Fotoszene Katalog 2008 - angelika salomon

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Fotoszene Katalog 2008 - angelika salomon

fotoszene nürnberg* 08 Ausstellung in der ehemaligen Kongresshalle, Bayernstraße 100ZEITRAUSCHENAusstellungsdauer vom 15.11. bis zum 07.12.2008 | Öffnungszeiten jeweils Samstag und Sonntag von 11–17 UhrWerkstattgespräch mit den Fotografen am Sonntag, 23.11.2008 um 15 Uhr | Finissage am 07.12.2008 ab 17 Uhr


Andreas DietzAndreas DietzAmmerlandAmmerland ist ein Landkreis im Nordwesten von Niedersachsen.Das Landschaftsbild wird geprägt durch die im gesamten Ammerlandansässigen Baumschulen, die vor allem aufgrund des küstennahen Klimasoptimale Voraussetzungen finden. Die zahlreichen Baumschulplantagenstehen dabei in Kontrast zu der ursprünglichen bäuerlichen Landschaft mitMoor, Heide, Wald und Wiesen.Meine Landschaftsfotografie setzt sich mit diesem Gegensatz von natürlichgewachsener und künstlich angelegter Landschaft auseinander.Sie verweist auf die formalen Aspekte als auch auf die Symbiose der beidenLandschaftsformen. Die Bäume als Symbole für Natur widersprechendabei aber in ihrer Formgebung und in ihrer streng geometrischenAnordnung dem allgemeinen Verständnis von Natürlichkeit. Dabei stelltsich die Frage, was künstlich und was natürlich ist? Denn auch dieursprünglich bäuerliche Landschaft stellt einen vom Menschen geplantenEingriff in die Natur dar.Andreas DietzDahlienstraße 79 | 90451 Nürnberg | Telefon 09 11.9 64 67 72www.dietz-fotodesign.de | info@dietz-fotodesign.de


Stefan HippelStefan HippelMenschen empfinden mit zunehmendem Alter eine Beschleunigungin ihrem Leben. Meist eine unerwünschte Wahrnehmung. „Die Jahrevergehen immer schneller oder das Leben rauscht an einem vorbei.“Dieses Zeitrauschen sind Störungen einer fortschreitenden Ordnungim Auftreten von Erlebnissen. Es hinterlässt Spuren in den Gesichternmeiner Portraitierten und ließ sie im Laufe der Jahre altern.Meine Portraitierten sind alle ältere Menschen, die ich auf der Straßegefunden habe. Mit Würde gealtert. Ihre Gesichter in Nahaufnahmenfestgehalten.Mit Respekt fotografiert – Straßenfotografie – ganz nah.Stefan HippelSchießplatz 42 | 90469 Nürnberg | Telefon 09 11.5 30 69 69info@stefanhippel.de


Christian HöhnChristian HöhnZeit ZeichenDer diesjährige Ausstellungsort verlangt nach einer fotografischen Auseinandersetzungmit seiner Entstehungszeit und deren architektonischenAusdrucksformen. Er inspiriert zu inhaltlicher Verantwortung, zuMotiven, die nicht vom Umraum und seinem Symbolgehalt für die Zeitablenken, zu Bildern, die fernab jeder Heiterkeit das Düstere dieserZeitspanne zum Ausdruck bringen. Die Ausschnitthaftigkeit der Aufnahmenmacht die Identifikationsmöglichkeiten des Entstehungszeitpunktesbeinahe unmöglich. Lediglich die Zeichen der Zeit in Formder schadhaften und nur zum Teil ausgebesserten Strukturen könnenHinweise darauf geben. Doch dies wird durch die extrem dunkleTonigkeit bewusst erschwert, die dazu zwingt, sich Zeit zu nehmenzum Näherkommen, zur Annäherung an das Thema. So verharrt derBetrachter im Vagen, im zeitlosen Raum.Christian Höhn | Fotodesigner BFFUnschlittplatz 1 | 90403 Nürnbergwww.christianhoehn.de | office@christianhoehn.derepräsentiert von Xing Art Productions | www.xing-art.de


Lajos KeresztesLajos KeresztesWohin kein Auge reichtObwohl er fotografiert, sieht sich Lajos Keresztes in der Tradition der Malerei. Über sichsagte er: „Ich bin nicht nur Fotograf, sondern auch ein Maler. Was die Malerei vermag,nämlich Phantasie erzeugen und aus dem Geist schöpfen, das ist etwas, was ich mir alsAufgabe gestellt habe – mit Hilfe der Kamera.“Keresztes ist sich bewusst: indem der Fotograf „aus seinem Medium heraustritt“ und dieFotografie zur Vermittlung von Ideen benutzt, erhält seine Arbeit künstlerischen Wert.Und so sind seine Arbeiten im besten und komplexesten Sinne dialogisch verfasst.Sie verdanken sich der Zwiesprache zwischen zwei künstlerischen Temperamenten:das der Fotografie, die sich auf das Erkennen und das Sichtbarmachen der Wirklichkeitkonzentriert. Und das der Malerei, bei welcher noch weit vor dem Prozess der konzeptuellenbildnerischen Umformung die Skizzen und Studien stehen.Keresztes nimmt sich Zeit für diese wichtige Phase der Ausarbeitung, dem künstlerischenBemühen um Ausdruck. Hier reifen seine inneren Bilder und Assoziationen.Hier formen sich die Ideen für die Vereinigung diverser Bilder zu einem, oder die komplexeAusrichtung von Bildern zu einer in sich geschlossenen Werkserie.Im Geviert des Bildes werden die Gegensätze wie in einer Arena ausgetragen, und niemalsist vordergründige Harmonie das Ziel. Poesie bedeutet bei Keresztes nicht dasEinebnen, sondern das Aushalten von Gegensätzen und Spannungen.Kunst ist weder Abbild noch Realität, sondern ist nichts als die Erkundung derMöglichkeit. Einen solchen Erkundungspfad hat uns Lajos Keresztes gebaut. Dafürdanken wir ihm und wünschen diesem Pfad, dass auf ihm viele Betrachter dorthingelangen mögen wohin kein Auge reicht: zur Entdeckung des Unsichtbaren.Manfred ZeltnerFotodesigner Lajos KeresztesTelefon 09 11.26 26 46 | lajos@keresztes.de | www.keresztes.deBildtitel: Wolkenkopf


Herbert und Robert LiedelLiedelAnhand von Elektrokardiogrammen wird die Darstellung von normalerHerztätigkeit und Krankheitssymptomen bis zum Stillstand visualisiert.Der Verlauf der Spannungskurven symbolisiert die Vergänglichkeit einesMenschenlebens, das Rauschen der Zeit.In der Mitte des Raumes befindet sich eine Lichtinstallation (RealisationRobert Liedel) in Form eines Bettgestells, Bezug nehmend auf die Örtlichkeitdes beginnenden und endenden Menschenlebens.Herbert Liedel | liedel_herbert@hotmail.com | www.herbert-liedel.deRobert Liedel | info@liedel-media.de | www.liedel-media.deBildtitel: EKG 1


Dirk MessbergerDirk MessbergerGegensätze, die aufeinanderprallen. Wasser und Stein. Das Weiche umfließtdas Harte. Ein ständiges sich Verändern – Zeit – der Lebenskreislauf.Regen und der Fluß verändern das Gestein, höhlen dieses aus, nehmen mitund reißen fort. Die Zeit verändert das Gewesene.Die Bilder zeigen die Zeit im Bewusstsein der Vergangenheit.Dirk Messberger zeigt großformatige Triptichons aus der Provinz Yunnanin China.Die Unendlichkeit der Zeit wird eindrucksvoll durch Felsformationen undtosendes Wasser in tiefen Canyons gezeigt. Dem Betrachter wird klar, dasser nur für kurze Zeit Gast in dieser uralten Welt ist.Dirk Messbergerinfo@studio-messberger.de | www.studio-messberger.dewww.views4walls.deBildtitel: Felsen 1


Jutta MissbachJutta MissbachAlles Geschichte! Just history! To juz historia!Numai Historie! – oder?Was ist wohl aus der Generation geworden, die ihre Kindheit und Jugendwährend des Zweiten Weltkrieges erlebt hat? Diese Frage stellten sich dieTeilnehmer des Theaterjugendclubs Nürnberg. Was ist wohl aus den Menschengeworden, die damals so alt waren wie sie jetzt?Ein Jahr lang führten Jugendliche in Krakau (Polen), Brasov (Kronstadt/Rumänien) und Nürnberg Gespräche mit diesen Menschen. Die entstandenenInterviews und Berichte zeigen, dass das Thema damals wieheute beide Seiten gefühlsmäßig stark aufwühlt und beschäftigt. DieJugendlichen haben anschließend eine eigene Möglichkeit gesucht, dasvon den Zeitzeugen Gehörte mit all seinen Widersprüchen weiterzugeben.So entstand das Projekt des Theaterjugendclubs mit dem Titel „Du bist sojung und sollst schon sterben“, das im Rahmen des ProjektwochenendesSchattenort im Innenhof der Kongresshalle stattfand. Gesten, Sätze undInhalte wurden zu Theaterszenen und Monologen zusammengefügt. Ineinzelnen Szenen wurde das damals Erlebte von den Spielern lebendiggemacht, die Vergangenheit wurde zum Leben erweckt.Meine Fotosequenz zeigt die Jugendlichen aus den drei beteiligten Städtenbei der Probenarbeit vor Ort. Die Bilder werden von Textzitaten aus deneinzelnen Szenen untertitelt. Die Angst, die Verzweiflung, die Trauer, dieWut und nicht zuletzt das Gefühl des Glücks darüber, das alles überlebtzu haben, spiegeln sich in diesen Aussagen wider..Jutta Missbachmobil 01 79.5 23 92 40 | jutta.missbach@gmx.de | www.opernfotografie.deBildtitel: Alles Geschichte! – oder?


Rudi Hilmar OttMauersegler gibt es auf jeden Fall länger als das Gedächtnis der Menschheit sich erinnernkann. Wie lange sie schon als Zugvögel über den Globus reisen wissen wir nicht.Seit wann sie uns in Deutschland von Anfang Mai bis Anfang August besuchen trautsich wahrscheinlich nur ein mutiger Ornithologe schätzen. Ob es irgendwelche versteinerteObjekte gibt entzieht sich meiner Kenntnis. Ich selbst kenne sie Zeit meinesLebens, auch wenn ich sie als Kind mit Schwalben verwechselt habe. Und wie ich, liebensie die Städte.Sie können im Flug schlafen und sich paaren. Die Jungvögel sind sofort selbständigund verbringen gleich die erste Nacht in der Luft. Da ihre Beine und Füße sehr kleinsind haben sie Schwierigkeiten auf dem Boden zu landen und zu laufen. Sie sind sehrgesellig und führen soziale Flugspiele aus. Dabei bilden sie einen mehr oder wenigergeschlossenen Schwarm der immer wieder, mit rasanter Geschwindigkeit, an den Nistplätzenvorbeifliegt. Dabei führen sie komplexe Flugmanöver aus, die von lautem Rufenbegleitet sind (siehe Wikipedia).Für unsere menschliche Geschwindigkeit zu schnell, um einen genauen Blick zu erhaschen.Geschwindigkeit hat etwas mit Zeit zu tun und die Zeit ist relativ. Das erschließtsich jedem Menschen auch wenn er kein Wissenschaftler ist.Kommen und Gehen – Geburt und Tod – Tag und Nacht – die Jahreszeiten. Alles hateinen wiederkehrenden Anfang und ein Ende, einen Rhythmus. So ist die Grundlageunseren Universums und sie ist im Großen Weiten ebenso, wie in der kleinsten Materierelevant. Diesen Rhythmus des Universums können wir mit den riesigen Radioteleskopenmit denen wir in den Weltraum forschen „hören“, aber nur, wenn wir sie inKurven und Bilder umwandeln, denn mit den Ohren können wir nur einen winzigenBruchteil des „Rauschens“ in der Welt wahrnehmen.Am Beispiel der Mauersegler, weil sie uns Städtern so nah und doch so fern sind, wollteich einmal die Zeit anhalten und dieses Rauschen wenn schon nicht hörbar, danndoch vielleicht sichtbar machen.Rudi Hilmar OttRudi Ott Fotografie | mobil 01 72.9 02 11 88 | rudi.ott.foto@t-online.de


Marc PfeifferMarc PfeifferChina – Dieses Land ist im RAUSCH. ZEIT hat hier extrem unterschiedlicheGeschwindigkeiten und je weiter man sich den Zentren der Metropolennähert, desto schneller scheint sie zu fließen. Das Tempo wirkt ansteckendund in der Hektik der Großtadt fällt es schwer, sich diesem RAUSCH zuentziehen und Oasen der Ruhe zu finden. Doch es gibt sie. Und manfindet sie am besten früh morgens. So zum Beispiel ausgerechnet mittenin Shanghai, am Ufer des Flusses Pu. Dort, wo sich auf der anderen Seitedie futuristische Skyline Pudongs auftürmt. Zu Sonnenaufgang halten hierdie Menschen mit ihrer Morgenmeditation für eine kurze Weile die ZEITan, ein Hauch des traditionellen Chinas ist spürbar. In dieser Ruhe halltder Lärm vom Vortag wie ein RAUSCHEN in den Ohren, das man immererst hört, wenn Stille herrscht.Marc PfeifferFindelwiesenstraße 12 | 90478 Nürnberg | Telefon 09 11.5 96 41 70mail@marcpfeiffer.com | www.marcpfeiffer.com


Sabine RichterIm Fokus der fotografischen Arbeit der Bildhauerin und Fotografin SabineRichter steht das Zusammenspiel von Licht und Architektur, die Durchdringungverschiedener Ebenen und Dimensionen und die Koexistenzunterschiedlicher Formen. In ihrer fotografischen Recherche geht sievon vorgefundenen architektonischen Situationen aus, in denen sie Konstellationenfindet, die über das Motiv hinausweisend zu einer neuenLesbarkeit des Raumes führen können.Zur ausgestellten Arbeit:screen 2008, 25.02.2008, 250 Einzelbilder, 12:5 minMusik von Thomas Simaku, Soliloquy II, 2001, Neil Heyde, CelloSabine RichterDie Serie „screen“, eine Folge von 250 Einzelbildern – aufgenommen am25.02.2008 am Institut für Pflanzenphysiologie in Graz – gibt die Lichtreflexionenwieder, die das Tageslicht auf der Rückwand des Gebäudeserzeugt. Zu einer bestimmten Jahres- und Tageszeit entstehen sich wandelndeKonstellationen von Farben und Formen, die ihre Entsprechung inder Architektur haben.Anders als bei Spiegelungen, die abhängig vom Standpunkt des Betrachterseinen Ausschnitt der sichtbaren Wirklichkeit zeigen, transformierthier das Licht die Architektur in eine abstrakte Komposition, die unabhängigvom Auge des Betrachters existiert. Die Wandfläche selbst wirdso zum Bildträger.Sabine RichterBurgstraße 8 | 90403 Nürnberg | Telefon 09 11.22 17 96mobil 01 60.8 11 57 38 | mail@richter-sabine.de | www.richter-sabine.deBildtitel: screen 56 / 13:59


Angelika SalomonAngelika SalomonVanitas – Vergänglichkeit in der KunstVanitas ist das lateinische Wort für „leerer Schein, Nichtigkeit, Eitelkeit“.Der Begriff bezeichnet die Vorstellung, dass alles Irdische vergänglichbeziehungsweise wertlos ist. Nichts existiert für die Ewigkeit.In der Kunst wurden im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Vanitas-Symbole wie erlöschende Kerzen, die Sanduhr, der offene Sarg, einTotenschädel oder welkende Pflanzen verwendet – Dinge also, denen einZerfall eigen ist und deren Erscheinung den Gedanken daran weckt. Sowurde der Betrachter mit den Mitteln der Kunst auch auf seine eigene,unausweichliche Vergänglichkeit hingewiesen.Durch den Zerfall der Materie entsteht jedoch oft eine neue kunstvolleÄsthetik, so zu sagen eine Schönheit im Sterbeprozess. An diese Kunstformdes Memento mori knüpfe ich durch meine Bildsprache in moderner Weisean und zeige mit den allegorischen Fotografien „VERGÄNGLICH 1, 2 und 3“die Verbindung von Verfall und Schönheit.Fotografie Angelika Salomon | Telefon 0 91 75.90 78 81foto@angelika-salomon.de | www.angelika-salomon.deBildtitel: VERGÄNGLICH 3/3120x 60 cm Acryl/Alu-Dibond


Petra SimonIlse allein zu HauseVergangenheit und Gegenwart im inszenierten WechselspielInstallation, mixed mediaDiaprojektion von belichteten digitalen Bilddaten,Fine Art Print 80x120 cm auf Aludibond, Puppe im GlashausPetra SimonAuf der fotografischen Suche nach der Zeit bin ich auf verlassene Orte,genauer ein geräumtes Gebäude gestoßen. Dort hat die Vergangenheit ihreSpuren hinterlassen, leere Räume atmen Geschichte.In einer Art „Retrospektive“ wandert die Puppe Ilse durch Zimmer, Flureund Garten. Je nach Situation und Auftritt verändert sie ihr Aussehen,ihren Ausdruck und ihre Wirkung. Sie hat Persönlichkeit. Kollektive Grundstimmungenvon Kindheit werden wach.Vergangenes und Gegenwärtiges mischen sich, im optimalen Fall bleibtfür den Augenblick des Betrachtens die Zeit stehen, während das Karusselleines Projektors sich dreht.Petra Simon Fotografie!!!mobil 01 70.8 07 72 23 | fotografie@petra-simon.de | www.petra-simon.de


Bernd TelleBernd TelleLangsam läßt sich das Bild erahnen. Geheimnisvoll entwickelt es sichauf dem weißen Bildträger – das Sofortbild. Meine Begeisterung für dasPolaroid hat bis heute angehalten. Aber leider wurde die Produktion dieserFilme anfang des Jahres eingestellt.Im Laufe der Ausstellung werde ich die leeren Bilderrahmen nach und nachmit Großformatpolaroids bestücken. Zu festgelegten Terminen werde ichausgewählte Personen porträtieren. Dafür habe ich meine letzte PackungPolaroid-Film aufgespart. Dieses Fotomaterial ist dann Geschichte. Für dienachfolgende junge Generation der Fotografen unbekannt und verloren.Hätte sich vor 20 Jahren jemand vorstellen können, mit einem mobilenTelefon zu fotografieren? Auch das jetzt imaterielle Sofortbild, das digitaleHandyfoto, kann sofort betrachtet und sogar verschickt werden. DieseFotografien sind inzwischen mein digitales Bildertagebuch. Sie haben dieSofortbilder der SX-70 abgelöst. Persönliche, ausgewählte Augenblicke,Ausschnitte, Erinnerungen – Flow.Die vier großformatigen Bilder historischer Wohnräume sind eine Zeitreisein meine frühe Kindheit, in die Zeit meiner Großeltern. Der Geruch nachLeder, Tabak, Bohnerwachs und Holzfeuer ist mir vertraut und noch immergegenwärtig. Heute sind diese Erinnerungen im Museum zu betrachten.Sorgsam zusammengetragen, mit dem Bemühen um Authentizität. Mit demVersuch, den Zeitgeist vergangener Generationen wiederzuspiegeln. So wiedie alltäglichen Wohnräume der heutigen Zeit.Das Leben findet zu jeder Zeit zwischen Bett und Tisch statt.Bernd TelleTelefon 09 11.6 42 66 36 | info@telles.de | www.telles.deBildtitel: Zwischen Bett und Tisch100 x 70 cm Highend-Colorabzug


Sabine FreudenbergerReinhard KemmetherHorst SchäferJosef SchulzRaffael Zieglerunsere Gäste 2008Sabine FreudenbergerZeitflüstern – zur Werkreihe BäumeBäume verbanden, wie Wasser und Wind, bei den Griechen und Römern,Kelten und Germanen die Menschen mit dem Numinosen. Im Rauschen derheiligen Haine lauschten sie dem Raunen ihrer Götter.Auch Kulturpflanzen wie Olive, Weinrebe oder Apfel genossen kultischeVerehrung. Ein Lorbeer- oder Eichenlaubkranz war Auszeichnung für menschlicheHöchstleistungen, welche die Götter den Siegern gestattet hatten.Wenn also Sabine Freudenberger sich nun nach ihren beeindruckendenFoto-Serien zu Elementarkräften der Natur wie Wasser, Luft und Feuer derkünstlerischen Interpretation alter Eichen und Olivenbäume zuwendet,bleibt sie bei der geistigen Auseinandersetzung mit der Faszination charaktervollerFormen der Natur.Deren Überlebenskraft konfrontiert uns Menschen bis heute mit unsererBeschränktheit und Endlichkeit. Und zum Erleben dieser existenziellenEnergie kommen in Freudenbergers Fotos noch die ästhetischen Reize inder Wahrnehmung von individuellem Baumwuchs und Blätterspiel vergnüglichhinzu.Jürgen SandwegKurator Kunstmuseum ErlangenSabine FreudenbergerSabine FreudenbergerKlingenhofstraße 5 | 90411 Nürnberg | Telefon 09 11.35 52 31mail@sabinefreudenberger.de | www.sabinefreudenberger.dewww.kunst.sabinefreudenberger.de


Reinhard KemmetherHorst SchäferKemmetherDie ausgestellten Arbeiten zeigen Einblicke und Momentaufnahmen vondeutschen Wirklichkeiten aus der sterbenden DDR im Jahre 1990.Horst SchäferZeitsprung: Sander – SchäferMenschen und Landschaften im WesterwaldEine Analogie zu August SanderDer Fotograf August Sander (1876–1964) hat viele seiner berühmtenPorträts in den Dörfern und Städten des Westerwalds geschaffen. DieRegion, in der Sander jahrzehntelang vorwiegend tätig war, ist auch dieHeimat des heute in Nürnberg lebenden Fotografen Horst Schäfer.Als Schäfer auf den Kollegen August Sander aufmerksam wurde, entdeckter, dass eine große Zahl seiner bedeutendsten Arbeiten in der unmittelbarenHeimat Schäfers entstanden ist. Weitere Recherchen ergaben, dassSander einigen Verwandten von Horst Schäfer wohl bekannt war. Manchewaren von Sander abgelichtet worden und die Fotos waren zum Teil nochvorhanden. Davon abgesehen, stellte sich auch heraus, dass es nochNachfahren der von Sander Porträtierten gab.Da August Sander damals viel in den Dörfern des Westerwaldes unterwegswar, hatte sich Horst Schäfer sogar erhofft, selbst als Kind von Sanderfotografiert worden zu sein. Leider hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt.Dafür konnte er aber mit Hilfe seiner Verwandten und deren Bekanntengut 50 der von Sander porträtierten Personen ausfindig machen undseinerseits wieder porträtieren. Die Zeitspanne zwischen den Aufnahmenvon August Sander und den Fotos von Horst Schäfer beträgt zwischen 37und 86 Jahre.Reinhard KemmetherHorst Schäferreinhard.kemmether@t-online.deKirchenberg 1 | 90482 Nürnberg | Telefon 09 11.54 16 23


Josef SchulzRaffael ZieglerÜbergangEvolutionJosef SchulzIn der Vergangenheit hatten die nationalen Grenzen trennenden Charakter. Hier wurden politische,juristische, fiskalische und monetäre Systeme voneinander abgegrenzt, dort sprachlichkulturelle Unterschiede. Grenzen waren Markierungen, die nicht nur territorial gezogen wurden,sondern quer durch die Köpfe. Das Andere, Unverständliche, Irritierende hatte so einen räumlichabgesteckten, eigenen Ort.Im heutigen Europa verlieren die Binnengrenzen ihre politisch und wirtschaftlich trennendeFunktion. Da die Schlagbäume aber schneller verschwinden als die Barrieren im Kopf, bleiben diealten Grenzen im Bewußtsein. Die nach wie vor bestehende kulturelle Trennung muß nicht negativempfunden werden, für viele aber ist die geographische Ausdehnung der EU in ihrer Größekaum noch nachzuvollziehen. Die langfristigen Konsequenzen einer äußerlich-funktionellenEinheit, bei gleichzeitiger kulturell-ideeller Zerissenheit, sind noch nicht absehbar.In der anschließenden Bildbearbeitung wird vor allem der Hintergrund verändert. Der landschaftlicheKontext verliert seine Wiedererkennbarkeit. Die Grenzlandschaft wird unkonkret undRaffael ZieglerDie bereits weit fortgeschrittene Gleichschaltung und -gestaltung derStadtzentren in aller Welt zu betonierten Einkaufsmeilen ist eine bedrükkendeEntwicklung der Globalisierung. Ließe man der Natur nur wenigeJahrzehnte Zeit, schon würden einst hochglanz-polierte Kaufhausfassadenaus ihren Rahmen gehoben, langsam aber sicher. Leuchtreklame würde vonSchlingpflanzen gemächlich umwuchert, bis nur noch einzelne Buchstabender Global-Player-Brands sichtbar wären. In den Regalen der Hightech-Warenhäuser lebten dann Wildschweine und schabten ihre Läuse an denspitzen Kanten der HiFi-Anlagen ab, anstelle der piepsenden Kassen nungemütliches Gegrunze.austauschbar. Durch die dokumentarische Reihung und die Entkontextualisierung werden dieGrenzposten zum Modell reduziert. Architekturvorstellungen und Zeitgeschmack der unterschiedlichenLänder werden spürbar. Die Grenzstationen erscheinen als verlorene Hüter, als verblicheneMahnmale für die einstige Trennung. Sie werden an das noch nicht Erreichte erinnern und daran,daß sie eines Tages mit Leichtigkeit wieder in ihrer alten Funktion genutzt werden könnten.Die Verwendung dokumentarischen Materials und deren anschließende Bearbeitung soll nichtden dokumentarischen Charakter negieren, sondern neue Wege schaffen, mit diesem Materialzu arbeiten. Mein Interesse an diesen Orten einstiger Grenz-Erfahrungen ist nicht zuletzt aufmeine eigene Biographie zurückzuführen. Ich bin in Polen aufgewachsen, einem Land, dessenTerritorium mehrmals in der Geschichte verschoben worden ist. Bald werden auch hier dieGrenzbeamten entschwinden. Die Grenzstationen werden harmlos wirken – doch die beunruhigendenBilder im Kopf werden sie noch lange wachrufen.Josef SchulzRaffael Zieglerjosef.schulz@fotofront.de | www.josefschulz.democomatics | Hirtengasse 2 | 90443 NürnbergTelefon 09 11.2 74 59 61 | mobil 01 76.96 60 72 38moco@mocomatics.de | www.mocomatics.de


Schutz und Sicherheit im Zeichen der BurgVERSICHERUNGSGRUPPEDie fotoszene nürnberg* dankt den Sponsoren für ihre Unterstützung.© 2008 fotoszene nürnberg*www.fotoszene-nürnberg.deAutoren:die beteiligten Fotografinnen und FotografenKonzeption und Gestaltung:UMF Design Ulrike ManestarDruck:Tümmel InterMediaAlle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung undVerbreitung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Formohne schriftliche Genehmigung reproduziert oder unter Verwendungelektronischer Systeme bearbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.


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