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Nummer 157 - Nordfriisk Instituut

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Foto: Ursula Konitzki n

Foto: Ursula Konitzki n Der Verein „Freunde des Richard-Haizmann-Museums“ (im Bild Vorsitzender Andreas Schönefeld) erhielt im Januar beim Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ unter 1 500 Bewerbungen den Zuschlag. Damit gehört Niebüll zu den ausgewählten Gemeinden, die im Jahr 2007 Deutschland repräsentieren. Die Auszeichnung überreichten die Direktorin der Deutschen Bank Westerland, Petra Nies (links im Bild), als Vertreterin der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Managerin des Projektes, Stephanie Riefke aus Berlin. Der Verein habe mit 40 Partnern ein Sponsoring-Modell geschaffen, das eine Würdigung verdiene. Die Entwicklung neuer Ideen, Technologien und Produkte sei die Basis der Lebensqualität und die Grundlage für die Zukunft der Kinder, betonten die Laudatorinnen. Der Verein hatte u. a. eine Museums-Malschule ins Leben gerufen und wird im April einen Fotoworkshop für Jugendliche veranstalten. zum Stiftungsfest am 10. Februar. Das Handwerk könne sich dynamisch auf Veränderungen einstellen, würdigte der Landesvater die Innovationskraft des Vereins. Er wurde 1857 als Interessenvertretung für die Handwerker ins Leben gerufen. Mit der Gründung der Kreishandwerkerschaft verlor er zwar an Bedeutung, spricht aber als Mitglied der Husumer Wirtschaftsgesellschaft bis heute ein gewichtiges Wort bei der Entwicklung der Stadt mit. Besondere Verdienste erwarb sich Ehrenvorsitzender Karl-Johann Raudzus. Er setzte in seiner Amtsperiode (1981-90) u. a. eine Satzungsänderung durch, die es „allen dem Handwerk nahe stehenden Menschen“ erlaubte, dem Verein beizutreten. n Die Kirche Sankt Dionysius in Joldelund, zu der sich auch die Gemeindeglieder aus Goldebek, Goldelund und Kolkerheide wenden, besitzt seit dem 11. Februar offiziell eine neue Orgel. Propst Dr. Helmut Edelmann weihte das Instrument, Professor Andrzej Chorosinski aus Warschau, der Schirmherr des Orgelbaus, übergab es mit Klängen von Antonio Vivaldi seiner Bestimmung. Das Instrument hat – wie das in der Dresdner Frauenkirche – schwarze Tasten für die ganzen und weiße Tasten für die halben Töne. Das hatte sich Christa Petersen – seit einem halben Jahrhundert Organistin – für den Neubau wünschen dürfen. Auf den 578 Pfeifen sind auch kleine Konzerte möglich. n Am 15. Februar schlossen sich in Husum fünf Parteien auf Kreisebene zu dem Bündnis „Wir sind Nordfriesland“ zusammen. CDU, SPD, FDP, SSW und WG-NF wollen möglichst viele Mitstreiter finden, die sich aktiv für den Erhalt des Kreises Nordfriesland einsetzen. In einem von der Landesregierung geplanten Großkreis drohen wichtige nordfriesische Interessen wie Tourismus, Küstenschutz, Verkehrsinfrastruktur oder Krankenhaus-Versorgung unterzugehen. Bürokratie-Abbau und Einsparungen ließen sich auch durch aufgabenorientierte Kooperationen mit den Nachbarkreisen erreichen, bekräftigte Bundestagsabgeordneter Ingbert Liebing (CDU). Der SSW, der den Kreis auch aus historisch-kulturellen Gründen erhalten möchte, warnte insbesondere vor dem Verlust eines „Stückes Demokratie“ in zu großen Strukturen. n Mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler auf die Berufswelt vorzubereiten, schlossen am 20. Februar in Husum die Ferdinand-Tönnies- Schule und die Firma C. J. Schmidt einen Kooperationsvertrag. „Viele Wirtschaftsunternehmen beklagen bei den Berufseinsteigern mangelnde Ausbildungsreife und fehlende Berufswahlkompetenz“, erklärte Sigrid Ahlers von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Flensburg. Mit Betriebsführungen, Referaten aus dem Berufsalltag und gelegentlichen Kleinjobs solle dem entgegengewirkt werden. Als Anerkennung für sein Bemühen, Schule und Wirtschaft zusammenzuführen, erhielt in Niebüll der Leiter der Beruflichen Schule Bernhard Puschmann die „Denkmünze der Arbeitsgemeinschaft Bildung und Medien 1955-2005“. Die Ehrung stehe für alle Lehrer, die sich mit dem Thema „Wirtschaft“ beschäftigten und die ihnen Anvertrauten auf den Berufsweg vorbereiteten, erklärte Walter Braasch, Präsident der IHK Flensburg. Harry Kunz 10 Nordfriesland 157 � März 2007

Karin Haug: Zwischen Event-Management und Notnagel MarktTreffs in Nordfriesland Die Dörfer in Nordfriesland verändern sich. Die ortsansässigen Betriebe machen dicht. Viele Bäcker, Schlachter, Ladenbesitzer und Wirte haben für immer den Schlüssel umgedreht. Die Entscheidungen der Konsumenten führen zum Ende dörflichen Einzelhandels und berauben damit der dörflichen Gemeinschaft einen ihrer wichtigsten sozialen Orte. Die Politik versucht gegenzusteuern. Sehr viele Schleswig-Holsteiner zieht es aufs Land. Über 40 Prozent der schleswig-holsteinischen Bevölkerung leben in Gemeinden mit bis zu 10 000, mehr als die Hälfte davon in Orten mit weniger als 2 000 Einwohnern. Abseits der hektischen Städte suchen die Menschen frische Luft und Ruhe. Sie arbeiten aber zumeist nicht im heimischen Dorf, ihre Kinder gehen vielfach nicht dort zur Schule, und eingekauft wird in aller Regel auch woanders. Beispiel Stadum (1 058 Einwohner): Großeinkäufe erledigen die Stadumer überwiegend in Schafflund oder Leck, beides nur ein paar Auto- oder Busminuten entfernt. Da bleibe der Laden im Dorf nur als „Notnagel“, bedauert Horst Grube. Seine Frau Dörte betreibt in dem Geestdorf einen schmucken EDEKA- Markt mit frischen Brötchen, Fleisch und Waren des täglichen Bedarfs – einen von 22 MarktTreffs in Schleswig-Holstein. Kundin Manuela Brogmus-Iversen steht für viele: Sie hat einen Joghurt und eine Tüte Brötchen in der Hand. Ihre Großfamilie kaufe „nicht sehr oft“ beim MarktTreff ein, obwohl dieser direkt gegenüber liege. Sie könne sich das einfach nicht leisten. Dabei könne zumindest das halbe Sortiment preislich mit den großen Märkten mithalten, versichert Grube. Viele Neuzugezogene, die vor allem dem Arbeitgeber Bundeswehr den Umzug nach Stadum zu verdanken haben, kennen aber nicht einmal den Laden im Spierling. Nordfriesland-Reportage Programm für den ländlichen Raum Seit 1999 versucht das Land Schleswig-Holstein mit dem Förderprogramm „MarktTreff“, Nachfolger des Förderprogramms für „Ländliche Dienstleistungszentren“, ein Gegengewicht zu bilden. „MarktTreffs sichern Grundversorgung, fördern die dörfliche Gemeinschaft und schaffen Arbeitsplätze – alles unter einem Dach“, lobt sich die Landesregierung im Internet (www.marktreff-sh.de). Mit durchschnittlich je 300 000 Euro in den letzten Jahren wurden dörfliche Gemeinden bei der Gründung von MarktTreffs unterstützt. Mittel aus Landeshaushalt und EU-Töpfen stellen bis zu 50 % der Anschubfinanzierung. Die andere Hälfte muss die Gemeinde selbst aufbringen. Dafür bekommt sie, so heißt es, ein maßgeschneidertes Modell für ihre Gemeinde, das technisch auf dem höchsten Stand ist. Insgesamt vier Typen sieht das Projekt vor vom ehrenamtlich betriebenen Kiosk bis zum MarktTreff „XL“, der den Betreibern eine Vollexistenz ermöglicht. Jeden Freitag berichtet der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (shz) als offizieller Medienpartner des Projekts in einer eigens geschaffenen Rubrik aktuell über die MarktTreffs. Anlass, sich um die Förderung eines Treffs zu bemühen, ist meist das drohende Ende des Dorfladens: „Der Bürgermeister kommt und klagt darüber, dass der Kaufmann zumacht“, erzählt Norbert Limberg, Projektleiter für Dorf- und ländliche Regionalentwicklung des Amtes für Nordfriesland 157 � März 2007 11

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