Saarland - Sparkassenverband Saar

svsaar.de

Saarland - Sparkassenverband Saar

sFinanzgruppeSparkassenverband SaarsTourismusbarometer SaarlandJahresbericht 2013


Jahresbericht20131


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013BeiratPeterAdamSparkasseMerzig-WadernDr.Christian MolilitorSparkassenverband SaarProf.Dr. MathiasFeigedwif-Consulting GmbHDr.Anselm RömerMinisteriumfür Wirtschaft,Arbeit, Energieund VerkehrKarstenHeinstenHeinsohndwif-Consulting GmbHDaniela Schlegel-FriedrichrichLandkreisMerzig-Wadern,LandrätinBirgitGrauvogelTourismusZentraleSaarland GmbHDr. Rainer SchryenMinisteriumfür Wirtschaft,Arbeit, Energieund VerkehrHildeLauerMinisteriumfür Wirtschaft,Arbeit, Energieund VerkehrLeanderWapplerIndustrie- und HandelskammerdesSaarlandesGudrun PinkDEHOGA Saarland,Präsidentin2


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Vorwort:Sparkassen-Tourismusbarometer 2013Seit dem Jahr 2005 wird das Sparkassen-Tourismusbarometer Saarland jährlicherstellt, umdie regionale Tourismuspolitik und die indieser Branche tätigenLeistungsanbieter zu unterstützen. Neben der Darstellung und Analyse deraktuellen wirtschaftlichen Entwicklung der Branche auf nationaler und regionalerEbene geschieht dies durch die wissenschaftliche Aufarbeitung einesSchwerpunktthemas.Im vorliegenden Bericht liegt der Fokus auf dem „Geschäftstourismus“. Ein erheblicherTeil der Besuche imSaarland ist geschäftlich motiviert –und dies istFranzJosef Schumann keineschlechte Nachrichtfür unsereRegion. Natürlich denktman beiTourismuszunächst andie Menschen, die sich privat dafür entscheiden, eine Gegend zuPräsidentbesuchen. Ich weiß aber nicht zuletzt aus eigener Erfahrung, dass Besucher, dieSparkassenverband Saar aus geschäftlichen Gründen ins Saarland kommen, oft genug positiv überraschtwerden:von derSchönheit derLandschaft, vonder Offenheitder Menschen,vontouristischenHighlights, vonder Qualität derGastronomie. DasSaarlanddarfhieralsoselbstbewusst auftreten.Wirhaben viel zu bieten! Werdieseinmalerfahrenhat,der kommt gernewieder, beruflichund privat.Es ist deshalb nachvollziehbar, dass die Tourismus-Strategie der Landesregierung dem Geschäftstourismuseine wichtige Rolle zuweist. Imvorliegenden Bericht findet sich eine ganze Reihe von konkreten VorschlägenundHinweisen, wie die Potenziale des Geschäftstourismus zukünftig noch stärker gehoben werden können. Ichbinsicher,dass damiteinegutefachliche Basisfür dienotwendigen Diskussionen gelegt ist.Allgemein ist die Stimmung in der regionalen Tourismusbranche –ausweislich des Tourismusklimaindex Saarland–durchaus positiv. Dies mag auch damit zutun haben, dass im laufenden Jahr mit dem Center Parc Bostalseeein touristischer Leuchtturm seinePforten geöffnet hat. Finanziert wurde dieses gewaltige Projekt durchInstitute der Sparkassen-Finanzgruppe: Die SaarLB, die saarländischen Sparkassen und vier Sparkassen ausRheinland-Pfalzhaben gemeinsamdie notwendigenMittelzur Verfügunggestellt.Sie habendamit einmal mehrihrEngagementfür dieregionale Wirtschaft im Allgemeinenund denTourismus im Besonderen bewiesen.Ichhoffe, dass das Sparkassen-Tourismusbarometer Saarland allenHandelnden imTourismus neue Erkenntnisseund Ideen für Ihre eigenen Aufgaben liefert und damit dazu beiträgt, die Wettbewerbsfähigkeit der Branchezu stärkenund dasInteresse am ReisezielSaarland zu stärken.Saarbrücken, November20133


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Vorwort:Sparkassen-Tourismusbarometer 2013Bereits seit neun Jahren begleitet und bewertet das Sparkassen-Tourismusbarometerdie touristische Entwicklung in unserem Land und ist wertvoller Ratgebersowohl für die touristischen Betriebe, die Touristiker inden LandkreisenundKommunensowiefür diepolitischen Entscheidungsträger.HeikoMaasNach dem Vertragsende indiesem Jahr mit der Verfasserin der Studie, der dwif-Consulting, hat sich der Vorstand des Sparkassenverbandes Saar einstimmigdafür ausgesprochen, das Barometer auch in den Jahren 2014 bis 2016 miterheblichen Mitteln finanziell zuunterstützen. Hierfür möchte ich mich ausdrücklich,auch im Namender Touristikerdes Saarlandes,bedanken.Minister fürWirtschaft,Arbeit, Energieund VerkehrdesLandesSaarlandDie touristische Entwicklung des Saarlandes, die imvorliegenden Sparkassen-Tourismusbarometer für das Jahr 2012 beleuchtet wird, zeigt Licht und Schatten.Nach zwei überaus erfolgreichen Vorjahren profitierte das Saarland nichtvon dem allgemeinen Aufschwung in der deutschlandweiten Incoming-Nachfrageund musste miteinem leichten Rückgangvon minus 1,9Prozent gegenüberdem Vorjahr abschließen. Hingegen sind die Veränderungsraten für den Zeitraum Januar bis August2013 wieder positiv: Hier kann das Saarland Zuwächse von 6,5 Prozent bei den Übernachtungen inBeherbergungsbetriebenverzeichnen und liegt damit für diesen Zeitraum deutlich über dem Bundesschnitt von rundeinem Prozent Zuwachs. Dabei ist zu beachten, dass sich indieser Statistik die Zahl der Gäste des Ferienparksam Bostalsee bereits positiv niederschlagen. Der Center Parc Bostalsee eröffnete imJuli 2013 und ist sehrerfolgreich mit ausgebuchten Ferienhäusern inden ersten Wochen gestartet. Wir können also zuversichtlichdenErgebnissen deslaufenden Jahres 2013 entgegenblicken!Im Fokus des diesjährigen Branchenthemas standdie Bewertungdes Geschäftsreisetourismus imSaarland.DasBarometer konnte hier wieder eine Lücke schließen, die von der amtlichen Statistik nicht untersucht wird. Dereindrucksvolle Anteil der Übernachtungs- und Tagesgeschäftsreisenden amgesamten Gästeaufkommen machtdeutlich, dass die konzentrierte Marktbearbeitung in diesem Bereich eine wichtige Zukunftsaufgabe für dieBrancheist.DasSparkassen-Tourismusbarometerzeigt uns imvorliegendenBericht wieder sachkundig undfundiert, wo wirim Vergleich mit den Mitbewerbern imTourismus stehen. Es zeigt unsere Stärken, gibt uns aber auch Signalefür Bereiche, in denen wir nachjustieren müssen. Diese Chance müssen wir nutzen, um den TourismusstandortSaarland gemeinsamweiterhin positiv entwickeln zu können.Saarbrücken, November20134


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Managementent SummaryDERSAARLAND-TOURISMUS IM WETTBEWETTBEWERBReiselandDeutschlandliegtweiterimTrendIm vergangenenJahrbrach dieTourismusbranche buchstäblich alle Rekorde. Weltweitwurdenzum ersten Malinder Geschichte des Reiseverkehrs mehr als 1Milliarde internationale Ankünfte gezählt. Allerdings flachte dasNachfragewachstum nach den überaus erfolgreichen Vorjahren etwas ab. Das Reiseland Deutschland bauteseine Spitzenposition inEuropa weiter aus; und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tourismusbranchedeutet weiteres Potenzial an. Auch im Saarland sind die touristischen Akteure von ihren Marktchancen überzeugt.Der Tourismusklimaindex imSaarland liegt auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Auffallend ist diegenerell positivere Grundeinstellungder saarländischen TouristikerimVergleich zu anderenBundesländern.Incocoming-Nachfragebremst dieDynamikimSaarlandFast alle Bundesländer erreichten 2012 neue Bestwerte. Nach zwei überaus erfolgreichen Vorjahren profitiertedas Saarland allerdings nicht von dem allgemeinen Aufschwung. Die Bilanz in den Landkreisen fiel durchwachsenaus: Hohen Zuwächsen inden nördlichen stehen teils erhebliche Verluste inden südlichen Landkreisengegenüber. Während die Incoming-Nachfrage deutschlandweit als Wachstumsmotor fungierte, brach sie imSaarland ein. Stabilisierend wirkte hingegen der Inlandsmarkt, der die Verluste zumindest teilweise auffangenkonnte. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung von Kurzreisen stetig zu. Auch wenn das Saarland mit recht langenAufenthalten punktenkann, sollte auch dieser Trendmarkt künftigstärker bedientwerden.Destinatinationstypen:Städte-undte-und Seen sind beiden GästengefragtNeu imdiesjährigen Tourismusbarometer ist ein Vergleich der Destinationstypen. Ergibt Aufschluss über GewinnerundVerlierer im Deutschland-Tourismus und bietet damitOrientierung und bundesweiteBenchmarks fürdie Akteure in den Regionen vor Ort. Das Erfolgsranking zeigt: Städte und Seenregionen boomen und wachsendynamischer als der Gesamtmarkt. Aber selbst die Küsten sind keine Selbstläufer mehr und haben zudem unterdenWitterungsbedingungen dervergangenen Sommergelitten.Und auch dieWeinregionen, diezwarlangfristigauf Erfolgskurs sind, verzeichneten 2012 teils deutliche Verluste. Die Mittelgebirge hingegen scheinen ihreTalsohle endgültigdurchschrittenzuhaben.Angebotsenbotsentwicklung:Marktbereinigung imSaarlandhältlt anSeit Jahren ist inDeutschland die Dynamik der Angebotskapazitäten geringer, als esdie Nachfragezuwächse erlaubenwürden. Auch 2012 verlor der Ausbau imbundesweiten Beherbergungsgewerbe anFahrt, die Zahl derBetriebe ging sogar leicht zurück. Im Saarland setzte sich parallel dazu die anhaltende Marktbereinigung fort.2011 war folglich vorerst nur ein positives Ausnahmejahr. Auffällig sind jedoch die starken regionalen Unterschiede:Fast alle Angebotsrückgänge sind auf die Region um Saarbrücken zurückzuführen, andernorts wurdendie Kapazitäten nur geringfügig reduziert. Dennoch profitierten die Auslastungswerte nicht von der verhaltenenAngebotsentwicklung, da die Nachfragerückgänge im Saarland höher ausfielen: Entgegen dem positivenDeutschlandtrend sank dieBelegungsrate derKapazitäten.Betriebstypen:HotelleriemitPotenzial,FerienunterkünfteaufgutemWegDas volumenmäßig bedeutendste Segment im Saarland ist die Hotellerie. Während sie bundesweit zu denWachstumstreibern gehört, profitierten die saarländischen Betriebe weit weniger von dieser Entwicklung. EinzelneErfolgsjahre wechseln sich in schneller Folge mit Nachfrageeinbrüchen ab. Als einzige Betriebstypen5


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013schlossen die Ferienwohnungen/-häuser sowie die Kliniken und Schulungsheime das vergangene Jahr mit einemPlus ab. Sie erzielten sogar überdurchschnittliche Zuwächse. Campingplätze und Jugendherbergen hingegenmussten nach positiven Vorjahren erstmals wieder Verluste hinnehmen. Bei vielen Betriebstypen zeigensich mittelfristig auch strukturelle Probleme: Kleinteilige Strukturen und eine zum Teil geringe Auslastung machenden Hotels, Pensionen und Gasthöfen, aber auch den Campingplätzen zuschaffen. Bei letzteren kommtzudemder Faktor Wetterhinzu,der dieEntwicklung immerwiedermaßgeblich beeinflusst.GASTGEWERBEUNDFREIZEITWIRTSCHAFT IM SAARLANDBetriebswitriebswirtschaftlicheSituation:Saarländisches Gastgewerbes verbessebessert sichNach einem guten Jahr 2011 kühlte sich die Umsatzentwicklung 2012 im deutschen Gastgewerbe etwas ab.Auch das Saarland war von Umsatzrückgängen betroffen. Auf die Beschäftigung hatte diese Entwicklung abernoch keinenegativen Auswirkungen. Auch hier bestätigtsich: DerMarktbereinigungsprozess dessaarländischenGastgewerbes ist trotz rückläufiger Insolvenzen noch nicht abgeschlossen. Positiv: Die Senkung der Mehrwertsteuerauf Beherbergungsleistungen führte zueiner höheren Investitionsbereitschaft und steigenden Investitionsquoten.Das Investitionsvolumen liegt imSaarland sogar über den Abschreibungswerten, weshalb von einerVerringerung des Investitionsstaus und einer zukünftig steigenden Wettbewerbsfähigkeit auszugehen ist. Alleinaus Eigenmitteln ist dieser Wachstumskurs kaum zu finanzieren. Fremdkapitalgebern bietet das saarländischeGastgewerbe eine relativ solide Eigenkapitalbasis. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht zeigt sich im Beherbergungsgewerbesomit eine erfreuliche Entwicklung. Von 2006 auf 2011 stiegen bei allen Betriebstypen im SaarlanddieGewinnmarge unddie Innenfinanzierungskraft.QualitätdelitätderBetriebe:Saarlandauf gutemWegDie Qualitätsorientierung im Tourismus wird immer wichtiger. Als ausbaufähig erweist sich allerdings die Bekanntheitund Durchdringung der einzelnen Label. Eine stärkere Verzahnung und Erhöhung der Transparenz istoffenbar notwendig. Bei der Klassifizierung von Unterkünften hat das Saarland in den vergangenen Jahren aufgeholt.Die Marktabdeckung bei den Hotels mit „Stern“ liegt mittlerweile bei fast 50Prozent, und in puncto G-Klassifizierung ist das Land bundesweit führend. Auch Ferienwohnungen und -häuser konnten zunehmend fürdie Teilnahme an einer Klassifizierung gewonnen werden –entgegen dem rückläufigen Deutschlandtrend. Ausbaupotenzialbesteht vor allem bei den höherwertigen Unterkünften im 4- und 5-Sterne-Segment. Gute Positionenerzielt das Saarland auch bei den Themenlabeln, sowohl im Rad- als auch imWandertourismus. Bei der Servicequalitätist die Ausgangslage ambivalent: Während es landesweit kaum Touristinformationen mit zertifizierterQualitätgibt,kann sich dasErgebnis bei denTeilnehmern derServiceQ-Initiativesehenlassen.Freizeitwirtschaft:SehrunterschiedlicheEntwicklung derAngebotsrAngebotstypentypenDie Besucherzahlen der touristischen Wetterstationen im Saarland fielen 2012 etwas höher aus als im Vorjahr.Die deutlichen Zuwächse der Freizeitparks/-zentren hatten einen starken Einfluss auf das Gesamtergebnis. Beivielen weiteren Angebotstypen rutschte die Bilanz hingegen in die Minuszone. Ein Blick auf die langfristige Entwicklungder saarländischen Freizeitwirtschaft zeigt nach dem leichten Abwärtstrend der letzten zwei Jahrewieder eine leichte Erholung. Doch obwohl sich das Saarland 2012 besser schlug als die meisten anderen Bundesländer,reichteesbeim langfristigen Vergleich nurfür einenPlatz im Mittelfeld. Auch in derFreizeitwirtschaftsind unterschiedliche Entwicklungspfade bei den Destinationstypen abzulesen. In den Städten entwickelte sichdie Nachfrage am besten. Investitionen und Innovationen spielten hierbei eine wichtige Rolle. Eine stabilereNachfrageder Einheimischenund derNachfrageboom beim Städtetourismustragenihren Teil dazu bei.6


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013BRANCHENTHEMA2013:GESCHÄFTSTOURISMUS IM SAARLANDFokus undLeitfragenEin wesentliches Herzstück der 2009 veröffentlichten „Tourismusstrategie Saarland 2015 –Gemeinsam vomGeheimtipp zum erfolgreichen Reiseziel“ ist die Herausarbeitung der Themen, mit denen das Saarland künftignachhaltig Profil gewinnen und sich von den deutschen Wettbewerbern abgrenzen kann. Neben dem Kultur-/Städte- und dem Aktivtourismus wurde der promotable Geschäftstourismus (Tagungen, Seminare, Kongresseund Messen) als Leitthema für die Vermarktung festgelegt. ImRahmen des Branchenthemas „GeschäftstourismusimSaarland“ liegtder Fokus auf den aktuellenEntwicklungen undTrends indiesem Bereich in Deutschland,der Bedeutung des Segmentes für das Saarland, den Aktivitäten zur Bearbeitung dieses Marktsegmentes vonden Betrieben und touristischen Organisationen im Saarland sowie daraus resultierenden Handlungsempfehlungen.Zielstellung ist es, die Akteure für die Bedeutung und die Herausforderungen indiesem Segment zusensibilisierenund praxisorientierte Empfehlungen für dieTourismusbranche abzuleiten.Volulumenund Wirtsrtschaftskraftdes Geschäftstourismus in DeutschlandUm valide Aussagen zur Bedeutung und zur Quantität des Geschäftstourismus in Deutschland und der Deutschenmachen zukönnen, muss auf eine Reihe unterschiedlicher Studien zurückgegriffen werden. Derzeit bildetkeine vorliegende Untersuchung den Markt für Deutschland komplett ab: Deutsche Geschäftsreisende habendemnach imJahr 2012 166,3 Millionen Geschäftsreisen ins In- und Ausland durchgeführt. Darüber hinaus istbekannt, dass 2012 rund 12,5 Millionen beruflich motivierte Reisen aus Europa nach Deutschland registriertwurden und von rund 600 Millionen Tagesgeschäftsreisen der Deutschen in das In- und Ausland ausgegangenwerden kann. Mit Konsumausgaben in Höhe von 57,2 Milliarden Euro ist derGeschäftstourismus inDeutschlandwirtschaftlich einbedeutenderFaktor.Innovationen undTrends imGesmGeschäftstourismusDie Bedeutung sogenannter „Green-Meetings“ ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Konzepte fürumwelt- und klimafreundliche sowie energieeffiziente Events und das Umsetzen eigener Nachhaltigkeitsstrategienstehen auf Seiten der Unternehmen und der Veranstaltungswirtschaft hoch im Kurs. Führende TagungsundKongressstandorte setzen sich intensiv mit ihrer Energie- und Umweltbilanz auseinander, um sie stetig zuverbessern. Anbieter müssen sich diesen Anforderungen stellen, umamMarkt weiterhin eine reelle Chance zuhaben. Die Einhaltung spezieller Regeln („Compliance“) wird für immer mehr Firmen und damit auch die Veranstalterzur Pflicht. Verfügt ein Unternehmen über eine Compliance-Struktur, muss diese unbedingt berücksichtigtwerden. Für die Veranstaltungslocations und die Beherbergungsbetriebe bedeutet dies, künftig entsprechendcompliancegeschulte Mitarbeiter ausbilden zumüssen, die Programmabläufe regelkonform zusammenstellen.Auch werden Veranstaltungen interaktiver, vor allem aber kommunikationsintensiver. Das persönlicheErlebnis des Teilnehmers rückt in den Vordergrund, was bei der Gestaltung von Rahmenprogrammen immerstärkere Beachtungfindenmuss. Kreative Ideen, optimalerKenntnisstandüberdie vorhandenAngeboteund dieVernetzung der Akteure in der Region sind Voraussetzungen für die Entwicklung reizvoller Rahmenangeboteunddie Verbesserung der„sekundären Standortfaktoren“für diePositionierungals Veranstaltungsregion.Bedeutung desGeschäftstourismus fürdas SaarlandDieamtlicheStatistik erfasstzwardie Zahl derÜbernachtungen in denBeherbergungsbetrieben mit mindestenszehn Schlafgelegenheiten, nicht jedoch das Motiv der Gäste (privat/geschäftlich). Exklusive Hochrechnungen imRahmen des Sparkassen-Tourismusbarometers Saarland liefern beeindruckende Zahlen für den Geschäftstourismusim Land: Inden Hotels, Gasthöfen, Pensionen, Schulungsheimen und Jugendherbergen werden jährlich7


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013rund 950.000 geschäftlich motivierte Übernachtungen generiert. Etwa 60Prozent dieser Übernachtungen sinddemnicht-promotablen Bereich zuzuordnen (klassische Geschäftsreisen).Die ansässigen Unternehmen imSaarlandbeziehungsweise deren bestehende Geschäftsbeziehungen sorgen demnach für rund 580.000 Übernachtungenin den genannten Unterkunftskategorien. Durch Seminar-, Tagungs-, Kongress-, und Messegäste erfolgen370.000 Übernachtungen. Zudem ist rund jede fünfte Tagesreise der Deutschen ins Saarland geschäftlichmotiviert.Diesentspricht7,0 Millionen Tagesreisen.Stärkenund Schwächwächenchen desGeschäftstouchäftstourismus-Standortesrtes SaaaarlandUm sich professionell amMarkt zu positionieren, ist esfür Veranstaltungslocations und Beherbergungsbetriebegleichermaßen von Bedeutung, die Bedürfnisse der Nachfrage genau zukennen und entsprechende Angebotevorzuhalten. Ausschlaggebend für die Wahl des Veranstaltungsortes ist insbesondere das Preis-/Leistungsverhältnis,gefolgt von der Verkehrsanbindung. Das Vorhandensein moderner Veranstaltungstechnik ist ebensowichtig, wie die Betreuung durch einen zentralen Ansprechpartner. Die Eignung des Saarlandes als Geschäftstourismus-Standortwird von den Akteuren im Rahmen einer Online-Befragung invielen Aspekten nur durchschnittlicheingestuft. Die Mehrzahl der Veranstaltungslocations imSaarland verfügt über vergleichsweise geringeRaum- und Sitzplatzkapazitäten. Die Tagungs-/Veranstaltungskapazitäten der Beherbergungsbetriebesind ebenfalls eher begrenzt. Insbesondere das Image als Geschäftstourismus-Standort, das Vorhandensein vonnachfragegerechter Tagungs- und Kongressinfrastruktur, die Vermarktung als Tagungs-, Kongressstandortsowie die Eignung als Messestandort erhalten nur durchschnittliche Bewertungen. Offizielle QualitätszertifizierungenvonTagungsräumlichkeiten in Hotels sowievon LocationssindimSaarland kaum einThema.Aktuelle Marktbearbeitung imSmSaarlandIm Bereich des (promotablen) Geschäftstourismus hat auf der Landesebene bislang keine kontinuierliche Bearbeitungund strategische Ausrichtung stattgefunden. Die Einrichtung eines Convention-Bureaus für das gesamteSaarland ist als Masterprojekt inder Tourismusstrategie Saarland 2015 definiert, eine Umsetzung der Plänekonnte trotzdes Engagements des Landes bisher nicht realisiert werden. Aus Sicht der Akteure (Veranstaltungslocationsund Beherbergungsbetriebe) fällt das Votum für eine landesweite Koordination des GeschäftstourismusimSaarland derzeit noch verhalten aus. Dies kann einerseits damit zusammenhängen, dass die Vorteile fürjeden einzelnen noch nicht klar, oder aber die Ansprüche des Marktes noch zu wenig bekannt sind. Fest steht,dass das Spektrum der Marketingmöglichkeiten seitens der Veranstaltungslocations und Beherbergungsbetriebenmit eigenen Tagungskapazitäten nur zum Teil ausgeschöpft wird und hier noch Potenziale für das Saarlandbestehen.Handlungsempfehlungen fürden Geschäftstourismus imSaarlandAus den Analysen zur Bedeutung des Geschäftstourismus für das Saarland leitet sich ein umfangreicher Maßnahmenkatalogab. Diesen gilt esimHinblick auf die Umsetzbarkeit zuprüfen und mit regionalen Schwerpunktenzuversehen.Einen wichtigen Handlungsrahmen (mit Fokus aufden promotablenGeschäftstourismus) bildetdie Tourismusstrategie Saarland 2015, die bereits eine konkrete Zielvorstellung sowie Masterprojekte definiert.Das Sparkassen-Tourismusbarometer benennt inErgänzung dazu Maßnahmen zur Koordination und Vermarktungfür dieLandes-,Regional- undAnbieterebene sowieHandlungsempfehlungen fürdie relevanten Infrastruktureinrichtungen(Veranstaltungslocationsund Beherbergungsgewerbe).8


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20134 Aktuelle Marktbearbeitung imSaarland...................................................................................................................................................................101...1014.1 Marketingaktivitätender Veranstaltungslocationsund Beherbergungsbetriebe ..................................1024.2 Marktbearbeitung im Geschäftstourismus aufLandkreisebene................................................................1034.3 Landesweite Bearbeitungdes Geschäftstourismus im Saarland...............................................................1065 Einschätzungen undHandlungsempfehlungen......................................................................................................................109......................1095.1 Stärken undSchwächen desSaarlandesals Geschäftstourismusstandort ..............................................1095.2 Handlungsempfehlungenfür denGeschäftstourismus imSaarland ........................................................110Anhang..................................................................................................................................................................................116Abbildungsverzeichnis.......................................................................................................................................................124Tabellenverzeichnis............................................................................................................................................................125Literatur................................................................................................................................................................................126Impressum............................................................................................................................................................................12810


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013IEINFÜHRUNGDas Sparkassen-Tourismusbarometer Saarland existiert seit 2004. Träger sind der Sparkassenverband Saar(SVSaar) 1 und das Land Saarland, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr 2 .Wissenschaftlichbetreut unddurchgeführt wirddas Tourismusbarometer vonder dwif-Consulting GmbH.ZieleHauptziel des Tourismusbarometers 3 ist die kontinuierliche, problemorientierte Beobachtung der Tourismusentwicklungim Saarland und inseinen Landkreisen. Das Tourismusbarometer wird auch inOstdeutschland,Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz durchgeführt. Es macht den Nutzer unter anderem aufErfolge und Misserfolge aufmerksam sowie auf wichtige strukturelle Veränderungen inder Tourismusentwicklung.Als Frühwarnsystem dient das Tourismusbarometer dazu, rechtzeitig auf problematische Entwicklungenhinzuweisen und Handlungsbedarf zuidentifizieren. Das kontinuierliche Monitoring ermöglicht zeitliche, regionaleund sektorale Vergleiche. Das Tourismusbarometer soll sowohl als Entscheidungshilfe für die Infrastrukturentwicklungdienenwie auch fürdas Marketing.DasTourismusbarometer…–ermöglicht durch den Einsatz eines jährlich gleichbleibenden Datensets strukturelle, (über-)regionale Vergleicheund Einschätzungen zur Angebots- und Nachfrageentwicklung des Tourismus in den einzelnen BundesländernundRegionen.–schließtwesentlicheInformationslückender amtlichenTourismusstatistik.–stellt die Ergebnisse der „Fremdabhebungen anGeldautomaten der Sparkassen“ als Marktforschungsquellefürdie Herkunftsstruktur derInlandsgästeinden Landkreisenzur Verfügung.–bietet als einziges Marktforschungsinstrument Informationen zum Markterfolg unterschiedlichster touristischerFreizeiteinrichtungen,dersogenanntentouristischen Wetterstationen.–analysiertdie aktuelle wirtschaftlicheSituation gastgewerblicher Kreditnehmer derSparkassen.–gibteinen Überblicküberdas aktuelle Qualitätsniveauder Betriebe im Saarland.–fokussiertjährlich wechselndaktuelle Branchenthemen,die der Beirat 4 des Tourismusbarometers festlegt.DasTourismusbarometer 2013 befasstsichmit demGeschäftstourismus imSaarland.Abb.1:Moduodule desTourismusbarometersTourismusimWettbeweewerbsvergleichLänder und RegionenBetriebstypenSparkassen-TourismusbarometerWirtschaftlicheLagedeeder BetritriebeTouristischeWetterstationenWirtschaftliche SituationdesGastgewerbesQualität derBetriebeAktuellesesBrancnchenthema2013Geschäftstourismus im SaarlandExpertenmeinungen (Stimmungsbarometer)IHK-Saisonumfrage regionalFokus BenchmarkingFokus BetriebswriebswirtschaftFokus NutzerwünsctzerwünscheQuelle:dwif20131www.svsaar.de2www.saarland.de/ministerium_wirtschaft_wissenschaft.htm3www.sparkassen-tourismusbarometer.de4Siehe Verzeichnisder Beiratsmitglieder11


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013IISAARLAND-TOURISMUS IM WETTBEWERBSVETTBEWERBSVERGLEICH1 Rahmenbedinguhmenbedingungenngen undStimmungZusammenfassung–Imvergangenen Jahr brachdie Tourismusbranche buchstäblich alle Rekorde. Weltweit wurden zumerstenMalin der Geschichte des Reiseverkehrs mehr als 1Milliarde internationale Ankünfte gezählt. Allerdings flachtedas Nachfragewachstumnach den überaus erfolgreichen Vorjahren etwas ab–insbesondere in den entwickeltenRegionenAmerikasundEuropas.–Deutschland hingegen scheint wie ein Fels inder Brandung Europas zustehen. Von Krise war und ist imTourismushierzulande nicht viel zu spüren. Das Reiseland Deutschland baute seine Spitzenposition inEuropaweiter aus; unddie Wettbewerbsfähigkeitder deutschenTourismusbranche deutet weiteres Potenzialan.–Der Tourismusklimaindex imSaarland liegt auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Auffallend ist die generellpositivereGrundeinstellung dersaarländischenTouristiker im Vergleichzuanderen Bundesländern.2012: Rekordjahr fürden TourismusDie Tourismusbranche meldete auch 2012 weltweit hohe Zuwächse und konnte sich über eine neue Rekordmarkefreuen: Erstmals zählte die Welttourismusorganisation (UNWTO) mehr als 1Milliarde internationale Ankünfte.Allerdings stieg die Reisefreudigkeit nicht mehr ganz sostark an wie inden beiden Vorjahren und lag damitknapp unter dem von der UNWTO gemessenen Langzeitdurchschnitt von 4,0 Prozent. Damit unternahm reinrechnerisch jeder Siebte eine Auslandsreise mit Übernachtung; 1990 war esnoch jeder Zwölfte, 1950 konntesich dasnur rund jeder Tausendsteleisten.>>Abb.2Eine Milliarde internationale Ankünfteweltweit –neuer Rekord für dieTourismusbranche.Trotz der europäischen Finanzkrise, die weite Teile des Kontinents mit einer angespannten wirtschaftlichenSituation, sinkenden Einkommen und steigender Arbeitslosigkeit bescherte, profitierte auch Europa von dergestiegenen Auslandsreiseaktivität. Allerdings wuchsen die internationalen Ankünfte nur in den Ländern MittelundOsteuropas überdurchschnittlich. Insbesondere im krisengebeutelten Mittelmeerraum und inSkandinavienwarkaumetwas vonder weltweiten Euphorie zu spüren.>>Abb.2Abb.2:InternarnationaleAnkünfteInternationale Ankünfte weltweit 2012:1Mrd.Entwicklung derinternationalen Ankünfte (in %)1990:440Mio.Welt2010/2009 2011/2010 2012/20116,54,73,81950:25 Mio.1970:165Mio.Europa2010/2009 2011/2010 2012/20116,13,03,3Quelle:1950 1970 1990 2012Eine Reisemit Übernachtungins Auslandunternahm damittheoretisch(gemessen an derWeltbevölkerung)jeder1.000. jeder250. jeder12. jeder7.dwif2013,Daten UNWTODeutschland2010/2009 2011/2010 2012/201111,05,67,32010/2009 2011/2010 2012/201112


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Deutschlandbleibtbt dieNummemmereins inEuropaDas Reiseland Deutschland meldete ebenfalls eine neue Rekordmarke: über 400 Millionen Übernachtungen –und das allein in den gewerblichen Beherbergungsbetrieben abzehn Schlafgelegenheiten. Damit baute dieBundesrepublik ihren Spitzenplatz in Europa weiter aus, nicht zuletzt aufgrund der leicht rückläufigen Zahlen inSpanien (Platz 2)und Italien (Platz 3), wo insbesondere die Gäste aus dem eigenen Land ausblieben. Insgesamtstieg die Zahl der Übernachtungen deutschlandweit 2012 gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent –der Inlandsmarkt(+2,7Prozent) trug dazu nicht sostark bei wie der hochdynamische Incoming-Tourismus, der sichentgegen dem weltweiten und europäischen Trend noch besser entwickelte als inden Vorjahren (+8,1 Prozent).Auch die Reiseausgaben der Deutschlandurlauber stiegen im vergangenen Jahr weiter an, allein im Inlandstourismusum rund 8Prozent. 5 Allerdings sind diese Zuwächse fast ausschließlich auf das höhere Nachfragevolumenzurückzuführen;denn dieAusgabenpro Tagund Person stagnieren seit einigenJahren.DieRahmenbedingungen in Deutschland bieten besteVoraussetzungen fürden Tourismus.Eine gute Nachricht meldet das Weltwirtschaftsforum: Deutschlands Tourismusbranche ist iminternationalenVergleich äußerst wettbewerbsfähig. In dem Travel and Tourism Competitiveness Report 6 sichert sich die Bundesrepublikden zweitenPlatz von140 Ländern. Dazu tragen vorallem diesehr gute Verkehrsanbindungund dieattraktiven kulturellen Ressourcen bei; aber auch die ökologische Nachhaltigkeit sowie das hervorragende Gesundheitssystemunddie hygienischen BedingungensindwichtigeWettbewerbsvorteile.Verhaltener Optimismus fürdaskommende JahrZwar ist ein erneuter Anstieg der internationalen Tourismusnachfrage zuerwarten, mit einem prognostiziertenWachstum zwischen 3und 4Prozent bleibt eraberaller Voraussicht nachauch 2013 unterhalb des langfristigenDurchschnittsvon 4,0Prozent. 7 DiePrognosen fürEuropasindebenfalls zurückhaltend(+2,0 Prozent). 8dwif-Stimmungsumfrage:Der TourismusklimaindexVon diesem Jahr ansind die Touristiker imSaarland dreimal jährlich (erstmals imFebruar/März 2013) dazu aufgerufen,ihre Zufriedenheit mit der touristischen Entwicklung inden vergangenen Monaten und ihre Erwartungenandie folgenden Monate mitzuteilen. Der Tourismusklimaindex verbindet den Blick in die Vergangenheitmit einem Ausblick in die Zukunft und wird im Jahresbericht wie in den Tertialberichten veröffentlicht. Das Tourismusbarometergibt den Akteuren in den Orten, Regionen und Ländern aktuelle Vergleichsmöglichkeiten undliefert Hinweise auf kurzfristige Handlungsbedarfe. Die Befragungs- und Berechnungsmethode des Tourismusklimaindexist an den Ifo-Geschäftsklimaindex angelehnt. Der mögliche Indexwert reicht von 0(alle Befragtenbewerten das Ergebnis der vergangenen vier Monate als schlecht und erwarten Rückgänge in den kommendenvier Monaten) bis 200 (alle Befragten bewerten das Ergebnis der vergangenen vier Monate als gut und erwartenSteigerungen in denkommenden vier Monaten).TourismusklimaindexSaarland:Gute StimmungDer Blick der Touristiker im Saarland auf das Tourismusjahr 2013 ist optimistisch. So lag der Index für die GesamtregionMitte des Jahres bei 154,7 Punkten und damit deutlich über der Schallmauer von 100, die einegrundsätzlich positive von einer negativen Gesamtstimmung trennt. Gegenüber der Befragung im Februar 20135IPK 20136WorldEconomicForum 20137UNWTO20138IPK 201313


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013ist der Tourismusklimaindex umüber 30Punkte nach oben geklettert. Nach einem vorübergehenden StimmungstiefEnde 2012 /Anfang 2013 liegt der Wert nun wieder auf dem Niveau der Vorjahre. Dabei ist anzumerken,dass die saarländischen Touristiker eine generell positivere Grundeinstellung an den Tag legen, als ihreKollegen in anderen Bundesländern. Besonders positiv fällt der Ausblick auf die Sommermonate 2013 aus; aberauch die Zufriedenheit mit denErgebnissendes ersten Halbjahres liegt über den Einschätzungen der Akteure invielen anderen Bundesländern –und das trotz einer eher stabilen Entwicklung der Übernachtungszahlen in deramtlichen Statistik. Die reine Anzahl der Gäste ist somit nicht der einzige ausschlaggebende Faktor. Übernachtungs-und Tagestourismus werden von den saarländischen Touristikern gleichermaßen positiv gesehen, nachdemsie in den letzten beiden Befragungen vor allem den Übernachtungstourismus etwas skeptischer bewerteten.>> Abb. 3Abb.3:Stitimmungsumfrage beiTouristikern imSaarlandTourismusklimaindex SaarlandDurchschnittswertÜbernachtungen und TagesreisenArbeitsschwerpunkte 2013 (Top 5)*200180160140120154,71. Innenmarketing im Ort/in derRegion/im Land2. Qualität bestehender Infrastruktur3. Außenmarketing4. Produktentwicklung5. Entwicklung neuer Infrastruktur*Mehrfachnennungen möglich10080Bewertung desGesamtetats und derPersonalausstattung 201360EtatPersonal4020besser7,7%besser19,2%0Februar Juni Oktober Februar Juni Oktober Februar Juni2011 2012 2013schlechter19,2%schlechter11,5%Quelle:dwif2013,Stimmungsumfrage Orte undRegionenRessourcenbündeln,Doppelarbeitenvermeiden,Informationsfluss verbessernUm effizienter zuarbeiten, rücken die saarländischen Orte und Regionen noch näher zusammen. Für rund 50Prozent der Touristiker steht daher das Arbeitsfeld Innenmarketing ganz oben auf der Agenda für 2013. Ebensowichtig sind Qualitätssicherung und -ausbau bestehender Infrastruktur. Das Außenmarketing (46,2 Prozent)rangiert in diesem Jahr an dritterStelleder wichtigstenArbeitsschwerpunkte.Dass die Zeiten nicht einfacher werden, unterstreicht ein Blick auf die Budget- und Personalerwartungen derTouristiker. Die Mehrheit (jeweils rund 60Prozent) geht zwar von stabilen Rahmenbedingungen 2013 aus, dochvielerorts werden die finanziellen Mittel immer knapper. Fast ein Fünftel der Tourismusorganisationen wird dasJahr mit einer geringeren Finanzausausstattung bestreiten müssen. Im Personalbereich ist die Lage nicht ganzso prekär, dennoch schrumpft bei 11,5 Prozent der Organisationen dieMitarbeiterdecke –während die Anforderungenan Vermarktungund Gästebetreuung ständigzunehmen. Eine echteHerausforderung!14


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20132 Touristische Nachfrage2.1 Gäste undÜbernachtungenZusammenfassung–FastalleBundesländererreichten2012 neue Bestwerte. Nach zwei überaus erfolgreichen Vorjahren profitiertedas Saarland allerdings nicht von dem allgemeinen Aufschwung. Die Bilanz unterhalb der Landesebene fieldurchwachsen aus: Hohen Zuwächsen in den nördlichen stehen teils erhebliche Verluste inden südlichenLandkreisengegenüber.–Während dieIncoming-Nachfragedeutschlandweit alsWachstumsmotorfungierte,brach sieimSaarland –undhier vorallem in denGeschäftsreisedestinationen –stark ein. Stabilisierend wirkte hingegen derInlandsmarkt,derdie Verlustezumindest teilweise auffangenkonnte.–Die Bedeutung von Kurzreisen nimmt stetig zu, die Verweildauer der Gäste vor Ort hingegen nimmt ab. Auchwenn das Saarland mit langen Aufenthalten (Kur-und Rehabilitationseinrichtungen) punktenkann, istesempfehlenswert,auch diesen Trendmarktkünftig stärkerzubedienen.–Positiv ist die geringe Saisonalität der Nachfrage imSaarland. Allerdings hat diese im Gegensatz zuden meistenanderenRegionen Deutschlands 2012 wieder leicht zugenommen.Erfolgsmeldungen waren 2012 aus fast allen Bundesländern zuvernehmen –und so warteten die Schlagzeilenmit einer Rekordmarke nach der anderen auf. Allen voran gab eseinen erneuten Gästeansturm im HamburgerundBerliner Städtetourismus, der 2012sogar zweistellig wuchs. Damit baute Berlin seine Position als Top 3dereuropäischen Großstädte weiter aus (hinter London und Paris); Hamburg rückte auf den zehnten Platz vor. Lediglichvier Bundesländer profitierten nicht von dem Tourismusboom des Jahres 2012 und verloren anÜbernachtungsvolumen.>> Anhang 1Der Saarland-Tourismus imÜberblickSchaut man sich die Übernachtungsverteilung imSaarland an,sowirdFolgendes deutlich:–Die Regionen mit dem größten Nachfragevolumensind seit jeher die Region Saarbrücken (Fokus:Städte- und Geschäftstourismus) und der KreisMerzig-Wadern. Sie vereinen rund die Hälfte allerÜbernachtungen aufsich.–Allerdingsbüßte vorallemdie Landeshauptstadt inden vergangenen fünf Jahren an Bedeutung ein –zugunsten von Merzig-Wadernund St. Wendel (Fokus:Kur- und Gesundheitstourismus), derenMarktanteildeutlich stieg.–Insgesamt aber entwickelte sich der Tourismus inanderen Regionen Deutschlands etwas dynamischeralsim Saarland. GemessenambundesweitenÜbernachtungsaufkommen stagnierte somit derMarktanteildes Landes.>>Abb.4Abb.4:Quelle:Kräfteverhältnisse imTmTourismus inSaarlandMarktanteil desLandkreises an allenÜbernachtungen im Saarland (in %)20072012Merzig-Wadern24,425,6Saarlouis10,1Übernachtungen(in Mio.)10,0RV Saarbrücken25,3Saarland insgesamt2,32,322,40,60,6St.Wendel13,415,4Neunkirchen9,39,2Saarpfalz-Kreis17,4dwif2013,Statistisches AmtSaarland17,3Marktanteilin D(in %)15


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Das Saarland verzeichnete 2012 –nach zwei Jahren mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten (2010 und2011: jeweils ein Plus von rund 5Prozent) –erstmals wieder Verluste bei den Übernachtungszahlen. Auch imbenachbarten Rheinland-Pfalz ging die touristische Nachfrage zurück. Mit einem Plus von 6,5 Prozent bei denÜbernachtungen lassen die ersten acht Monate des Jahres 2013 jedoch wieder ein positives Gesamtjahresergebniserwarten,zumal dasSaarlanddamit deutlich über demBundesdurchschnittliegt (+1Prozent).Abb.5:Übernachtungsenchtungsentwicklung in Betriebenabzehnbzehn Schlafgelegenheiten2012 gegenüber 2011Bundesländer (in %) SaarländischeLandkreise(in %)HamburgBerlin11,611,4Sachsen6,1Baden-WürttembergSachsen-AnhaltBayern4,74,34,10,34,0Brandenburg4,0HessenNordrhein-Westfalen3,52,8-1,12,8ThüringenNiedersachsen2,41,7-9,5Mecklenburg-Vorpommern1,3Schleswig-HolsteinBremenRheinland-PfalzSaarland-0,1-0,7-1,5-1,9


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013–Als einziger Landkreis verzeichnete Saarlouis bereits 2011 eine rückläufige Übernachtungsnachfrage(-6,5Prozent). 2012 fiel der Rückgang zwar moderater aus, das Gesamtergebnis war dennoch negativ.>> Anhang 3Hinweis zur Statistikumstellung:NeueAbschneidegrenze beiden gewerblichen Betriebenseit 2012Mussten bis 2011 alle Beherbergungsbetriebe abneun Schlafgelegenheiten der amtlichen Statistik ihre Kennzahlen(zum Beispiel Ankünfte, Übernachtungen, Schlafgelegenheiten) melden, so wurde diese Grenze mit demBerichtsjahr 2012 angehoben und liegtnunmehr bei zehnSchlafgelegenheiten. Hintergrund ist die europaweiteHarmonisierung der statistischen Erfassungsmethoden. Allerdings fallen damit einige Betriebe aus der Erhebungheraus, weshalb Vergleiche mit den Vorjahren nur noch bedingt möglich sind. Für den Tourismusbarometer-Jahresbericht2013 wurden daher größtenteils die offiziell ausgewiesenen Veränderungsraten der StatistischenÄmter herangezogen; waren eigene Berechnungen notwendig, wird explizit darauf hingewiesen. Bittebeachten Sie, dass der Fokus in diesem Jahresbericht deshalb auf Kurzfristvergleichen (2012 gegenüber 2011)liegt; langfristiglassensichlediglich Tendenzaussagenabbilden.Entwicklung derausländischen NachfrageSeit 2003 nimmt dieZahlder Übernachtungen ausländischer Gäste inDeutschlandfastkontinuierlich zu (einzigeAusnahme: das Krisenjahr 2009) –und zwar deutlich stärker als die Nachfrage aus dem Inland. Auch 2012 stützteninsbesondere Gäste aus dem Ausland das Tourismuswachstum mit einem Übernachtungsplus von 8,1 Prozent.ZumVergleich: DerInlandsmarktlegte nurum2,7 Prozentzu.DerIncoming-Tourismus im Saarland bricht nach demAufschwung derbeidenVorjahreerneutein.Nach der akuten Krise erholte sich der Incoming-Tourismus auch imSaarland und glänzte mit Zuwächsen vonrund 9Prozent (2010) beziehungsweise fast unglaublichen 21 Prozent (2011). Nun jedoch der Einbruch: MiteinemMinus von7,5 Prozentbildete dasSaarland dasSchlusslichtimBundesländervergleich.–Allerdings ist der Rückgang kaum auf den erwähnten Umzug von Peugeot zurückzuführen, denn gerade inSaarbrücken sank die ausländische Nachfrage wenigerstark als die inländische. In denumliegendenLandkreisen(Saarlouisund Saarpfalz) hingegen hängtder Übernachtungsrückgang inersterLinie mit dem nachlassendenIncoming-Tourismuszusammen.–Erstaunlich ist die negative Entwicklung in den nördlichenLandkreisen, die gegensätzlich zu derdynamischenInlandsnachfrage(vorallemSt. Wendel:+5,8Prozent,aberauchMerzig-Wadern:+1,0Prozent)verläuft.–Der Kreis Neunkirchen verzeichnete als einzige saarländische Region ein Plus bei den Übernachtungen vonGästen aus dem Ausland. Die vergangenen Jahre zeugen jedoch von einem ständigen Auf und Ab, das nichtzuletzt aus der sehr geringen absoluten Zahl resultiert. Hier werden nur 2,5 Prozent des landesweiten Incoming-Aufkommensgeneriert. Starke Ausschläge nach oben oder unten sind daher keine Seltenheit.>> Abb. 6auf derfolgenden Seite17


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Abb.6:Entwitwicklung ausländischer Übernachtungen in BetrieriebenabzehnSchlafgelegenheiten2012 gegen-über2011Bundesländer (in %) SaarländischeLandkreise(in %)Hamburg17,1Sachsen-Anhalt16,6Mecklenburg-Vorpommern15,5BerlinSachsenHessen14,511,210,4-4,8-8,0Bayern8,7Baden-WürttembergSchleswig-Holstein5,37,4-10,729,0BrandenburgThüringenNordrhein-Westfalen5,14,94,5-8,1-12,2NiedersachsenRheinland-PfalzBremen-0,9-1,44,4


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013nach oben: So stellen ausländischeGäste beispielsweise selbst im ländlichen Emsland (Niedersachsen) knapp16 ProzentallerÜbernachtungen; im rheinland-pfälzischen Grenzraum (Eifel)sindessogar biszu30Prozent.–Nur der Saarpfalz-Kreis und die Region St. Wendel weisen leicht zunehmende Werte auf (+0,6 beziehungsweise+0,9 Prozentpunkte seit 2007). Mit rund 8Prozent bleibt die Bedeutung des Incoming-Tourismus dennochgering,inersterLinie bedingtdurch dieProfilierung alsInlandsreiseziel (Fokus:Natur-und Aktivtourismus).–ImHinblick auf die Auslandsnachfrage ist der stark auf den Kur- und Gesundheitstourismus ausgerichteteLandkreis Neunkirchen eindeutig Schlusslicht. So machtdie Auslandsnachfragehier nur 3,0 Prozent des Übernachtungsvolumensaus und das sogar mit deutlichem Rückgang seit 2007 (5,3 Prozent). Laut QualitätsmonitorDeutschland-Tourismus ist der Gesundheitstourismus in erster Linie durch den Inlandsmarkt gesteuert:Während14Prozent derinländischenGäste in Deutschlandeinen Gesundheits-/Wellnessurlaubunternehmen,gibt nurrund1Prozent derausländischen Urlauber dieses Motivfür ihre Deutschlandreise an. 9 >> Anhang 3Auslandsmarketing imSaamSaarland:Neues Imagemagazin derTZS fürniederländischeGästeDie Tourismuszentrale Saarland GmbH (TZS) hat 2013 eine Vielzahl anWerbebroschüren für ausländischeQuellmärkte neu aufgelegt. ImFokus stehen dabei die Länder Frankreich, Belgien, Niederlande und Großbritannien.AufNiederländischgibt esein breites SpektrumanInformationsmaterialien –nebenjeeiner Rad-,WanderundAusflugsbroschüre seit 2013 auch ein Imagemagazin. Auf Englisch und Französisch wird eine touristischeAusflugszielkartemit Detailinformationenvorgehalten. 10Ausländische Quellmärkllmärkte:Europa dominieminiertNach wie vor sind die europäischen Nachbarn die wichtigsten Herkunftsländer für den Incoming-Tourismus imSaarland.–Insgesamt entfallen rund 85Prozent aller ausländischen Übernachtungen auf Gäste aus Europa (zum Vergleich:Deutschland76Prozent).–Zudem finden sich unterden Top-10-Quellmärkten im Saarland ausschließlich europäischeLänder; dieUSA alserster außereuropäischer Quellmarkt folgt auf Platz 12–allerdings mit einem sehr geringen Anteil von etwa 2Prozentanallenausländischen Übernachtungen.Auffällig imSaarland ist die relativ starke Diversifizierung der ausländischen Herkunftsmärkte. Zwar liegt derAnteil der Top-3-Herkunftsmärkte mit 38Prozent noch immer über dem bundesweiten Durchschnitt (31 Prozent),jedoch deutlich unter dem rheinland-pfälzischen Wert: Hier ist die Konzentration auf wenige Quellmärktebesondershoch (AnteilTop 3: fast 70 Prozent).Die regionalenUnterschiedesind allerdings enorm: InNeunkirchen und im RegionalverbandSaarbrücken ist dieHerkunftsstruktur vergleichsweise breit verteilt (Anteil Top3:rund 28 beziehungsweise 39Prozent); in denKreisenMerzig-Wadern und St. Wendel hingegen vereinen die drei stärksten Quellländer rund 60Prozent der Incoming-Übernachtungen.>> Abb. 7auf derfolgenden SeiteFrankreich:Top-Quellmarktfürdas SaarlandDas Nachbarland Frankreich stellt mit rund 15Prozent nicht nur die meisten ausländischen Übernachtungen imSaarland, sondern landet auch in fast allenGrenzregionen auf Platz 1(mit Anteilen zwischen 25Prozent in Saarlouisund 15 Prozent im Saarpfalz-Kreis). Einzige Ausnahme ist der Landkreis Merzig-Wadern, wodie französi-9ERV/DZT: QualitätsmonitorDeutschland-Tourismus 2011/1210www.tourismus.saarland.de19


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013schen Gäste trotz direkter Nachbarschaft weniger als 10Prozent der ausländischen Nachfrage ausmachen unddamit sogar nur anfünfter Stelle liegen. Die Bedeutung des Quellmarktes Deutschland hingegen ist in allenLandkreisenhöher als imbundesweitenDurchschnitt(4,5 Prozent).Abb.7:Herkunftsskunftsstrukturderturder ausländischen Gäste in BetrietriebenabzehnSchlafgelegenheiten2012Bundesländer –Top-3-HerkunftsmärkteLandkreise–Top-3-HerkunftsmärkteTop-3-HerkunftsmärkteSaarland 15%12%11%Anteil Entwicklungan gesamt ggü. 2011-8%1%-8%Rheinland-Pfalz 47% -3%16% 2%6% -3%Deutschland 16%8%7%3%9%4%BelgienFrankreichGroßbritannienLuxemburgNiederlandeÖsterreichUSAQuelle:dwif2013,Daten StatistischesBundesamt, Statistische Landesämterund eigene BerechnungenLuxemburg:Grenznähe alsStandortvorteilrteilDieÜbernachtungsnachfrage aus Luxemburg ballt sich vor allem in den nördlichenRegionen des Saarlandes. ImKreis Merzig-Wadern, der als einziger direkt an Luxemburg grenzt, ist der Nachbar sogar Quellmarkt Nummereins: Die Luxemburger stellen hier fast ein Drittel der gesamten ausländischen Übernachtungen. In SaarlouisundSt. Wendel sind es –trotz Top-Platzierung –nur knapp15Prozent. Allerdings ist inden vergangenenJahreneine räumliche Verschiebung der Nachfrage auszumachen: Während die Zahl der luxemburgischen Übernachtungenin Merzig-Wadern stetig zurückgeht, können sich fast alle anderen Landkreise über mehr Nachfrage ausLuxemburgfreuen(Ausnahme:Saarpfalz-Kreis).Niederlande:ImSaarlandweitabgeschlagenBundesweit sind dieNiederländer die stärkste ausländische Gästegruppe; in Rheinland-Pfalzmachensie fast dieHälfte aller Incoming-Übernachtungen aus. Das Saarland bereisen sie allerdings verhältnismäßig selten. Nurjede zehnte ausländische Übernachtung geht aufeinen Gast ausden Niederlanden zurück. Einen nennenswertenAnteil von knapp 20 Prozent erreichen die Niederländer lediglich imKreis St. Wendel mit seinem guten Campingangebotin direkter Nähe zum Bostalsee. Die starken Nachfrageschwankungen lassen jedoch keinen Rückschlussaufeineneindeutigen Entwicklungstrend zu.Punktuell vonhoheroher Bedeutung:Belgien,Österreich,Großbritannienund USAIn einzelnenReisegebieten sind darüberhinausfolgendeHerkunftsländerbesonders relevant:–Belgier reisen gern in die beidennördlichstenLandkreise des Saarlands. St. Wendel undMerzig-Wadern vereinenzwei Drittel der belgischen Übernachtungen auf sich. Die Bedeutung als Quellmarkt ist inbeiden Regionenmit Anteilen von rund 14 Prozent (Merzig-Wadern) und 25 Prozent (St. Wendel) hoch –vor allem imVergleichzum landesweiten Durchschnitt von9Prozent(gemessenander gesamten ausländischenNachfrage).–Briten besuchen vor allem Saarbrücken und Saarlouis, US-Amerikaner neben Saarbrücken auch den Saarpfalz-Kreis. Insgesamt landen die Briten damit auf Platz 5, die US-Amerikaner auf Platz 6imsaarländischen Quellmarkt-Ranking.Zusammen stellensie rund 13 Prozentder Übernachtungsnachfrageaus demAusland dar.20


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013–Touristen aus dem Alpenraum spielen im Saarland insgesamt eine eher untergeordnete Rolle (Plätze 7und 8;Anteilswerte zwischen 4und 5Prozent); in Neunkirchen aber sind sie mit etwa 12 Prozent aller Incoming-Übernachtungen diestärksteausländischeGästegruppe,wennauchmit ziemlich schwankender Entwicklung.Gäste ausdem InlandDie amtliche Tourismusstatistik gibt Auskunft über die absolute Anzahl und den jeweiligen Anteil der InländerundAusländerübernachtungenin denBundesländernund Regionen sowieüberdie Herkunftsländerder internationalenGäste. 11 Aussagen zur regionalen Herkunft der inländischen Übernachtungsgäste werden nicht ausgewiesen.Für ein gezielt auf die Quellregion ausgerichtetes Marketing sind Informationen über die Herkunft derGäste jedoch unabdingbar, was wiederum eine umfassende Marktforschung erfordert. Das Tourismusbarometerleistet einen Beitrag, um diese Wissenslücke zumindest ein wenig zuschließen. Esstellt Daten bereit, die fürMesseauftritte, Werbeaktivitäten und andere Marketingmaßnahmen der Landesmarketinggesellschaften undregionalen Tourismusorganisationen hilfreich sind. Diese relevanten Informationen liefern die FremdabhebungenandenGeldautomatender Sparkassen –die sogenanntenGA-Daten.Begriffsbestimmung–Die Sparkassen haben die größte Flächenabdeckung an Geldautomaten und sind im Privatkundengeschäftdeutschlandweit Marktführer. Jedes Mal, wenn ein Tourist an einem Automaten Geld abhebt, umdamit Barausgabenwährend seines Aufenthalts zu tätigen, wird unter anderem registriert, aus welcher Region dieserKundekommt.–EswerdensowohlTages-als auch Übernachtungsgäste erfasst.–Kunden, dieihr Kontobei derjeweiligenSparkasse haben, sind in diesen Datennicht enthalten.–Fremdabhebungen an Geldautomaten sind sämtliche Abhebungen von Kunden aller Kreditinstitute (Sparkassen,Geschäftsbanken, Genossenschaftsbanken)außerhalb des eigenen Geschäftsgebiets der jeweiligen Sparkasse.Abb.8:Freremdabhebungenbungen nach inländischen Quellmärkten imSmSaarland– Veränderungrung 2012gegenüber2011in%sr2011in%sowieAnteilanallenAbhebungenin%bhebungenin%–HamburgSachsen-Anhalt13,114,71,0 %0,9%Anteil desBundeslandesan allenAbhebungen2012Rheinland-Pfalz7,150,3%Hessen5,97,6%Bremen5,90,3%BayernMecklenburg-Vorpommern3,85,3Bundesländergesamt:4,14,9%0,5%Niedersachsen2,03,7 %Baden-Württemberg0,48,9 %Nordrhein-Westfalen-0,214,9 %Schleswig-Holstein-0,60,9%Sachsen-4,52,0%Thüringen-5,51,2%Berlin-7,21,9 %Brandenburg-11,81,0 %Quelle:dwif2013, DatenSparkassenverband Saarland11Siehe vorheriger Abschnitt „Gäste ausdem Ausland“21


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013NachbarbundeslandRheinland-Pfalzlz weiteterhinwichchtigsterQuellmarkt12Die dominierenden Quellmärkte sind jene in Saarlandnähe: Etwas mehr als die Hälfte der inländischen Gästekommt aus Rheinland-Pfalz, weitere rund 32 Prozent kommen aus den umliegenden Bundesländern Nordrhein-Westfalen (15 Prozent), Baden-Württemberg (9 Prozent) und Hessen (8Prozent). Anteilig konnten hier besondersRheinland-Pfalz und Hessen zulegen. Insgesamt amstärksten aber wuchs die Zahl der Gäste aus Hamburgund Sachsen-Anhalt, wenngleich deren Anteile an den Gesamtgästen nach wie vor auf einem sehr geringen Niveausind. Auffallend viele Hamburger reisten nach Merzig-Wadern und Saarlouis, und die Sachsen-Anhalterwaren besonders zahlreich inSt. Wendel unddem RegionalverbandSaarbrücken vertreten. Die größten Verlusteverzeichnete das Saarland bei ostdeutschen Gästen aus Sachsen, Thüringen, Berlin und Brandenburg. So besuchten2012 zum Beispiel Gäste aus Brandenburg deutlich seltener den Saarpfalz-Kreis und den RegionalverbandSaarbrücken. >> Abb. 8, Tab. 1Tab. 1: Freremdabhebungenbungen nach inländischen Quellmärkten in den Landkreisen– Veränderungrung 2012gegenüber2011in%–HerkunftsbundeslandMerzig-W erzig-WadernNeunki eunkirchenRegionalve alverbandSaarbrüc aarbrückenSaarlouisSaarpfalz-K aarpfalz-Kreis reisSt. WendelBaden-Württemberg -0,0 -2,8 2,5 0,2 -5,9 5,4Bayern 13,9 4,3 3,4 -2,1 7,6 20,6Berlin -2,7 3,4 -6,9 -17,6 -11,6 16,8Brandenburg -7,8 6,2 -17,6 4,8 -29,0 16,5Bremen 15,0 61,3 -5,0 3,3 32,3 9,1Hamburg 52,1 13,4 8,4 35,2 9,7 19,5Hessen 8,3 8,2 8,1 -1,6 4,5 6,1Mecklenburg-Vorpommern 13,4 -16,7 0,2 3,7 20,0 21,1Niedersachsen -1,6 26,8 -0,9 3,0 2,6 2,7Nordrhein-Westfalen -3,6 2,4 2,1 -7,2 6,0 -0,3Rheinland-Pfalz 2,5 2,1 12,8 1,0 7,9 7,1Sachsen -12,6 1,5 -3,9 -6,1 -5,6 9,1Sachsen-Anhalt 8,9 -3,9 17,3 16,6 -10,1 65,4Schleswig-Holstein -8,0 -11,8 -2,8 5,1 7,4 15,5Thüringen -21,8 17,2 -3,1 -20,5 2,8 17,8gesamt1,6 3,15,6-2,2 5,67,1Quelle:dwif2013, DatenSparkassenverband SaarlandNeues Highlightfür denTourismus in Saarlouis:Park- undFestungsanlageRavelinVDas Gelände des ehemaligen Schlachthofes am Ravelin VinSaarlouis wird derzeit zueiner außergewöhnlichenParkanlage umgestaltet. Nach der Fertigstellung soll hier verdeutlicht werden, wie die Festung Saarlouis seinerzeitfunktioniert hat, indem die noch vorhandenenFestungsanlagen in ihrerGeometrie und Klarheit herausgearbeitetund inszeniert werden. Zudem werden einzelne Festungsteile saniert beziehungsweise rekonstruiert. DieArbeiten laufenseitMitte 2012 undsollenvoraussichtlich 2015 abgeschlossensein. 1312Seit Nutzung der Datenquellehat sich herausgestellt,dassdie eigene Bevölkerungdes Saarlandes diequantitativ größteRolle spielt. Die Anteilswerte für das Saarland lagen Jahr für Jahr bei rund 50 Prozent. Um den Fokus mehr auf die Herkunftsmärkteaußerhalb des Saarlandes zurichten, werden die Abhebungen von Saarländern nicht indie Auswertungeinbezogen.13www.saarlouis.de22


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Kurze Aufenthalte in densüdlilichenLandkreisenIm Saarland vollzog sich der Wandel ähnlich ausgeprägt,wenngleich die Aufenthaltsdauer hier bis Mitteder 1990er Jahre sogar leicht angestiegen war. ImRekordjahr 1996 waren esknapp 4Tage. Seitdem istdie Aufenthaltsdauer aber kontinuierlich gesunkenund liegt nun seit einigen Jahren bei einem leichtüberdurchschnittlichen Wert von 2,9 Tagen, was vorallem auf die Bedeutung des Kur- und Rehabilitationssegmenteszurückzuführen ist. Das Saarland folgtdamit unmittelbar hinter den klassischen Urlaubsregionenan Nord- und Ostsee, die im Hinblick auf dieVerweildauer noch immer weit vor allen anderen Bundesländernliegen (bis zu sechsTage).Abb.9:Entwitwicklung der(Kurz-)Urlaubsreisenrlaubsreisen derdeutschen BevölkekerungKurzurlaubsreisenunter 5TagenReiseintensität(in %)Reisehäufigkeit(Reisenpro Person)Urlaubsreisenab5TagenReiseintensität(in %)Reisehäufigkeit(Reisenpro Person)2003 2007 201237 37 581,3 1,8 2,42003 2007 201277 75 751,3 1,3 1,3Seit Mitteder 1990er Jahreist dieVerweildauerderGäste im Saarland um einenTag gesunken.ZumVergleich:Aufenthaltsdauerderinländischen Gästein Deutschland2003*3,8 Tage2007*3,2 Tage2012**2,8Tage–Spitzenreiter unter den saarländischen LandkreisenistNeunkirchenmit einer Aufenthaltsdauer vonQuelle:dwif 2013, Daten F.U.R. Reiseanalyse undStatistisches Bundesamt (*inBetrieben ab9Betten; ** ab 10 Betten)durchschnittlich sechs Tagen. Vor allem die Gäste inVorsorge- und Rehaeinrichtungen tragen zudiesem hohenWert bei. So ist die Aufenthaltsdauer an den Klinikstandorten besonders hoch, sobeispielsweise inIllingen(11,0 Tage) und Neunkirchen (7,7 Tage). Zwar ging die Verweildauer der Kurgäste inden vergangenenJahren deutlich zurück, dank längerer Aufenthalte inder Hotellerie blieb die Situation im Landkreis Neunkirchendennoch insgesamtstabil.–Der Saarpfalz-Kreis profitiert inerster Linie vom Kur- und Rehabilitationssegment. Die Gäste bleiben für mehrals 15(!) Tage vor Ort –sogar mit leicht steigender Tendenz. Der gesamte Landkreis konnte seit Anfang der2000er Jahre um0,2 Tage auf rund dreieinhalb Tage zulegen und damit anMerzig-Wadern vorbeiziehen, wodiedurchschnittlicheVerweildauer im selben Zeitraum um einenhalbenTag zurückging.–Ebenfalls erfreulich ist die Entwicklung im Kreis St. Wendel. Blieben die Gäste 2004 noch 3,0 Tage, waren es2012 bereits 3,3 Tage. Der recht hohe Wert geht teilweise auf die Ferienorte am Bostalsee zurück; Nohfeldenkann immerhin eine Verweildauer von3,2 Tagenaufweisen (2004 noch 2,7 Tage). Nochdeutlich länger –wennauch rückläufig –ist jedoch die durchschnittliche Verweildauer in der Kreisstadt St. Wendel: 5,7 Tage (2004:6,2Tage).Hierspielen wiederum Kur- undRehabilitationseinrichtungen dieentscheidende Rolle.–Die Geschäfts- und Städtereiseziele im densüdlichen Landkreisen sind eher von Kurzurlauben undStop-Over-Reisen geprägt. Vor allem die Region um Saarbrücken bekommt das zuspüren, hier sind die Gäste nicht einmal2Tage vor Ort. Die Landeshauptstadt zählt sogar zu denGemeinden mit der geringsten Aufenthaltsdauerim ganzen Saarland. ImKreis Saarlouis wird der Wert durch einzelne Orte (zum Beispiel die Gemeinde Überherrnmit dem Europäischen Zentrum für Psychosomatik und Verhaltensmedizin: 5,9 Tage) nach oben gedrückt.Die Kreisstadt Saarlouis selbst weist eine ungleich geringere Verweildauer von 2,1 Tagen auf. >> Abb.10 aufder folgendenSeite24


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Meist wird ein Rückgang der Aufenthaltsdauer negativ bewertet, weil damit unter anderem ein erhöhter Marketingaufwandverbunden und die Planungssicherheit der Betriebe eingeschränkt ist. Andererseits bieten Kurzreisenaber neue Chancen für die Nebensaison. Zudem sind die Durchschnittsausgaben pro Kopf und Nacht beiKurzreisen höher als bei der klassischen Haupturlaubsreise. Flexible Anreisetage bei gleichzeitiger Preisoptimierungist ein Ansatz, um den Kurzreisemarkt noch stärker für sich zu nutzen und die betriebswirtschaftlichenEffektefür dieUnternehmen zu maximieren (siehe KapitelIII,1).Abb.10: Aufenthaltsdauer derGäste in BetrietriebenabzehnSchlafgelegenheiten2012Bundesländer (in Tagen)Landkreise(in Tagen)4Tage4,0Mecklenburg-VorpommernSchleswig-Holstein3,53,33Tage3,1Niedersachsen2,9Saarland2,8 Brandenburg2,7 Thüringen Bayern Deutschland2,6Rheinland-Pfalz Baden-Württemberg Sachsen2,5Sachsen-Anhalt2,81,86,03,62Tage2,3Berlin Hessen Nordrhein-Westfalen1,9Hamburg1,8Bremen


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013land aber konnte davonnicht profitieren; hier stiegder Anteil derTop-3-Monatesogar leicht an (rund31Prozentgegenüber30,2Prozent in 2011).2012 hatdie Saisonalität im Saarland wieder leicht zugenommen.Regional bestehtimSaarland einausgeprägtesNord-Süd-Gefälle:–Eine sehr hohe saisonale Übernachtungskonzentration weisen die nördlichen Landkreise auf. Vor allem St.Wendel mit seinem stark wetterabhängigen Tourismusprofil (Aktivtourismus, Camping) generiertdas Gros derNachfrage imSommer: Mehr als ein Drittel der Übernachtungen findet hier vonJuni bis August statt, fast zweiDrittelsindesvon Maibis Oktober.–Eine ähnliche Situation liegt imKreis Merzig-Wadern vor, wenngleich in leicht abgeschwächter Form (rund 32beziehungsweise 60Prozent). Hier ist die Übernachtungskonzentration im Vergleich zum Vorjahr zudem erfreulichzurückgegangen(Anteil Top-3-Monate:-1,7Prozentpunkte).–Die südlichen Landkreise zeigen eine vergleichsweise geringe Saisonabhängigkeit. Der Anteil der drei nachfragestärkstenMonate liegt unter 30 Prozent –und damit etwa gleichauf mit Hamburg und Bremen. Geschäftsreisendebesuchen Saarlouis, Saarbrücken und Saarpfalz zwar auch weiterhin inder Nebensaison; dennochverzeichnen die drei Kreise 2012 auf diesem Gebiet eine zunehmende Saisonalität. InNeunkirchen sorgendieKliniken für eine ganzjährig ausgeglichenetouristischeNachfrage. >>Abb.11Erweiterung desAngebotsamKeltischen Ringwall Otzenhausen:derneueArchäologie-ogie- und KeltenparkAm Fuße des Keltenrings Otzenhausen in Nonnweiler (Landkreis St. Wendel) soll inden nächsten Jahren einkeltisches Dorf entstehen, das Gästen die keltische Lebensweise nahebringt. Geplant sind sowohl Indoor-Angebote (Museum,Werkräume, etc.) als auchein archäologisches Freigelände.Der Park wird demnachaucheinAnlaufpunkt bei schlechtem Wetter und inden Wintermonaten darstellen. Die Fertigstellung ist für 2015 avisiert.15Abb.11: Saisonalitätder Übernachtungen in BetriebenabzehnSchlafgelegenheiten2012Bundesländer (Anteilder monatlichen Übernachtungen an gesamt in %,Graumarkierung entspricht denTop-3-MonatenimBundesland)Landkreise (Anteilder Top-3-Monate beiÜbernachtungenin%)Saarland14230,6J F M A M J J A S O N D32,236,9Rheinland-Pfalz142 35,6J F M A M J J A S O N D29,928,926,8Deutschland142 33,9J F M A M J J A S O N D≥33,0≥33,0 bis


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20133 Touristisches AngebngebotZusammenfassung–Seit Jahren ist in Deutschland die Dynamik der Angebotskapazitäten geringer, als esdie Nachfragezuwächseerlauben würden. Auch 2012 verlor der Ausbau im bundesweiten Beherbergungsgewerbe nochmals anFahrt,dieZahlder Betriebe ging sogar–wiebereits im Vorjahr–leicht zurück.–ImSaarland setzte sich parallel dazu die bereits seit Jahren anhaltende Marktbereinigung fort. 2011 war folglichnur ein positives Ausnahmejahr. Auffällig sind jedoch die hohen regionalen Unterschiede: Fast alle Angebotsrückgängesind auf die Region umSaarbrücken zurückzuführen, andernorts wurden die Kapazitäten nurgeringfügigreduziert.–Dennoch profitierten dieAuslastungswerte nichtvon der verhaltenen Angebotsentwicklung, dadie NachfragerückgängeimSaarland deutlich höher ausfielen: Entgegen dem positiven Deutschlandtrend sank die Belegungder Kapazitäten imSaarland. Während also die Bilanz inden nördlichen Landkreisen des Saarlandes erfreulichist, fällt sieinden südlichenernüchternd aus.3.1 KapazitätenimzitätenimBeherbergungsgewerbeEs hatte sich schon imVorjahr angedeutet: Nach fünf Jahren des vergleichsweise starken Kapazitätsausbaus imdeutschen Beherbergungsgewerbe verlangsamte sich die Entwicklung 2012. Nur sehr wenige neue Schlafgelegenheitenwurden geschaffen (+0,7Prozent), und die Zahl der Betriebe ging sogar leicht zurück (-0,5 Prozent).Zwar sind die Wachstumsraten auch inden Großstädten tendenziell rückläufig, doch noch immer wird dort relativstarkinvestiert. Allein in Berlin und Hamburgentstanden imvergangenen Jahr 28 neue gewerblicheBetriebeund mehrals 9.000 neue Schlafgelegenheiten. Auch das städtisch geprägte Nordrhein-Westfalenzählte 2012 zuden expansiven Bundesländern (Betriebe: +1,0Prozent; Schlafgelegenheiten: +2,2Prozent). Die meisten Flächenbundesländermeldeten jedoch eine Stagnation oderRückgänge.Die Kapazitätsentwicklung befindet sich dabei ineinem permanenten Spannungsfeld: Auf der einen Seite sindselbst die bestehenden Kapazitäten inder Nebensaison zuwenig ausgelastet. Auf der anderen Seite bedarf esneuer wettbewerbsfähiger Angebote, will man auch inder häufig ausgebuchten Hauptsaison zusätzliche Nachfrageinden Regionen und Städten generieren sowie neue Zielgruppen erreichen. Eines ist jedenfalls sicher:Ohne zielgerichtetenAusbauder Angebotsseiteist einNachfragewachstum mittelfristig nichtrealisierbar.DerKapazitätsabbauimSaarlandhältnach dem Ausnahmejahr 2011 weiter an –betroffen istvorallemSaarbrücken.Im Saarland setzte sich die Marktbereinigung im Beherbergungsgewerbe weiter fort. Abgesehen vom Jahr 2011verlor das Land zum fünftenMal in FolgesowohlBetriebeals auch Bettenkapazitäten. Allerdings hieltensich dieRückgänge 2012 in Grenzen: Es schlossen nurzweiAnbieter(-0,7 Prozent), womit rund 170SchlafgelegenheitenvomMarkt verschwanden (-0,8Prozent).27


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Dabei lassen sich fast alle Rückgänge auf den Regionalverbund Saarbrücken zurückführen (-2 Betriebe; -169Schlafgelegenheiten). Inden anderen Landkreisen stagnierte die Kapazitätsentwicklung oder ging nur sehrleicht zurück. Neue Schlafgelegenheitenkonntenur Neunkirchen mitder Eröffnungeines neuen Betriebes schaffen(+39).>>Abb.12Abb.12: Entwicklung derangerangebotenenSchlafgelegenheiteninBetriebenabzehnSchlafgelegenheiten2012gegenüber2011 (jeweils imJuli)Bundesländer (in %)Landkreise(in %)Hamburg9,3Berlin3,7Nordrhein-Westfalen2,2Baden-WürttembergRheinland-PfalzSachsen1,31,11,1-0,2-0,2Bremen0,7HessenNiedersachsen0,50,5-1,03,5Mecklenburg-VorpommernSchleswig-HolsteinBayern0,20-0,2-4,00,2Sachsen-AnhaltBrandenburgSaarlandThüringen-0,2-0,8-0,8-2,0


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013–Weniger erfreulich: Aufgrund der hohen Nachfrageverluste ging die Auslastung in den südlichen Landkreisentrotz Kapazitätsabbaus zurück. In der Region umSaarbrücken sank das Niveau sogar um mehr als 2Prozentpunkteauf36,0Prozent; inden benachbarten Kreisenhingegennur leicht um jeweils 0,7 Prozentpunkte. Währendsich Saarpfalz damit weiterhin über die landesweit zweithöchste Auslastungsrate (38,1 Prozent) freuenkann, gibt Saarlouis mit einer Belegung von 25,0 Prozent und dem bereits zwei Jahre währenden RückgangAnlass zurSorge.Dennoch reicht es insgesamt nur für ein leichtes Minus von knapp einem Prozent (entspricht 0,3 Prozentpunkten)auf ein Niveau von 31,6 Prozent. Damit landet das Saarland bundesweit im unteren Mittelfeld zwischenSpitzenreiter Hamburg (55,3 Prozent; unter den Flächenbundesländern Sachsen mit 36,8 Prozent) und SchlusslichtRheinland-Pfalz(26,6Prozent). >> Abb. 13Abb.13: Kapazitätsauslastung in BetriebenabzehnSchlafgelegenheiten2012gegenüber 2011Bundesländer (in %, inkl.Camping)SaarländischeLandkreise(in %, ohne Camping)Berlin6,0Thüringen4,5Sachsen4,2BayernBrandenburgSachsen-Anhalt4,24,24,21,36,1Baden-Württemberg3,7HessenHamburg1,72,9-2,70,4Nordrhein-WestfalenNiedersachsenMecklenburg-Vorpommern1,20,30,3-5,8-1,8Schleswig-HolsteinSaarlandBremen0-0,9-1,4


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013HotellerieimSaarland: eine Berg-und TalfahrtDeutschlandweit konnten alle Betriebstypen der Hotellerie ein klares Nachfrageplus erzielen. Im Saarland zeichnetsich jedoch kein eindeutiger Trend ab. Zwar wuchs die Nachfrage inden vergangenen zehn Jahren durchschnittlichum 1,7 Prozent (bundesweit: 2,8 Prozent); allerdings folgten auf erfolgreiche Jahre meist sofortÜbernachtungseinbrüche. So auch 2012, nachdem die Hotellerie zuvor mit einem zweimaligen Wachstum geglänzthatte (2010: +10,6 Prozent; 2011: +5,4 Prozent). Zudem deutlichen Minus trugen fast alle Landkreise bei(Ausnahme: St. Wendel). Amstärksten aber brach die Nachfrage inden südlichen Regionen ein (Saarbrücken,Saarpfalz).>>Abb.14auf derfolgenden SeiteSaarlandThermerme und geplantesThermenResortIm September 2012 eröffnete die Thermen- und Saunalandschaft in Rilchingen (Regionalverband Saarbrücken),dieseitdem bereits mehr als 210.000 Besucher empfangen konnte(Stand: August 2013). Im Februar2013folgtedas benachbarte Gesundheitszentrum (Medical-Vital-Center), in dem erste Gesundheitsanbieter wie Moltivitasmitihrer Dienstleistung begonnenhaben; ineinem weiteren Bauabschnitt sollen einHotel im Premium-Segmentsowie ein Wohnmobilpark entstehen. Allerdings hat sich die Planung eines potenziellen Investors und Betreibersfürden Hotelstandortverzögert. 16Auffällig ist die verhältnismäßig geringe Bedeutung der saarländischen Hotellerie: Mit knapp der Hälfte aller imLand getätigten Übernachtungen ist sie zwar das größte Volumensegment, liegt aber deutlich unter demdeutschlandweitenAnteilvon rund zwei Dritteln.StrukturelleProblemeinder Hotellerie: geringe Wettbewerbsfähigkeit,niedrigeAuslastung.Im bundesdeutschenVergleich fallenzudem strukturelle Probleme beider saarländischen Hotellerie auf.–Betriebsgröße: Die saarländischen Betriebe verfügen im Schnitt über weniger Betten als ihre Konkurrenten inanderen Regionen. Das gilt für alle Hotelleriesegmente, vor allem aber für die Hotels (Saarland: 57 Betten proBetrieb; Deutschland: 81),sowiefür fast alle Regionen des Landes (Ausnahme: Regionalverband Saarbrücken).Allerdings hat sich die Größe der Unterkünfte inden vergangenen zehn Jahren sehr positiv entwickelt: Heuteverfügtjeder Betriebdurchschnittlich über 9,3Bettenmehrals vorzehnJahren(Deutschland: +8,4 Betten).–Auslastung: Sie liegt imSaarland fast 9Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt. Mit einem Wert von31,6 Prozent ist die Hotellerieauslastung im Saarland kaum höher als die Gesamtauslastung; zudem belegtdas Land imDeutschlandvergleich den vorletzten Platz vor Rheinland-Pfalz. Insbesondere Saarlouis und St.Wendel haben mit einer rund 25-prozentigen Belegung den größten Nachholbedarf; in Saarbrücken hingegensind die Kapazitäten inder Hotellerie zufast 37Prozent ausgelastet. Erschreckend auch die teils hohen Rückgängeinden Landkreisen, was dem positivenDeutschlandtrend komplett zuwiderläuft. >> Abb. 14 auf der folgendenSeiteFerienunterkünfteund Campingplätze: Bilanz verhageltAuch die stark saisonabhängigen Beherbergungsformen imSaarland meldeten für das Jahr 2012 kein gutesErgebnis, nachdem sie inden Vorjahren stets an Übernachtungsvolumen zugelegt hatten. Inerster Linie ist dasauf die Angebotsdynamik zurückzuführen: So wurden im vergangenen Jahr nahezu keine neuen Schlafgelegenheitengeschaffen. Allerdings zeigen sich innerhalbdieserGruppedeutlich Unterschiede:16www.saarland-therme.de und www.saarland-thermen-resort.de30


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013–Gewinner imSaarland sind die Ferienhäuser und -wohnungen, die allerdings nur einen kleinen Markt abdecken.Insgesamtsindlandesweitnur acht Betriebe dieses Typs meldepflichtig (mit zehn Betten oder mehr), diezusammen nicht einmal 0,5 Prozent des Übernachtungsaufkommens ausmachen. Immerhin legten sie 2012aber um 6,6 Prozent zu. InDeutschland war die Entwicklung gerade in diesem Segment verhalten (-1,0 Prozent).–Jugendherbergen und Hütten sowie Campingplätze hingegen mussten erstmals seit 2008 wieder Federn lassen(jeweils mit einem Minus von rund5Prozent). Inden Jahren zuvor waren sie mit zweistelligenZuwachsratenbesondersaufgefallen.Abb.14: AusgewählteKennzahlen nach Betriebstypen(Betriebe ab zehn Schlafgelegenheiten)Übernachtungsentwicklung 2012 gegenüber2011(in %)DeutschlandSaarlandRegionalverbandSaarbrückenKreisMerzig-WadernKreisNeunkirchenKreisSaarlouisSaarpfalz-KreisKreisSt.WendelBeherbergungsbetriebe gesamt3,6-1,9-9,50,32,8-1,1-2,44,0Hotellerie*Ferienunterkünfteundähnliche Beherbergungsstätten**4,11,7-5,2-3,7-9,4k.A.-3,3k.A.-1,6k.A.-1,5k.A.-6,4k.A.k.A.4,9CampingplätzeSonstige tourismusrelevanteUnterkünfte***4,73,4-5,23,7k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.Betriebsgröße2012(Schlafgelegenheitenpro Betrieb)Auslastung 2012(in %)DeutschlandSaarlandRV SaarbrückenMerzig-WadernNeunkirchenSaarlouisSaarpfalzSt.WendelDeutschlandSaarlandRV SaarbrückenMerzig-WadernNeunkirchelouisSaar-SaarpfalzSt.WendelBeherbergungsbetriebe gesamt6776668152737010534,431,636,031,252,025,038,122,5Hotellerie*Ferienunterkünfteundähnliche Beherbergungsstätten**5149466562k.A.37k.A.28k.A.48k.A.46k.A.42k.A.39,931,931,832,536,9k.A.33,2k.A.31,9k.A.25,9k.A.28,8k.A.26,7k.A.CampingplätzeSonstige tourismusrelevanteUnterkünfte***314134233170k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.10,867,16,276,6k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.*Hotellerie: Hotels,Hotelsgarnis, Pensionen, Gasthöfe *** Sonstige tourismusrelevante Unterkünfte: Vorsorge-und Rehakliniken, Schulungsheime** Ferienunterkünfte und ähnliche Beherbergungsstätten: Erholungs- und Ferienheime,Ferienzentren, Ferienhäuser und Ferienwohnungen, Jugendherbergenund HüttenQuelle: dwif2013,Daten StatistischesBundesamtund StatistischesAmt SaarlandWährend die saarländischen Campingplätze imHinblick auf Betriebsgröße und Auslastung vergleichsweiseschlecht abschnitten, zeigten sich die Ferienunterkünfte trotz der aktuellen Zahlen wettbewerbsfähiger als inanderenRegionenDeutschlands.>>Abb.14Attraktivetive Zusatzangebotete für Jugendherbergen rgen –Hochseilgarten in WeiskirchenIn direkter Nachbarschaft zur Hochwald-Jugendherberge Weiskirchen (Landkreis Merzig-Wadern) hat imFrühjahr2013 eine neue Attraktion eröffnet: Der Waldseilgarten „HighLive“, der zwar nicht nur, aber inerster Linieaufdie Gästeder Jugendherbergeausgerichtetist (Schulklassen, Jugendgruppen, etc.)und sich damitbereits zueinemfestenProgrammbausteinfür dieJugendherbergsangeboteentwickelthat. 1717www.diejugendherbergen.de und www.highlive.org31


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Klinikenund Schulungsheime:Erfreuliches PlusDie sonstigen tourismusrelevanten Unterkünfte gehören zu den erfolgreichsten im Saarland. Nachfragezuwächseund überdurchschnittlich gute Positionen bei den Betriebsstrukturen zeugen von hoher Wettbewerbsfähigkeit.2012 konnte dieser Betriebstypsogar stärkerwachsen als imBundesdurchschnitt.–Die zwölf Kliniken imLand sind ein bedeutender Volumenbringer. Ihr Marktanteil bei den Übernachtungenbeläuft sich auf rund 35 Prozent. Umso unerfreulicher waren die Nachfragerückgänge der vergangenen Jahre(2010: -3,9; 2011: -1,2 Prozent). Mit einem erneuten Plus von2,1 Prozent scheinen die saarländischen Vorsorge-und Rehakliniken aber die Talsohle durchschritten zuhaben. Aufgrund eines gleichzeitig stattfindendenleichten Kapazitätsabbaus hat sich auch die Auslastung der Klinikbetten wieder auf dem hohen Ausgangsniveauvonrund 86 Prozenteingependelt(Deutschland: 82 Prozent).–Äußerst positiv verlief das Jahr auch für die Schulungsheime. Eine neue Einrichtung und mehr als 100 Bettenkamen 2012 hinzu, so dass mittlerweile sieben Heime mit knapp 500 Betten am Markt sind. Neues Angebotzieht indiesem Fall auch neue Nachfrage an: 40Prozent mehr Übernachtungen als imVorjahr, obgleich auchdasschon sehr erfolgreichverlaufen war.Gewinnerdes Jahres2012 sindFerienwohnungen und-häuser,aberauchKlinikenund Schulungsheime.5 DestitinationstypenimVergleichZusammenfassung–Neu im diesjährigen Tourismusbarometer ist ein Vergleich der Destinationstypen. Ergibt Aufschluss überGewinner und Verlierer im Deutschland-Tourismus und bietet damit Orientierung und bundesweite BenchmarksfürdieAkteure in denRegionenvor Ort.–Das Erfolgsranking zeigt: Während Städte und Seenregionen boomen und dynamischer wachsen als der deutscheGesamtmarkt, verzeichnen die anderen Destinationstypen unterdurchschnittliche Zuwächse. Selbst dieKüsten sind keine Selbstläufer mehr und haben zudem unter den Witterungsbedingungen der vergangenenSommer gelitten. Und auch die Weinregionen, die zwar langfristig auf Erfolgskurs sind, verzeichneten 2012teils deutlicheVerluste. DieMittelgebirge hingegen scheinen ihre Talsohle endgültigdurchschrittenzuhaben.Motiv-Vielfaltbei denGästen:Chance undHerausforderderungrungDie einzelnen Destinationstypen sprechen sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Motive von Urlaubern an: Sostehen in Städten eher Sightseeing und Kultur auf dem Programm, die Küsten bieten Erholung pur, und die Mittelgebirgs-und Seenregionen locken in erster Linie Aktivtouristen. Die deutschen Destinationen bieten aufgrundihrer Vielfalt das richtige Urlaubsangebot für jeden Geschmack, was auch inder bunten Motivstruktur derGäste zum Ausdruck kommt. Teilweise verbinden die Gäste sogar mehrere Urlaubsarten miteinander, üben alsosehr unterschiedliche Aktivitäten inein und demselben Urlaub aus. Insbesondere für die Vermarktung bedeutetdieseVielfalteineHerausforderung,weildie Zielgruppen nichtsoleichtgreifbarsind:32


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013–Erholung ist das Urlaubsmotiv schlechthin inDeutschland;mit großem Abstand landet daher der ErholungsurlaubaufPlatz 1der zehn beliebtesten Urlaubsarten.–Städtereisen legten inder Motivrangfolge denstärkstenAufstieg hin: Mittlerweile ist dieseUrlaubsartauf Platz 2gelandet. Sie ist vor allem bei Gästen aus dem Auslandgefragt.–Das Thema Natur wird insbesondere von den ländlichgeprägten Ländern und Regionen beworben. ZuRecht,denn Natururlaub ist bei den Deutschlandurlaubern sogarbeliebter als Kultur- oder Gesundheitsreisen.>> Abb. 15 aufder folgendenSeiteDeutschlandpunktet mitvielRuhe undNatur,beiausländischen Gästen aber vorallem mitStädtenundKulturschätzen.Abb.15: Die belieliebtestenUrlaubsartenrten inQuelle:Deutschland (Top10)Welcher Urlaubsart würden Sie Ihren Aufenthalt hauptsächlichzuordnen? (Mehrfachnennungenmöglich)ErholungStädteNaturKulturGesundheitWandernFamilienurlaubSightseeingRadfahrenAktivurlaub8%8%14%14%13%13%12%19%27%Alle Gäste Deutsche Gäste Ausländische Gästedwif2013,Daten QualitätsmonitorDeutschland-Tourismus2011/1234%Neu imJahresbericht2013:Vergleich derDestinationstypeninDeutschlandDerDestinationstyp spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl der Urlaubsdestination: Zum einen als imageprägendeLandschaftsformen (Gebirge, Wasser etc.), zum anderen durch angebotsspezifische Aspekte (Kulturdestinationen,Aktivregionen etc.). Ab sofort bildet das Tourismusbarometer jährlich einen deutschlandweiten Vergleichder verschiedenen Arten von Destinationen ab. Die Werte auf Bundesebene dienen als Orientierung für die Akteurevor Ort. Saarlandspezifische Aussagen sind nicht möglich, da sich die einzelnen Regionen beziehungsweiseLandkreisenicht eindeutig bestimmtenDestinationstypen zuordnen lassen.KlareRangfolgebei denDestinationstypen–Städte und Seenregionen wachsen seit Jahren sehr dynamisch. Auch 2012 waren sie Deutschlands erfolgreichsteDestinationstypen und die Einzigen, die stärker wuchsen als der touristische Gesamtmarkt. Bei denStädten sind esvor allem die Großstädte, die immer mehr Touristen anziehen, während die kleinen und mittelgroßenStädte zunehmend vom Wettbewerb abgekoppelt werden. Im Seenvergleich zeigt sich ebenfalls einParadigmenwechsel: Boomten bis dahin die natürlichen, weiträumig vernetzten Reviere im Nordosten der Republik,übernehmen nun künstliche Wasserwelten das Ruder (zum Beispiel die ehemaligen Tagebauregionenin Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg). Der Wettbewerbsvorteil liegt auf der Hand: umfangreiche Investitionenin die Hardware, eine von Beginn anstrategische Gewässerentwicklung sowie ausgeklügelte Marketing-undImagekampagnen.Neuer FerienparkimSaarland–rland–CenterParcBostalseePositive Entwicklung auch am Bostalsee imLandkreis St. Wendel: Seit Juli 2013 lockt der neue Ferienpark amBostalsee, Center Park, vor allem Besucher aus den Beneluxländern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen undBaden-Württemberg imUmkreis vonzweibis drei Autostunden an,und in denerstenMonaten istder Park nahezuausgebucht. Erergänzt die vorhandene aktivtouristische Infrastruktur –wie das Strandbad, die Surf- undSeglerbasis und den5-Sterne-Campingplatz. DasGesamtvolumen derInvestitionen im neuen Ferienpark beträgt130Millionen Euro,bei einer öffentlichen UnterstützunginHöhevon 32 Millionen Euro.Hiervon hatdas Ministe-33


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013rium für Wirtschaft,Arbeit, Energieund Verkehr Saarland für dienotwendigenGrundstücke unddie Erschließung14 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der Betreiber, Center Parks Europe (CEP), rechnet mit jährlich rund300.000 Übernachtungsgästen und bietet neben den Unterkünften ein Erlebnisbad und zahlreiche weitere Freizeitangebote.Durch die Philosophie eines „offenen Ferienparks“ können auch die umliegenden EinrichtungenUmsatzsteigerungen erreichen. 18Städteund Seen aufdem Vormarsch –Mittelgebirge„über den Berg“–Küstenmit geringer Dynamik–Die deutschenMittelgebirgsdestinationenhatteninden vergangenenJahrenmit teils hohen Nachfrageverlustenzukämpfen.Grund dafür warendie häufig veraltete Angebotsstruktur, damit einhergehendeImagedefiziteunddie älterwerdendeGästeklientel. Aus diesem Teufelskreis versuchensichdie einzelnen Regionen zu lösenund setzen dabei verstärkt auf neue, trendige Produkte und Kommunikationskanäle. Seit 2011 ist insgesamteine leichte Erholung zuspüren; 2012 stiegen die Übernachtungszahlen infast allen deutschen Mittelgebirgen.Besonders erfolgreich waren einmal mehr dieSächsischeSchweiz undder Schwarzwald. DiekonsequenteQualitäts- und Nachhaltigkeitsoffensive dieser Regionen ist ein Erklärungsansatz für die steigende Dynamik.Ausnahmen bestätigen allerdings auch hier die Regel: Vor allem die Mittelgebirge im Westen der Republikschwächelten2012. Besondersbetroffen warendie rheinland-pfälzischen Höhenzüge vonHunsrück undEifel.–Die Küstengebiete inDeutschland hatten zuletzt deutlich unter den schlechten Witterungsbedingungen zuleiden. Dahier der Inlandstourismus dominiert, konnte auch das dynamische Wachstum der ausländischenNachfrage nur wenig zur Linderung beitragen. Deshalb fielen die Übernachtungszuwächse 2012 zwar wiederpositiv, aber immernoch klar unterdurchschnittlichaus.–Der Tourismus inden deutschen Weinregionen brach 2012 drastischein, allerdings auch hier vorallem indenrheinland-pfälzischen Gebieten. Darum lagen die Zuwachsraten (+0,1 Prozent)nun eindeutig hinter denendesVorjahres(+4,5Prozent). >> Abb. 16Abb.16: Vergleichder Destinatinationstypen:Übernachtungsentwicklung in BetrietriebenabzehnSchlafgelegenhei-teninDeutschland 2012 gegenüber 2011Städte+5,8%Seenregionen+4,0%Mittelgebirge+2,1%Küstenregionen+0,4%Weinregionen+0,1%Deutschland insgesamt+3,6%Quelle:dwif2013,Daten StatistischesBundesamtund Statistische LandesämtersowieeigeneBerechnungenWeintourismus imSaarland–rland–Vinothek Dreiländereck imCloef-AtriumIm Dreiländereck Deutschland –Luxemburg –Frankreich gibt esvier völlig unterschiedliche Weinanbaugebiete.Mittendrin liegt das Tagungs- undBesucherzentrum Cloef-Atrium. Hier entwickelt dasRegionalmanagement derRegion Saar-Obermosel derzeit eine Vinothek, die als zentrale Anlaufstelle für Touristen der Region fungierenund über das Thema Wein(anbau) in der Region informieren wird. Zudem sind der Verkauf regionaler ProduktemitBezug zu Wein sowieWeinverkostungenvorgesehen. 1918www.bostalsee.de und www.centerparcs.de,Ministerium fürWirtschaft, Arbeit, Energieund Verkehr19www.region-saarobermosel.de34


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013IIIIII GASTGEWERBEUNDFREIZEITWIRTSCHAFT IM SAARLAND1 Wirtschaftliche Situatuation des Gastgewerbes1.1 Konjunktur- und MarktbewertungZusammenfassung–Nach einem guten Jahr 2011 kühlte sich die Umsatzentwicklung 2012 im deutschen Gastgewerbe etwas ab.Auch das Saarland war von Umsatzrückgängen betroffen. Auf die Beschäftigung hatte diese Entwicklung abernoch keinenegativen Auswirkungen.–Der Marktbereinigungsprozess des saarländischenGastgewerbes ist trotz rückläufiger Insolvenzen noch nichtabgeschlossen. Das spiegelt sich inder Anzahl der Gewerbeabmeldungen wider, die erneut höher ausfiel alsdieAnzahlder Anmeldungen.–Für die Zukunft gehen die Unternehmer im saarländischen Gastgewerbe trotzdem von einer stabilen bis positivenEntwicklung aus. Auch die Konsumlaune der Deutschen lässt auf ein erfreuliches Jahresergebnis 2013hoffen.Positive gesamtwirtschaftlicheKonjunktur- und Marktentwicklung in DeutschlandIn vielen Ländern Europas trübt die anhaltende Schuldenkrise die ökonomischen Aussichten deutlich ein.Deutschland hingegen ging gestärkt aus dem Krisenjahr 2009 hervor und hat seitdem sowohl beim Wirtschaftswachstumals auch bei der Beschäftigung insgesamt Positives zu vermelden. Nach den Erfolgsjahren 2010 und2011 wuchsdie deutsche Wirtschaft auch 2012, wenngleich etwasschwächer:um0,7 Prozent. DieBeschäftigunglegte um1,1 Prozent zu, wodurch die Arbeitslosenquote auf 6,8 Prozent und damit auf den niedrigsten Standseit 1991sank. >> Abb. 17Abb.17: Wirtschaftswachstumund Arbeitsrbeitslosigkeitimeuropäischen Vergleich 2009–20122012 20– in %–Wirtschaftswachstum in Deutschlandund derEurozoneArbeitslosenquoteinDeutschlandund derEurozone6,0DurchschnittlichesWachstum seit 2009:+2,6%Jahr2009 2010 2011 20124,02,00,02009 2010 2011 2012-2,0-4,0-6,0DurchschnittlichesWachstum seit 2009:+0,9%8,1 7,7 7,1 6,8Wachstum DeutschlandWachstum Eurozone9,6 10,1 10,211,4Quelle:dwif2013,Daten StatistischesAmt derEuropäischenUnion,Statistisches BundesamtDas Gastgewerbe bestätigt ebenfalls die insgesamt positive wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Gegenüberdem Vorjahr nahmen die Umsätze real um 0,2Prozent zu und hielten damit das Niveau des Jahres 2011.Dabei steigerte das Beherbergungsgewerbe seine Umsätze um 1,4 Prozent; die Gastronomie musste leichteEinbußen von-0,5Prozent hinnehmen.20GesamtwirtschaftlicheEntwicklung der Eurozoneund Deutschlands35


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Welche Themenbeschäftigendie Branche?–GEMA-Gebühren:Nachdem der irischeStaat die Hoteliers von denGebühren befreit hatte, entschied derEuropäischeGerichtshof im März 2012, dass kein EU-Staat die Beherbergungsbetreiber von der Gebühr befreiendarf. Umnicht rechtswidrig zu handeln, müssen Unternehmen mit Radio oder TVnun einen Lizenzvertrag mitder GEMA abschließen. Die GEMA-Tarifreform zum 1.Januar 2013 führte zwar zu einer höheren Preistransparenz,aber –insbesondere bei getränkegeprägten Gastronomiebetrieben –auch zueiner Gebührenerhöhungvon50bis 300Prozent.Ein Kompromisszwischender GEMA undder Bundesvereinigung für Musikveranstalterreduziert zumindest die Preiserhöhungen für das Jahr 2013. 21 Zudem unterstützte der saarländische Ministerfür Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr die Interessen der Tourismusbranche, indem er auf eine Überprüfungder bestehenden Rechtslage durch das Bundesjustizministerium gedrungen hat. Dadurch sollen unverhältnismäßigeBelastungenfürdie Betriebe vermieden werden.–HygieneampelinderGastronomie:FürihreVerfechterist dieHygieneampelein geeignetes Instrument,umfürmehr Transparenz und verbesserte Qualität zusorgen. Branchenverbände und Gastronomen hingegen sehendarindie Gefahr derStigmatisierung vonBetrieben,die nach einer schlechten Beurteilungkaumnoch Chancenam Markt haben dürften. Das bundesweite Transparenzsystem für Lebensmittel wird vorerst nicht flächendeckendumgesetzt, jedoch haben zwei Pilotstädte –Duisburg und Bielefeld –zum Juni 2013 die Hygieneampeleingeführt.Geprüft wird wie bisher durch dieLebensmittelkontrolleure. 22 Einanden Türen der Betriebe befestigtesKontrollbarometer macht die Ergebnisse transparent. Das Pilotprojekt ist auf zwei Jahre angelegt, unddieKoordinationläuft über dieVerbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.–Bettensteuer/Tourismusabgabe:Im April 2011 erhoben bundesweit 14Kommunen eine Bettensteuer, 23 aktuellsind es17Gemeinden und Städte. 24 Das Bundesverwaltungsgericht legte imJuli2012 fest, dass Gemeindennurauf privat veranlasste entgeltlicheÜbernachtungen von Erwachsenen Steuern erheben dürfen. BetriebemüssensomitzwischenPrivat- undGeschäftsreisendenunterscheiden.Aktuell ziehen HamburgerHoteliersgegen die dort erst kürzlich eingeführte „Kultur- und Tourismusabgabe“ vor Gericht. Am 5. April2013 wurdeein einstweiliger Stopp der Bettensteuererhebung abgelehnt. Die Betriebe müssen die Abgabe also bis Verfahrensendeerheben.–Energiekampagne:Aktuell läuft die von dem Umweltbundesamt und dem Bundesministerium für Umwelt,Naturschutzund Reaktorsicherheitgeförderte„DEHOGA Energiekampagnefür Hotels und Gaststätten“. Zielistdie Steigerung der Energieeffizienz und die Aktivierung von Einsparpotenzialen durch Angebote und Dienstleistungenwie Strom-/Gasvertragsprüfung, Umweltcheck und Berechnungstools. Neben ökonomischen Kriterienist ein Blick auf die eigene Energiebilanz wichtig. Erste Anlaufstellen sind der DEHOGA Bundesverbandunddie DEHOGA Landesverbände.DeutlicheAbkühlungimsaarländischenGastgewerbeDie Umsatzentwicklung 2012 im deutschen Gastgewerbe kühlte sich nach den stabilen Vorjahren etwas ab, wasdasSaarlandstärker zu spüren bekam: 25 >> Abb. 18 aufder folgendenSeite–Sowohl imsaarländischen Beherbergungsgewerbe (-2,0 Prozent) als auch inder Gastronomie (-1,8 Prozent)gingen dieUmsätze zurück.–Während sich im Beherbergungsgewerbe der schwache Trend des Vorjahres (-1,8Prozent) bestätigte, wurdein derGastronomiedas Plus desVorjahres (+3,0Prozent)überwiegendaufgezehrt.21www.dehogabw.de22www.rp-online.de23Sparkassen-TourismusbarometerOstdeutschland2011, S. 13524In weiteren fünf Städten(Aachen, Mainz, Schmalkalden, Suhl,Wuppertal) istdie Bettensteuer zurzeitausgesetzt.25Detailwerte zurUmsatzentwicklung nach Beherbergungund GastronomiekönnenAnhang6entnommen werden.36


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Weiterhin Markbereinigungstendenzentrotz rückläu-figerInsolvenzenDie Zahl der Insolvenzen verringerte sich bundesweitgegenüber dem Vorjahr um371 Fälle (-11 Prozent).Im Saarland waren es sogar -48Prozent (30 Fälleweniger). Dieser Trend im saarländischen Gastgewerbebetraf allerdings ausschließlich die Gastronomie.Im Beherbergungsgewerbe blieb die ohnehingeringe Insolvenzzahl (ein betroffener Betrieb) konstant.Um jedoch ein vollständiges Bild von der Marktentwicklungzu erhalten, lohnt ein Blick auf die Gewerbeanzeigen:Im Jahr 2012 gab es im Gastgewerbeauf Bundesebene 3,7 Prozent weniger Gewerbeanmeldungenals -abmeldungen. Damit weicht dasGastgewerbe von der Gesamtwirtschaft, die einenpositivenSaldo von6,1 Prozentausweist, ab.Abb.18: Umsatz-und Beschäftigungsentwicklung imQuelle:GastgewerbeUmsatz-und Beschäftigungsentwicklung im Gastgewerbe2011und2012 jeweilsgegenüber Vorjahr(in %)Umsatz 2011 2012 TrerendSaarland 1,9 -1,8Deutschland 2,4 0,2Beschäftigte 2011 2012 TrerendSaarland 2,0 1,1Deutschland 2,0 1,7dwif2013,Daten StatistischesBundesamtWenigerGewerbeanmeldungenals -abmeldungen im Saarland.Analog zu Bundestrend und Vorjahresergebnis gabes auch im Saarland weniger Gewerbeanmeldungenals -abmeldungen. Dieses Phänomen erklärt die kontinuierlichsinkende Zahl umsatzsteuerpflichtigerUnternehmen im Gastgewerbe trotz rückläufigerInsolvenzen. Der negative Saldo verringerte sichdabeivon 8,6auf 5,5Prozent. >>Abb.19Abb.19: Gewerwerbeanmeldungen und -abmeldungenimGastgewerbeSaldoaus An-und Abmeldungen 2011 und 2012 (in %)In denletzten Jahren warvon denMarktaustritten vorallem die Gastronomie betroffen. Der inder Branchevorherrschende Verdrängungswettbewerb führtezuletzt also zuweniger Insolvenzen, aber nach wievorzurelativ vielen freiwilligen Marktaustritten.-8,6-5,5Saarland-3,4-3,7Deutschland2011 2012Beschäftigungsplus imsaaaarländischen GastgeweastgewerbeQuelle: dwif2013,Daten StatistischesBundesamttrotz geringeringererUmsätzeDer gastgewerbliche Arbeitsmarkt inDeutschland entwickelte sich 2012 wie imVorjahr positiv und legte um1,7Prozent zu. Die Zahl der Stellen stieg sowohl im Beherbergungsgewerbe (+1,6 Prozent) als auch in der Gastronomie(+1,7 Prozent). Dazu leisteten Teilzeitstellen einen größeren Anteil als Vollzeitarbeitsplätze. Aufgrundder Struktur von Branche und Nachfrage (Stichwort Saisonalität) ist dieser Umstand nicht grundsätzlich negativzu beurteilen. Bundesweit arbeiten rund 1,5Millionen Beschäftigte im Gastgewerbe. 26 Erfreulicherweise steigertesich dabei der Anteil sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer von 61,1 auf 61,7 Prozent. ImSaarland26Sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte. Inder Regel dürfte die Anzahl durch weitere Ein-Euro-Jobsetc. noch deutlich höherausfallen.37


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013waren knapp 16.000 Menschen im Gastgewerbe beschäftigt. Hier erhöhte sich der Anteil der sozialversicherungspflichtigBeschäftigtengegenüber den geringfügig Entlohnten ebenfalls leicht von 51,5 auf51,7 Prozent. 27Damit weist das Saarland den geringsten Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten imGastgewerbeauf. Demnach dient dasGastgewerbe offenbar vielfach als Nebenerwerbsquelle, oderdie Mitarbeiter werdenausunternehmenspolitischenGründen nichtinein anderesBeschäftigungsverhältnis übernommen.Nachwuchssicherung wird schwieriger.Bei den Beschäftigten gab es im Saarland eine ambivalente Entwicklung: Während das Beherbergungsgewerbe(-1,4Prozent)nachgab, verzeichnete dieGastronomie (+1,7 Prozent) Beschäftigungszuwächse. DerRückgangimBeherbergungsgewerbeist aufden Abbauvon Teilzeitstellen(-5,0 Prozent)zurückzuführen.Auchinder Gastronomieentwickelten sich die Vollzeitstellen (+4,1Prozent) besser als die Teilzeitstellen (+0,8 Prozent),insbesondere im Sinne der Servicequalität eine positiveEntwicklung.Abb.20: Unbesetzte AusbibildungsstellenimGastge-werbe– rbe–in %–Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen:Saarland im BundesvergleichEine große Herausforderung ist die Nachwuchssicherungim Gastgewerbe. In Deutschland blieben insgesamt16,1Prozent der angebotenen Ausbildungsstellenunbesetzt. Noch dramatischer ist die Situation imSaarland. Hier lag der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellenbei 24,6 Prozent. Im Ländervergleichweist nur Mecklenburg-Vorpommern (25,3Prozent)einen noch höheren Wert auf. Das Gastgewerbe stehtdamit deutlich schlechter da als über alle Branchenbetrachtet: Der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellenlag insgesamt bei nur 6,4 Prozent (Bund) beziehungsweise5,6Prozent(Saarland). >> Abb. 2030,025,020,015,010,05,0Quelle:0,02007 2008 2009 2010 2011 2012GastgewerbeSaarlandGastgewerbeDeutschlandalle Branchen Saarlandalle Branchen Deutschlanddwif2013,Daten Bundesagenturfür Arbeit201327Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2013, davon: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 8.242, ausschließlichgeringfügigBeschäftigte:7.69838


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Prognose:Stabilebis leichtpositive Entwicklung2013 wird für Deutschland ein geringes Wirtschaftswachstumerwartet. Der Sachverständigenrat zurBegutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklunggeht von nur 0,3Prozent aus, hebt jedoch dieRolle des privaten Konsums für die Wirtschaftsentwicklungpositiv hervor. 28 Einer Analyse des StatistischenBundesamtes zufolge sind die privaten Konsumausgabenin Deutschland von 2000 bis 2012preisbereinigt um 7,2Prozentgestiegen. 29Abb.21: Zukunftsekunftserwartungendesrtungendes Gastgewerbes– in %–Anteil befragterUnternehmen, diefür 2013 voneiner stabilenbisverbesserten Entwicklung gegenüber2012ausgehen758180899696Trotz der negativen Umsatzentwicklung gibt dassaarländische Gastgewerbe eine stabile bis moderatoptimistische Prognose ab. Der Großteil der BetriebeGeschäftslage Beschäftigte PreiseSaarland Deutschlandgeht im kommenden Jahr von einer günstigerenoderzumindestgleichbleibenden Geschäftslageaus.Da-Quelle: DIHK-Saisonumfrage Herbst 2012beiliegt das Saarlandjedoch unterdem Bundesdurchschnitt.Bei Preisenund Beschäftigtenerwartendie befragtenUnternehmerebenfallsmehrheitlicheineStabilisierungoderVerbesserung. >> Abb. 211.2 Betriebswitriebswirtschaftliche Situation gastgewerblicherKreditnehmerderSparkassenrkassenZusammenfassung–Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Beherbergungsleistungen führte zueiner höheren Investitionsbereitschaftund steigenden Investitionsquoten. Das Investitionsvolumen liegt imSaarland sogar über den Abschreibungswerten,weshalb von einer Verringerung des Investitionsstaus und einer zukünftig steigendenWettbewerbsfähigkeit auszugehenist.–Allein aus Eigenmitteln ist dieser Wachstumskurs kaum zu finanzieren. Fremdkapitalgebern bietet das saarländischeGastgewerbeeine relativsolideEigenkapitalbasis.–Aus betriebswirtschaftlicher Sicht zeigt sich im Beherbergungsgewerbe somit eine erfreuliche Entwicklung.Von 2006 auf 2011 stiegen bei allen Betriebstypen die Gewinnmarge und die Innenfinanzierungskraft. Getriebenvon dem Wachstum der Budget-Hotels àlaMotel One birgt insbesondere der Betriebstyp „Hotel garni“noch Potenzial, während der Marktbereinigungsprozess bei Gasthöfen, in abgeschwächter Form auch beiPensionenweiter voranschreitet.Einführung und methodischeErläuterungenAb einer bestimmtenKredithöhemüssendie gastgewerblichen Unternehmen ihre Jahresabschlüsse zu Prüfzweckenbei der finanzierenden Sparkasse einreichen. Die Jahresabschlüsse werden nach einem vorgegebenenMuster aufbereitet, in die EDV eingegeben und zentral bearbeitet (sogenannte EBIL-Analyse). 30 Für die Zweckedes Tourismusbarometers wurden die erfassten Daten der Jahresabschlüsse speziell bearbeitet, typisiert undnatürlich anonymisiert. Nachfolgende Ausführungen gliedern sich in zwei Unterkapitel; sie bieten sowohl länderspezifischeAnalysen alsauchden Vergleichzentraler betriebswirtschaftlicher Kennzahlen.28www.faz.net29www.destatis.de30DeutscherSparkassen Verlag GmbH in Stuttgart (DSV-Gruppe); elektronische Bilanzanalyse39


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013–Indem ersten Teil erfolgteinejährlich wechselnde themenbezogene Analyseauf Ebeneder Bundesländer.Ausden zur Verfügung stehenden EBIL-Daten werden die auf das Thema abgestimmten Kennzahlen zielführendaufbereitet. In diesem Jahr liegtder Fokusauf derInvestitionstätigkeit derBranche.–Der zweite Teil ermöglicht vor allemeinegute Vergleichbarkeit der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Folglichwerden dieErfolgs-und Liquiditätskennzahlen nach Betriebstypendargestellt.Imjährlichen Turnus wechselnsich die wesentlichen Betriebstypen des Beherbergungs- und Gastronomiegewerbes ab. Der aktuelle Berichtgeht auf die Entwicklung von Hotels, Hotels garnis, Gasthöfen und Pensionen ein. Im kommenden Jahrwerden die gastronomischen Betriebstypen (Restaurants mitSelbstbedienung, Cafés undSchankwirtschaften)im Mittelpunktstehen.StichprobeIn die folgende Zeitreihenanalyse flossen die Bilanzdaten von rund 8.500 gastgewerblichen Betrieben ein. Siebasiert auf den Jahresabschlüssen der Jahre 2006 bis 2011. Für das Jahr 2011, auf das sich die aktuellstenKennzahlen beziehen, ist der Datensatz noch nicht vollständig, da laufend weitere Jahresabschlüsse eingehen.Da derErfassungsgradaberschon beirund70Prozent (knapp 6.000ausgewerteteBilanzen) liegt, sind fundierteAussagen zuraktuellenSituation sehr wohl möglich.BezugsgrößenAls Bezugsgröße gilt der Median. Zu dessen Ermittlung werden alle Kennzahlen der Größe nach geordnet. DerMedian ist der Wert, der genau inder Mitte liegt, wodurch der Einfluss von Ausreißern minimiert wird. Bei derBeurteilung der aktuellen Lage werden auch die Quartilswerte zur Einschätzung der Entwicklung der gut beziehungsweiseschlecht aufgestellten Betriebe herangezogen. 31 Diese sogenannten Orientierungswerte ermöglicheneine noch bessereEinschätzungdes eigenenBetriebsimWettbewerb.HinweisAlle Definitionen undZeitreihenvergleicheder im BerichtaufgeführtenKennzahlen sind im Anhang zusammengestellt.>>Anhang9und Anhang 10Investitionsverhaltengastgewerblicher Betrietriebe im SaarlandDie aktuell gute Konjunktur und der moderate Optimismus der Unternehmer geben Anlass zu der Annahme,dass das kommende Jahr wieder positiver aussehen wird. Zusätzlich herrschen dank der seit 2010 geltendengeringeren Steuerbelastung fürBeherbergungsbetriebeguteRahmenbedingungen fürInvestitionen.Investitionsabsichtenstiegen insbesondere 2010 und2011.Investitionsbereitschaftdurch MehrwerwertsteuersenkungangekurbeltDie grundsätzliche Investitionsbereitschaft erreichte im Jahr 2009 mit der Wirtschafts- und Finanzkrise ihrenTiefpunkt. Durch den ab 2010 reduziertenMehrwertsteuersatz für Beherbergungsleistungen wuchsen der finanzielleSpielraum und damit auch die Investitionsabsichten der gastgewerblichen Betriebe. Inzwischen hat sichdieEuphorieallerdingswiederabgekühlt.31Die Quartilswerte grenzen jeweils nach oben und unten diebesten beziehungsweise schlechtesten 25 Prozent der Werteab. Beispiel: Das 3. Quartil der Umsatzrendite von Hotels liegt bei 12,4 Prozent. Ein Viertel der Betriebe weist also mindestensdiesenoder einenhöherenWert auf.40


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013ReduzierteMehrwertsteuer:rtsteuer: Im Rahmen des 2009 verabschiedeten Wachstumsbeschleunigungsgesetzes erfolgtedie Senkung der Mehrwertsteuer auf Beherbergungsdienstleistungen zum 1. Januar 2010. Bisher liegt keinebelastbare Studie zur bundesweiten Auswirkung auf das Investitionsverhalten der Beherbergungsbetriebe vor.Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich die inregelmäßigen Abständen erneut aufkommendeDiskussion zur Wiederanhebung der Mehrwertsteuer hemmend auswirkt –speziell auf größere und langfristigeInvestitionen. Zuletzt stellte die schleswig-holsteinische Regierung imSommer 2012 einen entsprechendenAntrag an denBundesrat. 32 Dieser wurdeaberimNovember2012 abgelehnt.Es lässtsichdabei folgende Entwicklung feststellen:–Die Investitionsbereitschaft war vorallem in denJahren 2010und 2011 besonders hoch, fällt nun aber wiederab.–Die teils deutliche Diskrepanz zwischen Beherbergung und Gastronomie –der reduzierte Mehrwertsteuersatzkamausschließlich denBeherbergungsbetrieben zugute –relativiert sich inzwischen wieder.>>Abb.22Abb.22: Investitionsbereitschaftgastgewerblicher Betriebe 2009 -2012– in %–„Ja, unsereInvestitionen werden in derkommendenSaisonvoraussichtlich steigen.“504540353025201510502009 2010 2011 Frühjahr2012 Herbst2012DeutschlandSaarlandDeutschland 15%29%24%SaarlandSaarlandBeherbergungSaarlandGastronomie200933%29%36%Geringer finanziellerSllerSpielraumfür InvestitionentionenDie Mehrwertsteuersenkung führte zueiner kurzfristigen Steigerung der Investitionsbereitschaft. Im Saarlandkam zudem das erfolgreiche Kreditprogramm „Tourismus Plus“ hinzu, welches direkt zueiner Stimulierung derInvestitionstätigkeiten führte. Ähnlich ambivalent entwickelte sich der finanzielle Spielraum der Unternehmen.Dieser verbessertesichzwar, bleibt aber weiterhinunterdurchschnittlich.–Die Gewinnmargen im Gastgewerbe stiegen von 2006 bis 2011 im Saarland um 1,6Prozentpunkte und damitdeutlicher als imBundesdurchschnitt (+0,6Prozentpunkte). Trotzdem liegt der Wert mit 8,1 Prozent noch unterdemBundesschnittvon 8,8 Prozent.–Entscheidender aber ist die Entwicklung der Cash-Flow-Rate, die die Innenfinanzierungskraft der Betriebewiedergibt. Diese blieb im Saarland nahezu konstant. Zuletzt lag sie injedem zweiten Betrieb bei mindestens11,8Prozent und damit deutlich unter dem bundesweiten Wert von 14,0Prozent. Unter den Barometer-Bundesländernweist nurSachsen (11,7Prozent)einen ähnlich schwachenWertaus.Wirtschafts-undFinanzkrisenzkrise201047%68%24%Senkungng derMehrwert-rt-steuererHerbst201214%12%17%aktuelleInvestitions-ions-erwartungQuelle:DIHK-Saisonumfrage Frühjahr 2009-2012 undHerbst201232www.spiegel.de41


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013–Obwohl von der Mehrwertsteuersenkung nicht betroffen, legte vor allem die saarländische Gastronomie(+2,1Prozentpunkte) bei der Innenfinanzierungskraft deutlich zu. Das Beherbergungsgewerbe entwickeltesich dagegennegativ (-2,6Prozentpunkte).Investitionentionen steigen an – dennochweiterhin Potenzial nachobenSomit hat sich die finanzielle Lage im saarländischen Gastgewerbe verbessert. Gleichzeitig stieg die Investitionsbereitschaft.Kamesindem Beobachtungszeitraum aber auch tatsächlich zueiner steigenden Investitionstätigkeit?Zwei EBIL-Kennzahlen liefernentsprechende Ansatzpunkte:–Die Investitionsquotetionsquote misst die Bruttosachinvestitionen des Geschäftsjahres an der Gesamtleistung (Umsatz).Erfasst werden die Zugänge des Sachanlagevermögens (zum Beispiel Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Geschäftsausstattungund der immateriellen Anlagenwerte wie Patente und Firmenwerte). Sie gilt als Nachweisfürdie Investitionsneigung einesUnternehmens.–Die Abschreibungsquotewird in Prozent der Gesamtleistung (Umsatz) dargestellt. Mit Abschreibungen werdenplanmäßige und außerplanmäßige Wertminderungen von Vermögensgegenständen erfasst. Diese KennzahllässtRückschlüsse aufvergangeneInvestitionstätigkeiten zu.Erfolgsformel: Abschreibungen =Investitionen.Faustformel: Idealerweise sollte die Höhe der Investitionen mittel- bis langfristig der anfallenden Wertminderung(Abschreibungen) entsprechen. Nur dann kann einem schleichend entstehenden Investitionsstau entgegengewirktwerden. Insgesamt stiegen die Investitionstätigkeiten deutlich an, sodass von einem Wachstumskursgesprochen werden kann.–Im Saarland stieg die Investitionsquote (+3,4 Prozentpunkte) wesentlich stärker als in Deutschland(+0,5Prozentpunkte) und erreichte schließlich mit 5,8 Prozent nicht nur den höchsten Wert der letzten sechsJahre, sondern auch denSpitzenplatzunter denBarometer-Ländern.>>Abb.23Abb.23: InvestitionstätigkeitenimGastgewerbe 2006-2011– in %–Abschreibungs- und Investitionsquoteimsaarländischen Gastgewerbe2011 (in %)Abschreibungsquote20115,4Investitionsquote20115,8LegendeendeEntwicklung 2006 -2011positivstabil*negativ*Stabile Entwicklung:bis +/-0,4 ProzentpunkteDeutschlandBeherbergungGastronomieAbschreibungsquote4,7 5,9 3,3 Saarland5,4 Beherberbergung 6,5 Gastronomie4,4 DeutschlandBeherbergungGastronomieInvestitionsquote1,9 2,5 1,2 Saarland5,8 Beherberbergung7,2 Gastronomie4,6 Quelle:dwif2013,Daten DSV2013 (SonderauswertungEBIL-Daten)42


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Setzt man die Investitionsquote in Relation zum fortlaufenden Wertverfall, wird die erfreuliche Entwicklung imSaarland bestätigt, denn die Investitionen fallen höher aus als die Abschreibungen. Unter den Barometer-Ländernbefindetsichdas Saarland damitals einziges aufWachstumskurs unddamit in einerPhase des nachlassendenInvestitionsstaus.Hierwirddas Fundament fürzukünftiges Wachstum gelegt.WachstumausbeschränktenMittelnDieEigenmittel dürften zurFinanzierung des Wachstums kaumausreichen, denn auch in derabsoluten Betrachtungfällt die Innenfinanzierungskraft saarländischer Betriebe relativ gering aus: 33 Der durchschnittliche Cash-Flow saarländischer Beherbergungs- (33.000 Euro) und Gastronomiebetriebe (23.000 Euro) liegt deutlich unterdem Bundesschnitt (72.000 beziehungsweise 32.000 Euro). Dafür sind die kleinteilige Betriebsstruktur und diegeringen Cash-Flow-Raten verantwortlich. Der Cash-Flow dient gleichzeitig sowohl für Investitionen und Privatentnahmenals auch häufig als „Gehalt für den Inhaber“. Dementsprechend reduziert sich das Investitionsbudget.>>Abb.24Abb.24: Eigenkapitalanteilund Cash-Flow imsmsaarländischen GastgewerbeEigenkapitalquote: Top-25-% derBetriebeim Gastgewerbe201128 2672 74SaarlandDeutschlandFremdkapital(in %) Eigenkapital(in %)50%Mehr als11,8% derBetriebeimCash-Flow-RateSaarland weisenerreicht rund diemiteiner Eigenkapitalquotevonüber 17,4%Hälfte dergastgewerblicheneine relativsolideBetriebe im Saarland. Innenfinanzierungskraftauf.Im BeherbergungsgewerbeliegtderWert bei9,8%und inderGastronomie bei13,6%.Durchschnittlicher Cash-Flow saarländischerBeherbergungsbetriebe33.00000Euro0EuroDurchschnittlicher Cash-Flow saarländischerGastronomiebetriebe23.00000Euro0EuroQuelle:dwif 2013, Daten DSV 2013 (Sonderauswertung EBIL-Daten) und Statistisches Bundesamt (Umsatzsteuerstatistik)Erfolgsfaktor EigenkapitalEin Grund dafür, dass das Saarland trotz nachlassender Investitionsbereitschaft und geringer Innenfinanzierungskraftim Bereich Investitionen eine erfreuliche Ausnahme bildet, könnte in der Versorgung mit Fremdkapitalliegen. Zwar sind die Banken bei der Kreditvergabe in der Regel zögerlich, 34 und das Rating der Branchedurch Kreditinstitute fällt seit Jahren schlecht aus. Hauptgrund dafür ist die geringe Eigenkapitalausstattung. 35Doch hier erweistsichdas Saarland alsvergleichsweise gutaufgestellt:–Die Eigenkapitalausstattung der saarländischen Betriebe fällt besser aus als in Deutschland insgesamt.50 Prozentder Betriebe erreichen eine Eigenkapitalquotevon 17,4 Prozent undmehr. >> Abb. 24DieBeherbergungsbetriebe sind eigenkapitalstärkerals dieGastronomie. Diebesten25Prozent derBetriebeimBereich Beherbergung liegen mit mindestens 32,8 Prozent Eigenkapitalanteil unter den Barometer-Ländern aufPlatz3.Die besten Gastronomiebetrieberangieren mit23,2Prozent aufdem viertenPlatz.33Der Cash-Flow spiegelt die Innenfinanzierungskraft wider. Wird dieser mit den Umsätzen der Umsatzsteuerstatistikverknüpft, erhältman zumindest Tendenzaussagen über diezur Verfügung stehendenMittelder Betriebe.34Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung201335Sparkassen-TourismusbarometerDeutschland2011, Seite12343


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20131.3 Situatituation und Entwickluklungnach Betritriebstypen aufBundesebeneeneEine betriebstypenbezogene Ausführung bietet insbesondere den Vorteil des besseren Vergleichs, da sich einzelneBetriebe direkt mit den Kennzahlen anderer messen können. Zudem ermöglicht die langfristige Betrachtungvon 2006bis 2011 eine gute Potenzialeinschätzung nach Betriebstypen. 36 Die globale Auswertung derKennzahlen für dasGastgewerbe nach Bundesländernhingegen liefertnur Tendenzaussagen.Für die folgenden Ausführungen werden jährlich wechselnd verschiedene Betriebstypen aus dem Beherbergungs-und Gastronomiegewerbe dargestellt. Dieser Bericht betrachtet die Entwicklung des Beherbergungsgewerbes:Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen. Infolge zugeringer Fallzahlen auf Länderebene erfolgteine Analyse der Deutschlandwerte. Denn die bundesweiten Werte haben dank der großen Fallzahl eine besondershohe Aussagekraft. Alle Daten –auch für die Gastronomie –sind im Anhang noch einmal übersichtlich aufgeführt.>>Anhang10Die wesentlichen Kennzahlen und deren Entwicklung werden in Form eines Kennzahlenbarometers für die einzelnenBetriebstypendargestellt.>>Abb.25Abb.25: Erläuterung Kennzahlenbaromeometerfür Schlüsselkennziffernlkennziffern 37Cash-Flow-Ratein %Umsatzrenditein %DynamischerVerschuldungsgradin JahrePersonalaufwandsquotein %Anlagendeckungsgradin %Rohertragsquotein %Zinsaufwandsquotein %Kennzahlen zumBetriebserfolgLiquiditätskennzahlenBetriebstypEntwicklung 2006-2011Abschreibungsquotein %positivstabil*negativAmpelsignalisiertdie Entwicklung ausbetriebswirtschaftlicher SichtQuelle:dwif2011, DatenDSV 2013 (SonderauswertungEBIL-Daten)36Aktuellere Daten liegennicht vor,dadie Betriebe ihreJahresabschlüsse zumTeildeutlich zeitverzögert erstellen und beiden Sparkassen einreichen.37Eine steigende Abschreibungsquote erhöht den Cash-Flow, weshalb eine Zunahme der Abschreibungen als positiv undeine Abnahmeals negativgewertet wird.44


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013HotelsZusammenfassung–Die Hotels sind trotz einer zuletzt leicht rückläufigen Zahl der Betriebe von positiver Marktdynamik geprägt.Bettenkapazitätenund Marktanteilsteigen kontinuierlich an.Bei denSparkassen dominiertdieserBetriebstypmitWachstumstendenz. Mehr alsjeder dritte Kreditnehmer ausdem gastgewerblichen Segmentist einHotel.–Unter anderem angekurbelt durch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Übernachtungsdienstleistungen, stiegendieGewinnmargeund dieInnenfinanzierungskraft derHotels gleichermaßen.–Dies führte imBeobachtungszeitraum (2006 bis 2011) zwar zu einem erkennbaren Anstieg der Investitionsquote;trotzdem liegtsie noch immerunterhalb derAbschreibungen und sollte dahererhöhtwerden.Fakten38 2011 2012Betriebeebe 13.735 13.567Betten 1.108.575 1.139.127Betriebsgröße77 Betten 84 BettenAnkünfte78.985.424 81.817.779Übernachtungen158.236.481 164.174.161Bettenauslastungstung 41,1% 42,2%Marktanteilangewerbli-chenÜbernachrnachtungenQuelle:40,2% 40,3%Ø-Umsatzpro Betriebeb 1.224.150 39 € -Kreditnehmerquotete bei35,0%den Sparkassen40 (2010: 34,5%)Cash-Flow-Rate12,9%DynamischerVerschuldungsgrad6,6JahreAnlagendeckungsgrad71,6%dwif2013,Daten DSV2013 (SonderauswertungEBIL-Daten)-HotelsUmsatzrendite6,5%Personalaufwandsquote30,1%Rohertragsquote83,3%Zinsaufwandsquote3,3%Abschreibungsquote5,5%Der Betriebserfolg der Hotels weist trotz eines zuletzt leichten Rückgangs langfristig (2006 bis 2011) eine erfreulicheTendenz (+1,1Prozentpunkte) auf. Positiv wirkten sich sowohl die geringere steuerliche Belastungaufgrund des reduzierten Mehrwertsteuersatzes aus als auch die weitere Optimierung der Betriebsführung.Während der letzten sechs Jahre erhöhte sich vor allem die Wirtschaftlichkeit des Wareneinsatzes: um 1,3 Prozentpunkte.Diese Entwicklung verbundenmit geringeren Zinsaufwendungen undfallenden Abschreibungsratentrug zu dem positiven Ergebnis bei. Einzig die Personalkosten stiegen um 1,6 Prozentpunkte an. Mit rund 30Prozentliegensie aber immernoch aufeinem gutenNiveau.DieEntwicklung der Liquiditätskennzahlen zeigt solide Werte mit Potenzial. DieCash-Flow-Rate –eine der wichtigstenKennzahlen zur Beurteilung der Innenfinanzierungskraft –lag zuletzt auf dem höchsten Niveau seit2006. Erfreulich: Gerade die Betriebe mit bislang sehr geringem Cash-Flow legten überproportional stark zu. 41Der dynamische Verschuldungsgrad verbesserte sich ebenfalls deutlich von 8,9 auf 6,6 Jahre. Die nur befriedigendeAnlagendeckungsankerneutundist meisteineFolge derhäufigzugeringenEigenkapitalausstattung.Die positive Dynamik bei den Erfolgs- und Liquiditätskennzahlen übertrug sich auch auf die Investitionsaktivitätender Betriebe. Die Investitionsquote stieg seit 2006 im gleichen Umfang wie die Cash-Flow-Rate(+0,8Prozentpunkte). Die Abschreibungsquote sank zwar um0,4 Prozentpunkte, legte aber zuletzt gegenüberdemVorjahr leicht zu.38Alle Angabenentstammen der amtlichenBeherbergungsstatistik mitden Jahreswertenfür 2011 und 2012.39Im Jahr 2010 lag der durchschnittlicheUmsatzbei 1.160.611 Euro.40Anteil der Bilanzen des Betriebstyps „Hotel“ gemessen anallen vorliegenden „gastgewerblichen“ Bilanzen der Sparkassen411. Quartilstieg um 1,1Prozentpunkte.45


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Hotels garnisZusammenfassung–Das Wachstumssegment „Budgetbetriebe“ (Motel One, Ibis Budget etc.) fällt in diesen Betriebstyp und wirktsich spürbar auf die Marktstrukturen aus: Weniger Betriebe bei deutlich steigenden Kapazitäten und Betriebsgrößenvereinen wachsendeAuslastungs- undMarktanteilswerte.–Das größte Wachstumssegment imBeherbergungssektor legte auch innerhalb der Sparkassenwelt zu. DerAnteil derHotels garnis-Kreditnehmeranallengastgewerblichen Kreditnehmernstieg zuletztdeutlich an.–Alles in allem gibt eseine gute, solide Entwicklung. Gewinnmargen und Innenfinanzierungskraft stiegen anund führten zueiner Verbesserung der Schuldentilgungsfähigkeit sowie zueinem starken investiven EngagementderBetriebe.Fakten42 2011 2012Betriebeebe 8.038 7.758Betten 355.688 358.037Betriebsgröße41 Betten 46 BettenAnkünfte23.431.453 24.748.133Übernachtungen50.400.571 53.223.008Bettenauslastungstung 41,4% 43,1%Marktanteilangewerbli-chenÜbernachtungen12,8% 13,1%Ø-Umsatzpro Betriebeb 485.886 43 € -Kreditnehmerquotete bei7,4%den Sparkassen44 (2010: 6,1%)Quelle:-Cash-Flow-Rate20,5%DynamischerVerschuldungsgrad5,0JahreAnlagendeckungsgrad77,2%dwif2013,Daten DSV2013 (SonderauswertungEBIL-Daten)HotelsgarnisUmsatzrendite12,6%Personalaufwandsquote23,1%Rohertragsquote92,2%Zinsaufwandsquote3,4%Abschreibungsquote6,3%Derzunehmende Anteil an effizientgeführten Budgetbetrieben unddie geringeren Steuerbelastungen aufgrundder Mehrwertsteuersenkung imJahr 2010 führten zu einem Anstieg des Betriebserfolges. Zwischen 2006 und2011 nahm die Gewinnmarge um erfreuliche 3,3Prozentpunkte zu. Dasich sowohl die Werte für das 1.als auchfür das 3. Quartil verbessert haben, kann von einer Erhöhung des finanziellen Spielraums auf breiter Front ausgegangenwerden. Insoferntrübt auch dieum2,9 Prozentpunkte gestiegene Personalaufwandsquotebei gleichbleibendenWarenkosten nicht das Bild. Die Zinsaufwands- und Abschreibungsquoten sanken deutlich und trugenihrerseitszu derGewinnsteigerungbei.Das Plus bei derUmsatzrendite ist zum Teil auf sinkende Abschreibungsquotenzurückzuführen. Folglich konntedieInnenfinanzierungskraft nichtimselbenUmfangerhöhtwerden. Dennoch verzeichnetendie Hotelgarnis seit2011 einen Anstieg von 1,7Prozentpunkten. Jeder vierteBetrieb erreicht mittlerweile eine sehr gute Cash-Flow-Rate von rund 30Prozent. Die Schuldentilgungsfähigkeit nahm im Beobachtungszeitraum –ausgenommen dasKrisenjahr2009–konstant zu undlag zuletztbei einem dynamischenVerschuldungsgrad vonfünfJahren. Einenoptimalen Anlagendeckungsgrad von 100 Prozent erreicht nur ein Viertel der Betriebe. Eine Verbesserung kanndurchEigenkapitalerhöhungund/oderAbsicherung über langfristigesFremdkapitalerreichtwerden.Die Investitionstätigkeit stieg inden Jahren seit 2006 deutlich an. Zuletzt erreichte die Investitionsquote miteinem Wert von 2,7Prozent den höchsten Stand der letzten sechs Jahre. Wie bereits erwähnt gilt hier: DieserWert sollte zumindest weitgehend der Abschreibungsquote entsprechen. Bei den Hotels garnis realisiert dasaber nuretwas mehr alsein Viertelder Betriebe.42Alle Angabenentstammen der amtlichenBeherbergungsstatistik mitden Jahreswertenfür 2011 und 2012.43Im Jahr 2010 lag der durchschnittlicheUmsatzbei 450.374 Euro.44Anteil der Bilanzen des Betriebstyps „Hotels garnis“ gemessen anallen vorliegenden „gastgewerblichen“ Bilanzen derSparkassen46


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013GasthöfeZusammenfassung–Dieser Betriebstyp ist am deutlichsten durch Marktbereinigungsprozesse gekennzeichnet: Seit mehrerenJahren reduziert sich das Angebot. Zumindest die leicht steigenden Nachfragewerte deuten jedoch auf eineKonsolidierung am Markthin.–Der Anteil derKreditnehmer dieses Betriebstyps beiden Sparkassen warebenfalls leicht rückläufig.–Der Marktbereinigungsprozess wirkt sich positiv auf den Erfolg der bestehenden Betriebe aus. Die langfristiggestiegene Umsatzrendite führte auch zueinem Wachstum der Innenfinanzierungskraft. Dennoch reichen diefinanziellenMittelbei vielen Marktteilnehmern nichtaus,umfortlaufendeInvestitionen zu tätigen.Fakten45 2011 2012Betriebeebe 8.820 8.229Betten 210.407 202.064Betriebsgröße22 Betten 25 BettenAnkünfte8.561.096 8.620.259Übernachtungen18.470.308 18.544.003Bettenauslastungstung 25,7% 26,6%kassenMarktanteilangewerbli-chenÜbernachtungenQuelle:4,7% 4,6%Ø-Umsatzpro Betriebeb 224.06346€ -Kreditnehmerquotete beiden Sparkassen477,6%(2010: 8,0%)Cash-Flow-Rate17,3%DynamischerVerschuldungsgrad5,0JahreAnlagendeckungsgrad71,0%dwif2013,Daten DSV2013 (SonderauswertungEBIL-Daten)-GasthöfeUmsatzrendite11,1%Personalaufwandsquote25,6%Rohertragsquote72,3%Zinsaufwandsquote3,7%Abschreibungsquote5,4%Die Marktbereinigung der letzten Jahre verhalf den imMarkt bestehenden Gasthöfe zu einer langfristig positivenEntwicklung des Betriebserfolges. So stieg die Gewinnmarge in den letzten sechs Jahren zwar um2,6 Prozentpunkteauf 11,1 Prozent, doch fällt sie weiterhin nur befriedigend aus. Im selben Zeitraum trugen vor allemeine verbesserte Rohertragsquote (+1,6 Prozentpunkte), gesunkene Zinsaufwendungen (-0,9 Prozentpunkte)und eine leicht rückläufige Abschreibungsquote dazu bei. Die Personalaufwandsquote stieg um1,8Prozentpunkte aufgute25,6Prozent an.Die erfreulichen Betriebsergebnisse wirkten sich auch auf die Innenfinanzierungskraft aus. Die Cash-Flow-Rateerhöhte sich dank eines konstanten Anstiegs der letzten drei Jahre langfristig um 1,5 Prozentpunkte, blieb jedoch–mit knapp über 17Prozent –nach wie vor auf einem lediglich befriedigenden Niveau. Nur etwas mehr alsjeder vierte Gasthof dürfte mit einer Cash-Flow-Rate von 24Prozent (3. Quartil) über einen ausreichenden finanzwirtschaftlichenSpielraum verfügen. Der dynamische Verschuldungsgrad und damit die Schuldentilgungsfähigkeitverschlechterte sich –bei gleichbleibender Anlagendeckung –um 1,7Jahre. Für viele Gasthöfe bleibtdieLagealsoangespannt.Die häufig zugeringe Innenfinanzierungskraft wirkt sich hemmend auf das Investitionsverhalten aus. Die Investitionsquoteblieb,verglichenmit denweiterenBetriebstypen desBeherbergungsgewerbes,relativ konstant undlag mit 1,7Prozent auf dem Niveau des Krisenjahres 2009. Zudem gingen die Abschreibungen seit 2006 SchrittfürSchritt zurück. Beizahlreichen Gasthöfenist dahervon einemwachsendenInvestitionsstau auszugehen.45Alle Angabenentstammen der amtlichenBeherbergungsstatistik mitden Jahreswertenfür 2011 und 2012.46Im Jahr 2010 lag der durchschnittlicheUmsatzbei 208.904Euro.47Anteil der Bilanzen des Betriebstyps „Gasthöfe“ gemessen anallen vorliegenden „gastgewerblichen“ Bilanzen der Spar-47


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013PensionenZusammenfassung–Der Betriebstyp Pensionen zeigt ebenfalls Marktbereinigungstendenzen. Geprägt von angebotsseitigen Rückgängenbei steigender Nachfrage stabilisiert sich dadurch die Lage bestehender Betriebe. Der Anteil der Pensionenan allengastgewerblichen Kreditnehmernder Sparkassen blieb weitgehend konstant.–Die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zeigen, dass der Betriebserfolg und die Liquidität dieses Betriebstypsdank der Mehrwertsteuersenkung spürbar angehoben wurden. Bis auf die Personalkosten reduziertensich zudemallewesentlichen Aufwandspositionen.–Die steigende Innenfinanzierungskraft kurbelte die Investitionstätigkeit an. Diese erreichte das höchste Niveauwährenddessechsjährigen Beobachtungszeitraums.Fakten48 2011 2012Betriebeebe 5.705 5.432Betten 136.588 134.109Betriebsgröße21 Betten 25 BettenAnkünfte4.605.125 4.789.798Übernachtungen13.674.410 14.149.553Bettenauslastungstung 30,3% 31,6%Marktanteilangewerb-lichenÜbernachtungen3,5% 3,5%Ø-Umsatzpro Betriebeb 147.13649 € -Kreditnehmerquotete beiden Sparkassen50Quelle:2,8%(2010: 2,9%)-Cash-Flow-Rate27,5%DynamischerVerschuldungsgrad6,1JahreAnlagendeckungsgrad78,6%dwif2013,Daten DSV2013 (SonderauswertungEBIL-Daten)PensionenUmsatzrendite16,5%Personalaufwandsquote16,8%Rohertragsquote89,1%Zinsaufwandsquote6,9%Abschreibungsquote9,7%Die Ergebnisse der Pensionen haben sich langfristig ineine erfreuliche Richtung bewegt. Wegen des hohenAnteils anLogisumsätzen profitierten die Betriebe dabei besonders stark von der Mehrwertsteuersenkung. Dasbelegt auch die Entwicklung der Umsatzrendite, die ab 2010 einen spürbaren Sprung machte. Gegenüber demJahr 2006 stieg die Gewinnmarge um erfreuliche 6Prozentpunkte auf 16,5 Prozent. Dazu trug auch eine Aufwandsminderungfast allerPositionenbei.Nur diePersonalkosten stiegenum2,3 Prozentpunkte.Die Liquidität erhöhte sich im gleichen Beobachtungszeitraum, aufgrund leicht sinkender Abschreibungen jedochnicht indemselben Umfang wie beim Betriebserfolg. ImMedian erreichen die Pensionen mittlerweile eineauskömmliche Cash-Flow-Rate von 27,5Prozent. Nur ein Viertel von ihnen liegt unterhalb von rund 15 Prozentund weist damit eine zugeringe Innenfinanzierungskraft auf. Die Anlagendeckung fällt mit etwa 79Prozent ambesten von allen Beherbergungstypen aus. Der dynamische Verschuldungsgrad reduzierte sich deutlich von8,7auf 6,1Jahre undspiegeltdie insgesamtpositiveEntwicklung wider.Diese verbesserte betriebswirtschaftliche Ausgangslage schlug sich mit einem Plus von 1,4Prozentpunkten aufdie Investitionsquote nieder: Mit zuletzt 3,6Prozent ist esder höchste Wert seit 2006. Die Abschreibungsquotesank zwar leicht,liegt aber mitknapp 10 Prozent aufeinem vergleichsweise hohenNiveau.48Alle Angabenentstammen der amtlichenBeherbergungsstatistik mitden Jahreswertenfür 2011 und 2012.49Im Jahr 2010 lag der durchschnittlicheUmsatzbei 134.136 Euro.50Anteil der Bilanzen des Betriebstyps „Pensionen“ gemessen anallen vorliegenden „gastgewerblichen“ Bilanzen derSparkassen48


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20132 QualitätderBetriebeZusammenfassung–Die Qualitätsorientierung im Tourismus wird immer wichtiger. Ausbaufähig ist allerdings die Bekanntheit dereinzelnenLabel.EinestärkereVerzahnungund Erhöhung derTransparenz istoffenbarnotwendig.–Bei der Klassifizierung von Unterkünften hat das Saarland in den vergangenen Jahren aufgeholt. DieMarktabdeckungbei den Hotels mit „Stern“ ist bei fast 50 Prozent angelangt. Auch Ferienwohnungen und -häuserkonnten zunehmend für die Teilnahme an einer Klassifizierung gewonnen werden –entgegen dem rückläufigenDeutschlandtrend. Ausbaupotenzial besteht vor allem bei den höherwertigen Unterkünften im4-und 5-Sterne-Segment.–Gute Positionen erzielt das Saarland bei den Themenlabeln. Sowohl im Rad- als auch imWandertourismusverfügt das Land über Qualitätsgastgeber und ausgezeichnete Infrastruktur. Inder Fläche besteht jedoch insbesonderebeidenQualitätsgastgebern WanderbaresDeutschlandNachholbedarf.–Servicequalität: Während es landesweit zu wenig Touristinformationen mit zertifizierter Qualität gibt, kannsich das Ergebnis bei den Teilnehmern der ServiceQ-Initiative sehen lassen. Wichtig ist hier aber, nicht nachzulassenunddie Unternehmenauchindie Stufen II undIII mitzunehmen.–Die Zufriedenheit der Gäste ist ein weiterer wichtiger Indikator. Bei der Bewertung von Hotelbetrieben aufOnlineplattformenlandetdas Saarland deutschlandweitnur aufdem vorletztenPlatz.Qualitätbleibt bt ein wichtigesThemaDie Angebots- und Servicequalität der touristischen Leistungsträger ist ein zentrales Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeiteiner Destination. Insbesondere steigende Gästeansprüche und mehr Reiseerfahrung habendazu geführt, dass auf Seiten der Nachfrager ein qualitativ hochwertiges Angebot immer mehr anBedeutunggewinnt –sowohl imHinblick auf die Entscheidung für einen Urlaubsort als auch für die Zufriedenheit währendundnachder Reise. Dashaben dieTourismusförderer in denLandesregierungen ebenfalls erkannt.Qualitätsförderungrung imSaamSaarlandüberdasKreditprogramm „TourismusPlus“Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes hat imJuni 2010 ein bis 31.12.2011befristetes umfangreiches Förderprogramm für den Tourismus gestartet. Insgesamt war esmit 9,3 MillionenEuro dotiert und umfasste Förder- und Kreditmittel für Hotel- und Gaststättenbetriebe. Damit wurde ein aktiverBeitrag zur Umsetzung der Tourismusstrategie 2015 geleistet. Zentraler Bestandteil war das Kreditprogramm„Tourismus Plus“, mit dem Investitionen zur Errichtung, Erweiterung und Modernisierung gefördert wurden. DiegünstigenKreditkonditionen waren allerdings andie Erfüllung vonQualitätskriterien unddie Teilnahme an Qualitätsinitiativengebunden. 51 Die Investitionszuschüsse für Übernachtungsbetriebe sowie die damit verbundeneErfüllung vonQualitätsanforderungenbestehenjedoch fort.Dabeilohnt sich einBlick über die regionalenGrenzen …Besonders konsequent verfolgt das Land Brandenburgdiesen Weg: denn hier wird sich das Thema Qualität künftig sowohl auf die Tourismusförderung als auch auf dieVermarktung auswirken. Gemäß der aktuellen Tourismuskonzeption orientiert sich die Landesregierung bei derVergabe von Fördermitteln an der Einhaltung von Qualitätskriterien. Zudem erwartet die Tourismus-MarketingBrandenburg GmbH von den von ihr vermarkteten Betrieben, dass diese mindestens an einem KlassifizierungsoderZertifizierungssystem teilnehmen. Ab 2015 istdas sogarBedingung für die Integration derLeistungsträgerin daslandesweite Marketing. 5251www.saarland.de52Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg 2011 und Tourismus-Marketing BrandenburgGmbH201249


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Bekanntheitsgrad vielelerLabelausbaufähigDa Qualität jedoch in erster Linie das subjektive Empfinden des Gastes widerspiegelt, gibt eseine Vielzahl anSiegeln und Labeln zur Messung des Angebots- und Serviceniveaus im Tourismus anhand transparenter undobjektiv aussagefähiger Kriterien. Zuden ältesten und bekanntesten zählt das international etablierte Systemder Hotelsterne, das acht von zehn Deutschen vertraut ist. Deutlich weniger vertraut sind die meisten Gäste mitden jüngeren Güte- und Qualitätssiegeln. Insbesondere die Initiative ServiceQualität Deutschland kennen erst11 Prozentder Deutschen. Eine Ausnahme istdas ADFC-Zertifikat für radfahrerfreundliche Betriebe:Mehr als einDrittel der Bevölkerung weiß etwas mit dem Begriff„Bett+Bike“ anzufangen. Einerseits gilt es also den Bekanntheitsgradder etablierten Qualitätssiegel zu erhöhen und andererseits auf die Entwicklung weiterer Label zugunstenderTransparenz zu verzichten. Vorhandene Systemesindstärker miteinanderzuverzahnen. >> Abb. 26Qualität wird zu einemzentralen Kriterium fürTourismusförderung und -marketing.Abb.26: Bekanntheitdertder Klassifizierungssysteme undausgewählterTheterThemenlabelinDeutschland81%derDeutschen bekannt8.400Betriebe bundesweit16%derDeutschen bekannt62.900Betriebe bundesweit11%derDeutschen bekannt4.100Betriebe bundesweit36%derDeutschen bekannt2%tatsächliche Nutzung5.500Betriebe bundesweit13%deraktiven Wandererin Deutschlandbekannt2%tatsächliche Nutzung1.200Betriebe bundesweitQuelle:dwif 2013, Daten dwif/DSGV 2010, Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH 2011, BMWi 2010, DeutscherHotel- und Gaststättenverband, Deutscher Tourismusverband e.V., ADFC Sachsen, DeutscherWanderverbande.V., Kooperationsgemeinschaft ServiceQualitätDeutschland2.1 KlassifizieruizierungssystemeBei der Klassifizierung von Beherbergungsbetrieben in Deutschland gibt esverschiedene Systeme, die insbesondereauf die unterschiedlichen Anforderungen einzelner Betriebstypen ausgerichtet sind. Gemein ist ihnenein fünfstufiges Sterne-System, das es den Nachfragenden ermöglicht, Ausstattung und Niveau der Unterkünftebesser einzuschätzen und zuvergleichen: Je mehr Sterne, desto höher die Anforderungen. Der Bewertung liegtein Katalog mit verschiedenen Kriterien zur „Hardware“, also der Ausstattung eines Betriebes, zugrunde. DieKlassifizierungist kostenpflichtig, erfolgtaberauf freiwilliger Basis.Im Rahmen desTourismusbarometers werden folgende Klassifizierungssystemeunter dieLupegenommen:–Klassifizierung von Hotels und Hotels garnis. Die Hotelklassifizierung wird seit 1996 vom Deutschen HotelundGaststättenverband (DEHOGA) durchgeführt. Seit 2010 nimmt Deutschland andem europaweit einheitlichenHotelklassifizierungssystem„Hotelstars Union“ teil,unter demsichmittlerweile 13 Länder vereinen. 5353www.hotelsterne.de50


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013–Deutsche Klassifizierung für Gästehäuser, Gasthöfe und Pensionen. Die G-Klassifizierung wurde 2005 vomDEHOGA als Träger inKooperation mit dem Deutschen Tourismusverband e. V. (DTV) entwickelt. Adressatenfür die Auszeichnung sind Beherbergungsbetriebe mit mehr als neun Gästebetten und maximal zwanzig Gästezimmern,diewederHotelcharakteraufweisen noch denBegriff „Hotel“inihrem Namenführen. 54–Klassifizierung von Ferienwohnungen/-häusern und Privatzimmern. Das System wurde 1994 vom DTV entwickeltund ist in diesem Segment deutschlandweit führend. Die Kriterien werden alle drei Jahre, zuletzt 2013,weiterentwickeltund an dieErwartungen derGäste angepasst. Seit Anfang dieses Jahres präsentierensichdie„Sterneferien“-Unterkünfte in neuem Design undauf einem modernisierten Internetportal. 55DEHOGA-HotelklassifizierungDeutschlandweit sind 8.352 Betriebe und damit knapp 40Prozent aller Hotels und Hotelsgarnis mit DEHOGA-Sternen ausgezeichnet. Der Anteil klassifizierter Betriebe hat sich gegenüber2012 um einen Prozentpunkt erhöht. Den überwiegenden Teil der Klassifizierungenmachen die 3-Sterne-Betriebe aus (60,1 Prozent), während dem Luxussegment (4bis 5Sterne)nurknappein Drittelaller Häuser zuzuordnenist,mit leichtsteigenderTendenz.Im Saarland liegt der Anteil der klassifizierten Betriebe insgesamt deutlich über dem Bundesmittel und hat imvergangenen Jahr nochmals zugelegt (2013: 49,0 Prozent; 2012: 30,3 Prozent). Fast dreißig neue Hotels undHotels garnis haben sich neu für die Klassifizierung entschieden, sodass aktuell (Stand: Februar 2013) 75der153 Anbieter „Sterne“ tragen. Damit hat auch die Bedeutung des Saarlands innerhalb Deutschlands zugenommen.Hier hat die Förderinitiative des Landes (siehe auch Exkurs-Kasten „Tourismus Plus“) erste sehr erfolgreicheFrüchtegetragen.Mittlerweile trägt fast dieHälftealler Hotels (garnis) im Saarland „Sterne“.Regionaler Schwerpunkt ist die städtisch geprägte Region um Saarbrücken, die mit 24 Unterkünften fast einDrittel aller DEHOGA-klassifizierten Betriebe im Saarland auf sich vereint. Das ist deutlich mehr als der Marktanteilan Übernachtungen im Regionalverband. Eine ähnlichhoheBedeutunghaben klassifizierte Hotelbetriebe imbenachbarten Saarlouis. Zwar weist auch Merzig-Wadern zahlreiche Sterne-Unterkünfte auf, hier aber mit leichtunterdurchschnittlichem Marktanteil.Ausbaufähig ist allerdings der Anteil des Luxussegments (4- bis 5-Sterne Unterkünfte). Saarlandweit liegt dieser2Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt. Selbst im Regionalverband Saarbrücken und im Kreis St. Wendel–den Landkreisen mit der höchsten Bedeutung hochklassiger Hotels –ist lediglich ein Drittel aller Betriebemit vier oder fünf Sternen ausgezeichnet. Eine geringere Quote weist neben dem Saarland nur noch Rheinland-Pfalz auf. Auch 2012 ging der Zuwachs in der saarländischen Sterne-Hotellerie vor allem auf 3-Sterne-Unterkünfte mit einem Plus von 13Betrieben zurück. In den höheren Klassen kamen sieben zusätzliche 4Sterne-Unterkünftehinzu.>>Tab.3aufderfolgendenSeite und Abb. 27 aufder übernächsten Seite54www.g-klassifizierung.de55www.sterneferien.de51


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Tab. 3: Klassifizieassifizierungssysteme/Marktanteile imÜbemÜberblick – Anteile an allen Übernabernachtungen /klassifizieassifiziertenObjekten in Deutschlandbeziehungsweise imSmSaarlandin%rlandin%–ÜbernachtungenDEHOGA-KlassifizierungG-KlassifizierungDTV-KlassifizierungSaarland,davon0,6 0,9 0,7 0,6Merzig-Wadern 25,5 24,0 50,0 31,2Neunkirchen 9,2 5,3 0,0 7,9RV Saarbrücken 22,4 32,0 0,0 17,5Saarlouis 10,0 16,0 50,0 8,5Saarpfalz-Kreis 17,3 10,7 0,0 18,8St.Wendel 15,4 12,0 0,0 16,1Baden-Württemberg 11,7 16,5 17,8 12,6Bayern 20,6 21,7 33,8 32,4Berlin 6,1 3,1 0,0 0,1Brandenburg 2,8 2,3 2,6 2,0Bremen 0,5 0,6 0,0 0,1Hamburg 2,6 1,2 0,0 0,0Hessen 7,4 6,1 4,3 2,3Mecklenburg-Vorpommern 6,9 3,6 1,4 8,8Niedersachsen 9,8 10,0 6,7 11,9Nordrhein-Westfalen 11,2 13,0 6,6 3,5Rheinland-Pfalz 5,2 8,5 10,3 7,4Sachsen 4,5 3,7 5,8 1,8Sachsen-Anhalt 1,8 2,5 2,5 0,7Schleswig-Holstein 6,0 3,0 1,4 14,8Thüringen 2,4 3,1 5,9 1,0Deutschland100,0 100,0 100,0 100,0Lesehilfe:Quelle:Veränderung gegenüber dem VorjahrDasSaarland hatte 2012 einenAnteilvon 0,6Prozent an allenÜbernachtungen in gewerblichen Beherbergungsbetriebenin Deutschland. Im Vergleichzum Vorjahrblieb dieserWert stabil.Demgegenüber lagderMarktanteilder DEHOGA-Klassifizierungenmit 0,9 Prozent leicht darüberund zeigte eine steigende Tendenz.dwif2013,Daten DeutscherHotel- und Gaststättenverband, DeutscherTourismusverbande.V., StatistischesBundesamtEinerseits zeugt der geringe Anteil von Luxusunterkünften noch von Potenzial; andererseits kann es bei derKlassifizierungnicht allein darum gehen, hochklassige Angebote auszuzeichnen. Geradeein breites Teilnehmerspektrum–also auchUnterkünfte im 1- bis 3-Sterne-Segment –trägt zu mehr Transparenz und Gästezufriedenheitbei. Es müssen also weiterhin Betriebe jeglicher Couleur davon überzeugt werden, dass das Tragen vonSternenimmermit einemQualitätsversprechenund somiteinem Vorteilinder Kundenanspracheverbunden ist.52


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013G-KlassifizierungIm Gegensatz zuder etablierten und bei Nachfragern wie Anbietern bekannten Hotelklassifizierungist die Marktdurchdringung des Klassifizierungssystems für Gasthöfe und Pensionenerheblich geringer. Zwar stieg die Akzeptanz in den vergangenen Jahren spürbar an, dochnach wie vor sind in Deutschland erst 6,5 Prozent der Unterkünfte dieser Betriebstypen klassifiziert.Das Saarland nimmt hier allerdings eine gewisse Vorreiterrolle ein: Mit der Teilnahmequotevon13,3 Prozentliegt es im Bundesländervergleichander Spitze.Allerdings ist auch hier noch viel Luft nach oben: Zum einen nehmen lediglich sechs (von 45) Gasthöfen undPensionen imLand ander G-Klassifizierung teil –die Zahl ist gegenüber dem Vorjahr sogar um einen Betriebzurückgegangen. Zumanderen erweisen sich nurzweiLandkreiseals tatsächlichaktiv:Merzig-Wadern undSaarlouismit jeweils dreiG-klassifizierten Unterkünften. >> Tab. 3auf dervorhergehendenSeite undAbb.27Saarland mitbesterMarktdurchdringungbei derG-Klassifizierung fürPensionen undGasthöfe.Bislang schaffen esnur wenige Unterkünfte auf ein hochklassiges Niveau. Mit fünf Sternen wurde bislang wedereine Pension noch ein Gasthof in Deutschland ausgezeichnet. Zudem tragen bundesweit nur vierzig Betriebe(rund5Prozent)vierSterne; immerhin einer davonimLandkreis Saarlouis.Abb.27: Klassifizierungssysteme – Grad derMarktdurchdtdurchdringungimBundesländervergleichrgleichDEHOGA-Klassifizierung fürHotels undHotels garnis(Stand:Februar 2013)G-Klassifizierung fürGäsrGästehäuser,Gasthöfeund Pensionen(Stand:Februar 2013)DTV-Klassifizierung fürFerienwohnungen/-häuserund Privatzimmer(Stand:März2013)*HamburgThüringenBremenBerlinBaden-WürttembergSaarlandRheinland-PfalzNiedersachsenSachsen-AnhaltBayernSachsenBrandenburgNordrhein-WestfalenMecklenburg-VorpommernHessenSchleswig-Holstein46,275,4Saarland30,435,858,655,2ThüringenRheinland-Pfalz50,744,1Baden-Württemberg27,229,318,849,249,044,1BayernSachsen-AnhaltNordrhein-Westfalen42,729,439,832,039,030,138,136,735,234,634,434,234,150,331,232,225,836,4SachsenBrandenburgNiedersachsenSchleswig-HolsteinHessenMecklenburg-VorpommernBerlinHamburgBremen13,316,79,71,98,25,67,31,97,14,47,04,56,506,09,85,104,95,14,404,213,22,3000BerlinSachsenMecklenburg-VorpommernHamburgBayernRheinland-PfalzBaden-WürttembergBrandenburgSchleswig-HolsteinSachsen-AnhaltNordrhein-WestfalenBremen25,0 NiedersachsenHessenSaarlandThüringen60,559,458,250,048,748,045,745,444,943,642,941,741,239,137,335,3Anteil klassifizierter Betriebe an allenHotels /Hotelsgarnis bzw. Gasthöfen/PensionenAnteil 4- und 5-Sterne-Betriebe/-Objekte an allenklassifizierten Betrieben/Objekten• Da in deramtlichen Statistiknicht dergesamte Ferienwohnungs- und Privatvermietermarkt erfasstwird (nur gewerblicheBetriebeabzehnSchlafgelegenheiten),kann hier kein Anteil derklassifizierten an allenBetrieben ausgewiesenwerden.Quelle:dwif 2013, Deutscher Hotel- und Gaststättenverband, Deutscher Tourismusverband e.V.und StatistischeLandesämter53


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013DTV-KlassifizierungInsgesamt waren in Deutschland imMärz 2013 knapp 61.000 Ferienwohnungen,-häuser und Privatzimmer vom Deutschen Tourismusverband klassifiziert.Jedoch zeigt sich ein rückläufiger Trend: 2011 waren es noch mehrals 66.000 Objekte, imvergangenen Jahr rund 64.000. Im Saarland hingegenstieg die Zahl der Teilnehmer 2012 –wie bereits imVorjahr –nochmalserfreulich an(+40 Unterkünfte), so dass aktuell (Stand: März 2013) fast 380Objekte vom DTV klassifiziert sind. Der saarländische Anteil amdeutschenGesamtmarktliegt nungleichauf mitdem übernachtungsbezogenenMarktanteil desLandes.Die meisten neu ausgezeichneten Ferienunterkünfte liegen imLandkreis Merzig-Wadern, der ohnehin der unangefochteneMarktführer imSaarland ist. Nachdem im Laufe des Jahres 2011 zehn Zertifikateausgelaufen waren,glichen die 25 Verlängerungen und Neuzugänge 2012 dies mehr als aus. Insgesamt finden sich hier 118 Anbieterund damit mehr als 30Prozent aller DTV-klassifizierten Objekte landesweit. Aber auch dieanderen Landkreise(Ausnahme: RegionalverbandSaarbrücken; -2 Unterkünfte) gewannen weitereTeilnehmerhinzu.Zwar zeichnet sich ein Trend zu höherklassigen Segmenten ab; sowohl bundes- als auch landesweit hat sich derAnteil der Objekte mit vier oder fünf Sternen in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich erhöht. Dennochblieb er im Saarland vergleichsweise gering (Deutschland: 47,1 Prozent, +4,2 Prozentpunkte gegenüber 2011;Saarland:37,3 Prozent, +3,5 Prozentpunkte). Lediglich im Kreis Merzig-Wadern liegt der Anteil der Luxus-Ferienunterkünftemit rund 56 Prozentüberdem Bundesdurchschnitt.FerienunterkünfteimSaarland: Breites Angebotsspektrum oderNachholbedarfinder Qualität?Die Streuung der zertifizierten Betriebe über die verschiedenen Segmente hinweg ist also auch in diesem BereichimSaarlandwesentlich stärkerausgeprägtals in vielen anderenBundesländern.Das kann ebenso miteinerbesseren Aktivierung der Marktteilnehmer auf allen Ebenen und der somit größeren Transparenz für die Gästezusammenhängen, wie auf abweichende Anbieterstrukturen hindeuten (geringere Anzahl von saarländischenBetrieben im4-und 5-Sterne-Segment gegenüber den niedrigeren Kategorien). Die fehlende Vollerhebung desAngebotes der Ferienwohnungen, -häuser und Privatzimmer, im Gegensatz zur amtlichen Statistik, lässt andieserStelleleiderkeineweitereBewertung derMarktdurchdringungzu.2.2 ThemenlabelLabel oder auch Gütesiegel stehen inengem Zusammenhang mit den Klassifizierungssystemen. Sie orientierensich ebenfalls anbestimmten (Mindest-)Kriterien zur Ausstattung eines Betriebes, differenzieren dabei jedochnicht nach einem Sterne-Prinzip. Aufgrund hoher Themen- oder Zielgruppenorientierung variieren die Anforderungenan das jeweilige Label. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Siegeln für die unterschiedlichsten Themen.Zu denbekanntestenund im Deutschland-Tourismusfestetabliertengehören:–ADFC-Bett+Bike. Vor knapp zwanzig Jahren hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC) dasBett+Bike-Zertifikat für fahrradfreundliche Betriebe eingeführt. Unabhängig davon, obder Gast auf seinerRadtoureineUnterkunft für eine Nachtsucht oder an seinem Urlaubsort Fahrradausflügeindie Umgebung unternimmt,obein komfortables Hotel oder eine gemütliche Pension gewünscht ist: Die zertifizierten Betriebeerfüllen alle Anforderungen dieser Zielgruppe und bieten diverse Zusatznutzen wie Fahrradkeller, Informati-54


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013onsmaterial, Trockenräume und Werkzeug. Außerdem vergibt der ADFC ein Gütesiegel für Radwege inverschiedenenSterne-Kategorien (Qualitätsradrouten). 56–Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland. Das Qualitätssiegel ermöglicht es Wandertouristen, besonderszielgruppenorientierte Unterkünfte und Gastronomiebetriebe zuerkennen. Das Label wird seit 2005 vomDeutschen Wanderverband e. V. nach bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards vergeben. Soerhält derWandergast eine transparente Orientierungs- und Entscheidungshilfe für seine Reiseziel- und Unterkunftswahl.NebendenGastgebernzeichnet derWanderverband auch Qualitätswanderwegeaus. 57–ADAC-Campingplatz-Profil. Der Camping Caravaning Führer des ADAC gibt Campingtouristen wertvolle Hinweiseundeinen umfassenden Überblicküberdie Campingplätzeinder gewünschtenZieldestination.Die zahlreichenAuswahlkriterien helfen dem Kunden dabei, den optimalen Platz zufinden. Campingplätze könnensich nach dem ADAC-Campingplatz-Profil inden Bereichen Sanitär, Standplätze, Versorgung, FreizeiteinrichtungenundAnimation prüfen undmit jeweils bis zu fünf Sternenbewertenlassen. 58Bett+BikeIn den vergangenen zehn Jahren stießendurchschnittlich rund 250Betriebepro Jahr zur deutschen Bett+Bike-Community, sodass sich die Zahl derradfahrerfreundlichen Unterkünfte in diesem Zeitraum nahezu verdoppelthat (2002: rund 2.900; Anfang 2013: knapp 5.500). Allerdings ist allmählichein abflachendes Wachstum zu beobachten, was auf eine gewisse Marktsättigung hindeutet. So wurden 2012bundesweit lediglich 164 Unterkünfte (+3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr; zum Vergleich: Zehnjahresdurchschnitt+8,8ProzentproJahr) zertifiziert.Bett+Bike istund bleibt eine Erfolgsgeschichte, neue Nischen bieten zusätzliches Potenzial.Die meisten Bett+Bike-Betriebe liegen in Bayern, allerdings dicht gefolgt von Niedersachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Diese vier Bundesländer vereinen allein mehr als die Hälfte der zertifiziertenUnterkünfteaufsich. Im Saarland sind 1,5Prozent allerzertifiziertenRadunterkünfteangesiedelt –damitliegtderen Marktanteil inDeutschland deutlich über demder Übernachtungen (0,6 Prozent).Sechs neue Unterkünfte zeichnete der ADFC 2012 imSaarland aus. Das entspricht einem Plus von 7,9 Prozent(bundesweit: 3,1 Prozent). Am aktivsten zeigte sich wiederum Merzig-Wadern, wodrei Bett+Bike-Unterkünftehinzukamen. Der Landkreis imNordwesten baute seinen Marktanteil somit aus und stellt mittlerweile fast 40Prozent des Angebotes dar. ImNachbarlandkreis St. Wendel spielen radfahrerfreundliche Betriebe –verglichenmit dem Marktanteil der Übernachtungen –ebenfalls eine sehr wichtige Rolle (insgesamt 18Anbieter, jedochleicht rückläufig). >> Tab. 4auf derübernächstenSeiteNeben zielgruppenorientierten Gastgebern bietet das Saarland auch eine gute Basisinfrastruktur für den Radtourismus:So findet sich die richtige Tour für jeden Geschmack –sportlich oder gemütlich, Flachland oder Steigungen,LangstreckeoderKurztrip. Relativgut aufgestellt istdas Land auch bei der Qualität derWegeinfrastruktur.Zwei ADFC-Qualitätsradrouten verlaufen quer durch das Saarland: der flussbegleitende Saar-Radweg(4 Sterne)sowiedie Rundtour aufdem Saarlandradweg (3 Sterne). 5956www.bettundbike.de57www.wanderbares-deutschland.de58www.campingfuehrer.adac.de59Stand: Mai2013; www.adfc.de55


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Neues Zusatzlabel: Bett+Bike SportSeit Anfang 2013 bietet der ADFC neben dem „normalen“ Bett+Bike-Label auch eine sportliche Variante an.Gastgeber, die gezielt Rennradfahrer und Mountainbiker ansprechen wollen, können sich nun mit der ZertifizierungBett+BikeSport auszeichnen lassen. Dazu müssensie über dieallgemeinenKriterien fürfahrradfreundlicheUnterkünfte hinaus spezielle Anforderungen für die Bedürfnisse der sportlichen Radler erfüllen. Derzeit ist dieZertifizierung noch auf die Pilotregion Sauerland mit 17„Sport-Unterkünften“ beschränkt. 60 Gerade im Hinblickauf die zahlreichen vorhandenen beziehungsweise derzeit neu entstehenden Mountainbike-Strecken im Saarlandistmit demneuen LabelweiteresMarktpotenzial verbunden.Aber der Wettbewerb schläft nicht: Bislang hat es keine der beiden Radrouten unter die Top 10 in Deutschlandgeschafft (allerdings auch frequenzbedingt). Der All-Time-Favorit unter den deutschen Radwegen ist und bleibtder Elberadweg, der noch nicht einmal einen ADFC-Stern trägt. 61 Brandenburg setzt voll auf die Radwegeinfrastrukturund hat sich mit insgesamt 18 ausgezeichneten Radwegen an die bundesweite Spitze vorgearbeitet.Damitsendet dasLandein klares Signal an dieRadlerimIn- undAusland.Gerade aufgrund seiner Größe kann und muss das Saarland aufQualität und das Besondere setzen. Das Land istE-Bike-Region, setzt auf grenzübergreifende Porjekte wie die „Velo-Route SaarLorLux“ oder „Velo vis avis“ undprofiliert sich als Qualitätsregion. Derartige Initiativen und Positionierungsansätze gilt esweiter auszubauen,um sich im Wettbewerbumdie Radtouristen zu behaupten.WanderbaresDeutschlandIn Deutschland tragen 1.234 Betriebe das Siegel als Qualitätsgastgeber für Wandertouristen.Zwar konnte mit Mecklenburg-Vorpommern ein weiteres Bundesland für dieses Themenlabelgewonnen werden, sodass nun insgesamt zwölf Länder teilnehmen. Die Zahl derzertifizierten Gastgeber hat sich dennoch ein weiteres Mal leicht verringert (2012: 1.240;2011: 1.298). Im Saarland waren imFebruar 2013 nur noch 35Betriebe vom DeutschenWanderverbandausgezeichnet, vier weniger als imJahrzuvor.Dennoch bleibtder Anteil amdeutschenGesamtmarkt aufdem vergleichsweisehohen Niveau vonknapp 3Prozent.Infrastrukturund Angebote fürWanderersindgut entwickelt, allerdings nurpunktuell.Doch nicht jedes Reisegebiet nimmt an der Qualitätsoffensive für den Wandertourismus teil. Sofinden sich alleinin Merzig-Wadern 60Prozent aller saarländischen Qualitätsgastgeber (21) –mit steigender Tendenz (+2gegenüber April 2012). Hier verläuft auch das Highlight unter den Wanderwegen im Saarland: der Saar-Hunsrücksteig als einer der 14„Top Trails ofGermany“ 62 ,der 2009 zudem zu„Deutschlands schönstem Wanderweg“63 gekürt wurde. Der Steig berührt auch den Landkreis St. Wendel, wenngleich davon nur Nonnweilerprofitiert:Hiersindsiebenwanderfreundliche GastgeberzuHause (-1).>>Tab.4aufder folgenden SeiteAuch beim Thema Wandern ist die Wegeinfrastruktur ein zentrales Entscheidungskriterium. Zunehmend werdendaherauchZertifizierungenfür Wanderwege durchgeführt. Das Saarland hatsich indiesemSegment strategischschon lange auf die sogenannten Premiumwanderwege fokussiert. Doch Wege allein reichen nicht aus: Eine60www.bettundbike.de61ADFC-Radreiseanalyse 201362Stand: Mai2013; www.top-trails-of-germany.de63www.wandermagazin.de56


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013klareZielgruppenorientierung istgefragt. Dafür müssendie Leistungsträger entlang derWegesensibilisiert undmotiviert werden. Sobedarf esetwa weiterer Qualitätsgastgeber im Land, umden Gästen ein durchgängig positivesUrlaubserlebnis mit dengegenwärtiggängigenServiceszubieten.Tab. 4: Themenlabel– Marktanteile imÜberblick– Anteile an allen Übernachtungen /zertifiziertifiziertenrten BetrietriebeninDeutschland undimSaarlandin%andin%–ÜbernachtungenBetriebeebeWanderbaresresDeutschlandBett+Bike-ADAC-CampingplätzeSaarland,davon0,6 1,52,80,9Merzig-Wadern 25,5 37,8 60,0 40,0Neunkirchen 9,2 1,2 0,0 0,0RV Saarbrücken 22,4 20,7 14,3 20,0Saarlouis 10,0 11,0 0,0 20,0Saarpfalz-Kreis 17,3 7,3 5,7 10,0St.Wendel 15,4 22,0 20,0 10,0Baden-Württemberg 11,7 13,6 18,1 12,8Bayern 20,6 15,6 16,5 18,6Berlin 6,1 0,5 0,0 0,4Brandenburg 2,8 7,5 1,1 5,0Bremen 0,5 0,3 0,0 0,1Hamburg 2,6 0,2 0,0 0,2Hessen 7,4 7,0 13,8 6,2Mecklenburg-Vorpommern 6,9 4,8 0,2 7,7Niedersachsen 9,8 14,1 1,9 14,3Nordrhein-Westfalen 11,2 11,0 10,5 6,3Rheinland-Pfalz 5,2 9,9 25,4 8,7Sachsen 4,5 3,1 2,3 3,0Sachsen-Anhalt 1,8 2,8 1,0 2,1Schleswig-Holstein 6,0 5,4 0,0 11,3Thüringen 2,4 2,7 6,5 2,5Deutschland100,0 100,0 100,0 100,0Lesehilfe:Quelle:Veränderung gegenüber dem VorjahrDasSaarland hatte 2012 einen Anteilvon 0,6Prozent an allenÜbernachtungen in gewerblichen BeherbergungsbetriebeninDeutschland.Im Vergleichzum Vorjahrblieb dieserWert stabil.Demgegenüber lagderdeutschlandweite Marktanteilder saarländischen Bett+Bike-Betriebe mit1,5 Prozentdarüber und zeigtezudem eine steigende Tendenz.dwif 2013, Daten ADFC Sachsen, Deutscher Wanderverband e. V., ADAC Verlag GmbH, StatistischesBundesamt57


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Gesundheitswandern – zertifiziert durch denDeutschen WanderverbandrbandDas Konzept zum Gesundheitswandern wurde vor drei Jahren vom Deutschen Wanderverband in Kooperationmit der Fachhochschule Osnabrück entwickelt. Es vereint den Wandersport mit einer präventiven Gesundheitsförderung,in erster Linie durch aktive Übungen, Wissensvermittlung und Verhaltensänderung. Dazu bietet derVerband eine fünftägige Fortbildung zum zertifizierten Gesundheitswanderführer an. Etliche Studien haben diegesundheitsfördernde Wirkung des Wanderns längst bestätigt. Zum Teil werden die Teilnahmegebühren sogarvon den Krankenkassen übernommen. Im Saarland gilt es, diese Marktlücke zu schließen: Von den deutschlandweitrund 140zertifiziertenGesundheitswanderführern ist keiner in demsüdwestlichen Bundesland zu finden. 64ADAC-CampingplätzeDer ADAC-Camping Caraving Führer listet 1.132 Campingplätze inDeutschland auf, von denensich knapp 1Prozent imSaarland befinden. Damit wurde fast jeder vierte von der amtlichenStatistik ausgewiesene Betrieb vom ADAC erfasst (Saarland: 34,5 Prozent). In den vergangenenJahren kamen nur wenige neue Betriebe hinzu, weshalb sich die Kräfteverhältnissezwischen den Bundesländern und Regionen nur geringfügig verändert haben. Die meisten ausgezeichnetenPlätze stellen die ohnehin campingstarken Bundesländer im Süden und Norden Deutschlands. Hier erreicht derADAC-Führer auch diegrößte Marktabdeckung (zwischen42und 50 Prozent). Saarlandweit ist wiederumMerzig-Wadern mitviergelistetenPlätzen führend. Jeweils zweiweist derADACimRegionalverband Saarbrückenund inSaarlouisaus,jeweils einenimSaarpfalz-Kreisund in St.Wendel.>>Tab.4aufder vorherigen SeiteEcocamping– Urlaubmitder NaturEbenfalls auf Campingplätze ausgerichtet ist das Label Ecocamping. Allerdings verfolgt dieInitiative nicht vordergründig die Verbesserung der Angebots- und Servicequalität der Einrichtungen,sondern setzt sich vielmehr für nachhaltigen Campingtourismus ein. Campingplätze,diedasZertifikaterwerbenmöchten, müssen vorabeinen Beratungs- undSchulungsprozessdurchlaufen, dersie beider Einführung einesUmwelt-Managementsystems begleitet. Mittlerweilenehmen Campingplätze in sechs europäischen Ländern daran teil. Bundesweit gibt es 215 Betriebe mit demzertifizierten Umwelt-Managementsystem, davon drei im Saarland. Vorreiter mit vierzig Ecocamping-Plätzen istdasKüstenbundeslandMecklenburg-Vorpommern, wo dasLabel auch entwickelt wurde. 652.3 QualilitätssiegelAnders als bei den Klassifizierungs- und Labelsystemen, die in erster Linie die „Hardware“ eines Betriebes bewerten,liegt der Schwerpunkt bei den Qualitätssiegeln deutlich stärker auf der Servicequalität der touristischenDienstleistung. Während bei der „i-Marke“ ausschließlich Touristinformationen unter die Lupe genommen werden,können an der Initiative „ServiceQualität Deutschland“ touristische Leistungsträger aller Branchen undsogarganze Tourismusorte teilnehmen.–DTV-i-Marke: Die Zertifizierung von Touristinformationen durch den Deutschen Tourismusverband e. V. (DTV)blickt auf eine mittlerweile fünfzigjährige Geschichte zurück. Die erste Anerkannte Touristinformationsstelle(ATIS) wurde1961 vergeben.ImJahr2006 hat derDTV dasKonzeptder ATIS-Anerkennung grundlegendüberarbeitetund die i-Marke eingeführt. Deren Mindestkriterien setzen Maßstäbe in der Sicherung von Qualität64Stand: Juli 2013; www.gesundheitswanderfuehrer.de65Stand: April2013; www.ecocamping.net58


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013und imService der Touristinformationen inDeutschland. Die i-Marke verspricht dem Gast einen hohen Wiedererkennungswertin zahlreichen Städten und Gemeinden. Alle drei Jahre werden die Bewertungskriterienüberarbeitet undden aktuellenErfordernissenangepasst. 66–ServiceQ: Die Initiative ServiceQualität Deutschland wurde 2001 gestartet, um die Servicequalität von Dienstleisternin Deutschland nachhaltig zuverbessern. Als dreistufiges Schulungs- und Zertifizierungsprogrammbefähigt es Mitarbeiter von Dienstleistungsunternehmen dazu, die erlernten Instrumente rund um das ThemaServicequalitätimUnternehmen umzusetzenund es zur Zertifizierung zu führen. 67DTV-Zertifizierungrung fürTouristinformationenDie Zahl der i-Marken-Auszeichnungen hat sichseit dem Einführungsjahr kontinuierlich erhöht:Bereits 2006 wurde die Marke von 100 zertifizierten Einrichtungen überschritten und bis heutemehr als verfünffacht (März 2013: 537 Touristinformationen). ImSaarland lief die Zertifizierungrecht schleppend an. Selbst heute tragen von den ehemals 17 ATIS-zertifizierten Informationsstellenerst sieben das „rote i“. Immerhin ist der Anteil von 1,1 Prozent anallen zertifiziertenTouristinformationen inDeutschland etwas höher als der übernachtungsbezogene MarktanteildesSaarlandes(0,6Prozent).i-Marke hatdeutlichen Aufholbedarffür mehr Gästeservice im Saarland.Wie viel Luftnachoben noch besteht, zeigt sich auch auf regionalerEbene. DerLandkreis Merzig-Wadern ist mitvier i-Marken (Losheim am See, zwei MalMettlachund Merzig)führend; wobeiesbis vorkurzemnochfünfwaren.St. Wendel hat 2012 eine weitere Touristinformation auszeichnen können und verfügt jetzt über zwei zertifizierteAnlaufstellenfür seineGäste (Nonnweiler und Nohfelden). Zudem kammit der i-Marke fürdas Touristbüro derLandeshauptstadt dieerste Auszeichnung in derRegionSaarbrücken hinzu. >> Abb. 28 aufder folgendenSeiteServiceQualitätDeutschlandIm Februar 2013 waren inDeutschland mehr als 4.100 Betriebe und Einrichtungen mit demServiceQ ausgezeichnet. Das entspricht einem Zuwachs von 14,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.Besonders erfreulich entwickelte sich die Zahl der neuen Betriebe inder Stufe I(+470 Betriebe),während die Teilnahmebereitschaft in den höheren Stufen nach wie vor auf sehr wenigeBetriebe beschränkt ist (+31 inStufe II, +2inStufe III). Diese stellen bundesweit nur rund 6Prozentaller Q-Teilnehmer. Auch im Saarland machen die Stufe I-Teilnehmer den Großteil aus (92 Prozent; zumVergleich: Deutschland94Prozent). In dieStufe IIIhat es bislangkeinsaarländischerBetrieb geschafft.Während inStufe Ivor allem die Sensibilisierung der Betriebe für das Thema Qualität imVordergrund steht,legen erst die folgenden Stufen den Grundstein für eine umfassende Qualitätsentwicklung: InStufe II wird aufBasis von Mystery Checks sowie Kunden- und Mitarbeiterbefragungen ein Stärken-Schwächen-Profil für denBetrieberarbeitet; StufeIII verlangt einUnternehmensaudit unddie Einführung eines Qualitätsmanagementsystems(nach DIN EN ISO 9001:2008). Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen jedoch, dass zunächst die Re-Zertifizierungen der Stufe 1oberste Priorität haben sollten, denn jenseits der eigentlichen Coachings und derAuszeichnung kommt es in erster Linie auf die folgende Umsetzung in den Betrieben an. Ein laufender, engerAustausch zwischen den Verantwortlichen in den Betrieben und den für die Zertifizierung verantwortlichen Stellenistdafürunerlässlich.66www.deutschertourismusverband.de67www.q-deutschland.de59


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Auf den ersten Rängen im Bundesländervergleich hat sich nur wenig getan. Noch immer rangieren Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern mit den meisten Q-Betrieben vorn. Auf den Plätzen 4und 5folgen NiedersachsenundNordrhein-Westfalenmit Marktanteilenzwischen 8und 10 Prozent.Fürdie meistenBetriebehörtServicequalität bislangbei StufeIauf.Das Saarland vereint immerhin 2,2 aller Service-Q-Teilnehmer auf sich (Marktanteil der Übernachtungen: 0,6Prozent) und baute seine Marktposition seit Einführung des Instruments 2008 konsequent aus. Allein in denvergangenen beiden Jahren kamen fast vierzig neue Betriebe hinzu (2011: 50; 2012: 79; 2013: 89). >>Abb. 28aufder folgendenSeite–Die meisten Betriebe mit Q-Zertifikat hat der Landkreis Merzig-Wadern zu bieten (23) –was, gemessen amMarktanteil, aber nicht überproportional viele sind. Erfreulicherweise konnten gerade imletzten Jahr siebenneue Unternehmen akquiriert werden. Ähnlich stellt sich die Situation inder Region Saarbrücken dar (17 Q-Betriebe,2012: +4).–Jeweils rund 20 Prozent aller saarländischen Q-Unternehmen liegen in den Kreisen Saarlouis und St. Wendel,die bei den Übernachtungen deutlich geringere Marktanteile erzielen. Zudem wurde inbeiden Kreisen 2012sehr erfolgreich umNeuzugänge geworben (Saarlouis: +10 auf 16; St. Wendel: +9 auf 18). Federführend dabeiwarund istdie TourismuszentraleSaarland.Abb.28: QualitätssiegelimBundesländervergleichi-Marke (Zahlder zertifizierten Touristinformationen)ServiceQualitätDeutschland(Zahl derteilnehmenden Betriebe)Dezember 2006 März 2013 RangRang Insgesamt Stufe I Stufe II StufeIII12 +51 63 3 Baden-Württemberg 2 586 547 28 111 +10 11 12Bayern 3 469 449 19 10 +3 3 15Berlin 14 41 38 2 117 +55 72 2Brandenburg 6 322 290 23 90 +2 2 16Bremen 15 39 39 0 00 +4 4 14Hamburg 16 38 38 0 01 +22 23 9Hessen 8 247 244 2 14 +23 27 8 Mecklenburg-Vorpommern 12 111 110 1 015 +111 126 1Niedersachsen 4 389 358 27 49 +29 38 5 Nordrhein-Westfalen 5 332 326 5 123 +36 59 4Rheinland-Pfalz 1 621 599 20 22 +5 7 13Saarland 13 89 82 7 07 +24 31 7Sachsen 7 277 255 22 01 +20 21 10 Sachsen-Anhalt 10 181 147 33 14 +28 32 6 Schleswig-Holstein 9 188 183 3 27 +12 19 11Thüringen 11 173 147 25 1103+434537 Deutschland4103 3852 217 34Quelle: dwif 2013, Daten Deutscher Tourismusverband Service GmbH, KooperationsgemeinschaftServiceQualitätDeutschlandWie hoch die Messlatte hängt, zeigen allerdings andere deutsche Regionen, die überwiegend in den VorreiterländernRheinland-Pfalz und Baden-Württemberg liegen. Sohält sich die Eifel seit Jahren auf dem bundesweitersten Platz –mit mehr als 200 Q-Betrieben. Mit den meisten Teilnehmern in den höheren Stufen kann dagegender Thüringer Wald punkten: Von insgesamt 75 sind 14 Unternehmen auf Stufe IIvorgerückt, obgleich nochkeines auf Stufe III. Bei Stufe II gibt es überhaupt nur wenige Regionen, die eine nennenswerte Anzahl aufweisen:Spitzenreiterbei derhöchstenServiceQ-Stufeist derSüdlicheSchwarzwald mitvierPionieren.>>Abb.2860


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20132.4 Online-Reputatition derHotelbetriebeDas Internet gewinnt als Informationsmedium zunehmend anBedeutung –und zwar vor, während und nacheiner Reise. Insofern entwickeln sich Hotelbewertungsplattformen zuwichtigen Orientierungshilfen. Hier kommunizierenGäste mit Gästen, was oft glaubwürdiger wirkt als die eindimensionale Werbeansprache von Betrieben.Zu wissen, wie über den eigenen Betrieb im World Wide Web gesprochen wird, ist demnach mitentscheidendfürden Erfolg oderMisserfolg undgibtwichtigeImpulse für dieWeiterentwicklung.Die Metasuchmaschine TrustYou ist auf Internetbewertungen spezialisiertund analysiert alle Beurteilungen von Nutzern, die sich auf den relevantenPortalen, Blogs, Foren und Communities austauschen. Über eine Art Gütesiegelerhält der User auf einen Blick eine Zusammenfassung aller Bewertungen. Mithilfe statistischer Verfahrenergibt sich auf Basis aller erfassten Meinungen und Kommentare der Indikator „TrustYou-Score“. Dieser zeigtauf, wie gut oder schlecht ein Hotel insgesamt bewertet wurde –dargestellt auf einer Skala von 0(negativsteAusprägung) bis 100 Punkten(positivsteAusprägung). 68Zufriedenheit derHotelgästeimSaarland: Luft nach oben.Achtung:Neues Erhebungsverfahrenerschwert VorjahrjahresvergleicheAufgrund einerUmstellung desBerechnungsverfahrens für denTrustYou-Score istein direkter Vergleichmit denVorjahren noch nicht möglich. Der „neue“ TrustYou-Score wird jedoch mittelfristig auch für die Vorjahre berechnet,so dass künftigein VergleichimZeitverlauf möglich sein wird.Das Saarland belegt im TrustYou-Ranking denvorletzten Platz und bleibt fast sechs Punkte hinterdenSpitzenreitern Sachsenund Mecklenburg-Vorpommern. Inzwischen droht das Land auf denletzten Platz abzurutschen, denn Hamburg undHessen steigerten sich, während die ZufriedenheitswerteimSaarlandstagnierten. >> Abb. 29Ohnehin fällt auf, dass die Hotelgäste vor allemdas Angebot in den städtisch geprägten RegionenDeutschlands vergleichsweise schlecht bewerten.Besonders viel Nachholbedarf wird denHotels im Ruhrgebiet, in der Region Stuttgartsowie inden niedersächsischen StädteregionenHannover-Hildesheim und Braunschweig bescheinigt.Hier liegt der TrustYou-Score nochdeutlich unterhalb des Saarland-Wertes. Ambesten schneiden hingegen klassische Feriendestinationenwie das Allgäu, der Chiemgau unddieInsel Rügenab.Abb.29: Online-Reputationtion vonHoteotelbetriebenQuelle:– ØTrustYou-Score 2012,Punk,Punktzahlenvon0 bis 100 –SachsenMecklenburg-VorpommernBayernThüringenRheinland-PfalzSchleswig-HolsteinBrandenburgSachsen-AnhaltBremenNiedersachsenBaden-WürttembergBerlinNordrhein-WestfalenHamburgSaarlandHessen76,7 75,7 75,7 75,6 dwif2013,Daten TrustYou GmbH81,4 81,3 80,7 79,9 79,2 79,2 78,978,7 78,7 78,7 78,7 78,0 Veränderungdes TrustYou-Scores2012ggü.201168Das statistische Verfahren wurde von TrustYou in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Beratungslabor (Stablab) derMünchenerLudwig-Maximilians-Universitätentwickelt.Quelle:www.trustyou.com61


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20133 Touristische WetterstatterstationenAls beliebte Anziehungspunkte für Ausflüge vom Wohn- oder auch Urlaubsort aus sind Freizeit- und Kultureinrichtungenein wichtiger Bestandteil des touristischen Angebotes einer Destination. Doch wie sieht die Nachfragesituationinder Freizeitwirtschaft genau aus? Wie entwickeln sich die Besucherzahlen inunterschiedlichenSegmenten und Destinationstypen? ZuWettbewerbssituation und Markterfolg der Freizeitwirtschaft liefert dieamtlicheStatistik keinerleiDaten. Diese Lücke schließt das Tourismusbarometer. Bereits seit vielenJahrenexistiertdas Netzwerk aus einer Vielzahl von Freizeit- und Kultureinrichtungen. Diese sogenannten touristischenWetterstationen melden dankenswerterweise freiwillig und regelmäßig ihre Besucherzahlen, die als Grundlagezur Berechnung eines Nachfrageindikators dienen und so zur Beurteilung des aktuellen „Klimas“ der Freizeitwirtschaftbeitragen. DasMonitoringinstrumentist in diesem Umfang deutschlandweiteinmalig.Aktuell beteiligen sich insgesamt 780 Wetterstationen in allen erfassten Bundesländern 69 einschließlich derStadt Hamburg. 70 Das gesamte Besuchervolumen der Einrichtungen aus unterschiedlichsten Angebotstypenbetrug 2012 rund 85Millionen. Allein im Saarland machen 33 Wetterstationen aus 9Kategorien mit. 71 Zusammenbegrüßtendiese2012 rund 3,75 Millionen Besucher.Damit lagder Durchschnitt bei114.000Besuchern proEinrichtung. Die regionale Verteilung, die breite Streuung und die gezielte Erfassung besucherstarker Einrichtungenvermitteln ein realistisches Bild der Wettbewerbsentwicklung in der saarländischen Freizeitwirtschaft –vorallemaufgrundder Vergleichsmöglichkeiten mitanderen Bundesländern. >> Abb. 30Abb.30: Einflussfaktoren,StandorteundKategorien derWetterstationen desTouourismusbarometersmetersKonjunktur/EinkommenBurgen/SchlösserErlebnisbäderAnzahl direkterKonkurrentenErlebniszentren/InfotainmentBesucherpotenzialeim EinzugsgebietFreizeitparks/-zentrenAngebotsgestaltungund MarketingMuseen/AusstellungenModenundTrendsMobilitätimAusflugsverkehrWetterJahr 2012780Freizeiteinrichtungenmit85Mio.BesuchernNaturerlebniszentrenRömer/KeltenSpielbankenStadt- /thematischeFührungenQuelle:dwif 2013, DatenWetterstationen69Neben dem Saarland sind dies die fünf ostdeutschen Bundesländer, Schleswig-Holstein, Niedersachsen (inklusive Bremerhaven),Rheinland-Pfalz und Westfalen-Lippe.70Im Auftrag der Hamburg Tourismus GmbH (HHT) führt das dwif ein Besuchermonitoring der Freizeitwirtschaft durch. DieEntwicklung dieser Einrichtungen fließt mit freundlicher Genehmigung der HHT inden Gesamtdatensatzdes Tourismusbarometersein.71DieKategoriensindnicht in allen Bundesländern deckungsgleich.ImSaarlandgibtesderzeit neun spezifische Angebotstypen,von denen einige auch nur hier existieren. Im vorliegenden Bericht werden nur die saarländischen Gruppen kommentiert.Einschränkungen:Die Burgen/Schlösser könnenaus Datenschutzgründen nichtausgewiesenwerden.62


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Kurzfristige Entwitwicklung undlangfristige Markttrends:DasBesuchechermonitoring–Die Entwicklung der Besucherzahlen gibt Hinweise auf die Wettbewerbsstellung der erfassten Betriebe in denSegmenten. 72 Daraus lassen sich Begründungszusammenhänge underste Handlungsansätze ableiten.–Der Markterfolg der erfassten Infrastruktureinrichtungen hängt von diversen internen und externen Faktorenab,die sich teilweiseüberlagernbeziehungsweise gegenseitigbedingen.–Inder kurzfristigenBetrachtung von2011bis 2012 zeigen sich betriebsindividuelle und/oder vorübergehendeäußere Einflüsse (zum Beispiel Großereignisse wie Gartenschauen, Ausstellungen oder außergewöhnlicheWetterlagen),die fürsichgenommennoch keinen langfristigen Trenddarstellen(müssen).– Die Auswertung basiertauf einer größeren AnzahlanBetrieben als der Vergleichzwischen 2007und 2012, dain diesem Zeitraum neue Einrichtungenindas Wetterstationsnetzwerkaufgenommenwurden.–Anhand langfristiger Betrachtungen werden tiefgreifende Entwicklungen sichtbar, die die Marktkonstellationnachhaltig beeinflussen. Zentrale Fragen sind: Wie behauptet sich der Großteil der touristischen Infrastrukturam Markt? Wo zeichnen sich günstige Perspektiven ab? Wo droht die Gefahr von Überkapazitäten oder Nachfrageengpässen?BreiterWettbewerbsvergleich: 3,75Millionen erfasste Besucher in saarländischen Wetterstationen.In allerKürze:Die MethodikUm sich an demWetterstationsnetzwerkzubeteiligen, müssen dieEinrichtungen–besucherstark sein undeineüberörtlicheAusstrahlungskraftbesitzen.–betriebsbezogeneBesucherzahlenexakt (zumBeispielmittels Tickets),regelmäßigund zeitnaherheben.Die Abfrage derMonatsdaten erfolgt dreimal jährlich. Die Anonymität der betrieblichen Einzeldaten ist dank derausschließlichen Ausweisung vonGruppenwerten gewährleistet.3.1 AktuelleBesucherentwicklungZusammenfassung–Die Besucherzahlen dersaarländischenWetterstationen fielen 2012 etwas höher ausals im Vorjahr. Allerdingswar2011 einvergleichsweise schwachesJahrund entsprechendgeringdie Vorgabe.–Die deutlichen Zuwächse der Freizeitparks/-zentren hatten einen starken Positiveinfluss auf das Gesamtergebnis.Beidenmeisten weiteren Angebotstypenrutschtedie Bilanz hingegen in dieMinuszone.–Wechselhafter Saisonverlauf: Überdurchschnittlich gutliefendie Sommermonate Mai, Juli undAugust.Leichtes Besuchecherplusfürdierdie FreizeitwirtschaftimSaarlandDie saarländischen Freizeit- und Kultureinrichtungen erzielten 2012 ein Besucherplus: 2,5 Prozent mehr Gästelautete die Bilanz im Vorjahresvergleich. Trotz des erfreulichen Anstiegs besteht nur eingeschränkt Anlass zurFreude. Lediglich zwei Kategorien befinden sich auf der Gewinnerseite. Zudem legten einzelne Häuser überdurchschnittlichstark zu und bestimmten dadurch den Gesamttrend. Die Zuwächse fielen sohoch aus, dass siesogardie Verlustedurch dasWegfallen einer herausragenden Sonderausstellung auffingen.72Bei den Ergebnissen handelt essich umeine möglichst aussagekräftige und breit angelegte Stichprobe und nicht umeine Vollerhebungaller existierenden Einrichtungen.63


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Konkurrenzdruck in derFreizeitwirtschaft steigt!Neben dem Aufkommen anÜbernachtungsgästen sind Einflussfaktoren wie der Tagesausflugsverkehr und dasFreizeitverhalten der Einheimischen inder Freizeitwirtschaft ebenfalls von hoher Bedeutung. Diese Gruppenimmerwiederzueinem Besuch zu animierenstellt eine Herausforderungdar.Esgilt, neue Anreizefür Wiederholungsbesuchezu schaffen. Immerhäufigerwirdvon wachsendem Konkurrenzdruck inden Regionen berichtet. Jemehr das Angebot steigt,desto intensiver wird um den einzelnen Gast gebuhlt, zumal dieBevölkerungszahlen–von einigen Wachstumsregionen abgesehen –sinken oder allenfalls stabil bleiben. Investitionen und Innovationen,die für Aufmerksamkeit sorgen, aber auch Kooperationen mit anderen Einrichtungen sind unabdingbar.Beispiele für neue Angebote im Saarland sind die Saarland-Therme in Rilchingen-Hanweiler, die Neueröffnungdes Stadtmuseums Wadern, der Schaumbergturm bei Tholey und der Erlebnisort Reden mit seinen verschiedenenAttraktionen.Abb.31: SaisonaleVeränderungrung derNachfrageinden saaaarländischen Wetterstationentionen– BesuchecherzahleninTausend, Veränderungsraten2012gegenüber2011 –WichtigeEinflussfaktorenBesucherentwicklung 201250014,6% 25,2% 13,8% -5,9%LagederFeiertage:- Mai:Christi Himmelfahrt undPfingsten(VorjahrJuni)Wetter:- April:Witterungsbedingungenwährendder Osterferienungünstiger als2011- Juni/Juli:wechselhaft- EndeJuli/August:Hitzewellen(Freizeitparks/-zentren profitierten)- Dezember: anfangsrecht kalt,zu Weihnachtenungewöhnlichmild450400350300250200150-11,1% -3,2%0,7%-11,9%19,1% -21,7%3,2%-5,0%Besonderheiten100- Juni/Juli:Fußball-EM- Wegfall einerSonderausstellung sorgtfürstarken Rückgang500Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez2011 2012Quelle:dwif2013,Daten WetterstationenSaisonverlauf2012: Verlustreicher Juni!VieleMonatewiesen2012 starke Schwankungen in positiver wienegativer Hinsicht auf:–Das vergleichsweise hohe Minus im April überrascht ein wenig. Trotz geringer Messlatte lag das Besucherniveaudeutlichunter demVorjahresniveau. Zwar wardas Wetter währendder Osterferien2012schlechterals imVorjahr, diese Herausforderung hatten allerdings auch andere Bundesländer zu meistern. Tatsächlich warendieNachfrageeinbußenabervielerorts nicht so starkwie im Saarland.–Die Feiertage Christi Himmelfahrt und Pfingsten bescherten fast allen Angebotstypen gute Zuwachsraten imMai. DiegünstigenWitterungsbedingungen in dieser Zeit beflügeltendie Besucherentwicklung.ImVorjahr fielendiese Feiertage in den Juni. Dies erklärt unter anderem den relativ starken Rückgang imFrühsommer mitseiner durchwachsenenWitterung.–Das Sommerwetter ab Ende Juli sorgte bei den Freizeitparks/-zentren für hohe Zuwachsraten; andere KategorienhattenindieserZeitdas Nachsehen.64


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013–ImOktober fiel das Besucherminus vergleichsweise gering aus. Außerhalb des Saarlandes hatte die Freizeitwirtschaftmit deutlich empfindlicheren Einbußen zukämpfen. Zum Teil wurden indiesem Zeitraum sogar diehöchsten Verluste im gesamten Jahresverlaufeingefahren.>>Abb.31auf dervorhergehenden Seite2012: NurzweiAngebotstypen verzeichnetenein Besucherplus.Mehrheit mit rückläufigen BesucherzahlenIm Detail zeigten sich zwischen deneinzelnen Kategorien deutlicheUnterschiede:–Rekordverdächtig war die Entwicklung der Freizeitparks/-zentren. Ihnen gelang 2012 ein großer Sprung nachvorn (+26,4 Prozent). Maßgeblichen Anteil hieran hatten vor allem die Zuwächse im Sommermonat August, indemsichdie Besucherzahlen gegenüberdem Vorjahrmehrals verdoppelten.–Die Stadt- undthematischen Führungenwidersetztensichebenfalls demallgemeinen Negativtrend underzieltenein gutes Plus bei den Teilnehmern. Erfreulich ist vor allem, dass fast alle Anbieter ihren Beitrag hierzuleisteten.–Stillstand lautete das Fazit bei den Erlebnisbädern. Die Veränderungsraten aller erfassten Bäder bewegtensich lediglich ineinem geringen Korridor von -2,0 Prozent bis +0,2Prozent. Inden meisten Monaten des Jahres2012 fiel das Vorzeichen negativ aus. Insgesamt verhinderten die Zuwächse in den Monaten April(+16,0Prozent)und November(+15,9 Prozent)Schlimmeres.–Durchwachsen war das Jahr für die Naturerlebniszentren. Im April (-33,4 Prozent) erlitten sie den größtenDämpfer. Am Ende reichteesdeshalb nichtganzfür eine positive Bilanz.–Zum nunmehr dritten Mal in Folge mussten die Spielbanken ein Besucherminus hinnehmen. Von dem BesucherniveaufrühererJahresind siemittlerweile eingutes Stückentfernt.Preisgestaltung malanders:Mutzahlt sich aus!Der Allwetterzoo Münster führte von Dezember 2012 bis Anfang Januar 2013 die Preisaktion „Zahlen Sie, wasSie wollen“ durch. Die Besucher bestimmten dabei ihren Eintrittspreis selbst. Die Aktion war ein voller Erfolg:mehr als 400 Prozent Wachstum bei den Besuchern und 150 Prozent Wachstum bei den Einnahmen imVorjahresvergleich.AufgrundvonBaumaßnahmen im Zoo soll dieAktion2013 wiederholt werden. 73–Bei den Museen sowie bei Einrichtungen zum Thema Römer/Kelten entzog sich jeweils nur ein Haus dem allgemeinenNegativtrend. Die Besucherzahlen beider Kategorien bewegten sich damit 2012 auf ihrem jeweiligenRekordtief der letzten Jahre. Fortlaufende Angebotsanpassungen, Investitionen, die für Aufmerksamkeitsorgen, undeineoffensiveGästeansprachemüssenhierneueBesucheranreize schaffen.Schlusslicht am Ende des Jahres 2012 bildete die Gruppe Erlebniszentren/Infotainment (-21,5Prozent). DerNachfragerückgang lässt sich allerdings ausschließlich mit dem Wegfall einer Sonderausstellung, die 2011 füreinen regelrechtenBesucheransturm gesorgt hatte, begründen. OhneBerücksichtigung dieses Effektes hätte eszumindest für eine ausgeglichene Bilanz gereicht. Beträchtlich sind auch die Auswirkungen auf das Gesamtergebnisfür das Saarland, das sich ansonsten bei +5,6Prozent eingependelt hätte. Wenn esumWachstum geht,spielen Sonderausstellungen und -aktionen generell immer wieder eine Schlüsselrolle. Mit Standardangeboten,die keine Weiterentwicklung beziehungsweise Modernisierung erfahren, sind steigende Besucherzahlen kaumnoch zu erzielen.>>Abb.32auf derfolgenden Seite73www.zoodirektoren.de65


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Abb.32 KurzfristigerTrend 2012 gegenüber 2011der Wetterstationen nach TypenimSaarland– Veränderung rung derBesuchecherzahlen–Freizeitparks/-zentrenGroßer Positiveinfluss aufdasGesamtergebnis!26,4%Stadt- /thematische FührungenMehrheitlegtzu!ErlebnisbäderAlle Anbieter mitgeringenVeränderungsraten!-0,7%5,2%Anteil an EinrichtungenmitBesucherzugewinnen:45,2%NaturerlebniszentrenVerlustreicher April!-1,3%-3,0%SpielbankenDrittes JahrinFolgemit Besucherminus!-5,5%MuseenRekordtief!Anteil an EinrichtungenmitBesucherverlusten:54,8%-21,5%-7,5%Römer/KeltenFast alle mitRückgängen!Erlebniszentren/InfotainmentWegfalleiner Sonderausstellung zieht Bilanznach unten!Quelle:dwif2013,Daten Wetterstationen3.2 Saarlärländische WetterstationenimWettbewerbsvergleichZusammenfassung–LangfristigeEntwicklung: Nachdem leichten Abwärtstrend der letzten zwei Jahregingesfür diesaarländischeFreizeitwirtschaft 2012 wieder aufwärts.–Kategorien: Dieerfolgreichste Angebotsgruppeder letztenJahre warendie Freizeitparks-/zentren.–Bundesländer: Obwohlsich das Saarland 2012 besser schlug als die meistenanderen erfasstenBundesländer,reichteesbeimlangfristigen Vergleich immerhin für einenPlatz im Mittelfeld.Langfrisristige Entwicklung 2007 bis 2012 nach TypenipenimSaarlandDas Besucherniveau der saarländischen Wetterstationen wies inden letzten Jahren durchaus Schwankungenauf. Meist hatte das Besucherniveau aber über dem Ausgangsjahr 2007 gelegen (Ausnahmen 2008 74 und 2011).Das Rekordjahr 2009 (Indexpunkte: 103,5) übertraf die Freizeitwirtschaft 2012 zwar nicht, lag aber immerhinnoch 1,4Indexpunkte über demBasisjahr.–Freizeitparks/-zentrensowieStadt-/thematischeFührungengehören zu denerfolgreichsten Angebotskategorienim Saarland. Trotz starker Schwankungen verteidigten die Freizeitparks/-zentren inden letzten Jahrenfast durchgängig ihren ersten Platz imGesamtranking der Wetterstationen. 2012 lagen ihre Besucherzahlensogar auf Rekordniveau (132,5 Indexpunkte). Damit entwickelten sie sich hier noch viel dynamischer als in allenanderenerfasstenBundesländern (113,6 Indexpunkte). Den Stadt- /thematischenFührungen gelang 2012der große Sprung –wenn auch kein sogroßer wie den Freizeitparks/-zentren. Alle anderen Kategorien folgtenerst miteinigem Abstand.–Erlebnisbäder, Naturerlebniszentren und Spielbanken verpassten wie 2011 jeweils das Besucherniveau desBasisjahres.74Kategorie Freizeitparks/-zentren: Ein besucherstarker Anbieter konnte 2008 imZuge von Baumaßnahmen nur eingeschränktamMarkt agieren. Daraus resultierte ein deutlicher Rückgang dieses Angebotstyps, was auch Einfluss auf dasGesamtergebnisfür dasSaarland im Jahr 2008 hatte.66


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Kooperationen erhöhendie Strahlkraft: Kulturnetzwerk OstfrieslandinNiedersachsenMit dem Ziel, die Ostfriesische Halbinsel verstärkt als Kulturregion zuetablieren, führen dieostfriesischen Kultur- undTourismuspartneralledreiJahre einThemenjahr durch. 2013 heißtdasMotto „Landder Entdeckungen“.Über100 Partnerbringen denGästenan54Standortendie Archäologie und Geschichte des friesischen Küstenraumes näher. Angeboten werden Veranstaltungen unterschiedlichsterArt, von Ausstellungen über Radtouren bis hin zuWorkshops. Kooperationen eingehen, Marketingbündelnund Themen,die fürAufmerksamkeit sorgen,aufgreifen –das sind auch in derFreizeitwirtschaftdieSchlüsselzum Erfolg. 75Anlässe nutzen:VielPotenzial fürguteInszenierung undVermarktungvon Sonderthemen.–Das Jahr 2011 war für die Erlebniszentren und Infotainmenteinrichtungen ein Ausnahmejahr. Positiv wirktesich hier die bereits erwähnte Sonderausstellung aus. In den übrigen Jahren lagen die Besucherzahlen durchwegunter dem Basisjahr, soauch 2012 (90,3 Indexpunkte). Im Vergleich zuallen erfassten Bundesländernklafften die Ergebnisse weit auseinander: Außerhalb des Saarlandes entwickelten sich die Besucherzahlen derGruppe Erlebniszentren/Infotainment 2012 wesentlich dynamischer. Dies lag vor allem anfortlaufenden InnovationenundAktioneninden letztenJahren(zumBeispielMiniaturlandHamburg mitneuen Attraktionen).–Die Entwicklung der Museen sowie den Bereich Römer/Kelten kennzeichnet ein nahezu kontinuierlicher Abwärtstrend.2012 erreichten die Besucherzahlen ihren Tiefpunkt seit 2007, was zugleich die letzten Plätze imGesamtranking aller Wetterstationskategorien bedeutete. Gerade für Museen und Römer/Kelten bergen Kooperationenund Netzwerke viel Potenzial. Denn sie sind eine gute Möglichkeit, die Strahlkraft des Einzelnenzu erhöhen. Aufhänger können Jubiläen, berühmte Persönlichkeiten, thematische Zusammenhänge etc. sein.>> Abb. 33, Anhang 16Abb.33: Entwicklung derBesurBesucherzahlen2007bis2012nach Angebotsgruppen– Index2007=100 –Freizeit140130120110100908070602007 2008 2009 2010 2011 2012Freizeitparks/-zentren2012: 132,5|113,6Erlebnisbäder2012: 96,1 |97,5Naturerlebniszentren2012: 95,5 |106,6Spielbanken2012: 92,4 |k.A.(Typnur im Saarland)Führungen, Museen,Sehenswürdigkeiten140 Freizeit/Führungen130120110100908070602007 2008 2009 2010 2011 2012Stadt- /thematische Führungen2012: 108,6|101,0Erlebniszentren/Infotainment2012: 90,3 |114,5Museen2012: 78,2 |90,8Römer/Kelten2012: 65,8 |67,9Burgen/Schlösser2012: k. A. (Datenschutz)|93,1Platz1SchlusslichtRankingWetterstationen2011 und 2012 im Saarland2012 Freizeitparks/-zentren2011 Erlebniszentren/Infotainment2012 Römer/Kelten2011 Römer/KeltenBesonderheiten2007 Römer/Kelten: äußerststarkesBasisjahraufgrund vonSonderausstellung2008 Freizeitparks-/zentren:zumTeileingeschränkter Betriebim Zuge vonBaumaßnahmen2011 Erlebniszentren/Infotainment:herausragendeSonderausstellungErläuterung Indexwerte dereinzelnen Kategorien 2012: Saarland |alleerfassten BundesländerQuelle:dwif2013,Daten Wetterstationen75www.ostfriesischelandschaft.de67


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Stadtführungen mal anders!Immer mehr Anbieter berichten von einer steigenden Nachfrage nach Stadtführungen per Kutsche oder Rad.Hier spielt sicherlich der Eventcharakter eine Rolle, eskönnte aber auch ein Hinweis auf den demografischenWandel sein. „Sightjogging“ –eine Kombination aus informativer Stadtführung und Joggen spricht hingegenden aktiveren Gast an. Inzwischen gibt es solche Angebote in vielen größeren deutschen Städten. Auch im Saarlandkönnenbesondere Führungengebucht werden, zumBeispielmusikalischeund kulinarische Stadtführungenin Blieskastel. Alldiese Angebote öffnen sich speziellenZielgruppen undsetzenneueImpulse.Kurzfristige Entwicklung:Mehrheitder BundesländerinderinderMinuszoneDie allgemeine Nachfrageentwicklung der Freizeitwirtschaft 2012 verlief schlechter als imSaarland. Die Wetterstationenaller erfassten Bundesländer verfehlten das Besucherniveau des Vorjahres um-1,4 Prozent. Für 55,6Prozent aller Betriebe fiel die Bilanz negativ aus (Saarland: 54,8 Prozent). Als besonders verlustreich erwiesensich insgesamt die Monate Juni (-13,4 Prozent) und Oktober (-10,1 Prozent). Im Ländervergleich hatte Sachsen-Anhalt (+3,2 Prozent) die Nase vorn: Das hohe Besucherniveau aus dem Vorjahr (Landesausstellung Sachsen-Anhalt) konnte ein weiteres Mal übertroffen werden –vor allem dank der guten Entwicklungen kultureller Einrichtungen.Besondere Ausstellungen wie„Otto derGroße“ oder„DutchDesign –Huis vanOranje“ erwiesen sichalswahre Besuchermagneten.Grenzen überwinden– rwinden–Chancennutzen!Die herausragende und standortübergreifende Sonderausstellung ”IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 JahreVarusschlacht“ war 2009 für einen enormen Besucheranstieg inverschiedenen musealen Einrichtungen verantwortlich.Andrei Standorten inWestfalen-Lippe (Detmold, Haltern am See) und inNiedersachsen (Kalkriese)wurden an den Originalschauplätzen verschiedene Aspekte des historischen Geschehens aufgegriffen. Überragendwar die Besucherresonanz bei allen beteiligten Einrichtungen. Dieses Beispiel zeigt, welch hohen StellenwertKooperationen bei der Besucherentwicklung einnehmen und bei geschickter Inszenierung von den Gästengutangenommenwerden. 76Das Saarland gehörte zu den wenigen Ländern, denen 2012 ein Besucherzuwachs gelang. Zum Teil liefern SondersituationenAnsatzpunkte fürden einenoderanderen Nachfragerückgang:–Die Negativentwicklung der sächsischen Freizeitwirtschaft relativiert sich angesichts des großen Erfolgs ausdemVorjahr:2011 waresdas Bundesland mitder höchsten Steigerungsrate(+13,1 ProzentdankInvestitionenundSonderausstellungen). ÄhnlichergingesNiedersachsen.–Die Verluste der rheinland-pfälzischen Wetterstationen lassen sich maßgeblich auf das starke Wachstum imBUGA-Jahr 2011zurückführen. EinErfolg istesdennoch, weildie Besucherzahlen damit immer noch über dem„Normaljahr“2010lagen.–Vergleichbare Sondereffekte, in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen, die die Besuchereinbußenrelativieren würden, gab es nicht. Großen Anteil ander Negativbilanz hatten die Verluste derKultureinrichtungen. Erlebnisbäder/Thermen registrierten hingegen sogar leichte Zuwächse. >> Tab. 5auf derfolgendenSeite76www.imperium-konflikt-mythos.de68


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Tab. 5: Entwitwicklung derBesurBesucherzahleninden Wetterstationentionen 2012 gegenüber2011– in %–Bundesland/RegionegionVeränderungsrateBesucherzahlenenVerhältnisGewinnerVerliererSachsen-Anhalt +3,2Saarland +2,5Westfalen-Lippe +0,6Brandenburg -1,2Durchschnitt allererfassten Bundesländer -1,4Niedersachsen -1,7Sachsen -2,0Mecklenburg-Vorpommern -2,7Rheinland-Pfalz -3,3Schleswig-Holstein -3,4Thüringen -3,5Quelle:dwif2013,Daten WetterstationenLangfrisristige Entwicklung:Saarlandrückt2012wieder insguteMittettelfeldld auf–Trotz des Besucheranstiegs 2012 reichte esfür das Saarland nicht, umseine Marktposition gegenüber denanderenerfasstenBundesländernauszubauen. Nachdem dieBesucherzahlen2010 und2011 rückläufig gewesenwaren,gelangdamitaber immerhin wieder derAnschluss ansobere Mittelfeld(101,4Indexpunkte).–Interessanterweise entwickelte sich die saarländische Freizeitwirtschaft in den letzten Jahren oftmals widerdenallgemeinenTrend. Sogar 2011, als alleerfassten Bundesländer aufgrund derguten Rahmenbedingungen(günstige Witterungsbedingungen und Lage der Ferien) einen deutlichen Nachfrageanstieg registrierten, verzeichnetedasSaarland Besuchereinbußen.–Das erfolgreichste Bundesland der letzten Jahre ist Niedersachsen. Trotz der Auf- und Abschwünge belegtedas Land seit 2009 durchweg den ersten Platz imGesamtranking. Dies gelang vor allem durch Großinvestitionenim Zoobereichund wechselnde Attraktionen derFreizeit-/Erlebniseinrichtungen.–Sachsen-Anhalt erfuhr zunächst einen deutlichen Abwärtstrend, mit dem Tiefpunkt im Jahr 2010. In den letztenzweiJahrenlegtedasLandmit herausragenden Ausstellungen eine regelrechteAufholjagd hin.–Stark unterdurchschnittlich war die Entwicklung in Thüringen und Schleswig-Holstein. Sie verfehlen seit mehrerenJahren das Niveau des Ausgangsjahres 2007. Und 2012 waren beide zum zweiten Mal in Folge dieSchlusslichter allererfasstenBundesländer.–Nicht viel besser erging esMecklenburg-Vorpommern. Hier übertrafen die Wetterstationen das Basisjahr zumletztenMal anlässlich derBUGAinSchwerin(2009).Die Freizeitwirtschaft ist insgesamt von einer stagnierenden bis rückläufigen Nachfrage geprägt. Positive Besucherschübesind vor allem durch Investitionen und Angebotserweiterungen, besondere Aktionen etc. zuerzielen.In den betreffenden Ländern beziehungsweise bei den Einrichtungen machten sich diese Effekte positivbemerkbar. Für Angebote, die sich nicht oder nur wenig weiterentwickeln, wird das Halten des Besucherniveauszunehmend schwieriger–vonWachstumganzzuschweigen. >> Abb. 34 aufder folgendenSeite69


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Neue Attraktion imPraehistomPraehistoriumGondwana:Megalodonon -derUrzeirUrzeithaiAb Herbst 2013 istdas Praehistorium in Schiffweiler (Kreis Neunkirchen) um eine Attraktion reicher. Eine Animationsshowwird die Besucher indie Welt des Riesenhais „Megalodon“, der bis vor fünf Millionen Jahren lebte,entführen. 77Abb.34: Entwicklung Besucherzahcherzahlender Wetterstatterstationen 2007 bis2012 in allen erfasstenBundesländern– Index2007=100 –110Niedersachsen(2012: 104,7)Jahr2012imÜberblickallererfassten BundesländerSachsen-Anhalt(2012: 103,9)105Brandenburg (2012: 103,8)Rheinland-Pfalz(2012: 101,6)100Saarland (2012: 101,4)alle erfasstenBundesländer(2012: 101,1)95Sachsen(2012: 99,3)Westfalen-Lippe (2012: 98,5)90Mecklenburg-Vorpommern(2012: 97,1)Thüringen(2012: 92,5)Schleswig-Holstein (2012: 91,1)852007 2008 2009 2010 2011 2012SpitzenreiterdynamischsteKategoriegrößterNachfrageanstieghöchstesBesuchervolumenSchlusslichterschwächsteKategoriegrößterNachfragerückganggeringstesBesuchervolumenBergbahnen(+10,5%)Mai(+15,9%)AugustKirchen(-12,4%)Juni(-13,4%)FebruarQuelle:dwif2013,Daten Wetterstationen3.3 Bedeutueutung vonBetriebsgrößeund Destitinationstypfür dieBesucherentwicklungZusammenfassung–Betriebsgröße: Besucherstarke Wetterstationen führten inden letzten beiden Jahren das Gesamtranking an;ein klarer Wettbewerbsvorteil größerer Einrichtungen über alle Gästegrößenklassen hinweg ist daraus jedochnichtabzuleiten.–Destinationstypen: Die Freizeitwirtschaft inden Städten entwickelte sich besser als in anderen Destinationstypen.Investitionen und Innovationen spielten hierbei eine wichtige Rolle. Eine stabilere Nachfrage der Einheimischenundder NachfrageboombeimStädtetourismus tragen ihrenTeildazubei.Einfluss derBetriebsgrößeauf dieEntwicklungDie Spannweite der Besucherzahlen bei den einzelnen Wetterstationen ist groß. Veränderungen bei besucherstarkenEinrichtungen üben daher einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtentwicklung aus. Eine Differenzierungin Bezug auf die Nachfragestärke erfolgt durch die Einteilung der Wetterstationen aller erfassten Bundesländerin fünf Größenklassen. Basisfür dieZuordnungzuder jeweiligen Gruppe wardas Jahr 2007.Die Besucherentwicklung aller Größenklassen weist starke Schwankungen auf. Tendenziell entwickelten sich dieEinrichtungen mittlerer Größe negativ, während sich die kleineren und sehr großen Häuser (bis unter 50 Tausendund über 200 Tausend Besucher jährlich) inden letzten Jahren relativ gut behaupteten. Allerdings findensich in jeder Besuchergrößenklasse Gewinner und Verlierer. Den Ausschlag für eine bestimmte Richtung gebenoftmals einzelne oder nurwenige Betriebe, die aufgrund vonSondereffektenüberdurchschnittlich hohe Zuwächseoder Rückgänge verzeichneten. >> Abb. 35 aufder folgendenSeite77www.gondwana-das-praehistorium.de70


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Abb.35: Besucherzahlen derWerWetterstationen nach Gäsästegrößenklassen 2007 bis2012– alle erfasstenBundesländerasstenBundesländer,2007=100 –110105≥200 Tsd.bis


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Abb.36: Saisonverlaufund Kennzahlen derWetterstationentionen nach Destinationstypen2012– alle erfasstenBundesländerasstenBundesländer,Saisonverlauf=durchschnittlicheBesucherzahlenproMonat –25.000AnteilWetterstationen(%)AnteilBesuchervolumen(%)20.0006,921,636,513,94,611,649,615.00010.000StädteKüsten16,112,86,1Besucherentwicklung2012 ggü.2011(%)5,514,8ØBesucherzahlAnteil derdreibesucherstärkstenMonate an Gesamtnachfrage(%)-2,6 147.036 35,3-1,1 125.316 42,4Seen5.000MittelgebirgeWeinregionen„AndereRegionen“0Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez-5,2 97.235 32,6+2,0 77.853 36,3-0,4 72.431 35,6-0,9 69.640 39,4Quelle:dwif2013,Daten WetterstationenGemeinsamkeitenbeimSaisonverlaufEine Abhängigkeit vom Urlaubsreiseverkehr besteht bei allen Destinationstypen. Das belegt die Saisonalität derNachfrage. Abgesehen von dem absoluten Besucheraufkommen sind überwiegend ähnliche Schwankungen imMonatsverlauf erkennbar. Amstärksten ist dieser Effekt erwartungsgemäß an den Küsten: Rund 42 Prozent desjährlichen Besucheraufkommens erzielen sie inden drei besucherstärksten Monaten 78 des Jahres. Bei den übrigenGruppen bewegt sich dieser Anteil zwischen 32,6 Prozent (Seen) und 39,4 Prozent („Andere Regionen“).Auch die Freizeitwirtschaft ist somit angehalten, besonders in der Nebensaison Impulse und neue Besuchsanlässezuschaffen(zumBeispiel über Kooperationenmit Partnern aus dem Gastgewerbe, witterungsunabhängigeZusatzangebote,Preisaktionen).>>Abb.36Schaumbergturm:Wiedereröffnungnach ModernisierungrungDer Aussichtsturm auf dem „Hausberg des Saarlandes“ inTholey (Kreis St. Wendel) wurde in den vergangenendrei Jahren aufwendig saniert und modernisiert. Die Wiedereröffnung erfolgte imAugust 2013. Durch einenPanoramaaufzug und einen Fahrstuhl imInneren sind Turm und Aussichtsplattform nun komplett barrierefreizugänglich. Das erweiterte Angebot imTurm umfasst zwei Ausstellungen, die sich mit den Themen deutschfranzösischeBeziehungen und Klimaschutz beschäftigen. Des Weiteren entstand auf dem Schaumberg-Plateaudas„höchsteGasthausimSaarland“. 79Langfrisristige Entwicklung:Städtete am erfolgreichstenDieunterschiedlichen Destinationstypenwieseninden einzelnenJahrendurchaus Parallelenauf: Fast überallistein Wechsel zwischen Rückgang und Zuwachs zubeobachten. Offenbar reagieren alle Absatzmärkte der unterschiedlichenDestinationskategorien in ähnlicher Weise auf veränderte Rahmenbedingungen (Wetter, Lage derFerien,Konjunkturetc.).78Die Monate Juli und August zählen zu den besucherreichsten imJahr (alle Destinationstypen). Der drittstärkste Monatvariiert zwischen Mai(Städte,Weinregionen, „Andere Regionen“), Juni (Küsten) und Oktober(Seen,Mittelgebirge).79www.tholey.de72


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013–2012 legten nur die Mittelgebirge zu. Sie profitierten vor allem von den Zuwächsen der touristischen Verkehrsträger(BergbahnenundPrivateEisenbahnen, diefür Regionen dieser Artcharakteristischsind).–Trotz Einbußen verteidigten die Städte ihre Spitzenposition aus dem Vorjahr. Hierfür waren vor allem dieGroßinvestitionen in den letzten Jahren verantwortlich.Tendenziell sind dieWetterstationen in denStädten inpuncto Investitionsbereitschaft deutlich aktiver als in anderen Destinationstypen. Die Nachfragerückgänge insaarländischen Städtenfielen2012 aber leider so hoch aus, dass siedamit deutlich unterdas Basisjahr rutschten(94,1Indexpunkte).–ImSaarland punkteten 2012 lediglich die Seengebiete, die überdurchschnittlich stark zulegten (2012: 146,5Indexpunkte).–ImDestinationstypenvergleich bildeten „Andere Regionen“2012 dasSchlusslicht. >> Abb. 37Abb.37: Besucherzahlen derWerWetterstationen nach Destinationstypen2007typen2007 bis 2012– alle erfasstenBundesländerasstenBundesländer,2007=100 –110105Städte (2012: 104,1)Weinregionen (2012: 102,0)100Mittelgebirge(2012: 99,2)Seen (2012: 98,7)Küsten(2012: 98,0)95„AndereRegionen“(2012: 97,6)902007 2008 2009 2010 2011 2012Quelle:dwif2012, DatenWetterstationenDer Unterschied zwischen den verschiedenen Destinationstypen manifestiert sich vor allem inder Höhe desjährlichen Besucheraufkommens. Ansonsten weisen die einzelnen Typen durchaus Gemeinsamkeiten auf –insbesonderehinsichtlich der Reaktion auf allgemeine Markteinflüsse. Städte haben gegenüber anderen Typeninsgesamteinen leichten Wettbewerbsvorteil. Denn sie verfügenüberein größeres Besucherpotenzial, nichtnurbei den Übernachtungsgästen, sondern auch in Bezug auf den Einzugsbereich von Tagesausflüglern. Allerdings:Je höher die Dichte an Freizeitangeboten, desto größerauchder Wettbewerb. Offenbar reagieren die Wetterstationenin den Städten daher häufiger mit Investitionen und Innovationen auf den Konkurrenzdruck, um immerwieder auf sich aufmerksam zumachen und neue Anlässe für einen Besuch zuschaffen. Dies erklärt unter anderemdie stärkere Dynamik der Besucherentwicklung in den letzten Jahren. Allerdings ist das Investitionsverhaltennicht allein am Standort festzumachen; denn auch inanderen Regionen sind viele Aktivitäten bei den Wetterstationenmit hoher Qualität zu beobachten –wenn auch nicht so ausgeprägt wie inden Städten. Die Scherezwischen aktivenund zielgruppenorientierten Einrichtungenauf dereinen undeherstatischen Standardangebotenauf der anderen Seite geht also auch inder Freizeitwirtschaft immer weiter auseinander. Unabhängig vondem Standort gilt es, seine Mitbewerber genau imBlick zu haben und die Nischen und Themen, die von denMitbewerbern nicht angeboten werden, zubesetzen. Steht ein geringeres Marketingbudget zur Verfügung, bietensichKooperationenmitanderen Partnernan.73


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013IVIV GESCHÄFTSTOURISMUS IM SAARLAND1 FokusundLeitfragenEin wesentliches Herzstück der 2009 veröffentlichten „Tourismusstrategie Saarland 2015 –Gemeinsam vomGeheimtipp zum erfolgreichen Reiseziel“ ist die Herausarbeitung jener Themen, mit denen das Saarland künftignachhaltig Profil gewinnen und sich von den Wettbewerbern abgrenzen kann. Neben dem Kultur-/Städte- undAktivtourismus gilt derpromotableGeschäftstourismus (Tagungen, Seminare,Kongresse und Messen) als weiteresLeitthema bei der Vermarktung. Für das Jahr 2015 wurden sowohl Zielvorstellungen als auch konkrete Masterprojekte80 festgelegt.Aufbauend auf den Erkenntnissen und Inhalten der Tourismusstrategie wird der Fokus imRahmen des Branchenthemas„Geschäftstourismus imSaarland“auf folgende Leitfragen gerichtet:–Wie gestaltensichdie aktuellenEntwicklungen undTrends indiesemBereich in Deutschland?–WelcheBedeutung hatdas Segmentfür dasSaarland?–Welche Aktivitäten zur Bearbeitung dieses Marktsegments werden bereits von den Betrieben und touristischenOrganisationenimSaarlandunternommen?–Wobesteht Handlungsbedarf?Ziel ist es, die Akteure für die Relevanz und Herausforderungen indiesem Segment zu sensibilisieren und praxisorientierteEmpfehlungen für die Tourismusbrancheabzuleiten. Praxisbeispiele sowie Literatur- und StudienempfehlungenliefernweiterführendeAnregungen.>> Abb. 38Abb.38: Bausteineund MethodikGeschäftstourismus:Entwicklungen und Trends inDeutschlandBedeutung desGeschäftstourismus fürdas SaarlandHandlungsempfehlungenfürdas SaarlandInhalteAngebotVolumeneinschätzungNachfrageaktuelle MarktbearbeitungSonderauswertungen: StudienzuTrends, Rahmendatenund EntwicklungsperspektivenaufBundesebeneSonderauswertungen: vorliegendesegmentspezifischeStudien/Gutachten Tourismuskonzepte derKreiseund desRegionalverbandesdwif-Studie„Tagesreisender Deutschen“MethodenRecherche:he: Qualitätslabelsund Zertifizierungen fürTagungs-/KongresshotelsOnline-Befragungen: Beherbergungsbetriebe im Saarland Veranstaltungslocations im SaarlandPraxisbeispieleQuelle:dwif201380Die Tourismusstrategie 2015 liefert für den Geschäftstourismus konkrete Empfehlungen für die Bereiche Infrastruktur,Beherbergung/Gastronomie, touristische Produkte,Kommunikation/Vertrieb.74


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Was verbirgtsichhinterGeschäftstourismus?Prinzipiell ist zwischen dem promotablen (durch Marketing beeinflussbar, zum Beispiel Messen und Kongresse)und dem nicht promotablen Geschäftstourismus (klassische Geschäftsreise von Firmen, nicht unmittelbar durchMarketing beeinflussbar) zuunterscheiden. Die jeweiligen Formen der „Zusammenkunft“ imgeschäftlichenKontext sind wiederum sehr unterschiedlich, was eine klare Ab- und Eingrenzung erschwert. Zudem sind dieÜbergänge oft fließend. Aufgrund der Internationalisierung werden im deutschsprachigen Raum darüber hinausauch angelsächsische Begrifflichkeiten verwendet. ImFolgenden sind die häufigsten Arten des Geschäftstourismusaufgeführt.>> Abb. 39Abb.39: Arten desGeschäftstourismusDerKreativität sind keineGrenzen gesetzt…TagungWeiterbildungKolloquiumKonferenzEventSeminarSchulungArbeitsgruppeBeratungTrainingKursVerhandlungVersammlungIncentivesUnterredung…MesseBesprechungDiskussionThinkTankRound TableHearingLehrgangMeetingSymposiumGesprächskreisSitzungKongress IdeenbörseFortbildungForumQuelle: dwif2013,inAnlehnunganSchreiber 2012Entsprechend rückenneben Meetings, Tagungsveranstaltungen undKongressenauchverschiedeneMöglichkeitendes Rahmenprogramms inden Blickpunkt und bilden soden Veranstaltungsmarkt insgesamt –kurz „MICE:Meeting, Incentive, Congress und Event“. MICE beschreibt ein facettenreiches (Tourismus-)Segment, das denTagungs- und Kongressmarkt um dieKomponenten Eventund Incentiveerweitert.MICE bedeutet Meeting, Incentive, Congress undEvent.Um eine gewisse Abgrenzung zwischen den einzelnen Veranstaltungsarten definierenzukönnen, bietet sich dieFestlegung bestimmter Kriterien wie Teilnehmerzahl und Dauer an. Diverse Autoren und Institutionen habensich (insbesondere zum Tagungs- und Kongressmarkt imengeren Sinne) an solchen Systematisierungen versucht–einetrennscharfe Einteilung ergibt sich jedoch auch hierausnicht.>>Tab.6Tab. 6: Beispiepiel: Abgrenzungder GrundtypendesKongress-und TagungsmarktesGröße(Teilnehmer)SeminarKonferenzTagung Kongressbis30 bis50 bis250 ab 250Dauer mehrtägig max. 1Tag ca.1Tag >1Tag1Thema, mehrere meist1Thema, wenige VeranstaltungsteileFormRäume1RaumOrganisationbiszu1Jahr kurzfristig biszu1Jahr 1-3Jahreverschiedene VeranstaltungsteileEntscheidungs-zeitraumbesondereinhaltlicheVorbereitung,kleiner technischerAufwandQuelle: dwif2013;nachSchreiber 2012kurzeVorbereitung,geringer OrganisationsaufwandkürzerePlanungs-undVorbereitungszeitlangfristig,komplex75


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Was bedeutet das fürdie Darstellung desGeschäftstourismus im Rahmendes Sparkassen-TourismusbarometersmetersSaarland?Wenngleich die Tourismusstrategie Saarland den Fokus klar auf den promotablen Geschäftstourismus (Tagungen,Seminare, Kongresse und Messen) ausrichtet, sowerden sich die nachfolgenden Ausführungen, Aussagenund Empfehlungen aber auch häufig auf die klassische Geschäftsreise, Meetings und Events im Saarland beziehen.Eine eindeutige Abgrenzung und Fokussierung ist hier nicht möglich und würde der Realität auch nichtgerecht.2 Geschäftstourismus:Entwicklunglungenund Trends in Deutschland2.1 Bedeutueutung des Geschäftstourismus fürdasReiseland DeutschlandZusammenfassung–Deutsche Geschäftsreisendehaben 2012 166,3Millionen Geschäftsreisen ins In-und Auslanddurchgeführt.–2012 wurden rund 12,5 Millionen beruflichmotivierteReisenaus Europa nach Deutschland registriert.–Mit Konsumausgaben in Höhe von 57,2 Milliarden Euro ist der Geschäftstourismus inDeutschland auch wirtschaftlicheinbedeutsamer Faktor.Im offiziellen Themenjahr 2012 „Geschäftsreiseziel Deutschland –Messen und Kongresse“ der Deutschen Zentralefür Tourismus(DZT) 81 bauteDeutschlandseine Spitzenposition imGeschäftsreisesegment weiter aus.Jede fünfte beruflich motivierte Auslandsreiseder Europäer führte2012nachDeutschland. 82Um valide Aussagen zu Bedeutung und Quantität des Geschäftstourismus in Deutschland und der Deutschenmachen zu können, muss auf eine Reihe unterschiedlicher Studien zurückgegriffen werden. Denn bislang decktkeineUntersuchungden Marktfür Deutschlandkomplett ab.Geschäftsreisen derDeutschen insIn- undAuslandEine wichtige Datenquelle zum Geschäftsreisemarkt in Deutschland ist die VDR-Geschäftsreiseanalyse. Sie liefertHinweise, wie viele Geschäftsreisen von Mitarbeitern deutscher Unternehmen und Organisationen des öffentlichenSektors jährlich ins In- und Ausland unternommen werden. Demnach waren es2012 9,4 MillionenGeschäftsreisendeund 166,3Millionen Geschäftsreisen. 83 >> Abb. 40 aufder folgendenSeiteTagesgeschäftsreisenDie Studie „Tagesreisen der Deutschen“ des dwif ermittelte bei der letzten Erhebung imJahr 2006 rund 600Millionen Tagesgeschäftsreisen derDeutschenins In-und Ausland(sieheKapitel IV,3.2.1). 8481Das Themenjahr wurde gemeinsam mit dem GCB German Convention Bureau umgesetzt. Dabei stand insbesondere dieVermarktungder promotablen Geschäftsreisen im Fokusder internationalen Bewerbung.82GCB201383VDR2013; Grundgesamtheit der Untersuchung sind alleUnternehmen mitSitzinDeutschland–auch jene mitAktivitätenim Ausland–sowieOrganisationen des öffentlichen Sektorsabzehn Mitarbeitern.84Maschke, J. 2005-200776


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Abb.40: VDR-KennzahlenzumGeschäftsreisemarkt in DeutschlandGeschäftsreiseninUnternehmenmit Sitz in Deutschlandsowie Organisationen desöffentlichen SektorsabzehnMitarbeitern(in Mio.)166,6163,1163,9 166,3154,8Insgesamt: +1,5%145,1Betriebe mitmehrals 500 Mitarbeitern: +7,1%Betriebe mit10-500 Mitarbeitern: +0,3%öffentlicher Sektor : +4,3%DurchschnittlicheDauer:2,2 TageQuelle:2007 2008 2009 2010 2011 2012dwif 2013, VDR2013Geschäftsreisen nach DeutschlandLaut Angaben von IPK International und des World Travel Monitor (WTM) ist die Zahl der beruflich motiviertenReisen aus Europa nach Deutschland 2012 um9,4 Prozent auf rund 12,5 Millionen Reisen gestiegen. Damitkonnte Deutschland imGeschäftsreisesegment deutlich über Europa-Niveau (etwa 5Prozent) wachsen und seineführende Position im europäischen Markt weiter ausbauen. Promotable Geschäftsreisen (hier definiert alsMessen, Meetings,Incentives,Kongresse undEvents)wuchsen sogarumrund17Prozent. 85WirtschaftlicheBedeutungtung desGeschäftstourismus86Mit Konsumausgaben in Höhe von 57,2 Milliarden Euro (im Jahr 2010) ist der Geschäftstourismus inDeutschlandauch wirtschaftlich ein bedeutender Faktor. Die Ausgaben verteilen sich zuetwa gleichen Teilen auf übernachtendeGeschäftsreisendeundTagesgeschäftsreisende.–Knapp 30 Prozent der 28,1 Milliarden Euro, die durch den übernachtenden Geschäftsreiseverkehr generiertwerden, entfallen auf die Beherbergung, weitere rund 20Prozent auf den Transport. Etwa 13 Prozent werdenin der Gastronomie ausgegeben, 11 Prozent entfallen auf Messen/Ausstellungen und 4Prozent auf die Kategorie„Sport,Erholung,Freizeitund Kultur“.–Bei denTagesgeschäftsreisenwerdenjeweils rund 25 Prozentder Konsumausgaben in derGastronomiegeneriertbeziehungsweiseentfallen aufden Transport (ohne Treibstoff).GeschäftsreisennachDeutschland:ein wichtigerWirtschaftsfaktor fürdas ReiselandDeutschland.AusdiesenKonsumausgabenergeben sich Einkommens-und Beschäftigungseffekte:–Mehr als ein Fünftel der insgesamt 97,0 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung, die durch die Herstellung dervon Touristen in Deutschland nachgefragten Güter und Dienstleistungen generiert wird, geht auf Geschäftsreisenzurück. Daraus resultierte im Jahr 2010 eine Beschäftigung von 2,9 Millionen Erwerbstätigen –rund700.000sinddurch GeschäftsreiseninDeutschlandausgelöst.>>Abb.41auf derfolgendenSeite85GCB201386BMWi 201277


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Abb.41: Kennzahlenzurwirtschaftlichen Bedeutung in DeutschlandAusgaben derGeschäftsreisenden in Deutschland2010mitÜbernachtung57,2 Mrd.€TagesgeschäftsreisendeGesamt 28,1Mrd. €Gesamt 29,1Mrd. €Inländer 14,6 Mrd. €Inländer27,9Mrd.€Ausländer13,5Mrd.€Ausländer1,2Mrd.€VolkswirtschaftlicheBedeutung desTourismus in Deutschland2010DirekteEinkommenseffekte 2010Tourismuswirtschaft gesamt 97,0M0Mrd. €Direkte Erwerbstätige2010Tourismus gesamt 2,9Mio.davonGeschäftsreisen20,0 Mrd. €davonGeschäftsreisen0,7Mio.Quelle:dwif 2013, BMWi 2012;ohne Inlandsanteilvon AuslandsreisenMarktübersichtinDeutschlandchlandIm Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Veranstaltungen in Deutschland 2012 laut „Meeting- &EventBarometerDeutschland“ des Europäischen Instituts für TagungsWirtschaft (EITW) auf 2,97 Millionen (+9,2 Prozent);und auch die Teilnehmerzahl erhöhte sich deutlich um 7,2 Prozent auf 362 Millionen. 87 2012 ist somit das Rekordjahrseit Beginn der Erfassung im Jahr 2006. Auch die Zahl der Tagungs- und Veranstaltungsstätten istgestiegenund liegtaktuellbei rund 6.900(+4,9 Prozent). Knappdie Hälfte entfällt aufTagungshotels;VeranstaltungszentrenundEventlocationsmachenanteiligjeweils rund einViertel aus. >> Abb. 42Abb.42: Kennzahlenzumdeutschen Tagungs- und Kongressmarkt2012AngebotssituationinDeutschlandNachfragesituation in DeutschlandTagungs-/Veranstaltungsstätten1) 6.939Teilnehmer362 Mio.Kongress-/Veranstaltungszentren1.663Inland340Mio.Tagungshotels 3.290Ausland22 Mio.Eventlocations 2) 1.986Veranstaltungen2,97 Mio.1) Betriebe mitmindestens100 Sitzplätzenimgrößten Saal beiReihenbestuhlung2) Burg/Schloss, Kloster, Museum,Fabrikhalle/Lokschuppen, Studio,Freizeitpark, Zoo, Bildungseinrichtung,FlughafenQuelle: dwif 2013, EITW 201387EITW 2013; Das „Meeting- &EventBarometer Deutschland“ berücksichtigt neben dem klassischen Kongress- und Tagungsmarktauch die vollständige Palette der Firmen-, Kultur- und Sportevents. Erfasst werden alle Inhouse-Veranstaltungen, die inden jeweiligen Veranstaltungsstätten stattfinden. Nicht berücksichtigt werden Stadt- und Volksfeste,diean keineVeranstaltungsstätte gebunden sind.78


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Hinweise zu weiterführendenrenden Informationen sind nachstehender Tabebelle zu entnehmen.Ausgewählte Studien,Checklisten,FachliteraturturHerausgebererDerdeutsche Tagungs- und Kongressmarkt 2011/2012 ghhconsult GmbH (2012)Geschäftsreisemarkt Deutschland2011/2012 Deutsche Zentralefür Tourismus e. V. (2012)Kongresse, Tagungen und Events: Potenziale,Strategienund Trends der VeranstaltungswirtschaftSchreiber, M.-T.(Hrsg.) (2012)Tagungund Kongress der ZukunftGCBGermanConvention Bureaue.V.(2013)Tagungs-und VeranstaltungsmarktDeutschlandDasMeeting- &EventBarometer2012/2013Europäisches Institut fürTagungsWirtschaftGmbH(EITW)an der HochschuleHarz(2013)VDR-Geschäftsreiseanalyse 2013VerbandDeutschesReisemanagement e. V. (VDR)(2013)Wirtschaftsfaktor Tourismus DeutschlandKennzahlen einerumsatzstarken QuerschnittsbrancheBundesministerium fürWirtschaft und Technologie(BMWi)(2012)2.2 InnovationenundTrends im GeschähäftstourismusZusammenfassung–Green Meetings:Die Bedeutungist in denvergangenen Jahren enorm gewachsen –einlangfristiger Trend.–Compliance: Immer mehr Firmen halten sich strikt an bestimmte Regeln. Bei Veranstaltungen und Eventsmuss derenEinhaltung sichergestellt sein.– MeetCentives:Veranstaltungen werden interaktiver, vorallemaberkommunikationsintensiverund rücken daspersönlicheErlebnis desTeilnehmers in denVordergrund.2.2.1.1 Green Meetingstings:NachhaltigerfolgreichInnovationsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind das Credo in vielen (Wirtschafts-)Bereichenund iminternationalen Wettbewerb ein nicht zuunterschätzender Pluspunkt für Deutschland. In zahlreichenGebieten der Umwelttechnologie, einem der größten Märkte weltweit, ist Deutschland führend. 88 Auch die Veranstaltungswirtschafthat den Nutzen nachhaltigen Handelns für ihr Image und ihren dauerhaften Erfolg erkannt.Konzepte für umwelt- und klimafreundliche sowie energieeffiziente Events (Green Meetings) beziehungsweisedas Umsetzen eigener Nachhaltigkeitsstrategien sind hoch im Kurs –bei Unternehmen ebenso wiebei der Veranstaltungswirtschaft. Führende Tagungs- und Kongressstandorte kümmern sich intensiv um ihreEnergie- undUmweltbilanz undhaben sich zudemkonkreteVerbesserungsziele gesetzt.Green Meetings„Green Meetings sind ein umfassender Ansatz zur Planung, Umsetzung, Dokumentation und Weiterentwicklungvon umweltgerechten Veranstaltungen, der alle für die umweltgerechte Durchführung der Veranstaltung relevantenAkteurewie Mitarbeiter, Zulieferer,Dienstleister undTeilnehmereinbezieht.“ 89RelevanteHandlungsfelder für eine umweltgerechte, sozial verträglicheGestaltung von Konferenzenund Eventssind Mobilität, Energie/Klima, Ressourcen, Catering, Veranstaltungsmanagement und Kommunikation. Demumfassenden Ansatz entsprechend, verlangt die Durchführung von Green Meetings von allen Beteiligten einhohes Maß an Engagement. Veranstalter und Hoteliers können ein solches Konzept nicht einfach einkaufen, siemüssen sich selber intensiv damit beschäftigen, so dass das Thema zu einer Management- und Führungsaufgabewird.>>Tab.7aufder folgendenSeite88DZT201189Schreiber(Hrsg.) 201279


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Tab. 7: Handlungsfeldelderund Mindestkriterien fürGreen MeetingsHandlungsfeldldMobilitätEnergie/KlimaRessourcenCateringVeranstaltungs-managementment undKommunikationQuelle:BeschreibungAn-und Abreiseder Teilnehmer,Reisetätigkeit allerander VeranstaltungbeteiligtenAkteureKlimawirkungen undEnergieverbrauchbeider Anreise, am Veranstaltungsort,indenHotels/Locationsundbeider VorbereitungderVeranstaltungRessourceneinsatzvor,währendundnachder VeranstaltungGesunde, ökologischeErnährungKommunikation derMaßnahmen(Glaubwürdigkeit, Transparenz)dwif2013;Schreiber (Hrsg.)2012MindestanforderungKommunikationsmaßnahmen zurumweltfreundlichenAnreiseWahl derVeranstaltungszeiten(ÖPNV-Anreisemöglich)EnergiesparendeBeleuchtungEnergiesparendeEinstellung vonHeizung/KlimatisierungErmittlung Energieverbrauch derVeranstaltungsstätten/Hotels(Gebäudeenergieausweis)EinsatzumweltfreundlicherProdukteMinimum30Prozent RecyclingpapierKeineKleinverpackungenNutzung vonMehrwegmaterialienAbfalltrennung undRecyclingWassersparmaßnahmenRegionaleProdukteder SaisonAngebotvegetarischer Gerichte (zusätzlich)Bio-Angebote (zusätzlich)Veröffentlichungvon Umweltkonzeptund-maßnahmenMitarbeiterschulung/-einbindungWas anfangs wie ein Nischenthema wirkte, ist inzwischen eines der zentralen Innovationsthemen der Veranstaltungswirtschaft,demsichLocations,Beherbergungsbetriebeund Veranstalternicht länger verschließen können.Das Meeting- und EventBarometer ermittelt bereits seit einigen Jahren regelmäßig die Relevanz von GreenMeetings aus Sicht der Anbieter. Die Frage, obdie Einrichtungen ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem integrierthaben, beantworteten 2011 deutschlandweit lediglich 27Prozent positiv, 2013 waren esbereits 40 Prozent.90Green Meeting-Pauschalen undAusgleichszahlung überatmosfairZahlreiche Hotels bieten inzwischen über komplette Green Meeting-Pauschalen dieMöglichkeit,Tagungen klimafreundlich zu gestalten.Das Dorint Kongresshotel Mannheim kombiniert beispielsweise neben fair gehandelten Getränken, einemregionalen Speisenangebot und umweltfreundlich bestückten Tagungsräumlichkeiten eine Kompensation derveranstaltungsbedingten CO 2-Auswirkungen mit einer Spende an atmosfair. Atmosfair betreibt aktivenKlimaschutz mit der Kompensation von Treibhausgasen durch erneuerbare Energien und kooperiert mit derReiseindustrie weltweit, um den Klimaschutz in dieser Branche zustärken. Partner sind Reiseveranstalter,Fluggesellschaften, Flughäfen, Reisebüros für Leisure und Geschäftsreise, Verbände (DRV, VDR etc.) sowieReisemedien (Reiseführer etc.). Eine Hauptzielgruppe sind Unternehmen mit vielen Geschäftsreisen, denendabei geholfen wird, sowohl CO 2 als auch Geld einzusparen –das Angbeotspaket reicht von der umfassendenCO 2-Bilanzierungder Reiseaktivitäten bis hinzumaßgeschneidertenMaßnahmen im Travelmanagement.90EITW 201380


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Öko-zertifizierteEventveranstalterDienstleister wie die Agentur Blumberg in Stuttgart, der erste ökozertifizierteEventveranstalterin Deutschland, bieten sportliche Aktivitätenwie geführte Kanu- und Bergtouren im Einklang mit der Natur. Die sogenannten Öko-Incentives verbindendie Elemente Vergnügen, Genuss und Information. Die Teilnehmer sollen mit dem Thema Ökologie vertrautergemacht werden, zum Beispiel über den Besuch einer Bio-Brauerei, eines Bio-Weinguts, ökologischen BauernhofesodereinerBio-Käserei.Quelle: www.atmosfair.de;hotel-mannheim.dorint.com, www.blumberg-agentur.de (abgerufen 13.06.2013)Bio-CateringAn vielen Tagungsdestinationen offerieren Caterer ihren Gästen MenüsmitnachhaltigangebautenLebensmitteln sowiesaisonalenSpeisen undGetränken aus der Region. Anbieter wie Green Delicious Bio-Catering in Hamburg setzen auf Bio-Genuss. DerWerbeslogan: „Green Delicious hat die Traummaße für sinnlichen und gesunden Genuss entdeckt –80/80/150.Das Essen ist zu80Prozent Bio. Gemüse und Obst sind zu 80 Prozent saisonal und werden aus einem Umkreisvonmaximal 150Kilometernangeliefert.“Netzwerk „Grün tageninOsnabrück"Das Netzwerk wurde 2010 von zehn Anbietern aus der Kongressbranchegegründetund warüberzweiJahre Förderprojektder Deutschen BundesstiftungUmwelt. Inzwischen ist „Grün tagen in Osnabrück“ eine beispielhafte regionale Initiative und einoffenes Netzwerk für Anbieter der Kongressbranche aus Osnabrück und dem Osnabrücker Land. WesentlicheVoraussetzung für die Teilnahme ist die jährliche Erstellung und Umsetzung eines Umwelt-Maßnahmenkataloges. Sosoll langfristig ein umweltfreundliches, ressourcenschonendes Tagungsangebot inderRegiongeschaffenwerden.Quelle: www.green-delicious.com;www.osnabrueck.de (abgerufen 13.06.2013)Eine Veranstaltung „grün“ durchzuführen ist das eine, sich die eigenen Maßnahmen zertifizieren lassen unddamit transparent zu machen, das andere. Deutschlandweit gibt esbislang nur vereinzelte Initiativen wie dieEinstufung als „klimaneutrale Veranstaltung“, das Umweltzeichen „Green Globe“, die Plattform „My Green Meetings“mit dem „Green Note-Zertifikat“ oder etablierte Umweltmanagementsysteme wie ISO 14001. Eine übergreifendeZertifizierungstehtnoch aus,FürVeranstaltungsortesindentsprechende Zertifizierungen zunehmend Pflicht.Auf Anbieterseite sind jedoch ein großer Bedarf und auch der Wille spürbar. So ist die Zahl der Überprüfungendeutlich gestiegen. 2011 wurden lediglich 26 Prozent der Nachhaltigkeitsmanagementsysteme von externenStellen überprüft, 2013 bereits 58Prozent. Umgekehrt gaben inderselben Befragung 44Prozent der Veranstalteran, solche Anbieter zu bevorzugen, die ein zertifiziertes Nachhaltigkeitsmanagementsystem nachweisenkönnen. Über die zukünftige Relevanz des Themas sind sich die Akteure einig: 76Prozent der Anbieter und 83Prozent der Veranstalter sind der Ansicht, dass die Bedeutung von Green Meetings gleich bleiben oder sogarzunehmenwird. 9191EITW 201381


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013CO 2-Rechner und Nachhaltigkeitsberaterdes German Convention BureausDas German Convention Bureau (GCB) stellt online wichtige Hilfestellungen zumThema GreenMeetings zur Verfügung, so beispielsweise einenspeziellenCO 2-Rechner zur Ermittlung der Emissionswerte einer Veranstaltung. Unter dem Motto „Fit for Green Meetings –Weiterbildung zum Nachhaltigkeitsberater“ bietet das GCB Weiterbildungsmaßnahmen an, indenen spezielleBerater ihr umfassendes Know-how in Sachen Nachhaltigkeit andie deutschen Tagungs- und Veranstaltungsstättenweitergeben. Darüber hinaus können Interessierte „10Grüne Tipps“ für ihr Meetingund den „Leitfadenfürdie nachhaltige Organisation vonVeranstaltungen“ abrufen.Leitfäden desBundesumweltministerium unddes Verbandes Deutsches ReisemanagementDas Bundesumweltministerium (BMU) und der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) haben ebenfallsLeitfäden erarbeitet, mit deren Hilfe die Veranstaltungsplaner bei der Organisation und Durchführung ihrerVeranstaltungeigenständigdie Umweltbilanz verbessernkönnen.Quelle: www.gcb.de, ww.bmu.de; www.vdr-service.de (Stand:13.06.2013)2.2.2Compliance:Esgibt klare RegelnOpulente Abendessen oder VIP-Karten für Großevents waren lange Zeit gängige Praxis in der Geschäftswelt,ausgiebige Luxus-Rahmenprogramme nicht selten der eigentliche Zweck der Veranstaltung, und großzügigeGeschenkezuWeihnachten „erhieltendie (Geschäfts-)Freundschaft“.Compliance„Compliance beziehungsweise Regeltreue (auch Regelkonformität) ist inder betriebswirtschaftlichen FachsprachederBegrifffür dieEinhaltung vonGesetzenund RichtlinieninUnternehmen, aber auch vonfreiwilligenKodizes.Die Gesamtheit der Grundsätze und Maßnahmen eines Unternehmens zur Einhaltung bestimmter Regelnundzur Vermeidung vonRegelverstößenwirdals Compliancemanagementsystem bezeichnet.“ 92Heute halten sich immer mehr Firmen strikt ansogenannte Compliance-Regeln. Umgekehrt muss bei Veranstaltungenund Events zunehmend sichergestellt werden, dassdiese auch tatsächlich eingehalten werden. Deutschlandweitgibt ein Drittel der Veranstaltungsanbieter an, seine Angebotsstruktur aus Compliance-Gründen geändertzu haben. 60 Prozent der befragten Veranstalter sind überzeugt, dass sich verstärkte Compliance spürbarauch auf das Tagungsverhalten niederschlägt. Im Vorjahr (2012) gaben lediglich 29Prozent der Veranstalter an,sich durch Anstrengungen zu verstärkter Compliance in ihrem Handeln in Bezug auf Tagungen und Veranstaltungeneingeschränkt zu fühlen. 93Verfügt ein Unternehmen über eine Compliance-Struktur, muss diese unbedingt berücksichtigt werden. Für dieVeranstaltungslocations und dieBeherbergungsbetriebebedeutetdas,künftigcompliancegeschulte Mitarbeiterzu beschäftigen, die Programmabläufe regelkonform zusammenstellen. Dies gilt nicht nur bei Veranstaltungen,sondern kann bereits bei der üblichen Übernachtungsbuchung wichtig werden, zum Beispiel wenn die Regelnnurbestimmte Zimmerklassen zulassen. 9492IDW201193EITW 201394http://www.buse.de (Stand:13.08.2013)82


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Praxistippsfür dasKundengesprächDer „Fairmas Hotel-Report“ thematisiert in der Ausgabe 2(März 2013) die Notwendigkeit von Compliance-Strukturen in derHotellerie. Ein Compliance-Experte (Rechtsanwalt) erläutert die aktuelle Situation inder Hotellerie.ZudemwerdenkonkretePraxistipps fürdas Kundengespräch gegeben.Compliance – Handlungsempfehlung fürdie HotellerieIn Kooperation mit dem Verband Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR) bietet die BTME CertifiedGmbH &Co.KG Partnern aus der Hotellerie eine Online-Übersicht für mehr Sicherheit angesichts der immer strengeren Auslegungdes Compliance-Begriffes. Zusätzliche Informationen, rechtliche Grundlagen und Hinweise sind auch im„Leitfaden für Compliance im Veranstaltungsbereich“ der Vereinigung Deutscher Veranstaltungsorganisatorene. V. nachzulesen.Von den Akteuren wird Compliance aber immer noch häufig als „Verbotskanon“ missverstanden, derGroßveranstaltungen,Kongresse oder gesellschaftliche Events stark einschränkt. Die Folge seien erhebliche wirtschaftlicheSchäden für Veranstaltungsorte wie Hotels. Werden rechtzeitig entsprechende Maßnahmen getroffen, eröffnetdas System jedoch auch Chancen, zum Beispiel indem sich das Engagement als Qualitätsmerkmal auf dasImagedes Hauses auswirkt. 952.2.3.3 „MeetCentives“ tives“:Rahmenprogramme undihre BedeutungDie Durchführung interessanter Rahmenprogramme oder sogenannter MeetCentives –sei es im Touristik-,Sport- oder Show- und Unterhaltungsbereich –ist für Veranstaltungsort und -teilnehmer aus unterschiedlichenPerspektiven relevant.–Veranstaltungsort: Rahmenprogramme bieten eine einzigartige Möglichkeit, die Region zupräsentieren, Einnahmenfür die Destination zu generieren und (speziell bei Großveranstaltungen) Imagewerbung durch Presseberichtezu erhalten. Insbesondere Veranstaltungslocations außerhalb großer Städte, die nicht unbedingtmitErreichbarkeitpunkten, könnenhierihreVorzügeherausstellen(Stichwort„TagenimGrünen“).–Veranstaltungsteilnehmer: Rahmenprogramme bedeuten Auflockerung, Zeit für Entspannung und Austauschuntereinander und fördern den Erlebnis- und Erinnerungswert, nicht nur andie Veranstaltung, sondern auchan dieDestination.MeetCentivestivesDer Kunstbegriff „MeetCentives“ ist eine Kombination von Meeting und Incentive. Veranstaltungen werden interaktiver,vor allem aber kommunikationsintensiver und rücken das persönliche Erlebnis des Teilnehmers indenVordergrund. 96Atmosphäre, Ambiente und Abwechslung gewinnen anBedeutung, was wiederum direkten Einfluss auf die Wahldes Veranstaltungsortes haben kann. Für die Planung und Organisation innovativer Programme sind insbesonderebei kleinen (Firmen-)Veranstaltungen weniger die professionellen Kongressorganisatoren (PCO) oder spezialisiertenAgenturen, sondern die Beherbergungsbetriebe und die Tourismusorganisationen vor Ort gefragt.Kreative Ideen, optimaler Kenntnisstand über die vorhanden Angebote und Vernetzung der Akteure in der Regionsind wesentliche Voraussetzungen fürdie Entwicklung reizvoller Rahmenangeboteund die Verbesserung der„sekundärenStandortfaktoren“ beider Positionierungals Veranstaltungsregion.95http://www.buse.de (abgerufen 13.08.2013)96Schreiber(Hrsg.)201283


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Teambuilding-Maßnahmenund Incencentives:Wildschweinjagd imHotelSchloss SchweinschweinsburgDasHotel SchlossSchweinsburginZwickauwurde 2011mit Platz10unter den Top 250 „Besten Tagungshotels inDeutschland“ ausgezeichnet. Neben erstklassigen Tagungsräumenwirbt das Haus mit einem Kreativzentrum imGrünen, einer großzügigen Sport- und Veranstaltungshalleund vor allem mit kreativen Ideen für Rahmenprogramme. Nach einem Schluck Schwarzwildtrunk zur Stärkunggeht es beispielsweise gemeinsam auf Wildschweinjagd. Spurenlesen, Hochsitzbau oder Bogenschießen imFackelschein gehören zum Programm –und am Ende erlegen die Teilnehmer einen 3D-Keiler. Darüber hinausgibt es zahlreiche weitereProgrammangebote, übersichtlich aufbereitet, transparent mit Preisen versehenundper Download auf der Internetseite abrufbar. Hier stehen Interessenten auch eine Tagungsmappe sowie einePlanungs-und Organisationshilfe zurVerfügung.Vorzüge herausstellen: Tagen imGrünen und Räume fürIdeen im LandhotetelRössleRechenbergDas Landhotel Rössle ist einerseits ein familiär geführtes Landhotel, andererseits einprofessionellesTagungs-, Seminar- undEventhotel. DasHotelsetzt dabeibewusst aufseine individuellenStärken: großzügigeRäume im Innerenkombiniert mit den Vorzügen einer ruhigen, grünenUmgebung. Einige Seminarräume sind sogar befahrbar, was insbesondere für Markteinführungen, Verkaufsausstellungenund Präsentationen vonMaschinen, Autos undGroßgeräten interessant ist. Im„Rössle Campus“kann auch outdoorgearbeitetwerden, undder hauseigene Hochseilgarten bietet perfekteVoraussetzungenfürTeambuilding-Veranstaltungen. Eine weitere Besonderheit: Die Beleuchtung der Seminarräume erfolgt überbiodynamisches Licht, dessen Lichtspektrumdem derSonne ähnlichist. ImLaufe eines Tages verändert es sichin seiner Farbeund Stärke und wirkt somit fastwie dieSonne aufdie Seminarteilnehmer, was deren physischesundpsychisches Wohlbefinden unterstützen soll.Außergewöhnliches Tagungs- und Teambuimbuildingambiente in derNarNatur:Adventure-Camp ForerellenhofIm Tipicamp Forellenhof in Kirn können Gruppenvon bis zu150 Personen Meetings und Events derbesonderenArt durchführen. Rund um eine Forellenteichanlage stehen Tipis und Kommunikationsecken für Arbeitsgruppenmit maximal zehn Personen zur Verfügung –Flipchart, Metaplaner und originelle Trapperstühle inklusive.Alternativ können auch größere Veranstaltungen mit professioneller Technik in den Zelten organisiert werden.Als Rahmenprogramm werden Tipibau-Workshops, anspruchsvolle Outdoorevents (Jeep-/Helisafari, Quad- &Off-Road-Experience) und verschiedene Teambuilding-Maßnahmen im Tipicamp angeboten. Auch für das leiblicheWohl ist gesorgt: Das Camp verfügt über eine eigene Forellen-, eine Gallowayrinder- und eine Schweinezucht.Quelle: www.schloss-schweinsburg.de;www.roessle-rechenberg.de; www.tipi-events.de(Stand: 13.08.2013)Hinweise zu weiterführendenrenden Informationen sind nachstehender Tabebelle zu entnehmen.Ausgewählte Studien,Checklisten,Fachliteraturturmeetings made in germany(Ausgabe 2/2012):SchwerpunkteGreenMeetings/ComplienceMeetings planen in Deutschland. EinGCB-Leitfaden.Nachhaltigerfolgreich:Tagungen, Events &Kongresse inDeutschlandHerausgebererGerman Convention Bureau(2012)German Convention BureauDeutsche Zentralefür Tourismus e. V. (2011)84


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20133 Bedeutueutung des Geschäftstourismus fürdasSaarlandDie Zahlen rund umdie Bedeutung des Geschäftstourismus für das Reiseland Deutschland belegen eindrucksvoll,welche wirtschaftliche Größe dieses Segment mit all seinen Facetten (von der Tagesgeschäftsreise bis hinzu Messen und Kongressen) darstellt. ImSaarland-Marketing auf Landesebene wird der Geschäftstourismusausschließlich auf Nachfrage und inspeziellen Themenfeldern bearbeitet. Auf lokaler, regionaler beziehungsweiseprivatwirtschaftlicher Ebene sind verschiedene Aktivitäten mit unterschiedlichem Tiefgang anzutreffen.Für die Entwicklung einer zielgerichteten Landesstrategie fehlte esbislang an einer validen Bewertung diesesMarktsegmentsfür denTourismus im Saarland sowieaneinem Überblicküberdie Anbieterstruktur.Zur Gewinnung entsprechender Erkenntnisse wurden im Rahmen des Sparkassen-Tourismusbarometers etlicheRecherchen, Online-Befragungen, Expertengespräche und Berechnungsverfahren durchgeführt. Ziel war es, dierelevanten Einrichtungen und Betriebe im Saarland zu identifizieren und die Bedeutung des Segments für dasSaarland annäherungsweise zu quantifizieren.Eine wichtige Bemerkung vorab:Obwohl Saarbrücken imRahmen der nachfolgenden Ausführungen an vielen Stellen eine herausgehobene Bedeutungerfährt, soist es die ausdrückliche Zielstellung des Sparkassen-Tourismusbarometers Saarland, dieRelevanz desThemas„Geschäftstourismus“für dasgesamte Saarland darzustellen.3.1 Angebebot:AnbieterüberblickundStandorteinschätzungZusammenfassung–Die Mehrzahl der Veranstaltungslocations imSaarland (Teilnehmer an der Online-Befragung) verfügt übervergleichsweisegeringe Raum-und Sitzplatzkapazitäten.–Die Tagungs-/Veranstaltungskapazitäten der Beherbergungsbetriebe im Saarland sind ebenfalls eher begrenzt.–Insbesondere das Image als Geschäftstourismus-Standort, das Vorhandensein von nachfragegerechter Tagungs-und Kongressinfrastruktur, die Vermarktung als Tagungs-, Kongress- und Messestandort sowie dieEignungals Messestandort erhalten von den befragten Veranstaltungslocations und Beherbergungsbetriebennurdurchschnittliche Bewertungen.–Zertifizierung von hoteleigenen Tagungsräumlichkeiten und Locations ist im Saarland nur vereinzelt ein Thema.3.1.1DieAnbieter:Kongresszenresszentren, Tagungsstättentten,Locationsund BeherbergungsbebergungsbetriebeDie Bestandsaufnahme der relevanten Einrichtungen im Saarland erfolgte in Kooperation mit der TourismusZentrale Saarland (TZS), dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehrsowie der IHK Saarland. AlsBasis wertete das dwif nationale Tagungsplattformen und themenrelevante Online-Portale aus und ergänztediese Daten um entsprechende Zulieferungen von Kontaktdatenbanken. Dabei sind zwei übergeordnete Akteursgruppenzu unterscheiden:–Veranstaltungslocations (nachfolgend verwendeter Sammelbegriff für alle Einrichtungen, deren KerngeschäftVeranstaltungenjeglicher Artsind)–Beherbergungsbetriebe85


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Veranstaltungslocations imSmSaarlandIm Saarland wurden 60 Einrichtungenals Veranstaltungslocation definiertund im Rahmen der Online-Befragungkontaktiert. Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben. Der dargestellte Angebotsumfang ist das Resultatintensiver Recherche unter Nutzung diverser Quellen und der erwähnten Zulieferungen. Lediglich sechsdieser Veranstaltungslocations vermarkten ihre Räumlichkeiten auf überregionalen Internetplattformen. Insgesamthabensich 26Locations ander Befragung beteiligt, 97 was einem Rücklauf von 43Prozent entspricht. Esistdavon auszugehen, dass es im Saarland noch eine Vielzahl weiterer Einrichtungen gibt –insbesondere im Bereichder städtischen Veranstaltungshallen und „Special Locations“ –, die sich aber nicht professionell vermarktenunddaher beider Bestandsaufnahmenicht berücksichtigtwurden.Veranstaltungensindnicht immerdas Hauptgeschäftsfeld derbefragten Einrichtungen.Teilweise handelt es sich bei den befragten Veranstaltungsstätten um spezialisierte Tagungs-/Bildungseinrichtungenmit angeschlossenem Unterkunftsbereich –der Übergang zur Kategorie „Beherbergungsbetrieb“ist hier demnach fließend. Entscheidend ist, welche Relevanz das Veranstaltungsgeschäft für die einzelnen Befragtenhat. Für sechs von zehn stellen Veranstaltungen ein zusätzliches Geschäftsfeld dar, 35 Prozent definierendiesealsHauptgeschäftsfeld/-zweck dereigenen Location.>>Abb.43Abb.43: Typisierung derVeranstaltungslocations imSaarland(Eigeneinsrland(Eigeneinschätzungder Einrichtungen)Welchem derfolgenden TypenwürdenSie Ihre Veranstaltungsstätte hauptsächlichzuordnen? (absolut)15614453517818angeschriebeneInstitutionen/Einrichtungen(n =60)an derOnline-Befragung teilgenommeneInstitutionen/Einrichtungen(n =26)Bildungseinrichtung/Akademie Event-Location Kongress- und TagungszentrumMesse- undAusstellungshalle Stadt-und Mehrzweckhalle sonstigesQuelle:dwif2013,Online-Befragungder VeranstaltungslocationsDrei Viertel der 26 Einrichtungen/Institutionen, die ander Befragung teilgenommen haben, gaben an, eine Veranstaltungsstättezu betreiben und zu vermarkten. Einige Einrichtungen/Veranstaltungsstätten verfügen jedochüber ein gemeinsames Management, hier ist insbesondere das kommunale Hallenmanagement zu nennen. Insgesamtkonnten auf diesem Weg demnach die Angaben von 32Veranstaltungslocations indie nachfolgendeKapazitätsberechnung einbezogen werden.Insgesamt verfügen die befragten Institutionen eigenen Angaben zufolge über 98Tagungs- beziehungsweiseVeranstaltungsräumlichkeiten. Die Hälfte dieser Räume hat bei Reihenbestuhlung eine Kapazität von maximal100 Personen, knapp ein Drittel fasst zwischen 100 bis 500 Personen. In rund jedem fünften Raum können Ver-97Trotz einesintensiven Nachkontaktierens konnten dieübrigen Locations, von denen einige sogarmehrere Einrichtungenbetreiben, leider nichtzueiner Teilnahmeander Befragung animiert werden.86


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013anstaltungen mit 500 bis 1.000 Gästen stattfinden; und vier Einrichtungen verfügen über Räumlichkeiten fürmehr als 1.000 Teilnehmer. Im Durchschnitt bieten die Räumlichkeiten Sitzplätze für 230 Personen (bei Reihenbestuhlung).>> Abb. 44DieHälfteder Räume hatbei Reihenbestuhlung eine Kapazität vonmaximal 100 Personen.Abb.44: KapazitätenderVeranstaltungslocations imSaarlandKapazitätskennzahlender Veranstaltungslocations im Saarland32 VeranstaltungsstättenimSaarland…verfügen über insgesamt98Räume…Ørund3Räumepro EinrichtungØrund230 Sitzplätze proRaummitrund 23.000 Sitzplätzenbei Reihenbestuhlung.Anzahl derRäume in denVeranstaltungslocations(in %der Anbieter)Anzahl derSitzplätzeinden VeranstaltungslocationsbeiReihenbestuhlung(in %der Anbieter)66154271648Minimum: 1RaumMaximum: 14 Räume239Minimum: 10 PlätzeMaximum: 2.000 Plätze236161Tagungsraum4bis 5Tagungsräume10 undmehrTagungsräume2bis 3Tagungsräume6bis 9Tagungsräumebis30Personen bis50Personen 50-100 Personen100-150 Personen 150-500 Personen 500-1.000 Personen>1.000 PersonenQuelle:dwif2013,Online-Befragungder VeranstaltungslocationsKongresszentren, Sport- und Mehrzweckhallen, Stadthallen und Kurhäuser inDeutschland verfügen im Durchschnittüber25Räume98 ,imSaarland ergebensichauf Basis derErhebungenaus derOnline-Befragung lediglichdrei Räume jebefragterEinrichtung, wobei dieSpannweite hiererheblich ist. Die relevantenHäuserfür Großveranstaltungen–Saarlandhalle, Congresshalle, Saarmesse, aber auch das EWERK –liegen allesamt imRegionalverbandSaarbrücken. Die Raum- und Sitzplatzkapazitäten der Veranstaltungslocations im„übrigen Saarland“sind im Vergleich dazu erheblich geringer, was jedoch keineswegs Rückschlüsse auf die Professionalität derbetreffenden Einrichtung zulässt. Entscheidend ist vielmehr die passgenaue Positionierung, Zielgruppenorientierungund-ansprache–beikleinen wiegroßenVeranstaltungshäusern.„Confertainment“imEuropa-ParkRustSeit derGründungimJahr1975 hat sich derEuropa-Park Rust zummarktführendendeutschenund größteneuropäischenFreizeitparknachDisneylandParis entwickelt. Jährlich besuchen mehr als 4Millionen Menschen das über 85Hektar große Areal. NebenPrivatbesuchern haben auch immer mehr Firmenkunden den Park mit seinen inzwischen 26 Kongress- und Tagungsräumenals geeignete Location für ihre Veranstaltungen entdeckt. Unter dem Motto „Conference meetsentertainment“ kreierte der Europa-Park den Begriff des „Confertainments“ und ließ ihn schützen. KonferenzenundTagungen ermöglichen dieErweiterung des Produktportfolios, vermindernsaisonale Schwankungen bei der98ghhConsult GmbH 201187


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Nachfrage und sind nicht zuletzt eine wirkungsvolle Vermarktungsmöglichkeit für das eigentliche Kerngeschäft–den Freizeitpark. Businesskunden können aus vier möglichen Bausteinen wählen: Konferenz-/Tagungsraum,Gastronomie, Hotellerie und Show. Das buchbare Angebot reicht von klassischen Tagungsarrangements mitPauschalen über Picknick-Angebote, Abendveranstaltungen bis zuGaladiners. Die Angebote sind auch für Privatanlässe(Hochzeiten, Geburtstage etc.) buchbar. Wichtig ist den Verantwortlichen vor allem, ihren Kundeneinen Komplettservice aus einer Hand und ein hohes Maß anFlexibilität zubieten. Mittlerweile finden jährlichrund 1.300 Veranstaltungen statt. Mit 78Prozent stellt Deutschland klar den größten Quellmarkt für die Confertainment-Veranstaltungendar, gefolgt von Frankreich (12 Prozent) und der Schweiz (6 Prozent) 99 .Das BeispielEuropa-ParkRust machtdeutlich, wie wichtigesfür Anbieter ist, im Rahmen des eigenen Gesamtkonzeptesimmer wieder neue Ideen und Angebotserweiterungen zu entwickeln. Auch ein Blick über den eigenen Tellerrandhinaus kann neue Perspektiven eröffnen, zum Beispiel bei Ergänzungsangeboten zum eigentlichen Kerngeschäft.Für die erfolgreiche Umsetzung und Kundenakzeptanz bleiben die Voraussetzungen jedoch auch hierProfessionalität undService auseiner Hand.Beherbergungsbetriebe imSaarlandNur sehr wenige Beherbergungsbetriebe imSaarland sind der klassischen Tagungshotellerie zuzuordnen. UmeinenEindruck überdie Verteilung dersich professionellvermarktenden Tagungshotellerieauf Bundesebenezubekommen, wurden verschiedene Internetsuchmaschinen und Internetseiten von Fachverbänden quantitativnach Bundesländern ausgewertet. Wie zu erwarten, liegen die Angebotsschwerpunkte (unabhängig von deranalysierten Plattform) auf den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.Für das Saarland konnten, ähnlich wie beispielsweise in Bremen, 36Beherbergungsbetriebe indenoffiziellenTagungsportalen registriertwerden. >> Abb. 45Abb.45: Präsenz derTagungshotels in ausgewähltenbundesweiltenbundesweitenThemensuchmaschinen– Anteilin%–SaarlandÜbrige Bundesländerin % absolut*www.gcb.de0,6210121021615162225 132www.hotel.de0,61312166313114917552 3 3www.intergema.de0,7121112521212212141244 2 4www.tagungshotels.de0,85111873 2 3143101552 2 22www.tagungsplaner.de0,73413195312114815562 3 3www.top250tagungshotels.de0,82142213112591464 2 2 3www.tagungshotel.com0,47111575 1312381845 2 3 20% 20% 40% 60% 80% 100%*absoluteAnzahlderdargestellten Betriebe jePlattformBaden-Bayern Berlin Brandenburg BremenWürttembergHamburg Hessen Mecklenburg-VorpommernNiedersachsen Nordrhein-WestfalenRheinland-Pfalz Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-HolsteinThüringenQuelle:dwif2013,AuswertungrelevanterInternetplattformen99Schreiber(Hrsg.)201288


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Um die Bedeutung des Geschäftstourismus für das Saarland darzustellen, wäre es jedoch nicht ratsam, sich nurauf Betriebe zukonzentrieren, die eigene Tagungsräumlichkeiten zur Verfügung stellen beziehungsweise dieseprofessionell vermarkten. Nicht zuletzt angesichts der großen Bedeutung der Automobil(zuliefer)industrie spielenGeschäftsreisendefürdie meistenUnterkunftsbetriebeimSaarland eine sehr wichtige Rolle.VordiesemHintergrund wurdeder Fokus der Online-Befragung aufalleHotel- undHotel garni-BetriebeimSaarlandgelegt und versucht, eine möglichst große Anzahl für die Teilnahme zugewinnen. Zudem wurden ausgewählteJugendherbergen und Schulungsheime angefragt, von denen bekannt ist, dass sie überdurchschnittlichhäufig Geschäftsreisende beherbergen. Im Rahmen derOnline-Befragung wurden deshalb neben den 36 bereitsgenannten Tagungshotels weitere 159 Beherbergungsbetriebe angeschrieben. 100 Insgesamt haben sich 92 Betriebean der Befragung beteiligt (ein Fünftel davon aus Saarbrücken), was einem Rücklauf von 47 Prozent entspricht.DieseBetriebestehenfür rund zwei Drittel der Bettenkapazitätinden Kategorien „Hotels, Hotels garnis,Jugendherbergenund Schulungsheime“imSaarland.Die räumliche Verteilung der Betriebe, die sich an der Online-Befragung beteiligt haben, spiegelt erfreulicherweiserecht genau die tatsächliche Struktur im Saarland wider: Rund ein Drittel der Betriebe ist dem RegionalverbandSaarbrücken zuzuordnen. Ein Fünftel entfällt auf den Landkreis Merzig-Wadern; und auch im Falle derLandkreise Saarlouis, Saarpfalz-Kreis, St. Wendel undNeunkirchen entspricht dieStichprobengröße inetwa demtatsächlichen Anteil anallen Betrieben, wie ihn die amtliche Statistik ausweist. Entsprechend spiegeln die ErgebnissedieSituation derBeherbergungsbetriebe im Saarland insgesamtrecht gutwider,sodass derRegionalverbandSaarbrückennichtunverhältnismäßigabgebildetwird.Tagungs-/Veranstaltungskapazitäten derBeherbergungsbetriebeimSaarlandsindbegrenzt.Abb.46: Tagungs-/Veranstaltungskapazitätendertender Beherbergungsbetriebe imSaarlandAnzahl derRäume in denBeherbergungsbetrieben(in%der Anbieter)Maximale Raumkapazität derBeherbergungsbetriebe(Reihenbestuhlung, in %der Anbieter)15421bis30Personen6%bis50Personen29%2535bis100 Personen35%1Tagungsraum2bis 3Tagungsräume4bis 5Tagungsräume6bis 9Tagungsräume10 undmehrTagungsräumebis150 Personen18%>150 Personen12%Minimum: 1RaumMaximum: 13 RäumeQuelle:dwif2013,Online-Befragung Beherbergungsbetriebe100Selbstverständlichspielen Geschäftsreisende auch fürandere Beherbergungskategorien eine Rolle, beispielsweise durchdie Übernachtungen von Monteuren in Ferienwohnungen. Diese Unterkunftskategorien konnten im Rahmen des Sparkassen-Tourismusbarometersjedoch nichtberücksichtigtwerden.89


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Rund 60 Prozentder befragtenBeherbergungsbetriebeverfügenüberTagungs-, Seminar- oder Konferenzräumeim Haus.Inüberder Hälfte derBetriebestehenein bis dreiRäume,nur in zwei Häusernmehrals zehn RäumezurVerfügung. Zum Vergleich: Tagungshotels in Deutschland verfügen imDurchschnitt über fünf Tagungsräume. 101Mit Ausnahme eines Betriebes befinden sich die Häuser mit sechs und mehr Tagungsräumen alle außerhalb desRegionalverbandesSaarbrücken. >> Abb. 46 aufder vorherigen SeiteTravel Managementbeider ZF Friedriedrichshafen AGZF ist ein weltweit führender Technologiekonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnikmit 121Produktionsgesellschaften in26Ländern. Der Konzernmit rund75.000 Mitarbeitern erzielte im Jahr 2012 einen Umsatz von 17,4 Milliarden Euro. Inder Rangliste der Automobilzulieferer ist ZFunter den 10größten Unternehmenweltweit 102 .Mit derzeit rund 8.400 Mitarbeitern ist der Konzern der größte ArbeitgeberimSaarland.Beidergeschäftlichen Reiseplanungkönnendie ZF-MitarbeiterimSaarland aufein zentralesTravelManagementzurückgreifen.–Für die Buchung von Flug- und Bahntickets steht ihnen das Reiseplanungstool „my ZF“ zur Verfügung. Aufdiesem Weg können auch Fahrzeuge für die anstehenden Dienstreisen reserviert werden. Das Unternehmenverfügt über einen Fuhrpark mit eigener Fahrzeugflotte, der imBedarfsfall um weitereMietfahrzeuge ergänztwerden kann. Die Ticket- und Fahrzeugbeschaffung wird für die ZF-Mitarbeiter auf diesem Weg zentral undeffizient koordiniert.–Hotelbuchungen führen die ZF-Mitarbeiter selbst durch. Eine Kooperation mit dem Hotelportal HRS stelltjedoch auch in diesem Fall die AbwicklungübereinezentralePlattform sicher.Der Konzernhandelt direkt mitden Hotels Sonderkonditionen aus, die dann über HRS für die Mitarbeiter abrufbar sind. Für die Unterbringungder Mitarbeiter kommt nur eine Auswahl an Hotelbetrieben inFrage: Das Unternehmen verfügt internüber eigene Qualitätskriterien, diejedes Hotelerfüllenmuss.–Für die Bezahlung nutzen die ZF-Mitarbeiter ihre Corporate Kreditkarte. Die zentrale Abwicklung sämtlicherPlanungs- und Buchungsschritte ermöglicht ZF eine optimale Kostenkontrolle und unternehmensinternesControlling.Im Gegensatz zuden Reisen der eigenen Mitarbeiter, organisieren Geschäftspartner ihren Aufenthalt vor Ort inSaarbrücken (oder an den anderen Standorten) selbst. Bei konkreten Anfragen der Partner zuÜbernachtungsmöglichkeitenwerden Empfehlungen gegeben, Buchungen werden jedoch nicht durchgeführt. Häufig läuft dieAbwicklung auch hier über eigene hausinterneFirmenreisestellen.Bei Betriebsversammlungen, Trainings oder Ähnlichem nutzt ZFeinerseits die eigenen, je nach Größe der Veranstaltungjedoch auch externe Räumlichkeiten inund um Saarbrücken. Die Auswahl der Veranstaltungslocation,die Abstimmung der Konditionen und auch die Rahmenprogrammplanung werden seitens ZF derzeit inEigenregie durchgeführt. Eine Zusammenarbeit mit regionalen Tourismusorganisationen oder der TourismusZentrale Saarland besteht nicht. Umden Organisationsaufwand für die Planung von externen Veranstaltungen/Eventsaus Unternehmenssicht zureduzieren, wäre eine stärkere Kooperation jedoch mit Sicherheit sinnvoll.Wie das Beispiel ZFzeigt, entgeht dem Saarland umgekehrt bislang die Chance, sich mit seinen touristischenAngebotenoptimalzupositionieren undNetzwerke zu wichtigenGroßunternehmen zu knüpfen.Quelle: Expertengespräch Oliver Rupp (ZFFriedrichshafen AG)101ghhConsult GmbH 2011102www.zf.com (abgerufen 28.08.2013)90


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Der Blick auf die vorhandenen Kapazitäten macht deutlich, dass die Mehrheit der Veranstaltungslocations undBeherbergungsbetriebe im Saarland eher auf kleinere Tagungen und Veranstaltungen ausgerichtet ist. Das bedeutetzwar eine Einschränkung, sagt aber erst einmal nichts über die Professionalität und LeistungsfähigkeitderAnbieteraus.3.1.2.2 AusAnbietersicht: Stärkenund Schwächwächenchen desSaarlandes imGeschäftstourismusFür die Wahl der Unterkunft bei traditionellen Geschäftsreisen von Firmen sind andere Faktoren relevant als beiMesse-,Ausstellungs-,Tagungs-, Kongress-oderIncentivereisen. An dieLagevon Veranstaltungsstätten werdenentsprechend konträre Anforderungengestellt. 103–Periphere Lage in der Destination: Bei diesem Standortkriterium sollte die Veranstaltungsstätte ruhig undabgeschieden liegen. Solche Veranstaltungsstätten sind mehrheitlich inKlein- und Mittelstädten oder inRandgebieten vonGroßstädten lokalisiert.–Zentrale Lage: Bei Veranstaltungsstätten innerhalb von größeren Städten oder Großstädten zählt das sogenannte„Prinzipder kurzen Wege“–An- undAbfahrtswegezur Veranstaltungslocation, zurUnterkunft,zugastronomischenBetrieben,aberauchzuEinkaufszentrenundFreizeiteinrichtungen sind möglichstkurz.Aus diesem Grund wurde imRahmen der Online-Befragung bei den Einschätzungen der Aspekte Lage und Erreichbarkeitdes Saarlandes (und auch allen weiteren Beurteilungskriterien zur Eignung des Saarlandes für dasGeschäftsreisesegment) zwischen Saarbrückenund demübrigen Saarland unterschieden.Veranstaltungslocations urteilen kritischer alsBeherbergungsbetriebe.Die Erreichbarkeit für den Individualverkehr wird insgesamt als durchaus positiv eingestuft, bei öffentlichenVerkehrsmitteln (Bahnanbindung,Flughafen etc.)schneidet Saarbrückenaus Sichtder Befragtendeutlich besserab als das übrige Saarland. Insbesondere die Veranstaltungslocations sehen hier Verbesserungspotenzial. DieUnterschiede in der Anbindung zwischen Landeshauptstadt und übrigen Landesteilen spiegeln sich vermutlichauch in der divergierenden Einschätzung der Lage des Bundeslandes zu seinen Quellgebieten wider. Die Anbindungder relevanten Veranstaltungslocations durch den ÖPNV wird von den Beteiligten bestenfalls als „überwiegendgut“ eingestuft.>>Abb.47Abb.47: Einschätzung vonLage undErreichbarreichbarkeitsehr gutüberwiegendguteherschlechtschlechtErreichbarkeit über dieStraßeErreichbarkeit mitöffentl.Verkehrsmitteln(Schiene,Flugzeug)Lage zu denQuellgebietenÖPNV-Anbindung Tagungs-/KongresslocationsSaarbrückenübriges SaarlandBeherbergungsbetriebeVeranstaltungslocationsBeherbergungsbetriebeVeranstaltungslocationsQuelle:dwif2013,Online-BefragungBeherbergungsbetriebe undVeranstaltungslocations103Schreiber(Hrsg.)201291


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Bei den abgefragten Aspekten zu Standort-, Angebots- und Vermarktungsqualität löst sich das skizzierteSchwarzweiß-Bild zwischen Saarbrücken und dem übrigen Saarland sichtbar auf. Vielmehr ist hier eine divergierendeEinschätzung zwischen Beherbergungsbetrieben und Veranstaltungslocations zuerkennen. Die Beherbergungsbetriebesind insgesamt etwas positiver gestimmt und schätzen vor allem die eigenen VoraussetzungenwieModernitätund Zielgruppenorientierung derHäusermerklichbesserein.–Generelle tourismusrelevante Aspekte, die nicht ausschließlich den Geschäftstourismus betreffen wie Gastronomieangebotund Attraktivität erhalteninsgesamt bessere Wertungen.–Spezifische Aspektedes Geschäftstourismus wiedie Vermarktungdes Standortes als Tagungs-, Kongress-undMesselocation, das Vorhandensein attraktiver Veranstaltungseinrichtungen, aber auch die prinzipielle EignungalsMessestandort werden deutlich kritischer bewertet.–Räumlich gesehen schneidet Saarbrücken aus Sicht der Befragten insbesondere bei dem Punkt moderne,nachfragegerechte Tagungs- und Kongresseinrichtungen besser ab. Das übrige Saarland punktet hingegenmitaußergewöhnlichen Locations. >> Abb. 48Abb.48: Einschätzung von Standort/Infrastrukturundturund Angebotsehr gutüberwiegendguteherschlechtschlechtImageals Geschäftstourismus-StandortVermarktung desStandortesals Tagungs-,Kongress-und MesselocationModerne, nachfragegerechte Tagungs-/KongresseinrichtungenEignung alsMessestandortSaarbrückenübriges SaarlandBeherbergungsbetriebeVeranstaltungslocationsBeherbergungsbetriebeVeranstaltungslocationsAngebotanaußergewöhnlichen LocationsGenerelleKapazität derBeherbergung(Zimmerangebot)Moderne, nachfragegerechte Tagungs- undKongresshotelsAttraktives GastronomieangebotAngebotanAttraktionen fürRahmenprogrammGenerelletouristischeAttraktivitätQuelle:dwif2013,Online-BefragungBeherbergungsbetriebe undVeranstaltungslocationsDie Eignung des Saarlandes als Standort im Geschäftstourismus wird demnach durchaus ambivalent eingeschätzt,je nach Akteursgruppe und je nachdem, ob sich die Betrachtung auf Saarbrücken oder die übrigen Landesteilebezieht.Letztlich handeltessichdabei aber stetsumdie subjektiveMeinung derAkteure.Bei Veranstaltern und Gästen besteht jedoch vermehrt der Wunsch nach objektiv überprüften Leistungen, nachTransparenz und Qualitätssicherheit. Dies gilt für den Geschäftstourismus inall seinen Ausprägungen ebensowie für alle anderen touristischen Leistungen. Entsprechend wurde imRahmen der Online-Befragung detailliertuntersucht, inwiefern allgemeine und geschäftstourismusspezifische Zertifizierungen für die Betriebe eine Rollespielen(sieheauchKapitel III, 2).92


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20133.1.3.3 Objektive Kririterien:Orientierung durch Qualitätssiegel undZertifiziertifizierungenrungenJeder zweite Unterkunftsbetrieb, der ander Online-Befragung teilgenommen hat, ist DEHOGA-zertifiziert, rundein Drittel davon im 4-Sterne-Segment. Bei den Hotelbetrieben mit eigenen Tagungsräumlichkeiten fällt dieQuote etwas höher aus: 60Prozent der Betriebe sind DEHOGA-zertifiziert. Knapp die Hälfte ist im 4-Sterne-Segment positioniert,ein Betriebverfügt über 5DEHOGA-Sterne.Zertifizierung derTagungsräumlichkeiten in Hotels undLocations sind im Saarland kaum einThema.Neben der offiziellen DEHOGA-Klassifizierung existieren eine Reihe weiterer Zertifizierungssysteme für geschäftsreise-odertagungsgeeigneteHotels.Ziel der Gütesiegel istes, Geschäftsreisenden, TagungsplanernundVeranstaltungsmanagern die Möglichkeit zu geben, auf einen Blick ein Business- oder Tagungshotel zu identifizieren,das genau ihren Bedürfnissen entspricht. Geschäftsreisende verbringen beispielsweise einen Großteilihrer Reise- und Arbeitszeit in Hotels. Esliegt auf der Hand, dass sie spezielle Anforderungen anAusstattungund Dienstleistungen eines Hotels haben. Sie interessieren sich zwar auch für die Architektur oder Einrichtung,die Mobilfunk-Erreichbarkeit imHotel oder ein vorhandener Internetanschluss sind oftmals aber weitaus wichtiger.Entsprechende Qualitätssiegel liefern den Gästen Orientierungshilfe, Planungssicherheit, Transparenz undnicht zuletzt einen definierten Qualitätsstandard. InBezug auf spezielle tagungsgeeignete Hotels sind beispielsweiseAspekte wiestandardisiertes Angebotsprozedere, tagungsspezifischer Bankettservice, professionelleVeranstaltungsbetreuungund systematisierteAbrechnungsprozesse relevant. 104 >> Tab. 8Tab. 8: Zertifiziertifizierungrung geschäftschäftsreisegeeigneter Hotels /Veranstaltungslltungslocations (Auswahl)LogososZertifizierungrungCertifiedBusinessHotelTrägerAnzahlzertifizierterrterBetriebe in DeutschlandCertifiedConferenceHotel GeschäftsreiseVerbandVDR302CertifiedGreen Hotel 69IHA-Verbandskriterien fürTagungshotelsHotelverband Deutschland(IHA)e.V. 175degefest GeprüfteKongress-/ degefest -Verband derKongressundSeminarwirtschaftTagungsstätte91Quelle: dwif 2013; www.vdr-service.de (Stand: September 2012), www.degefest.de (Stand: August 2013)www.hotellerie.de(Stand: August 2013)Im Saarland haben bislang lediglich neun Betriebe ihr Haus beziehungsweise die eigenen Tagungsräumlichkeitennach bundesweit anerkannten Zertifizierungen prüfen lassen. Vier davon verfügen über mehr als eine themenrelevanteZertifizierung. Aktuellsind demnach vier mit dem Siegel „Certified Business Hotel“ des GeschäftsreiseVerbandsVDR zertifiziert. Jeweils drei erfüllen die Verbandskriterien für Tagungshotels des HotelverbandsDeutschland (IHA) e.V.beziehungsweise des Siegels „Certified Conference Hotel“ des VDR. Zwei Beherbergungsbetriebesind nach den degefest-Kriterien als Kongress- und Tagungsstätte geprüft, und lediglich einBetrieb hat sich den Maßstäben des VDR-Siegels „Certified Green Hotel“ verschrieben. Bei den VeranstaltungslocationssindzweiEinrichtungenim Saarland nach dendegefest-Kriteriengeprüft.307104http://www.vdr-service.de (abgerufen am 01.08.2013)93


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013„Geprüfte Tagungsqualität“ der Thüringer Tourismus GmbHIn Thüringen existieren auf Landesebene eigene Qualitätskriterien fürden Tagungssektor. Alle mit dem „Q" gekennzeichneten Anbieter habensichdortseit2010einerstrengen Qualitätskontrolle gestellt. DerPrüfkatalog umfasst zahlreiche Pflicht- und Ergänzungskriterien untergliedert nach Anforderungen fürTagungshotels und Kongress-/Tagungsstätten, Tagungsorte, Agenturen und Incentiveanbieter sowie SpecialLocations.„Gipfeltreffen – TageninBayernbewegt“der BAYERN TOURISMUSMarketing GmbHDie bayerische Landesmarketingorganisation hat ebenfalls eigene Qualitätskriterien fürdie Partner ihrer Marke „Gipfeltreffen“ definiert. Sie ist seit Mai 2004 am Markt und wirdvon derzeit 52 Markenpartnern in ganz Bayern im Tagungsgeschäft gelebt. Partner desMarkenkonzeptes sind neben Tagungshotels auch Kongress- und Veranstaltungszentren,EventlocationssowieKongress- und Tagungsstädte.Die Prüfung zurEignungumfasstMuss- und sogenannte Wünschenswert-Kriterien,entsprechend dengenanntenKategegorien.Quelle: www.thueringen-tourismus.de;daby.bayern.by(abgerufenam14.08.2013)3.2 Nachfragefrage:Volumeneinschätzung,Charakteristikaund AnforderungsprofilZusammenfassung–Inden Hotels, Gasthöfen, Pensionen, Schulungsheimen und Jugendherbergen im Saarland werden jährlichrund 950.000 geschäftlich motivierte Übernachtungen generiert. 7,0 Millionen der insgesamt 32 Millionen TagesreisenderDeutschenins Saarland habeneinen geschäftlichen Hintergrund.–Für die Veranstaltungslocations spielen insbesondere Events und Firmenveranstaltungen eine wichtige Rolle.Bei den Beherbergungsbetrieben dominieren in Bezug auf den Geschäftstourismus kleinere Tagungen, SeminareundWeiterbildungsangebote.–Die Grenzlage des Saarlandes spiegelt sich in derKundenstrukturwider:Die Mehrzahl der Seminar-, Tagungs-,Kongress-und Messegäste stammt ausdem Saarland undangrenzendenBundesländern.–Das Preis-/Leistungsverhältnis und die Verkehrsanbindung sind deutschlandweit die ausschlaggebendenKriterien bei der Wahl des Veranstaltungsortes und spielen entsprechend auch für die Anbieter imSaarlandeine entscheidendeRolle.3.2.1.1 Volumeneinschätzung zurBedeutungdes Geschäftstourismusfürdas SaaaarlandIm Rahmen der „Tourismusstrategie für das Saarland 2015“ wurde die Bedeutung des Geschäftstourismus fürdas Saarland erkannt und verankert. Konkret heißt esdarin, dass der Geschäftsreisemarkt aufgrund seiner Bedeutungundseiner günstigen Zukunftsperspektive künftig stärker gewichtetund zumLeitthema –mitKonzentrationaufgeeigneteTeilsegmente–entwickeltwerdensoll. 105105MWAEV200994


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Als Zielvorstellung für das Jahr 2015 wird eine maßvolle Steigerung des Übernachtungsvolumens indiesemSegment angestrebt verbunden mit diversen, klar definierten Maßnahmen zur Zielerreichung. Bislang lagenallerdings weder für den promotablen noch für den nicht promotablen Bereich Zahlen vor, welche die tatsächlicheBedeutungdesGeschäftstourismus für dieBeherbergungsbetriebeimSaarland widerspiegeln.DerpromotableGeschäftstourismusist eine vondreiThemensäulenimSaarland.GeschäftsreisenmitÜbetÜbernachtung imSaarlandDieamtlicheStatistik erfasstzwardie Zahl derÜbernachtungen in denBeherbergungsbetrieben mit mindestenszehn Schlafgelegenheiten, nicht jedoch das Motiv der Gäste. Aus diesem Grund wurden die Unterkunftsbetriebeim Saarland im Rahmen der Online-Befragung umeine Einschätzung gebeten, welchen Anteil die drei MotivgruppenIndividualurlauber,Seminar-, Tagungs-,Kongress-und Messegäste sowieklassischeGeschäftsreisendean allen Übernachtungen imeigenen Haus haben. Teilweise lagen den Betrieben hierzu exakte Angaben aufBasis der Gästeauskünfte vor, in der Mehrheit erfolgte jedoch eine Schätzung durch die Verantwortlichen. DieBetriebe haben darüber hinaus Angaben zur Zahl der Zimmer, Betten und Übernachtungen imeigenen Betriebfür 2012 gemacht. Ergänzend wurde die Auslastung nach Betriebstypen inden Landkreisen des Saarlandes indie Berechnungen einbezogen. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für eine Hochrechnung desdwif im Hinblick aufdie quantitativeBedeutung desGeschäftstourismus imSaarland.Von den rund 2,3 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Beherbergungsbetrieben im Saarland mit mindestenszehn Schlafgelegenheiten entfielen 2012 fast 50Prozent auf Hotels, Gasthöfe und Pensionen und etwa einDrittel auf Vorsorge- und Reha-Kliniken. Die übrigen Beherbergungskategorien spielen demgegenüber eineuntergeordnete Rolle (siehe Kapitel II, 4). Vorsorge- und Rehakliniken, Touristikcamping und die UnterkunftskategorieErholungs- und Ferienheime sowie Ferienzentren und -wohnungen sind für die Quantifizierung des Geschäftstourismusmit Übernachtung gar nicht beziehungsweise kaum relevant und wurden bei der Online-Befragungentsprechendausgeklammert.DieAnalyse dervorliegenden Datenbelegteindrucksvoll diegroße Bedeutungdes Geschäftstourismus für dasSaarland:Inden Hotels, Gasthöfen, Pensionen, Schulungsheimenund Jugendherbergen werden jährlich rund950.000 geschäftlich motivierte Übernachtungen generiert.Etwa60ProzentdieserÜbernachtungensinddemnicht-promotablenBereich zuzuordnen. Dieansässigen Unternehmen im Saarland beziehungsweise derenbestehendeGeschäftsbeziehungensorgen demnachfür rund 580.000 Übernachtungen in dengenanntenUnterkunftskategorien.DurchSeminar-, Tagungs-,Kongress-,und Messegäste erfolgen weitere370.000 Übernachtungen.An dieser Stelle seinocheinmalausdrücklicherwähnt,dassessichbei diesen Zahlen um gerundeteSchätzwertehandelt. >> Abb. 49 aufder folgendenSeiteRund 950.000 geschäftlich motivierte Übernachtungen verzeichnetdas Saarland.Vier von zehn geschäftlich motivierten Übernachtungen entfallen auf den Regionalverband Saarbrücken. DerGeschäftstourismus istdemnach landesweit vongroßerBedeutung undkonzentriertsich keineswegs nurauf dieLandeshauptstadt undihr direktesUmfeld.95


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Abb.49: Nachfragestrukturder Übernachtungsgäste imSaarlandÜbernachtungen im Saarland in…gewerblichen Betrieben(ab 10 Betten)insgesamtin gewerblichen Betrieben(ab 10 Betten)nach Beherbergungstypenin Jugendherbergen, SchulungsheimenundHotels/Gasthöfen/Pensionen nach Motiv–2012, gerundeteWerte – –2012, gerundeteWerte ––Hochrechnung dwif, gerundete Werte –Vorsorge-/Reha-Kliniken800.000Touristikcamping2,3Mio.Erholungs-/Ferienheime/-zentren/-wohnungenJugendherbergenSchulungsheimeHotels/Gasthöfe/Pensionen124.00033.000204.00049.0001.070.000380.000370.000580.000privat motivierteÜbernachtungenÜbernachtungen durchTagungen,Kongresse,Seminare,Messen(promotabler Berereich)Übernachtungen durchklassische Geschäftsreisende(nicht-promotabler Berereich)Quelle:dwif 2013, Hochrechnung dwif auf Basis von Online-Befragung Beherbergungsbetriebe 2013 undDatenStatistisches AmtSaarland2012Tagesgeschäftsreisen insSaarlandAussagen zur quantitativen Bedeutung des Geschäftstourismus im Saarland müssen selbstverständlich auchReisen ohne Übernachtung einbeziehen. Aus Unternehmenssicht besteht permanent der Druck, die Kosten fürden Fuhrpark, die Flüge, die Hotelleistungen und ähnliches zureduzieren. Die Tagesgeschäftsreise, auch übergroßeDistanzenhinweg, istfür vieleGeschäftsreisende eine Normalität.Definition „Tagesgeschäftsreise“Als Tagesgeschäftsreise geltenalleOrtsveränderungen zur Wahrnehmung geschäftlicher Aufgaben, die über dieGemeindegrenze, inder sich der ständige Arbeitsplatz des Reisenden befindet, hinausführen. Ausgenommensind daher–Fahrtenzum ständigenoderwechselnden Arbeitsplatz(zumBeispielMontage)und–Fahrteninnerhalb derArbeitsplatzgemeinde(zumBeispielDienstgänge). 1067,0Millionen Tagesgeschäftsreisen führen insSaarland.Im Rahmen des Sparkassen-Tourismusbarometers Saarland wurde 2008 die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus–und in diesem Zusammenhang auch dieZahlder Tages(geschäfts)reisen –analysiert. 107–Rund jede fünfte Tagesreise der Deutschen ins Saarland ist geschäftlich motiviert. Von den insgesamt32 Millionen Tagesreisen ins Saarland haben demnach 7,0 Millionen (22 Prozent) einen geschäftlichen Hintergrund.Deutschlandweitist derAnteilmit 17 Prozent etwasgeringer.–Völlig unberücksichtigt sind hierbei die Tagesgeschäftsreisen aus dem benachbarten Ausland, für die keinegenauen Zahlen vorliegen, dieaberimSaarland sicherlich eine wichtige Rollespielen.106Maschke, J. (Hrsg.)2005-2007107SparkassenverbandSaar/Ministerium fürWirtschaft und Wissenschaft (Hrsg.)200896


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013–Mit Ausgaben in Höhe von 19,80 Euro pro Kopf und Tag entfallen 11Prozent des Gesamtbruttoumsatzes imTourismus inHöhevon 1,32 Milliarden Euro aufdie Tagesgeschäftsreisenden.–Eine Differenzierung der Tagesgeschäftsreisen ins Saarland nach Motiven ist wegen zugeringer Fallzahlennicht möglich. Deutschlandweit dominieren die klassischen Geschäftsbesuche deutlich vor der Teilnahme anSeminaren und Schulungen. Zusammen vereinen diesebeidenMotive rund 80 Prozentauf sich. Die Teilnahmean Kongressen, Tagungen, Konferenzen und Ähnlichem sowie der Besuch von Messen und Ausstellungen hatdemgegenüber eine deutlich geringereBedeutung.3.2.2Charakteristika derNachfrageimSaarlandVonden 26 Befragungsteilnehmern aus dem Bereich Veranstaltungslocations machten19quantitative Angabenzum Veranstaltungsaufkommen inden eigenen Einrichtungen. Die Summe beläuft sich auf mehr als 2.300 Veranstaltungenmit insgesamt rund 500.000 Teilnehmern. Bei den Beherbergungsbetrieben machten 44 Akteureverwertbare Angaben: Die Summe der erfassten Veranstaltungen beläuft sich auf 6.800 Veranstaltungen mitrund 176.000 Teilnehmern. Inder Mehrheit handelt essich dabei um Veranstaltungen mit maximal dreißig Teilnehmern.Bedeutung derverschiedenenVeranstaltungsartentenUm den allgemeinen Begriff „Veranstaltung“ etwas differenzierter zubetrachten, wurden die Einrichtungen imSaarland gefragt, welche wirtschaftliche Bedeutung ausgewählte Veranstaltungsarten für das eigene Haus haben.–Für die Veranstaltungslocations spielen insbesondere Events und Firmenveranstaltungen eine wichtige Rolle,gefolgtvon kleineren Tagungen/Seminaren/Weiterbildungen (Bedeutung sehr groß odergroß).–Bei den Beherbergungsbetrieben dominieren Privatveranstaltungen/Feste und ebenfalls kleinere Tagungen/Seminare/Weiterbildungen.>>Abb.50Abb.50: Bedeutung derverschiedenenVeranstaltungsartenfürdie Akteuteure imSaarlandWelchewirtschaftliche Bedeutung habendie folgendenVeranstaltungsarten in Ihrer Einrichtung /inIhrem Betrieb?VeranstaltungslocationsBeherbergungsbetriebe1933142410Privatveranstaltungen/Feste46281111438291995Firmenveranstaltungen/Produktpräsentationen16352714857919510Events(z. B.Kulturveranstaltungen)21172523143015301015Kongresse/Tagungen/Konferenzen202914251224293395KleinereTagungen/Seminare/Weiterbildung3440121041033191424Messen/Ausstellungen882624340% 20% 40% 60% 80% 100%0% 20% 40% 60% 80% 100%sehr groß groß gering sehr gering keineHinweis:Kongresse,Tagungen, Konferenzen: in derRegel ab 50 Teilnehmern; ein- oder mehrtägig, langfristigorganisiertKleinere Tagungen/Seminare/Weiterbildung:inder Regelbis zu 50 Teilnehmer;ein-odermehrtägigQuelle:dwif2013,Online-BefragungBeherbergungsbetriebe undVeranstaltungslocations97


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Herkunftder GästeDieMehrheit derKundenfür Seminare,Tagungen, Kongresseund Messen stammt nach Aussage derimSaarlandbefragten Einrichtungen aus dem Saarland selbst, gefolgt vom Nachbarbundesland Rheinland-Pfalz. Erst mitdeutlichem Abstand werden Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Niedersachsen alsweitereQuellgebiete genannt. Je nach Typunterscheidet sich dieses Rankingetwas: Fürdie Veranstaltungslocationsspielen Gäste aus Baden-Württemberg die drittwichtigste Rolle, bei den Beherbergungsbetrieben sind esKunden ausNordrhein-Westfalen. >> Abb. 51Abb.51: Herkunftsstrukturderturder Seminar-,Tagungs-,Kongressund Messegäste imSaamSaarlandAuswelchen drei Bundesländernstammen Ihre Kunden fürSeminare/Tagungen/Kongresse/MesseninIhrem Haus hauptsächlich?Top3VeranstaltungslocationsSaarlandRheinland-PfalzBaden-WürttembergTOP3BeherbergungsbetriebeSaarlandRheinland-PfalzNordrhein-WestfalenQuelle:dwif2013,Online-BefragungBeherbergungsbetriebe undVeranstaltungslocations3.2.3.3 Kriterien fürdie Wahlder VeranstaltungsstättetteFür die Wahl eines Veranstaltungsortes ist eine Vielzahl von Faktoren entscheidend. Deutschland rangiert alsBusinessdestination an der absoluten Weltspitze. 108 Deutschlands Stärken als Tagungs- und Kongressland liegeninsbesondere inInfrastruktur, Professionalität, Zuverlässigkeit, Perfektion, Preis-Leistungsverhältnis sowiein Größe und Vielfalt desMarktes/Angebotes. 109Deutschlandhat einhervorragendesImage alsTagungs- undKongressstandort.Im Hinblick auf die professionelle Positionierung am Markt ist es für Veranstaltungslocations und Beherbergungsbetriebegleichermaßen relevant, die Bedürfnisse der Nachfrage genau zukennen und entsprechendeAngebote zu machen. Das „Meeting- und EventBarometer“ ermittelt jährlich im Rahmen einer umfangreichenVeranstalterberfragung die wesentlichen Kriterien bei der Entscheidung für eine Veranstaltungsstätte. Ausschlaggebendist demnach das Preis-/Leistungsverhältnis, gefolgt von der Verkehrsanbindung. Das Vorhandenseinmoderner Veranstaltungstechnik ist ebenfalls eine wichtige Voraussetzung sowie die Betreuung durch108Schreiber(Hrsg.)2012109ghhConsult GmbH 201198


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013einen zentralen Ansprechpartner. Die Green Meetings(siehe Kapitel IV, 2.2.1) nehmen anBedeutungweiter zu, stellen aber für Veranstalter noch keinentscheidendes Kriterium bei der Wahl einer Veranstaltungsstättedar. Bei Veranstaltern außerhalbDeutschlands hingegen spielt dieser Aspekt bereitseine größereRolle. 110 >> Abb. 52Abb.52: Kririterien derVeranstalter fürdie Wahl derVeranstaltungsstättetteWelcheWichtigkeit habendie folgendenKriterien fürSie beiderAuswahleiner Veranstaltungsstätte?(Bewertung:1=sehr wichtig bis 4=unwichtig)Preis-Leistungs-VerhältnisguteVerkehrsanbindung1,31,4Mit Blick auf die Einschätzung der Verantwortlichenim Saarland (siehe Kapitel IV, 3.1.2) bestehen bei derErreichbarkeit gute Voraussetzungen (zumindest wasden motorisierten Individualverkehr angeht), undauch mit der Gastronomie vor Ort kann das Saarlandpunkten. Allerdings mangelt esnoch an professionellenTagungsanbietern mit moderner Technik sowiean derÖPNV-Anbindungder Locations.moderne VeranstaltungstechnikzentralerAnsprechpartnergastronomisches AngebotTagungspauschalenFullserviceGreenMeetingsQuelle: dwif2013,EITW20121,51,61,72,12,52,7DerTrend geht wegvom Bankett-,hin zumMeeting-und Konferenzraum.Moderne Veranstaltungs-/Tagungstechnik liest sich als Begriff sehr einfachund einleuchtend –inder Praxis gibtes jedoch noch massive Unterschiede. Für die Betriebe im Saarland bedeutet das, sich einen objektiven Überblicküber ihre Möglichkeiten und Grenzen verschaffen zumüssen, um den hohen Ansprüchen der Firmen anTagungsmaterialien und -technik gerecht zu werden. Internetzugang und Beamer werden inzwischen als selbstverständlicherachtet. Eine gute Orientierungshilfe bieten die VDR-Kriterien für „Certified Conference Hotels“,nach denenfolgendeStandardausstattung aufBestellung im Tagungsraumverfügbar sein muss: 111–Flipchart,Papierund Faserstifteunterschiedlicher Stärke undFarben,–Pinnwandmit formatgerechtemPapier, Stiftenund Nadeln,–Leinwand(transportabel oder fest eingebaut),–Moderatorenkoffer,–Zeigestab/Laser-Pointer,–Papierkorb,–Telefon.110EITW 2012111http://www.btme.de (abgerufenam05.08.2013)99


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Konsequente Zielgruppenausrichtung:Radisson BluHotelRostockockDasHotel istoffiziell als„CertifiedConferenceHotel“ ausgezeichnet undbietetfolglich sämtlicheLeistungeneines professionellenTagungshotels.Interessenten werden bereits aufder Startseite darüberinformiert, welche Möglichkeiten esimBereich GreenMeetings gibt unddassessichhierbei um ein„Pharma-Kodexkonformes Tagungshotel“handelt. Alle zwölfTagungsräume werden aufder Internetseitemit allenrelevantenKriterien beschrieben, zudemstehenvirtuelleGrundrisse allerRäume zurVerfügung.Für Geschäftsreisendewerdenspezielle Business Class Zimmer (mitNespresso-Maschine, kostenfreiem High-Speed-Internetzugangetc.) angeboten. Dabeigilteine "100% GuestSatisfaction Guarantee":Der unzufriedene Gast muss dasbetreffende Zimmernicht bezahlen.Quelle: www.radissonblu.de(Stand: 14.08.2013)Internetzugang undBeamergelteninzwischen alsselbstverständlich.Spezialisierungmalanders:Zimmerfür weiblicheGeschäftsreisendechäftsreisendeDasWorldhotelGrand WinstoninDen Haag bietet spezielle Zimmer fürweiblicheGeschäftsreisendean. Mit praktischenErweiterungen will dasHotel Frauen, dievielunterwegssind, einenMehrwert bieten.Das Upgrade„Lady's Business Room"istkostenlosund für jede Zimmerkategorie verfügbar. DieRäume befinden sich in derNähe derAufzüge undsindmit zusätzlichenTürriegelnversehen. In jedemZimmer gibteseinen Profi-Fön,einenbeleuchtetenKosmetikspiegel,einemoderne Körperwaageund luxuriöseKosmetika.Während desgesamtenAufenthaltskönnendie Geschäftsfrauen einenbequemenBademantel, weiche Slipperund gepolsterteSatin-Kleiderbügel nutzen.Inallen Zimmern befinden sich außerdem eine AuswahlanZeitschriften, extra weicheKissenundeinStepper.Nacheigenen Angabenhat dasHotel durchdie Initiativeeinen Anstiegder Buchungenverzeichnetundplantdaher noch weitere„Lady's BusinessRooms"zukreieren.Quelle: www.destinet.de (Stand:06.08.2013)Das Saaaarlandaus Sichtder VeranstalterWie gut die relevanten Einrichtungen für die Anforderungen der Veranstalter von Tagungen, Kongressen undÄhnlichem gerüstet sind, spiegelt sich jährlich in der EITW-Befragung wider: Bayern, Nordrhein-Westfalen undHessen sind demnach die beliebtesten Flächenbundesländer. Das Saarland liegt auf Position 11vor Mecklenburg-Vorpommernund Sachsen-Anhalt.Die Entwicklung imSaarlandgeht aber offenbar in dierichtigeRichtung;denn im Vorjahr musstesich das Land noch mit Rang13begnügen. Für Veranstalter außerhalbEuropas hatsichdas Saarland inder Beliebtheit amstärksten verbessert und sogar sechs Plätze im Vergleich zum Vorjahr gutgemacht.Doch bei der Wahl der TOP-10-Großstädte spielt Saarbrücken erwartungsgemäß (noch) keine Rolle.>> Abb. 53 aufder folgendenSeite100


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Abb.53: RankingderBundesländerundrund bevorzugte Großstädte ausSichtder Veranstalter101287Hamburg4HannoverBerlin 1135265DüsseldorfKöln398Dresden93Frankfurt/MainTOP-10-Großstädte6Flächenbundesländer-RankingSaarland11Nürnberg 1017Stuttgart4München2Quelle:dwif2013,EITW20134 AktuelleMarktbearbeitung im SaarlandZusammenfassung–Das Spektrum der Marketingmöglichkeiten wird seitens der Veranstaltungslocations und der Beherbergungsbetriebemiteigenen Tagungskapazitäten nurzum Teilausgeschöpft.–Die Landkreise im Saarland setzen unterschiedlich starkauf denGeschäftstourismus. Eine strategische Bedeutungmessen diesem Segment insbesondere der Regionalverband Saarbrücken, der Saarpfalz-Kreis und derLandkreisMerzig-Wadern im Rahmen ihrerTourismuskonzeptionen bei.–Der (promotable) Geschäftstourismus wird auf Wunsch der Gesellschafter bislang nicht als Aufgabenfeld derTourismus Zentrale Saarland betrieben, weshalb das Segment imSaarland derzeit von keiner landesweitenStelle koordiniert undstrategischweiterentwickelt wird.–Die Einrichtung eines Convention-Bureaus für das gesamte Saarland ist als Masterprojekt inder TourismusstrategieSaarland2015 definiert, konnte aber trotzdes Engagements des Landes aufgrund derfehlendenfinanziellenBeteiligung derVeranstaltungslocationsund derBeherbergungsbetriebenicht realisiert werden.101


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20134.1 Markerketingaktivitätenitäten derVerarVeranstaltungslocationsons und BeherbergungsbetriebeRund acht von zehn Veranstaltungslocations beziehungsweise Beherbergungsbetrieben mit eigenen Tagungskapazitätenunternehmen eigene Marketingaktivitäten zur Auslastungssteigerung ihrer Veranstaltungsräumlichkeiten.Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Mailings anUnternehmen, Verbände oder Kunden sowie Einträgein Unterkunftsverzeichnissen, Imagebroschürenund SalesGuidesstehendabei besonders imMittelpunkt.–Für die Veranstaltungslocations imSaarland spielt selbstverständlich auch der gute Kontakt zu Eventagenturenund Kongressorganisatoren eine wichtige Rolle. Das Schalten von Anzeigen/redaktionellen Beiträgen inspeziellenZeitschriften/Zeitungen,Einträgeinthemenspezifischen Suchportalen sowieder Vertrieb buchbarerTagungs-/Seminarpauschalen etc. über die eigene Website oder ein eigenes Printmedium gehören lediglichfürviervon zehn Einrichtungenzum Marketingrepertoire.– Für die Beherbergungsbetriebe ist darüber hinaus die Ausweisung einer eigenen Kontaktperson zur Ansprache/Betreuungbei Tagungen/Seminaren etc. vergleichsweise zentral. 112 Zudem versuchen sie stärker als dieVeranstaltungslocations durch persönliche Besuche bei Unternehmen, Verbänden und Kunden, aber auchmithilfe adäquater Dienstleister ihre Räumlichkeiten zu positionieren. Lediglich vier von zehn Betrieben organisierenauch Rahmenprogrammefür ihre Gäste. >> Abb. 54Abb.54: Marketingaktivitätenzurtenzur Auslastung derTagungsräumlimlichkeitenimSaarlandUnternehmenSie eigene Marketing-oderWerbeaktivitätenzur Auslastung IhrerVeranstaltungsräumlichkeiten?(in %)JAVeranstaltungslocationsBeherbergungsbetriebe7678Wenn ja,welche? (Mehrfachnennungen, in %)Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitMailings an Unternehmen, Verbände,KundenEintraginGastgeberverzeichnissen/Imagebroschüren/SalesGuidesVertrieb buchbarer Tagungs-/Seminarpauschalenetc.über deneigenen Internetauftritt oder PrintmedienEintraginentsprechenden themenspezifischen SuchportalenSchalten vonAnzeigen/redaktionellenBeiträgenin speziellen Zeitschriften/ZeitungenKontaktpflegezuEventagenturen, KongressorganisatorenPersönlicheBesuche beiUnternehmen, Verbänden, KundenAngebotOrganisationeines vollständigenVor-Ort-/RahmenprogrammsBeteiligung an themenspezifischenWerbemaßnahmenderTourismusorganisationen(z. B. Messen,Roadshows)Teilnahme an bestimmten (Fach-)VeranstaltungenKooperationen mit(anderen) HotelsAusweisung einereigenen Kontaktpersonzur Ansprache/Betreuung vonTagungen/Seminarenetc.19192325252325214438444944444436504136314656596481Ausweisung/Kennzeichnung alsspeziellesTagungs-/Seminarhoteletc.Vertrieb buchbarerTagungs-/SeminarpauschalenüberandereDienstleister628360 10 20 30 40 50 60 70 80 90VeranstaltungslocationsBeherbergungsbetriebeQuelle:dwif2013,Online-BefragungBeherbergungsbetriebe undVeranstaltungslocations112Da dieser Aspekt ebenso wiedie Ausweisung/Kennzeichnung als spezielles Tagungs-/Seminarhotelnur fürdie Beherbergungsbetriebeeine Rolle spielt, wurde diesesItembei den Veranstaltungslocations nichtabgefragt.102


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Insgesamt wird deutlich, dass sowohl die Veranstaltungslocations als auch die Beherbergungsbetriebe imSaarlanddas Spektrum der möglichen Aktivitäten zur Akquisition von Veranstaltungen nur selten ausschöpfen. DasEngagement beschränkt sich überwiegend auf die Verbreitung eigener Printprodukte und Werbematerialien.Besonders beider Kooperationmit spezialisiertenDienstleisternund Partnerbetrieben bestehtnoch Potenzial.Potenzialbesteht beiden Marketingaktivitäten dersaarländischen Akteure.Um die Auslastung sicherzustellen, ist der direkte Kontakt zwischen der Veranstaltungslocation beziehungsweisedemBeherbergungsbetriebund dem Kunden/Veranstalter unerlässlich. Für die Locations imSaarland spielenEventveranstalter und PCOs (Professional Congress Organizers) nach wie vor eine nennenswerte Rolle, im FallederBeherbergungsbetriebe sind es eher dieBuchungsportale im Internet. Die Vermittlung über lokale/regionaleTourismusorganisationenhingegenist marginal.>>Abb. 55Abb.55: Bedeutung der Kontaktwegefürdie VeranstaltungsakquisitionMitBlick auf Seminare/Tagungen/Kongresse in IhremHaus: Wietretendie Kundenamhäufigsten an Sieheran? (Anteil in %)Skala: sehr häufig, häufig, selten, sehr seltenVeranstaltungslocationsAnteil sehr häufig, häufigBeherbergungsbetriebe9542616Direktkontakt mitdem Kunden/Veranstalterüber Eventveranstalter /Professional CongressOrganizer(PCO)über lokale/regionale Tourismusorganisationenüber Hotelreservierungs-/Buchungsportale9618441Quelle:dwif2013,Online-BefragungBeherbergungsbetriebe undVeranstaltungslocations4.2 MarktbearbeirktbearbeitungimGeschäftstourismus aufLandfLandkreisebeneeneAuch wenn die lokalen und regionalen Tourismusorganisationen bei der Kundenakquise aus Sicht der Akteurekaum eine Rollespielen, heißt das keineswegs, dass entsprechende touristische Institutionen in diesem Bereichgänzlich untätig sind. Der Geschäftstourismus ist für die einzelnen Landkreise imSaarland aber zweifelsohnevon unterschiedlicher Bedeutung. Dies spiegelt sich auch in den Prioritäten der kreisspezifischen Tourismuskonzeptewider.RegionalvelverbandSaarbrückenIn der „Tourismusstrategie Region Saarbrücken 2020“ aus dem Jahr 2011 ist ausdrücklich vermerkt, dass derGeschäftstourismus aufgrund von Standortnachteilen (Randlage in Deutschland, schlechte Verkehrsanbindungan Nordrhein-Westfalen, geringe verfügbare Übernachtungskapazitäten für Kongresse usw.) an Grenzen gestoßenist. Aufgrund seiner hohen ökonomischen Relevanz und der Synergien im Zuge der Gesamtentwicklung desWirtschaftsraumes soll der (promotable) Geschäftstourismus jedoch weiter als zentrales touristisches Geschäftsfeldentwickelt werden. Dabei ergibt sich eigenen Aussagen zufolge eine Konzentration auf die bedeutsamenAngebote inder Landeshauptstadt, „SpecialLocations“ und kleinere Anbieter inder Region Saarbrücken.Auf der Maßnahmenebene werden vorrangig Entwicklung, Ausbau und Positionierung von Tagungs- und Kongresslocationssowie eine bessere Positionierung als Geschäftsreiseziel (Beteiligung an gemeinsamen Maß-103


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013nahmen im Saarland) genannt. Darüber hinaus sind Projekte wie die Marktanalyse zur Optimierung und zumAusbau des Beherbergungs- und Gastronomieangebotes für das Segment Seminare, Messen, Tagungen undKongresse wie auch die Zertifizierung von Tagungshotels definiert. Hinzu kommen der Ausbau der RahmenprogrammeundUmfeldangebote, dieInitiierung des Projektes „Region SaarbrückenGreen Meetings“ und dieEtablierungwiederkehrender/regelmäßigerVeranstaltungen.Landkreis Saaaarpfalz-KreisIm „Regionalen Tourismuskonzept Saarpfalz-Kreis und Biosphärenreservat Bliesgau“ aus dem Jahr 2011 ist derGeschäftstourismus als eines von drei zentralen Zukunftssegmenten –neben Kultur und Natur –festgelegt. Ausdem Konzept geht zudem hervor, dass im Landkreis bislang vor allem der „ortsgebundene Geschäftstourismus“(durch Firmen wie Bosch, Karlsberg und SAP) eine Rolle spielt, weniger der promotable Bereich. Um die Effektedurch den Geschäftstourismus zu verstärken, sollen nicht nur Rahmenprogramme und Umfeldangebote ausgebautwerden, auch Tagungsorte, Special Locations und Hotels, insbesondere die Vermarktung der Angebote(durch Beteiligung angemeinsamen Maßnahmen imSaarland), seien weiterzuentwickeln und die ZertifizierungvonTagungshotels zu intensivieren.Landkreis Merzig-Wadern„Tagungen und Kongresse“ sind in der Tourismusstrategie 2012-2018 als strategisches Thema definiert: Bis2018 sei esdas erklärte Ziel, vermehrt Tagungen und Kongresse durchzuführen. Die konkreten Maßnahmensehen die Entwicklung der großen und kleinen Tagungsstandorte sowie eine Verbesserung der Tagungsakquisevor.Landkreis St. WendelIn dem vorliegenden „Touristischen Entwicklungskonzept Sankt Wendeler Land 2009-2015 Teil 1“von 2008 istkeineausgeprägte Untersetzung desThemas„Geschäftstourismus“zuerkennen.Landkreis SaaaarlouisIn der „Tourismuskonzeption für den Landkreis Saarlouis“ aus dem Jahr 2009 ist keine ausgeprägte UntersetzungdesThemas „Geschäftstourismus“ zu erkennen.Landkreis NeunkirchenIn dem „Touristischen Entwicklungskonzept für den Landkreis Neunkirchen“ von 2011 ist keine ausgeprägteUntersetzung desThemas„Geschäftstourismus“zuerkennen.Für die saarländischen Landkreise, indenen der Geschäftstourismus von Bedeutung ist, ist es wichtig, dass dieentsprechenden Akteure auf lokaler Ebene eine Allianz bilden, wie sie zum Beispiel imHarz und in Lübeck bereitspraktiziertwird, um in Zukunftaneinem Strang zu ziehen.104


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Netzwerk„Harz TagungsPool“DerHarzTagungsPool bündeltdas Know-how vonderzeitzwölf Tagungshotels, elfSpecialLocations, vier Tagungs- und Seminarhäusern, einemKurgastzentrumunddrei Tourismusorganisationen. Aufgabedes TagungsPools istes, dievor allemalstouristische Destination bekannte Harz-Region auch im Bereich MICE zuetablieren. Der Pool kann auf zahlreichebesondere Orte und Tagungsstätten zurückgreifen: Museen, Bergwerke, Schlösser, Schauhöhlen etc. AllePartner sind auf einer interaktiven Karte im Internet dargestellt. Für die Organisation von Rahmenprogrammensind eine Outdoor- sowie eine Event- &Incentiveagentur angeschlossen. Interessenten erhalten auf der Internetseitewww.tagungsharz.com konkrete Vorschlägefür Aktionen, gegliedertnach verschiedenen Themen (Historisch,Outdoor, Unter Tage, Kulinarisch, Unterhaltsam, Motorisiert, Teamgeist). Der Pool ist unter dem Dachdes Harzer Tourismusverbandes e.V.angesiedelt. Ein besonderer Fokus der Vermarktung liegt auf Veranstaltungenmit zwanzig bis etwa 300 Teilnehmern. Finanziert werden die Aktivitäten des Pools durch Beiträge seinerMitglieder, die nicht zwangsläufig auch Mitglied des Harzer Tourismusverbandes e.V.sein müssen. DasLeistungsversprechen umfasst klare Botschaften: Alles aus einer Hand und ein konkreter Ansprechpartner fürdie Harz TagungsPool-Partner; der Kunde erhält Ideen und Empfehlungen sowie konkrete individualisierteAngebote.Quelle: www.tagungsharz.com; www.ahgz.de(Stand: 12.08.2013)„lübeckongress e.V.“.“„lübeckongress e.V.“ wurde 2005 gegründet und ist die MarketingkooperationtouristischerLeistungsträger in derHansestadtLübeck. IhrZielist es,Kräftezubündeln und das Segment des Tagungs- und Geschäftstourismus in Lübeck und Travemünde professionellweiterzuentwickeln und auszubauen. Der Marketingverbund informiert unter www.luebeckongress.de und imTagungsmagazin „Zwischenfragenstellerin“ frisch und unkonventionell über Tagungs- und Kongressstätten,Eventlocations, Übernachtungsmöglichkeiten, die Anreise sowie originelle Tages- und Abendprogramme indeutscherund englischer Sprache. Eine weitere Marketingmaßnahme ist beispielsweise die Teilnahme an wichtigenFachmessen und Workshops. „lübeckongress e. V.“ kümmert sich um die Organisation des komplettenTagungspaketes und bietet folgende Dienstleistungen untereinem Dach:–Individuelle Beratung–Organisation vonVor-Ort-Besichtigungen–Umfassende InformationenüberTagungs-und Kongressortesowiebesondere Eventlocations–Vermittlung vongeeigneten Veranstaltungsräumlichkeiten undTagungspauschalen–Zimmervermittlung undVerwaltung vonHotelzimmerkontingenten–Unterstützung beider Bewerbungder Städte Lübeck undTravemündeals Veranstaltungsorte–Aufnahmeder Veranstaltunginden Kongress-Kalender–Bereitstellung vonInfomaterialsowieTexten und Bildernfür Tagungsbroschürender Leistungsträger–Planung, Organisation undBuchungdes Begleit- undRahmenprogramms–Buchung vonPauschalpaketen fürden verlängerten Aufenthalt derGäste–Vermittlung vonTransfer-und Shuttle-Leistungen(PKW, Bus, Bahn,Taxi)–Organisation vonStadtrundfahrtenund sonstigenFührungen–Kartenvorverkauffür Konzerte,Theateretc.Quelle: www.luebeckongress.de(Stand: 14.08.2013)105


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20134.3 LandndesweiteBearbeitung des Geschäftstourismus im SaarlandNichtnur aufSeitender Leistungsträgerund regionalen Ebenebesteht derWunsch,die Professionalisierung derTourismusthemen und auch die Produktentwicklung in den einzelnen Bereichen konsequent voranzutreiben.Auch aufLandesebene werden im Rahmen derLandestourismuskonzeption Saarland konkrete (Master-)Projektefür die spezifischen Themen definiert. Entscheidend hierfür ist jedoch, anwelcher Stelle die „Fäden zusammenlaufen“,weralsKoordinationsstelle derAnbieterund alszentrale Kommunikations- und Vertriebsstelle fungiert.Offiziellist dieTZS nichtfür dielandesweite Koordination desGeschäftstourismus zuständig.DieTourismus Zentrale Saarland GmbH (TZS)ist aufLandesebene Ansprechpartnerfür alle touristischenBelangeund Berater für politische wie kommunale Institutionen und Verbände. Sie hat die Führungsrolle beim touristischenThemenmanagementrundumdieTourismusdestination Saarland. 113Hauptziele und Kernaufgaben derTourismusZentrale SaarlandGmbH(TZS)–Förderung desTourismus,touristischer Dienstleistungen undProdukte fürdas Saarland–Steigerungdes Bekanntheitsgrades undHerausstellung derVorzüge desSaarlandesals attraktives Reiseziel–Gestaltung vonRahmenbedingungen (Projektmanagement vonsechs Projektkreisen)–Koordinationtouristischer Produkte undDienstleistungen–Pressearbeit undKommunikation–Vernetzung undBündelungvon Kräftenaller im TourismusTätigen (Synergien bilden)–Beratungtouristischer Leistungsträgerund Multiplikatoren(Know-how-Transfer)Quelle: www.tourismus.saarland.de (Stand:12.08.2013)Der (promotable) Geschäftstourismus wird auf Wunsch der Gesellschafter bislang nicht als Aufgabenfeld derTourismus Zentrale Saarland betrieben. Aufgrund der großen Bedeutung dieses Segments für das Saarland warvorgesehen, eine eigene Koordinationsstelle zu schaffen. Entsprechend ist inder Tourismusstrategie die Einrichtungeines Convention Bureaus für das gesamte Saarland als eines von drei übergeordneten MasterprojektenimSegment Geschäftstourismus definiert. Da die Umsetzung dieser Pläne wegen der bislang fehlendenfinanziellen Beteiligung der Veranstaltungslocations und der Beherbergungsbetriebe ausblieb, ist eine zentraleKoordinationund Vermarktung dessaarländischenGeschäftstourismus noch nichtrealisiert. >> Abb. 56Abb.56: Organisationsstrukturdertouristischen Vermarktung imSaarlandaufLandesebeneMarktbearbeitungTourismus Zentrale Saarlandderzeitunbearbeitetdefinierte AufgabenbereicheProfilthemenKulinarikFlair, Charme,NähezuFrankreichThemensäulenKultur- und StädtetourismusAktivtourismusWandern, Rad, NaturerlebenPromotabler GeschäftstourismusTagungen, Seminare,Kongresse,MessenErgänzungsthemenErholungstourismus(Medical)WellnessQuelle: dwif2013;inAnlehnunganMWAEV 2009113MWAEV2009106


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013In den vergangenen Jahren hat das Land allerdings wichtige Schritte in diese Richtung unternommen. Im Rahmeneiner Studie wurden bereits konkrete Ziele, Aufgaben, Zielgruppen und Partner für das Convention BureauSaarland erarbeitet underste Vorschläge fürdie Organisations- und Finanzierungsstrukturentwickelt.Füreinezentrale Koordinierungsstelle sprichtunter anderem: 114–Gezielte Akquise/Einwerbung vonTagungen/Kongressen fürdas Saarland,–klare Positionierung desSaarlandes,–den gestiegenen Kundenerwartungen entsprechend wird eine zentrale, kompetente Anlaufstelle, die das gesamteAngebotvertritt,erwartet(sieheKapitel IV,3.2.3),–Städte und Regionen, die sich professionell umKongresse und Tagungen bemühen, benötigen eine übergeordneteInstitution:„onefacetothecustomer“,–die Veranstaltungswirtschaft ist ein Käufermarkt mit einer Vielzahl attraktiver Angebote, von denen man sichabhebenmuss,–definierte Vermarktungsstrukturen im Geschäftstourismus auflokaler undregionalerEbene.Das Votum für eine landesweit zentrale Bearbeitungdes Geschäftstourismus im Saarland fällt seitens derAkteure(Veranstaltungslocations und Beherbergungsbetriebe) trotzdem nur verhalten positiv aus. Während sich diemeisten Beherbergungsbetriebe Vorteile davon versprechen, 115 sieht nur rund jede vierte saarländische Veranstaltungslocationentsprechenden Bedarf. In erster Linie wird ein Engagement in den Bereichen Presse- undÖffentlichkeitsarbeit sowie Bereitstellung von Informationen über das Veranstaltungsstätten- und LocationangebotimSaarland gewünscht. Eine Aktivität als Dienstleister für die Organisation von Tagungen, Seminaren,Kongressen und Messen imSaarland (im Sinne eines PCO /einer Eventagentur), die Organisation regelmäßigerInformationsveranstaltungen/Workshops etc. als Kontaktforum für Veranstalter und Leistungsträger und dieBereitstellung von speziellen Marktforschungsdaten für Touristiker und weitere Partner wird von den Veranstaltungslocationsetwas bedeutender eingestuft. Die Beherbergungsbetriebe wiederum zeigen vermehrtes Interessean einer zentralenKoordinationbei deraktivenAnsprache undAkquisition vonTagungen, KongressenundMessen fürdas Saarland.Zurückhaltungbei Aussagen zuraktiven (finanziellen)Unterstützung entsprechenderMaßnahmen.Obgleich die Notwendigkeit mancher Aktivitäten durchaus gesehen wird, soist doch nur ein Teil der befragtenEinrichtungen bereit, sich an entsprechenden Werbeaktionen aktiv (ggf. auch finanziell) zu beteiligen (Listing ineinerDatenbank,Schaltenvon Anzeigen etc.). >> Abb. 57 aufder folgendenSeiteInsgesamt wird aber auch deutlich, dass sich eine zugroße Zahl der Akteure außerstande sieht, überhaupt eineEinschätzung zu der Notwendigkeit einer landesweiten zentralen Bearbeitung des Geschäftstourismus abzugeben.Dies könnte zum einen damit zusammenhängen, dass die Vorteile für jeden Einzelnen noch nicht klar, dieAnsprüche des Marktes noch zu wenig bekannt sind (siehe Kapitel IV, 3.2.3). Zum anderen setzt die Beschäftigungmit Fragestellungen wie diesen natürlich auch Akteure und Leistungsträger voraus, die sich wettbewerbsfähigpositionieren und über ein hohes Maß anProfessionalität sowie eine klare Zielgruppenorientierung verfügen.114ETI2010115Befragt wurden in diesem Zusammenhang nur Beherbergungsbetriebe, die eigene Tagungs-/Veranstaltungsfacilitätenvorhalten.107


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Abb.57: Zentrale Koordinationsstelle fürden Geschäftstourismus ausSichtder AkteureSehen SieBedarffür eine landesweit zentrale Bearbeitungdes Geschäftstourismus(Seminare,Tagungen, Kongresse und Messen)imSaarland?VeranstaltungslocationsBeherbergungsbetriebe38%JA54%Sind Siebereit, sich an entsprechenden Werbeaktionen aktiv(ggf.auchfinanziell)zubeteiligen?Quelle:19%19% NEIN 17%Kann ichnichtbeurteilen17%43% 29%Veranstaltungslocationsdwif2013,Online-BefragungBeherbergungsbetriebe undVeranstaltungslocationsBeherbergungsbetriebeJA63% 54%Achtung: N=8 N=26Die klare Positionierung des Landes und das notwendige inhaltliche und finanzielle Engagement der Akteure,verbunden mit einer stärkeren Sensibilisierung für die (Qualitäts-)Erfordernisse im Seminar-, Tagungs-, MesseundKongressbereichsind demnachwichtigeHandlungsfelder.Tagen in Brandenburg:Netzwerk auf LandesebeneIn derLandestourismuskonzeption Brandenburg2006-2010wurde unteranderemdie Bildungeines Netzwerksfür denMICE-Bereichempfohlen,umdie Professionalisierung und spezifische Produktentwicklung voranzutreiben. Partner im Netzwerk sind mehrals dreißig Hotels, Special Locations, Rahmenprogrammanbieter und Dienstleister, rund ein Drittel davon ausder Landeshauptstadt Potsdam. Alle aufgenommenen Tagungshotels und Tagungsstätten erfüllen eigens fürdas Netzwerk aufgestellte Qualitätskriterien; und die Premiumpartner bekennen sich darüber hinaus zudemQualitätsmanagementsystem „ServiceQualität Deutschland“. Für das Netzwerk wurden folgende Ziele undAufgabenschwerpunkte definiert:–Etablierungvon Brandenburgals Tagungs- undMICE-Destination–Unterstützung undIntensivierungdes Landesmarketings–Initiierung vonAktivitäten mitbranchenfremden,starken PartnernimIn- undAusland–Schärfung des Brandenburg-spezifischen Profils imMICE-Segment mit Bezugnahme auf die naturräumlichenRessourcen–Ermittlung spezifischerWünsche derGäste unddes Marktvolumensfür Brandenburg–Schaffungeines gemeinsamenIdentifikationsankers undgemeinsamer MICE-Produkte–Stärkungder Soft-Skills im Personal-und Servicebereich–Erhöhungder WertschöpfungProjektträger ist die Vereinigung der Brandenburgischen Tourismuswirtschaft e.V.(VBT). Das Netzwerk arbeitetaufGrundlage vonKooperationsverträgen, die zwischen denPartnern und dem Verein geschlossen werden.Nach eigenen Aussagen hat sich gezeigt, dass nur durch den Willen der Partner zur gesunden Kooperationjenseits von Konkurrenzgedanken auch solche Projekte ins Leben gerufen werden können, die keinen schnellenmateriellenErfolgversprechen.Quelle: Schreiber 2012108


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20135 EinschätzungenundHandlungsempfehlungen5.1 StärkrkenundSchwächenhen desSaarlarlandes alsGeschäftstourismusstandortWichtige VorbemerkungFür das Saarland existieren bereits Spezialstudien zuTeilbereichen, die selbstverständlich inErgänzung zumvorliegenden Branchenthema anzusehen sind. So ist beispielsweise die Bewertung des Saarlandes als Messestandortfürsichgenommenein sehr komplexes Thema, dessengesamte Tragweite imRahmen des Sparkassen-Tourismusbarometers nicht abgebildet werden kann. Dasselbe gilt für spezifische Organisationsstrukturen (BeispielSaarbrücken/RegionSaarbrücken),die nichtimDetailuntersuchtwerdenkonnten.Die Stärken-Schwächen-Übersicht fasst die übergeordneten Erkenntnisse noch einmal zusammen, ohne beiallenAspektenindie Tiefezugehen.>>Tab.9Tab. 9: Stärkenund Schwächenchen desSaaaarlandesals Geschäftstourismusstandort imÜmÜberblickStärkenRahmenbedingungen: Lage undErreichbarkeitErreichbarkeit über dieStraßeErreichbarkeit Saarbrückens perBahn/FlugzeugNähe zu denwichtigen Quellmärkten Rheinland-Pfalz,Baden-Württembergund Nordrhein-WestfalenÖPNV-Anbindung derTagungs-und KongresslocationsinSaarbrückenWirtschaftsstruktur (SitzdiverserGroßunternehmenetc.)sorgtfür NachfrageinsbesondereimBereich derklassischenGeschäftsreise.Nähe zu Frankreichund Luxemburg(attraktiveGrenzlage)Angebot: Veranstaltungslocations/TagungshotellerieVielfalt an (besonderen) Veranstaltungslocations inattraktiverUmgebungAusgewählteprofessionelle Tagungshäuserund VeranstaltungslocationsBreitesAngebot an Tagungsmöglichkeiten für kleinereGruppengrößen/Veranstaltungenund IncentivereisenSchwächenchenRandlage in DeutschlandErreichbarkeit perBahn/Flugzeug desübrigen SaarlandsStarke Fokussierung aufGäste ausdem direkten Umfeldbeziehungsweiseaus demSaarland selberÖPNV-Anbindung derTagungs-und Kongresslocationsimübrigen SaarlandHohe Konkurrenz durchetablierte, zentralgelegeneTagungs-/KongressstandorteinDeutschlandGroßteil desAngebotes dezentralverstreutVeranstaltungslocations verfügenmehrheitlich übergeringeRaum- undSitzplatzkapazitätenBeherbergungsbetriebemit Tagungsfacilitäten verfügenmehrheitlichüber geringeRaum- und Sitzplatzkapazitäten.Nurwenige großeTagungshotelsNurwenige moderneTagungshotels im 4-Sterne-BereichKaum Transparenzder Angebotsqualität, da nursehrwenige zertifizierteEinrichtungenHohe Konkurrenz durchVielzahlmoderner,sehr professionellerVeranstaltungslocations und Tagungshotelsin DeutschlandInfrastruktur im Messe- und KongressbereichentsprichtnichtdenaktuellenMarktanforderungen.Geringe Ausstellungskapazität des MessegeländesSaarbrücken109


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013StärkenVermarktungAttraktives Freizeit- undGastronomieangebotAbwechslungsreiche Landschafts- und Naturräume alsAusgangspunktfür Angebote zumTagen im GrünenFullservice/zentralerAnsprechpartner fürKongresse,Tagungen undMessenüberKongress- und TouristikServiceRegionSaarbrückenGmbHQuelle:dwif2013SchwächenchenKeinestrategische Koordination aufLandesebeneKein etabliertesImage alsGeschäftstourismusstandort(Tagungen, Kongresse,Messen)Kaum innovative Ansätze für Rahmenprogrammeundso gutwie kein Angebot fürein vollständigesVor-Ort-/RahmenprogrammKeinelandesweite Marktübersicht,keine gemeinsamePräsentationdes AngebotesnachaußenZu geringeHerausstellungder Qualitäten (Tagen imGrünen, Nischenbesetzung etc.)Kaum professionelle VermarktungüberthemenspezifischeInternetplattformen/SuchmaschinenKein landesweiter Veranstaltungs-/EventkalenderFehlende Alleinstellung beziehungsweiseunklarePositionierung in diesem SegmentAufregionalerEbene starke Fokussierung aufprivatmotiviertenTourismusKaum Zusammenarbeitmit professionellenVermittlungsagenturen,Eventorganisationenetc.5.2 Handndlungsempfehlungen fürden Geschäftstourismus im SaarlandAus den Analysen und Schlussfolgerungen zur Bedeutung des Geschäftstourismus für das Saarland leitet sichein umfangreicher Maßnahmenkatalog ab. Diesen gilt es, im Hinblick auf die Umsetzbarkeit zu prüfen und mitregionalen Schwerpunkten zuversehen. Einen wichtigen Handlungsrahmen (mit Fokus auf den promotablenGeschäftstourismus)bildethierbei dieTourismusstrategieSaarland2015, diebereits konkrete Zielvorstellungensowie Masterprojekte definiert. Die entsprechenden Detailmaßnahmen der Tourismusstrategie wurden indiefolgendenAusführungen eingearbeitet.Tourismusstrategie Saarland: Zielvorstellungen für denGeschäftstourisrismus imJahr2015 116–Das Übernachtungsvolumen in diesem Segmentsteigtbis 2015 maßvoll.–Attraktive Tagungs- und Seminarhotels im ländlichen Raum sowie marktgerechte Tagungs- und Kongresshotelsin der Stadt Saarbrücken, die eine höhere Kapazität vorhalten als zurzeit, bieten zusammen mit weiterentwickeltenAngeboten im Bereich der Kongresshalle und der Messe beste Möglichkeiten für entsprechendeVeranstaltungen. Saarbrückenist etabliertals Ziel fürmittelgroße Kongresse,Tagungen undEvents.–Die Verkehrsanbindungdes Saarlandes,insbesondereder Landeshauptstadt,ist besserals heute.–Ein professionell arbeitendes Convention Bureau dient der Koordination der Anbieter und fungiert als gemeinsameKommunikations- undVertriebsplattformfür dasgesamte Saarland.–Die Hotels präsentieren sichattraktiver als heute am Markt. Siesprechen inder Wocheund vor allem vonSeptemberbis Juni Geschäftsreisende und Tagungsgäste an, am Wochenende und imSommerhalbjahr KulturundStädtetouristen.DieseKombination ermöglichteinehoheAuslastungund somitWirtschaftlichkeit.–Von dersteigendenZahlanGeschäftsreisendenprofitiert nebendem Gastgewerbevor allemder Einzelhandel.–Das bessere Image des Saarlandes erleichtert die Vermarktung von Seminaren, Tagungen, Kongressen undMessen.116MWAEV2009110


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 20135.2.1.1 Koordination undVermarktungrmarktung:Aufgabenverteilung imSaarlandMasterprojekt(e) derTourismusstrategieSaarland–Einrichtung einesConventionBureaus fürdas gesamteSaarland.Landesebene–Für das Saarland besteht mit Blick auf den Geschäftstourismus Wettbewerbsdruck –das Segmentverlangt auf Landesebene mehr professionelle Bearbeitung und definierte Strukturen,um deutschlandweit mithalten zu können. Das Land sollte sich, was den promotablen Geschäftstourismusbetrifft, als Ort für Kongresse, Tagungen, Seminare und Events besser positionieren,wobeidie großeStärke inden überschaubaren Veranstaltungenliegt.Wichtig istes, einklares Profilzu entwickeln,umdas vorhandene Angebotgebündelt nach außendarstellenzukönnen.–Aus diesem Grund sind wichtigeVorarbeiten wieBeratungund Kontaktvermittlung bis hin zuraktivenAkquisitionentsprechender Veranstaltungen für das Saarland als mögliche Tätigkeitsfelder auf Landesebene zu diskutieren.DieZielstellung sollte sein, die entsprechenden Strukturenfür eine vermittelnde undkoordinierendeSchnittstelle zwischen der Nachfrageseite imIn- und (angrenzenden) Ausland und den saarländischen Anbieternzu schaffen(StichwortConvention Bureau).–Eine wichtige Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich die relevanten Anbieter im Saarland offen für die Bedeutungeiner zentralen Koordinierungsstelle zeigen, dass sie den konkreten Nutzen für die eigene Einrichtungerkennen und sich finanziell beteiligen wollen. Nur dann kann das Fundament für ein erfolgversprechendesKooperations-und ggf. auchFinanzierungsmodell gelegt werden.–Inwieweit das Tätigkeitsfeld auf Landesebene indas Aufgabenspektrum der Tourismus Zentrale Saarland aufgenommenwerden sollte und wie die Ausgestaltung und das Aufgabenspektrum im Detail aussehen können,gilt es,inweiterführendenDiskussionenzuklären.–Die Aktivitäten auf Landesebene sollten sich auf das übergreifende Marketing, die Kommunikation und denVertrieb konzentrieren. Sie ersetzen somit nicht die eigenverantwortlich durchgeführten Marketingaktivitätendereinzelnen LeistungsträgerimSaarland.–Neben der Akquise von Veranstaltungen bietet die zentrale Koordination auf Landesebene die Möglichkeit, inZusammenarbeit mit Partnern eigene, idealerweise regelmäßige Veranstaltungen zu entwickeln. ThematischeAnknüpfungspunkte ergeben sich über die Universität, die großen und innovativen Unternehmen imSaarlandsowieaus denstandortspezifischenThemenwie diedeutsch-französische Freundschaft.–Wichtige Funktionen auf Landesebene sollten auch die stetige Qualitätsverbesserung (Schulungen, Workshopsetc.) sowie die Qualitätskontrolle der Anbieter und Akteure sein (Festlegung von Qualitätskriterien fürdieVermarktung).–Zudem sind die vorhandenen Veranstaltungslocations imSaarland detailliert zuerfassen und zu kategorisieren,um eine nachfrageorientierte Vermarktung zu ermöglichen. ImFalle der Beherbergungsbetriebe ist zwischenprofessionellenTagungshotels undHäusern mit Tagungsfacilitäten zuunterscheiden, bevor diesedannfürdie Marktbearbeitung entsprechendgeclustertwerden.–Eine koordinierte landesweite Bearbeitung bietet darüber hinaus die Möglichkeit, als Dienstleister für saarländische(Groß)Unternehmen zu fungieren und diese bei der Planung von Rahmenprogrammen, Veranstaltungsplanungenetc. professionell zuunterstützen. Hierfür sind einerseits die aktive Kontaktaufnahme mitden entsprechenden Abteilungen der Unternehmen und andererseits die Entwicklung spezieller Angebote erforderlich.Generell gilt es, noch spezifischer zu evaluieren, welche touristischen Leistungen seitens der Unternehmengewünscht werden undwie dieKooperation mitden Unternehmenintensiviertwerdenkann.111


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013PotenziellesLeistungsspektrumeines Convenonvention Bureausfürdas Saaaarland(Auswahl)l)Innenmarketing–Festlegung einer Gesamtstrategie zur Positionierung des Saarlandes als attraktive Tagungs- und Kongressdestination,–Sammlung und Darstellung des Angebotes aller tagungs-, kongress- und eventrelevanten Dienstleister undAkteureinder Region,–Koordinationund Vernetzung derLeistungsträger,–Beratungder Leistungsträgerbei derEntwicklung marktfähiger Angebote,–Qualitätssicherungund -kontrolle derAngebote,–Verankerung des Themas Kongress- und Veranstaltungsmarkt und seiner wirtschaftlichen Bedeutung beiBevölkerung, Multiplikatoren und Entscheidern durch Lobbying, lokale und regionale PR-Arbeit, InformationsveranstaltungenundFachvorträge,–Schaffung und organisatorische Durchführung entsprechender Arbeitskreise zur Koordination aller Aktivitäten,relevanter Partneretc.Außenmarketing undVerkauf–Neukundengewinnung,–KompetenteBeratung, Erstellung individuellerVorschlägeund Angebote,–Erarbeitung entsprechender Werbe-und Vermarktungsmaterialien,–Vermittlung vongeeigneten Veranstaltungsräumlichkeiten,–Verwaltungvon Hotelzimmerkontingentenund Zimmervermittlung für Kongress- und Tagungsteilnehmer,–Planungund Organisation vonRahmenprogrammen, Besichtigungen, Stadtführungen,–Organisation vonTransfers,–Vermittlung vonKontaktenzukompetenten Service-Partnern (Caterer,PCOs, Technikdienstleisteretc.),–Bereitstellung vontouristischen Broschüren fürTagungsteilnehmer.PR-/Pressearbeitrbeit–Fachliche BetreuungveranstaltungsrelevanterPressevertreter,–Aktive PRimHinblick auf das Angebot der Region für Kongresse und Veranstaltungen inFachmedien, allgemeinerundWirtschaftspresse.Marktforschung–Identifikation relevanter Kundenzielgruppen undpotenziellerNeukunden,–Beobachtung undgegebenenfalls Steuerung neuer Angebote in derRegion,–Erstellen von Statistiken und kontinuierliches Monitoring, umdie Bedeutung des Kongress- und Veranstaltungsmarktesgegenüberallen relevanten Stellenunterstreichenzukönnen,–Festlegungvon Entwicklungszielen, Kontrolle derEntwicklungen/Zielerreichung,–AktiveMarkt-und Branchenbeobachtung,–Kommunikation aktuellerTrendsund Entwicklungen.112


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Regionale Ebene–Die Landkreisorganisationen können eine wichtige Mittlerrolle zwischen denAkteurenvor Ortund der landesweiten Koordinationsstelle übernehmen. Die regionalen Tourismusstrategienwurden bereits in Kenntnis der Landesstrategie erstellt. Die formulierten Maßnahmen untersetzendemnachdie landesweiteStrategie im (Geschäfts-)Tourismus.–Die Organisationen derLandkreisesollten zudembei derBestandserfassung (siehe oben) unterstützen.–Die regionale Ebene ist geeignet, das touristische Angebot zu bündeln und den ansässigen UnternehmendamithilfreicheInformationenfür dieOrganisationvon Veranstaltungen, Events etc. zurVerfügung zu stellen.–Für die professionelle Bearbeitung der relevanten Arbeitsfelder müssen auch auf regionaler Ebene angemessenePersonal-und Budgetkapazitätenzur Verfügung stehen.–Als Ansprechpartner beijeglichen Planungen wärensie ebenfallsein wichtigerPartner im Netzwerk.–Zudem können sie inZusammenarbeit mit der lokalen Ebene die Attraktivität des Umfeldes von Veranstaltungslocationsund Beherbergungsbetrieben vorantreiben. Wichtige Stichworte in diesem Zusammenhangsind Ortsbild,Einzelhandelsangebot, Angebote zumNaturerlebnis etc.–Die Vernetzung der Angebote zur Entwicklung interessanter Rahmenprogramme, Teambuilding-Aktivitätenetc. in Zusammenarbeitmit denAkteurenvor Ortist ebenfalls eine regionaleAufgabe.Anbieterebene–Die Akteure/Leistungsträger sollten sich verstärkt der Abwicklung, Buchung und DurchführungvonVeranstaltungen undmöglicher Rahmenprogrammewidmen.–Für die optimale Vermarktung der eigenen Einrichtung gilt es, alle zur Verfügung stehendenMarketingkanäle optimal zu „bespielen“ und sich intensiver als bisher auf den relevanten Internetportalenzu präsentieren.–Zudem sollte das Marketing der Einrichtungen aktiver agieren, beispielsweise durch Einladen von Entscheidernoder das Nachkontakten ehemaliger Teilnehmer/Gäste (Aufbau einer Interessenten- und Kundendatenbank).Aufgrund der begrenzten Kapazitäten gilt es, die Zusammenarbeit mit speziellen Incentivereiseanbieternzu forcieren, diefür kleinere Veranstaltungengerne „das Besondere,das Individuelle“suchen.–Die Professionalität der Anbieter muss stetig weiterentwickelt werden, sei esinder Darstellung auf der eigenenHomepageoder im Kundenservice(„one face to thecustomer“).5.2.2Infrastruktur:Veranstaltungslocationsund BeherbergungsgewerbeMasterprojekt(e) derTourismusstrategieSaarland–Weiterentwicklung derAngebote undStättenimBereich Kongresse und MesseninSaarbrücken(insbesondereEventhalle,Saarmesse und Congresshalle).–Optimierung undAusbaudes Beherbergungsangebotes für das Segment Seminare, Tagungen, Kongresse undMessen.Veranstaltungslocations–Für ausgewählte Veranstaltungslocations wurden imRahmen der Tourismusstrategie konkreteErfordernisse formuliert, deren Aktualität zu überprüfen ist: Die Modernisierung undErweiterung der Congresshalle inSaarbrücken soll fortgesetzt werden, mit dem Ziel, Konferenzmessenorganisieren zu können. Dafür gilt es, das Leistungsprofil entsprechend weiter-113


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013zuentwickeln. Im Umfeld von Saarbrückensollten interessante Locations für 100bis 200 Personen (E Werk, AlteSchmelz, Weltkulturerbe Völklinger Hütte etc.) vermehrt für Begleit- und Rahmenprogramme von Kongressengenutztwerden.–Veranstaltungslocations abseits von Saarbrücken müssen mit besonderer Positionierung punkten, um aufDauer ihre Marktchancen nutzen zukönnen. Die Vorzüge (beispielsweise Tagen imGrünen) gilt esdeshalb,angebotsseitig zu schärfen undnoch besserherauszustellen.–Technik und Ambiente der eigenen Einrichtungen müssen den modernen Anforderungen genügen. Ebensowichtig wie die entsprechenden Investitionen sind Kenntnisse der aktuellen Kundenerwartungen (siehe beispielhafteCheckliste).Checkliste fürTagungs-und KongresseinresseinrichtungenrichtungenAuch bei Räumlichkeiten und individueller Betreuung vor und während der Veranstaltung werden inzwischenimmer höhere Maßstäbe angesetzt. Anbieter haben insgesamt bessere Chancen, wenn sie folgende Anforderungenerfüllen.Anforderungen an professionfessionelleelle Tagungs-/Kongs-/KongresseinrichtungenStandortVerkehrsgünstig, gute ErreichbarkeitGutesImage des VeranstaltungsortesMaximal200 km vonden wichtigsten Quellmärkten entferntÜbernachtungs-, Gastronomie-, Freizeit-, Kultur-und Unterhaltungsangeboteinunmittelbarem UmfeldReichhaltiges Angebot an Kultur und SehenswürdigkeitenVeranstaltungsangebotgebotBereitstellung von Komplettangebotenunter einemDach(Tagen, Übernachten,Essen, Freizeit)Umfangreiches, flexibel zu gestaltendes RaumangebotGroßzügige Raumgrößenund hochwertige AusstattungInternetzugang in allenRäumenModerne TagungstechnikRäumemit TageslichtGroßzügige Foyer- und AusstellungsflächenDienstleistungsangebotgebotFesterAnsprechpartner füralle Belangebei Planungund DurchführungUnterstützung des Veranstalters beider Berücksichtigung „grüner“ AspekteÜbernahme der kompletten Kongressorganisation (Inhouse-PCO)Buchbare KongresspackagesProfessionelle,serviceorientierte MitarbeiterHohe FlexibilitätGute Zusammenarbeitmit PCOs,Kongressagenturen und dem nationalen KongressbüroMarketingPreisgestaltungDifferenzierte PreispolitikFlexibilität in der PreisgestaltungFlexible Zusammenstellung vonPauschalangebotenKommunikationAnsprechende, leicht handhabbareInternetpräsenzPräsenzauf FachmessenDarstellung in FachzeitschriftenKundenpflege/DirektmarketingQuelle:dwif2013,ghh ConsultGmbH2011Ja,könnenwir bieten!en!114


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Beherbergungsgewerbe–Die Tourismusstrategie formuliert für Saarbrücken den eindeutigen Bedarf an weiteren Hotelkapazitätenim3-bis 5-Sterne-, aber auch imLow-Budget-Bereich: Aufgrund der relativhohenAuslastung durch„normale“ Geschäftsreisendefehltesanausreichenden Zimmerkontingentenfür größere Kongresse. Auch außerhalb Saarbrückens werden Potenziale gesehen.Eine zweigleisige Ausrichtung auf die Segmente Business und Leisure steht hierbei jedoch im Vordergrund,um dieAuslastung derBetriebezusichern.Den jeweiligen Bedarf gilt es,professionell zu evaluieren.–Die Betriebe sind stärker für die entsprechenden Bedürfnisse und Erfordernisse im Zusammenhang mit derAusrichtung von Tagungen, Seminaren, Events etc. zu sensibilisieren. Professionelle Tagungshotels imSaarlandmüssen eine nachfragegerechte Infrastruktur und eine weitreichende Zielgruppenorientierung vorweisen.Auf Landesebene sollte in Zusammenarbeit mit dem DEHOGA Saarland eruiert werden, wie die Erfordernissedes Marktes optimal andie Leistungsträger kommuniziert werden können (Weiterbildungs-/Qualifizierungsveranstaltungenetc.).–Zudem sollten sich die relevanten Betriebe nach einem der gängigen deutschlandweiten Zertifizierungssystemenprüfenlassen,um denpotenziellenGästenmehr Sicherheit beider Auswahlentscheidungzuvermitteln.Tipps&TricksfürTagungsplanerAuch dasGermanConvention Bureau (GCB)bietetauf seiner Internetseiteundin derPublikation „Meetings planen in Deutschland. EinGCB-Leitfaden“eineganze Reihe anChecklisten und Planungshilfen für die Budgetplanung, Standortsuche sowie die Durchführungeiner Veranstaltung. Beherbergungsbetriebe mit Tagungsräumlichkeiten, vor allem aber die VeranstaltungslocationsimSaarland sollten diese in jedem Fall kennen und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergreifen,um dendortformuliertenAnsprüchenbestmöglich gerechtzuwerden.Quelle: www.germany.travel(abgerufenam05.08.2013)115


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013AnhangAnhang 1: Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben≥10Betten undauf Campingmpingplätzen2012plätzen2012Anzahl(Tsd.)CampingplätzeRangBaden-Württemberg 44,2 2 4,5 3.426 4 7,0 47,7 2 4,7Bayern 79,4 1 3,9 4.657 1 7,6 84,1 1 4,1Berlin 24,8 6 11,4 104 14 6,8 24,9 7 11,4Brandenburg 10,5 11 3,8 946 9 5,9 11,5 11 4,0Bremen 1,9 16 -0,7 56 16 -1,3 1,9 16 -0,7Hamburg 10,5 12 11,4 100 15 33,3 10,6 12 11,6Hessen 28,9 5 3,5 1.050 8 2,5 30,0 5 3,5Mecklenburg-Vorpommern 24,1 7 0,4 3.884 2 7,2 27,9 6 1,3Niedersachsen 36,2 4 1,5 3.760 3 3,6 40,0 4 1,7Nordrhein-Westfalen 44,0 3 2,6 1.437 7 10,3 45,4 3 2,8Rheinland-Pfalz 18,9 9 -1,5 2.166 6 -1,5 21,1 9 -1,5Saarland2,215 -1,7124 13 -5,22,315 -1,9Sachsen 17,8 10 6,1 557 10 7,6 18,4 10 6,1Sachsen-Anhalt 7,1 14 4,2 303 12 7,2 7,4 14 4,3Schleswig-Holstein 21,5 8 0,3 2.960 5 -1,4 24,5 8 -0,1Thüringen 9,2 13 2,6 479 11 -0,6 9,7 13 2,4Deutschland 381,33,6 26.008 4,7 407,3 3,6Quelle:dwif2013, DatenStatistisches BundesamtAnhang 2:Kapazitätenund derenAuslastung 2011und 2012 (einschchließlich Campingmpingplätze) plätze)GeöffneteBetriebeebeAngeboteneSchlafgelegenheiten(Tsd.)Beherbergungsbetriebe≥ 10 BettenVerände-e-AnzahlRangrung ggü.(Mio.)Vorjahr (%)Verände-e-rung ggü.Vorjahr (%)Beherbergungsbetriebe≥ 10 BettenundCampingplätzeVerände-e-AnzahlRangrung ggü.(Mio.)Vorjahr (%)Auslastungangebotene Schlalaf-gelegenheitenAuslastungangebotene Betettentender Hotellerie2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012Baden-Württemberg 7.034 6.924 392,8 395,8 34,8 36,1 38,3 39,9Bayern 13.315 12.758 709,3 705,2 33,0 34,4 38,0 39,9Berlin 782 794 125,1 129,7 50,2 53,2 51,4 55,1Brandenburg 1.695 1.655 126,2 124,8 28,6 29,8 34,1 35,9Bremen 116 115 12,7 12,8 41,7 41,1 43,4 42,9Hamburg 316 330 48,6 53,3 54,4 55,3 55,2 -Hessen 3.628 3.552 249,8 248,9 34,3 35,3 - -Mecklenburg-Vorpommern 3.098 3.040 290,0 290,2 30,8 30,9 41,9 41,8Niedersachsen 6.003 5.800 389,2 389,1 30,8 30,9 35,7 36,1Nordrhein-Westfalen 5.459 5.356 360,2 365,5 34,6 35,0 - -Rheinland-Pfalz 3.932 3.694 243,9 240,1 27,1 26,6 30,9 30,8Saarland287 277 21,721,131,931,633,231,8Sachsen 2.261 2.182 147,8 148,7 35,3 36,8 38,0 39,7Sachsen-Anhalt 1.147 1.115 74,1 73,6 28,7 29,9 32,1 33,7Schleswig-Holstein 4.420 4.247 257,0 256,0 32,3 32,3 - 41,9Thüringen 1.417 1.357 107,7 105,3 33,3 34,8 35,4 36,6Deutschland 54.910 53.196 3.556,0 3.560,1 33,5 34,4 38,6 39,9Quelle:dwif2013,Daten StatistischesBundesamt116


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Anhang 3:NachfrageinBeherbergungsbetrieben≥10 Bettenund aufCampingplätzennachplätzennach Landkreisen2012AnkünfteÜbernach-tungenAufent-halts-dauer(Tage)ÜN Veränderung2012/2011(%)Übernach-tungenAusländerVerände-e-rung2012/201111(%)Auslän-der-anteil(%)RegionalverbandSaarbrücken 284.195 512.423 1,8 -9,5 98.563 -8,4 19,2KreisMerzig-Wadern 164.482 583.643 3,5 0,3 62.706 -4,8 10,7KreisNeunkirchen 35.185 210.793 6,0 2,8 6.301 18,6 3,0KreisSaarlouis 80.974 228.717 2,8 -1.1 30.209 -10,6 13,2Saarpfalz-Kreis 110.250 396.004 3,6 -2,4 32.087 -12,2 8,1KreisSt. Wendel 105.825 352.271 3,3 4,0 27.143 -8,0 7,7Saarland780.911 2.283.851 2,9-1,9257.009 -7,8 11,3Quelle:dwif2013,Daten StatistischesAmt SaarlandAnhang 4:Kapazitätenund derenAuslastung 2011und 2012 (einschließlich Campingmpingplätze) plätze)GeöffneteBetriebeebeAngeboteneSchlafgelegenheitenBetriebsgröße(Schlafgelegen-egen-heitenpro Betrieb) eb)AuslastungderSchlafgelegenheiten(%)2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012RegionalverbandSaarbrücken 64 59 4.224 3.919 66,0 66,4 36,0 38,2KreisMerzig-Wadern 70 68 5.537 5.505 79,1 81,0 31,2 30,8KreisNeunkirchen 22 22 1.110 1.132 50,5 51,5 52,0 51,8KreisSaarlouis 43 41 3.035 2.976 70,6 72,6 25,0 25,7Saarpfalz-Kreis 45 45 3.121 3.130 69,4 69,6 38,1 38,8KreisSt. Wendel 43 42 4.639 4.415 107,9 105,1 22,5 21,2Saarland268 277 21.666 21.077 75,5 76,1 31,6 31,9Quelle:dwif2013,Daten StatistischesAmt SaarlandAnhang 5:KapazitätenHotellerieimSaarland2011und 2012GeöffneteBetriebeebeHotellerie(Hotels, Hotelsgarnirnis, Pensionen, en, Gasthöfe)Angebotene BetettentenBetriebsgröße(Bettenten proBetrieb)AuslastungBettenten(%)2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012RegionalverbandSaarbrücken 55 51 3.296 3.176 59,9 62,3 40,0 36,6KreisMerzig-Wadern 46 44 1.667 1.615 36,2 36,7 33,3 30,9KreisNeunkirchen 16 16 453 455 28,3 28,4 32,4 31,5KreisSaarlouis 32 31 1.504 1.496 47,0 48,3 26,3 25,4Saarpfalz-Kreis 29 29 1.326 1.327 45,7 45,8 30,8 29,0KreisSt. Wendel 28 27 1.151 1.126 41,1 41,7 25,6 25,5Saarland 206 198 9.397 9.195 45,6 46,4 33,2 31,8Quelle:dwif2013,Daten StatistischesAmt Saarlandnoch Anhang 5: KapazitätenSonstigetige Beherbergungsberbergungsbetriebe imSmSaarland2011und 2012Sonstige Beherbeeherbergungsbetriebe(einschließlichlich Campingplätze)GeöffneteAngeboteneBetriebeebeSchlafgelegenheiten2011 2012 2011 2012RegionalverbandSaarbrücken 9 8 928 743KreisMerzig-Wadern 24 24 3.870 3.890KreisNeunkirchen 6 6 657 677KreisSaarlouis 11 10 1.531 1.480Saarpfalz-Kreis 16 16 1.795 1.803KreisSt. Wendel 15 15 3.488 3.289Saarland81 79 12.269 11.882Quelle:dwif2013,Daten StatistischesAmt Saarland117


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Anhang 6:Reale Umsatzentwicklung imGastgewerbe–rbe–Veränderung gegenüber Vorjahrin%-Rheinland-Pfalz2010 2011 2012 Gastgewerbeerbe -0,3 5,8 -4,0Beherbergung -2,6 4,8 -1,1 Gastronomie1,2 6,6 -6,0Saarland Gastgewerbeerbe -0,7 1,9 -1,8Beherbergung 3,1 -1,8 -2,0 Gastronomie-1,8 3,0 -1,8Deutschland Gastgewerbeerbe -0,7 2,4 0,2Quelle:Beherbergung 1,1 2,4 1,4Gastronomie-1,6 2,4 -0,5dwif2013,Daten StatistischesBundesamtAnhang 7:Entwicklung derBesrBeschäftigtenzahlenimGastgewerbe2012 – VeränderunggegenürunggegenüberVorjahrrjahr in%–Rheinland-Pland-PfalzGesamtVollzeitTeilzeit Gastgewerbeerbe 1,6 0,4 2,2Beherbergung 2,4 2,2 2,6 Gastronomie1,1 -1,2 2,1Saarland Gastgewerbeerbe 1,1 3,4 -0,1Beherbergung -1,4 2,0 -5,0 Gastronomie1,7 4,1 0,8Deutschland Gastgewerbeerbe 1,7 1,2 2,0Quelle:Beherbergung 1,6 0,7 2,9Gastronomie1,7 1,5 1,8dwif2013,Daten StatistischesBundesamtAnhang 8:Gewerbeaktivitätindentätinden Baromerometer-BundesländernGewerbeanmeldungenVeränderungin %GewerbeabmeldungenVeränderungin %2011 2012 2011 2012Brandenburg1.551 1.443 -6,7 1.689 1.555 -7,9Mecklenburg-Vorpommern1.149 k. A. 117 1.235 k. A.Niedersachsensen 5.026 5.142 2,3 5.329 5.148 -3,4Nordrhein-Westfalenen 12.769 12.194 -4,5 13.773 12.972 -5,8Rheinland-Pfalz2.947 2.942 -0,2 3.263 3.079 -5,6Saarland864 866 0,23938 914 -2,6Sachsen2.613 2.285 -12,6 2.719 2.474 -9,0Sachsen-Anhalt1.279 1.228 -4,0 1.620 1.426 -12,0Schleswig-Holsteinstein 2.035 1.854 -8,9 2.129 2.065 -3,0Thüringen1.291 1.227 -5,0 1.437 1.441 0,28Deutschland59.305 56.196 -5,2 61.311 58.261 -5,0Quelle:dwif2013,Daten Statistische Landesämter117DatenzuMecklenburg-Vorpommernlagen zumBerichtszeitpunkt noch nichtvor.118


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Anhang 9:DefinitionenUmsatzrendite=BetriebsergebnisGesamtleistung (Nettoumsatz)x100→ DieUmsatzrentabilitätoder -renditebezeichnetdas erzielteBetriebsergebnis ausgedrückt in Prozent derGesamtleistung(Nettoumsatz). Siewirdals Nachweis fürdie Ertragskraft einesUnternehmens gesehen.Personalaufwandsquote =PersonalaufwandGesamtleistung (Nettoumsatz)x100→ DerPersonalaufwand wird immerinProzent derGesamtleistung (Nettoumsatz)dargestellt.Rohertragsquote=RohertragGesamtleistung (Nettoumsatz)x100→ DerRohertrag istdefiniert als Gesamtleistung (Nettoumsatz)abzüglich Warenaufwand.Die Rohertragsquotedrücktdenobigen Wert in Prozentder Gesamtleistung (Nettoumsatz)aus.Er dientsomit als Nachweis fürdie Wirtschaftlichkeit desWareneinsatzes.Zinsaufwandsquote=ZinsaufwandGesamtleistung (Nettoumsatz)x100→ DerZinsaufwand wird immer in Prozentder Gesamtleistung(Nettoumsatz)dargestellt.Abschreibungsquote =AbschreibungenGesamtleistung (Nettoumsatz)x100→ DieAbschreibungsquotewirdimmer in ProzentderGesamtleistung (Nettoumsatz)dargestellt.Investitionsquote=Brutto-AnlageinvestitionenGesamtleistung (Nettoumsatz)x100→ DieInvestitionsquotemisst dieBrutto-Sachinvestitionen desGeschäftsjahresander Gesamtleistung (Nettoumsatz). Erfasstwerden dieZugänge desSachanlagevermögens und derimmateriellenAnlagewerte. Siewirdals Nachweis fürdieInvestitionsneigungeines Unternehmens gesehen.Mietaufwandsquote=Miet-und LeasingaufwandGesamtleistung (Nettoumsatz)x100→ DerMiet- und Leasingaufwand wird immerinProzent derGesamtleistung (Nettoumsatz)dargestellt.Anlagendeckung=Wirtschaftl.Eigenkapital+langfr.FremdkapitalAnlagevermögen +Unterbilanzx100→ DerAnlagendeckungsgradist eine Kennzahl zurBeurteilungderfinanziellenStabilitätdes Unternehmens(fristenkongruente Finanzierungdes längerfristiggebundenenVermögens).Cash-Flow-Rate =Cash-Flow(vorSteuern)Gesamtleistung (Nettoumsatz)x100→ DerCash-Flow vorSteuern versteht sich als Summe ausGewinn,Abschreibungen aufAnlagevermögen undVeränderungen bei Rückstellungen und Wertberichtigungen.DieseKennzahldrücktdie InnenfinanzierungskrafteinesBetriebesaus.DynamischerVerschuldungsgrad=Fremdkapitalx100Cash-Flow(vorSteuern)→ DerdynamischeVerschuldungsgradstellteineKennzahlzurBeurteilung derInnenfinanzierungskraft dar. Er wird in Jahrenausgedrücktund gibt somitan, wielange es dauern würde, bisdieVerbindlichkeiten durch den Cash-Flowabbezahlt wären.Eigenkapitalquote =Wirtschaftl.EigenkapitalunterbilanzBilanzsummex100→ AlsRichtwert wird einEigenkapitalanteil von40Prozentangenommen, weil dies im Zuge vonFinanzierungen einegebräuchliche Forderungdarstellt. Gerade im Gastgewerbeistzubeobachten, dass dieVerbindlichkeiten derBetriebehäufig höhersindals das Anlage- und Umlaufvermögenzusammen.Quelle:dwif2013119


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Anhang 10:Kennziffernnach BetriebstriebstypenimZeitvergleichCash-Flow-Rate2006 2009 2010 201120111. Quartil20113. QuartilVeränderung2006/11Veränderung2010/11Beherbergung14,1 13,4 15,2 14,7 7,5 24,1 0,6 -0,5Hotels 12,1 11,5 13,4 12,9 5,9 21,3 0,8 -0,5Hotels garnis 18,8 14,9 21,3 20,5 9,2 30,6 1,7 -0,8Gasthöfe 15,8 16,1 16,7 17,3 11,2 24,1 1,5 0,6Pensionen 22,5 23,1 28,4 27,5 14,9 38,0 5,0 -0,9Gastronomie 14,0 13,6 12,8 13,2 7,1 21,0 -0,8 0,4Restaurants 14,2 14,1 13,6 14,3 7,7 21,5 0,1 0,7SB-Restaurants9,0 8,3 8,2 7,9 4,4 12,1 -1,1 -0,3Cafés 14,2 12,8 12,5 12,6 6,5 20,6 -1,6 0,1Schankwirtschaften16,1 16,7 16,2 18,3 10,4 26,3 2,2 2,1UmsatzrentabilitätBeherbergung6,8 6,6 8,5 8,3 1,8 16,3 1,5 -0,2Hotels 5,4 4,9 7,4 6,5 0,8 13,5 1,1 -0,9Hotels garnis 9,3 8,0 13,3 12,6 3,6 22,0 3,3 -0,7Gasthöfe 8,5 9,8 10,3 11,1 5,6 17,3 2,6 0,8Pensionen 10,5 11,5 14,5 16,5 7,0 26,7 6,0 2,0Gastronomie 9,6 9,5 8,7 9,4 3,6 16,2 -0,2 0,7Restaurants 9,9 10,1 9,5 10,3 4,2 16,9 0,4 0,8SB-Restaurants6,3 5,6 5,3 5,2 1,8 9,2 -1,1 -0,1Cafés 8,7 8,9 7,8 8,8 2,8 15,5 0,1 1,0Schankwirtschaften11,4 12,4 11,1 14,5 6,5 21,4 3,1 3,4RohertragsquoteBeherbergung80,9 81,9 83,2 83,4 77,2 90,1 2,5 0,2Hotels 82,0 82,4 83,3 83,3 78,4 88,4 1,3 0,0Hotels garnis 92,6 92,1 92,6 92,2 88,3 94,5 -0,4 -0,4Gasthöfe 70,7 71,7 72,5 72,3 67,6 77,4 1,6 -0,2Pensionen 86,4 86,5 88,0 89,1 82,2 93,7 2,7 1,1Gastronomie 69,8 70,2 70,7 70,3 66,3 74,2 0,5 -0,4Restaurants 68,8 69,5 69,8 69,6 65,7 73,8 0,8 -0,2SB-Restaurants70,9 70,4 71,2 70,3 69,0 71,7 -0,6 -0,9Cafés 72,5 72,5 72,9 72,6 67,0 76,4 0,1 -0,3Schankwirtschaften67,7 68,5 68,9 70,3 65,7 75,3 2,6 1,4PersonalaufwandsquoteBeherbergung25,8 27,4 27,4 28,0 20,3 34,3 2,2 0,6Hotels 28,5 29,7 29,6 30,1 23,2 35,9 1,6 0,5Hotels garnis 20,2 22,1 21,7 23,1 16,4 29,6 2,9 1,4Gasthöfe 23,8 25,4 26,2 25,6 18,2 32,0 1,8 -0,6Pensionen 14,5 16,2 16,9 16,8 8,1 23,2 2,3 -0,1Gastronomie 25,7 27,0 28,2 27,8 21,5 33,7 2,1 -0,4Restaurants 25,3 26,7 28,0 27,6 21,0 33,7 2,3 -0,4SB-Restaurants27,5 28,8 29,1 28,9 26,0 32,5 1,4 -0,2Cafés 29,1 28,9 31,0 29,9 23,1 38,1 0,8 -1,1Schankwirtschaften20,0 21,5 22,5 24,4 14,8 31,4 4,4 1,9AbschreibungsquotebungsquoteBeherbergung6,6 6,0 6,0 5,9 2,8 9,9 -0,7 -0,1Hotels 6,2 5,8 5,7 5,8 2,6 9,6 -0,4 0,1Hotels garnis 7,5 6,7 7,0 6,3 2,8 10,7 -1,2 -0,7Gasthöfe 6,0 5,5 5,5 5,4 2,7 8,8 -0,6 -0,1Pensionen 12,0 10,6 10,2 9,7 5,7 15,5 -2,3 -0,5Gastronomie 3,8 3,3 3,6 3,3 1,8 5,6 -0,5 -0,3Restaurants 3,6 3,3 3,6 3,4 1,9 5,7 -0,2 -0,2SB-Restaurants2,6 2,4 2,4 2,4 1,3 3,7 -0,2 0,0Cafés 4,6 3,9 4,0 3,7 2,2 5,8 -0,9 -0,3Schankwirtschaften3,6 3,2 3,8 3,4 1,6 5,8 -0,2 -0,4Quelle: dwif 2013, DatenDSV 2013 (Sonderauswertung EBIL-Daten)120


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013FortsetzungzuAnhang10: Kennziffernnach Betriebstypentypen imZeimZeitvergleichZinsaufwandsquote2006 2009 2010 201120111. Quartil20113. QuartilVeränderung2006/11Veränderung2010/11Beherbergung5,0 4,3 3,9 3,6 0,8 7,4 -1,4 -0,3Hotels 4,7 4,0 3,6 3,3 0,7 6,9 -1,4 -0,3Hotels garnis 5,9 4,9 4,8 3,4 0,5 9,6 -2,5 -1,4Gasthöfe 4,6 4,0 3,9 3,7 1,4 6,4 -0,9 -0,2Pensionen 9,6 8,6 7,7 6,9 3,4 12,3 -2,7 -0,8Gastronomie 1,8 1,6 1,5 1,4 0,5 3,4 -0,4 -0,1Restaurants 1,9 1,8 1,7 1,6 0,5 3,7 -0,3 -0,1SB-Restaurants0,7 0,8 0,8 0,7 0,2 1,3 0,0 -0,1Cafés 2,1 1,7 1,7 1,4 0,6 3,5 -0,7 -0,3InvestitionsquoteBeherbergung1,7 1,9 2,2 2,5 0,8 6,7 0,8 0,3Hotels 1,7 2,0 2,1 2,5 0,9 6,7 0,8 0,4Hotels garnis 1,7 1,9 2,3 2,7 0,9 7,0 1,0 0,4Gasthöfe 1,3 1,7 1,9 1,7 0,5 4,5 0,4 -0,2Pensionen 2,2 2,2 3,4 3,6 1,0 9,4 1,4 0,2Gastronomie 1,1 1,0 1,3 1,2 0,4 3,7 0,1 -0,1Restaurants 1,1 1,0 1,3 1,3 0,4 3,8 0,2 0,0SB-Restaurants1,2 0,7 0,9 0,8 0,3 2,0 -0,4 -0,1Cafés 1,3 1,2 1,6 1,4 0,4 4,8 0,1 -0,2Schankwirtschaften1,2 1,3 1,3 1,0 0,1 3,8 -0,2 -0,3AnlagendeckungBeherbergung75,0 72,9 73,5 72,6 41,9 94,9 -2,4 -0,9Hotels 74,4 70,7 72,2 71,6 41,6 94,9 -2,8 -0,6Hotels garnis 81,1 78,6 84,4 77,2 36,7 99,9 -3,9 -7,2Gasthöfe 70,6 72,0 70,2 71,0 38,3 90,1 0,4 0,8Pensionen 84,2 79,1 75,8 78,6 59,4 95,2 -5,6 2,8Gastronomie 50,0 50,1 49,6 50,0 5,4 84,7 0,0 0,4Restaurants 50,8 51,8 52,3 53,2 6,2 85,1 2,4 0,9SB-Restaurants45,3 39,2 32,0 40,7 5,6 89,1 -4,6 8,7Cafés 51,0 47,3 45,4 43,2 3,7 78,8 -7,8 -2,2Schankwirtschaften46,2 51,9 54,2 61,1 17,5 96,3 14,9 6,9DynamischerVerschuldungsgradBeherbergung8,1 8,0 6,3 5,9 2,6 13,2 -2,2 -0,4Hotels 8,9 8,7 6,6 6,6 2,9 15,0 -2,3 0,0Hotels garnis 7,9 8,5 5,6 5,0 1,9 11,7 -2,9 -0,6Gasthöfe 6,7 5,7 5,6 5,0 2,5 8,2 -1,7 -0,6Pensionen 8,7 8,0 6,4 6,1 3,2 9,8 -2,6 -0,3Gastronomie 3,6 3,6 3,5 3,1 1,5 7,1 -0,5 -0,4Restaurants 3,8 3,6 3,6 3,1 1,4 7,2 -0,7 -0,5SB-Restaurants3,2 3,7 3,4 3,6 1,9 6,4 0,4 0,2Cafés 3,6 3,6 3,6 3,2 1,7 8,9 -0,4 -0,4Schankwirtschaften3,5 3,1 3,4 2,8 0,9 6,0 -0,7 -0,6EigenkapitalquoteBeherbergung0,0 0,0 2,9 3,9 0,0 30,8 3,9 1,0Hotels 0,0 0,0 3,4 4,4 0,0 31,3 4,4 1,0Hotels garnis 0,0 2,4 8,1 9,2 0,0 30,8 9,2 1,1Gasthöfe 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 26,7 0,0 0,0Pensionen 2,5 3,6 5,6 3,0 0,0 31,2 0,5 -2,6Gastronomie 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 21,0 0,0 0,0Restaurants 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 21,6 0,0 0,0SB-Restaurants0,0 0,0 0,0 1,0 0,0 19,8 1,0 1,0Cafés 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 21,4 0,0 0,0Schankwirtschaften0,0 0,0 0,0 4,1 0,0 30,8 4,1 4,1Quelle: dwif 2013, DatenDSV 2013 (SonderauswertungEBIL-Daten)121


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Anhang 11: DEHOGA-Klassifizierung nachLandkreisen(Anzahlder Betriebe)1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 SterneInsgesamtSaarland 2 16 35 21 1 75AnteilanDeutschland (in%) 2,7 2,5 0,7 0,8 0,8 0,9Merzig-Wadern 1 4 8 4 1 18Neunkirchen 0 2 1 1 0 4RegionalverbandSaarbrücken 1 8 7 8 0 24Saarlouis 0 0 9 3 0 12Saarpfalzkreis 0 1 5 2 0 8St.Wendel 1 1 5 3 0 9Deutschland73 647 5.021 2.485 125 8.351Quelle: dwif2013, DatenDeutscher Hotel- und Gaststättenverband (Stand:Februar 2013)Anhang 12:G-Klassifizierung nachLandkreisen(Anzahl derBetrietriebe)1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5SterneInsgesamtSaarland 0 3 2 1 0 6AnteilanDeutschland (in%) 0,0 2,0 0,3 2,5 0,0 0,7Merzig-Wadern 0 1 2 0 0 3Neunkirchen 0 0 0 0 0 0RegionalverbandSaarbrücken 0 0 0 0 0 0Saarlouis 0 2 0 1 0 3Saarpfalzkreis 0 0 0 0 0 0St.Wendel 0 0 0 0 0 0Deutschland 7 153 675 40 0 875Quelle: dwif2013, DatenDeutscher Hotel- und Gaststättenverband (Stand:Februar 2013)Anhang 13:DTV-Klassifizierung nachLandkreisen(Anzahl derBetrBetriebe)1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 SterneInsgesamtSaarland 0 29 208 124 17 378AnteilanDeutschland (in%) 0,0 1,0 0,7 0,5 0,4 0,6Merzig-Wadern 0 1 51 51 15 118Neunkirchen 0 2 22 6 0 30RegionalverbandSaarbrücken 0 16 40 10 0 66Saarlouis 0 4 18 10 0 32Saarpfalzkreis 0 4 38 28 1 71St.Wendel 0 2 39 19 1 61Deutschland 100 2.979 29.146 24.757 3.956 60.938Quelle:dwif2013, DatenDeutscher Tourismusverband e. V. (Stand: Februar2013)122


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Anhang 14:ThemenorientierteQualitätssiegelnachLandkreisenBett+Bike-BetriebeQualitätsgastgeber„WanderbaresDeutschland"ADAC-Camping-plätze„i-Marke“-TouristinformationenSaarland82 35 10 6AnteilanDeutschland (in%) 1,5 2,8 0,9 1,1Merzig-Wadern 31 21 4 3Neunkirchen 1 0 0 0RegionalverbandSaarbrücken 17 5 2 1Saarlouis 9 0 2 0Saarpfalzkreis 6 2 1 0St.Wendel 18 7 1 2Deutschland 5.475 1.234 1.132 537Quelle:dwif 2013; Daten ADFC Sachsen, Deutscher Wanderverband e. V., Bundesarbeitsgemeinschaft fürUrlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus in Deutschland e.V., ADAC Verlag GmbH, DeutscherTourismusverband ServiceGmbH, 2013; Zuordnung zu Bundesländernund ReisegebietenAnhang 15:ServiceQualitätnachLandkreisenStufeIStufeIIStufeIIIInsgesamtSaarland82 7 0 89AnteilanDeutschland (in%) 2,1 3,2 0,0 2,2Merzig-Wadern 19 4 0 23Neunkirchen 10 0 0 10RegionalverbandSaarbrücken 15 2 0 17Saarlouis 15 1 0 16Saarpfalzkreis 5 0 0 5St.Wendel 18 0 0 18Deutschland 3.852 217 34 4.103Quelle:dwif2013,Daten Kooperationsgemeinschaft ServiceQualitätDeutschland(Stand: April2013)Anhang 16:Entwicklung Besucherzahcherzahlender saaaarländischen Wetterstationentionen 2007 bis 2012(Index2007 =100)2007 2008 2009 2010 2011 2012Freizeitparks/-zentren 100,0 69,0 129,0 122,1 104,8 132,5Stadt- /thematische Führungen 100,0 93,6 103,8 101,9 103,2 108,6Erlebnisbäder 100,0 100,2 98,0 93,6 96,8 96,1Naturerlebniszentren 100,0 85,8 97,9 116,4 96,7 95,5Spielbanken 100,0 98,9 109,5 101,2 95,3 92,4Erlebniszentren/Infotainment 100,0 87,4 81,8 81,4 129,2 90,3Museen 100,0 105,1 85,4 93,8 91,3 78,2Römer/Kelten 100,0 73,2 73,0 71,7 71,1 65,8Gesamtergebnis100,0 87,6103,5101,6 98,9101,4Quelle: dwif 2013, DatenWetterstationen123


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013AbbildungsverzeichnisAbb. 1: Module desTourismusbarometers................................................................................................................11Abb. 2: Internationale Ankünfte ..................................................................................................................................12Abb. 3: Stimmungsumfrage beiTouristikernimSaarland.......................................................................................14Abb. 4: Kräfteverhältnisse im TourismusinSaarland .............................................................................................15Abb. 5: Übernachtungsentwicklung in BetriebenabzehnSchlafgelegenheiten2012gegenüber 2011.........16Abb. 6: Entwicklung ausländischerÜbernachtungeninBetrieben ab zehn Schlafgelegenheiten2012gegenüber2011...............................................................................................................................................18Abb. 7: Herkunftsstrukturder ausländischenGäste in Betriebenabzehn Schlafgelegenheiten2012............20Abb. 8: FremdabhebungennachinländischenQuellmärkten im Saarland ...........................................................21Abb. 9: Entwicklung der(Kurz-)Urlaubsreisender deutschenBevölkerung.........................................................24Abb. 10: Aufenthaltsdauer derGäste in BetriebenabzehnSchlafgelegenheiten2012.......................................25Abb. 11: Saisonalität derÜbernachtungeninBetrieben ab zehn Schlafgelegenheiten2012 .............................26Abb. 12: Entwicklung der angebotenen Schlafgelegenheiten inBetrieben ab zehn Schlafgelegenheiten2012 gegenüber2011.....................................................................................................................................28Abb. 13: Kapazitätsauslastung in Betriebenabzehn Schlafgelegenheiten2012gegenüber 2011...................29Abb. 14: AusgewählteKennzahlen nach Betriebstypen ............................................................................................31Abb. 15: Die beliebtesten UrlaubsarteninDeutschland............................................................................................33Abb. 16: Vergleichder Destinationstypen: Übernachtungsentwicklung in BetriebenabzehnSchlafgelegenheiteninDeutschland2012 gegenüber2011 ....................................................................34Abb. 17: Wirtschaftswachstumund ArbeitslosigkeitimeuropäischenVergleich 2009–2012.............................35Abb. 18: Umsatz- undBeschäftigungsentwicklung im Gastgewerbe.......................................................................37Abb. 19: Gewerbeanmeldungen und-abmeldungen im Gastgewerbe....................................................................37Abb. 20: Unbesetzte AusbildungsstellenimGastgewerbe........................................................................................38Abb. 21: Zukunftserwartungen desGastgewerbes.....................................................................................................39Abb. 22: InvestitionsbereitschaftgastgewerblicherBetriebe2009 -2012.............................................................41Abb. 23: Investitionstätigkeiten im Gastgewerbe 2006-2011 ..................................................................................42Abb. 24: Eigenkapitalanteil undCash-Flow im saarländischen Gastgewerbe........................................................43Abb. 25: Erläuterung Kennzahlenbarometerfür Schlüsselkennziffern....................................................................44Abb. 26: Bekanntheit derKlassifizierungssysteme undausgewählterThemenlabel in Deutschland ................50Abb. 27: Klassifizierungssysteme–Grad derMarktdurchdringung im Bundesländervergleich..........................53Abb. 28: Qualitätssiegel im Bundesländervergleich ..................................................................................................60Abb. 29: Online-Reputationvon Hotelbetrieben........................................................................................................61Abb. 30: Einflussfaktoren, Standorteund Kategorien derWetterstationen desTourismusbarometers............62Abb. 31: Saisonale Veränderungder Nachfrageinden saarländischen Wetterstationen....................................64Abb. 32 KurzfristigerTrend 2012 gegenüber2011 derWetterstationen nach TypenimSaarland ...................66Abb. 33: Entwicklung derBesucherzahlen2007 bis 2012nachAngebotsgruppen ..............................................67Abb. 34: Entwicklung Besucherzahlen derWetterstationen 2007 bis 2012 in allenerfasstenBundesländern.................................................................................................................................................70Abb. 35: Besucherzahlender WetterstationennachGästegrößenklassen2007 bis 2012...................................71Abb. 36: Saisonverlauf undKennzahlender Wetterstationen nach Destinationstypen2012 .............................72Abb. 37: Besucherzahlender WetterstationennachDestinationstypen 2007 bis2012......................................73Abb. 38: Bausteine undMethodik.................................................................................................................................74124


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Abb. 39: Arten desGeschäftstourismus.......................................................................................................................75Abb. 40: VDR-Kennzahlen zum GeschäftsreisemarktinDeutschland .....................................................................77Abb. 41: Kennzahlen zur wirtschaftlichen BedeutunginDeutschland....................................................................78Abb. 42: Kennzahlen zum deutschenTagungs-und Kongressmarkt2012............................................................78Abb. 43: Typisierung derVeranstaltungslocations imSaarland...............................................................................86Abb. 44: Kapazitätender Veranstaltungslocations imSaarland...............................................................................87Abb. 45: Präsenz derTagungshotels in ausgewähltenbundesweiten Themensuchmaschinen..........................88Abb. 46: Tagungs-/Veranstaltungskapazitätender BeherbergungsbetriebeimSaarland...................................89Abb. 47: Einschätzung vonLageund Erreichbarkeit ..................................................................................................91Abb. 48: Einschätzungvon Standort/Infrastruktur undAngebot .............................................................................92Abb. 49: Nachfragestrukturder Übernachtungsgäste im Saarland..........................................................................96Abb. 50: Bedeutung derverschiedenen Veranstaltungsartenfür dieAkteureimSaarland .................................97Abb. 51: Herkunftsstruktur derSeminar-, Tagungs-,Kongressund Messegäste im Saarland ............................98Abb. 52: Kriterien derVeranstalterfür dieWahlder Veranstaltungsstätte ............................................................99Abb. 53: Ranking derBundesländerund bevorzugte Großstädte ausSicht derVeranstalter .......................... 101Abb. 54: Marketingaktivitätenzur Auslastung derTagungsräumlichkeiten im Saarland .................................. 102Abb. 55: Bedeutung derKontaktwegefür dieVeranstaltungsakquisition........................................................... 103Abb. 56: Organisationsstruktur dertouristischen Vermarktung im Saarland aufLandesebene ...................... 106Abb. 57: ZentraleKoordinationsstelle fürden Geschäftstourismus ausSicht derAkteure............................... 108TabellenverzeichnisTab. 1: FremdabhebungennachinländischenQuellmärkten in denLandkreisen ..............................................22Tab. 2: FremdabhebungennachinländischenQuellmärkten in denLandkreisen ..............................................23Tab. 3: Klassifizierungssysteme/Marktanteile im Überblick –Anteileanallen Übernachtungen /klassifiziertenObjekteninDeutschlandbeziehungsweiseimSaarland..................................................52Tab. 4: Themenlabel–Marktanteile im Überblick....................................................................................................57Tab. 5: Entwicklung derBesucherzahleninden Wetterstationen 2012 gegenüber 2011.................................69Tab. 6: Beispiel:Abgrenzung derGrundtypendes Kongress-und Tagungsmarktes .........................................75Tab. 7: Handlungsfelderund Mindestkriterien fürGreen Meetings ......................................................................80Tab. 8: Zertifizierung geschäftsreisegeeigneter Hotels /Veranstaltungslocations(Auswahl) .........................93Tab. 9: Stärkenund Schwächendes Saarlandes alsGeschäftstourismusstandort im Überblick.................... 109125


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013LiteraturAllgemeineHotel-und Gastronomie-Zeitung:Wenn derBankder Mutfehlt (27. April2013). Stuttgart2013.BMWi BundesministeriumfürWirtschaftund Technologie (Hrsg.): WirtschaftsfaktorTourismus.Berlin2012.Deutscher Industrie-und Handelskammertag (DIHK): SaisonumfrageGastgewerbe 2011.Berlin2011.Deutscher Industrie-und Handelskammertag (DIHK): SaisonumfrageGastgewerbe Frühjahr 2012.Berlin2012.Deutscher Industrie-und Handelskammertag (DIHK): SaisonumfrageGastgewerbe Herbst 2012. Berlin 2012.DeutscherSparkassen- und Giroverband rband (DSGV): Sparkassen-Tourismusbarometer Deutschland, Jahresbericht2011. Berlin2011.Deutschland–Kennzahlen einerumsatzstarken Querschnittsbranche. Berlin2012.dwif2012:Betriebsvergleichfür dieHotellerie undGastronomieinThüringen. München2012.DZT Deutsche Zentrale fürTrTourismus e.V.:.: Nachhaltig erfolgreich: Tagungen, Events &Kongresse inDeutschland.Frankfurtam Main 2011.EITW Europäisches InstititutfürTagungsWirTagungsWirtschaftGmbHan der Hochschule Harz imAuftrag von EVVC, DZT undGCB: Tagungs- und Veranstaltungsmarkt Deutschland: Das Meeting und EventBarometer 2012/2013. Frankfurtam Main /Wernigerode,Juli2013.ETI Europäisches Tourismus Instititut:t: Convention Bureau Saarland: Best Practice Analyse &Leistungskatalog.Saarbrücken2010.GCBGermanConvenBGermanConvention Bureau e. V.:Jahresbericht2012/2013.Frankfurt am Main 2013.GCB German Convention Bureau e. .V.:.: Meetings planen in Deutschland. Ein GCB-Leitfaden. Frankfurt am Main2012.ghhConsult GmbH: Derdeutsche Tagungs- und Kongressmarkt2010/2011.Wiesbaden 2011.IDW InstitutderWirWirtschaftsprüferinDeutschland e. V.: IDW PS980 Grundsätze ordnungsmäßiger Prüfung vonCompliance Management Systemen (Quelle:WPg Supplement 2/2011, S. 78 ff., FN-IDW 4/2011, S. 203ff.), 2011.Maschke, Joachim m(Hrsg.): Tagesreisen der Deutschen, dwif e. V. Schriftenreihe Hefte 50-52. München 2005-2007.MWAEV MinisteteriumfürWirWirtschaft, Arbeibeit, Energie und Verkehr: Tourismusstrategie Saarland 2015 –GemeinsamvomGeheimtipp zum erfolgreichenReiseziel.Saarbrücken2009.Schreiber, MichaelThaddäus (Hrsg.):Kongress, Tagungen und Events –Potenziale, Strategien und Trends derVeranstaltungswirtschaft.München 2012.Sparkassenvekassenverband Saar /MWAEV MinisteriumfürWirWirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehrkehr r(Hrsg.): Sparkassen-Tourismusbarometer Saarland.Saarbrücken 2008.StatistikderBundesagentur fürArbeirbeit:Arbeitsmarkt inZahlen –Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (SvB)und ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte (aGeB) am Arbeitsort (AO) imWirtschaftszweig Gastgewerbe.Frankfurt2013.VDR VerbandDeutsches Reisemanagement ment e. V.: VDR-Geschäftsreiseanalyse2013. FrankfurtamMain2013.ExpertengesprächeZF Friedrichshafen AG ,OliverRupp(August 2013)126


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013Internetdaby.bayern.byhotel-mannheim.dorint.comwww.ahgz.dewww.atmosfair.dewww.blackberrywood.comwww.blumberg-agentur.dewww.bmu.dewww.bmwi.dewww.btme.dewww.buse.dewww.degefest.dewww.dehoga-bundesverband.dewww.dehogabw.dewww.destatis.dewww.destinet.dewww.destinet.dewww.ec.europa.euwww.epp.eurostat.ec.europa.euwww.faz.netwww.foerderdatenbank.dewww.gcb.dewww.germany.travelwww.g-klassifizierung.dewww.green-delicious.comwww.hotellerie.dewww.hotellerie.dewww.hotelsterne.dewww.imperium-konflikt-mythos.dewww.luebeckongress.dewww.osnabrueck.dewww.ostfriesischelandschaft.dewww.radissonblu.dewww.roessle-rechenberg.dewww.rp-online.dewww.schloss-schweinsburg.dewww.spiegel.dewww.tagungsharz.comwww.thueringen-tourismus.dewww.tipi-events.dewww.tourismus.saarland.dewww.vdr-service.dewww.zoodirektoren.deZurInformationsgewinnungwurdendarüber hinaus dieTagespresse und Fachzeitschriften genutzt.KartengrundlageGfK GeoMarketing127


Sparkassen-TourismusbarometerSaarland –Jahresbericht 2013ImpressumHerausgeber:SparkassenverbandSaaraarUrsulinenstraße 4666111SaarbrückenMinisteriumfür Wirtsrtschaftund Wissenschaftdes SaarlandesFranz-Josef-Röder-Straße1766119SaarbrückenProjektpartner:Ansprechpartner:rtner:TourismusZentraleSaatraleSaarlandGmbHrlandGmbHFranz-Josef-Röder-Straße1766119SaarbrückenDr.Christian MolitorTelefon (0681) 9340-140Telefax (0681) 9340-156E-Mail christian.molitor@svsaar.deInternet www.sparkassen-finanzgruppe-saar.deDr.RainerSchryenTelefon (0681) 501-4232Telefax (0681) 501-4293E-Mail r.schryen@wirtschaft.saarland.deInternet www.wirtschaft.saarland.deBirgit GrauvogelTelefon (0681) 927-2013Telefax (0681) 927-2040E-Mail grauvogel@tz-s.deInternet www.tourismus.saarland.deBearbeitung:dwif-Consulting GmbHdwif – Büro BerlinMarienstraße 19/2010117BerlinTelefon (030) 757949-0Telefax (030) 7516510E-Mail info-berlin@dwif.dedwif – Büro MünchenSonnenstraße 2780331MünchenTelefon (089) 2370289-0Telefax (089) 2370289-9E-Mail info@dwif.deInternet www.dwif.dedwif – Büro BadZwischenahnBahnhofstraße 2626160 BadZwischenahnTelefon (04403)6298-0Telefax (04403)6298-22E-Mail info-bz@dwif.deTitelbild:ld:Schutzgebühr:Bilddatenbankder TourismusZentrale Saarland20 EuroAlle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeinerForm(Druck, Fotokopie, Mikrofilmoder in irgendeinemanderenVerfahren) ohne schriftliche Genehmigung der Herausgeber reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systemeverarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.128


mit grenzenlosem Charme

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine