Jahresbericht 2012 Beratungsstelle Datteln - Ehe- Familie- und Leben

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Jahresbericht 2012 Beratungsstelle Datteln - Ehe- Familie- und Leben

ehefamilielebeBeratung im Bistum MünsterKREIS RECKLINGHAUSEN20122018SeminareWeiterbildungskurse Ehe. Familie. Leben.Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum MünsterBeratungsstelle Datteln2012Jahresbericht 20121


KREIS RECKLINGHAUSENHerausgeber:EFL DattelnHeibeckstraße 1945711 DattelnTel: 0 23 63 - 5 40 22Mail: efl-datteln@bistum-muenster.deInternet: www.efl-bistum-ms.de2


Liebe Leserin, lieber Leser,mit diesem Jahresbericht informieren wir Sie über die Arbeit der Ehe-,Familien- und Lebensberatung(EFL) im vergangenen Jahr. Im ersten Teil berichten wir über die Beratungsstellefür Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Datteln. Der zweite Teil gibt Ihnen einen Überblicküber die vernetzte Arbeit der vier EFL-Beratungsstellen im Kreis Recklinghausen.EFL Datteln:Neben einer Zusammenfassung derstatistischen Angaben (wer kommt zu uns,wie viele Ratsuchende waren es, was sinddie Hauptanlässe) wollen wir Ihnen einenEinblick in unsere Arbeit geben am Beispielder Beratung bei Trauer / Verlusterlebnissenund der Kooperation mit Familienzentren.Im Jahr 2012 ist die Anzahl derGespräche in der EFL Datteln im Vergleichzum Vorjahr nochmal sehr gestiegen:von 435 auf 520.Davon fanden 19 Kontakte im Rahmender Online-Beratung statt. Seit Juni 2012 arbeitetClaudia Hülsken, Pastoralreferentin,mit fünf Wochenstunden in diesem Bereichder EFL mit und berät Ratsuchende perEmail. Die Online-Beratung ist zu findenunter www.efl-bistum-ms.de. Dort wird derButton „Onlineberatung“ angeklickt. DieseBeratung ist nicht ortsgebunden. Außereiner (ersten) Unterstützung per Email istauch Beratung im Einzel- oder Gruppenchatmöglich.Die Zahl der Ratsuchenden bzw. ratsuchendenPaare in der EFL Datteln ist von92 „nur“ auf 96 gestiegen, es fanden abermehr Gespräche pro Beratungsprozessstatt. Möglicherweise hängt das damitzusammen, dass im Jahr 2012 die Bewältigungkritischer Lebensereignisse / Verluste(z.B. Tod eines Partners) häufiger Thema inder Beratung war (in 35% der Fälle in 2012gegenüber 22% in 2011), vgl. dazu auchden Abschnitt „Beratung bei Trauer“.„Spitzenreiter“ der Beratungsthemensind wie in 2011 Schwierigkeiten in derKommunikation und Selbstwertprobleme.Der Anteil der Männer, die Einzelberatungwahrnehmen, ist weiter gestiegen.Nach wie vor ist aber der Großteil derArbeit Paarberatung oder Einzelberatungvon Frauen (zusammen knapp 81% allerGespräche).Der Großteil der Ratsuchenden ist zwischen30 und 40 Jahren alt, verheiratet undlebt von eigenen Einkünften. In 50% derFälle handelt es sich um Ratsuchende mitminderjährigen Kindern. Weil sich massiveBeziehungsprobleme von Eltern auch aufdas Wohlbefinden und die Entwicklung derKinder auswirken, kooperiert die EFLDatteln mit sechs Familienzentren(s. „Kooperation mit Familienzentren“).Beratung bei Trauer - Auswirkungenfrüherer schmerzlicher ErlebnisseTrauer nach dem Tod eines Partners(in höherem Alter); Traurigkeit, nachdemeine chronische Krankheit diagnostiziertwurde – das sind zunächst einmal ganzKREIS RECKLINGHAUSEN3


EinblickeKREIS RECKLINGHAUSENnormale Reaktionen. Wenn die Umwelt denBetroffenen ihre individuelle Art zu trauernzugesteht, keine starren Vorstellungen überdie „zulässige“ Dauer der Trauer vorgibt,wenn mit kleinen Gesten Kontaktbereitschaftsignalisiert wird – dann gehen vieleMenschen durch diese Krise ohne denWunsch nach spezifischer Beratung.Wenn Menschen aber schon vor deraktuellen Krise sehr belastende oderschmerzliche Erfahrungen gemacht haben,wenn sie z.B. in der Kindheit starke Ablehnungdurch einen Elternteil erlebt habenoder den Verlust eines Elternteils emotionalallein auf sich gestellt bewältigen mussten,wenn ihre Not nicht gesehen wurde – dannist es wesentlich schwieriger, erneute Krisen,z.B. in der Partnerschaft oder ebendurch einen Todesfall, zu bewältigen.Oft haben die Betroffenen die altenVerletzungen oder Belastungen viele Jahreausgehalten, ohne sich jemandem anzuvertrauen.Durch die zusätzliche Belastung,den erneuten Verlust, das Gefühl, wiedereinmal verlassen worden zu sein und alleinda zu stehen, ist das nicht mehr möglich.Die Beratungsstelle ist dann ein Ort der„Erlaubnis“. Hier dürfen Trauer und Wutsein, frühere Erlebnisse können in einemwertschätzenden Rahmen erzählt werden.Oft hilft es den Betroffenen, wenn sie einenZusammenhang zwischen ihren alten Erfahrungenund ihren jetzigen Reaktionenerkennen können, so dass sie ihr eigenesVerhalten nicht mehr als übertrieben oderunverständlich abwerten müssen. Allmählichkann sich dadurch ein liebevollererBlick auf sich selbst, auf das eigene „innere“Kind entwickeln. In der Beratung gehtes dann auch um die (positiven) Unterschiedezwischen „früher“ und „heute“.Wenn Kleinigkeiten, die bei aller Trauernoch als wohltuend empfunden werden,z.B. bestimmte Musikstücke, Naturbeobachtungen,einzelne zuverlässige Freundewieder wahrgenommen werden – dann istdas oft ein erster Schritt aus der Teilnahmslosigkeit,die viele Betroffene schildern.Was hier am Beispiel der Beratung vonTrauernden skizziert wird, gilt grundsätzlichauch für Beziehungskrisen. Wenn aktuelleKonflikte mit dem Partner frühere schmerzlicheErfahrungen anrühren, hilft es oft, sichdessen bewusst zu werden. Dabei geht esnicht unbedingt um das „Aufarbeiten“ dergesamten Kindheit, sondern eher um einGefühl für die „Brille“, durch die wir denPartner/die Partnerin betrachten. Der Blickauf das Gegenüber ist immer auch ein bisschenverzerrt oder gefärbt durch frühereErfahrungen. Im Verlauf der Beratung kanndie Sicht auf mich selbst und den Partner/die Partnerin weiter werden und so einengrößeren Handlungsspielraum ermöglichen.(Weiterte Infos zum Thema „Trauma“finden Sie im Kreisteil.)Kooperation mit FamilienzentrenZiel der Kooperation der EFL Dattelnmit insgesamt sechs Familienzentren inDatteln, Waltrop und Oer- Erkenschwick istes, Eltern zu ermutigen, frühzeitig Hilfe undBeratung in Anspruch zu nehmen. Dazuwerden Infostände in zwei Familienzentrenangeboten, dabei steht die Beraterin bei beiBedarf auch für Gespräche zur Verfügung.Außerdem finden Fortbildungsnachmittagefür die Erzieherinnenteams statt,4


Einblickean denen die Arbeitsweise der EFL anhandvon Fragen zu Konfliktgesprächen und ähnlichenThemen vorgestellt wird.Eltern aus den kooperierenden Familienzentren,die kurzfristig ein erstesOrientierungsgespräch wünschen, könnennach telefonischer Anmeldung in der EFL(02363-54022) in die Akutsprechstundedienstags zwischen 9.00 und 10.00 Uhrin die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellekommen.Weitere AngeboteDie EFL Datteln bietet Familienmediationan. Dies ist ein strukturiertes, lösungsorientiertesVerfahren zur einvernehmlichenund eigenverantwortlichen Regelung vonKonflikten im Bereich der Trennung undScheidung, in Patchworkfamilien sowiebei anderen innerfamiliären Konflikten.Personelle VeränderungenWir freuen uns, dass Claudia Hülskenunser Team seit Sommer 2012 unterstützt.Verabschiedet haben wir uns von InaFornefeld, die mehrere Jahre, vor allem von2007 bis 2010, den Großteil der Beratungsarbeitin der Dattelner EFL geleistet hat.Sie hat zum Januar 2013 die Leitung derEFL in Lünen übernommen und daher dieArbeit in Datteln beendet. An dieser Stellesagen wir nochmal herzlichen Dank undwünschen gutes Gelingen in Lünen!Im Juli 2013 wird unsere Sekretärin,Elfriede Kaufmann, die Arbeit in Datteln beenden.Bärbel Wember wird ab dem 01.07.die Sekretariatsaufgaben übernehmen.Schon jetzt herzlichen Dank an ElfriedeKaufmann, deren langjährige Erfahrung inder EFL ein besonders wertvoller Teil unsererArbeit war. Frau Wember wünschenwir einen guten Einstieg!Herzlich danken wir allen, die unsereArbeit im letzten Jahr unterstützt haben.Besonderer Dank gilt den Ratsuchenden,die uns ihr Vertrauen entgegengebrachthaben und oft auch ihren Humor mituns geteilt haben.Für das Team der Beratungsstelle DattelnAntje Volpert, LeiterinMaria HölscheidtClaudia HülskenElfriede Kaufmann, SekretärinKREIS RECKLINGHAUSEN5


Statistische Daten EFL-DattelnKREIS RECKLINGHAUSEN6JB 2012 statistische Angaben der Beratungsstelle DattelnKontakteBeratungsfälleAnzahl der Berat.KontaktePartnerschaftEinzelgespräche mit d. Mann 69 13,3 ohne festen Partner 18 18,8Einzelgespräche mit d.Frau 241 46,3 verheiratet zusammenlebend 55 57,3Paargespräche 180 34,6 verheiratet getrennt lebend 10 10,4Familiengespräche 4 0,8 unverheiratet gemeins. Whng. 8 8,3Gespräche mit Dritten 0 0,0 unverheiratet getrennte Whng. 5 5,2Gruppengespräche 0 0,0 gleichgeschlechtl. Partnersch. 0 0,0Paargruppe 0 0,0 96 100,0Tel.Kontakt/ Brief 7 1,3 EhedauerOnlineberatung - email 19 3,7 bis 5 Jahre 14 21,5Onlineberatung - chat 0 0,0 bis 10 Jahre 21 32,3insgesamt 520 100,0 bis 15 Jahre 11 16,9bis 20 Jahre 2 3,1Kontakte je Fall (nur abgeschlossene Fälle) bis 25 Jahre 2 3,1einmal 10 14,7 darüber 15 23,1bis 3mal 12 17,6 Verheiratete insges. 65 100,0bis 5mal 15 22,1 Zum Fall gehörend. Kinderbis 10mal 17 25,0 Fall mit 0 Kindern 21 21,9bis 15mal 3 4,4 Fall mit 1 Kind 32 33,3bis 20mal 6 8,8 Fall mit 2 Kindern 29 30,2bis 30mal 3 4,4 Fall mit 3 Kindern 12 12,5darüber 2 2,9 Fall mit 4 und mehr Kindern 2 2,1abgeschl. Fälle 68 100,0 96 100,0AufnahmeWeiterführung aus Vorjahr 33 34,4 Fall mit Kind/ern unter 18 J. 48 50,0Neuaufnahme 63 65,6Wiederaufnahme 0 0,0 Alter der Kinder96 100,0 0 bis unter 3 14 10,4Beratungsdauer 3 bis unter 6 22 16,3nicht abgeschlossen 28 29,2 6 bis unter 10 21 15,6abgeschloss. nach 3 Monaten 23 24,0 10 bis unter 14 16 11,9abgeschl. nach 6 Monaten 24 25,0 14 bis unter 18 11 8,1abgeschl. nach 12 Monaten 10 10,4 18 bis unter 21 8 5,9abgeschl. nach 18 Monaten 5 5,2 21 bis unter 27 15 11,1abgeschl. nach mehr als 1,5 J 6 6,3 darüber 28 20,796 100,0 Anzahl der Kinder insges. 135 100,0Wartezeit bis 1.Fachkontakt1 Woche und weniger 16 25,4 Anzahl der Kinder unter 18J. 84 62,2bis 2 Wochen 9 14,3bis 1 Monat 22 34,9 Familienform *=mit minderjährigen Kindernbis 2 Monate 10 15,9 ohne Kinder 21 21,9darüber 6 9,5 mit ausschließlich volljährigen Kindern 27 28,1nur Neuaufnahmen 63 100,0 verheiratete leibl. Eltern* 20 20,8Hinweis auf Beratungsstelle unverheiratete leibl. Eltern* 4 4,2Presse, Prospekt, Tel.buch 9 9,4 Stief-/Patchworkfam., verheir.* 6 6,3eigene Erfahrung 12 12,5 Stief-/Patchworkfam. unverh.* 1 1,0(ehemalige) Klienten 6 6,3 Pflege-/Adoptivfamilie* 1 1,0Bekannte / Verwandte 5 5,2 Alleinerziehenden-Familie 12 12,5Ärzte / Kliniken 19 19,8 nicht mit Ki* zus.leb. Väter/Mütter 4 4,2Fam.Zentrum / KiTa 8 8,3 96 100,0andere Beratungsstellen 15 15,6 BeratungsanlassInternet 15 15,6 §17KJGH: Part.B. zum Aufbau 0 0,0Seelsorger 3 3,1 §17KJHG: Part.Ber. bei Krisen 33 34,4Jugendamt / ASD 2 2,1 §17KJHG: Trenn./Scheid.Ber. 15 15,6so. Amt / Behörde 2 2,1 Beratung junger Erw. bis 27 J. 5 5,2Familiengericht 0 0,0 Partn.B. ohne KJHG Relevanz 27 28,1Rechtsanw./so. Gerichte 0 0,0 Lebensberatung 16 16,7Telefonseelsorge 0 0,0 96 100,0Vorträge 0 0,0 Wirtschaftl. Basis d. FamilieSonstiges 0 0,0 eigene Einkünfte 81 84,496 100,0 Sozialleistungen 15 15,6Fall mit Migrationshintergr. 10 10,4 96 100,0Seite 1


Statistische Daten EFL-DattelnJB 2012 statistische Angaben der Beratungsstelle DattelnMänner Frauen Klienten insg.Alterbis unter 18 0 0,0 0 0,0 0 0,018 bis unter 27 2 3,4 10 12,5 12 8,627 bis unter 30 1 1,7 5 6,3 6 4,330 bis unter 40 16 27,1 24 30,0 40 28,840 bis unter 50 21 35,6 17 21,3 38 27,350 bis unter 60 8 13,6 16 20,0 24 17,360 und darüber 11 18,6 8 10,0 19 13,759 100,0 80 100,0 139 100,0Familienstandledig 8 13,6 15 18,8 23 16,5verheiratet 45 76,3 60 75,0 105 75,5verwitwet 1 1,7 2 2,5 3 2,2geschieden 5 8,5 3 3,8 8 5,859 100,0 80 100,0 139 100,0Wiederverheiratet 13 22,0 16 20,0 29 20,9Konfessionkatholisch 27 45,8 42 52,5 69 49,6evangelisch 14 23,7 22 27,5 36 25,9sonstige Konfession/Rel. 1 1,7 2 2,5 3 2,2ohne Konfession 17 28,8 14 17,5 31 22,359 100,0 80 100,0 139 100,0Letzter Schulabschlussnoch in schulischer Ausbildung 1 1,7 3 3,8 4 2,9Sonderschule / ohne Abschluss 0 0,0 1 1,3 1 0,7Hauptschule 20 33,9 13 16,3 33 23,7Realschule 21 35,6 35 43,8 56 40,3(Fach-)Abitur 17 28,8 28 35,0 45 32,459 100,0 80 100,0 139 100,0Ausbildungsabschlussnoch in beruflicher Ausbildung 0 0,0 3 3,8 3 2,2ohne Abschluss 2 3,4 8 10,0 10 7,2Lehre 35 59,3 48 60,0 83 59,7Meister 2 3,4 1 1,3 3 2,2Fachschulabschluss 4 6,8 8 10,0 12 8,6Fachhochschulabschluss 8 13,6 9 11,3 17 12,2Hochschulabschluss 8 13,6 3 3,8 11 7,959 100,0 80 100,0 139 100,0Berufliche Stellungohne Beruf 3 5,1 9 11,3 12 8,6einf. Arbeiter/Angest./Beamter 12 20,3 16 20,0 28 20,1Facharb./mittl.Angest./Beamt. 24 40,7 45 56,3 69 49,6gehobener Angest./Beamter 10 16,9 7 8,8 17 12,2höherer/ltd. Angest./Beamter 7 11,9 0 0,0 7 5,0Selbstständig 3 5,1 3 3,8 6 4,359 100,0 80 100,0 139 100,0Derzeitige Tätigkeitganztags berufstätig 42 71,2 20 25,0 62 44,6teizeitbeschäftigt 0 0,0 24 30,0 24 17,3geringfügig beschäftigt 2 3,4 5 6,3 7 5,0arbeitslos 6 10,2 5 6,3 11 7,9in Ausbildung 2 3,4 5 6,3 7 5,0Rentner 7 11,9 10 12,5 17 12,2Haushalt 0 0,0 11 13,8 11 7,959 100,0 80 100,0 139 100,0Herkunftdeutsch 55 93,2 71 88,8 126 90,6ausländisch 4 6,8 9 11,3 13 9,459 100,0 80 100,0 139 100,0KREIS RECKLINGHAUSENSeite 27


Statistische Daten EFL-DattelnKREIS RECKLINGHAUSEN8JB 2012 statistische Angaben der Beratungsstelle DattelnProbl.bereiche im einzelnen Berat.fälle Probl.bereiche im einzelnen Berat.fällePersonenbezogene Themen(Rangreihe)Selbstwertprobl. / Kränkungen 37 38,5Stimmungsbez. Probl.(z.B. Depression) 23 24,0 Dysfunktionale Interakt./Komm. 40 41,7Vegetative/psychosomat. Probl. 10 10,4 Selbstwertprobl. / Kränkungen 37 38,5Ängste und Zwänge 11 11,5 Krit. Lebensereign./ Verluste 34 35,4Probleme im Sozialkontakt 9 9,4 Stimmungsbez. Probl.(z.B. Depression) 23 24,0Krit. Lebensereign./ Verluste 34 35,4 Fam. Umfeld (Elt. Schw.-/Großelt,) 23 24,0Individuelle sexuelle Probleme 0 0,0 Trenn.wunsch / Angst vor Tr. 22 22,9Sexuelle Orientierung 0 0,0 Unterschiedl. Rollenverständnis 22 22,9Konzentrations-/Arbeitsstör. 4 4,2 Bez.rel. Aspekte d. Paargesch. 21 21,9Traumat. Erlebnisse (z.B. Missbrauch) 15 15,6 Auseinanderleben/Kontaktmang. 21 21,9Glaubens- und Sinnfragen 4 4,2 Bez.rel. Schicksale /Krankheiten 19 19,8Psychotische Störungen 2 2,1 Bez.rel. Aspekte d. Herkunftsfam. 18 18,8Persönlichkeitsstörungen 3 3,1 Ausbildungs- / Arbeitssituation 16 16,7Suizidalität 1 1,0 Traumat. Erlebnisse (z.B. Missbrauch) 15 15,6Ess-Störungen 2 2,1 Körperliche Erkrankungen 15 15,6Alkohol 4 4,2 Symptome/Auffälligkeit. d. Ki. 14 14,6Sonstige Sucht 2 2,1 Bewältigung von Trennung 13 13,5Körperliche Erkrankungen 15 15,6 Finanzielle Situation 12 12,5Information 2 2,1 Heftiger Streit 11 11,5Sexualität 11 11,5Partnerbezogene Themen Ängste und Zwänge 11 11,5Dysfunktionale Interakt./Komm. 40 41,7 Familiäre Schwierigk. wg. Ki. 11 11,5Unterschiedl. Rollenverständnis 22 22,9 Bez.probleme zwi. Eltern u. Ki. 11 11,5Auseinanderleben/Kontaktmang. 21 21,9 Vegetative/psychosomat. Probl. 10 10,4Partnerwahl / Partnerbindung 8 8,3 Übergänge (z.B. Geburt, Berentung) 10 10,4Übergänge (z.B. Geburt, Berentung) 10 10,4 Außenbez./außereheliche Bez. 9 9,4Bez.rel. Schicksale /Krankheiten 19 19,8 Probleme im Sozialkontakt 9 9,4Bez.rel. Aspekte d. Herkunftsfam. 18 18,8 Fam. Schwierigk. d. Trenn./Scheid. 8 8,3Bez.rel. Aspekte d. Paargesch. 21 21,9 Partnerwahl / Partnerbindung 8 8,3Sexualität 11 11,5 Stief-/Patchwork-Situation 8 8,3Interkultur. Paar- und Familienprobl. 5 5,2 Wohnsituation 8 8,3Eifersucht 6 6,3 Eifersucht 6 6,3Trenn.wunsch / Angst vor Tr. 22 22,9 Ablösungsprobleme 6 6,3Bewältigung von Trennung 13 13,5 Tätlichkeiten, Gewalt 5 5,2Außenbez./außereheliche Bez. 9 9,4 Interkultur. Paar- und Familienprobl. 5 5,2Heftiger Streit 11 11,5 Konzentrations-/Arbeitsstör. 4 4,2Tätlichkeiten, Gewalt 5 5,2 Alkohol 4 4,2Ungewollte Kinderlosigkeit 0 0,0 Glaubens- und Sinnfragen 4 4,2Schwangerschaft 2 2,1 Unterschiedl. Erziehungsvorst. 3 3,1Umg. mit pflegebedürft. Angeh. 3 3,1Familienbezogene Themen Arbeitslosigkeit 3 3,1Unterschiedl. Erziehungsvorst. 3 3,1 Persönlichkeitsstörungen 3 3,1Familiäre Schwierigk. wg. Ki. 11 11,5 Probleme im sozialen Umfeld 3 3,1Fam. Umfeld (Elt. Schw.-/Großelt,) 23 24,0 Sonstige Sucht 2 2,1Fam. Schwierigk. d. Trenn./Scheid. 8 8,3 Ess-Störungen 2 2,1Stief-/Patchwork-Situation 8 8,3 Information 2 2,1Symptome/Auffälligkeit. d. Ki. 14 14,6 Schwangerschaft 2 2,1Bez.probleme zwi. Eltern u. Ki. 11 11,5 Psychotische Störungen 2 2,1Ablösungsprobleme 6 6,3 Sexueller Missbrauch 1 1,0Vernachlässigung des Kindes / der Kinder 0 0,0 Migrationsprobleme 1 1,0Gewalt in der Familie 0 0,0 Suizidalität 1 1,0Sexueller Missbrauch 1 1,0 Individuelle sexuelle Probleme 0 0,0Umg. mit pflegebedürft. Angeh. 3 3,1 Gewalt in der Familie 0 0,0Ungewollte Kinderlosigkeit 0 0,0Gesellschaftl. / sozio-kult. Themen Sexuelle Orientierung 0 0,0Ausbildungs- / Arbeitssituation 16 16,7 Vernachlässigung des Kindes / der Kinder0 0,0Arbeitslosigkeit 3 3,1Wohnsituation 8 8,3Finanzielle Situation 12 12,5Migrationsprobleme 1 1,0Probleme im sozialen Umfeld 3 3,1Seite 3


Angebot | Mitarbeiter/-innenDas An g e b o t d e r Eh e-, Familien- u n d Lebensberatungsstellenim Kreis RecklinghausenDie EFL- Beratungsstellen im Kreis sindfachlich und personell eng vernetzt und unterstützenMenschenbei Problemen in Ehe und Partnerschaftbei Familienkrisenbei Trennung und Scheidungin schwierigen Lebenssituationenbei persönlichen Problemenbei sexuellen Problemenbei unerfülltem Kinderwunschbei Sekten- und WeltanschauungsfragenNeben Einzel-, Paar- und Gruppengesprächenbieten wir mehrtägige Seminarefür Paare in Kooperation mit der EFL imBistum Münster und katholischen Erwachsenenbildungseinrichtungenan.Die Beratung ist offen für alle, unabhängigvon Alter, Konfession oder Religion, Familienstandund Nationalität der Ratsuchenden.Das Beratungsangebot ist für die Ratsuchendenkostenfrei, Spenden zur Unterstützungdes Beratungsangebotes sinderwünscht.Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterliegender gesetzlich geregelten Schweigepflicht.Die Beratungstermine werden individuellabgestimmt und sind auch in den Abendstundenmöglich.Zur Qualitätssicherung sind der Austauschim Team sowie regelmäßige Supervisiondurch externe Supervisoren/-innen selbst-verständliche Bestandteile unserer Arbeit.Auf Wunsch von Familiengruppen, Arbeitsgemeinschaften,Kindertageseinrichtungen,Institutionen, Gruppen und Verbändenstellen Mitarbeiter/-innen die Arbeit derEFL vor und geben Informationen zu Partnerschaft,Ehe und Familie sowie zum Beratungsangebotder EFL. Anliegen der Beratungsstellenim Kreis ist es, die Hemmschwellezu senken, EFL-Beratung als eineForm der Hilfe frühzeitig in Anspruch zunehmen.Darüber hinaus pflegen wir die Vernetzungund kontinuierliche Zusammenarbeit mitanderen Einrichtungen in den BereichenSeelsorge, Jugendhilfe, Psychotherapie,Familienbildung, den Familienzentren undmit anderen Einrichtungen im psychosozialenund Gesundheitsbereich.SupervisorHeiner Krabbe, Diplom-Psychologe,Mediator (BAFM)Fachberater/-inFrau Richterin Sigrid SchöneAmtsgericht RecklinghausenHerr Peter Möller, Facharztfür Neurologie und Psychiatrie, MarlKREIS RECKLINGHAUSEN9


Angebot | Mitarbeiter/-innenKREIS RECKLINGHAUSENMitarbeiter/-innen Stand 1. April 2013EFL DattelnWochen-Stundendeputat 28Antje Volpert-KußLeiterin der BeratungsstelleMaria Hölscheidt, Claudia Hülsken(Online - Beratung)Elfriede Kaufmann, Sekretärin bis30.06.2013Bärbel Wember, Sekretärin ab 01.07.2013EFL DorstenWochen-Stundendeputat 38,55Beate BorgmannLeiterin der BeratungsstelleMaria Lambers, Christa WaldvogelMaria Karkhof, SekretärinEFL MarlWochen-Stundendeputat 39,30Andrea Stachon-GrothLeiterin der BeratungsstelleGabi Hahn-Wisk, Lars HofmannElfriede Kaufmann, SekretärinEFL RecklinghausenWochen-Stundendeputat 113,7Ute Kieslich, Leiterin der BeratungsstelleBeate Borgmann, Joachim van Eickels, MariaHergl, Werner Hülsmann, Thomas Jarck,Annette Kossorz, Cäcilia Leenders-vanEickels , Annette Lorke, Natalie Neumann,Claudia Prinz, Reinhard Westermann,Andrea Pannenbecker, SekretärinFachliche Qualifikation der Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter der EFL-Beratungsstellen im Kreis RecklinghausenDie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterder Beratungsstellen kommen aus verschiedenenpsychosozialen Grundberufen:Dipl. Psychologin, Dipl. Theologe/-in,Dipl. Sozialpädagogin, Dipl. Sozialarbeiterin,Pastoralreferent/-in, Lehrerin,Dipl. Religionspädagogin, Dipl. Soziologe.Sie haben Zusatzqualifikationen infolgenden Bereichen erworben:Ehe-, Familien- und Lebensberater/-in,Diplom BAG und DAJEBMaster of Counseling/Ehe-, FamilienundLebensberatung, Kath. HochschuleNRW in Kooperation mit dem BistumMünsterPsychologische Psychotherapie,ApprobationKlinische Psychologin, BDPPsychotherapie, HPGSystemische Therapie bei IFWWeinheim e.V., Helm-Stierlin-InstitutHeidelberg und PIB Duisburg/Integrative FamilientherapieAusbildung in Paartherapie bei M.Kohaus-Jellouschek, Dipl.-Pädagogin,Paar- und FamilientherapeutinAusbildung in Familienmediation beiHeiner Krabbe, MünsterAusbildung in Sexualtherapie/Hamburger Modell, G.HentschelFortbildung in personenzentrierterGesprächstherapie, GwGOnline-Beraterin, BAGInterkulturelle Beratung,10


FortbildungUniversität OldenburgTheaterpädagogin BUT, BundesverbandTheaterpädagogikTeen-Triple-P-TrainerinPaarlife-TrainerinKomKom TrainerinFortbildungDie Teilnahme an fachspezifischen Fortbildungsveranstaltungenist verpflichtend undgehört zu den Qualitätsstandards der EFL.Im Jahr 2012 nahmen MitarbeiterInnen derEFL-Beratungsstellen an folgenden Fortbildungsveranstaltungenteil:Beratung mit traumatisierten MenschenReferenten: Jutta Bücker-Scholz; UlrichStricklingKomKom/ Kommunikationskompetenz-Training in der PaarberatungReferenten: Sigrid Austen; Dr. JoachimEngl; Dr. Franz ThurmaierKooperation statt Konfrontation,Ausbildung in Familien-MediationReferenten: Heiner Krabbe; SabineThomsenArbeit mit hochstrittigen Eltern beiTrennung und ScheidungReferent: Matthias WeberSchematherapieReferent: Richard JostSandspielfortbildungReferentin: Gabriele BeisenkötterSandspieltherapieausbildungReferentin: Erika Jungbluth; RobertFeindMentalisierungsbasierte Therapie -EinführungReferent: Dr. med. Markus PawelzikFilm und BeratungReferent: Sebastian AperdannierHumor in BeratungReferent: Dr. Franz Dumbs„Eigentliche brauche ich dich gar nicht“- Zum Problem des Narzissmus in derPartnerschaft und BeratungsdynamikReferent: Prof. Dr. Wolfgang MilchTurbulenzen der Liebe - Veränderungender partnerschaftlichen Sexualität imLebenszyklusReferenten/-innen: PD Dr. ArnoldRetzer, Dr. Ruth Gnirss-Bormet,Dr. Hans Jellouschek,Prof. Dr. Astrid Riehl-EmdeAltern - Mehr als Abschied und Verlust?Referent: Prof. Dr. Meinolf PetersADHS im ErwachsenenalterReferent: Thomas MiebachLösungsorientierter Ansatz in derOnline-BeratungReferentin: Bettina ZennerDeutsche Bündnis gegen DepressionenReferentin: Ines HeinzHilfe mein Kind pubertiert, LWLFachstelle SuchtAuf der Suche nach Mee/hrReferentin: Dr. Michaela WachendorferEinzelberatung im GruppensettingReferent: Norbert WilbertzFortbildung für Sekretärinnen in der EFLim Bistum Münster – Was versteht maneigentlich unter dem „systemischenAnsatz“ in der Beratungsarbeit?Referentin: Susanne PfitzenreuterJahrestagung des BundesverbandesKath. Ehe-, Familien- undLebensberater/innen:KREIS RECKLINGHAUSEN11


KontaktKREIS RECKLINGHAUSENVersöhnen und Verzeihen in derPaarberatungMentoren/-innenkonferenz der Kath.Bundesarbeitsgemeinschaft fürEhe-, Familien- und Lebensberatung,Telefonseelsorge und Offene Tür e.V.:Evaluation und Konzeptualisierung vonWeiterbildungskursen in Ehe-, FamilienundLebensberatungUniversität Duisburg /Essen, Zentrumfür Informations- und Mediendienste:Einführung in Excel 2010Universität Duisburg-Essen,dokFORUM der Fakultät fürBildungswissenschaften: Einführung indie Statistik-Software SPSSGesundheit am ArbeitsplatzReferent: Herr Gredig, KölnUnsere Internet- und E-Mail-Adressen:www.efl-bistum-ms.deefl-datteln@bistum-muenster.deefl-dorsten@bistum-muenster.deefl-marl@bistum-muenster.deefl-recklinghausen@bistum-muenster.deHinweise auf unsere Paarseminare:www.kkbw.de/paarewww.paarseminare-steinfurt.deDas Onlineberatungsangebot der EFL imBistum Münster finden Sie hier:https://muenster.onlineberatung-efl.de/EFL DattelnHeibeckstr. 1945711 DattelnT. 0 23 63/5 40 22Anmeldungen sind möglich:Mo.: 9.00 - 12.00 Uhr13.00 - 15.00 UhrEFL DorstenHülskampsweg 3,46282 DorstenT. 0 23 62/2 43 29Anmeldungen sind möglich:Mi.: 14.00 - 17.00 UhrDo.: 9.00 - 12.00 UhrEFL MarlBarkhausstr. 3045768 MarlT. 0 23 65/3 36 78Fax 0 23 65/20 63 77Anmeldungen sind möglich:Di.: 9.00 - 13.00 UhrDo.: 11.00 - 17.00 UhrEFL RecklinghausenKemnastr. 745657 RecklinghausenTel. 0 23 61/5 99 29Fax 0 23 61/90 12 33Anmeldungen sind möglich:Mo.: 9.00 - 12.00 UhrDi.: 9.00 - 12.00 Uhr14.00 - 17.30 UhrMi.: 9.00 - 12.00 Uhr14.00 - 16.30 UhrFr.: 8.00 - 12.00 Uhr12


ErfahrungenMu t z u r Ve r ä n d e r u n g – Erfahrungsbericht einer KlientinHiermit möchte ich Menschen ermutigen,den Weg in die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle(EFL) zu finden, um zukämpfen, wenn es in der Ehe oder Partnerschaftkriselt oder auch die Lebenssituationdas Leben erschwert bzw. unmöglichmacht. Es ist schwer den ersten Schritt zugehen, aber es lohnt sich.Ich habe dort sehr freundlicheMenschen kennengelernt. Sehr schnell hattenwir Vertrauen gefasst- Gespräche sind anonym.Die Berater haben mirund auch meinem Mannsehr gut geholfen, in dem wir gemeinsameProbleme bearbeitet bzw. auch gelernt habenmiteinander respektvollen Umgang inGesprächen auszuüben. Gespräche überProbleme in Absprache, wie viel Zeit brauchenwir dafür (z. B. 20 Min.), dann auchein Ende zu finden und sich dem Tagesablaufwieder zu zuwenden. Wichtig ist zu lernen,sich nicht ständig im Problemkreis zuverlieren, sondern auch vorwärts zu schauen.Training ist dabei angesagt. Wir habenviele Krisen dadurch gemeistert und vielegemeinsame wertvolle Jahre gewonnen.Im Jahr 2008 war unsere neue Lebenssituationfür uns wieder sehr schwierig,weil unsere Eltern schwer krank wurdenund unsere Hilfe brauchten und auch dieArbeitssituation sich stark veränderte. DasUnternehmen, in dem ich gearbeitet habe,wurde insolvent.Viele Menschen werden sicherlich auchähnliche Erlebnisse haben. Zurück zumHelfen der Eltern. Wir hatten damalsgelernt einen gesunden Abstand und Abgrenzungeinzuhalten, um unsere Ehe zuMein Leben hatte nicht mehr stattgefunden,und das ist mir noch nicht einmal selbstaufgefallen.retten. Um Hilfe zu leisten, konnten wir dasnicht mehr einhalten. Ich habe nur nochfunktioniert. Mein Leben hatte nicht mehrstattgefunden, und das ist mir noch nichteinmal selbst aufgefallen. Das einzige, wasich merkte: Ich konnte kräftemäßig mitden seelischen Belastungen nicht mehrumgehen. Traurigkeit, Krankheit, keineSchaffenskraft mehr und Ungerechtigkeitenauf beiden Seiten. Die Beratungsstelle istfür mich der größte Halt gewesen, um mitdiesen schwierigen Situationen fertig zuwerden und meinem Leben wieder Sinnzu geben, freier zu sein. Ohne diese Hilfehätte ich in meinem Leben nicht mehr gesundwerden können! In vielen Gesprächenhabe ich gelernt - neutral ohne Bewertungund Beurteilung, „Gott sei Dank“ in meinerKREIS RECKLINGHAUSEN13


ErfahrungenKREIS RECKLINGHAUSENSituation - den Eltern zu helfen und andersdamit umzugehen. Nur aus diesem Grundkonnte ich wieder meine Hilfe anbieten,aber nur so viel ich schaffen konnte oderauch wollte.Es ist schwer Grenzen zu erkennen, somitauch ein Recht auf mein eigenes Leben zuhaben, und das ohne schlechtes Gewissen.Das wurde mir erst in diesen Gesprächenbewusst. Gelernt habe ich: „Wenn ich nichtmehr kann, werde ich auch niemanden helfenkönnen!“Hiermit möchte ich nur sagen, mit diesersehr guten kompetenten Hilfe und Unterstützunghat man die Chance im Lebensich zu verändern und viele Dinge anderszu beurteilen. Denn eins ist sicher:Man kann nur etwas verändern, indemman sich ändert. Andere tun es mitSicherheit sonst auch nicht.Man kann besser erkennen, was einemwichtig ist oder auch nicht.Meinen herzlichsten Dank an die EFL-Beratungsstelle des Bistums Münster!Ein großer und starker Zirkuselefant ist an einem kleinenPflock angekettet. Da fragte ein kleines Kind: „warum fliehtdieses riesige Tier nicht, der kleine Pflock kann ihn dochdaran nicht hindern?“„Der Zirkuselefant flieht nicht, weil er schon seit frühesterKindheit an einen solchen Pflock gekettet ist und glaubt,dass er nicht fliehen kann. Die Erinnerung daran, wieohnmächtig er sich als kleiner Elefant gefühlt hat, hatsich in sein Gedächtnis eingebrannt. Er hat sie nie wiederhinterfragt und seine Kraft nicht auf die Probe gestellt.“nach:Jorge Bucay: Komm ich erzähl dir eine Geschichte14


FachartikelDie verletzte Seele - Um g a n g m i t Tr a u m aElke Rommen-Kalus1. Was ist ein Trauma?Wenn Menschen in ihrem Lebenschwierige, belastende Ereignisse verabeitenmüssen, so geschieht dies fürgewöhnlich, indem sie eine Zeit lang nachdem Ereignis immer wieder darüber nachdenkenund immer wieder mit anderenMenschen über das Erlebte sprechen.In der Regel lassen nach einiger Zeit dieGedanken daran immer mehr nach und mitder Zeit verblasst dann das Erlebte mehrund mehr in den eigenen Erinnerungen unddie erlebten Gefühle beruhigen sich.Bei einem traumatischen Ereignis istdies anders. Ein traumatisches Ereignisist von einem belastenden Lebensereigniszu unterscheiden. Nicht jedes belastendeEreignis (z. B. eine schwere Kränkungoder eine große Enttäuschung durch einevertraute Person) ist eine traumatischeErfahrung.Ein Ereignis kann zu einem Trauma werden,wenn ein Mensch entweder plötzlichoder in einer lang anhaltenden Situation dieErfahrung von Bedrohung und/oder vonÜberwältigt-werden macht. Er fühlt sichdabei hilflos, ohnmächtig und schutzlos,so dass er glaubt, keinen Ausweg zu habenund sterben zu müssen.Zusammenfassend kann man sagen,dass ein traumatisches Lebensereignis gekennzeichnetist durch drei Faktoren:das Erleben von maximaler Bedrohung.die betroffene Person kann nichtkämpfendie betroffene Person kann nichtweglaufen.In Folge dieser Reaktionsmuster kommtes bei einem Menschen zu einem Zustandder Erstarrung bei gleichzeitiger höchsterpsychischer Erregung und Angst/Todesangst).Diese Reaktionsmuster Kampf-Flucht-Erstarrung sind genetisch festgelegteVerhaltensmuster, die sich unsererwillentlichen Steuerung entziehen, alsoeinfach ohne unser Dazutun passieren!Wenn Menschen eine einmalige traumatischeSituation erlebt haben, sprechenwir vom Traumatyp I oder einem Monotrauma.Wenn Menschen immer wiederin gleicher Weise traumatischen Situationenausgesetzt waren, sprechen wir vomTraumtyp II oder auch von einer komplexenTraumafolgestörung oder einem Entwicklungstrauma.2. Welche Situationen und Ereignissekönnen ein Trauma auslösen?Folgende Lebenssituationen können einTrauma auslösen:körperliche/sexualisierte Gewalt durchandere Menschen.seelische Gewalt, Demütigungen,Missachtung, emotionaleVernachlässigung.schwere Vernachläsigung körperlicherKREIS RECKLINGHAUSEN15


FachartikelKREIS RECKLINGHAUSENund seelische Bedürfnisse, besondersim Kindesalter, Verlust eines wichtigenMenschen,bei Kindern der Verlust einerBezugsperson.lebensbedrohliche Erkrankungen,Operationen.schwere Unfälle.Naturkatastrophen.Kriegserlebnisse.Es können sowohl die Menschen, diedirekt betroffen sind, als auch Augenzeugentraumatisiert werden, so z.B. Kinder,die zu Hause Gewalt zwischen den Elternmiterleben mussten oder Feuerwehrleuteoder Rettungssanitäter bei Einsätzen.Ganz grob kann man sagen, dassTraumata, die durch Menschen ausgelöstwerden, wie z. B. alle Formen von Gewalt,weiter reichendere Auswirkungen habenkönnen als z. B. Naturkatastrophen. Jenäher der Täter dem Opfer steht, je abhängigerein Opfer von dem ist, der ihm z. B.Gewalt antut, desto schwerwiegender könnendie Folgen sein.3. Was sind die Folgen eines Traumas?Die Verarbeitung eines traumatischenEreignisses folgt anderen Gesetzmäßigkeitenals andere belastende Lebenserfahrungen.Unser Gehirn kann ein traumatischesErlebnis wegen der überwältigendenSituation nicht als ein einheitliches vergangenesErleben abspeichern. Ein Ereigniskommt sozusagen nicht an den Speicherort:„Dort und Damals“ sondern bleibtim Speicherort „Hier und Jetzt“ 1 , wobeies in viele Einzelerinnerungen zerfällt wieein Puzzle, z.B. ein Puzzleteil für Geruchseindrücke,ein Puzzleteil für körperlicheEmpfindungen, ein Teil für Stimmen undGeräusche u.s.w.Der entscheidene Unterschied ist, dassdas traumatische Ereignis nicht als etwasabgespeichert werden kann, das der Vergangenheitangehört.Die einzelnen Erinnerungssplitter(Puzzsleteile) werden immer wieder durchAuslöser in der Gegenwart lebendig erlebt,ohne das die betroffene Person zunächsteinen Einfluss darauf hat. Dies kann alsein Versuch unseres Gehirns angesehenwerden, das Erlebte zuammenzufügen unddoch noch wie gewohnt zu verarbeiten. DieGewissheit: „Es ist vorbei!“ kann in solchenMomemten nicht erlebt werden und in Folgedessen kann eine Betroffene auch nichterleben, dass im „Hier und Jetzt“ keine Bedrohunggeschieht. Betroffene Menschenhaben oft die Angst, sie könnten verrücktwerden, wenn sie so etwas erleben. Abernicht sie sind verrückt, sondern das, wassie erleiden mussten, ist ver-rückt!Traumatisierende Erfahrungen könnenverschieden Beschwerden auslösen, dieunter dem Begriff der PosttraumatischenBelastungsstörung (PTBS) zusammengefasstwerden. 2Zu einer Posttraumatischen Belastungsstörunggehören folgende Symptome:Wiedererleben, Vermeidungsverhalten undÜbererregbarkeit.Wiedererleben (Intrusionen)in Form von sich aufdrängendeErinnerungen an die traumatischeSituation, z. B. Alpträume,wiederkehrende Gedanken, Bilder)in Form von Flash-backs, das sind16


FachartikelKörperemfindungen, Gefühleoder Wahrnehmungen, die zu dervergangenen bedrohlichen Situationgehören. Sie werden als gegenwärtigerlebt; oft werden sie ausgelöst durchsogenannte Hinweisreize (Trigger), diean die traumatische Situation erinnern,ohne dass es den Betroffenen bewusstist. Einfach ausgedrückt: Plötzlich istim Innern die Hölle los und man weißnicht warum, hat keine Erklärung dafür.z.B. Gefühlstaubheit, man fühlt sichz.B. teilsnahmslos und gleichgültigwie ein Roboter, wie jemand, der „nur“funktioniert, DepersonalisationsundDerealisationserlebnisse: z. B. sich wiein „Trance“ zu fühlen, die Umgebungwahrnehmen, als ob sie nicht wirklichsei usw.VermeidungsverhaltenViele Menschen, die ein Trauma überlebthaben entwickeln aus Angst, erneut ineine überwältigende Sitution zu kommen,ein ausgesprochenes Vermeidungsverhalten.In der Folge werden Aktivitäten, Orte,Menschen, Gedanken, Gefühle oder Erinnerungenvermieden, die an die traumatischeSituation erinnern könnten.Erhöhte Schreckhaftigkeit undWachsamkeit (Übereregtheit)Menschen, die ein oder mehrere Traumataerlitten haben, stehen häufig untereiner ständigen erhöhten inneren Anspannung.Diese erhöhte Wachsamkeit führtauf Dauer zu einem erhöhten Stresspegel,so dass ein Sich-Entspannen kaum möglichist. Oft steht dahinter der unbewussteWunsch, so gut aufzupassen und sichselbst so gut zu schützen, dass das Traumasich nicht wiederholen kann. Es ist anstrengend,immer auf der Hut zu sein. Dies kannz. B. Schlafstörungen, erhöhte Reizbarkeit,Wutausbrüche, Konzentrationsschwierigkeitenzur Folge haben.Die Verarbeitung eines einzelnen traumatischenEreignisses sollte nach etwa 2bis längstens 6 Monaten abgeschlossensein, d.h der betroffene Mensch hat sichwieder beruhigt und findet sich im Alltagwieder zurecht. Ist dies nicht der Fall,spricht man von einer PTBS.Anders ist es beim Traumatyp II, beidem häufig sexualisierte und körperlicheGewalt oder schwere Formen der Vernachlässigungvorliegen. Kinder, die unter diesenBedingungen aufwachsen entwickelnnicht selten eine komplexe Form einerTramafolgegstörung. Die unter solchenUmständen aufgewachsenen Menschenentwickeln häufig eine ablehnende, negativeSicht auf sich selbst, auf andere Menschenund das Leben allgemein. Häufigbringen sie dies nicht in Verbindung mitihren früheren traumatischen Erfahrungen,sie können es oft auch nicht, denn die Erinnerungendaran sind wie „weggefegt“.Vergessen/Dissoziation/Amnesien sindBegriffe, die in diesem Zusammenhangwichtig sind, und die häufig in Fachartikelnund –büchern genannt werden.Vor allem körperliche und sexualisierteGewalt in der frühen Kindheit kann (fast)vollständig „vergessen werden“. Dies istsozusagen ein Überlebensprogramm unseresGehirns. Im späteren Leben könnendie aus der Erinnerung abgespaltenenKREIS RECKLINGHAUSEN17


FachartikelKREIS RECKLINGHAUSENEreignisse plötzlich wieder auftauchen. Sotauchen z. B. bei Frauen, die in der Kindheitsexualisierte Gewalt erlitten haben, die Erinnerungenoft zwischen dem 30. und 40.Lebensjahr wieder auf. 3 Der Auslöser fürdieses Wieder-Einnern ist häufig nicht bewusst.So wundert sich z. B. eine Frau, dieim Alter von 5-6 Jahren über einen längerenZeitraum von einem Nachbarn sexuellenÜbergriffen ausgesetzt war, dass es ihrpsychisch schlecht geht, dass sie unterAlpträumen leidet, als ihre eigene Tochter5 Jahre alt ist, also genau das Lebensaltererreicht hat, in dem sie selber als Kind diesexualisierte Gewalt erleben musste.Für viele traumatisierte Menschen istdie Schwelle, über das Erlebte zu sprechen,sehr hoch. Sie können es kaum in Wortefassen, Schuld- und Schamgefühle wiegenzu schwer. Sie haben die Sorge, dass ihnennicht geglaubt wird und Angst vor denKonsequenzen, wenn sie ihre Wahrheitaussprechen. So geben sie sich selbst dieSchuld an dem, was ihnen angetan wurde,weil sie sich nicht gewehrt haben oder dasEreignis nicht abwenden konnten. Sie sindoft nicht in der Lage zu sehen, dass sie esin der Situation nicht hätten ungeschehenmachen können. Wie sollte z.B. ein sechsjährigerJunge verhindern, dass Gewaltzwischen den Eltern vor seinen Augengeschieht? Wie sollte ein 10 jähriges Mädchendie sexuellen Übergriffe eines Onkelsabwenden – allein und ohne Unterstützungvon anderen Erwachsenen?Diese Sichtweise können betroffeneMenschen sehr häufig tief in ihrer Seelenicht einnehmen, fühlen und/oder alleinfür sich entwickeln. Die Folge davon sindhäufig ein negatives Selbstbild und wenigSelbstvertrauen in die eigene Person, daseigene Handeln, so dass das Erleben vonOhnmacht aus der Vergangenheit bis in dieGegenwart hineinspielt.Menschen mit einem sogenannten Entwicklungstrauma(Traumatyp II) haben häufigSchwierigkeiten in ihren Beziehungen,weil sie als Kind keine verlässliche Bindungzu einem Menschen aufbauen konnten,der ihre Bedürfnisse erfüllt und sie hat. Sielebten in der Kindheit in Bindungen, dielebensnotwendig waren und zugleich aberlebensgefährlich, wenn z. B. ein Elternteildem Kind sexualisierte oder körperlicheGewalt angetan hat. 4Da frühe traumatische Erfahrungensich den Erinnernungen entziehen, sind siehäufig auch in unserem Körper gespeichert.Auch der Körper erinnert sich an erlitteneTraumata. So kann es in der Folge zu verschiedenenkörperlichen Erkrankungenkommen, für die so recht keine Erklärunggefunden werden kann. Auch andere psychischeErkrankungen wie Depressionen,Ängste, Zwänge, Essstörungen und Suchterkrankungenkönnen Folge einer Traumatisierungsein.4. Trauma – was tun? Was lassen?Wer für sich erkannt oder die Vermutunghat, unter den Folgen eines oder mehrerertraumatischer Ereignisse zu leiden, fürden ist es besonders wichtig, sorgsam mitsich selbst umzugehen. Es kann hilfreichsein, alles das zu tun, von dem man weiß,dass es einem gut tut:den Alltag bewusst gestalten undstrukturieren.18


FachartikelHobbies nachgehen.Kontakte mit vertrauten Personenpfegen.sich bewusst und gezielt mit dembeschäftigen, was im Leben gelingt undwas einem Freude macht.zu lernen, die eigenen Gefühleanzunehmen und die Kontrolle über siezurück zu bekommen.die Fähigkeit, sich selber beobachten zukönnen, bewusst wahrzunehmen undzu entwickeln. Dies kann dabei hilfreichsein, sich von unangenehmen Gefühlenund Problemen zu distanzieren.Nicht hilfreich ist hingegen:den ganzen Tag über die schlimmenEreignisse und die erlittenenenTraumatisierungen nachzudenken.sich viele Stunden am Tag mitProblemen zu beschäftigen, andauerndin sich selbst hineinzuspüren und demnachzugehen, was man denkt und fühlt.den ganzen Tag mit anderen überProbleme zu sprechen. 5Wer ohne Schutz und Halt und ohnedie Fähigkeit, sich von den eigenen Gefühlenund Erinnerungen distanzieren zukönnen, so mit sich selbst umgeht, landetbald wieder im Trauma, weil dies, wie schonbeschrieben, nicht zur Verarbeitung desTraumas führt, sondern zu seinemWiedererleben.Sich ständig mit dem Negativen undBelastenden zu beschäftigen, sollte manalso tunlichst unterlassen, weil dann dieangenehmen und stabilen Anteile der Persönlichkeitnicht mehr erlebt und die gelingendenFotonachweis: Aufgaben des Alltags nicht mehrwahrgenommen Titelseite: photocase.comwerden können, wenn dieBeschäftigung mit dem Schweren im Vordergrundsteht. Es gilt das Motto: Woraufich meine Aufmerksamkeit richte, das wirdgrößer!Zum Umgang mit Flash –backsEin Flashback ist- wie schon erwähnt-, eine Störung in der Verarbeitung vonErlebtem ist, also sozusagen eine Störungder „Einnerungsfunktion“ unseres Gedächtnisses,weil Vergangenheit und Gegenwartim Erleben verwechselt werden. So ist eshilfreich, die Steuerung der eigenen Aufmerksamkeitzu lernen, um sich selbstwieder ganz bewusst im „Hier und Jetzt“verorten zu können. Dazu eine eine weiterekurze Erklärung.Wenn man jemandem eine Foto voneinem Apfel zeigt und fragt, was das sei,und der Gefragte dann antwortet: „Das istein Apfel.“, so stimmt diese Antwort nichtganz. Genau genommen müsste sie lauten:„Das ist ein Foto von einem Apfel.“ Ähnlichist es, wenn jemand in einem Flash backgefangen ist. Er verwechselt sozusagendie Erinnernung an das überwältigendeEreignis mit dem Ereignis selbst. Er glaubtund oder fühlt dann, dass sich das Schlimmemomentan ereignet. Um aus dieser„Verwechslung“ herauszufinden, ist es sowichtig, sich gut im „Hier und Jetzt“ wahrnehmenund spüren zu können.Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten,Man kann sich selbst einem starkenReiz aussetzen, z. B. ein scharfesBonbon essen, einen straken Duftriechen, eine „Igelball“oder einenEiswürfel in die Hand nehmen...Man kann bewusst seine Sinne aufKREIS RECKLINGHAUSEN19


FachartikelKREIS RECKLINGHAUSENdie Gegenwart lenken und sich selbsterzählen, was man in diesem Momentgerade sieht, hört, riecht, schmeckt undfühlt.Man kann sich selbst beruhigendeSätze zusprechen, wie z. B. „Es istvorbei.“, „Ich bin hier ganz sicher undkann ganz beruhigt sein.“, „Heute binich erwachsen, es ist ganz viel Zeitvergangen.“Diesen Umgang mit Flash-back kannman lernen und muss man immer wiederüben. All das braucht Zeit und Geduldund einen fürsorglichen Umgang mit sichselbst. Oft braucht es auch die Begleitungeiner traumatherapeutisch ausgebildetenBeraterIn oder TherapeutIn.5. Trauma in Beratung und TherapieEine Traumatherapie teilt sich vier verschiedenePhasen auf.1. Orientierung2. Stabilisierung3. Traumaexposition/Verabeitung desTraumas4. Intergration und NeuorientierungBei einer traumaspezifischen Beratunggeht es darum, eine möglichst weitgehendepersönliche Stabilisierung der betroffenenMenschen zu erreichen,um die Fähigkeiten zu entwicklen,erlittene Traumata mit der Zeit selbstverarbeiten zu können.um eine Verarbeitung eines Traumasinnerhalb einer Psychotherapievorzubereiten.wenn eine Aufarbeitung des Traumaswegen der Lebensumstände derBetroffenen (z. B. bei fortbestehendemTäterkontakt) oder wegen körperlicherErkrankungen oder zu geringerseelischer Belastbarkeit nicht möglichist. 6Am Anfang eines jeden Prozesses gehtes neben dem Aufbau einer vertrauensvollenBeziehung zur BeraterIn/Therapeutinzunächst, darum, Stabilität im Alltag zuerlangen und zu behalten. Hierbei helfengezielte Informationen über den Zusammenhangvon Trauma und den eigenenReaktionen darauf, sich selbst mehr kennenzulernen,sich anders zu verstehen undanzunehmen.Weiter werden die betroffenen Menschendazu angeregt, fürsorglich undunterstützend mit sich selber umzugehen,das bedeutet, „alte“, hinderlicheÜberzeugungen, die sie auf Grund dertraumatischen Erfahrung über sich, andereMenschen und die Welt entwickelt haben,zu überprüfen und ggf. durch solche Glaubenssätzezu ersetzen, die für den Umgangmit sich selbst und für das Leben hilfreichersind.So kommt beispielsweise ein Junge,der von seinem Vater häufig geschlagenwurde, zu der Überzeugung: „Ich bin einschlechtes Kind. Ich bin selber schuld daran,dass, Papa mich schlägt.“ Er entwickeltein geringes Selbstwertgefühl, misstrautanderen Menschen und traut auch sichselbst wenig zu. Ein Kind von z.B. 7 Jahrenkann nicht wissen, dass diese Erziehungsmethodennicht zulässig sind (Recht aufgewaltfreie Erziehung: BGB § 1631) und istzudem noch von den Eltern abhängig, umerwachsen zu werden. So ist es für diesenJungen zu gefährlich, den Gedanken zuzu-20


Fachartikellassen, dass der Vater ihm Böses antut, daskann er nicht denken, weil er so die Bindungan den Vater in Frage stellen müsste,die er zum Aufwachsen benötigt.Mit der Überzeugung, alles liege nur anihm, kann er zwar die Beziehung zu seinemVater aufrecht erhalten, er verliert aber aufdiese Weise eine positive Einstellung zusich selbst.Im späteren Leben ist es für seineseelische Gesundheit aber wichtig, diesealten Überzeugungen zu hinterfragen, undim Zusammenleben mit nahestehendenMenschen, in einer Beratung oder TherapieÜberzeugungen über sich selbst zu finden.Ein Anfang für eine solche Entwicklungkönnte die Haltung sein: „Ich bin liebenswerterals ich bislang dachte!“ So könnenFreude, angenehme Gefühle und das Empfindenfür den eigenen Wert wieder mehrund mehr ins Blickfeld gelangen. Ebenso istes wichtig, die eigene Gefühle und Reaktionensteuern zu lernen und gezielt die auftauchendenErinnerungen unter Kontrollebringen zu können. Dies ist ein großer undwichtiger Teil im Beratungs- und Therapeprozess.Erst wenn jemand das gelernt hat,sollte man sich intensiver mit den traumatischenEreignissen auseinandersetzen. Fürmanche Menschen ist dann schon so vielerreicht, das es ihnen deutlich besser geht.Trauma in der PaarberatungWenn in einer Beratung ein Partner oderauch beide von den Folgen eines oder mehrererTraumata betroffen sind, kann auchhier durch eine gezielte Aufklärung über dieZusammenhänge eine erste Entlastung derPartnerschaft und ein neues Verständnisfüreinander erreicht werden. Nicht seltenleiden nicht betroffene Partner unter demVerhalten des anderen, verstehen es nichtund es kommt immer wieder zu 10 heftigenAuseinandersetzungen bzw. auch zu derSorge, der Partern/die Partnerin könnte verrücktwerden (siehe oben).So wird in der Paarberatung gezielt dasgestärkt, was dem Paar auf seinem bisherigenWeg gelungen ist, und gefragt, welcheRessourcen es zur Verfügung hatte, um dieseweiter zu vertiefen und zu nutzen.Generell gilt, dass die traumatischeErfahrung, wenn sie nicht aus der gemeinsamenPaargeschichte entstanden ist, vondem berabeitet werden sollte, in dessen Bigraphiesie gehört. Der Partner/ die Partnerinsollte allerdings so viele Informationendarüber erhalten, dass ein verständisvollesund liebevolles Miteinander gelebt werdenkann. Um Hilfe und Unterstützung kannnicht nur die betroffene Person nachfragen.Auch wer die Vermutung hat, dass seinPartner/seine Partnerin an den Folgeneines traumatischen Ereignisses leidet,weil er oder sie vielleicht eine vage Andeutunggemacht hat oder weil sein Verhaltenmanchmal nicht nachzuvollziehen ist, kannsich an eine Beratungsstelle oder eine psychotherapeutschePraxis wenden.Anmerkungen1 Huber, Michaela: Trauma und die Folgen.Paderborn 2005, Seite 462 Siehe:ICD 10 Kapitel V F 43.13 Reddemann, Luise: Die gequälte Seele.Blickpunkt EFL-Beratung. Oktober 2002, Seite 74 Huber, Michaela: Wege der Traumabehandlung.Paderborn 2006. Seite 134.5 Vgl.: http://www.traumatherapie-ruhr.de/tipps.htm6 http://www.fifap.de/500_index.htmlKREIS RECKLINGHAUSEN21


FachartikelKREIS RECKLINGHAUSENLiteratur und InternetquellenHuber, Michaela:Trauma und die Folgen. Traumaund Traumabehandlung.Teil 1.Paderborn 2005Huber, Michaela: Wege der Traumabehandlung. Trauma und Traumabehandlung.Teil2.Paderborn 2006 Peichl, Jochen: Die innerenTraumalandschaften. Borderline-Ego-State-Täter-Introjekt. Stuttgart 2007Peichl, Jochen: Jedes Ich ist viele Teile. Die innerenSelbst-Anteile als Ressource nutzen. München2010Reddemann, Luise: Imgagination als heilsameKraft.Zur Behandlung von Traumafolgen mit ressourcenorientiertenVerfahren.Stuttgart 2007 11Reddemann, Luise: Die gequälte Seele. Zur Beratungvon Paaren, von denen ein Teil oder beidean den Folgen von Traumatisierungen leiden.Blickpunkt EFLBeratung. Oktober 2002,Internationale Klassifikation psychischer Störungen,ICD 10 Kapitel V (F)http://www.traumatherapie-ruhr.de/tipps.htmhttp://www.fifap.de/index.htmlLeben lernenvon der Sonne lernen zu wärmenvon den Wolken lernen leicht zu schwebenvom Wind lernen Anstöße zu gebenvon den Vögeln lernen Höhe zu gewinnenvon den Bäumen lernen standhaft zu seinvon den Blumen das Leuchten lernenvon den Steinen das Bleiben lernenvon den Büschen im Frühling Erneuerung lernenvon den Blättern im Herbst das Fallenlassen lernenvom Strom die Leidenschaft lernenvom Regen lernen sich zu verströmenvon der Erde lernen mütterlich zu seinvom Mond lernen sich zu verändernvon den Sternen lernen einer von vielen zu seinvon den Jahreszeiten lernen, dass das Leben immer von Neuem beginntUte Latendorf22


KREIS RECKLINGHAUSENFotonachweis:Titelseite: photocase.comLayout: Johannes Heling23


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