vdf - Verband Deutscher Freilichtbühnen
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IMPRESSUMFreilichtbühne aktuellZeitschrift des <strong>Verband</strong>es<strong>Deutscher</strong> <strong>Freilichtbühnen</strong> e.V. (VDF)Herausgeber:VDFOberonstrasse 2059067 HammTelefon: 0 23 81 - 69 34Fax: 0 23 81 - 67 50 84e-mail: VDFHAMM@t-online.deInternet: www.freilichtbuehnen.deRedaktionsteam dieser Ausgabe:Reinhard Jansen (RJ)Wolfgang Schiffelholz (WS)Bärbel Mauch (BM)Verantwortlich:Wolfgang SchiffelholzAnzeigen:Heribert KnechtLayout:Jochen Grebe, Bad BentheimDruck:Druckerei AltstetterTapfheimFreilichtbühne aktuellerscheint zweimal jährlich. Die mitNamen gekennzeichneten Beiträgegeben die Meinung des Verfassers,nicht aber die des Herausgebersbzw. der Redaktion wieder.Es wird nur die allgemeine presserechtlicheVerantwortung übernommen.Der Nachdruck von Beiträgen ist nurmit Einwilligung des Herausgebersund Quellenangabe gestattet.Die nächste Ausgabevon Freilichtbühne aktuellerscheint im Dezember 2013Redaktionsschluss:01. November 2013Titelfoto:Waldbühne Heessen 2012„Die Schöne und das Biest“Rückseite:Freilichtbühne Schloß Neuhaus 2012„Emil und die Detektive“INHALTEditorial ..................................................................................................................3Der <strong>Freilichtbühnen</strong>sommer 2013 - fünf Monate Theater unter freiem Himmel....4Bundestagung des VDF in Hamm .....................................................................6Neue Ehrenordnung und Ehrennadeln für den VDF .............................................7Reinhard Jansen und Ludwig Hofmann zu Ehrenpräsidenten ernannt ............8Vorstandssitzung des VDF Region Süd in Neuenstadt a.K. ..............................9Klausurtagung des VDF Region Nord in Langwedel .......................................10Zwei neue Gesichter im Vorstand des VDF Region Nord ................................12Das Vereinsrecht - ein Crashkurs für Vorstände ..............................................13Jugendleitertagung des VDF Region Nord in Stromberg ...............................14Voll innovatives Camp des VDF Region Nord in Hallenberg ...........................15Jugendtreffen des VDF Region Süd in Wüstenrot ...........................................16Frank Junge - Herr über 300.000 Kostüme .....................................................18Bernhard Sandmann - 60 Inszenierungen in 64 Jahren ..................................19Ivo Speh - Pfarrer, Bischof, Gott - ein steiler Aufstieg ..................................... 20Workshop auf italienisch in Altleiningen ......................................................... 21Grundlagenbildung für Jugendleiter ................................................................ 22Zuschauer im Steilhang - die Naturbühne Steintäle in Fridingen ................... 23Freilichtbühne Daverden spielt Märchenstücke aus eigener Feder ............... 25Waldbühne Otternhagen plant neues Mehrzweckgebäude ........................... 26Freilichtbühne Coesfeld zeigt Präsenz bei Facebook .................................... 26Vernetztes Bühnenmarketing in Südwestfalen ............................................... 27Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung - die nächste Runde ................... 28100 Jahre Freilichtbühne Mannheim Dramatischer Club Waldhof e.V. .......... 2990 Jahre Freilichtbühne Nettelstedt ................................................................ 3025 Jahre Waldbühne Kloster Oesede ............................................................. 31Freilichtbühne Bad Schwalbach - Proben unter erschwerten Bedingungen ... 32Namen und Nachrichten ................................................................................... 33Nachrufe .......................................................................................................... 34Otfried Preußler verstorben .............................................................................. 35Termine des VDF 2. Jahreshälfte 2013 ........................................................... 36Kursangebote des Bildungswerkes für Theater und Kultur ............................ 37Technikerseminar 2013 des VDF Region Nord ............................................... 38Clownerieworkshops des Bildungswerkes für Theater und Kultur ................. 38
EDITORIALLiebe Leserinnen und Leser,liebe <strong>Freilichtbühnen</strong>freundinnen und -freunde,mit der neuen Ausgabe der „Freilichtbühneaktuell“ wollen wir Sie wieder überWissenswertes und Interessantes ausder Welt der deutschen Amateurfreilichtbühneninformieren.Besonders im Bereich der Funkmikrofoneziehen erneut dunkle Wolken über denBühnen auf. Zwischenzeitlich scheinenauch die zeitlich begrenzten neu zugewiesenenFrequenzen nicht mehr in Stein gemeißeltzu sein. Vor allem aber lehnte derBundestagsausschuss für Wirtschaft undTechnologie einen Antrag ab, Entschädigungenauch dann in Erwägung zu ziehen,wenn die Anlagen vor dem„Stichjahr” 2006 angeschafft wurden.Einen ausführlichen Bericht hierüber undeiner neuen Initiative einer Gruppe vonBundestagsabgeordneten lesen Sie aufSeite 28.Aber selbstverständlich gibt es auch sehrviel Positives zu berichten.Insbesondere unsere Jugendgruppen erfahrendurch die Bemühungen des <strong>Verband</strong>eserneut eine Stärkung. So wird nuneine Fortbildung für <strong>Freilichtbühnen</strong>mitgliederangeboten, die sich in der Jugendarbeitan den Bühnen des VDF bereitsengagieren bzw. sich künftigengagieren wollen. Mit entsprechendenweiteren Maßnahmen soll angestrebt werden,dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmerdie Berechtigung zum Erwerb derbundesweit anerkannten Jugendleitercard(Juleica) erlangen. Die Juleica ist einbundesweit einheitlicher Ausweis für ehrenamtlicheMitarbeiter in der Jugendarbeitund dient zur Legitimation und alsQualifikationsnachweis der Inhaber/-innen.Sie ist in manchen Bundesländern einMuss für die Leitung und Durchführungbezuschusster Jugendprojekte.Als besondere ehrenamtliche Aktive imBereich des Freilichttheaters stellt „Freilichtbühneaktuell” Frank Junge, BernhardSandmann und Ivo Speh vor. Währendder eine den Kostümfundus der WaldbühneHeessen mit mehr als 300.000Kostümen bzw. Kostümteilen äußerstfachmännisch betreut und verwaltet, blickendie anderen auf der WaldbühneAhmsen und der Waldbühne Sigmaringendorfauf über sechzigjährige Erfahrungenals Amateurschauspieler zurück.Aber auch über den 20-jährigen FlorianPletz von der Freilichtbühne Bad Bentheimwird berichtet, der in Linz/Österreichden Jugendpreis „Papageno“ der ReimanAkademie als bester Hauptdarsteller imdeutschsprachigen Raum erhielt.Alle <strong>Freilichtbühnen</strong> des <strong>Verband</strong>eshaben ihre Eigenheiten, sind etwas Besonderesund agieren vor allem sehr traditonsbewusst.Dies lässt sich unschweraus den Berichten über die Jubiläenschließen. Eine Bühne jedoch soll in dieserAusgabe hervorgehoben werden, weilsie durch beispielhaften Arbeitseinsatzund überdurchschnittliches Engagementseiner Mitglieder als Kleinod in einemengen Tal fernab des Ortes vor 50 Jahrenentstanden ist, die Naturbühne Steintälein Fridingen. Auch tausende Zuschauerleisten Außergewöhnliches, wenn sie denschweißtreibenden steilen Anstieg zurBühne in Kauf nehmen, um die Aufführungenzu sehen.Wir wünschen unseren <strong>Freilichtbühnen</strong>eine erfolgreiche Freilichtsaison 2013 undden jährlich knapp 900 000 Zuschauernunterhaltsame und regenfreie Stunden beiden annähernd 150 verschiedenen Inszenierungen.Wolfgang SchiffelholzPräsident des VDFFoto: Catharina BeckerHeribert KnechtVizepräsident des VDF3
FREILICHTTHEATER:VON MAI BIS SEPTEMBERDAS BESONDERETHEATERERLEBNISMit 140 Inszenierungen und insgesamt 1.744 Aufführungenpräsentieren die Mitgliedsbühnen des VDF auch in der diesjährigenSaison wieder ein vielfältiges Freilichttheater-Programm fürKinder, Jugendliche und Erwachsene.Als neues Freilichterlebnis präsentiert sich Aeronauticus inCadolzburg. Aber auch die Kinderstücke Kleopatra, Kleopatrain Daverden, ein Zeitgeist im Märchenland in Freudenbergund Die ... Rettung des Märchenwaldes in Schloß Neuhaussind neu.Unter den Klassikern ist in diesem Sommer Shakespeare wiederder Favorit: an 15 Bühnen will man seinen Geist beschwören,davon allein Ein Sommernachtstraum in Emmendingen,Hohensyburg, Katzweiler, Kloster Oesede, Neustadt a.d.W.,Worms; dicht gefolgt von der berühmtesten Liebesgeschichteder Welt Romeo und Julia in Langenzenn, Niederelsungen,Reckenfeld, Sigmaringendorf. Weitere Shakespeare-Inszenierungensind in Barsinghausen, Bökendorf, Büdingen, Gernsbachund Oberursel zu erleben. Das Weiße Rössl „galoppiert“munter an den Bühnenorten Bad Schwalbach, Freudenbergund Neuenstadt; das Schwarzwaldmädel lädt in Ötigheim ein,während Cabaret seine Tore in Barsinghausen, Mannheimund Porta öffnet. Mit Anatevka in Hallenberg, Hair in Coesfeld,Bye Bye Birdie in Meppen, Ein Käfig voller Narren in Lilienthalund Heiße Ecke in Bad Bentheim und nochmals in KlosterOesede kommen die Musikliebhaber auf ihre Kosten.Pippi Langstrumpf will ihre Fans in Hornberg, Mannheim,Meppen, Osterwald und Schuld begeistern. Moglis Abenteuerkönnen beim Dschungelbuch in Balve, Bellenberg, Melle,Otternhagen und Sigmaringendorf begleitet werden. Zarte Liebesbandeknüpft Ronja Räubertochter zu Birk auf den BühnenHeessen, Lilienthal und Porta; Die kleine Hexe zaubertsich in die Herzen ihrer Freunde in Coesfeld, Emmendingenund Heessen; neben ihr können Das kleine Gespenst inTwiste und Der kleine Vampir in Korbach sicher bestehen.Wickie befreit seine Wickinger in Hallenberg, Reutlingen undWerne. Weitere Helden aus Kinderträumen werden uns begegnen:Aladin - Burgholzhausen, Max und Moritz - Herdringen,Peter Pan - Billerbeck und Hohensyburg, Das Sams - Nettelstedt,Michel aus Lönneberga - Bad Bentheim, Pünktchenund Anton - Westerstede, Emil und die Detektive - Hohensyburgund Kloster Oesede, Sindbad - Bökendorf, Petterssonund Findus - Ahmsen, Die Schöne und das Biest - Reckenfeld,Pinocchio - Hayingen, Heidi – Ötigheim; Simba - Lohneund Stromberg, Jim Knopf und die Wilde 13 - Barsinghausenund Katzweiler, Peterchens Mondfahrt - Donauwörth, Der Zauberervon Oz - Illertissen und Werne, Hotzenplotz - Boben-4
heim - Roxheim und Robin Hood - Heidenheim und SchloßStetten. Auch Figuren aus der Märchensammlung der BrüderGrimm sind auf den Sommerbühnen zu Hause: Dornröschen- Gräfinthal, Rumpelstilzchen - Fridingen, Schneewittchen -Grötzingen, Habichtswald und Langenzenn, Tischlein deckdich - Oppenau.Die szenische Umsetzung von Romanvorlagen ist auch bei<strong>Freilichtbühnen</strong> seit vielen Jahren ein Erfolgsrezept; in diesemSommer gibt es Angebote in Fridingen - Die Tochter des Salzsieders;Ötigheim - Der Name der Rose; Reutlingen - In 80Tagen um die Welt; Möckmühl - Der Glöckner von NotreDame; Illertissen und Oppenau - Don Camillo und Peppone;Heessen - Lès Miserables; Herrischried - Hinterm Mond (Erfolgdes Vorjahres); Ahmsen - Die Päpstin (erstmalig auf einerAmateurfreilichtbühne).Leicht und locker geht es in Herdringen mit Manche mögen’sheiß zu; ebenso werden im Schwank Der Raub der Sabinerinnenin Stromberg und Westerstede die Lachmuskeln strapaziert;Das Wirtshaus im Spessart lässt uns seineknarrenden Balken in Michelstadt hören und Charley’s Tantekommt in Bellenberg zu Besuch.Krimis und Gruselgeschichten dürfen in einer bunten Theaterpalettenicht fehlen. Über Hitchcocks 39 Stufen kann manin Hornberg und Lohne „stolpern“; Arsen und Spitzenhäubchenbrauen ihren Cocktail in Gräfinthal, Der Mann mit der eisernenMaske, ein höfischer Kriminalfall, kommt in Hülzweilerzur Aufklärung, Ladykiller erleben ihre Überraschung in Melle.Draculas Herkunft wird in Billerbeck und Twiste ergründet.Schloß Neuhaus wartet gar mit einem Mörderspiel auf.Auch in diesem Sommer erfreuen die Mundartbühnen wiederihr Publikum. So in Daverden, Eschbachtal, Hayingen, Holtebüttel,Landstuhl, Marklohe, Oberbauerschaft, Stöckse, Wagenfeld.Ein religiöses und erbauliches Angebot machenKaisersesch mit der uralten Fabel Jedermann und in bewährterTradition Sömmersdorf mit der biblischen Darstellung (indiesem Jahr mit einer neuen Textfassung) Die Passion.Persönlich freue ich mich auch auf ein Kennenlernen der InszenierungenKohlhiesels Töchter von Heidenheim, Der Besuchder alten Dame von Grötzingen, Der Alchimist ausBesigheim, Katharina Knie und Die dumme Augustine aufBurg Leofels, Die deutschen Kleinstädter mitten in Schwarzach,Der Brandner Kaspar in Donauwörth und Holzheim, DieLokalbahn zu Spalt, My Fair Lady in Bellenberg, Ein Dorf ohneMänner in Bad Orb, Hotel zu den zwei Welten in Reubach, Liliomin Künzelsau.Nicht alle Stücke lassen sich in Sparten ordnen, doch leistenOsterwald - Ein ungleiches Paar, Nettelstedt - Teuflische Göttinnen,Dreieich - Blütenträume, Überwald - Das Försterliesel,Korbach - Zoff in Silver City so ihren Beitrag zum Sommerprogramm.Reimund Fränzel5
PRÄSIDIUMSSITZUNG UNDBUNDESTAGUNG DES VDFVorstände und Delegierte der VerbändeVDF Region Nord und VDF Region Südtagten am 16. und 17. Februar in Hamm.Neben den Dauerbrennern Frequenzbereichszuweisungsplanverordnungund Gründungeiner Ausgleichsvereinigung für die Künstlersozialkassewaren auch eine völlig neukonzipierte Jugendleiterausbildung undeine neue Ehrenordnung mit neuen EhrennadelnThema.6Schon am Freitagabend tagte das Präsidiumparallel zum Arbeitskreis „Freilichtbühneaktuell". Während die Einen dieBundestagung vorbereiteten, machtensich die Anderen Gedanken zu Inhaltenfür die neue Ausgabe von „Freilichtbühneaktuell".Heribert Knecht, neuer Vorsitzender desVDF Nord und Präsident des Gesamtverbandeskonnte aus gesundheitlichenGründen nicht teilnehmen und so übernahmder Vorsitzende des VDF Süd undVizepräsident Wolfgang Schiffelholz dieLeitung der Tagung. Als neues Mitglied imPräsidium konnte er die neu gewählte2. Vorsitzende des VDF Region Nord,Simone Berg, begrüßen.Mit Grußworten der Vertreterin der StadtHamm, Bürgermeisterin Simshäuser, undder Vorsitzenden der Waldbühne Hamm-Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer derBundestagung wurden im Tagungshotelvon der Bürgermeisterin der Stadt HammMonika Simshäuser ......und an der Waldbühne Heessen von der 1. Vorsitzenden Ingeborg Hesse (links) begrüßtFotos: Reinhard JansenHeessen, Ingeborg Hesse, wurde die Bundestagungam Samstag eröffnet.Über die einzelnen TagungsschwerpunkteAusgleichsvereinigung Künstlersozialkasse,Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung,neue Ehrenordnung und neue Ehrennadelndes VDF sowie Jugendleiterausbildungmit Zertifizierung berichten wir indieser Ausgabe der „Freilichtbühne aktuell“ausführlich in gesonderten Artikeln.Wechsel der PräsidentschaftSatzungsgemäß wechselt die Präsidentschaftdes VDF alle drei Jahre. Der Vorsitzendedes VDF Region Süd, WolfgangSchiffelholz, übernahm somit das Amt vonseinem Vorgänger Heribert Knecht, undwird die nächsten 3 Jahre den <strong>Verband</strong>als Präsident vertreten.Reinhard Jansen und Ludwig Hofmann zuEhrenpräsidenten ernanntAuf Vorschläge der beiden 1. Vorsitzendendes VDF Region Nord und des VDFRegion Süd stimmte die Bundesversammlungüber die Ernennung vonReinhard Jansen und Ludwig Hofmann zuEhrenpräsidenten des VDF ab. Die Versammlungstimmte jeweils einstimmig fürdiese Vorschläge.Wolfgang Schiffelholz überreichte ReinhardJansen die Ehrenurkunde, verbunden mitdem Dank für seinen vieljährigen und erfolgreichenEinsatz für die Belange desdeutschen Freilichttheaters in seiner Eigenschaftals Vertreter des VDF. LudwigHofmann, der aus gesundheitlichen Gründennicht an der Tagung teilnehmenkonnte, wurde die Ehrenurkunde in seinemHeimatort Neuenstadt a.K. überreicht.Besichtigung der Waldbühne HeessenAbgerundet wurde die Tagung durch eineBesichtigung der Waldbühne Heessen inHamm, einer der Gründungsbühnen des<strong>Verband</strong>es, zu der die Vorsitzende IngeborgHesse einlud. Besonders eindrucksvollwar der von Frank Junge geleitete undverwaltete Kostümfundus mit ca. 350.000Einzelteilen, besonders angenehm derdort servierte Kaffee und selbstgebackeneKuchen.BM
VDF - BUNDESTAGUNG VERABSCHIEDETEEHRENORDNUNGEINHEITLICHE REGELN FÜR DIE EHRUNG VON MITGLIEDERN GETROFFENDie Bundestagung des VDF hat am 15. Februarin Hamm eine Ehrenordnung beschlossen.Mit dieser Ehrenordnung werdeneinheitliche Regeln für die Ehrung und Auszeichnungvon Mitgliedern der <strong>Verband</strong>sbühnensowie der Gremien des VDFgetroffen.Wie bisher zählen zu diesen Ehrungen/Auszeichnungendie silberne Ehrennadel unddie goldene Ehrennadel. Sie wurden umdie diamantene Ehrennadel als höchsteAuszeichnung des VDF ergänzt. Die silberneEhrennadel wird für 25-jähriges ehrenamtlichesEngagement an denMitgliedsbühnen bzw. in den Gremien desVDF verliehen. Das Engagement an denMitgliedsbühnen kann sich auf das Mitwirkensowohl als Darsteller als auch vor undhinter den Kulissen (z.B. Kassendienst,Bühnenbau, Bühnentechnik, Kostümschneiderei)sowie im Vereinsvorstandbeziehen. Das Engagement in den Gremienbezieht sich auf die Ausübung ehrenamtlicherFunktionen in den Vorständen derRegionen Nord und Süd des VDF sowie imPräsidium und der Bundestagung des VDF.Diese Voraussetzungen gelten auch fürdie Verleihung der Goldenen Ehrennadel,aber mit der Maßgabe, dass das ehrenamtlicheEngagement 40 Jahre ausgeübtworden sein muss.Die Verleihung der diamantenen Ehrennadelsetzt oben genannte Aktivitäten übereinen Zeitraum von 50 Jahren voraus. Darüberhinaus sollte der Schwerpunkt desEngagements aber besonders in der langjährigenWahrnehmung von Führungsfunktionenim Vorstand der jeweiligenMitgliedsbühne und/oder den Gremien derVDF - Regionen Nord und Süd sowie desVDF - Bundesverbandes liegen.Unabhängig von den zeitlichen Voraussetzungenkönnen die Ehrenadeln auchan Personen verliehen werden, die sich inhervorragender bzw. besonderer Weiseum das Amateurfreilichttheater verdientgemacht haben.Die Verleihung der Ehrennadeln erfolgtgrundsätzlich auf Antrag der Mitgliedsbühnendes VDF. Sie können aber auch auf Initiativeder Vorstände der VDF - RegionenNord und Süd sowie des Präsidiums desVDF verliehen werden.Die Ehrenordnung mit dem vollständigenWortlaut und das entsprechende Formblattzur Beantragung der Ehrennadelnkönnen bei der Geschäftsstelle des VDFin Hamm angefordert werden. Sie stehenauch als Download im internen Bereichder Homepage des VDF zur Verfügung.RJDie neuen Ehrennadeln des VDF: Silber, Gold, Diamanten (von links)Foto: Catharina Becker7
EINSTIMMIGER BESCHLUSS DER BUNDESTAGUNG:REINHARD JANSEN UND LUDWIG HOFMANNZU EHRENPRÄSIDENTEN DES VDF ERNANNTAuf Vorschlag von Heribert Knecht (1. VorsitzenderVDF Region Nord) und WolfgangSchiffelholz (1. Vorsitzender VDF RegionSüd) hat die Bundestagung am 16. Februarin Hamm einstimmig beschlossen, ReinhardJansen und Ludwig Hofmann zu Ehrenpräsidentendes VDF zu ernennen. Mit dieserErnennung wurden ihre langjährigen Verdiensteum das Amateurfreilichttheater undbesonders den VDF gewürdigt.Reinhard Jansen hat auf der 59. JahresundArbeitstagung des VDF Region Nordnach 21 Jahren sein Amt als Vorsitzenderdes VDF Region Nord zur Verfügung gestellt.Während dieser Zeit amtierte er im3-jährigen Wechsel mit dem jeweiligenVorsitzenden des VDF Region Süd auchals Präsident bzw. Vizepräsident des VDFund hat über viele Jahre die Interessendes <strong>Verband</strong>es als Präsidiumsmitglieddes BDAT wahr genommen. Ausgesprochengut waren seine Kontakte zu denMitgliedsbühnen, für deren Belange erWolfgang Schiffelholz überreichtLudwig Hofmann die EhrenurkundeFoto: Jürgen Krämersich immer einsetzte. AlsStichwort sei hier nur die„Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung“genannt. Seinediesbezüglichen Aktivitätenwurden nicht nur inKreisen der Amateurtheateranerkannt, sondernverschafften ihmauch Respekt in den zuständigenMinisterien.Für seine Verdienstewurde Reinhard Jansenzum Ehrenvorsitzendendes VDF Region Nord ernanntund mit der Ehrenmedailledes BDATausgezeichnet. Die Urkundefür die ErnennungWolfgang Schiffelholz überreichtReinhard Jansen die Ehrenurkundezum EhrenpräsidentenFoto: Hermann Kemperwurde ihm im Rahmender Bundestagung vom derzeitigen VDF -Präsidenten Wolfgang Schiffelholz überreichtgliedsbühnen,viele Besuche ihrer Aufführungenstanden auf seinem jährlichenSommerprogramm. Eng war auch dieLudwig Hofmann hatVerbindung zum VDF Region Nord. Sietrug wesentlich zu einer freundschaftlichensich viele Jahre für denDachverein Liederkranz e.V.mit seiner Abteilung Freilichtspieleund konstruktiven Zusammenarbeitder beiden Regionalverbände des VDFbei. Für seine Verdienste wurde er zumNeuenstadt Ehrenvorsitzenden des VDF Region Südengagiert und war alsVorstandssprecher undVorstand Finanzen wesentlichan der positivenEntwicklung der Bühnebeteiligt. Als Nachfolgervon Bernhard Schmutzlerübernahm er von2004 bis 2010 das Amtdes 1. Vorsitzenden desVDF Region Süd und im3-jährigen Turnus auchdie Funktion des Präsidenten/Vizepräsidentenernannt und mit der Goldenen Maske desBDAT ausgezeichnet. Die Ernennung zumEhrenpräsidenten des VDF konnte LudwigHofmann krankheitsbedingt nicht bei derBundestagung entgegen nehmen. Dieentsprechende Urkunde wurde ihm in Anwesenheitseiner Frau Hannelore sowievon Jürgen Krämer und Lars Sörös-Helfertnach der Vorstandssitzung des VDF RegionSüd am 3. März zu Hause in Neuenstadtvom VDF - Präsidenten Wolfgang Schiffelholzüberreicht.Red.des VDF. Er hatte engenKontakt zu den Mit-8
VORSTANDSSITZUNG DES VDF REGION SÜDDIESMAL IM HOHENLOHISCHENBei den Freilichtspielen Neuenstadt am Kochertagte der erweiterte Vorstand des VDFRegion Süd am 2. und 3. März und die Sitzungsteilnehmerdurften im großen Vereinshausdie Gastfreundschaft des Vereinsgenießen.Preisvergabe FotowettbewerbGleich zu Beginn der Sitzung gab es sehrerfreuliches, nämlich die Preisverleihungfür den Fotowettbewerb 2012: Peter Hahnvon den Sommerspielen Überwald reistemit Gattin zur Ehrung an, hatte er doch mitseinem Foto „Der erste Ritter“ den 1. Preisund mit dem Foto „Ein rechter Knecht”gleich noch den 3. Preis gewonnen. WolfgangSchiffelholz überreichte Urkundeund Preisgeld. Matthias Merk, Preisträgerdes 2. Preises konnte nicht persönlich anreisen,er stand an diesem Tag auf derSaalbühne seines Heimatvereins, der„Naturbühne Steintäle” in Fridingen.Mit einem Rückblick auf das Jahr 2012,das für die Mitgliedsbühnen und den <strong>Verband</strong>ein erfolgreiches war, begann der 1.Vorsitzende Wolfgang Schiffelholz seinenBericht. Die Zuschauerzahlen übertrafendie des vorherigen Jahres, die Jugendarbeitwurde in bewährt erfolgreicher Weisefortgesetzt und die Jahrestagung 2012 inGrötzingen stieß mit ihrem Programm aufdurchweg positive Resonanz.Neue Vorstandszusammensetzung beschlossenEine intensive Diskussion entstand beidem Thema „Zusammensetzung des erweitertenVorstands“. Geplant und bei derJahrestagung 2012 schon angesprochenwar eine Reduzierung der derzeit 19 Vorstandsmitglieder.Zukünftig wird die Zahlder Beisitzerbühnen auf vier reduziert, dasRotationsprinzip der Beisitzerbühnen entfällt,stattdessen wird gewählt. Die Landesbeauftragtenentfallen, es bleibenjedoch die Vertreter von Arbeitsgemeinschaftender Länder. Drei Delegierte zurBundestagung werden aus dem Vorstandbestimmt. Danach bestünde der erweiterteVorstand aus 10 Personen.Die frei werdenden Mittel können fürSchulungen und Jugendarbeit eingesetztwerden, was allen Bühnen zugutekommt.Die nächste Jahrestagung soll nun diesenVorschlag diskutieren und abstimmen.Jahrestagung 2013 im Feriendorf Kröckelbachin HessenEin weiterer Schwerpunkt war die Vorbereitungder Jahrestagung im FeriendorfKröckelbach, die vom 11. - 13. Oktober stattfindenwird. Das Feriendorf steht das gesamteWochenende zur Verfügung, alsovon Freitag bis Sonntag. Deshalb beginntdie Arbeitstagung bereits am Freitagabendmit Workshops. Es wird ein vielfältigesund intensives Angebot für vieleTheaterfreunde geben: Vom Fotoworkshopüber Schaukampf und Maske biszum Umgang mit Lebensmitteln (Hygiene)und vieles mehr.Neuwahlen 2013Auf der nächsten Jahrestagung wird dieVorstandschaft turnusmäßig neu gewählt.Da der 2. Vorsitzende Lars Sörös-Helfertund der Jugendleiter Sascha Diener nichtmehr kandidieren, sind für diese beidenVorstandsämter Neubesetzungen erforderlich.Ludwig Hofmann ist Ehrenpräsident desVDFIm Anschluss an die Vorstandssitzung besuchtendie beiden Vorsitzenden und derSchriftführer Jürgen Krämer den ehemaligen1. Vorsitzenden Ludwig Hofmann, umihm die Urkunde seiner auf der Bundestagungin Hamm beschlossenen Ernennungzum Ehrenpräsidenten des VDF zuüberreichen. Leider erlaubte es seine Gesundheitnicht, den ganzen Vorstand zuempfangen, denn alle wären gerne dabeigewesen.BM9
VORSTANDSSITZUNG UND KLAUSURTAGUNGDES VDF REGION NORD IN LANGWEDELSCHWERPUNKTTHEMA DER TAGUNG: VEREINSRECHTDer VDF Region Nord hatte am 9. März zurVorstandssitzung und Klausurtagung nachLangwedel eingeladen. Der Flecken Langwedelwurde im Zuge der Gebietsreform1972 aus 6 Gemeinden gebildet. Zu ihnenzählen auch Daverden und Holtebüttel. Inbeiden Orten sind seit vielen Jahren <strong>Freilichtbühnen</strong>ansässig, die Mitglied im VDFRegion Nord sind und trotz der Konkurrenzsituationfreundschaftlich kooperieren.Ausrichter der diesjährigen Tagung war dieFreilichtbühne Daverden.Der Vorstand befasste sich in seiner Sitzungam Samstagmorgen u.a. mit demProgramm der diesjährigen Jahres- undArbeitstagung, die anläßlich des 60 - jährigenBestehens des VDF Region Nordam Gründungsort Hamm stattfinden wird.Des Weiteren informierten der 1. VorsitzendeHeribert Knecht und die 2. VorsitzendeSimone Berg u.a. über dieBundestagung des VDF, den aktuellenStand zur Gründung der Ausgleichsvereinigungmit der Künstlersozialkasse, denBundesfreiwilligendienst, die Grundlagenbildungfür Jugendleiter und den „Dauerbrenner“Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung/Billigkeitsrichtlinie.Nach der Vorstandssitzung begrüßteHeribert Knecht über 60 Teilnehmerinnenund Teilnehmer von 28 Mitgliedsbühnenzur Klausurtagung und zeigte sich erfreutüber die große Resonanz. Sein besondererGruß galt dem Bürgermeister des FleckensLangwedel Andreas Brandt, demVorsitzenden der Freilichtbühne DaverdenVolker Penczek und dem ReferentenChristian Dennert, der im Hauptberuf alsDiplom-Rechtspfleger am AmtsgerichtHamburg tätig ist und ehrenamtlich dieAufgaben des Vorsitzenden des <strong>Verband</strong>esHamburger Amateurtheater undeines der Vizepräsidenten des Bundes<strong>Deutscher</strong> Amateurtheater wahrnimmt.Volker Penczek hieß alle herzlich willkommenund wünschte der Tagung einen erfolgreichenVerlauf; Bürgermeister Brandtstellte kurz den Flecken Langwedel vorund unterstrich die kulturelle Bedeutungder <strong>Freilichtbühnen</strong> Daverden und Holtebüttelfür Langwedel und die Region.Ausführlich und bestens vorbereitet gingChristian Dennert auf die vielen Facettenund Regeln des Vereinsrechtes ein undbeantwortete Fragen aus dem Kreis derinteressierten Zuhörer. Die wesentlichenAusführungen seines Referates hat er zusammengefasst, sie sind an andererStelle dieser Ausgabe der <strong>Verband</strong>szeitschriftabgedruckt.Im weiteren Verlauf der Tagung wurdeüber die bereits oben genannten Themeninformiert. Nach dem offiziellen Teil hattedie Freilichtbühne Daverden zur Besichtigungder idyllischen Bühne im DaverdenerHolz eingeladen und zeigte sich mitKaffee und Kuchen einmal mehr als guterGastgeber.So galt denn der besondere Dank vonHeribert Knecht dem Vorsitzenden VolkerPenczek und seinen „Mitstreitern“ für diehervorragende Organisation und Betreuung.RJChristian Dennert referierte über das VereinsrechtFoto: Christoph Malassa10
ZWEI NEUE „GESICHTER“ IM VORSTAND DESVDF REGION NORD:SIMONE BERG UND KIRSTIN MEFFERT STELLEN SICHVERANTWORTUNGSVOLLEN AUFGABENAuf der Jahrestagung des VDF RegionNord am 27./28. Oktober letzten Jahreswurde Simone Berg als 2. Vorsitzendeund Kirstin Meffert als Jugendleiterinneu in den Vorstand gewählt und übernehmenin ihren jeweiligen Positionenverantwortungsvolle Aufgaben. Zumnäheren Kennenlernen werden sie hiervorgestellt.„Theater macht Spaß, bereichert dasLeben und führt die Menschen zusammen“beschreibt Simone Berg ihre Empfindungenfür das Amateurfreilichttheater,Unbekannte, gehörte sie doch bereits von1992 bis 1998 als Jugendleiterin dem <strong>Verband</strong>svorstandan. Während dieser Zeit lagihr besonders die Förderung der Kinderund Jugendlichen an den Mitgliedsbühnendes VDF Region Nord am Herzen.Ihre Ziele erreichte sie mit verschiedenenKinder- und Jugendveranstaltungen dievon ihr ins Leben gerufen wurden, wie z.B.das Teeniecamp. Ihre über 30-jährigeBühnenerfahrung will Simone Berg in dieVorstandsarbeit, in ihre neue Aufgabe als2. Vorsitzende einbringen. Sie freut sichauf diese neue Herausforderung und istdavon überzeugt, sich ihr erfolgreich stellenzu können.Inzwischen hat sie ihr Hobby auch zumBeruf gemacht und vor sieben Jahren inHameln die Spielleitung des Vereins„Tivi´s Märchenspiel“ übernommen. Darüberhinaus ist sie Referentin für Theaterund Spiel, Leitungskompetenz und Multiplikatorentraining.Trotz aller Verpflichtungennimmt sich Simone Zeit für ihreFamilie sowie für weitere Hobbys. So gehtsie gemeinsam mit der Familie auf Reisenund besucht leidenschaftlich gerne Theater,Museen und (Rock-) Konzerte.Auch für Kirstin Meffert ist das Amateurfreilichttheaterzur Leidenschaft geworden.Im Jahr 1995 wurde die 23-jährige Mitgliedder Freilichtbühne Bökendorf. Seitdem agiert sie auf der Bühne sowohl imKinder- als auch im Erwachsenenstück.Zusätzlich übernahm sie 2007 die Aufgabender Regieassistenz im Kinderstück,die sie noch immer mit viel Freude undElan erfüllt. Die Position der Jugendleiterinihrer Heimatbühne hat sie 2010 von ihremBruder Mathias übernommen, nachdemsie ihn bereits vorher bei der Jugendarbeitunterstützte und gemeinsam mit ihm undvielen anderen Helfern das Teeniecamp2009 in Bökendorf ausrichtete. Regelmäßignimmt Kirstin Meffert an den Jugendleiterfortbildungendes VDF Region Nordim Schloß Oberwerries teil und wirkt dortauch bei der Organisation und Leitungmit.Beeindruckt und begeistert ist sie besondersvon den Jugend- und Teeniecamps.So möchte sie als Jugendleiterin des <strong>Verband</strong>esdafür sorgen, dass diese Treffenweiterhin die Möglichkeit bieten, sich auszutauschenund Kontakte untereinanderzu knüpfen. Sie ist der Meinung, dass dieJugendarbeit an den Mitgliedsbühnen,verbunden mit dem Engagement der Jugendlichen,oft unterschätzt wird undmehr gewürdigt werden müßte. Wichtig istfür sie auch, dass die Jugendarbeit gesichertund der Nachwuchs in den verantwortlichenPositionen gefördert wird.Zur Zeit lebt Kirstin in Osnabrück, wo sieeine Ausbildung als Erzieherin absolviert.Vorher, nach dem Abitur, hat sie ein Jahram Osnabrücker Stadttheater hospitiertund an einem Projekt in der TheaterpädagogischenWerkstatt mit gearbeitet. Sokönnte sie sich auch vorstellen, einen beruflichenWeg in Richtung Sozialpädagogikeinzuschlagen.RJ12Simone BergFoto: Christiane Stoltedas ihr längst zur Herzensangelegenheitgeworden ist. So ist die 41-jährigeschon seit 1982 Mitglied der Freilicht- undWaldbühne Osterwald und hat sich dortbis heute ehrenamtlich vor und hinter denKulissen engagiert und viele Aufgabenübernommen: Jugendleiterin von 1987bis 1998, stellvertretende Vorsitzende von1998 bis 2009, mehrjährige Regiearbeitund künstlerische Leitung. Auch als Spielerinagiert sie auf der Bühne, seit einigenJahren gemeinsam mit ihren beiden Kindern.Im <strong>Verband</strong> <strong>Deutscher</strong> <strong>Freilichtbühnen</strong>Region (VDF Region Nord) ist sie keineKirstin MeffertFoto: privat
VEREINSRECHTRECHTE UND PFLICHTEN DES GESCHÄFTSFÜHRENDEN VORSTANDESIm Rahmen der VDF-Klausurtagung (RegionNord) in Langwedel am 09.03.2013 wurdendie Grundzüge des aktuellen Vereinsrechtessowie die Haftung von Vereinsvorständen ineinem Vortrag dargestellt. Nur wenige Wochenzuvor hatte der Deutsche Bundestagdas „Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes“beschlossen, das u.a. den Kreis der Ehrenamtlichenmit reduzierter Haftung erweiterthat.In diesem zum Vortrag sehr verkürztenÜberblick wird nur auf den Regelfall derVereinsform von Mitgliedsbühnen in VDFund BDAT eingegangen: der rechtsfähige,nicht wirtschaftliche Verein (sog. Idealverein)gemäß § 21 BGB.1. VereinssatzungIn jeder Vereinssatzung gibt es Muss-,Soll- und Kann-Regelungen. Hierzu gehörenu.a. Vereinszweck, Name und Sitz desVereines, Vorstandsbildung sowie Vorstandsgröße,Wahlmodi, Rechte undPflichten von Mitgliedern, Ermächtigungvon Vereinsordnungen, die Öffnung zurVorstandsvergütung und Haftungsregelungendes Vorstandes.2. VereinsorganeDer Verein handelt als körperschaftlicheOrganisation durch seine notwendigenOrgane. Dies sind der Vorstand (gemeintist der BGB-Vorstand, s.u.) und die Mitgliederversammlung.Es können weitere Organe in der Satzungfestgelegt werden und ihnen Aufgabender Vereinsführung, der internen Gestaltungdes Vereinslebens, eine AufsichtsundKontrollfunktion oder Repräsentationsaufgabenübertragen werden. Hierbeisind insbesondere die sog. Vorstandschaft(Gesamtvorstand), Revisoren oderKassenprüfer, ein Kuratorium und besondereVertreter gemäß § 30 BGB (z.B. Geschäftsführer)zu nennen.3. VereinsvorstandDer Vorstand vertritt den Verein gerichtlichund außergerichtlich – gemeint ist/sindhier nur die Person/en, die im Vereinsregisterdes örtlich zuständigen Amtsgerichteseingetragen ist/sind (sog. BGB-Vorstand).Der Vorstand kann den Verein imAußenverhältnis rechtswirksam verpflich-Christian Dennert Vizepräsident desBDAT Diplom-Rechtspfleger (FH) beimAmtsgericht HamburgFoto: privatten (aktive Vertretungsmacht). Sofern dieSatzung keine Regelung bei mehrköpfigenBGB-Vorständen zur Vertretungsregelungzwischen diesen für den Vereinenthält, gilt nach herrschender Meinunghier die Mehrheitsvertretung. Alle BGB-Vorstandsmitglieder sind jedoch kraft Gesetzesermächtigt, Erklärungen für denVerein entgegenzunehmen (passive Vertretungsmacht).Der BGB-Vorstand hatkraft Gesetzes zwei maßgebliche Aufgaben:zum Einen die Anmeldung des Vereineszum Vereinsregister zur Erlangungder Rechtspersönlichkeit und zum Anderendie Anmeldungen von Vorstands- undSatzungsänderungen.4. HaftungDer Verein haftet für den Vorstand kraftGesetzes (§ 31 BGB) im Außenverhältnis(Außenhaftung). Der Vorstand führt undleitet den Verein in den Grenzen der ihmerteilten Weisungen eigenverantwortlich.Er hat allerdings seine Tätigkeit und seineGeschäftsführung dem Verein gegenüberzu verantworten; für schuldhaftes Handeln(d.h. nur Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit)im Rahmen seiner Vorstandsarbeitist ein unentgeltlich tätiger Vorstand oderein Vorstand mit einer Jahresvergütungbis 720,00 € (§§ 31a Abs. 1, 823 Abs. 1BGB) dem Verein daher haftbar (Innenhaftung).Übersteigt die Jahresvergütung des ehrenamtlichenVorstandes den o.g. Betrag,der aktuell vom Bundesgesetzgeber mitdem „Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes“(siehe BT-Drucks. 17/12123 S. 12)vom 01.02.2013 (rückwirkend zum01.01.2013) von zuvor 500,00 € erhöhtwurde, entfällt die Haftungsprivilegierung,d.h. auch für normale Fahrlässigkeit desVorstandes tritt die Innenhaftung ein. ImSteuerrecht haftet der Vereinsvorstandunter den o.g. Voraussetzungen nach§ 69 AO auch im Außenverhältnis mit seinemPrivatvermögen. Einzelne Vereinsmitgliederhaben keinen Anspruch aufrichtige und pflichtgemäße Amtsführungdurch den Vorstand, dies obliegt nur derMitgliederversammlung als Vereinsorgan.Die formwirksame Entlastung lässt bestehendeSchadensersatzansprüche (auchBereicherungsansprüche) des Vereins an13
den Vorstand erlöschen. Mit dem „Gesetzzur Stärkung des Ehrenamtes“ wurde dasHaftungsprivileg für Vorstände auf alleVereinsmitglieder entsprechend § 31aBGB mit Einführung des § 31b BGB ausgedehnt.Dies schützt in erster Linie dasHandeln von Personen der Vorstandschaft,also derjenigen im Gesamtvorstand,die nicht BGB-Vorstand sind. Auchhier tritt eine Innenhaftung nur bei Vorsatzund grober Fahrlässigkeit ein, wenn dieübertragenen Aufgaben unentgeltlichoder in max. Höhe der Ehrenamtspauschale(720,00 €) durchgeführt wurdenund hierbei der Schaden eintritt. FolgendeSachverhalte können Haftungsfälle begründen:Verkehrssicherungspflichten, StreuundRäumungspflicht, ausreichende Beleuchtungvon Gehwegen, Einsatz vonFahrzeugen und Geräten durch nicht hierzubefähigte Personen, Organisationsverschulden,unterlassene Wartung von Maschinen,Anlagen und dergl., sowie herausgezögerteInstandhaltung, Verletzung von Bau- undBrandschutzbestimmungen, fehlerhafteoder unzureichende Aufzeichnungen inBuchhaltung und dergl., Verletzung vonUrheberrechten, Marken- und Titelschutzrechtenoder sonstigen Rechten Dritter.Dieser allgemeine Überblick kann die Hinzuziehungeines Juristen in konkreten Fragenzu Einzelfällen nicht ersetzen. Daherwird im Zweifel eine Prüfung durch einenFachmann empfohlen.Christian Dennert„LET´S DANCE“JUGENDLEITERTAGUNG DES VDF REGION NORD IN STROMBERGVom 23. bis zum 24. Februar trafen sich inStromberg 25 Jugendleiter und Jugendleiterinnenzur Jugendleitertagung des VDF RegionNord.Nach einem gemeinsamen Mittagessenmit einer leckeren Reissuppe stand amSamstag ein 4 1/2- stündiger Show - undMusical Tanzworkshop unter der Leitungvon Thorsten Muer auf dem Programm.Einstudiert wurde ein Showtanz aus derMusicalserie „Glee“ und eine Musicalchoreografiezu dem Song „Nur ein Tag“ ausdem Musical „Wicked“. Sogar die männlichenTeilnehmer hatten nach anfänglichenSchwierigkeiten Riesenfreude andem Workshop und so manches Tanztalentwurde geboren.Am Abend stärkten sich alle mit SpagettiBolognese und tauschten gemeinsamihre Erfahrungen aus. Eine besondereÜberraschung hatten Sven und Sebastianaus Bellenberg vorbereitet. Mit einer spektakulärenFeuershow heizten sie die Stimmungbei den eisigen Temperaturen auf.Von Mitternacht bis in die frühen Morgenstundenwurden dann noch einige PartienWerwolf gespielt. Spannend und kuriosgestalteten sich die Spielrunden und nichtimmer ging alles mit rechten Dingen zu.Am nächsten Morgen fand dann die Jugendleitersitzungstatt, auf der wichtigeAngelegenheiten für alle Camps besprochenund Ausrichter für die nächstenJahre festgelegt wurden. Zum Abschlussder Tagung bedankten sich alle nochmalsbei den Ausrichtern von der FreilichtbühneStromberg für die leckere Verpflegungsowie die bereit gestellte Unterkunft.Matthias LauWaldbühne OtternhagenIn Aktion: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der JugendleitertagungFoto: Richard Laustroer14
VOLL INNOVATIVES CAMP DES VDF REGION NORDIN HALLENBERGMOTTO: COMIC-CAMPZum diesjährigen ViCa (Voll innovativesCamp) hatte die Freilichtbühne Hallenbergund speziell deren Jugendgruppe eingeladen.Ungeachtet der ungünstigen Wetterbedingungenfolgten rund 90 Jugendliche undJunggebliebene der Einladung und fandenam 23. März den Weg in die Gebäude derVerbundschule Medebach - Hallenberg, wosie offiziell durch den Vorsitzenden des <strong>Verband</strong>es<strong>Deutscher</strong> <strong>Freilichtbühnen</strong> RegionNord, Heribert Knecht, der in Hallenbergseine Heimatbühne hat, willkommen geheißenwurden.Nach einer kurzen Stärkung starteten siebenverschiedene Workshops. Von Improüber Zumba, Gesang, Clownerie, Pyrotechnikund Trailer schneiden bis hin zumlang ersehnten Schrottschweißen wurdealles geboten. Nachdem alle von den teilsin der Schule, teils auf der Freilichtbühneoder in anderen Lokalitäten stattfindendenWorkshops zurückgekehrt waren, konnteman bereits viel positives Feedback vernehmen.Nun gab es ein vorzüglichesAbendessen und anschließend begabensich die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmerin ihre Schlafräume, um die Maskeradefür die abendliche Mottopartyaufzulegen. Micky Mouse, Cosmo undWanda, Miraculix, Shawn das Schaf oderSpeedy Gonzales: Comicfiguren aus beinaheallen Genres und Jahrzehntenwaren vertreten. Mit einem Shuttle-Servicewurden wir in die Schützenhalle gebracht,welche passend zum Motto sehr einladenddekoriert worden war und zu einergelungenen Bühnenparty einlud. Dochbevor die große Sause starten konnte, bekamenalle Workshop-Gruppen die Chanceihre Beiträge zu präsentieren.Die Zuschauer konnten sich zurücklehnenund den Gesangs- und Zumbavorführungenfolgen, Choreographien und Liederwaren in mühsamer Arbeit einstudiert wordenund waren am Ende des Tages bühnenreif.Für viele Lacher zwischendurchsorgte die Gruppe, die sich der Clowneriegewidmet hatte und mit einer Pantomime-Vorstellung auftrumpfte. Auch ein Werbetrailerund eine Darstellung der Improgruppewaren zu sehen. Die Technikerkamen auch zu Wort und berichteten vonihren Aktivitäten, unterstützt von Bildernund Videos. Last but not least trifft es wohlam besten über die Schrottschweißer zuberichten. Sie „bruzzelten“ in einem Metallbetrieballes zusammen was sich findenließ und fertigten äußerst kreative undnatürlich für Bühnenleute nützliche Gegenstände.So entstand z.B. ein Multifunktionsstuhl,der später noch alsPapststuhl bei der Osterparty dienenDie Schrottschweißer beim „bruzzeln“Foto: Christoph Malassasollte.Der Abend nahm seinen Lauf und einerstimmungsvollen Party stand nichts mehrim Weg. Alle nutzten die Gelegenheitneue Bekanntschaften zu schließen oderalte Bühnenfreundschaften zu pflegen.Am nächsten Morgen gab es ein herzhaftesFrühstück, dem die Manöverkritikfolgte.Fazit: Alle waren froh, dabei gewesen zusein. Das Workshop-Angebot, sowie dieDozenten waren super und die FreilichtbühneHallenberg hatte für die hervorragendeOrganisation und die Gastfreundschaftmehr als nur einen einfachen Applausverdient.Andreas HerzogBurgbühne Stromberg15
JUGENDTREFFEN DES VDF REGION SÜDIN WÜSTENROTAuch dieses Jahr fand das Jugendtreffen der<strong>Freilichtbühnen</strong> des VDF Süd vom 22. bis24. Februar wieder in Wüstenrot statt. EinTreffen, das von Jahr zu Jahr an Bedeutungund Beliebtheit gewinnt.Die Freude war wie immer riesengroß, alssich die Jugendlichen endlich wiedersahen.Auch Mitglieder von Bühnen, die daserste Mal dabei waren, waren von Anfangan mit Spaß bei der Sache. Fast 40 Teilnehmeraus Heidenheim, Gräfintal, Langenzenn,Reutlingen, Sigmaringendorf,Neuenstadt, Emmendingen und Cadolzburgtummelten sich in dem gemütlichenDRK-Haus in Wüstenrot.Nach einem ausgiebigen Abendessenund lustigen Gesprächen konnte auchschon mit dem Abendprogramm begonnenwerden. Mit Kennenlernspielen prägtensich die Namen blitzschnell ein undein bunter Abend mit gemütlichen Spielrundenund einem Dancefloor begann. DJMichael Krämer aus Neuenstadt hat dasEsszimmer kurzerhand in eine waschechteDisco, mit Nebelmaschine und Discokugelverwandelt.Gleich am nächsten Morgen ging es weiterim Programm. Nach dem Frühstückteilten sich die jungen Schauspieler inmehrere Gruppen auf. Jede Gruppewurde mit verschiedenen Begriffen ausgestattet,um daraus ein Theaterstück zumachen. Nur zum Mittagessen und zumAbendbrot wurde das Üben und Einstudierenunterbrochen.Den ganzen Tag über wurde nachgedacht,improvisiert, aufgeschrieben undwieder gestrichen, überarbeitet und umgeschrieben,bis dann am Abend die fertigenMeisterwerke präsentiert werdenkonnten. Von Krimis und Werbespots biszu Komödien war alles zur Belustigungder anderen dabei. Am Ende jeder Vorstellungsollten die vergebenen Begriffejeder Gruppe erraten werden und auchdas hat problemlos geklappt. Auf jedekleine Premiere folgte tosender Applaus.Am Sonntag war das gemeinsame Theaterwochenendeauch schon wieder vorbeiund nach einer gemeinschaftlichen Aufräum-und Putzaktion wurde das Hausblitzblank verlassen.Der Abschied fiel natürlich wieder sehrschwer. Die Jugendlichen konnten sichkaum voneinander trennen und letztendlichtröstete man sich mit der Gewissheit,sich nächstes Jahr wiederzusehen. Amselben Ort, zur selben Zeit. Also dann, biszum nächsten Jugendtreff – wie immer inWüstenrot!Carina WeberDie Jugendlichen von acht <strong>Freilichtbühnen</strong> des VDF Region Süd trafen sich in Wüstenrot zum gemeinsamen WochenendeFoto: Michael Krämer16
NEUStarke Stückefür die Sommer- und WintersaisonWerner FritschJean Paul jetztWerner Fritsch hat anlässlich des 250. Geburtstages von Jean Paul den Luisenburger Festspielen einvergnügliches und geistreiches Stück geschrieben, das eine Annäherung an diesen großen Dichter ermöglicht.Es treten (u.a.) auf: zwei Alte vor dem Fernseher, Christus, der leibhaftige Geheimrat Goethe,der Luftschiffer Giannozzo sowie »zirka 10 JEAN-PAUL-SCHÖNE, die, enggeschnürt im Mieder, bei derJean-Paul-Lektüre angesichts schöner Jean-Paul-Stellen in Ohnmacht fallen« (Werner Fritsch).Uraufführung 27.7.2013, Luisenburg Festspiele Wunsiedel, Regie: Gerd Lohmeyer (2 D, 4 H, Nebenfiguren)Ingrid LausundHoimwärts nach AmerikaDer amerikanische Wilde Westen zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die ungleichen schwäbischen BrüderHansjakob und Ludwig Gotthilf Scheufele, die sich hoffnungsfroh in die Neue Welt aufgemacht hatten,um dort ihr Glück zu finden, haben sich ohne Wasser in der Prärie verlaufen und drohen zu verdursten.Als sie sich schon aufs Ableben vorbereiten, trabt die gefürchtete Revolverlady Betty Bull vorbei – unddas Blatt wendet sich. Unerwartet. Mehrfach. Lausunds Westernkomödie über den nachhaltigen Triumphprovinzieller Geschäftstüchtigkeit beleuchtet den amerikanischen Gründungsmythos aus eineroriginellen Perspektive und lohnt eine Wiederentdeckung – auch jenseits Schwabens.Inszenierungen u.a. in Ravensburg, Burladingen-Melchingen, Herxheim (1 D, 2 H)Georg RingsgwandlDer varreckte Hof(Hochdeutsche und Dialektfassung)Mutter Weichsenrieder wird wunderlich, oder vielleicht tut sie nur so. Aber eine Pflegerin muss her,denn ihre Kinder wollen die Alte nicht betreuen. So kommt Swetlana aus Moldawien auf den Hof, derschon seit Jahren stetig verfällt. Georg Ringsgwandls Stubenoper spielt auf einem Bauernhof und verhandeltdie große Welt. Mit komischen Dialogen, großartigen Charakterfiguren und scharfer Zeitkritikentwirft Ringsgwandl eine Welt im Wandel, bei der die Ausschläge der Globalisierung selbst im hinterstenDorf zu spüren sind.Inszenierungen u.a. in Telfs und Eggenfelden (3 D, 2 H)Repertoire / eine Auswahl vielgespielter Stücke unseres Programms:Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper I Die Kleinbürgerhochzeit I Mutter Courage Max Frisch: Andorra IBiedermann und die Brandstifter Hermann Hesse: Der Steppenwolf Volker Heymann: Dinner for One –wie alles begann (2013: 50 Jahre »Dinner for One«!) Molière: Der eingebildete Kranke I Tartüff SeanO’Casey: Das Ende vom Anfang I Purpurstaub Shakespeare: Wie es euch gefällt I Ein MittsommernachtstraumBernard Shaw: Pygmalion I Helden Martin Walser: Die Zimmerschlacht I Ein fliehendes Pferdwww.suhrkamptheater.de
FRANK JUNGE - HERR ÜBER 300 000 KOSTÜMETEILNEHMERINNEN UND TEILNEHMER DER BUNDESTAGUNG DES VDFBESICHTIGTEN DEN FUNDUS DER WALDBÜHNE HEESSENAuf dem Programm der diesjährigen Bundestagungdes VDF stand auch die Besichtigungder Waldbühne Heessen und derenKostümfundus.Zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmerbeeindruckt von der imposantenBühnenanlage der Waldbühne, die von der1. Vorsitzenden Ingeborg Hesse bei einemRundgang vorgestellt wurde, so hinterliessauch die Besichtigung des Fundus einenbleibenden Eindruck.In zwei Gebäuden am Sachsenweg inHamm, teilweise auf zwei Ebenen undeiner Fläche von ca. 750 Quadratmetern,sind akkurat geordnet ca. 300 - 350 000Kostüme und Kostümteile aus allen Epochenund Stilrichtungen untergebracht.Jährlich leiht die Waldbühne ca. 5 - 7 TausendKostüme und Kostümteile vorzugsweisean Mitgliedsbühnen des VDF, aberauch an private und professionelle Theatersowie Privatpersonen aus. Auch ihrejeweiligen Sommerproduktionen werdenaus dem eigenen Fundus ausgestattet.Nicht immer kommen die Kostüme nachder Ausleihe an andere „Nutzer“ im ordnungsgemäßenZustand zurück, so dassReparaturen anstehen und sich um dieReinigung gekümmert werden muss.Seit über 20 Jahren liegt der KostümfundusBühnenmitglied Frank Junge besondersam Herzen; die Verantwortung trägter seit 15 Jahren. Bei der Bewältigung dieserMammutaufgabe wird er von ChristelFlecke und Renate Rohring tatkräftig unterstützt.Ein Arbeitskollege weckte vor 23Jahren sein Interesse für die Waldbühne.Nachdem er zunächst als Spieler agierteund auch heute noch zur Spielschar gehört,interessierte er sich bald für die Ausstattungund hier besonders für Kostüme.Dies kam nicht von ganz ungefähr: schonals Kind hatte er Berührungen mit diesemMetier, seine Mutter war Schneidermeisterin.Seine Kenntnisse vertiefte Frank Jungeu.a. durch die Teilnahme an etlichen Weiterbildungsmaßnahmenund einem Praktikumin der Gewandmeisterei desStaatstheaters Hannover.Seinen Sachverstand gibt er seit vielenJahren in seiner Funktion als RessortleiterAusstattung im Vorstand des VDF RegionNord an die Mitgliedsbühnen des <strong>Verband</strong>esweiter und berät sie in allen Fragender Ausstattung. Seine Arbeitskreise beiden Jahrestagungen haben schon einegewisse Tradition und werden gerne angenommen.So vermittelt Frank Jungez.B. Kenntnisse in Stilkunde und zeigt anpraktischen Beispielen die Verwendungunterschiedlicher Stoffe für die Kostümausstattung.Darüber hinaus versteht eres, seinen Arbeitskreisen - sozusagen alsangenehmen Nebeneffekt - auch einengewissen Unterhaltungscharakter zu verleihen.RJFrank Junge und seine „Kolleginnen“ Christel Flecke (links) und Renate Rohring im Kostümfundus der Waldbühne HeessenFoto: Wilfried Schindler18
VOM KREISLEITER BIS ZUM TEUFEL:BERNHARD SANDMANN HAT IN 60 INSZENIERUNGENAUF DER WALDBÜHNE AHMSEN MITGEWIRKTIn 60 Inszenierungen hat Bernhard Sandmannauf der Waldbühne Ahmsen mitgewirkt.Den treuen Fans sind allerdings seineRollen mehr als sein Name geläufig: z.B.Kreisleiter oder Teufel, Judas oder Fulgentiusin diesem Sommer in „Die Päpstin“. Ergab und gibt allen ein Gesicht, faszinierte invielen Rollen, überzeugte in seiner Darstellung.Er wurde am meisten gehasst - undbekam den kräftigsten Beifall.Fünf Regisseure über - und erlebte dergelernte Fliesenleger. Ob der strengeAnton Funke, der schon mal mit abgebrochenenÄsten warf, Dr. Heinz Wildhagen,Kurt Frost, Hans-Peter Renz oder zur ZeitBernd Aalken - eines war ihnen gemeinsam:Sandmann wurde fast immer dieRolle des Bösewichtes zugewiesen. Ausgestattetmit kräftiger Stimme - dem Klangnach hätte sie einem hoch gewachsenenbreitschultrigen Mann gehören müssen -gab der schmächtige Mann vor allem seinBestes als der Gegenspieler der „guten“Hauptfigur. Die Hassfigur. Auch so aberein Kerl von Format.Bernhard Sandmann gehörte schon zurGründer - Spielschar der Waldbühne. Inder Kinderschar lief er 1949 beim „VerlorenenSohn“ mit. 1950 war er zehnjährigeiner der Marktschreier. Zwangsläufigfolgten Sprechrollen. Bei der „HeiligenHedwig“ 1957 war er als Sohn des verfeindetenFürstenhauses erstmals auf der„Gegenseite“.Es folgten Glanzrollen. Als Heinrich Raspemachte er seiner Schwägerin Elisabethvon der Wartburg das Leben zur Hölle.Unvergessen der Erzdiakon im „Glöcknervon Notre Dame“, Bischof Beauvais bei„Johanna von Orleans“ oder der unermüdlicheVerfolger und PolizeikommissarJavert bei „Lès Miserables“ im Jahr 2009.Nur fünf Sommer setzte Sandmann seit1949 aus. Die „Pfingstorgel“ hat er nur aufder Gastspielreise nach Katzweiler gedreht.Einmal blieb keine Zeit, weil einHausbau anstand, ein anderes Mal blieber aus beruflichen Gründen der Bühnefern. Für die Rolle des Ill in „Der Besuchder alten Dame“ war er 2011 ausgewähltworden; doch zu Ostern beendete eineHerzattacke diesen Plan. Seitdem tritt erNoch lächelnd hinter den Kulissen:Bernhard Sandmann als Mammonim „Jedermann“Foto: Hermann Gerdeszurück - gerne, wie er betont -, bei „Elisabeth“im vorigen Jahr gab er der Bettlercrewsein Gesicht.Es sind Episoden, weniger die Rollen, andie er sich erinnert. „Ich wollt, dass derganze Ort überschwemmt werde“, schrieer in der für seine Charakterdarstellungungewohnten Rolle des „Don Camillo“SCHAUSPIEL | MUSIK | MEDIENDer Zauberer von Ossvon Harold Arlen und E.Y. Harburgnach L. Frank Baum8D, 15H, NebendarstellerSugar (Manche mögen’s heiß)von Jule Styne, Bob Merrill und Peter Stonenach dem Film von Billy Wilderund I.A.L. Diamond6D, 10H, Nebendarstellerseinem Gegenspieler Peppone entgegen.Es goss in Strömen. „Mir lief das Wasseraus den Stiefeln“ - und die Zuschauergrölten vor Lachen. Meistens aber fürchtetensie sich, wenn er zu Schimpftiradenansetzte. Als er in der Rolle des Teufels im„Jedermann“ in den Zuschauerraumschlich, kam es ängstlich aus der fünftenReihe von einer erschreckten Frau:„Kumm hier bloß nich henn“ (Nun komm`hier bloß nicht hin“). Aber genau dortmusste er sich für den nächsten Satz platzieren.„Nu kumt dei Düvel uck noch naomi“ („Nun kommt der Teufel auch noch zumir“).Als er sich in „Kreuz gegen Kreuz“ miteiner Pistole das Leben nimmt, klatschendie Zuschauer. Sie sind erleichtert. ImStück über ein Dorf während der Nazizeithatte er die Gelegenheiten weidlich genutzt,um die Menschen - auf der Bühneund auch im Zuschauerraum - gegen sichaufzubringen. Dieser Kreisleiter sei im Übrigenseine Lieblingsrolle gewesen. AberSandmann glänzte auch in kleinen Rollen.Als er 1990 in der „Passion“ den nur mitwenigen Sätzen ausgestatteten Simonvon Zyrene, der Jesus beim Kreuztragenhilft, verkörpert, sind nicht wenige Zuschauerhellauf begeistert. Zehn Worte mitWirkung im gesamten Akt.Hermann GerdesRomulus der GroßeEine ungeschichtliche historische Komödiein vier Aktenvon Friedrich Dürrenmatt2D, 15H, StatisterieFelix Bloch Erben | Hardenbergstraße 6 | 10623 Berlin | info@felix-bloch-erben.de | www.felix-bloch-erben.de19
HOCHWÜRDEN SCHNEIDERMEISTERIVO SPEH ERHÄLT HÖCHSTE AUSZEICHNUNG FÜR SEIN LEBENSWERK20Sigmaringendorf – Weit über 500 Mal stander bereits auf den „Kieselsteinen, die dieWelt bedeuten“, soll heißen: auf der Naturkulisseder Waldbühne Sigmaringendorf –Ivo Speh, der dienstälteste Schauspieler derFreilichtbühne an der Lauchertmündung,30 km nördlich des Bodensees.Seine „Karriere“ begann der damalsknapp 20-jährige als „Karl“ in der Geierwally1953. Drei Jahre später erhielt er dieerste Hauptrolle als Ambros in „DiePfingstorgel“. Es folgten unzählige Rollen,in denen der gelernte Schneidermeister(als solcher ein Glücksfall für ein Amateurtheater,aber dazu später mehr) das Publikumin seinen Bann zog. Und einCharakter kehrte dabei immer wieder: Besondersüberzeugend war Ivo Speh stetsals Kirchenmann. Wie viele Pfarrersrollener in seiner Laufbahn gespielt hat, kriegter heute selbst nicht mehr zusammen,aber unvergesslich waren einige: Als DonCamillo überzeugte er 1995 derart, dasser sogar auf der Straße als Pfarrer angesprochenwurde („Ruhig, Don Camillo,ruhig“, rief ein Passant, als er am offenenFenster seiner Schneiderwerkstatt überseine nicht funktionierende Nähmaschineschimpfte). Als Pfarrer Haug im „Wirtshausim Spessart“ überzeugte er sogarzweimal (1988 und 2001) und 1994 war erin seiner Eigenschaft als „katholischerPriester“ in einen handfesten „Skandal“verwickelt: Sinnierend stand er in seinemschwarzen Gewand an der vorderstenBühnenkante, als aus der ersten Reihe einRuf ertönte „Opa, komm endlich zu mir!“.Sein knapp vierjähriger Enkelsohnbrachte damit das Publikum zum Lachenund ließ die Lokalausgabe der SchwäbischenZeitung in einer Glosse einen „eklatantenVerstoß gegen den Zölibat“vermuten.2009 spielte Ivo Speh dann mit dem Gedanken,die Schauspielerei an den NagelDie Ehrenmedaille in Gold des Landesverbandes Baden-Württemberg wurde anIvo Speh für sein Lebenswerk vergebenVon links nach rechts: Lars Sörös-Helfert, Ivo Speh, Walter KordowanFoto: Copyright Alex Spehzu hängen: „Höher aufsteigen kann ichjetzt nicht mehr“, gab er damals zu bedenken,nachdem er seine Pfarrersrollen2008 als Bischof (in „Don Camillo“) undschließlich 2009 als Gott der Herr im „Jedermann“noch übertroffen hatte. Aberauch, wenn Ivo Speh inzwischen schauspielerischwirklich kürzer tritt, so ganzvon der Waldbühne kann er nach 60 Jahrennicht lassen – und er würde auch fehlen,wie seine langjährigen Mitspielerbetonen.Speh war zudem nie „nur“ Schauspieler.Als einer der wenigen bis Anfang des 21.Jahrhunderts noch aktiven SchneidermeisterSüddeutschlands gestaltete erüber Jahre hinweg unzählige Kostüme fürden bühneneigenen Fundus. Und nichtselten kam es vor, dass ein nervöser Akteurnoch Minuten vor der Aufführung hektischhinter der Bühne umhersprang: „Woist der Ivo? Mir muss man einen Knopf annähen!“Auf Ivo Speh war Verlass, selbstwenn er kurz darauf ineiner Hauptrolle auf dieBühne musste, die Zeitfür solche Hilfen nahmer sich immer. So wundertes nicht, dass erbei seinen Mitspielernsehr beliebt war und bisheute ist.Der Theaterverein Sigmaringendorfernannteseinen „HochwürdenSchneidermeister“ 2009zum Ehrenmitglied, imJanuar wurde er fürseine 60-jährigen Verdiensteum das Naturtheatermit der nuräußerst selten verliehenenEhrenmedaille inGold des LandesverbandesAmateurtheaterBaden-Württembergausgezeichnet.Alex Speh
THEATER PUR:„DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS“EIN „ITALIENISCHER“ WORKSHOP DERTHEATERBURG ALTLEININGEN MITGIGI TAPELLA UND SYLVIANE ONKEN„Ahh“, Klatsch, Bumm: Eine Geräuschfolgehallt durch den Raum der JugendherbergeAltleiningen, in dem die 17 Workshop-Teilnehmerin einem Kreis zusammenstehenund sich auf die Nachmittagsstunden einstimmen.Mittendrin leitet Gigi Tapella dieGruppe – wie ein Dirigent sein Orchester.Alle Augen richten sich auf ihn. Hier undda atmen einige konzentriert, andere lockernihre Gesichtsmuskeln. Dann auf seinKommando „Uno, due, tre!“ hin geben sieihr Bestes. Mit Erfolg: die Konzentrationsübunggelingt.Eine kurze Atempause ist jedoch niemandemvergönnt. Stufenweise werden dieSchauspieler an die Handlung herangeführt.Mit ganzem Körpereinsatz nutzensie die „Bühne“, zufrieden beobachtet deritalienische Regisseur, wie jeder Einzelnein seine Rolle hineintaucht. „Die Haltungeines Schauspielers zu seiner Rolle istentscheidend. Er nimmt die Identität anund versucht nicht, es zu spielen“, erklärter. „Ich spiele keinen König, ich bin derKönig.“Ziel des Workshops, der von der AGRheinland-Pfalz im VdF vom 9.-12.10. organisiertwurde, ist es, gemeinsam eineIdee zu entwickeln, wie man ein Stück (amBeispiel des kaukasischen Kreidekreises)inszenieren kann. „Wir geben Orientierungshilfe“,sagt Dramaturgin SylvianeOnken, die mit ihrem Ehemann Gigi Tapelladen Kurs leitet, „aber alle Schauspielersind aufgefordert, sich kreativ mitVorschlägen einzubringen.“Tapella blickt auf eine jahrelange Erfahrungals Schauspieler, Dramaturg und Regisseurzurück. Gemeinsam mit SylvianeOnken gründete er 1990 die Theatergruppe„Nautai teatro“, die international aufTournee ist. Die Theaterstücke schreibe erselbst, so Tapella. „Die Inspiration, die Emotionen,die Energie – all das ist eine sehrpersönliche Sache“, sagt er. Und genaudies versucht er auch den Kursteilnehmernzu zeigen.„Das Reizvolle an der Gruppe hier ist,dass alle Altersklassen vertreten sind“,sagt die Seminarleiterin. Die Mitspielersind zwischen elf und 75 Jahren und kommenvon den VdF-Bühnen in Altleiningen,Bobenheim-Roxheim und Worms. „Esmacht mir riesig Spaß“, erzählt ein 13-Jähriger. „Wir erleben unsere Kinder einmalvon einer ganz anderen Seite“, fügtseine Mutter hinzu, die den Kurs zusammenmit ihrem Mann und den beiden Kindernbesucht, „aber auch meine Wahrnehmunghat sich verändert. Wie ich mich imVergleich zu den anderen bewege undausdrücke.“Gigi Tapella, Schauspieler, Dramaturg undRegisseur leitete mit seiner EhefrauSylviane Onken den Workshop auf derTheaterburg AltleiningenFoto: Copyright Wolfgang SchmittWie wichtig der Ausdruck für die Authentizitäteines Schauspielers ist, demonstriertTapella den Mitspielern durchtemperamentvolle Einlagen. „Jede Bewegungist eine Erzählung. Jedes Fragmentder Bewegung ist wie ein Wort in einemSatz“, übersetzt Onken hilfreich die italienischenAusführungen des Regisseurs.„Jede Kleinigkeit muss euch bewusstsein.“Zum Abschluss zeigt die Gruppe einemkleinen Zuschauerkreis eine beeindruckendeVorstellung. „Es war eine schöneund sehr intensive Erfahrung für alle“, sindsich die Teilnehmer einig.Martin Steinmetz21
GRUNDLAGENBILDUNG FÜR DIE GRUPPENLEITUNGAN FREILICHTBÜHNENDer <strong>Verband</strong> <strong>Deutscher</strong> <strong>Freilichtbühnen</strong>(VDF) hat zusammen mit dem Bildungswerkfür Theater und Kultur (BTK) eineFortbildung für Gruppenleiter/innen an<strong>Freilichtbühnen</strong> konzipiert. Die Maßnahmewird vom Land NRW gefördert.Die Fortbildung bietet eine Qualifizierungfür <strong>Freilichtbühnen</strong>mitglieder, die sich inder Jugendarbeit an den Bühnen des VDFengagieren/engagieren wollen.Mit entsprechenden Maßnahmen soll imweiteren Verfahren angestrebt werden,dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmerdie Berechtigung zum Erwerb der bundesweitanerkannten Jugendleitercard(Juleica) erlangen.Die Fortbildung umfasst insgesamt siebenWochenenden, die im Schloss Oberwerriesin Hamm durchgeführt werden.Inhaltlich beschäftigt sich die Gruppe mitThemen wie Spieleinstiege, Improvisation,Gruppenspiele und Gruppendynamik,Konflikt- und Teamtraining, Rechte undPflichten, Ansätze der Theaterpädagogik.Ein Erste-Hilfe-Kurs soll, falls nicht vorhanden,ergänzend absolviert werden. Teilnehmenkönnen <strong>Freilichtbühnen</strong>mitglieder ab18 Jahren, die mindestens zwei Jahre aneiner Bühne mitgearbeitet haben.Das Faltblatt mit den Terminen kann beimBTK oder beim VDF Nord e.V. angefordertwerden. Die Kosten sind beim <strong>Verband</strong> zuerfragen. Anmeldungen nimmt das Bildungswerkunter Tel. 02381- 44893 oderinfo@btkhamm.de entgegen.BTKDie Grundlagenbildung will für die Arbeitmit Kindern und Jugendlichen an Bühnendie nötigen Kompetenzen vermitteln und:das pädagogische Rüstzeug vermittelnfür die Arbeit mit Gruppen• einführen in Methoden derTheaterpädagogik• die Spielfreude der Teilnehmer-Innen stärken• die Ausdrucksmöglichkeitenund die Präsenz erweitern• die Reflexionsfähigkeit alsGruppenleiterIn verbessernGruppenleiterausbildung auf spaßige Art und WeiseFoto: BTK22
DIE NATURBÜHNE STEINTÄLE IN FRIDINGENURSPRÜNGLICH, REIZVOLL, WILD UND EINE REISE WERTDie Freilichtbühne im Steintäle, mitten imNaturschutzgebiet des oberen Donautals, istmit ihrer malerischen, weitgehend naturbelassenenBühne, den alten Tannen undknorrigen Buchen vor einem felsigen,baumbewachsenen Hang, ein wahres undsehenswertes Kleinod. Eingebettet in einsehr enges schluchtartiges V-förmiges Tal,eben dem „Steintäle“, stellt sie besondereAnforderungen an den Ideenreichtum unddie Arbeitskraft der Vereinsmitglieder, aberauch an die körperliche Kondition der Zuschauer.Die Bauarbeiten gestalteten sich als sehrschwierig, bestand doch der Untergrundsowohl auf der Zuschauerseite als auchauf der Spielflächenseite des Tales ausharschem steilem Felsgestein. Wegen derEnge des Steintäle war das Arbeiten mitgroßen Baumaschinen oder gar das Aufstelleneines Krans unmöglich, Handarbeitwar gefragt. Mit Schaufeln, Pickelnund Äxten bewaffnet wurden Bühnengebäudeund eine wahrlich provisorischeSpielerunterkunft geschaffen. Strom kamüber eine Freistromleitung ins kleine Tal.Kraftakt, da der Graben auf eine Längevon 150 m nur entlang des schmalen steinigenFuß- und Treppenwegs direktdurchs Steintäle und nur mit Pickel,Schaufel und Presslufthammer gegrabenwerden konnte. Kein Problem meinte damalsVorstand Ernst Traub: Er berechnete,dass jedes aktive Vereinsmitglied nur 3 mgraben muss. Mit gutem Beispiel ging erim Herbst 1999 voran und zu Beginn derSpielzeit 2000 hieß es: „Wasser marsch“im Steintäle.Und was die Toiletten angeht: Da die bestehenden3 Holzhäuschen mit Herz, diezunächst als Toiletten fungierten, für Zuschauerund Akteure nicht mehr zumutbarwaren, wurde von 1978 - 1980 ein kompletterNeubau mit Sanitär- und Umkleideräumenerstellt, erst ab 2000 mitWasseranschluss.„Ausgrabungsarbeiten” zur Verlegung der Wasserleitung in felsigem UntergrundFoto: Georg HeniZur GeschichteVon 1947 bis 1960 wurde in FridingenTheater im Saal gespielt. Ab dem Jahre1960 aber wuchs der Wunsch, durch denBau einer eigenen Freilichtbühne aus derklemmenden Raumnot herauszukommenund unabhängig zu werden. Der Ortdafür war von Anfang an klar: das „Steintäle“.1960 begannen die Arbeiten, die1961 eher zaghaft weiter liefen. Das bevorstehendeStadtjubiläum “1100 JahreFridingen“ gab neuen Auftrieb und 1963schließlich konnte die Freilichtbühne zumStadtjubiläum mit „Wilhelm Tell“ eröffnetwerden.Die Bauarbeiten auf hartem FelsKein Wasser, kein Strom und keine Toiletten,doch mit vereinten Kräften geht alles!Unermüdlich wurde in den Folgejahrengebaut, erneuert und renoviert.1979 erhielt der Verein „Naturbühne Steintäle“von der Landesregierung Baden-Württemberg,vom damaligen MinisterpräsidentLothar Späth, eine Auszeichnung für die„vorbildliche kommunale Bürgeraktion“überreicht.Ab Oktober 1983 wurde mit der Erdverkabelungder Freistromleitung begonnenund gleichzeitig eine Telefonleitung insSteintäle verlegt.Trotz aller Sanierungen, Neubauten undErweiterungen im Steintäle blieb bis insJahre 1999 stets ein großes Sorgenkindbestehen: Die Wasserversorgung. Dennnach wie vor musste das Wasser in Kanisternins Steintäle getragen werden.Das Verlegen der Wasserleitung war einDer Zuschauerraum in SteillageZusätzlich zu den Gebäuden auf undneben der Bühne wurden 1963 noch etwa150 Zuschauerplätze in das Steingeröllam Gegenhang eingemauert. Beständigwurde die fast senkrecht ansteigende„Felstribüne“ Reihe für Reihe auf aktuell400 Sitzplätze erweitert.Auch heute noch werden sämtliche Getränke,Lebensmittel und Kostüme unterAnstrengung ins Steintäle getragen oderhochgefahren. Seit einigen Jahren ist dieBühne nämlich stolzer Besitzer eines Oldtimer-Geländefahrzeugs,mit dem manvon oben das Steintäle auf einem schmalenWaldweg - ähnlich einem Geländeparcour- unter großem fahrerischen Könnenanfahren kann.Rollstuhlfahrer werden getragenVon Zuschauern und Aktiven wird viel verlangt.Vom Parkplatz aus führt ein steilerFußweg ins Steintäle, dessen Bewältigungmanchen Besucher und Darsteller schonkräftig ins Schwitzen gebracht hat. Gernesind kräftige Bühnenmitglieder bereit,Rollstuhlfahrer nach Anmeldung samt23
ihrem Fahrgestell den Treppenweg hochzu tragen und ihnen einen Platz mit besterSicht auf die Bühne anzubieten. Ohne Zuschauerüberdachungsind Besucher undAkteure zwar dem Wetter, sowohl Sonne,aber auch Wind und Regen, frei ausgesetzt,doch jeder, der diese Strapazen aufsich nimmt, wird durch eine tolle Freilichtaufführungin einer einzigartigen Kulissemitten in der Natur entschädigt.Und seit 1977 begeistern zusätzlich aufgeführteMärchen alljährlich auch die Kinder.Franz BaumDie steil in den Fels gearbeitete Zuschauertribüne mit gegenüberliegender BühneFoto: Georg HeniDas Dschungelbuch… aktuelle und spritzigeNeubearbeitung:Der Renner unter den<strong>Freilichtbühnen</strong>stücken!Vampir WinnieWackelzahnDas spannende und lustigeKINDERVAMPIRMUSICALwww.mirinda-zauberwind.dewww.winnie-wackelzahn.de… ein tierisch coolesMusicalmit neuen Liedernwww.das-dschungelbuch-musical.de… oft gelobt:atemberaubend, witzig und modern!Deutschlands erfolgreichste Kindermusicals für <strong>Freilichtbühnen</strong>!www.till-eulenspiegel-musical.deDas lustige Musical-Abenteuer für KinderMarielle,die kleine Meerjungfrauwww.marielle-die-meerjungfrau.dewww.kaiser-knoepfchen.deEin Musicalüber Eitelkeit undEhrlichkeit …… zeitgemäß,spaßig undunterhaltsam …… eines der bezauberndsten Musicalsfür Groß und Klein!… mit Spaß und Witz… undwunderschönen Liedern!Mehr Infos: www.arrangement-verlag.de · www.kindermusicals.tv · Tel.: 05631/9370105 · Fax: 05631/937010624
FREILICHTBÜHNE DAVERDEN SPIELTMÄRCHENSTÜCKE AUS EIGENER FEDERIN DIESEM SOMMER: „KLEOPATRA, KLEOPATRA“Die überwiegende Zahl der Mitgliedsbühnenim VDF setzt bei ihren sommerlichenFreilichtaufführungen nicht nur auf das sogenannteErwachsenenstück, sondern seitvielen Jahren zusätzlich auf ein Kinder- bzw.Märchenstück. Und das mit Erfolg. Oft bietendie Einnahmen aus diesen Produktionen diewesentliche wirtschaftliche Grundlage für dieAktivitäten der jeweiligen Bühnengemeinschaftund den finanziellen Spielraum, umim Erwachsenenstück schon mal ein Risikomit einem unbekannten Titel einzugehen.Die Macher des Märchenstücks: Edelfried Hennig,Volker Penczek (vorn), Uwe Witten, Heike Ertel (hinten)und Sarah Wittenberg (kleines Foto)Foto: Freilichtspiele DaverdenSo ist es verständlich, dass die Spielpläneder vergangenen Jahre und für diesesJahr viele bekannte Stücke wie z.B.Jim Knopf, Pippi Langstrumpf, Dschungelbuch,Ronja Räubertochter, Die kleineHexe, Der kleine Vampir und Mein FreundWickie ausweisen. Weniger bekannte Stückefindet man selten. Mit Schneewittchen,Tischlein deck dich und Rumpelstilzchen istwieder ein leichter Trend zu den bekanntenMärchen der Brüder Grimm zu erkennen.Einen anderen Weg bei der Stückwahl fürdas Märchenstück, das als Theater fürJung und Alt von 5 - 99 Jahren angebotenwird, hat die Freilichtbühne Daverden gewählt.Auf der idyllischen Bühne im DaverdenerHolz werden seit dem Jahr 2000neben den plattdeutschen Stücken Märchenangeboten. Waren es zunächst solchevon unbekannten Autoren, so schriebendie Daverdener ab 2007 ihre Texteselbst und starteten mit „Wilder Westen -Große Taten“ aus der Feder von EdelfriedHennig. Der Musiklehrer „lieferte“ nichtnur die Textvorlage, er komponierte auchdie Begleitmusik. In den Folgejahrenschrieb Edelfried Hennig im jährlichenWechsel mit Bühnenmitglied Sarah Wittenbergdie Stücke und komponierte fleißigweiter: Stücke und Musik, die Jungund Alt begeisterten; wie imletzten Sommer „Luna oder DasDuell der Träume“ von SarahWittenberg. In diesem Jahrsteht mit „Kleopatra, Kleopatra“wieder ein Märchen von EdelfriedHennig auf dem sommerlichenSpielplan.Im Gespräch berichteten mirVolker Penczek (1. Vorsitzender),Heike Ertel (2. Vorsitzende),Uwe Witten (RegieMärchenstück) und EdelfriedHennig mit Begeisterung mehrüber „ihre“ Märchenproduktionen,die sich langsam aber beständigzum Zuschauererfolg hinentwickelt haben. Ich erfuhr, dass auchbei der Daverdener Freilichtbühne zunächstfinanzielle Aspekte für das neueKonzept im Vordergrundstanden. Erschrockenüber dieHöhe von Tantiemenund GEMA-Gebührenfür bekannte Kinderstückewähltendie Verantwortlichenden neuen Weg, wardie Idee zu selbstgeschriebenen Geschichtengeboren.Den letzten Anstoßgab der gemeinsameBesuch von Märchenaufführungenetlicher <strong>Verband</strong>sbühnen. Von deren Angebotan bekannten und sich häufig wiederholendenTiteln wollte man sich abheben.Ihre selbstgeschriebenen Stücke bietennach Aussage der Daverdener noch weitereVorteile. Die Rollen werden auf die„vorhandenen“ Spielerinnen und Spielerzugeschnitten und das Bühnenbild inenger Zusammenarbeit zwischen den Autorenund den Bühnenbauern entwickeltund den örtlichen Gegebenheiten angepasst.Die Gemeinschaft hat sich in den vergangenenJahren der neuen Herausforderungmit viel Engagement und Spaßgestellt. Zu wünschen bleibt, dass diesesEngagement auch in diesem Sommervon vielen Besuchern belohnt wird.„Kleopatra, Kleopatra“ hat am 17. Augustum 16.00 Uhr Premiere und entführt beiweiteren 6 Vorstellungen die kleinen undgroßen Zuschauer in das altägyptischeAlexandria. Dort hat die 12-jährige Kleopatra(oder „Kleo“ wie ihre Freunde sienennen) mit ihren Verbündeten viele spannendeHerausforderungen und Abenteuerzu bestehen.Weitere Auskünfte unterwww.freilichtbuehne-daverden.deRJDie Akteure von „Luna“ (Märchenspiel 2012)Foto: Freilichtspiele Daverden25
WALDBÜHNE OTTERNHAGEN PLANT NEUBAUEINES MEHRZWECKGEBÄUDESVERTRAG FÜR MACHBARKEITSSTUDIE UNTERZEICHNETEin lang andauerndes Projekt der WaldbühneOtternhagen konnte Anfang Märzweiter auf den Weg gebracht werden: derschon 2005 unter Herbert Stoepper geplanteNeubau eines Mehrzweckgebäudesauf dem Bühnengelände. Hierzu wurde vomVereinsvorstand bereits im vergangenen Jahrbeim „Landesamt für Geoinformation undLandentwicklung Niedersachsen” ein Förderantragim Rahmen der Förderung desTourismus nach der Richtlinie über die Gewährungvon Zuwendungen zur integriertenländlichen Entwicklung (ILE) gestellt.Sinn und Zweck dieser Förderung ist es, denTourismus in den ländlichen Gebieten derStädte Neustadt am Rübenberge und Wunstorfzu stärken.Vorab wurde dem Verein ein Betrag zurErstellung einer Machbarkeitsstudie gewährt.Die Kostenaufteilung für die Studiesowie für die spätere Erstellung des Gebäudesbeträgt 30% ILE, 30% Stadt Neustadtam Rübenberge und 40%Waldbühne Otternhagen. Nachdem derVorstand Ende letzten Jahres Angebotevon drei Architekturbüros eingeholt hat(Vorgabe des Landesamtes), wurde derVertrag mit dem günstigsten Anbieter für dieMachbarkeitsstudie, dem ArchitekturbüroFlaspöhler, von Bernd Dahle (1. Vorsitzender)und Christine Nothbaum (2. Vorsitzende)Anfang März unterzeichnet.Im Rahmen dieses Realisierungskonzeptessollen folgende Maßnahmen geprüft undplanerisch vorbereitet werden:- Neubau eines Multifunktionsgebäudes,das den Anforderungen des Vereins gerechtwird (u.a. Räumlichkeiten für Proben,als Werkstatt und Materiallager fürBühnenrequisiten und Kostüme und alsTechnikbereich); Grundfläche voraussichtlich200 bis 300 m²- Nutzung der vorhandenen Gebäude (Versorgungsgebäude,Toiletten, Kassenhäuschen,Technikgebäude und Umkleideraum)nach Neubau des Multifunktionsgebäudes- Herrichtung der Zuwegung vom Eingangsbereichzum Bühnenbereich sowieWegeverläufe im Bühnenbereich- Umgestaltung des Eingangsbereichesfür Besucher mit Informationsangebotenusw.Ergebnis dieses ersten Projektes sollenbaureife und abgestimmte Planungensein.Magnus RongeWaldbühne OtternhagenPeter Flaspöhler (Architekt), ChristineNothbaum (2. Vorsitzende) und BerndDahle (1. Vorsitzender) bei derVertragsunterzeichnung (von links)Foto: Magnus RongeFACEBOOK UND TWITTERDIE FREILICHTBÜHNE COESFELD IM SOZIALEN NETZWERK26Soziale Netzwerke wie Facebook und Twittergehören mittlerweile zum Alltag vielerMenschen. Sie nutzen besonders Facebookals Planungsinstrument ihres Privatlebens,tauschen dort Fotos aus, teilen Informationenmit und planen Events.Auch die Freilichtbühne Coesfeld ist jetztverstärkt im Internet aktiv und über eine eigeneFacebookseite erreichbar. Auf derSeite gibt es regelmäßig interessante Informationenrund um die Freilichtbühneund über ihre aktuellen Produktionen.„Unter anderem wird es auch Blicke hinterdie Kulissen geben und Interviews mit denSchauspielern, den Menschen hinter derBühne und den begleitenden Profis. Besondersbeliebt sind auch Probenfotos.„Auch für die Kleinen wird Spannendes zuentdecken sein“ verspricht Sabrina Staudingervom Team „Öffentlichkeitsarbeit“.Um das Interesse an der Freilichtbühneund ihren Inszenierungen zu erhöhen undauf Dauer noch mehr Zuschauer für dieAufführungen gewinnen zu können, werdenGewinnspiele und spannende Aktionenangeboten.Facebook-Nutzer können sich direkt oderdurch Freunde über Neuigkeiten von derFreilichtbühne informieren. Weiterhin gibtes eine Verlinkung auf die offizielle Homepageder Bühne. Auf dem aktuellen Flyerund im Programmheft ist ein speziellerQR-Code abgebildet. Besitzer von Smartphonesbzw. entsprechenden Handys könnendiesen Code direkt einscannen undsind sofort mittendrin im Bühnengeschehen.Auch die Hauptseite der FreilichtbühneCoesfeld, erreichbar unterwww.freilichtbühne-coesfeld.de, wird regelmäßigaktualisiert und ermöglicht u.a.einen bequemen Eintrittskartenkauf vonHaus zu Haus.Manfred EfsingFreilichtbühne Coesfeld
VERNETZUNG DES MARKETINGS DERSÜDWESTFÄLISCHEN AMATEURFREILICHT-UND NATURTHEATERUnter der fachmännischen Leitung derstudentischen Unternehmensberatungder Fachhochschule Südwestfalen (b.one)trafen sich Vertreter der südwestfälischenAmateurfreilicht- und Naturtheater zum Projektstartan der Freilichtbühne in Herdringen.Dank der Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen- über die BezirksregierungArnsberg - im Rahmen der Regionale Südwestfalen2013 wird dieses Projekt erst ermöglicht.Wesentlicher Grund des ersten Treffenswar die Erstellung eines Formulars zur Zuschauerbefragungwährend der Sommersaison2013 an den am Projektteilnehmenden Bühnen Balve, Herdringen,Hallenberg, Freudenberg und denSchlossfestspielen Hohenlimburg.Mit der daraus resultierenden gemeinsamenGrundlage der Datenerhebung vonmöglichst 5% der Zuschauer (um einenmöglichst repräsentativen Durchschnitt zubekommen) soll dann ab September derWorkshop mit dem Ziel der internen undexternen Vernetzung der beteiligten Bühnenbeginnen. Wir werden weiter berichten!Thomas LeppingDie Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Arbeitskreises der südwestfälischenFreilicht- und NaturbühnenFoto: Thomas Lepping27
FREQUENZBEREICHSZUWEISUNGSPLANVERORDNUNG,BILLIGKEITSRICHTLINIE, DIGITALE DIVIDENDE, MOBILE MEDIA 2020 .....dies sind Synonyme die für einen langjährigenund immer noch andauernden Prozessstehen, der im Jahr 2009 mit der Versteigerungvon Frequenzen durch den Bund begann,Frequenzen die auch von den<strong>Freilichtbühnen</strong> des VDF für ihre drahtlosenÜbertragungsanlagen genutzt werden.Über die Folgen und besonders die finanziellenNachteile für unsere Mitgliedsbühnenwurden die zuständigen Ministerienmit Nachdruck hingewiesen und in breit angelegtenAktionen nicht nur Abgeordnetedes Bundes und der Ländern sowie Verantwortlichein den Kommunen, sondern auchdie Öffentlichkeit umfangreich informiert.Standort haben, starteten sie eine neuerlicheInitiative, um sich weiter für eine gerechteErstattungsregelung für dieerforderlichen Investitionen in Folge derDigitalen Dividende einzusetzen. Aufgrunddieser Bemühungen fand inzwischenein Gespräch dieser „Gruppe“ mitdem Parlamentarischen Staatssekretär imBundeswirtschaftsministerium, Peter Hintze,Universität Braunschweig zur zukünftigenNutzung der Frequenzen und dem darausresultierenden Frequenzbedarf. Festzustellenbleibt, dass auch für die neu vergebenenFrequenzen kein „Bestandsschutz“besteht und diese kurzfristig wieder eingezogenund anderen Nutzern zur Verfügunggestellt werden können.Daher die dringende Empfehlung an dieSo verwundert es schon, wie einige Mitgliederim Bundestagsausschuss für Wirtschaftund Technologie argumentierten,als es darum ging über einen Antrag zuentscheiden, der zum Inhalt hatte die Billigkeitsrichtliniezu den Umstellungskostenaus der Umwidmung von Frequenzenden Realitäten anzupassen. Beim Lesendes Ausschuss - Protokolls muss mansich fragen, ob diese Argumente schlichtwegauf Unwissenheit basieren (was aufgrundder oben genannten Informationeneigentlich nicht sein kann) oder ob mandie Realitäten ignoriert und nicht wahrhaben will. Ich tippe auf Letzteres. Aufjeden Fall fanden in der Diskussion imAusschuss die Probleme der gemeinnützig,ehrenamtlich tätigen und betroffenen Institutionenund Vereine wie die Amateur (freilicht-)theater keine Berücksichtigung, derenEngagement keine Würdigung. Der Antragwurde abgelehnt.Gleichwohl sollten wir die Hoffnung nichtaufgeben, dass sich doch noch etwas inSachen Entschädigung, sprich Kostenerstattung,tut. Nach wie vor werden wir inunserem Anliegen von den BundestagsabgeordnetenGitta Connemann, WolfgangBörnsen und Prof. Patrick Sensburgunterstützt. Gemeinsam mit weiteren 13Bundestagsabgeordneten, in deren WahlkreisenMitgliedsbühnen des VDF ihrenIch glaube, jetzt gibt es schon wieder Probleme wegen der Frequenzenunserer FunkmikrofoneFoto: WSstatt. Das Ergebnis war bei Redaktionsschlussnoch nicht bekannt. An dieserStelle ein herzliches Dankeschön für dieUnterstützung an die Gruppe!Kurz erwähnt werden sollen noch zwei Informationsveranstaltungenim November2012 und im Januar 2013 im Bundeswirtschaftsministeriumin Berlin zum Thema„Mobile Media“, an denen für den VDFHeribert Knecht und Reinhard Jansen teilnahmen.Vorgestellt wurde ein Sachverständigengutachtender TechnischenMitgliedsbühnen des VDF, sich im Vorfeldgeplanter Umrüstungen bzw. Neuanschaffungenvon Übertragungsanlagenund der damit verbundenen Vergabeneuer Frequenzen mit dem RessortleiterTechnik des VDF Region Nord, DieterSchneider, in Verbindung zu setzen(Tel. 04442-6000).RJ28
100 JAHRE FREILICHTBÜHNE MANNHEIMDRAMATISCHER CLUB WALDHOF E.V.FESTABEND IN MANNHEIMS SCHÖNSTEM WOHNZIMMERGroßer Bahnhof war angesagt bei derFeier zum hundertjährigen Vereinsjubiläum,und der Rittersaal des MannheimerSchlosses, in den Christa Krieger, die1. Vorsitzende des Vereins, geladen hatte,tat sein übriges, um dem Festabend einenfeierlichen Anstrich zu geben.Neben dem Hausherrn OberbürgermeisterDr. Peter Kurz erwiesen noch MdL HelenHeberer, MdB Prof. Dr. Egon Jüttner sowiedie beiden <strong>Verband</strong>spräsidenten RolfWenhardt vom Landesverband AmateurtheaterBaden-Württemberg und WolfgangSchiffelholz vom <strong>Verband</strong> <strong>Deutscher</strong><strong>Freilichtbühnen</strong> dem Verein die Ehre, diesich zu einem 100-jährigen Jubiläum gebührt.Christa Krieger führte locker durch dasFestprogramm und große Künstler mitBeziehung zur Freilichtbühne opfertengerne einen Tag im vollen Terminkalenderzur Unterhaltung der Gäste. So zum Beispieldie Liedermacherin und ChansonsängerinJoana, die 1959 erstmals alsStatistin auf der Freilichtbühne stand, derBeginn einer großen Künstlerkarriere.Hans Dieter Willisch und Hans PeterSchwöbel bedachten den Verein jeweilsmit einer kurzweiligen Laudatio und derSänger Bernd Nauwartat, öfter mit OpenAir Konzerten auf der Freilichtbühne vertreten,erfreute das Festpublikum miteinem bunten Liederreigen.Aus der GeschichteGegründet 1913 musste der Verein, derzunächst aus einem Saaltheater bestand,die Wirren von zwei Weltkriegen überstehen.Erst 1948, kurz nach dem 2. Weltkrieg,wurde in Mannheim aus einem mitBombenkratern übersäten Schießplatzgeländevon Vereinsmitgliedern die Spielstättefür eine Freilichtbühne gestaltet.Tausende freiwillige Arbeitsstunden warennotwendig und die noch wenigen Vereins-Die goldene Ehrennadel des VDF für 50-jährige aktive Vereinsmitgliedschaft erhielt EkkehardGellert anlässlich des Festaktes von Wolfgang Schiffelholz und Christa Krieger überreichtFoto: Helmut Roosmitglieder opferten ihre gesamte Freizeiteinschließlich des Urlaubs. Wie die Chronikausweist, geschah dies ohne jeglichefinanzielle Förderung, ganz im Gegenteil,von den Vereinsmitgliedern wurden zur Finanzierungauch noch finanzielle Opferabverlangt.Am 20. August 1950 endlich begann mitdem Lustspiel „Im Weißen Rössl” die Ärader Freilichtspiele.1976 schließlich wurde auch den jugendlichenVereinsmitgliedern Rechnung getragenund mit „Des Kaisers neue Kleider”begann die Ära des Kinder- und Jugendtheatersin Mannheim. Fortan gab es 2Stücke auf der Freilichtbühne, ein Erwachsenen-und Abendstück, und ein KinderundJugendtheaterstück. Diese gute Traditionlebt bis heute fort.2004 wurde eine weitere Sparte bei derFreilichtbühne gegründet, der Chor „ARTim-TAKT”.Damit eröffnete sich für dieBühne auch das weite Feld des Musiktheaters.„Dracula”, „Anatevka”, „Sugar”und „Cabaret” seien hier nur beispielhaftgenannt.Schon im ersten Protokoll des VDF-Südvom 12.10.1974 ist die FreilichtbühneMannheim erwähnt, gehörte sie doch zuden Gründungsbühnen des <strong>Verband</strong>es.Die Ausrichtung einer großen Arbeits- undJahrestagung, aber auch die Organisationvon <strong>Verband</strong>slehrgängen für denVDF-Süd ergänzen das Bild uneigennützigenEinsatzes. Christa Krieger schließlich,die heutige Vorstandsvorsitzende desVereins war jahrzehntelang im Vorstanddes <strong>Verband</strong>es vertreten.WS29
90 JAHRE FREILICHTTHEATER AM NORDHANGDES WIEHENGEBIRGESFREILICHTBÜHNE NETTELSTEDT FEIERT JUBILÄUMreichte das Theaterspielen in Nettelstedtprofessionellen Charakter. In den 30erJahren spielten professionelle Schauspielerauf der Bühne und im 1935 übernahmder Theaterprofi Dr. Hermann SchultzeDramaturgie und Regie.Am 8. Juni 1951 wurde der Verein dannunter dem Namen Freilichtspiele SpielgemeindeNettelstedt e.V. in das Vereinsregistereingetragen. Karl Meyer-Spelbrinkwurde zum Vorsitzenden gewählt. Nachseinem Tod im Jahr 1962 übernahm derdamalige Bürgermeister von Nettelstedt,Friedrich Schwarze, den Vereinsvorsitz.Eine ihrer schwierigsten Phasen musstedie Bühne mit dem Einzug des Fernsehensin die deutschen Wohnzimmer erlebenund erleiden. Führte das Fernsehen1972 die Vereinsführung übernahm, ist esletztlich zu verdanken, dass die Bühnengemeinschaftnicht aufgab und dieschwierigen Zeiten erfolgreich meisternkonnte. Um die Attraktivität des Freilichttheaterszu erhöhen, wurde ab Mitte der70er Jahre deutlich in die Bühnenanlageinvestiert. Das so genannte „Kinderstück“wurde zum Zugpferd. Heute als „Familienstück“bezeichnet, ist es nach wie vor derVereinsschwerpunkt, obwohl es den Verantwortlichenzwischenzeitlich gelungenist, das Abendstück hinsichtlich des Zuschauererfolgesan die Erfolge des Kindertheatersheranzuführen.Aber auch dafür waren wieder mutige Vorstandsentscheidungenzur Stückwahl erforderlich.Ob es Klassiker wie der AgathaAm 9. September 1923 um 16.15 Uhr ginges los! Das erste vollständige Theaterstückwurde am Nordhang des Wiehengebirgesauf dem „Hünenbrink“ mit den Worten„Das Spiel beginne!“ eröffnet. Dieser Zeitpunktgilt als das offizielle Gründungsdatumder Freilichtbühne Nettelstedt.Nachdem bereits ab 1919 verschiedenekurze Stücke und Szenen auf der Diele einesNettelstedter Bauernhauses gespielt wordenwaren, wagte man sich im Jahr 1923 erstmalsan einen „Klassiker“ auf einer großenNaturbühne: Wilhelm Tell.Der Spielort „Hünenbrink“ wurde schnellzum Synonym für Freilichttheater im KreisLübbecke und weit über die Kreisgrenzenhinaus. Die Erfolgsgeschichte der NettelstedterFreilichtbühne, die eng mit denNamen Karl Meyer - Spelbrink und WilhelmKorte verbunden ist, nahm ihrenLauf. Im Jahr 1928 wurden bereits113.000 Besucher gezählt. Schnell er-Mal historisch (Wilhelm Tell 1928) ...doch ab Ende der 60er Jahre zu einemmassiven Zuschauerrückgang. DieserTrend hielt bis in die zweite Hälfte der 80erJahre an. Neue Ideen waren gefragt! DemVorsitzenden Helmut Öwermann, derChristie - Krimi „Zehn kleine Negerlein“,„Die Feuerzangenbowle“ oder Musicalswie „Anatevka“ oder „Dracula“ waren, dieanspruchsvolle Auswahl hat die NettelstedterBühne auch bei den erwachsenen30
Besuchern wieder in den kulturellen Fokusgerückt.90 Jahre sind eine lange Zeit. MehrereSchauspielergenerationen haben auf derBühne am Nordhang des Wiehengebirgesagiert. Vieles hat sich verändert. DieAufführungen sind professioneller undtechnisch anspruchsvoller geworden.Aber auch der Anspruch der Besucher andie Qualität der Aufführungen ist gestiegen.Eines aber ist geblieben: die Begeisterungder Aktiven vor und hinter denKulissen für das Amateurfreilichttheater.Großes Engagement ist erforderlich, umeine anstrengende Probenzeit zu absolvierenund danach Wochenende für Wochenendeauf der Bühne zu stehen. Unddas Ganze nur für den Lohn des Applausesund des Gemeinschaftserlebnisses.Für die Verantwortlichen derFreilichtbühne Nettelstedt umden heutigen VorstandssprecherThomas Kracht stehtfest: Freilichttheater wird immerseinen Platz haben - wenn mansich den neuen Herausforderungenstellt und ergebnisoffenüber die Zukunft diskutierenkann. „Mut haben!“ musste früherund muss auch noch heuteals zentrale Überschrift auf derAgenda einer jeden Vorstandssitzungstehen.Jörg Röding... mal modern (Wickie 2010)Fotos: Freilichtspiele NettelstedtWALDBÜHNE KLOSTER OESEDE FEIERT25-JÄHRIGES JUBILÄUMVOR 25 JAHREN WURDE DAS FREILICHTTHEATERSPIEL REAKTIVIERTDas Jahr 2013 ist für die Waldbühne ein besonderesJahr. Die 25-jährige Reaktivierungder Waldbühne und die 10-jährige Vereinsgründungmachen es zu einem Jubiläumsjahr.Das Jubiläum wurde am 8. März mit einemFestakt im Rathaus der Stadt Georgsmarienhüttegefeiert, bei dem der Präsident des Bundes<strong>Deutscher</strong> Amateurtheater, NorbertRadermacher, die Festrede hielt.Vorher nannte Reinhard Jansen, Ehrenvorsitzenderdes <strong>Verband</strong>es <strong>Deutscher</strong><strong>Freilichtbühnen</strong> Region Nord, die Waldbühneeinen „Werbeträger für die Stadtmit großer Ausstrahlungskraft“. Er hofftesehr, dass sie daher auch weiter von dieserunterstützt werde, damit nicht dieAsche der Tradition, sondern vielmehr dasFeuer am Brennen gehalten werde:„Theater muss wie Feuer sein!“ rief er derFestversammlung zu.Norbert Radermacher ging in seinemFestvortrag zum Thema „Amateurtheaterheute“ besonders auf das ehrenamtlicheEngagement der Amateurtheater, ihrenhohen kulturellen Stellenwert und ihre gesellschaftspolitischeBedeutung ein: „WirAmateurtheater sind nicht Theater der drittenoder vierten Liga, sondern Theater mit neuen Inszenierung unter der Regie vonartigen Waldbühnen Band und einerganz besonderen Ansprüchen“ stellt er Matthias Harre. Das Musical „Heiße Ecke“deutlich fest: Sein Fazit: „Amateurtheater hat sich auch in der sechsten Spielzeitbildet nicht Leben ab, sondern ist Leben!“ zum Dauerbrenner entwickelt und zwischenzeitlichKultcharakter erreicht. DieMit einem Theaterspielnach einem der berühmtestenRomane von ErichKästner wird die Spielzeit2013 eröffnet. Die WaldbühneKloster Oesedeführt das Familienmusical„Emil und die Detektive“auf. Bereits in den Jahren2002 und 2003 spielte dieWaldbühne Kloster Oesede„Ein Sommernachts-Die 1. Vorsitzende Barbara Einhorn begrüßt die Gäste derFestversammlungFoto: Jens Wilkeningtraum“ von William Shakespearein einer Musicalbearbeitung vonEdith Jeske, Martin Lingau und Sigrid fünf angebotenen Termine für 2013 warenAndersson. Und das mit einem Erfolg, der innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. WeitereAktivitäten, wie ein Tag der offenenüberraschte und zeigte, was die Menschenauf der Waldbühne sehen und erlebenwollen. Was liegt daher näher, als runden das Jubiläumsjahr ab.Tür, ein Ball und das VDF-Teeniecamp,den Sommernachtstraum auch im Jubiläumsjahr2013 noch einmal zu träumen.Waldbühne Kloster OesedeBarbara EinhornAber dieses Mal mit Live-Musik der einzig-31
FREILICHTBÜHNE BAD SCHWALBACHPROBEN UNTER ERSCHWERTEN BEDINGUNGENWie bei der einen oder anderen Freilichtbühnestarteten auch bei der TaunusbühneBad Schwalbach die Proben für die sommerlichenAufführungen des Singspiels „Imweißen Rössl“ nicht unter idealen Bedingungenund mußten unter dem winterlichenWetter leiden. So waren sie im Februar undselbst noch an den Ostertagen von Schneeschauernbegleitet.Schwalbach vom 7. Juni bis zum 20. Julimit so bekannten Melodien wie „Waskann der Sigismund dafür …“ oder „ImSalzkammergut, da ka`mer gut …“ anden Wolfgangsee entführen.Gudrun DauthTaunusbühne Bad SchwalbachAls dann schließlich der Krankenstand imEnsemble rapide anstieg, wurde auf Anweisungder Regie wieder in einer geheiztenHalle geprobt.Auch mit der österreichischen Sprachehatten die Akteure so ab und zu Probleme.Als ein „Heurigenlied“ geprobtwurde, das die Wiener Gäste im Heurigengartenschmettern, sang das ganzeEnsemble mit Inbrunst „Wenn amol dieMusi stirbt is’s a Gfreit”, denn bei demWort „Gfrett“ im Textbuch konnte es sichdoch nur um einen Druckfehler handeln.Weit gefehlt! Der Blick ins Wörterbuch„Österreichisch – Deutsch“ führte zur Lösungdes Rätsels: „Gfrett“ heißt „Plage,Mühe“…Das Singspiel „Im weißen Rössl“ wird dieZuschauer auf der Freilichtbühne in BadIn einer Schneeschauerpause probte das Ensemble mit Schirmen,sie sind Bestandteil der InszenierungFoto: Taunusbühne Bad Schwalbach- Make-up für Theater, Film TVSchule u. Kindergarten- dekorative Kosmetik- Camouflage- Bluteffekte und andereFX-Produkte- Seminare und Workshops- individelles Make-up n.V.www.makeup-onlineshop.dewww.kryolan-city-muenster.deMake-up Storenicht nur für ProfisT: 0251/46899 F: 0251/46892Öffnungszeiten: Mo - Fr 10 - 18 Uhr, Sa 10 - 16 UhrAegiidistr. 54Cy it48143 Münster32
NAMEN UND NACHRICHTENFLORIAN PLETZ IN LINZ MIT JUGENDTHEATERPREIS AUSGEZEICHNETSEIT VIELEN JAHREN BEI DER FREILICHTBÜHNE BAD BENTHEIM AKTIV„Ich bin perplex, tatsächlich sprachlos undfühle mich geehrt“ so die Reaktion des20-jährigen Florian Pletz nachdem ihm am23. März im Rahmen eines Galaabends imösterreichischen Linz der Jugendtheaterpreis„Papageno“ der Reiman Akademie alsbester Hauptdarsteller im deutschsprachigenRaum für seine Rolle des Falk Wagnerin „Theater,Theater“ verliehen wordenwar.Eine weitere Überraschung: stellvertretendfür „seine“ Theatergruppe „Young Boulevard“nahm er auch den Anerkennungspreis„Goldener Vogel 2013“ für eben dieseProduktion entgegen.Nach Aussage der Reiman Akademie,einer anerkannten Bildungseinrichtung fürdie Bereiche Musik und DarstellendeKunst, ist der „Papageno“ die höchsteAuszeichnung für Jugendtheater mit jugendlichenDarstellern. Mit diesem Preissoll das vorbildliche Engagement von jungenMenschen für die Kultur öffentlich gemachtwerden. Nominiert waren in diesemJahr ca. 60 Nachwuchstalente im Alter von12 bis 21 Jahren in drei Kategorien.Theater ist die große Leidenschaft von FlorianPletz. Seit seiner Kindheit ist er bei derFreilichtbühne Bad Bentheim aktiv und hatin großen und kleinen Rollen überzeugtund ist auch hinter den Kulissen aktiv. Darüberhinaus wirkt er bei der Theatergruppe„Bad Bentheimer Kulisse“ mit. Schließlichgründete er gemeinsam mit einem Freundvor drei Jahren die Theatergruppe „YoungBoulevard“, die sich inzwischen mit ihrenProduktionen Anerkennung und Beachtungverschafft hat.RJDer glückliche Preisträger Florian PletzFoto: privat33
NACHRUFEEHRENMITGLIED DES VDF REGION NORD MANFRED NEUHAUS GESTORBENAm 14. Februar ist Manfred Neuhaus, Ehrenmitglieddes VDF Region Nord, nachlängerer Krankheit gestorben. Der Verstorbeneengagierte sich seit Gründung derFreilichtbühne Herdringen im Jahr 1949 für„seine Bühne“. Dort war er nicht nur vieleJahre als Spieler aktiv, sondern übernahmschon früh verantwortungsvolle Aufgaben.Von 1968 bis 1996 trug er 28 Jahre lang als1.Vorsitzender Verantwortung für die Bühnengemeinschaft.In dieser Zeit hat ermaßgeblich dazu beigetragen, dass sichdie Freilichtbühne Herdringen zielgerichtetweiterentwickelt hat und über die Grenzender Region hinaus als anspruchsvollesFreilichttheater bekannt und anerkanntwurde. Über seine wichtigen Aufgaben anseiner Heimatbühne hinaus hat sich ManfredNeuhaus auch für den <strong>Verband</strong> <strong>Deutscher</strong><strong>Freilichtbühnen</strong> (VDF) eingesetzt undwar in den Jahren 1990 bis 1994 einer vondrei gleichberechtigten Vorsitzenden desVDF Region Nord. Seine ruhige, sachlicheund ausgleichende Art prägten dieses Engagement.Auch als Ehrenmitglied desVDF Region Nord galt sein großes Interessedem <strong>Verband</strong> und seinen Mitgliedsbühnen.In Anerkennung für seinebesonderen Verdienste um das Amateurtheaterwurde ihm im Oktober 2011 die„Goldene Maske“ vom Bund <strong>Deutscher</strong>Amateurtheater (BDAT) verliehen.Wir haben ihm viel zu verdanken und werdenihn in guter Erinnerung behalten.Manfred NeuhausFoto: privatROBERT SEEMANN GESTORBENWer den Namen Sömmersdorf hört,denkt sofort an die Fränkischen Passionsspiele,mit denen ein Name untrennbarverbunden ist: Robert Seemann. Derlangjährige Motor und Ehrenvorsitzendedes Vereins ist im Alter von 75 Jahren gestorben.„Die Passion war sein Leben“, urteilte derheutige Vorsitzende Robert König überseinen Vorgänger. Robert Seemann hatte30 Jahre lang bis 2006 den Passionsspielvereingeleitet und geprägt. Er hattedie Weiterentwicklung der Freilichtspielemit Weitblick betrieben, hatte selbst alsOrganisator, Bühnenbauer, Darstelleroder Regisseur des Herbsttheaters in derMünsterhalle wegweisend agiert.Zum 75. Geburtstag, zwei Wochen vorseinem Tod, wurde ihm für seine besonderenVerdienste der Verdienstorden derBundesrepublik Deutschland mit derBundesverdienstmedaille verliehen.Weitere Auszeichnungen waren unter anderemdie Ehrenurkunde des LandkreisesSchweinfurt, die Ehrennadel desBistums Würzburg und die Ehrennadelder Gemeinde Euerbach. Sie galten SeemannsEngagement in den VereinenSömmersdorfs wie der Heimatkapelleoder dem Männergesangverein, seinemEinsatz in der politischen Gemeinde alsGemeinderat, seiner Aufgabe als Botschafterdes Oberen Werntals, seinerMithilfe beim Erstellen des RegionalenEntwicklungskonzepts SchweinfurterLand oder seinem Engagement für Hilfsbedürftigein Rumänien.Das Theaterspiel bei den Passionsspielenfaszinierte ihn, er begriff diese Formals eine andere Art der Verkündigung derchristlichen Botschaft. Sein Einsatz fürverschiedene Theaterverbände warebenso intensiv wie für die Europassion,die Vereinigung europäischer Passionsspielorte.Robert Seemann pflegte mitseiner Frau Elisabeth die Kontakte, warimmer offen für neue Ideen und gab Impulsefür das Theaterspiel in seiner Heimat.Robert WechslerRobert SeemannFoto: privat34
NACH EINEM ERFÜLLTEN LEBEN ISTOTFRIED PREUSSLER GESTORBEN„DER RÄUBER HOTZENPLOTZ“ UND „DIE KLEINE HEXE“ ZÄHLEN ZU DENMEIST GESPIELTEN KINDERSTÜCKEN AUF DEN FREILICHTBÜHNENIm Alter von 89 Jahren ist der 1923 imnordböhmischen Reichenbach geboreneSchriftsteller Otfried Preußler am 18. Februardieses Jahres in Rosenheim gestorben.Seine Bücher mit fantasievollen Geschichtenhaben Generationen übergreifend Millionenvon Lesern begeistert. Viele von ihnensind längst Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur.Zu seinen bekanntesten Werkenzählen „Der kleine Wassermann“, „DerRäuber Hotzenplotz“, „Krabat“, „Diekleine Hexe“ und „Das kleine Gespenst“.Die Gesamtauflage seiner in 55 Sprachenübersetzten 32 Bücher liegt bei etwa 50 MillionenExemplaren. Geehrt wurde derSchriftsteller für sein Lebenswerk mit vielenPreisen wie z.B. mit dem Deutschen unddem Europäischen Kinderbuchpreis. StaatlicheAnerkennungen wurden ihm mit derVerleihung des Bayerischen Verdienstordenund des Großen Bundesverdienstkreuzes zuTeil.Dabei war der Weg zu diesem großartigenErfolg und zu dem unbestreitbar verdientenRuhm zunächst eher steinig. Sowurde Otfried Preußler im Jahr 1942 nachdem Abitur, sozusagen von der Schulbankweg, zum Kriegsdienst eingezogen.Aus der Kriegsgefangenschaft 1949 entlassen,findet er mit viel Glück seine heimatvertriebenenAngehörigen im oberbayrischenRosenheim wieder - und seineBraut aus Reichenbach, Annelies Kind,die er noch im selben Jahr heiratet. Mitseiner Frau und drei Töchtern lebt er dannin der Nähe von Rosenheim.Um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen,arbeitet er neben seiner pädagogischenAusbildung als Lokalreporter und schreibtGeschichten für den Kinderfunk. Er wirdVolksschullehrer und bleibt bis 1970 imSchuldienst, bis er sich endgültig alsSchriftsteller dem Schreiben von KinderundJugendbüchern widmet. Seine Erfahrungenund Erlebnisse mit Kindern, die erin seiner Zeit als Lehrer machen konnte,lässt er mit einfließen. Einfluss auf den Inhaltnehmen auch traditionelle Erzählungenaus seiner nordböhmischen Heimat.Seine Werke sind keine Lehrstücke, sondernspannende und unterhaltsame Geschichtenwelche die Fantasie der Kinderanregen und ihnen Ängste nehmen sollen.Szenenfoto aus „Räuber Hotzenplotz” (Freilichtbühne Bad Bentheim 2007)mit Kasper, Großmutter und SeppelFoto: Jochen GrebeOtfried PreußlerDer erste große Erfolg stellte sich 1956 mit„Der kleine Wassermann“ ein.Danach erscheinen viele ebenso erfolgreicheBücher die auch den Weg zumFilm oder auf die Theaterbühnen fanden.So wurde „Der Räuber Hotzenplotz“mehrfach verfilmt, u.a. in der Hauptrollemit bekannten Schauspielern wie GertFröbe und Armin Rohde. Auch auf den<strong>Freilichtbühnen</strong> des VDF machen sichKasperl und Seppel immer wieder auf, umden wilden Räuber, der Großmutters Kaffeemühlegestohlen hat, zu fangen. Nochimmer sind Tausende kleine und große Besucherim Sommer von den spannendenAbenteuern der beiden Protagonisten begeistert.Dies gilt auch für „Die kleineHexe“, die leider erst 127 Jahre alt ist unddeshalb von den großen Hexen nicht akzeptiertwird. Mit ihrem Entschluss, einegroße Hexe werden zu wollen, beginnenaufregende Aktionen. So werden dieseund andere Werke des Autors weiterhinauf den Spielplänen der <strong>Freilichtbühnen</strong>stehen und ihre Figuren weiter leben -auch als Hommage und Erinnerung anden großen Erzähler und MenschenfreundOtfried Preußler.RJ35
TERMINE VDF 2. JAHRESHÄLFTE 20139. JuniVDFTag des Freilichttheatersbundesweit27. - 29. September6. Jugendbildungscamp desVDF Region Südin Gräfinthal22. - 24. NovemberJugendleitertreffen desVDF Region Südin Niederstetten21./22. SeptemberTeeniecamp desVDF Region Nordin Kloster Oesede11. - 13. Oktober39. Jahres- und Arbeitstagungdes VDF Region Südin Kröckelbach27. -29. SeptemberJugendcamp desVDF Region Nordin Bellenberg26./27. Oktober60. Jahres- und Arbeitstagungdes VDF Region Nordin Hamm - HeessenHinweis: Termine für Workshops. Seminare und sonstige Veranstaltungen des VDF werden, sobald sie feststehen,im Mitgliederbereich der Homepage (www.freilichtbuehnen.de) bekannt gegeben.36
BILDUNGSWERK FÜR THEATER UND KULTUROBERONSTR. 20 59067 HAMMTEL.: 0 23 81 / 44 89 3 E-MAIL: INFO@BTKHAMM.DEKURSANGEBOTE RUND UM DAS THEATER 2013WWW.BTKHAMM.DEDas Spiel mit den MaskenLeitung:Silke Geyer, RegisseurinZeit:Sa./So. 08./09.06.2013 jeweils 10.00 – 17.00 UhrOrt:Gustav-Heinemann-Str. 15, HammBiografisches TheaterLeitung:Susanne Vedder,Zeit:Sa./So. 21./22.09.2013 jeweils 10.00-17.00 UhrOrt:Gustav-Heinemann-Str. 15, HammBallonmodellierenLeitung:Otti Haupt, ZauberkünstlerZeit: Sa. 08.06.2013 11.00 – 14.00 UhrOrt:Oberonstr. 20, HammSzenisches SchreibenLeitung:Marion Gay, SchriftstellerinZeit:Sa./So. 28./29.09.2013 jeweils 10.00 – 17.00 UhrOrt:Oberonstr. 20, HammZaubernLeitung:Otti Haupt, ZauberkünstlerZeit: Sa. 15.06.2013 10.00 – 15.00 UhrOrt:Oberonstr. 20, HammImpro – Geschichten erfindenLeitung:Jens Hoppe, ARTE flissibileZeit:Sa/So. 12./13.10.2013 jeweils 10.00 – 17.00 UhrOrt:Gustav-Heinemann-Str. 15, HammBoal ILeitung:Zeit:Ort:Sabine Stein, Theaterpäd. (BuT), RegisseurinSa/So. 15./16.06.2013 jeweils 10.00 – 17.00 UhrGustav-Heinemann-Str. 15, HammClownerie - EinstiegswochenendeLeitung:Andreas Hartmann, ClownZeit:Sa./So. 19./20.10.2013 jeweils 10.00 – 17.00 UhrOrt:Gustav-Heinemann-Str. 15, HammZirkuskunst - GrundkursLeitung:Almut Sarrazin, Artistin, ZirkuspädagoginZeit: So. 07.07.2013 11.00 – 15.00 UhrOrt:Belgische Str.13, WerlJeux Dramatiques – AufbaukursLeitung:Dörte Furkert, Jeux-LeiterinZeit:Sa./So. 14./15.09.2013 jeweils 10.00 – 17.00 UhrOrt:Gustav-Heinemann-Str. 15, HammChoreographisches BewegungstheaterLeitung:Barbara Müller, Schausp., Reg., Theaterpäd.Zeit:Sa./So. 14./15.09.2013 jeweils 10.00 – 17.00 UhrOrt:Gustav-Heinemann-Str. 15, HammGesangsworkshopLeitung:Tilman Wohlleber, ChorleiterZeit:Sa./So.14./15.09.2013 10.00-16.00/10.00-14.00 UhrOrt:Gustav-Heinemann-Str. 15, HammEinführung in das Arbeitsfeld des KlinikclownsLeitung:Andreas Hartmann, Clown, Schausp., Clown-CoachZeit: Sa/So.09./10.11.2013 u. Sa./So. 25./26.01.2014 u.Sa./So. 15./16.02.2014 jeweils 10.00 – 17.00 UhrOrt:Gustav-Heinemann-Str. 15, HammBoal I Erzähltheater ILeitung:Susanne Tiggemann, Schauspielerin, RegisseurinZeit:Sa./So. 16./17.11.2013 jeweils 10.00 – 17.00 UhrOrt:Oberonstr. 20, HammFortbildung zum Theaterpädagogen / zur Theaterpädagogin- 2jährige berufsbegleitende FortbildungLeitung:Heide Urban/ Susanne TiggemannZeit:Start 05./06.05.2013 jeweils 10.00 – 17.00 UhrOrt:Gustav-Heinemann-Str. 15, Hamm undTagungshaus Schloss OberwerriesWollen Sie noch mehr zur Theaterpädagogik wissen?Bitte fordern Sie unseren Flyer an.Wenn Sie nähere Informationen zu den Kursen oder sich anmeldenwollen, rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eineEmail. Anmeldungen werden ab sofort entgegen genommen.Bildungswerk für Theater und KulturOberonstr. 2059067 HammTel. 02381 / 44893Email: info@btkhamm.de Homepage: www.btkhamm.de37
TECHNIKERSEMINAR 2013DES VDF REGION NORD IM HERBSTEin Techniker der FreilichtbühneBad Bentheim bei der ArbeitFoto: Jochen GrebeDer VDF Region Nord plant zusammenmit seinem Ressortleiter Technik DieterSchneider und dem Bildungswerk fürTheater und Kultur (BTK) für den Herbstein Wochenendseminar für die Technikerund Technikerinnen der Mitgliedsbühnen.Im Rahmen der Fortbildung werden aktuelleThemen erörtert und Fragen aus denFachbereichen beantwortet. Angebotenwerden die Arbeitsgruppen Pyrotechnik,Tontechnik, Funkmikrofontechnik undLichttechnik.Die Teilnehmer/Teilnehmerinnen könnenihr eigenes Equipment mitbringen, umaufgetretene Bedienungsprobleme zu klären.Dies sollte allerdings bei der Anmeldungangegeben werden, damitgegebenenfalls Spezialisten aus den jeweiligenHerstellerfirmen eingeladen werdenkönnen.Damit das Bildungswerk und der <strong>Verband</strong>,der sich erheblich an den Kostender Fortbildung beteiligt, einen Überblicküber die Teilnehmerzahl bekommt, bittenwir um eine verbindliche Anmeldung bisspätestens zum 29. August. InteressierteBühnen des VDF Region Süd können sichebenfalls melden und nachrücken, fallsPlätze frei sind.Ort: Jugendgästehaus MeppenZeit: Sa./So. 12./13. Oktober,Beginn Sa., 10.00 Uhr,Ende So., 13.00 UhrGebühr: 80,00 Euroinkl. Verpflegung undÜbernachtungAnmeldung: Bildungswerkfür Theater und KulturTel.: 0 23 81 - 44 893oderinfo@btkhamm.deBTK38
Mundart ist die Sprache der EmotionenLANDHAUS AM WILDBACHKomödie von Hans-Helge OttBairische Übertragung von Josef Wittmann(2 D, 4 H / 1 Dek.) DER MONDSURI CHARLIES WEG MAN MÜSSTE VERHEIRATET SEIN(When we are Married)Komödie in drei Akten von J. B. PriestleyNiederdeutsche Bearbeitung von Heidi Mahler und Manfred Hinrichs(7 D, 8 H / 1 Dek.) ENDLICH ALLOI!(Alone Together)Komödie in zwei Akten von Lawrence RomanSchwäbische Bearbeitung von Stefanie Stroebele(2 D, 4 H / 1 Dek.) HÄGELE & CO. Herzlich Willkommen im Hotel Mama – Eltern sind auch nur Menschen.ALTWEIBERFRÜHLING SONDERAAGEBOT!(A Foot in The Door)Komödie von Richard HarrisSchweizerdeutsche Bearbeitung Andreas Fischer(3 D, 3 H / 1 Dek.) Ganz normaler Wahnsinn, der entsteht, ohne dass Lügen, Täuschungen undSeitensprünge nötig wären. Es reicht, ein paar Leute in einen Raum zu bringen undzuzusehen, was daraus wird.Ahn & Simrock Bühnen- und Musikverlag GmbHDeichstraße 9 20459 (040) 300 66 780 (040) 300 66 789
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