Ausgabe März 2013 - Wirtschaftsraum Bern

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Ausgabe März 2013 - Wirtschaftsraum Bern

INTERVIEW | KATHRIN AMACKERAttraktiver Arbeitgeberim gesellschaftlichen DialogVon Christian Bernhart,Journalist, BernAls Betrieb, der mehrheitlich dem Schweizervolk gehört, sollSwisscom die Öffentlichkeit authentisch, offen und transparentinformieren, sagt Kathrin Amacker, die als einzige Frauin der Geschäftsleitung von Swisscom die Unternehmenskommunikationleitet. Im Swisscom-Neubau in der Ey in Ittigenarbeiten ab Mitte 2014 in neu konzipierten Arbeitsplätzen1700 IT-Fachleute.Der Markt an IT-Fachpersonen ist ausgetrocknet.Ein Problem auch für Swisscom?Wir investieren viel, um bei den Studierendenattraktiv zu sein. Bei den Abgängern ausMathematik, Informatik, Naturwissenschaftund Technik, den sogenannten MINT-Fächerwerden wir denn auch als attraktive Arbeitgeberinwahrgenommen. Aber wie alleunternehmen haben wir gewisse Schwierigkeiten,besondere Spezialisten zu rekrutieren.Davon gibt es einfach zu wenige auf demMarkt – unabhängig, ob man in Bern, Zürichoder Genf sucht. Im Ingenieurbereich sindbei uns zurzeit rund 50 Stellen vakant.Kathrin Amacker, noch LeiterinUnternehmenskommunikation Swisscom.Sie sind zuständig für die Swisscom-Unternehmenskommunikation.Mit 20 000 Mitarbeitendenim Dialog zu stehen, ist wohl nicht einfach.Kathrin Amacker: Die Mitarbeitenden sollenvor allem die für sie relevanten Informationenerhalten und hier auch mitdiskutieren können.Deshalb ist bei uns das Intranet als sozialePlattform ausgestaltet: Es können Kommentareplatziert und ein Like-Button gedrücktwerden. So entstehen nicht selten intensivedigitale Dialoge. In den Eingangsbereichenunserer grossen Standorte stehen Grossbildschirme,hier lassen sich wichtige Themenund Informationen filmisch aufgreifen.Schliesslich wird unsere Mitarbeiterzeitschrift«Piazza» bewusst von Mitarbeitenden für Mitarbeitendegemacht. Das ist Kommunikationauf Augenhöhe, denn die Redakteure bestimmendie Themen selber. In der letztenNummer sah man beispielsweise unsereNetz-Kollegen für den Breitbandausbau indie Installationsschächte steigen.In der Öffentlichkeitsinformation gibt es sicherein paar Knacknüsse, da Swisscom als Regiebetriebsozusagen dem Volk gehört.Es ist sehr spannend, in einem Unternehmenzu arbeiten, das an der Schnittstelle zwischenPolitik und Wirtschaft wirkt. Wir gehören mitrund 57 Prozent Bundesbeteiligung massgeblichdem Volk und haben deshalb einebesondere Verantwortung gegenüber der Bevölkerung.Wir führen einen Dialog mit einergrösseren gesellschaftlichen Dimension alsandere börsenkotierte Unternehmen. Verständlichkeitund Glaubwürdigkeit spielendabei eine wichtige Rolle.Wie viele Mitarbeitende sind bei Swisscom inBern tätig und wie viele davon ziehen 2014 inden Swisscom-Neubau in der Ey in Ittigen ein?In Bern arbeiten rund 6000 Mitarbeitende, einGrossteil davon im Hauptsitz in Worblaufen.Im Neubau, der an der A1 im Rohbau sichtbarist, werden ab Mitte 2014 rund 1700 Mitarbeitendevor allem von Swisscom IT Servicestätig sein. Wir sind aber auch im Liebefeld,in der Innenstadt an der Genfergasse oderin Ostermundigen tätig. Insgesamt bietetSwisscom Arbeitsplätze in 25 Kantonen an.Der Neubau in der Ey entlang der Autobahnist ziemlich weg vom Schuss. Wird der Arbeitsortdennoch attraktiv sein?Ob man sich während der Arbeit wohlfühlt,hat vor allem auch mit der Gestaltung desGebäudes, mit der Lichtgebung und Farben,aber auch mit der Anordnung der Räumezu tun. Wir nutzen im neuen Businessparkneu artige Konzepte: grosszügige Räume,aber auch Rückzugsmöglichkeiten für Leute,wenn sie sich besonders konzentrierenwollen. Und es gibt loungeartige Ecken, woman sich zu Gesprächen trifft. Wir gestalteneine Atmosphäre, die einen nicht zwingt, von8 bis 17 Uhr fest an seinem Platz zu sitzen,sondern wo Austausch und Teamarbeit gefördertwerden.Ist die Arbeit ab und zu auch von zu Hausemöglich?Swisscom ist zusammen mit den SBB undMicrosoft Träger der Initiative Home OfficeDay. Swisscom bieten als Technologieunternehmengenau diese Kommunikationsmöglichkeitenan, die für ein solch virtuellesArbeiten nötig sind. Viele unserer Mitarbeitendennutzen denn auch die Möglichkeit,um selber mal von daheim aus zu arbeiten.Denn wenn wir etwas auf den Markt bringen,dann leben wir es auch selber vor.Swisscom ist also nicht mit Telefonie, Internetund TV gleichzusetzen?Unseren Jahresumsatz von rund 9 Mia. CHFin der Schweiz machen wir heute zu einemgrossen Teil mit Dienstleistungen, die es vor10 Jahren noch gar nicht gab. Das machtunsere Branche so interessant, sie ist unglaublichdynamisch. Besonders spannend ist derzeitdas Zusammenwachsen von Telekommunikationund IT. Aber auch in den BereichenGesundheit und Energie sehen wir für Swisscomin Zukunft gute Wachstumschancen.Ist Bern als Arbeitsstandort attraktiv?Ich meine, bei der Arbeitssuche steht für vieleeher die Ausstrahlung eines Unternehmensals der eigentliche Arbeitsort im Vordergrund.Bern ist eine politische Stadt, eine Behördenstadt,was durchaus seinen Charme hat. Wasich persönlich an Bern schätze, sind dievortrefflichen Restaurants und die Innenstadt,die touristisch sehr attraktiv ist. Undganz speziell mag ich das Warenhaus Loebmit einem Sortiment, das ich in keiner anderenStadt finde. Loeb beeindruckt mich zudemals innovatives Familienunternehmen.Und in Bern kann man dank der vielen Laubenauch im Regen ohne Schirm fast überalltrockenen Fusses hinkommen.Kathrin AmackerSeit Oktober 2010 leitet Kathrin Amacker(50) in der Geschäftsleitung von Swisscomdie Unternehmenskommunikation. Zuvorwar die doktorierte Pharmazeutin 20 Jahrelang zunächst bei Ciba-Geigy, danach beiNovartis, leitend in Produktion und Entwicklungund danach im Personal wesen tätig.Ähnlichkeiten bei beiden Unternehmenstellt Amacker in den stark regulierten Tätigkeitenfest. Sind es bei Novartis die strengenRegelungen bei der Durchführung vonklinischen Studien, so hat Swisscom die Vorgabenfür Bau und Betrieb der Netze zu befolgen.Kathrin Amacker wechselt im Laufedes Jahres 2013 zu den SchweizerischenBundesbahnen (SBB), Bern, wo sie neue LeiterinKommunikation und Public Affairs wird.


PublireportageWirtschaftsausblick 2013 – Dank Krisenbewältigungweiter auf Erholungskurs.Konrad Lüthy, UBS AGLeiter UnternehmenskundenRegion BernEntgegen dem alten Maya-Kalender ging die Welt 2012 nicht unter. Wirhaben das Jahr sogar gut überstanden: Die Aktienkurse stiegen erfreulich,die rekordtiefen Zinsen gaben nochmals nach und die Konjunktur hielt sichbesser, als von vielen erwartet.Die Hauptrolle im Jahr 2012 spielten die Notenbanken:Sie schöpften ihr Repertoire voll aus und entschärften dieFinanzkrise mit einer Reihe unkonventioneller Massnahmen.Die Europäische Zentralbank (EZB) verhinderte zunächst eineFinanzierungskrise der Banken und kündigte danach einumfassendes Rahmenwerk für den Kauf von Anleihen der inSchieflage geratenen Peripherieländer an. Die US-NotenbankFed leitete eine dritte Runde quantitativer Lockerungsmassnahmenein und die Bank of Japan weitete ihr Wertpapierkaufprogrammaus.Schweizer Wirtschaft widerstandsfähigSchweizer Firmen finden sich in einer härteren Wettbewerbssituation,denn ausländische Unternehmen können dank desstarken Frankens günstig in die Schweiz liefern. Trotzdemzeigte sich die Schweizer Wirtschaft erstaunlich robust.Einer der Schlüssel ist der Arbeitsmarkt: Seit der Finanzkriseentstanden netto über 100’000 Arbeitsstellen. Zudem ist dieSchweizer Wirtschaft nicht in eine Rezession abgerutscht,sondern überraschend stark gewachsen: Gemäss demStaatssekretariat für Wirtschaft (Seco) fiel 2012 das Wachstumdes Bruttoinlandprodukts (BIP) mit 1% klar positiv aus.Profitiert hat die Wirtschaft dabei vom nach wie vor starkenBinnenkonsum: Dieser ist für rund 60% der Wirtschaftsleistungverantwortlich. Besonders für Gesundheitspflegeund Telekomprodukte griffen die Konsumenten tiefer in dieTasche. Dagegen sanken, teils aufgrund tieferer Preise, dieAusgaben für Nahrungsmittel und Getränke, Bekleidung undSchuhe sowie für das Wohnen und den Verkehr.Wie sieht die Welt 2013 aus?Die Prognose von Konjunktur- und Finanzmarkttrends ist einschwieriges Unterfangen, wie der Physik-NobelpreisträgerNiels Bohr einst treffend formulierte: «Vorhersagen sindimmer schwierig – vor allem über die Zukunft.» Die Konjunkturwird weiterhin durch den langen Entschuldungszyklusgekennzeichnet bleiben. Wir gehen davon aus, dass sich dieWeltwirtschaft weiter leicht erholen wird und 2013 mit rund3% wachsen dürfte. Von diesem Wachstum sollte die Schweizüberproportional profitieren können.Die hauptsächlichen Quellen von Unsicherheit versiegen nunlangsam aber sicher. Die US-Wirtschaft lässt die Rezessionhinter sich, obwohl es ein langsamer Prozess ist. China scheintdie Talsohle durchschritten zu haben. Europa muss weiterseine Probleme lösen und wird wohl mit der Strategie des«Durchwurstelns» fortfahren. Das Wachstum 2013 wird dahervoraussichtlich nur knapp positiv ausfallen. Auch für 2013wird erwartet, dass die Euro-Franken-Untergrenze von 1,20hält: Die EZB-Ankündigung, notfalls unbegrenzt Staatsanleihenvon Krisenstaaten aufzukaufen, hat die Lage beruhigt.Seitdem muss auch die Schweizerische Nationalbank (SNB)nicht mehr so aktiv im Markt intervenieren und in den erstenWochen 2013 konnte auch schon eine gewisse Kurserholungbeobachtet werden.Von den globalen Entwicklungen bleibt auch die WirtschaftsregionBern nicht unberührt. Der von UBS Research entwickeltekantonale Wettbewerbsindikator zeigt, dass der KantonBern eine sehr breit diversifizierte Wirtschaftsstruktur aufweistund sich so Rückschläge in einzelnen Branchen oder internationalenAbsatzmärkten vergleichsweise gut wegsteckenlassen. Entwicklungspotenzial zeigen die Indikatoren iminterkantonalen Vergleich bei der Innovationskraft und demfinanzpolitischen Spielraum des Kantons. Insgesamt weistder Kanton Bern aber eine solide Wettbewerbsfähigkeit auf.UBS in der Region BernMit über 900 Mitarbeitenden und 45 Geschäftsstellenim Kanton Bern sind wir stark mit der Berner Wirtschaftverbunden. Unsere Ambition ist es, mit einer attraktivenPalette von Bankdienstleistungen und umfassender Beratungauch für KMU die Bank erster Wahl zu sein. Egal,ob es um Bankdienstleistungen des täglichen Bedarfs,langfristige Nachfolgelösungen oder komplexe Immobilienfinanzierungengeht: Unsere spezialisierten Beraterfür Unternehmenskunden sind im Kanton Bern an neunStandorten stets in Ihrer Nähe, um passende Lösungenfür Ihre anspruchsvollen Bedürfnisse zu finden.Frühstücksanlass mit Daniel Kalt,Chefökonom UBS Schweiz – Jetzt anmeldenAm 12. März präsentiert Daniel Kalt im Rahmen einesFrühstücksanlasses für KMU die aktuellen Einschätzungenzur globalen, nationalen und regionalenWirtschaftsentwicklung. Mitgliedervon Wirtschaftsraum Bern haben dieMöglichkeit, sich bis zum 4. März fürdiesen Anlass anzumelden. Detailszum Anlass und zur Anmeldung unterwww.wirtschaftsraum.bern.chUBS AGUnternehmenskunden Region Bern, Bärenplatz, 3011 BernKundenbetreuung KMU, Telefon 0844 853 002www.ubs.com/kmuWir werden nicht ruhen© UBS 2013. Alle Rechte vorbehalten.


Hintergrund | EntwicklungsschwerpunktIm ESP Wankdorf geht – nicht nur – die Post abWankdorf City mit S-Bahn-Station im Dezember 2012Der neue unterirdische WankdorfkreiselVon Ulrich Seewer undManuel Flückiger *«Entwicklungsschwerpunkt Wankdorf – Stadtraumin Bewegung», so lautet das Motto dergemeinsamen Planung von Kanton, Stadt,Ittigen, Ostermundigen, verschiedenen Grundeigentümernund Transportunternehmungen.Was das bedeutet, lässt sich mit eigenenAugen beobachten. Seit Dezember 2012 istder Wankdorfplatz als attraktives Eingangs torin Betrieb. Die verlängerte Tramlinie 9 schafftoptimale Umsteigebeziehungen zur Bahn.Gleich neben der S-Bahn-Station wachsen dieBürogebäude der Wankdorf City in die Höhe.Exemplarisch zeigt sich hier, wie Siedlung undVerkehr aufeinander abgestimmt und neueArbeitsplätze an gut durch den öffentlichenVerkehr erschlossenen Standorten angesiedeltwerden. Das ist auch das zentrale Ziel deskantonalen Programms der wirtschaftlichenEntwicklungsschwerpunkte (ESP).Wohnort und UnternehmensstandortDer ESP Wankdorf mit heute knapp 20 000Arbeitsplätzen verfügt über ausserordentlicheQualitäten als Unternehmensstandort. Dankseines attraktiven Umfelds ist das Wankdorfgebietgleichsam ein beliebter Wohnort.Bereits vor knapp zehn Jahren konnte mit derneuen S-Bahn-Station eine wichtige Vorinvestitionfür die heutige Entwicklung geleistetwerden. In einem gemeinsamen Prozess habenalle Beteiligten und Betroffenen ihre Entwicklungsvorstellungenim Richtplan ESP WankdorfSiedlung und Verkehr sind optimal aufeinander abgestimmt.Neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Der Entwicklungsschwerpunkt(ESP) Wankdorf ist ein erfolgreiches Projekt.unter einen Hut gebracht. Herausforderungwar es dabei, den Standort für Messen, Sport,Freizeit, Kongresse und Arbeitsplätze weiterzuentwickeln,ohne die bestehenden Wohngebietezu beeinträchtigen.Der Richtplan ist seit 2010 in Kraft und setztden Rahmen für die Zukunft. Die Entwicklungwird von einer gemeinsamen Projektorganisationbegleitet und im Rahmen eines regelmässigenControllings und Monitoringsbeobachtet.Ausbau VerkehrsinfrastrukturSeither geht die Post ab. Das Stade de Suisse,das Wankdorf Center, der Sitz von CSLBehring, die neuen Hauptsitze der Post undder SBB in der Wankdorf City, die Hochhäuservon Postfinance und Swisscom,verschiedene weiterführende Schulen, dieDruckerei Stämpfli und auch die geplantenBürogebäude für die Bundesverwaltung aufdem Areal des eidgenössischen Zeughauseszeigen die Dynamik des Raumes. Damit dasvorhandene Nutzungspotenzial auch wirklichausgeschöpft werden kann, laufen bereits diePlanungs arbeiten für einen weiteren Ausbauschrittder Verkehrsinfrastrukturen. DasGrossprojekt Tram Region Bern wird ebenfallseinen wichtigen Beitrag zu einem nochattraktiveren ESP Wankdorf leisten.www.wankdorf.infoEntwicklungssschwerpunkteWirtschaftsraum Bern (Auswahl)ESP StandortBernAusserholligenBernWankdorfBern BahnhofMasterplanMuriGümligenfeldOstermundigenBahnhofWorbWorbbodenZollikofen /MünchenbuchseeESP StandortgemeindeStadtkanzlei BernJunkerngasse 47Postfach, 3000 BernTel. 031 321 62 10Stadtkanzlei BernJunkerngasse 47Postfach, 3000 BernTel. 031 321 62 10BernIttigenOstermundigenGemeindeverwaltungMuri, Thunstr. 743074 Muri b. BernMuri GümligenfeldTel. 031 950 54 54GemeindeverwaltungOstermundigenSchiessplatzweg 13072 OstermundigenTel. 031 930 14 14GemeindeverwaltungWorb, Bärenplatz 1Postfach, 3076 WorbTel. 031 838 07 00GemeindeverwaltungZollikofen, Wahlackerstr. 253052 ZollikofenTel. 031 910 91 11*Ulrich Seewer, Projektkoordinator ESP Wankdorf,Bau-, Verkehrs und Energiedirektion des Kantons Bern, undManuel Flückiger, Projektassistent ESP Wankdorf,Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern


hintergrund | Wirtschaftsraum bernEin Tag im Wirtschaftsraum BernVon Katharina StampfliDer Umzug vom zentralen Waisenhausplatz in ein altehrwürdigesVerwaltungs gebäude an der Predigergasse ist vorbei. Die Mitarbeitendendes WIRTSCHAFTSRAUM BERN (WRB) haben sich inden neuen Räumlichkeiten gut eingelebt.Stehend von links: Daniel Hämmerli, Katharina Stampfli,Hans-Jürg Gerber, Federica CastellanoSitzend von links: Sascha Funk, Claudia VernocchiNicht auf dem Foto: Monique Malorgio, Magdalena JoaquinIm WRB arbeiten acht Personen, fünf Damenund drei Herren, die meisten davon Teilzeit.Das Arbeitspensum wird auf 6,1 Vollzeitarbeitsstellenverteilt. Seit einem Jahr leitetHans-Jürg Gerber den WRB und das erfahreneTeam. Ein wichtiger Teil des Tagesgeschäfts istder telefondienst. Die Anfragen werden entgegengenommenund zur Bearbeitung an dieFachspezialistInnen weitergeleitet. Unternehmen,Verbände und Privatpersonen schätzendie professionelle Beratung. Besonders ge -fragt sind freie Gewerbeimmobilien in derStadt oder in der Agglomeration Bern.GeschäftsstelleDer WRB hat zwei Hauptauftraggeber. Zumeinen die Stadt Bern, für welche der WRB diepolitischen Geschäfte mit Bezug zur Wirtschaftbearbeitet. Zum anderen die RegionalkonferenzBern-Mittelland. Hier führt der WRBim Mandat den Bereich Wirtschaft.Die SchwerpunkteAn diesem Vormittag wird im Sitzungs zimmerdie Umsetzung der Strategie 2020 vorbereitet.Die strategischen Ziele bilden die Grundlagefür den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzenund ein nachhaltiges Wachs tum inder Region. Schwerpunkte sind die regionaleWirtschafts entwicklung, Cleantech, Medtech,Konzerne mit Hauptsitz in Bern, strategischePartnerschaften und das Politzentrum.Im Raum daneben plant man die erfolgreicheVeranstaltungsreihe «Firmen stellen sich vor»für das Jahr 2013. Das Konzept der Reihe ist einfach:Ein Unternehmen aus dem WRB lädt zueinem Besuch, stellt sich vor, beantwortet Fragenund offeriert den Teilnehmenden einenNetzwerk-Apéro. Der WRB ist für Einladung,das Adressmanagement und die Gesamtkoordinationzuständig. Andere Anlässe beanspruchenauch Zeit: Einmal jährlich findet derWirtschaftsapéro statt. 2012 durfte der WRBim Schloss Köniz zu Gast sein. Erstmals habenSponsoren den Anlass unterstützt. Der WRBwirkte 2012 auch am Swiss Energy & ClimateSummit (SwissECS) mit. Der wichtige nationaleKlima-Treffpunkt zog während dreitagen auf dem Bundesplatz viel Publikum an.Das positive Echo in den Medien zeigt, dasssich Stadt und WRB als Standort für Veranstaltungenbestens bewähren.Zusammenarbeit mit PartnernUm die Mittagszeit trifft sich eine Arbeitsgruppeder Regionalkonferenz. Die nächstenSitzungen werden vorbereitet, die Aufgabenverteilt. Am Nachmittag sind andere Projektean der Reihe. Der WRB beteiligt sichbeispielsweise an laufenden Studien desVereins Hauptstadtregion, begleitet die Neugestaltungdes «Alten Gaswerkareals» Bernund ist Partner bei der Umsetzung vonFacts & FiguresKennzahlenFläche 947 km 2Ständige Wohnbevölkerung 2011 388 186Anzahl Erwerbstätige 2011 298 032Arbeitslosenquote Dezember 2012 2,3 % (Schweiz: 3,3 %)Bruottoinlandprodukt 2011Nettomietpreise Büroflächen 2. Quartal 2012 pro m 2 pro Jahr 200Firmengründungen 2012Ausgesuchte Aktivitäten WRBUnterstützung bei Standortanfragen 2012 116Firmenbesuche 2012 42Wirtschaftsanlässe 2012 15Teilnahmen an Messen 4«Skyvision», mit dem der Flughafen Bern unddie Fluggesellschaft Skywork national erfolgreichpositioniert werden sollen.Zudem sind die Kommunikationsmassnahmenfür die nächste Periode zu überprüfen.Die Kommunikation ist mit den Partnern abgestimmt,etwa mit der Wirtschaftsförderungdes Kantons Bern, Bern Tourismus oderden Wirtschaftsverbänden, und dient alseine Grund lage für die Sponsoringverträge.Der Arbeits ablauf im WRB ist teilweise schwerplanbar, da von aussen bestimmt, und aufgrunddes Zeitdrucks manchmal hektisch.Hier kommen die Stärken des Teams zumtragen: Ruhe bewahren, ganzheitlich denken,umfassend wirken, die Arbeit sinnvoll teilenund Prioritäten setzen.AbendeinsätzeOft sind die Mitarbeitenden des WRB bistief in den Abend hinein unterwegs. Sietreten an Netzwerkveranstaltungen in Bernund Umgebung auf, halten Vorträge undvertreten die Standortinteressen in politisch-wirtschaftlichenKreisen. Diese Investitionverstärkt die Zusammenarbeit undhat fruchtbare Partner schaften zur Folge. DerWRB will – heute und morgen – einen Beitragan die Standortattraktivität der Regionund günstige Rahmen bedingungen für dieunternehmen leisten und vermehrt darübersprechen.32 295 Mio. Franken1500 netto6 | 7


hintergrund | Wirtschaftsraum bernDer WIRTSCHAFTSRAUM BERN in KürzeVon Katharina StampfliLängst stehen Städte oder Kantone nicht Marke WIRTSCHAFTSRAUM BERN (WRB)mehr miteinander im Wettbewerb um die ein geführt. Der WIRTSCHAFTSRAUM BERNwirtschaftliche Attraktivität und Entwicklung, setzt sich für die Ansiedlung von Unternehmensondern die Regionen. 36 Gemeinden ausund die Schaffung und den Erhalt vonder Region Bern-Mittel land arbeiten im globalenArbeitsplätzen ein. Er erbringt Dienstleis-wirtschaftlichen Standortwettbewerb tungen für die 36 Gemeinden, die dafürzusammen. Als Grundlage für den wirkungsvolleneinen finanziellen Beitrag zahlen.gemeinsamen Auftritt wurde dieRegionalkonferenz Bern-Mittelland: PerimeterRegionalkonferenz Bern-Mittelland: PerimeterGolatenNeueneggWohlenFrauenkappelenSchwarzenburgRüscheggGemeindegrenzen (Stand 2013)© Amt für Geoinformation Kt. BernDie wichtigsten Dienstleistungen des WIRTSCHAFTSRAUM BERN` `Betrieb einer Kontakt- und Auskunftsstellefür Firmen, Organisationen undGemeinden` `Standortberatungen, -vermittlung` `Führen einer Firmen- und Grundstück -datenbank` `Interessenvertretung gegenüber derkantonalen Wirtschaftsförderung, inClusterorganisationen (IT-, Energie-,Medizinal- und Beratungscluster) undgegenüber anderen AnspruchsgruppenKönizBernOberbalmZuzwilScheunenMoossee-dorfMün-DiemerswibuchchenseeStettlenZollikofenBremgartenWiggiswilDeisswilUrtenen-SchönbühlWaldIttigenMattstettenMülchiLimpachSchalunenBolligenMuriBürenz. HofEtzelkofenFraubrunnenGrafenriedZauggenriedIffwilBelpJegenstorfMünchringenMünchenwilerClavaleyresGuggisbergRüeggisbergLaupenKriechenwilMühlebergFerenbalmGurbrüWileroltigenMeikirchKirchlindachRiggisbergKehrsatzOstermundigenAllmendingenMühlethurnenLohnstorfRümligenKirchenthurnenBäriswilMühledorfVechigenWorbWalkringenFreimettigenBiglenSchloss-GrosswihöchstettenHerb-BleikenligenKirchdorberligenBrenzi-KiekofenJa-OppsenNoflenKonolfingenMünsingenTägertschiHäutligenLandiswilRubigenWichtrachNiedermuhlernToffenGerzenseeGelterfingenKaufdorfOberdiessbachArniOberthalMirchelZäziwilNiederhünigenOberhünigenLindenBowil` `Information über wirtschaftsrelevanteThemen in der Region` `Kommunikation Standortqualitäten` `Durchführung von Netzwerk -veranstaltungen(siehe auch letzte Seite)In einer kürzlich durchgeführten Umfragebestätigten die Gemeinden den Nutzen diesesAngebots, das für ihr Standortmarketingunentbehrlich geworden ist.Teilkonferenz WirtschaftGemeindeEinw. gemässFILAG-Vollzug2012 *Allmendingen 502Belp 10 471Bern 125 577Bolligen 6 059Bremgarten b. Bern 4 136Frauenkappelen 1 268Guggisberg 1 593Ittigen 10 921Jegenstorf 4 662Kaufdorf 1 012Kehrsatz 3 944Kirchlindach 2 813Köniz 38 352Kriechenwil 407Laupen 2 808Meikirch 2 357Mühleberg 2 661Mülchi 234Münchenbuchsee 9 733Münsingen 11 380Muri b. Bern 12 381Ostermundigen 15 224Riggisberg 2 346Rubigen 2 850Rümligen 456Schalunen 381Schwarzenburg 6 682Stettlen 2 905Toffen 2 462Urtenen-Schönbühl 5 634Vechigen 4 624Wald BE 1 177Wohlen b. Bern 8 910Worb 11 263Zollikofen 9 731Zuzwil BE 560Total TK Wirtschaft 328 476Anzahl Gemeinden 36*Einwohner gemäss FILAG-Vollzug 2012: mittlere Wohnbevölkerungder letzten drei Jahre


Hintergrund | Standort-Qualitäten WirtschaftsRaum Bern``Hohe Lebensqualität```Tiefe Lebenskosten```Brückenfunktion``Vielfältiges Netzwerk````Im Herzen Europas````` Attraktives Naherholungsgebiet` Umfassendes Freizeit-, Sport- und Kulturangebot` Hochqualifizierte Arbeitskräfte` Konjunkturunabhängige Stabilität` Engmaschiges Verkehrsnetz` KMU-freundliches Umfeld` Attraktiver Standort für internationale Unternehmen` Reiches BildungsangebotDie Landeshauptstadt ist einzigartigIn der Schweiz gibt es zweiMetropolitanräume, abernur eine Hauptstadtregion.Und Bern gehört dazu.Einzigartig! Basel, Genf undZürich verfügen je übereinen internationalen Flughafen.Bern hat vier! Einen eigenen – klein undfür Privatjets daher attraktiv – und die dreia n deren sind in kaum mehr als einer Stundesehr gut erreichbar. Eine äusserst vernünftigeReisezeit, sagen alle Besucher aus ausländischenMetropolen. In Grossstädten wie Paris,London oder New York benötigen Sie gleichviel Zeit, um zum Flughafen zu gelangen.Keine andere Stadt kann so etwas bieten!In der Mitte der SchweizDer zentrale Standort ist hervorragend fürnational tätige Unternehmen. Egal, wohinman will, nach St. Gallen oder Genf, nachBasel oder Lugano, die Reisezeit ist im Verhältnisimmer adäquat. Bern liegt in der Mitte derSchweiz, einzigartig!Als Landeshauptstadt ist Bern internationalbekannt und geniesst einen sehr guten Ruf,auch wenn Bern kein Steuerparadies ist. Dasist für ausländische Unternehmen kein Nachteil,im Gegenteil: Wenn sie sich für den StandortSchweiz entscheiden, wollen sie sich imeigenen Land nicht dem Vorwurf aussetzen,sie würden aus Steuergründen die Heimatverlassen.WirtschaftsfreundlichGleichwohl ist Bern äusserst wirtschaftsfreundlich,die Behörden engagieren sichsehr für die Unternehmen. Und in Bern lebenqualifizierte Fachleute, welche mit unsererKultur der Mehrsprachigkeit, inklusive Englisch,aufgewachsen sind.Traumhafte LandschaftDie Landschaft rund um Bern ist traumhaftschön. Gleichzeitig sind Städte wie Bern, Bielund Thun dynamische Wirtschaftszentren.Sie bieten attraktiven Wohnraum zu vernünftigenPreisen, und obwohl Hauptstadt, istBern selbst eine grüne Oase. Vom Zentrumaus gelangt man in kürzester Zeit in attraktiveNaherholungsgebiete wie Gstaad, Interlakenoder das Emmental. Eine einmalige Lebensqualität,welche andere Regionen nicht mehrbieten können, weil sie total überbaut sindund im Verkehrschaos ersticken. Warumwohl können es die Berner etwas gemütlichernehmen und müssen nicht immer sopres sieren? Weil sie nahe am Arbeitsortwohnen können und nicht stundenlang imStau stecken!Eigene TrümpfeBern hat es nicht nötig, den Metropolitanräumennachzueifern. Bern hat seine eigeneneinmaligen Trümpfe. Wir müssen sie nurrichtig nutzen und ausspielen. Denn sie sindwirklich einzigartig!Etienne JornodExekutiver VerwaltungsratspräsidentGalenica Gruppe8 | 9


Ein Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Region BernCSL Behring AG ist ein erfolgreichesPharmaunternehmenim Berner Wankdorf.Die Gründung desStandortes Bern erfolgtebereits 1949 durch dasSchweizerische Rote Kreuz(SRK). Im Jahr 2000 übernahm das australischeBiopharmazieunternehmen CSL Ltd.die Arzneimittelproduktion des SRK (ZentrallaboratoriumBlutspendedienst) und sichertedamit das Fortbestehen des Standortes. DieBehörden haben bei dieser Übernahme einenwichtigen Beitrag geleistet. CSL wurde in Bernmit offenen Armen aufgenommen und vonBeginn an unterstützt.Über 300 Mio. investiertMehr als 300 Millionen Franken hat CSL seitherin Bern investiert und die weltweit grösstenund modernsten Produktionsanlagen für Immunglobulinegeschaffen. Diese Investitionensind ein Zeichen der Wachstumsstrategie derCSL-Gruppe. Für jedes Grossprojekt standenwir im internen Wettbewerb mit den Standortenin Deutschland, Australien und den USA.Dank der Unterstützung der Berner Regierungund der Wirtschaftsförderung, dem Dialogmit den Behörden und den günstigen Unternehmenssteuernkonnten wir diese Investitionennach Bern holen. 2009 haben wir einenstrategisch wichtigen Schritt vollzogen undmit unserem Nachbarn einen Baurechtsvertragabgeschlossen. Damit steht uns gleichnebenan ein grosses Grundstück zur Verfügung.Auf einem Teil davon haben wir bereitsdas neue Logistik- und Service-Center erbaut,welches vor Kurzem eingeweiht wurde. Wirmüssen dafür sorgen, dass wir auch inZukunft als Unternehmensstandort attraktivbleiben und die Produkte, die wir in Bernerforschen und entwickeln, auch in Bern produzierenkönnen.Mehr als 600 neue ArbeitsplätzeMit all diesen Massnahmen und Investitionenkonnten wir in den letzten zwölf Jahren mehrals 600 neue Arbeitsplätze schaffen und dieMitarbeiterzahl auf über 1100 verdoppeln.Kooperation mit Uni BernAbgesehen von der politischen Unterstützungprofitieren wir auch von der Nähe zu SchweizerHochschulen. Am engsten ist die Kooperationmit der Uni Bern, an der ich regelmässigVorlesungen halte. Darüber hinaus engagierenwir uns in zahlreichen wirtschaftlichen undbranchenspezifischen Gremien wie demMedical Cluster, dem Competence Centerfür Medical Technology, dem Arbeitgeberverband,dem Handels- und Industrievereinund der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft.Letztlich basiert der Erfolg des Unternehmensaber auf unseren Mitarbeitenden.Dialog ist wichtigWir haben uns immer wieder für den WirtschaftsstandortBern starkgemacht. Daswiderspiegelt sich auch in der Erweiterungunseres Lehrstellenangebotes. Wir bildenheute über 30 Lernende in 10 verschiedenenBerufen aus. Förderung junger Talente ist fürdie Wettbewerbsfähigkeit, das wirtschaftlicheWachstum und den Wohlstand unabdingbar.Die Investition in Bildung und Ausbildung, inForschungsprojekte sowie auch die Nutzungvon Synergien, der Technologietransfer undder Dialog zwischen Wirtschaft und Institutionensind dabei von zentraler Bedeutung.Sie sind unerlässlich für einen nachhaltigenErfolg des Wirtschaftsstandortes Bern.Uwe E. JochamDirektionspräsident – CSL Behring AG


hintergrund | bern und die schweizWie wir zu qualifiziertenLokalpatrioten wurdenVon Jürg Steiner, Stefan von BergenMarc Lüthi ist der wirtschaftlich erfolgreicheCEO, der den SC Bern als aggressive undambitionierte Gegenmarke zur betulichenVerwaltungsstadt Bern positioniert hat. Ineinem der vielen Gespräche, die wir in denletzten Jahren mit verschiedenen Persönlichkeitenüber Bern führten, sagte er: «Äs geit ja.Diese drei Worte drücken es aus. Zu lange istes einfach gegangen, deshalb zieht sich diesementale Ruheposition durch ganz Bern,natürlich auch in den SCB hinein. Man musswachsam sein und permanent daran arbeiten,dass diese bequeme Haltung nicht überhandnimmt.Es können andere Zeiten kommen,und da wäre man schlecht aufgestellt, wennman sich auf das verlässt, was immer war,und nicht auf die eigenen Kräfte.»An andere Zeiten und eigene Kräfte haben wiroft gedacht, als wir an unserem Buch «Wieviel Bern braucht die Schweiz?» schrieben.Wir hatten die Milliarde Franken vor Augen,die der Kanton Bern pro Jahr aus dem nationalenFinanzausgleich erhält. Das ist ein Zehnteldes kantonalen Budgets. Oder anders gesagt:Es ist ungefähr der Betrag, den Bern proJahr für die Löhne vonLehre rinnen und Lehrernaus gibt. So viel erarbeitetder Kanton Bern nicht auseigenen Kräften – was,wenn andere, schlechtere Zeiten kommen,und die Geberkantone nicht mehr in derLage sind, diese Solidaritätsmilliarde nachBern zu überweisen?Dann würde die Frage wohl nicht mehrlauten: Wie viel Bern braucht die Schweiz?Sondern eher: Wie viel Bern kann Bern sichselber noch leisten?Diese Abhängigkeit scheint uns besorgniserregend.Noch besorgniserregender aber ist,dass man sie gerne schönredet. Im Februar2008 publizierte Boris Zürcher, ehemaligerDirektor des WirtschaftsforschungsinstitutsBAK Basel Economics, damals Chefökonomdes liberalen Thinktanks Avenir Suisse, im«Zeitpunkt» der «Berner Zeitung» einen ökonomischenCheck-up des Kantons Bern, der indiesen zwei Sätzen gipfelte: «Solange dieGrundausrichtung und die Grundhaltung derWirtschaftspolitik nicht stimmen», schrieb er,«solange die urbanen, wertschöpfungsstarkenZentren im Kanton laufend durch die peri-pheren Regionen zurückgebunden werden,können im Staate Bern nirgends blühendeLandschaften entstehen. Ein Kanton, derdurch eine starke Alterung und einen Bevölkerungsschwundgeprägt ist, lädt nicht zuminvestieren ein.»Zürcher erntete viel Häme. Er rede Bernschlecht. Er verstärke ein wohlfeiles Bern-Bashing,das Zürcher Medien gerne betreiben.Jürg Steiner (links) und Stefan von BergenDie Arbeit am Buch «Wie viel Bernbraucht die Schweiz?» hat unserenBlick auf Bern verändert.Uns gab Zürchers BernerZustandsanalyse aber denFokus: Wir wollten Stadtund Kanton Bern unvoreingenommenin die Augen schauen, umbesser zu verstehen, was um uns herumpassiert. Wir versuchten es mit der Hartnäckigkeitdes historikers und der Ausdauerdes Langstreckenläufers: Bern von innen zuverstehen und gleichzeitig von aussen zubetrachten. Nach jahrelanger Spurensuchetrauten wir uns einen unbestechlichen Blickin Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftvon Stadt und Kanton Bern zu.Bern ist für uns nicht nur eine Stadt und einKanton, sondern auch eine mentale Haltung.Uns wurde, je länger wir uns kritisch mitBern beschäftigten, desto klarer, wie hartnäckigdie Bremsspur sein kann, die historischeEntwicklungen in die Berner Gegenwartziehen. Wir erkannten, wie aussergewöhnlichhart in Bern urbaner Aufbruch und ländlicheStagnation aufeinanderprallen. In den Köpfen,aber auch in der Realität. Das Bern, das kostet,umschlingt eng das Bern, das verdient. Landschaftlichein Schatz, wirtschaftlich eine Last.Wir realisierten aber auch: Anders als kleineSteuerparadiese wie Schwyz oder Zug kannBern keine kostspieligen Probleme über dieKantonsgrenze outsourcen. Anders als Zürichoder Genf kann Bern nicht einfach internationalenWachstumsimpulsen vertrauen. Bernmuss auf Eigenverantwortung setzen. Kanton,Stadt – wir alle.So gesehen ist Bern der spannendste Ort derSchweiz. Vielleicht auch der ehrlichste, weilhier Brüche zum Vorschein kommen, diea n derorts überdeckt werden können. Wirh a b e n uns die unvoreingenommene, unabhängigeOptik nie nehmen lassen. Das hatuns zu qualifizierten Lokalpatrioten gemacht.Einen Approach, den wir auch der Wirtschaftnur weiterempfehlen können.Das BuchDie AutorenDas Buch «Wie viel Bern braucht dieSchweiz?» komprimiert wissenschaftlicheErkenntnisse, politische Entwicklungenund journalistische Beobachtungen zueiner Berner Bewegungs studie auf dreiZeitebenen. Es analysiert im historischenKapitel, wie das einst dominante AlteBern wirtschaftlich den Anschluss verpassteund seine nationale Strahlkrafteinbüsste. Es leuchtet Berns labilenZustand in der Gegenwart der HauptstadtregionSchweiz aus. Und es malt inZukunftsszenarien aus, wo der KantonBern im Jahr 2040 stehen könnte.Die Autoren: Stefan von Bergen isthistoriker und Germanist und lebt mitseiner Familie in Bern, Jürg Steiner istGeograf und lebt mit seiner Familie inMittelhäusern. Sie arbeiten als Journalistenund verantworten seit 2001 gemeinsamdie Wochenend-Hintergrundseiten«Zeitpunkt» der «Berner Zeitung».Das Buch: Wie viel Bern brauchtdie Schweiz?Stefan von Bergen, Jürg SteinerStämpfli-Verlag3. Auflage, 160 SeitenCHF 39.–Auch als E-Book erhältlich.


Hintergrund| PorträtHotel Schweizerhof Bern – beliebtestesStadthotel der SchweizVon Anja UllmannNach mehrjähriger Schliessung wurde im Juni 2011 das HotelSchweizerhof Bern mit einem aufsehenerregenden «GrandOpening» glanzvoll wiedereröffnet. Praktisch über Nacht standdas Fünfsterne-Superior Hotel wieder im Zentrum des öffentlichenInteresses und musste sich von da an gegenüber etabliertenMitbewerbern neu behaupten und positionieren.Der Effort von General Manager MichaelThomann und seinem Team bleibt nichtunbemerkt: So wurde Thomann im Sommer2012 vom Wirtschaftsmagazin «Bilanz» zum«Hotelier des Jahres» gewählt. Eine grosseEhre für den leidenschaftlichen Hotelier undGastgeber, der sich mit Leib und Seeleseinem Beruf verschrieben hat.Kürzlich kürte die Reise-Website TripAdvisorden «Schweizerhof» zum beliebtesten Stadthotelder Schweiz.Doch auf den Lorbeeren ausruhen möchteman sich nicht: «Wir setzen uns stark für dieDestination Bern ein und sehen vor allem imSeminarbereich noch viel Potenzial», erklärtThomann. Mit dem Conference und BusinessCenter auf der Bel Etage habe vor allem auchdie Attraktivität der Hauptstadt für Kongresseund Seminare zugenommen.Hotel Schweizerhof Bern: 2012 wiedereröffnet.AnzeigeMAKING HISTORY.SINCE 1859.dIE pASSENdEN RäuMlICHKEITENfüR jEdEN ANlASS1 Ballsaal, 3 Salons, 7 Meeting Rooms auf 800m 2 Business & Convention Centerdas Banquet & Convention Team freut sich auf Ihren Anruf.Hotel Schweizerhof Bern AG, Bahnhofplatz 11, 3001 BernT +41 (0) 31 326 80 89, f +41 (0)31 326 80 93events@schweizerhof-bern.ch, www.schweizerhof-bern.ch12 | 13schweizerhof_ins_bernpunkt_185x125_25.indd 1 04.02.13 15:55


HinterGrund | Porträt von zwei neu angesiedelten UnternehmenNeu in Bern: Walgreens Boots AllianceGlobaler Sitz fürPharma-Joint-VentureVon Christian Bernhart, Journalist, BernWalgreens Boots Alliance Development GmbH, derZusammenschluss des amerikanisch-britischen Apotheker-Riesen, bewirt schaftet seit diesem Jahr den globalenMarkt von Bern aus. Walgreens Senior Vizepräsident JeffBerkowitz hat bereits den Sitz am Standort von Galenicaeingerichtet und die ersten Gespräche mit Pharmafirmengeführt. Zwischen Galenica und Boots bestehen engeVerbindungen auf Verwaltungs ratsebene.Bern beherbergt neu den weltweit wohl grössten Apotheker-Detaillisten. Laut Jeff Berkowitz, Senior Vizepräsident vonWalgreens, führt das 1901 gegründete Unternehmen in denUSA 8000 Apotheken und beschäftigt 250 000 Mitarbeitende.Die britische Alliance Boots ihrerseits ist bereits weltweit in25 Ländern mit 116 000 Mitarbeitenden in 3330 Läden tätig.Dass nun der Mitte letzten Jahres erfolgte Zusammenschlussvon Bern aus orchestriert wird, ist kein Zufall. Der ItalienerStefano Pessina, Miteigentümer von Boots, einer der viergrössten Aktionäre von Galenica, sitzt im Verwaltungsrat vonGalenica, während Galenica-Präsident Etienne Jornod seinerseitsim Boots-Verwaltungsrat Einsitz hat.Vorerst besitzt Walgreens 45 % der Anteile an Boots, mit derOption, mit Boots in den kommenden Jahren voll zu fusionieren.«Im heutigen globalen Markt wollen wir von Bern aus auchein Global Player werden», begründet Berkowitz gegenüberBERNpunkt die Verlegung des Hauptsitzes. Bereits sind 15Mitarbeitende in Bern tätig. Je nachdem, wie sich der Marktentwickelt, werden es bald 30, 50 oder gar 100 Leute sein,mutmasst Berkowitz, der nun für die kommenden Jahre mitseiner Familie, Frau und drei Kinder, nach Bern umgezogen ist.Als global geführtes Unternehmen, meint Berkowitz, könneWalgreens Boots Alliance Pharmaunternehmen wie Novartisoder Roche bei der Betreuung von klinischen Studien zurEinführung neuer Medikamente, Verteilung, Compliance undanderen Dingen Unterstützung bieten. Jedoch hege mannicht die Absicht, in der Schweiz mit Apotheken von Galenicazu konkurrieren.Neu in Bern: LongchampTopmodischer Brandin BernVon Christian Bernhart, Journalist, BernVon Paris aus hat sich Longchamp mit Leder-Accessoiresund insbesondere mit Pliage-Damentaschen weltweiteinen Namen geschaffen. Die Kunden in der Schweiz undin Österreich werden mit Erfolg seit zwei Jahren von Bernaus betreut. Die zentrale, bilingue Lage hat LongchampLänderchef Marcel Bögli nach Bern gelockt. Von hier aushat er den Umsatz mit den federleichten und robustenTaschen bereits verdoppelt.Longchamp, das ist die Erfolgsgeschichte der Pariser FamilieCassegrain. 1948 als Tabakgeschäft «Au Sultan» gegründet,wusste Jean Cassegrain alsbald die kreativen Köpfe der französischenMetropole für die Gestaltung von Leder-Accessoiresund Damentaschen zu gewinnen.Berühmter Kunde von einst war Elvis Presley. Heute, in der drittenGeneration, gestaltet Kate Moss die trendigen Damentaschenmit. Deren modische Merkmale sind durchaus auchpraktischer Natur: Taschen der Pliage-Linie besitzen: Le poisd’une plume avec la robustesse d’un sac. Und sind deshalbauch in der Schweiz populär.Von Bern aus hat seit 2011 Marcel Bögli als Länderchef für dieSchweiz und Österreich die Marke aufgebaut. «Die zentraleLage war als Standort ausschlaggebend», begründet Bögliseinen Entscheid, und: «Hier habe ich auch sofort Fachleutegefunden, die bilingue sind.» Französisch ist ein Muss, sagtder Longchamp-Chef, der im Berner Jura aufgewachsen istund es schätzt, dass er vom Belpmoos aus Paris und Wiendirekt anfliegen kann.Longchamp findet man auch in Bern bei Ciolina und bei LederwarenZimmermann am Theaterplatz vis-à-vis des Zytglogge-Turms. Für Longchamp wirbeln 30 Mitarbeit ende in derSchweiz, neben Bern in Zürich, Lausanne und Genf.


Interview | ueli winzenriedKlimathemen auf derAgenda haltenVon Christian Bernhart, Journalist, BernDen dreitägtigen Swiss Energy and ClimateSummit haben Sie und die GVB 2012 prominentauf dem Berner Bundesplatz durchgeführtund dabei die Führungskräfte auf wichtigeKlimaanliegen eingeschworen. War ihre ehemaligeTätigkeit als Direktor von RocheDiagnostics in Basel zur Einschätzung desbedrohlichen Klimawandels hilfreich?Ueli Winzenried: Die Arbeit hat mir insoferngeholfen, als dass sie meinen Blick auf internationaleZusammenhänge geschärft hat.Wie bei kaum einer anderen Problematikwird uns in der Klimafrage erst nach einerglobalen Betrachtung klar, wie dringendnötig auch lokales Handeln ist. Im letztenUNO-Umweltbericht ist nachzulesen, dassdie derzeit beobachteten Umweltveränderungenin der Geschichte der Menschheitbeispiellos sind. Ohne weitere Ressourceneffizienz-oder Klimaschutzmassnahmen entstündenunum kehrbare Schäden an denglobalen Öko systemen. Bei solchen Erkenntnissenwird klar: Es braucht den Einsatzjedes Einzelnen, um eine Katastrophe zuverhindern.Vorteil. Viele Politiker und Behörden-Mitarbeiterund -Mitarbeiterinnen sind bei unsvorbeigekommen, haben Ideen und Visionenmitgenommen und werden sie in ihreArbeit einfliessen lassen. Davon bin ich überzeugt.Aber man muss auch realistisch sein:Verbindliche, globale Rahmenbedingungenfür eine Grüne Wirtschaft werden wir unshart erkämpfen müssen.Wo sehen Sie Ansätze, dass die Vorschläge,Reden und Appelle, die an diesem Klima-Eventauf dem Bundesplatz gehalten wurden, nichtnur Lippenbekenntnisse bleiben?In den vielen konkreten Projekten, die beiuns vorgestellt wurden. Nehmen Sie den jungenFelix Finkbeiner und sein Projekt «Plantfor-the-Planet»(www.plant-for-the-planet.org,die Red.). Für eine möglichst umfassendeCO 2 -Kompensation will er auf der ganzenWelt Bäume pflanzen lassen. Bei uns hat ereine gute Plattform für seine Ideen gefunden,bis jetzt wurden weltweit knapp 15 Mia. Bäumegepflanzt. Das ist eindrücklich. Genausowie der Biotreibstoff, der aus Algen hergestelltwird, oder eine Lithium-Luft-Batterie,die Elektroautos eine Reichweite von bis zu800 Kilometern ermöglichen soll. Auch überdiese beiden Projekte konnte man bei unsmehr erfahren. Das zeigt: Es gibt viele innovativeWissenschaftlerinnen und Ingenieure,die umweltfreundliche Produkte und Verfahrenentwickeln. Es tut sich was!Gibt es dieses Jahr eine Neuauflage des SwissEnergy and Climate Summit am selben Ort?Wir hatten rund 1100 Teilnehmerinnen undTeilnehmer, die in den Genuss von wegweisendenReden und engagierten Diskussionenkamen. 900 Personen besuchten zudem dieEnergie-Ausstellung mit konkreten Umweltprojekten.Zahlreiche Medien – darunter dasSchweizer Fernsehen – berichteten prominentüber den Anlass. Wir haben Spuren hinterlassen.Dieser grosse Erfolg ist Ansporn undVerpflichtung für eine Neuauflage. DerSwissECS 2013 wird im September wiederauf dem Bundesplatz stattfinden.Wie werten Sie für den Anlass den Return onInvestment bei einem Budget von 1,5 Mio.Franken?Der GVB geht es in erster Linie darum,Wissen schaftler, Politiker, Wirtschaftsvertreterund die Bevölkerung zusammenzubringen.Wir wollen den Dialog fördern, insbesondereauch junge Leute für die ThemenEnergie, Klima und Nachhaltigkeit sensibilisieren.Beim ersten SwissECS ist uns dasgelungen. Mit dem Return on Investmentsind wir also sehr zufrieden. Ich kann Ihnenaber auch sagen, dass das Budget von 1,5 MillionenFranken vollständig durch SponsorenundTeilnehmerbeiträge gedeckt war. Wirhaben uns also auf keine finanziellen Abenteuereingelassen.Wie reagierten Sie auf kritische Stimmen,welche die Präsenz von Ex-BundeskanzlerGerhard Schröder als jetzigem Makler derrussischen Erdgasindustrie anprangerten?Ich masse mir nicht an, die Mandate vonGerhard Schröder zu beurteilen. Trotzdemhalte ich seinen Hinweis, wonach Kohle undErdgas angesichts der Atomausstiegsszenarienauf Jahrzehnte hinaus eine wichtige Rollespielen werden, durchaus für bedenkenswert.Er hat bei uns eine kompetente, unterhaltsameund viel beachtete Rede gehalten.Man kann mit ihm einverstanden sein odernicht, kalt lässt er sicher niemanden. Nachsolchen Kriterien wählen wir unsere Referentenaus.Swiss Energy and Climate Summit 2013Ueli Winzenried, Vorsitzender der Geschäftsleitung derGebäudeversicherung Bern (GVB) und Präsident desSwissECSBietet Bern einen fruchtbaren Boden für dieLancierung von Klimaanliegen, für die heutenoch die griffigen Vorschriften fehlen?Dass unsere Veranstaltung während derHerbstsession der Eidgenössischen Räte aufdem Berner Bundesplatz stattfand, war fürihre Wirkung und Ausstrahlung sicher einAm 11. und 12. September 2013 findet auf demBundesplatz in Bern der zweite Swiss Energyand Climate Summit statt. An der nationalführenden Energie- und Klimakonferenz werdenaktuelle Themen rund um den Klimaschutzund Energiefragen diskutiert. Rund1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausder ganzen Schweiz werden erwartet.Public ViewingDie Konferenz wird 2013 live auf einer Grossleinwandverfolgt werden können. Neben aktuellenReferaten, Podiumsdiskussionen undStreitgesprächen zur Energie- und Klimaproblematikwird die Bevölkerung auf dem Bundesplatzzum Thema sensibilisiert werden.Der SwissECS ist eine Weiterentwicklung desNationalen Klimaforums, das von der GebäudeversicherungBern (GVB) initiiert und von2007 bis 2011 in Thun durchgeführt wurde.Detaillierte Programminformationen erhaltenSie ab dem 1. Juni 2013 unterwww.swissECS.chKontakt: info@swissecs.ch14 | 15


Welche klimatechnischen Massnahmen solltebesonders die Berner Wirtschaft unternehmen,um gleichzeitig konkurrenzfähig zu bleiben?Ich glaube nicht, dass es ein Rezept speziellfür die Berner Wirtschaft gibt. Mit der«Grünen Wirtschaft» entsteht derzeit eindurchaus vielversprechender Wirtschaftszweig,dessen Marktvolumen schon heutebeachtlich ist. Sie setzt auf die Entwicklungvon ressourceneffizienten, sauberen Technologienund Dienstleistungen. In diesemBereich hat die Schweiz als WissenschaftsundTechnologiestandort grosses Potenzial– das gilt gerade auch für den Kanton Bern.Zudem: Im Rahmen der Grünen Wirtschaftwerden inter national verbindliche Regelnangestrebt. Dazu gehört zum Beispiel, dasskonsequent die sauberen und nicht die wenigersauberen Produkte und Dienstleistungenbelohnt werden. Dass sich Konsumentenbei gleichwertigen Produkten bewusstentscheiden können. Dass sie wissen, welchesProdukt weniger Ressourcen verbraucht unddadurch die Umwelt weniger belastet. Undzwar auf seinem gesamten Lebensweg: vonder Rohstoffgewinnung über die Herstellungund Nutzung bis zu seiner Entsorgung. Ausmeiner Sicht werden sich solche Produkte inZukunft durchsetzen – in der für ökologischeAnliegen offenen Schweiz vielleicht sogarschneller als anderswo. Daran müssen sichUnternehmen und Behörden orientieren.eventsUBS Frühstücks-AnlassWirtschaftsausblick 2013mit Daniel KaltWelche Trends und Entwicklungen werden2013 die Finanzwelt bewegen? Welches sinddie Perspektiven für die Schweizer und dieBerner Wirtschaft, und wie ist die Wettbewerbsfähigkeitdes Kantons Bern im Vergleichzur übrigen Schweiz zu beurteilen?Auf all diese und andere Fragen wirdDr. Daniel Kalt, Chefökonom UBS Schweiz,am tradi tionellen Frühstücksanlass für KMUim Kursaal Bern eingehen:«Wirtschaftsausblick 2013» findet am Dienstag,12. März 2013, statt und dauert von 7.00bis ca. 8.30 Uhr.Anmeldung sowie weitere Details zum Anlassunter www.wirtschaftsraumbern.chAnzeigepräsentiertBPM 1Freitag, 7. Juni 2013, 19.00Stade de Suisse BernSonntag, 30. Juni 2013, 18.00Stade de Suisse Bernwww.goodnews.ch0900 800 800CHF 1.19/min., FestnetztarifMegastars in BernDepeche Mode und Bon Jovi gehören seit mehr als drei Jahrzehnten zuden absoluten Megastars der internationalen Popszene. Mit ihrenbrillanten Kompositionen fesseln sie von Album zu Album mehr Menschenund schreiben Hits für die Ewigkeit. Depeche Mode kommen imRahmen ihrer Tournee am 7. Juni 2013 ins Stade de Suisse nach Bern.Bon Jovi rockt gut drei Wochen später, am Sonntag, 30. Juni 2013, dieBühne in Bern.Mit dem Champions Lounge Package geniessen Sie die Konzerte nichtnur von den besten Sitzplätzen aus, sondern profitieren von einemreservierten Parkplatz und separatem Eingang, und werden mitKöstlichkeiten vom reichhaltigen Buffet und Getränken à discrétionverwöhnt.Infos unter www.em-marketing.ch


hintergrund | PolitzentrumDie politische Drehscheibeder SchweizVon Sascha FunkDie Stadt Bern ist der Sitz der eidgenössischen,der kantonalen sowie der städtischen Regierungen.Bern ist daher der ideale Standort, umdie Nähe zur schweizerischen Politik und zuden grossen Verwaltungszentren zu nutzen.Wichtige Bundesämter, nationale und internationaleOrganisationen sowie diplomatischeVertretungen sind hier zu Hause. Bern alsPolitzentrum bringt ansässigen Unter nehmen,Verbänden, Organisationen und Institutionenviele standortspezifische Vorteile.Zentraler Standort für VerbändeModerne Staaten sind auf ein effizient funktionierendespolitisches Zentrum angewiesen.Hier werden Zukunftsperspektiven erarbeitetund die Grundlagen für die soziale, ökonomischeund ökologische Entwicklung eines Landesgeschaffen. Bern erfüllt diese Funktion seitGründung des Bundesstaates und nimmt alsSitz von Regierung, Parlament und Verwaltungund als Standort zahlreicher öffentlich-rechtlicherAnstalten und Service-public-Unternehmeneine Sonderstellung ein. So hat sich Bernals politischer Kristallisationspunkt der nationalenPolitik zu einem zentralen Standort fürVerbände entwickelt.Ein einmaliges KapitalDie einmalige Position ist das Kapital und daswirtschaftliche Potenzial Berns, weil die Nähezu Behörden und zum öffentlichen Sektor dieEtablierung politiknaher Branchen in denBereichen Kommunikation, Beratung, Bildung,Verkehr und Medizin ermöglicht und fördert.Der Wirtschaftsraum Bern mit der Hauptstadt der Schweizin seiner Mitte befindet sich im Herzen der Schweiz. Er ist dabeiwichtigster und emotionalster Treffpunkt der Schweiz. DasPOLITZENTRUM trägt dazu bei, das Image von Bern zu stärken.Das POLITZENTRUM BERN stärkt das ImageBerns als das politische Herz der Schweiz undhilft mit, die wirtschaftlichen Chancen wahrzunehmen,welche sich aus der Hauptstadtfunktionergeben. Damit einher geht eine regionaleBetrachtungsweise über die Grenzen des WirtschaftsraumsBern hinaus. Eine konstruktiveZusammenarbeit mit den Akteuren des VereinsHauptstadtregion ist zentral.Eine starke HauptstadtregionDie Schweiz ist auf eine funktionierende, starkeHauptstadtregion angewiesen. Deshalb gründetenim Dezember 2010 die Kantone Bern,Neuenburg, Fribourg, Solothurn und Wallissowie zahlreiche ihrer Städte, Gemeinden undRegionalorganisationen den Verein HauptstadtregionSchweiz. Mit themen- und projektbezogenerZusammenarbeit stärkt der Vereindie einzigartige Position der Hauptstadtregionals politische Drehscheibe der Schweiz. DieGrossregion um die Bundesstadt wurde dennauch vom Bund in seinem Raumkonzeptals gleichwertig mit den WirtschaftsräumenZürich, Basel und Genf/Lausanne anerkannt.Die Region hat als politisches Zentrum derSchweiz eine zentrale Bedeutung für alle Regionen:Ein gut funktionierendes politischesZentrum ist unabdingbar für den wirtschaftlichenErfolg jedes Landes. Es braucht einenOrt, wo die Strategien für das Land ausgehandeltund der Zusammenhalt innerhalb desLandes gepflegt werden, wo die Vernetzungzwischen Politik und Ökonomie stattfindetund der öffentliche Diskurs organisiert wird.Davon profitieren ganz besonders auch dieanderen Wirtschaftszentren, denn sie sind aufstabile Rahmenbedingungen angewiesen.Zur Stärkung des Netzwerkes POLITZENTRUMBERN werden die Kontakte zu ansässigenVerbänden, Organisationen, Institutionen undUnternehmen gepflegt und laufend ausgebaut.Dieses Netzwerk wird u.a. zur Unterstützungder Ansiedlung von neuen Verbänden,Organisationen, Institutionen und Unternehmeneingesetzt. Neben der Pflege und Akquisitionliegt ein Fokus des POLITZENTRUMBERN auf der Stärkung Berns als Zentrum derinnenpolitischen Berichterstattung.Seit 2012 verfügt Bern über ein «Haus der Verbände»,welches an einer Toplage im Herzenvon Bern seine Verbands- und Kommunikationsdienstleistungenwie auch seine moderneInfrastruktur anbietet.Vergangenes Jahr wurde eine weitere Initiativeergriffen, um den Polit- und WirtschaftsstandortBern zu stärken: Rund ein Dutzend BernerUnternehmer haben die Initiative «Fokus Bern»ins Leben gerufen. «Fokus Bern» will bei tatsächlichenSchwächen des WirtschaftsstandortsBern ansetzen und diesen mit konkretenTeilprojekten in den Bereichen Wirtschaft,Gesellschaft und Kultur entgegenwirken. Zielist es, dass der Kanton objektiv und nicht aufgrundvon Klischees bewertet wird.Die Berner Unternehmer sind überzeugt vomPotenzial, der wirtschaftlichen Vielfalt sowieder sprachlichen, politischen und medialenZentrumsfunktion des Kantons. Zudem solldie hohe Lebensqualität als Standortfaktor insZentrum des Bewusstseins gerückt werden.Die Initianten des Vorstosses wollen gemeinsamEnergien freisetzen, um den Kanton vorwärtszubringen.«Bern ist ein Kanton mit Unternehmergeist.Dank seiner Vielfalt sind wir für die Zukunft gutgerüstet. Es geht nun darum, die vorhandenenStärken gezielt zu bündeln und weiter zufördern», so Gründungsmitglied Peter Stämpfli.«Club Politique» in BernIn naher Zukunft soll mit dem «Club Politique»eine weitere Plattform entstehen, welche alleAkteure, die sich im Politumfeld Bern (Parlament,Verwaltung, Medien, Verbände, Beratungusw.) bewegen, anspricht. Auf Club basiswird Mitgliedern ein exklusiver Treffpunkt mitNiveau für einen regelmässigen Austauschund die Vermittlung von Informationen undIdeen ermöglicht.16 | 17


hintergrund | NETZWERKTipps und Angeboteauf dem ServiertablettZentraler StandortFür Peter Dettwiler bot sich der zentraleStandort im Wankdorf an, weil er für die Lancierungvon Svela, einer Genussmanufakturmit auserlesenen Gewürzen und Teesorten,keine hohen Depotkosten für Lagerräumeleisten wollte. Als umgestiegener UBS-Managerwill er sein neues Unternehmen schlankorganisieren, denn: «Wir produzieren möglichstfrisch mit Produkten, die nur zweiWochen am Lager sind.» Hofläden in Bauernhöfender Region, Reformhäuser und Drogeriensind neben Online-Bestellern festeKunden. Auf Ostern eröffnet Svela nun imDorfzentrum von Lenk das erste Ladenlokal.Von Christian Bernhart,Journalist, BernDie Stadt Bern, Zentrum des grösstenIndustrie kantons, gleichzeitig als Hauptstadtdas politische Zentrum der Schweiz, bietetfolgerichtig auch beste Kontakte für Unternehmen,die ihre Anliegen in politischen,technischen, aber auch wirtschaftlichen Belangendurchbringen wollen. Zur etabliertenund deshalb allseits bekannten Kontaktstellezählt sicher der Handels- und Industrieverein(HIV) mit rund 3600 Mitgliedern. Zu denKontakten für Leute, die mit ihren neuen Ideenden Durchbruch suchen, ist InnoBE, jeneStelle, die kräftig dafür schaut, dass Innovationennicht nur ideell, sondern auch wirtschaftlichauf solidem Fundament gedeihen.Ihr Mandat führt InnoBE im Leistungsauftragder kanton alen Wirtschaftsförderung durch,getragen von den Berner Hochschulen undder Wirtschaft, wozu auch der HIV, dieBerner KMU oder Die Mobiliar zählen.Initiativen gestartetUnd wo holt sich Bern heute am vielversprechendstendie Innovationskraft? «Sicherauch bei den beiden Hochschulen, der Universitätund der Fachhochschule», urteiltPeter Michel, InnoBE-Geschäftsführer. Umdieses Potenzial besser zu nutzen, wurdenunlängst weitere Initiativen gestartet. Unterder Leitung von Professor Arthur Baldauf amInstitut für Marketing und Unternehmensführungder Universität Bern startete letztesJahr der Berner Business Plan Wettbewerb.Deren Teilnehmer werden im März ausgezeichnet,mit dem Ziel, möglichst vielenideenträgern ein wirtschaftliches Standbeinzu ermöglichen. Zweite Initiative ist dasBasecamp4HighTech, wo ausgewählte Hightech-Jungunternehmergecoacht und mitRisiko kapital ausgestattet flügge werdensollen.Netzwerk nutzenDas Netzwerk und den Standort von InnoBEim Wankdorf zu nutzen, ist beispielsweiseDavid Studer bestens gelungen. «Hier triffstdu andere Jungunternehmer, die sich mitähnlichen Problemen beim Aufbau einerFirma herumschlagen», sagt der Sensorik-Entwickler, der mit Xovis innert drei JahrenWer es zu nutzen weiss, dem bietet Bern in Netzwerken ein reichesAngebot für versierte Unternehmen oder Start-ups, für Universitäts-oder Fachhochschulabgänger, aber auch für Neuzuzüger oderAlteingesessene. Die Netzwerke heissen InnoBe, das Haus derVerbände oder HIV. Und die Initiativen heissen Berner BusinessPlan Wettbewerb, Basecamp4HighTech oder Fokus Bern.den Durchbruch schaffte. Neben Zürichrüstet Xovis nun auch die Flughäfen vonFrankfurt, Stuttgart und München aus. AufVideotechnik basierend, datieren dieseSensoren den Personenfluss in Gewährungder Anonymität auf und ermöglichen so bessereAbläufe. «Statt in China, wie Apple estut, produzieren wir aber unsere Sensorik inder Schweiz bei Zulieferern in den KantonenBern und Aargau», sagt David Studer, dersein Wissen als ETH-Ingenieur mit demKnow-how seines Bruders Christian koppelte,der einst in der Flughafenbranche tätig war.Cluster – die erfolgreichen NetzwerkeDer Austausch unter Fachleuten für gemeinsameZiele oder zur Verfolgung fachlicherStrategien und Interessen hat in Bern früh zuClustern geführt. Den Pioniervorstoss in dieserHinsicht initiierte Haag-Streit-CEO WalterInäbnit, als er 1997 die Bedeutung des Medizinal-,Technologie- und WissenschaftsstandortsBern erkannte und den Medizin-ClusterBern gründete.Seither sind Cluster zum Bestandteil vonBerns Wirtschaftspolitik geworden. WeitereBerufszweige fingen an, ihre gemeinsamenInteressen in Clustern zu vertiefen. In Bernschlossen sich Juristen und Advokaten zumConsulting Cluster zusammen, die Informatikerund die Telekommunikation vereinigtensich im ICT-Cluster. Und die Branche der erneuerbarenEnergien hat sich im Energie-Cluster gefunden, der über Bern hinausschweizweit vernetzt ist. Ebenso eineHaus der VerbändeVon Hightech bis zum Detailhandel bietetBern also beste Kontakte. Und darüber hinausist Bern als Hauptstadt mit den in Kommissionenoder im Parlament nahezu permanenttagenden Eidgenössischen Rätenbester Standort, um neuen Produkten undDienstleistungen auf politischer Ebene denWeg zu öffnen oder freizuhalten: eine Aufgabeder Verbände. Dazu hat nun seit diesemMonat an zentraler Loeb-Lage an der Schauplatzstrasse39 das Haus der Verbände seineTore geöffnet. Auf drei Gebieten offeriertdieses Haus starke Unterstützung. MitinitiantMichel Geelhaar: «Wir verfügen über einexzellentes Netzwerk zur eidgenössischenPolitszene, offerieren Verbänden zentraleinfrastruktur und konkrete Beratung für ihreAnliegen.»Ziel des Hauses ist es, so Geelhaar, in Zusammenarbeitmit dem WirtschaftsraumBern weitere Verbände für den zentralenStandort Bern zu gewinnen. Schliesslich istim selben Haus auch die initiative Fokus Berndomiziliert. Auf Anregung von Peter Stämpflivom gleichnamigen Publikationshaus arbeiten16 Berner Unternehmen zusammen, umBern weiter zum Wirtschaftsstandort mithoher Lebensqualität erstarken zu lassen.schweizweite Ausstrahlung hat heute derMedizin-Cluster, der seit 2007, zehn Jahrenach der Gründung, als Medical Cluster auftritt.Im selben Bereich hat sich die StiftungCompetence Center of Medical Technologyetabliert, mit dem Ziel, die Forschung undEnt wicklung neuer Medizintechniken mitherstellern auf diesem Gebiet gezielt zu verknüpfen.Zu diesen Clustern die alle in Berndomiziliert sind, gesellen sich der Präzisions-Cluster, der in Biel die Präzisions- und Mikrotechnikvertritt, sowie der Design Cluster, derin Langenthal die Designer und Möbelherstellervereint, den Design Preis Schweiz und denDesigners Saturday organisiert. Mit Events,Firmenbesuchen oder Auftritten an Messenbildet jeder Cluster ein wichtiges Netzwerk,dient auch als Sprachrohr der einzelnen Branchenund wird von der WirtschaftsförderungBern unterstützt.


statements | umfrageWie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit demWirtschaftsraum Bern?«Der gemeinsame Auftritt unter der MarkeBERN verbindet uns und hat positiveAuswirkungen: Der Dialog wurde verstärktund die Synergienutzung gefördert.»Michel Geelhaar, Haus der Verbände«Vernetzung ist die Voraussetzung für einefunktionierende Zusammenarbeit – derWirtschaftsRAUM Bern schafft diesbezüglichideale Rahmenbedingungen.»Thomas Lüthi, Vizedirektor Bern Tourismus«Die Diskussionsreihe ‹Der Bund imGespräch› ist eine erfolgreiche Partnerschaftmit dem Wirtschaftsraum BERN: EinePlattform für die Öffentlichkeit, die 2012über 600 Personen ins Berner Kornhausforumzog.»André Béchir, Gründer Good News«Bern liegt für uns als Veranstaltungsortsehr zentral und für die Besucherinnenund Besucher ideal gelegen. Das Stade deSuisse in nächster Nähe zum BahnhofWankdorf und mit genügend Parkplätzenim Umfeld macht das Stadion zu einerhervorragenden Event-Location.»Sandra Locher, Leiterin Marketing und Kommunikation Espace Media AG«SkyWork Airlines verbindet Bern mit dengrössten Metropolen Europas, deswegenist auch die Zusammenarbeit mit demWirtschaftsraum Bern von grosser Wichtigkeitfür den Flughafenstandort Bern.»«Der Swiss Venture Club hat seine Wurzelnin der Berner KMU-Wirtschaft. Er bleibtdeshalb diesem Netzwerk und demWirtschaftsraum Bern beständigver bunden.»Hans-Ulrich Müller, Präsident Swiss Venture ClubTomislav Lang, SkyWork Airlines CEO«Schon das erste Treffen mit dem Team desWirtschaftsraum Bern zeigte, dassman zusammen an einem Strang zieht. Wirhaben eine sehr breite und professionelleUnterstützung erhalten!»«Wir wurden ausführlich über den neuenWirtschaftsstandort Bern informiert undwie wir unsere Marktpräsenz am bestenausbauen und erweitern können.»Aurélie Werts, General Manager, Regus Bern City CenterPhilipp Musshafen, Geschäftsführer, MAAG Music & Arts AG«Der WRB verfügt über ein gut funktionierendesNetzwerk in der Agglomeration Bernund hilft, unseren Auftrag des WissensundTechnologietransfers für alle Beteiligtengewinnbringend umzusetzen.»Peter Michel, Geschäftsleiter innoBE AG

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