Schichten privater Orte - Christian Reder

christianreder.net

Schichten privater Orte - Christian Reder

Bernhard Schneider / Richard Jochum (Hg.):Erinnerungen an das Töten. Genozid reflexiv.Böhlau Verlag Wien – Köln – Weimar 1999Beiträge von Israel W. Charny, Wulf. D. Hund, Franz Schuh, Christina von Braun,Christian Reder, Suzanne Plog-Bontemps, James E. Young, Jochen Gerz u.a.Christian RederSchichten privater OrteVerbindungen zwischen unzusammenhängenden RäumenSie waren einfach nicht da, die Menschen, die Heranwachsende aus demverbindenden Schweigen herausgeholt hätten. Das ist mir damals normalerschienen, weil es als normal hingestellt worden ist. Im privaten Umgang, in denSchulen, an der Universität, sind - anders als anderswo - die längste Zeit niekonträre Stimmen laut geworden. Abweichungen waren nur autodidaktischmöglich oder bei nicht in solcher Weise gebundenem sozialen Hintergrund.Derartiges immer wieder zu konstatieren, als eine Grunderfahrung, hat Energienvon freieren Feldern ferngehalten. Was sich als Bewußtsein bezeichnen ließewar eingezäunt worden. Mit dem ersten eigenen Reagieren auf das Wiederholenunerträglicher Standpunkte hat sich das langsam geändert. Diese rebellischenHaltungen sind, so gesehen, also auch bloß eine Reaktion gewesen, eineReaktion auf das damals ständig erlebte Verhalten. Autoritäre Prägungen habensich neue Formen gefunden. Impulse erfreulicher Entwicklungen sind ausanderen Richtungen gekommen. Das mag, als kurzgefaßter Einstieg zu einerbiographisch determinierten, von Atmosphären abhängigen Sicht der Dingeeinseitig klingen, wie ein fiktiver Common sense. Evident ist jedoch, daß an‘unverdächtigen’, zur Verteidigung der Gegenseite nominierbaren Zeugenweiterhin kein Mangel herrscht.Tagebücher eines einflußreichen ‘Onkels’, aus denen hier zitiert wird, machendas deutlich. Die Aktualisierung derartiger Haltungen, die wiederkehrendenAusdrucksweisen und Denkmuster nehmen solchen Rückgriffen etwas von ihrerGestrigkeit. Idyllisch in seinem Bauernhaus im Salzkammergut lebend, ist er, alses soweit war, in eine naheliegende Kaserne einberufen worden, das spätere KZEbensee, eines der grausamsten Nebenlager von Mauthausen. Von dort ging esweiter, ‘mit unbekanntem Ziel’. Erst zu Kriegsende erwähnt er diesen Ort wieder.Für ihn war das irgendein Lager, mit dem er weiter nichts zu tun gehabt hat.Bemerkenswert wurde es erst aus Angst vor Plünderungen durch befreite1


Namen aus diesen Kreisen, manche davon haben sogar geschichtliche Relevanz:Emil Oswald, eine der Ausnahmen, ist von den Männern der weltläufigstegewesen; als junger Offizier verwickelt in die Restaurationsversuche Kaiser Karlsin Ungarn, Monarchist, Liberaler, Linkstendenzen, Beschützer seiner jüdischenFrau, eineinhalb Jahre im Konzentrationslager, dann bis Kriegsende beschäftigtvon meinem Vater, führendes Mitglied des österreichischen Widerstandes,Freund des Kommunisten Ernst Fischer, Mitbegründer der ÖVP, schließlichDirektor der Urheberrechtsgesellschaft AKM, Lieferant der ersten Jazzplatten.Ebenfalls aus einer anderen Welt schien Ljuba Welitsch zu kommen, herzlich,direkt, viel eigenwilliger als es einem sonst vorgeführt wurde; privat oder als‘Salome’ in der Oper hat sie sowas wie erste Vorstellungen von Leben, vonIntensität ausgelöst. Wegen einer nicht akzeptierten Ehe ist der Kontakt plötzlichabgebrochen. Im Prinzip war es eine reine Männergesellschaft; von jenen, diebefreundet blieben, sind fast alle mehr oder minder in NS-Parteizusammenhängeeingebunden gewesen. Einige waren Schüler von Othmar Spann (‘Der wahreStaat’), von Heinrich Srbik (‘Deutsche Einheit’), einige Mitglieder desreformkatholischen Bundes ‘Neuland’ (wie Monsignore Mauer, Gründer derGalerie nächst St. Stephan, oder Otto Schulmeister, langjähriger ‘Die Presse’-Chefredakteur, zu denen es keine regelmäßige Verbindung mehr gegeben hat),also sich durchaus der Intelligenz zugehörig fühlend. Der Vater, Chef der großenHolzfirma J. & C. Reder, seit 1934 illegaler Nazi, im Krieg Wehrwirtschaftsführer(der Anschluß: sein glücklichster Tag), Taras Borodajkewycz (Professor an derHochschule für Welthandel, mit seinen antisemitischen Vorlesungen Auslöser derDemonstrationen, die zum Tod des Antifaschisten Ernst Kirchweger geführthaben; ein Echo seiner Texte findet sich noch in den Bekennerschreiben zu denBriefbomben der 90er-Jahre; publizistisch bekämpft haben ihn vor allem dieStudenten Heinz Fischer, später Nationalratspräsident, und Ferdinand Lacina,später Finanzminister), Helmut Wobisch (Geschäftsführer der WienerPhilharmoniker, Verbindungsmann zur Wiener Musikwelt und der dortversammelten Borniertheit), Isidor Amreich (renommierter Gynäkologe, meinerster Zugang zu einer wirklichen Bibliothek, mit allen Karl May- und Tarzan-Bänden), Anton Böhm (Neuland-Führer, prominenter Katholik, NS-Mitglied, imKrieg im Außenministerium in Berlin, Sympathisant des Widerstandes des 20.Juli, dann Chefredakteur des rechtskatholischen ‘Rheinischen Merkur’ in Köln).Hermann Neubacher, erster NS-Bürgermeister Wiens, war manchmal Gast. AuchJosef Klaus, später Bundeskanzler, gehörte früher zu diesem Bekanntenkreis; bis4


Kriegsbeginn hat er eine Zeitlang in der Firma meines Vaters gearbeitet (dieschließlich, wie viele andere in der Branche, nach dem Wirtschaftswunder inKonkurs gegangen ist). Weitere dieser alten Freunde waren Wilhelm Wolf,kurzfristig Außenminister der Regierung Seyß-Inquart; von Heydrich hatte er,zurückgekehrt aus dem gerade besetzten Prag, schockiert berichtet, er habe ‘indie Augen des Teufels geblickt’, sein tödlicher Autounfall bald darauf ist, so hates immer geheißen, wahrscheinlich ein Attentat, jedenfalls aber für einen solchenIdealisten ein Glück gewesen; oder der Historiker Franco Valsecchi, der seine‘den deutschen Freunden’ gewidmete Geschichte der faschistischen Revolution(‘Das moderne Italien’), mit dem Bekenntnis enden ließ, die Wege Roms undBerlins verbinde ‘die Poesie eines titanischen Bemühens, die Welt zu erneuern’.Die Liste ließe sich fortsetzen. Soldat war kaum einer von ihnen. Im Zivillebenunverzichtbar zu sein, hat gegenseitige Wertschätzung produziert.Gleichförmigkeiten ergeben sich auch aus der Nähe von Begeisterung undEnttäuschung. Sich als Überlebende zu fühlen hat Solidaritäten bestärkt. GroßeWahlmöglichkeiten habe es keine gegeben, auch nicht später, unterdemokratischeren Verhältnissen. Bürgertum, im Sinn halbwegs durchgehaltenerVerantwortlichkeit, ist das nicht mehr (oder noch nicht) gewesen, sowas ist ehergespielt worden. Die Beziehungen stammten einfach aus der Jugend und auskaum revidierten studentischen Prägungen. Der wegen der Massaker inMarzabotto in Italien inhaftierte ‘letzte Kriegsgefangene’, der SS-Major WalterReder, war ein entfernter Verwandter; persönlich gekannt hat ihn niemand vonuns. Eugen Kogon (‘Der SS-Staat’), selbst lange im KZ, hatte einmal zu diesenJugendfreunden gehört; nach dem Krieg gab es keine Kontakte mehr mit ihm. 2Neo-Nazis sind schließlich kein zentrales Thema mehr gewesen. ZugehörigeAnsichten haben ihre weitverzweigte Wirkungsgeschichte getrennt davonentfaltet. Tiefgreifende persönliche Konflikte hat es auch ohne neueGruppenbildungen gegeben. Was jeweils als Verrat eingestuft wurde, hat keinAußenstehender begreifen können. Es blieb auch unbeantwortet, wie Katholikenmit den angekündigten und dann praktizierten Vorstellungen vonMenschenrechten zurechtgekommen sind. Die zunehmende Entmischungherzeigbarer und weniger herzeigbarer Personen brachte eine gewisseNormalisierung. Treue zu einmal verfestigten Standpunkten hat sich andersgeäußert, klimatisch, in der Abwesenheit von Gegenpositionen. Selbst daswiederholt sich ununterbrochen, als stereotype Gruppendynamik, unabhängigvon Inhalten. Zur 2. Republik gab es ein sehr distanziertes, oft aggressiv-5


ablehnendes Verhältnis; davon scheint sich einiges vererbt zu haben, auch wenndie Motive später ganz andere waren. Nur von Künstlern durfte eine solche Kritiknicht kommen. Der ‘normale’ österreichische Antisemitismus ist von denEreignissen unberührt geblieben. Auf die Jüngeren übertragen hat sich das nichtso ohne weiteres, auch nicht, daß solche ehemalige Nationalsozialisten mitSozialistischem, und auch Liberal-Libertinäres hat als solches gegolten, nichts zutun haben wollten. Dessen fallweises Eingehen auf ihre Themen haben sie füreine Hinwendung zur Vernunft gehalten. Dazu Ernst Jünger, mit Worten diese Artsich laufend neu konstituierender Wirklichkeit vorwegnehmend: ‘Die Bewegungvon der extremen Linken zur Rechten bringt mehr Realität, mehr Kenntnis derpolitischen Grundprinzipien mit sich als die umgekehrte Wendung, bei der diePhrasen schwieriger abzustreifen sind.’ Trotzdem war der Krieg mit Rußland, dasabsurder Weise für die Schutzmacht aller eher linken Ideen gehalten wurde, -neben ‘der Sache mit den Juden’, der ‘schlechten Behandlung’ der Polen, derUkrainer - als Anfang vom Ende eingeschätzt worden. Ohne solche ‘Fehler’ hättees den ersehnten großen, überlegenen, autoritären Staat geben können, als dasneue, von einem Deutsch-Österreicher geschaffene Reich, aus dem ein idealeschristliches Römisches Reich deutscher Nation werden sollte. Das ist als dieeigentliche Mission hingestellt worden, um sich als Deutscher endlich vollwertig,also überlegen, vorzukommen. Der Angriffskrieg war eine Verteidigung.Deswegen hat auch die nur leicht desillusionierte Übertragung auf Amerika so gutfunktioniert. Zur Entlastung ist die eklatante Modernität des NS-Systems vonsonderbar agrarischen Vorstellungen überlagert geblieben, mit der von obenbeschützten Idylle als zentraler Fiktion. Im folkloristischen Selbstbild Österreichshat sich davon, einschließlich der bis Waldheim dauernden anti-urbanenSchweigsamkeit, mehr erhalten als anderswo. Geschwiegen wird auch jetzt nochgenug. Diverse Nahverhältnisse machen offenkundig, daß es primär um denMachterhalt von Aufsteigern gegangen ist, die diesen Aufstieg von denpolitischen Umständen, denen er zu verdanken war, abgekoppelt haben. Dieextrem erlebte Unvereinbarkeit von Moral und Politik hat sogar das Gefühlbestärkt, weiterhin einer moralischen Elite anzugehören. Die gängige Ablehnungvon Parteifunktionären dürfte mit dieser Selbsterfahrung zu tun haben. Nochmalseiner Partei beizutreten war undenkbar. Der Zugang zu neuen Möglichkeiten hatsich mit den alten Verbindungen ohnehin sichern lassen, nur die Bezugssfelderhaben sich langsam verschoben. Von jenen, die wieder weiter ins öffentlicheLeben, in die Medien, vorgedrungen sind, kamen auch keine substantiell anderen6


Beiträge (schon gar nicht von Gerd Bacher, Hans Dichand & Co., selbst BrunoKreisky hat allzu oft dazupassende Standpunkte eingenommen). Privat war derTon durchwegs radikaler, als öffentlich erkennbar wurde. Für den wachsendenWohlstand ist das alles hingenommen worden. Der Vorrang der Ökonomie hatsich sozusagen von selbst ergeben. Ergeben hat sich auch, als Abbildallgemeiner Befindlichkeiten, daß bei vielen Nutznießern dieser EntwicklungenPhasen liberal erscheinender Läuterungsprozesse in zunehmendem Alter wiedervon hervorbrechender Beschränktheit abgelöst worden sind, mit der ‘KronenZeitung’ als täglichem Konzentrat solcher Ressentiments. Aus privilegiertenLeben hat eben auch unter den neuen Umständen nichts anderes mehr werdenkönnen. Der Bankrott von Erziehung, Bildung, Disziplin, Religiosität wurde nie alssolcher empfunden. Entsetzen oder Trauer ist nicht spürbar geworden. Jedeöffentliche Distanzierung galt als Opportunismus. Die Beschuldigungen wurdeneinfach nicht verstanden. Schon den miterlebten Unmenschlichkeiten gegenübermuß es daher ein eklatantes Ausmaß an Gleichgültigkeit gegeben haben. DieMehrheit und die hier beschriebene Minderheit haben sich darin nichtunterschieden. Auschwitz ist als Unfall, als Auswuchs gesehen und zurAufrechnung von Untaten benutzt worden. Die Nürnberger (‘Rassen‘-) Gesetzewaren schon ganz am Anfang für die sonst so strapazierten Gewissen keineBelastung. Den Opfern ist eine Mitschuld zugeschoben worden, weil ihreAnsichten nicht dazugepaßt haben, weil sogar in der Abstammung einradikalisierter Sinn gesucht worden ist. Ihre Aussonderung, wohin auch immer,hat der Stärkung des Eigenen gedient, verstanden als Reinigung von Fremdem,von Minderheiten, von Konkurrenz, als ethnische Hygiene. Einheit,Vollkommenheit, Perfektion wären anders nicht denkbar gewesen. Abschiebenvon Verantwortung nach oben hat, wie gewohnt, damals und später moralischentlastet. Es ging ja durchgehend um ‘Gefolgschaft’, selbst Werkskantinen habennoch lange ‘Gefolgschaftsraum’ geheißen. Sogar die Zustände an Universitätenmit ihren Abhängigkeiten und Zitierkartellen erinnern daran. Die Ideale standenso hoch über der Praxis, daß die Wirklichkeit unwirklich, unwichtig erschienen ist.Weil zwar Entsetzliches geschehen, aber ‘das Gute’ beabsichtigt war, mußten dieIntentionen nicht in Frage gestellt werden. Nur bei der Umsetzung sei eben vielesfalsch gelaufen. Sogar das Leiden der Täter, und jener, die sie unterstützt haben,ist als Opfer für die Gemeinschaft gesehen worden. Es wurde weit stärker betontals das der eigentlichen Opfer, die also selbst im Nachhinein noch zum Materialsolcher Überhöhungen gemacht worden sind. Vom System war das so7


vorgesehen: Jeder Überlebenswille, jede Abweichung hätte andere - und dasGanze - gefährdet; Corporate identity in ihrer Extremform. Die allgemeingeforderte Todesbereitschaft hat halbwegs einordenbare Formen des Tötens undSterbens als notwendig, als sinnvoll erscheinen lassen. Der Totenkopf der SSwar Symbol dafür, jenseitsbezogen. Viele Täter und Opfer waren tätowiert.Parteinummern und KZ-Nummern folgten einer parallelen Logik. Aus der Kircheauszutreten war in den mir bekannten Kreisen undenkbar. Gegen drohendeParteiausschlüsse wurden bis zuletzt alle Hebel in Bewegung gesetzt. In denSchlußphasen ist Zyankali die potentielle Droge schlechthin gewesen. Späterhaben die Worte gefehlt. Die pathetische Intensität solcher quasi-religiöserErgriffenheit, mit der zugehörigen Sucht zur Unterwerfung, ist in der Erinnerungimmer wieder hochgekommen. Das Bedürfnis nach analogen Erlebnissen wirktauch losgelöst davon weiter. Genaueres über derartige Zusammenhänge wolltevon den hier einbezogenen Beteiligten keiner mehr wissen. JedeSebsterforschung ist abgeblockt worden. Wegen solcher Eindeutigkeiten sindzuerst zunehmend ein Druck und dann Trennungen entstanden. Für Gesprächeüber ‘das Thema’ wäre früher Zeit gewesen. Das Warten auf Antworten hatirgendwann beiden Seiten nichts mehr bringen können. Herausgekommen istaggressive Spontaneität, parallel dazu Langsamkeit.Inzwischen sind die meisten der Genannten tot; in Nachrufen ist ihr Mitwirkenund Mitwissen ausgespart geblieben. Ihnen und anderen mehr Verständnisentgegenzubringen, scheint angebracht zu sein, wenn damit nicht Unterschiederelativiert würden. Die stattfindende Aufweichung der Fronten erzeugt aber nichtdifferenzierende Konsensfelder, sondern kryptische Austauschverhältnisse:‘Auschwitz war nicht unmenschlich, weil es von Menschen gemacht war.‘Scharfen Denkern gefallen solche Wortfigurationen. Diverse Nebenbedeutungenwerden damit schnell nebensächlich. Entschuldigungen bekommen ein neuesUmfeld. Gleichzeitig bedeutet Anklagen zunehmend, sich bloß bequem der Opfer,und zwar der eigentlichen Opfer, zu bedienen. Selbstverständliches dauernd zubetonen, verdreht sich zur Demonstration eigener Entrüstung. Sie zuunterdrücken erweitert aber den Spielraum anderer. Mit solchen Skrupeln, bis hinzur Rede vom ‘Holocaust-Business’, lassen sich Desinteresse undGleichgültigkeit, als Varianten von Freiheit, begründen. Gleich gültig wird vieles,wenn genügend Distanz behauptet werden kann. Die komplexen medialenMechanismen für die Bildung von Lobbies - die gerade Diskriminierte,Unterdrückte, Verfolgte brauchen würden, ohne eine Hierarchie von Quantitäten -8


schaffen durch Professionalisierung und deren vieles ausschließende Regelnzusätzliche Formen von Gleichgültigkeit. Was nicht geschäftsmäßig betriebenwird hat kaum Erfolgsaussichten. Emotionalisierungen ergeben bloß kurzfristigeSchübe. Hinreichend zivilisierte Zustände brauchen Kontinuität, aber nicht jene,die es so leicht hat, das von sich zu behaupten. Angerichtet ist jedenfalls selbst intäternahen Familien genug geworden, das wird noch Jahrzehnte später immerwieder spürbar, ob daraus nun Entfernung und Sprachlosigkeit oder neuerliche,in anderer Weise wiederkehrende Annäherungen an übewunden geglaubteMuster entstanden sind.Personen und RäumeVom Schweigen der Menschen, der Opfer ohnedies, aber auch der Täter undihres Rückhalts, führt das zum Schweigen von Räumen. Es läßt sich andersentschlüsseln, weil die Faktenlage auch in Details aus eigenem rekonstruierbarist. 3 Damit verbindet sich Öffentliches mit Privatem, Distanzen verringern sich.Die Topographie ist statischer als Persönliches, wenn es um die Feststellungihrer Einbeziehung in bestimmte Ereignisse geht. Wo sich Hitler in Wien überalleingemietet hatte, ist inzwischen genau bekannt. Wo Mozart gewohnt hat, daraufwird ostentativ hingewiesen. Die Art der Prominenz - und ein Echo vonWertigkeiten - macht den Unterschied. Privates hat mit anderem Privatem vorerstnichts zu tun. Selbst das Erinnern an das nicht Erinnerbare wird räumlich aufeinige wenige Punkte konzentriert.Erst die Vergangenheit unbedeutender Orte verdeutlicht, wie das Geschehenmit dem Normalen und dem was heute als solches erfahren wird, verknüpftgewesen ist. Weil sie anders auf einen wirken, gerade wenn kein unmittelbaresErleben oder Überleben Erinnerungen prägt, wird daher hier, mit der Tendenzzum Exemplarischen, auf die dichten Netze solcher örtlichen Beziehungeneingegangen, als weitere Ebene zu biographisch determinierten Bezügen.Plötzlich ergeben sich aus zusammenhanglosen Details vorher nicht bewußteBerührungspunkte. Zeit wird nicht mehr als geschichtliche Distanzierungerfahren, eher als Begleiterscheinung einer Entfremdung von Kontinuität.Kausalitäten haben ganz wo anders ihre Schnittstellen, an Oberflächen ergebensich dennoch latente Zusammenhänge. Solche Erfahrungen flankieren jedenKonsens der Empörung, der Wut, der Scham, der Verständnislosigkeit, dem der‘Museumsbesuch’ in Mauthausen, als Dekoration des Besseren, entspricht. Sich9


Hilflosigkeit einzugestehen, wäre dabei oft angebrachter. Ein tatsächlichesTeilnehmen am Vergangenen, geschweige denn ein Verstehen, kann niemandsich wünschen. Die Abgrenzung von Verstehen und Akzeptieren ist viel zufließend. Trauer, Mitgefühl reduzieren sich sprachlich auf Beileid, auf ein Findenrichtiger Worte, auf geeignete symbolische Formen. Persönlich nicht Erfahrenesbleibt abstrakt. Jede behauptete Verbindung erscheint als künstlicheKonstruktion. Schwankungen zwischen Distanz und Berührtsein erzeugenPhasen der Abwendung, der Entlastung. Berichte vom Leiden anderer oder garein ‘Betroffenheitskult’ (Cora Stephan) 4 machen niemanden zum glaubhaftmitfühlenden, analysierenden, aufmerksamen Subjekt. Solche Dinge alle auf sichzu beziehen, wäre nur eine neuerliche Fiktion von Totalität. Plausibler ist es, sichmit solchem Wissen in Gegenrichtungen zu bewegen, von sich weg, weg vonWiederholungsrastern.Daß die hier einbezogenen Sachverhalte mit einzelnen Personen, oder ebendem Autor, verknüpft sind, ergibt keine eigenen Bedeutungen; es sind - auch inübertragenem Sinn - eher die Räume, in denen sie sich bewegen oder bewegthaben, die beim Nachforschen ein Echo des Geschehens erzeugen. Dessendauernde Präsenz könnte niemand aushalten. Vielleicht geht es bloß darum,dabei auftauchende Fakten und Linien zwischen Geschehenem, Nötigem,Möglichem nicht aus den Augen zu verlieren. Trümmerhaufen sind solche Dingeohnedies. Es geht um Schweigen, um Zuhören. Etwas abzubilden wäre verfehlt.Über ‘die zähe Überlebensfähigkeit der immateriellen Strukturen, die in denKöpfen der Menschen gleichsam überwintert‘ haben, wie Hans MagnusEnzensbeger das nennt 5 und über zugehörige materielle Strukturen etwas zuberichten, kann nur ein Versuch sein, als vorsichtige Offenlegung einanderüberlagernder Spuren, auf die jeder oder jede immer noch stoßen kann.LembergIn Lemberg zum Beispiel, das mir nur als da und dort wiederkehrender Nameein Begriff ist, hat im Krieg derselbe Künstler, von dem die Kapuzinergruft in Wienbei ihrer Renovierung mit neuen Wandgemälden versorgt worden war, als weitereAuftragsarbeit das Offizierskasino mit einer Maria Theresia dekoriert. Offenbarsollten mitteleuropäisch-multikulturelle Traditionen ins Spiel gebracht werden,gerade als ihre endgültige Zerstörung bereits voll in Gang war. Durch dieAufzeichnungen seiner damaligen Frau sind die Begleitumstände überliefert; er10


selbst blieb schweigsam, beschäftigt mit seiner an deutschen Mystikernorientierten Frömmigkeit’. Sie war ihn bloß besuchen gewesen und über dasdabei miterlebte, vor aller Augen stattfindende Morden, über dieSelbstverständlichkeit von befehlenden und ausführenden Tätern und dasöffentliche Reden darüber, hat auch sie erst viel später etwas publiziert.Schweigen und Sprachlosigkeit sind also unabhängig von der jeweiligen Positioneine um sich greifende Erscheinung gewesen. Auf den Einladungen für dieKünstler aus Wien jedenfalls, haben sie, die für Lemberg Beauftragten, so wieheute irgendwo anders, die freundlichen dortigen Machthaber kennengelernt,also den Gouverneur Galiziens Otto Wächter (jeder wußte, ‘er hatte was mit demDollfußmord zu tun’) und sein Umfeld: ‘Leute, die es verstanden zukommandieren’. Dessen Vorgesetzter Hans Frank, Hitlers langjähriger Anwalt,anfangs Justizminister, dann zuständig für das Generalgouvernement in Polen,einer der radikalsten NS-Führer, wird nicht namentlich genannt, ist aber als Figurpräsent. Das Gesprächsklima dürfte ein interessiertes gewesen sein, gerade inKreisen, die zum höchsten NS-Führungsapparat zählten, mit seinen - lautJoachim C. Fest - zahlreichen ‘verhinderten, nicht zum Zuge gekommenen odergescheiterten Halbkünstlern’, wie Hitler, Rosenberg, Speer (Architektur), wieGoebbels, Schirach, Frank (Literatur). 6 Frank ist bekanntlich in Nürnberg alsHauptkriegsverbrecher hingerichtet worden (mit den Österreichern Seyss-Inquartund Kaltenbrunner). Der Österreicher Otto Wächter, ebenfalls den Intellektuellender Zeit zuzuordnen, war vor 1938 im Führungsstab der illegalen Nazis, dannPolizeipräsident in Wien, schließlich hoher SS-Führer und Franks Stellvertreter inLemberg - der Stadt, die zugleich zentraler persönlicher Erfahrungsraum SimonWiesenthals gewesen ist. Wächter hat das Kriegsende nur kurz überlebt, getarntals Priester, im Sterben betreut vom berüchtigten österreichischen Bischof Hudal,der von Rom aus für derartige Fälle, inklusive Eichmann und Mengele, alsFluchthelfer tätig gewesen ist. 7 Details des Entsetzlichen und solche, inzwischenhinlänglich zugängliche Fakten, sollen hier nicht weiter ausgeführt werden. Daßsich zu eigenen Lebensbereichen beklemmende Bezüge ergeben, wennSchichten privater Orte freigelegt werden, vergegenwärtigt, über Alltäglichkeit,was sonst, Jahrzehnte später, manchmal schon völlig fern erscheint.11


WienDie Jahre des Infernos im heute ukrainischen Lwów (Lemberg) zum Beispiel,das vom 1. Juli 1941 bis zum 28. Juli 1944 von Deutschland besetzt gewesen ist,in einen geschichtlichen, auf Wien bezogenen Kontext zu stellen, macht einemvielleicht bewußt, daß Georg Trakls letztes Gedicht ‘Grodek’ heißt und LudwigWittgenstein im 1. Weltkrieg in Galizien Soldat war. Mit erweitertem Blickwinkelwird man darauf stoßen, daß Martin Buber oder Sacher-Masoch in Lembergaufgewachsen sind, Zbigniew Herbert dort geboren wurde, daß Joseph Roth,Salcia Landmann, Karl Radek oder Stanislaw Lem aus der Gegend stammen. 8Nur hatte sowas plötzlich jede Bedeutung verloren.Für das Morden in Lemberg, in Galizien, ist Otto Wächter einHauptverantwortlicher gewesen. Für sein Privatleben hat er in Wien eine Villa aufder Hohen Warte gehabt, unweit vom Gauleiter und Reichsstatthalter Baldur vonSchirach und dem Haus der emigrierten Alma Mahler-Werfel. Dort haben dieFrau und die Kinder gelebt, er ist zu Besuch gekommen. Sie war ‘arisiert’ und ihmzur Verfügung gestellt worden, die Beschlagnahmeverfügung der Gestapo ist imGrundbuch penibel vermerkt. Vorher hat sie den Eigentümern der Ankerbrot-Werke gehört, einem der, mit seinem Standort in Favoriten und einer starkerPrägung durch die Arbeiterbewegung, dominierenden Wiener Unternehmen.Gegründet wurden sie 1891 von den Brüdern Heinrich und Fritz Mendl. FritzMendl hat sich dann das Haus auf der Hohen Warte gekauft. Er, seine Frau undein Sohn starben noch vor dem 2. Weltkrieg. Drei Töchter sind nach Australienund Neuseeland ausgewandert, eine davon ist erst 1938, mit dem letzten Zug,entkommen. Nur der Sohn Otto Mendl blieb vorerst in Wien. Um seinerGefährdung als prominenter Verfolgter zu entgehen ist er ins für ihn anonymereBerlin gezogen. Als ausgebildeter Pilot wollte er bei der Luftwaffe Zugang zueinem Flugzeug erhalten, um mit Frau und Kind doch noch fliehen zu können. AmKurfürstendamm ist er von einem Wiener erkannt und der Gestapo gemeldetworden; er ist in Rußland, so hat es geheißen, bei Arbeitseinsätzen derOrganisation Todt umgekommen. Genaueres hat die Familie nie erfahren.Seinem Sohn ist es gelungen, in Wien, mit Hilfe der Familie Tarbuk, als Lehrlingin deren Betrieb in Favoriten zu überleben. Er ist seither in der Sozialarbeit tätig.Im Gespräch mit einem Enkel, Thomas Mendl, der sich, als zweite Generationnach dem Krieg, wieder intensiver mit der Familiengeschichte befaßt, bestätigtsich, wie das alles, oft über Umwege, weiterwirkt und wie gering das Interesse an12


solchen Schicksalen gewesen ist. Gleich nach dem Anschluß hatte ein Plakatstolz verkündet: ‘Die Ankerbrotfabrik A. G. hat ab 15. März 1938 eine rein arischeLeitung und beschäftigt 1600 arische Mitarbeiter.‘ Gauleiter Bürckel hat sie danneinach verschenkt, an die Interessens- und Schutzgemeinschaft des WienerBäckerhandwerks, im Zuge der Verhandlungen um eine Brotpreissenkung. DasUnternehmen und das Haus wurden verschiedenen Erben schließlichzurückgegeben. Von der Kunstsammlung und der Einrichtung ist nichts mehrvorhanden gewesen. Die anderen Angehörigen sind nicht zurückgekehrt. DieAnkerbrot-Werke blieben noch bis 1970 in Besitz von Bettina Mendl. Mit demNamen der Gründer sind sie kaum noch verbunden worden. Die in Wienlebenden Familienmitglieder hatten damit nichts mehr zu tun. Der weitläufige Parkmußte schon früh an die Stadt Wien verkauft werden, die dort eine großeGemeindebauanlage errichtet hat. Ein Teil des Hauses wurde vermietet. 9 Dorthaben meine Eltern fast 30 Jahre lang gelebt und wir drei Geschwister, bevor wirausgezogen sind. Von den Bewohnern während des Krieges ist uns nie etwasbekannt gewesen. Der Name Wächter war den Erwachsenen durchaus geläufig.Kontinuität hat sich auch ohne Kenntnis solcher Einzelheiten ergeben. Der Bezugzwischen Lemberg und der Hohen Warte ist mir erst viel später bekanntgeworden, durch Linde Wächter, die seit Jahren als Künstlerin in Frankreich lebt.Sie hat einmal Fotos gesehen und das Identische mit eigenen Familienfotoserkannt. Erinnern kann sie sich selbst nicht mehr, dafür war sie damals zu jung.Inzwischen hat sich die Nachbarschaft neuerlich stark verändert. Unsereehemaligen Räume hat ein ein Fotograph übernommen. Gegenüber wohnt dieVermögensverwalterin der KPÖ. Zur Villa des Bundespräsidenten ist es nichtweit.Ein solches Zusammentreffen von Biographien, Nachkommen, Bekanntschaftenund Wohnungen allein kann noch nicht als auffällig dichte Ablagerung vonZeitgeschichte verstanden werden. Da aber Dorothea Zeemann, deren Berichteaus Lemberg hier einen der Ansatzpunkte bilden, 10 von den 30er- bis in die50er-Jahre in derselben Dachwohnung in der Wiener Innenstadt gelebt hat, inder ich mit meiner eigenen Familie seit den 60er-Jahren wohne, ergibt sich eineAnhäufung von Tatsachen, die zu bestätigen scheinen, daß sich existentielleSituationen, also sogar Wohnen, nicht von vorangegangenen Konstellationenablösen. Ihre biographischen Texte haben mich vermuten lassen, daß es sichdabei um unsere heutige Wohnung handelt. Später haben wir uns kennengelerntund der Sachverhalt ist bestätigt worden. Wichtig ist das keinem von uns13


gewesen. Sie wollte sich den jetzigen Zustand gerne noch einmal ansehen, dazuist es aber nicht mehr gekommen.Die Liste solcher Rekonstruktionen setzt sich fort, wenn ich unsereNachkriegswohnung hinter der Universität mit dem benachbarten NeuenInstitutsgebäude in Zusammenhang bringe, das an der Stelle derWehrmachtskommandantur, zugleich das Festungskommando Wien, errichtetworden ist. Dort ist Major Karl Biedermann verhaftet worden, der dann wegenVorbereitung von Widerstandsaktionen in Floridsdorf am Spitz öffentlich gehängtworden ist. 1934 hatte er die Angriffe auf den Karl Marx-Hof in Wien geleitet,gestorben ist er mit der Aufschrift: ‘Ich habe mit den Bolschewiken paktiert!‘. Mitder Witwe Biedermanns ist meine Mutter bekannt gewesen. Ihr Bruder, meinungarischer Lieblingsonkel, war bei diesem Rückzug entlang der Donau dabei,verwundet, verlegt von einem Lazarett ins nächste. In die Waffen-SS geraten warer durch das Angebot einer schnellen Kriegsmatura am Deutschen Gymnasium inBudapest. Über seine Kriegserlebnisse in Rußland hat er nie wieder ein Wortgesprochen. Schließlich wurde er Ökonomieprofessor (K. L. Herczeg: Zukunft derWeltwirtschaft) und ist, erst Mitte dreißig, bei Unruhen in Burma, wo er zuletzttätig war, erschossen worden. Die damalige Wohnung meiner Eltern wiederum, inder ich ein paar Monate als Säugling verbracht habe, war beim Augarten. ErsteEintragung eines Prominenten im Gästebuch: der Schriftsteller Edwin ErichDwinger, der mit Bruno Brehm oder Hans Sedlmayer für das künstlerische Umfelddieser Gruppierungen bestimmend gewesen ist. Ein paar Häuser weiter: eineehemalige jüdische Schule, die damals als Sammellager für Judentransportegedient hat und Sitz des Befehlsbabers der Sicherheitspolizei und desSicherheitsdienstes für Ungarn war, zuständig für die Überwachung desArbeitseinsatzes ungarischer Juden. Das ist mir einmal in einem Buchaufgefallen, familiär wurde das nie beachtet. Die Filter für Wahrnehmung undErinnerung sind offenbar zu selektiv. Eine mir viel wichtigere Wohnung, in die ichals Student zu meiner Frau gezogen bin, ebenfalls im 2. Bezirk, ist im zaghaftwieder besiedelten alten jüdischen Viertel gewesen. Erst seit kurzem weiß ich,daß genau dort, beim alten Dianabad, damals Stephanie Straße 1, einmalTheodor Herzl gewohnt hat, zur Zeit seiner Heirat mit Julie Naschauer, als ernoch umtriebiger Journalist und Bühnenautor (erste Burgtheateraufführung)gewesen ist. 11 Solche kleine Parallelen des Privaten bewirken immerhin einenneuen Blick auf sonst nicht beachtete Biographien; beide sind jung gestorben, derSohn und eine Tochter begingen Selbstmord, die andere Tochter starb im KZ-14


Theresienstadt; auch deren Sohn, der einzige Enkel, hat sich umgebracht. 1949ist Herzls Grab vom Döblinger Friedhof in Wien nach Jerusalem verlegt worden.BudapestEine neuere Konstellation, Jahrzehnte später, hat dazu geführt, daß ich einekleine Zweitwohnung in Budapest habe, zu der es ohne das zufällige Angebotvon Freunden nie gekommen wäre. Sie liegt am Kleinen Ring in derElisabethstadt (Erszébetváros) im Haus neben der großen Synagoge. Manchmalsind die Gesänge des Kantors zu hören, der drei Türen daneben wohnt.Eingenommen hat mich die Gegend mitten im Zentrum, das vergleichsweiseNormale, Unaufgeräumte, Ungeordnete, die anderen Gesichter. EineAufenthaltsmöglichkeit im nächstliegenden Ausland ist plötzlich verlockenderschienen, als Verdoppelung meines Stadtraumes, als Umgebensein von einerfremden Sprache. Geschichte oder Herkunft waren vorerst eher nebensächlich,obwohl ich im Schreckensjahr 1944 in Budapest geboren wurde. Offenbar wollteich etwas haben, das ich bisher noch nicht hatte, eine andere Art von Nähe; esging um irgendeinen Ersatz, also sozusagen um Kitsch. Die verfallenden Häuserrundum und die orientalisierende Architektur lassen einen manchmal glauben, inirgendeinem fiktiven Land zu sein. Daß da das jüdische Viertel war, ist trotzdemauf Schritt und Tritt zu merken. Warum mir gerade eine solche, andere, davonbesonders belastete Umgebung trotzdem anziehend erscheint, selbst wennKindheitserinnerungen an Besuche bei den Großeltern ausgeblendet bleiben, hatsich erst schrittweise zu erkennen gegeben; es dürfte die noch sooft sichtbareZerstörtheit sein. An ihr läßt sich ablesen, was anderswo verborgen wurde, diementale Zerstörung, das Verschwinden von Erfreulichem und Furchtbarem. DieGlätte ist erst im Kommen.Das zeigt sich zum Beispiel daran, wie eigenartig sich Budapest von denDenkmälern der jüngeren Geschichte getrennt hat. Sie stehen jetzt auf einerbelanglosen Wiese weit draußen, in einem trostlosen, postmodern dekoriertenErlebnispark. Nur an der großen Synagoge erinnert noch eine winzige Tafel undein kürzlich errichtetes Denkmal im Hof daran, daß das Ghetto im von Deutschenund Ungarn terrorisierten Budapest nach wochenlangen Kämpfen um die Stadtvon der Roten Armee befreit worden ist; das darauf genannte Datum: 18. Jänner1945, neun Tage bevor Auschwitz erreicht wurde. Auf einem berühmten Foto vonJewgenij Chaldej, der das, wie auch später in Wien und Berlin (‘Die Sowjetfahne15


auf dem Reichstag ) dokumentiert hat, schaut ein mit gelben Sternen markiertesPaar eindringlich auf die Ankommenden. 12 Es geht mitten auf der Straße, diesonst fast menschenleer ist. Im Zuge der antisemitischen Säuberungen hat derFotograph bald darauf seine Stellung verloren, erst nach der Wende, kurz vorseinem Tod, sind seine Arbeiten international wieder beachtet worden. Bei derBuchpräsentation in Wien haben wir uns kennengelernt.Als sich bei solchen Nachforschungen herausgestellt hat, daß ich unmittelbarneben dem nicht mehr existierenden Geburtshaus von Theodor Herzl wohnenwürde, 13 hat sich das Muster für einen solchen Text über Strukturebenen eigenerLebens- und Wohnsituationen wie von selbst ergeben. Die Entdeckung nicht soohne weiteres erkennbarer Bedeutungen und Beziehungen verstärkt offenbar dasGefühl von Berührung, von vagem, trotzdem abgesonderten Eingebundensein.Sich anhand solcher Funde damit zu beschäftigen, inwieweit das reine Fiktion ist,erzeugt etwas; manchmal vielleicht sogar Ironie, eine halbwegs erträgliche Ironie.Das Mitleid mit der eigenen Entfremdung versachlicht sich. Die Tatsachen selbstsind keine Fiktion. Herzls Geburtshaus läßt sich nur über Bücher auffinden;jahrzehntelang ist es unerwähnt geblieben. Eine Hinweistafel gibt es nur imStiegenhaus des später auf diesem Areal an die Synagoge angebautenJüdischen Museums. Dabei sind dem ideellen Gründer des ‘Judenstaates’ - seingleichnamiges, kaum mehr als 100 Seiten starkes Buch erschien 1896 -Synagogen fremde Orte geblieben, erst in Paris hat er wieder bewußt einmal eineaufgesucht. 14 Sein Name ist eine Übersetzung aus dem Hebräischen, lev heißtHerz. Als er achtzehn war, ist die Familie nach Wien übersiedelt. Diezunehmende Magyarisierung scheint dazu beigetragen zu haben. Sie wolltenweiter primär deutsch sprechen, ohne deswegen benachteiligt zu werden. ImRoman ‘Altneuland’ wird ein anderes Neuland beschrieben, als das, von demschon die Rede war. Er ist seit Jahren nicht mehr erhältlich. Ausgerechnet dort,wo Theodor Herzl geboren worden ist, war das Haupttor des Ghettos, das vorKriegsende im Zuge der großen Deportationen eingerichtet wurde. Auf einem vonder Jewish Agency herausgegebenen Stadtplan ist die Situation von 1944minutiös verzeichnet, sogar dazu ist es erst fünfzig Jahre danach gekommen. 15Vom Dachgeschoß sind die Türme der nahen Synagoge in der Rumbach utca(von Otto Wagner, 1872 ) zu sehen, zur orthodoxen Synagoge in der Kazinczyutca (von Béla und Sándor Löffler, 1913) sind es nur wenige Schritte. Beide sindin sehr schlechtem Zustand, nur die Hauptsynagoge, die größte Europas,16


genannt der Dohány-Tem el (von Ludwig Förster, 1859, der auch die GroßeWiener Synagoge in der Tempelgasse entworfen hat, die 1938 zerstört wurde),ist bisher restauriert worden.Selbst unscheinbare Orte des Schreckens, wie die Straßenzüge und Höfedahinter, in denen es noch knapp vor der Befreiung ein wildes Morden gegebenhat, haben ihre traurige Anziehungskraft. Mit Äußerlichkeiten läßt sich das nichtbegründen. Wirkungen werden von Unsichtbarem erzeugt. Man sieht, was manweiß, was man entdeckt, was einem gezeigt wird, zum Beispiel, daß der Hofhinter der großen Synagoge jetzt auch dem Gedenken an Raoul Wallenbergdient, dem schwedischen Diplomaten, der tausende Juden gerettet hat. Am Tagvor der Befreiung ist er das letzte Mal in Budapest gesehen worden und dann alsHäftling der Befreier umgekommen. Die Nähe solcher Stätten zu scheuen, würdedie Beschäftigung mit derartigen Dimensionen des Bösen vom Konkretenfernhalten. Der Vorsatz, das radikal Fremde und das damals Normale der Tatenund der Täter in Zusammenhang mit dem Jetzt wahrzunehmen, wirft einen zurückauf die Unvorhersehbarkeit realer Wiederholungen. In diesem Durcheinandertaucht die Vorstellung auf, daß es unbetretbare Räume geben müßte. Trotzem istdie Existenz von Tabus ein Tabu. Nirgends wird daran erinnert, daß Haß undRache sich auf Seite der Opfer so in Grenzen gehalten haben. Daß die Schoahein europäischer Tatbestand ist, einschließlich der orthodoxen Vorstellung, siesei nur als Strafgericht Gottes zu begreifen, oder nur über Erzählungendarstellbar, wie in Lanzmanns Film, 16 verschwindet immer wieder unter diversenWahrnehmungsschwellen. Zugehörige Bildwelten verschieben sich. Funktionendes Vergessens geben sich oft erst sehr viel später zu erkennen. ObEisenbahnschienen und rostige Güterwaggons wenigstens manchmal noch denZweck, zu dem sie damals benutzt worden sind, vergegenwärtigen, ist offenbarvon gespeicherten Impulsen und Bildreflexen abhängig, die spontan bewußtwerden. Angehaltene Bewegung verlängert solche Momente. Konkrete Detailssind eine andere Form dieser Momente.Daß gerade in Budapest oder Wien keine besonderen Zufälle notwendig sind,um mit ‘Erinnerungen an das Töten’ konfrontiert zu werden, macht diesezusammengetragenen Fakten zu einem ins Persönliche hereinwirkendenKonglomerat verlassener, devastierter, unauffälliger Umgebungen, dieSchauplätze gewesen sind, wobei dieser Wortsinn - das Schauen, der Platz -dabei seine eigenen Dimensionen erhält. Das Subjektive daran ist determiniertdurch Objekte.17


‘Ich’, schreibt Imre Kertész 17 in einem Aufsatz dazu, ‘lebe in einem anderenHaus, in einer anderen Stadt als der, in welcher meine Nachbarn leben’. Bilderder Erinnerung hätten mit der Gegenwart eines Ortes nichts mehr zu tun.Erzählen darüber könne ihm bloß noch sein Gedächtnis. Die Gleichgültigkeit, mitder er inzwischen da und dort vorbeigeht, überrasche ihn nur noch manchmal. Mitden Orten, die für sein Leben entscheidend gewesen sind, beschäftigt er sich inseinen Texten, etwa mit der Gegend, in der er als Fünfzehnjähriger auf dem Wegzum Arbeitsdienst in der Shell-Raffinerie in Csepel, im Süden der Stadt, aus demAutobus geholt und nach Auschwitz deportiert worden ist. Budapest selbst ist fürihn ‘eine Stadt ohne Gedächtnis’, ist ‘nicht länger geistiger Schauplatz,nichteinmal mehr im Sinne negativer Inspiration’. Er lebe dort als Auswanderer,‘der es immer nur hinausschiebt, sich seine Reisedokumente zu beschaffen’. Daßihm zunehmend vorgehalten werde, er ‘schriebe nur über ein einziges Thema(nämlich Auschwitz) und sei somit nicht repräsentativ für das Land (nämlichUngarn)’, könnte ihm wo anders auch passieren. Mit dem Vorwurf, er hätte anTiefe verloren, kann er genauso wenig anfangen. Es wird damit unterstellt, füreine solche Tiefe wäre dieses und jenes tatsächlich notwendig gewesen. ‘Ichhabe nie daran gedacht, daß ich Jude bin, ausgenommen die Momente derBedrohung’, sagt er dazu im ‘Galeerentagebuch’. Sein Vater ist auf einem dermörderischen Gewaltmärsche ungarischer Juden auf heute österreichischesGebiet erschossen worden, in der Nähe von Sopron; so wie der Dichter MiklósRadnóti in der Nähe von Györ. Zu ‘ungarischen Juden’ sind diese Menschenletztlich per Dekret gemacht worden, selbst sprachlich wirkt vieles davon weiter.Sich solcher Namen zu erinnern verbindet möglicherweise doch den Einzelfall mitdem Anonymen. Nur an die Masse zu denken, entspräche dem Denken der Täter.Wie Gedächtnisse funktionieren und funktionieren werden, ohne bloß aufFormalismen zu reagieren, ist angesichts solcher Bezüge ein kategorisches, aberauch ein medienanalytisches Thema. Das forcierte Bild des Konsumenten, der ineiner sich vergröbernden, schematisierten öffentlichen Sphäre keine Chance hat,‘Bürger’ zu sein, gleicht in vielen Aspekten dem Antisemiten. In Adornos Textüber die ‘Aufarbeitung der Vergangenheit’, die Ursachen beseitigen müßte, wirdder Antisemit dadurch definiert, ‘daß er überhaupt keine Erfahrung machen kann,daß er sich nicht ansprechen läßt’. 18 Er ist aber kein Typus mit einemGegentypus, wie dadurch unterstellt wird. Die Gefährdung bleibt eine allgemeinstrukturelleund eine subjektive. Das ist weiterhin auf viele Felder übertragbar;auch wenn die Bücher von Victor Klemperer, Aleksandar Tisma, Heimrad Bäcker,18


Josef Skvorecky, Primo Levy, Jorge Sem run oder Imre Kertész überall erhältlichsind. Von geschichtlicher Gegenwart läßt sich das alles nicht abtrennen. Dieimmer noch übliche Ausgrenzung des Geschehens als barbarischer Ausbruchunterwirft sich selbst wieder einer atavistischen Faszination des Bösen. Die auftatsächliche Vernichtung ausgerichtete Variante des Antisemitismus ist eingenuin modernes, singuläres, antihumanistisch-technologisches Ereignis, ‘dasüberhaupt erst in einem modernen Stadium der Entwicklung auftreten konnte’(Zygmunt Baumann). 19Akira Kurosawa (1910 - 1998) hat, um mit einem anderen kulturellenHintergrund zu schließen, in seiner Autobiographie Hiroshima und Nagasaki mitkeinem Wort erwähnt; erst spät wurde das zum Thema eines seiner Filme. ‘In derKriegszeit ähnelten wir alle Taubstummen’, schreibt er und stellt auf seine Personbezogen klar: ‘Ich habe dem japanischen Militarismus keinerlei Widerstandentgegengesetzt. Leider muß ich eingestehen, daß ich nicht den Mut hatte,Widerstand zu leisten; ich schmuggelte mich durch, indem ich mich, falls nötig,einschmeichelte oder die Zensur umging. Dafür schäme ich mich ...’; alsKonsequenz daraus ist ihm besonders vorrangig erschienen, ‘das Ich als einenpositiven Wert zu etablieren’, seinen ersten Film nach dem Krieg hat er diesemThema ge-widmet: ‘Waga seishun ni kui nashi’ (‘Ich bereue meine Jugendnicht’). 20Dieses zweifelnde, skeptische Ich, das bei ihm nicht mit Mitleid rechnet, sichaber wenigstens einen gewissen Blick bewahren sollte, kommt, so ließe sichfortsetzen, ohne Beschäftigung mit dem anderen Menschen, mit Bildern von ihm,mit seiner Unendlichkeit, nicht aus, etwa im Sinne des Denkens über sozialeBeziehungen, über Gerechtigkeit und Pluralismus bei Emmanuel Lévinas. ImHebräischen ergibt sich dafür ein spezieller Bezug, das Wort für Verantwortung(achariout) schließt den anderen (acher) mit ein. Emmanuel Lévinas (1905 -1995) übrigens ist in einem Lager in der Lüneburger Heide, unweit von Bergen-Belsen, gefangen gewesen und hat wegen der Ermordung seiner gesamten inLitauen verbliebenen Familie beschlossen, nie wieder nach Deutschlandzurückzukehren. Seine Überlegungen zu den Dimensionen, was es heißt, demanderen Menschen zu begegnen, hat Jaques Derrida präzisiert, indem er denessentiellen Unterschied betont, der im Problem liegt, den anderen Menschenüberhaupt zu konstituieren. Das lasse sich nicht der Begegnung entgegensetzen.Anwesenheit und Abwesenheit des eigenen und des anderen Ich jedenfalls hatviel mit Spurensuche und Spurensicherung zu tun. Bei Lévinas heißt das: ‘Die19


S ur des Anderen . Er kommt immer aus einer Vergangenheit, die nie meineGegenwart war.’ 21Mit der inzwischenen gewonnenen Distanz gelte es daher umso mehr - soAgnes Heller, als wieder von Budapest aus wirkende Stimme - im Blick zurück aufdieses ‘Jahrhundert der Katastrophe’, dieses ‘Jahrhundert der Praxis’, dasGewesene vor einer bestimmten Art seiner Überlieferung zu retten und dasSchweigen der Opfer zu verteidigen, ‘gegen die empörend billige Sentimentalität,angesichts der akademischen Haarspalterei, gegen politische Machinationen undauch angesichts zu lauter Lamentation. Ferner können die Trauernden dieRuinen der menschenverschuldeten Apokalypse immer wieder bloßlegen, sichvon den neuen Trümmern, die immerfort über ihnen aufgehäuft werden, befreien... ‘ 2220


Literatur1 Ernst Jünger: Sämtliche Werke, Stuttgart 1979. Band 2+3, Tagebücher II, Seite 77, 315, 320,Tagebücher III, Seite 411, 424, 425, 443, 4732 Dokumente zu diesem Abschnitt: Anton Lehár: Erinnerungen. Gegenrevolution undRestaurationsversuche in Ungarn 1918-1921. Wien 1973. Radomír Luza: Der Widerstand inÖsterreich 1938-1945. Wien 1983 (Emil Oswald) / J. Hanns Pichler (Hg.): Othmar Spann oderDie Welt als Ganzes. Wien 1988 / Franz M. Kapfhammer: Neuland. Erlebnis einerJugendbewegung. Graz 1987 / Franz Reder: Biographische Aufzeichnungen. Wien 1985(unveröffentlichtes Manuskript) / Taras Borodajkewycz: Wegmarken der GeschichteÖsterreichs, Wien 1972 / Oliver Rathkolb: Führertreu und gottbegnadet. Künstlereliten imDritten Reich. Wien 1991. Seite 131 (Helmut Wobisch) / Anton Pelinka: Am Beispiel AntonBöhm: Politische Legendenbildung um einen Irrenden. Der Standard, Wien, 16. Jänner 1998 /Hermann Neubacher: Sonderauftrag Südost 1940-45. Göttingen 1956 / Josef Klaus: Macht undOhnmacht in Österreich. Wien 1971. Seite 30 f. / Wilhelm Wolf: Hundert Jahre Österreich.Politik und Dichtung. Salzburg 1940 / Franco Valsecchi: Das moderne Italien, Hamburg 1935 /Chritian S. Ortner: Am Beispiel Walter Reder. Wien 1985 / Eugen Kogon: Der SS-Staat (1945).München 19743 Christian Reder: Verbindungen zwischen Tat und Sache. In: Stadtbuch Wien 1983, Wien 1983/ Peter Schubert: Schauplatz Österreich. Topographisches Lexikon zur Zeitgeschichte. Band 1:Wien. Wien 1976 / Herbert Exenberger: Antifaschistischer Stadtführer. Wien 1985 / Wienwirklich. Der Stadtführer. Wien 1992 / Dokumentationsarchiv des österreichischenWiderstandes (Hg.): Gedenken und Mahnen in Wien 1934 - 1945. Wien 19984 Cora Stephan: Der Betroffenheitskult. Eine politische Sittengeschichte. Reinbek bei Hamburg,19945 Hans Magnus Enzensberger (Hg.): Europa in Ruinen. Augenzeugenberichte aus den Jahren1944-1948. München 1995. Seite 16 (aus dem Vorwort von H. M. Enzensberger)6 Joachim C. Fest: Hitler. Der Aufstieg. Der Führer. 2 Bände. Frankfurt / M. 1976. Seite 5277 Ernst Klee: Der Umgang der Kirche mit dem Holocaust nach 1945. In: Rudolf Steininger (Hg.):Der Umgang mit dem Holocaust. Europa - USA - Israel. Wien 1994. Seite 128 / Maria Sporrer,Herbert Steiner (Hg.): Simon Wiesenthal. Ein unbequemer Zeitgenosse. Wien 1992, Seite 132f.8 Verena Dohrn: Reise nach Galizien. Grenzlandschaften des alten Europa. Frankfurt / M. 1993.Seite 50 ff.9 Gespräch mit Thomas Mendl, Wien, 26. Juni 199810 Dorothea Zeemann: Einübung in Katastrophen. Leben von 1913-1945. Frankfurt / M. 1979.Seite 125 ff. / Jungfrau und Reptil. Leben zwischen 1945 und 1972. Frankfurt / M. 198211 Julius H. Schoeps: Theodor Herzl. 1860 - 1904. Wien 1995. Seite 2512 Jewgeni Chaldej: Von Moskau nach Berlin. Berlin 1994, Seite 39 / Erich Klein (Hg.): DieRussen in Wien. Die Befreiung Österreichs. Wien 1995. Seite 1313 Julius H. Schoeps: Theodor Herzl. 1860 - 1904. Wien 1995. Seite 2014 Steven Beller: Theodor Herzl. Wien 1996. Seite 4515 Ágnes Ságvári: Holocaust. Budapest 1944. Stadtplan und Broschüre. Jewish Agency,Budapest 199416 Shoah. Dokumentarfilm von Claude Lanzmann. Frankreich 198517 Imre Kertész: Stadt ohne Gedächtnis. Die Zeit magazin, Hamburg, Nr. 11 1998 / Roman einesSchicksallosen (1975). Berlin 1996. Seite 47 ff. / Galeerentagebuch. Reinbek bei Hamburg1997. Seite 54 / Ich - ein anderer. Berlin 1998. Seite 29, 6318 Theodor W. Adorno: Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit (1959). In: Kulturkritik undGesellschaft II. Gesammelte Schriften 10.2, Frankfurt / M. 1997. Seite 57119 Zygmunt Baumann: Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust. Hamburg 1992,Seite 8820 Akira Kurosawa: So etwas wie eine Autobiographie. München 1986. Seite 172, 173, 17421 Emmanuel Lévinas: Die Spur des Anderen. Freiburg im Breisgau 1998./ Bernhard Taureck:Lévinas zur Einführung. Hamburg 1991. Seite 34, 97, 129 / Emmanuel Lévinas: Antlitz underste Gewalt. In: Spuren, XX, September 1987. Seite 3422 Agnes Heller: Requiem für ein Jahrhundert. Reden über Gewalt und Destruktivität. Hamburg1995. Seite 19© Christian Reder 199921

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine