Chronik vier - Star Wars

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Chronik vier - Star Wars

ein blasiertes Lächeln des Riesen erinnerte sie daran, dass da ja kein Blaster war. Diesesverdammte Kleid...Niemand würde bemerken, dass sie fort war... Sie musste auf sich aufmerksam machen...Als sie den Mund öffnete, wurden die Augen des Anführers schmal, "... das würde ich anIhrer Stelle nicht tun", doch das war Carianna erst einmal egal. Die Imperialen würden sienicht umbringen, nicht sofort. Nicht, solange sie nicht die Informationen hatten, die sie vonihr wollten.Aber sie hatte nur eine einzige, wenn auch winzige, Chance wieder aus diesem Schlamasselherauszukommen. Aber diese konnte nur genutzt werden, wenn Corran und Darrenmerkten, dass die Imperialen sie erwischt hatten..."CORRAN!", ihre Kommandostimme trug bei weitem nicht so weit wie die eines Mannes.Aber sie hoffte dennoch, dass er sie hörte. Einer der Männer zog ihr seinen Blaster über denKopf. Benommen tastete sie nach ihrer Schläfe und spürte Blut zwischen ihren Haarenhervor sickern.Hatte er sie gehört? Ihre Augen suchten die Tanzfläche, aber sie schaffte es nicht, ihren Blickklar zu fokussieren. Noch ein Versuch?"Cor...", diesmal reagierten die Imperialen schneller. Kolbenhiebe trafen sie am Kopf und aufdie Schultern. Halb bewusstlos brach Carianna in die Knie.--- am Rand der TanzflächeCorran wollte gerade wieder seinen Platz einnehmen, als er meinte CariannasStimme zu hören. Verwirrt schaute er zur Tanzfläche, wo er sie zum letztenMal bei Darren gesehen hatte, der aber noch mit Helena tanzte.Der Corellianer ignorierte das Zupfen Liandras und schaute durch den Saal,bis sein Blick beim Ausgang festfror. Ein eiskalter Schauer überkam denSchmuggler, als er gerade noch sah, wie ein stämmiger Imperialer die rotbekleidete Frau über die Schulter warf.Instinktiv wollte er zu ihr eilen, als Liandra sich mit überraschender Entschlossenheit inseinen Weg stellte. Eher verwirrt als wirklich aufgehalten blickte er auf die kleine Frauherunter.Bis eben war sie noch eine liebreizende und sympathische Charmeuringewesen, in deren Gesellschaft er sich wirklich wohl gefühlt hatte. Im Gegensatz dazu standder eiskalte Blick, den er jetzt auf sich gerichtet spürte."Was zum…?", fuhr er sie an, als sie ihn einfach nicht vorbeilassen wollte.Mittlerweile kamen auch die Maneras von der Tanzfläche zurück, die nichtminder erstaunt als der Corellianer dreinblickten.


"Jetzt geht schon!", schrie sie die sichtbar beeindruckten Männer an, diesich sofort auf den Weg machten und zum Ausgang rannten. Die Farmbesitzerinwinkte ein paar Schaulustige zusammen, um die bewusstlose Frau zu versorgen. Und vorallem ruhig zu stellen.--- FestplatzDarren und Corran rannten mit voller Geschwindigkeit über den Platz zu demParkplatz. Der leicht zu erkennende imperiale Schwebewagen kam nur langsamdurch die Massen rund um den Festplatz voran. Das konnte ihnen eventuell die Zeit geben,die sie brauchten.Der Farmbesitzer schloss seinen Gleiter auf, als dem Corellianer bewusstwurde, dass er dabei war, seinen besten Freund mit ans Messer zu liefern.Selbst der gute Ruf der Maneras würde seinen Freund nicht vor der Rache der Imperialenretten können, wenn er dabei erwischt würde, wie er eine - wenn auch angebliche - Rebellinbefreite.Seufzend tippte er Darren auf die Schulter, der gerade in den Wagen steigenwollte. Fragend blickte dieser zu seinem besten Freund, der ihn gequältanschaute."Grüß Helena von mir... und sag ihr, es tut mir leid für alles... und vorallem dafür...", mit diesen Worten und einem kraftvollen Schwinger streckteCorran den vollkommen überraschten Farmbesitzer gekonnt ins Reich der Träume, der umdie eigene Achse drehend auf dem Boden aufschlug.Er konnte es selber nicht fassen, was er da tat. Vor allem für wen. Aber nur bei demGedanken, die Naboo nicht wieder zu sehen, krampfte es sich bei ihm zusammen. Corranwar klar, dass er langsam den Verstand verlieren musste.Aber er wusste auch, dass er niemanden, ob schuldig oder unschuldig, freiwillig demImperium ausliefern würde. Den Gedanken daran, was die Imperialen mit Cariannaanstellen würden, verdrängte der Schmuggler so gut er konnte.Fieberhaft überlegte er, was er tun sollte. Noch wussten die Imps nicht, dass sie verfolgtwurden und er hatte keinen Zweifel daran, dass Helena Liandra noch lange genug festhaltenkonnte.Sorgsam legte er Darren beiseite und startete dessen Schweber. DerCorellianer beschleunigte und pflügte nun seinerseits durch die Massen, demTransporter hinterher. Er hatte keine Waffen bei sich und saß in einem viel zu langsamemGefährt.Kurz entschlossen setzte er Kurs auf die Farm seiner Freunde. Sie lagrelativ auf dem Weg und dort hatte er einen Blaster und das schnellste Swoop-Bike aufdiesem Planeten. Wenn er eine Chance haben wollte, dann nur mit einer vernünftigenAusrüstung für ein Himmelfahrtskommando.


Corran suchte hektisch nach einem Funkgerät und stellte es auf die Frequenzseines Droiden. "R2F4!", erleichtert atmete er auf, als das fröhlichePfeifen des kleinen Rollcontainers erklang, "Starte so unauffällig wiemöglich die Stardust! Wärme die Motoren auf, ohne zu viel Krach zu machen,wir müssen gleich schnell weg!"--- Auf dem Weg zwischen Maneras Farm und der alten RebellenbasisEiskalt schnitt die Luft durch Corrans Anzug, als er auf seinem Bike mit dem Blasterbewaffnet über die dunkle Ebene Khoondas raste. Im halsbrecherischen Tempo und bei derminimalen Beleuchtung, die der einzelne Scheinwerfer bot, passierte es wieder.Er fühlte mehr, als er sah, wie der Weg vor ihm beschaffen war. Er hattekeine Wahl, als so schnell wie möglich zu fliegen, um den Zeitverlust wegendes Umweges aufzuholen. Auch die wieder aufkeimende Ermüdung ignorierte er.In der Weite konnte er ein kleines, sich bewegendes Licht ausmachen. Corranwusste, dass er nur eine Möglichkeit hatte. Wenn Carianna erst einmal in der Basis war, gabes für sie keine Chance mehr, zu entkommen oder sie zubefreien.Der Corellianer war froh über die Nachlässigkeit der Imperialen. Sie warensich ihrer Sache dermaßen sicher, dass sie nur den kleinen Transporteralleine geschickt hatten, um ihre Gefangene abzuholen. Mehr war ja dankLiandra auch nicht nötig gewesen. Einen zu allem entschlossenen Retter hatten sie hingegennicht auf der Rechnung.Vorsichtig drosselte Corran seine Geschwindigkeit, um sich seinem Ziellangsam anzunähern und um nachzudenken. Er hatte keine Ahnung, wie man soeinen Überfall veranstaltete.Achselzuckend gab der Corellianer Gas. Pläne waren noch nie seine Stärkegewesen.Mit gezücktem Blaster raste er auf den Transporter zu und eröffnete dasFeuer. Wie erwartet beschleunigte das beschossene Fahrzeug, was Corran indie Hände spielte, da er wesentlich wendiger und vor allem schnellerwar.Mit Leichtigkeit fuhr er direkt parallel zu dem Transporter, die gezückteWaffe auf das Fahrerhaus gerichtet. Durch die undurchsichtigen Scheiben saher zwar nichts, aber die Geste alleine sollte den Insassen doch Motivationgenug sein, anzuhalten.Wie erwartet drosselten sie die Geschwindigkeit und das Fenster fuhr runter. Gerade wollteder Corellianer den Imperialen zu ihrer Entscheidunggratulieren, als ihm eine Blastermündung entgegen schaute.


Genau eine halbe Sekunde brauchte es, bis Corran realisierte, was kam undgenau in diesem Moment strahlte der rote Blitz auf und traf den auf demBike in Deckung gehenden Schmuggler an der Schulter.Ein Schmerzensschrei entfuhr ihm und blind vor Wut und Schmerz schoss er mehrereSchüsse zurück, ohne sich bewusst zu sein, was er tat. Der imperiale Transporter geriet insSchlingern, da nicht nur der Fahrer, sondern auch einige Armaturen Blasterschüsseabbekommen hatten.Corran sah mit Panik geweiteten Augen zu, wie der Wagen sich vor seinen Augenüberschlug. Kalter Angstschweiß lief seinen ohnehin durchfrorenen Körper herunter,während sich in seinem Bauch Leere aufzutun schien.Hastig kam er neben dem still liegenden Schweber zum stehen und schautedurch die aufgebrochene Seite. Carianna hing reglos gefesselt imauf der Seite liegenden Transporter. Die nicht angeschnallten Imperialenhatten weniger Glück gehabt, was ihre mit Blut überströmten Körperbekundeten.Eine Welle der Erleichterung durchfuhr Corran, als er den Puls der Naboospürte. Das gab ihm neue Kraft, sie zu bergen und zu seinem Swoop zuschaffen. Der Corellianer war sich bewusst, dass sie so gut wie keine Zeitmehr hatten.Der Transporter hatte sicherlich eine Meldung rausgegeben, dass erbeschossen wurde, bevor er das Feuer erwidert hatte. Das bedeutete, dass mit jeder Sekundeihre Häscher näher kamen.Skeptisch blickte er die blonde Frau an. In ihrem schulterfreien dünnenKleid würde sie sich auf dem Swoop sicherlich verkühlen, denn die Streckezum Raumhafen war nicht unerheblich.Ohne weiter darüber nachzudenken zog er seine Anzugjacke aus und packteCarianna darin ein. Dabei wurde ihm schmerzlich seine Schusswunde bewusst,die er versuchte auszublenden. Corran legte seine Copilotin vor sich auf das Swoop undhielt sie mit seinem Körper fest, um sie beide zu wärmen.Mit dem Mut des Verzweifelten raste der Corellianer der Nacht entgegen.--- Auf dem Weg zum RaumhafenKalter Wind biss in Cariannas Wangen, als sie langsam wieder zu sich kam.Sie konnte diese Empfindung nicht zuordnen. Vor ihren Augen tanztensilbrige Kreise, dumpfe Schmerzen verschleierten ihre Wahrnehmung.Mühsam öffnete sie die Augen, aber die Dunkelheit verschwand nicht. DerWind trieb ihr die Tränen in die Augen. Wo war sie, verdammt noch mal?


Sie wagte nicht, sich zu bewegen. Sie lag bäuchlings auf irgendetwas.Irgendetwas hielt sie fest.Plötzlich kam ihre Erinnerung zurück. Die Imperialen. Der Transporter.Lichter kamen in Sichtweite und Carianna begriff, wo der Wind herkam.Fahrtwind. Das Brummen, das sie hörte, kam nicht aus ihrem schmerzendenKopf, sondern von einem Fahrzeug, auf dem sie lag.'Corran?', stöhnend wurde ihr klar, dass sie es tatsächlich geschaffthatte, den Schmuggler auf die Imperialen aufmerksam zu machen.Rasend schnell kamen die Lichter näher und Carianna erkannte denRaumhafen. Ruhig und unbeleuchtet lag der Frachter auf seinem Platz, aberals sie näher kamen, erkannte die Naboo, dass die Rampe offen war. Ineinem waghalsigen Manöver fuhr der Corellianer sein Swoop in den Frachterund schlagartig begann die Rampe, sich zu schließen. Die Beleuchtung imSchiff sprang an.--- StardustCorran bremste das Swoop, sprang ab und half der Naboo wortlos herunter."Wir müssen weg hier", seine Stimme war flach und Carianna erkannte dieVerletzung an seiner Schulter. Unsicheren Schrittes folgte die Rebellindem Schmuggler ins Cockpit, aber sie merkte, wie das Adrenalin sich inihrem Körper verteilte. Ihre Schritte gewannen wieder an Spannkraft, auchwenn ihr Kopf und ihre rechte Schulter ein einziger hämmernder Schmerzwaren."Flieg du", krächzend schob sie den Corellianer in Richtung desPilotensessels, "wir brauchen jetzt deine Fähigkeiten." Sie hoffte, dasser nicht zu angeschlagen war. Das lange Rennen und die Verletzung musstenauch an seiner Kraft zehren. Aber die instinktive Sicherheit imAusweichen, die ihm die Macht verlieh, war genau das, was sie jetztbrauchten, falls die Imperialen ihnen Abfangjäger auf den Hals schickte."Was für Fähigkeiten meinst du?", rief der Corellianer irritiert über seine Schulter zu derNaboo, "Als ob du kein Schiff fliegen könntest!", ergänzte er noch als er kopfschüttelnd seinSchiff abheben ließ. In diesem Moment kam ihm nicht einmal der Gedanke, dass die Naboomehr von ihm wissen könnte, als er ihr selber erzählt hatte.Er hoffte, dass Carianna die Koordinaten von Nar Shadaa trotz ihrer Kopfverletzung richtigeingab. Mit donnernden Triebwerken setzte er zum Steilflug an, als seine Sensoren schonsich schnell nähernde Kontakte anzeigten.Die Naboo wankte zur Navigationskonsole und begann, den Rechner zufüttern. Nur Sekundenbruchteile fragte sie sich, wohin sie den Kurs


setzten sollte. Aber eigentlich blieb ihr keine Wahl. Sie musste zurück.Und auch für den Schmuggler würde es nach dieser Befreiungsaktion keinZurück geben, jetzt würden die Imperialen ihn eindeutig als Rebellenbrandmarken. Auch wenn er es eigentlich nicht war.Also musste es Hoth sein...Auch wenn sie sich vor Corrans Reaktion fürchtete."Verdammt!", brüllte Corran vor sich hin, als er jede Vorsicht vergaß und direkt aufVollschub ging. Sie mussten so schnell wie möglich aus dem Schwerkraftfeld des Planetenheraus, wenn sie beim Eintritt in den Hyperraum nicht auseinander gerissen werdenwollten. Mit sicheren Handgriffen aktivierte er die Schilde und begann ein erstesAusweichmanöver zu fliegen, noch vor dem ersten Schusswechsel.Es erwies sich als goldrichtig, da grüne Laserstrahlen direkt vor dem Cockpit vorbeirasten.Unter anderen Umständen hätte sich Corran über diese Vorahnungen gewundert oderzumindest bewusst die Gründe der Eingebungen verdrängt, aber über dieses Stadium war erlängst hinaus. Sein Körper zitterte von der Anstrengung, die das swoopfahren in völligerDunkelheit erfordert hatte. Er war froh, dass Carianna unbeschadet und nur leicht angekühltden Höllenritt überstanden hatte, während er selber die schneidende Kälte in voller Härteabbekommen hatte. Das und seine mittlerweile höllisch schmerzende Schulter, die seinvormals schönes weißes Hemd blutdurchtränkt hatte, zehrten im Übermaß an seinenKräften. Ganz zu schweigen davon, dass er sich immer noch nicht von den Anstrengungenbeim Swoop Rennen erholt hatte.Mit schier halsbrecherischen Manövern flog der Corellianer ein Ausweichmanöver nach demanderen. Trotz aller Bemühungen wurde die Stardust immer wieder durchgeschüttelt, wennvereinzelte Salven der TIE Piloten den Frachter doch erwischten. Der Schweiß rann demSchmuggler nur so von der Stirn, als er sich der feindlichen Raumjäger fast körperlichbewusst wurde und versuchte, ihre Angriffsvektoren zu erahnen.Trotzdem riskierte er einen Blick nach hinten zu Carianna, die fieberhaft die Daten desanzuspringenden Planeten berechnete und eingab. Hektisch schlug sie auf den Knopf undder Schiffcomputer nahm seine Arbeit auf und speiste die Daten in den Hyperraumantrieb.Ein heftiger Ruck fuhr plötzlich durch die Stardust, als sie von einer gebündelten Salve derJäger getroffen wurde.Irgendwo im Schiff explodierte etwas und Corran verfluchte sich für seine Unachtsamkeit.Er konzentrierte sich wieder vollkommen auf sein Schiff und seine Umgebung und rollte ineiner unberechenbaren Kurve um die eigene Achse dem All entgegen. Der Corellianer spürteseinen Herz rasen, während seine Hände immer klammer wurden.Das Atmen fiel ihm immer schwerer und die Anstrengung ließ seinen Körper zittern, wobeidie Schmerzen der Schussverletzung in seiner rechten Schulter immer pochender wurden.Einer Eingebung folgend riss er den Frachter senkrecht nach oben, bevor seine Sensorenüberhaupt den Protonentorpedobeschuss melden konnten. Es wäre auch zu spät gewesen,da sich unbemerkt drei TIE-Bomber wie aus dem Nichts angenähert hatten.


Die Raketen schossen unter ihm hinweg, als Carianna mit einem erstickten Schrei meldete,dass der Hyperraumantrieb bereit war. Corran fiel ein Stein von Herzen, als er auf demBildschirm sah, dass sie nur noch Sekunden vom leeren Raum entfernt waren. Mit letzterKraft riss er die Stardust noch einmal herum, um dem Sperrfeuer der insgesamt sechs Jägerzu entgehen.Wie durch ein Wunder wurden sie nicht von dem vernichtenden Kreuzfeuer getroffen. Ohnenachzudenken schlug der Corellianer auf den Sprungknopf und die einzelnen Punkte derSterne verschwommen vor ihm zu langen Streifen.Zitternd konnte es Corran gar nicht fassen, was und wie es passiert war. Oder wie sie esgeschafft hatten, zu entkommen. Auch die möglichen Folgen flogen eher wirr durch seinenKopf, als dass er sie wirklich realisierte. Unsicher stand er auf, sich auf den unverletzten Armstützend. Erleichtert sah er, wie Carianna zwar geschafft, aber augenscheinlich unverletzt imNavigatorsitz kauerte. Auch ihr schien die Anspannung ins Gesicht geschrieben.Durchfroren, blutend und schwankend stehend, setzte Corran wieder sein typisches,verschmitztes Lächeln auf."Lief doch super, oder?", brachte er noch heraus, bevor es dunkel vor seinen Augen wurdeund die Geschehnisse ihren Tribut forderten.Hart schlug der Corellianer auf dem Boden auf."Ja, super", flüsterte die Naboo wehmütig lächelnd, während sie ihre letzten Kräftemobilisierte und ihren protestierenden Körper aus dem Sessel hievte. Und sie hatte dochRecht gehabt. Was Dantooine anging - bei der angeblich minimalen Besatzung, von derCorran gesprochen hatte, wären niemals so viele TIE Jäger aufgekreuzt - und, was seinefliegerischen Fähigkeiten anging. Carianna hätte diese Manöver vermutlich gerade einmal ingesundem Zustand fliegen können, geschweige denn mit einer Kopfverletzung und einerverletzten Schulter.Sie kniete sich neben den Corellianer und fühlte seinen Puls. Er sahvollkommen erledigt aus, was aber nach den Erlebnissen des vergangenenTages wirklich kein Wunder war. Und er war eiskalt. Die Naboo realisierte, dass er keineJacke mehr trug und erinnerte sich vage, dass er ihr eben diese Jacke umgelegt hatte.Vorsichtig löste sie das blutige Hemd von seiner Schulter und untersuchte die Wunde.Glücklicherweise war es nur ein Streifschuss, der aber heftig geblutet hatte. Aber dieVerletzung war nicht wirklich schlimm, wenn auch sicherlich sehr schmerzhaft.Erschöpft stützte die Rebellin ihren Kopf in die Hände. Ihre eigeneVerletzung pochte im Gleichtakt mit ihrem Herzschlag - und was mit ihrerSchulter los war, wollte sie lieber gar nicht wissen. Jede Bewegung desrechten Arms ließ einen reißenden Schmerz durch sie fahren. Schwer atmend versuchteCarianna, dies zu verdrängen. Langsam kam sie auf die Füße.Besorgt pfeifend rollte die R2-Einheit in das Cockpit und Carianna musste trotz der nicht


gerade rosigen Situation lächeln. "Ich denke, er ist in Ordnung. Nur sehr erschöpft...",beruhigte sie den Astromechdroiden. "Er braucht eine Decke und einen Verband - dann ist erwieder so gut wie neu."Sie erhob sich schwerfällig und ging aus dem Cockpit. In der Türe fiel ihr die Explosion ein,die sie während des Angriffs vernommen hatte. "R2, versuche, herauszufinden, wieangeschlagen die Systeme sind.", forderte sie den Droiden auf, der sofort an dieentsprechende Buchse rollte und piepsend mit seiner Aufgabe begann. Als sei auch er froh,etwas zu tun zu bekommen, durchzuckte es Carianna. Sie verließ das Cockpit, nur um wenigspäter mit einer Decke zurückzukehren, die sie über den Corellianer breitete, nachdem sieihm, so vorsichtig es eben ging, einen Verband angelegt hatte.Gerade wollte sie sich in den Sessel des Copiloten fallen lassen um endlich selberauszuruhen, als ein alarmierendes Pfeifen des Droiden erklang. "Wie bitte?", müde starrtedie Naboo auf die R2-Einheit. "Was ist beschädigt? Die Sauerstoffaufbereitung?", ein paarüble Flüche später ließ sie sich die Details erklären.Carianna überzeugte sich noch einmal, dass es Corran soweit bequem hatte, dann ging sielangsam los, den Droiden im Schlepptau. Sauerstoff war unerlässlich. Das verdammte Teilmusste sie reparieren, sonst würde das Schiff womöglich bald ohne seine lebende Besatzungfliegen... Sie hoffte nur, dass sie nicht einschlief oder das Bewusstsein verlor, bevor sie dasSystem repariert hatte...--- Stardust, Pilotenkanzel, ein paar Stunden späterMehr als erschöpft hing Carianna eher im Sessel als darin zu sitzen. Vor einiger Zeit hatte siedie Reparatur zumindest notdürftig abgeschlossen, so dass sie ihre Reise bis zu ihremBestimmungsort ohne Probleme absolvieren konnten. Auf Hoth könnten die nochausstehenden Reparaturen vorgenommen werden.Starr blickte sie geradeaus. Ihre Schulter schmerzte immer noch, die Arbeiten an der Stardusthatten das Problem nicht gerade verringert. Der Corellianer begann, sich zu regen. Müdeseufzte die Rebellin. Die nächsten Minuten würden mehr als unschön werden. Sie bedauertezutiefst, dass sie nicht genug Zeit hatte, Corran die nun kommenden Ereignisse zu erklären.Es würde seine Meinung von ihr nicht gerade heben. Und das, wo er ihr gerade das Lebenund die Freiheit gerettet hatte.Carianna rieb sich die Augen. Sie mochte den Schmuggler irgendwie. Und sie hätteeigentlich gerne ein … normaleres Verhältnis zu ihm aufgebaut. Aber das würde nun wohlkaum möglich sein."Willkommen unter den Lebenden, Corran", begrüßte die Naboo den Schmuggler leise, alsdieser die Decke von sich warf und sich aufrichtete. "Und ... Danke."Bevor der Pilot noch antworten konnte, gab der Frachter einen kurzen Signalton von sichund verließ anschließend den Hyperraum. Die Naboo starrte müde auf den Bildschirm, aufdem innerhalb kürzester Zeit eine blau weiß glitzernde Welt größer wurde.


Corran war unsicher aufgestanden und starrte ebenfalls auf den Bildschirm. "Das ist nichtNar Shadaa", kommentierte er das Offensichtliche. "Nein", bestätigte die Naboo leise undignorierte den Mann und seine Fragen daraufhin vollkommen. Sie betätigte ein paarKontrollen, vergewisserte sich auf dem Umgebungsbildschirm, dass keine anderen Schiffe inder Nähe waren und tippte dann ein Codesignal in die Kommunikationskonsole ein.Wenige Augenblicke später knackte es in den Lautsprechern. "Hier Echo-Basis. IdentifizierenSie sich!"Ein Seitenblick zu Corran zeigte ihr, dass er verblüfft dreinsah. Sie konnte jetzt keineRücksicht darauf nehmen. Sie spürte, dass sie nicht mehr lange durchhalten würde - und siemusste hier herunter, nicht irgendwo anders. Und schon gar nicht auf Nar Shadaa.Sie räusperte sich. "Carianna Issano. Erbitte Landeerlaubnis."Eine ihr wohlbekannte Stimme antwortete. "Carianna, verdammt, wo kommst du wiederher? Kann man dich nicht einmal alleine lassen?", die Naboo unterbrach den Redefluss ihresGesprächspartners müde lächelnd, "Sian, hör zu, lass uns nachher streiten. Gib mir dieLandekoordinaten, ich muss das Baby hier runterbringen, so lange ich noch kann."Die Diskussion hörte sofort auf und Carianna erhielt die angeforderten Koordinaten. Mitlangsamen, aber dennoch sicheren Handgriffen leitete sie die Landung ein.--- Echo-Basis, ein wenig später"Kommst du?", sie traute sich nicht, dem Corellianer in die Augen zu sehen. Ohne noch einWort zu sagen stand sie mühsam auf und verließ das Cockpit.Ein Knopfdruck ließ die Rampe des Frachters hinuntergleiten und taumelnde Schrittebrachten die Naboo auf den Boden des Landefelds. Das geschäftige Treiben um sie herumnahm Carianna wie durch einen roten Nebel wahr. Sie spürte, wie die letzten Stunden jetztauch von ihr Tribut forderten. Ihren rechten Arm konnte sie nun beim besten Willen nichtmehr heben und ihr Kopf fühlte sich an wie eine große Glocke, die von einem Schmiedbearbeitet wurde...Irgendwie merkte sie, dass der Corellianer neben ihr erschien. Aus dem Augenwinkel sah sievon der Zentrale her die schmächtige Gestalt Sians heran traben.Jetzt war der Moment gekommen, den sie befürchtet hatte. Der Moment, in dem Corranerkennen würde, dass sie ihn die ganze Zeit angelogen hatte. Und dass sie nicht gerade dasallerkleinste Licht war in der Allianz...Carianna wandte den Kopf. "Corran", die Worte waren kaum zu verstehen, als sie versuchte,das Gesicht des Schmugglers klar zu erkennen, "es tut mir leid...", mehr schaffte sie nicht, alsdie Schwärze diesmal über ihr zusammenschlug.


Immer noch entgeistert beobachtete Corran die blonde Frau im roten Kleid, die vor ihmzusammenbrach. Sein Kopf fühlte sich immer noch dumpf und leer an, als er sich nebenseiner immer noch schmerzenden Schulter plötzlich bewusst wurde, dass er mit freiemOberkörper auf einem arktischen Planeten stand. Zugegeben, er stand in einem Hangar, aberalle außer ihm und der Naboo waren in Winterkleidung. Das musste einen Grund haben...Er wurde sich langsam auch seines kondensierenden Atems bewusst, als er sich mit offenemMund und großen Augen geschockt umschaute. Er stand in einem Hangar aus Eis,vollgestopft mit T-47 Luftgleitern, X-Wings und vielen kleineren Schiffen wie seines.Mehrere Leute kamen auf den Frachter des Corellianers zugelaufen und hoben diebewusstlose Frau auf. Ein kleiner, schmächtiger Mann, der sich erst versicherte, dass esCarianna den Umständen entsprechend gut ging, kam auf ihn zu und schien ihmirgendetwas mitteilen zu wollen. In Corrans Ohren rauschte es aber nur und er machte einenvorsichtigen Schritt zurück.Sein Herz begann wieder zu rasen und der Schmuggler schaute sich gehetzt um. Das durftedoch nicht war sein, wohin hatte ihn Carianna gebracht? Wieso hatte sie das gemacht? Einealles verschluckende Leere schien ihn zu verschlingen, als seine Hand plötzlich automatischzu seiner Hüfte fuhr und er seinen Blaster zog, den er auf Dantooine angelegt hatte. Nun wares an seinem Gegenüber zurückzutreten, als Corran mit unsicherer Hand grob auf dieGegend vor ihm zielte.Schwankend wollte er gerade den Mund öffnen, als ihn drei Blasterschüsse fast gleichzeitigin seinen Rücken trafen.--- Medizinische Station, Bacta Tank 2, späterMüde öffnete Corran seine Augen. Es dauerte ein paar Sekunden, bevor er realisierte, wo erwar. Er war schon einmal in einem Bacta Tank gewesen und es war ihm immer nochgenauso unangenehm wie damals auf Corellia. Schwerelos in der heilenden Flüssigkeitschwebend konnte er nicht erkennen, was sich außerhalb des Tanks abspielte. Das Bactatrübte ihm die Sicht und jemand müsste sein Gesicht schon an die Scheibe pressen, damit ereine Chance hatte ihn zu erkennen.Das tat natürlich niemand. Er war hier völlig hilflos mit sich und seinen Gedanken alleingelassen. Seine Stimmung verfinsterte sich zusehends, als er an seine Situation dachte. Erhatte sein Leben riskiert, um Carianna zu retten. Eine Frau, von der er dachte, dass sie nurPech gehabt hatte und auf der Suche nach ihrem Bruder war. Er dachte, er könnte ihrvertrauen. Er hatte gefühlt, dass er ihr vertrauen könnte. Er hatte gedacht...Unwillig schüttelte er den Kopf. Er verdrängte alle Erinnerungen an die Gefühle, die erempfunden hatte, als er den leblosen Körper der Naboo aus dem umgestürzten Transportergeborgen hatte. Der Schmuggler hatte noch keine Zeit gefunden, diese Empfindungeneinzuordnen oder zu verstehen - und er wollte es jetzt auch nicht mehr.Corran hatte ihretwegen alles verloren – bei dem Versuch, eine vermeintlich Unschuldige zuretten. Er war nur knapp mit dem Leben davon gekommen, stand auf der Liste der


Imperialen sicherlich ganz oben und was das Schlimmste war... er würde Darren und Helenawohl nie wieder sehen können.Er hoffte, dass sie sich aus den Schwierigkeiten rausreden konnten, aber daran hatte ereigentlich keine Zweifel. Schließlich hatte er Darren zu Boden geschickt und war auf derFarm seiner Freunde auf eher brachiale Art eingebrochen. Wäre er mit seinemAutorisationscode eingedrungen, hätte er ihnen sicher mehr Probleme bereitet. Halbwegsberuhigt, dass seinen Freunden sicherlich nichts passiert war, hing er wieder seinenGedanken nach.Innerhalb kürzester Zeit hatten zwei Frauen sein Vertrauen zutiefst enttäuscht. Erst Liandraund dann... Corran konnte aufgrund der Sauerstoffmaske nicht lachen, stattdessen stiegengroße Luftblasen der Bitterkeit durch das Bacta nach oben.Langsam aber sicher wandelte sich die Trostlosigkeit in Wut...--- Medizinische Station, Bacta Tank 1Sian Issano und Elliot Lamar beobachteten gerade, wie die immer noch sichtlichmitgenommene Carianna aus ihrem Bactatank entstieg, wobei Sian den Blick ein wenigsenkte, bevor er von seiner Schwester zu viel sah.Eine Krankenschwester kam ihr entgegen und reichte ihr einen Bademantel, als ihr Bruderdie Pilotin ansprach, "Es freut mich, dich wieder wohlauf zu sehen... nachdem du nicht mitder Ti'Mara zurückgekehrt warst, hatten wir uns schon Sorgen gemacht, wie du es wiederzurückschaffst. Tifflor hat schon einiges auf den Deckel dafür bekommen..."Der untersetzte Elliot gab der Frau kurz die Gelegenheit, ihre Haare abzutrocknen, bevor erdas Wort an sie richtete, "Ich weiß nicht, wie du es geschafft hast, aber die Fracht, die dumitgebracht hast, ist pures Gold wert. Das Erz und vor allem die Waffen, die in dem Frachterwaren, werden uns gute Dienste leisten. Die R2-Einheit an Bord mussten wir leiderzeitweilig deaktivieren, nachdem sie uns einige Probleme bereitet hatte. Aber jetzt verrat mirmal, was für einen Spinner mit seiner fliegenden Schrottkiste du da mitgebracht hast?"Scharf blickte Carianna den Untersetzten an. "Er ist kein verdammter Spinner", beinaheversagte ihr ihre Stimme, aber dafür konnte der Angefahrene ihr ihre Wut direkt vomGesicht ablesen. "Er hat mir das Leben gerettet.", Elliot blickte sie ungläubig an. "Er hat dirdas Leben gerettet? Und hier ballert er herum wie ein Wahnsinniger?""Was??", vollkommen entsetzt starrte Carianna erst ihren Bruder, dannLamar an. "Er hat was getan?"Elliot war in seinem Element. Er respektierte Carianna, aber er mochtesie nicht, weil sie nicht so leicht zu lenken war. Er beugte sich inihre Richtung und begann in scharfem Ton zu berichten: "Nachdem duumgekippt bist, hat er seinen Blaster gezogen und damit auf deinenBruder gezielt. Sian hat ihn angesprochen, aber er hat nicht reagiert.Glücklicherweise hatten wir ein paar geistesgegenwärtige Schützen in der


Nähe, die..."Die Naboo fuhr Elliot über den Mund. "Seit wann seid ihr so kurzsichtig, dass ihr nichterkennt, ob jemand am Ende seiner Kräfte ist? Oder ist hier in der letzten Zeit so viel schiefgegangen, dass euch der Blaster so locker sitzt?", sie fuhr herum, wandte sich an Sian."Hattest du ernsthaft das Gefühl, er würde dich abknallen?"Ihr Bruder richtete beschämt seinen Blick auf den Boden. "Nein.", gab er ein wenig kleinlautzu. "Deswegen ist er jetzt auch hier und lebt..."Cariannas Blick wanderte zum Bacta-Tank, in dem Corran anscheinend schwerelosschwebte. Gerade wollte sie den Mund öffnen, als der Medidroide Anstalten machte, denCorellianer aus der heilenden Flüssigkeit zu entlassen. Eine Kopfbewegung der Naboomachte den beiden Männern klar, dass sie sie im Nebenraum weiter sprechen wollte. Elliotvergewisserte sich, dass die Tür zum Gang verschlossen war, dann gingen die drei in denNebenraum, ohne die Tür fest zu schließen. Elliot war misstrauisch. Niemand sollte ihmnachher vorwerfen können, er hätte nicht auf den schießwütigen Mann geachtet, derdemnächst seinem Bacta-Tank entsteigen würde...--- Medizinische Station, Kleiderlager"Lamar, ihr rührt das Erz und die Waffen nicht an. Noch nicht.", in befehlendem Tonfallwandte sich Carianna an den untersetzten Rebellen, obwohl ihr dieser Tonfall im Augenblickschwer fiel. Am liebsten hätte sie geweint, aber diesen Luxus gönnte sie sich jetzt nicht. DieLeute waren eine starke Carianna Issano gewohnt - und sie würden sie bekommen.Den Spitznamen "die kalte Carianna" hatte sie nicht umsonst bekommen. Als sie diesen daserste Mal zugeflüstert bekam, war sie entsetzt gewesen, dass sie sich solch einen Rufaufgebaut hatte. Später hatte sie erkannt, wie sie diesen Ruf gewinnbringend einsetzenkonnte, auch wenn es ihr manchmal wirklich nah ging, für herzlos gehalten zu werden.Aber wenn sie wütend war, konnte sie sich besonders gut durchsetzen."Das Zeug gehört uns nicht. Corran Baldur ist nicht freiwillig hier, und es kann sein, dass erseine Geschäfte fortsetzen will.", der Untersetzte unterbrach sie lautstark, "Bist duvollkommen übergeschnappt, Carianna? Wir brauchen diese Waffen verdammt dringend!Und fortlassen können wir diesen Mann nicht! Er weiß zu viel!"Die Stimme der Naboo wurde schneidend. "Was weiß er denn? Dass unsere Basis auf einemarktischen Planeten liegt. Na und? Wie viele davon gibt es in der bekannten Galaxis?", dieAntwort blieb Elliot ihr schuldig, wie erwartet. "Geh und sag den Leuten, dass die Ladungbleibt, wo sie ist!", jetzt wurde auch Carianna lauter, "und löscht die Daten des letztenHypersprungs aus dem Frachter!"Lamar lieferte sich ein Blickduell mit der Naboo, das die Frau - wie meist - gewann.Schnaubend drehte der untersetzte Mann um und verließ türenschlagend den Raum.Nun wandte sich die Pilotin dem schmächtigen Mann zu, der blond wie seine Schwester war


- darin beschränkte sich die Familienähnlichkeit jedoch. "Sian, schön, dich wiederzusehen",sie umarmte ihren Bruder."Du siehst immer noch furchtbar aus, Schwester", kritisch betrachtete er sie von oben bisunten. "War keine leichte Zeit, was?"Carianna ging nicht auf diese Bemerkung ein. Stattdessen fuhr sie eindringlich fort: "Corranwäre ein hervorragender Verbündeter, Sian. Er fliegt verdammt gut. Und da ist nochetwas...", kurz überlegte sie, entschied dann aber, Corrans Jedi-Fähigkeiten noch für sich zubehalten. "Und bei den Imperialen dürfte er jetzt auch auf der Fahndungsliste stehen. DasBeste für ihn - und für uns - wäre, wenn er bliebe. Aber es war noch nie unsere Art,jemanden gegen seinen Willen zu halten. Fangt nicht bei diesem hier an...""Vertraust du ihm?", die Stimme hatte einen ungläubigen Unterton. Carianna seufztevernehmlich. "Ja, ich vertraue ihm. Er wird uns nicht verraten. Ich hoffe, er bleibt bei uns -aber es ist nicht mehr an mir, ihn darum zu bitten. Ich fürchte, sein Vertrauen habe ich mirein für allemal verscherzt.", die Naboo wunderte sich, warum ihr diese Feststellung sowehtat. Aus irgendeinem Grund, den allein die Wassermonster kannten, wollte sie, dass erihr vertraute."Bitte, Sian, sorge dafür, dass Elliot tut, was er soll. Wende dich im Zweifelsfall an Rieekan.Ich will sowieso mit dem General sprechen und ihm die Situation erklären...", müde zogCarianna einen Stuhl heran und setzte sich. Ihr Bruder strich ihr übers Haar und lächelte ihrbegütigend zu. "Das werde ich, mach dir keine Sorgen!", mit diesen Worten verließ auch Sianden Raum.Die Naboo verschränkte ihre Arme auf der Tischplatte und legte ihren Kopf darauf. Siefühlte sich krank, trotz des Bacta, das zwar ihre körperlichen Verletzungen geheilt hatte, aberdie Erschöpfung nicht hatte vertreiben können.--- Medizinische StationMüde, mit einem Handtuch um die Hüfte gewickelt, saß Corran neben seinem Bactatank.Der Medidroide hatte ihm zwar versichert, dass er vollständig wiederhergestellt sei, aber dieinnere Leere und Müdigkeit hatten seine Wut erst einmal wieder erstickt, als er dem Tankentstiegen war. Unwirsch verscheuchte er den Droiden, der ihm einen Bademantel umlegenwollte.Als die Tür aufging und ein untersetzter Mann aus dem Nebenraum kam, der ihm zu allemÜberfluss einen verachtenden Blick zuwarf, kochte es aber wieder in ihm hoch. Langsamstand er auf, verwundert über diese völlig neue Art der Erschöpfung, die sich seinerbemächtigt hatte. Corran gestand es sich selber nicht ein, aber die übermäßige Anwendungseiner ungeübten Machtfähigkeit in den letzten Tagen forderte ihren Tribut. Jedi besaßen dieFertigkeiten, sich mit den richtigen Übungen schneller zu regenerieren, was aber ebenfallsinnere Ruhe benötigte, die der Corellianer jetzt sowieso nicht besessen hätte, selbst wenn ersolch Übungen kennen würde.


Langsam stand er unter Ermüdungsschmerzen auf und ging zu der zugeschlagenen Tür,hinter der er meinte Cariannas Stimme vernommen zu haben. Kurz bevor er sie erreichtekam allerdings ein anderer Mann heraus, in dem Corran seinen "Gesprächspartner" vomHangar wiedererkannte. Dieser schaute ehrlich verblüfft, ihn wieder aufrecht stehen zusehen und er strich sich ein bisschen verlegen eine blonde Haarsträhne aus dem Gesicht."Hallo Corran... ich bin Sian, der Bruder von Carianna... ich wollte dir noch danken, dass dusie heil zurückgebracht hast. Wenn ich irgendwas für dich tun kann?", fragte der Nabooleicht unsicher. Der Corellianer starrte diesen von oben herab nieder. Er hatte keine Lust,sich mit ihm zu unterhalten und daher kam ihm nur eine Bitte in den Sinn."Ja... geh aus dem Weg...", mit einer Hand ergriff er Sian an der Schulter und schob ihn zuSeite. Dieser wollte zwar protestieren, aber Corran fuhr ihm über den Mund, "Was glaubstdu, werde ich jetzt mitten in eurem hübschen Lager mache? Dass mein Leben nicht mal mehreinen Blasterschuss wert ist, weiß ich selber und eine noch größere Dummheit zu machen,als deiner Schwester zweimal ihren hübschen Hintern zu retten, kann ich sowieso nichttun..."Mit diesen Worten ließ er den Mann alleine stehen und ging in die Kleiderkammer, die Türhinter sich zuziehend.--- Medizinische Station, KleiderlagerCorran erblickte die blonde Frau, wie sie ihren Kopf auf ihren Armen abstützte. Einenkurzen Moment kam ihm der Gedanke, tröstend seinen Arm um sie zu legen, was ihn nurnoch mehr in Rage brachte, als ihm die aktuelle Situation augenblicklich wieder bewusstwurde. Mit zwei großen Schritten ging er zu dem leichten Metalltisch und hieb mit beidenHänden auf die Tischplatte, was die Naboo aufschrecken ließ."WAS HAST DU DIR DABEI GEDACHT!", brüllte er sie an. Der Anblick des halbnacktenMannes, der in der kalten Umgebung buchstäblich zu kochen, beziehungsweise zu dampfenanfing wäre unter anderen Umständen sicherlich amüsant gewesen. "Wieso hast du michbelogen? War es die ganze Zeit dein Plan, mich hierher zu bekommen? Oder genügt es direinfach, mein Leben zu zerstören? Ich gratuliere dir, du hast das geschafft, was selbst denImperialen nicht gelungen ist!Ich hoffe, du bist stolz auf deinen Erfolg!", wütend stieß Corran sich ab und wanderte zornigdurch den Raum, auf die Naboo nicht weiter achtend. Zu sehr war er in Rage, "Ist das einneuer Trick von euch Rebellen? Ich dachte immer, Manipulation sei das Geschäft desImperators! Aber nein, die große Manipulatorin Carianna Issano belehrt mich einesBesseren!"Er sah, wie Carianna aufgestanden war und scheinbar auch etwas sagen wollte. Völlig außersich stürmte Corran auf die andere Seite des Tisches und starrte die blonde Frau an. "Wagees ja nicht, zu widersprechen! Du hast mich von Anfang an belogen, mein Vertrauen und dasmeiner Freunde missbraucht, nur für dein eigenes Wohl! Und jetzt komm mir ja nicht mitRebellion! Ich rede hier nicht von Rebellion, ich rede von dir! Du bist falsch und du widerstmich an!"


Der Corellianer blickte in die blauen Augen der Naboo, die einen merkwürdigen Ausdruckannahmen. Der übliche Trotz in ihren Augen schien einer unendlichen Traurigkeit zuweichen. Auf einmal fuhr Schmerz durch Corrans Herz, als er sah, wie die Augen der Fraufeucht wurden. Er wusste auf einmal nicht mehr, was er machen sollte. Er hatte seine Worteaus tiefer Enttäuschung herausgeschrien und doch fühlte es sich falsch an, die Frau vor ihmder Niedertracht zu bezichtigen.Der Schmerz in seinem Herzen rang mit seiner unbändigen Wut. Die überkochendenwidersprüchlichen Gefühle bauschten sich gegenseitig immer mehr auf. Corran wusste aufeinmal weder ein noch aus. Mit einem lauten Schrei schlug er mit beiden Fäusten gleichzeitigmit aller Macht auf den vor ihm stehenden Tisch."ACH VERDAMMT!", entfuhr es ihm und der Tisch, der eben noch zwischen ihm undCarianna gestanden hatte, fuhr senkrecht in den Boden und die Naboo wurde gegen diegegenüber liegende Wand geschleudert, wo sie reglos liegen blieb.Corran fuhr erschrocken zurück, als ob er sich verbrannt hätte. Er fing an zu zittern undblickte schockiert auf seine Hände. "Was...?", fragte er sich erschrocken, obwohl er dieAntwort tief in seinem Innersten wusste. Panisch blickte er zu Carianna, die bewegungslosauf dem Boden lag. Schnell eilte der Corellianer zu ihr, richtete sie auf und nahm sie zärtlichin den Arm. All seine Wut war mit einem Mal verraucht. Ganz im Gegenteil machte sich jetzteine große Sorge um die Frau in seinen Armen breit."Es tut mir leid... ich... bitte komm zu dir... ich... ich...", Corran brachte die letzten Worte nichtheraus. Sein Hals schnürte sich zu, als jahrelang unterdrückte Befürchtungen über ihnhereinbrachen. Unbewusst drückte er die Naboo sanft, während sein Geist längstvergangene Ereignisse vor seinem inneren Auge abspielen ließ. Ohne es bewusst zu merkenstreichelte er die Naboo zärtlich über die Wange, als ihm plötzlich die Tränen kamen.Der Gedanke daran, Carianna etwas angetan zu haben, war für ihn unerträglich, obwohl ersich selber nicht darüber klar wurde, warum. Er wollte in diesem Augenblick nur noch, dasssie wieder zu sich kam und sei es, um ihn anzubrüllen. Fast liebevoll schmiegte er sich an sieund flüsterte beruhigend auf sie ein. Er fing an, ihre Schläfe zu küssen, sich an den einzigenStrohhalm klammernd, den er noch hatte. Wie von selbst fand sein Mund den Weg zu ihremLippen und er küsste die Frau, die bei ihm so viele widersprüchliche Gefühle auslöste,zärtlich, fast vorsichtig.Wohlige Dunkelheit umfing Cariannas Geist, sie empfand Wärme und Geborgenheit. Siefühlte sich an ihre Kindheit auf Naboo erinnert, an die Eltern, die ihre Tochter bei beinahejeder sich bietender Gelegenheit in die Arme geschlossen hatten. An die gemeinsamenKuschelabende, wenn der Vater seinen Kindern Abenteuergeschichten erzählt hatte.Dieselbe angenehme Wärme umfing sie nun - und doch war etwas anders. Ihr war nichtganz klar, was es war, aber sie wusste, dass sie dieses Gefühl nicht mehr missen wollte.Langsam erwachte nach den Empfindungen auch ihr Verstand. Jemand küsste sie.Angenehme, warme, weiche Lippen, die nach mehr schmeckten. Sekundenlang erwiderte sie


den Kuss - dann riss sie erschrocken die Augen auf.Im nächsten Moment stieß sie Corran mit einem Wutschrei von sich, nachdem sie ihm eineschallende Ohrfeige verpasst hatte. "Du...!", sie vergrub jegliche Erinnerung an die vorherverspürte Geborgenheit tief in sich und sprang wütend auf. Ihre Augen schossen Blitze aufden Corellianer, der am Boden saß, als wisse er selber nicht, wie ihm geschah."Ich bin also falsch, und ich widere dich an", noch konnte die Naboo ihre Stimmebeherrschen, aber sie merkte bereits, wie das Gebrüll in ihr emporsteigen wollte. "Und wasist das hier? Ist es deine Gewohnheit, deine Fähigkeiten auf diese Weise auszunutzen?", denEinwand des Schmugglers wischte sie mit einer Handbewegung beiseite. "Komm mir nichtmit 'welche Fähigkeiten'!", ihre Stimme überschlug sich beinahe, als sie auf den Tisch wies,der im Boden versunken war. "Was ist das hier? Das kannst du mir nicht mit einemnormalen Wutanfall erklären, Corran! Normale Wutanfälle treiben keine Tische in denFußboden, oder schleudern Menschen durch die Luft!", schwer atmend stemmte sie dieArme in die Seiten."Hör endlich auf, dich selbst anzulügen. Wenn du so weiter machst, wirst du zu einer Gefahrfür alle, die um dich sind!", Carianna gab sich Mühe, sich wieder zu beruhigen, aber esgelang ihr nicht."Und was dein irres Gerede von vorhin angeht - ja, ich habe dich belogen. Glaubst duernsthaft, jemand wie ich stellt sich hin und erzählt jedem dahergelaufenen Schmuggler,dass er zur Allianz gehört? Wusste ich denn, wer du bist? Wusste ich denn, ob ich dirvertrauen kann? Vor allem, nachdem du Geschäfte mit so einem ... Widerling wie Hornmachtest? Waffenschmuggel...", angewidert spuckte sie aus."Was deinen Freund Darren angeht - der kennt mich länger als du mich. Er weiß, woran erbei mir ist. Und er hat es gebilligt, dass ich schweige.", ihre Stimme brach und sie seufzte auf."Verdammt, Corran, es war wirklich nicht mein Wunsch, dich so ins Chaos zu stürzen. Ja, ichwollte dich hier, weil ich glaube, dass du ein guter Verbündeter sein kannst. Aber nicht so,nicht auf diese Art..."Carianna lehnte sich müde an die Wand, ihr Blick suchte den Boden. "Glaubst du, wirwürden noch leben, wenn ich Nar Shadaa programmiert hätte anstelle unserer Basis?", selbstwenn sie wütend war, achtete sie noch darauf, nicht den Namen des Planeten zu erwähnen,"So angeschlagen, wie wir beide waren, hätten wir die Probleme, die der Anflug von NarShadaa mit sich gebracht hätte, nie überlebt..."Immer noch fassungslos saß Corran an der gegenüber liegenden Wand angelehntund betrachtete die Naboo, als ob er sie zum ersten Mal sah. Er wussteselber nicht, was ihn geritten hatte, sie zu küssen und blockierte alle damit verbundenenGefühle. Wieso wusste sie von seiner Machempfänglichkeit? Oder genauer - wieso war siedarüber nicht mehr überrascht, übersehen konnte man es nun nicht mehr.Darauf gab es nur eine Antwort: Darren. Er musste es ihr verraten haben,während er ihm nicht alles über seine Copilotin erzählt hatte. Er wusste,dass der Farmbesitzer immer wieder mit der Rebellion in Kontakt war, aber


dass er so tief drin steckte, dass er es seinem besten Freund nicht malerzählte, wen er sich da eingefangen hatte... Und Helena? Sie musste esnatürlich auch wissen...Wieder stieg kalte Wut in ihm hoch, die sich nun auf seine Freundekonzentrierte. Diese waren aber nicht da, also fixierte er wieder Carianna."Solange dort kein Schmugglerkrieg herrscht, kommt man mit genugGeschwindigkeit sehr wohl noch nach Nar Shadaa! Außerdem hast DU mich jetztin einen Krieg hineingezogen, in den ich nicht verwickelt werden wollte! Bei Leuten wieHorn kann ich das Risiko abschätzen, aber hast du je versucht, mit dem Imperium zuverhandeln?"In seiner Stimme klang tiefe Bitterkeit mit, "Warum hast du mir nichtwenigstens gesagt, was los ist, als wir Tatooine verließen? Du hast dieRolle einfach weitergespielt und meine 'Freunde' zu deinen Statistengemacht!", unsicher stand der Corellianer wieder auf, nach sitzen war ihmeinfach nicht zu Mute, "Und ja, ich habe Machtkräfte, na und? Bis jetzt hatte ich sie ganzprima unter Kontrolle! Sie belästigten mich nicht und ich sie nicht! Dass ich dermaßen dieBeherrschung verliere, ist ganz allein dein Verdienst!"Corran steigerte sich jetzt immer mehr rein, die Bitterkeit wich erneutem Zorn, als langeunterdrückte Emotionen wieder hochkamen, "Was soll ich deiner Meinung nach tun?'Entschuldigung Lord Vader, ich hätte gerne Machtunterricht, damit ich die Tische meinerFreunde nicht kaputt mache?'HÄLST DU MICH FÜR BESCHEUERT?", explodierte wieder Corrans Stimme, "Istdir klar, was die Order 66 für mich bedeutet? Sobald auch nur einer meinenrichtigen Nachnamen erfährt, oder meine Fähigkeiten sieht, hat mein letztesStündlein geschlagen!"Rastlos fuhr sich Corran durch die Haare, als er anfing, auf und ab zu gehen. Die Situationwurde immer verfahrener, "Ihr habt eure Wahl für euch getroffen! Ihr habt freiwillig denKampf gegen das Imperium aufgenommen und werdet von ihm verfolgt! Ich wünsche euchviel Glück dabei!Aber wie meinst du, fühlt es sich an, sein Leben schon am Rande des Gesetzes zu führen unddann auch noch UNfreiwillig einer der meist gesuchtesten Rebellen der Galaxie zu werden.Ich wusste nicht einmal, dass meine Eltern Jedi waren, bis... bis..."Dem Corellianer versagte die Stimme, als die Bilder jener Nacht, in der seine Elternabgeführt wurden, hochkamen. '... bis ich selber die Beweise dafür geliefert habe', führte erden Gedanken weiter fort.Mit dem Rücken zu Carianna stützte Corran sich an der Wand ab. Die Bilderund Schuldgefühle jener Nacht kamen unerbittlich wieder hoch. In seinenAugen entfachten sie ein Feuer der Wut und er fuhr blitzschnell wieder herum, so dass dieNaboo unwillkürlich zurück schritt.


"Wie machst du das? Hat die Macht dich geschickt, um mich zu strafen? Willst du noch mehrmit meinen Gefühlen spielen? Willst noch mehr in mir bohren, schauen, welche Schmerzendu mir noch bereiten kannst?Du hast mir schon alles genommen!", die Erinnerung an seine Eltern triebihm die Tränen in die Augen, "Und nur weil ich nicht in eurer ach so tollenRebellion bin, heißt das noch lange nicht, dass ich ein Mensch zweiter Klasse bin!Ich habe den verachtenden Blick deines Freundes gesehen, als der hierrauskam. Du hast ihm wahrscheinlich erzählt, wie du es geschafft hast, dengutgläubigen Trottel hereinzulegen!", außer sich wandte er sich wieder vonder Frau ab, nur um direkt danach wieder herumzufahren."Und glaube ja nicht, dass ich mich der Macht bedient habe, um dich zumanipulieren! Selbst wenn ich es könnte, würde ich sie ganz bestimmt nicht FÜR DICHnutzen! Die Einzige, die hier jemanden manipuliert, das bist du!Und deswegen glaube ich dir kein Stück, dass es dir leid tut! Weder jetztnoch bei der Landung! Wenn du nicht erfahren hättest, was ich bin, hättest du dich auf demnächsten Planeten abgesetzt, ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, wasmit mir passiert oder dass ich durch dich auf die Fahndungsliste der Imperialen gekommenbin!Ich warne dich, gib es zu, oder du hast den letzten Respekt, den ich vor dir hatte, verloren!"Müde ließ sich die Naboo auf einen Stuhl fallen und barg die Stirn in den Händen. "Nein,damit hast du Recht", gab sie tonlos zu. "Es war so offensichtlich, beim Swoop-Rennen, dassdu machtsensitiv bist... Dein Fahrstil... die Art, wie du dich vom letzten auf den ersten Platzvorgearbeitet hast... diese Manöver konnte nur ein Machtsensitiver fahren. Ich habe so etwasschon gesehen..."Carianna würde nicht bestreiten, dass außerdem Darren sie davon in Kenntnis gesetzt hatte,wenn er sie fragte. Solange er sie aber nicht fragte, würde sie Darren mit keinem Worterwähnen.Sie stand wieder auf, wandte den Blick Corran zu, das Gesicht eine Maske. "Wenn wir nichtdas Problem mit der kaputten Lebenserhaltung gehabt hätten, hätte ich mich vielleichtanders entschieden. Dir zumindest vorher Bescheid gegeben, welchen Kurs ich gesetzthatte… Vielleicht. Ich weiß es nicht. Aber so... Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten...Du warst bewusstlos. Ich wusste nicht, wohin ich mich sonst hätte wenden sollen, welchePlaneten ungefährlich für uns sein würden..."Sich die Schläfen reibend fuhr die Naboo fort, "Und Elliot ist nicht mein Freund. Er ist einGroßkotz, aber er kämpft für die richtige Seite. Er hat bei einem Überfall der Imperialenseine Frau und seine drei Kinder verloren. Für ihn gibt es nur die Allianz...", nun wanderteCarianna durch den Raum, ihre Stimme leise, der Tonfall erschöpft und abgestumpft."Er wollte deine Ladung beschlagnahmen. Um ehrlich zu sein, wir könnten sie gut


gebrauchen.", ein Seitenblick zeigte ihr das immer noch wütende Gesicht des Schmugglers."Ich habe ihm gesagt, er soll die Finger davon lassen. Ja, das habe ich tatsächlich", ihreStimme bekam den üblichen beißenden Unterton, als sie den ungläubigen Blick desCorellianers sah."Unsere Techniker haben die Daten des letzten Hypersprungs aus dem Rechner gelöscht.Das hoffe ich zumindest, sonst mache ich ihnen die Hölle heiß", und dass sie die Befugnisdazu hatte, würde er schon sehen."Wenn du willst, kannst du verschwinden. Ich bitte dich nur um eins", 'als wäre ich in derPosition, ihn um irgendetwas zu bitten', "sprich vorher mit General Rieekan.", mithängenden Schultern und müdem Blick wartete sie auf eine Reaktion.Corran versuchte, seine Wut aufrecht zu erhalten, aber es gelang ihm nicht.Carianna hatte ihm einfach die Luft aus den Segeln genommen mit ihremSchuldeingeständnis und der Möglichkeit, unbescholten wieder abzufliegen."Darren hatte es dir gesagt...", versuchte er sie zu provozieren, aber auchdass der Farmbesitzer ihr von seiner Machtbegabung erzählt hatte, räumte die Naboo ohnegroßes Murren ein.Mit dem Wegfall seiner Wut fühlte der Corellianer sich jetzt ebensoausgelaugt wie Carianna. Kraftlos ließ er sich auf den anderen Stuhl vor demzerschmetterten Tisch fallen und musterte die Frau vor ihm erneut.Trotz ihres Bademantels schien sie leicht zu frösteln, was angesichtsmangelnder Schuhe nicht verwunderlich war. Auch Corran merkte jetzt, dass er immer nochnur das Handtuch um seine Hüfte gewickelt hatte. Unauffälligkontrollierte er dessen Sitz, um sich nicht noch mehr zu entblößen als er es ohnehin schongetan hatte.Auf die sichtlich ermattete Carianna, die im Stillen vor sich hinbrütete und seine Antwortabwartete, konnte er einfach keine Wut mehr aufbringen. Sein Gefühl sagte ihm, dass sie dieWahrheit sagte und dass es ihr ehrlich leid tat. Trotzdem war er irgendwie enttäuscht, dasssie nicht energischer gegen seine Argumente eingegangen war...Corran seufzte und schüttelte den Kopf. Seine Entscheidung war längstgefallen. Plötzlich ging die Tür auf und ein junger Mann blickte leichtverstört, als sein Blick auf den am Boden liegenden Tisch fiel."Glotz nicht so blöd, hol lieber einen Neuen!", maulte er den braunhaarigen, offensichtlichvon der Schule wegrekrutierten Kerl an. Verblüfft über den Befehlston, den der ihmUnbekannte anschlug, entwich ihm ein automatisches "Jawohl, Sir."Der Corellianer grinste ein wenig in sich hinein und beschäftigte sich lieber mit derKleiderauswahl als sich seine Belustigung anmerken zu lassen. "Äh... Commander Issano,ich soll Sie und... Ihren Gast...", dabei blickte er misstrauisch zu Corran, "zu General Rieekanbringen."


"Sagen Sie ihm, dass ich komme.", erwiderte Carianna in einem Tonfall, derihre Müdigkeit nicht verriet. Mit den Rücken zu den Beiden ließ derSchmuggler währenddessen sein Handtuch fallen und stieg in eine bereitliegende schwarze Hose."Und sag ihm, dass ich auch komme und jetzt Abmarsch Kleiner, bevor dir dieAugen wegen meines Hinterns ausfallen.", setzte Corran noch hinzu. Der junge Rebellschloss verunsichert, nach einem Nicken der Naboo, tatsächlich dieTür hinter sich und gingvoraus.Der Corellianer hingegen drehte sich lachend um. Als er Cariannasverwunderten Blick sah, lachte er noch eine Spur lauter auf, "Was soll ichdenn sonst tun?", sprach er in einem leicht resignierenden Tonfall, "Ich bin jetzt ein flüchtigerRebell, der mit Dantooine seinen letzten Zufluchtsort verloren hat. Auch wenn die Sachezwischen uns längst nicht ausgestanden ist, will ich mir anhören, was euer General mir zusagen hat."Spöttisch vor sich hin lachend warf er eine Jacke über die Schulter und ging zur Tür, um derNaboo die Gelegenheit zu geben, sich umzuziehen. Kurz bevor er raus war, drehte er sichnoch einmal ernst zu ihr um. "Mach dir keine falschen Hoffnungen. Auch wenn einklitzekleiner Teil von mir bereit scheint, dir zu glauben, heißt das noch lange nicht, dass ichdir wieder vertraue.Alles was du für mich bis jetzt getan hast war reine Berechnung.", miterhobener Hand bedeutete er ihr, zu schweigen, "Ja, ich empfinde es so. Selbst wenn du nichtdas personifizierte Übel bist, das die Macht mir persönlich auf den Hals gehetzt hat, istpassiert, was passiert ist.Der einzige Grund, warum ich erst einmal hier bleibe ist der, dass ich nicht weiß, wohin ichsonst soll. Da ich dank dir auf der Fahndungsliste des Imperiums immer höher gerutscht bin,ist das hier augenblicklich tatsächlich der sicherste Ort für mich, bis Vader persönlichvorbeikommt und euch hier ausräuchert."Kopfschüttelnd ging er aus der Tür, als er im letzten Moment noch einmalzurückblickte. "Und übrigens, wenn ihr euren Stützpunkt vor Gästen geheimhalten wollt, gewöhnt euren Medidroiden ab, die Leute, die aus dem Bactatank steigen mit'Willkommen auf Hoth' zu begrüßen."So viel, wie in den letzten Stunden daneben gegangen war, wunderte sich Carianna nunnicht mehr über diese Bemerkung des Schmugglers. Außerdem war sie irgendwie viel zuerschöpft, um darauf zu reagieren. Dennoch war diese Aussage nicht vergessen, beiGelegenheit wollte sie einen der Techniker darauf ansprechen.Die Tür schloss sich hinter dem Schmuggler. Carianna gestattete sich ein tiefes Seufzen. Siefragte sich ernsthaft, was dieser Mann an sich hatte, dass sie so emotional auf ihn reagierte.Sie konnte sich nicht erinnern, dass sie sich einmal auf solche Art und Weise mit jemandemgestritten hatte wie mit dem Corellianer. Die Naboo lächelte traurig, erhob sich und trat an


einen der Schränke. Mit sicheren Griffen holte sie eine Rebellenkombination heraus undkleidete sich an.Kurz schloss sie die Augen, atmete tief durch und setzte dann den Gesichtsausdruck auf,den man von ihr gewohnt war. Professionell, unbewegt... kalt. Ein Gesichtsausdruck, der anund für sich zu ihrer zweiten Natur geworden war, ihr aber heute unwahrscheinlich schwerfiel. Aber das würde ihr niemand ansehen, der sie nicht besonders gut kannte. So wie Sian...Die Naboo öffnete die Türe und trat in den benachbarten Raum.--- Medizinische StationErwartungsvoll blickte der Corellianer Carianna an. Er war schon schwergespannt auf das Kommende. Dass er in Wahrheit sich langsam Gedanken überseine Zukunft machte, eigentlich das erste Mal nach dem Tod seiner Eltern,machte ihn umso nervöser, als er an seine verbliebenen Optionen dachte.Ganz zu schweigen von dem Kommentar der Naboo über seine Machtempfänglichkeit. Erwusste nicht, was an der Rebellin dran war, das ihn so maßlos aufregte, aber Fakt war, dasses ganz schön gefährlich werdenkonnte. Corran hatte ein bisschen Angst vor sich selber, als er an denzerstörten Tisch dachte.Er sollte sich eigentlich von Carianna fern halten, aber sein Gefühl rietihm, bei ihr zu bleiben, da er ihr immer noch irgendwo vertraute. Dass erjetzt ihre Motivation kannte, war eigentlich nur ein Grund mehr, sich an sie zu halten.Diesem 'Elliot' hingegen würde er im Leben nicht folgen, auch wenn ihn die Naboo noch soenttäuscht hatte.--- GängeAls sie schweigend durch die Korridore gingen fiel dem Corellianer auf, dass alles ziemlichneu zu sein schien. Überall lagen Arbeitsgeräte herum, um neue Tunnel in das Eis zuschmelzen.Das verwunderte den Schmuggler nicht, schließlich war es erst ein knappeshalbes Jahr her, dass Yavin aufgegeben werden musste. Und eine Station indas ewige Eis Hoths zu brennen war wirklich eine Mammutaufgabe.Energisch schritt die Naboo aus, wie man das von ihr gewohnt war. Niemand, der sie nunsah, hätte geglaubt, dass sie sich noch vor wenigen Minuten lautstark mit dem Mann, derneben ihr ging, gestritten hatte.An einer Gabelung hielt sie kurz inne und nahm dann die linke Abzweigung. Diese gehörtezum ursprünglichen Gangsystem, das in der letzten Zeit immer weitläufiger geworden war.Das Schweigen zwischen ihr und Corran dehnte sich aus und wurde der Naboo inzwischenbeinahe körperlich unangenehm. Sie war daher ausgesprochen erleichtert, als sie endlich dasBesprechungszimmer General Rieekans erreichten. Carianna klopfte, wartete die Erlaubnis


ab und öffnete die Tür.--- BesprechungszimmerDie Naboo zog die Türe fester als notwendig ins Schloss, als sie erkannte, dass nicht nurGeneral Rieekan anwesend war, sondern auch ein erboster Elliot vor diesem stand. "... wasder Commander Ihnen aufgetragen hat, Lamar!", das puterrote Gesicht des untersetztenMannes zeigte genau, was er von den Worten des Generals hielt. Dennoch wagte er ihnennichts entgegenzusetzen. Wütend drehte er sich um und marschierte in Richtung der Türe.Unbewegt blickte Carianna dem Mann nach. Sie konnte sich gut vorstellen, was soeben hierpassiert war. "Mein Befehl?", wandte sie sich mit fragender Stimme an Rieekan. "Er hat ihn inFrage gestellt?"Der grauhaarige, schlanke Mann nickte lächelnd. "Ja, das hat er.", er schritt um seinengroßen, mit Karten und anderem Material beladenen Tisch herum und ging auf die beidenNeuankömmlinge zu.Er reichte Carianna die Hand und drückte sie warm, wobei er seine andere Hand auf die ihrelegte. "Gut, dass Sie zurück sind, Commander!" Dann wandte der General sich demCorellianer zu."Willkommen auf unserer Basis, Mr. Baldur", die Stimme des Älteren war freundlich, hatteaber einen harten Unterton. "Sie haben unsere Männer nicht wenig durcheinandergebrachtmit Ihrem ersten Auftritt.", ein schwaches Lächeln erschien auf seinem Gesicht.Dann wandte sich der Mann wieder an Carianna. "Commander Issano, es kursieren diewildesten Gerüchte in der Basis, seitdem sie diesen ... Mann hergebracht haben. Was istpassiert, nachdem Tifflor Sie auf Tatooine zurückgelassen hat?"Die Naboo begann, zu berichten.--- Besprechungszimmer, einige Zeit später"... also blieb mir nichts anderes übrig, als den Rechner mit den Daten der Basis zu füttern,General", schloss die Pilotin ihren Bericht. Ziemlich gründlich hatte sie wiedergegeben, wassich in den letzten Tagen ereignet hatte. Sie hatte wahrheitsgemäß berichtet, aber sich sehrbemüht, nur die harten Kernfakten zu nennen.Über die Flucht von Tatooine, über Abra Modd, über die Maneras und ihre nach wie vorbestehende Sympathie gegenüber der Allianz. Das Rennen hatte sie nur am Rande gestreift,dafür jedoch die Tatsache herausgestellt, dass Corran es geschafft hatte, sie aus den Fängender Imperialen zu retten.Sie sprach nicht explizit von seiner Machtsensitivität, aber sie berichtete von seinenaußergewöhnlichen Fähigkeiten auf dem Swoop und am Steuer seines Frachters. "Sir, ohneübertreiben zu wollen - einen solchen Piloten können wir gut gebrauchen.", der General


lickte skeptisch in Richtung des Schmugglers, der müde in seinem Sessel saß und gerade sogar nicht draufgängerisch dreinsah.Trotzdem hatte der General keinen Zweifel an den Aussagen Cariannas über den Wagemutdes vor ihm sitzenden Schmugglers. Aus der Sicht der Allianz war so ein Mann Gold wert:eigenes Schiff, viele Schmuggelkontakte und darüber hinaus scheinbar auch noch einexzellenter Pilot. Seit der Zerstörung des Todessterns war es die Philosophie der Allianz,dass ein Mann den Unterschied ausmachen konnte. Und er konnte einer dieser besonderenMenschen sein.Auch wenn Baldur der Naboo wiederholt geholfen und sie sogar aus den Fängen derImperialen gerettet hatte, war das offensichtlich aus persönlichen Gründen motiviertgewesen. Von Cariannas Verbindung zur Rebellion hatte er schlussendlich erst hier erfahren,also durfte er nicht von einer jungenhaften Begeisterung für ihre Sache ausgehen. Und so,wie der Schmuggler sich hundemüde auf dem Stuhl fläzte, war es offensichtlich, dass erentweder nur respektlos oder so abgebrüht war, dass ihm seine neue Situation nichtbeeindruckte. Wahrscheinlich war es eine Mischung aus beiden."Zuerst einmal möchte ich mich, auch im Namen der Allianz, bei Ihnen für die RettungCommander Issanos danken, Mr. Baldur. Sie haben uns vor einem großen Verlust bewahrtund uns zudem durch ihre Taten wertvolle Informationen geliefert.", bedankte sich Rieekanfreundlich. Der Corellianer hingegen setzte sich nur ein wenig gerader hin und winkte ab,als ob ihm das nicht einen Banthamist interessieren würde. Ohne hinzugucken wusste er,dass Carianna ihn sicherlich mit ihren Blicken durchbohren würde für seine fast respektloseGeste."Ihnen ist genauso klar wie mir, dass es dabei nicht um die Rebellion ging. Ich finde IhreSache nach wie vor bewundernswert, aber wenn es irgendwie in meiner Hand gelegen hätte,wäre ich nicht bei Ihnen in Ihrer hübschen Basis. Daher bleibt für mich nur noch zu fragen,was Sie mir bieten...", abschätzend blickte er dabei von Carianna zu Rieekan, "Ich habe einevolle Ladung Erz und fünfzig hoch effiziente mandalorianische Gewehre, bei denen icherfreut feststelle, dass Sie mir diese nicht einfach so abnehmen wollen. Also hat die Wareeinen Preis."Corran war sicher, dass man den General vor ihm nicht so einfach verunsichern konnte, aberzumindest schien er sich über die Richtung des Gesprächs zu wundern. "Da haben Siedurchaus Recht, Mr. Baldur, aber bedenken Sie: Sie haben keine andere Wahl, als mir IhreWare anzubieten.", ein Lächeln umspielte die Lippen des Generals, "Durch die ganzenVerwicklungen und Ihren Aufenthalt hier werden Sie ihre Ware sicherlich nicht rechtzeitigan den Mann bringen können. Das wiederum setzt Sie in gewissen Kreisen ebenfalls auf dieFahndungsliste.Ganz zu schweigen davon, dass Ihnen das Reisen durch imperialen Raum bedeutendschwieriger fallen würde als noch vor einer Woche.", schloss Rieekan seine Argumente. Siewaren ohne Bosheit oder Schadenfreude ausgesprochen, sondern einfach nur nüchterne,sachliche Verhandlungsargumente. Der Corellianer bewunderte insgeheim denRebellenkommandanten für sein Geschick, die Schwachstelle in Corrans Argumentationsofort zu durchschauen. Dass dieser mit seinen Vermutungen auch noch direkt ins Schwarze


traf versuchte sich der Schmuggler aber trotzdem nicht anmerken zu lassen. Stattdessen ginger in den Gegenangriff über."Sicherlich, das drückt den Preis, aber ich habe kein Eis auf Tatooine geladen, meine Warenhalten sich. Was dem Preis wieder in die Höhe treibt, ist, dass ich weitreichende Kontaktehabe und dass Sie hier unten Versorgungsprobleme haben, ist mehr als nur eine Vermutung.Dieser Stützpunkt ist im Bau und Sie fragen sich sicherlich, wo Sie Bergbaumaterialien undvor allem warme Kleidung für die ganze Rebellion herbekommen, oder?"Nun war Rieekan verblüfft. Er war sich sicher, dass Carianna und auch sonst niemand offenvon ihren Versorgungsproblemen geredet hatte, daher blieb nur der Schluss, dass derCorellianer messerscharf kombiniert hatte. Trotzdem ließ er sich nicht davon beirren. "Damögen Sie Recht haben, Mr. Baldur.", antwortete er diesem. Es war zwar angenehm, einenwachen Geist vor sich zu haben, aber leider hatte er zu wenig Zeit, um sich dem Spielchenweiter hinzugeben. "Um die Sache abzukürzen: Wir sind nicht das Imperium und deswegenwerden wir Sie auch nicht enteignen.Sie haben uns jetzt schon gute Dienste, wenn auch unwissentlich, geleistet. Alleine dieTatsache, dass Commander Issano sich persönlich für Sie ausspricht ist mehr wert, als Sievielleicht glauben. Wir würden es begrüßen, Sie in unsere Reihen aufzunehmen, nicht nurwegen Ihrer Ladung, sondern vor allem wegen Ihrer Fertigkeiten. Das Geringste, was wirIhnen anbieten können, ist Schutz vor dem Imperium und Ihren anderen Verfolgern, die sichdurch Ihren Einsatz für uns ergeben könnten oder haben. Auf der anderen Seite sind Sie sichsicher bewusst, dass Credits, neben vielen anderen Sachen, nichts ist, mit dem wir um unsschmeißen wollen oder können.Die Frage ist, was wollen Sie haben, was wir Ihnen bieten können?"Corran setzte sein bestes Sabacc-Gesicht auf und schwieg erst einmal. Zum einen, um zuzeigen, dass es schwierig war etwas zu finden, was ihn reizte, zum anderen, weil estatsächlich der Fall war. Er konnte weder etwas Materielles noch eine Eskorte nach NarShadaa erwarten, um seine Ware doch noch abzuliefern, das war klar.Der Corellianer runzelte die Stirn und blickte zur Carianna rüber, die wiederum ihngespannt anschaute. Mit einem Grinsen auf seinem Gesicht wandte sich der Schmugglerwieder Rieekan zu und zeigte mit seinem Finger auf die Naboo."Ich will sie!"Der leidenschaftliche Swoop-Pilot beglückwünschte sich dazu, die Selbstbeherrschung desGenerals ein wenig ins Schwanken gebracht zu haben. Ein kurzer, ungläubiger Schattenwanderte über sein Gesicht, bevor er sich wieder fing und seine Verhandlungsmieneaufsetzte.Beide Männer ignorierten das überraschte "WAS?" Cariannas, als Corran schon grinsendseine Hände hob, um die absichtlich hervorgerufenen Wellen wieder zu glätten. Ein altesHändlersprichwort war 'Je mehr du deinen Verhandlungspartner ins Wanken bringst, umsomehr wird er bereit sein, dir zu geben, um ins Gleichgewicht zu kommen.'


So ein billiger Trick würde bei Rieekan zwar nicht funktionieren, aber eine kleineGenugtuung war es allemal. "Bitte missverstehen Sie mich nicht.", und alle wussten, dass ergerade das beabsichtigt hatte, "Ich meine damit nur, dass ich Commander Issano zugeteiltwerden will. Ich werde hier wohl kaum ein Kommando bekommen, aber ich will vonkeinem Fanatiker wie Lamar Befehle entgegen nehmen müssen. Und kommen Sie mir nichtmit der 'Er meint es nur gut' Nummer.Der Imperiale Palast wurde auch auf guten Vorsätzen gebaut.", die Erwähnung diesesSprichworts war ein Tiefschlag, aber hier ging es darum, die Spielregeln festzulegen. Erwollte soviel Kontrolle wie möglich über sich behalten und nicht als namenloses Opfer derRebellion in die Geschichte eingehen.Sich selber Carianna zuzuteilen fiel ihm nicht leicht, aber wenigstens kannte er jetzt ihreMotive und sein Gefühl riet ihm irrigerweise immer noch dazu, ihr zu vertrauen. "Außerdembleibe ich der Captain der Stardust und werde keinem Selbstmordkommando folgen. Wennich mit egal wem auch immer unterwegs bin und er mir befiehlt, ich soll in ein SchwarzesLoch fliegen, werde ich das nicht tun!", fuhr er mit seinen Bedingungen fort."Und zu guter Letzt - lassen Sie die Maneras zufrieden! Es sind gute Menschen und siehaben verdammt viel auf sich genommen, Carianna zu schützen, OBWOHL sie imGegensatz zu mir wussten, wer sie war. Ich werde Ihnen helfen, vielleicht habe ich auchnicht viele Optionen, aber das sind meine Bedingungen."Schroff stand er auf, unter den Blicken der Anwesenden. "Das ist mein Preis und er ist nichtsim Vergleich zu dem, was Sie allein an Waren in meinem Schiff bekommen werden.Außerdem behalte ich mir vor, die Rebellion zu verlassen, wann immer ich es will."Erregt war Carianna aufgesprungen und hatte begonnen, im Raum auf und ab zumarschieren, so lange Corran seine Bedingungen aufzählte. Dieser völlig durchgedrehteSchmuggler war einfach nicht zu verstehen. Erst warf er ihr Dinge wie "du widerst mich an"an den Kopf - und dann forderte er, ihr zugeteilt zu werden.Gut, sie konnte zumindest nachvollziehen, dass die Vorstellung, mit Elliot Lamarzusammenarbeiten zu müssen, Ablehnung in ihm weckte. Ein schnaubendes Lachen entfuhrihr, als ihr klar wurde, dass es Elliot nicht anders gehen würde, sollte er gezwungen sein, mitdem 'Spinner' zusammenzuarbeiten, für den er den Corellianer hielt.Ernst blickte Corran kurz in die Augen Rieekans, die ihn unergründlich musterten. DerCorellianer drehte sich um und schritt zur Tür. "Sie können sich ruhig beraten, ich hole mireinen Kaffee.", mit diesen nichtssagenden Worten verschwand der Corellianer aus demRaum.

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