„Luxembourg Touch”

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„Luxembourg Touch”

a k t u e l lR E P O R T A G ER E P O R T A G E„Luxembourg Touch”Hinter die LinieEs erinnert an Rugby, doch fehlt jeder harte Körperkontakt: Touch, eine noch junge Sportart erobertseit 2010 immer mehr Fans in Luxemburg. Neue Mitglieder sind bei dem Mannschaftssport, bei demFrauen und Männer gemeinsam trainieren und Wettbewerbe bestreiten, willkommen.32 TELECRAN 28/2013 TELECRAN 28/2013 33


a k t u e l la k t u e l lR E P O R T A G E R E P O R T A G EIm Gegensatz zum ursprünglichenRugby gibt es bei Touch keinenharten Körperkontakt, so dassdas Verletzungsrisiko gering ist.ULI BOTZLERuli.botzler@telecran.luWer beim „Confederation Cup“ jüngst zugesehenhat, wie die Fußballspieler aus Tahiti mit 0-10gegen Spaniens Team untergingen, aber von denZuschauern allein für’s Dabeisein gefeiert wurden,versteht die Geschichte um so besser, die Nick Frank zu erzählenhat. Der seit langem in Luxemburg lebende Brite gründete2010 den Verein „Luxembourg Touch“ mit, ist Schatzmeister imVorstand. Touch ist eine hierzulande noch junge Sportart, derenUrsprünge in Australien liegen. „Alles fing damit an, dass einpaar Väter von Rugby spielenden Kindern Lust hatten, selbstsportlich aktiv zu sein. Wir kamen auf die Idee, gemeinsamTouch zu spielen,“ erzählt Frank.Die Geschichte des Touch. In den 1960er Jahren begannenprofessionelle Rugby-Spieler sich mit verschiedenen Übungenohne harten Körperkontakt aufzuwärmen. Daraus wurdenspäter eigenständige Spielregeln entwickelt und Touch wargeboren. Die ersten offiziellen Meisterschaften gab es 1968in Sydney. Seitdem ist der Sport sprunghaft gewachsen. MehrereMillionen Australier spielen regelmäßig Touch; aktiv imVerein oder als sogenanntes „Social Touch“ unter Freunden.Im australischen Schulsport ist Touch die Sportart schlechthin.1985 wurde die „Federation of International Touch“ (FIT) alsinternationaler Dachverband gegründet. Der FIT gehören heuteknapp 30 Länder weltweit an; seit einiger Zeit auch Luxemburg.Seit 1988 wird regelmäßig eine Weltmeisterschaft abgehalten.Der aktuelle Weltmeister ist Australien, gefolgt von Neuseeland,Südafrika und Japan.„Wir sind daran interessiert,Jugendliche unter 18 Jahrenfür die Sportart zu gewinnenund so längerfristig einstarkes Team aufzubauen.“Der Brite Nick Frank, Vorstandsmitglied beiLuxembourg Touch, über Zukunftspläne, 2015zum Weltcup nach Australien zu reisen.„Genau sechs Monate, nachdem wir unser Training aufgenommenhatten, gingen wir als Luxemburger Vertreter nachSchottland zum Weltcup. Unser erster Gegner war Australien.Wir verloren haushoch. Wir verloren alle unsere Spiele – aber nieunseren Spaß an der Sache, und die andern Teams zollten unsRespekt“, erinnert Nick Frank sich. Der Brite lacht heute nochherzlich über diese erste Erfahrung als Mannschaft im internationalenWettkampf. „Wir hatten damals einen Altersdurchschnittvon 36 Jahren im Team. Die anderen waren durch die Bank„Man muss schnell sein, Freiräumesehen, taktisch vorgehen.“Spielerin Marie Verlinde über dieAnforderungen an einen Touch-Spieler.jüngere Athleten.“ Wir sind daran interessiert, Jugendliche unter18 Jahren für die Sportart zu gewinnen und so längerfristig einstarkes Team aufzubauen“, erklärt Frank.Luxemburg im Weltverband. Mit der Zeit stiegen beimLuxemburger Team aber Erfahrung und Ehrgeiz. „Jetzt ist esunser Ziel, 2015 in Australien dabei zu sein, beim nächstenWeltcup“, sagt Frank. Neuzugänge, gerne jüngere Spieler undSpielerinnen, sind deshalb stets gesucht und willkommen. DieIm Vergleich zum Niveau bei der ersten Teilnahme aneinem Weltcup 2011 hat sich das Luxemburger Team schonerheblich gesteigert. Es trainiert jetzt für Australien 2015.Fotos: Steve EastewoodMitgliederschar im Verein ist sehr international, Luxemburgersind rar und werden mit offenen Armen aufgenommen. Clubsprachensind Englisch und Französisch. Es gibt für Turnierereine Männer- und Frauenteams, doch läuft das Training inder Regel gemeinsam ab und ist sogar für Kinder ab neunJahren zugänglich. „Das finden oft sportliche Familien toll,weil alle gleichzeitig und gemeinsam etwas spielen können.“Denn Touch ist ein idealer Mannschaftssport, unabhängig vonGeschlecht, Alter und Fitness.Grundlage für die heutigen Spielregeln im Touch ist das Regelwerkvon Rugby League, einer der beiden Varianten desklassischen Rugby. Die Gemeinsamkeiten zwischen Rugbyund Touch bestehen aber lediglich darin, dass bei beidenSportarten der Ball hinter der gegnerischen Ziellinie auf demBoden aufgesetzt werden muss und der Ball nur rückwärtsgepasst werden darf.Die Spielregeln. Ziel des Spiels ist es, mehr Punkte als diegegnerische Mannschaft zu erreichen. Ein Punktgewinn istdann erfolgt, wenn der Spieler einer Mannschaft schafft, denSpielball zu einem sogenannten „Try“ (kontrolliertes Ablagendes Balls auf dem Boden) über die gegnerische Punktliniezu setzen. Den Weg über das Spielfeld muss er dabei ohne„Touch“ (Berührung mit der Hand) durch Verteidiger der anderenMannschaft durchlaufen. Wird der Spieler der angreifendenMannschaft im Ballbesitz von einem Spieler der gegnerischenMannschaft zum sechsten Mal in Folge berührt, muss derBall an diese abgegeben werden. Daraufhin wechselt dieSpielrichtung und die andere Mannschaft startet ihrerseitseinen Angriffsversuch.Harter Körperkontakt ist im Touch nicht erlaubt, gepasst werdendarf nur nach hinten. „Wichtig sind die Regeln und Werte, diebei Touch gelten. Jeder Spieler muss da Sinn für Respekt undFairness mitbringen“, sagt Jack Frank. So erkundige sich derSchiedsrichter bei Spielern, ob sie berührt worden seien. Lügenund mogeln dürfe man da nicht. „Diese ehrliche Spielweisemacht für viele den Reiz von Touch aus“, berichtet Jack Frank.„Wobei Spieler, die es gewohnt sind, Rugby zu spielen, ab undan schon ihre Mühe haben, sich umzustellen.“Das im Touch verwendete Spielfeld ist ein Rasenfeld, 50 Meterbreit und 70 Meter lang. Ein Spiel dauert zwei Mal 20 Minuten.Es gibt zwei Mannschaften mit je sechs aktiven und bis zuacht Ersatzspielern. „Gespielt wird mit einem oval geformtenBall, der die Größe 4 besitzt, also eine Stufe kleiner ist als eingewöhnlicher Rugbyball“, erklärt Nick Frank.Bei Schnee und Regen. Seit kurzem trainieren die Spieler,deren Sponsoren die Firmen KPMG und HSBC sind, auf Weimerskirch,bei jedem Wind und Wetter. „Wir haben sogar imSchnee gespielt“, lacht Marie Verlinde. „Ich mag das. Es härtetauch gut ab.“ Sie hat durch eine Arbeitskollegin, deren Mannim Vorstand bei Luxembourg Touch aktiv ist, diese Ballsportartentdeckt. „Ich treibe viel Fitnessport und spiele Badminton.Das ist meine erste Erfahrung mit einem Mannschaftsspielund ich liebe es“, schwärmt die Belgierin, die schon den Titelals „beste Spielerin“ im Verein vorweisen kann. „Man mussschnell sein, Freiräume sehen, taktisch vorgehen“, sagt sie überdie Anforderungen an einen Touch-Spieler. „Unser Frauenteamwird immer besser, wir werden jetzt häufiger aus dem Auslandkontaktiert und zu Turnieren eingeladen“, freut sie sich.“Wirtreten dort als Luxemburger Team an, obwohl wir aus dreiKontinenten stammen. Das macht mich stolz. Ich spiele gernefür Luxemburg. Wir sind dann eine Art Botschafter und zeigen,dass es Luxemburg gibt.“Sonntagszum MatchDas Training ist offen für Frauenund Männer, unabhängig vonAlter und Spielstärke, findetdienstags und freitags, von19.30 bis 21 Uhr statt im„Stade Michel Wagner” inWeimerskirch, 1, rue Saint-Vith, in Luxemburg-Stadt. DasTraining ist gemischt für Frauenund Männer, auch Kinder abneun Jahren dürfen mitmachen.Für Wettbewerbe als reinesFrauenteam trainieren dieDamen regelmäßig extra. Esgibt Duschen vor Ort. NormaleSportschuhe für Rasensportwerden empfohlen, verbotensind Schuhe mit Metallstollen.Jeden Sonntag ab 10.30 Uhrfindet ein Match statt. Nochbis zum 28. Juli laufen dieSpiele der „2013 CorporateTouch League”, organisiert von„Kick Cancer Into Touch” und„Luxembourg Touch“, bei derGelder für die Kinderkrebshilfegesammelt werden, derenLogo aus Verbundenheit mitder Organisation auch auf denMannschaftskleidern prangt.Pro Team müssen mindestenssechs Spieler antreten. Werzwei Frauen und Kinder unter13 Jahren in der Mannschafthat, bekommt Sonderpunkte.Mehr unterwww.touch-luxembourg.lu,www.facebook.com/LuxembourgTouch,oder auf Twitter unter@LuxembourgTouch.34 TELECRAN 28/2013TELECRAN 28/2013 35

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