Im Auf und Ab der Geschichte - Wild und Hund

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Im Auf und Ab der Geschichte - Wild und Hund

TITELTHEMAOSTPREUSSEN-ELCHEIm Auf und Abder GeschichteDie größte Schalenwildart Europas fesselt wohl jeden Jäger. Dochnoch faszinierender ist der Gedanke, dass das Elchwild einst auch aufdeutschem Boden seine Fährten zog und von kompetenten Jägerngehegt wurde. Hier ein Überblickder wechselvollen Geschichteder Ostpreußen-Elche.WILD UND HUND-KUNSTDRUCK NACH EINEM GEMÄLDE VON PROF. GERH. LÖBENBERG20WILD UND HUND 16/2005


Jürgen LeisteWer vor dem Krieg in DeutschlandElche beobachten oder auch jagenwollte, der musste sich nachOstpreußen und dort in den äußersten Teil,in das Memeldelta oder auf die KurischeNehrung begeben. Hier zog dieses urigeWild in den stillen Erlenwaldbrüchen amHaff und auf der Nehrung seine unverwechselbareFährte.Mit einer Widerristhöhevon bis zu 200 Zentimeternbeim Hirsch und einer Körperlängevon bis zu 260 Zentimeternwar der ostpreußische Elchin diesem Landstrich eine sehrbeeindruckende Erscheinungund stand den skandinavischenVertretern seiner Art inNorwegen, Finnland undSchweden kaum nach. AuchTrophäen und Wildbretgewichtevon 500 Kilogrammund mehr hatten den Vergleichmit den skandinavischen Verwandtennicht zu scheuen. ImDurchschnitt wog nach OberforstmeisterHans Kramer ein älterer Elchhirschin Ostpreußen aufgebrochen undohne Haupt 300 Kilogramm. Ein Alttier dagegenbrachte es nur auf 250 bis 300 Kilogramm.Auf der Kurischen Nehrung waren Maßeund Gewichte sehr viel geringer. Auchwenn der Elch in Ostpreußen mit seinerGeweihstärke nicht mit den Kanada-, Alaska-oder Kamtschatka-Schauflern konkurrierenkonnte, so wurden doch Geweihgewichtebei kapitalen Schauflern von 15 Kilogrammund mehr erreicht.Bis 1800 war der Elch noch häufig invielen Waldungen Ostpreußens anzutreffen.Danach verschwand er ziemlich kurzfristigaus den westlichen und südlichenTeilen des Landes und ist nach der Revolutionvon 1848 nur noch im Samland undim Nordosten der Provinz Ostpreußen vorhanden.Die Geschehnisse der Revolutionswirrenbewirkten einen radikalen Aderlass,so dass der Bestand 1849 mit 11 bis 16Elchen beziffert wird.Die Elchpopulationen waren über dieJahrhunderte starken Schwankungen unterworfen.Kriege und Revolutionen mitihren unübersehbaren Folgen trieben dasElchwild nicht nur einmal in Ostpreußenan den Rand der Ausrottung. Der Elchbestanderholte sich jedoch immer wieder,und so überlebte das Wappentier der nordöstlichstenProvinz Deutschlands überdie Jahrhunderte hinweg.Die alten Preußen haben den Elch sehrverehrt. In den Wappen des LandkreisesElchniederung oder im Städtewappen vonHeydekrug war der Elch zu finden. Die siebenendigeElchschaufel war seit 1787 dasBrandzeichen der im Hauptgestüt Trakehnengezogenen Pferde. Der LandesverbandOstpreußen des Allgemeinen DeutschenJagdschutzvereins (ADJV) führte als Vereinsabzeichendas Haupt des Elchschauflers.Dass sich der Elchbestand in der ProvinzOstpreußen immer wieder regenerierenkonnte, dafür waren unterschiedliche Faktorenverantwortlich. Zum einen botensich dem Wiederkäuer als Baumäser geradein den Regierungsbezirken Gumbinnenund Niederung durch die noch zahlreichenBruchwälder, Seen und Flussniederungenund das Vorkommen von Weichhölzern,wie Weide, Erle und Aspe, ideale Lebensbedingungen.Zum anderen sind es die Unwegsamkeitender urwaldähnlichen Gebiete,die eine Ausrottung des Elchwildesverhindert haben.Diese Faktoren hätten jedoch nicht alleindie drohende Vernichtung des urigenWildes aufhalten können, wenn es nichtverdienstvolle Heger, Jäger und Forstbe-Das kaiserlicheJagdhaus Pait 1935(oben) und restauriertim Juli 2005. Hier hieltensich viele berühmteElchjagdgäste vonTawellningken aufamte, wie OberförsterErnst Meyer Tawellningken,OberförsterOlberg Ibenhorst oderLandforstmeister Wrobel,verstanden hätten,den Gedanken der Wildhege in den staatlichenElchrevieren des Memeldeltas undin wenigen großen privaten Revieren zuetablieren.Natürlich setzen auch immer wiederkehrendeNaturkatastrophen, wie Hochwasser,Seuchen und Schädigung der Weidenäsung,dem ostpreußischen Elchwildzu. Auch hatte man die Wichtigkeit desWahlabschusses für das Heranhegen starkerSchaufler noch nicht erkannt. Doch dieGrundlagen für eine ausgewogene Erhaltungund Pflege des Elchbestandes in Ostpreußenwaren geschaffen worden.Bereits 1885 äußerte Oberförster Reischaus Ibenhorst zu dem bekannten Jagdschriftstellerund Kenner des Elchwildes,Fritz Bley, dass eine Besserung der Geweihbildungso lange nicht möglich sei, bisnicht der Abschuss ewig gering bleibenderHirsche gestattet werde.Oberförster Schall regte den Bau vonDämmen sowie über das ganze Revier Tawellningkenund Ibenhorst verteilte Hügelund Polder und deren Bepflanzung mitWeiden zum Schutz der Elche und zurÄsungsverbesserung an. Diese Maßnahmenwaren sehr weitsichtig und stabilisiertendie Elchbestände.Nach der Bildung der fast 8 000 Hektargroßen Oberförsterei Tawellningken ver-FOTOS: ARCHIV JÜRGEN LEISTEWILD UND HUND 16/2005 21


TITELTHEMAlegte sich der Schwerpunkt der Elchhegeund -jagd dorthin. Der Ausbau des ForsthausesPait zum kaiserlichen Jagdhaus magdiese Schwerpunktverlagerung noch geförderthaben.Oberförster Ernst Meyer, der am 1. Januar1904 die Oberförsterei Tawellningkenübernahm, ist wohl derjenige Forstbeamteder Kaiserzeit, der sich die größten Verdiensteum die Elchhege erworben hat. Erwar der Begründer der „Hege mit der Büchse“.Den vereinten Bemühungen Meyers,Wrobels und von Koylinski ist es zu verdanken,dass sich vernünftige Grundsätzefür die Elchhege durchsetzten und in gesetzlichenRegelungen ihren Ausdruck fanden.Elchwald: Typischer Biotop mitWeidenpflanzungen, zugänglich gemachtdurch Kanäle und Dämme aus deren AushubUm 1900 wurden in ganz Ostpreußen390 Elche gezählt. 1905 wahren es bereits700. In den Staatswaldungen traten dadurchverstärkt Wildschäden auf, demdurch radikalen Abschuss begegnet wurde.Durch die Jägerkreise Ostpreußens ging einAufschrei des Entsetzens und derEmpörung. Daraufhin wurden 1906 Elchhege-Gesetzedurch Kaiser Wilhelm II. erlassen.Man versuchte, die Probleme zwischenWildschaden und Jagd zu entspannenund die Elch-Bestände auf ein erträglichesMaß einzupegeln.Wilhelm II. waidwerkte nur wenige Maleauf den Elchhirsch. Am 16. September1904 und am 20. September 1904 erlegteder Kaiser zwei Schaufler, die aber nur alsHirsche „zweiter Klasse“ eingestuft wurden.Danach hielt sich der Kaiser nur noch1907 und 1910 zur Elchjagd im JagdhausPait auf. Den stärksten Elch, einen 22-Ender,erlegte am 15. September1912 der preußischeLandwirtschaftsministerClemens Freiherr vonSchorlemer-Lieser in Tawellningken.Dieser kapitaleSchaufler war als Kopie jahrelangam Giebel des JagdhausesPait zu bewundern.Das Original befindet sichheute im Besitz des OstpreußischenLandesmuseumsin Lüneburg. Als letzterVertreter des kaiserlichenDeutschlands erlegte 1915unter der Führung von OberförsterBorggreve Generalfeldmarschallvon Hindenburgeinen starken Schauflermit 282 Punkten in Nemonien.Meyer und Wrobel fielenim Ersten Weltkrieg, andereHeger und Jäger setzten dasWerk im Sinne dieser hervorragendenForstbeamtenfort. 1919 übernahm ForstmeisterBruno Orlowski Tawellningken.Durch das nach dem 1. Weltkriegverstärkt auftretende Wilderei-Unwesenwar der Bestand an Elchen in ganz Ostpreußenauf unter 200 gesunken.Nach der Wiedereinführung geordneterVerhältnisse in den ostpreußischen Forstenwar es Orlowski, der in enger Zusammenarbeitmit dem Vorsitzenden des ADJVin Ostpreußen, von Kobylinski, Korbsdorf,und unter Schirmherrschaft des preußischenMinisterpräsidenten, Dr. h.c. OttoManfred von Kobylinski (links) mit seinem stärksten Elch,der in Tawellningken zur Strecke kamBraun, die Hege des Elchwildes so forcierte,dass auf den jährlich in Königsberg stattfindendenGeweihausstellungen die Erfolgeder Elchhege immer augenscheinlicherwurden. Hervorragender Jagdschutz, konsequenterHegeabschuss und die Mitarbeitvon engagierten Beamten, wie Quednauund Weber, die zurecht die „Elchväter“ genanntwurden, ermöglichten diesen Aufschwung.Auch aus dem Ausland, zum Beispielaus Schweden und Russland, reisten Fachleutezum Erfahrungsaustausch in die deutschenElchreviere. Als nach fünfjährigervölligen Schonung des Elchwildes ab 1926ein beschränkter Abschuss zugelassen wurde,kamen bereits starke Schaufler zurStrecke. Hans Kramer nennt in seinem hervorragendenBuch „Elchwald“ die altenreifen Hirsche des Herrn v. Kobylinski sowiedie Schaufler des Grafen Kayserling-Rautenburg, des Ministerpräsidenten OttoBraun und des Oberlandforstmeisters Frhr.v. d. Bussche. Im Jahre 1932 war der Bestandbereits auf 1 000 Elche angewachsen.Nach dem Ende der Weimarer Republikerschien 1933 Hermann Göring in Tawellningkenund erlegte dort auf Anhieb dreistarke Schaufler. Orlowski, der Göring geführthatte, wurde zum ersten Elchjägermeisterernannt und zum Oberforstmeister22WILD UND HUND 16/2005


efördert. Im Herbst des Jahres 1934 streckteGöring dann noch einmal drei starkeSchaufler, darunter den 24-Ender „DerGroßmächtige von Gilge“.Diese Anfang der dreißiger Jahre erlegtenkapitalen Elchhirsche waren den konsequentenHegemaßnahmen von Orlowskizu verdanken. Trotzdem musste dieserhervorragende Elchkenner und -heger imOktober 1936 sein geliebtes Elchrevier verlassen.Orlowski wurde mitgeteilt, „dass eres nicht verstanden habe, das Vertrauender berufenen Vertreter von Partei undStaat zu erringen“.Im Jahre 1937 wurde dann Hans Kramerzum Elchjägermeister ernannt und damitfür die Hege des ostpreußischen Elchwildesverantwortlich. Unter der Leitung diesesausgezeichneten Forstmannes, der bereitsseit 1925 die Oberförsterei Pfeil, das spätereForstamt, leitete, entwickelte sich dieElchhege und die Elchjagd zu einer weiterenBlütezeit.Kramer hatte in Pfeil bewiesen, wie in einemBruchwaldkomplex, der in jagdlicherund forstlicher Hinsicht durch immer wiederkehrendeStaunässe unattraktiv war, einHochwildrevier der Spitzenklasse entstehenkann. Durch eine ausgeklügelte Vorflutregelung,die zur Abführung des stagnierendenOberflächenwassers und zurSenkung des Grundwassers führte, erreichteer diese Zielstellung. OberforstmeisterKramer war in erster Linie Forstmann, aberauch ein sehr erfahrender Jäger und Naturkenner.Ihm war es immer ein Anliegen, dieBalance zwischen Waldbau und Jagd zu erreichen.Überhöhte Wildbestände mit allihren Problemen waren ihm ein Greuel.Den Wahlabschuss, wie ihn schon vorihm Oberförster Meyer und ForstmeisterOrlowski praktiziert hatten, behielt er auchim Reichsnaturschutzgebiet „DeutscherElchwald“, das 1937/38 gegründet und1941 mit dem Zusammenschluss von elfForstämtern zum Staatsjagdgebiet undzum einheitlich geleiteten Oberforstamtwurde, bei.Mit fast 100 000 Hektarn war der Elchwalddas größte Naturschutz- und JagdgebietDeutschlands. Der Hege und Jagd desElches wurde im Elchwald eine sehr großeBedeutung beigemessen. Besonders derVerbesserung der Äsungsverhältnisse fürden Elch wurde Rechnung getragen.Hauptsächlich in den hochwasserfreienGebieten, auf den Böschungen der Dämme,aber auch an Wiesenrändern wurdenWeiden gepflanzt. Jedes Jahr kamen unzähligeWeidenstecklinge zur Äsung für dasElchwild in den Elchwald. Künstliche Fütterungenmit Rüben und Sesamkuchenwurden schnell wieder eingestellt, als mangerade bei den stärksten Stücken Eiweißvergiftungenfeststellte und es zu Verlustenkam.Auf 1 000 Hektar kamen in den Hauptelcheinstandsgebietensechs StückElchwild. In Bezug auf Stärke und Gesundheithatte die Elche einen enormen Aufschwunggenommen. Eine zu große Wilddichtehätte die Bemühungen gefährdet.Der Abschuss (Wahlabschuss) sorgtedafür, dass der Bestand auf einem tragbarenNiveau blieb. Wie OberforstmeisterHans Kramer berichtete, schwankte der Gesamtabschussin den letzten vier Jahren vordem Krieg zwischen 200 und 250 Stück(einschließlich Fallwild). Dies waren 17Prozent des Bestandes.Da der Abschuss von starken Schauflernin den Jahren 1933 bis 1936 zu stark war,wurden danach nur noch wenige starkeHirsche freigegeben. Beim Kahlwild entsprachendie Abschussrichtlinien denendes Rotwildes. Die Kurische Nehrung verfügte1939 indes über einen viel zu hohenElchbestand. Stangengeweihe dominierten.Durch einen besonders starken Abschusswurde der Stangenelch zurückgedrängt.Einbürgerungsversuche, wie 1877in Ibenhorst mit schwedischen Elchkälbern,wurden in Ostpreußen nicht wiederholt.Ostreußen-Elche: eine seltene Aufnahme aus freier Wildbahn von Martin KakiesElchwild nach den Vorstellungen desReichsjägermeisters außerhalb Ostpreußenseinzubürgern (zum BeispielSchorfheide und Darß), brachten nicht denerhofften Erfolg. Im Elchwald behielt sichGöring natürlich den Abschuss der stärkstenSchaufler selbst vor. Unter den zwölfHirschen, die er im Verlauf von zehn Jahrenschoss, waren Kapitalschaufler wie„Der Großmächtige von Gilge“ mit 316Punkten sowie der „Prächtige“ und „Enge“mit jeweils 298 beziehungsweise 285 Punkten.Von den Gästen, die meistens im JagdhausPait abstiegen, wurden nur Selektions-Hirschemit ungenügender Schaufelbildungund Stangenelche erlegt. Die Listeder Gäste von Staatspräsidenten, Generälen,Offizieren und Persönlichkeiten ausSport, Kultur und Wirtschaft, die im Elchwaldwaidwerkten, ist lang.Als Jagdmethoden hatten sich die Pirschzu Fuß oder im Wagen, der Ansitz amWechsel und am Brunftplatz sowie das Zudrückenbestätigter Elche bewährt. Bei derAuswahl der Waffe beziehungsweise derMunition musste die große Masse desFOTOS: WILD UND HUND ARCHIVWILD UND HUND 16/2005 23


TITELTHEMAFOTOS: ARCHIV JÜRGEN LEISTEStarker Elch despreußischen LandwirtschaftsministersClemens Freiherrvon Schorlemer-Lieserim OstpreußischenLandesmuseum zu Lüneburg(rechts) und als Kopie amGiebel des Jagdhauses PaitElchstrecke des Reichsjägermeisters 1934 in PaitWildkörpers beachtet werden und ein ausreichendgroßes Kaliber, eine starke Pulverladungund ein genügend schweres Geschossgewählt werden. Göring führte lautKramer meist eine Doppelbüchse des Kalibers8x57R. Die Patrone war mit 4,6Gramm R 1-Pulver und einem 14,7 Grammschweren Teilmantelgeschoss geladen. DieWirkung soll hervorragend gewesen sein.Viele aufrechte Männer gab es unter denForstbeamten der Elchreviere. Durch ihrereiche Erfahrung und großes jagdlichesKönnen erwarben sie unvergängliche Verdiensteum die Hege des Elchwildes. Derunselige Krieg beendete vieles, was Generationenvon Forstbeamten und Jägern fürdie Erhaltung des Elchwildes in Ostpreußengetan hatten. Bereits 1945 war dasElchwild nach der Besetzung durch die RoteArmee in Ostpreußen bis auf wenigeStücke ausgerottet. Die Nachkriegszeit mitihren leidvollen Verwerfungen, dem Hungerund der Wilderei führte zur zeitweiligenAuslöschung der Elchbestände in denKerngebieten Ostpreußens.Erst in den fünfziger Jahren zeigte sichwieder zugewandertes Elchwild aus Litauenin den Erlenbruchwäldern und am KurischenHaff. Mitte der sechziger Jahre wurdenerste Berichte über eineWiederansiedlung desElchwildes im jetzt russischenGebiet Kaliningradbekannt. Elche aus Weißrusslandund aus Gebietenum Moskau wurden eingebürgert.Zuwanderungenaus Litauen und Polen tatenihr Übriges, um den Elch imnördlichen Ostpreußen wiederzum Standwild zu machen.Elchschutzgesetze legtenSchonzeiten fest, undWilddieberei wurde mit hohenStrafen belegt und polizeilichverfolgt. SowjetischeJagdgesellschaften erlegtenentsprechend der Abschussplanungauch Elchwild. DerBestand hatte sichAnfang der achtzigerJahre bis auf zirka1 800 Stück stabilisiert.Mit dem Beginnder „Perestroika“ inder ehemaligen Sowjetunionwurdeein erneuter NiedergangdesElchwildes eingeläutet.Auf kollektivenTreibjagdenwurden nach Aussagenvon ehemaligenJägern in manchenGebieten an einem Tag gleich mehrereElche unabhängig von Alter und Geschlechterlegt. Mit den ersten negativenAuswirkungen der „Perestroika“ auf dieBevölkerung verschärfte sich der Jagddruckauf das Elchwild. Wilderei von bisher niegekanntem Ausmaß dezimierte die Beständebeängstigend. Es wurde meistens mitFlinten gejagt, aus den Patronen mit gehacktemBlei verfeuert wurden gejagt, sodass auch viel zu Holze geschossen wurde.In den neunziger Jahren wurden illegaleAbschüsse für Dollars an westlicheJagdtouristen oder neureiche Russen verkauft.Trotz Schutz und ganzjährigerSchonzeit für den Elch, hörte man immerwieder von illegalen Abschüssen. Ab demJahr 2001 scheint dieser Trend etwas gestopptzu sein. Der jetzige Elchbestand imganzen Gebiet Kaliningrad wird derzeitigvon russischen Stellen auf 350 Stücke geschätzt.Erfreuliches hat sich um das kaiserlicheJagdhaus Pait getan. Regelmäßig kann manhier in den Monaten März/April und Juli/Augustwieder das Elchwild beobachten.Dabei stellen sich auch immer wieder Hirschemit guter Schaufelbildung ein, wasjüngste Fotos aus dem Elchwald beweisen.Die russische Stiftung Jagdhaus Pait(http://www.Jagdhaus-Pait.com) beleuchtetin ihrem Museum im ehemaligen Forsthausdes Jagdhauses nicht nur Traditionendeutscher Forst- und Jagdkultur, sondernhat sich auch besonders den Hegern undJägern des Elchwildes verschrieben. Hoffenwir, dass das ostpreußische Elchwild im Aufund Ab der Geschichte sich wieder behauptetund seine Fährten in den Erlenbruchrevierendes Memeldeltas, am KurischenHaff und auf der Nehrung nieverlöschen.24WILD UND HUND 16/2005

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