GELÄNDEANLEITUNG ZUR ABSCHÄTZUNG DES ...

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GELÄNDEANLEITUNG ZUR ABSCHÄTZUNG DES ...

Wiener Mitteilungen Band 197: Methoden der hydrologischen Regionalisierung• Rasenstandorte decken ein weites Spektrum der Rauhigkeit ab. Entgegen weitverbreiteter Literaturangaben fällt eine Reihe der am BFW beregnetenRasenstandorte, speziell die Bürstling- oder Borstgras-Rasen (Nardus stricta) inRKL 1 (sehr glatt). Intensive Betreuung und Pflege von Rasenflächen(Begrünung, Düngung, Vermeidung von mechanischer Belastung, Mahd mitleichtem Gerät, Liegenlassen des gemähten Grases zur Mulchung) erhöhen dieRauhigkeit (bis RKL 3).• Viele Feuchtflächen weisen i.d.R. bedingt durch ihren hohen Moosanteil einehöhere Rauhigkeit auf (etwas rau, RKL 4). Die Fließgeschwindigkeiten sind aufdiesen Flächen meist niedriger als auf anderen Rasenstandorten.zunehmende RauhigkeitVegetationslose FlächenRohbödenRasenstandorteFeuchtstandorteStrauchstandorteWaldstandortesehr glattziemlich glatt etwas glatt etwas rauh ziemlich rauh sehr rauhRKL 1 RKL 2 RKL 3 RKL 4 RKL 5 RKL 6Asphalt, Beton, Fels, Eisgeschoben - beginnende initiale VegetationBorstgrasrasen - Schipisten - Mähwiesennacktniedriger - hoher MoosanteilCalluna, Erle, Birke - Heidelbeere - AlpenroseStreu vergrast moosig ± dichte Zwergsträucher0,00 0,02 0,04 0,06 0,08 0,10 0,12Wasserabfluss-Koeffizient = Oberflächenrauhigkeit (c)Abb. 1: Rauhigkeitsklassifizierung nach unterschiedlichen Vegetations- bzw. BodenbedeckungstypenBei Zwergstrauchbeständen ist die Rauhigkeit, abhängig von der dominierendenZwergstrauchgesellschaft, meist hoch. Lediglich die häufig mit Borstgrasvergesellschaftete Besenheide ist noch den "etwas glatten" Standorten (RKL 3)zuzuordnen.Nachdem der Niederschlag die Baumkronen durchdrungen und dabei an kinetischerEnergie verloren hat, werden die Menge des Oberflächenabflusses und dessenGeschwindigkeit primär von der Rauhigkeit des Waldbodens und seiner Oberflächebestimmt (Bodenvegetation, Humusauflage, Formenretention). Je nach Unterwuchsvariiert die Rauhigkeit von Waldböden daher zwischen sehr glatt (z.B. Piceetumnudum) bis sehr rau, und ist nach der vorhandenen Bodenvegetation und demMikrorelief (glatte Oberfläche - Abfluss fördernd, viele kleine Mulden - Abflussverzögernd) analog den vorhergehend beschriebenen Bewuchsformen zu beurteilen.169

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