Katholisches Auslandssekretariat - von Gemeinde zu Gemeinde ...

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Katholisches Auslandssekretariat - von Gemeinde zu Gemeinde ...

Am 11. August 2013 feierte die Sankt ChristophorusGemeinde ihren 60. Geburtstag. An einem Geburtstagist es immer schön, in einer Runde mit Freundenzusammenzusitzen, sich an vergangene Ereignissezu erinnern, aber auch aktuelle Themen zu diskutieren.So war es auch bei unserem Gemeindejubiläumnicht anders. Wir hatten Gelegenheit, mit Gemeindemitgliedernund geladenen Gästen von verschiedenenVereinen, Kirchengemeinden, einem Mitglieddes Victorianischen Parlaments und WeihbischofThomas Maria Renz aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der eigens angereist war, interessanteGespräche zu führen und ihre Meinungen zu hören.In diesem Beitrag möchten wir kurz auf unserenWerdegang zurückschauen und versuchen, die Chancenund Herausforderungen für die Zukunft zu erläutern.1953 wurde die Gemeinde St. Christophorus in Melbournefür deutschsprachige Auswanderer gegründet.Ziel war es, den Leuten, die aus verschiedensten Gründenihre Heimat verlassen hatten und nach Australiengezogen waren, Hilfestellung zu leisten und eine geistigeHeimat anzubieten. Die Gemeinde bestand damalshauptsächlich aus jungen Familien und begann alskleine Gemeinschaft im örtlichen Kolpinghaus. Mit derZeit wuchs die Gemeinde und nach einer Zwischenstationin Richmond fand sie 1983 ihre heutige Heimat inCamberwell. Die Gemeindemitglieder hatten die Möglichkeit,sich nach der Hl. Messe in der Halle mit anderenGemeindemitgliedern mit einem ähnlichen kulturellenHintergrund zu treffen. Sie tauschten sich inihrer Muttersprache über die verschiedensten Themenaus und organisierten regelmäßig Veranstaltungen.Mit der Zeit lebten sich die meisten Mitgliederimmer mehr in ihrer neuen Heimat ein und die Anzahlder deutschen Einwanderer und neuen Gemeindemitgliedernahm ab. St. Christophorus ging es wie vielenGemeinden der übrigen Welt: Die zweite Generationder deutschsprachigen Einwanderer kam nur in seltenenFällen regelmäßig zur Kirche, das Durchschnittsalterder Gemeinde stieg immer mehr an. Auch der Priestermangelin Deutschland hatte seine Auswirkungenauf uns. Im Jahr 2007, als Pater Leonhard nachDeutschland zurückkehrte, konnte die Stelle vomKatholischen Auslandssekretariat nicht neu besetztwerden. Deutschland kämpft selbst mit Priestermangelund hat zu wenige Priester, um alle Auslandsgemeindenzu besetzen.Aber im Leben machen wir eigentlich immer dieselbeErfahrung: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sicheine andere. So war es auch bei uns. Schwester Elizabethorganisierte ein Team deutschsprachiger Priester,die sich bereit erklärten, am Sonntag die Hl. Messemitzufeiern. Einer von ihnen, Father Brian Boyle,schloss 2009 einen Vertrag mit uns und leitet - nebenseiner Arbeit an der Universität - seit dieser Zeit dieAus den Gemeinden60 Jahre Sankt Christophorus Gemeinde in Melbourne13Von links: Fr. John Hill, Weihbischof Thomas Maria Renz aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Germany)Fr. Brian Boyle, sowie Fr. Jo DirksGemeinde. Da er aber noch in anderen GemeindenVerpflichtungen hat, kommen nach wie vor auch anderedeutschsprachige Priester. So sind wir in der glücklichenLage, dass wir weiterhin jeden Sonntag eine deutscheHl. Messe haben.Im Jahr 2010 kam Silvia Drescher, eine Gemeindereferentinaus Deutschland mit einem Vertrag für dreiJahre zu uns. Jetzt, nach ihrer Rückkehr, werden dieAufgaben, die Silvia für uns erledigt hat, so gut es gehtvon Angelika Bartasek, Sekretärin und Parish Workersowie anderen Freiwilligen aus der Gemeinde übernommen.Denn auch diese Stelle konnte nicht wiederaus Deutschland besetzt werden. Es ist interessant, zubeobachten, dass die Gemeinde in den widrigen Zeitenfester zusammenhält und sich genügend Freiwilligefinden, um die anfallenden Aufgaben zu erledigen. Dasist ein schöner Beweis für die Lebenskraft, die weiterhinin der Gemeinde steckt. Neue Impulse kommenauch von der Zusammenarbeit mit der deutschen Schulesowie dem Deutschunterricht, den wir am Sonntaganbieten. So haben wir in diesem Jahr 7 Kommunionkinder.Wie sich unsere Deutsche Gemeinde St. Christophorusweiterentwickeln wird, wird die Zukunft zeigen.Unsere Gemeinde ist eine alternde Gemeinde und vielvon unserer geistlichen Arbeit betrifft die Fürsorge derKranken und der alten Menschen in ihrem Zuhause.Unsere seelsorgliche Arbeit beinhaltet auch die beidenAltersheime hier in Melbourne, die wir besuchen unddie Sakramente spenden. Es zeichnet sich ab, dass dieZahl der Gemeindemitglieder weiter geringer wird. Unsist aber sehr bewusst, dass unsere Gemeinschaft nureine Zukunft haben wird, wenn es uns gelingt, mit jüngeren,deutschsprachigen Familien Kontakt aufzunehmenund sie zum Gottesdienst und zu unseremGemeinschaftsleben einladen. Die modernen Lebensformenmit ihrem hohen Anpassungsdruck haben dieTendenz, spirituelle Dimensionen aus dem Leben zuverdrängen.Unsere Gemeinde ist geprägt von einer ethischenGrundhaltung, die über viele Jahre von denen aufgebautwurde, die regelmäßig die Hl. Messe besuchenund das Sozialleben der Gemeinde in Verantwortungmitgestalten. Viele der gewöhnlichen Aufgaben, die

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