätigkeit, der eine Umweltauswirkung verursacht,die von unseren MitarbeiterInnen beeinflusst werdenkann, wie z. B. der Verbrauch von Treibstoffen.Um den Beitrag zum Umweltschutz zu verbessern,bewertet die ebswien hauptkläranlage die im Zugeihrer Dienstleistung erbrachten Tätigkeiten regelmäSSighinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen.Dafür ist es notwendig, die jeweiligen direkten oderindirekten Umweltaspekte zu kennen:20


Indirekter UmweltaspektEin indirekter Umweltaspekt verursacht eine Umweltauswirkung,die von unseren MitarbeiterInnen nicht in vollemUmfang beeinflusst werden kann. So suchen wir den Dialogmit der Öffentlichkeit um das Umweltbewusstsein zu fördern.Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelnePersonen Abfälle über die Toilette entsorgen.21


Umweltaspekte und ihre umweltauswirkungenwie wirkt sich unserhandeln auf dieUmwelt aus?Die Beziehung unserer Umweltaspekte zu ihren Umweltauswirkungen ist in nachfolgender Tabelle dargestellt:Direkte Umweltaspekte:EnergieTrinkwasserGrundwasserFällmittelLandschaftsverbrauchAbwasserAbfälleLärmLuftschadstoffeGeruchIndirekte Umweltaspekte:Anreise der MitarbeiterInnenWeiterbildung der MitarbeiterInnenbezüglich UmweltschutzZusammenarbeit mit UniversitätenDialog mit der ÖffentlichkeitTeilnahme an Seminaren / FachausschüssenUmweltauswirkung:Emission von Treibhausgasen im Zuge des Energieverbrauchs bzw. Beitrag zum Klimaschutzdurch die Produktion von erneuerbarer Energie aus Photovoltaik, thermischer Solarenergieund aus WasserkraftRessourcenverbrauchRessourcenverbrauchRohstoffverbrauchEingriff in Ökosysteme durch Versiegelung von GrünlandPositiver Einfluss des gereinigten Abwassers auf die Wasserqualitätder Donau unterhalb von WienUnbehandelter Abfall als Brennstoff für die Produktion von Fernwärme und Verwertung vonRohstoffen aus Abfällen als Beitrag zum KlimaschutzBeeinflussung der Lebensqualität von Mensch und TierEmission von Treibhausgasen und Beeinträchtigung durch Ozon und FeinstaubBeeinflussung der Lebensqualität von Mensch und TierUmweltauswirkung:Emission von Treibhausgasen und Beeinträchtigung durch Ozon und FeinstaubVerbesserung des umweltgerechten VerhaltensVerbesserung von Technologien bzw. Verfahren in der AbwasserreinigungVerbesserung des umweltgerechten VerhaltensWissenstransfer bzw. Beeinflussung von umweltrelevanten Vorschriften22


Umweltaspekte und ihre umweltauswirkungenBewertung der UmweltaspekteDie Bewertung der direkten und indirekten Umweltaspekte erfolgt durch eine Klassifizierung von 0 bis 3:Im Fall der direkten Umweltaspekte erfolgt diese hinsichtlich der Bedeutung ihrer Umweltauswirkung („keine bzw. vernachlässigbare“ (0) bis „hohe“ (3)Bedeutung). Im Fall der indirekten Umweltaspekte erfolgt die Bewertung hinsichtlich der Möglichkeit einer Einflussnahme auf die Umweltauswirkung(„kein“ (0) bis „hoher“ (3) Einfluss). In nachfolgender Tabelle ist die Bewertung der wesentlichen umweltrelevanten Prozesse hinsichtlich ihrer direktenUmweltaspekte für den Normalbetrieb dargestellt:Direkte Umweltaspekte für den NormalbetriebProzessBedeutende DirekteUmweltaspekteBewertungBegründungAbwasserreinigungMechanischeReinigungEnergie, Abfall2Energie: ca. 12 MWh elektrische Energie werden pro Tag imSchneckenpumpwerk benötigt(ca. 8 % vom Gesamtverbrauch)Abfall: jeden Tag fallen ca. 1.500 kg Schotterfanggut, ca. 12.000 kgRechengut, 5.000 kg Sandfanggut und ca. 100.000 kgPrimärschlamm an1. Biologische Stufe Energie, Fällmittel,Abfall2. Biologische Stufe Energie, Fällmittel,Abfall33Energie: ca. 70 MWh elektrische Energie werden jeden Tag von denKreiselbelüftern in den Belebungsbecken verbraucht(ca. 42 % vom Gesamtverbrauch)Fällmittel: für die Phosphorfällung werden jeden Tagca. 10 m³ Fällmittel benötigtAbfall: pro Tag fallen ca. 80.000 kg Überschussschlamm anEnergie: ca. 35 MWh elektrische Energie werden jeden Tag von denTurboverdichtern für die Belüftung der Belebungsbeckenverbraucht (ca. 22 % vom Gesamtverbrauch)Fällmittel: für die Phosphorfällung werden jeden Tagca. 10 m³ Fällmittel benötigtAbfall: pro Tag fallen ca. 30.000 kg Überschussschlamm an(wird in die 1. Biologische Stufe geleitet)Abwasserkontrolle Abfall 1 Abfall: Pro Jahr fallen ca. 1.000 kg an gefährlichen Laborabfällen anInstandhaltungsmanagementAbfall1Abfall: Pro Jahr fallen ca. 8.000 kg Altöle undca. 30.000 kg Eisen- und Stahlabfälle anObjektbetreuung /FuhrparkEnergie,Luftschadstoffe2Energie: Die PKW, LKW und Aggregate wie z.B. Rasenmäherverbrauchen pro Jahr ca. 30.000 Liter an TreibstoffLuftschad- Durch den Verbrauch der Treibstoffe entstehenstoffe: ca. 80.000 kg CO 2in einem JahrIm abnormalen Betrieb, das bedeutet Stillstände einzelner Aggregate, Becken, Gerinne etc. durch geplante Wartung, Reinigung oder An- und Abfahrprozesse,sind in den Kernprozessen der Abwasserreinigung vor allem die Umweltaspekte Geruch, Grundwasser und Abwasser (verursacht durch Beckenreinigungen)von besonderer Bedeutung.24


Die Bewertung der wesentlichen umweltrelevanten Prozesse hinsichtlich ihrer indirekten Umweltaspekte ist nachstehender Tabelle zu entnehmen:Indirekte UmweltaspekteProzess Indirekte Umweltaspekte Bewertung BegründungAbwasserreinigungZusammenarbeit mit Universitäten,Teilnahme an Seminarenund Fachausschüssen1Die Mitarbeit an Fachausschüssen bzw. der Erfahrungsaustauschkönnen Maßnahmen zum allgemeinen Umweltschutzpositiv beeinflussenSGU-ManagementWeiterbildung der Mitarbeiter-Innen bezüglich Umweltschutz,Dialog mit der Öffentlichkeit2Durch zielgerichtete Schulungen und die Öffentlichkeitsarbeitwird einerseits das Wissen und andererseits das Bewusstseinder Mitarbeiter und der Besucher über Umweltschutz verbessertKommunikationDialog mit der Öffentlichkeit3Der Informationsaustausch über die erbrachten Umweltleistungenfördert das Bewusstsein für umweltbewusstes VerhaltenPersonalmanagementWeiterbildung der Mitarbeiter-Innen bezüglich Umweltschutz,Teilnahme an Seminaren undFachausschüssen2Durch zielgerichtete Schulungen wird das Wissen der Mitarbeiterüber Umweltschutz verbessertEin Umweltaspekt mit der Einstufung 2 oder 3 wird als bedeutender Umweltaspekt bezeichnet, da seine Umweltauswirkung für das Unternehmen vonentsprechender Bedeutung ist. In weiterer Konsequenz werden Ziele und Maßnahmen festgelegt, die nach einer Bewertung hinsichtlich Umsetzbarkeit indas IMS- bzw. Umweltprogramm einfließen. Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen wird ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet.25


UmweltPROGRAMM 2009RÜCKBLICKZiele und MaSSnahmen: Kriterium: Zuständig: Termin: Erfüllungsgrad:Reduktion der Abfallart „Restmüll“Abfallmenge an Restmüll um ca. 1.200kg/a reduziertStangl6/2009Die Prüfung ergab ein Reduktionspotentialvon ca. 700 kg an Restmüll proJahr. Der Einsatz von Stoffhandtüchernerfolgt schrittweise.Prüfen des Einsatzes von Mehrweg-Stoffhandtuchrollenunter Berücksichtigungökologischer, hygienischer und wirtschaftlicherAspektePrüfbericht als Entscheidungsgrundlagefür den Einsatz von Mehr-Weg Stoffhandtuchrollenliegt vorStangl2/2009erfülltReduktion der Abfallart „Batterien“Abfallmenge an Batterien um mehr als10 % reduziertSzabados12/2009Aus wirtschaftlichen Gründen nichtumgesetzt.Erheben des Reduktionspotentials vonnicht aufladbaren Batterien durch Einsatzvon aufladbaren BatterienVorliegen einer Auswertung samtMaßnahmenlisteSzabados6/2009erfülltReduktion der Abfallart „Kunststoffflaschen“Abfallmenge an Kunststoffflaschen ummehr als 300 kg reduziertZelinka12/2009Auf Grund nicht messbarer ökologischerVorteile nicht umgesetzt.Prüfen des Einsatzes einer Getränke-Abfüll-Anlage in der Kantine unter wirtschaftlichenund ökologischen AspektenPrüfbericht als Entscheidungsgrundlagefür den Einsatz einer Getränke-Abfüll-Anlage liegt vorZelinka8/2009erfülltWeiterentwicklung der Strategien für dieAnpassung der Belüftungsregelung bei unterschiedlichenBetriebsbedingungen der Anlagedurch Einsatz eines SimulationsmodellsVerringerung der spezifischen Belüftungsenergieum 2 %Wandl12/2009Der Projektstart wurde auf Dezember2009 verschoben. Das Ziel wurdein das Umweltprogramm 2010übertragenAnpassung des bestehenden dynamischenSimulationsmodells für die Untersuchungunterschiedlicher Strategien derBelüftungsregelungDynamisches Simulationsmodell vomInstitut für Wassergüte der TU Wien demAusführungsstand entsprechend adaptiertWandl6/2009Betriebsdatenauswertung und Simu -lationsstudien zur Festlegung geeigneterBelüftungsstrategien sowie Organisationund Auswertung von MesskampagnenVorlage eines Ergebnisberichts mit Festlegunggeeigneter BelüftungsstrategienWandl11/2009Reduzierung des Energieverbrauchsder KläranlageVerbesserung des Energieverbrauchsum 5 % beim elektrischen- bzw. um 20% beim Fernwärme-Energieverbrauchdes Büro-, Sozial- sowie des WerkstättengebäudesKuschnigg12/2009Das Ziel wurde in das Umweltprogramm2010 übertragen.Reduzierung des Fernwärme-Energieverbrauchzur Warmwasseraufbereitung durchden Einsatz thermischer SolarkollektorenEinsparung von ca. 20 % (50.000kWh/a) vom Fernwärme-EnergieverbrauchKuschnigg2/2010Die Maßnahme wurde in das Umweltprogramm2010 übertragen.Reduzierung des elektrischen Energieverbrauchsdurch den Einsatz einerPhotovoltaikanlageEinsparung von ca. 0,5 % (8.000 kWh/a)vom elektrischen EnergieverbrauchKuschnigg4/2010Die Maßnahme wurde in das Umweltprogramm2010 übertragen.Einsatz von Energiesparlampen im Bereichdes Büro- und SozialgebäudesEinsparung von ca. 0,5 % (6.700 kWh/a)vom elektrischen EnergieverbrauchKuschnigg9/2009Erfüllt: es wurden 0,62 % bzw. 8.370kWh eingespart28


Einsatz neuer Leuchten und eines Lichtmanagementsfür die AnlagenaußenbeleuchtungEinsparung von ca. 3 % (45.000 kWh/a)vom elektrischen EnergieverbrauchKuschnigg9/2009Erfüllt: es wurden 12,3 % bzw.185.000 kWh eingespartReduzierung der monatlichen 1/4-StundenLeistungsspitze durch Betriebsoptimierungenbei den verfahrenstechnischen AggregatenVorliegen einer Studie samt Maßnahmenlisteund Reduzierung der monatlichenLastspitze um ca. 1 MWKuschnigg12/2009Die Maßnahme wurde in das Umweltprogramm2010 übertragen.Erheben des Fernwärme-Energieverbrauchim Bereich der Lüftungs- und Klimaanlagender verfahrenstechnischen HochbautenVorliegen einer Auswertung samt MaßnahmenlistungMarek12/2009erfülltSenkung des Energieverbrauch durch dasAbschalten aller Clientrechner, Monitoreund Drucker nach DienstschlussEinsparung von ca. 1 % (15.000 kWh)vom elektischen EnergieverbrauchMaresch12/2009erfülltSenkung des Treibstoffverbrauchsim FuhrparkVerringerung des Treibstoffverbrauchsum 10 %Stangl12/2009Erfüllt: der Treibstoffverbrauch wurdeum 8,6 % gesenkt.Reduzierung der km-Leistung durch einenoptimierten Fahrzeugeinsatz im UnternehmenGrundlagenerhebung für die Vermeidungvon Fahrten liegt vorStangl3/2009erfülltTeilnahme an einem „Spritspar-Training“Verringerung des Durchschnittsverbrauchsum 8 %Stangl12/2009erfülltVerringerung der CO 2-Emissionen bzw.Reduktion der fossilen Energieträgerim FuhrparkFahrzeug mit Elektroantrieb ersetzt einFahrzeug mit Verbrennungsmotor abdem Jahr 2010Stangl6/2009Erfüllt: es wurde ein Fahrzeug mitHybrid-Antrieb angeschafft.Technische und wirtschaftliche Prüfung desEinsatzes von weiteren Elektrofahrzeugenin der Hauptkläranlage WienVorliegen des Prüfberichts inkl. eines Investitionsplansfür die nächsten 3 JahreStangl12/2009erfülltOptimierung des Fällmittelverbrauchs Jahresmittelwert ß < 0,80 Matzke 12/2009 erfülltErstellung eines Konzepts für eine verbesserteRegelung der FällmitteldosierungKonzept mit Richtlinien für die Einstellungder Betriebsparameter bei derFällmitteldosierung liegt vorMatzke3/2009erfülltErsatz bestehender Reinigungsmitteldurch ökologische ReinigungsmittelErsatz von mehr als 20 % der bestehendenReinigungsmittel durch ökologischeReinigungsmittelSova12/2009Erfüllt: alle bestehenden Reinigungsmittelentsprechen den ökologischenKriterien.Überprüfung der Inhaltsstoffe der bestehendenReinigungsmittel mit den Kriterienvon „ÖkoKaufWien“Bewertung der ökologischen Verträglichkeitder bestehenden Reinigungsmittelliegt vorSova5/2009erfülltEinsatz ausgewählter ökologischer Produkteüber einen Zeitraum von mindestens vierWochenFestlegen der am besten geeignetenökologischen ReinigungsmittelSova7/2009erfülltFörderung des Umwelt-Bewußtseinsder MitarbeiterPositives Befragungsergebnis über dieInfo-Veranstaltung von mehr als 75 % einerbefragten Zielgruppe von 20 PersonenPapp6/2009erfülltInformationsveranstaltung für die Mitarbeiterüber die Zusammenhänge von Tätigkeiten bzw.Handlungen und deren UmweltauswirkungenMehr als 90 % der Mitarbeiter habennachweislich an der Info-VeranstaltungteilgenommenPapp /Zelinka5 /2009erfüllt29


UmweltPROGRAMM 2010/2011ausblickFür jene Umweltaspekte, die gemäß der Bewertung der Umweltaspekte (siehe Kapitel Umweltaspekte) eine bedeutende Umweltauswirkung aufweisen(Bewertung mit 2 oder 3), wurden Ziele und Maßnahmen entwickelt und nach Maßgabe ihres Stellenwertes in das Umweltprogramm 2010 aufgenommen.Ziele und MaSSnahmen: Kriterium: Zuständig: Termin:Erhöhung der Effizienz beim Treibstoffverbrauchim Fuhrpark des BetriebesBei mindestens 3 von 4 Fahrzeugen wurde dervorgegebene Durchschnittsverbrauch erreicht bzw.unterschrittenStangl1/2011Schulung der Fahrzeuglenker die mit dem Toyota PriusHybrid, Fiat Strada (Labor), Fiat Strada (Betrieb) und demFiat Doblo Cargo fahren über spritsparende MaßnahmenAlle Fahrzeuglenker sind nachweislich geschultStanglScharrer3/2010Laufende Kontrolle des Durchschnittsverbrauchsvom Toyota Prius HybridDurchschnittsverbrauch ≤ 5,5 l/100 kmStangl1/2011Laufende Kontrolle des Durchschnittsverbrauchsvom Fiat Strada (Labor), Fiat Strada (Betrieb) undvom Fiat Doblo CargoDurchschnittsverbrauch um mehr als 7 % verringert(Basis: 2008)MinichshoferVokrojKoholka1/2011Reduzierung der CO 2-Emissionen im Fuhrpark des BetriebesMehr als 2.000 km wurden mit den Fahrrädern emissionsfreizurückgelegt, das entspricht einer Vermeidungvon ca. 600 kg CO 2Matzke12/2010Neuanschaffung von Elektro-Fahrrädern für das Labor 4 Elektro-Fahrräder sind vorhanden Matzke4/2010Verringerung der Emission von Stickoxiden undFeinstaub im Fuhrpark des BetriebesEinsatz eines Fahrzeuges, das die Emission von Stickoxidenum mehr als 75 % und die Feinstaubbelastung umca. 95 % reduziertStangl12/2010Neuanschaffung eines LKW (mit Ladekran) der Euro 5 bzw.EEV entspricht und Außerbetriebnahe des alten FahrzeugesÜbernahme bzw. Inbetriebnahme des neuen Fahrzeugesund Außerbetriebnahme des alten FahrzeugesStangl12/2010Weiterentwicklung der Strategien für die Anpassung derBelüftungsregelung bei unterschiedlichen Betriebsbedingungenund Betriebsweisen der Anlage durch den Einsatz einesdynamischen SimulationsmodellsVerrringerung der Belüftungsenergie um 2 %,entsprechend 250.000 kWh/aWandl12/2010Anpassung des bestehenden dynamischen Simulationsmodellsfür die Untersuchung unterschiedlicher Strategien derBelüftungsregelungDynamisches Simulationsmodell vom Institut für Wassergüteder TU Wien entsprechend dem AusführungsstandadaptiertWandl6/2010Betriebsdatenauswertung und Simulationsstudien zur Festlegunggeeigneter Belüftungsstrategien sowie Organisationund Auswertung von MesskampagnenVorlage eines Ergebnisberichts mit Festlegunggeeigneter BelüftungsstrategienWandl12/201030


Ziele und MaSSnahmen: Kriterium: Zuständig: Termin:Erhöhung der mechanischen Systemeffizienz [kWh/m³]der HebeschneckenEinsparung von ca. 240.000 kWh/abzw. Kosten von ca. 20.000 EURSeper12/2010Überprüfung der Datenqualität unddes SystemwirkungsgradesVorlage eines PrüfberichtesSeper4/2010Anheben des Pumpensumpfniveaus um ca. 25 cmund Beginn der MessungenVorlage der Messergebnisse bzw. einesBerichtes mit dokumentierten EinsparungenSeper12/2010Reduzierung des Fernwärme - EnergieverbrauchsEinsparung von mindestens 50.000 kWh/ades Fernwärme - EnergieverbrauchsWandl /Kuschnigg12/2010Errichtung einer thermischen SolaranlageInbetriebnahme und Probebetrieb der AnlageWandl /Kuschnigg6/2010Erhebung der Jahresenergiebilanz Bericht liegt vor Kuschnigg12/2010Reduzierung des elektischen EnergieverbrauchsEinsparung von mindestens 10.000 kWh/ades elektischen EnergieverbrauchsWandl /Kuschnigg12/2010Errichtung einer PhotovoltaikanlageInbetriebnahme und Probebetrieb der AnlageWandl /Kuschnigg6/2010Erhebung der Jahresenergiebilanz Bericht liegt vor Kuschnigg12/2010Optimierung des Energiehaushaltes vonGebäudeteilen der ebswien hauptkläranlageVerbesserung der Energieeffizienz undErhöhung des UV-SchutzesKuschnigg12/2010Applizierung von Energiesparfolien an Fensterflächen Folien im Ausmaß von ca. 350 m² wurden aufgebracht Kuschnigg12/2010Reduzierung der monatlichen 1/4 - Stunden Leistungsspitzedurch Betriebsoptimierungen bei den verfahrenstechnischenAggregatenVorliegen einer Studie samt Maßnahmenliste zur Reduzierungder monatlichen Lastspitze um ca. 1 MWWandl /Kuschnigg12/2010Erarbeitung der verfahrens- undenergietechnischen GrundlagenLastabwurfkonzept liegt vorWandl /Kuschnigg7/2010Installation eines LastmanagementsystemsInbetriebnahme und Probebetrieb der AnlageMaresch /Kuschnigg12/2010Überprüfung der Jahresenergiedaten Bericht liegt vor Kuschnigg12/201031


NACHHALTIGER BEITRAG ZUM UMWELTSCHUTZso entlasten wirunsere umweltDer Strombedarf der Kläranlage beträgt ca. 58.000.000 kWh/a. Das entsprichtrund 1 % des Gesamtbedarfs der Stadt Wien. Die Kläranlage zähltdamit zu den größten kommunalen Energieverbrauchern der Stadt. Wirhaben uns den energieeffizienten Betrieb der Anlage als Ziel gesetzt, alsoeine möglichst hohe Reinigungsleistung bei möglichst geringem Energieaufwandzu erzielen. Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeiten ist deshalbdie permanente Anpassung und Optimierung des Reinigungsprozessesan die vorhandenen Verhältnisse zur Verringerung des Stromverbrauchs.In Zeiten des globalen Klimawandels und wegen der Abhängigkeit vontraditionellen Energieträgern besteht die Herausforderung, geeigneteMaßnahmen zur Einsparung von Ressourcen zu entwickeln und umzusetzen.Dabei rücken alternative, erneuerbare Energieträger verstärkt inden Mittelpunkt des Interesses. Die ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H.widmet sich deshalb auch intensiv dem Einsatz erneuerbarer Energien.Einige unserer im Jahr 2009 umgesetzten bzw. für das Jahr 2010 geplantenUmwelt-Ziele sind an dieser Stelle beschrieben. Die Maßnahmenzielen einerseits auf eine Verbesserung der Energieeffizienz der Kläranlageab. Das Projekt SternE - Strom aus erneuerbarer Energie -enthältUmwelt-Ziele, die zu einer weiteren Vermeidung von CO 2-Emissionenbeitragen und dadurch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.Zu den erneuerbaren Energieträgern in der Kläranlage zählen Wind- undWasserkraft und Sonnenenergie.MEHR LICHTBEI WENIGERSTROMVERBRAUCHProjekt AußenbeleuchtungAUSSCHALTEN SCHONTDIE UMWELTProjekt InnenbeleuchtungWENIGER VERBRAUCH -MEHR KLIMASCHUTZProjekt Hybrid- & Erdgas-FahrzeugeDie bestehenden Lampen der Außenbeleuchtung(Anschlussleistung 65 kW) wurdengegen Leuchten mit einer geringerenAnschlussleistung (36 kW) bei gleichzeitighöherer Lichtausbeute getauscht.Die Beleuchtungsschalter in den 3,6 kmlangen Kollektoren und im Betriebsgebäudewurden durch Stromstoßschalter mitAusschaltverzögerung ersetzt.Im Fuhrpark wurde ein PKW mit Verbrennungsmotorgegen ein umweltfreundlichesHybrid-Fahrzeug getauscht. Durch diesesinnovative Antriebskonzept werden imStadtverkehr der Durchschnittsverbrauchund damit die CO 2-Emissionen um bis zu25 % gesenkt, was dem Klimaschutz zuGute kommt.Beitrag zum KlimaschutzBeitrag zum KlimaschutzBeitrag zum KlimaschutzReduzierung desEnergieverbrauchs um185.000 kWh/aVermeidung von16.000 kg CO 2/aReduzierung desEnergieverbrauchs um74.800 kWh/aVermeidung von6.600 kg CO 2/aVermeidung von800 kg CO 2/abei einer Fahrleistung von15.000 km/aund einem Durchschnittsverbrauch von4,8 l/100 kmbeim Hybrid Fahrzeug32


erneuerbareenergie ausabwasserProjekt KaplanturbineSONNENLICHTERZEUGTWARMES WASSERProjekt SolarthermieElektro-Fahrzeuge tankenSonnenenergieProjekt PhotovoltaikIm Ablaufgerinne der Kläranlage wurdeeine doppelt regulierbare Kaplan-Turbineinstalliert. Die Nutzung der Wasserkraftist auf Grund der durchschnittlichen Abflussmengevon ca. 7.000 Liter geklärtemAbwasser pro Sekunde und einer maximalenFallhöhe von 5,7 m zum Donaukanalaus energetischer und wirtschaftlicherSicht eine sehr sinnvolle Möglichkeit derEnergieeigenerzeugung. Der umweltfreundlicherzeugte Strom wird in das Netzder Kläranlage eingespeist.Am Flachdach des Bürogebäudes wurde2010 eine thermische Solaranlage miteiner Leistung von 88 kW installiert. Mitder Nutzung der Sonnenenergie über die126 m² großen Kollektoren wird ein Teildes Warmwassers für das Büro- und dasSozialgebäude erwärmt.Am Flachdach der Ventilatorstation wurde2010 eine 70 m² große Photovoltaikanlage,die ca. 10 kW leistet, zur Stromerzeugungerrichtet. Mit dem daraus produziertenStrom werden die beiden im Einsatzbefindlichen Elektro-Fahrzeuge und dievier E-Fahrräder an einer Stromtankstellemit Energie versorgt. In naher Zukunft solldie Fahrzeugflotte der Personenkraftwagenschrittweise von benzin- und dieselbetriebenenFahrzeugen auf Elektro-Fahrzeugeumgestellt werden.Beitrag zum KlimaschutzBeitrag zum KlimaschutzBeitrag zum KlimaschutzDie Eigenerzeugung von1.500.000 kWh/aentspricht einer Einsparung von2,6 %des Gesamtenergieverbrauchs bzw. demStromverbrauch von500 Wiener HaushaltenVermeidung von132.000 kg CO 2/aEnergieeinsparung von56.000 kWh thermisch/aVermeidung von17.000 kg CO 2/aEnergieerzeugung von10.500 kWh/aVermeidung von950 kg CO 2/a33


UmweltentlastungSauberes WienerAbwasser für einesaubere DonauDurch unseren hohen Qualitätsanspruch und unsere Verantwortung gegenüberden Menschen und der Umwelt sehen wir die Elimination von organischemKohlenstoff, Stickstoff und Phosphor aus dem Abwasser als wichtigeAufgabe, um für ein sauberes Wiener Abwasser zu sorgen. In der 1.Abwasseremissionsverordnung für kommunale Kläranlagen (1. AEV, BGBl.Nr. 210/1996, i. d. F. BGBl. II Nr. 392/2000) und im Wasserrechtsbescheidist für die Hauptkläranlage Wien die Anforderung an die Qualität des gereinigtenAbwassers geregelt. Die organischen Kohlenstoffverbindungen imAbwasser werden durch die Parameter CSB, BSB 5und TOC gemessen, dieein Maß für die Verunreinigung des Abwassers sind. Die Stickstoff- bzw.Phosphorverbindungen werden durch die Parameter Gesamt-Stickstoff,Ammonium-Stickstoff bzw. Gesamt-Phosphor angegeben.Für die Kohlenstoffparameter CSB, BSB 5, TOC sowie für Gesamt-Stickstoffsind Mindestwirkungsgrade für die Reinigungsleistung vorgeschrieben.Zusätzlich müssen für die Kohlenstoffparameter, für Ammonium-Stickstoff und für Gesamt-Phosphor definierte Grenzwerte im geklärtenAbwasser eingehalten werden. Die Vorschriften für die Einhaltung derStickstoffparameter sind abhängig von der Abwassertemperatur des geklärtenAbwassers.Im Labor der ebswien hauptkläranlage werden täglich die Wirkungsgradeder Reinigungsleistung und die Ablaufkonzentrationen erhoben.Bestimmte Parameter werden zusätzlich über Sonden kontinuierlich imgeklärten Abwasser gemessen. Das Ergebnis der Reinigungsleistung istbeeindruckend: Die geforderten Mindestwirkungsgrade werden deutlichübertroffen und die zulässigen Grenzwerte ebenso deutlich unterschritten.Das ermöglicht das qualifizierte Team der ebswien hauptkläranlage,das mit seinem Wissen, seinem Verantwortungsbewusstsein und mitder technisch hochwertigen Ausstattung der Kläranlage einen wichtigenBeitrag für den nachhaltigen Umweltschutz leistet:Das Wiener Abwasser ist so gut geklärt, dass die Wasserqualität derDonau nicht beeinträchtigt wird.34


Ablaufkonzentrationen und Wirkungsgrade der ReinigungsleistungDie Wirkungsgrade der Reinigungsleistung bzw. die Ablaufkonzentrationen im Zeitraum von 2006 bis 2009 sind, dargestellt als Jahresmittelwert, in derfolgenden Tabelle ersichtlich.Parameter Mindestwirkungsgrad [%] Wirkungsgrade der Reinigungsleistung [%]2006 2007 2008 2009CSB 85 94,6 95,3 94,7 94,4BSB 595 98,0 98,2 98,5 98,4TOC 85 94,7 94,9 93,5 94,1Gesamt-Stickstoff 70 81,4 86,2 81,9 83,9Parameter Grenzwert [mg/l] Ablaufkonzentration [mg/l]2006 2007 2008 2009CSB 75 34 31 34 32BSB 515 7 6 5 5TOC 25 10 10 12 9Ammonium-Stickstoff 5 1,7 1,4 0,6 1,1Gesamt-Phosphor 1 0,80 0,80 0,92 0,87CSBBSB 5TOCChemischer SauerstoffbedarfBiochemischer Sauerstoffbedarf in 5 TagenTotal organic carbon (gesamter organischer Kohlenstoff)Weiters wurden vom „IFUM - Labors für Umweltmedizin“ der MA 39 (Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien) im Zuge der„Fremdüberwachung“ monatlich Tagesmischproben von Zu- und vom Ablauf entnommen und davon die in der nachfolgenden Tabelle dargestelltenParameter bestimmt.Emissionsbegrenzungen Tagesmischprobe 9.2.09 Tagesmischprobe 4.5.09 Tagesmischprobe 6.7.09 Tagesmischprobe 5.10.09ParameterGrenzwertMindestwirkungsgradZulauf Ablauf Wirkungsgrad Zulauf Ablauf Wirkungsgrad Zulauf Ablauf Wirkungsgrad Zulauf Ablauf Wirkungsgrad[mg/l] [%] [mg/l] [mg/l] [%] [mg/l] [mg/l] [%] [mg/l] [mg/l] [%] [mg/l] [mg/l] [%]BSB 515 95 298 6 98 388 6 98 187 5 97 414 4 99CSB 75 85 742 41 94 785 38 95 510 25 95 737 32 96TOC 25 85 174 7,0 96 152 7,4 95 88,2 5,8 93 147 9,3 94Gesamt-Stickstoff - 70 49,0 10,0 80 62,8 14,6 77 31,5 5,2 83 58,5 9,6 84Ammonium-Stickstoff 5 - n.g. 1,00 n.g. n.g. 1,00 n.g. n.g. 1,00 n.g. n.g. 0,94 n.g.Gesamt-Phosphor 1 - n.g. 0,90 n.g. n.g. 0,96 n.g. n.g. 0,91 n.g. n.g. 1,00 n.g.Grenzwert der Ablaufkonzentration gemäß 1. Abwasseremissionsverordnung für kommunale Kläranlagen bzw. gemessene AblaufkonzentrationMindestwirkungsgrad der Reinigungsleistung gemäß 1. Abwasseremissionsverordnung für kommunale Kläranlagen bzw. aus Zu- und Ablaufkonzentrationerrechneter Wirkungsgrad- Kein Grenzwert bzw. kein Mindestwirkungsgrad der Reinigungsleistung lt. 1. Abwasseremissionsverordnung vorhandenn.g. nicht gemessen35


ZulaufkonzentrationenCSBBSB 5TOCAmmonium-StickstoffGesamt-Phosphormg/lmg/lmg/lmg/lmg/l59532415629,37,7Nachhaltiger Beitragzum UmweltschutzEinen Einblick in die ausgezeichnete Reinigungsleistungder Hauptkläranlage Wien geben die beidenAbwasserproben:DAS ZuflieSSende Abwasser mit den darinenthaltenen Verunreinigungen ist an der dunklenFarbe und den hohen Konzentrationen der Inhaltsstoffedeutlich erkennbar.20 Stunden später ist alles anders:DAS BIologisch gereinigte Abwasser ist zumehr als 98 % gereinigt. Unser Ziel ist erreicht: Wirhaben alles geklärt – und das auf höchstem Niveau!36


Ablaufkonzentrationen31,6mg/lCSB4,98,81,1mg/l BSB 5mg/lTOCmg/l Ammonium-Stickstoff0,9mg/lGesamt-PhosphorDas haben wir der Donau erspart!Durch das einwandfreie Zusammenspiel vonmechanischer und biologischer Reinigung habenwir im Jahr 2009 die unten angeführtenSchmutzmengen aus 225 Milliarden Liter WienerAbwasser entfernt: Das Schotterfanggut,das Rechen- und Sandfanggut sowie der Klärschlammwerden einer thermischen Entsorgungzugeführt. Ohne Behandlung in der ebswienhauptkläranlage würden diese beachtlichenSchmutzmengen die Donau aus ökologischerund hygienischer Sicht deutlich belasten.SchotterfanggutRechengutSandfanggutKlärschlammOrganischer KohlenstoffGesamt-StickstoffGesamt-Phosphor547 t4.367 t1.728 t67.475 t31.916 t8.671 t1.471 t37


umweltkennzahlenEFFIZIENTER EINSATZVON RESSOURCENNachstehend angeführte Umweltkennzahlen gemäß EMAS III-Verordnung stellen die Umweltleistung der ebswien hauptkläranlage und deren Entwicklungin den vergangenen Jahren dar.Umweltkennzahl: Energieeffizienz Einheit 2007 2008 2009EnergieGesamtverbrauch elektrische Energie MWh/a 58.046 59.783 58.305Gesamtverbrauch erneuerbare elektrische Energie(Eigenerzeugung durch Wasserkraft)MWh/a n.v. n.v. 691Gesamtverbrauch thermische Energie (Fernwärme) MWh/a 3.741 3.833 3.846BezugsgröSSeBelastung der Kläranlage Mio. EW 1103,26 3,37 3,20Gereinigte Abwassermenge Mio. m³/a 199 205 225KennzahlSpezifischer Energieverbrauch (elektrische Energie) kWh/(EW 110* a) 17,8 17,7 18,2Spezifischer Energieverbrauch (elektrische Energie) kWh/m³ 0,29 0,29 0,26TreibstoffBenzin Liter/a 3.373 4.473 5.514Diesel Liter/a 29.076 31.347 27.225Erdgas kg/a n.v. 1.332 1.303Umweltkennzahl: Materialeffizienz Einheit 2007 2008 2009FällmittelEisen-Sulfat Fe 2(SO 4) 3t Fe/a 1.554 1.737 1.556BezugsgröSSeBelastung der Kläranlage Mio. EW 1103,26 3,37 3,20Belastung der Kläranlage t TPZulauf/a 2.000 1.818 1.667KennzahlSpezifischer Fällmittelverbrauch g Fe/EW 110*a 476 515 486Spezifischer Fällmittelverbrauch kg Fe/(kg TPZulauf *a) 0,78 0,96 0,97EW 110Einwohnerwert – 1 Einwohnerwert ist eine standardisierte Schmutzfracht, die von einem Einwohner an einem Tag in das Abwasser abgegeben wirdTPTotal Phosphorus (Gesamt-Phosphor)38


Umweltkennzahl: Wasser Einheit 2007 2008 2009TrinkwasserTrinkwasserverbrauch m 3 /a 12.506 7.712 6.830BezugsgröSSeAnzahl der MitarbeiterInnen Personen 159 177 185KennzahlSpezifischer Trinkwasserverbrauch m³/(Person * a) 79 44 37GrundwasserGrundwasserverbrauch m³/a 796.230 986.850 781.740Umweltkennzahl: Abfall Einheit 2007 2008 2009Abfallaufkommen - nicht gefährliche Abfälle t/a 129,3 99,5 114,0Altpapier, Papier und Pappe t/a 5,9 9,6 11,4Weiß- und Buntglas t/a 12,5 4,7 5,0Restmüll t/a 59,6 41,7 42,5Eisen- und Stahlabfälle t/a 41,8 31,1 34,8Schotterfanggut t/a 824 670 547Rechengut t/a 4.638 4.202 4.367Sandfanggut t/a 1.913 1.575 1.728Klärschlamm t/a 69.213 67.415 67.475Abfallaufkommen - gefährliche Abfälle t/a 22,6 12,6 12,1Altöle t/a 18,9 10,0 8,8unsortierte oder gefährliche Laborabfälle und Chemikalienreste t/a 1,15 0,94 1,03BezugsgröSSeAnzahl der MitarbeiterInnen Personen 159 177 185KennzahlSpezifische Abfallmenge - Altpapier, Papier und Pappe kg/(Person * a) 37 54 62Spezifische Abfallmenge - Weiß- und Buntglas kg/(Person * a) 78 26 27Spezifische Abfallmenge - Restmüll kg/(Person * a) 375 236 230Spezifische Abfallmenge - Klärschlamm kg TS/(EW 110*a) 21,2 20,0 21,1Umweltkennzahl: Biologische Vielfalt Einheit 2007 2008 2009FlächenverbrauchFläche des Betriebsareals m² 420.000 420.000 420.000BezugsgröSSeBebaute Fläche m² 266.000 266.000 266.000KennzahlAnteil der bebauten Fläche % 63 63 63Umweltkennzahl: Emissionen Einheit 2007 2008 2009KohlendioxidGesamtemissionen (CO 2) durch Verbrauch von Treibstoffen kg CO 2/a 79.452 87.276 79.535TS Trockensubstanzn.v. nicht verwendet39


umweltkennzahlenFaktoren für die Berechnung der treibhausgasemissionen EINHEIT 2007 2008 2009Benzin kg CO 2/Liter 2,315 2,293 2,293Diesel kg CO 2/Liter 2,464 2,457 2,457Quelle: Umweltbundesamt GmbHEnergieeffizienzTreibstoffe werden für unterschiedliche Zwecke wie etwa PKW, LKW oderauch Arbeitsgeräte (z.B. Rasenmäher) verwendet. Es können dadurchkeine sinnvollen Bezugsgrößen und Kennzahlen angegeben werden.WasserBeim Trinkwasser sind in der Bezugsgröße „Anzahl der MitarbeiterInnen“in den Jahren 2008 und 2009 die MitarbeiterInnen von Wien Kanal /Gruppe Chemie berücksichtigt. Grundwasser wird für die Reinigung, fürdie Bewässerung der Grünflächen und für die Kühlung von Schmieröl beiden Hebeschnecken und den Turboverdichtern verwendet. Es können dadurchkeine sinnvollen Bezugsgrößen und Kennzahlen abgeleitet werden.AbfälleNicht gefährliche und gefährliche Abfälle entstehen in den Werkstätten,im Labor, in Büros und den Sozialbereichen. Bei den Abfällen sind nurdie wesentlichen Abfallarten angeführt. In den Jahren 2008 und 2009sind die Mitarbeiter von Wien Kanal / Gruppe Chemie in der Bezugsgröße„Anzahl der MitarbeiterInnen“ berücksichtigt. Schwankungen beiden Abfallmengen sind auf Revisionen von Anlagenteilen zurückzuführen.Die kläranlagenspezifischen Fraktionen (Schotterfanggut, Rechengut,Sandfanggut und Klärschlamm) unterliegen Schwankungen, die nicht imEinflussbereich der Kläranlage liegen, womit auch keine sinnvollen Bezugsgrößenund Kennzahlen angeführt werden.EmissionenBei den Treibhausgasen werden die Emissionen an CH 4(Methan), N 2O(Distickstoffmonoxid), Fluorierte Kohlenwasserstoffe, Perfluorierte Kohlenwasserstoffeund SF 6(Schwefelhexafluorid) nicht gemessen bzw.besteht keine gesetzliche Verpflichtung zur Messung dieser Gase wieauch im Fall der Emissionen an SO 2(Schwefeldioxid), NO x(Stickoxide)und Feinstaub.40


KommunikationWir (er)klären allesAus dem Auge, aus dem Sinn? Wer den Stöpsel in der Badewanne zieht oder die Klospülung betätigt, denkt nichtunbedingt daran, was danach passiert. Dabei ist es für die Umwelt ganz wesentlich, was im Kanalnetz und damit späterin der Kläranlage landet, und wie dort das Abwasser wieder sauber wird. Für die ebswien hauptkläranlage gilt daher:Wir klären nicht nur alles, wir erklären auch alles. Dabei informieren wir offensiv über unsere Arbeit und öffnenunsere Anlage für alle interessierten Besucherinnen und Besucher. Im Bereich Umweltbildung bieten wir zusätzlichein spezielles Programm für Kinder an. Eine echte Investition in die Zukunft, denn sie sind die umweltbewusstenErwachsenen von morgen.Kläranlage live erlebenDelegationen aus dem In- und Ausland, Schulklassen und interessierte Wienerinnen und Wiener: Mehr als 300 Gruppen besuchen jährlich im Rahmenkostenloser Führungen die Wiener Hauptkläranlage. Dabei erwartet die Besucherinnen und Besucher ein bezugsgruppengerechtes Programm mitStart im Info-Center. Als neues Service bietet die ebswien hauptkläranlage seit 2009 jeden Samstag-Nachmittag in der wärmeren Jahreszeit (Aprilbis Oktober) Führungen an, die sich großer Beliebtheit erfreuen.42


Kläranlage auf AchseAktiv suchen wir den Kontakt mit den Wienerinnen und Wienern nicht nur durch die Öffnung unserer Anlage, auch die Kläranlage selbst geht „aufAchse“. So nahm die ebswien hauptkläranlage etwa am Wiener Daseinsvorsorge-Fest „Wien. Für Dich“ im Mai 2009 teil und auch bei Straßenfestenin unserem Heimatbezirk Simmering sind wir regelmäßig vor Ort. Erstmals schenkten Mitarbeiter der ebswien hauptkläranlage im vergangenenAdvent in den Blumengärten Hirschstetten Punsch für einen guten Zweck aus. Die St. Anna Kinderkrebsforschung konnte sich über einen Scheck inHöhe von 5.000 Euro freuen.43


KommunikationWir (er)klären allesMorde und Missen in der Kläranlage„Wir klären alles“ hieß es im vergangenen Herbst nicht nur in Bezug auf das Wiener Abwasser, sondern auch punkto Literatur. Erstmals kooperierte dieebswien hauptkläranlage mit der Wiener Kriminacht. Der schwedische Starautor Håkan Nesser und der Kölner Tatort-Kommissar Dietmar Bär spanntendas Publikum in der zum Kaffeehaus umgestalteten hauseigenen Kantine „auf die Folter“. Dabei selbstverständlich mit auf dem Programm: Eine Führungüber die Kläranlage bei Nacht.Mit unkonventionellen Aktionen wie dieser wollen wir unsere Arbeit breiteren Bevölkerungsgruppen bekannt machen. Weitere Beispiele dafür: ÖsterreichsKrimi-Ikone Wolf Haas wählte die Hauptkläranlage Wien als Drehort für einen ZDF-Bericht über seinen neuen Brenner-Roman. Und auch die regierendeMiss Austria Anna Hammel gab uns mit einigen ihrer Vorgängerinnen die Ehre. Die Hauptkläranlage Wien diente als Location für ein Mode-Shooting.44


Daneben setzen wir auf den bewährten Mix klassischer Kommunikationskanäle. Ihr gemeinsames Ziel: Die Wienerinnenund Wiener intensiv über die Leistungen „ihrer“ Hauptkläranlage zu informieren. Und natürlich auch alle anderenInteressierte über die Leistungen Wiens im Gewässerschutz aufzuklären.KommunikationsmittelSo stehen auf unserer Homepage (deutsch/englisch) neben den monatlich aktualisierten Reinigungswerten der ebswien hauptkläranlage umfangreicheInformationen über die Funktionsweise der Anlage und die Bedeutung der Abwasserreinigung für den Umweltschutz zur Verfügung. Die umfangreiche Image-Broschüre der ebswien hauptkläranlage enthält zusätzlich eine CD mit dem Informationsfilm „In Wien ist alles klar!“, der den Weg des Wiener Wassersvon der Hochquellenleitung bis zur Reinigung in der Hauptkläranlage zeigt. Im interaktiven Teil können vertiefte Informationen über die Anlagenteile abgerufenwerden. Für Eilige fasst der Folder „Wir klären alles“ die wichtigsten Punkte kurz zusammen. Beide Publikationen bieten in englischer Sprache Informationenauch für ein internationales Publikum. Der Print-Newsletter KLARtext informiert zwei Mal jährlich über aktuelle Ereignisse und Projekte. UmfangreichesDatenmaterial zur Abwaserreinigung in der Hauptkläranlage Wien bieten die jährlich erstellten Umwelterklärungen, die gedruckt (2007, 2010) vorliegenbzw. auf der Homepage verfügbar sind. Anzeigen und Medienkooperationen nutzen wir zur Information der Wienerinnen und Wiener über die Möglichkeit,die Abwasserreinigung in der Hauptkläranlage Wien live zu erleben.45


KommunikationFÜR die Generationvon MorgenKläranlage für Kids mit Tim & Trixi TropfTim & Trixi Tropf heißen die beiden Wassertropfen, die den Wiener Kindern den Wasserkreislauf erklären: von den Quellen in den Bergen über diebeiden Wiener Hochquellenwasserleitungen und das Kanalnetz bis zur Reinigung in der Hauptkläranlage Wien. Im Rahmen des von der WienerUmweltstadträtin Ulli Sima initiierten Umweltbildungsprogramms EULE kooperieren dabei die Wiener Wasserwerke, Wien Kanal und die ebswienhauptkläranlage. Ein im Jahr 2008 erschienenes Kinderbuch diente als Vorlage für den Animationsfilm „Tim & Trixi – The Movie“, der im Jahr2009 seine Weltpremiere feierte. Die gleichzeitig völlig neu adaptierte „Tim & Trixi-Halle“ auf dem Betriebsareal der ebswien hauptkläranlage bietetden Kindern den idealen Schauplatz, aktiv Hand an ein altersadäquates Kläranlagenmodell zu legen und ihr Wissen über den Gewässerschutzspielerisch zu vertiefen.46


Ihre Meinung ist uns wichtig!Wenn wir ihr Interesse an der ebswien hauptkläranlage geweckt haben oderwenn Sie Fragen zur Umwelterklärung haben, dann nehmen Sie bitte Kontaktmit uns auf! Ihr Ansprechpartner für Fragen rund um die Abwasserreinigung.Dipl.-Ing. Stefan ZelinkaUmweltbeauftragters.zelinka@ebswien.atTel.: 0043 - 1 - 76099 - 5839ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H.11. Haidequerstraße 7A - 1110 Wienwww.ebswien.at49


GültigkeitserklärungERFOLG MIT EINEMKOMPETENTEN TEAMDie vorliegende Umwelterklärung 2010 der ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H. wurde im Rahmen einer Begutachtung nach EMAS III-VO von derQuality Austria Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH, Gonzagagasse 1/24, 1010 Wien (AT-V-004) geprüftDie leitenden Gutachter der Quality Austria Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH bestätigen hiermit, dass die Umweltpolitik, das Umweltprogramm,das Umweltmanagementsystem, die Umweltprüfung und das Umweltbetriebsprüfungsverfahren der Organisation mit der Verordnung(EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2009 (EMAS-VO) übereinstimmt und erklärt die relevantenInhalte der Umwelterklärung nach Anhang IV, Abschnitt B, Buchstaben a - h, für gültig.Dr. Andreas MarkomMag. Martin NohavaLeitender UmweltgutachterLeitender UmweltgutachterWien, am 18. Mai 2010 Wien, am 18. Mai 201050


Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann besuchen sie uns auf www.ebswien.at


REG.NO. AT-000529ImpressumHerausgeberTexte, RedaktionBildrechteLayout und GestaltungDRUCKebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H.11. Haidequerstraße 7, A-1110 WienMiklos Papp, Karl Wögerer, Stefan Zelinkaebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H.Luftbildservice Redl, Daniel Terler,PID Houdek, Gerhard Heller, Oliver TopfOPEN#121 e.U.St. Ulrichs-Platz 4, A-1070 Wien,www.open121.comAV AstoriaGedruckt auf ökologischem Druckpapieraus der Mustermappe von ÖkoKauf WienSTAND Juni 2010Auflage1.500 StückTechnische Änderungen und Druckfehler vorbehalten!


„Das Wasser ist einfreundliches Elementfür den, der damitbekannt ist und eszu behandeln weiSS.“Johann Wolfgang von Goethe

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