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LAUTSTARK#14Mai 2013Herausgegeben von der Österreichischen Hochschülerschaft in KlagenfurtIzdano od avstrijske visokošolske zveze v CelovcuGroßer Sonderteil zur ÖH-WahlListe aller Fraktionen & StudienvertreterInnenVeranstaltungskalender„Litfaßsäule“InterviewsMoritz Maerkel, Oliver VitouchDIE QUALDER WAHL- Von einer unabhängigenRedaktion produziert!- Fraktionsfrei!


Hier einschneidenKlebeflächejeden letzten Donnerstag im MonatAnmeldungen an: freibuehne@gmx.atraj, Badgasse 7, 9020 Klagenfurtwww.innenhofkultur.atFreibühne! Klagenfurt30. Mai, 27. Juni 2013PerformanceDACHDie Fläche herausschneidenKonzertDIE VAMUMMTN18. Mai 2013, 20 Uhr((stereo))Viktringer Ring 37KlagenfurtLITFAßSÄULEVeranstaltungskalenderKlebestreifenBastelanleitung:1) Einband abtrennen und die einzelnen Teile (Plakatwand,Klebestreifen & Dach) entlang den durchgehenden Linien ausschneiden.2) Am Klebestreifen entlang die einzelnen Striche einschneiden(nicht durchschneiden!)3) Eingeschnittenen Klebestreifen an die Rückseite der Plakatwandkleben, so dass die „Fähnchen“ oben heraus schauen.4) Die Plakatwand einrollen und mittels der Klebefläche (linksneben den Plakaten) zu einem Zylinder machen.5) Das Dach an der roten Linie bis zur Mitte einschneiden unddas markierte Dreieck herausschneiden. Mittels der Klebeflächezu einem Spitzdach formen.6) Die „Fähnchen“ mit Klebstoff bestreichen, Dach darauf setzen,vorsichtig andrücken und trocknen lassen.7) Fertig! An einen sichtbaren Platz stellen und immer wissen,was gerade wo los ist.FlohmarktÖH-WAHLEN14. bis 16. Mai 2013Flohmärkte inKlagenfurtOmann-Saal (neben Portier)Uni Klagenfurt/Celovecregelmäßigan WochenendenIn


EDITORIALIMPRESSUMab 21 UhrVom 14.-16. Mai finden wieder die ÖH-Wahlen in ganz Österreich statt und ebenauch an der AAU in Klagenfurt/Celovec. DieFrage, die sich viele Studierende stellen: waskann ich mit meiner Stimme bewirken? Füreuch möchten wir dieses wichtige Themanatürlich so aufschlussreich wie möglichaufbereiten. In dieser Ausgabe werden dieverschiedensten Standpunkte zum Thema„Wählen“ beleuchtet und es wird versuchtaufzuzeigen, warum du bei der ÖH-Wahl2013 teilnehmen solltest.Mit deiner Stimme bestimmst du aktiv mit, wer dich zukünftig vertretensoll und sich für deine Interessen einsetzt. Du hast die Möglichkeit,deine Studienvertretung zu wählen, die direkten RepräsentantInnen derStudierenden in deiner Studienrichtung und gleichzeitig kannst du deineStimme einer wahlwerbenden Gruppe geben. Die Studienvertretunghat die Aufgabe, sich am jeweiligen Institut um die Probleme undAnliegen der Studierenden direkt zu kümmern und darauf zu achten,dass studierendenfreundliche Bedingungen im jeweiligen Studiengangvorherrschen.Die wahlwerbenden Gruppen entsenden je nach Wahlergebnis einegewisse Anzahl an MandatarInnen in die Universitätsvertretungen,dem höchsten Entscheidungsgremium der Studierenden. Aus diesemGremium wird das Vorsitzteam der ÖH Klagenfurt/Celovec gewählt.Die Universitätsvertretung hat die Aufgabe, auf struktureller Ebenedie Probleme und Anliegen der Studierenden zu lösen und sichfür gute Studienbedingungen einzusetzen. Das Aufgabengebiet derUniversitätsvertretung ist ein sehr vielfältiges, das man in ein paar Sätzenleider nicht darstellen kann.Was die einzelnen wahlwerbenden Gruppen für Ziele und Ideen für dieZukunft haben, kannst du herausfinden, indem du die Wahlstände amVorplatz der Universität besucht und dich über die unterschiedlichenWahlprogramme informierst. Sei kritisch und informiere dich genau, ummit deiner Stimme etwas bewegen zu können. Nutze deine Chance, dieÖH Klagenfurt/Celovec nach deinen Vorstellungen mitzugestalten undgeh zur ÖH-Wahl, um den Studierenden eine starke Stimme zu geben.Denn wir alle haben das Recht mitzubestimmen!Geht es nach den Medien, befinden wir unsheuer in einem „Super-Wahljahr“: Kärntenhat im März gewählt, Tirol gerade EndeApril, Salzburg im Mai; und im Septemberdann großes Finale: Nationalratswahl! ImSchatten dieser großen Urnengänge spieltsich noch ein kleinerer, für Studierendeaber ganz und gar nicht unwichtiger ab:die ÖH-Wahl, von 14. bis 16. Mai anallen österreichischen Universitäten. Dabin ich gerne gewillt, die Meinung der Medien zu übernehmen; aberein bisschen modifiziert: „Super, Wahljahr!“Wählen ist grundsätzlich eine Frage des Interesses: wen es etwasangeht, der geht wählen; betrachtet man die Beteiligung an der letztenÖH-Wahl, dann sind das 30% der Studierenden. In weiterer Folge istWählen eine solidarische Angelegenheit; auch wenn ich meine Stimmealleine abgebe, übersteigt sie mich als Person.Den meisten Studierenden scheint es ja an nichts zu mangeln: siehaben einen sicheren Studienplatz, keine Geldsorgen, werden nichtnachteilig behandelt. Andere haben nicht so viel Glück. Demokratiebringt aber letztlich auch mit sich, dass man „Is mir wurscht!“ sagenkann. Ja, schön, freie Entscheidung; bloß: wie soll das gut gehen?Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass nicht alleProbleme des österreichischen Bildungssystems von „denen in Wien“fremdverursacht werden: kehren wir da mal lieber vor der eigenenHaustür. Eine ordentlich organisierte ÖH, die eine interessierte undgestimmte, über all ihr Mitspracherecht aufgeklärte Studierendenschaftihr Rückgrat nennen kann, könnte vielleicht mehr bewegen, als mandenkt. Aufmerksamkeit und Umsicht, vor allem dann, wenn eigentlicheh alles „gut“ läuft, sind die besten Mittel gegen jede Krise.Darum: geht wählen!Moritz MaerkelVorsitzender der ÖH Klagenfurt/CelovecDaniel BlümelChefredakteurImpressum:Rückmeldungen jeder Art, LAUTSTARK betreffend, an: lautstark@oeh-klagenfurt.atDie Onlineausgabe findet ihr unter: http://oeh-klagenfurt.at/lautstarkLAUTSTARK – Herausgegeben von der Österreichischen HochschülerInnenschaft in Klagenfurt, Izdano od avstrijske visokošolske zveze v CelovcuAusgabe #14, Mai 2013fo:flohmarkt.atMedieninhaber, Herausgeber und Verleger: Österreichische HochschülerInnenschaft Klagenfurt, Universitätsstraße 65-67, 9020 KlagenfurtZN: 02Z031899MChefredaktion: Daniel Blümel, Manuela PerchtalerRedaktionelle Autorinnen und Autoren: Daniel Blümel, Manfred Brauneis, Verena Kaipel, Laurenz Kruckenhauser, Alexander Leitner, ArminLippitz, Hannes MüllerNicht-Redaktionelle Autorinnen und Autoren: -Autorinnen und Autoren der ÖH: ÖH-Vorsitz, Anna MazelLektorat: Manuela PerchtalerGrafik und Layout: Daniel BlümelFotoverantwortlicher: Daniel BlümelAnschrift und Kontakt:Österreichische HochschülerInnenschaft KlagenfurtRedaktion LAUTSTARKUniversitätsstraße 65-679020 KlagenfurtTel.: 0463-2700-8814E-Mail: lautstark@oeh-klagenfurt.atWeb: http://www.oeh-klagenfurt.at/lautstarkLAUTSTARK wird von einer parteifreien, unabhängigenRedaktion produziert. Herausgeberist die ÖH Klagenfurt.3


AM PULTWAS GESAGT SEIN WILLQUAL UND WOHL DER WAHLManfred BrauneisWas soll ich anziehen? Was soll ich essen? Was soll ich studieren? Wie soll ich das schaffen? Wen soll ich heiraten?Welche Kriterien soll ich anlegen? Wohin soll ich gehen? Und mit wem? Wie viel Geld soll ich mirsparen? Tja, Wählen ist alles andere als einfach.Demokratie und MitbestimmungDie Rufe nach direkter Demokratiewerden immer lauter, doch wenn es giltsie umzusetzen, ist die Beteiligung gering;geradezu beschämend, wenn man diebeiden aktuellen Volksbegehren in ihremErgebnis betrachtet, aber möglicherweisewaren das ja die falschen Themen.Natürlich will jeder entscheiden, oder zumindestgefragt werden, aber nur allzu oftwissen wir keine Antworten auf Fragen.Wie verhindert man Krieg, wie den Hungerauf der Welt? Sollen wir Kapital anziehenum unsere Wirtschaft zu stärkenoder die Sümpfe der Steuerflüchtlingetrockenlegen? Sollen wir ArbeiterInnen(vor allem -innen) um weniger als einenEuro pro Tag den Arbeitsplatz sichernund ihre Produkte kaufen; kennen wirdie Umstände der Erzeugung überhaupt?Entscheidung setzt zur Sinnhaftigkeit immerInformation voraus. Was können wiralso sinnvoll entscheiden?Globale und „kleine“ ProblemeWinston Churchill muss wieder einmalherhalten: „Es gibt kein besseres Argumentgegen die Demokratie als ein5minütiges Gespräch mit einem durchschnittlichenWähler.“ Es ist wohl nichtjedem Wahlberechtigten zuzumuten,zu allen Themen des gesellschaftlichenZusammenlebens die richtige Antwortzu wissen, aber es wäre doch zumindestschön, wenn jeder wenigstens eine Ideedavon hätte, wer denn diese Antwort wissenoder zumindest entwickeln könnte.Krieg, Hunger, Terror etc. beschränkenuns oft auf den bloßen Glauben – mangelsanderer Möglichkeiten und Fähigkeiten.Noch schwieriger ist es, die Interessenvon Studierenden zu vertretenbzw. die auszuwählen, die sie vertretenkönnten. Oder?Kleine Probleme?Studiengebühren: ja, nein, oder unterwelchen Bedingungen, Prüfungsbestimmungen,Studieninhalte, bis hin zu Busverbindungenwerden von Studierendenmitbeeinflusst, wenn auch nicht immererfolgreich (selbst im Sinne der Proponenten).Das ist das Wesen der Demokratie,ein einzelner oder auch wenigeeinzelne (im Vergleich zu vielen anderen)müssen manchmal zurückstehen und denWillen und/oder den ihren entgegenstehendenBedürfnissen der Mehrheit Tributzollen. Auch wenn es nur zu oft scheint,dass die Mehrheit falsch liegt. Wie könnensich Minderheiten schützen, ihre Interessenvertreten bzw. durchsetzen?Studierende als MinderheitEtwas mehr als ein Fünftel der Menschenim wahlberechtigten Alter sind Akademiker,aber die meisten davon habenwohl vergessen, dass sie einmal Studierendewaren. Rund 300.000 Studierendegibt es in Österreich (großzügig gerechnet),relativ wenig im Vergleich zu über8 Millionen Einwohnern. Wäre es danicht angebracht, den (einzigen!) Vertreternder Studierenden, also der ÖH, eineRückendeckung zu geben? Wahlbeteiligungenvon teilweise unter 30% erinnernan die beiden gerade gescheiterten Volksbegehren.Minderheiten tun sich schwer,ihre Interessen durchzusetzen. Das istnicht immer bzw. oft nicht richtig, geschweigedenn gerecht. Machen wir es dochunseren Vertretern nicht noch schwerer,indem wir ihnen die Wahlbeteiligungverweigern.Wen soll man wählen?„Ich bin zwar nicht Ihrer Meinung, aberich würde mein Leben geben, dass Siesie äußern dürfen“ (Descartes). Das istgelebte, ehrliche Demokratie – und im17. Jahrhundert war es bestimmt nichteinfacher als heute. Wählt wen ihr wollt,aber wählt jemanden; am besten wohldie, von denen ihr glaubt, dass sie eureInteressen am besten vertreten.Bildung macht frei, Bildung öffnet dieAugen. Mit ein bisschen Empathie zumWohl aller?Wir (Studierende) sind zwar nicht einmal 4%, aber einbisschen mehr Einfluss würde sicher nicht schaden.5


AM PULTWAS GESAGT SEIN WILLein, sich ein bisschen umsehen und denken:“Wahnsinn, wie diese Neoklassik auf dieWurzeln der Demokratie verweist; ein geradezuattisches Licht umspielt diese Hallenund erhellt vielleicht die Köpfe; der Duftder Freiheit liegt hier in der Luft!” Es magaber auch nur eine Mischung aus mitgebrachterJause, Achselschweiß und Bodenreinigungsmittelsein, denn letztlich ist dasParlament ein Haus wie jedes andere auch,nur halt schön hergerichtet und definiert.Und weil wir jetzt schon die längste Zeitvon Kulissen und Kostümen reden...Drama, Baby!Als Germanist, wie ich es einer bin, ist manin manchen Dingen ein bisschen vorbelastet;böse Zungen behaupten ja, ein solchesStudium schränke die Lebensqualität empfindlichein. Darüber kann man streiten;sicher ist aber, dass die Literatur, wenn mandafür empfänglich ist, mitunter ihre Schattenauf die Realität wirft: man beginnt inPersonen gewisse Typen zu erkennen, poetischesPersonal sozusagen. Und danngibt es freilich diesen viel zitierten Satz vonShakespeare, der vermutlich schon damals,als er ihn schrieb, ein abgenudeltes Klischeewar: “Die ganze Welt ist eine Bühne undalle Frauen und Männer bloße Spieler!”Da stellt sich doch die Frage, wie man sichunsere Politik auf der Bühne, als großeTragödie, vorzustellen hätte.Ein wirkungsvolles Drama lebt von einerspannungsvollen Figurenkonstellation:klassischerweise stehen Pro- und AntagonistInim Zentrum des Geschehens. Jetztwäre es vielleicht nicht ganz korrekt, jemandenals den Bösewicht zu verschreien(liegt auch gar nicht in meiner Absicht; wobei:ein/e AntagonistIn muss nicht zwangsläufig“böse” sein, doch das nur nebenbei);stattdessen wollen wir uns den Kanzler undseinen Vize in folgender Situation denken:der Werner und der Michael sind, durchallerlei vertrackte familiäre und politischeAngelegenheiten, gezwungen, sich denThron des lieblichen Binnenstaates Ö. zuteilen: der eine ist ein von seinen Idealenabgefallener, mitunter etwas patscherterProgressiver; der andere ein trockener, vonIdentitätskrisen geplagter Konservierer,der ab und zu an den konkreten Problemenvorbei schielt. Doch gemeinsam gleichtsich das immer irgendwie aus und dasVolk von Ö. lebt in einem einigermaßenidyllischen Zustand, der vielleicht vor allemdurch die Fähigkeit getragen wird,im “richtigen” Moment die Augen zuschließen. So weit, so gut. Damit auch waspassiert, braucht es einen Konflikt; nehmenwir etwas vollkommen Abwegiges, damites auch ja nicht zu realistisch wird: rundum Ö. geht ordentlich die Post ab: Kriegeund Katastrophen treiben Flüchtlinge indas Land, das nach außen hin als Paradiesgilt; doch auch innerhalb der Grenzen brodeltes: die jungen Leute von Ö. fühlensich übergangen und schlecht ausgebildet,es mangelt an Perspektiven und Arbeit;noch dazu sind sie - fälschlicherweise - alsfaul verschrien. All das ruft Menschen aufden Plan, die ordentlich am Thron vomWerner und vom Michael zu sägen beginnen:Die Eva, eine Bürgerliche aus gutemHause, die sich um die jungen Leute undÖ.s Schönheit sorgt und Gleichgesinnteum sich geschart hat, die man an grünenMützen erkennt; diesem Verein aber mangeltes an Ideen und Durchschlagskraft,die Mitglieder wissen nicht, ob sie jetzt dieWelt oder doch lieber sich selbst retten sollen.Dann gibt es den HC, Ritter in bläulichglänzender, stählerner Rüstung: auch erhat Leute um sich versammelt, deren Tonschärfer und militanter ist; mit allen Mittelnund viel Pathos will man die GrenzenÖ.s schließen und sich gänzlich abkapseln;sein Verein allerdings hat Probleme mit derVergangenheit und vergreift sich manchmalin der Symbolik. Dann gibt es da noch denFrank, einen Adeligen, der im Auslandreich geworden ist und dort “Werte” fürsich entdeckt hat, die er nun in Ö. durchzusetzensucht: Frank allerdings ist alt, einwenig senil und wirkt manchmal zerstreutund lächerlich; sein Auftreten erzeugt oftungewollt Heiterkeit. Schließlich brauchtes noch ein paar Randfiguren, die durchaberwitzige Stichworte die Handlung vorantreiben: Josef, ein Handwerker und Prediger,der seinen Betrieb vom verstorbenen,gottgleich verehrten Jörg übernommenhat, was offenbar als Recht auf Mitsprachegenügt; und zuletzt Stefan, ein mit orangerErde bestrichener Idiot aus dem Wald, demJörg im Schlaf erscheint.Ja, das wäre die Grundkonstellation; diesejetzt in allen Details auszuführen, würdeden Rahmen dieses Artikels sprengen.Wenn es aber jemand versuchen möchte,möge sie/er mir das Ergebnis doch schicken:lautstark@oeh-klagenfurt.at; ich bin sehrgespannt, welches Schicksal unsere Leserschaftfür Ö. parat hat.Lassen Sie mich das noch sagen...Zugegeben, diesem Artikel mag es an Händenund Füßen mangeln; da rede ich unentwegtvon Ästhetik und bekomme selbstkeinen klaren Spannungsbogen zusammen.Damit dieser herum baumelnde Textalso nicht aus dem Heft purzelt, baue ichhier am Ende eine Klammer hin und hakedamit beim eingangs angerissenen Diskursein: Politik ist ein System (bzw. sogar mehrereSysteme) in einem übergeordnetenSystem, das wir vielleicht “Leben” nennenkönnten. Und als ein solches hat es, umsich von anderen Untersystemen zu unterscheiden,einen äußeren Code: die von mirjetzt schon so oft bemühte Ästhetik, diedafür sorgt, dass wir dieses System als geschlossenansehen und je nach Verfassungdarauf reagieren können; zusätzlich ist dieseÄsthetik sinnstiftend, da sie auch an derReproduktion des Systems Politik (durchWahlen) wesentlich beteiligt ist.Um existieren zu können, braucht Politikauch einen inneren Code: gewisse Spielregeln,denen alle TeilnehmerInnen zu folgenhaben; und dieser innere Code ist oft weitentfernt von Ästhetik im Sinne einer gewissen“Schönheit” - da wird gebrüllt, gelogenund beschmutzt; auf Kosten anderer Stimmunggemacht; ignoriert und übergangen.Ich hege ja die bescheidene Meinung, dassich als Erhalter des Systems durch die Abgabemeiner Stimme eine gewisse Ästhetikerwarten darf; meine Unterstützungserklärungsollte Garantie für eine halbwegsansehnliche Politik sein. Aber ich merkeschon, jetzt wird’s moralisch; hören wir lieberauf. Vorhang!Fesch, fesch!7


AM PULTWAS GESAGT SEIN WILLWHO WATCHES THE WATCH(WO)MEN?Armin LippitzPeople do not like change. Especially people who are in a comfortable position mostly favor the status quo. Withoutchange, however, there is no progress and as students at an institution of higher education, I assume we can agree thatprogress is something positive.Nonetheless, I found a paragraph in theuniversity’s constitution which is writtenclearly in opposition against progress andwhich insolently and openly promotesundemocratic behavior. To find somethinglike that in a legal document, onecontrolling the fate of a university no less,was a shocking revelation. But I am gettingahead of myself. Let us start with abigger picture.The Austrian constitution dictates that alluniversities in our country need to havea workgroup, elected by each university’srespective senate, to counteract discriminationby any university’s institution dueto gender, ethnicity, religious affiliationor conviction, age and sexual orientationand to assist and advise university affiliatesin those matters. This workgroup iscalled the Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen(AKGleich). In order todispose of any confusion because of languageor translation errors, let me giveyou the original German quote:§42. (1) An jeder Universität ist vom Senateein Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfrageneinzurichten, dessen Aufgabe es ist,Diskriminierungen durch Universitätsorganeauf Grund des Geschlechts sowie aufGrund der ethnischen Zugehörigkeit, derReligion oder Weltanschauung, des Altersoder der sexuellen Orientierung entgegenzuwirkenund die Angehörigen und Organeder Universität in diesen Angelegenheitenzu beraten und zu unterstützen.[Bundesgesetz über die Organisation derUniversitäten und ihre Studien (Universitätsgesetzt2002)]This paragraph seems very reasonable andimportant. Let us see how the statutes ofour beloved university here in Klagenfurtinterpreted this law. To illustrate the contrastmore clearly, I will again quote theGerman original:Die Universität Klagenfurt richtet gemäß §42. Abs. 2 UG einen Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragenein.(1) Aufgabe des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragenist es, Diskriminierungendurch Universitätsorgane auf Grunddes Geschlechts entgegenzuwirken und dieAngehörigen und Organe der Universitätin Fragen der Gleichstellung von Frauenund Männern sowie der Frauenförderungzu beraten und zu unterstützen. [Satzungder Universität Klagenfurt nach Universitätsgesetz2002 (UG 2002)]See anything missing? Not only did theyget rid of essential parts of the bill, theyalso changed the focus solely on the advancementof women. Do not get mewrong: I am all for equality, but not exclusivelyfor the genders. The law quotedearlier is much more inclusive than that,and so the statement in our university’sconstitution about incorporating an AK-Gleich corresponding to the original universityact is false.Reading on, a distinct feeling of discomfortset in. §12 passage (3) of the statutesof the university of Klagenfurt says thatthe period of office of the AKGleich is thesame as the senate’s (three years) and thatit ends with the establishment of the nextworkgroup. What left me feeling queasy,however, is to be found in the subsequentpassage called “Entsendung”. To stressthe importance of that passage, I will usea direct and uninterpreted quote again:(4) Entsendung1. Mit der Organisation und Durchführungder Entsendung der Personen aus demwissenschaftlichen und allgemeinen Personaldurch den Senat ist die/der jeweils amtierendeVorsitzende des Arbeitskreises fürGleichbehandlungsfragen beauftragt. [...]5. Der amtierende Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragenerstellt einen Entsendungsvorschlag[...].Imagine a committee which, according tolaw, is required to form itself anew everythree years but can more or less decideitself, or rather the chairperson alone(!),who will be part of the next committee.How democratic is that? And that isthe current situation for a workgroup, ata university no less, that is supposed tobe here as a supervisory body for equalrights!Of course, the last word in delegatingwho will be in the committee is with thesenate, but the chairperson’s recommendationis pretty powerful nonetheless.Every three years this person hands thesenate a list of suggested people for theworkgroup, quite possibly including theirown name. Of all applications, the chairpersonhas the right to compile a list ofpreferred candidates. This means that, intheory, the chairperson of the committeecan promote the same group of peopleover and over again, given he or she iselected as chairman or chairwoman everytime. This scenario may sound strange,but when a committee’s leader can successfullygather a group of loyal membersaround themselves, it is possible – statusquo in AKGleich. As a consequence, wewould have a totalitarian regime beingpart of our university’s government, designedspecifically to deal with questionsof equality; which, in my opinion, soundspretty messed up.8


CAMPUSINTERN & INTIMVERLEIHUNG ZIVILCOURAGE-PREISVerena KaipelVon 15. bis 17. April fanden ander Universität Klagenfurt/Celovec die Tage der Zivilcouragestatt. Diese von Jasmina Deljanin-Hudelist,Verena Kaipel und anderen Studierendeninitiierte und von der ÖsterreichischenHochschülerInnenschaftKlagenfurt/Celovec, dem Arbeitskreisfür „Menschenrechte und Universität“und dem Zentrum für Friedensforschungund Friedenspädagogik unterstützte Veranstaltunghatte das Ziel, den Begriffder Zivilcourage mit seinen Inhalten aufunterschiedlichen Ebenen zu diskutierenund ihn somit an der Universität sichtbarzu machen. Bei einem bunten Programmaus Vorträgen, Filmvorführungen, Workshopsund künstlerischen Performanceswurde sich dem Thema angenähert. ImRahmen des Abschluss-Symposiumsam 17. April verlieh die ÖsterreichischeHochschülerInnenschaft einen Preis anbesonders couragierte Personen. Zuvorwaren alle Universitätsangehörigen aufgerufen,ihre KommilitonInnen, KollegInnenetc. zu nominieren und damit ihreWertschätzung zum Ausdruck zu bringen.Nominiert konnte das Engagementauf persönlicher, sowie wissenschaftlicherEbene werden.Der Projektpreis ging an das IntegrationsprojektMELLON, das von demehrenamtlichen Engagement all seinerBeteiligten lebt. Das Projekt verfolgt dasZiel, Flüchtlingen, im speziellen Asylbewerberinnenund Asylbewerbern, einereale Perspektive und damit die Chanceauf eine Zukunft mit allen Möglichkeitenvon Frieden und Freiheit im Europa des21. Jahrhunderts zu bieten. MELLONSKernbereiche, die zur Umsetzung diesesZiels beitragen, sind die Sprachausbildung,die Integrationsarbeit und die psychosozialeBetreuung von Flüchtlingen.Das Projekt wird von Veronika Oelkrugund Marcel Leuschner geleitet und vonASPIS, dem Forschungs- und Beratungszentrumfür Opfer von Gewalt, unterstützt.Ursprünglich angeregt wurdeMELLON von Frau Zeichen und HerrnOttomeyer vom Institut für Psychologie.Entstanden ist das Projekt aber schließlichdurch die Initiative von Studierenden.Nominiert wurde ebenfalls die StudentinIrina Flaig für ihre Arbeit bei der NGOVobis - der Verein für offene Begegnungund Integration durch Sprache. Er wurdegegründet, um mit ehrenamtlichem Engagementdie Lebenssituation von AsylwerberInnenzu verbessern, die, gerade inKärnten, in einer sehr prekären Situationsind. In diesem Rahmen gibt Irina Flaigunentgeltlich Deutschkurse und organisiertVeranstaltungen zur Förderung derinterkulturellen Begegnung. Zudem hältsie Vorträge zu diesem Thema und istMit-Initiatorin und Mit-Organisatorinder Vobis Summerschool. Sie hat denKurs „Deutsch zum Frühstück“ ins Lebengerufen, ein Angebot nur für Frauen,samt Kinderbetreuung und Frühstücks-Jause, außerdem organisiert sie Familiennachmittageund Benefizveranstaltungen.Mit ihrem Wirken bei Vobis leistet IrinaFlaig einen wesentlichen Beitrag inSachen Antirassismus, Integration bzw.Friedensarbeit und engagiert sich nebenihrem Studium auch in anderen Bereichenehrenamtlich.Utta Isop wurde als Lehrende mit demPreis ausgezeichnet. Sie ist überzeugteFeministin, der die Verbindung zwischenfeministischer Theorie und Praxis gelingt.Sie setzt sich in diversen Bereichen fürmehr Gerechtigkeit bzw. für die Etablierungeines queer-anarchistischen Gesellschaftsbildesein. Kritik an Herrschaftssystemenzu äußern gehört genauso zuihrem Alltag, wie die Solidarität mit jenen,die in prekären Verhältnissen leben.Nachteile, die durch dieses Verhalten fürsie persönlich entstehen können, nimmtsie dabei in Kauf. Seit 2005 arbeitetUtta Isop im Zentrum für Frauen- undGeschlechterstudien. Derzeit ist sie inBildungskarenz und arbeitet neben derKinderbetreuung an ihrer Dissertation,in der sie sich mit egalitären Praktikenzum Abbau von Herrschaft, Hierarchienund Gewalt beschäftigt. Außerdem unterrichtetsie am BundesrealgymnasiumViktring, engagiert sich in einem queerfeministischenVerein und ist im Vorstanddes „Bündnis für eine Welt“.Die GewinnerInnen; von links nach rechts: Marcel Leuschnerund Veronik Oelkrug (MELLON), Utta Isop undIrina Flaig9


CAMPUSINTERN & INTIMINTERNATIONAL STUDENTS ZONEEzgi Deniz YılmazFirst, tell us about you and your studies.My name is Ezgi, I’m 22 years old and I’m from Turkey. I study“Cinema & Television” there and I’ll graduate next year. I cameto Klagenfurt as an ERASMUS student to study at the departmentfor Medien- und Kommunikationswissenschaften.How long are you staying and how do you like it so far?I came here in March and I’ll stay until the end of June, and Ireally like it so far! Klagenfurt is a friendly and quiet town witha pleasant European spirit. It’s tidy and clean. Especially the studentsare very open-minded here and everyday I get to knownew people. Also, Klagenfurt is a great place if you like to travel,as it is located in the heart of Europe.I heard you are working on a movie project. Tell us about it.Yes! We have a class at uni called “Identities in motion”. In thisclass we discuss stereotypes and cultural differences. In order tofinish successfully we have to complete a movie project. I am thedirector as I am the one with the most experience in this field.But of course everybody has their tasks and helps me as best asthey can. We’re almost done shooting now and soon we can startediting and do the post-production.Like how?There is this “Drug scene”, for example. A student from Senegalis waiting for the bus and an Austrian guy thinks he is a drugdealer, just because the boy is black of course.How was working as a director?It was a lot of work, actually. Besides, I was not only the directorbut also the producer, scriptwriter and cinematographer, and Ialso did the lighting. It was crazy! But I have a good assistant,Alison, an Australian student who helps me a lot. Of course Icouldn’t have done it on my own but still this movie feels like“my” project.The actors are not professionals, of course; how was workingwith them?It was tough sometimes. All my actors and actresses are students,so they have classes and a lot of work to do. It wasn’t easyto get them all in the same place at the same time. Shootingthe scenes often took a while as the actors couldn’t stop giggling(smiles); once it took us one and a half hours to shoot a5-second-scene. Yes, it was kind of hard. But also great fun! Allin all it was definitely worth it.What is the movie about?It shows one day in the lives of students from all over the world,it tells about their rituals and habits. In the big finale they allcome together at a dinner party. But before that we show severalepisodes where they are confronted with cultural differences andalso stereotypes.You’ll keep your time in Klagenfurt in good memory?Yes, for sure! I actually could imagine living here, although that’sprobably not going to happen as there is no real movie businesshere. But it is a town worth living in, it’s peaceful and safe. Atleast I feel really safe here.INFOBOXEzgi Deniz YılmazAge: 22From: TurkeyStay: March - June 2013What I like about Klagenfurt:What I don‘t like: Sundays are boring; and everything‘sclosed. Once I almost starved! ;-)Favourite german phrase: „Hast du Feuer?“10


ÖH WAHL ‘1314. BIS 16. MAI„WIR SIND AUF EINEM GUTEN WEG“ÖH-Vorsitzender Moritz Maerkel im Gespräch mit LAUTSTARKIm Vorfeld der Wahl traf Daniel Blümel den Vorsitzenden der ÖH Klagenfurt/Celovec Moritz Maerkel zum Gespräch überWahlverdruss und Visionen; Moritz ist überzeugt: „Wir alle sind die ÖH! Wir alle sind die Uni Klagenfurt! Nur wenn wirgeschlossen gemeinschaftlich auftreten, können wir wirklich etwas erreichen, können gegenüber dem Rektorat, gegenüber demUnirat, gegenüber dem Senat und gegenüber Stadt und Land Einfluss nehmen!“Die Wahlbeteiligung bei der letzten Wahl betrug 30%; warumwählen so wenige?M.: „Es spielen hier mehrere Faktoren eine Rolle. Ein Grund ist sicherauch der hohe Pendleranteil unter den Studieren an der AAU,die zeitlich gesehen an der Uni weniger präsent sind; auch durchdie Organisation der LVs (vor allem durch Block-Veranstaltungen)finden zeitliche Verschiebungen statt. Vielen Studierenden stelltsich quasi die Frage: ‚Zahlt es sich aus, zur Wahl zu gehen; fahrich extra hin?‘ Angesichts dessen finde ich die Wahlbeteiligung inKlagenfurt aber gar nicht so schlecht: sie liegt im österreichischenDurchschnitt; in etwa auch bei der Marke von Europawahlen. Dasaber nur als Vergleich.“Die ÖH gilt als „politischer Kindergarten“; was hältst du vondiesem Image?M. (denkt kurz nach): „Ja, das Bild gibt es. Klagenfurt bildet dabeiaber in meinen Augen eine Ausnahme: die ÖH-Exekutive verstehtsich als parteifrei; es gibt keine ideologischen Kämpfe oder Leute,die sich als der ‚lange Arm‘ von Landes- oder Bundesparteien verstehen.Die Ausbildung von Parteinachwuchs, wenn man so will,spielt für uns keine Rolle.“Liegt in besagtem Image vielleicht ein Grund für das Desinteressean der Wahl?M.: „Ja. Manche denken vielleicht gleich an Politik, wie sie sie ausden Medien kennen, und wollen sich damit nicht identifizieren;der falsche Gedanke, dass in der ÖH politische Grabenkämpfeoder Schmutzkübel-Kampagnen geführt werden, schreckt eventuellab. Doch alle Studierenden sollten ihre Stimme nutzen und zurWahl gehen.“Wie zum Wählen motivieren?M.: „Wir sind auf einem guten Weg: die Wahlbeteiligung stiegleicht in den letzten Jahren; Ziel ist es, die Sichtbarkeit der ÖHzu steigern, d.h. Studierenden die ‚Wertigkeit‘ der ÖH vor Augenzu führen. Da soll man sehen können, dass sich hier Leute ehrenamtlichfür etwas Sinnvolles einsetzen; daran muss man weiterarbeiten. Das ist ein langer Prozess, der sich jedoch auszahlt: mehrWählerInnen, das heißt: mehr Unterstützung, mehr Rückhalt.Wie schätzt du das Bild der ÖH unter Studierenden ein?M.: „Ich denke, ein Teil der Studierenden weiß vielleicht gar nicht,was die ÖH überhaupt ist; mancher ÖH-Service ist vielleichtschon so selbstverständlich, dass man ihn gar nicht als solchenwahrnimmt. Doch viele haben erkannt, dass sie sich einbringenkönnen; dass Engagement etwas bringt. Ich möchte darum mehrLeute ins Boot kriegen, die sagen: ja, das hat Sinn, das möchte ichauch aktiv unterstützen: indem ich wähle, indem ich mich ehrenamtlicheinbringe.“„Ja, wir können die Strukturen, die Infrastrukturbieten; es liegt aber an jeder und jedem, etwasdaraus zu machen.“Deine Vision für die ÖH Klagenfurt/Celovec in den kommendenJahren?M.: „Eine gewisse Zeit werde ich an den Entwicklungen hoffentlichnoch teilhaben; auf lange Sicht würde ich mir wünschen, dassdie ÖH auch weiterhin konstruktiv an relevanten Themen arbeitet;wichtig ist, dass man sich an den Interessen und Bedürfnissender Studierenden orientiert und an konkreten Lösungen arbeitet.Ich möchte aber auch, dass Kärnten seine Studierenden besserwahrnimmt, da sie eine wichtige, zukunftsträchtige Bevölkerungsgruppedarstellen. Studierende sollten mehr in bildungsrelevanteEntscheidungen einbezogen werden; die Universität Klagenfurt/Celovec hat mehr Aufmerksamkeit verdient, da sie bisher oft stiefmütterlichbehandelt wurde. Gleiches gilt für die ÖH: ich wünschemir mehr Aufmerksamkeit, mehr Engagement von Studierenden;das hat auch mit Nachhaltigkeit zu tun: man tut etwas, das ebennicht nur einem selbst, sondern auch nachfolgenden Generationenzugute kommt. Man sagt nicht: ‚Nach mir die Sintflut!‘, sondernbringt sich ein und sorgt dafür, dass künftige Studierende ebensogute, oder gar bessere Bedingungen vorfinden.“Ein konkretes Beispiel?M.: „Durch die Sichtbarkeitstage versuchen wir, die ÖH direkt imstudentischen Leben zu positionieren; mit Erfolg: es gab noch nieso viele ÖH-MitarbeiterInnen, wie jetzt. Auch die Zahl der Projekteund Veranstaltungen ist stark gestiegen. Doch letztlich hat unsereArbeit Grenzen: ja, wir können die Strukturen, die Infrastrukturbieten; es liegt aber an jeder und jedem, etwas daraus zu machen.“12


ÖH WAHL ‘1314. BIS 16. MAI>>> Fortsetzung des Interviews von Seite 13Stichwort „uni.brennt“.O.V.: „Politik ist letztlich die Kunst des Machbaren; uni.brennt hatsich teilweise ins Phantastische und Unkonkrete gesteigert. Letztlichist die Bewegung verpufft. Was mir aber enorm gefallen hat,war die Leidenschaft, die dahinter stand.“War das „Phantastische“ wirklich der einzige Grund für das„Verpuffen“; hat die Kommunikation zwischen den Parteiendamals überhaupt funktioniert?O.V.: „Naja, da gab es schon (denkt kurz nach)... es ist mit einerArt Workshop-Modell gearbeitet worden, einem ‚Hochschulkonvent‘mit Themengruppen; manche Sitzungen waren gut besucht,manche waren etwas lustlos. Es hakte dann aber an so grundsätzlichenForderungen wie dem ‚freien Zugang‘, für den sich die Bedingungenseit den 70ern (aus dieser Zeit stammt das Konzept, Anm.)aber völlig verändert haben. Man braucht eben neue Konzepte undes reicht nicht, alte Parolen aufzuwärmen. Aus meiner Sicht hattensich beide Seiten zu sehr in ihren Positionen vergraben. Heutekommt die finanzielle Situation Europas erschwerend hinzu: diePolitik ist zu Investitionen in Bildung weder fähig noch bereit.Doch eine Veränderung wird sich, böses Wort, ‚aufkommensneutral‘nicht realisieren lassen.“Womit werden sich Studierende künftig auseinander setzenmüssen?O.V.: „Der demographische Wandel wird eine wesentliche Rollespielen: in nicht allzu ferner Zeit werden die Betreuungsprobleme,die wir heute haben, vermutlich ganz anders aussehen. Studierendenist zu raten, die Studienzeit aktiv zu nutzen, ihre Schönheitund Freiheit auszukosten und sich auch abseits des eigenen Studiumsumzusehen. Im angelsächsischen Raum sind außercurriculareBetätigungen fast selbstverständlich, auch für die späteren Berufe:es ist uninteressant, jemanden einzustellen, der nicht bei einerCampus-Zeitung war oder Teil eines sozialen Projekt, oder aktiv inMusik, Sport oder Theater. Dort herrscht ein optimistischer Geistdafür, dass das Leben das ist, was man selbst aktiv daraus macht, als‚des eigenen Glückes Schmied‘.“„Veränderung wird sich ‚aufkommensneutral‘nicht realisieren lassen.“Die Freiheit, das Studium zu genießen, ist natürlich eine Idealvorstellung.Für viele geht sich das aber zeitlich oder finanziellnicht aus. Muss denen diese Freiheit verschlossen bleiben?O.V.: „Das ist natürlich eine heikle Frage. (denkt nach) Eine möglicheAntwort wäre, doch vielleicht bin ich da auf dem Holzweg,das Studium sowohl als eine Zeit der Freiheit als auch als eine Zeitdes Verzichts zu definieren. Die ökonomischen Bedingungen sindin der Regel nicht rosig. Wenn ich dennoch zum Beispiel ein Autound Designer-Jeans haben und mehrmals pro Woche schön essengehen will, dann muss ich dafür reich sein; ‚Reiche Eltern für alle‘(uni-brennt-Slogan, Anm.), das wäre eine schöne Lösung. Doch esgibt auch den Weg, dass man manche Dinge eben auf später verschiebt:ein Wohlstands- und Genussverzicht ist für die Studienzeitvielleicht erforderlich. Es ist eine super-idealistische Vorstellung,doch eigentlich sollte der Genuss der Studierenden vorrangig einintellektueller sein. In den USA wird einem das in gewisser Weiseleichter gemacht, denn wenn man eine teure Privatuni besucht, istes abwegig, ein Jahr nicht voll zu nutzen; wenn man weiß, was einStudientag kostet, bekommt er einen anderen Wert.“„Studierenden ist zu raten, die Studienzeit aktivzu nutzen und ihre Schönheit und Freiheit auszukosten.“Ist das ein Ja zu Studiengebühren?O.V.: „Okay, das kann man vom Gebührenniveau her kaum vergleichen.In Österreich sind Studiengebühren ein Neben- undStellvertreterthema, die Finanzierungsrelevanz ist nicht rasendhoch. Themen wie Zugang und Betreuungsrelationen sind wesentlichvordergründiger. Wenn man über Gebühren reden will, undich halte sie grundsätzlich nicht für unzumutbar, dann in Form einesKredit- oder Refinanzierungsmodells. Man kann die Zugangsschwelleniedrig halten, indem man das Geld zinslos vorschießtund später, nach dem Überschreiten einer gewissen Einkommensgrenze,zurückzahlen lässt. Eine Barrikade vor dem Eingang, überdie man nur drüber kommt, wenn man in den Klingelbeutel einzahlt,halte ich für unsinnig.“Abschlussfrage: Was wünschen Sie sich für die Kooperationzwischen ÖH und Rektorat.O.V.: „Das wird natürlich spannend hinsichtlich der anstehendenWahlen. Ich wünsche mir einen ‚jour fixe‘, dass man also regelmäßigüber Themen lustvoll streitet. Für die Prüfungsaktivität (die absolviertenVeranstaltungen pro Semester, Anm.) werden konkretePläne nötig sein: welche Bedingungen braucht es und wie motiviertman Studierende zu entsprechender Aktivität. Das ist nicht nur einideelles, sondern auch ein opportunistisches Ziel, da Universitätenkünftig wesentlich nach dem Indikator der Prüfungsaktivität budgetiertwerden. Um es zu pointieren: Eine Uni mit vielen Studierenden,die aber keinerlei Prüfungen ablegen, wäre ein budgetäresHorrorszenario. Die Balance muss stimmen. Weiters wünsche ichmir Projekte, die das Campus-Gefühl und das Funktionieren derUni als Ort des intellektuellen und kreativen Austauschs wesentlichverbessern. Das sind oft kleine Dinge mit großer Wirkung, siehedie Enzis auf dem Vorplatz. Das trägt auch dazu bei, dass die Universitätals eine gemeinsame Veranstaltung wahrgenommen wird.Vielleicht kann man sagen: Universität ist kein Gebäude, sondernein Prozess, der immer nur so gut sein kann wie das Zusammenwirkenaller Beteiligten.“14


ÖH WAHL ‘1314. BIS 16. MAIPlattform Unabhängiger Studierender – PLUS1. MAERKEL Moritz, 19882. SKAZEDONIG Monika, 19823. KAIPEL Verena, 19874. SATTLER Cornelia, 19865. SCHNEIDER Philipp, 19856. GOGULKA Beora, 19887. SMERIETSCHNIG Christopher, 19878. OELKRUG Veronika, 19909. SCHLUMPF Gregor, 198410. VON FRIELING Marco, 198311. KARRER Arno, 1987AktionsGemeinschaft Kärntner Studenten - AG1. POSCH Doris, 19892. DÖRFLINGER Gernot, 19903. REHSMANN Kristijan, 19884. STIPPICH Elisabeth, 19935. KALTENHOFER Belinda, 19906. RADINGER Patrick, 19877. SCHMALZ Richard, 19888. MALLNER Patrick, 19919. KULMITZER Lukas, 199110. LACH Markus, 198911. KOLLER Robert, 1988Grüne und Alternative Studierende Kärnten/Koroska - GRAS1. DULLER Nadya, 19912. WADITZER Philipp, 19903. WULZ Anna, 19934. GRILLENBERGER Stefan, 19885. ILLEMENJAK Christoph, 19916. RIEDL Jeanette, 1987Verband Sozialistischer Student_innen in Österreich –Sektion Kärnten - VSStÖ1. ARMBRUCKNER Alexander, 19902. AMBROZY Michaela, 19833. WAKONIG Stefan, 19874. BEGUSCH Marlene, 19815. MOSER Martin, 19776. KÖCHL Georg Franz, 19897. KÖNIG Helmut, 19868. FELICETTI Verena, 199016


ÖH WAHL ‘1314. BIS 16. MAIRing freiheitlicher Studenten – RFS1. URSCHITZ Thomas, 19902. GREGORITSCH Claudia, 19873. DI BERNARDO Nicole, 1990Die Brut - DB1. PÖCHER Martin, 19812. PLANTEU Christian, 1983Junge Liberale - JuLis1. WEISS Robert, 1985UNIPIRATEN1. GRASSBERGER Peter, 1990Wähle deine Fraktion!14. bis 16. Mai17


ÖH WAHL ‘1314. BIS 16. MAIAngewandte Betriebswirtschaft &Wirtschaft und Recht(5 Mandate)1. ALLAOUI Jamilla, 19872. BÖRSCHLEIN Florian, 19883. DÖRFLINGER Gernot, 19904. EICHLER Julian, 19885. KALTENHOFER Belinda, 19906. KOC Ugur, 19907. KUNZ Barbara Michaela, 19898. LAGGNER Elena, 19929. LEHNER Christian, 198810. MALLNER Patrick, 199111. PODPETSCHNIK Sharon, 198712. PÖLZL Jasmin, 199013. POSCH Doris, 198914. REITERER Rene, 199215. STIPPICH Elisabeth, 199316. ZANKL Gerald, 1987Angewandte Kulturwissenschaft &Angewandte Musikwissenschaft(3 Mandate)1. OTT Anna, 19872. HOLECEK Doriana, 19913. HANOUSEK Anna-Christina, 19914. SOMMEREGGER Tamara, 1990Anglistik und Amerikanistik & Romanistik& Slawistik(5 Mandate)1. PULVERMACHER Alexandra, 19792. SPERL Magdalena, 19903. WACHTER Jasmin, 1992Doktorat(5 Mandate)1. KARRER Arno, 19872. MANDELC Roman, 19843. MITTER Christian, 1985Erziehungs-und Bildungswissenschaft(5 Mandate)1. SATTLER Cornelia, 19862. GRILLITSCH Marie-Theres, 19883. JOST Verena, 19904. OTTOWITZ Melanie, 19885. PHILIPPITSCH Elsa, 19926. SCHALLITZ Pia, 19937. SCHIMANI Günther, 19798. SLAVICEK Nathalie, 19849. WUNDER Manuel, 1984Germanistik(3 Mandate)1. ERIAN Martin, 19902. KERN Gabriele, 1990Geschichte(3 Mandate)1. BEGUSCH Marlene, 19812. MANNSFELD Daniel, 19913. RASER Eduard, 1990Informatik(3 Mandate)1. ÜBERBACHER Philipp Eduard, 19842. FILLAFER Martin, 19853. HUBER Sabrina, 19884. TRÜGLER Thomas, 1990Informationsmanagement(3 Mandate)1. ARMBRUCKNER Alexander, 19902. CHROMIK Kevin Andreas, 19893. JAHNY Christina, 19894. KULMITZER Lukas, 19915. PÖCHER Martin, 1981Informationstechnik(3 Mandate)1. KLEMENJAK Christoph, 19912. PIRKER René, 19873. KÖNIGSTORFER Daniel, 19894. HOCHNETZ Mario, 19825. MÜLLER Alfred, 19926. MÜLLER Hannes, 19787. VALET Patrick, 1991Lehramt(5 Mandate)1. KOLLER Robert, 19882. FLASCHBERGER Paul, 19853. KÖCHL Georg Franz, 19894. KÖNIG Helmut, 19865. MANNSFELD Daniel, 19916. REHSMANN Kristijan, 19887. SCHMALZ Richard, 1988Medien-und Kommunikationswissenschaften(5 Mandate)1. MAERKEL Moritz, 19882. FINSTER Manuela, 19783. GERMESHAUSEN Marc, 19904. PÖCHER Martin, 19815. PROHINIGG Janine, 19886. SKAZEDONIG Monika, 19827. WEISSENBRUNNER Anna Katharina,1992Philosophie(3 Mandate)1. MÜLLER Lukas, 19882. SMERIETSCHNIG Christopher, 19873. ACKMANN Anna, 19924. MOSER Martin, 1977Psychologie(5 Mandate)1. BACHMANN Gunhild, 19922. BEYER Klea Jo Pallas, 19893. FRITZSCHE Stefan, 19854. GUNSER Vivian, 19935. HOLZER Dominik, 1989Sozial-und Humanökologie(3 Mandate)1. ASADA Raphael, 19822. WENDERING Stefan, 19873. ZIPPERER Michael, 1983Technische Mathematik(3 Mandate)1. SCHNEIDER Philipp, 19852. JANZ Larissa, 19923. KOKARNIG Stefanie, 1991Wähle deine Studienvertretung!14. bis 16. Mai18


AM PULTWAS GESAGT SEIN WILLDIE TRENDS SIND DA!Verena KaipelDie Sonne kommt wieder zurück in das ansonsten nebelversunkene Klagenfurt! Schön. Weiße Haut wird rot.Schlaffe Muskeln werden stramm. Vermehrt Deodorant-, Epilier- und Rasiererwerbungen in den Medien.Modetrends tauchen auf. Als Nicht-Fashion-Expertin sehe ich mich in der Lage, die heurigen Trends genauunter die Lupe zu nehmen, diese zu reflektieren und euch meine profunde Meinung aufzutischen – damit auch ihrstilecht durch die heiße Zeit des Jahres kommt.Im Bereich Fashion ist wohl eine Farbenicht zu übersehen – ob man/fraunun will oder nicht: Neon. In allenVariationen. Pink, Gelb, Grün, mit undohne Tigermuster, gestreift, gepunktetetc. Für Frau und Mann, für Jung und Alt.Kombinieren kann man Neon mit Neon– muss aber nicht sein. Generell reichtein Kleidungsstück aus, um aufzufallen.Und wem das noch nicht reicht, deroder die setzt halt noch eine neonfarbeneBrille zur leuchtenden Tasche dazu auf.Modeblogs betiteln das Phänomen mit:„Wir leuchten um die Welt.“ Ähm, ja.Aber jetzt mal ganz außer Acht gelassen,ob wir den Trend gut finden oder nicht,zu begrüßen ist er auf jeden Fall. Bedenktnur den Sicherheitsfaktor. Die Partys imSommer dauern lange an und wer zurspäten Stunde nach Hause torkelt, wirdauf jeden Fall nicht übersehen. Neonmuss also zum Trend werden.Einen Sporttrend konnten wir schonletztes Jahr beobachten und heuer wird ergarantiert boomen: Stand Up Paddling.Was das ist? Das schaut aus als hätteder Surfer oder die Surferin das Segelverloren und muss jetzt auf dem Brettstehend mit einem Paddel rudern. Alsoim Stehen paddeln – oder auf Englisch:stand up paddling. Insider sprechen vonSuppn. Und da kommt mir schon eineIdee: In Podersdorf (am Neusiedler See),da wird Gewakeboarded, gesurft undallerlei mehr, was man/frau mit viel Windauf einem Brett machen kann. Und washaben wir? Die Wörtherseebühne... Ichwill auch so ein cooles Event wie denSurf Worldcup – mit durchtrainiertenSurferInnen, lässigen Moves, Wind in denHaaren und Trendsportarten. Aber wennich mich recht erinnere, sieht es irgendwienur gut aus, wenn WakeboarderInnen beiihren Sprüngen quer über den See hetzen.Daher: Stand Up Paddling – gut für denWörthersee ohne Wind, schlecht für dasSich-in-Szene-Setzen.Da fällt mir noch ein: es gibt ja immereinen Alkohol-Trend. Was kommt nachAperol Spritz, Hugo und UniWirt-Spritzer? Keine Ahnung. Was zumindestnie aus der Mode kommt, ist daslauwarme, schale Festivalbier. Dasempfehle ich auch der Hautevolee.Und wie werden die Medien ihrSommerloch stopfen? Was kommt nachentlaufenen Kühen, verliebten Schwänenund imaginären Krokodilen? Also, daswill ich jetzt gar nicht wissen – aberich lass es mir gerne von euch erzählen,wenn ich von meinem Bali-Urlaubzurückkomme.Und nicht vergessen: Wer Neon trägt,geht nicht verloren.21


AM PULTWAS GESAGT SEIN WILLLAUSCHANGRIFFEIN MINIDRAMADARF ES EIN BISSL MEHR SEIN?Daniel BlümelIn einem reich sortierten, österreichischen Supermarkt: grelleBeleuchtung, Hintergrundmusik, hübsch drapierte Waren,Blickfänger; ein Student und eine Studentin beim Einkauf.Sie: Was brauchst du?Er: Keine Ahnung.Sie: Hast du denn keine Liste gemacht?Er: Geh bitte, das brauch ich nicht. (blickt umher) Oh, günstigeWeintrauben; super! In den Wagen.Sie (kontrolliert ihre Liste): Hier brauch ich nix; nächstes Regal!Er: Moment, Moment! So schnell geht das nicht. (entzückt) Hui,Mangold, Wahnsinn!Im nächsten Regal: ein älteres Ehepaar durchquert die Szene: er schiebteinen völlig überladenen Einkaufswagen, sie - einen Zwicker auf derNase - blättert in einem Heftchen.Frau: So, einen Gutschein haben wir noch. Was, Salami?! Isst duSalami, ich nicht. Aber günstig; ach, nehmen wir mit, man weißja nie. Besuch kommt ja auch morgen. Ich sag immer, man weißja nie, gell?Mann (nickend): Ja, eh.Student (hat mitgehört): Hm, Salami könnt ich eigentlich auchkaufen. Ja, ja; kauf ich!Studentin (kopfschütteld, einen Haken auf der Liste machend): Ichhab hier alles.Er: Aber eigentlich wär mir Hauswurst lieber. Hm, ist hier nichtdabei; such ich halt ein bisschen. Geh ruhig weiter, ich komm dannnach!Der Student irrt eine Weile umher: Müsli-Produkte, Honig, Tee,Kaffee, Fertignudeln, Saucen, Gewürze, Hundenahrung, Brot undGebäck ziehen an ihm vorbei; schließlich landet er in der Milchwaren-Reihe. Ein Verkäufer füllt dort das Regal.Er: Verzeihung, gibt‘s hier Hauswurst?Verkäufer: Heast, das is die Milchabteilung, Tepperter!Er: Äh, aja. Und wo ist die Hauswurst?Verkäufer (hält kurz inne, runzelt die Stirn): Ganz ehrlich? (Pause)Keine Ahnung.Eine sommerlich gekleidete Familie, mitsamt großer Strandtasche undFotoapparaten, geht vorbei; der Student macht sich auf die Suche nachder Studentin, nimmt ab und an etwas aus dem Regal und belädt sichdamit; schließlich findet er sie bei den Fruchtsäften.Sie (auf seine vollen Arme deutend): Brauchst du das alles?Er: Brauchen, brauchen, brauchen?! Das ist relativ. (blickt ins Regal)Ah, Saft; brauch ich! (blickt sich länger um) Puh; eigentlich gibtes viel zu viele Fruchtsaft-Sorten! Ich mein, schau dir das an, wasman da alles zu sehen bekommt: Granatapfel; würd ich am Strauchnicht mal erkennen!Sie: Am Baum.Er: Na eh, sag ich ja! Unfassbar, so viele Sorten; das ersetzt ja einenUrlaub in den Tropen! Das nächste Mal nehme ich Postkarten mit(lacht).Sie: Gehen wir weiter.Die sommerlich gekleidete Familie kommt ins Regal, lädt ab undblickt sich freudig um.Der Vater: Ah, wird sind angekommen!Bei den Süßigkeiten.Sie (die Liste wegpackend): So, das könnte jetzt länger dauern.Er: Aha, so ist das; na, so ungefähr sollte man schon wissen, was manwill; gerade bei den süßen Sachen. (wirft fünf scheinbar willkürlichgewählte Produkte in den Wagen) So, siehst! (aufschreckend) Herrje,ich hab die Zucchini vergessen; warte, ich komm gleich wieder!Beim Gemüse: riesige Haufen plastikartig glänzender Sorten; derStudent steht in Denkerpose zwischen grünen und gelben Zucchini.Im grünen Haufen rührt sich plötzlich etwas: ein augenscheinlichverwirrter, bärtiger und insgesamt sehr heruntergekommener Mannspringt hervor.Der Wilde (beim Anblick des Studenten): Welche Zeit, welcher Tag,welcher Monat?Student: Äh...Der Wilde (blickt in seine leeren Hände): Die Liste; die Liste! Weg!Ich habe meine Liste verloren! Oh Gott, was, wo? (rennt ab)Student (nimmt eine gelbe Zucchini): Tztztz, Organisation brauchtder Mensch!An der Computer-Kasse: die Einkaufenden scannen ihre Produkteselbst, weit und breit sind keine Angestellten zu sehen; der Studentzieht ein Produkt nach dem anderen über die Kasse: es dauert, einehübsche Summe erscheint.Er: Oh, ich hab was vergessen.Sie (entnervt): Herr im Himmel, was denn?!Er: Ich hab ja gar kein Geld.Vorhang.22


AM PULTWAS GESAGT SEIN WILLTO BUY OR NOT TO BUY?Laurenz KruckenhauserTo buy or not to buy“, dieses leichtabgewandelte Zitat des umtriebigenDänen war die erste Überschrift,die mir für diesen Artikel einfiel.Hier soll sich also mit Konsum auseinandergesetztwerden. Dann kam die Frage:„Ja, wer kauft denn heute eigentlich nicht?“Gut, dem kann entgegnet werden, dass dieseErkenntnis nichts Neues ist. Der Menschbetreibt ja schon Tauschhandel, seit es ihngibt. Es ist aber natürlich auch zu sagen,dass es erst in den letzten paar hundert(seit Beginn der Industrialisierung) odermaximal paar tausend Jahren (seit der Besiedelungdes fruchtbaren Halbmondesund dem Beginn der Sesshaftigkeit) dorthinzu führen begann, wo wir heute stehen.In einer Welt, in der ohne kaufen für vieleMenschen nichts mehr geht; es geht also inzwischennicht mehr um kaufen oder nichtkaufen, sondern meist darum was, wann,wo, von wem, für wie viel (und so weiterund so fort) gekauft wird. Die Frage nachdem „Warum“ oder „Wie“ erscheint dabeinebensächlich.Während wir vor der Sesshaftigkeit maximalso viel zum Tauschen hatten, wie wirgerade herumtragen konnten, ist es unsheute möglich, ganze Lagerhallen anzumieten,um Sachen unterzubringen. Wiesehen solche Lagerhallen aus? Auf Seite derProduzenten kann man sich das ja ganz gutvorstellen: groß wie ein Flugzeughangar, dieSachen stapeln sich bis zur Decke. Alles istverfügbar, gleichzeitig aber auch nicht. Eswird ja immer abtransportiert und erneutangeliefert. „Just in time“ soll alles sein, dieLagerhallen dieser Welt bestehen also nuraus Durchlaufposten, nichts ist wirklich da.Die andere Seite nun, die des Konsumenten:wie sehen diese Lagerhallen aus? Gut,ich gebe zu, von Lagerhallen zu sprechenist ein bisschen verwegen. Meistens sind esWohnungen, Kellerabteile oder angemieteteGaragen, die bis obenhin vollgefüllt sind.Mit dem kleinen Unterschied, dass hier dieSachen maximal „just in time“ ankommen.Abtransportiert werden sie erst dann wieder,wenn der Stapeldruck zu hoch wird.Man muss dann aussortieren und sich immerund immer wieder fragen, ob man diesenwunderbaren Knopflocherweiterungsstabmit Vakuumunterdruckantrieb vielleichtdoch noch einmal brauchen könnte.Natürlich weiß man genau, dass er ohnehinnur wieder in der Kiste landet; sollte manihn wirklich einmal brauchen, weiß manbestimmt nicht einmal mehr, in welcher.Aber da sitzt nun dieses nagende kleineMenschlein im Kopf und flüstert immerlauter werdend: „Behalt es, Du wirst essicher bald einmal brauchen. Genau daswolltest Du ja immer haben, mit Vakuumunterdruckantriebnoch dazu. Daswirft man nicht weg.“Tja, so landet das Teil eben wieder in derKiste. Bis zur nächsten Stapeldruckflutung.Von wegen Wegwerfgesellschaft; weggeworfenwerden nur die Verpackung undGegenstände des alltäglichen Gebrauchs.Der ganze Krimskrams, diese zig Kisten mitmehr oder weniger lebensnotwendigen Materialien:die bleiben. Gut, so weit sind dieGrundlagen geklärt. Wir wissen jetzt also,dass wir kaufen, weil wir diese Kisten weiteranfüllen müssen. Obwohl sich die Fragenach dem „Warum“ ja eigentlich gar nichtmehr stellt, wurde sie jetzt beantwortet.Wir können weitergehen.In der Psychologie gibt es das Konzept von„Satisficern und Maximizern“. Die einen,die „Satisficer“, orientieren sich an derBefriedigung ihrer grundlegenden Bedürfnisse.Um dies am obengenannten Knopflocherweiterungsstabzu erklären: hier warsich der Satisficer zwar nicht von Anfangan klar, welches Gerät genau er braucht,aber er wusste, dass es seine Knopflöchererweitern muss. Nett wäre noch, wenn dasGerät in handlicher Stabform kommt. Soweit, so gut; der Satisficer hatte sein Gerätgefunden. Das es zufällig Vakuumunterdruckantriebhatte, war nicht relevant. Dieswar aber das erste Gerät, welches in derentsprechenden Preisspanne auftauchte.Wir sehen, der Satisficer stellt zwar Ansprüche,ist aber auch zügig zufrieden gestellt.Ganz anders der Maximizer: sobald dieserentschieden hat, dass er seine Knopflöchergrößer machen muss, geht es erst richtiglos. Im Internetzeitalter ist ja alles möglich,die Recherche beginnt. Wo ist also das besteTeil mit dem geringsten Energieverbrauchzum günstigsten Preis und ohne Versandkostenzu haben. Zusätzlich sollte es nochein kleines Lämpchen haben, welches beifast leerer Batterie blinkt, haptische Bedienungsknöpfe,7-jährige Garantie, zweiErsatz-Vakuumtreiber etc. Ihr seht schon,die Möglichkeiten ließen sich ins Unendlicheweiterspinnen. Dieser Typ weiß alsogenau, was er will.Obwohl sich das stündlich ändern kann.Wer weiß, ob vielleicht 2 Tage nach demKauf der KnopflocherweiterungsstabXproGamma mit Hyper-Vakuumunterdruckantriebnicht doch irgendwo um 12Cent billiger zu haben ist. Der Maximizerlebt also am Rande des Abgrunds. Getriebenvom schier unendlichen Angebotspringt er von einem Höllenloch ins nächsteund nie weiß er, ob es sich überhauptauszahlt.Tja, damit ist auch die Frage nach dem„Wie“ beantwortet. Der Fairness halber istzu sagen, dass nur 10% der Menschen alsHardcore-Maximizer eingestuft werden.Doch irgendwie taucht bei mir gerade dieseVerschwörungstheorie auf, von einer riesigenWerbewirtschaft, die uns Tag für Tagbelabert, doch noch dieses oder jenes dortzu kaufen: „Nur so kannst du deine Freun-23


CAMPUSINTERN & INTIMdin, deine Familie, deine Freunde, deineKinder oder dich selbst glücklich machen.Ohne Ausweg. Vergiss aber dabei nicht aufden Preis, auf die Ausstattung, auf die Marke,auf was auch immer!“Ihr seht vielleicht schon, worauf ich hinauswill.Wir sollen alle zu Maximizerngemacht werden. Im Sinne einer konsumorientiertenGesellschaft natürlich. Dabeginnt sich was zu regen in mir und ichfrage mich, ob manche schon von diesenGemeinschaften gehört haben, wo man einbisschen abgeschnitten von der Außenweltlebt. Nur das Nötigste wird dort zugekauft,alles andere wird vor Ort produziert undgetauscht. „Etwas extrem!“, höre ich nunschon die ersten rufen. „Wir wollen ja nichtin die Steinzeit zurück!“ Es gibt noch andere,weniger extreme Beispiele. Food Coopszum Beispiel; oder den Talentetauschkreis.Die Frage ist aber gar nicht, was es nochalles gibt. Die Frage ist vielmehr, warumsich solche Gemeinschaften bilden. In derGeschichte war es immer so. Wenn es etwasim Überfluss gab, taten sich Menschen zusammen,um etwas Neues machen. Dochdas Alte, was ja auch einmal das Neue war,hatte das Sagen und deshalb war das Neuefalsch. Der Kampf um das, was richtig ist,konnte losgehen. Und er tobt immer noch.Wer diesen Kampf nicht mehr mitmachenwill, braucht gar nicht viel zu tun. DieWahl macht nämlich die Qual und dementsprechendkann durch „bewussten Konsum“nicht viel verändert werden. Vielmehrsollten wir uns die Frage stellen, die am Anfangnoch negiert wurde: “To buy or notto buy?“ Du wirst sehen, das macht vielesleichter.SCHREIBST DU SCHONODER BRAUCHST DU HILFE?Alexander LeitnerBrechen die Semesterferien an, ist die Arbeit für zahlreicheStudierende noch lange nicht zu Ende. Seminararbeitenwarten darauf, geschrieben zu werden. Wer schon imlaufenden Semester damit anfangen kann, darf sich glücklichschätzen. Doch schon allein die Frage, mit welcher Arbeitman beginnen soll, ist nicht immer leicht zu beantworten undhängt mitunter von verschiedenen Faktoren ab. Etwa: Wie vielZeit habe ich in den Ferien zum Schreiben, wenn ich danebenauch noch arbeiten muss? Welches Thema interessiert mich ammeisten? Welche Arbeit verlangt den geringsten Aufwand? Oderauch: Wo kann ich am besten schreiben und recherchieren; zuHause oder in der Bibliothek?Können alle diese Frage beantwortet werden, stellen sichzuweilen noch andere Hindernisse in den Weg. ZahlreicheBerichte zeugen etwa davon, dass große Mühen aufgewendetwerden, die Arbeit so weit als möglich aufzuschieben, auswelchen Gründen auch immer. So sind beispielsweise Fällebekannt, in denen das Putzen der Wohnung dem Schreibbeginnvorgezogen wurde; immer wieder. Dieses Verhalten ist als„Prokrastination“ wohlbekannt.In einem Satz: Das Verfassen einer Seminararbeit kann Problememit sich bringen, an die im Vorfeld gar nicht gedacht wurde.Dies ist nicht nur Studierenden mit hinreichender Erfahrung,sondern auch zahlreichen Schreibberatern und -beraterinnenim deutschen Sprachraum bekannt. Ebenso bekannt sindallerdings auch Hilfestellungen, um den Schreibfluss inGang zu bringen. So wurde erkannt, dass gemeinschaftlichesSchreiben in Gruppen in gemütlicher Atmosphäre anregendwirken kann. Zudem können Hilfesuchende vom gemeinsamenErfahrungsaustausch profitieren. Dies kommt beispielsweiseStudierenden zugute, welche sich während des Schreibprozessesalleine gelassen fühlen. Ein österreichweites Erstprojekt machtes sich nun zur Aufgabe, diese Art der Hilfestellung einerbreiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Unter dem Motto„Die lange Nacht der aufgeschobenen Seminararbeiten“, sindHilfesuchende aller Studienrichtungen dazu eingeladen, am13. Juni an der Universität Teil einer Schreibgruppe zu werden,ihre Erfahrungen und Probleme auszutauschen und darüberhinaus zahlreiche zusätzliche Angebote rund um das Thema„Schreiben“ wahrzunehmen. Unter anderem wird etwa das USIein Schreibyoga zur Entspannung anbieten. Das Programm,welches das gemeinschaftliche Schreiben in den Mittelpunktstellt, wurde von mehreren Schreibeinrichtungen extra für24


CAMPUSINTERN & INTIMdiese Veranstaltung zusammengestellt. Die Veranstaltung findetvon 18:00 Uhr bis 2:00 Uhr früh in der Bibliothek und imSchreibcenter (I.125) statt. Das Ziel der Veranstaltung ist es,den individuellen Schreibfluss zumindest so weit in Gangzu bringen, dass ein paar Absätze oder zumindest ein paarSätze zustande kommen. Des Weiteren setzen es sich dieVeranstalterInnen zum Ziel, die TeilnehmerInnen umfangreichüber das Angebot an Schreibhilfe in Österreich zu informieren.Sollte sich die Veranstaltung als Erfolg erweisen, steht eineFortsetzung in Aussicht. So haben einige Schreibzentren undverwandte Initiativen ihre Teilnahme im kommenden Jahrbereits angemeldet.Drei Fragen an Carmen Mertlitsch, die stellvertretende Leiterindes SchreibCenter Klagenfurt:Wie ist man auf die Idee gekommen, diese Veranstaltunghier an unserer Universität stattfinden zu lassen?In Deutschland gibt es die Schreibnacht für Studierende seitgenau vier Jahren, ausgehend von einer Initiative der UniversitätFrankfurt an der Oder. Die Idee hat bei den Studierenden soeingeschlagen, dass sie sich in Winderseile verbreitet hat und2013 bereits über 31 Universitäten in Deutschland, den USA,Thailand, Abu Dhabi und nun auch Österreich mitmachen.In Österreich sind wir in Klagenfurt gemeinsam mit derKarl-Franzens-Universität Graz und der Universität Wien dieersten, die mit der Gesellschaft „Wissenschaftliches Schreiben“eine „Lange Nacht der ungeschriebenen Seminararbeiten“veranstalten.und SchreibberaterInnen, die in der Schreibnacht denStudierenden zur Verfügung stehen, ihre kreativen Ideen fürdiesen großartigen Event umsetzen können. So organisiert sieu.a. die Räumlichkeiten, Schreibyoga, die Beratungsecke, ErsteHilfe-Packerl gegen „Aufschieberitis“, den Kummerkasten, denWorkshop „Wittgensteins Tröpfchen Sprachlehre“, eine Lehr-Bar sowie eine kulinarische Bar, um das Gehirn wach zu halten,einen Fotowettbewerb und natürlich PR und Werbung, wasnatürlich schon eine ganze Menge ist.Welche Ergebnisse erwartet man sich von dieserVeranstaltung? Glauben Sie, dass nach dieser Veranstaltungmehr Studierende Schreibhilfe in Anspruch nehmen werden?Wir freuen uns, wenn so viele Studierende wie möglich sichangesprochen fühlen und mitmachen. Sie alle sollen derEinsamkeit des Schreibens entkommen, miteinander schreibenund dabei ihre Schreiblust entdecken. In der Schreibnachtkönnen sie ein kostenloses Beratungsangebot in Anspruchnehmen oder sich einfach in einer Gruppe oder alleine aneinen Tisch in der Bibliothek setzen und schreiben – so weitjede/r in einer Nacht kommen kann. Und auch danach stehtdas SchreibCenter mit seinem Angebot weiterhin für alle offen.Wenn es ein Erfolg wird, möchten wir die Veranstaltung imMärz 2014 wiederholen.Gab es Schwierigkeiten bei der Vorbereitung? Wiezeitaufwändig war die Planung?Glücklicherweise haben wir am SchreibCenter eineStudienassistentin, Mirelinda Shala, die sich um alles kümmert.Sie stellt den Kontakt zu unseren Kooperationspartnern und-partnerinnen, der Bibliothek, dem USI, dem Kinderbüround der ÖH her und sorgt dafür, dass unsere ExpertInnen25


DER LETZTE RESTFRAGWÜRDIGESUNVERBLÜMELTHier schreibt der Chefredakteur noch selbstDON‘T THINK OUTSIDE THE (SAND)BOXEin Witz ist bekanntlich ein guterEinstieg; oder zumindest nicht derschlechteste: bricht das Eis, machtlocker. Nun, denn: zwei Fische schwimmensich über den Weg: „Hi“, sagt dereine. „Ich fress dich!“, sagt der andere.„Das kannst du nicht tun, Fisch!“, empörtsich der erste. „Du hast keine Wahl,Fisch“, so die Antwort des zweiten. Undwenn jetzt alle aufgehört haben zu lachen,können wir anfangen.Aber: natürlich kein Zufall, dass ich ausgerechnetdiesen Witz ausgewählt habe.Ebenso wenig wie die Wortwahl im vorherigenSatz. Und das Wort „Wortwahl“.Ganz geschickt und sehr subtil habe ichdamit das Thema dieser bescheidenen Kolumneeingekreist: das Wählen. Obwohl,nein, stimmt nicht; eigentlich geht’s umdas komplette Gegenteil.An manchen Dingen lässt sich nicht rütteln,sie sind, wie man so schön biblischsagt, in Stein gemeißelt: ich kann mirnicht aussuchen, ob es Tag oder Nacht ist,wie das Wetter sein wird, wie schnell undwohin die Kontinentalplatten driften;und bereits am Beginn unser aller Lebensteht eine Unfreiheit, denn es hat sich niemandbewusst dafür entschieden, geborenzu werden: man kommt zum Lebenwie die Jungfrau zum Kind, sozusagen.(Schon wieder die Bibel; hui, ich hoffe esfühlt sich niemand in seiner [Un-]Religiositätgekränkt. Wenn ich anfange zu predigen,erschießt mich bitte!) So sehr sichunser Dasein auch über Entscheidungendefiniert, über weite Strecken herrschtWahl-Freiheit im Sinne einer völligenAbwesenheit jeglicher Optionen. Und jegrößer die Distanz, desto unbedeutenderwird das ganze ameisenhafte Menschengewusel;ob jetzt A hier oder B dort, wassoll‘s?! „Friss oder stirb!“, darauf läuft esdoch nur allzu oft hinaus. Wie viel Bedeutung,könnte man sich folglich also fragen,haben unsere freien Entscheidungeneigentlich?Der bekannteste „Held“, den der französischeAutor Georges Perec geschaffenhat, ist „ein Mann der schläft“ (so heißtdas Buch übrigens auch): ein Studentbeschließt, nicht mehr am Leben teilzuhaben,niemanden mehr zu treffen undsein Staatsexamen sausen zu lassen, umeinen Zustand völligen Stillstands zu erreichen;ein leiser, innerer Protest gegenein vorbestimmtes, optionsloses Leben,dessen Freiheiten im Grunde bloß vorgetäuschtsind: „Du hast kaum gelebt unddoch ist alles schon gesagt, schon vorbei. […]Die Rollen sind verteilt, die Etikette liegenbereit: vom Topf deiner frühen Kindheitbis zum Rollstuhl deiner alten Tage […].“Jede Rolle, die zu spielen man fähig ist– ganz gleich ob man nun „der würdigeSohn […], der tapfere […] Pfadfinder, dergute Schüler […], der Jugendfreund […],der schöne Soldat […], ein guter Vater“ etc.war, ist oder wird –, ist Unsinn angesichtsder Bedeutungslosigkeit der menschlichenExistenz, deren Erhebung aus demTierreich mit täglichem „sanfte[n] Terror“teuer erkauft ist.So kann man es freilich sehen; glücklicherallerdings wird man wohl mit einer freiwilligmitgedachten Begrenzung der Freiheit,einem rettenden Zuschnitt für das eigeneSeelenheil. In den wenigen Jahrzehnten,die einem gegeben sind, geht nicht alles– aber vieles; finstere Abgründe lassen sichnicht immer vermeiden, ebenso wenigUntiefen, durch die man sich mit großerAchtsamkeit quälen muss. Trotzdem magdas Leben nicht der Kampfplatz sein, zudem es u.a. auch Rousseau verteufelt hat,jedoch vielleicht etwas, das einer Arenaganz ähnlich ist – ein Sandkasten nämlich:bedeutungslos, wenn aus einer gewissenFerne beobachtet; sitzt man jedochdrin, sind die Abenteuer unbegrenzt.WAS WURDE AUS „WAS WURDE AUS“?„Was wurde aus“ flog hier raus. Mögliche Kandidaten wären gewesen: Heinrich C. „Suspensorium“ Mayr, Stefan„Ich mag Frauen und ihre Hautpflegeprodukte“ Sagl, Gerhard „Spaltaxt“ Dörfler, Karl „Ich war mal schönund bleib schön blöd“ Heinz, die Kärntner Nachrichten, alpenparlament.tv, Korean Central Television undFox News atmen auf, nur Sigmund Scheuch und das taktische Komitee hauchen aus, sowie Josef „(Korrupte)Leistung muss sich endlich lohnen. Unbedingt!“ Martinz schwitzt; und Jussef Boutros-Ghali sitzt. Weiterhin.26


ab 21 UhrSPORT„KLAGENFURTERSPORTFRÜHLING“GRATIS SCHNUPPER-KURSE UND WORKSHOPSRUND UM DEN WÖRTHERSEEBIS 17. MAI 2013INFOS:SPORTFRUEHLING-KLAGENFURT.ATLesungChristop W. Bauer16. Mai 2013, 19:30Musilhaus, Bahnhofstraße 50KlagenfurtLesungKlagenfurter Grupperaj, Badgasse 722. Mai 2013Eintritt frei!MusikJahresabscglusskonzertKONSE KlagenfurtDraußenBotanischer GartenKlagenfurttäglich 10 bis 18 UhrKreuzbergl, KlagenfurtFÜHRUNGTheater BackstageÖffentliche Führung13. Mai 2013, 17 UhrStadttheater KlagenfurtMießtalerstraße 827. Juni 201319:30 UhrFührungenSternwarte KlagenfurtKreuzbergl, Klagenfurt17. Mai 2013, 20 UhrDO und SA, 20:30 UhrKammerlichtspieleKlagenfurt>Dixie Night


Der Alpenkönig undder MenschenfeindDerAlpenkönigundAKTIONSKARTENEuro 7,—für Studenten am24., 25., 28. Mai 13Zauberspiel von Ferdinand Raimund08., 10., 14., 16., 22., 24.,25., 28., 29., 31. Mai 13 , 01. Jun 13URAUFFÜHRUNGThe Fool andthe PrincessesMusirque - Théâtre & Film15., 17., 18., 19., 20., 21., 22.,24., 25., 26., 27., 28., 29. Jun 13Angebote für Studenten50% ErmäßigungStudenten erhalten für alle Vorstellungen einen Nachlass von 50% auf den regulären Kartenpreis.Last-Minute-Tickets30 Minuten vor Vorstellungsbeginn sind Last-Minute-Tickets (Restkarten) für Studenten um Euro 10,—an der Theaterkasse verfügbar.INFORMATIONEN UND KARTENwww.stadttheater-klagenfurt.at TELEFON (0463) 54 0 64 kartenkasse@stadttheater-klagenfurt.at

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