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zum Text (pdf) - von Patrik Schneider

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Dr. Patrik Schneider, Achern 1Gedanken zum Barmherzigen Samariter (Lk 10, 25-37)Wenn ich meine Berufsschüler nach dem religiösen Motiv sozialcaritativen Handelns derKirchen – z. B. nach dem Besuch einer kirchlichen Obdachloseneinrichtung – frage, kommtmeist wie aus der Pistole geschossen: Nächstenliebe. Fragt man tiefer nach, wird meist diePerikope des barmherzigen Samariters zitiert. Der Samariter steht Pate für die Überzeugung,dass das Proprium des christlichen Handelns eine irgendwie geartete Nächstenliebe ist. DiesePerikope gehört als Spitzentext der christlichen Offenbarungsurkunde zum kulturellenAllgemeingut und begründet die naive Vorstellung über den lieben Gottes mit. Liebsein undChristsein werden somit gleichgesetzt… und das macht die Sache kompliziert. Denntatsächlich ist bei einer genaueren Lektüre der Evangelien Lieb- und Nettsein durchaus nichtdas alleinzige Motiv für ein christlich erkennbares Ethos. Christsein bedeutet eben nicht nurLiebsein. Das ist genau nicht die Moral von der ´Geschicht`.Wie kommen wir an die Tiefe des Textes? Ich versuche es mit drei Schritten.1) Schauen wir auf die Perikope selbst. Jesus erzählt die Geschichte vom Samariter, um einverkrustetes Bild über den Nächsten aufzubrechen. Ausgangspunkt ist das Zentrum derjüdischen Religion: die Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe. Nur wo die beidenEbenen nicht getrennt werden, also die vertikale und horizontale Verbindung gekoppelt ist,kann eine erfüllte Existenz im Sinne Jahwes stattfinden. Hier sind sich der Schriftgelehrte undJesus einig. Die strittige Frage zwischen ihnen scheint jedoch die unterschiedliche Auffassungüber den Begriff des Nächsten zu sein. Wer ist das eigentlich? Darum geht es in dieserPerikope. Der Samariter ist nicht Gott oder ein Symbol für ihn. Es geht um die Auslegung desBegriffs des Nächsten. Damit wird nicht die Gottesfrage diskutiert, sondern die Folge, dasEthos, das sich aus dem Glauben an den Gott ergibt. Nicht wer Gott ist steht zur Debatte,sondern was als Folge für den Gläubigen eintritt. Beide, der Gesetzeslehrer und Jesus stehenin mosaischen, prophetischen und messianische Tradition. In ihr gilt, dass der Gott Israelsnicht nur Garant der Nächstenliebe, sondern auch der Gerechtigkeit ist. Beide WesenszügeJahwes gehören in dieser Religion zusammen.Jesus bricht im Erzählen der Geschichte vom Samariter ein weitverbreitetes Missverständnisauf: nämlich, dass der Nächste unmittelbar zur Familie, oder im weiteren Sinne an seinerVolks- oder Religionszugehörigkeit festgemacht werden kann. Diese Milieuzugehörigkeitverleitet schnell zu einem ausgrenzenden „Wir-Gefühl“. Der Nächste ist nach Jesu Wortenjedoch der, dem ich mich zuwende, der, der mir begegnet, der, der in Not geraten ist. AlleMenschen sind Ebenbilder Gottes – völlig unabhängig von Religions- oderVolkszugehörigkeit. Der Nächste kann auch der sein, der uns als der Fremde erscheint. Esgibt keine rituellen, organisatorischen oder politische Gründe, um sich im Antlitz einesMenschen nicht in den Menschen als Nächsten einzufühlen.2) Entscheidend ist das Wort „Mitleid“ (V 33). Dieses Wort klingt antiquiert und irgendwienaiv. Schaut man jedoch die moderneren Deutungen an, wird der Kern sichtbar. Mitleid ist dieÜbersetzung von Sym-pathie bzw. Em-pathie. Im Deutschen verwenden wir dafür heute eherdas Wort: Einfühlung. Darum geht es in diese Perikope. Einfühlung scheint ein zentralesHandlungsmotiv zu sein, das einem den Nächsten nahebringt: eben nicht nur Liebe, Familieoder Heimat. Sich einfühlen können ist demnach eine zentrale christliche Haltung.3) Die Geschichte ist für Erwachsene geschrieben und nicht nur für Religionsschüler derdritten und vierten Klasse. Sie besteht nicht nur aus rührseligen Motiven wie Tränen, Mitleidund Liebsein. Der Samariter war durchaus klug, bodenständig und alles andere als naiv. Ererscheint schon fast modern gesprochen als Notfallmanager. Er organisierte die Versorgungdes Mannes vor Ort. Nach einer professionellen Erstversorgung übergibt er die Pflege demHerbergsbesitzer und bezahlt ihn für dessen zusätzlichen Aufwand. Wahrscheinlich hatte auchder Samariter noch weitere wichtige Termine auf seiner Reise. Nächstenliebe ist also nichtnur ein Gefühl, sondern erfordert Struktur und Organisation. Nur so kann sie effizient sein.

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