Kennen Sie das WTZ-Journal? - Westdeutsches Tumorzentrum Essen

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Kennen Sie das WTZ-Journal? - Westdeutsches Tumorzentrum Essen

04•2013ISSN 1869-5892 | 4,- €www.wtz-essen.dejournalJournal des WestdeutschenTumorzentrumsWTZ Essen481418Früherkennung des ProstatakarzinomsNeue Fakten zum Stellenwert des PSA-ScreeningsJochen Heß„Protonentherapie ist keinExperiment mehr …“Interview mit Beate Timmermann, ärztliche Leiterindes Westdeutschen ProtonentherapiezentrumsBosutinibKostenerstattung in Deutschlandnicht gesichertJürgen NovotnyGroße Bühne für Forschung,Lehre und KrankenversorgungMedizinpreis der StiftungUniversitätsmedizin


s c h w e r p u n k tw t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J gWarum liegen US-amerikanische Leitlinien und die derzeitigeDatenlage so weit auseinander? Ein wesentlicher Katalysatorfür die zurückhaltenden Empfehlungen aus den USA war dasStatement der dortigen Gesundheitsbehörde, die sich bereitsim Oktober 2011 klar gegen das generelle PSA-gestützteScreening ausgesprochen hatte. Grund dafür wiederum warder sogenannte PSA-Missbrauch [3]. Tatsächlich wird in denUSA noch heute bei mehr als 40 Prozent der über 80-Jährigender PSA-Wert bestimmt. Männer mit erhöhten Werten unterziehensich dann einer weitergehenden Diagnostik undwerden in vielen Fällen auch therapiert. Neben der enormenökonomischen Belastung des Gesundheitssystems beklagenKritiker auch einen hohen Anteil von Komplikationen undNebenwirkungen der Therapie.Senkung der Mortalität um 39 ProzentTrotz dieser kritischen Einschätzung konnte für die USA gezeigtwerden, dass die Mortalität des Prostatakarzinoms nachEinführung des flächendeckenden PSA-Screenings im Zeitraumvon 1995 bis 2005 um 39 Prozent gesunken war. Zweigroße prospektive Studien sollten den genauen Effekt desScreenings überprüfen. In der US-amerikanischen PLCO-Studieließ sich kein Benefit für die Screeninggrupe nachweisen.Allerdings stellte sich später heraus, dass die Ergebnissewegen methodologischer Schwächen anzweifelbar waren.Die europäische ERSPC-Studie mit mehr als 180.000 teilnehmendenMännern dagegen belegte nach 11-jähriger Nach -beobachtung einen signifikanten Rückgang der prostata -karzinombedingten Sterblichkeit um 21 Prozent [7]. Aus denStudien zahlen lässt sich die Anzahl an Männern hochrechnen,die gescreent beziehungsweise behandelt werden müssen,um einen prostatakarzinom bedingten Todesfall zu verhindern.Die Number Needed to Screen (NNS) liegt den Autoren zufolgebei 1.055 Männern, die Number Needed to Treat (NNT) bei37 Männern (Abb. 1).Mit anderen Worten: 36 Männer müssen unnötigerweiseoperiert oder bestrahlt werden, um ein Leben zu retten. Ist daswirklich gerechtfertigt?Sterberisiko um 51 Prozent gesenktDie Rotterdamer Arbeitsgruppe um Fritz H. Schröder hatsich etwas intensiver mit den Zahlen auseinandergesetzt.Sie überprüfte ihre eigenen in ERSPC eingebrachten Datenvon 35.000 Männern noch einmal hinsichtlich Nichtteilnahmeam Screening und Kontamination (Abb. 2). Das Ergebnis:Das prostatakarzinombedingte Sterberisiko konnte in dieserUntergruppe nicht nur um 21, sondern gar um 51 Prozentgesenkt werden [2].ProstataspezifischeMortalitätsrate (%)0,90,8ITS-KontrollarmKorrigierter Kontrollarm0,70,6-51%0,50,4ITS-Screening-ArmKorrigierter Screeningarm0,30,20,101995 2000 2005 2010Abbildung 2: Europäische Früherkennungsstudie (ERSPC).Daten aus dem Rotterdam-Kollektiv. Nach Korrektur hinsichtlichNicht-Teilnahme und Kontamination ergibt sich im Screening-Arm nach median 13 Jahren ein mortalitätssenkender Effekt von51 Prozent. ITS, Intention To Screen. Modifiziert nach [2].Für den Stellenwert einer Screeningmaßnahme ist aber nichtnur die Lebensverlängerung, sondern auch die Gewinnungvon Lebensqualität ein entscheidendes Kriterium. DieselbeArbeitsgruppe hat deshalb anhand ihrer Daten mit einerMikrosimulationsanalyse errechnet, wie viele LebensqualitätsadjustierteLebensjahre sich durch ein PSA-Screening gewinnenlassen [4].Tausend Männer, die im Alter von 55 bis 69 Jahren gescreentwerden, gewinnen nach dieser Analyse ohne Berücksichtigungder Lebensqualität jährlich 73 Lebensjahre. Dieser Lebenszeitgewinnist hinsichtlich der Lebensqualität mit drei Parameternzu saldieren:5Kumulatives Risiko,am Prostatakarzinom zu sterben0,0140,0120,0100,0080,0060,0040,002ScreeninggruppeKontrollgruppe-21%00 2 4 6 8 10 12 14Jahre nach RandomisationAbbildung 1: Europäische Früherkennungsstudie (ERSPC):Nach 11 Jahren sind in der Screeningruppe 21 Prozent wenigerMänner am Prostatakarzinom verstorben. NNS (Number Neededto Screen): 1.055 Männer; NNT (Number Needed to Treat):37 Männer. Modifiziert nach [7].247 unnötig durchgeführte Biopsien,„Überdiagnostik“ bei 43 Prozent der Männer, das heißt,diese Männer hätten ohne die Diagnostik nie erfahren,dass sie ein Prostatakarzinom haben, weil sie zuvor aneiner anderen Erkrankung verstorben wären,Nebenwirkungen der Therapie.Adjustiert man die ursprünglich 73 gewonnenen Lebensjahreauf diese Weise, bleibt ein Nettogewinn von 56 lebensqualitätsadjustiertenLebensjahren, die durch das Screeningerreicht wurden. Extrapoliert man diese Daten auf die Lebensdauereines Mannes, so lassen sich die NNS und die NNTextrem reduzieren. Um einen prostatakarzinombedingtenTodesfall zu verhindern, sind dann nicht mehr 1.055, sondernnur noch 98 Screenings notwendig; und nicht mehr 37, sondernnur noch fünf Männer müssen sich therapieren lassen.


i n t e r v i e ww t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J g6Wenn man davon ausgehen darf, dass sich 20 bis 30 Prozentder Patienten einer active surveillance unterziehen, weil beiihnen ein Niedrig-Risiko-Karzinom vorliegt, dann müssen nurnoch vier Männer invasiv im Sinne einer Radikaloperation odereiner Bestrahlung therapiert werden, um einen prostatakarzinomspezifischenTodesfall zu verhindern. Zum Vergleich: beimMammakarzinom beträgt die NNS 377 und die NNT 10 Frauen.Stellenwert der Ergebnisse abhängig vom LebensalterDer Nachteil der genannten Früherkennungsstudien ist, dasssie sich nicht am klinischen Alltag orientieren. Die Entscheidungzur Biopsie wurde lediglich anhand des Überschreitenseines vordefinierten PSA-Schwellenwertes, unabhängig vonden individuellen Vorwerten getroffen. Bei der Ermittlungdes individuellen Risikos kann die Messung der PSA-Anstiegs -geschwindigkeit hilfreich sein. Orsted et al. konnten an über500 Männern zeigen, dass die Hazard Ratio, ein Prostatakarzinomzu entwickeln beziehungsweise an einem Prostatakarzinomzu versterben, bei einer PSA-Anstiegsgeschwindigkeitvon größer 0,35 Nanogramm pro Milliliter und Jahr um denFaktor 5 beziehungsweise 3,4 erhöht ist (Orsted, Bojesen et al.2013).Welchen Stellenwert hat welcher PSA-Wert in welchem Alter?Zur Beantwortung dieser Frage untersuchten Vickers et al.Blutproben von Patienten aus einer prospektiven Kohorten -studie, die zwischen 1974 und 1984 in Malmö rekrutiertworden waren. Es wurde ermittelt, wer 25 Jahre nach derPSA-Bestimmung an einem Prostatakarzinom erkranktbeziehungsweise verstorben ist. Die Analyse brachte folgendeErgebnisse (Abb. 3):Metastasierungs-Wahrscheinlichkeit (%)Metastasierungs-Wahrscheinlichkeit (%)86420Zeit (Jahre) 5 10 15 20 251210864245- bis 49-JährigePSA < 0,68 ng/ml0,54% PCA-Tod51- bis 55-JährigePSA < 1,0 ng/ml0,9% PCA-TodPSA > 1,6 ng/ml5,1% PCA-TodPSA > 2,4 ng/ml11% PCA-Tod0Zeit (Jahre) 5 10 15 20 25Abbildung 3: PSA-Wert und Sterberisiko nach 25 Jahren für 45- bis49-Jährige (oben) und 51- bis 55-Jährige (unten). Modifiziert nach[9].Männer im Alter zwischen 45 und 49 Jahren, dieeinen PSA-Wert unter 0,68 ng/ml aufweisen, habenein 0,5-prozentiges Risiko, bis zum Alter von 75 Jahrenan einem Prostatakarzinom zu versterben. Wenn derPSA-Wert bei Männern in dieser Altersgruppe allerdingsmehr als 1,6 ng/ml beträgt, dann steigt das Risiko umdas Zehnfache auf 5 Prozent an.Liegt der PSA-Wert bei nur wenig älteren Männern(51 bis 55 Jahren) noch unter 1 ng/ml, beträgt das Risiko,25 Jahre später an einem Prostatakarzinom zu versterben,0,9 Prozent, ist aber verzehnfacht, wenn der PSA-Wertinitial über 2,4 ng/ml liegt.Das gleiche Risikoverhältnis gilt für 60-jährige Männer miteinem initialen PSA-Wert unter 1 ng/ml [8]: Das Risiko mit85 Jahren an einem Prostatakarzinom zu versterben, beträgtdann 0,9 Prozent und verelffacht sich, bei einem initialenPSA-Wert von 3,4 ng/ml.Auch bezüglich der Frage, ob PSA-Werte Auskunft gebenkönnen über die Wahrscheinlichkeit, mit der ein aggressivesProstatakarzinom in der Zukunft auftreten wird, hat eineGruppe der ERSPC-Studie die Daten analysiert. Recker undKwiatkowski konnten zeigen, dass Männer im Alter von55 bis 69 Jahren mit einem PSA-Wert unter 1 ng/ml mit einerWahrscheinlichkeit von 0,5 Prozent innerhalb der folgendenacht Jahre ein aggressiveres als ein Niedrig-Risikokarzinom(Gleason-Score 3+4=7) entwickeln. Wenn der PSA-Wert indiesem Alter zwischen 1 und 2 ng/ml liegt, liegt das Risiko einderartiges Karzinom in einem Zeitraum von vier Jahren zuentwickeln, bei 0,3 Prozent. In diesem Zusammenhang istsicher nicht uninteressant, dass bei etwa 75 Prozent der55- bis 69-Jährigen der PSA-Wert unter 2 ng/ml liegt.Eine schlankere Prostata-Ca-Früherkennungist möglichWenn man diese Daten zusammenführt, kann man zu einerdeutlich schlankeren Früherkennung auf der Basis regelmäßigerPSA-Werte kommen. Es könnte mit 45 Jahren eine PSA-Basiswertbestimmung erfolgen. Liegt der PSA-Wert dannunter 1 ng/ml, reicht eine erneute Bestimmung nach fünfJahren. Bei initialen PSA-Werten zwischen 2 und 3 ng/mlsollte eine Kontrollmessung alle zwei bis vier Jahre durch -geführt werden. Bei noch höheren Werten sollten jährlicheKontrollen erfolgen mit einer Indikation zur Biopsie ab Wertenüber 3 ng/ml be ziehungsweise suspekter Anstiegsgeschwindigkeit.Die deutschen Leitlinien werden diesbezüglich derzeitüberarbeitet.Literaturverzeichnis auf Anfrage: WTZJournal@Lukon.de


NEUJetzt zugelassenin der 2 nd lineDas erste Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC)gegen HER2-positiven, metastasierten Brustkrebs.Hochsignifikanter Überlebensvorteil von 5,8 Monaten 1Deutlich überlegenes Verträglichkeitsprofil 1KEINE LAUNE DER NATUR,SONDERN EINEMEISTERLEISTUNG DERMEDIZIN.www.kadcyla.de1. Verma S et al. N Engl J Med 2012; 367: 1783–1791.Dieses Arzneimittel tel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse ntnisse über die Sicherheit. Sie können dabeihelfen, indem Sie jede auftretende Neben-wirkung melden.®Kadcyla100 mg/160 mg Pulver zur Herstellung ellung eines Infusionslösungskonzentrats. nz entrats.Wirkstoff: f: Trastuzumab Emtansin. Zusammensetzung:100-mg/160-mg-Durchstechflasche chflasche enth. nach Zubereitung 5 ml/8 mlTrastuzumab Emtansin 20 mg/ml. ml. Sonstige Bestandteile: Bernsteinsäure, Natriumhydroxid, Sucrose, Polysorbat 20. Anwendungsgebiet: Kadcyla ist als Einzelsubstanz zur Behandlung von erwachsenen Patientenmit HER2-positivem, inoperablemlokal fortgeschrittenem tenem oder metastasiertemm Brustkrebs indiziert, die zuvor, einzeln oder inKombination, Trastuzumab und ein Taxan erhalten haben. Die Patienten sollten entwedereine vorherige Behandlung gegen en die lokal fortgeschrittene tene oder metastasiertee Erkrankung erhalten haben oder ein Rezidiv während oder innerhalb von sechs Monaten nach Beendigung der adjuvanten Behandlungentwickelthaben.Gegenanzeigen: gen:Überempfindlichkeitgegen Trastuzumab EmtansinodereinendersonstigenBestandteile. Nebenwirkungen:Harnwegsinfektion, Thrombozytopenie,Anämie,Neutropenie,Leukozytopenie, Arzneimittelüberempfindlichkeit, telüberempfindlichkeit, Hypokaliämie, Insomnie, periphere Neuropathie, Kopfschmerzen, Schwindel, Dysgeusie, Gedächtnisstörungen, trockenes es Auge, Konjunktivitis, verschwommenesSehen, verstärkte Tränensekretion, linksventrikuläre Dysfunktion, Hypertonie,Blutungen (einschl. Epistaxis u. Zahnfleischbluten), Husten, Dyspnoe, Pneumonitis (ILD),Stomatitis, Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit,Obstipation, Mundtrockenheit, Abdominalschmerz, Dyspepsie, Hepatotoxizität,Leberversagen, noduläre regenerative Hyperplasie, Pfortaderhochdruck, Ausschlag, Pruritus, Alopezie, Nagelstörungen, palmar-plantaresErythrodysästhesie-Syndrom (Hand-Fuß-Syndrom), Urtikaria, Muskel- und Skelettschmerzen, tschmerzen, Arthralgie, Myalgie, Fatigue, Fieber,Asthenie, Schüttelfrost, telfrost, peripheres Ödem, Extravasation an der Injektionsstelle,erhöhte Transaminasen, erhöhtee alkalische Phosphatase im Blut, infusionsbedingte Reaktionen. Dosierung:3,6 mg/kg Körpergewicht verabreicht als intravenöse Infusion alle 3 Wochen. Verschreibungspflichtig.Pharmazeutischer Unternehmer: er: Roche Registration Ltd., 6 Falcon Way,Welwyn Garden City, AL7 1TW, UK. Weitere Informationen auf Anfrage erhältlich: Roche Pharma AG, 79630 Grenzach-Wyhlen. Stand derInformation: Dezember 2013


i n t e r v i e ww t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J g8„Protonentherapieist kein Experimentmehr“Beate Timmermann, berufene Professorinund ärztliche Leiterin des WestdeutschenProtonentherapiezentrums (WPE),im Gespräch mit dem WTZ-JournalIm Jahr 2009 ist Beate Timmermann vom Schweizer Paul-Scherrer-Institut, wo sie das medizinische Programm zurProtonentherapie mit verantwortet hat, an das WPE nachEssen gewechselt. Nach nahezu vier Jahren war es dannendlich so weit: Das WPE hat im Mai 2013 seinen Betriebaufge-nommen. Neben der Charité in Berlin, der Rinecker-Klinik in München und dem Heidelberger Ionenstrahlen-Therapiezentrum HIT ist Essen damit der vierte Protonentherapie-Standortin Deutschland.Frau Dr. Timmermann, warum brauchtdie Medizin die Protonentherapie?Weil ich mit Protonen sehr viel genauerals mit der herkömmlichen Strahlen -therapie bestimmen kann, an welcherStelle im Körper sich die maximaleWirkung entfalten soll. Das hat dannVorteile, wenn der Tumor schwer zuerreichen ist oder wenn der Patientsehr empfindlich ist.Was meinen Sie mit „empfindlich“?Wenn es sich zum Beispiel um Klein -kinder handelt oder wenn der Tumoran einer Stelle sitzt – beispielsweise imAuge –, an der benachbart sehr empfindlicheStrukturen vorhanden sind.Im Grunde ist es so: Je höher die not -wen dige Dosis für die Behandlung undje empfindlicher der Patient, desto mehrkommt die Protonentherapie infrage.Voraussetzung ist natürlich, dass mantechnisch dazu in der Lage ist.Wo in Deutschland ist derzeit eineProtonentherapie möglich?Das älteste Zentrum in Deutschland istdas an der Charité in Berlin; die Kollegendort behandeln allerdings ausschließlichAugentumoren. Für ein breiteresSpektrum an Anwendungen ist im März2009 die Anlage an der privaten Rinecker-Klinikin München in Betrieb gegangen,und im November desselbenJahres haben die Heidelberger ihr Ionenstrahlen-Therapiezentrum,kurz HIT, eröffnet.Seit Mai 2013 behandeln wir Patientenauch hier am WPE. Am Universitätsklinikumin Dresden soll demnächstebenfalls eine Anlage eröffnet werden.Über die verspätete Eröffnung in Essenist viel spekuliert worden. Woran lag es?Grundsätzlich ist zu sagen, dass beiProjekten dieser Größenordnung undKomplexität eine unvorhergesehene,unter Umständen auch jahrelange Verzögerungimmer eintreten kann. Daswar bei der Inbetriebnahme in Heidelbergund auch in München nicht anders.Hier in Essen war eine schlüssel -fertige Übergabe von der Hersteller -firma an die Klinik für Mitte 2010geplant. Letztlich hat sich aber herausgestellt,dass auf diese Weise eineklinische Betriebsgenehmigung nichtzu erreichen war. Wir haben dann dieZusammenarbeit mit der Hersteller -firma sehr intensiviert und die letztenAbnahmetests im März und April diesesJahres erfolgreich absolviert.Eines der Alleinstellungsmerkmaledes WPE sollte die Möglichkeit sein,auch bewegtes Gewebe, etwa Lungengewebe,zu behandeln. Ist dieser Ansatzmittlerweile verworfen worden?So würde ich das nicht sagen, nur zeitlichnach hinten geschoben. Hier inEssen hatte man einen sehr ambitio-


i n t e r v i e ww t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J gnierten und innovativen Ansatz geplant.Das sich bewegende Gewebe solltenicht mit Streufolientechnik, sondernmit dem sogenannten active scanningbehandelt werden.Was ist der Unterschied?Die Streufolientechnik funktioniert so,als würde ich auf den gesamten Tumoreinen Lichtkegel richten, der über dieTumorausmessungen hinausgeht unddamit sicherstellt, dass das Tumor -gewebe auch dann noch mit Protonenbestrahlt wird, wenn das Gewebe sichbewegt. Natürlich nimmt man damit inKauf, dass umliegendes gesundes Gewebeebenfalls geschädigt wird. Andersbei active scanning: Stellen Sie sich vor,Sie wollten einen Fußball passgenaubestrahlen. Beim active scanning würdenSie dazu die durch Nähte getrenntenLedersegmente einzeln behandelnoder, um ein Bild zu nutzen, einzeln miteinem Pinsel bemalen. Damit ist großeGenauigkeit gewährleistet; der Nachteilist aber, dass man nicht alle Bereichegleichzeitig bemalen kann. Sie fangenvorne links an und hören eine Viertelstundespäter hinten rechts auf. Wennsich dieser Ball während des Pinselnsauch noch bewegt, verlieren Sie vollendsProtonentherapieEine Strahlentherapie ist umso verträglicher, je genauer sie auf das zu zerstörendeTumorgewebe fokussiert werden kann. Das ist bei einer herkömmlichen Bestrahlungmit Photonen respektive energiereichen elektromagnetischen Strahlen wieRöntgen- oder Gammastrahlen allerdings nicht immer einfach. Photonen werdenbereits kurz unterhalb der oberen Hautschichten maximal gebremst, die energiereichenStrahlen verlieren sehr schnell an Intensität, etwa so wie ein Lichtstrahlim Nebel. Die Strahlung wandert dann bis zur Austrittsstelle und verlässt denKörper mit immerhin noch etwa 50 Prozent ihrer Ursprungsenergie. Mit anderenWorten: Ein ungünstig liegender Tumor würde von einem einfachen, herkömmlichenStrahlenbündel nicht mit der maximalen Strahlendosis getroffen unddamit möglicherweise gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen.Anders bei der Protonentherapie. Durch die geeignete Wahl von Energiegehaltund Geschwindigkeit lässt sich sehr genau bestimmen, wo die elektrisch positivgeladenen Partikel maximal wirken sollen. Beim Eintritt in den Organismus gehenzwar auch etwa 30 Prozent der Ursprungsdosis verloren, der Rest aber wirkt zielgenauim Tumorgewebe. Das Resultat: Bessere Behandlungsergebnisse oder verringertenNebenwirkungen.DosisÜberlagerteBragg PeaksProtonenBragg PeakPhotonenTumorausdehungProtonenEindringtiefeSchematische Darstellung des Tiefendosisverlaufs von jeweils einem Bestrahlungsfeldmit Protonen und Photonen.„In den nächsten Jahrenkönnen und wollen wir uns neuenHerausforderungen stellen.“die Orientierung. Sie wissen nicht mehr,ob Sie jetzt auf ein Segment treffen, woschon Farbe drauf ist oder auf eines, dasnoch weiß ist. Die Gefahr von Über- undUnterdosierungen ist also sehr groß.Man wollte hier in Essen besser seinals alle anderen. Aber unser Ansatzwurde bislang noch nicht erprobt.Und das war der Grund für die langeVerzögerung?Das war sicher nur einer der Gründe.Wir haben uns aber dazu entschlossen,das active scanning von beweglichenTumoren nicht zur alleinigen Voraus -setzung für den Beginn des Therapie -betriebs zu machen. Es ist im Alltagsicher immer schwierig, gleich mit einerRiesenherausforderung zu beginnen.In den nächsten Jahren können undwollen wir uns neuen Herausforderungenstellen.Das heißt, die Behandlung bewegterStrukturen ist aufgeschoben, aber nichtaufgehoben?So ist es. Wir haben zunächst einmalmit dem begonnen, was wir heuteschon beherrschen, und in einem ge -sonderten Projekt versuchen wir, daswirklich schwierige Problem der Behandlungbewegter Gewebe konzeptionellund dann praktisch zu lösen. Endedes Jahres werden wir mit entsprechendenTestreihen mit beweglichen dosimetrischenGeräten beginnen. Unddann werden wir weitersehen.Hatte das ursprüngliche Beharrenauf der Behandlung bewegter Gewebedamit zu tun, dass man hoffte, mitdieser Alleinstellung viel Geld verdienenzu können?Nein, man beabsichtigte ursprünglich,im Rahmen der Konzeption unseresProtonentherapiezentrums eine neueMethode zur Optimierung der Strahlentherapiebei Lungentumoren zu ent -wickeln und das mit gleichzeitiger Reduktionder Nebenwirkungen. Es gingdabei um Qualität, nicht um Kommerz.9


i n t e r v i e ww t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J g10Technisch war das aber eine riesigeHerausforderung in der Errichtung derProtonentherapieanlage. Mittlerweilesind wir da etwas bescheidener herangegangenund haben erkannt, dass esnoch ganz viele andere Tumoren gibt,für die die Protonentherapie wichtig ist.Später kommen wir dann auch noch zuden Lungentumoren. Sarkome oderkindliche Hirntumoren sind für unsaber genauso wichtig.ist. Für den Alltagsbetrieb müssen wiraber wissen, wie weit man auf’s Gaspedaltreten muss, um genau 50, 100 oder170 zu fahren. Dazu muss sorgfältigeingemessen werden, und diese Kommissionierungdauert pro Raum leidermehrere Monate.Tumorheilung attestieren die Onkologenmeist erst nach fünf Jahren. Waswir aber schon jetzt feststellen, ist, dasssich unsere Patienten bisher gut behandeltfühlen, dass wir keine technischenSchwierigkeiten haben und dass dieTherapie sehr gut vertragen wird.Aber all das muss ja irgendwie finanziertwerden.Ja, selbstverständlich. Allerdings sindwir noch weit weg vom klinischenVollbetrieb. Die Kassen übernehmendie Behandlungskosten. Wir nutzendie Daten der Behandlungen im Rahmenvon klinischen Studien undRegistern, um die Kassen von den Vorteilender Protonentherapie überzeugenzu können. Daneben erhalten wirFördermittel aus dem LandeshaushaltNRW. Eine sehr gute Unterstützungerhalten wir zudem vom Ministeriumfür Innovation, Wissenschaft undForschung.Ist für Sie nicht auch die Behandlunginnerhalb von klinischen Studien eingangbarer Weg?Natürlich. Aber zugleich ist mir wichtigzu sagen, dass die Protonentherapiekein Experiment mehr ist. Es handeltsich um ein sicheres Verfahren mit bishermehr als 100.000 weltweit behandeltenPatienten. Die Protonentherapiekann mit den geeigneten technischenVoraussetzungen angewandt werdenwie jedes andere Strahlentherapieverfahrenauch.Wie viele Patienten behandeln Siepro Tag?Wir haben mit ein bis zwei angefangen,mittlerweile sind es zwölf. Damit sindwir ganz gut im Plan, denn wir arbeitenderzeit ja nur in einem Raum und ineiner Schicht. Am frühen Nachmittagübergeben wir an die Techniker zurEinmessung der anderen Räume.Was bedeutet „Einmessung“?Vergleichen Sie das mit einem Auto:Im Abnahmetest im Winter und Frühjahrdieses Jahres haben wir festgestellt,was die Höchstgeschwindigkeit„Für viele Patientensind Strahlen eineriesige Chance!“Wie lange wird es dauern, bis alleRäume in Betrieb sind?Schätzungsweise vier bis fünf Jahre.Wir werden aber auch im Vollbetriebnur in zwei Schichten Patienten behandeln,die dritte Schicht und die Wochenendensind für Qualitätssicherung undWartung reserviert. Wenn man durchschnittlichzwölf Patienten pro Schichtzugrunde legt, werden wir in vier Jahrenetwa 24 mal 4, sprich an die hundertBehandlungen pro Tag durchführen.Im Schnitt bleibt jeder Patient etwa fünfWochen bei uns, das heißt pro Jahr werdenwir etwas mehr als 1.000 Patientenbehandeln.Sehen Sie jetzt schon Behandlungs -erfolge?Dazu ist es noch zu früh. Die Tumorenschmelzen meist nicht weg, wie dasmanchmal unter Chemotherapie beihämatologischen Erkrankungen ist.Eine Protonentherapie wirkt – wie jedeStrahlentherapie – durch komplexe Einwirkungenauf Stoffwechsel undWachstum. Effekte sind erst nachMonaten oder Jahren zu sehen, eineWelches sind die Hauptindikationen?Kindliche Tumoren stehen bei uns zurzeitan erster Stelle. Kinder sind extremstrahlenempfindlich, weil sie sich imWachstum befinden. Eine gezielt einsetzbareTechnik, mit der sich Schädenauf gesundes Gewebe sehr stark reduzierenlassen, ist für Kinder deshalbsehr geeignet. Schwerpunkt bei denErwachsenen sind momentan ZNS-Tumoren und Sarkome, später werdenweitere Indikationen hinzukommen.Gibt es bei Ihnen eine lange Warteliste?Das können wir bisher eigentlich ganzgut steuern. Auf unserer Website habenwir sehr transparent unsere Indikationenbenannt. Trotzdem haben wirimmer noch etwa 120 offene Anfragen.Verspüren Sie deshalb Druck, mehr zumachen?Auf der einen Seite möchte ich als Ärztinnatürlich möglichst vielen Patientenhelfen und würde deshalb mehr Therapieplätzeanbieten können. Aber dasbereiten wir nachhaltig und gründlichvor. Manchmal wünsche ich mir aber


i n t e r v i e ww t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J gintensiveres Interesse aus einer anderenRichtung.Wie meinen Sie das jetzt?Die Protonentherapie ist eine wirklichinnovative Methode, und ich würde mirwünschen, dass die ärztlichen Kolleginnenund Kollegen das mehr in ihre Überlegungenzur Behandlungsplanung miteinbeziehen würden; dafür wollen wirnoch mehr Informationsarbeit leisten.Werden Sie nicht häufig genugeinbezogen?Nun ja, manchmal gewinnt man denEindruck, dass die Protonentherapieoder besser: die Strahlentherapie ins -gesamt von Fachkollegen und auch vonder Öffentlichkeit eher geduldet alsgeschätzt wird. Nach wie vor werdenStrahlen häufiger als Verursacher vonKrebserkrankungen denn als wirksameInstrumente zur Krebsbekämpfunggesehen. Für viele Patienten sindStrahlen eine riesige Chance!Meinen Sie nicht, die Zeit wird nun,nach der Eröffnung des WPE, für Siearbeiten?Es gibt sicher keinen Anlass, sichzurückzulehnen. Es ist viel zu tun, derWorkflow muss optimiert, die Zukunftgeplant werden. Man setzt sich imWPE nicht ins gemachte Nest wie ineiner etablierten Abteilung.Wie ist Ihre Anerkennung in derRegion?Ziemlich gut, wir haben ein weites Netzvon Kooperationspartnern gewinnenkönnen. Ich habe kürzlich dazu eine Aufstellunggemacht, und es ist so, dass dasInteresse auch überregional erstaunlichgroß ist. Das gilt für Niedergelassenewie für andere Kliniken.Und wie sind Sie ins WTZ eingebunden?Im WPE arbeiten derzeit drei Ärzte.Mit den Kollegen der Strahlenklinikteilen wir uns die Präsenz bei denTumorkonferenzen, und wir freuen unsauf die Kooperation. Denn das ist einerder wichtigsten Gründe, warum ichpersönlich nach Essen gekommen bin:die Einbindung in ein großes onkolo -gisches Zentrum. Klinisch arbeitenkann man nur, wenn man gemeinsamPatienten versorgen kann. Die Einbin-dung in das Westdeutsche Tumor -zentrum und in das Konsortium TranslationaleKrebs forschung ist für unsdeshalb ideal.Alle Behandlungsprogramme im ÜberblickProgramm 1:Tumorerkrankungen des Magen-Darm-Traktes (Westdeutsches Magen-Darm-Zentrum)Kontakt: Dr. S. KasperInnere Klinik (Tumorforschung)Telefon: 0201-723-2039Mail: stefan.kasper@uk-essen.deProgramm 2:Tumorerkrankungen der Lunge und derThoraxorgane (Lungenkrebs zentrum amWestdeutschen Tumorzentrum)Kontakt: Dr. W. EberhardtInnere Klinik (Tumorforschung)Telefon: 0201-723-3131Mail: wilfried.eberhardt@uk-essen.deProgramm 3:Hämatologische Onkologie (Leukämien,Lymphome und Myelome)Kontakt: Prof. Dr. U. DührsenKlinik für HämatologieTelefon: 0201-723-2417Mail: ulrich.duehrsen@uk-essen.deProgramm 4:Gynäkologische TumorenKontakt: Prof. Dr. R. Kimmig, Klinik fürFrauenheilkunde und Geburts hilfeTelefon: 0201-723-2441Mail: rainer.kimmig@uk-essen.deProgramm 5:NeuroonkologieKontakt: Prof. Dr. U. SureKlinik für Neuro chirurgieTelefon: 0201-723-2804Mail: ulrich.sure@uk-essen.deProgramm 6:Urologische TumorenKontakt: Prof. Dr. Dr. h. c. H. RübbenKlinik für UrologieTelefon: 0201-723-3211Mail: herbert.ruebben@uk-essen.deProgramm 7:Pädiatrische Hämatologie/OnkologieKontakt:komm. Prof. Dr. B. KremensZentrum für Kinder und Jugendmedizin,Klinik für Kinderheilkunde IIITelefon: 0201-723-2503E-Mail: bernhard.kremens@uk-essen.deProgramm 8:HauttumorenKontakt: Prof. Dr. D. SchadendorfKlinik für DermatologieTelefon: 0201-723-2430Mail: dirk.schadendorf@uk-essen.deDas ist doch ein gutes Schlusswort.Vielen Dank für das GesprächFrau Dr. Timmermann.Programm 9:Endokrine TumorenKontakt: Prof. Dr. Dr. D. Führer-SakelKlinik für Endokrinologie und Zentrallabor,Bereich Forschung und LehreTelefon: 0201-723-2821Mail: dagmar.fuehrer@uk-essen.deProgramm 10:Kopf-/Hals-TumorenKontakt: Prof. Dr. S. LangKlinik für HNO-HeilkundeTelefon: 0201-723-2481Mail: stephan.lang@uk-essen.deProgramm 11:AugentumorenKontakt: Prof. Dr. K.-P. SteuhlZentrum für AugenheilkundeErkrankungen des vorderenAugenabschnittsTelefon: 0201-723-2375E-Mail: klaus-peter.steuhl@uk-essen.deProf. Dr. N. BornfeldZentrum für AugenheilkundeErkrankungen des hinterenAugenabschnittsTelefon: 0201-723-3568E-Mail: retina@uni-essen.deProgramm 12:Knochen- und WeichteiltumorenKontakt: PD Dr. S. BauerInnere Klinik (Tumorforschung)Telefon: 0201-723-2112E-Mail: sebastian.bauer@uk-essen.deProgramm 13:KnochenmarktransplantationKontakt: Prof. Dr. D. W. BeelenKlinik für Knochenmark trans plantationTelefon: 0201-723-3136Mail: dietrich.beelen@uk-essen.deProgramm 14:Primäre Tumoren der Leber(Lebertumor-Centrum am WTZ)Kontakt: Prof. Dr. G. Gerken, Klinik fürInnere Medizin, Gastroenterologie undHepatologieTelefon: 0201-723-3611Mail: guido.gerken@uk-essen.de11


Col oquiumOnko ogieIn dieser Buchreihe wird onkologisches Wissen – wie in einem Colloquium –ständig überprüft und aktualisiert.Ab Oktober 2013 verfügbar: Colloquium Onkologie 16 mit einem Updatezur Hämatologie und Onkologie. Weitere Informationen unter www.lukon.de.Landsberger Str. 480 a · 81241 München · www.lukon.de


5 0 J a h r eM e d i z i n i s c h eF a k u l t ä tE s s e nw t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J g13Festakt50 Jahre Medizinische FakultätRund 600 Gäste begrüßte Dekan ProfessorJan Buer Anfang Oktober zumFestakt anlässlich des 50. Geburtstagsder Medizinischen Fakultät, darunterauch NRW-Forschungsministerin SvenjaSchulze, Essens OberbürgermeisterReinhard Paß, den Rektor der Univer -sität Duisburg-Essen Professor UlrichRadtke, den Gründungsrektor ProfessorWalter Kröll und den Ärztlichen Direktordes Universitätsklinikums ProfessorEckhard Nagel.Vor 50 Jahren nahmen erstmals 70junge Menschen an der MedizinischenFakultät Essen ihr Studium auf. „Seitdieser Zeit hat sich Essen als Ort vonLehre und Forschung erfolgreich etabliert“,stellte Professor Jan Buer in seinerFestrede fest. „Unsere im Vergleich zuanderen Standorten noch recht jungeFakultät hat sich in der Wissenschafteinen hervorragenden Ruf erarbeitetund erfreut sich als Studienort großerBeliebtheit.“Viel Applaus für seine Rede erhielt auchder Gründungsrektor der Universität-Gesamthochschule Essen, Prof. Dr. WalterKröll, der an die Gründungszeit unddie wissenschaftlichen Erfolge derFakultät erinnerte. So habe das Essensich früh auf medizinische Schwerpunktewie Herz-Kreislauf, Onkologie undTransplantation spezialisiert und spätermit der Genetischen Medizin sowieImmunologie und Infektiologie neueForschungsschwerpunkte etabliert.Forschungsprojekte allgemeinverständlichvorgestelltNach den Grußworten stellten stellvertretendfür rund 800 Wissenschaftlerinnenund Wissenschaftler der Fakultätdrei Mediziner die neuesten Entwicklungender Medizin auf den GebietenHerz-Kreislauf, Tumorforschung undTumortherapie sowie der bildgebendenDiagnostik allgemeinverständlich vor.„Kann sich der Organismus selbst vorHerzinfarkt schützen?“, fragte ProfessorGerd Heusch in seinem Vortrag. DerDirektor des Instituts für Pathophysiologiezeigte eindrucksvoll, wie sich miteinfachen Maßnahmen wie dem An -legen einer Blutdruckmanschette oderder Erzeugung einer vorübergehendenSauerstoffarmut die Gefahr eines Herzinfarktsverringern beziehungsweisedas Wachstum neuer Herzkrankgefäßestimulieren lässt.„Paradigmenwechsel in der Behandlungder Krebspatienten“ – so war das Themades Geschäftsführenden Direktors desWestdeutschen Tumorzentrums ProfessorDirk Schadendorf, der auch derDirektor der Universitätshautklinik ist.Der bis vor wenigen Jahren als unheilbargeltende schwarze Hautkrebs(Melanom) kann heute durch die „individualisierteMedizin“ bei jedem fünftenPatienten geheilt werden. Eine Steigerungder Heilungsrate auf 30 Prozentsei keine Zukunftsmusik mehr, sagteSchadendorf.Regelrecht kurzweilig wurde es beimVortrag von Professor Michael Forsting,dem Direktor des Instituts für Radiologieund Neuroradiologie, der zeigte,dass „Bilder die Medizin bewegen“. Erschlug einen Bogen von der einfachenRöntgenaufnahme bis hin zu den komplexenTechniken der Computer- undMagnetresonanztomographie, mitdenen sich beispielsweise Tumorherdesehr genau lokalisieren lassen.Eine Sonntagsmatinee rundete die Festlichkeitenzu 50 Jahren MedizinischeFakultät im Audimax ab. Im Mittelpunktstand die Aufführung der „KaribischenMesse“ des US-amerikanischen KomponistenGlen McClure mit der SolistinFelicia Friedrich, dem Unichor Essen,dem Konzertchor Unna und dem„Bäng Bäng Steelpan Orchester“ ausDortmund unter der GesamtleitungLeitung von Hermann Kruse. Nach demanschließenden Frühschoppen mit Bierund Brezeln klang die gelungene Veranstaltunggegen 14 Uhr aus.Wer mehr mehr wissenwill zum Stand der wissenschaftlichenForschungin Essen, demsei die Ausgabe 44 derUNIKATE empfohlen.Das Heft bietet einenumfassenden und allgemeinverständlichgeschriebenen Überblickzu den Highlightsder Forschung an derMedizinischen Fakultät.


k u r z u n d k n a p pw t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J g144undkurzknappBosutinib (Bosulif ® )„Kurz und knapp“. Unter diesem Motto stellen wir Ihnenregelmäßig wichtige Neuzulassungen aus Hämatologie undOnkologie vor.Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Novotny von der Klinik fürHämatologie im Westdeutschen Tumorzentrum nimmt denTyrosinkinase-Inhibitor Bosutinib unter die Lupe, der in derCML-Behandlung (CML-TKI) eingesetzt wird. Gleichzeitigbezieht er Stellung zur Entscheidung des Herstellers, dasPräparat in Deutschland nicht mehr zu vermarkten.Seit dem 27. März 2013 ist der Tyrosin -kinase-Inhibitor Bosutinib als Bosulif®in Europa zur Behandlung erwachsenerPatienten mit chronischer myeloischerLeukämie (CML) zugelassen, genauer:bei Patienten, die Philadelphiachromosom-positivsind. Bosutinib wird nurdann eingesetzt, wenn Imatinib, Nilotinibund Dasatinib sich für die Behandlungals nicht geeignet herausgestellthaben. Da es sich bei der CML um eineseltene Erkrankung handelt, ist Bosutinibals Orphan Drug ausgewiesen.Die Verfügbarkeit des Präparates inDeutschland ist allerdings sehr eingeschränkt,da die Herstellerfirma Pfizeram 15. November die Verhandlungenüber die Kostenerstattung mit demSpitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungenwegen Aussichts -losigkeit abgebrochen und Bosulif®vom deutschen Markt genommen hat.Seither ist das Medikament in Deutschlandzwar noch verordnungs fähig,muss aber über die internationaleApotheke beschafft werden. BetroffenePatienten müssen die Kosten vor -strecken und einen Erstattungsantragbei ihrer Krankenkasse stellen.1. Wie wirkt Bosutinib?Bosutinib ist ein sogenannter Tyrosinkinase-Inhibitor(TKI). Diese Medikamentenklassehemmt Tyrosinkinasen, alsoEnzyme, die in der Signaltransduktionpraktisch aller Zellen eine zentrale Rollespielen. Bosutinib hemmt unter anderemdie nur in Zellen chronischer myeloischerLeukämien und bestimmterakuter lymphoblastischer Leukämienvorhandene, also leukämiespezifischeTyrosinkinase bcr-abl. Damit wirkt Bosutinibprinzipiell wie Imatinib, Dasatinib,Nilotinib und Ponatinib, die alle für dieBehandlung der bcr-abl-positiven CMLzugelassen sind (CML-TKI). Wie alle anderenTKI wirkt Bosutinib nicht nur aufbcr-abl, sondern auch die Tyrosinkinasender src-Gruppe, die abl-Tyrosinkinaseund andere, was im Wesentlichen fürdie Nebenwirkungen verantwortlich ist.2. Wie groß ist der zu erwartendeNutzen für Patienten?Die Wirkung von Bosutinib führt in denmeisten Fällen zu einer zytogenetischenund molekularen Remission. Diese Wirkungist für die Mehrzahl der CML-Patientenauch mit Imatinib, Dasatiniboder Nilotinib erreichbar. Jedoch nimmtdie Zahl derjenigen Patienten allmählichzu, für die diese drei TKI nicht eingesetztwerden können und auch der fünfteCML-TKI (Ponatinib) kontraindiziertist. Für diese Patienten kann nur durchBosutinib die Chance einer normalenLebenserwartung aufrechterhalten werden.Ihr Sterberisiko erhöht sich dramatisch,wenn sie nicht für eine allogeneStammzelltransplantation mit der fürsie typischen Mortalität und Morbiditätund der Verfügbarkeit eines geeignetenSpenders qualifizieren.3. Gibt es Patientengruppen, beidenen das Präparat besonders gutwirkt?Bosutinib ist als Zweitlinientherapieoder in einer späteren Therapielinie zugelassenzur Behandlung Erwachsenermit Philadelphiachromosom-positiverchronischer myeloischer Leukämie (Ph+CML) in der chronischen Phase (CP), akzeleriertenPhase (AP) und in der Blastenkrise(BK), wenn Imatinib, Nilotinibund Dasatinib nicht zur Behandlung geeignetsind. In meinem eigenen Patientenkollektivfinden sich mehrere Patientenmit dieser dreifachen Unverträglichkeit.Ponatinib, der neben Bosutinibzweite CML-TKI der dritten Generation,ist in vielen Fällen keine Alternative.Laut aktuellen Veröffentlichungen derUS-amerikanischen ZulassungsbehördeFDA kommt es nach Angaben des Herstellersbei 20 Prozent der mit Ponatinibbehandelten Patienten zu „Blutgerinnselnoder Verengungen der Blutgefäße“.Damit ist bei Patienten mit kardiovaskulärenRisikofaktoren Bosutinib nachbisherigen Kenntnissen die eindeutigbessere Alternative.


k u r z u n d k n a p pw t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J g4. Was müssen verabreichendeÄrzte besonders beachten?Durch die engen Zulassungskriterienist im Wesentlichen abzuwägen, obPonatinib besser geeignet sein könnte.Hier ist auf die genannte Häufung vonGefäßkomplikationen unter Ponatinibhinzuweisen. Bei jüngeren beziehungsweisegeeigneten Patienten muss auchdie allogene Stammzell-Transplantationin die Überlegungen ernsthaft einbezogenwerden.5. Welche unerwünschten Nebenwirkungensind zu erwarten?Alle für die Behandlung der CML zugelassenenTKI haben häufig Nebenwirkungen.Diese sind meist mild, oft reversibeloder beeinflussbar und betreffenletztlich alle Organe. Unterschiede betreffendie Verteilung der Nebenwirkungenauf verschiedene Organe. So tretenbei Bosutinib häufig Durchfall, Übelkeit,Erbrechen, Bauchschmerzen, Ausschlag,Thrombozytopenie, Anämie, Fieber underhöhte Leberenzymwerte auf. Dies istbei allen anderen CML-TKI sehr ähnlich.Ob Bosutinib häufiger schwerwiegendeNebenwirkungen in bestimmten Organenauslöst, lässt sich derzeit noch nichtbeurteilen, da weltweit nur wenige tausendPatienten und davon viele erst seitkurzer Zeit mit Bosutinib behandeltwerden.Es ist sehr wahrscheinlich, dass Bosutinibbei einem relativ kleinen, aber nichtunbedeutenden Anteil der CML-Patientender am besten verträgliche CML-TKIist. Damit könnte für diese Betroffenender Zugang zu einer hochwirksamenTherapie erhalten werden.6. Wie hoch sind die Therapiekosten?Die monatlichen Therapiekosten für dasjeweilige Medikament in der Standarddosierungbetragen (laut aktueller RoterListe) für Imatinib 3.407,95 Euro, fürDasatinib 5.638,42 Euro, für Nilotinib3.743,03 Euro für die Erst- und 5.354,60Euro für die Zweitlinie. Bosutinib schlägtmit monatlich 6.166,21 Euro und Pona -tinib mit 7.350,24 Euro zu Buche. DieseZahlen variieren im Handel nur geringfügig,zum Beispiel durch verschiedeneZwischenhändler. Der für die Krankenkassenzu zahlende Preis wird nochdurch Abschläge, z. B. den 16-prozentigenPflichtrabatt reduziert. Die Preisfestlegungfür Bosutinib muss als vorläufigangesehen werden, da die Verhandlungenzwischen Hersteller undKostenträgern für Deutschland geradegescheitert sind. Darüber hinaus istzu erwarten, dass der Patentablauf vonImatinib im Jahr 2015/16 das Preisgefügeerheblich verändern wird.7. Wie beurteilen Sie die Einstellungder Vermarktung in Deutschland?Auch wenn in Deutschland bisher nuretwa 50 Patienten außerhalb von Studienmit Bosutinib behandelt werden, istmittelfristig mit mindestens 500 Patientenzu rechnen, für die Bosutinib diemedizinisch beste Option ist. Bedingtdurch die europaweite Zulassung istBosutinib in Deutschland nach wie vorverkehrs- und verordnungsfähig undkann über Auslandsapotheken beschafftwerden. Aber der meist müh -selige Kampf um die Erstattung derhohen Arzneimittelkosten wird vombehandelnden Arzt und vor allem vomPatienten auszufechten sein. Nur wenigekönnen die jährlichen Kosten vonbis zu 70.000 Euro so einfach zwischenfinanzierenund auch die juristischeGegenwehr ist für viele ältere Patientenoft praktisch nicht möglich. Im End -effekt wird dies unweigerlich dazu führen,dass geeignete Patienten nichtmit Bosutinib behandelt werden und –nicht unwahrscheinlich – dadurchfrüher sterben.Wenn aus den angeführten Gründenauf eines der Medikamente aus derVor-CML-TKI-Zeit wie Hydroxyurea,Interferon-alpha oder gar Busulfangewechselt werden müsste, wäre eindeutigmit einem erhöhten Sterberisikozu rechnen. Dies ist weder ethisch nochjuristisch akzeptabel. Damit ist die Entscheidungzum opt-out von Bosutinibvehement abzulehnen. Eine Schuld -zuweisung kann und soll hier nicht erfolgen,da viele Informationen nichtoder völlig widersprüchlich vorliegen.Es ist aber anzunehmen, dass die Verantwortungauf viele verteilt ist, undes muss eindringlich an alle Verantwortlichenin der Politik, der Industrie undsonstigen Beteiligten appelliert werden,diese Entscheidung zu revidieren undähnliche Entwicklungen unbedingt zuverhindern.Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologieund Onkologie (DGHO) hat zuletztim August 2013 eine dezidierte Stellungnahmemit konstruktiven Vorschlägenvorgelegt (http://www.dgho.de/informationen/nachrichten/BosutinibDGHO Stellungnahme 20130822.pdf).Die betroffenen Patienten und ihre betreuendenÄrzte müssen unbedingtbesser in diese Entscheidungsfindungeneingebunden werden. Alles andereist in Deutschland ethisch, politisch undjuristisch nicht akzeptabel.ZusammenfassendeKurzbewertungBosutinib ist ein für die chronischemyeloische Leukämie entwickelterTyrosinkinase-Inhibitor der drittenGeneration. Während er relativ spätzugelassen wurde und über keine überragendenEigenschaften verfügt, kanner ohne Zweifel für bestimmte Patientendie einzige verbleibende Alternativesein, wenn man von den im Vergleich zuden TKI deutlich weniger wirksamenklassischen Therapien (z. B. Hydroxyurea)absieht.Eine eingeschränkte Verfügbarkeitkann für die entsprechenden Patientenletztlich tödliche Folgen haben.Bosutinib ist eindeutig als Ophan Drugeinzustufen, womit in vielerlei Hinsichtbesondere Regeln gelten (sollten).15


n e u e b ü c h e rw t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J gNeue Bücher16Für Ärzte, die Patienten mit onkologischen und/oder hämatologischen Erkrankungen behandeln,ist es nicht immer einfach, die Entwicklung von Diagnostik- und Therapiestrategien auf internationalenKongressen oder in Originalpublikationen zu verfolgen. Die Buchreihe „Colloquium“ sprichtgenau diese Zielgruppe an: Wer sicher sein will, über die jeweiligen Leitlinien hinaus topaktuellinformiert zu werden, hat die Möglichkeit, sich in den Colloquium-Bänden zu orientieren. Im Herbstdieses Jahres sind gleich drei Bücher erschienen, die wir hier kurz vorstellen.Colloquium Onkologie 16 –Update Hämatologie / Onkologie2013Stephan Petrasch/Gerhard Ehninger(Herausgeber), München 2013600 Seiten, mehr als 100 farbigeAbbildungen und TabellenISBN: 978-3-933012-27-2Lukon-Verlag, MünchenBuchhandelspreis: 49,50 €Als E-Book (www.ciando.de):24,99 €Colloquium Urologie 2013Herbert Rübben/Thomas Otto(Herausgeber),München 2013286 Seiten, durchgängigvierfarbig mit ca. 100 Tabellenund AbbildungenISBN 978-3-939415-17-6Agileum Verlags GmbH,MünchenBuchhandelspreis: 39,50 €Den umfassendsten Überblick liefert dasvon Stephan Petrasch und Gerhard Ehninger herausgegebeneUpdate Hämatologie/ Onkologie 2013, das alljährlich zurJahrestagung der deutschsprachigen Gesellschaften fürHämatologie und Onkologie erscheint.In zwölf Kapiteln fassen renommierte Autoren die Entwicklungin ihrem jeweiligen Fachgebiet konzis und praxisrelevantzusammen. Alles, was evidenzbasiert wichtig war in denvoran gegangenen zwölf Monaten, findet sich in diesem Buch.Das Themenspektrum reicht von Leukämien, Stammzelltransplantationund Lymphomen über alle wichtigen Organtumorenbis hin zur Supportivtherapie und zur Palliativmedizin.Manche Kapitel sind so umfassend, dass sie, wie beispielsweisedie „Malignen Lymphome“, wie ein Buch im Buch wirken.Bereits zum zweiten Mal erscheint das Werk auch als E-Book.Unter www.ciando.com steht es zum Download bereit. ImBuchhandel und im Verlag direkt ist das gedruckte Werk für49,50 Euro erhältlich, der Download schlägt mit 24,99 Eurozu Buche. Eine kostenlose, fast 40-seitigeLeseprobe kann man unter www.Lukon.deeinsehen.An alle urologisch tätigen Ärzte richtetsich das bei der Deutschen Jahrestagung für Urologie inDresden in vierter Auflage präsentierte Colloquium Urologie2013. Die Herausgeber Herbert Rübben und Thomas Ottohaben gemeinsam mit ihren Autorenteams ein an Aktualitätkaum zu übertreffendes Werk geschaffen, das nicht nur dieurologische Onkologie, sondern alle wichtigen urologischenThemen abhandelt. Neben Prostata-, Harnblasen- und Nierenzellkarzinomsowie Tumoren des männlichen Genitale sindauch Urolithiasis, urogeni tale Infektionen, Harninkontinenz,erektile Dysfunktion und benignes Prostatasyndrom Themendes Buches.Auch für dieses Buch gilt: Wer im Klinik- beziehungsweisePraxisalltag nicht die Zeit hat, die internationale Primärlite -ratur zu verfolgen, ist mit Colloquium Urologie gut bedient.Neben den reinen Update-Kapiteln finden sich in diesem Buchschließlich noch Beiträge zu Themen, die derzeit kontroversdiskutiert werden. In der aktuellen Ausgabe beleuchtet beispielsweiseJ. Beuth vom Institut zur wissenschaftlichenEvaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Universitätzu Köln den offenbar steigenden Stellenwert komplementärmedizinischerVerfahren in der Onkologie.Das Buch ist zum Preis von 39,50 Euro imBuchhandel oder direkt über den Verlagzu beziehen. Eine kostenlose Leseprobe istverfügbar unter www.agileum.de.


n e u e b ü c h e rw t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J gColloquium Senologie 2013Michael Untch, Nadia Harbeck,Christoph Thomssen,Serban-Dan Costa (Herausgeber)312 Seiten, durchgängigvierfarbig mit 82 Tabellenund AbbildungenISBN 978-3-939415-16-9Agileum Verlags GmbH,MünchenBuchhandelspreis: 29,50 €Einer ganz besonderen Herausforderunghaben sich Herausgeber undAutoren von Colloquium Senologie 2013 gestellt, das ursprünglichbereits zum Senologie-Kongress in Münchenerscheinen sollte, aber erst Ende Oktober in die Buchhandlungenkam. Die Macher dieses in dritter Auflage erschienenenWerkes haben den Anspruch, die klassische, auf die Chrono -logie der therapeutischen Ereignisse gestützte, deskriptiveEinteilung zumindest der systemischen Behandlung desMammakarzinoms zu verlassen. Nicht mehr neo adjuvante,endokrine, adjuvante oder sequenzielle und ziel gerichteteTherapien bilden die strukturellen Eckpfeiler der Bucheinteilung.An ihre Stelle treten pathologische Zusam menhängeinklusive der sogenannten intrinsischen Subtypen –Luminal-A und -B, der HER2-Subtyp und der tripelnegativeSubtyp.Ein genauerer Blick ins Buch zeigt: Dieser Anspruch wird ein -gelöst. Gleichzeitig holen Herausgeber und Autoren ihre Leseraber dort ab, wo sie sich gut auskennen, sprich: im gewohntenpathologisch-klinischen Denken. Ihr Verdienst ist es, von dortaus eine Brücke geschlagen zu haben zu einer Neuorientierungim Sinne der intrinsischen Subtypen.Lokale und systemische Therapie des Mammakarzinomsmüssen passgenau auf die Belange der einzelnen Patientinabgestimmt sein. Auf das Pathologie-Kapitel folgt deshalb einAbschnitt, in dem die wichtigsten Neuigkeiten zur chirur -gischen Behandlung und zur Strahlentherapie dargelegtwerden. Ganz neu in dieser Auflage ist schließlich auch derBeitrag zur Supportivtherapie in der Senologie.Colloquium Senologie 2013 ist zum Preis von29,50 Euro im Buchhandel oder direkt beimVerlag erhältlich. Eine kostenlose Leseprobeist verfügbar unter www.agileum.de.Was sagen Sie, wenn Sie jemand nachIhrem Internet-Auftritt fragt?Da werde ich mich gleichnächste Woche drum kümmern ...............[1 Punkt]Hoffnungslos veraltet –da ist überhaupt nichts zu machen ........[2 Punkte]Ach herrjeh … .....................................[3 Punkte]Alles im Lot – alles tipptopp .................[0 Punkte]Wenn Sie bei diesem kleinen Test einen oder mehrerePunkte erzielt haben, sollten wir miteinander reden.Internetpräsenzen speziell für Mediziner aus einer Hand:von Leuten, die sowohl von Technik als auch von Inhaltenetwas verstehen.Weitere Infos:AnzeigeLUKON Verlagsgesellschaft mbHLandsberger Straße 480 a · 81241 MünchenFon: 089-820 737-0praxiswebsite@Lukon.dewww.Lukon.de/online


p a n o r a m aw t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J g18Medizinpreis der Stiftung UniversitätsmedizinGroße Bühne für Forschung, Lehre und KrankenversorgungZum ersten Mal hat die Stiftung Universitätsmedizin in diesemJahr den mit insgesamt 200.000 Euro dotierten Medizinpreisverliehen. Rund 400 Gäste feierten am 5. Oktober in der EssenerPhilharmonie ihre Preisträger in den drei KategorienForschung, Krankenversorgung und Lehre. Bewerben konntensich von Anfang Juni bis Ende August dieses Jahres alleMitarbeiter und Mitarbeiterinnen des UniversitätsklinikumsEssen sowie Mitglieder der Medizinischen Fakultät ander Universität Duisburg-Essen. Fachjurys hatten die Qual derWahl, aus 59 Einsendungen neun Preisträger auszuwählen.Wie durch eine innovative Konservierungsmethode auchSpenderlebern mit akuten Vorschäden für Organtransplan -tationen verwendet werden können, mit Hilfe von Tablet-PCslästige Wartezeiten von Patienten verkürzt oder eine virtuelleLeichenschau die Arztausbildung verbessern kann, war ebensozu erfahren, wie vom schauspielerischen Einsatz der Simula -tionspatienten, von alternativen Behandlungsmethodennach Operationen und dem großen Engagement der Eltern -beratung „Frühstart“.Gegen Leukämie: Blutstammzellen besser verstehenZwei Preisträger sind im Bereich desWestdeutschen Tumorzentrums tätig:Dr. Joachim Göthert, der für seineArbeiten an Blutstammzellen in derKategorie Forschung ausgezeichnetwurde, und Sandra Hoffarth, die stell -vertretend für ihre Gruppe einen Preisin der Kategorie Krankenversorgungentgegennahm. Joachim Göthert ar -beitet zusammen mit dem Team umProf. Dr. Matthias Gunzer vom Institut für ExperimentelleImmunologie und Bildgebung der Uni Duisburg-Essen aneiner Methode, mit der sich Blutstammzellen besser mikro -skopisch unter suchen und sichtbar machen lassen.Bisher ist die Identifikation dieser Zellen nur mit Hilfe komplizierterMethoden nach Entnahme aus der Knochenmarkhöhlemöglich. „Es ist geplant, mit Hilfe von speziellen LabormäusenBlutstammzellen in ihrer normalen Umgebung im Knochenmarkzu untersuchen“, erläutert Göthert dazu. Die Blutstammzellender Mäuse produzieren ein Protein, das ihreZellkörper leuchten lässt. So können die Forscher erstmalsdas Verhältnis von Blutstammzellen zu anderen Zellarten imKnochenmark genau untersuchen und Rückschlüsse zur Entstehungeiner Leukämie im Frühstadium ziehen. Die Ergebnissedieser Arbeiten – so die Hoffnung von Göthert und Kollegen– könnten die Grundlage für die Entwicklung neuartiger Behandlungsansätzevon Leukämien bilden.Podiumsdiskussion anlässlich der Preisverleihung mit StaatssekretärHelmut Dockter, NRW-Ministerium für Innovation, Wissenschaftund Forschung, Prof. Dr. Ulrich Radtke, Rektor der UniversitätDuisburg-Essen, Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Ärztlicher Direktoram Universitätsklinikum Essen, Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel, VorstandsvorsitzenderStiftung Universitätsmedizin Essen, und EssensOberbürgermeister Reinhard Paß.Teamarbeit: Qualitätszirkel in der WTZ-AmbulanzSandra Hoffarth und ihr Team haben in der WTZ-Ambulanz fürden Bereich der Inneren Klinik (Tumorforschung) einen Qualitätszirkelins Leben gerufen, der verschiedene Berufsgruppenan einen Tisch bringt. Vertreter des Ärztlichen Dienstes, desPflegedienstes, der Studienzentrale, der Administration unddes Qualitätsmanagements sowie gegebenenfalls Gäste desSozialdienstes, Transportdienstes, der Radiologie und der ZentralenIT arbeiten eng zusammen, um Organisation und Serviceim Ambulanzbereich der Inneren Klinik (Tumorforschung)weiter zu verbessern.Mit dem Preisgeld sollen Tablet-PCs für den Wartebereich angeschafftwerden, um einige tägliche Abläufe effizienter zumachen. Die Patientinnen und Patienten können dann direkt,auf elektronischem Wege, Dokumente wie Fragebögen oderUmfragen zur Patientenzufriedenheit ausfüllen. „Mit der Möglichkeit,diese Abläufe zu digitalisieren, werden Arbeiten wiedas Ausdrucken, Verteilen und Einscannen überflüssig“, freutsich Sandra Hoffarth.Weitere Informationen zum Medizinpreisfinden sich auf der Website der StiftungUniversitätsmedizin: www.universitaetsmedizin.de.


p a n o r a m aw t z - j o u r n a l 4 · 2 0 1 3 · 5 . J gBMBF fördert Studiezur NachsorgerealitätPatienten in Langzeitremission benötigeneine sorgfältige, bislang nicht näherspezifizierte Nachsorge, um unter Umständentherapiebedingte Folgeerkrankungenzu verhindern. Diese Erfahrunghat die Klinik für Hämatologie, das Institutfür Medizinische Informatik, Biometrieund Epidemiologie sowie den Lehrstuhlfür Medizinmanagement veranlasst,die Nachsorgerealität dieser Patientennäher zu untersuchen.Das Bundesministerium für Bildungund Forschung fördert die entsprechendeStudie mit einem Betrag von 750.000Euro. Untersucht werden Patienten, diezwischen 1998 und 2010 am WestdeutschenTumorzentrum wegen einer Blutkrebserkrankungbehandelt wurden.Ziel der Studie Aftercare in Blood Cancersurvivors (ABC) ist die Entwicklung rationalbegründbarer Nachsorgepläne.Das WTZ-Journal wird über die Nachsorgeallgemein und die ABC-Studie imDetail in einer der nächsten Ausgabenberichten.Young InvestigatorAwardfür Lars C. MichelBei der diesjährigen Konferenzder Deutschen, Österreichischenund Schweizerischen Gesellschaft fürHämatologie und Onkologie, die im Oktober inWien stattfand, ist Lars Christian Michel mit demYoung Investigator Award ausgezeichnet worden.Der 23-jährige Essener Medizinstudent im fünftenklinischen Semester ist Doktorand in der Klinik fürHämato logie. In der Arbeits gruppe von Dr. CyrusKhandanpour wird die Funktion eines Transkriptionsfaktorsin der Progression des MyelodysplastischenSyndroms (MDS) untersucht. Lars Michelkonnte nachweisen, dass Gfi136N, eine Variantedes Gens Gfi1, die Prognose des MDS signifikantbeeinflusst.Bereits im Februar diesesJahres ist übrigens auchDr. Cyrus Khandanpour miteinem Wissenschaftspreisausgezeichnet worden, undzwar mit dem LeukemiaClinical Research Award 2013der Deutschen Gesellschaftfür Hämatologie und MedizinischeOnkologie.Impressum19WTZ-JournalISSN: 1869-5892© 2013 by Westdeutsches Tumorzentrum Essenund LUKON-Verlagsgesellschaft mbH, MünchenRedaktionPD Dr. med. Andreas Huẗtmann(Redaktionsleitung, verantwortlich);Prof. Dr. med. Dirk Schadendorf;Günter Löffelmann, Tina Schreck (CvD),Ludger Wahlers(089-820 737-0; L.Wahlers@Lukon.de),Anschrift wie VerlagAnzeigenManfred Just (089-820 737-0;M. Just@Lukon.de), Anschrift wie VerlagHerausgeberDirektorium Westdeutsches Tumor zentrumEssen WTZ, vertreten durchProf. Dr. med. Dirk SchadendorfHufelandstraße 55, 45122 Essen,www.wtz-essen.deVerlagLUKON Verlagsgesellschaft mbHLandsberger Straße 480 a, 81241 MünchenFon: 089-820 737-0 | Fax: 089-820 737-17E-Mail: WTZ-Journal@Lukon.de | www.lukon-verlag.deAbonnementDas WTZ-Journal erscheint viermal jährlichzum Einzel preis von 4,00 €. Der Preis für einJahresabonnement beträgt 15,00 €.Die genannten Preise verstehen sich zuzüglichVersand kosten: Inland 3,00 €; Ausland: 12,00 €.Die Bezugsdauer beträgt ein Jahr. Der Bezugverlängert sich automatisch um ein weiteresJahr, wenn das Abonnement nicht spätestenssechs Wochen vor Ablauf des Bezugsjahresschriftlich gekündigt wird. Für Mitglieder desWestdeutschen Tumorzentrums (WTZ) ist derBezug des WTZ-Journals im Mitgliedsbeitragbereits enthalten.Layout, Gestaltungskonzept und IllustrationCharlotte Schmitz, 42781 HaanAnzeigeMedizinisches Hörbuch„Mit Lungenkrebs leben“Herausgegeben vonProf. Dr. med. Andreas Schalhorn„Die Reaktion ist einfach, dass manAngst hat, dass man einfach keinenHalt mehr hat, dass einem der Bodenweg gezogen wird …“Ehefrau eines Lungenkrebspatienten14 Informations einheitenmit verständlichen Inhaltenzu Krankheit undBehandlungsmöglichkeitenzur Bewältigungder Angstzu finanziellen undsozialen FragenProfessor Dr. med. Andreas Schalhorn (Hrsg.)Unter Mitwirkung von Dr. med. Pia Heußnerund Dr. med. Joachim von PawelEin medizinisches Hörbuchfür Betroffene, Angehörige undFreundeEin medizinisches Hörbuchfür Betroffene, Angehörige und FreundeBildnachweisAlle Grafiken und Illustrationen:Charlotte Schmitz, Haan;Titel links, Seite 13: Jürgen Heger, EssenTitel rechts: Vertigo Signs - FotoliaSeite 4: luchshen – Fotolia.comSeite 8, 10: André Zelck, Essen;Seite 18 oben: Martin Kaiser;Seite 18 unten, Seite 19: Dave KittelDruckflyeralarm, Würzburg. Printed in GermanyUrheber- und VerlagsrechtDie Zeitschrift und alle in ihr ent halteneneinzelnen Beiträge und Abbildungen sindurheberrechtlich geschützt.Mit Annahme des Manuskripts gehen das Rechtzur Veröffentlichung sowie die Rechte zur Übersetzung,zur Vergabe von Nachdruckrechten, zurelektronischen Speicherung in Datenbanken, zurHerstellung von Sonderdrucken, Fotokopien undMikrokopien an den Verlag über. Jede Verwertungaußerhalb der durch das Urheberrechts -gesetz festgelegten Grenzen ist ohne Zustimmungdes Verlags unzulässig.In der unaufgeforderten Zusendung vonBeiträgen und Informationen an den Verlagliegt das jederzeit widerrufliche Einver ständnis,die zugesandten Beiträge beziehungsweiseInforma tionen in Datenbanken ein zustellen,die vom Verlag oder Dritten geführt werden.Auflage 2.000 ExemplareGesamtspieldauer: 47 MinutenISBN: 978-3-933012-15-9LUKON-Verlag, MünchenPreis: 24,50 €© 2010 byLUKON Verlagsgesellschaft mbH Münchenwww.lukon.de


Empfohlen in den EAU- und ESMO-LeitlinienDie erste zugelassene Chemotherapie beimfortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinomnach Versagen einer platinhaltigen BehandlungJAVLOR ® Wirkstoff: Vinflunin; Verschreibungspflichtig. Zusammensetzung: 1 ml JAVLOR ® 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 25 mg Vinflunin (alsBis[(R,R)-tartrat]). Eine 2 ml Durchstechflasche enthält 50 mg Vinflunin (als Bis[(R,R)-tartrat]); eine 10 ml Durchstechflasche enthält 250 mg Vinflunin (als Bis[(R,R)-tartrat]). SonstigeBestandteile: Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Zur Monotherapie bei fortgeschrittenem oder metastasierendem Übergangszellkarzinom des Urothels bei erwachsenenPatienten, nach Versagen einer platinhaltigen Behandlung. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Vinflunin in Patienten mit einem Performance Status 2 wurden nicht untersucht.AUSSCHLIESSLICH zur intravenösen Anwendung, nach Verdünnung; bei intrathekaler Gabe tödlich. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Vinca-Alkaloide. Kürzlich aufgetretene (in den letzten 2 Wochen) oder akute schwere Infektionen. ANC-Ausgangswert < 1.500/mm 3 bei der ersten Anwendung, ANC-Ausgangswert < 1.000/mm 3 bei nachfolgenden Anwendungen. Thrombozytenzahl < 100.000/mm 3 . Stillzeit. Nebenwirkungen: (sehr häufig): Neutropenie, Leukopenie, Anämie, Thrombozytopenie, Hyponatriämie,Anorexie, Obstipation, Schmerzen im Abdomen, Erbrechen, Übelkeit, Stomatitis, Diarrhoe, Alopezie, Myalgie, Asthenie/Müdigkeit, Reaktionen am Applikationsort, Pyrexie,Abnahme des Körpergewichts; (häufig): Neutropenische Infektion, Infektionen (viral, bakteriell, Pilze), febrile Neutropenie, Überempfindlichkeit, Dehydratation, Insomnie, periphere sensorischeNeuropathie, Synkope, Kopfschmerzen, Benommenheit, Neuralgie, Dysgeusie, Neuropathie, Ohrenschmerzen, Tachykardie, Hypertension, Venenthrombose, Phlebitis, Hypotension,Dyspnoe, Husten, Ileus, Dysphagie, bukkale Erkrankungen, Dyspepsie, Hautausschlag, Urtikaria, Pruritus, Hyperhydrosis, Muskelschwäche, Arthralgie, Rückenschmerzen, Kieferschmerzen,Extremitätenschmerz, Knochenschmerzen, muskuloskeletale Schmerzen, Brustschmerzen, Schüttelfrost, Schmerzen, Ödeme; (Gelegentlich): Neutropenische Sepsis,periphere motorische Neuropathie, Sehstörungen, Schwindel, Tinnitus, Myokardischaemie, Myokardinfarkt, akutes respiratorisches Distresssyndrom, pharyngolaryngeale Schmerzen,Odynophagie, Magenbeschwerden, Oesophagitis, Zahnfleischerkrankungen, trockene Haut, Erythem, Nierenversagen, Extravasation, erhöhte Transaminasen, Zunahme des Körpergewichts;Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH), (nicht bekannt): Tumorschmerzen. Bei Patienten mit Übergangszellkarzinom des Urothels und bei Patienten mit anderennicht-indikationsbezogenen Erkrankungen, sowie potentiell schwere Nebenwirkungen und Klasseneffekte der Vinca-Alkaloide: Ileus Grad 3/4, reversibel unter medizinischer Behandlung;seltene Fälle von posteriorem reversiblem Enzephalopathie-Syndrom; kardiovaskuläre Erkrankungen (Myokardinfarkt, Myokardischämien; in wenigen Fällen Verlängerung desQT-Intervalls); Bronchospasmus (bei einem Patienten, der wegen einer nicht-indikationsbezogenen Erkrankung mit Vinflunin behandelt wurde); insgesamt7 Patienten starben an Infektionen, die als Komplikationen im Rahmen einer Neutropenie auftraten; ein Patient starb nach einem Myokardinfarkt,ein Patient an Herzstillstand. Zytotoxisch. Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Hinweise der Fachinformationbeachten. Stand Juni 2013.PIERRE FABRE PHARMA GmbH, Jechtinger Straße 13, D-79111 FreiburgTel. 0761/45261-0, Fax. 0761/45261-868, www.oncosite.de

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