forum 05|2012 - Wirtschaftsmagazin Ostbrandenburg

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EditorialWeil wählen Ehrensache ist.Aktiv für BrandenburgBrandenburg hat viel zu bieten: Die Wirtschaftwächst, die Arbeitslosenzahlen sinken und dieZeichen für die Zukunft sehen gut aus! Volle Auftragsbüchersorgen dafür, dass neue Arbeitsplätzegeschaffen werden. Die Krisen der letzten Jahrehat unser Land – bisher – gut überstanden.Es sind gerade die kleinen und mittlerenUnternehmen, die zu dieser Situation beigetragenhaben. Chefinnen und Chefs, die nicht auf denschnellen Euro schielen, sondern gemeinsam mitengagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiternetwas aufbauen. Sie verstehen „Arbeitgeber“ und„Arbeitnehmer“ nicht als Gegensatz, sondern alsPartner, die zusammenarbeiten.Die Industrie- und Handelskammern machen als Interessenvertretungender Unternehmen einen sehr guten Job. Sie begleiten dieLandespolitik, manchmal kritisch, aber immer konstruktiv. Sie sindPartner der Politik, die aktiv für Brandenburg arbeiten.Die Vollversammlungen, also die Parlamente der Industrie- undHandelskammern, sind dabei besonders wichtig. Hier findet die Meinungsbildungder gewählten Vertreterinnen und Vertreter von vielentausend Mitgliedsunternehmen statt. Diese Arbeit braucht IhreUnterstützung! Bitte machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch undgeben Sie Ihre Stimme ab.Damit unterstützen Sie nicht nur diejenigen, die aktiv in der Vollversammlungarbeiten, sondern auch das Land Brandenburg. DieLandesregierung und die Industrie- und Handelskammern profitierenvon einer guten Zusammenarbeit, sie wirken gemeinsam für dasWohl der Menschen im Land. Ich bin mir sicher, dass wir das auch inder nächsten Wahlperiode der Vollversammlungen fortsetzen werden!IhrMatthias PlatzeckMinisterpräsident des Landes BrandenburgAnzeigeforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/20123


INHALT618Ehrbarer KaufmannFür Supermarkt-InhaberinMartina Walter ist ein gutesBetriebsklima wichtig – und sieengagiert sich für den Ort.8KreisbereisungTourismusOder-Neiße-Radweg soll bis 2013 umfassendvermarktet werden – davon profitieren auchdie ansässigen UnternehmerIn Märkisch-Oderland gibt es knapp 12 000 IHK-Mitgliedsunternehmen.Präsident Dr. Ulrich Müller und HauptgeschäftsführerGundolf Schülke besuchten, begleitet vonLandrat Gernot Schmidt, jüngst vier Firmen.www.ihk-ostbrandenburg.deOstbrandenburg6 Initiative Ehrbarer Kaufmann:Unternehmerin vorgestellt7 Kooperation: Praktikum für polnischeLehrlinge in Deutschland8 Kreisbereisung: Unternehmen inMärkisch-Oderland besucht10 Wirtschaftsjunioren:Festveranstaltung in Alt Madlitz12 Mobile Wahlurne: Die verschiedenenMöglichkeiten zu wählen14 Pflichtveröffentlichungen16 Akademische Ausbildung: Absolventender VWA ausgezeichnet18 Tourismus: Potenzial entlangdes Weges nutzen19 Qualität: Physiotherapie inEberswalde ausgezeichnet20 Zukunftspreis: Jury-Mitgliederwerben mit guten Gründen22 Umwelt: Bettina Müller und dieUmweltverträglichkeitsprüfung24 Aus der Region: Unternehmerunterstützen Klinik in Bernau25 Börsen26 Innovation: DeutschlandweitesFörderprogramm für KMU27 Hochschulen: Partnerschaft zwischenWirtschaft und Wissenschaft28 Tag der kleinen Forscher: 60 Kinderbei den Stadtwerken Prenzlau29 Forum Exklusiv• IT & moderne Kommunikation• Lager- und FördertechnikTITELTHEMA40 Wirtschaftsjuniorenhelfen sich und anderenBrandenburg44 Ein Lächeln sagt mehr als1000 Worte: Handelstag Berlin-Brandenburg im BER47 Ideen der Sieger: Businessplan-Wettbewerb48 Wind, Sonne, ..: ErstesOstdeutsches Energieforum4forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 03/2011 5/2012


Inhalt40Wirtschaftsjunioren helfen sich und anderenNachwuchsunternehmer sind weltweit vernetzt und engagierensich ehrenamtlich für WirtschaftsentwicklungLust auf Zukunft?50Es ist kein Geheimnis, dass Frauen im BereichWeiterbildung das stärker vertretene Geschlechtsind. Das brandenburgweite Programm„Mentoring für Frauen – Gemeinsam Zukunftgestalten“ macht sich dies zunutze.Erscheinungstermin dieser Ausgabe: 5. Mai 2012Aus Berlin Und BRÜSSEL52 Ressourcen effizient managen –Ansatzpunkte und Hilfen53 Wer hat welche Qualifikationin welchem Beruf?RATGEBER5 6 Kalkulationsrisiko RohstoffMagazin60 Leben und Untergang:Reise nach Ottawa63 Solide, kraftvoll und rund:Opel Antara65 Satire, Impressum66 Rätsel58 Das neue Insolvenzrecht -sanierungsfreundlich und planbarWir bitten um freundliche Kenntnisnahme der Beilagein dieser Ausgabe: Schultz KGforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 03/2011 5/2012


OSTBRANDENBURGWeil wählen Ehrensache ist.„Der Mensch steht im Mittelpunkt“Ehrbarer Kaufmann Für Supermarkt-Inhaberin Martina Walterist ein gutes Betriebsklima wichtig – und sie engagiert sich für den Ort.Immer im Gespräch bleiben: Fleischer Henry Mühl, Fachverkäuferin Stefanie Fellmer und Inhaberin MartinaWalter an der Wursttheke Foto: H. ZenkerDie Kunden honorieren, wenn manfair mit seinen Mitarbeitern umgehtund soziale oder kulturelle Projekte unterstützt.Schließlich haben wir in der Woche11 000 Kunden – bei 12000 Einwohnernin Schöneiche. Wir sind also über dieOrtsgrenze hinaus bekannt.“ Und so kannsich Martina Walter darin bestätigt sehen,sich in ihrem Unternehmerdasein ganzausdrücklich auf die Prinzipien des EhrbarenKaufmanns zu beziehen.Kinder und Künstlergestalteten die FassadeDie langjährige Filialleiterin indiversen Edeka-Märkten, vorher beimKonsum tätig, wagte 2005 den Sprung indie Selbstständigkeit in Schön–eiche beiBerlin (Oder-Spree). Seitdem muss sie imEdeka-Markt selbst für alles einstehen.Bereits drei Jahre später stand das neueGebäude. Dem man übrigens ansieht,dass es hier anders zugeht als anderswoim Handel: Denn Künstler der Gemeinde,aber auch Kinder der Patenschule habenzur Gestaltung beigetragen. Wohlfühlennämlich soll man sich hier.Das gilt natürlich auch für die Belegschaft.Freundlicher Umgangston, Dienstpläne,die möglichst breit auf individuelleWünsche eingehen, Weiterbildung,Essensgeld, kostenlos Tee und Kaffee inder Pause, gemeinsame Ausflüge – dasmacht Martina Walter möglich, das ist ihrwichtig. „Es gibt viele Möglichkeiten, alsUnternehmer für seine Mitarbeiter da zusein. Das wird im Handel, wo ja wirklichSchwerstarbeit geleistet wird, leider seltengenutzt. Da stehen häufig Ware und Preisim Mittelpunkt – und nicht der Mensch.“Die Menschen aber sind Martina Walter,die Jahrgang 1959 ist, wichtig: „Wir sindja kein anonymer Internethändler.“ Wozufür sie auch gehört, sich im Ort zu engagieren.Etwa als ein Gründungsstifter derBürgerstiftung Schöneiche. Die kümmertsich um die Verschönerung einer Bushaltestellegenauso wie um einen Flügel fürdie Schlosskirche. Für Martina Walter,die eigentlich aus Strausberg (Märkisch-Oderland) kommt und heute in Woltersdorf(Oder-Spree) lebt, eine gute Einrichtung –muss sie doch nicht jedes Projekt, das umUnterstützung nachsucht, selbst beurteilen,sondern kann das dem Vorstand überlassen.Denn einfach mit vollen Händen Geldausgeben, geht auch nicht: „Das Geldhat schließlich die ganze Belegschafterarbeitet.“ Diese ist seit 2005 von 21 aufmittlerweile 57 angewachsen. Auch, weilin diesem Edeka-Markt viel selbst produziertwird, von der Kräuterbutter bis zumEiersalat. Und dass es auch Produkte ausder Region, etwa der Schöneicher Manufakturvon Blythen, gibt, dürfte ebenfallszum Erfolg beigetragen haben. Damit esso erfolgreich weitergeht, muss investiertwerden – rund 200 000 Euro im Jahr. Undda gilt für Martina Walter wie beim Sponsoring:Das Geld muss wohl überlegt eingesetztwerden – „so, dass die Mitarbeitereinen sicheren Arbeitsplatz haben“.Sponsoring muss gut überlegt seinDamit für all das genügend Geld bleibt,muss natürlich auch die zweifache Mutter,deren Sohn mittlerweile die Warenbeschaffungverantwortet, eine genau rechnendeUnternehmerin sein. „Auch bei unsherrscht nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen,gibt es Auseinandersetzungen, weildie Zahlen stimmen müssen. Aber daskann man auch mit Achtung vor seinenMitarbeitern klären.“Und man muss mit der Zeit gehen.Gerade will Martina Walter den Kundensogenannte QR-Codes näherbringen.Wird der quadratische Mix aus schwarzenund weißen Punkten mit einemSmartphone gescannt, gelangt man aufeine Internetseite – kann dort etwa mehrdarüber erfahren, woher ein Produktkommt, wie es hergestellt wird. Oder manerfährt, was der Laden-Inhaberin wichtigist. Sie hat große QR-Codes fertigenlassen, um sie an die Wand zu hängen.Und die verweisen nicht nur auf dieInternetseite ihres Ladens oder der Bürgerstiftung,sondern auch zur „InitiativeEhrbarer Kaufmann“ der IHK Ostbrandenburg.❙❙Hajo Zenker6forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


OSTBRANDENBURGNur lobende WorteKooperation Ausbildung zur „Technikerin Ernährung und Haushalt“Sie ist sehr fleißig, sehr lieb, sehrselbstständig. Es hat allen Spaß gemacht“,sagt Anna-Kristin Schulze. Siespricht über Milena Sliwka. Die 20-jährigehat im Frankfurter Restaurant „Fratelli“ein vierwöchiges Praktikum absolviert.Es ist Teil ihrer vierjährigen Ausbildungzur „Technikerin Ernährung undHaushalt“ am Slubicer Oberstufenzentrumfür Ökonomie und Landwirtschaft. Im„Fratelli“ hat Milena Sliwka hinter demTresen gestanden, Kaffeespezialitäten zubereitet,Obstsalate vorbereitet und mehr.Ordentlich, pünktlich, sauber – Anna-➜Ansprechpartner in der IHKPedro BraunTel. 0335 5621-1525braun@ihk-ostbrandenburg.deMilena Sliwka (l.) absolvierte im Restaurant „Fratelli“ein vierwöchiges Praktikum. Inhaberin Anna-KristinSchulze ist von der Leistung der jungen Polin sehrangetan. Foto: N. GroSSKristin Schulze findet nur lobende Wortefür die junge Frau.„Ich finde dieses Projekt sehr gut“,sagt die Inhaberin des „Fratelli“. Sie istselbst Ausbilderin in der Gastronomie.„Wir werden gern wieder eine Praktikantinbei uns haben.“ Jedoch hält sieeine Berufsausbildung im dualen Systemfür schwer möglich: „Dafür müssen dieSprachkenntnisse sehr gut sein. AlleFachbegriffe müssen bekannt sein. Das istnicht einfach.“Die Stadt Frankfurt (Oder), der LandkreisSlubice und die Industrie- und HandelskammerOstbrandenburg schlossen imFebruar dieses Jahres eine Vereinbarung:Schülerinnen und Schüler der berufsbildendenSchulen in Slubice und in OsnoLubuskie können ab sofort Praktika inFrankfurter Unternehmen absolvieren. DieSchüler haben sich speziell auf ihr Praktikumvorbereitet, besonders hinsichtlichihrer Deutschkenntnisse. Sie erhalteneinen qualifizierten Praktikumsnachweis,der laut Lehrplan anerkannt ist. DerLandkreis Slubice garantiert während desPraktikums den Versicherungsschutz derSchüler. Die IHK Ostbrandenburg wirbtunter ihren Ausbildungsbetrieben fürPraktikumsplätze und vermittelt zwischenden Akteuren.❙❙IHK/NGAnzeigeforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012 7


123„Wir sind unsexy als Branche“Kreisbereisung In Märkisch-Oderland gibt es knapp 12 000 IHK-Mitgliedsunternehmen.Präsident Dr. Ulrich Müller und Hauptgeschäftsführer Gundolf Schülke besuchten, begleitet vonLandrat Gernot Schmidt, jüngst vier Firmen.Wir sind gut. Wir haben gute Leute.Es ist ein angenehmes Arbeiten“,sagt Carsten Christ. Die MAYER KanalundRohrreinigung GmbH in Rüdersdorfentwickelt sich zum Ingenieurbüro. „Saubermachen und inspizieren kann jeder“,ist der Geschäftsführer überzeugt. Er setztverstärkt auf die Qualität der Komplett–leistung über die Kanalinspektion hinausbis zur Sanierungsplanung. Wichtig sinddabei gute Ingenieure und Meister. Zurzeitwerden allein sechs Fachkräfte fürRohr-, Kanal und Industrieservice ausgebildet.Dafür junge Leute zu begeistern, istkompliziert. „Wir sind unsexy als Branche“,weiß der Chef. „Wir müssen erstzeigen mit welcher modernen Technik wirarbeiten.“Auf die Frage von Landrat GernotSchmidt wie die Zusammenarbeit mit denWasser- und Abwasserzweckverbändensei, antwortet Christ: „Wir beobachtenden Trend zur Rekommunalisierung“.In kommunalen Betrieben würden z. B.Kamerawagen zur Kanalinspektion angeschafftund Mitarbeiter dafür ausgebildet.Diese Aufgabe kann auch das Unternehmenerledigen. Ebenfalls mit Unbehagensieht Christ die Qualität bei einigenQualitätsprüfungen und Zertifizierungenin der Branche. Wer prüft die Prüfer derEntsorgerfirmen?In drei Stunden bis NordafrikaSteffen Mirtschin will pünktlich zumFlughafen. Er reist gleich nach Nabeul,zum tunesischen Ableger der HermannRömmler Kunststofftechnik GmbH & CoKG. In drei Stunden wird der Geschäftsführerdort sein. Der neue Flughafenin Schönefeld ist für ihn sehr wichtig.„Unser Geschäft in Deutschland wirdüber den Low-Cost-Standort in Tunesienangetrieben“, erklärt er. „Wir bieten denkompletten Lebenslauf von der Entwicklungüber das Prototyping bis zur Serienfertigung.Damit sind wir auch für großeUnternehmen interessant.“ Seit 1995engagiert sich die Firma in dem nordafrikanischenStaat. Mit dem arabischenFrühling setzen sich die Gesellschafterfür den Demokratisierungsprozess einund bündeln die Interessen der deutschenWirtschaft in Tunesien.Zurzeit wird an drei Forschungs- undEntwicklungsprojekten gearbeitet. Darunterist eine Batterie für Elektrofahrzeuge,die in das Chassis integriert werden soll.Das nächste große Projekt ist dasZusammenlegen beider Rehfelder Standorte.Der neue Firmensitz auf dem StrausbergerFlugplatz ist nur fünf Minutenvom S-Bahnhof entfernt. „Wir wollendamit den Berliner Arbeitsmarkt für unserschließen“, erklärt Steffen Mirtschin.„Natürlich wollen wir auch unsere Leutevon hier mitnehmen. Das ist eine gewachseneCrew.“ Noch wird mit Banken, ILBund KfW verhandelt.Nutzen der Qualitätsauszeichnungfür BetriebeMit dem Umzug wird Römmler Kunststofftechnikkünftiger Nachbar derAllresist GmbH. Diese Firma stellt lichtempfindlicheLacke für die optische undElektronenstrahl-Lithographie her. Vorelf Jahren zog die Gesellschaft gezielt aufdas Gewerbegebiet an der S-Bahn. „Aberder Takt könnte schneller sein“, wünschtsich Matthias Schirmer. Er und seine EhefrauBrigitte sind die geschäftsführendenGesellschafter. Gerade fertigt BrigitteSchirmer die Bewerbung für den Ludwig-Erhard-Preis an. Die Anforderungen fürden höchsten deutschen Qualitätspreissind enorm. „Wir brauchen ein extremgutes Qualitätsmanagementsystem“,begründet Brigitte Schirmer die Teilnahmeam Wettbewerb.Bei der Produktion der Lacke wird mitSubstanzen im Milliliter-Bereich gearbeitet.Die aufgetragenen Lacke auf denHalbleitern sind bis zu fünf Nanometerdünn. „Immer den gleichen Lack für den8forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


Ostbrandenburg41) In Rüdersdorf bei der MAYER Kanal- und Rohrreinigung GmbH: IHK-Präsident Dr. U. Müller, GeschäftsführerC. Christ, MOL-Landrat G. Schmidt und IHK-Hauptgeschäftsführer G. Schülke. 2) Eindrücke bei der HermannRömmler Kunststofftechnik GmbH & Co KG. 3) Brigitte Schirmer von der Allresist GmbH erklärt, wie Photolackein einem 80-Liter-Glashänger hergestellt werden. 4) Im Hochregallager der Albrecht + Neiss GmbH. Fotos (4): N. GroSSKunden hinzubekommen, ist eine Kunst“,sagt Matthias Schirmer. Diese Kunst wirdbei Allresist durch viele Projekte undEngagement gepflegt: Exzellenzunternehmennach EFQM, Träger des InnovationspreisesBerlin-Brandenburg, DeutschlandsKundenchampion (3. Platz), ExzellenteWissensorganisation, Träger des TechnologietransferpreisesBerlin-Brandenburg,Umweltpartner Brandenburg und mehr.Allresist stellt 37 für Kunden maßgeschneiderteProdukte her und ist anzahlreichen Forschungen beteiligt. Zehnhochspezialisierte Mitarbeiter sind fürdiesen Erfolg verantwortlich. BrigitteSchirmer ist Qualitätsbotschafterin fürBrandenburg. „Ich möchte, dass wir alleund auch die IHK mehr für die QualitätsauszeichnungBerlin-Brandenburg werben.Das würde auch der Region helfen.Wir müssen den Nutzen der Auszeichnungfür die Unternehmen mehr in denVordergrund stellen.“Öffentlicher Verkehr ist wichtigLetzte Station der Kreisbereisung wardie Albrecht + Neiss GmbH in Neuenhagen.Der 1933 gegründete Betrieb ist einGroßhandel für Lebensmittelherstellerwie Bäcker und Konditoren. Heute wirder von den Cousins Michael und MarkusAlbrecht sowie dessen Vater Bernd Al–brecht geführt. „Unsere Zielgruppe ist derhandwerkliche, inhabergeführte Betrieb“,erklärt Michael Albrecht. „Wir bringenauch noch abends den Sack zu Kunden.Das wissen sie zu schätzen.“Es gibt viele Schnittstellen mit derIHK: Die Firma nimmt am Wissensmanagement-Projekt„3W“ teil, ist imPrüfungsausschuss, Zukunftspreisträger2008 und Top-Ausbildungsbetrieb. AlsPrüfbetrieb in der Berufsausbildung stelltdie Albrecht + Neiss GmbH ihr modernesHochregallager für Prüfungen in derLogistikbranche bereit. Dafür bedankt sichHauptgeschäftsführer Gundolf Schülke.Michael Albrecht findet die Zugängezu den Angeboten der IHK manchmaletwas schwierig: „Die IHK macht viel undwir machen auch viel mit der IHK. Aberwir wissen nicht alles.“ Das derzeit wichtigsteProjekt ist die Eingliederung einerbestehenden, branchennahen Firma insUnternehmen. Dadurch soll neue Kundschaftin der Gastronomie erschlossenwerden. Die Mitarbeiter werden übernommenund sollen möglichst effizient beiAlbrecht + Neiss eingearbeitet werden.Der Geschäftsführer sucht nach Zuschüssenfür Schulungen.Auch für das Neuenhagener Gewerbegebietist der öffentliche Verkehr wichtig.Michael Albrecht wünscht sich eine„ordentliche Busverbindung hierher“. EinLehrling sei ihm schon abgesprungen,weil er spätabends kaum mehr nachHause gekommen sei.❙❙IHK/NGforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012 9


OSTBRANDENBURGSie alle werden den aktiven jungen Unternehmern mit Rat zur Seitestehen: Die Mitglieder des neuen Förderkreises der WirtschftsjuniorenOstbrandenburgFoto:s (3): M. Sassenscheidt„Man müsste sie sofort erfinden“Jubiläum Ein ganzes Wochenende im Zeichen junger Unternehmer:Die Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg feierten ihr 20-jähriges Bestehen.Festlich: Die Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburgfeierten in Alt Madlitz ihr 20-jähriges Bestehen.Als 36. Mitglied in den Kreis der Wirtschftsjuniorenaufgenommen: Michael Puhr, Studioleiter bei Radio99.3 Frankfurt/ Oder (mitte). Past-Präsident CarstenVoss (r.) und Präsidentin Monique Möbus-Zweig (l.)gratulieren.Bereits einen Tag vor der Festveranstaltungbegrüßten die Wirtschaftsjuniorenihre Gäste aus Heilbronn. Die WirtschaftsjuniorenHeilbronn halfen vor 20Jahren bei der Gründung der WirtschaftsjuniorenOstbrandenburg. Dafür bedanktesich Dr. Martin Wilke, Oberbürgermeistervon Frankfurt (Oder) und Gründungsmitgliedder Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburgauf der Festveranstaltung. „Wirhaben damals viel gelernt“, erinnerte sichDr. Wilke. „Es war schon eine spannendeZeit. Alles war im Umbruch.“ Dabei sei eswichtig gewesen, dass die Wirtschaftsjuniorenin dieserZeit Unterstützungbekamen.Er blickteaber auch aufGegenwartund Zukunft:„Unsere Region hat sich verändert. DerMittelstand ist leistungsfähiger geworden.“Dr. Martin Wilke ging auch auf denjüngsten wirtschaftlichen Rückschlag inFrankfurt (Oder) ein. „Aber: Wir sind ebenin einer globalisierten Welt.“ Die Konkurrenzaus Asien würde immer stärker. „Wirkönnen nur mit Forschung und Entwicklunggegenhalten.“Er lobte die Wirtschaftsjunioren fürdie Verbindung von Schule und Wirtschaftsowie für die enge Kooperationmit der Europa-Universität Viadrina inFrankfurt (Oder). Viele lobende Worte fürdie Arbeit der jungen Unternehmer fandauch Christian von Drigalski, Gründungsmitgliedder Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg.„Gäbe es die Wirtschaftsjuniorennicht, man müsste sie sofort erfinden.“Förderkreis gegründetEingestimmt auf die Feierlichkeitenwurden die Gäste von Monique Möbus-Zweig, Kreissprecherin der WirtschaftsjuniorenOstbrandenburg: „Jetzt kann gernenoch einmal geklatscht werden. Schließlichwollen wir uns ja heute feiern“,forderte sie die aktiven und ehemaligenWirtschaftsjunioren auf.Die WirtschaftsjuniorenOstbrandenburghaben 36 aktive Mitglieder.Für Unterstützungsorgt nun derFörderkreis der WirtschaftsjuniorenOstbrandenburg. Dieserwurde auf der 20-Jahrfeier offiziell insLeben gerufen. Alle ehemaligen Wirtschaftsjuniorenkonnten an diesem Abenddem Förderkreis beitreten. Sie sollen inZukunft auch selber Projekte und Veranstaltungenorganisieren und den aktivenWirtschaftsjunioren mit Rat zur Seitestehen.Für das Rahmenprogramm sorgte der1. Tanzsportclub Frankfurt (O) e.V. Diejungen Tänzerinnen und Tänzer zeigtenihr Können bei Standard- und Lateintänzen.❙❙M. Sassenscheidt10forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


Rundgang durch Einkaufs-TempelWirtschftsjunioren Wirtschaftsjunioren besuchten A 10 CenterOSTBRANDENBURGEtwa 66.000 Quadratmeter zum Shoppen,Essen, Kaffeeschlürfen, Schlendern:Das A10 Center in Wildau eröffneteim vergangenen Jahr seine neue Einkaufspromenade.Jüngst trafen sich die WirtschaftsjuniorenOstbrandenburg mit dem CentermanagerLutz Heinicke zu einem Rundgangdurch den Einkaufs-Tempel. Dabeierklärte er unter anderem das Marketingund verwies auf die besonderen Wändedes A10 Centers: Dort werden Sehenswürdigkeitenaus Brandenburg und Berlinstilisiert abgebildet.Für die Modernisierung des altenCenters und den Neubau wurde tief in dieTasche gegriffen: Das Investitionsvolumenbetrug etwa 60 Millionen Euro.Der nächste Ausflug ist für den10. Mai 2012 geplant. Dann besuchen diejungen Unternehmer das SchießsportzentrumFrankfurt (Oder).❙❙MASAnzeigeNicht zum Shoppen: Wirtschaftsjunioren besuchtendas A10 Center.Foto: WJ Ostbrandenburg➜Ansprechpartner in der IHKWirtschaftsjuniorenMichael VölkerTel. 0335 5621-1520 Fax -1594voelker@ihk-ostbrandenburg.de


OSTBRANDENBURGStudenten als WahlbotschafterIHK-Vollversammlungswahl Vom 4. Mai bis 11. Juni/ Erstmals auch Online-Wahl möglichDaniel Jungmann, Assistent der IHK-Geschäftsführung, reicht den Studenten Informationsmaterial.Foto: M. SassenscheidtWer wird Mitglied im neuen Parlamentder Wirtschaft in Ostbrandenburg?Vom 4. Mai bis 11. Juni 2012wählen Ostbrandenburger Unternehmerihre IHK-Vollversammlung. Neben derklassischen Briefwahl können die Unternehmererstmals ihre Stimme auch onlineabgeben.Und noch etwas ist neu: Im genanntenZeitraum werden Studenten als Wahlbotschafterin Ostbrandenburg unterwegssein. In den Landkreisen Barnim, Oder-Spree und in der kreisfreien Stadt Frankfurt(Oder) bringen sie Einzelhändlern undDienstleistern die Wahlunterlagen persönlichvorbei. Unternehmer, die angetroffenwerden, können sofort ihre Stimmenabgeben.Anzeige12forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


Weil wählen Ehrensache ist.OSTBRANDENBURGJetzt besser online wählen, weilDie „Mobile Wahlurne“ ist ein gemeinsamesProjekt der Europa-Universität Viadrinain Frankfurt (Oder), der Hochschulefür nachhaltige Entwicklung Eberswaldeund der IHK Ostbrandenburg.schnell umweltbewusstkostengünstig eindeutigunbürokratischzeitgemäß effizientnur 4 KlicksAnsprechpartner:IHK-Wahlleiter Dr. Knuth Thiel,Telefon: 0335 5621-1304,E-Mail: thiel@ihk-ostbrandenburg.deEINFACH RICHTIG GUT.www.wahl-ihk.deAnzeigeforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012 13


OSTBRANDENBURG(8) Gegenstand der spezifischen Sachkundeprüfungsind die Sachgebiete gemäß § 4BewachV, die aufgrund der Feststellunggemäß § 13c Abs. 2 GewO ergänzend zuprüfen sind. Abweichend von Abs. 3 richtetsich in diesem Fall die Dauer des schriftlichenPrüfungsteils nach der Anzahl derFragen in den Sachgebieten, die zu prüfensind, im Verhältnis zu der Gesamtzahl derPrüfungsfragen nach Abs. 4 Satz 1.§ 8 Feststellung und Bekanntgabedes Prüfungsergebnisses(1) Der Prüfungsausschuss entscheidet mehrheitlichjeweils über das Bestehen oderNichtbestehen des schriftlichen und desmündlichen Prüfungsteils. Bei Stimmengleichheitentscheidet der Vorsitzende.(2) Das Ergebnis des schriftlichen Prüfungsteilsist dem Prüfungsteilnehmer nach Abschlussder Korrektur, das Ergebnis des mündlichenPrüfungsteils nach Abschluss der Beratungenüber diese mitzuteilen.(3) Ist der schriftliche oder der mündlichePrüfungsteil nicht bestanden, erhält derPrüfungsteilnehmer einen schriftlichenBescheid der IHK. Der Bescheid enthält denHinweis, dass die Prüfung nach Anmeldungwiederholt werden kann.(4) Prüfungsteilnehmern, die den schriftlichenund mündlichen Prüfungsteil bestandenhaben, wird eine Bescheinigung nachAnlage 4 der BewachV ausgestellt.(5) Prüfungsteilnehmern, die die spezifischeSachkundeprüfung nach § 13c Abs. 2 GewObestanden haben, wird eine Bescheinigungnach Anlage 4 Allgemeine Verwaltungsvorschriftzum Vollzug des § 34a der Gewerbeordnungund zur Bewachungsverordnung(BewachVwV) ausgestellt.§ 9 NiederschriftÜber die Prüfung ist eine Niederschrift zu fertigen,aus der die einzelnen Prüfungsergebnisse,besondere Vorkommnisse oder sonst auffälligeFeststellungen zu entnehmen sind. Sie ist vonden Mitgliedern des Prüfungsausschusses zuunterzeichnen.§ 10 RechtsbehelfsbelehrungEntscheidungen sind bei ihrer schriftlichenBekanntgabe an den Prüfungsteilnehmer miteiner Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen.Diese richtet sich im Einzelnen nach der Verwaltungsgerichtsordnungund den Ausführungsbestimmungendes Landes Brandenburg.§11 InkrafttretenDiese Prüfungsordnung tritt am Tag nach ihrerVerkündigung im Mitteilungsblatt der Industrie-und Handelskammer Ostbrandenburg inKraft. Gleichzeitig tritt die bisherige Prüfungsordnungvom 02.07.2003 außer Kraft. AufSachkundeprüfungen, die vor Inkrafttreten derPrüfungsordnung des Satzes 1 begonnen undbei deren Inkrafttreten noch nicht abgeschlossensind, findet ausschließlich die bisherigeSatzung im Sinne des Satzes 2 Anwendung.Frankfurt (Oder), 30.03.2012gez.Dr. Ulrich MüllerPräsidentgez.Gundolf SchülkeHauptgeschäftsführerAusfertigung:Die vorstehende Satzung wird hiermit ausgefertigtund im Organ der Industrie- und HandelskammerOstbrandenburg veröffentlicht.Frankfurt (Oder), den 30.03.2012gez.Dr. Ulrich MüllerPräsidentgez.Gundolf SchülkeHauptgeschäftsführerBeschluss der Vollversammlungder Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburgvom 30. März 2012Die Vollversammlung der Industrie- undHandelskammer Ostbrandenburg hat am30. März 2012 aufgrund der §§ 1 und 4 desGesetzes zur vorläufigen Regelung des Rechtsder Industrie- und Handelskammern in der imBundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer701-1, veröffentlichten bereinigten Fassung,zuletzt geändert durch Art. 2 des Gesetzes zurÄnderung gewerberechtlicher Vorschriftenvom 11.07.2011 (BGBl. I S. 1341) (IHKG) inVerbindung mit §§ 34d und 34e der Ge-werbeordnungin der Fassung der Bekanntmachungvom 22. Februar 1999 (BGBl. I S. 202), zu-letztgeändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 15.Dezember 2011 (BGBl. I S. 2714) (GewO) sowie§ 3 Abs. 9 der Verordnung über die Versicherungsvermittlungund -beratung vom 15. Mai2007 (BGBl. I S. 733, 1967) zuletzt geändertdurch Artikel 2 Absatz 2 des Gesetzes vom 25.Juni 2009 (BGBl. I S. 1574) beschlossen:Die Satzung für die Sachkundeprüfung Versicherungsvermittler/VersicherungsberaterderIndustrie- und Handelskammer Ostbrandenburgvom 30.05.2007 tritt zum 31.01.2011 außerKraft.Frankfurt (Oder), 30.03.2012gez.Dr. Ulrich MüllerPräsidentgez.Gundolf SchülkeHauptgeschäftsführerAusfertigung:Der vorstehende Beschluss wird hiermitausgefertigt und im Organ der Industrie- undHandelskammer Ostbrandenburg veröffentlicht.Frankfurt (Oder), den 30.03.2012gez.Dr. Ulrich MüllerPräsidentgez.Gundolf SchülkeHauptgeschäftsführerforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012 15


OSTBRANDENBURGDie Besten aus der Region Eberswalde:Kerstin Schneider, Annica Schielke und Nadine Zwick.Sybille Arnold aus Eisenhüttenstadt, Sozialarbeiterin imstädtischen Krankenhaus, wurde als Jahrgangsbeste ausgezeichnet. Fotos (3): N. GroSSDas beste Diplom hatdie Note 1,06Akademische Ausbildung Neun Absolventen mit „sehr gut“Neun Absolventen schließen mit demGesamtprädikat „sehr gut“ ab. Miteinem Notendurchschnitt von 1,06 wurdeSybille Arnold aus Eisenhüttenstadt, Sozialarbeiterinim städtischen Krankenhaus,als Jahrgangsbeste ausgezeichnet. Weitereherausragende Prüfungsergebnisseerreichten Sven Holtz (1,16) aus Templin,Kerstin Schneider (1,18) aus Stremmen,Nadine Schweiger (1,21) aus Schorfheide,Diana Dauss (1,23) aus Schwedt, JaninFrank (1,34) aus Lietzen, Annica Schielke(1,35) aus Seelow, Ronny Frank (1,37) ausSchorfheide und Nadine Zwick (1,43) ausBleyen-Genschmar.Wandlungen der akademischenAus- und Weiterbildung:Verabschiedet wurden die Absolventenvon Ehrengast Prof. Dr. Dr. h.c. mult.Peter Eichhorn, Präsident der SRH HochschuleBerlin und Ehrenpräsident desVWA-Bundesverbandes. Er schilderte denAbsolventen und Gästen die Wandlungender akademischen Aus- und Weiterbildunganhand von sieben Thesen.Unter anderem erwartet er, dass künftigAbschlussprüfungen an Bedeutungverlieren, Aufnahmeprüfungen dagegenan Bedeutung gewinnen. Ursachewerde die nachfrageorientierte Akademiker-Ausbildungsein. Fernstudiumund Modularisierung von Studiengängenwerden durch die technischenMöglichkeiten häufiger.In der zum 29. Mal stattfindendenDiplomübergabe wurden insgesamt 95Absolventen verabschiedet, davon 33des Studienortes Frankfurt (Oder) sowie62 des Studienortes Eberswalde. SeitEröffnung der VWA im März 1995 habeninsgesamt 1 626 Absolventen an den beidenStudienorten ihr Studium erfolgreichabsolviert.Die Studienabgänger zur Festveranstaltungam 11. April 2012 können Sienamentlich nachlesen unter www.wirtschaftsmagazin-ostbrandenburg.de❙❙VWA/NGDie Besten aus der Region Frankfurt (Oder):Nadine Schweiger und Diana Daus.16forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


OSTBRANDENBURGIn Criewen führt der Oder-Neiße-Radweg auf dem Deich entlang.Potenzial entlangdes Weges nutzen580 Kilometer in Deutschland. Durchdrei Bundesländer. Am Wasser entlang.Mit dem Fahrrad. Dieses Erlebniswartet auf Radwanderer am Oder-Neiße-Radweg. Beliebt bei den Radlerfreunden,fehlt es dennoch an guten Angeboten undeinem nachhaltigen Marketing. Das sollsich jetzt ändern.„Radfahrer sind eine relativanspruchsvolle Zielgruppe. Sie möchtengut essen und gut übernachten.“Das haben die am Radweg liegendenUnternehmen vielfach zu bieten. Dochder Radler weiß es nicht immer. „Es istganz viel Potenzial da“, attestiert LeonieUmbach der Region. Sie ist Leiterin desZukunftsprojektes „WachstumsorientierteVermarktung des Oder-Neiße-Radweges“bei der Tourismus Marketing UckermarkGmbH (tmu GmbH). Bis Juni 2013 sollder Radweg beispielgebend vermarktetwerden.Die Reisegebiete Uckermark, Barnim,Seenland Oder-Spree, Niederlausitz unddie Länder Mecklenburg-Vorpommernund Sachsen – sie alle ziehen an einemStrang und möchten zufriedene Radtouristenauf den Weg entlang derpolnischen Grenze locken. „Der Projektfahrplanwurde festgezurrt. Dernächste Schritt sind ab Mitte April dieAnbieterworkshops“, sagt die 32-jährige.Auf diesen Workshops sollen regionaleUnternehmer gemeinsame Angebote fürdie Radler entwickeln, zum Beispiel dasVerknüpfen von Übernachtungen undKanutouren. „Wir möchten die Anbieteram Weg einbinden. Davon profitiert auchdie Region“, ist sich die Projektleiterinsicher.Wachstum generierenProjektleiterin Leonie Umbach vor den Oderauenin Criewen Fotos (2): M. SassenscheidtTourismus Oder-Neiße-Radweg soll bis 2013 umfassend vermarktetwerden – davon profitieren auch die ansässigen UnternehmerDen Unternehmern am Oder-Neiße-Radwegihre Möglichkeiten aufzuzeigen, das istIHK-Tourismusreferentin Heike Graf wichtig.Die IHK Ostbrandenburg ist Kooperationspartnerder tmu GmbH. „Uns warwichtig, das Projekt mit einem ganzheitlichenKonzept an den Start zu bringen“,erklärt sie. Für die Radtouristen soll es„buchbare Angebote der Leistungsträgerrechts und links vom Weg geben“. Gastronomenund Hoteliers könnten vermehrtvon den Radfahrern profitieren. „Wenn dieBeteiligten mit ihrem Angebot aufgeführtwerden, schafft das Ertragspotenzial“, weißHeike Graf. Nach einem Beschluss der IHK-Vollversammlung unterstützt die Kammerdas Projekt.Schwerpunkte bei der Vermarktung desOder-Neiße-Radweges sind Wasser, Naturund Kultur. „Damit gehen wir vollkommenkonform mit der Landestourismuskonzeption“,sagt Heike Graf. „Mit der tmu GmbHhat sich ein Unternehmen gefunden, dasauch etwas vom Tourismusgeschäft verstehtund das Projekt zielorientiert umsetzenwird. Das ist hierbei sehr wichtig.“Erste neue Informationen zum Oder-Neiße-Radweg stehen bald für die Fahrradfreundebereit. „Noch indieser Saison wird es einenFlyer geben mit einer Übersichtskarteund Infos“, erklärtLeonie Umbach. Von demFlyer wird es eine kleine Auflageauf Polnisch geben: „Wirmöchten noch eine zweiteWegeführung promoten. Undzwar an der Oder weiter entlangnach Stettin.“Angebote schaffenIm Frühjahr 2013 soll schließlich diegroße Marketingkampagne starten. Eswird Werbung in Bus und Bahn in Berlingeben und zwar „viel und groß, damitman es sieht“, sagt die Projektleiterin.Darüber hinaus plant die tmu GmbHeinen Produktkatalog, die Modernisierungder Internetseite www.oderneisseradweg.de,mindestens eine Journalistenreisesowie die Vermarktung aufWeb 2.0 Kanälen wie Facebook. Auf demVideokanal Youtube wird es Werbefilmezu sehen geben.Leonie Umbach und Heike Graf sindsich einig: Sie rufen die Unternehmerauf, ihre Chancen zum professionellenMarketing zu nutzen. „Ihr habt ein riesenPotenzial vor eurer Haustür. Macht etwasdaraus“, appelliert Leonie Umbach. „Einschöner Radweg und die Infrastruktursind vorhanden. Jetzt geht es darum, dieRadfreunde zu halten und zu aktivierendurch das Schaffen von Angeboten“, sagtHeike Graf.Interessierte Unternehmer entlangdes Oder-Neiße-Radweges können sichmelden bei Projektleiterin Leonie Umbachunter Tel. 03984-718027, E-Mail:umbach@tourismus-uckermark.de oderbei IHK-Tourismusreferentin Heike Graf,Tel. 033638 897012, E-Mail: graf@ihkostbrandenburg.de❙❙M. Sassenscheidt18forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


OSTBRANDENBURGEhrlich und offen zum PatientenQualität Physiotherapie & Podologie Liedtke in Eberswaldeerhält Qualitätsauszeichnung Berlin-BrandenburgDie Physiotherapie & Podologie Liedtkehat heute 14 Mitarbeiter. „Der Erfolgdes Unternehmens beruht auf einem außergewöhnlichguten Betriebsklima, derEhrlichkeit und Offenheit im Umgang mitPatienten, einem starken gesellschaftlichenEngagement und der Vernetzung mit lokalenPartnern“, betont IHK-Präsident Dr. UlrichMüller in seiner Laudatio.Das Unternehmen begann in einemZimmer einer Wohnung in einem Plattenbau.Engagement und Zuverlässigkeit,gepaart mit Sachverstand und Einfühlungsvermögen,haben sich bei Patientenherumgesprochen und so zu heutiger Größegeführt. Das dafür notwendige Einfühlungsvermögenwächst in einem gutenBetriebsklima.Bei der Personalauswahl kann SylviaLiedtke als Dozentin an einer Gesundheitsakademiesehr früh Talente erkennen unddiese über Praktika für das Team gewinnen.Das Erkennen neuer Behandlungstrends, dieregelmäßige Weiterbildung aller Mitarbeiterund eine gezielte Personalauswahl lassendas Unternehmen weiter wachsen.Das Unternehmen Physiotherapie &Podologie Liedtke präsentiert sich nach denKriterien der Qualitätsauszeichnung als „gutgeführtes Unternehmen“. Der Firma wird dieQualitätsauszeichnung „Qualität und guterService aus der Hauptstadtregion“ 2012verliehen. Zielgruppe der Qualitätsauszeichnung„Qualität und guter Service aus derHauptstadtregion“ sind kleine Unternehmenund „Anfänger“ auf dem Gebiet des Qualitätsmanagements.Die Qualitätsauszeichnungwurde als „Einstieg“ konzipiert. Sie istdie unterste Stufe der Berlin-BrandenburgerQualitätsliga. Die Kriterien orientieren sichan der DIN ISO 9001 und dem EFQM-Modell.❙❙N. GroßAl geco148Modul bau. pdf Sei t e 1 03. 04. 12, 10: 07Sylvia Liedtke erhält für ihre Physiotherapie &Podologie in Eberswalde die QualitätsauszeichnungBerlin-Brandenburg. Foto: N. GroSS➜Ansprechpartner in der IHKJoachim MaiTel. 0335 5621-1020mai@ihk-ostbrandenburg.deAnzeige


OSTBRANDENBURGZukunftspreisträger sindBotschafter der RegionZukunftspreis Jury-Mitglieder werben mit guten Gründen für den WettbewerbMario Werner, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank für die Region Brandenburg/Sachsen-AnhaltMario Werner Foto: W. DöllWarum unterstützen Sie als Jury-Mitgliedden Wettbewerb um den Zukunftspreis?Die Deutsche Bank gehört ja schon seitJahren zu den Förderern dieses Wettbewerbs.Ich schätze besonders die Vielfaltunter den Zukunftspreisträgern. Wirhaben vom Großunternehmen über denDienstleistungsbetrieb bis zum spezialisiertenHandwerker alle Firmengrößenund Branchen der Region vertreten. Dieseeine riesige Verantwortung,die der breiten Masse oftgar nicht bewusst istMario Werner, Mitglied der Geschäftsleitungder Deutschen Bank für dieRegion Brandenburg/Sachsen-AnhaltUnternehmen werben mit ihrer Arbeitfür die Vielfalt und Leistungsfähigkeitdes Landes weit über die Grenzen vonBrandenburg hinaus. Diese Firmen zeigenauch, dass es hier sehr anspruchsvolleArbeitsplätze gibt und die Jugend deshalbeine Chance in der Region hat. Es ist sehrwichtig für mich, die Jugend mit gutenArbeitsplätzen hier zu halten oder auchschon weggereiste Jugendliche mit gutenZukunftsaussichten wieder in die Regionzurückzuholen.Welche Unternehmer habenden Zukunftspreis verdient?Alle Unternehmer, die sich täglich engagierenund Verantwortung für ihre Firmasowie für deren Mitarbeiter und Familienübernehmen. Das ist eine riesige Verantwortung,die der breiten Masse oft garnicht bewusst ist. Ich habe den allergrößtenRespekt vor Unternehmern, diesich täglich den Herausforderungen desWettbewerbes stellen, mit innovativenIdeen bestehen und damit sich und ihrenMitarbeitern eine Zukunft bieten.Dr. Dagmar Brendel, Leiterin der Agentur für Arbeit in EberswaldeWarum unterstützt die EberswalderAgentur für Arbeit den Wettbewerbum den Zukunftspreis?Weil dieser Preis eine fantastische Möglichkeitist, Gutes und Neues aus der Regionzu zeigen. Der Zukunftspreis wirkt überdie Grenzen des Firmensitzes hinaus, erbringt öffentliche Anerkennung und bietetden Unternehmen unabhängig von derBetriebsgröße eine wichtige Vergleichsmöglichkeit.Ich finde übrigens auch denNamen Zukunftspreis für eine Wirtschaftsauszeichnungsehr gut, er transportiertschon das Anliegen des Wettbewerbs.Welche Firmen haben aus Ihrer Sichtden Zukunftspreis verdient?Unternehmen die mit ihrer Tätigkeitzeigen, wie leistungsfähig diese Regionist. Den Preis sollten Firmen bekommen,die sich nicht scheuen, mit neuen undungewöhnlichen Ansätzen am Markt zuagieren und dabei die Möglichkeiten derRegion nutzen und die Wirtschaftskrafthier stärken. Die Zukunftspreisträgersind immer auch Botschafter der Region,denn sie zeigen, dass es sich hier lohnt zuarbeiten und zu leben.sich nicht scheuen, mit neuenund ungewöhnlichen Ansätzen am Markt zu agierenDr. Dagmar Brendel, Leiterin der Agentur für Arbeit in EberswaldeDr. Dagmar BrendelFoto: Agentur für Arbeit.20forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


OstbrandenburgWolf-Harald KrügerFoto: W. Döll.die kleinen Betriebe mitden großen UnternehmenvergleichenWolf-Harald Krüger, Präsident derHandwerkskammer Frankfurt (Oder)Region OstbrandenburgWolf-Harald Krüger, Präsident der HandwerkskammerFrankfurt (Oder) Region OstbrandenburgWarum unterstützen Sie als Jurymitglied den Wettbewerb umden Zukunftspreis?Die beteiligten Kammern leisten mit der Ausrichtung desWettbewerbs eine wichtige Lobbyarbeit für ihre Mitgliedsunternehmen.Mit dem Zukunftspreis stellen wir die Breiteder Wirtschaft in Brandenburg dar. Es gibt in dieser Regionsehr gute Firmen. Das Spektrum reicht dabei vom traditionellenHandwerksbetrieb bis zum großen Industrieunternehmen.Dieser Zukunftspreis ist außerdem ein Alleinstellungsmerkmalund eine Werbung für den WirtschaftsstandortBrandenburg. Mit diesem Preis zeigen wir, zu welchenLeistungen unsere Handwerker und die vielen anderenUnternehmen aus der Region in der Lage sind.Welche Firmen oder Handwerker haben den Zukunftspreisverdient?Firmen, die besonders innovativ sind und Unternehmen,die ihre Position am Markt Jahr für Jahr ausbauen unddamit den Erhalt der Firma und der dortigen Arbeitsplätzesichern. Den Preis haben aber auch Unternehmer verdient,die sich neben ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit auch sozialengagieren und zum Beispiel die Kita im Ort unterstützenoder den Sportverein als Sponsor helfen. Auch Betriebe, diees schaffen, eine gute Verbindung zwischen der Arbeit undder Familie herzustellen, sind für den Zukunftspreis geeignet.Über diese Kriterien hinweg lassen sich auch die kleinenBetriebe mit den großen Unternehmen vergleichen.❙❙Wilko Döllforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012 21


OSTBRANDENBURGBevor der Unternehmer solche Anlagen bauen darf, muss er sich einem immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren stellen.Foto: FotoliaBettina Müller und dieUmweltverträglichkeitsprüfungUmwelt Was auf die Unternehmerin zukommt und warum gute Vorbereitung das A und O istBettina Müller ist Geschäftsführerineines landwirtschaftlichen Betriebes.Mit einem Partner aus der Energiewirtschaftplant sie den Bau einer Biomethan–anlage. Das Projekt soll nun angeschobenwerden. Damit sie schnellstmöglich eineGenehmigung bekommt, sucht BettinaMüller ihren Rechtsanwalt Dr. HelmarHentschke auf, um sich beraten zu lassen.Er stellt der Geschäftsführerin einewichtige Frage: Hat sie bereits ein Grundstückausgesucht? Sie verneint. „Wesentlichist die Standortwahl“, weiß derRechtsanwalt. „Wir müssen gemeinsammit einem Ingenieurbüro eine Analysemachen, bevor Sie ein Grundstück auswählenund eine Anlage planen. Dabeimuss berücksichtigt werden, ob sichSchutzgebiete in der Nähe befinden.“Somit ist die Analyse eines Standortes dasA und O.Das passende Grundstück finden, istdas eine. Aber wie geht es dann für michweiter, fragt sich Bettina Müller. DerAntrag ist doch sicherlich kompliziert.„Es bietet sich dann natürlich an, mit derGenehmigungsbehörde ein Vorgesprächzu führen, um abzuklären, was in denGenehmigungsantrag muss“, antwortetDr. Hentschke. Wichtig dabei: Wird es einGenehmigungsverfahren mit oder ohneÖffentlichkeitsbeteiligung geben? Für dieBiomethananlage ist eine allgemeine Vorprüfungdes Einzelfalls nach dem Gesetzüber die Umweltverträglichkeitsprüfungerforderlich. Da die Anlage mindestens30 Tonnen Gaslagervolumen haben soll,ist laut vierter Ausführungsverordnungzum Bundes-Immissionsschutzgesetz einVerfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligungnotwendig.Erörterungstermin ist HerzstückDie Geschäftsführerin wird langsamunsicher. Was muss sie noch alles beachten?Bettina Müller muss zuvor auf dieGemeinde zugehen, damit ein Bebauungsplanaufgestellt werden kann. „DieGemeindevertretung muss zunächst einenAufstellungsbeschluss fassen“, erklärtder Rechtsanwalt. Im Anschluss werdenBehörde und Öffentlichkeit frühzeitigund dann formal beteiligt. Geht alles gut,bekommt Bettina Müller Planungsrecht.„Der nächste Schritt ist es, mit der Genehmigungsbehördeden Zeitplan abzustimmen.Darauf hat der Unternehmer einenAnspruch.“Zeitplan? Bettina Müller fragt ihrenAnwalt, was dieser genau beinhaltet. DerZeitplan regelt unter anderem, wann dieUnterlagen auf Vollständigkeit geprüftwerden, die Auslegung des Genehmigungsantragesfür die Öffentlichkeiterfolgt und wann der Erörterungsterminstattfindet.„Der Erörterungstermin ist das Herzstückdieses Verfahrens.“ Und darauf giltes optimal vorbereitet zu sein. BettinaMüller sollte deshalb Ingenieure, Biologenund Fachleute zu Rate ziehen. „Fachgutachtersind unerlässlich für den Erfolg desGenehmigungsverfahrens. Das ist ohnefachlichen Beistand fast nicht mehr zuleisten“, weiß Dr. Helmar Hentschke.Die Geschäftsführerin fragt sich, wiesie sich auf diesen wichtigen Terminoptimal vorbereiten kann. „Beim Erörterungsterminsollte der Antragsteller aufalle Einwendungen eingehen können.Dies geht nicht ohne Einwendungskatalog,in dem neben den Einwendungenauch alle dazugehörigen Stellungnahmen22forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


OSTBRANDENBURGdes Antragstellers aufgeführt werden.Kein Punkt darf offen bleiben. Ein: ‚Dazukann ich gar nichts sagen‘, darf es nichtgeben“, schwört der Rechtsanwalt seineMandantin ein. Deshalb sollten auch dieFachgutachter rundum auf den Terminvorbereitet werden. Oftmals sei es auchmöglich, im Vorfeld mit der Behörde zusprechen. Das gibt Bettina Müller dieGelegenheit, der Genehmigungsbehördezu vermitteln, wie auf bestimmte Einwendungenvon Seiten des Antragstellersreagiert wird.Wichtig: Die NebenbestimmungenDer Unternehmerin wird langsam klar:Ganz so schnell und einfach ist ihr Bauvorhabennicht umzusetzen. Es bedarfeiner durchdachten Planung. Sie fragtihren Anwalt, ob sie nach einem erfolgreichenVerfahren noch etwas beachtenmuss.„Ist das Genehmigungsverfahrenabsolviert, dann ist es ganz wichtig einenAntrag auf Anordnung der sofortigenVollziehung zu stellen“, rät Dr. Hentschke.Danach kann nur noch ein gerichtlicherEilbeschluss den Bau stoppen.„Da gibt es noch etwas Wesentliches,das viele unterschätzen: die Nebenbestimmungenim Genehmigungsbescheid.“Müssen beispielsweise regelmäßig Dichtigkeitsprüfungenoder Lärmmessungendurchgeführt werden? Bettina Müllermuss prüfen, ob sie die Bestimmungeneinhalten kann. Eventuell wird es notwendig,Widerspruch einzulegen.Schließlich kommt mit dem Abnahmeterminder Tag der Wahrheit. AlleUnterlagen sollten gut sortiert und vorbereitetin einem Ordner sein. Inklusive derNachweise für die Erfüllung der Nebenbestimmungen.„Nichts ist schlimmer, alsauf dem Abnahmetermin nach Nachweisensuchen zu müssen. Das führt immerzu einem Desaster.“Zum Schluss gibt Rechtsanwalt Dr.Hentschke der Geschäftsführerin nocheinen wichtigen Rat mit auf den Weg:„Sie müssen im ganzen Prozess einenengen Kontakt zur Gemeinde und Genehmigungsbehördepflegen.“ Alle mit insBoot holen, „das ist für die Genehmigungzwingend notwendig.“Bettina Müller ist zufrieden. Jetztkann sie mit einer strukturierten Planungbeginnen und bald ihren Traum von derBiomethananlage erfüllen.❙❙M. Sassenscheidt➜Ansprechpartner in der IHKBurghard SeiboldTel. 0335 5621-1303seibold@ihk-ostbrandenburg.deKontakt:Dr. Helmar HentschkeDombert RechtsanwälteMangerstraße 2614467 PotsdamTelefon: 0331 620 42 70www.dombert.deFORUM-Serie Umwelt: In der FORUM-Serie Umweltsetzt sich Familie Müller, frei erfundene Figuren,regelmäßig mit Umweltthemen aus der unternehmerischenPraxis auseinander.Anzeige


OSTBRANDENBURGIn der Kindernachsorgeklinik Brandenburg-BerlingGmbH (KNKBB) traf sichder Regionalausschuss Barnim der IHKOstbrandenburg. Die Geschäftsführerinder Kindernachsorgeklinik, Petra Bierwirth,stellte die Klinik und deren Notlagevor: Der Pachtvertrag für die fünf ehemaligenDDR-Regierungsgebäude läuft zumJahresende 2013 aus. Bis dahin muss einneuer Standort mit neuem Gebäude verwirklichtsein. Dabei hofft Petra Bierwirthauf Unterstützung aus der Wirtschaft.In der Bernauer Kindernachsorgeklinikkönnen bis zu 26 junge Patientenund 72 Familienangehörige betreutwerden. Die Spezialisierung liegt bei der„Familienorientierten-Reha“. Neben derBehandlung bei kinderonkologischenund hämatologischen Erkrankungenbietet die Klinik eine Nachsorge vonTumor- und Bluterkrankungen bei Kindernan. Dabei steht die gesamte Familieim Fokus der Versorgung. Anfang 2012wurde das Angebot mit der „Verwaisten-Reha“ erweitert. Familien, die ein Kindinfolge eines Unfalls oder einer Krankheitverloren haben, erhalten während derMaßnahme psychologische und therapeutischeHilfen, um ihren Alltag wiederbewältigen zu können. Bis heute wurden575 herz- und krebskranke Kinderbehandelt. Das Fortbestehen der KlinikRüdiger Platz (r.) erhält von IHK-Präsident Dr.Ullrich Müller seine Berufungsurkunde für denRegionalausschuss Barnim. Dr. FriedemannGillert wurde ebenfalls berufen. Einstimmigzum Vorsitzenden wurde Frank Wruck von derBarnimer Busgesellschaft mbH gewählt.Foto: A. GonetIn der Kindernachsorgeklinik Brandenburg-Berlin werden Kinder mit Tumor- und Bluterkrankungen behandeltund nachversorgt. Foto: KNKBBKlinik in NotAus der region Unternehmerunterstützen Kindernachsorgeklinik in Bernauist extrem gefährdet. Die momentangenutzten Gebäude sind denkmalgeschütztund können den Bedürfnissenentsprechend nicht angepasst werden.„Wir haben drei Standorte zur Auswahl,würden aber gerne in Bernau bleiben“,betonte Petra Bierwirth. Die Nähe zuBerlin und dem Deutschen Herzzentrumseien ausschlaggebend. Die Klinikleitungsteht aufgrund der knappen finanziellenMittel vor zwei Problemen: „Erstens mussder Betrieb aufrecht erhalten bleiben undnebenbei ein Neubau gefunden werden“,erkannte Frank Wruck, Vorsitzender desRegionalausschusses Barnim. Aufgrundder wenigen Verwaltungsmitarbeiter inder Klinik ist dringend Unterstützungnotwendig. Ein starker Partner mit Fachkompetenzenkann die notwendige Hilfeleisten. Über die Notwendigkeit der Klinikin der Region sind sich die Ausschussmitgliedereinig. Im Bereich der „FamilienorientiertenReha“ sind die Bernauerdie einzigen Anbieter in den neuen Bundesländern.Bei der Behandlung von anMukoviszidose erkrankten Kindern gibt esbundesweit nur einen Mitbewerber. „DasFortbestehen der Klinik ist vom öffentlichemInteresse“, unterstrich CorneliaGrieger von der Phönix Wirtschaftsberatung& Büroservice. Sie setzt sich bereitsehrenamtlich für die Einrichtung ein.Projektgruppe hilft beim MarketingWichtig sei es jetzt vor allem, das Interessein der Öffentlichkeit zu wecken.Man müsse nicht nur schnellstmöglichdie Sensoren ausfahren, sondern auchvorhandenes Fachwissen einsetzen, sagteDr. Ulrich Müller, Präsident der IHKOstbrandenburg. Hier möchte die IHKOstbrandenburg unterstützen. Es wurdeeine Projektgruppe ins Leben gerufen, dieunter anderem bei Marketingmaßnahmenund wirtschaftlichen Aspekten beratendwirken soll. Somit wird die IHK Ostbrandenburgdie Bernauer Kindernachsorgeklinikmit Fachwissen unterstützen. DerRegionalausschuss Barnim begrüßte denVorschlag. Wer die Kindernachsorgeklinikin Bernau unterstützen möchte, wendesich an die Assistentin der Geschäftsführung,Ines Möhwald, Tel. 03338-908033,E-Mail: ines.moehwald@knkbb.de.❙❙IHK/AG/NG24forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


OSTBRANDENBURG➜RecyclingbörseIHK OstbrandenburgBurghard SeiboldTel. 0335 5621-1303seibold@ihk-ostbrandenburg.deProduktionsrückstände eines Unternehmens könnenin einem anderen Unternehmen durchaus alsEinsatzstoff geeignet sein. Die Recyclingbörsebietet die Möglichkeit, beides zusammenzuführen.Jedes interessierte Unternehmen kann mitder IHK-Recyclingbörse konkrete und geldwerteVorteile erzielen. Erster Schritt sollte immer eineRecherche sein, ob bereits passende AngebotsoderNachfrageinserate vorhanden sind. Darüberhinaus können Unternehmen auch selbst kostenlosinserieren und ihre Produktionsrückständeanbieten oder Einsatzstoffe suchen.Die Recyclingbörse ist im Internet zu finden unter:www.ihk-recyclingboerse.deAktuell sind folgende Inserate aus unserer Regiongeschaltet:abgegeben wird:■■B-A-2204-2 Polystyrolabfälle■■B-A-3312-12 Altreifen■■P-A-3371-5 Sperrholz■■B-A-3412-5 Biomasse: pflanzliche Abfälle,Waldrestholz, Straßenbegleitgut➜■■B-A-3496-7 Altreifen■■CB-A-3506-11 gebrauchte Big Bags■■P-A-3512-10 Gipsabfälle und sonstigemineralische Fraktionengesucht wird :■■P-N-3465-10 gemischte Bau- und Abbruchabfälle,ASN-Nr. 170904■■P-N-3511-10 Gipsabfälle und sonstige mineralischeFraktionenKooperationsbörseIHK OstbrandenburgJeanette HeinrichTel. 0335 5621-1111heinrich@ihk-ostbrandenburg.deDie IHK Ostbrandenburg weist auf folgende Wünschenach zwischenbetrieblicher Zusammenarbeithin. Bei Interesse an einer Kontaktaufnahmebitten wir um entsprechende Zuschriften unterAngabe der jeweiligen Chiffrenummer. Die Zuschriftenwerden ungeöffnet weitergeleitet.FOR 05/01 Ein Unternehmen mit langjährigerErfahrung im Großhandel von Gewürzen, suchtUnternehmen in ganz Deutschland, die Interessean einer kooperativen Zusammenarbeit haben. DasUnternehmen ist insbesondere spezialisiert auf denEin- und Verkauf von Ingwer.„Feuer und Flammefür die Uckermark“Schwedt/Oder. Am 2. und 3. Juni 2012lädt die Unternehmervereinigung Uckermarkzur achten „INKONTAKT – Die Leis–tungsschau der Uckermark“ in Schwedtein. Hier präsentieren sich Unternehmen,Vereine und Verbände unter dem Motto„Feuer und Flamme für die Uckermark“.Mitarbeiter der IHK Ostbrandenburginformieren zu Angeboten der Kammer:von A – wie Außenwirtschaft über E –wie Existenzgründung bis W – wie Weiterbildung.Auf dem Programm steht am2. Juni um 14 Uhr auch ein Show-Kampfvon LEGO-Robotern. Grundlage dafür istdie FIRST LEGOLeague (FLL), ein Schülerwettbewerb,den die IHK Ostbrandenburgausrichtet. Bisher sind vier Teams mitihren Robotern angemeldet, weitere könnensich beteiligen.❙❙AGInformationen und Anmeldungen bei IHK-ReferentJens Jankowsky, Tel. 0335 5621-1302E-Mail: jankowsky@ihk-ostbrandenburg.de.Anzeigeforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012 25


OSTBRANDENBURGJunge Fachkräftefür UnternehmenUnternehmen der Region Ostbrandenburgfällt es immer schwerer, motivierteund geeignete Auszubildende zu finden.Auf der anderen Seite sind viele jungeArbeitslose auf der Suche nach einer Einstiegsmöglichkeitins Berufsleben.Das Projekt IHK-Abschluss für Assistenten– von der vollschulischen Ausbildung zumanerkannten Beruf mit IHK-Abschluss,gefördert durch das MASF aus Mitteln desESF und des Landes Brandenburg, ermöglichtUnternehmen, junge Fachkräfte überein bezahltes Praktikum zu qualifizierenund dann in SV-pflichtige Beschäftigungenzu übernehmen. Dabei könnenAssistenten/-innen mit staatlich anerkanntemBerufsabschluss, kaufmännischBerufserfahrene oder Ausgebildete ohneAbschluss passende kaufmännische IHK-Berufsabschlüsse über eine externe Prüfungerwerben. Realisiert wird dies durchErgänzen der Qualifikation und Erweiterungder praktischen Kenntnisse. BeiBedarf können fehlende kaufmännischeKenntnisse über Bildungsgutscheine deskommunalen Job Centers oder der Agenturfür Arbeit erworben werden. Die IHK-Projektgesellschaft mbH übernimmt dieKoordination der fehlenden theoretischenund praktischen Qualifikation während desgesamten Projekts. Sie ist außerdem dieSchnittstelle zu der für die Berufsausbildungzuständigen Stelle (IHK).Assistentenausbildungen sind Bildungsgängeder Bereiche■■ Wirtschaft (Büro, Fremdsprachen, EDV)■■ Tourismus■■ Automatisierungs- und Computertechnik■■ Sport und■■ Mediengestaltung.Angestrebt wird, dass die Praktikumsunternehmenden Teilnehmer/-in alsArbeitnehmer/-in nach erfolgreicherQualifikation einstellen. Sollte dies nichtgelingen, stehen andere Projekte bis zumvollzogenen Berufseinstieg zur Seite.Bei Interesse an einem Praktikantennehmen Sie Kontakt zu uns auf.❙❙PGIHK-Projektgesellschaft mbH,Puschkinstraße 12 b, 15236 Frankfurt (Oder)Jana Kupetz, Tel. 0335 5621-2240E-Mail: kupetz@ihk-projekt.deFrank Ullmann, Tel. 0335 5621-2241E-Mail: ullmann@ihk-projekt.deInnovation schafftWachstumInnovation Deutschlandweites Förderprogramm unterstützt kleineund mittlere Unternehmen beim Entwickeln von neuen TechnologienEntwickeln, Innovationen schaffen,forschen: Das ZIM soll die Wachstumsfähigkeitund Innovationskraft kleinerund mittlere Unternehmen (KMU)stärken. ZIM – das Zentrale InnovationsprogrammMittelstand – fördert bundesweitinnovative Unternehmen und wirtschaftsnaheForschungseinrichtungen, diemit KMU zusammenarbeiten.Mit der Förderung sollen KMU dazuangeregt werden, neue Technologien zuentwickeln und verstärkt marktorientiertzu forschen. Darüber hinaus soll dieZusammenarbeit von Unternehmen undForschungseinrichtungen verstärkt werden.Grundsätzlich antragsberechtigt sindKMU aller Rechtsformen mit Geschäftsbetriebin Deutschland. Die Firmen müssenweniger als 250 Mitarbeiter haben. DerJahresumsatz darf maximal 50 MillionenEuro betragen oder eine Jahresbilanz vonmaximal 43 Millionen Euro. Förderfähigsind Projekte die unter anderem Produkteentwickeln, die sich am internationalenStand der Technik orientieren, dieInnovationskompetenz, das technischeLeistungsniveau und die Wettbewerbsfähigkeiterhöhen. Die Projekte sollen neueMarktchancen und Arbeitsplätze schaffenbeziehungsweise sichern.Mit drei unterschiedlichen Fördermodulendeckt das ZIM den Bedarf der KMU.Das Modul Kooperationsprojekte (ZIM-KOOP) fördert Projekte in Forschung undEntwicklung (FuE), die in Kooperationzwischen Firmen und Unternehmen mitForschungseinrichtungen durchgeführtwerden. Das Modul Einzelprojekte (ZIM-SOLO) unterstützt einzelbetriebliche FuE-Projekte von Betrieben. Externe Management-und Organisationsleistungen fürdie Entwicklung innovativer Netzwerkevon Unternehmen werden mit dem ModulNetzwerkprojekte (ZIM-NEMO) gefördert.Das branchen- und technologieoffeneZIM des Bundesministeriums für Wirtschaftund Technologie unterstützt bereits seit dem1. Juli 2008 die Betriebe. Das Förderprogrammläuft zum Ende 2013 aus. WeitereInformationen unter www.zim-bmwi.de.Die IHK Ostbrandenburg berät interessierteUnternehmer zu dem Förderprogramm.Ansprechpartner: IHK-Referent Jens Jankowsky,Tel. 0335 5621-1302, E-Mail:jankowsky@ihk-ostbrandenburg.de.❙❙MAS/ BMWIFORUM TV - Das Wirtschaftsmagazinfür OstbrandenburgThemen im Mai:- der profesionelle Messestand- zur Kriminalität in Grenznähe- 20 Jahre Wirschaftsjuniorenin OstbrandenburgAktuell ist das Magazinunter folgenden Adressen zu sehen:www.wirtschaftsmagazin-ostbrandenburg.de/tvwww.moz.de/forumtv26forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


OSTBRANDENBURGDrei PräsidentenHochschulen Neue Partnerschaft zwischen Wirtschaft und WissenschaftDeutsch-PolnischerLogistiktag mitKooperationsbörseDie Vereinbarung wird unterzeichnet von IHK-Präsident Dr. Ulrich Müller (vorn), EUV-Präsident Dr. Gunter Pleuger(links) und HNEE-Präsident Prof. Dr. Wilhelm-Günther Vahrson. Foto: N. GroSSAuf ihrer letzten Sitzung in der Wahlperiode2007 – 2012 hat das höchsteregionale Wirtschaftsgremium, die IHK-Vollvers ammlung, eine strategischePartnerschaft mit den Hochschulen inOstbrandenburg geschlossen. Die Vereinbarungensehen vor, dass bei Themen wieder beruflichen Weiterbildung gemeinsameKonzepte entwickelt und umgesetztwerden sollen.Die Unterzeichnung nahmen IHK-PräsidentDr. Ulrich Müller, der Präsident derEuropa-Universität Viadrina Dr. GunterPleuger sowie der Präsident der Hochschulefür Nachhaltige EntwicklungEberswalde Prof. Dr. Wilhelm-GüntherVahrson vor. „Damit rücken Wissenschaftund Wirtschaft noch enger zusammen“,sagte Dr. Ulrich Müller.❙❙ IHK/NGGol dbeck_BBG99_A05. pdf Sei t e 3 05. 04. 12, 17: 44Anzeige➜Am 27. September 2012 Im BildungszentrumErkner e. V., Seestr. 39Der Deutsch-Polnische Logistiktag wendetsich an Spediteure, Transportunternehmerund Dienstleister für das Verkehrsgewerbe,die in Deutschland und Polen dem Verkehrneue Impulse geben und helfen wollen,künftige Verkehrs- und Warenströme zubewältigen.Das eintägige Branchenforum umfasstFachvorträge und die internationale Kooperationsbörse(kostenfrei).Im Seminar am Vormittag werden Referentenund Praktiker ihr Fachwissen zumGüterkraftverkehrsrecht und zur Energieeffizienzim Verkehrsbereich vermitteln.Während der Kooperationsbörse amNachmittag können die Teilnehmer mitpolnischen Unternehmensvertretern insGespräch kommen und Möglichkeiten derZusammenarbeit ausloten. Die Börse richtetsich an Firmen der Branchen, Verkehr,Logistik und Transport sowie Entscheiderder verladenden Wirtschaft.Ansprechpartner in der IHKHarald WendeTel. 0335 5621-1402wende@ihk-ostbrandenburg.de


OSTBRANDENBURGIHK-Referent Michael Götz und die Jungen und Mädchen lernen sich kennen.Fotos (alle): N. GroSSStolzer Forscher Henry.Forscherhäuser aus PapierBildung Erster Tag der kleinen Forscher in Prenzlau im April2012, Thema „Frühe Bildung für nachhaltige Entwicklung“Fernseher, Toaster, Waschmaschine,Telefon, Nintendo, Licht...“ Die FünfundSechsjährigen benennen lautstarkDinge, die elektrischen Strom verbrauchen.Simon Kutzner von den PrenzlauerStadtwerken hatte sie danach gefragt.Die Jungen und Mädchen kommen ausden Kitas „Freundschaft“, „Kinderland“Vollbracht: Windmühlen und Häuser aus Papierhatten die kleinen Forscher am Ende des Tagesgebaut.und „Uckersternchen“ in Prenzlau.Bei den Stadtwerken findet zum erstenMal der Tag der kleinen Forscher statt.„Dieser Tag soll Kinder für das Thema‚Energie und Nachhaltigkeit‘ sensibilisieren“,erklärt IHK-Referent Michael Götz.„Wir wollen damit aber auch andereUnternehmen ermutigen, sich schon imBereich der elementaren Bildung zu engagierenund damit aktiv auf den zukünftigenBedarf an Fachkräften zu reagieren“.“Die Stadtwerke Prenzlau sind wie einDutzend anderer Mitgliedsunternehmenauch seit 2010 Partner der IHK bei derUmsetzung der Bildungsinitiative in Ostbrandenburg.Sie stellen unter anderemSeminarräume zur Verfügung. Hintergrundist die Kooperation der IHK mitder Stiftung „Haus der kleinen Forscher“.Darüber hinaus wurde ein Netzwerk mitmehr als 300 Kindertagesstätten im IHK-Bezirk aufgebaut und Erzieherinnen undErzieher fortgebildet. Diese begeisterndann Jungen und Mädchen für naturwissenschaftlichePhänomene und technischeFragen.Die 60 Jungen und Mädchen hattenein volles Programm: Sie malten Maschinen,die Energie herstellen; basteltenWindräder und bauten aus Zeitungspapierfür jeden Kindergarten ein Haus der kleinenForscher. Am Ende gab es für jedesKind ein Forscherdiplom.Der Tag der kleinen Forscher fand amgleichen Tag wie die „Lange Nacht dererneuerbaren Energien“ in Prenzlau statt.Ein weiterer Tag der kleinen Forscherwird Anfang Juni in Templin stattfinden.❙❙IHK/NG28forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


TitelthemaWirtschaftsjunioren wollen Bildungund Unternehmertum verbindenPotsdamer Jungunternehmer pflegen dasGemeinschaftsleben und denken an den BerufsnachwuchsMit rund 50 Mitgliedern und 30 Förderernsind die WirtschaftsjuniorenPotsdam die stärkste Gemeinschaft innerhalbder Organisation in Brandenburg.Gleichzeitig gehört der Verband in derHauptstadt zu den ältesten des Landes.„Wir werden im Jahr 2015 unser 25-jährigesBestehen feiern“, erzählt Ilona Masche.Die Marketing Managerin kam imJahr 2007 als damals jüngstes Mitglied zuden Wirtschaftsjunioren und ist heute dieKreissprecherin in Potsdam. „Ich schätzean den Wirtschaftsjunioren besondersden Querschnitt der Mitglieder, es sindsehr viele Branchen vertreten.“ Von diesenganz unterschiedlichen Erfahrungswertenund Wissensständen profitieren alle Mitglieder.„Es ist ein gegenseitiges Gebenund Nehmen.“Deshalb legen die WirtschaftsjuniorenPotsdam großen Wert auf das Gemeinschaftsleben.Unternehmensbesuche sindein Teil davon. „So lernen wir verschiedenFirmen und Bereiche kennen undjedes Mitglied kann aus diesen BesuchenAnregungen für Prozesse in der eigenenFirma mitnehmen“, sagt Ilona Masche.Auch Seminare zur Rhetorik oder Mitarbeitermotivation,Sommerschulungenzu verschiedenen Wirtschaftsthemen undselbst ein Kurs zum Debattieren gehörenzum Angebot der Wirtschaftsjunioren. Diejungen Unternehmer und Führungskräfteverbringen viel Zeit miteinander. „ImSommer steigen wir auch mal in den Zehnerkanadierund paddeln über die PotsdamerGewässer.“ In diesem Jahr ist einneues Angebot hinzukommen. „An jedemersten Donnerstagabend im Monat treffenwir uns im Restaurant Hammer am NeuenMarkt in Potsdam“, erklärt die Kreissprecherin.„Dort sprechen wir dann über alleAnregungen, Ideen und Vorhaben derWirtschaftsjunioren.“ Auch Neueinsteigerkönnen zu diesen Monatsgesprächenkommen.Firmen und Schulen treffen sichbeim AusbildungskongressNatürlich wird in diesen Runden auchimmer wieder über die wichtigsten Projekteder Potsdamer Wirtschaftsjuniorengesprochen. „Wir wollen eine Verbindungschaffen zwischen der Bildung und demUnternehmertum.“ Deshalb organisierendie Wirtschaftsjunioren Jahr für Jahreinen Ausbildungskongress in Potsdam.Der nächste wird am 15. September amOberstufenzentrum Johanna Just stattfinden.Es ist bereits die 13. Veranstaltungdieser Art. „Der Charakter hat sichvon der reinen Messe zum Kongress mitWorkshops, Seminaren und Unternehmensvorstellungengewandelt“, betontIlona Masche. Dabei gibt es Informationenzur beruflichen Bildung, zu Ausbildungsplätzenund zum Studium, aberauch zur Förderung und Finanzierung derBildung. Rund 50 Firmen aus Potsdamund dem Umland der Landeshauptstadtwerden sich in diesem Jahr am Ausbildungskongressbeteiligen.Die Wirtschaftsjunioren gehen aberauch selbst in die Potsdamer Schulen.Sie reden dabei jedoch nicht nur mit denSchülern. „Wir stellen auch den Lehrernunsere Projekte vor und erklären, woraufdie Unternehmen in Bewerbergesprächenachten und was die Firmen von denSchülern in der Berufsausbildung erwarten“,sagt Ilona Masche. Mit dem Berufsbildungswerkim Potsdamer Oberlinhauswar die Zusammenarbeit in diesemJahr besonders intensiv. Auszubildendemit Behinderungen wurden mit besonderenAngeboten auf den Berufseinstiegvorbereitet. „Gerade diesen Jugendlichenfehlt mitunter trotz guter fachlicherQualitäten das richtige Selbstbewusstsein“,hat die Kreissprecherin der Wirtschaftsjuniorenfestgestellt. „Wir habendeshalb mit ihnen Bewerbungsinterviewsund Gespräche trainiert, dabei die Stärkender Auszubildenden herausgestellt undihnen so eine wichtige Hilfe gegeben.“ EinWirtschaftsjunior hat aus diesem Projektheraus gleich einen Bewerber selbst eingestellt.Ilona Masche hat bei diesem Bewerbungstrainingim Oberlinhaus auch ihreneigenen beruflichen Erfahrungen genutzt.Die diplomierte Betriebswirtin arbeitet alsMarketing Managerin für das KommunikationsunternehmenDeTeWe und hat ander Hochschule für Wirtschaft und Rechtin Berlin einen Lehrauftrag im BereichMarketing. Dort erklärt sie Studenten zumBeispiel die Grundlagen der Preis- undProduktpolitik eines Unternehmens. Vondiesen Kenntnissen profitieren übrigensauch die anderen Wirtschaftsjunioren inPotsdam. „Bei meinem Einstieg war ich jadie Nehmende, da kann ich jetzt ja auchmein Wissen weitergeben.“❙❙Wilko DöllIlona Masche, Kreissprecherin der WirtschaftsjuniorenPotsdam Foto: W. Döllforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/201241


TitelthemaDaniel Bentner, Mitgliedder WirtschaftsjuniorenCottbus Foto: W. DöllIrgendwann aber wurde der Name „Brotbüchse“zum Problem. „Damit wurde ichbekannt und er genießt auch einen gutenRuf“, freut sich der Firmenchef. „Abereinige Kunden verbinden mit Brotbüchsenur die billige und schnelle Pausenversorgung.“Also baute er unter dem Namen„Gaumenfreude Lausitz“ einen ähnlichenService mit höherwertigen Produkten auf.Außerdem betreibt er seit fast zwei Jahrenim Schau-Handwerkshof in Burg imSpreewald das Hofcafé mit Restaurant.In den Phasen seiner Firmengründungenund Umstrukturierungen hatteDaniel Bentner häufig mit der Industrie-und Handelskammer Cottbus zutun. Dabei kam er auch mit den Wirtschaftsjuniorenin Kontakt. Seit vierJahren gehört er der Gemeinschaft anund schätzt dort besonders den ehrlichenund offenen Umgang miteinander. „Reinprivate Freunde sagen einem nicht immerdie richtigen Wahrheiten, sie sind manchmalin guter Absicht zu unkritisch“,sagt der junge Unternehmer. Im Kreisder Wirtschaftsjunioren aber hat er vielgelernt. „Ich habe dort Antworten aufFachfragen erhalten und musste dafürnicht sofort eine Rechnung begleichen.“Der Erfahrungsaustausch mit anderenUnternehmern, ihre Meinungen undAnsichten sowie die Kontakte zu den inganz unterschiedlichen Bereichen tätigenMitgliedern sind ihm besonders wichtig.Er schätzt auch das soziale Engagementder Wirtschaftsjunioren.Wirtschaftsjuniorenals kostenlose RatgeberCottbuser Jungunternehmer nutzt Angeboteund zahlt mit Engagement zurückDaniel Bentner haut so schnell nichtsum. Der gelernte Zimmermann führtheute drei Gastronomiefirmen. „Jetzt zimmereich eben Partyplatten“, sagt er miteinem verschmitzen Lächeln. Seit einerBandscheiben-OP kann er seinen ursprünglichenBeruf nicht mehr ausüben.„Vor dem Vorfall habe ich in Münchengearbeitet und dort gesehen, wie ein Bekanntereinen Brotzeitservice betrieb.“ Der33-Jährige lamentierte nicht lange überseinen Gesundheitszustand und ging zurückin seine Heimatstadt Cottbus. „Hierwar meine Familie und hier kannte ichdie Region und die Mentalität der Leute“,blickt Daniel Bentner zurück. „Geradedieses Wissen war für den Start in dieSelbstständigkeit ganz wichtig.“Mit dem Namen „Brotbüchse“ boter im Herbst 2005 einen mobilen Frühstücksservicean. Er fuhr zu Firmen, Institutionenund Baustellen und versorgtedie Mitarbeiter dort mit leckerem Essen.Daniel Bentner und sein Firmennamewurden bekannt, mit der wirtschaftlichenEntwicklung aber war der Unternehmernicht zufrieden. „Aufwand und Nutzenstanden nach einiger Zeit in keinemguten Verhältnis“, sagt er heute. Alsoveränderte er sein Angebot und erweitereseinen Kundenkreis. Jetzt gehört zur„Brotbüchse“ auch ein Platten- und Partyservice.Von Speisen und Getränken biszum Festzelt wird den gewerblichen oderprivaten Kunden alles geliefert. Zwei festeMitarbeiter und einige Pauschalkräfte verstärkeninzwischen die kleine Firma.Hinweise von WirtschaftsjuniorengenutztIn der Region verwurzelt„Cottbus hat ein Problem mit dem Nachwuchs“,hat Bentner festgestellt. „Es gibtzu wenig Leute, die nachrücken, wenn dieerfahrenen Alten in Rente gehen.“ Deshalbfindet er auch das Projekt Schüler alsBosse gut. „Wenn die Mädchen und Jungenin Firmen einen Tag lang die Chefsbegleiten, lernen sie ganz praktisch, wieWirtschaft funktioniert und sie erfahrengleichzeitig, was es für tolle Unternehmenmit guten beruflichen Möglichkeiten hiergibt.“ Der 33-Jährige ist in Cottbus aufgewachsenund nach vierjähriger beruflicherAbwesenheit wieder ganz bewusstin die Heimat zurückgegangen. Er schätztbesonders die weichen Faktoren des WirtschaftsstandortesCottbus. „Die Kindergärten,Schulen und die Uni sind hier gut,das kulturelle Angebot stimmt, die sportlichenMöglichkeiten gefallen mir undauch den Branitzer Park, den Tierparkund die Umgebung mag ich.“Daniel Bentner will das Image seinerHeimatstadt weiter verbessern undunterstützt deshalb viele Projekte derWirtschaftsjunioren. Er selbst hat sichzwei besondere Aufgaben gestellt. Sohat er in Cottbus eine XING-Gruppe mitrund tausend Mitgliedern aufgebaut. „Indiesem sozialen Netzwerk sind Unternehmerund andere engagierte Bürger derStadt vereint.“ Außerdem gehört er zuden Gründern der Bürgerstiftung in seinerHeimatstadt. „Wir wollen eine Anlaufstellefür Geber und Nehmer werden undso Projekte in Cottbus fördern, die ohneprivate finanzielle Hilfe nicht umgesetztwerden könnten.❙❙ Wilko Döll42forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


TitelthemaAusgerechnet in einer Kita hat MoniqueMöbus-Zweig die Wirtschaftsjuniorenkennen gelernt. „Bei einem Elterntreffkam ich mit Mitgliedern ins Gespräch undfand Gefallen an dieser Gemeinschaft.“Inzwischen ist sie die Kreissprecherin derWirtschaftsjunioren Ostbrandenburg. Die37-Jährige kennt die Wirtschaft der Regionsehr gut. Mit ihrem Mann und den zweiSöhnen lebt sie in Frankfurt (Oder). Dort hatsie an der Europa-Universität studiert undspäter im Familienbetrieb die Geschäftsführungder Automobilhandel Möbus GmbHübernommen. Sie scheut sich nicht vorder Verantwortung. Das Klischee von dergehetzten Powerfrau passt trotzdem nichtzu ihr. Das Handy darf im Gespräch weiterklingeln, sie hört gut zu, ihr Blick ist offenund enthält noch immer einen Rest vonkindlicher Neugier. Monique Möbus-Zweigist erfolgreich und hat trotzdem das Gespürfür ihre Umgebung nicht verloren. Wohlauch deshalb steht sie in diesem Jahr an derSpitze der Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg.Es ist ein besonderes Jahr. „Die Gemeinschaftbegeht in diesem Jahr ihr 20-jährigesBestehen“, erzählt die Kreissprecherin. ImApril wurde das Jubiläum gefeiert. Gründungsmitglieder,ehemalige Geschäftsführerund viele frühere und heutige Mitgliederwaren dabei. Zu den Gratulanten gehörteauch Dr. Martin Wilke. Der frühere Wirtschaftsjuniorsitzt heute als Oberbürgermeisterim Rathaus von Frankfurt (Oder).Auch aus Frankfurts Partnerstadt Heilbronnwaren Gäste zur Jubiläumsfeier gekommen.„Die Wirtschaftsjunioren Heilbronn habenMonique Möbus-Zweig,Kreissprecherin der WirtschaftsjuniorenOstbrandenburg Foto: W. DöllJugendlichen PraxiswissenvermittelnOstbrandenburger Wirtschaftsjunioren fördernStudenten und Schüler mit Wettbewerbendamals die Gründung der Gemeinschaft hierin Ostbrandenburg unterstützt und arbeitennoch heute mit uns zusammen“, erklärtMonique Möbus-Zweig.Wirtschaftsjunioren vergebenStudentenpreisGemeinsam mit den Heilbronnern zeichnendie Wirtschaftsjunioren Jahr für Jahr diebesten Diplom- oder Masterarbeiten derFrankfurter Europa-Universität im Bereichder Betriebswirtschaftslehre aus. DieserWettbewerb ist das sicher bekanntesteProjekt der Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg.„Wir lesen dafür die Abschlussarbeitender Studenten, bewerten sie undzeichnen dann jedes Jahr die drei bestenArbeiten aus.“ Bewertungskriterien in diesemWettbewerb sind unter anderem dieNähe der Arbeiten zum Mittelstand, dieVereinbarkeit von Familie und Beruf, derPraxisbezug, die Einbeziehung von Bildungund Innovationen und der schonendeUmgang mit Ressourcen. Die Übergabe derPreise an die besten Studenten wird immerauch zu einem Treffen der Wirtschaftsjuniorenaus Heilbronn und Ostbrandenburggenutzt.Im Jubiläumsjahr der Wirtschaftsjuniorenwaren die Ostbrandenburger aber auchmit einem anderen Projekt sehr erfolgreich.„Wir gehen ja schon seit vielen Jahren indie Schulen der Region und testen dortdas Wirtschaftswissen der Schüler“, sagtdie Kreissprecherin. Dieser Kontakt zu denSchulen ist für die Wirtschaftsjuniorensehr wichtig. „Wir vermitteln ja damit denSchülern und Lehrern Praxiswissen, sieerfahren so, wie in Unternehmen gearbeitetwird, welches Wissen dafür nötig ist undwie Werte entstehen.“ Von diesen Kontaktenprofitieren beide Seiten. „Wir erleichternden Schülern die Berufswahl und sie kommenspäter mit mehr Praxiswissen in dieUnternehmen.“ In diesem Jahr waren dieOstbrandenburger Wirtschaftsjunioren imWettbewerb Wirtschaftswissen sehr erfolgreich.Bundesweit hat der Kreisverband diemeisten Schulen einbezogen. Außerdembelegte Regionalsieger Pascal Rusch ausSeelow im Bundeswettbewerb einen beachtlichensechsten Platz.Soziales Engagement in der RegionDie Ostbrandenburger Wirtschaftsjuniorenwollen sich nicht nur an bundesweitenProjekten der Gemeinschaft beteiligen,sondern sich auch noch stärker in derRegion engagieren. So gibt es seit dem vergangenenJahr auch caritative Vorhaben.„Wir wollen dabei aber kein Geld spenden,sondern Nähe und Aufmerksamkeit gebensowie ganz praktische Hilfe leisten“, erklärtMonique Möbus-Zweig. So arbeiten dieWirtschaftsjunioren mit der Kinderdiakoniezusammen und organisieren für Kinderaus schwierigen sozialen Verhältnissengemeinsame Erlebnisse. Demnächst stehtdann eine ganz praktische Hilfe an. „Wirgreifen zu Pinsel und Farbeimer undwollen den Speiseraum der Grundschulein Booßen bei Frankfurt (Oder)streichen.“❙❙Wilko Döllforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/201243


BRANDENBURGEin Lächeln sagt mehrals 1000 WorteHandelstag Ansprechendes Auftreten ist Experten zufolge imdirekten Kundenkontakt mindestens genauso wichtig, wie eine guteProduktpalette. Auf dem 7. Handelstag der IHKn aus Berlin undBrandenburg stand das “Shoppingparadies“ BER im Mittelpunkt.Regionale Produkte sind ein Zugpferdim Ringen um die Gunst derKunden. „Die Verbraucher achten beimEinkauf nicht mehr nur auf Qualitätund Convenience, sondern immer häufigerauch auf eine nachhaltige undumweltfreundliche Erzeugung“, betonteder Hauptgeschäftsführer der IHKCottbus, Dr. Wolfgang Krüger auf dem7. Handelstag Berlin-Brandenburg inSchönefeld, auf dem rund 220 Teilnehmervertreten waren. Regionalität spieleeine immer wichtigere Rolle, auch fürdie Geschäftsvielfalt des BER, der mit22.000 Quadratmetern Verkaufsflächeein „Shoppingparadies“ werden soll. Ausder Region sind hier den Angaben zufolgedie Stiftung Preußische Schlösserund Gärten, ein „Spreewald“-Shop, dieHornower Confiserie Felicitas, ein Ampelmann-Shopund die Berliner UhrenmanufakturAskania vertreten.Im Kundenkontakt komme es vorallem auf die richtige Körpersprache an,sagte der Experte Jan Sentürk, Geschäftsführerder PS Dialog Brockmann &44forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


BRANDENBURGSentürk GbR. Studien zufolge sind beimersten Gespräch zu 93 Prozent Stimmeund äußeres Erscheinungsbild ausschlaggebendund nur zu sieben Prozent derInhalt. Verkäufer müssten wissen, wieKunden ticken und sich entsprechenddarauf einstellen. „Wir werden nachder Art und Weise beurteilt, wie wir mitMenschen umgehen“, betonte der Autormehrerer Bücher. Berührung und Lächelnschließen den Gegenüber schneller auf,weil der Absender mehr Sympathie ausstrahle.Prof. Andreas Kaapke von derDualen Hochschule Baden-Württemberghob hervor, dass im Verkauf soziale Kompetenzwichtiger sei als Marketing-Kompetenz.Kaapke begleitete zwei BrandenburgerHändler bis zur Zuschlagserteilungfür deren Geschäft im Flughafen.❙❙FORUM/Katrin NeubauerMit großer Spannung folgten die Gäste dem Vortrag über richtige Körpersprache im Kundenkontakt von JanSentürk, Geschäftsführer der PS Dialog Brockmann & Sentürk GbR. Foto: Katrin NeubauerAnzeigeforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/201245


Foto: Berlin Brandenburg GMBH/Marion SchmiedingFlughafenbau bringt WachstumBER Märkische Wirtschaft profitiert vom Flughafenbau/BruttoInlandsprodukt stieg im Land Brandenburg 2011 um 2,8 ProzentNach der ersten vorläufigen Berechnungvom Arbeitskreis „VolkswirtschaftlicheGesamtrechnung der Länder“stieg das BIP 2011 im Land Brandenburgpreisbereinigt um 2,8 Prozent. Brandenburglag damit im Durchschnitt derneuen Bundesländer.Deutschlandweit stiegdas BIP um 3,0 Prozent.Mit hohen Zuwächsenhaben nach Informationdes Arbeitskreisesinsbesondere das ProduzierendeGewerbe und das Baugewerbezur Steigerung der brandenburgischenWirtschaftsleistung beigetragen. Der Anteildieser beiden Bereiche am BIP liegtin Brandenburg bei 20 Prozent. „DasVerarbeitende Gewerbe in Brandenburgist 2011 einmal mehr seinem Ruf alsWachstumsmotor gerecht geworden. Diemärkische Industrie hat sich nach erstenvorläufigen Zahlen des Arbeitskreises,Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungder Länder’ besser entwickelt als derDurchschnitt aller Bundesländer“, erläuterteWirtschaftsminister Ralf Christoffersdie Zahlen.In der heimischen Bauwirtschafthabe vorallem der Bau des neuenFlughafens BER alsgrößtem BrandenburgerInfrastrukturprojekt füreinen kräftigen Wachstumsschubgesorgt. Die etwas unter demBundesdurchschnitt liegende Steigerungdes BIP sei vornehmlich der geringerenExportaktivität der märkischen Unternehmengeschuldet.❙❙mwe/FORUM/wgVerarbeitendes Gewerbein Brandenburg istWachstumsmotor.Ralf Christoffers, WirtschaftsministerInfo: Der nächsten FORUM-Ausgabe liegt eineSonderbeilage zur Eröffnung des Flughafens BER bei.46forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


Ideen der SiegerWettbewerb Die Siegerteams der zweiten Stufedes Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg(BPW) 2012 wurden im Meistersaal in Berlin geehrt.Wo vor 100 Jahren Meisterbriefeverliehenwurden und ab Mitte der 60erJahre viele bekannte Musikaufnahmenentstanden sind,wurden am 29. März je fünfTeams in den beiden Bewertungskategorien(BPW Service)und (BPWTechnology)geehrt. In derzweiten derinsgesamtdrei Wettbewerbsstufenwurden neben„Geschäftsidee und Gründer(-Team)“ nun außerdem dieBusinessplan-Kapitel zu Marketingund Marktanalyse miteinem Preisgeld von je 1000Euro prämiert.Darunter waren Ralf Gehrerund Fabian Lindenberg vomTeam smaragdgrün aus Potsdamsowie Dr. Martina Schadund Dr. Jim Kallarackal vomTeam OakLabs aus Hennigsdorf.BP-Wettbewerbvermittelt unverzichtbareKenntnisse.Ralf Christoffers, WirtschaftsministerGrößte GründerinitiativeDer Businessplan-WettbewerbBerlin-Brandenburg (BPW) istDeutschlands größte regionaleGründerinitiative. VielfältigeInformationsveranstaltungenund ein mit insgesamt 63 000Euro dotierterWettbewerbbegleiten Exis–tenzgründer/innen in dreiStufen aufihrem Weg von der Produktideezum tragfähigenGeschäftskonzept. In derdritten Wettbewerbsstufe wirddas Kapitel Nachhaltigkeitzusätzlich mit einem Preisgeldin Höhe von 2 000 Euro ausgezeichnet.Ein Einstieg in denWettbewerb ist in jeder Stufebis zum jeweiligen Abgabeterminmöglich.❙❙b-p-w/FORUM/DGwww.b-p-w.deEnde März wurden in Berlin die Sieger der 2. Stufe des Businessplan-WettbewerbsBerlin-Brandenburg 2012 ausgezeichnet, darunter die Brandenburger Ralf Gehrer(2. v. r.) und Fabian Lindenberg (r.) vom Team smaragdgrün aus Potsdam sowie Dr.Martina Schad (4. v. l. vorn) und Dr. Jim Kallarackal (5. v. l./letzte Reihe) vom TeamOakLabs aus Hennigsdorf. Foto: BPW/leo seidelforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/201247


BRANDENBURGKooperationenmit PartnerregionenPotsdam. In den drei mittelosteuropäischenPartnerregionen Brandenburgswerden die Partnerschaftsbeauftragtenihre Arbeit fortsetzen bzw. neu aufnehmen.Die Partnerschaftsbeauftragtenwerden in den kommenden drei Jahrenin den polnischen WojewodschaftenDolnosląskie (Niederschlesien) und Wielkopolskie(Großpolen) sowie in der rumänischenRegion Centru Kooperationsprojekteund Kontakte zwischen diesen Regionenund brandenburgischen Partnernunterstützen. Bereits seit mehreren Jahrenverfügen die Beauftragten über eine ausgeprägteKenntnis der Situation in denPartnerregionen.❙❙mwe/FORUM/wgWind, Sonne, …Energiewende Erstes Ostdeutsches Energieforum mitnamhafter Besetzung am 10. und 11. Mai 2012 in Leipzig: Denkfabrikund Unternehmensplattform rund um die Fragen der Energiewende1-A-Projekte fürWeiterbildung gesuchtPotsdam. Das Ministerium für Bildung,Jugend und Sport und der Landesbeiratfür Weiterbildung haben zusammenmit dem Landesinstitut für Schule undMedien Berlin-Brandenburg (LISUM)zum sechsten Mal einen Wettbewerb zurWürdigung von Innovationen in der Weiterbildungausgeschrieben. Der Weiterbildungspreis2012 wird am 14. Juni 2012im Rahmen einer öffentlichen Festveranstaltungdurch Bildungsministerin MartinaMünch verliehen. Der erste Platz istmit 1000 Euro dotiert, die beiden zweitenPlätze mit je 500 Euro. ❙❙mbjs/FORUM/wgBau der A14kann weitergehenPotsdam. Die A 14 darf von Karstädt biszur Landesgrenze Brandenburg/MecklenburgVorpommern gebaut werden. DieBaugenehmigung wurde vom Ministeriumam 30. März unterschrieben. UdoStaeck, Bürgermeister der Gemeinde Karstädt:„Die Wirtschaft hat lange daraufgewartet. Es werden sich positive Impulseauch für die Bürger in unserer Regionergeben. Die A 14 ist eine Grundvoraussetzungdafür, dass sich der WirtschaftsundLogistikstandort Prignitz entwickelnkann.“❙❙mil/FORUM/wgie von der Bundesregierung beschlosseneEnergiewende stellt Ge-Dsellschaft und Wirtschaft Deutschlandsvor große Herausforderungen. Der Zeitdruckist enorm: Bis zur Abschaltung desletzten Atomkraftwerks im Jahr 2022gilt es, viele Antworten zu finden. Dabeispielen die neuen Bundesländer beimUmbau des deutschen Energiemix einebedeutende Rolle – sowohl für die notwendigeSicherung der Grundlast durchdie Braunkohle als auch für den Ausbauder erneuerbaren Energien durch Wind,Sonne und Biomasse. Hartmut Bunsen,Sprecher der InteressengemeinschaftFoto: Fotoliader Unternehmerverbände Ostdeutschlandsund Berlin und Mitveranstalter desForums: „Unerlässlich sind nun Konzepte,konkrete Meilensteine und Maßnahmen,wie wir die gesteckten Ziele erreichenkönnen. Der Anspruch ist, einen Energiemixzu schaffen, der für alle bezahlbarist, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlandssichert und die Balance von wirtschaftlichenund ökologischen Ansprüchenfindet.“Dazu diskutieren zahlreiche namhafteReferenten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaftund ostdeutschem Mittelstand beimersten Ostdeutschen Energieforum am 10.und 11. Mai 2012 im Congress CenterLeipzig auf der Leipziger Messe, das dieBrandenburger IHKs mit veranstalten.❙❙FORUM/IHKWeiterführende Informationen sowie Anmeldung:www.ostdeutsches-energieforum.de48forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


BRANDENBURGErfolgsmodell findet NachahmerGastronomie Von Schleswig-Holstein bis in die Ukraine:Die „Brandenburger Gastlichkeit“ erweist sich als Exportschlager.Die Potsdamer Gastlichkeit startet in initiative nach Schleswig-Holstein imihre 6. Saison. Inzwischen wurde die vergangenen Jahr hat die RestaurantgildeInitiative nach Potsdamer Vorbild auf der ukrainischen Stadt Lviv die Einführungdes Qualitätssiegels „Lviver Gast-weitere Regionen übertragen und ist nunmit mehr als 300 Teilnehmern in ganz lichkeit“ nach Brandenburger VorbildBrandenburg und sogar darüber hinaus beschlossen, um ihren Gastronomen inpräsent. Nach dem Export der Qualitäts-punkto Qualität und Marketing wichtigeInstrumente an die Hand zu geben. 25Restaurants, Ausflugslokale, Cafés undKneipen in der Stadt und der Regionwurden nun mit dem Siegel der „LviverGastlichkeit“ ausgezeichnet.„Qualitätssicherung und Innovationentscheiden in der Hotellerie und Gastronomie,ob wir uns auch zukünftigim Wettbewerb behaupten können. Einbessere Werbung als hohe Qualität gibtes nicht“, sagte Mario Kade, der Präsidentdes DEHOGA Brandenburg.Mario Kade, Präsident des Brandenburger Hotel- und❙❙FORUM/mkuGaststättenverbandsFoto: Michael Kunczakwww.hoga-brandenburg.deCar goLi ne_BBG_APR. pdf Sei t e 1 09. 03. 12, 09: 52Internetportal desGründungsnetzes 2012Potsdam. Rechtsformen für Unternehmensgründungengehen online: Im„Gründungsnetz Brandenburg“ sind allewesentlichen Akteure gebündelt, dieExistenzgründungen im Land Brandenburgunterstützen. Das Internetportaldes Netzwerkes ist ein Baustein der vielfältigenUnterstützungsangebote. DieNutzer des Portals bekommen Tipps zurExistenzgründung, Unternehmensführungund Unternehmensnachfolge. An jedemMontag erscheinen aktuelle Nachrichten,Beratungs- und Veranstaltungstermineund Informationen zu Landes- oder Bundeswettbewerben.Außerdem verfügt dasPortal über eine umfangreiche Linkliste,viele Online-Hilfen und Formulare undverweist auf wichtige Adressen undPublikationen. Das Projekt wird ausMitteln des Europäischen Fonds für RegionaleEntwicklung (EFRE) und aus Landesmittelnfinanziert.❙❙mwe/FORUM/wgAnzeigeg


BRANDENBURGBrandenburg im AuslandwettbewerbsfähigPotsdam. „Brandenburger Unternehmenhaben 2011 Waren im Wert von mehrals 13,5 Milliarden Euro ausgeführt –das sind zehn Prozent mehr als im Jahrzuvor“, sagte Wirtschaftsminister RalfChristoffers zu den vom Amt für StatistikBerlin-Brandenburg veröffentlichtenAußenhandelszahlen. BesondereBedeutung hätten die Ausfuhren indie Europäische Union. Sie erreichteneinen Wert von 9,1 Milliarden Euro, 7,7Prozent mehr als 2010. Das erfreulicheExportergebnis sei ein Beleg dafür, dassdie märkischen Firmen mit ihren Produktenauf den internationalen Märktenwettbewerbsfähig seien, so Christoffers.❙❙mwe/FORUM/wgSolarbranche brauchtPlanungssicherheitPotsdam. Gemeinsam mit NRW hat Brandenburgeinen Antrag in den Bundesrateingebracht, von der geplanten Absenkungder Einspeisevergütung für SolarstromAbstand zu nehmen. Außerdemmüsse die Bundesregierung unverzüglichunter Beteiligung der Länder einen„Masterplan Energiewende“ aufstellen.Eine erfolgreiche Energiewende erfordereein schlüssiges Konzept einer ökonomischund ökologisch nachhaltigen Energiepolitik.Das Ausbleiben klarer Ziele schwächeden Wirtschaftsstandort Deutschland.❙❙mugv/mwe/FORUM/wgZwei Länder,eine Strategie, ein PreisPotsdam. Ab sofort können sich Unternehmenund Wissenschaftseinrichtungenaus der Hauptstadtregion um die InnovationspreiseBerlin-Brandenburg 2012bewerben. Aufgerufen sind Unternehmenund Wissenschaftseinrichtungen der fünfCluster der Gemeinsamen Innovationsstrategieder Länder Berlin und Brandenburg(innoBB). Bis zum 15. Juni 2012 könnenBewerbungen eingereicht werdenen. EndeNovember werden die Preise vergeben.❙❙FORUM/MWEwww.innovationspreis.de.Es ist keinGeheimnis,dass Frauen imBereich Weiterbildungdasstärker vertreteneGeschlechtsind. Das brandenburgweiteProgramm„Mentoring fürFrauen – GemeinsamZukunftgestalten“ machtsich dies zunutze.Junge, motivierteStudentinnen undPromovendinnen derUniversität Potsdam,der FachhochschulenPotsdam und Brandenburgsowie derTechnischen FachhochschuleWildauwerden in einem zehnmonatigenProgrammindividuell auf den Berufseinstiegvorbereitet. Dabei zeichnen sich dieTeilnehmerinnen des Standortes PotsdamDurchgang für Durchgang durch die Heterogenitätihrer Studiengänge aus. Sotreffen Literaturwissenschaftlerinnenauf Juristinnen, Biologinnen auf BWLerinnen,Philologinnen auf Maschinenbauerinnen.Ziel des Programmes ist es, dieTeilnehmerinnen für den Berufseinstiegzu stärken und dabei aufzuzeigen, welcheMöglichkeiten die Standorte in Brandenburgbieten.Studentinnen und DoktorandinnenDas Projekt wird seit sieben Jahren inenger Zusammenarbeit mit regionalenUnternehmen erfolgreich durchgeführtLust auf Zukunft?Mentoring für Frauen Für Universitäts-Programm Fach- und Führungskräfte gesuchtund aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds,durch das Land Brandenburg unddie Universitäten des Landes finanziert.Es wird dabei von den drei universitärenStandorten in Potsdam, Cottbus undFrankfurt (Oder) organisiert. „Mentoringfür Frauen“ richtet sich an Studentinnenund Doktorandinnen aller brandenburgischenHochschulen, die eine Fach- oderFührungslaufbahn anstreben und zieltdarauf, ihnen berufliche Perspektiven imLand Brandenburg aufzuzeigen. Der vermehrtenAbwanderung junger Frauen ausder Region soll damit entgegengewirktund die hiesige Wirtschaft, auch vor demHintergrund des bevorstehenden Fachkräftemangels,gestärkt werden.Das Programm bietet auch interessanteWorkshops, den direkten Draht zuden Hochschulen sowie Veranstaltungen,die der Vernetzung der Unternehmen dienenkönnen.❙❙FORUM/UPInfos: Universität Potsdam, Nelli Wagner,Tel. 0331 977-1781, E-Mail: nwagner@uni-potsdam.de,www.mentoring-brandenburg.de50forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


Berlin & Brüssel Foto: FotoliaRessourcen effizient managen –Ansatzpunkte und HilfenRohstoffe Von unmittelbar drohenden Versorgungsengpässen bei Rohstoffen sieht sich inzwischenjedes dritte kleine und mittlere Unternehmen betroffen. Das ergab eine Studie des VDI ZentrumsRessourceneffizienz (VDI ZRE) in zehn Branchen des Verarbeitenden Gewerbes.Ursachen für diese Entwicklung sindneben tatsächlichen Knappheiteneinzelner Rohstoffe auch spekulationsgetriebeneMarktentwicklungen und politischeFaktoren. Im Ergebnis entstehenerhebliche Preisschwankungen, die geradekleinere Unternehmen empfindlich treffen.Nicht nur vor diesem Hintergrundhat der Begriff „Ressourceneffizienz“ alsübergreifender Arbeitstitel zunehmendan Bedeutung gewonnen. Er geht dabeiüber die reine Rohstoffverfügbarkeit weithinaus. Aber Material ist bekanntermaßender größte Kostenfaktor im produzierendenGewerbe – der Anteil der Materialkostenlag 2009 bei 43 Prozent. ZumVergleich: Die bislang häufiger diskutiertenPersonalkosten liegen bei 20 Prozent.Die Abhängigkeit der Wettbewerbsfähigkeitvom Rohstoffmarkt und seinen Preisschwankungenwird nicht nur offensichtlich,sondern nimmt tendenziell auch zu.Nach einer DIHK-Umfrage vom Dezember2011 sehen 96 Prozent der Industrieunternehmendies mit Sorge.Materialien ersetzenKernpunkt eines erfolgreichen effizientenRessourcenmanagements ist die Betrachtungder gesamten Prozesskette im Unternehmen,von der Produktgestaltung überdie Produktion und Materialverarbeitungbis hin zur Abfallentsorgungoder Verwertung der Reststoffe.Dazu gehören auchdie mit dem Produkt verbundenenServiceleistungen.Ressourceneffizienzpotenzialekönnen beispielsweisedurch innovativeTechnologien, Recyclingund Kaskadennutzung, dieOptimierung von Produktionsabläufensowie Materialsubstitutiongenutzt werden. Das gilt für Unternehmenaller Größen und Branchen. Ein direktesErgebnis sind Kostensenkungen - Nachhaltigkeitmacht die Unternehmen sounabhängiger von den Preisschwankungendes Beschaffungsmarktes. BeimUmsetzen von Ressourceneffizienz entwickelnUnternehmen zudem Know-how,Prozesse und ggf. neue Technologien, diesich ggf. weltweit vermarkten lassen.Bedürfnisse analysierenWie die Erhebung des VDI ZRE gezeigthat, fehlt es in den Unternehmen häufiggar nicht an Motivation, effizientes Ressourcenmanagementzu betreiben, sondernweitaus öfter an Informationen zumEinstieg.Im gesamten Produktlebensweg, vonder Werkstoffherstellung über Produktionund Nutzung bis hin zu RecyclingSascha Hermann, GeschäftsführerVDI ZREFoto: DIHKund Beseitigung könnensich Potenziale verstecken.Um Unternehmen dabei zuunterstützen, ein effizientesRessourcenmanagement zuetablieren, stellt das VDI ZREArbeitsmittel zur Verfügung,die den Interessierten denEinstieg in das Thema unddie Analyse ihrer Bedürfnisseerleichtern. UmfangreicheProzessketten-Darstellungen fürverschiedene Branchen schlüsseln dieAnsatzpunkte entlang der Abläufe imUnternehmen auf. Mit einfachen Ressourcenchecksgelingt eine erste Analyseder eigenen Potenziale. Ein in der Informations-Kampagne„Das zahlt sich aus“entwickelter Management-Leitfaden dientals „Gebrauchsanweisung“.Beim tieferen Einstieg in konkreteProjekte können weitere Hilfen erforderlichwerden. Dazu stehen ein Beratungskompassund auch ein Förderatlas alsHilfestellung zur Verfügung, um entwederexterne Kompetenz im passenden Umfeldzu finden und/oder sogar verfügbare Fördermittelzu identifizieren. Alle ArbeitsundHilfsmittel des VDI ZRE werden mitFachleuten und Anwendern aus Wirtschaftund Wissenschaft entwickelt – dasgarantiert Praxisnähe und Praktikabilitätim Arbeitsalltag.❙❙Sascha Hermann, Geschäftsführer VDI ZRE52forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


Berlin & BrüsselWer hat welche Qualifikation in welchem Beruf?Ausländische Fachkräfte Gleichwertigkeit mit deutschen Abschlüssen prüfen.Wer kann was? Seit 1. April kümmern sich die IHKsum die Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen.Foto: FotoliaDie Industrie- und Handelskammernin Deutschland haben in Nürnberggemeinsam einen öffentlich-rechtlichenZusammenschluss gegründet: die IHKForeign Skills Approval (IHK FOSA). Dieseneue Organisation wird zentral für 77der 80 IHKs ausländische Qualifikationenauf ihre Gleichwertigkeit mit deutschenAbschlüssen in IHK-Berufen prüfen undverbindlich feststellen. Grundlage ist dasneue „Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz“,das am 1. April 2012 in Kraft getretenist.IHK vor OrtAlle Fachkräfte mit im Ausland erworbenenQualifikationen, die in den IHK-Bereich fallen, stellen zukünftig ihreAnträge auf eine berufliche Anerkennungbei der IHK FOSA. Antragsformulareerhalten Anerkennungssuchende bei derIHK vor Ort oder über die FOSA-Homepage,die ab sofort unter www.ihk-fosa.de online ist. Antragsteller, die im Vorfeldeine persönliche Beratung benötigen,haben die Möglichkeit, sich an die IHKvor Ort zu wenden.Abschlüsse aus aller WeltNach Ulrich Pahlmann, Gründungsgeschäftsführerder IHK FOSA, gehe esdarum, neue Verfahren zur beruflichenAnerkennung für alle IHK-Berufe zu entwickeln– und zwar für Abschlüsse ausaller Welt. Das Thema habe angesichts desFachkräftemangels hohe Bedeutung fürden deutschen Arbeitsmarkt.❙❙ IHK FOSA/NGAnzeigeforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 3/201253


Berlin & BrüsselElf Vorschlägefür GriechenlandBrüssel/Berlin. Einen Elf-Punkte-Plan für die Gesundungder griechischenWirtschaft hat der DIHKzusammen mit der deutschenAuslandshandelskammer(AHK) in Griechenland erarbeitet und anEU-Kommissionspräsident José ManuelBarroso übermittelt. Die Vorschläge reichenvon weiteren Globaldarlehen derEuropäischen Investitionsbank für Mittelstandskrediteim Land über die Absicherungvon deutschen Griechenlandexportendurch öffentliche Anbieter bis hinzu einer zielgenaueren und schnellerenEinsetzung der EU-Strukturfördergelder– letzteres unter strenger Aufsicht. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann:„Viele Vorschläge können auch als Blaupausefür wettbewerbssteigernde Maßnahmenin anderen EU-Staaten dienen.“❙❙DIHKUrsprungsrecht bleibt (vorerst) praktikabelBrüssel. Die Pläne der EU-Kommission,das bewährte Ursprungsrecht neu zuregeln sind nach heftigen Protesten ausder Wirtschaft, vorerst gestoppt. Sie sahenvor, dass Produkte den Hinweis „Madein Germany“ nur noch tragen dürfen,wenn mindestens 45 Prozent des Wertanteilsaus Deutschland stammten. Bislangentscheidet die letzte Fertigungsstufe,welcher Staat sich als Herkunftsland desProduktes bezeichnen darf. DIHK-ZollexperteChristoph Wolf: „Die Neuregelunghätte einen erheblichen Mehraufwandfür Unternehmen bedeutet, die die einzelnenProduktionsstufen viel stärker alsbisher nachverfolgen und dokumentierenmüssten.“ Ganz ge-bannt ist die Gefahraber nicht: Die EU arbeitet gerade aneinem neuen Zollrecht.Endlich flexibel in die Rente Foto: Fotolia❙❙ DIHKBerlin. Der Übergang von Arbeit in Rentesoll flexibler werden. Nach Plänen vonBundesarbeitsministerin Ursula von derLeyen dürfen Versicherte,die vorzeitig in Rente gehen,künftig mehr hinzuverdienen.Dabei darf die Summeaus Rente und Hinzuverdienstkünftig so hoch sein,wie das höchste Jahreseinkommender letzten 15 Jahre. Dadurchwird die Berechnung der individuellenHinzuverdienstgrenzen ein-facher und dieergänzende Beschäftigung imAlter attraktiver. Ein sinnvollesErgebnis des Rentendialogs,auch wenn der DIHKsogar noch weiter gehenund die Grenzen komplettabschaffen würde.❙❙ DIHKAnzeige54forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


Das Quiz zum IHK-Jahresthema: Folge 2Berlin & BrüsselWie oft reicht das deutsche Stromnetz umden Äquator? Welches Element gehörtnicht zu den Seltenen Erden? WelchesLand hat den aktuellen Vorsitz derUmweltministerkonferenz? Testen Sie IhrWissen zum IHK-Jahresthema „Energieund Rohstoffe für morgen“.1. Wann wurde in Deutschland das erste Kraftwerkzur Stromproduktion eröffnet?a) 1827 c) 1902b) 1885 d) 19222. Wie viel Kilowattstunden benötigt man, um10 l Wasser vom Meeres-spiegelniveau aufden Mount Everest zu heben?a) 0,25 kWh c) 250 kWhb) 25 kWh d) 2500 kWh3. Aus welchem Jahr stammt das Energiewirtschaftsgesetz(EnWG)?a) 1898 c) 1935b) 1921 d) 19494. Wann wurde die Internationale EnergieAgentur (IEA) gegründet?a) 1971 c) 1974b) 1973 d) 19755. Was ist der hauptsächliche Zweck desInternational Energy Forum?a) Verhandlung von Energiepreisenb) Festlegung von Stromkapazitätenc) Konsumenten-Produzenten-Dialogd) Business Networking für DESERTEC6. Wie viele Raffinerien gibt es in Deutschland(Stand: 2011)?a) 6 c) 13b) 10 d) 157. Welche beiden Städte am Schwarzen Meerverbindet die russisch-türkische GaspipelineBLUE-Stream?a) Beregovaya – Samsun c) Odessa – Trabzonb) Jalta – Istanbul d) Sotschi – Zonguldag8. Was bedeutet der Name der „Druschba“-Pipeline übersetzt?a) Nahrung c) Ideologieb) Freundschaft d) Feuer9. Welche Nennleistung hat das weltweit größteWasserkraftwerk in der VR China?a) 560 MW c) 3.300 MWb) 18.200 MW d) 148.600 MW10. In welchem Bundesland steht das größtePumpspeicherkraftwerk Deutschlands?a) Bayern c) Nordrhein-Westfalenb) Baden-Württemberg d) ThüringenAlle Teilnehmer nehmen an der Jahresverlosung zumGewinn einer Erlebnistour durch den Tagebau Welzow teil.Bitte schicken Sie die Lösungen per E-Mail mit Angabe desAbsenders bis zum 20. des Monats (Posteingang) an:quiz@cottbus.ihk.de, Kennwort „IHK-Jahresthema“. DieVerlosung erfolgt unter allen Einsendern Ende November2012 unter Ausschluss des Rechtsweges.Wir wünschen Ihnen viel Spaß!Anzeigeforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 3/201255


RatgeberKalkulationsrisiko Rohstoffenergie und Rohstoffe Rohstoffe und deren Sicherung sind nicht nur ein volks-,sondern auch ein betriebswirtschaftliches Thema. Berechenbare Rohstoffpreise haben fürUnternehmen einen hohen Stellenwert, sind jedoch immer schwerer zu erreichen.Mit den praktischen Erfahrungen vonUnternehmen in der Region bei derAbsicherung von Rohstoffen und Vorproduktenbeschäftigte sich Ende März imRahmen des Jahresthemas „Energie undRohstoffe“ eine IHK-Veranstaltung bei derStarz GmbH in Großräschen.Sicherheitsstrategien in UnternehmenBrigitte und Dr. Andreas Kehrel,geschäftsführende Gesellschafter derGroßräschener Starz GmbH, ermöglichteneinen spannenden Einblick in dieSicherungsstrategien ihres Unternehmens.Volkswirtschaftliche Hintergründe undmögliche Absicherungsstrategien überFinanzinstrumente lieferten Dirk Möllmerund Jörn Burmeister von der Commerzbank.Interessant war dabei das Spannungsfeld,das sich aus den Blickwinkelndes Unternehmers und des Finanzfachmannsauf die Problematik der Rohstoffsicherungauftat – und viele Schnittstellenoffenbarte.Schwankungen auf den Rohstoffmärkten,aber auch auf den Zins-, Währungsmärktenbelasten die Unternehmenzunehmend. Dabei geht es oft nicht nurum den blanken Rohstoffpreis, sondernpolitische und gesellschaftliche Faktoren,die ihn beeinflussen. „Die entscheidendeFrage ist, wie ein Unternehmen damitumgeht“, so Dirk Möllmer, Direktor derCommerzbank Süd-/Ostbrandenburg.Preisschwankungen bilden ein gravierendesKalkulationsrisiko, das wie andereabgesichert werden sollte, meint derBanker. Bei Zinsen und Fremdwährungsgeschäftensind solche Absicherungen mitderivativen Finanzinstrumenten bereitsüblich. „Die Schwankungsbreite ist dorterheblich geringer als bei Rohstoffen“, soMöllmer. „Bei vielen Industriemetallenund Landwirtschaftsprodukten lag dieVolatilität zwischen April 2011 und März2012 bei über 30 Prozent.“Die entscheidende Frage ist, wieein Unternehmen mit Schwankungenauf den Rohstoffmärkten umgeht.Dirk Möllmer,direktor der Commerzbank Süd-/OstbrandenburgNeben der finanziellen Sicherung überTermingeschäfte gibt es natürlich nochweitere Strategien, mit denen sich Unternehmenim Rohstoffbereich absichernkönnen. Stichworte wie Erhöhung derMaterialeffizienz bzw. die Substituierungvon Material, Recycling im Prozess undstrategische Lagerhaltung sind heute fastjedem Unternehmer geläufig und werdenaktiv umgesetzt. Schwieriger wirdes bei langfristigen Lieferverträgen, derkompletten Substitution von Rohstoffenoder der Diversifizierung der Lieferquellen.Hier ist von vielen Unternehmernzu hören, dass langfristige Vertragsbindungennur schwer zu bekommen sind;geklagt wird auch über einen oft wenigtransparenten Markt. Die jüngste Commerzbank-Studiezum Thema Rohstoffehat gezeigt, dass auch ein weiteres Hilfsmittel,die Bildung von Käufergemeinschaften,noch von zu wenigen Unternehmengenutzt wird.Rohstoffsicherheit zentrales ThemaViele Unternehmen würden schon angesichtsvon Termingeschäften, Swaps undOptionen zurückschrecken, konstatiertDirk Möllmer. Dies zum einen, weil sie dieFinanzprodukte nur schlecht einschätzenkönnten, zum anderen, weil auf diesemMarkt auch schwarze Schafe unterwegsseien. „Wichtig ist es, das sich das Unternehmenzu Chancen und Risiken solcherInstrumente gleichermaßen beratenlässt“, betont Möllmer. Beteiligungen anRohstofferschließungen oder etwa dieVorfinanzierung von Bergbau-/Verarbeitungskapazitätenschließlich sind Strategien,die sich nur ein Bruchteil der Unternehmenleisten können. „Wir müssen unsdaran gewöhnen, dass der Rohstoffmarktkünftig zunehmend politisch getriebenwird“, so das Fazit von Möllmers KollegenJörn Burmeister. Das Vertrauen aufdie Transparenz dieses Marktes sei in derVergangenheit wohl zu groß gewesen.„Der Satz ‚Das kaufen wir uns einfach amWeltmarkt‘, der noch vor wenigen Jahrenin vielen Unternehmen zu hören war,gilt nicht mehr.“ Rohstoffsicherheit undstrategische Rohstoffpartnerschaften sindheute – wieder – zentrale Themen auf derpolitischen ebenso wie auf der Agendades einzelnen Unternehmens.❙❙bwe56forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


Zehn Kaufmannstugendenin der VersicherungsbrancheRatgeberPotsdam. Die Bedeutung von Qualitätsstandardsund Zertifizierungen fürUnternehmen steigt zunehmend. Auchdie Versicherungsbranche hat das Themaaufgegriffen. Das Projekt „Ehrbarer Kaufmann“,initiiert vom BundesverbandDeutscher Versicherungskaufleute (BVK),hat zehn Kaufmannstugenden für dieVersicherungsbranche aufgestellt. Zielist es, das Bild der oftmals noch kritischbetrachteten Branche hin zu einem Partnermit verbrauchsorientierter Berufsethikzu wandeln. Diese Zielsetzung ist mit denEigenschaften fachlicher Qualifikation,Kaufmannseigenschaften und Ethik verbunden.Die zehn „Kaufmannstugenden“,angefangen von der Übernahme einersozialpolitischen Verantwortung derVersicherungsvermittler gegenüber ihrenKunden bis hin zu einer Selbstverpflichtungvon kontinuierlicher Weiterqualifikation,bilden einen „Ehrenkodex“. Aufeiner eigens dafür etablierten Webseitekönnen sich die Versicherungsvermittlerregistrieren lassen und gegenüber denKunden deutlich machen, nach diesemLeitbild zu arbeiten.❙❙Marion E.-Ahrendt, IHKWeitere Informationen zum Thema:www.ehrbarerkaufmann.de➜FAIR PLAY IHK PotsdamChristian GerstädtTel. 0331 2786-214gerstaedt@potsdam.ihk.deIHK OstbrandenburgStefan HeidenTel. 0335 5621-1421 Fax -1491heiden@ihk-ostbrandenburg.deAnsprechpartner in der IHKIHK CottbusBarbara FichteTel. 0355 365-1600 Fax -261600fichte@cottbus.ihk.deVergütung bei Arbeitszeitkontomit negativem SaldoHaben Arbeitgeber und Arbeitnehmer ineinem Arbeitsvertrag keine Vereinbarungüber die Verrechnung von Minusstundengetroffen, ist der Arbeitgeber nicht zur Verrechnungvon Minusstunden durch Lohneinbehaltberechtigt. Dies gilt, soweit dieMinusstunden nicht auf dem Wunsch desArbeitnehmers, sondern ausschließlich aufbetrieblichen Gründen beruhen. Das hatdas Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalzim Fall einer Fachangestellten für Bäderbetriebeentschieden, deren Arbeitsvertrageine regelmäßige Arbeitszeit von 40 Stundenmit einem Monatsgehalt von 1 780Euro vorsah. Aufgrundwetter- und temperaturabhängiger Nachfrageerfolgte eine gleichmäßige Arbeitsbelastungwährend eines Kalenderjahres.Nach der Kündigung durch die Arbeitnehmerinim Mai verrechnete der Arbeitgeber119 Minusstunden durch Lohnabzug von1 373 Euro. In seiner Begründung weist dasGericht darauf hin, dass ein Lohneinbehaltim Wege der Verrechnung nicht zulässigsei, wenn die Unterschreitung der vertraglichenWochenarbeitszeit ausschließlichauf betrieblichen Gründen beruhe und mitdem Arbeitnehmer keine Vereinbarungüber ein Arbeitszeitkonto mit negativemKontostand getroffen wurde. Liege die Verantwortungfür die Arbeitszuweisung alleinbeim Arbeitgeber, komme er in Annahmeverzug,soweit er den Arbeitnehmer ausbetrieblichen Gründen nicht einsetze. Dievorliegend vereinbarte Arbeitszeitregelungbetreffe lediglich die Mehrarbeit.Sie könne nicht durch einevermeintliche betriebliche Übungzum Nachteil des Arbeitnehmersabgeändert werden.(Urteil des Landesarbeitsgerichts– LAG – Rheinland-Pfalzvom 15. November 2011; Az.: 3 Sa493/11)❙❙Bsforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012 57


RatgeberStand punktDas neue Insolvenzrecht –sanierungsfreundlich und planbarrECHT Seit 1. März gilt das neue Insolvenzrecht: Das Gesetz zur weiterenErleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG). Jetzt haben Unternehmen in der Krisedie Möglichkeit, beim Insolvenzgericht ein Schutzschirmverfahren zu beantragen.Unter diesem Schutzschirm soll derUnternehmer ohne einen vorläufigenInsolvenzverwalter sein Geschäft fortführen;er darf innerhalb dreier Monate einenInsolvenzplan ausarbeiten lassen. Mit diesemPlan kann er dann sein Unternehmeninnerhalb weniger Wochen sanieren.Neu: Zwangsvergleich möglichDer Gesetzgeber hat zugleich das Insolvenzplanverfahrenverbessert. So sind auchEingriffe in die Rechtsstruktur des Unternehmensmöglich. Die Möglichkeit überstimmterGläubiger, den Plan zu verhindern,wurde drastisch beschränkt, das Verfahrenwird dadurch planbar und zeitlichFotos: Fotoliaabgekürzt. So wird ein Zwangsvergleichmöglich. Auf eine Insolvenzverwaltungwird im Schutzschirmverfahren nicht vollständigverzichtet: Ein Sachwalter übt imInteresse der Gläubiger die Kontrolle aus,die Betriebsfortführung übernimmt er nicht.Vielmehr bleibt es bei der Eigenverwaltungdurch den Unternehmer. Unddieser hat für die Person desSachwalters ein Vorschlagsrecht,er kann seinen Sachwalterselbst auswählen.In der Krise handeln!Allerdings setzt ein Schutzschirmverfahrenvoraus, dassder Unternehmer noch nichtvollständig zahlungsunfähigist, es darf ihm die Zahlungsunfähigkeitlediglich drohen.Die laufenden Rechnungenmüssen also für die nächstenWochen gezahlt werden können. DerUnternehmer in der Krise darf, um sichden Schutzschirm nicht zu verbauen, nichtwarten, bis seine Kredite oder Löhne zahlungsfälligwerden, sondern er mussin der Krise handeln. Es bleibt dabei:Insolvenzverschleppung beiZahlungsunfähigkeit oderÜberschuldung istregelmäßig strafbar.Neuerdingskann derProf. Rolf Rattunde, Rechtsanwaltskanzlei Leonhardt &Partner, BerlinFoto: L&PInsolvenz antrag eines Gläubigers, insbesondereeiner Krankenkasse, durch Zahlungnur ein einziges Mal erledigt werden.Für den Wiederholungsfall kann die Krankenkasseauf ihre Antrag bestehen.Aber auch für Unternehmer, die denrichtigen Zeitpunkt verpasst haben, bietetdas ESUG noch Hilfe. DerSchuldner kann dem Amtsgerichtdie Ernennung eines Gläubigerausschussesvorschlagen,der dann über die Auswahldes Insolvenzverwalters mitbestimmtund so das Insolvenzverfahrenplanbar machen. Auchin diesen Fällen gilt das neueInsolvenzplan-Verfahrensrechtfür die Sanierung des Unternehmens.Rechte der GläubigerGleichzeitig hat das Gesetz dieformalen Anforderungen für die Eröffnungsanträgeerhöht. Daher ist es jetzterforderlich, dass der Unternehmer in derKrise mit den Vorbereitungen für eineInsolvenz rechtzeitig beginnt; nur dannkann er die Chancen, die das ESUG bietet,nutzen und eine Haftung für einen unzureichendenInsolvenzantrag vermeiden.Ähnliches gilt für die Insolvenzgläubiger,die einen Insolvenzantrag ihres Geschäftspartnersbefürchten müssen. Wenn sie ihreRechte bei der Einleitung des Verfahrenswahrnehmen möchten, müssten sie sichrechtzeitig über diese Rechte beraten lassen.Auch hier gilt, dass eine frühzeitigeInitiative die beste Wirkung hat.❙❙Prof. Rolf Rattunde58forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


MagazinParlament und Schlosshotel überragen die Stadt Ottawa.Fotos: Heidrun LangeLeben und Untergangreise Der Gründer des „Château Laurier“ in Ottawa wird noch einmal lebendig.Auf der Fahrt zur Eröffnung ging er mit der Titanic unter: Charles Melville HaysDer 26. April 1912 wäre ein großerTag für ihn geworden. Einer vonvielen großen Tagen, die es im Leben desAmerikaners schon gegeben hatte. In denJahrzehnten zuvor hatte Charles MelvilleHays, General Manager der Grand TrunkPacific Railway den Osten Kanadas, Ontariound Quebec, aber auch die angrenzendenStaaten der USA mit einem Eisenbahnnetzversorgt. Er war mit seinem Unternehmenbis nach British Columbia undAlberta vorgedrungen, und er hatte Kanadaswichtigste Metropolen Montréal undToronto miteinander verbunden, mit Zwischenstoppin Ottawa, der Hauptstadt desflächenmäßig zweitgrößten Landes derWelt. Bereits 1909, die Grand Trunk Railwaywar gerade dabei, den Hauptbahnhofvon Ottawa zu planen, als der Unternehmeraus Illinois noch ein Bauprojekt fürdie Stadt in Auftrag gab: Das „ChâteauLaurier“, ein Luxushotel. Es sollte so großund imposant wie ein Schloss sein, benanntnach dem damaligen PremierministerSir Wilfried Laurier, der den Bautrotz vieler Widrigkeiten ermöglicht hatte.Die Eröffnung des „Château Laurier“ inOttawa war für besagten 26. April 1912vorgesehen. Hays war Anfang des Monatsnach Europa gereist, um dort exklusiveMöbel für den Speisesaal seines Hauptstadthotelszu suchen. Die fand er auch,und so trat er die Rückfahrt am 14. Aprilan, um rechtzeitig zur Hoteleinweihungzurück zu sein. Doch er fehlte auf der Feier.Er hatte eine Atlantikpassage auf der„Titanic“ gebucht. Der Passagierdampfer,der als unsinkbar galt, kollidierte miteinem Eisberg. Hays war einer der 1500Passagiere, die den Untergang nicht überlebten.Hotel in Stil eines Loire-SchlossesSeit 100 Jahren thront nun diesesSchlosshotel, das heute zur Fairmont-Gruppe gehört, neben dem Regierungsgebäudeauf dem Parlamentshügel überOttawa und überblickt den mächtigenSankt-Lorenz-Strom, ein hellgrauesKalkstein Gebäude mit kupfernen Türmchen– der einzige Bau in Ottawa, der imStil einem Loire-Schloss in Frankreichgleicht. Es hat in all den Jahren nichts60forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


MAGAZINvon seinem Charmeeingebüßt. Nochimmer läuft manüber helle Marmorbödenund sitzt inplüschigen Sesselnim Foyer. Dieschwungvolle Treppeziert ein blank geputztes Messinggeländer.Das Entrée Gold Stockwerk hatseinen eigenen Concierge mit privatemCheck-in und eine Lounge. Harry Belafonte,Marlene Dieitrich, Bryan Adams,Nelson Mandela, Carrie Fishe sind nureinige berühmte Persönlichkeiten, die hierübernachteten. Familien und Paare nutzendas Hotel für einen Wochenendausflug.Sie wohnen in stilvoll eingerichtetenGästezimmern mit dunklen Holzmöbelnund schlafen in großen Betten. Vor denFenstern hängen schwere Samtvorhänge.Bis heute gibt es eine hundert Jahre alteGeschichte, die eine Galerie im Hausdokumentiert. Fotos zeigen die kleineHolzfällersiedlung, schuftende Arbeiter anSchienen und das Hotel im Rohbau. ZweiFotos fesseln jeden Besucher. Das Porträtvon Hays und das des Luxusliners „Titanic“.Noch immer trotzt die Titanic kraftvolldem Meer, so wie es sich die Erbauervorgestellt hatten. Immer wieder lässt derUntergang des Stahlgiganten die Menschenschaudern. Massen von Büchernund Filmen haben versucht, den Glanzdes Luxusdampfers und den Horror seinesEndes zum Leben zu erwecken. Der Titanwar damals schließlich das Stärkste undSpektakulärste, was die Menschheit denNaturgewalten entgegenzusetzen hatte.Ottawa wurde lange Zeit unterschätztDas Foto daneben zeigt einen entschlossenenUnternehmer. Die große Zukunft fürKanada, das wollte er. In den Köpfen wirdder Mythos Titanic unsterblich bleiben.„Noch heute kommen Gäste zu uns undfragen, wo denn die Möbel stehen, dieHays aus Paris mitgebracht hat,“ erzähltDeneen Perrin, Pressesprecherin desHotels. Stühle, Tischeund Besteck von demuntergegangenen Schiffwird man im Hotelnicht finden. Das allesliegt gemeinsam mitdem Wrack auf demGrund des Atlantiks. ImTeesalon stehen nochLampen und Stühle, dieHays damals vor seiner Abfahrt ausgesuchthatte. Dieses Jahr wird am 12. Junider 100. Geburtstag des Schlosses gefeiert.Die Hundertjährige wird geehrt, wie essich der Gründer Hays gewünscht hätte.Überhaupt würde er heute über Ottawaund seine Umgebung staunen. Eine lichte,aufgeräumte, gut gelaunte Stadt, in derheute nichts mehr daran erinnert, dass sieim frühen 19. Jahrhundert nicht viel mehrwar als eine kleine Siedlung aus Holzhäusern.Viele der europäischen Einwandererfanden während des Goldfiebers eine neueHeimat. Als Königin Victoria 1857 eineHauptstadt bestimmen, sollte, überlegtesie nicht lange und entschied sich für diekleine, unpopuläre Stadt Ottawa. Dieselag im Osten des Kontinents, am OttawaRiver, zwischen den Rivalen Torontound Montreal, genau an der Grenze desenglisch- und des französischsprachigenTeils der Provinz Kanada. Aus taktischenGründen erwählte ihn die Kolonialherrinzu deren Hauptstadt. Ottawa wurde alsKompromiss betrachtet, gern belächelt,oft geschmäht. Vielen Kanadiern warihre Hauptstadt lange peinlich. Jetztgeht Ottawa gelassen damit um. Ottawaist Regierungssitz, Hightech-Boomtownund die einzige wirklich zweisprachigeGroßstadt in Kanada. Sie hat zwei Universitäten,einige Ausgehmeilen und einEr ist nie vergessen: Charles Melville Hays, den Gründer des Hotels.Marmorböden und Sofas aus Plüsch erinnernan die Zeit der Gründung des Hotels.forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012 61


MagazinUnterwegs wird es immer einsamer. Ab und zu findetman ein Haus, das richtig schön herausgeputztwurde. In diesem gibt es Bed & Breakfast.Nur in den Sommermonaten wird täglich um 10 Uhrdie Wachablösung zelebriert.großes kulturelles Angebot. Jedes Jahrkommen 7,4 Millionen Besucher. Jeneschlendern durch den Byward Market mitseinen Obst- und Schmuckständen, denBoutiquen, Designer- und Delikatessenläden,den 120 Cafés und Restaurants. Sieströmen in die 29 nationalen und lokalenMuseen oder besuchen das neogotischeParlamentsgebäude. Dort werden täglichkostenlose Führungen angeboten. DieArbeit Ottawas ist allein das Regierender Nation. Britische Traditionen, wie derzeremonielle Wachwechsel der Garde vordem Parlament, werden als beliebtes Touristenspektakelbeibehalten. Die leichterefranzösische Lebensart, die aus Québecüber den Ottawa River schwappt, hat dieeinst steife und langweilige Hauptstadt ineine weitläufige, lebensfrohe Metropoleverwandelt. In den zahlreichen Parksam Rideau Canal, der sich wie eine blumenumkränzteGracht mitten durch dieInnenstadt zieht, sind Spaziergänger undFahrradfahrer unterwegs. Bei klarer Sichterklimmen Gäste und Einwohner Big Benskleinen Bruder, den Peace Tower, der einespektakuläre 360-Grad-Aussicht bietet.Feste, Feste, Feste ...Sie feuern die Ottawa Senators bei einemEishockeyspiel an oder besuchen eines derzahlreichen Festivals, die das ganze Jahrüber stattfinden: Das Tulpenfest im Mai,das Bluesfest im Juli, das Kammermusikfestivalim August, Christmas Lights AcrossCanada im Dezember oder Winterlude imFebruar. Verlässt man Ottawa RichtungOsten und begibt sich auf eine Rundreisedurch eine Landschaft, die kanadischernicht sein könnte, versteht man den Namender Provinz Ontario. Er stammt aus derIroquois-Sprache und bedeutet so viel wie„Glitzerndes Wasser“. Ontario bietet rund250 000 Seen und 60 000 Flüsse. An ihnenvorbei führen endlose Landstraßen durchunberührte Natur, immer wieder unterbrochenvon kleinen Dörfern, die aussehen, alsseien ihre Bewohner mit nichts anderembeschäftigt, als permanent ihre Häuser undGärten herauszuputzen. Die Hausnummernan den Türen gehen mancherorts ins Fünfstellige,weil die Straßen nicht enden wollen,sondern immer weiter in die Einsamkeitführen. So ähnlich muss es gewesensein, als damals die Goldwäscher in Kanadaankamen.❙❙Heidrun LangeiInfoAuskunft: • ONTARIO TOURISMwww.ontariotravel.net/de,Tel. 089 689063838 (Broschürenbestellung/telefonischeInformationen)• Ottawa www.ottawatourism.caAnreise: Air Canada: Direktflug Frankfurt– Ottawa, ab 439 Euro.www.aircanada.com52 Samstage – 52 VeranstaltungenAus der Mark Brandenburg Seit fünf Jahren gibt es jeden Samstagvormittag in Eberswalde eine Kulturveranstaltungfür alle. Mehr als 250 Mal traten auf dem Marktplatz Musiker, Akrobaten, Schauspieler, Autoren und Straßenkünstler auf.Heliocentric Counterblaststimmt am 19. Mai auf demEberswalder Marktplatz auf das„Festival Jazz in E.“ ein.Foto: HC/AgenturGuten Morgen Eberswalde“ ist kostenfreifür Zuschauer. Die Idee dazu ist engmit der Stadtentwicklung verknüpft. AmMarkt entstand das Paul Wunderlich Haus,ein modernes Verwaltungs- und Dienstleistungsgebäude.„Wir haben bereits denRohbau mit Kulturveranstaltungen bespielt,um eine Identifikation mit dem Haus zuschaffen“, erklärt Udo Muszynski. Darausentwickelte der Inhaber einer Veranstaltungsagentur(www.mescal.de) gemeinsammit Gleichgesinnten „Guten Morgen Eberswalde“.Die ersten zwei Jahre wurde ausschließlichdraußen gespielt. Nun wird beiwidrigem Wetter ins Paul-Wunderlich-Hausoder in Veranstaltungsorte in der Nähe desMarktes ausgewichen.Zuerst wurden, um die Kosten zubegleichen, Klinken geputzt. „So ging esvon einer Woche zur nächsten“, sagt UdoMuszynski. Heute ist die Finanzierung einMix aus öffentlichen und privaten Mitteln.Unterstützer sind die Sparkasse, Stadt, derLandkreis, Unternehmer, Händler, Gastronomen,Eberswalder. Zum Publikum gehörenKulturinteressierte, Samstagseinkäufer,Familien mit Kindern, Menschen mit wenigGeld, Fans, Touristen. „Die Wirkung vonGuten-Morgen-Eberswalde lässt sich nichtberechnen“, sagt Udo Muszynski. „DieseVeranstaltung bietet eine Qualität für denTreffpunkt Eberswalde und hat einen verbindendenCharakter für alle Beteiligten.“Samstags um 10.30 Uhr „GutenMorgen Eberswalde“ auf dem Markt– eine Auswahl:12. Mai, Matthias Romir mit „Der Beinahpoet“19. Mai, A Tribute to Sun Ra mit HeliocentricCounterblast. Ein Konzert im Rahmendes Festival Jazz in E. Nr. 18. + Dielange Eberswalder Frühstückstafel.9. Juni, Colinda (Cajun & Zydeco Music.Ja, das klingt nach Louisiana!)30. Juni, Flunkerproduktionen spielt„Stadt Land Kuh“ (Ein Stück Theaterunter freiem Himmel für Städter und Bauernund vor allem deren Kinder …) ❙❙IHK/NG62forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012


MAGAZINSolide, kraftvoll und rundAuto Vor einem Jahr startete der Opel Antara nach einem sanftenFacelift und einigen technischen Überarbeitungen neu.Das Äußere des Antara ist kraftvoll und von Rundungengeprägt. Foto: S. Riedel/Auto-Reporter.NETMit dem Turbodiesel 2.2. CDTIschmückt sich das Topmodell, daszur Erprobung als Fronttriebler in der Leistungsstufe163 PS zur Verfügung stand.Als Einstiegsmodell wirbt ein 2.4-Liter-Ecotec-Benziner mit 167 PS. SeinenUrsprung hat das Mittelklasse-SUV inSüdkorea. Dort läuft als Bruder des OpelAntara auch der Chevrolet Captiva vomBand. Spontaner Eindruck: Der Turbodieselläuft überraschend leise. Bei der Geräuschdämmungwollte Opel offensichtlichnachholen, was bei anderen Diesel-Modellen bislang nicht so recht gelang.Der selbstbewusst dynamische Auftrittdes überarbeiteten Antara wird voneiner kraftvollen Statur unterstrichen.Sympathische Rundungen prägen dasExterieur-Design. Wird dieser SUV in eineReihe mit Konkurrenten gestellt, wie etwaFord Kuga, Mitsubishi Outlander, CitroënC-Crosser, VW Tiguan oder BMW X, bleibendie Blicke durchaus auch am Antarahängen. Das Design hat einen eigenenCharme.Rundungen sind TrumpfDer gefälligen Erscheinung mangelt esallerdings an nützlichen Fahrerassistenzsystemen.Gemeint ist damit nichtzuerst eine Assistenz beim Spurhalten.Die Überwachung des toten Winkels hatsicher größeren Wert. Geradezu dringlicherscheint, den Antara mit einer Rückfahrkamaraauszurüsten. Der Rückblick durchdas weit oben angeordnete Heckfensterlässt über dicht aufgefahrene kleinerePkws schnell hinwegsehen. Auch Kinderbleiben möglicherweise im Blickschatten.Das Instrumentarium im Cockpitbeschränkt sich auf Dinge, die die heutigeautomobile Grundausstattung eines SUVsin etwa ausmachen. Es gab eine Einparkhilfeüber je vier Ultraschallsensoren anFront und Heck, und ein Bergabfahrassistentbot seine Dienste an, auch ein Navigationssystem.Dessen Menüführung ließesich allerdings einfacher vorstellen. Aucheine Bluetooth-Freisprechanlage war anBord, nicht aber ein USB-Anschluss.Wohnlicher InnenraumIm Innenraum des aktuellen Antara gehtes wohnlich zu: Das übersichtliche Cockpitmacht einen aufgeräumten Eindruck.Zwar überwiegt schwarzer Kunststoffbezug,aber chromblanke Einfassungen anLuftdüsen, Rundinstrumenten, Türgriffenund der Schalthebelkonsole schaffenKontraste, und so ergibt sich ein stimmigerGesamteindruck. Beteiligt sinddaran Einlagen mit Carbon-Effekt. Dasgriffige, nicht mit Tasten überfrachteteLederlenkrad entspricht ganz dem aktuellerOpel-Modelle.UV-typischer FahrkomfortDer Fahrkomfort des Antara entsprichtder Erwartung, dass ein robustes SUVmit einer straff ausgelegten Federungund Dämpfung daherkommt. Das fällt beieinem vollbesetzten Auto weniger auf,wird aber auch sonst nicht zwingend alsNachteil empfunden.iAm 6. Gang wird gespartMotorisch hat der Testwagen sehr angenehmüberrascht. Selbst in der schwächeren163-PS-Version verhalf derTurbodiesel 2.2 CDTI zusammen mitdem Sechsgang-Handschaltgetriebe zuerstaunlich dynamischer Fortbewegung.❙❙Auto-Reporter.NET/Wolfram RiedelOpel Antara 2.2. CDTI 163Länge x Breite x Höhe (m): 4,59 x 1,85 x 1,71Motor (Bauart, Hubraum): Turbodiesel-Direkteinspritzer, 2231 ccmMax. Leistung: 120 kW/163 PSMax. Drehmoment:350 Nm bei 2000 U/minKraftstoffverbrauch(nach NEFZ, kombiniert): 7,5 l/100 kmCO 2-Emission: 167 g/kmBeschleunigung von 0 auf 100 km/h:9,9 sHöchstgeschwindigkeit: 189 km/hLeergewicht/zul. Gesamtgewicht:1836/2505 kgGepäckraum: 335 (plus 60 Liter untermKofferraumboden), max. 1391 LiterBasispreis: 31 185 EuroTestwagenpreis: 35220 Euroforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012 63


SATIREImpressumforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZINHerausgeber:Landesarbeitsgemeinschaft (LAG)der Indust rie- und Handelskammern (IHK) LandBrandenburg – Cottbus, Ostbrandenburg, PotsdamRedaktionen:IHK Cottbus – Nils Ohl (NO); Goethestraße 1,03046 Cottbus, Tel. 0355 365-2400,Fax 0355 365-262400; E-Mail: ohl@cottbus.ihk.deIHK Ostbrandenburg – Thilo Kunze (T. K.);Puschkinstraße 12 b, 15236 Frankfurt (Oder);Tel. 0335 5621-1030, Fax 0335 5621-1196;E-Mail: kunze@ihk-ostbrandenburg.deIHK Potsdam – Detlef Gottschling (DG),Breite Straße 2 a–c, 14467 Potsdam; Tel. 0331 2786-152,Fax 0331 2842990; E-Mail: gottschling@potsdam.ihk.deVerlag:vmm wirtschaftsverlag gmbh & co. kg,Schloßstraße 12, 14467 Potsdam;Tel. 0331 27522-0, Fax 0331 27522-10Geschäftsführer:Dipl.-Kfm. Andres Santiago, Renate DempfleMediaberatung:Caridad Nyari, Tel. 0331 27522-22;Brigitte Oeckel, Tel. 0331 27522-21(verantwortlich für den Anzeigenteil)Layout: Ramona Eimler, Daniela Tober,Jana Gerlach, Nanett Reinhardt, Kirsten LeitheTitelfoto: M. Sassenscheidt, Riag.Media, Weisflog/IHKDruck/Vertrieb:Möller Druck und Verlag GmbH,Zeppelinstr. 6, 16356 Ahrensfelde OT BlumbergBezug: Die Zeitschrift wird IHK-Z u ge hörigen imRah men ihrer Mit glied schaft ohne besonderes Entgeltge lie fert. Die signierten Beiträge bringen die Mei nungdes Autors, jedoch nicht un be dingt die der IHK zumAusdruck.Urheberrecht: Alle in FORUM abgedrucktenBeiträge sind urheberrechtlich ge schützt. Nachdruckoder ander weitige Ver wen dung sind nur mit vorherigerGenehmigung des Herausgebers gestattet.ISSN: Ausgabe Cottbus: 2192-3485Ausgabe Potsdam: 2192-3477Ausgabe Ostbrandenburg: 2192-3493verbreitete Auflage: 49.476 Exempl. (1. Quartal 2012)Anzeigeforum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012 65


Die Letzte Seite152Gewinner desApril-Rätsels:Marie Kulbas, Vogelsang;Marina Csaki, Rathenow;André Banasch, Potsdam;Sven Mietchen, Nuthetal;Sabine Schiefer, BerlinHerzlichen Glückwunsch!AuflÖsung aus FORUM 4/2012436LösungsWORTBitte schicken Sie das Lösungswort auf einer Postkarte mit Absender bis zum 20. des Monats(Poststempel) an: IHK Potsdam, FORUM-Redaktion, Breite Straße 2 a - c, 14467 Potsdam oder perE-Mail: raetsel@potsdam.ihk.de, Kennwort: „FORUM-Rätsel“.Mai-Rätsel: Berufe aus vergangenen TagenLiebe Leserinnen und Leser, mit dem heutigenRätsel wird ein Exemplar des Buches„Von Kaffeeriechern, Abtrittanbietern undFischbeinreißern“ verlost. Durch die rasanteEntwicklung unserer Arbeitswelt sind Tausendevon Berufen inzwischen ausgestorbenund vergessen. Mit detektivischem Spürsinnhaben Michaela Vieser und Irmela Schautz inArchiven, auf Gemälden oder in Romanen ausgestorbeneBerufe ausfindig gemacht und ihrengeselschaftlichen Hintergrund beleuchtet. DasBuch ist ein unterhaltsames Sittengemälde vergangenerZeiten und gleichzeitig eine interesssanteWirtschafts- und Sozialgeschichte.Viel Spaß beim Knobeln!Die Verlosung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges.66 forum – DAS BRANDENBURGER WIRTSCHAFTSMAGAZIN – 5/2012

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