Rohstoffnutzung in Rheinland-Pfalz - Vero

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Rohstoffnutzung in Rheinland-Pfalz - Vero

7Gemeinsame Erklärung von NABU RLP und WBNRohstoffnutzung in Rheinland-PfalzBehutsamer sichert künftigen Generationen Abbau RohstoffressourcenSeit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung1992 in Rio de Janeiro hat der Begriff der nachhaltigenEntwicklung weltweite Bedeutung erlangt.Leitgedanke der Nachhaltigkeit ist die Integrationvon Ökonomie, Ökologie und sozialen sowie entwicklungspolitischenAspekten. Als nachhaltig gilteine Entwicklung dann, wenn sie auf Dauer angelegtist und den nachfolgenden Generationen vergleichbareNutzungsmöglichkeiten hinterlässt.Der Anteil an genehmigten und im Verfahren befindlichenRohstoffabbauflächen der Steine- undErdenindustrie liegt in Rheinland-Pfalz unter einemPromille der Landesfläche. Rheinland-Pfalz verfügt– geologisch gesehen – über einen bedeutendenVorrat an abbaubaren Rohstoffen, die jedoch zueinem großen Teil aufgrund anderer konkurrierenderNutzungen nicht verfügbar sind. Rohstoffvorkommensind standortgebunden und lassen sichnaturgemäß nicht verlagern. Unbestritten ist jedochdie Tatsache, dass bei endlichen Ressourcen, wie denmineralischen Rohstoffvorkommen, der Vorrat imLaufe der Zeit auf jeden Fall kleiner wird. Nachhaltigkeitkann hierbei nur bedeuten, so schnell wiemöglich alternative Lösungen zu erforschen undumzusetzen und die begrenzten Vorräte so schonendwie möglich zu nutzen. Der Rohstoffabbaumuss daher auf eine möglichst langfristige Nutzungausgerichtet werden. Dies kann z.B. durch die vollständigeAusbeute bereits erschlossener Vorkommengesichert werden. Die Standortgebundenheitder Mineralgewinnung und die Endlichkeit derRohstoffe sollten von allen Beteiligten bei eventuellenNutzungskonflikten besonders berücksichtigtund beachtet werden.Die Produktion der Rohstoffindustrie ist von derNachfrage und damit in erster Linie von der Baukonjunkturabhängig. Da sich die Rohstoffindustrieals eine Bedarfsdeckungsindustrie versteht, ist derVerbrauch entscheidend. Zahlen zur künftigen Abnahmelassen sich jedoch nicht genau abschätzen.Der Bedarf und somit auch das Abbauvolumensowie die Art der nachgefragten Baustoffe und Bauweisenwerden von der Bauwirtschaft, öffentlichenAuftraggebern und privaten Bauherren festgelegt.Deren Nachfrage richtet sich auch nach dem Preisund der Qualität der angebotenen Rohstoffe.Recyclingprodukte können insgesamt den Bedarfan Primärrohstoffen reduzieren, jedoch nicht vollständigersetzen. Baureststoffe wie Bauschutt,Straßenaufbruch und Baumischabfälle werden miteiner Quote zwischen 70 und 90 % recycelt unddamit wiederverwertet. Allerdings kann diesesMaterial nur ca. 7 % des Bedarfs decken. Der überwiegendeTeil der benötigten Rohstoffmenge wirddurch Primärrohstoffe gedeckt. Es ist anzustreben,wenn das technisch und ökonomisch möglich undsinnvoll ist, die Recyclingquote am Rohstoffverbrauchzu erhöhen.Verschiedene Umstände wie z. B. Einschränkungendurch bestehende Normen, Nachfrage öffentlicherAuftraggeber, Diskussion um den Abfallbegriffu.v.m. schränken den Einsatz von Recyclingbaustoffenein. Ein Verzicht auf Primärrohstoffe ist sowohlaus technischen Anforderungsgründen als auch ausAspekten der nachfragebedingten Bedarfsdeckungnicht möglich.Der NABU vertritt daneben die Auffassung, dassunsere derzeitigen Baustandards, Baustoffproduktesowie Siedlungs- undVerkehrsplanungendringend der Überprüfungauf RessourcenschonungundNachhaltigkeit bedürfenund dass verstärktalternativeBaustoffe eingesetztwerden müssen(z. B. nachwachsendeRohstoffe).Foto: Bernd WagnerNABU Zweibrücken

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