März 2008 Liahona

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März 2008 Liahona

K I R C H E J E S U C H R I S T I D E R H E I L I G E N D E R L E T Z T E N T A G E • M Ä R Z 2 0 0 8LiahonaDer HerrJesus Christus


ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON MR. UND MRS. BLAKE RONEYMeines Vaters Haus, Gemälde von Al RoundsUm das Jahr 33 n.Chr. wäre dies, vom Garten Getsemani aus, der Blick auf den Tempel und die Festung Antonia gewesen. Hier sehen wirdie Stadtmauer um die Jerusalemer Altstadt sowie den mit Wildblumen und Ölbäumen bedeckten Abhang.ic2


InhaltMÄRZ 2008134. JAHRGANG • NR. 3HERZLICH WILLKOMMEN ZU DIESER SONDERAUSGABEWenn Sie in den heiligen Schriften die Berichte überdas Leben und Wirken Jesu Christi lesen, erkennen Sie,wie viel Liebe er gezeigt hat. Er heilte und segnete. Erblickte über die Schwächen der Menschen hinweg, umihnen ins Herz zu sehen – und ermöglichte durch seinWirken, seine Lehren und sein großes Sühnopfer Hoffnung,Heilung und Vergebung.Dieser Erretter, der Sohn Gottes, lebt. Er kennt unserHerz und liebt uns. Er hat Mitgefühl und möchte unssegnen. Das ist die Botschaft dieser Zeitschrift. Sie findensie in den Worten der lebenden Propheten und Apostel,die lehren, wer Christus ist und was er uns ermöglicht.Und Sie finden sie in den Zeugnissen gewöhnlicherMenschen, die gesegnet worden sind, weil sie die EinladungChristi angenommen haben, zu ihm zu kommen,von ihm zu lernen und ihm zu folgen.Wir ermutigen Sie: Befassen Sie sich gebeterfülltmit diesen Botschaften, beherzigen Sie sie und gebenSie sie weiter.– Die Herausgeber4 42UMSCHLAGBILDVorderseite: Ausschnitt aus CarlHeinrich Blochs Gemälde Christusmit einem Jungen. Rückseite:Foto von einer Lilie von Matthew Reier.REGULÄREBOTSCHAFTENBOTSCHAFT VON DERERSTEN PRÄSIDENTSCHAFTWir geben Zeugnis4von Jesus ChristusPRÄSIDENT GORDON B. HINCKLEYWas die Zukunft auch bringenmag, der Erlöser der Welt stehtzuverlässig und sicher da.BESUCHSLEHRBOTSCHAFTBitte wählen Sie einen Artikelaus, der den Bedürfnissender Schwestern, die Sie besuchen,entspricht, und sprechenSie darüber.BEITRÄGE IN DIESER SONDERAUSGABEEr lebt! Das Zeugnis neuzeitlicher Propheten8Jeder der fünfzehn Präsidenten der Kirche Jesu Christi derHeiligen der Letzten Tage hat vom Erlöser Zeugnis gegeben.Wer ist Jesus Christus?12 PRÄSIDENT BOYD K. PACKEREr ist unser Herr, unser Erlöser, unser Fürsprecher beim Vater.Er hat uns mit seinem Blut erlöst.„Ich bin der Weg“20 DAVID A. EDWARDSDas Brot des Lebens. Das Licht der Welt. Der wahre Weinstock.Der gute Hirt. Als Jesus sagte: „Ich bin …“, klärte er uns darüberauf, wer er ist und was er für uns tut.


58Glaube an Jesus Christus24ELDER RUSSELL M. NELSONDer Glaube an Jesus Christus bringt uns nicht nur Segnungenin diesem Leben, sondern ist auch für unsere ewige Errettungund Erhöhung notwendig.Emilios Glaube31RAMON RAMIREZEmilio ging es jeden Tag schlechter. Die Ärzte wussten nichtrecht, wie sie ihm helfen konnten. Aber dieser junge Mannglaubte an den Erlöser, und das war entscheidend.Das Sühnopfer Jesu Christi32ELDER JEFFREY R. HOLLANDDas Sühnopfer des einziggezeugten Sohnes Gottes im Fleischist die entscheidende Grundlage, auf der jede christlicheLehre ruht, und der größte Ausdruck göttlicher Liebe, dendiese Welt je erfahren hat.Das Sühnopfer in Aktion39NAME DER REDAKTION BEKANNTAls Alex ganz unten war, dachte er daran, dass er immer umHilfe beten konnte.Der lebendige Christus – das Zeugnis der Apostel42der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten TageWorte neuzeitlicher Apostel sowie Kunstwerke, die das Lebenund Wirken Jesu zeigen.Kommt zu Christus!48PRÄSIDENT HENRY B. EYRINGKomm zu Christus! – das ist die wichtigste Einladung, dieman an jemanden richten kann, die wichtigste Einladung,die jemand annehmen kann.32War ich errettet?53CHARLOTTE GOODMAN McEWANAls ich aufgefordert wurde, vor aller Augen Jesus Christus alsmeinen Erlöser anzunehmen, wusste ich nicht, was ich tunsollte. Erst später wurde mir bewusst, dass ich ihn bereits angenommenhatte.Wir glauben54Was denken die Heiligen der Letzten Tage über JesusChristus?So werden wir ein Zeuge Christi58ELDER D. TODD CHRISTOFFERSONWir können aktiv dazu beitragen, dass andere, vor allemunsere Kinder, zu Christus kommen.Mit den Kirchenliedern verehren wir Gott64Wenn wir die Kirchenlieder singen, können wir unseremErlöser damit danken und ihn preisen, und wir könnenmehr über sein wiederhergestelltes Evangelium erfahren, ansein Sühnopfer denken und uns verpflichten, ihm zu folgen.Klare und kostbare Wahrheiten68Lehren über Jesus Christus. Passende Aussagen aus derBibel, von neuzeitlichen Propheten und aus neuzeitlichenheiligen Schriften.Wenn Sie mehr über den Erlösererfahren und sich diese Ausgabe imInternet anschauen möchten, werden Sieauf www.lds.org in vielen Sprachen fündig.2


24SO NUTZEN SIE DIESEAUSGABEDie Bedeutung der TitelJesu Christi. Jesus Christusist in den heiligen Schriftenunter vielen Namen bekannt.Einige werden in dieser Ausgabeerörtert. Wie haben Sieseine Liebe dadurch gespürt,dass Sie seine Namen kennenund verstehen, was jederdavon für Sie bedeutet?Geben Sie Zeugnis vonJesus Christus. Wenn Sie„So werden wir ein ZeugeChristi“ (Seite 58) gelesen haben,überlegen Sie, auf welcheWeise Sie als Zeuge für ihn auftretenkönnen – und es auchtun. Wie wird Ihr Glaube dadurchgestärkt?Das Evangelium lehren undlernen. Die Kirche Jesu Christider Heiligen der Letzten Tagestellt viele Hilfsmittel zur Verfügung,damit das Evangelium inder Familie und in der Kirchegelehrt werden kann. WeitereInformationen erhalten Sie unterwww.ldscatalog.com oderbeim Versand in Ihrem Gebiet.75RUBRIKEN74 PosterStimmen von Heiligen der Letzten Tage75Wie die Verheißungen Jesu Christi MenschenHoffnung geschenkt haben.Ich möchte wie Jesus sein80Was Kinder erlebt haben, die dem BeispielJesu gefolgt sind.THEMEN IN DIESER AUSGABEAbendmahl, 39Apostel, 42Auferstehung, 32, 54Bekehrung, 39, 48Bündnisse, 48Dankbarkeit, 64Demut, 12Dienen, 75, 80Entscheidungsfreiheit, 12Fall Adams und Evas, 32Gehorsam, 58, 64Glücklichsein, 48Heilige Schriften, 54, 68Heilung, 31Jesus Christus, Glaube an,4, 8, 24, 31, 48, 54, 68,74, 75Jesus Christus, sein Beispiel,48, 58, 68, 74, 80Jesus Christus, seine Gnade,32, 53, 54, 68Jesus Christus, seine Titel,4, 12, 20, 42, 68Missionsarbeit, 58, 80Musik, 64, 75Opfer, 32Ostern, 75Propheten, 8, 68Rettung, 75Schöpfung, 12, 24Smith, Joseph, 54, 68Sühnopfer, 12, 32, 39, 64Taufe, 39, 48, 53Tod, 75Umkehr, 12, 39Zeugnis, 4, 8, 20, 42, 58März 2008, 134. Jahrgang, Nr. 3LIAHONA 02283 150Offizielle deutschsprachige Veröffentlichung derKirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten TageDie Erste Präsidentschaft: Gordon B. Hinckley,Thomas S. Monson, Henry B. EyringDas Kollegium der Zwölf Apostel: Boyd K. Packer,L. Tom Perry, Russell M. Nelson, Dallin H. Oaks,M. Russell Ballard, Joseph B. Wirthlin, Richard G. Scott,Robert D. Hales, Jeffrey R. Holland, Dieter F. Uchtdorf,David A. Bednar, Quentin L. CookEditor: Jay E. JensenBerater des Editors: Gary J. Coleman, Yoshihiko Kikuchi,Gerald N. Lund, W. Douglas ShumwayManaging Director: David L. FrischknechtEditorial Director: Victor D. CaveSenior Editor: Larry HillerLeiter Grafik: Allan R. LoyborgManaging Editor: R. Val JohnsonAssistant Managing Editor: Jenifer L. GreenwoodAssociate Editor: Ryan Carr, Adam C. OlsonAssistant Editor: Susan BarrettRedaktion: Christy Banz, Linda Stahle Cooper, David A.Edwards, LaRene Porter Gaunt, Carrie Kasten, JenniferMaddy, Melissa Merrill, Michael R. Morris, Sally J. Odekirk,Judith M. Paller, Vivian Paulsen, Joshua J. Perkey, KimberlyReid, Richard M. Romney, Don L. Searle, Janet Thomas,Paul VanDenBerghe, Julie Wardell,Redaktionssekretariat: Laurel TeuscherMarketing Manager: Larry HillerManaging Art Director: M. M. KawasakiArt Director: Scott Van KampenProduction Manager: Jane Ann PetersGestaltung und Produktion: Cali R. Arroyo, ColletteNebeker Aune, Howard G. Brown, Julie Burdett, Thomas S.Child, Reginald J. Christensen, Kathleen Howard, Eric P.Johnsen, Denise Kirby, Ginny J. Nilson, Randall J. PixtonLeiter Druck: Craig K. SedgwickLeiter Vertrieb: Randy J. BensonÜbersetzung: Axel GomannLokalteil:Siehe Impressum Regionale UmschauDeutschland – Österreich – SchweizVertrieb:The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints,European Distribution Ltd., Magazinservice,Steinmühlstr. 16, 61352 Bad Homburg, DeutschlandTel.: 06172-492 858; Fax: 06172-492 890;E-Mail: liahona-edl@ldschurch.orgJahresabonnement:EUR 16,00; CHF 26,00Folgende Zahlungsmethoden sind möglich:Kreditkarte: Anruf oder E-Mail an EDLEC-Karte, Kreditkarte oder bar im TempelkleiderverkaufBern, Freiberg und FriedrichsdorfÜberweisung auf folgendes Konto: Dresdner Bank, BadHomburg, Konto-Nr. 07 264 094 00, BLZ 500 800 00Verwendungszweck: Abo-Nr. + Name + GemeindeBei Einzahlungen aus Österreich und der Schweiz zusätzlich:SWIFT BIC: DRES DE FF 523IBAN: DE52 5008 0000 0726 4094 00Adressenänderung bitte einen Monat im Voraus melden.Manuskripte und Anfragen bitte an: Liahona,Room 2420, 50 East North Temple Street, Salt Lake City,UT 84150-3220, USA; oder per E-Mail an:liahona@ldschurch.org.Der Liahona (ein Begriff aus dem Buch Mormon, der„Kompass“ oder „Wegweiser“ bedeutet) erscheint aufAlbanisch, Armenisch, Bislama, Bulgarisch, Cebuano,Chinesisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Estnisch,Fidschi, Finnisch, Französisch, Griechisch, Haitianisch,Hindi, Indonesisch, Isländisch, Italienisch, Japanisch,Kambodschanisch, Kiribati, Koreanisch, Kroatisch, Lettisch,Litauisch, Madagassisch, Marshallesisch, Mongolisch,Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch,Rumänisch, Russisch, Samoanisch, Schwedisch, Sinhala,Slowenisch, Spanisch, Tagalog, Tahitianisch, Tamil, Telugu,Thai, Tongaisch, Tschechisch, Ungarisch, Ukrainisch, Urduund Vietnamesisch. (Erscheinen variiert nach Sprache.)© 2008 by Intellectual Reserve, Inc. Alle Rechte vorbehalten.Printed in the United States of America.Text- und Bildmaterial im Liahona darf für den gelegentlichen,nichtkommerziellen Gebrauch in Kirche und Familie vervielfältigtwerden. Bildmaterial darf nicht vervielfältigt werden,wenn dies aus dem Quellenhinweis entsprechend hervorgeht.Fragen richten Sie bitte an: Intellectual Property Office, 50 EastNorth Temple Street, Salt Lake City, UT 84150, USA, E-Mail:cor-intellectualproperty@ldschurch.org.Den Liahona finden Sie in vielen Sprachen auch im Internetunter www.lds.org. Die englische Ausgabe finden Sie unter„Gospel Library“, für alle anderen klicken Sie bitte auf„Languages“.For Readers in the United States and Canada:March 2008 Vol. 134 No. 3. LIAHONA (USPS 311-480)German (ISSN 1522–9203) is published monthly byThe Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, 50 East NorthTemple, Salt Lake City, UT 84150. USA subscription price is$10.00 per year; Canada, $12.00 plus applicable taxes.Periodicals Postage Paid at Salt Lake City, Utah. Sixty days‘notice required for change of address. Include addresslabel from a recent issue; old and new address must be included.Send USA and Canadian subscriptions to Salt LakeDistribution Center at address below. Subscription help line:1-800-537-5971. Credit card orders (Visa, MasterCard,American Express) may be taken by phone. (Canada PosteInformation: Publication Agreement #40017431)POSTMASTER: Send address changes to Salt LakeDistribution Center, Church Magazines, PO Box 26368,Salt Lake City, UT 84126-0368.LIAHONA MÄRZ 2008 3


BOTSCHAFT VON DER ERSTENPRÄSIDENTSCHAFTWir gebenZeugnisvon Jesus ChristusEr ist es, den wirverehren. Er ist derHerr, der wiederkommenund auf derErde regieren wird.Er ist unser König,unser Herr, unserMeister, der lebendigeChristus, derzur Rechten seinesVaters steht.PRÄSIDENT GORDON B. HINCKLEYVor etwas mehr als zweitausend Jahrenwurde der Erlöser der Menschheit inBetlehem in Judäa geboren. Als Säuglingwurde er zum Tempel in Jerusalem gebracht.Dort hörten Maria und Josef die wundervollenVerheißungen von Simeon und Hanna, die erklärten,dass dieses kleine Kind dazu bestimmtsei, der Erretter der Welt zu werden.Jesus verbrachte seine Kindheit in Nazaretin Galiläa. Als er zwölf Jahre alt war, wurdeer erneut im Tempel vorgestellt. Maria undJosef sahen, dass er dort mit den Gelehrtendiskutierte, die ihm zuhörten und ihm Fragenstellten (siehe Joseph-Smith-Übersetzung,Lukas 2:46).Jesus wuchs zu einem jungen Mann heran„und seine Weisheit nahm zu und er fandGefallen bei Gott und den Menschen“. (Lukas2:52). Er wurde von Johannes im Jordan getauft,um die Gerechtigkeit ganz zu erfüllen(siehe Matthäus 3:15). Er fastete vierzig Tageund Nächte und widerstand den Versuchungendes Satans, bevor er sein öffentlichesWirken begann. Dann ging er umher undlehrte, heilte und segnete.Der erhabene JahweJesus war wirklich der erhabene Jahwedes Alten Testaments, der die königlicheWohnstatt des Vaters in der Höhe verließund sich herabließ, unter den bescheidenstenUmständen als Baby auf die Welt zukommen. Seine Geburt war Jahrhundertezuvor von Jesaja vorhergesagt worden,der die folgenden prophetischen Wortesprach: „Denn uns ist ein Kind geboren,ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaftliegt auf seiner Schulter; man nennt ihn:Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott,Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.“(Jesaja 9:5.)Dieser Jesus Christus, von dem wir feierlichZeugnis geben, ist, wie Johannes der Offenbarerverkündet hat, „der treue Zeuge,der Erstgeborene der Toten, der Herrscherüber die Könige der Erde. Er liebt uns undhat uns von unseren Sünden erlöst durchsein Blut; er hat uns zu Königen gemacht undzu Priestern vor Gott, seinem Vater. Ihm seidie Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit.“(Offenbarung 1:5,6.)Der Erretter der WeltEr war und ist der Sohn des Allmächtigen.Er war der einzige vollkommeneMensch auf Erden. Er heilte Kranke undbewirkte, dass Lahme gingen, Blinde sahenund Taube hörten. Er weckte Tote auf.Dennoch ließ er es zu, dass ihm das LebenER IST AUFERSTANDEN, GEMÄLDE VON GREG K. OLSEN; UMRANDUNG © DOVER PUBLICATIONS4


Er fastete vierzigTage undNächte undhielt den Versuchungendes Satansstand, bevor er seinöffentliches Wirkenbegann. Dann ginger umher und lehrte,heilte und segnete.Niemand kann ganzerfassen, wie großsein Leben, wie erhabensein Tod undwie umfassend seinGeschenk an dieMenschheit war.genommen wurde – als Sühnopfer, dessenErhabenheit und Bedeutung wir nicht erfassenkönnen.Lukas berichtet, dass seine Qual so großwar, dass „sein Schweiß … wie Blut [war],das auf die Erde tropfte“. (Lukas 22:44.)Dieses körperliche Anzeichen seiner Qualwird sowohl im Buch Mormon als auch imBuch Lehre und Bündnisse bestätigt (sieheMosia 3:7; LuB 19:18). Jesus hat in Getsemaniund am Kreuz auf Golgota, nur wenigehundert Meter von Getsemani entfernt, sowohlkörperliche als auch geistige „Versuchungen,… Pein, … Hunger, Durst und Erschöpfung“erlitten, „selbst mehr, als einMensch ertragen kann“, so König Benjamin,„ohne daran zu sterben“. (Mosia 3:7.)Nach der Qual, die er in Getsemaniertragen hatte, wurde er verhaftet, verhörtund verurteilt. Anschließend musste er dieunbeschreiblichen Schmerzen des Todesam Kreuz erleiden und wurde im Grab desJosef aus Arimathäa bestattet. Dann folgteseine triumphale Auferstehung. Das Kindvon Betlehem, er, der vor zweitausend Jahrenauf den staubigen Straßen des HeiligenLandes wandelte, wurde der Herr, der Allmächtige,der König der Könige, der Urheberder Errettung für alle. Niemand kannganz erfassen, wie groß sein Leben, wie erhabensein Tod und wie umfassend seinGeschenk an die Menschheit war. Wie derWEG MIT DIR, SATAN!, GEMÄLDE VON CARL HEINRICH BLOCH, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES NATIONALHISTORISCHEN MUSEUMS AUF SCHLOSS FREDERIKSBORG IN HILLERØD, DÄNEMARK6


Hauptmann beim Kreuz erklären wir unmissverständlich:„Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.“(Markus 15:39.)Unser lebendiger HerrSo lautet das Zeugnis der Alten Welt, der Bibel. Aberes gibt noch eine weitere Stimme, nämlich das Zeugnisder Neuen Welt, das Buch Mormon. Darin stellt der Vaterseinen auferstandenen Sohn mit den Worten vor: „Sehtmeinen geliebten Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe,in dem ich meinen Namen verherrlicht habe.“ (3 Nephi11:7.) Diese Worte sind der Beginn eines Berichts überdas Wirken des Erretters unter einigen seiner „anderenSchafe“ (siehe Johannes 10:16), nachdem er von Jerusalemin den Himmel aufgefahren war. Die Botschaft vonder Göttlichkeit Jesu Christi und von den ewigen Segnungen,die alle Söhne und Töchter Gottes durch seine erlösendeLiebe empfangen können, zieht sich durch dasgesamte Buch Mormon. Wie ein Prophet aus dem BuchMormon sagte:„Denn wir arbeiten eifrig daran zu schreiben, um unsereKinder und auch unsere Brüder zu bewegen, dass siean Christus glauben und sich mit Gott versöhnen lassen;denn wir wissen, dass wir durch Gnade errettet werden,nach allem, was wir tun können.Und wir reden von Christus, wir freuen uns überChristus, wir predigen von Christus, wir prophezeienvon Christus, und wir schreiben gemäß unseren Prophezeiungen,damit unsere Kinder wissen mögen, von welcherQuelle sie Vergebung ihrer Sünden erhoffen können.“(2 Nephi 25:23,26.)Dazu kommt noch das Zeugnis der neuzeitlichenPropheten: „Und nun, nach den vielen Zeugnissen, dievon ihm gegeben worden sind, ist dies, als letztes vonallen, das Zeugnis, das wir von ihm geben, nämlich: dasser lebt!“ (LuB 76:22.) Im Buch Lehre und Bündnisse gibtder Herr eindeutig Zeugnis von seiner göttlichen Aufgabe:„Ich bin Alpha und Omega, Christus, der Herr; ja,ich bin es selbst, der Anfang und das Ende, der Erlöserder Welt.“ (LuB 19:1.)Wir sehen in ihm nicht nur unseren Meister und gutenHirten, sondern auch unser großes Vorbild, und er lädtuns ein: „Wenn du vollkommen sein willst, … dann kommund folge mir nach.“ (Matthäus 19:21.)Der SchlusssteinEr ist der Schlussstein der Kirche, die seinen Namenträgt – der Kirche Jesu Christi der Heiligen der LetztenTage. Es ist uns Menschen kein anderer Name gegeben,durch den wir gerettet werden können (siehe Apostelgeschichte4:12). Er ist der Urheber unseres Heils, er gibtewiges Leben (siehe Hebräer 5:9). Niemand kommt ihmgleich. Es hat nie jemanden wie ihn gegeben. Es wird nie jemandenwie ihn geben. Gott sei gedankt, dass er uns seinengeliebten Sohn geschenkt hat, der sein Leben hingegebenhat, damit wir leben können, und der der unverrückbareSchlussstein unseres Glaubens und seiner Kirche ist.Der Mittelpunkt unseres GlaubensWir wissen nicht, was noch alles auf uns zukommt. Wirleben in einer ungewissen Welt. Einige werden Großesvollbringen. Andere erleben Enttäuschung. Einige erlebenviel Freude, sind gesund und haben ein angenehmes Leben.Andere erleben vielleicht Krankheit und Leid. Wir wissenes nicht. Eines aber wissen wir: Was die Zukunft auchbringen mag, der Erlöser der Welt, der Sohn Gottes, stehtzuverlässig und sicher da, wie der Polarstern am Himmel,der Anker unseres unsterblichen Lebens. Er ist der Fels unsererErrettung, unsere Stärke, unser Trost, ja, der Mittelpunktunseres Glaubens.Auf ihn blicken wir, in sonnigen wie in düsteren Zeiten.Er ist da. Er spricht uns Mut zu und lächelt uns zu.Er ist es, den wir verehren. Er ist der Sohn des lebendigenGottes, der Erstgeborene des Vaters, der Einziggezeugteim Fleisch. Er ist „von den Toten auferwecktworden als der Erste der Entschlafenen“ (1 Korinther15:20). Er ist der Herr, der wiederkommen wird, „umauf Erden über sein Volk zu regieren“ (LuB 76:63; sieheauch Micha 4:7; Offenbarung 11:15).Keiner auf Erden war größer als er. Niemand sonst hatein vergleichbares Opfer gebracht oder eine vergleichbareSegnung ermöglicht. Er ist der Erretter und Erlöser derWelt. Ich glaube an ihn. Ich verkünde ohne jeden Zweifelund Vorbehalt, dass er ein Gott ist. Ich liebe ihn. Ich nenneden Namen Jesu Christi voller Ehrfurcht und Erstaunen.Er ist unser König, unser Herr, unser Meister, der lebendigeChristus, der zur Rechten seines Vaters steht. Er lebt!Er lebt, strahlend und wunderbar, der lebendige Sohn deslebendigen Gottes. ■LIAHONA MÄRZ 2008 7


Er lebt!Das Zeugnis neuzeitlicher Propheten„Und nun, nach den vielen Zeugnissen, die von ihm gegebenworden sind, ist dies, als letztes von allen, das Zeugnis,das wir von ihm geben: dass er lebt!“ (LuB 76:22.)Er lebt!“ Dieses Zeugnis gab derProphet Joseph Smith vomErretter Jesus Christus. Mitder gleichen Gewissheit haben allefolgenden Präsidenten der KircheJesu Christi der Heiligen der LetztenTage, die wir als Propheten, Seherund Offenbarer bestätigen, von derGöttlichkeit Jesu Christi, seinemSühnopfer und seiner AuferstehungZeugnis gegeben.Präsident Gordon B. Hinckley„Ich weiß, dass ichnicht das Oberhauptdieser Kirche bin. DerHerr Jesus Christus istdas Oberhaupt. MeineMission, meine wichtigsteAufgabe, meinegrößte Ehre ist es, feierlich Zeugnisdavon zu geben, dass er wirklichlebt. Jesus Christus ist der SohnGottes, der sich herabließ, in dieseWelt des Elends, des Kampfes undSchmerzes zu kommen, um dasHerz der Menschen zum Guten zuverändern, den Weg des ewigen Lebenszu lehren und sich selbst alsOpfer für die Sünden der ganzenMenschheit zu geben. Er ist der Königder Könige und Herr der Herren,und er regiert auf immer und ewig(siehe Messias von Händel). … Ichgebe feierlich Zeugnis, dass er lebtund zur Rechten des Vaters steht.“ 1Präsident Howard W. Hunter(1907–1995)„Ich bin dankbar, …zu Menschen zu gehören,die fest davonüberzeugt sind, dassGott lebt, dass Jesusder Christus ist. Ichbezeuge Ihnen, dassdie Geschichte von dem Kind, das inBetlehem in einer Krippe geborenwurde, kein Märchen aus der Vergangenheitist, sondern dass Jesus, derSohn Gottes, von Maria geborenwurde. Er lebte unter den Menschen,er starb am Kreuz und ist auferstanden.Er lebt heute wirklich und wahrhaftig.Er ist ein persönliches Wesenund der Erlöser der Welt.“ 2Präsident Ezra Taft Benson(1899–1994)„Manchmal wird dieFrage gestellt: ,SindMormonen Christen?‘Wir verkünden dieGöttlichkeit Jesu Christi.Wir betrachten ihnals die einzige Quelleunserer Errettung. Wir sind bestrebt,nach seinen Lehren zu leben, undfreuen uns auf die Zeit, wo er auf dieErde zurückkommen wird, um alsKönig der Könige und Herr der Herrenzu regieren. Mit den Worten einesPropheten aus dem Buch Mormonsagen wir den Menschen vonheute: ‚[Es wird] kein anderer Namenoch irgendein anderer Weg oder einanderes Mittel gegeben…, wodurchden Menschenkindern Errettung8


FOTO VON EZRA TAFT BENSON VON BUSATH PHOTOGRAPHY; DAS ZWEITE KOMMEN, GEMÄLDE VON GRANT ROMNEY CLAWSONzuteil werden kann, als nur im unddurch den Namen Christi, des Herrn,des Allmächtigen.‘ (Mosia 3:17.)“ 3Präsident Spencer W. Kimball(1895–1985)„Wie keine andereGruppe, von derich weiß, heben wir[Jesus Christus] aufein Podest. Für unsist er nicht nur derSohn Gottes. Er istauch ein Gott und wir sind von ihmabhängig. …Wie viel wir auch von ihm reden,es ist immer noch zu wenig.Er ist nicht nur der Zimmermann,der Nazoräer, der Galiläer, sondernJesus Christus, der Gott dieser Erde,der Sohn Gottes und vor allem unserErretter, unser Erlöser. …Ich füge mein eigenes Zeugnishinzu. Ich weiß, dass Jesus Christusder Sohn des lebendigen Gottes istund dass er für die Sünden der Weltgekreuzigt wurde.Er ist mein Freund, mein Erretter,mein Herr, mein Gott.“ 4Präsident Harold B. Lee (1899–1973)„Nach einer langenNacht des Forschensund Tagen geistigerVorbereitung, die darauffolgten, erhielt ichein Zeugnis, mächtiger,als wenn ich mit eigenenAugen gesehen hätte, bis ich miteiner Sicherheit, die jedem Zweifelstandhielt, bezeugen konnte, dass ichmit jeder Faser meiner Seele wusste:Jesus ist der Christus, der Sohn des lebendigenGottes. Er lebte. Er starb. Erist auferstanden und präsidiert heuteim Himmel und leitet die Angelegenheitendieser Kirche, die seinen Namenträgt, weil sie seine Lehre verkündet.In Demut gebe ich Ihnen diesesZeugnis.“ 5Präsident Joseph Fielding Smith(1876–1972)„Die Errettung ist inChristus. Sie wirddurch das unbegrenzteund ewigeSühnopfer, das erdurch das Vergießenseines Blutes vollbrachte,zustande gebracht. Er ist derSohn Gottes und kam in die Welt, umdie Menschen vom zeitlichen und geistigenTod zu erlösen, der durch das,was wir den Fall Adams nennen, bewirktwurde.LIAHONA MÄRZ 2008 9


Durch seine Güte und Gnade werdenalle Menschen aus dem Grab hervorkommen,um für ihre Taten in derSterblichkeit gerichtet zu werden. …Ich weiß, dass er lebt, dass er obenim Himmel und unten auf der Erderegiert und dass seine Absichten verwirklichtwerden. Er ist unser Herrund unser Gott. Er hat selbst zu JosephSmith gesagt: ‚Der Herr ist Gott,und außer ihm gibt es keinen Erretter.‘(LuB 76:1.)“ 6Präsident David O. McKay(1873–1970)„,Wie sollen wir denWeg kennen?‘, fragteThomas, als er mitden übrigen Apostelnund dem Herrn nachdem Mahl an jenemdenkwürdigen Abenddes Verrats am Tisch saß, und dieAntwort Christi lautete: ‚Ich bin derWeg und die Wahrheit und das Leben.‘(Johannes 14:5,6.) Ja, das ist er!Er ist die Quelle unseres Trosts, dieInspiration unseres Lebens, der Urheberunserer Errettung. Wenn wirunsere Beziehung zu Gott erkennenwollen, gehen wir zu Jesus Christus.Wenn wir wissen wollen, ob die Seelewirklich unsterblich ist, finden wir inder Auferstehung des Erretters dasbeste Beispiel. …Er ist das einzige vollkommeneWesen, das je auf der Erde gelebt hat,unser erhabenstes, edelstes Vorbild,göttlich im Wesen, vollkommen in derLiebe, unser Erlöser, unser Erretter,der makellose Sohn des ewigen Vaters,das Licht, das Leben, der Weg.“ 7Präsident George Albert Smith(1870–1951)„Der Erlöser starb, damitwir leben können.Er überwand den Todund das Grab und gibtallen, die seinen Lehrengehorchen, dieHoffnung auf eineherrliche Auferstehung.“ 8„Ich habe in der Welt viele gefunden,die nicht wussten, dass wir andie göttliche Mission unseres Herrnglauben. Und ich bin mehr als einmalgeführt worden, zu sagen, dass es inder Welt kein Volk gibt, das die göttlicheMission Jesu Christi so gut versteht,das uneingeschränkt daranglaubt, dass er der Sohn Gottes war,das so zuversichtlich ist, dass er zudieser Zeit in Herrlichkeit zur Rechtendes Vaters thront, wie die Heiligender Letzten Tage.“ 9Präsident Heber J. Grant(1856–1945)„Den Mitgliedernder Kirche und denfriedliebenden Menschenin aller Weltsagen wir: Sehen Siein dem Mann ausGaliläa nicht bloßeinen großen Lehrer, nicht bloßeinen unvergleichlichen Führer,sondern den Friedensfürsten, denUrheber des Heils hier und jetzt,ja, buchstäblich und wahrhaftig denErretter der Welt! …Jesus ist der Erlöser der Welt, derErretter der Menschheit. Er ist miteinem gottgegebenen Auftrag zurErde gekommen, nämlich zu sterben,damit die Menschen erlöst werdenkönnen. Jesus Christus ist buchstäblichder Sohn Gottes, der Einziggezeugteim Fleische. Er ist unserErlöser. Wir verehren ihn.“ 10Präsident Joseph F. Smith(1838–1918)„Der Heilige Geisthat zu mir gesprochen– nicht durch dasOhr, nicht durchdas Auge, sondernzu meinem Geist, zudem, was in mir lebendigund ewig ist – und hat miroffenbart, dass Jesus der Messias ist,der Sohn des lebendigen Gottes. Ichbezeuge euch, dass ich weiß, dassmein Erlöser lebt. Außerdem weißich, dass ich ihn auf dieser Erde sehenwerde und dass ich ihn sehenwerde, wie er ist. … Der Herr hatmir dies offenbart. Er hat meinenganzen Geist mit diesem Zeugniserfüllt, bis für Zweifel kein Raummehr ist.“ 11Präsident Lorenzo Snow (1814–1901)„Das Wesen, das imHimmel weilte, dasdort vor Anbeginnder Erde regierte,das die Erde schufund das in der Mitteder Zeiten herabkam,um das, was es erschaffen hatte, zuvervollkommnen und zu erretten,ist den Menschen in dieser Zeiterschienen.“ 1210


„Wir bezeugen der ganzen Welt, Präsident John Taylor (1808–1887) Der Prophet Joseph Smith (1805–1844)John Taylor, Seite 43Jesus Christus auf Weisung seines bezahlt, die durch unsere ersten Elternüber uns gekommen ist.“ 16 gestellt von John A. Widtsoe, 1941, Seite 2616. Discourses of Brigham Young, zusammen-Vaters.“ 14dass wir durch göttliche Offenbarungwissen, selbst durch die Kundgebungendes Heiligen Geistes, dass Jesusder Christus ist, der Sohn des lebendigenGottes. Er offenbarte sich JosephSmith persönlich, so wie er esin alter Zeit, nachdem er aus demGrab hervorgekommen war, bei seinenAposteln tat. Und er gab ihmdie himmlischen Wahrheiten kund,durch die allein die Menschheit errettetwerden kann.“ 13Präsident Wilford Woodruff(1807–1898)„Er war tatsächlichmehr als seine Mitmenschenmit demÖl der Freude gesalbtund rang mit denKräften der Menschenund der Teufel,mit den vereinten Kräften von Erdeund Hölle; dank seiner überlegenenMacht als Gott besiegte er den Tod,die Hölle und das Grab und standals Sohn Gottes, als der wahrhaftigeewige Vater, der Messias, der Fürstdes Friedens, der Erlöser, der Erretterder Welt von den Toten auf; denner hatte das Werk des Sühnopfers,„Und dies ist dasEvangelium, die froheNachricht, wovon unsdie Stimme aus denHimmeln Zeugnis gab:dass er in die Weltgekommen ist, nämlichJesus, um für die Welt gekreuzigtzu werden und um die Sünden derWelt zu tragen und um die Welt zuheiligen und um sie von allem Unrechtzu säubern; dass durch ihnalle errettet werden können, dieder Vater in seine Macht gegebenhat und durch ihn gemacht hat.“(LuB 76:40-42.) ■„Christus [ist] zu das sein Vater ihm als dem Sohn Gottesund als Menschensohn aufgetra-dem Zweck auf dieANMERKUNGENErde gekommen, gen hatte, vollendet.“ 151. Teachings of Gordon B. Hinckley, 1997,Seite 285f.sich selbst als Opfer2. The Teachings of Howard W. Hunter,Hg. Clyde J. Williams, 1997, Seite 4hinzugeben, um die3. The Teachings of Ezra Taft Benson, 1988,Menschheit vom Präsident Brigham YoungSeite 104. The Teachings of Spencer W. Kimball, Hg.ewigen Tod zu erlösen.… Von Anfang an und in allem„Ich bezeuge, dassauch Lehren der Präsidenten der Kirche:(1801–1877)Edward L. Kimball, 1982, Seite 7; siehehandelte er in völligem GehorsamJesus der Messias ist,Spencer W. Kimball, Seite 28f.5. The Teachings of Harold B. Lee, Hg.gegenüber dem Willen des Vatersder Erretter und ErlöserClyde J. Williams, 1996, Seite 637der Welt; ich habe 6. „I Know That My Redeemer Liveth“,und trank den bitteren Kelch,Ensign, Dezember 1971, Seite 26f.der ihm gereicht wurde. Hierinseinen Worten gehorcht,7. Lehren der Präsidenten der Kirche:und seineDavid O. McKay, Seite 5, 7offenbaren sich Herrlichkeit, Ehre,8. „Testimony of Elder George Albert Smith“,Unsterblichkeit und ewiges Leben,Verheißungen haben Liahona: The Elders‘ Journal, 2. Februarmit der Liebe, die größer ist als sich erfüllt. Die Erkenntnis, die ich 1915, Seite 5029. „Divine Calling of Prophet Joseph Smith Reviewedin Connection with Mission of Re-Glaube und Hoffnung; denn das von ihm habe, kann die Weisheit derLamm Gottes hat dadurch etwas Welt nicht geben, noch kann sie sie deemer of World“, Deseret News, 27. Dezember1924, Abschnitt 3, Seite 6für den Menschen vollbracht, was wegnehmen. …10. Lehren der Präsidenten der Kirche:dieser nicht für sich selbst vollbringenUnser Herr Jesus Christus – derHeber J. Grant, Seite 244f.konnte. …Erretter der Welt, der die Welt und 11. Lehren der Präsidenten der Kirche:Joseph F. Smith, Seite 7Es gibt kein Wesen, das die Macht alles, was darinnen ist, erlöst hat, 12. Journal History, 5. April 1884, Seite 9hat, die Seele der Menschenkinder ist der Einziggezeugte des Vaters im 13. Deseret News, 31. Januar 1877, Seite 83414. Lehren der Präsidenten der Kirche:zu erretten und ihnen ewiges Leben Fleisch. … Er hat für jeden Menschen Wilford Woodruff, Seite 75, 79zu gewähren, als nur den Herrn den Tod geschmeckt und die Schuld 15. Lehren der Präsidenten der Kirche:LIAHONA MÄRZ 2008 11


Wer istJesus Christus?PRÄSIDENT BOYD K. PACKERAmtierender Präsident des Kollegiums derZwölf ApostelAls Jesus mit den Zwölf bei CäsareaPhilippi zusammenkam, fragte er:„Für wen haltet ihr mich?“ Simon Petrus,der leitende Apostel, antwortete: „Dubist der Messias, der Sohn des lebendigenGottes!“ (Matthäus 16:15,16.) Später bezeugtePetrus, dass Jesus „schon vor derErschaffung der Welt … ausersehen“ war(1 Petrus 1:20). Er war „im Anfang beim Vaterund [ist] der Erstgeborene“ (LuB 93:21).Als der Plan des Vaters – der Plan derErlösung und des Glücklichseins (sieheAlma 34:9) – vorgestellt wurde (siehe Alma42:5,8), war einer notwendig, der sühnte,um allen, die den Plan annahmen, Erlösungund Barmherzigkeit zu gewähren (sieheAlma 34:16; 39:18; 42:15). Der Vater fragte:„Wen soll ich senden?“ Und er, der als Jesusbekannt werden sollte, entschied sich freiund bereitwillig zu der Antwort: „Hier binich, sende mich!“ (Abraham 3:27.) „Vater,dein Wille geschehe, und die Herrlichkeitsei dein immerdar.“ (Mose 4:2.)Zur Vorbereitung wurde die Erde erschaffen:„Durch den Sohn habeich [die Erde] erschaffen, nämlichmeinen Einziggezeugten“,verkündete der Vater (Mose 1:33;siehe auch Hebräer 1:2; Helaman14:12; Mose 2:1).Titel Jesu ChristiDen Propheten des Alten Testaments warer als Jahwe bekannt (siehe Abraham 1:16;Exodus 6:3). Ihnen wurde sein Kommen gezeigt:„Sieh das Lamm Gottes, ja, selbst denSohn des Ewigen Vaters!“ (1 Nephi 11:21;siehe auch Johannes 1:14.) Seiner Mutterwurde gesagt: „[Du] sollst [ihm] den NamenJesus geben. Er wird … Sohn des Höchstengenannt werden.“ (Lukas 1:31,32.)Viele Titel und Namen beschreiben seinegöttliche Mission. Er selbst hat gelehrt: „Ichbin das Licht und das Leben der Welt. Ichbin Alpha und Omega, der Anfang und dasEnde.“ (3 Nephi 9:18.) „Ich bin … euer Fürsprecherbeim Vater.“ (LuB 29:5; siehe auchLuB 110:14.) „Ich bin der gute Hirt.“ (Johannes10:11.) „Ich bin Messias, der König Zions,der Fels des Himmels.“ (Mose 7:53.) „Ichbin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt,wird nie mehr hungern, und wer an michglaubt, wird nie mehr Durst haben.“ (Johannes6:35.) „Ich bin der wahre Weinstock, undmein Vater ist der Winzer.“ (Johannes 15:1.)„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“(Johannes 11:25.) „Ich bin … der strahlendeMorgenstern“ (Offenbarung 22:16), JesusChristus, euer Erlöser, der Große ICH BIN(siehe LuB 29:1).Er ist der Mittler (siehe 1 Timotheus 2:5),der Retter (siehe Lukas 2:11), der Erlöser(siehe LuB 18:47), das Haupt der Kirche(siehe Epheser 5:23), ihr Schlussstein (sieheEr ist unser Herr,unser Erlöser, derMessias, der KönigZions, der Fels desHimmels. Er hatuns mit seinemBlut erlöst.DER CHRISTUS, STATUE VON BERTELTHORVALDSEN; FOTO VON DER ERDE© CORBIS IMAGESLIAHONA MÄRZ 2008 13


Epheser 2:20). Am letzten Tag wird Gott dieMenschen durch Jesus Christus richten, wieer es in seinem Evangelium verkündigt (sieheRömer 2:16; siehe auch Mormon 3:20).„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass erseinen einzigen Sohn hingab“ (Johannes 3:16);„darum kommt die Erlösung im heiligen Messiasund durch ihn; denn er ist voller Gnadeund Wahrheit“ (2 Nephi 2:6).Der Prophet Joseph Smith wurde oft gefragt:„Was sind die wesentlichen GrundsätzeIhrer Religion?“„Die wesentlichen Grundsätze unsererReligion sind das Zeugnis der Apostel undPropheten über Jesus Christus, dass er gestorbenist, begraben wurde und am drittenTag wieder auferstanden und dann in denHimmel aufgefahren ist; und alles andere,was mit unserer Religion zu tun hat, ist nureine Zugabe dazu.“ 1Die Demut Jesu ChristiZum Zeitpunkt der Gefangennahme,die der Kreuzigung vorausging, kam derHerr gerade aus Getsemani. Im Augenblickdes Verrats zog Petrus sein Schwert gegenMalchus, einen Diener des Hohepriesters.Jesus sagte:LINKS: DAS VERLORENE LAMM, GEMÄLDE VON DEL PARSON; FOTO DER WEBARBEIT MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES MUSEUMS FÜR KUNST UND GESCHICHTE DER KIRCHE; RECHTS: FOTO © GETTY IMAGES14


„Steck dein Schwert in die Scheide. …Glaubst du nicht, mein Vater würde mir sogleich mehrals zwölf Legionen Engel schicken, wenn ich ihn darumbitte?“ (Matthäus 26:52,53.)Die ganze Zeit über, während der Herr verspottet, misshandelt,gegeißelt wurde und schließlich die Qualen derKreuzigung erlitt, blieb er still und fügsam – das heißt, bisauf einen besonders beeindruckenden Augenblick, derden Kern der christlichen Lehre offenbart. Es war währenddes Verhörs. Pilatus, der nun Angst hatte, sagte zu Jesus:„Du sprichst nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Machthabe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen?“(Johannes 19:10.)Man kann sich die ruhige Würde, mitder der Herr sprach, nur vorstellen: „Duhättest keine Macht über mich, wenn esdir nicht von oben gegeben wäre.“ (Johannes19:11.) Was sich danach ereignete, geschahnicht, weil Pilatus die Macht dazuhatte, sondern weil der Herr willens war,es hinzunehmen.Ich gebe mein Leben hin, sagte derHerr, „um es wieder zu nehmen.Niemand entreißt es mir, sondernich gebe es aus freiem Willen hin. Ichhabe Macht, es hinzugeben, und ichhabe Macht, es wieder zu nehmen.“(Johannes 10:17,18.)Das Sühnopfer Jesu ChristiVor der Kreuzigung und danach haben viele Menschenin selbstlosen Heldentaten ihr Leben gegeben. Aber niemandmusste sich dem stellen, was Jesus Christus ertragenhat. Auf ihm lag die Last aller menschlichen Übertretungen,aller menschlichen Schuld. Und das Sühnopfer hing in derSchwebe. Durch seine bereitwillige Tat konnten Barmherzigkeitund Gerechtigkeit ausgesöhnt, ewiges Gesetz erhaltenund jene Vermittlung vollbracht werden, ohne die dersterbliche Mensch nicht erlöst werden kann.Aus eigener Entscheidung nahm er für die ganzeMenschheit die Strafe für die Gesamtheit all ihrer Schlechtigkeitund Verderbtheit auf sich; für Unmenschlichkeit,Unsittlichkeit, Perversion und Korruption; für Abhängigkeit;für Morde und Folter und Schrecken – für alles, wasje auf dieser Erde geschehen war oder geschehen würde.Durch diese Entscheidung musste er die überwältigende„Ich bin dergute Hirt.“(Johannes 10:11.)Macht des Bösen aushalten, der weder durch einen Körpereingeschränkt noch den Schmerzen der Sterblichkeitunterworfen war. Das war Getsemani!Wie das Sühnopfer vollbracht wurde, wissen wir nicht.Kein Sterblicher sah, wie das Böse sich abwandte undsich vor Scham vor dem Licht dieses reinen Wesens verbarg.Alle Schlechtigkeit konnte dieses Licht nicht löschen.Nachdem all dies vollbracht worden war, war das Lösegeldbezahlt. Der Tod und die Hölle gaben ihren Anspruch aufalle, die umkehren würden, auf. Endlich waren die Menschenfrei. Jede Seele, die je gelebt hatte, konnte sichnun entscheiden, sich diesem Licht zuzuwenden und erlöstzu werden.Durch dieses unbegrenzte Opfer, „durchdas Sühnopfer Christi [können] alle Menschenerrettet werden …, indem sie dieGesetze und Verordnungen des Evangeliumsbefolgen“. (3. Glaubensartikel.)Das Sühnopfer in den heiligen SchriftenDas englische Wort für Sühnopfer,atonement, besteht eigentlich aus dreiWörtern: at – one – ment, was soviel bedeutet wie einigen; eins mitGott; versöhnen, in Einklang bringen,sühnen.Wussten Sie aber, dass das Wortatonement in der englischen Ausgabedes Neuen Testaments nur einmal vorkommt?Nur einmal! Ich zitiere aus dem Brief des Paulusan die Römer:„Christus [ist] für uns gestorben …Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seinesSohnes, als wir noch (Gottes) Feinde waren, werden wirerst recht, nachdem wir versöhnt sind, gerettet werdendurch sein Leben.Mehr noch, wir rühmen uns Gottes durch Jesus Christus,unseren Herrn, durch den wir jetzt schon die Versöhnung[engl. atonement] empfangen haben.“ (Römer 5:8,10,11.)Nur dieses eine Mal erscheint das Wort atonementin der englischen Übersetzung des Neuen Testaments.Atonement, das Wort aller Wörter! Es war kein unbekanntesWort, denn es war im Alten Testament oft inVerbindung mit dem Gesetz des Mose verwendet worden,aber nur einmal im Neuen Testament. Ich findedas bemerkenswert.LIAHONA MÄRZ 2008 15


16Ich kenne nur eine Erklärung dafür. Dafür schlagenwir das Buch Mormon auf. Nephi bezeugte, dass die Bibeleinst „die Fülle des Evangeliums des Herrn [enthielt], vondem die zwölf Apostel Zeugnis geben“ und „nachdem [dieWorte] durch die Hand der zwölf Apostel des Lammes vonden Juden zu den Andern gelangt sind, siehst du die Entstehungjener großen und gräuelreichen Kirche, die vorallen anderen Kirchen höchst gräuelreich ist; denn siehe,herausgenommen haben sie aus dem Evangelium desLammes viele Teile, die klar und höchst kostbar sind; undauch viele Bündnisse des Herrn haben sie herausgenommen(1 Nephi 13:24,26).Jakob definierte die große und gräuelreiche Kirche mitden folgenden Worten: „Darum, wer gegen Zion streitet,sei er Jude oder einer von den Andern, sei er geknechtetoder frei, sei er männlich oder weiblich, wird zugrunde gehen;denn sie sind es, die die Hure der ganzen Erde sind;denn die nicht für mich sind, die sind gegen mich, sprichtunser Gott.“ (2 Nephi 10:16.)Nephi hat auch gesagt: „Weil aus demBuch so viele klare und kostbare Dingeherausgenommen worden sind, ... stolpernüberaus viele, ja, so sehr, dass derSatan große Macht über sie hat (1 Nephi13:29.) Dann prophezeite er, dass die kostbarenDinge wiederhergestellt werdenwürden (siehe 1 Nephi 13:34,35).Und sie wurden wiederhergestellt. Imenglischen Buch Mormon erscheint dasWort atone in dieser und abgewandelterForm neununddreißigmal. Ich zitiere nureinen Vers aus Alma: „Und nun konnte derPlan der Barmherzigkeit nicht zuwege gebrachtwerden, wenn nicht ein Sühnopfer[atonement] gebracht wurde; darum sühnt[atoneth] Gott selbst für die Sünden der Welt,um den Plan der Barmherzigkeit zuwege zu bringen,um die Forderungen der Gerechtigkeit zubefriedigen, auf dass Gott ein vollkommener, gerechterGott sei, und auch ein barmherziger Gott.“ (Alma 42:15.)Nur einmal im Neuen Testament, aber neununddreißigmalim Buch Mormon. Gibt es ein besseres Zeugnis dafür,dass das Buch Mormon in der Tat ein weiterer Zeuge fürJesus Christus ist?Und das ist nicht alles. Die Wörter atone, atoneth undatonement erscheinen in der englischen Ausgabe des„Ich bin euerFürsprecher beimVater.“ (LuB 110:4.)Buches Lehre und Bündnisse fünfmal und in der KöstlichenPerle zweimal. Siebenundvierzig Hinweise von äußersterWichtigkeit. Und das ist nicht alles! Hunderte weitere Verseerläutern das Sühnopfer.EntscheidungsfreiheitDen Preis des Sühnopfers nahm der Herr freiwillig aufsich, denn Entscheidungsfreiheit ist der höchste Grundsatz.Der Plan sieht vor, dass die Entscheidungsfreiheitgeachtet wird. So war es von Anfang an, seit Eden.„Der Herr sprach zu Henoch: Sieh diese deine Brüder;sie sind das Werk meiner eigenen Hände, und ich gab ihnenihre Erkenntnis an dem Tag, da ich sie erschuf; undim Garten von Eden gab ich dem Menschen seine Selbständigkeit.“(Mose 7:32.)Was immer sich auch im Garten von Eden zutrug,Adam traf im Augenblick seiner größten Prüfung eineEntscheidung. Nachdem der Herr Adam und Eva gebotenhatte, sich zu mehren und die Erdezu füllen, und ihnen geboten hatte,nicht vom Baum der Erkenntnis vonGut und Böse zu essen, sagte er: „Dochdu magst dich selbst entscheiden, denndas ist dir gewährt; aber bedenke, dassich es verbiete, denn an dem Tag, da dudavon isst, wirst du sicherlich sterben.“(Mose 3:17.)Der Mensch konnte nicht durchZwang in die Sterblichkeit gebrachtwerden, es ging um zu viel. Dies hätteim Widerspruch zu eben dem Gesetzgestanden, das für den Plan entscheidendwar. Der Plan sah vor,dass jedes Geistkind Gottes einensterblichen Körper erhielt und geprüftwurde. Adam sah, dass es sosein musste, und traf seine Entscheidung.„Adam fiel, damit Menschensein können, und Menschen sind,damit sie Freude haben können.“ (2 Nephi 2:25.)Adam und Eva mehrten sich und füllten die Erde, wiees ihnen geboten worden war. Dass ihr Körper als AbbildGottes erschaffen wurde, als eigene Schöpfung, war entscheidendfür den Plan. Der anschließende Fall war notwendig.Nur so konnte der Zustand der Sterblichkeit bestehenund der Plan ausgeführt werden.


LINKS: FOTO VON MATTHEW REIER; RECHTS: O MEIN VATER, GEMÄLDE VON SIMON DEWEY, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALTUS FINE ART, AMERICAN FORK, UTAHDie Notwendigkeit des SühnopfersNephi hat beschrieben, was ohne „ein unbegrenztesSühnopfer“ mit unserem Körperund unserem Geist geschehen würde. „UnserGeist“, sagte er, „hätte [dem Teufel] gleichwerden müssen.“ (Siehe 2 Nephi 9:7-10.)Ich benutze das Wort absolut nur selten.Es passt selten. Ich benutze es jetzt – zweimal:Aufgrund des Falls war das Sühnopfer absoluterforderlich, damit die Auferstehungstattfinden und der Tod des Körpers überwundenwerden konnte.Das Sühnopfer war absolut notwendig,damit die Menschen sich von Sünde reinigenund den zweiten, den geistigen Tod, überwindenkonnten, nämlich die Trennung vomVater im Himmel. Denn wir lesen in den heiligenSchriften, dass nichts Unreines in dieGegenwart Gottes eingehen kann (siehe1 Nephi 10:21; 15:34; Alma 7:21; 11:37; 40:26;Helaman 8:25; 3 Nephi 27:19; Mose 6:57).Die Schriftworte „Doch du magst dichselbst entscheiden, denn das ist dir gewährt“(Mose 3:17) machten Adam und Eva und ihreNachkommenschaft mit allen Risiken derSterblichkeit bekannt. In der Sterblichkeitkönnen sich die Menschen frei entscheiden,und jede Entscheidung hat eine Konsequenz.Adams Entscheidung setzte das Gesetz derGerechtigkeit in Kraft. Dieses forderte Todals Strafe für Ungehorsam.Doch jene Worte, die bei dem Verhör gesprochenwurden, nämlich „du hättest keineMacht über mich, wenn es dir nicht von obengegeben wäre“ (Johannes 19:11), zeigen, dassdie Barmherzigkeit gleichwertig war. Ein Erlöserwurde gesandt, um die Schuld zu bezahlenund die Menschen zu befreien. Das warder Plan.Almas Sohn Korianton fand es ungerecht,LIAHONA MÄRZ 2008 17


dass auf Sünde Strafen folgen müssen, dasses eine Bestrafung geben muss. In einer tiefgründigenAbhandlung lehrte Alma seinenSohn und uns den Plan der Erlösung. Almasprach über das Sühnopfer und sagte: „Nunkönnte Umkehr dem Menschen nicht zukommen,wenn nicht eine Strafe ... festgesetztwäre.“ (Alma 42:16.)Wenn Strafe der Preis für die Umkehr ist,so ist das ein Schnäppchenpreis. Konsequenzen,selbst die schmerzhaften, schützen uns.Etwas so Einfaches wie der Schmerzensschreieines Kindes, wenn es mit dem Finger eineFlamme berührt, kann uns das lehren. DasKind könnte verbrennen, würde es denSchmerz nicht spüren.Die Segnungen der UmkehrIch gestehe ohne weiteres, dass ich in einerWelt ohne Umkehr weder Frieden nochGlück noch Sicherheit finden würde. Ich wüsstenicht, was ich tun sollte, wenn es keineMöglichkeit für mich gäbe, meine Fehler auszulöschen.Die Qual wäre mehr, als ich ertragenkönnte. Bei Ihnen mag es anders sein,aber nicht bei mir.Das Sühnopfer wurde vollbracht. Wir brauchennur umzukehren, dann erlangen wirdurch das Sühnopfer allezeit Begnadigungvon Übertretung und vom Tod. Die Rettungsklauselbei alldem ist die Umkehr. Umkehr istder Schlüssel, mit dem wir das Gefängnis voninnen aufschließen können. Wir halten diesenSchlüssel in unseren Händen und essteht uns frei, ihn zu benutzen.Wie überaus kostbar ist die Freiheit, wiewertvoll die Entscheidungsfreiheit!Luzifer beeinflusst auf schlaue Weise unsereEntscheidungen und täuscht uns, was Sündeund deren Folgen angeht. Er und seine Engelverleiten uns, damit wir unwürdig, ja sogarschlecht sind. Aber er kann uns nicht – nichtin aller Ewigkeit, nicht mit all seiner Macht –völlig vernichten, nicht ohne unsere Einwilligung.Hätten die Menschen die Entscheidungsfreiheitohne das Sühnopfer erhalten,wäre sie eine verhängnisvolle Gabe gewesen.Als sein Abbild erschaffenIn Genesis, in Mose, in Abraham, im BuchMormon und im Endowment erfahren wir,dass der sterbliche Körper des Menschen als„FRIEDEN HINTERLASSE ICH EUCH“ (JOHANNES 14:27), GEMÄLDE VON WALTER RANE, MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES MUSEUMS FÜR KUNST UNDGESCHICHTE DER KIRCHE; KELCH, ILLUSTRATION VON WILLIAM F. WHITAKER; BROT, FOTO VON STEVE BUNDERSON; ABENDMAHL, FOTO VON JOHN LUKE18


Abbild Gottes erschaffen wurde, als eigene Schöpfung.Hätte die Schöpfung auf eine andere Weise stattgefunden,wäre der Fall des Menschen nicht möglich gewesen.Wären die Menschen nur Tiere, würde die Logik fürFreiheit ohne Verantwortung sprechen.Wie gut weiß ich, dass unter den Gelehrten jene zu findensind, die auf Tiere und Steine hinabsehen, um den Ursprungdes Menschen zu finden. Sie schauen nicht in sichhinein, um dort den Geist zu finden. Sie schulen sichdarin, alles nach Zeit, nach Tausenden und Millionen Jahrenzu erfassen, und sagen, dass diese Tiere, die Menschengenannt werden, ganz durch Zufall entstanden sind. Unddas steht ihnen frei, denn sie haben ihreEntscheidungsfreiheit.Aber auch wir haben Entscheidungsfreiheit.Wir blicken hinauf und sehen im Universumdas Werk Gottes und erfassen allesin Epochen, in Äonen, in Evangeliumszeiten,in Ewigkeiten. Alles, was wir nicht wissen,nehmen wir im Glauben an.Aber eines wissen wir! Es war allesgeplant, „ehe die Welt gemacht wurde“(LuB 38:1; siehe auch LuB 49:17; 76:13,39;93:7; Abraham 3:22-25). Die Ereignissevon der Schöpfung bis zum Ende derWelt geschehen nicht aus Zufall; sie geschehendurch Entscheidungen! So wares geplant.Das wissen wir! Diese einfache Wahrheit!Hätte es keine Schöpfung und keinenFall gegeben, wäre weder ein Sühnopfernoch ein Erlöser als Vermittler für uns erforderlichgewesen. Dann hätte es Christusnicht geben müssen.Symbole des SühnopfersIn Getsemani und auf Golgota wurde das Blut des Errettersvergossen. Jahrhunderte vorher war das Pascha eingeführtworden, als Symbol und Vorbild dessen, was kommensollte. Es war eine heilige Handlung, die für immerbefolgt werden sollte (siehe Exodus 12).Als die letzte Plage, nämlich der Tod, über Ägyptenverhängt wurde, wurde jeder israelitischen Familie geboten,ein Lamm zu nehmen – erstgeboren, männlich, ohneFehler. Dieses Paschalamm wurde getötet, ohne dass ihmein Knochen zerbrochen wurde. Sein Blut diente dazu,„Ich bin das Brotdes Lebens; wer zumir kommt, wirdnie mehr hungern,und wer an michglaubt, wird niemehr Durst haben.“(Johannes 6:35.)den Eingang des Hauses zu kennzeichnen. Der Herrverhieß, dass der Engel des Todes an den so gekennzeichnetenHäusern vorübergehen und deren Bewohnernicht töten werde. Sie wurden durch das Blut des Lammesgerettet.Nach der Kreuzigung des Herrn verlangte das Gesetzdes Opferns kein Blutvergießen mehr. Denn das war, wiePaulus den Hebräern erklärte, „ein für allemal” getan worden,„ein einziges Opfer für die Sünden … für immer“(siehe Hebräer 10:10,12). Von da an sollte das Opfer einreuiges Herz und ein zerknirschter Geist sein, die Umkehr.Das Pascha sollte für immer gefeiert werden in Formdes Abendmahls. Dabei erneuern wir unserTaufbündnis und denken an den Leibdes Lammes Gottes und an sein Blut, dasfür uns vergossen wurde.Es ist nicht unbedeutend, dass diesesSymbol auch im Wort der Weisheit wiedererscheint. Den Heiligen dieser Generation,die gehorsam sind, wird nicht nurverheißen, dass sie Gesundheit empfangenund große Schätze der Erkenntnisfinden, sondern auch dies: „Ich, derHerr, gebe ihnen die Verheißung, dassder zerstörende Engel an ihnen vorübergehenwird wie an den KindernIsrael und sie nicht töten wird.“(LuB 89:21.)Ich kann Ihnen meine Gefühleüber das Sühnopfer nicht mitteilen,ohne zutiefst bewegtzu sein. Es weckt tiefste Gefühleder Dankbarkeit undDankesschuld. Meine Seele verlangtnach ihm, der es vollbracht hat – nachdiesem Christus, unserem Erretter, dessen Zeuge ichbin. Ich gebe Zeugnis von ihm. Er ist unser Herr, unserErlöser, unser Fürsprecher beim Vater. Er hat uns mitseinem Blut erlöst.Demütig erhebe ich Anspruch auf das SühnopferChristi. Ich schäme mich nicht, vor unserem Vater undseinem Sohn niederzuknien und sie anzubeten. Dennich bin frei zu entscheiden, und dafür habe ich michentschieden! ■ANMERKUNG1. Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, Seite 55LIAHONA MÄRZ 2008 19


„Ich binder Weg“Wenn Jesus Christus sagte: „Ich bin ...“,lehrte er etwas Bedeutendes.DAVID A. EDWARDSZeitschriften der KircheManchmal ergeben sich die einprägsamsten Erfahrungenmit den heiligen Schriften dadurch, dassplötzlich während des Lesens Strukturen sichtbarwerden. Ist Ihnen zum Beispiel jemals aufgefallen,wie oft im Johannesevangelium erwähnt wird, dass Jesusdie Worte „Ich bin“ sprach? Wenn Jesus das sagte, stellteer für gewöhnlich einen Vergleich an, um dieMenschen zu lehren, wer er ist und was er fürsie tut. Schauen Sie sich diese Vergleiche genauan und Sie werden eine Menge überden Erlöser lernen.Das Brot des Lebens„Ich bin das Brot des Lebens; werzu mir kommt, wird nie mehr hungern,und wer an mich glaubt, wird niemehr Durst haben. ... Ich bin das lebendigeBrot, das vom Himmel herabgekommenist. Wer von diesem Brot isst, wird inEwigkeit leben.“ (Johannes 6:35,51.)Am Paschafest feiert man die Befreiung derIsraeliten von Ägypten und isst auch ungesäuertesBrot. Kurze Zeit vor diesem Fest vollbrachte Jesus dasWunder der Speisung der Fünftausend. Viele, die diesesWunder erlebt hatten, folgten ihm, weil er ihnen zu essengegeben hatte. Deshalb lehrte er sie, nach der Speise zutrachten, „die für das ewige Leben bleibt“. (Johannes 6:27).Dann sprach er über das Manna und erinnerte sie, dass esvom Himmel kam, um die Israeliten in der Wüste zu ernähren.Er erklärte: „Ich bin das Brot des Lebens“. Damit sagteer ihnen, dass der himmlischeVater durch ihn geistige Nahrunggesandt hatte sowie dieVerheißung ewigen Lebens.Bei einem späteren Paschafestnahm Jesus Brot als Symbolfür seinen Leib beim Abendmahl.Wenn wir jede Wochebeim Abendmahl vom Brot nehmen, werden wir an JesusChristus erinnert – an sein Opfer, seine Auferstehung unddie Verheißung, dass wir dadurch, dass sein Geist mit unsist, immer geistige Nahrung erhalten.Das Licht der Welt„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wirdnicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird dasLicht des Lebens haben.“ (Johannes 8:12.)Zur Zeit des Laubhüttenfestes nannte Jesus sich dasLicht der Welt. Während dieses Festes wurden jedenAbend die Lichter des Tempels angezündet, als Symbol fürdas Licht Gottes, das in die Welt ausgesandt wird. Johanneshat verkündet, dass Jesus „das wahre Licht [war], das jedenMenschen erleuchtet“ (Johannes 1:9). Und durch denPropheten Joseph Smith offenbarte der Herr, dass dasLicht Christi „durch ihn [ist], der euch die Augen erleuchtet,und das ist dasselbe Licht, das euch das Veständnis belebt“und „das allem Leben gibt [und] … das Gesetz ist,wodurch alles regiert wird“(LuB 88:11,13).FOTOS VON WELDEN C. ANDERSEN; DAS LETZTE ABENDMAHL UND DER HERR IST MEIN HIRTE, GEMÄLDE VONSIMON DEWEY, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALTUS FINE ART, AMERICAN FORK, UTAH20


Unser Verstand und unser Geist werden durch JesusChristus erleuchtet. Sein Licht führt uns auf dem Weg, hilftuns, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, und zeigtuns den Weg zum ewigen Leben.Der Weinstock„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mirbleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht;denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“(Johannes 15:5.)Jesus verglich sich mit dem Weinstock. Dieser Haupttriebverwurzelt nicht nur die ganze Pflanze im Boden,sondern ernährt auch alle kleineren Reben, die aus ihmhervorgehen und Frucht tragen.Jesus Christus ist unserAnker der Hoffnung und unsereQuelle geistiger Nahrungund geistigen Wachstums.Durch ihn erlangen wir dieKraft, die wir brauchen,um ein rechtschaffenesLeben zu führenund gute Werke zuvollbringen. Erist auch dasFundamentder Kirche und der Ursprung ihrerVollmacht, das Evangelium zupredigen und in die ganze Weltzu tragen.Schaf fehlt. Danngeht er es suchen.Seine Schafe sind ihmgehorsam und vertrauenihm völlig.Jesus, der gute Hirt, ruft uns, wennwir vom Weg abweichen. Wenn wir lernen, auf seineStimme zu achten, führt er uns zum sicheren Weidelandder Errettung und des ewigen Lebens und beschützt unsvor den Gefahren des Todes und der Sünde.„Ich bin“„Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch:Noch ehe Abraham wurde, bin ich.“ (Johannes 8:58.)Gewissermaßen sagte Jesus alles, als er einfach nursagte: „Ich bin“. Damit erklärte er, dass er der Schöpferder Welt und Jahwe, der Gott des Alten Testaments, ist,dessen Name buchstäblich bedeutet „Ich bin da“ (sieheExodus 3:14).Jesus ist der Sohn Gottes, der Messias und Erretter, deruns von Sünde und Tod errettet. Aufgrund dessen, werer ist und was er für uns getan hat, können wir immerwährendesLeben haben und zu dem werden, wozuwir bestimmt sind. ■Der gute Hirt„Ich bin der gute Hirt; ichkenne die Meinen und dieMeinen kennen mich.“(Johannes 10:14.)Die wichtigste Aufgabe einesHirten ist es, die Schafezu Futter und Wasser zuführen und sie sicher zurHerde zurückzubringen.Ein Hirte beschützt dieSchafe auch vor Gefahren,wie wilden Tieren und Dieben.Weil er seine Herdekennt, weiß er, wann ein22


„FÜR WEN HALTET IHR MICH?“Diese Frage stellte Jesus Christus seinen Jüngern und Petrus antwortete: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“(Matthäus 16:15,16.) Im Folgenden lesen Sie, wie Teenager und Junge Erwachsene aus der ganzen Welt diese Frage beantworten:DAS VERLORENE SCHAF, GEMÄLDE VON MINERVA TEICHERT; UNIVERSUM, GEMÄLDE VON SIDNEY E. KING; AUSSCHNITT AUS DEM GEMÄLDE KOMM UND FOLGEMIR NACH VON JAMES TAYLOR HARWOOD, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES MUSEUMS FÜR KUNST UND GESCHICHTE DER KIRCHEJesus Christus hat viel für michgetan. Er hat mir meine Familie unddas Evangelium gegeben. Er hat mirin der Schule geholfen. Ich habe einigeStipendien erhalten und ich glaube,dass sie Segnungen von ihm waren.Wäre er nicht gekommen, um uns zuzeigen, wie wir leben sollen, könntenwir nicht zu unserem himmlischenVater zurückkehren.Bryan N., 13, HondurasIch weiß, dass wir durch das Leiden,den Tod und das Sühnopfer des Erlösersauferstehen und geistig und körperlicherlöst werden können. Durch Glaubenund Umkehr habe ich erfahren, dassuns unsere Sünden vergeben werdenkönnen.Joan O., 19, PhilippinenVor langer Zeit lebte ein Mann aufder Erde, ein Mann, dessen Taten undWorte Millionen Menschen berührt haben– auch mich. Er ist Jesus Christus. SeinSühnopfer beeinflusst mein Leben auchweiterhin jeden Tag. Wie erstaunlich istes, zu wissen, dass unsere Wundendurch seine Wunden geheilt werdenkönnen. Weil ich weiß, dass Jesus derChristus ist, bereite ich mich auf eineVollzeitmission vor, um das Evangeliumunter den Menschen auf der Welt zuverbreiten, die seine unendliche Liebenoch nicht gespürt haben. Er ist derErretter und Erlöser meiner Seele.Kristian M., 24, KroatienJesus Christus hat für uns getan, waskein anderer tun konnte. Für mich war esein wunderbarer Augenblick, als ich dasAaronische Priestertum empfing, weil ichwusste, dass es das war, was der Herr vonmir erwartete. Ich folgte seinem Beispiel.Ich weiß, dass er mich weiterhin führenund mir den Weg zeigen wird.Limhi G., 17, MexikoNachdem meine Mutter gestorbenwar, kam mir das Leben viel zu schwervor. Schließlich wandte ich mich an meinenBischof um Rat. Was er mir sagte, warnicht gerade das, was ich erwartet hatte,aber es veränderte mein Leben. Er fordertemich auf, mich auf den himmlischen Vaterzu verlassen, indem ich betete, in denheiligen Schriften las und darauf vertraute,dass der Heiland für mich da war. Ichsollte ihm so sehr vertrauen, dass ichspüren konnte, wie meine Last leichterwurde. Zweieinhalb Jahre danach weißich, dass wir alle, aufgrund dessen, werder Erretter ist und was er für uns getanhat, beständigen Frieden haben können.Whitney W., 19, Arizona, USAIch weiß, dass Jesus Christus lebt. Erliebt mich, und er hat sein Leben für michgegeben. Er ist mein Freund. Durch seineLehren lerne ich, wie er zu sein. Er istgerecht, gütig, vollkommen und freundlich.Er hat in Getsemani für einen jeden gelitten.Ich weiß: Er ist der lebendige Christus,mein Erretter, mein Fels und mein Herr.Claudia R., 25, MexikoIch bin in der Kirche aufgewachsen undhabe, seit ich ein kleines Mädchen war, inder PV von Jesus gelernt. Seitdem ist meinZeugnis stärker geworden. Jetzt bin ich aufMission und freue mich, dass ich jeden Tagdie Gelegenheit habe, anderen Menschenvom Evangelium zu erzählen und Zeugnisvon Jesus Christus zu geben.Wenn ich an den Erlöser denke und analles, was er für mich getan hat, möchte ichihm näher sein. Ich beziehe das, was ichals Kind gelernt habe, auf mich selbst. Ichfreue mich, dass ich anderen Menschenhelfen kann, die Liebe unseres ErlösersJesus Christus zu spüren. Das sage ichnicht nur – dieses Zeugnis kommt vonHerzen.Susana V., 21, TongaLIAHONA MÄRZ 2008 23


Glaubean Jesus ChristusELDER RUSSELL M. NELSONvom Kollegium der Zwölf ApostelDIE SCHEIDUNG VON GEWÖLBE UND WASSER, GEMÄLDE VON STANLEY GALLI, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNGDES MUSEUMS FÜR KUNST UND GESCHICHTE DER KIRCHE; DER HERR JESUS CHRISTUS, GEMÄLDE VON DEL PARSONMein langer Weg zum Doktortitel inMedizin war nur ein Anfang. Darauffolgten die Jahre, in denen ich imKrankenhaus arbeitete, forschte, die Ausbildungzum Facharzt machte und die entsprechendenPrüfungen ablegte. Danach unterrichteteich viele Jahre lang, arbeitete ich undstellte mich den Herausforderungen desnoch in der Entwicklung begriffenen Gebietsder Operation am offenen Herzen. All diesführte mich zu einer tiefen Ehrfurcht vordem Aufbau und der Funktionsweise desmenschlichen Körpers. Ich war davon überzeugt,dass er von einem Gott erschaffen war.Der menschliche Körper ist bemerkenswertDenken Sie an die Entstehung einesmenschlichen Körpers. Er nimmt seinen Anfangin der Vereinigung zweier Keimzellen –eine kommt von der Mutter, die andere vomVater. In diesen beiden Zellen sind alle Erbanlagendes neuen Lebewesens enthalten undauf so winzigem Raum abgespeichert, dasssie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.23 Chromosomen von jedem Elternteil verschmelzenzu einer neuen Zelle. Diese Chromosomenenthalten tausende Gene, die überdie körperlichen Merkmale des Ungeborenenbestimmen. Etwa 22 Tage nach der Zellvereinigungbeginnt ein kleines Herz zu schlagen.Nach 26 Tagen entsteht der Blutkreislauf. DieZellen vermehren und teilen sich. Einige werdenzu Augen, die sehen, andere zu Ohren,die hören, oder zu Fingern, die das Wunderbare,was uns umgibt, fühlen.Jedes Organ ist eine erstaunliche Schöpfung.Das Auge kann mit der Linse die Sehschärfeautomatisch einstellen. Nerven undMuskeln sorgen dafür, dass mit zwei Augenein einziges dreidimensionales Bild entsteht.Das Ohr wandelt Schallwellen in hörbareTöne um, die im Gehirn wahrgenommenwerden.Die vier empfindlichen Herzklappen steuerndie Richtung, in die das Blut fließt. Sie öffnenund schließen sich über hunderttausendMal am Tag – also 36 Millionen Mal in einemJahr. Sie können, falls es nicht zu krankheitsbedingtenVeränderungen kommt, diesemDruck fast endlos standhalten. Kein von Menschenhandhergestelltes Material lässt sich sooft und so lange biegen, ohne Schaden zunehmen. Jeden Tag pumpt das Herz eines Erwachseneneine Blutmenge, die einen TankLebendiger Glaubean den Herrn führtzu vollständigerBekehrung und dazu,dass wir uns seinemheiligen Werkverschreiben.LIAHONA MÄRZ 2008 25


ICH BEFOLGE SEINE GEBOTEJesus Christus ist der wahre Weg, das Brot des Lebens. Er hataller Schöpfung Schönheit verliehen, und zwar zum Nutzen undUnterhalt aller Menschen. Er ist der Größte unter allen GeschöpfenGottes, der einziggezeugte Sohn im Fleisch und der Erstgeboreneim Geist. Durch ihn hat der Vater gezeigt, wie sehr er alle liebt.Durch meinen Glauben an Jesus Christus und insbesonderean das heilige Sühnopfer – die erhabenste Tat des Herrn – habeich mein ganzes Leben lang viele, viele Segnungen erhalten. Ichbemühe mich darum, die Liebe, die ich für ihn empfinde, dadurchzu zeigen, dass ich seine Gebote halte.Im Augenblick vertreten meine Frau und ich Jesus Christus,wir erfüllen nämlich für ihn eine Vollzeitmission. Es macht sehrgroße Freude, das Evangelium Jesu Christi zu verkündigen undMenschen einzuladen, zu ihm zu kommen und ihn als ihrenErretter anzunehmen.Jahrelange Erfahrungen haben mich gelehrt, dass Heilungnur dann eintritt, wenn alle Gesetze, die für dieseSegnung notwendig sind, eingehalten werden. 1 Der Aufbauund die Funktion des Körpers beruhen auf Gesetzmäßigkeiten.Wie es auch in einer Schriftstelle heißt: „JedemReich ist ein Gesetz gegeben; und zu jedem Gesetzgibt es auch gewisse Grenzen und Bedingungen.“ 2Die Wissenschaftler vieler Fachrichtungen beobachtenähnliche Erscheinungsformen von Gesetz und Ordnung,sei es bei der Vorhersagbarkeit der Gezeiten, den Mondphasenoder der Position der Sterne am Himmel. GesetzFiorino Berardo, Argentinienmit fast 8000 Litern füllen könnte. Oben im Herzen werdenelektrische Impulse erzeugt, die über besondere Bahnenweitergeleitet werden und bewirken, dass unzähligeMuskelfasern zusammenarbeiten.Denken Sie an die Sicherungssysteme im Körper. Fallsein Teil eines paarig angelegten Organs ausfällt, übernimmtsofort das andere seine Funktion. Die unpaarig angelegtenOrgane, etwa Gehirn, Herz und Leber, werdenvon zwei Blutkreisläufen versorgt. Dadurch bleibt das Organauch im Fall der Unterbrechung eines Blutkreislaufesfunktionsfähig.Denken Sie an den Selbstschutz des Körpers. Als Schutzvor Schädigungen empfindet der Körper Schmerz. Als Reaktionauf eine Infektion werden Antikörper erzeugt. Siebekämpfen nicht nur die vorliegende Infektion, sondernstärken auch die Widerstandsfähigkeit für spätere Fälle.Denken Sie daran, dass der Körper sich selbst heilenkann. Ein gebrochener Knochen wächst wieder zusammenund wird wieder stabil. Hautverletzungen heilen zu. Eineblutende Wunde kann sich selbst verschließen. Der Körpererneuert abgestorbene Zellen.Der Körper steuert den Stoffwechsel. Die Menge an lebenswichtigenStoffen und Bestandteilen wird ständig reguliert.Und auch trotz großer Temperaturschwankungenin der Umgebung bleibt die Körpertemperatur innerhalbenger Grenzen konstant.WAS IST GLAUBE?„Wenn ihr ... Glaubenhabt“, lehrte Alma, „so hofftihr auf etwas, was man nichtsieht, was aber wahr ist.“(Alma 32:21.) Glaube ist einGrundsatz, der Handelnerfordert und in dem Machtliegt. Immer, wenn Sie aufein lobenswertes Ziel hinarbeiten,üben Sie Glaubenaus. Sie zeigen IhreHoffnung auf etwas, was Sienoch nicht sehen können.Der Glaube an JesusChristus kann Sie motivieren,seinem vollkommenenBeispiel zu folgen (sieheJohannes 14:12). Ihr Glaubekann Sie dazu veranlassen,Gutes zu tun, die Gebote zuhalten und von Ihren Sündenumzukehren (siehe Jakobus2:18; 1 Nephi 3:7; Alma34:17). An Jesus Christusglauben bedeutet, dasswir uns uneingeschränktauf ihn verlassen – dasswir auf seine grenzenloseMacht, Intelligenz undLiebe vertrauen. Dazugehört auch, dass wir anseine Lehren glauben.Wir glauben, dass er allesversteht, auch wenn wires nicht tun.Damit Ihr Glaube Sie zurErrettung führen kann, mussder Herr seine Grundlagesein (siehe Apostelgeschichte4:10-12; Mosia 3:17). Siekönnen Glauben an JesusChristus üben, wenn Sie 1.)mit Sicherheit wissen, dasser lebt, wenn Sie 2.) seinWesen verstehen und wennSie 3.) wissen, dass Sie sichbemühen, nach seinemWillen zu leben.Aus Treu in dem Glauben,„Glaube“, Seite 78f.26


JESUS HEILT EINEN BLINDEN, GEMÄLDE VON CARL HEINRICH BLOCH, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES NATIONALHISTORISCHEN MUSEUMS AUFSCHLOSS FREDERIKSBORG IN HILLERØD, DÄNEMARK; FOTO VON DER KÜSTE© GETTY IMAGES; FOTO VON DER GALAXIE © CORBISund Ordnung bilden die Grundlageder gesamten Schöpfung. Die Gesetzekann man entdecken und definieren.Ihre Folgen kann man abschätzen.Die Ordnung gibt Zeugnisvon einem allerhöchsten Schöpfer. 3Die Glaubensfrage hingegen lässtsich nicht abschätzen. Aber der Zusammenhangzwischen demGlauben an Gott und demGesetz und der Ordnungdes Universums ist inden heiligen Schriftenoffenbart:„[Gott] hat allenDingen ein Gesetzgegeben, durch dassie sich in ihren Zeitenund ihren Jahreszeitenbewegen;und ihre Bahnen sind festgelegt,nämlich die Bahnen derHimmel und der Erde, wodurch die Erde undalle Planeten erfasst sind. …Siehe, diese alle sind Reiche, und einMensch, der eines oder das geringste davongesehen hat, hat Gott gesehen, wie er sich inseiner Majestät und Macht bewegt.“ 4Die Göttlichkeit der SchöpfungDie heiligen Schriften verkünden, dassHimmel, Erde und alles auf Erden von Gotterschaffen wurde. 5 Wir erfahren auch etwasüber die Zusammenarbeit zwischen Gott undseinem Sohn Jesus Christus bei der Schöpfung.Die Bibel beginnt mit den Worten: „ImAnfang schuf Gott Himmel und Erde“ 6 , undes heißt: „Gott schuf … den Menschen alssein Abbild. … Als Mann und Frau schuf ersie.“ 7 Im Buch Abraham lesen wir, dass „dieGötter [hinabgingen], um den Menschen alsihr eigenes Abbild zu formen, als Abbild derGötter ihn zu gestalten, männlich und weiblichsie zu gestalten.“ 8In der Schrift steht auch, was der himm-lische Vater für seinen geliebten Sohn und fürjeden Menschen empfindet: „Denn Gott hatdie Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigenSohn hingab, damit jeder, der an ihnglaubt, nicht zugrunde geht, sondern dasewige Leben hat.“ 9Das Buch Johannes beginnt mit derErklärung:„Im Anfang war das Wort, und das Wortwar bei Gott, und das Wort war Gott.Im Anfang war es bei Gott.Alles ist durch das Wort geworden, undohne das Wort wurde nichts, was gewordenist.“ 10Diese Schriftstelle belegt, dass das Wort 11Gottes Jesus Christus ist – Gottes persönlicherGesandter in der Regierung diesesUniversums und der Schöpfer allen Lebens.Dies wurde auch Mose bestätigt, als derhimmlische Vater zu ihm sagte:„Und durch das Wort meiner Macht habeich sie erschaffen [die Erde und die Wesen darauf],nämlich durch meinen einziggezeugtenGesetz und Ordnungbildendie Grundlageder gesamten Schöpfung,sei es bei derVorhersagbarkeit derGezeiten, den Mondphasenoder der Positionder Sterne amHimmel. Diese Ordnunggibt Zeugnis voneinem allerhöchstenSchöpfer.LIAHONA MÄRZ 2008 27


Sohn, der voller Gnade und Wahrheit ist.Und Welten ohne Zahl habe ich erschaffen;und ich habe sie ebenfalls für meinen eigenenZweck erschaffen; und durch denSohn habe ich sie erschaffen, nämlich meinenEinziggezeugten.“ 12Viele weitere Schriftstellen bekräftigen,dass Jesus Christus auf Weisung des Vatersder Schöpfer ist. 13 Eine der überzeugendstenist sein eigenes Zeugnis: „Siehe, ichbin Jesus Christus, der Sohn Gottes. Ichhabe die Himmel und die Erde und alles,was darinnen ist, erschaffen. Ich war vonAnfang an beim Vater.“ 14Die ersten Grundsätze des Evangeliums beginnenmit dem Glauben an den Herrn JesusChristus. 15 Paulus hat gesagt: „Glaube aberist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtseinvon Dingen, die man nicht sieht.“ 16Er flehte: „Durch den Glauben wohne Christusin eurem Herzen. In der Liebe verwurzeltund auf sie gegründet, sollt ihr … dazu fähigsein, … die Liebe Christi zu verstehen.“ 17 Erbat uns inständig, „zur Einheit im GlaubenLebendigerGlaube an denHerrn bewirktBekehrung, einemächtige Wandlungim Herzen, eine Änderungim Denken,und zwar von derWeise der Welt zuder Weise Gottes.Lebendiger Glaube an Jesus ChristusUm solche Vorstellungen zu teilen, brauchtman einen lebendigen Glauben. DerGlaube ist die Grundlage despersönlichen Zeugnisses.28


FOTOS VON CRAIG DIMOND, FRANK HELMRICH, SHIH-YEE HUANG UND JOHN LUKE, SZENEN NACHGESTELLTund in der Erkenntnis des Sohnes Gottes [zu] gelangen“. 18Aus dem Buch Mormon erfahren wir, dass wir „wegenunseres Glaubens lebendig gemacht [sind] in Christus. …Und wir reden von Christus, wir freuen uns über Christus,wir predigen von Christus, wir prophezeienvon Christus, und wirschreiben gemäß unseren Prophezeiungen,damit unsere Kinder wissenmögen, von welcher Quelle sieVergebung ihrer Sünden erhoffenkönnen.“ 19Im Buch Mormon sind ebenfallsdie Segnungen offenbart,die demGlauben an ihn entspringen.Da heißtes: „[Ihr] müsst mitBeständigkeit inChristus vorwärtsstreben,erfülltvom vollkommenenGlanz der Hoffnungund von Liebe zuGott und zu allenMenschen. Wenn ihr darum vorwärtsstrebt und eucham Wort von Christus weidet und bis ans Ende ausharrt,siehe, so spricht der Vater: Ihr werdet ewiges Leben haben.“20 Dies ist „die größte aller Gaben Gottes“. 21Lebendiger Glaube an den Herrn führt zu vollständigerBekehrung und dazu, dass wir uns seinem heiligen Werkverschreiben. Wir werden Kinder des Bundes, wir werdenseine Kinder. Auch das wird in der Schrift bestätigt: „Undnun, wegen des Bundes, den ihr gemacht habt, werdet ihrdie Kinder Christi genannt werden, seine Söhne und seineTöchter; denn siehe, am heutigen Tag hat er euch geistiggezeugt; denn ihr sagt, euer Herz habe sich durch Glaubenan seinen Namen gewandelt; darum seid ihr aus ihm geborenund seid seine Söhne und seine Töchter geworden.“ 22Lebendiger Glaube an den Herrn bewirkt Bekehrung,eine mächtige Wandlung im Herzen, 23 eine Änderung imDenken, und zwar von der Weise der Welt zu der Weise Gottes.Er bewegt den Menschen dazu, „mit voller Herzensabsicht“24 umzukehren. Alma fügte hinzu: „Predige ihnenUmkehr und Glauben an den Herrn Jesus Christus; lehre sie,sich zu demütigen und sanftmütig und von Herzen demütigEINE MÄCHTIGE WANDLUNGIM HERZENNach der Krankenpflegeschule arbeitete ich auf der Intensivstationeines Kinderkrankenhauses. Ich wollte lernen und Erfahrungensammeln, um mich zu bewähren. Doch ich hatte mirnicht vorgestellt, dass es so schwierig sein würde – körperlichund gefühlsmäßig. Ich konnte nicht verstehen, warum die Weltso schlecht ist, dass sogar Eltern ihren eigenen Kindern irreparableSchäden zufügen. Ich verstand auch nicht, warum Gott eszulässt, dass Kinder sterben. Nachdem ich ein Jahr lang imKrankenhaus gearbeitet hatte, war ich innerlich ausgebrannt.Da hörte ich, dass einige meiner Angehörigen sich mit Missionarinnender Kirche Jesu Christi unterhielten. Ich hatte sehr langeDienst und konnte nicht zu Hause sein, wenn diese Gesprächestattfanden. Bald darauf ließen sich meine Schwester und meineMutter taufen. Und mir kam es so vor, als bliebe ich mit Fragenund ungelösten Problemen allein zurück. Meine Familie versuchtezwar, ein Treffen zwischen mir und den Missionarinnen zu arrangieren,aber ich wollte mich nicht mit ihnen treffen. Eines Tagesjedoch, als Schwester Johnson und Schwester Marchuk bei unszu Besuch waren, setzte ich mich dazu. Beim nächsten Mal überbrachtensie mir eine geistige Botschaft, und ich fand Antwortenauf Fragen, die mich lange Zeit bedrückt hatten. Bald darauf ließich mich taufen und konfirmieren.Seit ich ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen derLetzten Tage bin, stärkt mich mein Glaube an Jesus Christus.Immer wieder habe ich erlebt, wie machtvoll das Gebet ist. Mirist, als sei ich aus der Finsternis ins Licht getreten. Nach sechsJahren in der Kirche bin ich davon überzeugt, dass Jesus Christusmein Erlöser ist. Und weil es Jesus Christus gibt, kann ich meinemhimmlischen Vater näherkommen.Nadjeschda Kusnezowa, Russlandzu sein; lehre sie, mit ihrem Glauben an den Herrn JesusChristus jeder Versuchung des Teufels zu widerstehen.“ 25Das Buch Mormon erfüllt unter anderem den Zweck,die Juden und die Andern davon zu überzeugen, dass Jesusder Christus ist, der ewige Gott. 26 Wer das Buch Mormonliest und im Glauben fragt, ob das Buch wahr ist,wird ein Zeugnis von dessen Wahrheit erlangen. Er wirdauch „erkennen, dass Jesus Christus der Erretter derWelt ist [und] dass Joseph Smith in diesen Letzten Tagensein Offenbarer und Prophet ist“. 27LIAHONA MÄRZ 2008 29


Der Glaube an Jesus Christus ist für die Errettung undErhöhung notwendigGlaube an Jesus Christus bringt uns nicht nur Segnungenin diesem Leben, sondern ist auch für unsere ewigeErrettung und Erhöhung notwendig. In der Schrift heißtes: „Alle Menschen [müssen] umkehren und an den NamenJesu Christi glauben und den Vater in seinem Namenanbeten und im Glauben an seinen Namen bis ans Endeausharren …, sonst können sie nicht im Reich Gottes errettetwerden.“ 28 Der Herr überträgt außerdem den Elterndie Verantwortung, dass sie ihre Kinder lehren, „Glaubenan Christus, den Sohn des lebendigen Gottes“ zu haben. 29Ich bezeuge, dass Jesus der Messias ist, der Sohn des lebendigenGottes. Er ist unser Schöpfer, Erretter und Erlöser,30 der Fürsprecher beim Vater, 31 der Retter 32 und derJahwe des Alten Testaments. 33 Er ist der verheißene Immanuel,34 der gesalbte Messias 35 und unser großes Vorbild. 36Eines Tages wird er zurückkehren, um als König der Königeund Herr der Herren zu herrschen. 37 Schließlich werdenwir alle am Tag des Gerichts vor ihm stehen. 38 Ich betefür uns alle, dass unser persönlicher Glaube an ihn der Annahmewert sein wird. ■ANMERKUNGEN1. Dieses Prinzip wurde vom Herrn festgelegt, als er sagte: „Wenn wirirgendeine Segnung von Gott erlangen, dann nur, indem wir dasGesetz befolgen, auf dem sie beruht.“ (LuB 130:21.)2. LuB 88:383. Siehe Alma 30:444. LuB 88:42,43,475. Siehe Kolosser 1:16; Mosia 4:2,9; 5:15; Alma 18:28; 22:10; Mose 3:56. Genesis 1:17. Genesis 1:278. Abraham 4:279. Johannes 3:1610. Johannes 1:1-311. Das griechische Wort logos (mit der Bedeutung „Wort“) ist eineandere Bezeichnung für Christus12. Mose 1:32,33; Hervorhebung hinzugefügt13. Siehe Epheser 3:9; Mosia 3:8-11; Helaman 14:12; Mormon 9:8-1414. 3 Nephi 9:15. Und weiter hat der Herr erklärt: „Siehe, ich bin JesusChristus, der Sohn des lebendigen Gottes, der die Himmel und dieErde erschaffen hat, ein Licht, das nicht in der Finsternis verborgenwerden kann.“ (LuB 14:9.)15. Siehe 4. Glaubensartikel16. Hebräer 11:117. Epheser 3:17-1918. Epheser 4:11-13; siehe auch Galater 3:26-2919. 2 Nephi 25:25,2620. 2 Nephi 31:20; siehe auch Enos 1:8; Mosia 3:1221. LuB 14:722. Mosia 5:723. Siehe Alma 5:12-1424. 2 Nephi 31:13; siehe auch Jakob 6:5; Mosia 7:33; 3 Nephi 10:6;12:24; 18:32DER GLAUBE EINES KINDESIch beschloss, mit meinem Sohn, der damals acht Jahre altwar, zu Fuß – etwa dreißig bis vierzig Minuten – zur Pfahlkonferenzzu gehen. Nach etwa zwanzig Minuten stellte ich fest, dassich nicht mehr wusste, in welche Richtung wir gehen mussten.Mein Sohn Elson, der immer viel redete, hatte mir eine Geschichtenach der anderen erzählt, was in der Schule und zu Hause allespassiert war. Ich bat ihn, einen Augenblick lang still zu sein, underklärte ihm, ich müsse nachdenken, weil ich befürchtete, dasswir uns verirrt hatten.Da zeigte mir mein Sohn seinen großen Glauben. Er schlugvor, ein Gebet zu sprechen. Als Erwachsener war ich natürlich intelligentund verständig (und bereits etwas ungeduldig, weil sichdie Zeiger der Uhr dem Beginn der Versammlung näherten) undantwortete ihm, er dürfe gern beten, ich wolle aber lieber nachdenken.Ich sagte mir: Es gibt Dinge, da ist man nicht auf denHerrn angewiesen. Und den Weg zur Kirche finden, gehört zweifellosdazu.Als ob Elson meine Gedanken lesen könne, lehrte er mich jedoch,was Demut bedeutet. Er sagte: „Warum willst du’s dir unbedingtschwer machen?“ Dann wurde er still, und ich wusste, dasser leise in Gedanken und im Herzen betete. Ein paar Minuten späterkamen wir beim Gemeindehaus an, und ich wusste, dass ereine Antwort auf sein Gebet erhalten hatte.Als Heilige der Letzten Tage sind wir gesegnet, weil wir derKirche Jesu Christi angehören. Mein Zeugnis von der Wahrheitdes wiederhergestellten Evangeliums wurde gefestigt, als ich erkannte,dass mein Sohn, ein Kind, wusste, wie er die GrundsätzeGlauben und Beten in die Tat umsetzen musste. Er zeigte mir, wieman nach den Lehren Jesu Christi lebt.Elson Carlos Ferreira, Brasilien25. Alma 37:33; siehe auch Mormon 9:37; Moroni 7:25,26,33,34,38,3926. Siehe Buch Mormon, Titelseite27. Buch Mormon, Einleitung28. LuB 20:2929. LuB 68:25; siehe auch Mose 6:57-6230. Siehe Jesaja 49:26; 60:16; 1 Nephi 21:26; 2 Nephi 6:1831. Siehe LuB 29:5; 110:432. Siehe 2 Samuel 22:2; LuB 138:2333. Siehe LuB 110:334. Siehe Jesaja 7:1435. Siehe 2 Nephi 25:14-1936. Siehe Johannes 13:15; 3 Nephi 27:2137. Siehe Offenbarung 17:14; 19:1638. Siehe Offenbarung 20:12; 1 Nephi 15:33; 2 Nephi 9:22,44; 28:23;Alma 5:15; 3 Nephi 27:14; Mormon 3:20; 9:8-1430


Emilios GlaubeILLUSTRATION VON DANIEL LEWISEin Diakon zeigte mir – seinem Bischof–, was es bedeutet, „den Glauben [zu]haben, geheilt zu werden“.RAMON RAMIREZVor einigen Monaten wurde Emilio, ein Diakon in unsererGemeinde, plötzlich sehr krank. Den Ärzten gelanges nicht, eine Diagnose zu stellen. Emilio undseine Mutter ängstigten sich, denn er wurdeschwächer und sein Zustand verschlimmertesich rasch. Seine Mutter brachteihn mehrmals ins Krankenhaus, bekamdort aber keine Antwort auf ihre Fragen.Emilios Mutter brachte ihn insGemeindehaus, damit er einen Priestertumssegen bekommenkonnte. Ein Bruder des Ältestenkollegiums und ich,sein Bischof, durften ihn segnen, und danach konnte erdas erste Mal nachts wieder schlafen.Doch ein paar Tage später erfuhr ich, dass Emilio einenRückfall erlitten hatte und wieder im Krankenhaus war. Einanderer Bruder ging mit mir schnell zum Krankenhaus, wowir ihn in seinem Zimmer besuchen konnten. Ich hatte angenommen,Emilio sei niedergeschlagen, weil es ihm wiederschlechter ging. Deshalb freute ich mich besondersüber das, was dann geschah.Wir sprachen von Jesus Christus und ich erklärte, dassder Erretter die Macht hat, alles zu überwinden, gemäßseinem Willen. Emilios Antwort berührte uns tief: „Bischof,das ist nur eine weitere Prüfung. Ich glaube daran, dasses bald vorbei sein wird, denn ich glaube an JesusChristus.“ Wir legten ihm die Hände auf und gabenihm erneut einen Segen.Nach diesem Abend wurde Emilio vollkommengesund. Es war unglaublich. Erkonnte wieder ohne Schwierigkeiten seinentäglichen Aufgaben nachgehen undzur Kirche kommen.Emilio hatte den Glauben, der notwendigwar, damit der Erlöser einWunder vollbringen konnte, wie er esauch hier auf der Erde getan hatte. Fürmich gehört Emilio zu den Menschen,von denen der Herr sagt: „Einigen ist esgegeben, dass sie den Glauben haben,geheilt zu werden.“ (LuB 46:19.)Es ist wunderbar, dass wir das Priestertumin unserem Leben ausüben und wissendürfen, dass wir einen himmlischenVater haben, der uns liebt, und dass wirdurch unseren Glauben an seinen Sohn Wunderin diesen Letzten Tagen erleben dürfen. ■LIAHONA MÄRZ 2008 31


Das SühnopferJesuChristiDas Sühnopfer deseinziggezeugtenSohnes Gottes bildetdie entscheidendeGrundlage, auf derjede christliche Lehreberuht, und ist dergrößte Ausdruckgöttlicher Liebe,den diese Welt jeerfahren hat.ELDER JEFFREY R. HOLLANDvom Kollegium der Zwölf ApostelIm Garten GetsemaniAls junger Missionar hatte ElderOrson F. Whitney (1855-1931), derspäter dem Kollegium der ZwölfApostel angehörte, einen machtvollenTraum, der sein Leben für immer veränderte.Er schrieb später darüber:„Eines Nachts träumte ich …, dass ichmich im Garten Getsemani befand undZeuge des Leidens des Erretters war. … Ichstand ganz dicht am Ort des Geschehens hintereinem Baum. … Jesus kam mit Petrus, Jakobusund Johannes durch eine kleine Pfortezu meiner Rechten. Er ließ die drei Aposteldort, und nachdem er ihnen gesagt hatte,sie sollten sich niederknien und beten, ginger auf die andere Seite hinüber, wo auch ersich niederkniete und betete …: ‚Mein Vater,wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir32


seine Erscheinung völlig vertraut war –Gesicht, Gestalt und Bewegungen. Erwar von edler Gestalt und hatte eine majestätischeHaltung ... – er war und ist ein Gottund doch so sanftmütigund demütig wie einkleines Kind.Plötzlich schiensich die Situation zuändern. … Jetzt warSCHLAFT IHR IMMER NOCH?, GEMÄLDE VON WALTER RANE, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; NICHT MEIN, SONDERN DEINWILLE SOLL GESCHEHEN, GEMÄLDE VON HARRY ANDERSON, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DER KIRCHE DERSIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; FOTO VON EINER LILIE VON MATTHEW REIERvorüber. Abernicht wie ich will,sondern wie du willst.‘Während er betete, rannenihm die Tränen über das Gesicht, daser mir [zugewandt] hatte. Dieser Anblickbewegte mich so tief, dass ich auch weinte, allein aus Mitgefühlfür sein großes Leid. Mein ganzes Herz wandte sichihm zu. Ich spürte, dass ich ihn von ganzem Herzen liebte,und wünschte mir mehr alles andere, bei ihm zu sein.Bald darauf erhob er sich und ging hinüber zu denAposteln, die knieten – und fest schliefen! Er stieß siesanft an, weckte sie auf und fragte in leicht vorwurfsvollemTon, jedoch ohne das geringste Zeichen von Ärgeroder Zurechtweisung, ob sie nicht eine Stunde mit ihmwachen konnten. …Er ging zurück, betete noch einmal und kam dann zuden Jüngern zurück und fand sie erneut schlafend. Wiederweckte er sie auf, bat sie um Beistand und ging zurückund betete wie zuvor. Dies geschah drei Mal, bis mires ein Zeitpunkt nach der Kreuzigung,und der Erretter stand mit diesen dreiAposteln zu meiner Linken. Sie sollten inden Himmel aufsteigen. Ich konnte es nichtmehr aushalten. Ich rannte aus meinem Versteck hervor,fiel zu seinen Füßen nieder, umschlang seine Knie undflehte ihn an, mich mitzunehmen.Ich werde nie vergessen, wie liebevoll und sanft er sichzu mir herabbeugte, mich aufrichtete und mich umarmte.Es war so intensiv, so real, dass ich sogar die Wärme seinesKörpers spürte, während ich mich an ihn lehnte. Dannsagte er: ‚Nein, mein Sohn. Diese hier haben ihr Werk vollbrachtund können mit mir gehen, aber du musst bleibenund dein Werk tun.‘ Ich klammerte mich noch immer anihn. Ich schaute nach oben, in sein Gesicht – denn er warLIAHONA MÄRZ 2008 33


auf. Der Morgenwar angebrochen.“ 1Warum brauchen wir einSühnopfer?Dieser bewegende kurze Blickauf das liebevolle Opfer des Erlösersist eine passende Einleitung für dieBedeutung des Sühnopfers Jesu Christi.Tatsächlich bildet das Sühnopferdes einziggezeugten Sohnes Gottes im Fleischdie entscheidende Grundlage, auf der jedechristliche Lehre beruht, und ist der größteAusdruck göttlicher Liebe, den diese Welt jeerfahren hat. Seine Bedeutung in der KircheJesu Christi der Heiligen der Letzten Tagekann nicht stark genug betont werden. Jederweitere Grundsatz, jedes weitere Gebotund jede weitere Tugend des wiederhergestelltenEvangeliums bezieht seine Bedeutungaus diesem zentralen Ereignis. 2Das Sühnopfer war die vorherbestimmte,doch freiwillige Handlungdes einziggezeugten Sohnes Gottes.Er bot sein Leben und seine geistigeSeelenqual als erlösende Sühne an – fürdie Auswirkungen des Falls Adams auf diegesamte Menschheit und für die Sündenall derer, die umkehren.Das Sühnopferwar unerlässlichwegen desFalls Adams, der zweiArten von Tod in dieWelt brachte.größer als ich –, und flehte ihn von Herzenan: ‚Dann versprich mir, dass ichirgendwann zu dir kommenwerde.‘ Er lächelte liebevollund sanft und antwortete:‚Das hängt allein vondir ab.‘ Ich wachteschluchzendCHRISTUS IN GETSEMANI, GEMÄLDE VON HARRY ANDERSON; AUSSCHNITT AUS DEM GEMÄLDE ADAM UND EVAVERLASSEN DEN GARTEN VON EDEN VON JOSEPH BRICKEY, © IRI, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT; FOTO DER FRUCHTVON JOHN LUKE; FOTO VOM ABENDMAHL VON MATTHEW REIER34


Die buchstäbliche Bedeutungdes englischen Worts atonement(Sühnopfer) ist offensichtlich: atone-ment,was bedeutet, dass etwaszusammengeführt wird, was getrenntoder entfremdet war. DasSühnopfer Jesu Christi war unerlässlichwegen der trennenden ÜbertretungAdams, nämlich des Falls, derzwei Arten von Tod in die Weltbrachte, nachdem Adam und Evavon der Frucht des Baumes der Erkenntnisvon Gut und Böse gegessenhatten. 3 Der körperliche Todbrachte die Trennung des Geistesvom Körper mit sich und der geistigeTod die Entfremdung des Geistesund Körpers von Gott. Infolgedes Falls mussten alle Menschen,die in die Sterblichkeit geborenwurden, diese beiden Arten vonTod erleiden. Wir dürfen aber nichtvergessen, dass der Fall ein entscheidendesElement im göttlichenPlan des himmlischen Vaters war.Ohne ihn wären Adam und Evakeine sterblichen Kinder geborenworden, es gäbe keine menschlicheFamilie, in der Gegensätze undWachstum erlebt werden, kein sittlichesHandeln und keine Freudeder Auferstehung, Erlösung und desewigen Lebens. 4Die Notwendigkeit dieses Fallsund eines ausgleichenden Sühnopferswurde in einem vorirdischenRat im Himmel erklärt, bei dem die Geisterder gesamten Menschheit anwesendwaren, und über den Gott, der Vater, präsidierte.In dieser vorirdischen Versammlung botChristus an, die sittliche Entscheidungsfreiheit derganzen Menschheit zu achten, ja, indem er für deren Sündensühnte. Dabei wollte er dem Vater alle Ehre für dieseerlösende Liebe geben. 5Dieses unbegrenzte Sühnopfer Jesu war möglich, weiler 1.) der einzige sündenfreie Mensch war, der je auf dieserEIN LEBEN AN SEINERSEITEDer Herr hat vor fast fünf Jahren seineHand nach mir ausgestreckt, und das Evangeliumhat mein Leben verändert. Dank seinesSühnopfers wurde ich von vergangenen Entscheidungenerlöst und konnte in meinemHerzen das Wunder der Vergebung spüren.Jesus Christus begleitet und stärkt unstäglich, wenn wir würdig sind. Nicht nur unsereSünden sind ausgelöscht und vergessen,auch sein Licht strahlt in unser Privatlebenund in das, was wir beruflich tun.Er ist unser Erretter, der Sohn Gottes.Seine Liebe ist grenzenlos. Wenn wir so leben,wie er es möchte, geben wir von seiner Liebeund haben die Hoffnung, dass wir zurückkehren,um für immer bei ihm und unseremhimmlischen Vater zu leben.Marie Monjusian, FrankreichErde gelebt hat, und deswegendem geistigen Tod, den Sündenach sich zieht, nicht unterworfenwar, 2.) weil er der Einziggezeugtedes Vaters war und deshalb diegöttlichen Eigenschaften besaß, dieihm Macht über den körperlichenTod gaben 6 , und 3.) weil er offensichtlichder Einzige war, der demütigund willig genug war, im vorirdischenRat zu diesem Dienst vorherordiniertzu werden 7 .Die Gaben, die wir durch dasSühnopfer Christi erhaltenManche Gaben, die wir durchdas Sühnopfer erhalten, betreffenalle und sind unbegrenzt und ankeine Bedingung geknüpft. Diesschließt die Sühne Jesu für die ursprünglicheÜbertretung Adamsein, sodass kein Mensch für dieseSünde verantwortlich gemachtwird. 8 Eine weitereGabe, die sich aufjeden Mann, jede Frauund jedes Kind erstreckt,auf alle, die auf der Erde leben,gelebt haben oder jeleben werden, ist die Auferstehungvon den Toten.Andere Aspekte des SühnopfersChristi sind an Bedingungengeknüpft. Sie hängendavon ab, wie gewissenhaft jemandGottes Gebote hält. Obwohlbeispielsweise jedem Menschen die Strafefür Adams Sünde einfach erlassen wird,ohne dass er sich selbst anstrengenmuss, wird ihm die Strafe für seine eigenenSünden nur dann erlassen, wenn erGlauben an Christus gelobt, von diesenSünden umkehrt, in seinem Namen getauftwird, die Gabe des Heiligen Geistes empfängt und durchdie Konfirmierung in die Kirche Christi aufgenommenwird und auf seinem weiteren Lebensweg glaubenstreuLIAHONA MÄRZ 2008 35


Die Auferstehungdes Körpersist ein Geschenk,das jeder erhält,weil der Erretterden Tod besiegt hat.Sie ist eine der Segnungen,die manohne Bedingungendurch die GnadeChristi erlangt.und beständig vorwärtsstrebt.Diese Aufgabe stellt sich jedemEinzelnen. Dazu hat Christus gesagt:„Denn siehe, ich, Gott habe dasfür alle gelitten, damit sie nicht leidenmüssen, sofern sie umkehren;aber sofern sie nicht umkehren, müssensie leiden so wie ich.“ 9Des Weiteren ist es so, dass die Auferstehungdes Körpers zwar ein Geschenk Christiist, das jeder erhält, weil Christus den Tod besiegthat, dass aber die Beschaffenheit desauferstandenen Körpers (oder „der Grad derHerrlichkeit“, die er erhält) und der Zeitpunktder Auferstehung unmittelbar davonabhängen, wie glaubenstreu jemand in diesemLeben ist. Der Apostel Paulus beispielsweisehat gesagt, dass diejenigen, die sichChristus vollkommen verpflichtet haben,„zuerst“ auferstehen werden. 10 Inneuzeitlicher Offenbarung wird erklärt,dass es unterschiedliche Gradeauferstandener Körper gibt. 11Der höchste Grad derHerrlichkeit wird nurdenen verheißen,die die Grundsätzeund Verordnungendes EvangeliumsJesu Christibefolgen. 12Natürlich erlangtman alle Segnungendes Sühnopfers,ob sie an Bedingungengeknüpft sind odernicht, nur durch die Gnade Christi. Es ist offensichtlich,dass die Segnungen des Sühnopfers,die wir bedingungslos erhalten, nichtunser Verdienst sind, aber auch die Segnungen,die an Bedingungen geknüpft sind, habenwir uns nicht allein verdient. Wenn manglaubenstreu lebt und Gottes Gebote hält,kann man weitere Vorzüge genießen, aberauch sie sind ein Geschenk, man hat sie nichttatsächlich verdient. Im Buch Mormon wirdnachdrücklich erklärt, dass „kein Fleisch inder Gegenwart Gottes wohnen kann außerdurch die Verdienste und die BarmherzigkeitDIE AUFERSTEHUNG, GEMÄLDE VON HARRY ANDERSON; AUSSCHNITT AUS DEM GEMÄLDE DIE GRABLEGUNG JESU VONCARL HEINRICH BLOCH, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES NATIONALHISTORISCHEN MUSEUMS AUFSCHLOSS FREDERIKSBORG IN HILLERØD, DÄNEMARK; FOTOS VON JOHN LUKE36


und Gnade des heiligen Messias“. 13Aus derselben Gnade heraussorgt Gott dafür, dass kleine Kindererrettet werden, ebenso geistig Behinderte,alle, die im Laufe ihres Lebensnie vom Evangelium Jesu Christigehört haben, und so weiter: Siesind durch die allumfassende Machtdes Sühnopfers Christi erlöst undwerden die Möglichkeit erhalten, dieFülle des Evangeliums nach dem Todin der Geisterwelt zu empfangen, wodie Geister wohnen, während sie aufdie Auferstehung warten. 14Leiden und TriumphUm die Forderungen des Sühnopferszu erfüllen, begab sich dersündenfreie Christus zunächst inden Garten Getsemani, so wie es ElderWhitney in seinem Traum sah,und dort ertrug er die Seelenpein,die nur er ertragen konnte. Es „ergriffihn Furcht und Angst“ und ersagte zu Petrus, Jakobus und Johannes:„Meine Seele ist zu Tode betrübt.“15 Und warum? Weil er „dieSchmerzen aller Menschen, ja, dieSchmerzen jedes lebenden Geschöpfes,sowohl der Männer alsIN ERWARTUNG DERAUFERSTEHUNGNachdem meine liebe Frau zum himmlischenVater heimgekehrt war, musste unsereFamilie eine passende Grabstätte suchen. Dabeistieß ich auf Widerstand, als ich das WortRuhestätte auf dem Grabstein haben wollte.Dieses Wort schien der Friedhofsordnungnicht zu entsprechen.Eine zähe Auseinandersetzung folgte.Schließlich erkundigte sich der Pfarrer der Kirche,der der Friedhof gehörte, wegen diesesWortes bei mir. Ich konnte Zeugnis davon ablegen,dass ich an die buchstäbliche Auferstehungdes Körpers glaube, und ich zitierte denErlöser: „Alle, die in den Gräbern sind, [werden]seine Stimme hören und herauskommen:Die das Gute getan haben, werden zum Lebenauferstehen.“ (Johannes 5:28,29.) Ich bezeugte,dass dieses Grab für uns eine heiligeRuhestätte bis zur Auferstehung ist.Da machte der Pfarrer einen inspiriertenVorschlag: „Lassen Sie doch die folgendenWorte auf den Grabstein gravieren: ‚Hier ruhenFamilie Bohne und Familie Lehmann inErwartung der Auferstehung.‘“ Und so machtenwir es. Damit war mein Zeugnis in Steingemeißelt.Rudolf Lehmann, Deutschlandauch der Frauen und Kinder, dieder Familie Adams angehören“,erlitt. 16 Er erlitt „Versuchungen …und körperliche Pein, Hunger,Durst und Erschöpfung, selbstmehr, als ein Mensch ertragenkann, ohne daran zu sterben; dennsiehe, Blut kommt aus jeder Pore,so groß [war] sein Schmerz“. 17Durch sein Leiden erlöste Jesusdie Seele aller Männer, Frauen undKinder, „auf dass sein Inneres vonBarmherzigkeit erfüllt sei gemäßdem Fleische, damit er gemäß demFleische wisse, wie er seinem Volkbeistehen könne gemäß dessenSchwächen“. 18 Auf diese Weise istChristus „hinabgefahren … unteralles“ – und dies schließt jede Artvon Krankheit, Schwäche und tieferVerzweiflung jedes sterblichenMenschen ein –, sodass er „alleserfasst hat, auf dass er in allemsei und durch alles, das Licht derWahrheit“. 19Die völlige Einsamkeit und entsetzlichePein des Sühnopfers begannin Getsemani und erreichte,nach der unsäglichen Misshandlungdurch römischeSoldaten undandere, ihren Höhepunkt,als Christus amKreuz ausrief: „Eli, Eli,lema sabachtani?, dasheißt: Mein Gott, meinGott, warum hast dumich verlassen?“ 20 DieTiefen dieser Qual erschüttertenselbst dieNatur. „Eine Finsternis[brach]über das ganzeLand herein …Die Sonne verdunkeltesich.“ 21LIAHONA MÄRZ 2008 37


„Da riss der Vorhang im Tempelvon oben bis unten entzwei. DieErde bebte, und die Felsen spaltetensich.“ 22 Viele riefen deswegenaus: „Der Gott der Natur leidet!“ 23Schließlich, nachdem er das schierUntragbare ertragen hatte, sprachJesus: „Es ist vollbracht!“ 24 „Vater,in deine Hände lege ich meinenGeist.“ 25 Irgendwann einmal,irgendwo, wird jede Zunge sowie der römische Hauptmann,der all das miterlebt hatte, bekennenmüssen: „Wahrhaftig, das warGottes Sohn!“ 26Für jeden Menschen, der sich darüberGedanken macht, ist es ein „unvergleichlichesWunder“ 27 , dass dasfreiwillige und barmherzige Opfer einesEinzigen die unbegrenzten undewigen Forderungen der Gerechtigkeiterfüllt, für jede Übertretung,jede Missetat des Menschen sühntund dadurch die ganze Menschheitin die weit geöffneten, barmherzigenArme des Herrn führt. Aber so ist es.Um Präsident John Taylor(1808–1887) zu zitieren: „Auf eineWeise, die uns unfassbar und unerklärlichist, trug er die Last der Sündender ganzen Welt; nicht nur fürAdam, sondern auch für seine Nachkommenschaft;dadurch hat er dasHimmelreich nicht nur den Gläubigenund allen, die das Gesetz Gottesbefolgen, geöffnet, sondern auchmehr als der Hälfte der Menschheit,allen, die sterben, bevor sie verantwortlich sind, desgleichen[denjenigen] …, die ohne Gesetz [sterben].“ 28Mögen wir so empfinden wie Elder Whitney, wenn wiran dieses erhabene Geschenk und seinen Geber denken:„Diese [Gabe] bewegte mich so tief, dass ich … weinte, alleinaus Mitgefühl. Mein ganzes Herz wandte sich ihm zu.Ich spürte, dass ich ihn von ganzem Herzen liebte, undwünschte mir mehr alles andere, bei ihm zu sein.“ Christushat das Sühnopfer bereits für uns vollbracht und somitDIE BARMHERZIGEUMARMUNG DESERLÖSERSMein Leben lang habe ich gegen das Gefühlangekämpft, zu versagen – nicht gut genugzu sein. Ich habe aber entdeckt, dass dasEvangelium Jesu Christi ein Gegenmittel gegensolche Gefühle ist.Wegen des Sühnopfers versteht der Erlösermeine Ängste, und er tröstet mich durchden Heiligen Geist. Er kennt meine Schwächenund hilft mir, sie zu überwinden. Niemals hater mich allein gelassen, sondern er hat michgestärkt und mein Herz geöffnet.Vielleicht werde ich nach weltlichen Maßstäbennie gut genug sein, aber ich fühle michgeschätzt, wertvoll und geliebt, wenn ich michnach besten Kräften bemühe, nach den LehrenJesu Christi zu leben.Susan Lunt, Utah, USAseinen Teil getan, damit diese Sehnsuchterfüllt werden kann. DasÜbrige hängt allein von uns ab. ■ANMERKUNGEN1. „The Divinity of Jesus Christ“, ImprovementEra, Januar 1926, Seite 224f.; sieheauch Liahona, Dezember 2003, Seite 162. Siehe Lehren der Präsidenten derKirche: Joseph Smith, Seite 553. Siehe Genesis 2:9; 34. Siehe 2 Nephi 2:22-27; Mose 5:115. Siehe Mose 4:1,2; Abraham 3:22-276. Siehe Johannes 5:26-29; 2 Nephi 9:5-12;Alma 34:9-147. Siehe James E. Talmage, Jesus derChristus, Seite 17f.8. Siehe 2. Glaubensartikel9. LuB 19:16,1710. Vgl. 1 Thessalonicher 4:1611. Siehe LuB 76:50-113; vgl. 1 Korinther15:40-4212. Siehe LuB 76:50-70; 88:4,27-29; 132:21-2413. 2 Nephi 2:814. Siehe Alma 40:11; LuB 138; vgl. Lukas23:43; Johannes 5:2515. Markus 14:33,3416. 2 Nephi 9:2117. Mosia 3:718. Alma 7:1219. LuB 88:620. Matthäus 27:4621. Lukas 23:44,4522. Matthäus 27:5123. 1 Nephi 19:1224. Johannes 19:3025. Lukas 23:4626. Matthäus 27:5427. Siehe James E. Talmage, Articles ofFaith, 1924, Seite 7728. The Mediation and Atonement, 1882,Seite 148f.AUSSCHNITT AUS DEM GEMÄLDE IM GARTEN GETSEMANI VON CARL HEINRICH BLOCH, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES NATIONALHISTORISCHENMUSEUMS AUF SCHLOSS FREDERIKSBORG IN HILLERØD, DÄNEMARK; FOTO VON DEN HEILIGEN SCHRIFTEN VON JOHN LUKE38


Das SühnopferILLUSTRATIONEN VON JEFF WARDin AktionIch wusste, dass der Herr mit meinemSohn etwas vorhatte, aber als mein Sohnsich für einen Weg entschloss, den ich fürihn nicht wünschte, war ich mir nichtsicher, wie er zurückkommen konnte.NAME DER REDAKTION BEKANNTIch schloss mich 1992 in den Niederlanden der KircheJesu Christi der Heiligen der Letzten Tage an. MeinMann schloss sich jedoch nicht der Kirche an und erlaubteunseren Kindern Alex und Petra (Namen geändert)nicht, dass sie sich taufen ließen. Trotzdem gingen wir dreizur Kirche und hielten regelmäßig den Familienabend ab.Einige Jahre ging alles gut, aber dann verkündete Alex,als er 13 Jahre alt war, dass er nicht länger zur Kirchegehen oder beim Familienabend dabei sein wollte. Je älterer wurde, umso schlimmer wurde alles. Es war schwer fürmich, ihm nahe zu bleiben, denn er begann nicht nur zurauchen und zu trinken, sondern belog mich auch, wassein Verhalten betraf. Mir brach das Herz, und ich vergossviele Tränen und sprach viele Gebete, in denen ich denhimmlischen Vater anflehte, meinem Sohn zu helfen.Als ich eines Abends still im Tempel saß, kam mir einBild in den Sinn. Ich sah einen jungen Mann, der dasAbendmahl austeilte. Es war so, als erinnerte der Herrmich an die Realität und Macht des Sühnopfers, und erermutigte mich dadurch, meinen Sohn zu lieben undihm zur Seite zu stehen.Doch im Laufe der Zeit wurde das Leben sogar nochschwieriger. Nach meiner Scheidung von Alex’ Vater warAlex wirklich niedergeschlagen. Ich wusste, dass er Hilfebrauchte, aber er wollte meine Hilfe nicht, und er hörteauch nicht zu, wenn ich mit ihm sprechen wollte.Eines Abends fragte unser Zweigpräsident, ob er mitAlex sprechen dürfe. Alex war verärgert, aber er erklärtesich zu einem Gespräch bereit. Nach dem Treffen war AlexLIAHONA MÄRZ 2008 39


auf den Zweigpräsidenten böse, weil dieser ihn aufgeforderthatte, auf Mission zu gehen, und er sagte: „Wenn derZweigpräsident wirklich ein Mann Gottes wäre, wüsste eres besser. Er wüsste, dass ich dafür nicht würdig bin – warumbelästigt er mich?“ An diesem Abend wusste ich, dassder Herr etwas vorhatte.Der Plan nahm auf unerwartete Weise Gestalt an, als icheinen Anruf von der örtlichen Polizeistation bekam. Alexwar verhaftet worden. Mein neuer Mann und ich zogenuns die Mäntel über und holten Alex mitten in der Nachtvon der Polizeistation ab. Wir machten keine Szene daraus,ja, Alex’ Stiefvater und ich sprachen nur ganz wenig.Als wir heimkamen, erzählte uns Alex, was geschehenwar, als er und sein Freund einen Motorroller gestohlenhatten. Was er getan hatte, tat ihm sehr leid. Zum erstenMal sah ich einen gebrochenen jungen Mann vor mir.Die Verhaftung war ein Wendepunkt für Alex. Die Folgenseiner Handlungen wurden ihm bewusst, und er sah, wohindies führte. Von diesem Tag an wurden wir reich gesegnet.Am nächsten Tag erzählte uns Alex, dass er den Polizeibeamtengebeten hatte, uns anzurufen, weil er wusste,dass wir ihn lieb hatten. Er erkannte auch, dass er unssehr wehgetan hatte, und er war dankbar, dass wir ruhiggeblieben waren.Alex hatte mehrere Freunde, die Mitglieder der Kirchewaren und sich um ihn kümmerten. Einer lud ihn zu denAktivitäten in der Kirche ein. Ein anderer gab ihm einBuch Mormon und forderte ihn auf, es zu lesen. Und obwohlAlex eine Leseschwäche hat, sah ich ihn immer wiederdarin lesen.Die nächste Segnung – um nur einige aufzuzählen – bestanddarin, dass Alex uns bat, ihm einen Anzug zu kaufen,da er beschlossen hatte, zur Kirche zu gehen. Ich dachte,er meinte damit, nur zu Weihnachten. Aber zu meiner großenÜberraschung ging er auch nach den Feiertagen mit.Die nächste Segnung konnte ich kaum fassen: Alex verkündete,dass er sich taufen lassen wollte! Er brauchte keinerleiUnterstützung von mir, sondern bereitete mithilfeseiner Freunde und der Missionare, die ihn belehrten, allesselbst vor. Ich traute meinen Augen kaum, als der Tag kam,wo ich tatsächlich sah, wie mein Sohn, weiß gekleidet, heiligeBündnisse schloss.Als Alex später seine Bekehrungsgeschichte erzählte, erkannteich, dass er große Schmerzen und Kummer gelittenhatte, dadurch aber auch so demütig geworden war, dass erauf den Knien um Hilfe gebeten hatte. Alex berichtete: „Alseines Abends meine Last so schwer war, dass ich sie nichtmehr ertragen konnte, fielen mir die Worte eines gutenFreundes ein, der mich daran erinnert hatte, dass ich immerum Hilfe beten könne. An diesem Abend beschlossich, es auszuprobieren. Einen anderen Ausweg gab es janicht für mich, und da mich meine Mutter gelehrt hatte,wie man betet, kniete ich nieder und schloss die Augen.Als ich begann, um Hilfe zu flehen, überkam mich einganz wunderbares Gefühl. Was ich da auf einmal empfand,werde ich nie vergessen – ich verspürte die reine Christusliebe.Ich fühlte, dass meine Probleme von mir genommenwurden. Seitdem bin ich nie wieder so verzweifelt gewesen– und ich bin mit einem Zeugnis von Jesus Christusgesegnet worden. Mein Herz hat sich gewandelt, sodassich mir wünsche, Jesus Christus nachzufolgen.“Nach seiner Taufe, der Konfirmierung und der Ordinierungzum Priestertum wurde Alex gebeten, das Abendmahlauszuteilen – die heiligen Symbole des Opfersdes Erlösers. Was ich vor so vielen Jahren im Tempelgesehen hatte, wurde vor meinen Augen Realität. Leisedankte ich dem himmlischen Vater, dass ich das erlebendurfte. Es war ein heiliger Augenblick für mich.40


Das könnte das Ende der Geschichte sein,aber zum Glück ist es nicht so. Seit damals erlebeich, wie das Sühnopfer weiterhin auf dasLeben meines Sohnes einwirkt. Erinnern Siesich an die Worte unseres inspirierten Zweigpräsidenten?Das Zeugnis meines Sohnes istbeständig gewachsen, und die Aufforderungunseres Zweigpräsidenten ist Wirklichkeit geworden.Alex hat vor kurzem seine Vollzeitmissionbeendet. Er ist zwei Jahre lang fürandere Menschen dagewesen und hat ihnengeholfen – so wie der Herr für ihn dagewesenist.Ich bin dankbar dafür, dass ich Alex’Mutter bin, aber noch dankbarer binich für das Sühnopfer Jesu Christi,das im Leben eines jeden Menschenwirksam ist. ■Nach seinerOrdinierungzum Priestertumwurde Alex gebeten,das Abendmahlauszuteilen.Was ich vor so vielenJahren im Tempelgesehen hatte,wurde vor meinenAugen Realität.


42Der lebendigeDas Zeugnis der Apostel der Kirche Jesu Christi der


ChristusHeiligen der Letzten TageVon links im Uhrzeigersinn: Der sanftmütige Heiler, Gemäldevon Greg Olsen; Die ganze Stadt war versammelt, Gemälde vonJames Tissot; Johannes tauft Jesus, Gemälde von Harry Anderson;Wie Christus die Erde erschuf, Gemälde von Robert T. Barrett.Wir gedenken in diesem Jahrder Geburt Jesu Christi vorzweitausend Jahren und gebenZeugnis von der Realität seines unvergleichlichenLebens und der unendlichenMacht seines großen Sühnopfers.Niemand sonst hat so großen Einflussauf alle Menschen, die schon gelebt habenund noch leben werden.Er war der große Jahwe des AltenTestaments und der Messias des NeuenTestaments. Auf Weisung seines Vaterserschuf er die Erde. „Alles ist durch dasWort geworden, und ohne das Wortwurde nichts, was geworden ist.“ (Johannes1:3.) Er war ohne Sünde, aber erließ sich doch taufen, um die Gerechtigkeitganz zu erfüllen. Er zog umher undtat Gutes (siehe Apostelgeschichte10:38) und wurde doch dafür verachtet.Sein Evangelium war die Botschaft vomFrieden für die Menschen seiner Gnade.Er forderte alle eindringlich auf, seinemBeispiel nachzueifern. Er wandelte aufden Straßen Palästinas, heilte die Kranken,machte die Blinden sehend undweckte die Toten auf. Er lehrte dieWahrheiten der Ewigkeit und sprachvon unserem Vorherdasein, dem Zweckdes Erdenlebens und den Möglichkeiten,die den Söhnen und Töchtern Gottesim zukünftigen Leben offenstehen.Er führte das Abendmahl ein, das ansein großes Sühnopfer erinnern soll.Er wurde gefangen genommen undauf Grund von falschen Anschuldigungenangeklagt. Er wurde für schuldigbefunden, damit der Pöbel Ruhe gab,und zum Tod am Kreuz auf dem Kalvarienbergverurteilt. Er gab sein Lebenhin, um für die Sünden aller Menschenzu sühnen. Er war die große Gabe,LIAHONA MÄRZ 2008 43


ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES NATIONALHISTORISCHEN MUSEUMS AUF SCHLOSS FREDERIKSBORG IN HILLERØD, DÄNEMARKdie stellvertretend für alle Menschendargebracht wurde, die je auf derErde leben sollten.Wir bezeugen feierlich, dass seinLeben, das ja den zentralen Punkt derMenschheitsgeschichte bildet, wederin Betlehem begann noch auf demKalvarienberg endete. Er war derErstgeborene des Vaters, der einziggezeugteSohn im Fleisch, der Erlöserder Welt.Er ist aus dem Grab auferstandenals „der Erste der Entschlafenen“(1 Korinther 15:20). Als der auferstandeneHerr erschien er denen, die erwährend seines Erdenlebens geliebthatte. Außerdem diente er seinen anderenSchafen (siehe Johannes 10:16)im alten Amerika. In der Neuzeit erschienener und sein Vater dem jungenJoseph Smith und leiteten damitdie lange verheißene „Fülle der Zeiten“ein (siehe Epheser 1:10).Der Prophet Joseph Smith schriebüber den lebendigen Christus: „SeineAugen waren wie eine Feuerflamme,sein Haupthaar war weiß wie reinerSchnee, sein Antlitz leuchtete hellerals das Licht der Sonne, und seineStimme tönte wie das Rauschen großerGewässer, ja, die Stimme Jehovas,die sprach:Ich bin der Erste und der Letzte;ich bin der, der lebt, ich bin der, dergetötet worden ist; ich bin euer Fürsprecherbeim Vater.“ (LuB 110:3,4.)Außerdem sagte der Prophet: „Undnun, nach den vielen Zeugnissen, dievon ihm gegeben worden sind, istdies, als letztes von allen, das Zeugnis,das wir von ihm geben: dass er lebt!Denn wir haben ihn gesehen, ja,zur rechten Hand Gottes; und wirLinks: Die Bergpredigt,Gemälde von Carl HeinrichBloch; unten links: Christusin Getsemani, Gemälde vonHeinrich Hofmann; unten:Die Kreuzigung Christi,unbekannter Künstler; rechts:Warum weinst du?, Gemäldevon Simon Dewey.ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON C. HARRISON CONROY CO.ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALTUS FINE ART, AMERICAN FORK, UTAH44


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Unten: Die Wiederherstellungdes MelchisedekischenPriestertums, Gemälde vonKen Riley; rechts: Das ZweiteKommen, Gemälde von HarryAnderson.46VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGTGanz oben: Jesus Christuserscheint auf dem amerikanischenKontinent, Gemälde von John Scott;links: Die erste Vision, Gemäldevon Gary Kapp; oben: JesusChristus erscheint Joseph Smithund Oliver Cowdery im Kirtland-Tempel, Gemälde von Gary Smith.


haben die Stimme Zeugnis gebenhören, dass er der Einziggezeugtedes Vaters ist – dass von ihm unddurch ihn und aus ihm die Weltenerschaffen werden und wurden,und deren Bewohner sind für Gottgezeugte Söhne und Töchter.“(LuB 76:22-24.)Wir verkünden feierlich, dass seinPriestertum und seine Kirche auf derErde wiederhergestellt worden sind –„auf das Fundament der Apostel undPropheten gebaut; der Schlussstein istChristus Jesus selbst“ (Epheser 2:20).Wir bezeugen, dass er eines Tageszur Erde zurückkehren wird. „Dannoffenbart sich die Herrlichkeit desHerrn, alle Sterblichen werden siesehen.“ (Jesaja 40:5.) Dann regierter als König der Könige und herrschtals Herr der Herren, und jedes Kniemuss sich beugen und jede Zunge ihnpreisen. Alle Menschen werden dannvor dem Herrn stehen, um gemäß ihrenTaten und den Wünschen ihresHerzens gerichtet zu werden.Als seine rechtmäßig ordiniertenApostel bezeugen wir, dass Jesus derlebendige Messias ist, der unsterblicheSohn Gottes. Er ist der große KönigImmanuel, der heute zur Rechten desVaters steht. Er ist das Licht, das Lebenund die Hoffnung der Welt. Sein Wegist der Pfad, der zum Glücklichseinhier auf der Erde und zu ewigem Lebenin der zukünftigen Welt führt. Gottsei gedankt für diese unvergleichlicheGabe, nämlich dafür, dass er uns seinenSohn geschenkt hat. ■„Der lebendige Christus – das Zeugnis derApostel“, datiert 1. Januar 2000, wurde vonder Ersten Präsidentschaft und demKollegium der Zwölf Apostel unterzeichnet.Es erschien im April 2000 im Liahona.LIAHONA MÄRZ 2008 47


ICH HABE VERSPROCHEN,IHM ZU GEHORCHEN UNDIHM NACHZUFOLGENIch war 60 Jahre alt, hatte kein Geld, undmein Leben war eine Schande. Ich nahm an,ich würde zu meinem eigenen Vergnügen leben.Ich war verloren, meine Augen warenverschlossen, aber Jesus hat sie geöffnet.Meine Taufe, die Konfirmierung und dieBündnisse, die ich mit Jesus Christus einging,sind das Wunder, das mein ganzes Leben veränderthat. Ich erkannte, was ich gewinnenkonnte und was mir wichtig ist. Jetzt binich ein glücklicher Mensch, weil ich JesusChristus kenne.Niemals hätte ich gedacht, dass einweltlicher Mensch, wie ich einer war,sich eines Tages der Kirche anschließen,das Priestertum tragen undZweigpräsident werden würde.Für mich ist es ein großesGeschenk, dass ich JesusChristus, unseremErlöser, dienen darf.Wirab Minasian,Armenien48


Kommt zuChristus!FOTO VON JOHN LUKE, SZENE NACHGESTELLTPRÄSIDENT HENRY B. EYRINGZweiter Ratgeber in der Ersten PräsidentschaftKommt zu Christus!“ – diese Worte ladenein. Sie bilden die wichtigste Einladung,die man an jemanden richtenkann. Sie stellen auch die wichtigste Einladungdar, die jemand annehmen kann. Seitdem Beginn der Wiederherstellung des Evangeliumsin dieser Evangeliumszeit hat JesusChristus seine Stellvertreter genau damit beauftragt:Sie sollen „warnen, erläutern, ermahnenund lehren und alle einladen, zuChristus zu kommen“. 1Jedes Mitglied der Kirche wird, wenn esdas Taufbündnis annimmt, ein Jünger, derversprochen hat, allzeit und überall, wo auchimmer er sich befindet, als Zeuge Jesu Christiaufzutreten. 2 Wir geben deshalb Zeugnis, damitMenschen eingeladen werden, zu Christuszu kommen.Uns allen muss viel daran liegen, dasswir herausfinden, wie man diese Einladungwirkungsvoll ausspricht. Aus Erfahrung wissenwir, dass einige darauf nicht eingehen.Nur wenige sind dem Ruf gefolgt, als Jesusselbst während seines irdischen Wirkensdiese Einladung ausgesprochen hat. Abergroß war seine Freude über diejenigen,die seine Stimme erkannt haben. Undgroß ist auch unsere Freude, wann immerdiejenigen, die wir eingeladen haben, zuihm kommen.Sie erkennen, dass er der Weg istEs lohnt sich, darüber nachzudenken, wiees war, wenn jemand unsere Einladung angenommenhat. Ich selbst habe beobachtet,dass es ein bestimmtes Muster gibt, wennMenschen diese Einladung annehmen. In jedemFall hat der Heilige Geist ihnen zumindestdrei Wahrheiten kundgetan. Das geschiehtnicht immer in der Reihenfolge, inder ich es anführe, aber jeder, der wahrhaftzu Christus kommt, hat dies in seinem Herzenerfahren.Erstens: Sie verspüren, dass einzig und alleinJesus Christus der Weg ist, wie sie in diesemLeben und in der künftigen Welt dasGlück erlangen können, das sie sich am meistenwünschen. Sie glauben an die Worte imBuch Mormon: „Siehe, ich sage euch, so wiediese Dinge wahr sind und so wahr der Herr,Gott, lebt, so ist kein anderer Name unterdem Himmel gegeben als nur dieser JesusChristus, von dem ich gesprochen habe, wodurchder Mensch errettet werden kann.“ 3Diese Gewissheit zu spüren ist nicht geradeleicht in einer Welt, in der viele Stimmenverkünden, es gäbe keinen Gott und keineSünde, und Glück sei im Vergnügen zu finden.Aber unsere Stimme kann viel machtvollersein, wenn wir nur die Gabe erlangen, mitGewissheit Zeugnis zu geben, dass Jesus derChristus und der Erlöser der Welt ist. UnserZeugnis ist dann besonders machtvoll, wennWenn Sie anderenhelfen, zu Christuszu kommen, werdenSie feststellen, dassauch Sie selbst zuihm gekommen sind.LIAHONA MÄRZ 2008 49


50wir aus eigener Erfahrung wissen,wie das Sühnopfer Jesu Christi inunserem Leben wirkt. Wenn Sieoft darüber nachdenken, wie seinSühnopfer Sie verändert hat, undwenn Sie oft dafür danken, dannwerden Sie feststellen, dass IhrZeugnis von Jesus Christus immermehr Kraft gewinnt, Herzen zu berühren.Wenn diejenigen, die Sieaus Ihrer Überzeugung heraus einladen,zu Christus zu kommen, diesesZeugnis spüren, dann werdenauch sie ihn als ihren Herrn und Erlöserannehmen. Und wenn sie ihnannehmen, erwärmt Freude ihrHerz und auch das Ihre.Sie schließen Bündnisse undgehorchenZweitens: Diejenigen, die ichkenne, die wahrhaftig zu Christusgekommen sind, geloben, ihm zugehorchen und ihm nachzufolgen. Am Anfang könnendas ganz einfache Verpflichtungen sein, etwa dass mandas Buch Mormon liest oder die Abendmahlsversammlungbesucht. Das muss ihrem Glauben entspringen, dass Jesusder Messias und der Erretter ist. Wenn sie aus diesemGlauben heraus das Versprechen halten, verspüren sie etwas.Vielleicht können sie diese Gefühle nicht in Worte fassen,aber es geht ihnen besser. Gehorsam, selbst im Kleinen,bringt diese Segnung von Gott mit sich. Und mitder Zeit spüren sie Reue im Herzen und damit auch denWunsch, das Taufbündnis einzugehen, den Namen Jesuauf sich zu nehmen und von Sünde gereinigt zu werden.Menschen treffen diese ungemein bedeutsame Entscheidungaus vielerlei Gründen. Ein Mann, mit dem wirsprachen, sah zunächst einmal keine Notwendigkeit, sichtaufen zu lassen. Schließlich hatte er sich sein Leben langbemüht, ein guter Mensch zu sein. Er hatte keine schwerwiegendeSünde begangen. Als Kind war er in einer anderenKirche getauft worden. Aber dann erkannte er zweierlei.Das eine war, dass der Erretter sich taufen ließ, weil ergehorsam war, obwohl er nie gesündigt hatte. Und zweitenswollte er sich durch die Vollmacht des wahren Priestertumsdem Erretter verpflichten, genauso wie dieserzu Johannes gegangen war, um sich taufen zu lassen.ICH BEMÜHE MICH,WIE ER ZU WERDENIch liebe den Herrn von ganzem Herzen. Erist mein Freund. Ich weiß, dass mir durch ihnvergeben werden kann.Das Evangelium und mein Zeugnis vonJesus Christus haben mir geholfen, eine bessereMutter, Ehefrau, Schwester und Freundinzu sein. Weil ich ein Zeugnis habe, bemüheich mich, so zu leben, wie Gott es von mir erwartet– rechtschaffen, ehrlich, gütig, liebevoll,geduldig und mitfühlend zu sein, meineMitmenschen als Kinder Gottes zu behandelnund ihnen zu dienen, wenn sie es brauchen.Ich versuche, ein christliches Leben zu führen,und hoffe, dass andere dadurch mehr überihn erfahren möchten.JoAnna M. Allen, Indiana, USAEin anderer junger Mann, denwir unterwiesen, entschloss sich zurTaufe, weil er aufgrund des Kummers,den er seiner Sünden wegenverspürte, ein reuiges Herz hatte.Als er aus dem Wasser der Taufehervorkam, fiel er mir um den Hals,Tränen strömten ihm über die Wangen,und er flüsterte mir ins Ohr:„Ich bin rein! Ich bin rein!“Ihre Entscheidung, das Taufbündniseinzugehen, entsprangdem gleichen Glauben. Sie wussten:Wenn sie mit einem Bund gelobten,die Gebote des Herrn zu befolgen,und sich daran hielten, dannwürde auch er sich an seinen Bundund sein Versprechen halten, siezum ewigen Leben zu führen. Siewaren bereit, zu ihm zu kommen,damit sie sich unter seiner Führungverändern und mit der Zeit wie erwerden konnten.Sie bemühen sich, wie er zu werdenDies führt uns zum dritten Merkmal, das ich bei denenbeobachtet habe, die wahrhaftig zu Christus gekommensind: Sie bemühen sich, wie er zu werden. Sie wollen andereso behandeln, wie er es ihres Wissens tun würde. Sicherhaben Sie das genauso wie ich bei glaubenstreuenMenschen beobachtet, kurz nachdem sie getauft wordensind und den Heiligen Geist empfangen haben. Einmal besuchteich mit meinem Mitarbeiter auf Mission eine Familie,die wir einige Wochen zuvor im Evangelium unterwiesenund getauft hatten. Die Eltern führten uns in den Kellerund zeigten uns ein Zimmer. Es war bisher das Zimmereiner ihrer beiden Töchter gewesen. Aber jetzt war sie beiihrer Schwester eingezogen. In dem Zimmer, das sie geräumthatte, befand sich nun alles, was die Familie in einemNotfall benötigte.Wir hatten ihnen nicht davon erzählt, dass man für denNotfall gerüstet sein sollte. Als wir sie fragten, warum sieetwas so Schwieriges so schnell angepackt hatten, erwidertensie, sie hätten in einer Zeitschrift der Kirche gelesen,dass der Herr möchte, dass die Familien darauf vorbereitetsind, für sich selbst und für andere zu sorgen. Sie sagten:„Machen das Heilige der Letzten Tage nicht so?“


Wir können und müssen denjenigen, die sichentschlossen haben, zu Christus zu kommen,ein Freund sein. Sie können den Mut verlieren,wenn Prüfungen kommen; und Prüfungenwerden kommen. Wir dürfen aber nichtvergessen, dass die besten und verlässlichstenFreunde, die sie haben, der Erlöser und seinVater sind, der auch ihrFOTO VON CHRISTINA SMITH, SZENE NACHGESTELLTDieser einfache Glaube erstrecktesich auf alles, was der Herr ihremEmpfinden nach von ihnen erwartete.Und ihr Wunsch, ihmnachzufolgen, blieb bestehen. Erveränderte sie. Sie waren schonimmer freundlich gewesen undhatten sich bemüht, anderenzu helfen. Aber diese Fähigkeit,Nächstenliebe zu zeigen, nahmzu. Und dieses Verhalten, diesesMuster, beobachte ich bei allen,die sich ein Leben lang bemühen,zu Christus zu kommen.Manchmal sprechen wir davon,dass wir Mitglieder aktiv haltenmüssen, als wären wir diejenigen,die sie halten könnten.


Vater ist. Der himmlische Vater undder Erlöser werden ihnen den HeiligenGeist senden, um sie zu tröstenund sie im Glauben zu bestärken,wenn sie demütig gehorchen. WennSie daher beispielsweise mit einemneugetauften Mitglied besuchslehrenoder heimlehren gehen undihm die Chance geben, zu beten,die Botschaft zu vermitteln oderden Termin zu vereinbaren, dannkann ihm das mehr Kraft geben, alswenn Sie ihm nur Ihre Liebe zeigen.Damit werden die Kräfte des Himmelsherabgerufen. Und dies wirdden anderen durch Prüfungen tragenund ihn vor Stolz bewahren,wenn er die Segnungen bekommt,die ja kommen werden.Eine HerzenswandlungNoch etwas Wunderbares wird geschehen:Wenn Sie Ihr ganzes Herzeinsetzen, um Menschen einzuladen,zu Christus zu kommen, dannwird sich auch Ihr Herz wandeln. Sietun das Werk des Herrn, für ihn. Siewerden feststellen, dass er sein Versprechenhält, mit Ihnen in dem,was Sie tun, eins zu sein. Sie werdenihn erkennen. Und schließlich werdenSie werden wie er und „in ihmvollkommen“ 4 werden. Wenn Sie anderenhelfen, zu Christus zu kommen,werden Sie feststellen, dassauch Sie selbst zu ihm gekommensind. Wenn Sie ihm nahe sein undseinen Frieden spüren möchten,geht das am besten, indem Sie ihm dienen.Schließlich hat er gesagt:„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagtund schwere Lasten zu tragen habt. Ichwerde euch Ruhe verschaffen.Nehmt mein Joch auf euch und lerntvon mir; denn ich bin gütig und vonHerzen demütig; so werdet ihr Ruhefinden für eure Seele.DURCH JESUS CHRISTUSBIN ICH GLÜCKLICHGEWORDENJesus hat gesagt: „Ich bin der Weg und dieWahrheit und das Leben.“ (Johannes 14:6.)Seine Worte drücken mein Zeugnis am bestenaus.Ich habe einen Hochschulabschluss in Literatur,Philosophie und Geschichte erworbenund erkannt, dass allen großartigen Ideen,Theorien und Unternehmen Grenzen gesetztsind. Ebenso kann ein irdischer Vaternicht einmal seinem eigenen KindFrieden, Weisheit oder die Ewigkeitgarantieren.Doch unser himmlischerVater hat der Welt verkündet,dass wir in diesemLeben wahrhaft glücklichsein können, wenn wir demWeg Christi folgen, seinemBeispiel nacheifern und seinenoffenbarten Wahrheitengehorchen. Und nach diesemLeben – wenn wir in dieGegenwart unseres himmlischenVaters zurückkehren – könnenwir mit ihm auf ewig glücklichsein.Zentz Lin, TaiwanDenn mein Joch drückt nichtund meine Last ist leicht.“ 5Ich bezeuge, dass er diese Verheißungerfüllt – für alle, die wir zuihm einladen. Und er erfüllt dieseVerheißung für alle, die ihm dienen,indem sie andere einladen. ■ANMERKUNGEN1. LuB 20:592. Siehe Mosia 18:8-103. 2 Nephi 25:204. Moroni 10:325. Matthäus 11:28-30FOTO VON CHRISTINA SMITH, SZENE NACHGESTELLT52


War ich errettet?CHARLOTTE GOODMAN McEWANILLUSTRATION VON SAM LAWLORMeine Freundin Rachel fragte mich, ob ich mit ihr zurKirche gehen wolle. Sie war in ihrer Kirche aktiv,und ich war neugierig, worin sich ihre Kirche vonmeiner unterschied. Ich bat meine Eltern um Erlaubnis.Sie waren einverstanden, da der Gottesdienst zu einer anderenZeit stattfand als unsere Versammlungen.In ihrem Gottesdienst war mir vieles fremd: Die Liederund Gebete waren anders, die Art, wie der Prediger sprach,war ungewohnt. Als die Schale für die Spenden herumgereichtwurde, wusste ich nicht, was ich tun sollte.Schließlich forderte der Prediger alle in der Gruppe,die Jesus Christus noch nicht öffentlich als ihren Erlöserangenommen hatten, auf, nach vorn zu kommen. Rachelflüsterte mir zu und ermutigte mich, nach vorn zu gehen.Ich zögerte. In unserer Gemeinde hatte der Bischof niejemanden aufgefordert, nach vorn zu kommen und öffentlichJesus Christus anzunehmen. Ich wusste nicht, was ichtun sollte. Vielleicht hatte ich etwas unterlassen, was fürmeine Errettung wichtig war. Nach dieser Versammlungging ich verstört nach Hause.Als ich später über dieses Erlebnis nachdachte, wurdemir bewusst, dass ich tatsächlich Jesus Christus öffentlichals meinen Erlöser angenommen hatte. Ich war von jemandem,der die Priestertumsvollmacht von Jesus Christushat, getauft worden. Meine Taufe war ein Bündnis mitdem himmlischen Vater, dass ich den Namen Jesu Christiauf mich nehmen und sein Jünger sein wollte. Ich hatteversprochen, dass ichseine Gebotehalten undmich bemühen würde, wie er zu sein. Bei meiner Taufewaren Priestertumsträger als Zeugen anwesend, ebensoFamilienangehörige und Mitglieder der Gemeinde.Seit meiner Taufe und Konfirmierung kann ich jedenSonntag vom Abendmahl nehmen und meinem Vater imHimmel von neuem bezeugen, dass ich auch weiterhinden Namen Christi auf mich nehmen werde.Manchmal stellen Christen anderer Kirchen uns vielleichtdieselbe Frage, wie sie der Priester meiner Freundingestellt hat, nur anders formuliert. Vielleicht fragen sie, obwir errettet sind. Elder Dallin H. Oaks, ein Mitglied des Kollegiumsder Zwölf Apostel, hat uns geholfen, diese Frage zuverstehen und eine Antwort zu finden: „Gute Christen verbindenmanchmal andere Inhalte mit einigen Schlüsselbegriffendes Evangeliums, so auch mit den Wörtern errettetund Errettung. Wenn wir die Frage so beantworten, wieder Fragesteller sie wahrscheinlich meint, wenn er wissenwill, ob wir ‚errettet‘ sind, dann müssen wir Ja sagen.“ 1Ich war noch dabei, ein Zeugnis von Jesus Christus zuentwickeln, als ich die Kirche meiner Freundin besuchte.Seit damals habe ich festgestellt: Je mehr ich mich mit demEvangelium befasse, durch die heiligen Schriften und dieWorte der lebenden Propheten, desto besser bin ich vorbereitetund desto selbstsicherer bin ich, um allzeit als ZeugeGottes aufzutreten (siehe Mosia 18:9). ■ANMERKUNG1. „Sind Sie errettet?“,Der Stern, Juli1998, Seite 66


Wir glaubenHier finden Sie kurze Antworten auf einige Fragen, die Mitgliedern der Kirche Jesu Christider Heiligen der Letzten Tage häufig gestellt werden.Welche Vorstellungen haben die Heiligen der LetztenTage von Jesus Christus? Ist er buchstäblichvon den Toten auferstanden? Wird er in Herrlichkeitwieder auf die Erde kommen? Braucht der Menschseine Gnade, um errettet zu werden?Das sind nur einige der Fragen, die Menschen oft stellen,wenn sie der Kirche oder Mitgliedern der Kirchezum ersten Mal begegnen. Um die Fragen zu beantworten,sollten die Mitglieder zunächstund vor allem bereit sein, auf die Weisungdes Heiligen Geistes zu hören. Aber dieInhalte der folgenden kurzen Antwortenkönnen als Anregung dienen, wenn wirAntworten formulieren.Glauben Sie an den historischen JesusChristus, der im Heiligen Land gelebt undgelehrt hat, so wie es in der Bibel berichtetwird?Ja. Wir glauben daran, dass Jesus vonMaria geboren wurde, im Heiligen Landdrei Jahre lang gepredigt und gewirkt hat,am Kreuz gestorben und von den Toten auferstandenist, so wie es Propheten Jahrhundertevor seinem Kommen vorhergesagt haben(siehe beispielsweise Genesis 49:10;Psalm 2:6,7; 22:17,19; 118:22; Jesaja 7:14;Micha 5:1). Wir glauben daran, dass er fürdie Sünden der ganzen Menschheit gelittenund gesühnt und dadurch Umkehr und Vergebungermöglicht hat (siehe Jesaja 53:4-6).Wir glauben daran, dass er den Tod überwundenhat, und dass durch seine Macht jederMensch mit einem physischen Körperauferstehen wird (siehe Römer 6:5; 8:11).Wir glauben daran, dass jeder Sohn und jede Tochter Gottes,die auf die Erde kommen, durch Gehorsam gegenüberden Grundsätzen seines Evangeliums Errettung erlangenund zu unserem Vater und seinem Sohn zurückkehren54


LAZARUS, GEMÄLDE VON CARL HEINRICH BLOCH, ABDRUCK MITFREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES NATIONALHISTORISCHEN MUSEUMSAUF SCHLOSS FREDERIKSBORG IN HILLERØD, DÄNEMARKkönnen, um mit ihnen im Himmelreich zu leben(siehe 1 Petrus 3:18; 3. Glaubensartikel).Glauben Sie, dass der Herr buchstäblichvon den Toten auferstanden ist?Ja. Wie seine Apostel dies in der Bibel bezeugthaben, wurde Jesus Christus mit seinemauferstandenen Körper von hundertenAugenzeugen gesehen (siehe Lukas 24:39;Johannes 20:20; 1 Korinther 15:3-8). Alsauferstandenes Wesen diente er tausendenseiner „anderen Schafe“ (Johannes 10:16)in Amerika, zeigte ihnen die Wunden anseinen Händen und Füßen und an seinerSeite und lehrte sie viele Tage lang (siehe3 Nephi 11-28).Gemeinsam mit seinem Vater erschien er1820 Joseph Smith Jr. Der Herr wies diesenjungen Propheten an, seine Kirche und seinEvangelium wiederherzustellen, weil diesenach dem Tod der ersten Apostel geändertworden waren und nun menschliche Philosophienenthielten. Joseph Smith und einer seinerBegleiter gaben 1832 dieses Zeugnis vonJesus Christus: „Er lebt! Denn wir haben ihngesehen, ja, zur rechten Hand Gottes; undwir haben die Stimme Zeugnis geben hören,dass er der Einziggezeugte des Vaters ist.“(LuB 76:22,23.)Glauben Sie, dass er in Herrlichkeit wiederauf die Erde kommen wird?Ja. Die heiligen Schriften bezeugen:„Dieser Jesus, der von euch ging und in denHimmel aufgenommen wurde, wird ebensowiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmelhingehen sehen.“ (Apostelgeschichte1:11.) „Doch ich, ich weiß: Mein Erlöser lebt,als Letzter erhebt er sich über dem Staub.“(Ijob 19:25.) „Er [wird] in den Wolken desHimmels [kommen], um auf Erden übersein Volk zu regieren.“ (LuB 76:63.)Und weiter glauben wir, dass wir, weiler auferstanden ist, unseren physischen Körperebenfalls wiederbekommen werden:„Denn wie in Adam alle sterben, so werdenin Christus alle lebendig gemacht werden.“(1 Korinther 15:22.) „Der Tod Christi wirddie Bande des zeitlichen Todes lösen, sodassalle von diesem zeitlichen Tod auferwecktwerden. Der Geist und der Leib werden wiederin ihrer vollkommenen Gestalt vereinigtwerden.“ (Alma 11:42,43.)Glauben Sie, dass seine Gnade für unsereErrettung notwendig ist?Ganz bestimmt. Ohne die Gnade JesuChristi könnte niemand errettet werden oderewige Segnungen erlangen (siehe Römer3:23,24). Durch seine Gnade werden alleMenschen auferstehen, und alle, die an ihnglauben und ihm nachfolgen, können ewigesLeben haben (siehe Johannes 3:15). Ja, mehrnoch: Durch seine Gnade kann unsere heiligeBeziehung zu unserem Ehepartner undzur Familie in Ewigkeit fortbestehen (sieheWir glaubendaran,dass Jesusvon Maria geborenwurde, im HeiligenLand drei Jahre langgepredigt und gewirkthat, am Kreuzgestorben und vonden Toten auferstandenist, so wie es ProphetenJahrhundertevor seinem Kommenvorhergesagt haben.LIAHONA MÄRZ 2008 55


die Gnade Christi sich in ihrer ganzen Fülleauf diejenigen erstreckt, die an Christus glaubenund die jene Werke tun, von denen ergesprochen hat. „Wir wissen, dass wir durchGnade errettet werden, nach allem, was wirtun können.“ (2 Nephi 25:23; Hervorhebunghinzugefügt.)Zwar können uns unsere guten Werkenicht von Sünde reinigen, aber sie zeigen,dass wir aufrichtig an Jesus Christus glaubenund dass wir glaubenstreu auf dem Weg gehen,den er gegangen ist.Glauben Sie, dass Joseph Smith auf einegewisse Weise für die Errettung der Menschenebenso wichtig ist wie Jesus Christus?Nein. Joseph Smith war ein für die Geschichteder Menschheit wichtiger Prophet.Das Werk, das er unter göttlicher Führungausgeführt hat, hat der Erde Segnungen undErkenntnis gebracht, die den Propheten Gottesund ihren Nachfolgern zur Zeit des Altenund Neuen Testaments gegeben wurden, danachaber verloren gegangen waren. JosephSmith war genauso wie diese Propheten in alterZeit ein Diener des Herrn Jesus Christus,der lehrte, dass die Errettung und alle Segnungender Ewigkeit nur durch unseren Erlöserkommen können: „Die wesentlichenGrundsätze unserer Religion sind das Zeugnisder Apostel und Propheten über Jesus Christus,dass er gestorben ist, begraben wurdeund am dritten Tag wieder auferstanden unddann in den Himmel aufgefahren ist; und allesandere, was mit unserer Religion zu tunhat, ist nur eine Beigabe dazu.“ 1 Ein andermalhat der Prophet gesagt: „Wenn wir über dieHeiligkeit und Vollkommenheit unseres großenMeisters nachdenken, der uns den Wegeröffnet hat, auf dem wir zu ihm kommenkönnen, indem er sich selbst geopfert hat,schmilzt uns das Herz wegen seiner Herablassung.“2 ■Als auferstandenesWesendiente er tausendenseiner „anderenSchafe“ in Amerika,zeigte ihnen dieWunden an seinenHänden und Füßenund an seiner Seiteund lehrte sie vieleTage lang.Matthäus 16:19; 1 Korinther 11:11; LuB132:19). Diese ewigen Segnungen sind einGeschenk an uns; wir können sie nicht auseigener Kraft verdienen.Dennoch geht aus den heiligen Schriftenklar hervor, dass wir die vollständigen Segnungenseiner Gnade durch unseren Glaubenund Gehorsam seinen Lehren gegenübererlangen. Der Apostel Paulus hat gesagt,dass wir uns nicht selbst erretten können;wir brauchen die Gnade des Herrn: „Dennaus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet,nicht aus eigener Kraft – Gott hat esgeschenkt –, nicht aufgrund seiner Werke,damit keiner sich rühmen kann. Seine Geschöpfesind wir, in Christus Jesus dazu geschaffen,in unserem Leben die guten Werkezu tun, die Gott für uns im Voraus bereitethat.“ (Epheser 2:8-10.)Jakobus erklärt: „So ist auch der Glaubefür sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisenhat. … Ihr seht, dass der Mensch aufgrundseiner Werke gerecht wird, nicht durchden Glauben allein.“ (Jakobus 2:17,24.) Daherkonnte der Erretter dem reichen Jüngling,der gehorsam war und ewiges Leben erlangenwollte, sagen, dass es noch mehr zu tungab (siehe Matthäus 19:16-22; Lukas 18:18-23).Die Heiligen der Letzten Tage glauben, dassANMERKUNGEN1. Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith,Seite 552. Lehren: Joseph Smith, Seite 59f.JESUS ERSCHEINT DEN NEPHITEN, GEMÄLDE VON SIMON DEWEY, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALTUS FINE ART, AMERICAN FORK, UTAH; CHRISTUSUND DER REICHE JÜNGLING, GEMÄLDE VOM HEINRICH HOFMANN; ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON C. HARRISON CONROY CO.56


WEITERE INFORMATIONSQUELLENWenn Menschen, die sich über unseren Glauben an JesusChristus erkundigen, mehr Informationen haben möchten, alswir ihnen im Moment geben können, können wir ihnen Folgendesvorschlagen:• Befassen Sie sich mit dem Buch Mormon, einem weiterenZeugen für Jesus Christus. Es schildert, wie der Erretter auf demamerikanischen Kontinent geistig diente, nachdem er auferstandenund zum Himmel aufgefahren war, wie in der Bibel berichtet wird.Seine Botschaft an die Gläubigen im alten Amerika entspricht dem,worin er seine Jünger während seines irdischen Wirkens im HeiligenLand unterwies. Propheten des Buches Mormon lehren das EvangeliumJesu Christi und geben immer wieder Zeugnis davon.• Sprechen Sie mit Missionaren der Kirche, die dazu berufensind, das Evangelium Jesu Christi zu verkünden, jedoch auch dieEntscheidung derer respektieren, die ihre Lehren nicht annehmen.• Besuchen Sie die Internetseite www.mormonen.de. Wählen Sieunter den angegebenen Themen oder unter „Häufig gestellte Fragen“aus, was Sie interessiert.• Besuchen Sie die Internetseite www.kirche-jesu-christi.org.Klicken Sie auf „Über die Kirche“. Dort können Sie sich unter„Glaube und Lehre“ und „Häufig gestellte Fragen“ über verschiedeneThemen informieren, die Sie interessieren. Unter „Kirchenliteratur“findet man auch Zeitschriften der Kirche und Ansprachen von derGeneralkonferenz. ■LIAHONA MÄRZ 2008 57


So werden wir einZeuge Christi


LINKS: JOSEPH SMITHS ERSTE VISION, GEMÄLDE VON GREG K. OLSEN; RECHTS: FOTO MIT NACHGESTELLTER SZENEELDER D. TODD CHRISTOFFERSONvon der Präsidentschaft der SiebzigerKraft ihres Amtes im Priestertum sindApostel dazu berufen, besondere ZeugenChristi in aller Welt zu sein (sieheLuB 107:23). Ihr Zeugnis ist im Erlösungswerkdes Herrn von entscheidender Bedeutung.Und doch dürfen die Apostel nicht alleine dastehenund tun es auch nicht. Wir alle, die getauftund konfirmiert sind, haben den NamenJesu Christi auf uns genommen mit dem Versprechen,„allzeit und in allem und überall ...als Zeugen Gottes aufzutreten“ (Mosia 18:9).Jedem von uns ist es möglich, sein Zeuge zuwerden. In der Tat verlässt sich der Herr aufdie „Schwachen und Einfachen“, um seinEvangelium zu verkünden (siehe LuB 1:19,23),und es ist sein Wunsch, dass „jedermann imNamen Gottes, des Herrn, ja, des Errettersder Welt, sprechen könne“ (LuB 1:20).Betrachten wir einige Beispiele, wie man alsMitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligender Letzten Tage ein Zeuge Christi sein kann.Wir sind Zeugen Christi, wenn wir einsicheres, persönliches Zeugnis davonempfangen, dass er lebt.Ein Zeuge Jesu Christi im eigentlichen Sinnzu sein heißt, ein sicheres und persönlichesZeugnis davon zu haben, dass er wirklich derGottessohn ist, der Erretter und Erlöser derWelt. Die Apostel in alter Zeit wussten, dassJesus der verheißene Messias war, und siesprachen aus eigener Erfahrung von seinerbuchstäblichen Auferstehung. Und doch istes für einen Zeugen Christi nicht erforderlich,ihn gesehen zu haben oder in seiner Gegenwartgewesen zu sein. Petrus bezeugte Jesus:„Du bist der Messias, der Sohn des lebendigenGottes“. Darauf erwiderte der Herr, dassPetrus diese Erkenntnis nicht erlangt hatte,weil er Jesus aus nächster Nähe selbst erlebthatte, sondern weil sein himmlischer Vater esihm offenbart hatte (siehe Matthäus 16:15-17).Jesus machte Thomas deutlich, dass manauch ohne ihn zu berühren oder zu sehendie gleiche Gewissheit, das gleiche Zeugniswie Thomas erlangen könne: „Jesus sagtezu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubstdu. Selig sind, die nicht sehen und dochglauben.“ (Johannes 20:29.)Unser Zeugnis von Christus beginnt üblicherweisemit dem Zeugnis anderer – vonMenschen, die wir kennen oder über die wiretwas wissen und denen wir daher vertrauen.Wir haben das belegte Zeugnis der Apostel,dass Gott „diesen Jesus ... auferweckt [hat],dafür sind wir alle Zeugen“. (Apostelgeschichte2:32.) Wir haben das Alte und dasNeue Testament, die beide von seiner Vorherordinierung,seinem Wirken und seinemSühnopfer Zeugnis ablegen. Wir haben einenweiteren Zeugen, nämlich das Buch Mormon,dessen Hauptzweck darin besteht, dass „dieJuden und die Andern davon überzeugt werden,dass Jesus der Christus ist, der EwigeGott, der sich allen Nationen kundtut“. 1 Wirhaben das Zeugnis des Propheten JosephSmith, der sah und hörte, wie der Vater aufJesus deutete und erklärte: „Dies ist meingeliebter Sohn“ (Joseph Smith – Lebensgeschichte1:17), und später bekräftigte: „Nachden vielen Zeugnissen, die von ihm gegebenworden sind, ist dies, als letztes von allen, dasZeugnis, das wir von ihm geben: dass er lebt!Denn wir haben ihn gesehen, ja, zur rechtenHand Gottes; und wir haben die StimmeZeugnis geben hören, dass er der Einziggezeugtedes Vaters ist.“ (LuB 76:22,23.)Auch heute in unserer Zeit leben besondereZeugen unter uns. Ihr bestätigendes Zeugniskönnen wir mit eigenen Augen und Ohrenwahrnehmen. Viele haben außerdemdas Glück, dass sie das Zeugnis ihrerEltern, Großeltern und glaubenstreuenFreunde hören können.Diejenigen, die den Bund der Taufeeingehen, empfangen besonderen Glaubenan Jesus Christus, und mit der Gabedes Heiligen Geistes kommt die Gewissheit,dass die Zeugnisse wahr sind, diewir in Bezug auf Christus erhalten haben.Jedem von uns istes möglich, seinZeuge zu werden.LIAHONA MÄRZ 2008 59


EIN PERSÖNLICHESZEUGNIS VOMERLÖSERIch glaube, meine Taufe als Kind von11 Jahren markierte den Anfang meinesZeugnisses von ihm, dessen Kirche ichbeigetreten war. Seit dieser Zeit habe ichden Wunsch, den Lehren Jesu Christi zufolgen und nach den Grundsätzen desEvangeliums zu leben.Es war ein allmählicher Vorgang,mein Zeugnis von Jesus Christus zu erlangen,und er wurde durch meine regeBeteiligung in der Kirche beschleunigt.Die Schönheit der Natur lässt mich oftseine große Liebe zu uns spüren, unddas macht mich noch dankbarer. Ichhabe verspürt, wie der Geist mir Zeugnisgegeben hat, wenn ich gefastet und gebetetund Antworten auf diese Gebete erhaltenhabe; und ich weiß, dass JesusChristus der Mittler zwischen dem himmlischenVater und uns ist. Bei meinenhäufigen Besuchen im Tempel habe ichseine unmittelbare Nähe verspürt.Mein ganzes Leben lang ist meinZeugnis gewachsen und gestärkt worden,und heute habe ich nicht den geringstenZweifel, dass Jesus Christusder Sohn Gottes ist – mein Erretter undErlöser. Dieses Wissen verschafft mirruhige Gewissheit und Frieden.Joyce Bowler, EnglandNephi bestätigt, dass dies so eintretenwird: „Und dann seid ihr auf diesemengen und schmalen Pfad, der zumewigen Leben führt; ja, ihr seid durchdas Tor eingetreten; ihr habt gemäßden Geboten des Vaters und des Sohnesgehandelt; und ihr habt den HeiligenGeist empfangen, der Zeugnis gibtvom Vater und vom Sohn, in Erfüllungder Verheißung, die er gegeben hat,nämlich, wenn ihr auf dem Wege eintretet,werdet ihr empfangen.“ (2 Nephi31:18; Hervorhebung hinzugefügt.)Es ist eine geistige Gabe, an dieWorte anderer zu glauben, und eineweitere „durch den Heiligen Geist [gegebeneGabe] zu wissen, dass JesusChristus der Sohn Gottes ist und dasser für die Sünden der Welt gekreuzigtworden ist“ (LuB 46:13).Dieses Zeugnis erhalten wir oft alsGefühl – ein Brennen, innerer Frieden,Gewissheit, Erleuchtung. Der Herrgab Oliver Cowdery ein Zeugnis vomBuch Mormon, und zwar durch geistigeEmpfindungen, die bestätigten,„dass die Worte oder das Werk, das duniedergeschrieben hast, wahr sind“(LuB 6:17). Der Herr fügte sodannhinzu: „Wenn du ein weiteres Zeugnisbegehrst, dann denke in deinem Sinnan die Nacht, da du im Herzen zu mirgeschrien hast und wissen wolltest, obdiese Dinge wahr seien. Habe ich deinemSinn nicht Frieden in dieser Angelegenheitzugesprochen? Welch größeresZeugnis kannst du haben als vonGott?“ (LuB 6:22,23.) Der Geist, derdem Sinn Frieden zuspricht, ist nichtdie einzige Art, wie man ein Zeugnisempfängt, aber da dieses Zeugnis vonGott ist, gibt es kein größeres. So, wiewir bezeugen können, dass wir dieStimme Christi vernommen habenund seine Worte kennen (siehe LuB18:36), wenn wir uns an seinen Wortenin den Schriften weiden, so könnenwir auch aufgrund der bestätigendengeistigen Empfindungen von Gott bezeugen,dass wir seinen Sohn kennenund wissen, dass er lebt.Wir sind Zeugen Christi, wenn wirso leben, dass wir seine Lehrenwiderspiegeln.Während seines Wirkens in derwestlichen Hemisphäre gab derErlöser das Gebot: „Haltet euerLicht hoch, damit es der Welt leuchte.Siehe, ich bin das Licht, das ihr hochhaltensollt – das, was ihr mich habttun sehen.“ (3 Nephi 18:24.) DieMenschen sollen in uns etwas vonJesus Christus wiedererkennen. UnsereHandlungsweise, Sprechweise,unser Gesichtsausdruck und sogarunsere Denkweise spiegeln ihn undseine Eigenschaften wider. Wir sollen,wie Alma es ausgedrückt hat, einemächtige Wandlung in unserem Herzenerlebt und sein Abbild in unserenGesichtsausdruck aufgenommen haben(siehe Alma 5:14). So hat auchder Herr geboten, dass wir so seinsollen wie er (siehe 3 Nephi 27:27).Obwohl wir nicht dabei waren, alser auf Erden wirkte, sehen wir Jesusund was er gesagt und getan hat,wenn wir in den Schriften forschen.Und wenn wir ihm darin nacheifern,legen wir Zeugnis von ihm ab.Das erinnert mich an einen katholischenPriester, den ich bei der gemeinsamenArbeit für ein Sozialprojekt inNashville, Tennessee, kennengelernthabe. Pfarrer Charles Strobel entwickelteein Projekt, um Obdachlose vonder Straße zu holen. Dabei durchliefenkleine Gruppen ein Ausbildungsprogramm,in dem sie lernten, wie manden Alltag meistert, und Gelegenheiterhielten, zu arbeiten. Er widmete60


DER TEICH BETESDA, GEMÄLDE VON CARL HEINRICH BLOCH, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES BRIGHAM YOUNG UNIVERSITY MUSEUM OF ART; FOTO VON JOHN LUKE, SZENE NACHGESTELLTdiesen Menschen unzählige Stunden, damitsie sich dauerhaft zum Guten ändern und selbständigwerden konnten. Ich war überrascht,als ich erfuhr, dass Strobels Mutter wenigeJahre zuvor von einem Obdachlosen umgebrachtworden war. Pfarrer Strobels christlicheLiebe erstreckte sich sogar auf die Menschen,von denen einer einst seiner geliebten Muttergewaltsam das Leben genommen hatte.Die Kernaussage der Apostel und Prophetenin allen Zeitaltern lautet: Wir müssen umkehren,um durch das Sühnopfer Jesu Christi Sündenvergebungerlangen zu können. Durch unsereeigene Umkehr geben wir Zeugnis von ihmund der Macht seiner Gnade, uns zu vergebenund uns zu läutern. Wir müssen nicht vollkommengeworden sein, damit unser Zeugnis gültigist, solange wir bestrebt sind, unser Lebennach dem Maßstab des Erlösers auszurichten.Präsident Ezra Taft Benson (1899–1994) gabden klugen Rat, dass bei diesem VorgangGeduld und Fleiß nötig sind:„Man braucht ein ganzes Leben, umso wie Christus zu werden, und meistenswachsen und verändern wir uns nur langsam,fast unmerklich. …Auf jeden Paulus, auf jeden Enos und aufjeden König Lamoni kommen Hunderte undTausende, für die sich die Umkehr weit wenigerdramatisch, sondern viel unmerklichergestaltet. Tag um Tag nahen sie sich demHerrn, ohne sogar richtig zu merken, dass sieGott immer ähnlicher werden. Sie führen einruhiges Leben voller Güte, Dienst am Nächstenund Selbstverpflichtung. Sie sind wie dieLamaniten, über die der Herr gesagt hat, dasssie ‚mit Feuer und mit dem Heiligen Geistgetauft wurden, und sie wussten es nicht‘(3 Nephi 9:20; Hervorhebung hinzugefügt).“ 2Wir sind Zeugen Christi, wenn wir anderenhelfen, zu ihm zu kommenFreudig berichtet Nephi: „Und wir redenvon Christus, wir freuen uns über Christus, wirpredigen von Christus, wir prophezeien vonChristus, und wir schreiben gemäß unserenProphezeiungen, damit unsere Kinder wissenmögen, von welcher Quelle sie Vergebungihrer Sünden erhoffen können.“ (2 Nephi25:26.) Wir können genauso rührig sein, umanderen – besonders unseren Kindern – zuhelfen, zu Christus zu kommen.Die Menschensollen in unsetwas vonJesus Christuswiedererkennen.Unsere Handlungsweise,Sprechweise,unser Gesichtsausdruckund sogarunsere Denkweisesollen ihn und seineEigenschaften widerspiegeln.LIAHONA MÄRZ 2008 61


EIN LEBEN, DAS SEINELEHREN WIDERSPIEGELTIch studierte im fünften Jahr Geisteswissenschaften,als ich etwas Wichtigesüber den Wert eines guten Vorbildslernte. Jedes Mal, wenn unser Lehrer indie Klasse kam, fand er sein Porträt ander Tafel vor – von einem meiner Klassenkameradengezeichnet. Und jedesMal bat uns der Professor, die Zeichnungabzuwischen. Er verlor jedoch nie einweiteres Wort darüber.Mich beeindruckte die weise und bescheideneArt unseres Professors, undich fragte mich, welcher Kirche er wohlangehören mochte. Ich stellte fest, dasser ein Mitglied der Kirche Jesu Christi derHeiligen der Letzten Tage war.Ich entschloss mich dazu, die Lektionender Missionare anzuhören, undwurde am 10. September 2000 getauft.Und es stellte sich heraus, dass derMann, der mir durch seinen Lebensstilein so gutes Beispiel gegeben hatte,mein Zweigpräsident war.Ich bezeuge, dass Jesus unser größtesVorbild ist. Weil wir ihm nacheifernwollen, führen wir als Heilige der LetztenTage ein gutes Leben. Und dann könnenwir ebenfalls durch unser Beispiel lehren.Kimba Kabangu, DemokratischeRepublik KongoNephis Formulierung „wir redenvon Christus“ deutet an, dass wir nichtzögern sollen, in Gesprächen undauch in alltäglichen Situationen darüberzu sprechen, was wir für denErlöser empfinden. Oft findet so einGespräch unter vier Augen statt, undwir können offen und freundlich darübersprechen, wer Jesus Christus ist,was er getan und gelehrt hat und somitauch andere dazu anregen, ihn zulieben und ihm zu folgen.„Wir freuen uns über Christus“ bedeutet,dass wir grundsätzlich einefreudige, lebensbejahende Einstellunghaben, die unseren Glauben an Christuswiderspiegelt. Wir wissen, dass„seine Gnade ausreichend“ für uns ist,um von Tod und Sünde erlöst zu werdenund in ihm vollkommen zu sein(siehe Moroni 10:32,33). Obwohl wirEnttäuschungen und sogar Schicksalsschlägeerleben, wissen wir, dass erder Garant unseres ewigen Glücks ist.Wenn unser Glaube an Jesus Christussichtbar wird, zeigen wir anderen, diesich plagen und schwere Lasten zutragen haben, wie sie in ihm Ruhe finden(siehe Matthäus 11:28-30).„Wir predigen von Christus“ hat sicherlichmit der Missionsarbeit derVollzeitmissionare und Mitglieder zutun, schließt jedoch auch all das ein,was wir in unseren Gottesdiensten,Sonntagsschulklassen und dergleichentun, wo Jesus Christus im Mittelpunktdes Lehrens und Lernens steht.Auch mit unserer Beteiligung, sowohlals Lehrer wie auch als Schüler, legenwir Zeugnis von ihm ab, und das persönlicheStudium, das dieser Beteiligungzugrunde liegt, ist ein weitererBeweis unseres Glaubens.„Wir prophezeien von Christus“heißt, dass wir unser Zeugnis vonihm mit der Macht des Geistes inWorte fassen (siehe 1 Korinther12:3). „Das Zeugnis Jesu ist der Geist62


DIE BERGPREDIGT, GEMÄLDE VON HARRY ANDERSON; FOTO VON STEVE BUNDERSON, SZENE NACHGESTELLTprophetischer Rede.“ (Offenbarung19:10.) So wie diejenigen, die voralters von seinem ersten Kommenprophezeit haben, bekräftigen wirin Wort und Tat die Prophezeiungenüber sein Zweites Kommen. Mit dervon Elija in Erwartung des „großenund furchtbaren“ Tags des Herrnwiederhergestellten Priestertumsvollmachtvollziehen wir Taufen und andereheilige Handlungen für unsereVorfahren (siehe Maleachi3:23,24; siehe auch LuB 2;128:17,18). Dadurch bezeugenwir, dass Christus wiederkehrenwird und dass sich unserHerz in Vorbereitung aufsein Kommen unseren Väternzuwenden muss (siehe Maleachi3:24; LuB 2:2).„Und wir schreiben gemäßunseren Prophezeiungen“deutet darauf hin, dass esweise ist, einen Bericht überunser Zeugnis von Christus zuführen. Wir erkennen, dass dasZeugnis, das wir geben, „imHimmel aufgezeichnet [ist],sodass die Engel es betrachtenkönnen; und sie freuen sichüber [uns]“. (LuB 62:3.) Unsereeigenen Nachfahren undandere können unser Zeugnis vonChristus, das vielleicht sogar bereitsvor ihrer Geburt zu ihrem Nutzen aufgezeichnetwurde, betrachten undsich daran erfreuen.Wenn Sie das Zeugnis verspüren,das der Heilige Geist von Jesus ablegt,und es wieder und wieder bei vielerleiGelegenheiten und Erfahrungen bestätigtwird, wenn Sie danach streben,das Licht seines Beispiels tagtäglichhochzuhalten, und wenn Sie anderenZeugnis geben und ihnen helfen, vonihm zu lernen und ihm zu folgen,dann sind Sie ein Zeuge Jesu Christi.Möge Gott Ihnen Ihren Herzenswunschgewähren, unter denen zusein, „die das Zeugnis von Jesus empfangenhaben“ (LuB 76:51) und diesemZeugnis ihr Leben lang treu gebliebensind (siehe LuB 138:12). ■ANMERKUNGEN1. Titelblatt des Buches Mormon2. „Eine mächtige Wandlung im Herzen“,Der Stern, März 1990, Seite 7HELFEN WIR ANDEREN,ZU CHRISTUS ZUKOMMEN„Schwester Hopkins, dies hier sind diezehn Sonnenstrahlen, die Sie dieses Jahrunterrichten werden“, teilte mir die Ratgeberinin der Leitung der Primarvereinigungmit. Ich war noch neu in der Kircheund muss zugeben, dass diese Berufungmich in Schrecken versetzte. Wie konnteich denn unterrichten, ohne eine sichereKenntnis dessen zu haben, was ich unterrichtensollte? Wie sollte ich mit so vielenenergiegeladenen Kindern umgehen? DerBischof und die Leiterin der Primarvereinigungversicherten mir jedoch, dass ichgesegnet werden würde, wenn ich diesebeängstigende Berufung in Angriff nähme.Ich wusste, dass ich mich intensiv mitdem Evangelium beschäftigen musste,um es lehren zu können. Also las ich jedeWoche im Leitfaden – einem Füllhorn anEvangeliumslicht – und betete und dachtedarüber nach, was die Grundsätze fürmich und die Kinder bedeuteten. Währendich auf diese Weise lernte und lehrte, erhieltich ein Zeugnis von unserem göttlichenGeburtsrecht als Kinder Gottes. Icherkannte, dass jede einzelne Seele kostbarund einzigartig ist. Die einfachen Lektionenließen nicht nur die Gesichter dieserkostbaren Kinder erstrahlen, sondernauch die Saat des Zeugnisses aufgehen,das ich hatte, als ich in die Wasser derTaufe hinabstieg.Dieses kostbare Jahr mit den Sonnenstrahlenhat dafür gesorgt, dass ich ewigdankbar für eine Berufung sein werde, diemein Leben verändert hat. Sowohl ich alsauch die Kinder wurden durch die LehrenJesu Christi verändert.Trish Isabella Hopkins, Maine, USALIAHONA MÄRZ 2008 63


Mit denKirchenliedernverehren wir GottDurch Musik können wir dem Herrn näherkommen.Ich wünschte, ich könnte singenwie Schwester Schneider. Ichwünschte, ich könnte Klavier spielenwie Bruder Matthis. Wie oft habenwir so etwas schon gehört odergedacht? Manchmal meinen wir, dassmusikalisches Talent eine besondereGabe nur für andere ist – ein schönesTalent, das wir zwar schätzen, aber,wie wir glauben, selbst nicht besitzen.In der Kirche Jesu Christi der Heiligender Letzten Tage sind Musik undGesang für jeden da. Durch die Kirchenliederkönnen wir Dankbarkeitzum Ausdruck bringen und unserenErlöser preisen, sein wiederhergestelltesEvangelium erlernen, uns an seinSühnopfer erinnern und uns verpflichten,ihm nachzufolgen.Wir danken und preisenAls das Volk Israel einst aus Ägyptenbefreit wurde, „sang Mose mitden Israeliten dem Herrn [ein] Lied“(Exodus 15:1). Als die Jarediten dasMeer überquerten, „lobsangen [sie]dem Herrn“ (Ether 6:9). Und als dieersten Heiligen der Letzten Tage denJESUS LIEBT UNSNeulich saß ich auf dem Sofa und hörte mir eine CD an. Als das Lied „Lehr mich,zu wandeln im göttlichen Licht“ (Gesangbuch, Nr. 205) erklang, dachte ich daran, dassJesus Christus für jeden von uns das Sühnopfer vollbracht hat. Mir kamen seine Liebe,seine Demut und sein Mitgefühl in den Sinn, und ich fühlte, wie mein Herz von Dankbarkeiterfüllt wurde. Der Geist des Herrn bezeugte mir, dass der Heiland uns liebt.Mein zweijähriger Sohn saß neben mir und sah sich Bilder von Jesus Christus an.Auch er muss etwas gefühlt haben, denn er blickte mich an und sagte: „Mami, Jesusliebt dich!“Jesus Christus ist ein Teil meines Lebens und unseres Familienlebens. Er ist in meinenGedanken und in meinem Herzen. Sein Evangelium hat mein Leben verändert.Tamara Miranda Macário de Oliveira, BrasilienKirtland-Tempel weihten, sangen sieWilliam W. Phelps’ neues Lied „DerGeist aus den Höhen“. 1 In jeder Evangeliumszeithaben die Kinder Gottesihre Stimme erhoben, um Gott mitMusik zu lobpreisen.Viele unserer heutigen Lieder bringenebenfalls diesen Geist der Freudeund Lobpreisung zum Ausdruck. Einweiteres beliebtes Lied von William W.Phelps verkündet beispielsweise:Herr, unser Erlöserund Israels Heil,o segne dein Volk in der Welt,du Schatten bei Tageund Licht in der Nacht,du König, Befreier und Held! 2Lieder können auch unserem Dankfür bestimmte Segnungen Gehör verschaffen,wie es etwa in diesem vertrautenVers ausgedrückt wird:Wir danken, o Gott, für denPropheten,den du, uns zu führen, gesandt.Wir danken für das Evangelium,das dringet zu jeglichem Land.Wir danken für all deinen Segen,den du uns so väterlich gibst.Wir fühlen, dass du, hoher Vater,uns alle hienieden so liebst. 3Wenn wir diese Lieder singen,befolgen wir das Gebot: „Wenn duFOTO VON TOKIO ONOGI, SZENE NACHGESTELLT64


fröhlich bist, so preise den Herrn mit Gesang,mit Musik, … und mit einem Gebet des Lobesund der Danksagung.“ (LuB 136:28.)Wir erlernen das EvangeliumMit den Kirchenliedern danken und lobpreisenwir nicht nur, wir lernen dadurchauch mehr über das Evangelium Jesu Christi.In diesem vertrauten Kinderlied beispielsweisewird auf sehr einfache und schöneWeise unsere Beziehung zu unserem Vaterim Himmel beschrieben:Ich bin ein Kind von Gott,der mich zur Welt geschicktund hier mit einem irdschen Heimund Eltern mich beglückt. 4Andere Lieder zeigen uns, wie man Evangeliumsgrundsätzein die Tat umsetzt, wieetwa dieses beliebte Lied aus der Pionierzeit:Kommt, Heilge, kommt! Nicht Müh undPlagen scheut,wandert froh euern Pfad!Ob rau und schwer der Weg erscheinetheut,jeder Tag bringt euch Gnad!Die müßgen Sorgen lasst zurück,und denkt an euer künftges Glück;dann klingt’s im Herzen freudevoll:Alles wohl, alles wohl! 5Einige unserer beliebtesten Lieder lehrenuns, den Dienern Christi, seinen erwähltenPropheten in unserer Zeit, zu folgen. „Preisetden Mann“ hilft uns beispielsweise, der wichtigenRolle zu gedenken, die der ProphetJoseph Smith bei der Wiederherstellungdes Evangeliums gespielt hat:Preiset den Mann, der einst sprach mitJehova,der ein Prophet war, von Christusernannt,der, von dem Geiste erfüllt, prophezeitenahes Gericht jedem Volke und Land. 6 LIAHONA MÄRZ 2008 65


Wenn wir über diese und andere Kirchenliedernachdenken und die im Gesangbuchangegebenen Schriftstellen nachschlagen,so hilft uns dies, das Evangelium zu erlernenund im Alltag immer an den Erlöser zudenken.Wir denken an sein SühnopferEine der bedeutsamsten Möglichkeiten,an den Erlöser zu denken, besteht darin, dasswir jede Woche vom Abendmahl nehmen. InVorbereitung auf dieses heilige Ereignis singenwir ein Lied. Die Abendmahlslieder erinnernuns an das Sühnopfer Christi und dessenBedeutung für uns:O sieh des großen Meisters Tod,der für die Sünder leidet Not,dass durch sein Opfer, groß und rein,wir dereinst selig können sein. 7Sein teures Blut gab er dahin,sein Leben für die Welt;für unsre Schuld ward Gottes Sohnals Opfer dargestellt. 8O sieh seine blutende Hand, wie sie zahltdie Schuld,könnt je ich vergessen die Liebe undsolche Huld?Nein, preisen und loben will ich ihn aufimmerdarund an seinem Throne einst sein mit derEngelschar. 9Wenn er nachdenklich und gebeterfülltgesungen wird, hilft uns der Text der Abendmahlslieder,uns auf den Erlöser zu konzentrieren.Die Worte bereiten uns darauf vor,vom Abendmahl zu nehmen und dessen Bedeutungzu würdigen, sodass wir uns erneutdazu verpflichten, den Namen Christi aufuns zu nehmen, immer an ihn zu denkenund seine Gebote zu halten.SIEH DEN GROSSEN SEGEN!Ich bin nun bereits seit fünfzehn Jahren Mitglied der Kirche. Während all dieserJahre gab es Prüfungen und Herausforderungen. Doch gab es noch viel, vielmehr Gründe dafür, niederzuknien und Gott für seine unendliche Liebe zu danken.So wie es in dem Lied heißt:Drum in allen Stürmen und in Schmerz und Leid,richte deinen Blick auf Gottes Herrlichkeit.Sieh den großen Segen, Engel halten Wacht,bis du deine Lebenstage hast vollbracht.(„Sieh den Segen!“, Gesangbuch, Nr. 160.)Wann immer ich die Gelegenheit dazu habe, spreche ich darüber, dass wirFreude in diesem Leben und eine Fülle der Freude in der Ewigkeit finden können.Ich bezeuge, dass Gott dies möglich macht und dass wir dank Christus für immerbei ihnen leben können.Maribel Loayza de Aranda, ArgentinienWir verpflichten uns, Jesus ChristusnachzufolgenUnser Versprechen, Jesus Christus nachzufolgen,wird in vielen unserer Lieder thematisiert.Wenn wir diese Lieder singen, bezeugenwir unserem Vater im Himmel, dass es unserWunsch ist, seinem Sohn nachzufolgen. BetrachtenSie etwa die folgenden Zeilen:Vater im Himmel, wir bitten dich heut,dass deine Liebe uns immer begleit.Dankbarkeit aus unsern Liedern stetsspricht,freudig, freudig wir wandeln im Licht. 10Das Lied „Ich gehe, wohin du mich heißt“sagt Ähnliches aus:Und sicher, dass du mich liebst, o Herr,vertrauend der Sorgfalt dein,will ich im Gehorsam nur dir michweihn,und wie du willst, so will ich sein. 11FOTO VON BUSATH PHOTOGRAPHY66


ICH SPÜRTE, DASS ICH GEFÜHRT WURDEAls ich als junger Missionar in Norwegen diente, rief mein Missionspräsidentdie Missionare zusammen, um uns mitzuteilen, dass wir gebetenworden waren, in zwei Sessionen bei der Weihung des London-Tempels im Jahr 1958 im Chor zu singen. Ich wurde alsKlavierbegleiter eingeteilt.Als wir am Tempel ankamen, stellte ich zu meiner Überraschung fest,dass ich auf einer Orgel spielen musste anstatt auf einem Klavier. Da ichkeinerlei Erfahrung mit dieser Orgel hatte, musste ich jemanden bitten, mirbei der richtigen Wahl der Register zu helfen. Der himmlische Vater erhörtemein verzweifeltes Flehen. Eine Schwester eilte mir zur Hilfe und stellte dieOrgel sowohl für das ruhige Vorspiel als auch für die Chorbegleitung ein.Inmitten meiner Verzweiflung überkam mich ein Gefühl derRuhe. Als ich auf der ungewohnten Orgel spielte, auf der ich zuvornicht hatte üben können, spürte ich, wie ich durch die Liebe desHerrn geführt wurde. Nach einem der Chorlieder blickte Präsident DavidO. McKay unseren Missionspräsidenten an und sagte: „Gut gemacht.“Ich konnte kaum glauben, wie reich wir bei unserer Aufführunggesegnet worden waren. Sie war makellos.Jesus Christus ist der Sohn Gottes, der Einziggezeugte des Vaters.Er ist der heilige Messias, der Fürst des Friedens. Er lebt und wirdwiederkehren.Richard Broberg, Idaho, USAUnsere Lieder – ob wir den Herrn damit loben, ihmdanken, uns Wissen aneignen, uns erinnern oder unsverpflichten – finden beim Herrn Gefallen. Er hat gesagt:„Denn meine Seele erfreut sich am Lied des Herzens; ja,das Lied der Rechtschaffenen ist ein Gebet für mich, undes wird mit einer Segnung auf ihr Haupt beantwortet werden.“(LuB 25:12.)Zum Glück hat der Herr nicht gesagt, dass nur schöngesungene Lieder ein Gebet für ihn seien oder er nur denenzuhören werde, die musikalisches Talent besitzen.Mit unserer Musik ist es wie mit unserem Leben: Der Herrinteressiert sich mehr für den Zustand unseres Herzensals für unsere Fähigkeiten.Ob wir musikalisch sind oder nicht, wiralle können an der Musik teilhaben,indem wir die Lieder der Kirche singen. Und wenn wiraus vollem Herzen singen, kommen wir durch die Liederzu Christus. ■ANMERKUNGEN1. Siehe Gesangbuch, Nr. 22. „Herr, unser Erlöser“, Gesangbuch,Nr. 53. „Wir danken, o Gott, für denPropheten“, Gesangbuch,Nr. 114. „Ich bin ein Kind von Gott“,Gesangbuch, Nr. 2025. „Kommt, Heilge, kommt!“,Gesangbuch, Nr. 196. Gesangbuch, Nr. 177. „O sieh des großen MeistersTod“, Gesangbuch, Nr. 1168. „Wie groß die Weisheit und dieLieb“, Gesangbuch, Nr. 1229. „Erstaunt und bewundernd“,Gesangbuch, Nr. 11810. „Lehr mich, zu wandeln imgöttlichen Licht“, Gesangbuch,Nr. 20511. Gesangbuch, Nr. 180


Klare und kostbareWahrheitenEs ist ein Segen für uns, dass sowohl neuzeitliche heilige Schriften als auch die Bibel von Jesus Christus berichtenund Zeugnis geben. Zu den nachstehenden 25 Wahrheiten über den Erlöser werden entsprechende Schriftstellenund Aussagen neuzeitlicher Propheten angeführt (die Aufstellung der Lehren zu diesen Themen erhebt jedochkeinen Anspruch auf Vollständigkeit; mehr zu den angesprochenen Themen finden Sie in „Der lebendige Christus: DasZeugnis der Apostel“ auf Seite 42 in dieser Ausgabe).LehreAus der BibelAus neuzeitlichen heiligen Schriften undvon neuzeitlichen ProphetenDer Vater, der Sohn1. und der HeiligeGeist sind drei getrennte,eigenständigePersonen.„Kaum war Jesus getauft ..., da [sah]er den Geist Gottes wie eine Taubeauf sich herabkommen. Und eineStimme aus dem Himmel sprach:Das ist mein geliebter Sohn.“ (Matthäus3:16,17; siehe auch Apostelgeschichte7:55.)„Ich habe immer gesagt, Gott sei ein eigenständigesWesen, Jesus Christus sei ein von Gottvater gesondertes,eigenständiges Wesen, und der HeiligeGeist sei ein eigenständiges Wesen und ein Geist –die drei sind also drei eigenständige Wesen, dreiGötter.“ (Joseph Smith, Lehren der Präsidentender Kirche: Joseph Smith, Seite 46.)Der Vater und der2. Sohn haben einenKörper aus Fleisch undGebein; der HeiligeGeist ist eine Personaus Geist.„Fasst mich doch an und begreift:Kein Geist hat Fleisch und Knochen,wie ihr es bei mir seht.“ (Lukas24:39, siehe auch Genesis 5:1;Johannes 14:9; Philipper 3:21.)„Der Vater hat einen Körper aus Fleisch und Gebein,so fühlbar wie der eines Menschen, ebensoder Sohn; aber der Heilige Geist hat keinen Körperaus Fleisch und Gebein, sondern ist eine Personaus Geist. Wäre es nicht so, könnte der HeiligeGeist nicht in uns wohnen.“ (LuB 130:22; sieheauch 3 Nephi 11:13-15.)Die drei Mitglieder3. der Gottheit sind inihren Absichten vollkommeneins.„Heiliger Vater, bewahre sie in deinemNamen, den du mir gegebenhast, damit sie eins sind wie wir.“(Johannes 17:11.)„[Sie] sind zwar einzelne Wesen, aber sie sind eins,was ihre Absichten und ihr Wirken betrifft. Sie sindeins, wenn es darum geht, den großen Plan Gotteszur Errettung und Erhöhung der Kinder Gottes zustandezu bringen.“ (Gordon B. Hinckley, „An diesedrei glaube ich“, Liahona, Juli 2006, Seite 8; sieheauch 3 Nephi 11:27.)Es ist Gottes Werk4. und Herrlichkeit,die Unsterblichkeit unddas ewige Leben desMenschen zustande zubringen.„Jetzt aber wurde sie durch das Erscheinenunseres Retters ChristusJesus offenbart. Er hat dem Toddie Macht genommen und uns dasLicht des unvergänglichen Lebensgebracht durch das Evangelium.“(2 Timotheus 1:10; siehe auchJohannes 3:16,17; 1 Korinther 15:22;Hebräer 9:11,12,28.)„Denn siehe, dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit– die Unsterblichkeit und das ewige Lebendes Menschen zustande zu bringen.“ (Mose 1:39;siehe auch LuB 29:43.)O JERUSALEM, GEMÄLDE VON GREG K. OLSEN; HINTERGRUND © CORBIS68


LehreAus der BibelAus neuzeitlichen heiligen Schriften undvon neuzeitlichen ProphetenJesus Christus5. war im Anfangbeim Vater und ist derErstgeborene.Im vorirdischen Daseinwurde Jesus 6.Christus vom himmlischenVater als Errettererwählt.Auf Weisung seines7. Vaters erschuf Jesusdie Erde.Jesus Christus8. ist der Jahwe desAlten Testaments.„Im Anfang war das Wort, und dasWort war bei Gott, und das Wortwar Gott. Im Anfang war es beiGott.“ (Johannes 1:1,2; siehe auchRömer 8:29; Hebräer 1:5,6.)„[Jesus Christus] war schon vor derErschaffung der Welt dazu ausersehen,und euretwegen ist er am Endeder Zeiten erschienen.“ (1 Petrus1:20; siehe auch Offenbarung 13:8.)„Alles ist durch das Wort geworden,und ohne das Wort wurdenichts, was geworden ist.“ (Johannes1:3; siehe auch Jesaja 40:28;Kolosser 1:16.)„Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen,ich sage euch: Noch ehe Abrahamwurde, bin ich.“ (Johannes 8:58;siehe auch Genesis 22:14;1 Korinther 10:1-4.)„Ich war im Anfang beim Vater und bin der Erstgeborene.“(LuB 93:21; siehe auch 3 Nephi 9:15;Mose 2:26.)„Aber siehe: Mein geliebter Sohn, der meinGeliebter und Erwählter von Anfang an war, sprachzu mir: Vater, dein Wille geschehe, und die Herrlichkeitsei dein immerdar.“ (Mose 4:2; siehe auchEther 3:14.)„Siehe, ich bin Jesus Christus, der Sohn Gottes.Ich habe die Himmel und die Erde und alles, wasdarinnen ist, erschaffen.“ (3 Nephi 9:15; siehe auchMosia 3:8; Mose 1:33.)„Im Herzen tragen wir die feste, unerschütterlicheÜberzeugung von der göttlichen Mission desHerrn Jesus Christus. Er war der große Jahwedes Alten Testaments, der Schöpfer, der auf Weisungdes Vaters alles erschaffen hat.“ (Gordon B.Hinckley, „Eine Zeit, dankbar zu sein“, Der Stern,Dezember 1997, Seite 4; siehe auch Abraham 2:8.)LIAHONA MÄRZ 2008 69


Lehre Aus der Bibel Aus neuzeitlichen heiligen Schriften undvon neuzeitlichen ProphetenJesus ist der Einziggezeugtedes Vaters 9.im Fleisch.„Und das Wort ist Fleisch gewordenund hat unter uns gewohnt,und wir haben seine Herrlichkeit gesehen,die Herrlichkeit des einzigenSohnes vom Vater, voll Gnade undWahrheit.“ (Johannes 1:14; sieheauch Johannes 3:16.)„Ich weiß, dass Jesus Christus kommen wird, ja,der Sohn, der Einziggezeugte des Vaters, vollerGnade und Barmherzigkeit und Wahrheit. Undsiehe, er ist es, der da kommt, die Sünden der Welthinwegzunehmen, ja, die Sünden eines jeden Menschen,der standhaft an seinen Namen glaubt.“(Alma 5:48; siehe auch Alma 9:26; LuB 93:11.)Jesus ist10. das vollkommeneVorbild füralle Menschen.Als der Herr11. sein irdischesWirken begann, richteteer seine Kirche auf.Der Erlöser gab12. sein Leben hin,um für die Sünden allerMenschen zu sühnen.„Ich habe euch ein Beispielgegeben, damit auch ihr so handelt,wie ich an euch gehandelt habe.“(Johannes 13:15; siehe auch1 Petrus 2:21.)„Und er gab den einen das Apostelamt,andere setzte er als Prophetenein, andere als Evangelisten, andereals Hirten und Lehrer, um die Heiligenfür die Erfüllung ihres Diensteszu rüsten, für den Aufbau des LeibesChristi.“ (Epheser 4:11,12; sieheauch Matthäus 16:18; Lukas 6:13.)„Das ist mein Blut, das Blut desBundes, das für viele vergossenwird zur Vergebung der Sünden.“(Matthäus 26:28; siehe auch Jesaja53:5,6; 1 Johannes 2:1,2.)„Ein wesentlicher Zweck unseres Daseins ist es,so zu werden wie er, der makellos als Sterblichergelebt hat – völlig rein! Christus kam nicht nur, umfür die Sünden der Welt zu sühnen, sondern um allenMenschen ein Beispiel zu geben und die VollkommenheitGottes, das Gesetz Gottes und denGehorsam gegenüber dem Vater zum Maßstab zumachen.“ (Siehe Joseph F. Smith, Lehren der Präsidentender Kirche: Joseph F. Smith, Seite 151;siehe auch 2 Nephi 31:16; 3 Nephi 18:16.)„Wir glauben an die gleiche Organisation, wie siein der Urkirche bestanden hat, nämlich Apostel,Propheten, Hirten, Lehrer, Evangelisten usw.“(6. Glaubensartikel; siehe auch 3 Nephi 12:1.)„Denn siehe, ich, Gott, habe das für alle gelitten,damit sie nicht leiden müssen, sofern sie umkehren;... und dieses Leiden ließ mich, selbst Gott,den Größten von allen, der Schmerzen wegen zitternund aus jeder Pore bluten und an Leib undGeist leiden – und ich wollte den bitteren Kelchnicht trinken und zurückschrecken –, doch Ehresei dem Vater, und ich trank davon und vollendetemeine Vorbereitungen für die Menschenkinder.“(LuB 19:16,18,19; siehe auch 1 Nephi 11:32,33.)FOTO VON JOHN LUKE; EINSCHUB: DAS LETZTE ABENDMAHL, GEMÄLDE VON HARRY ANDERSON, ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DER KIRCHE DER SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN, VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT


LehreAus der BibelAus neuzeitlichen heiligen Schriften undvon neuzeitlichen ProphetenAllein Jesus war13. in der Lage, dieStrafe für unsere Sündenzu zahlen.Jesus hat die14. Bande desTodes gelöst.Jesus ist der Erretterund Erlö-15.ser der Welt.Jesus ist der16. Messias desNeuen Testaments.Der Herr wirkte17. mitten unterseinen „anderenSchafen“ im altenAmerika.Jesus ist unser18. Mittler undFürsprecher beim Vater.„Und in keinem anderen ist dasHeil zu finden. Denn es ist uns Menschenkein anderer Name unterdem Himmel gegeben, durch denwir gerettet werden sollen.“ (Apostelgeschichte4:12.)„Nun aber ist Christus von den Totenauferweckt worden als der Ersteder Entschlafenen.“ (1 Korinther15:20; siehe auch Johannes 14:19;1 Korinther 15:54.)„Wir haben gesehen und bezeugen,dass der Vater den Sohn gesandthat als den Retter der Welt.“(1 Johannes 4:14; siehe auch Lukas2:11.)„Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß,dass der Messias kommt, das ist:der Gesalbte (Christus). Wenn erkommt, wird er uns alles verkünden.Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es,ich, der mit dir spricht.“ (Johannes4:25,26; siehe auch Lukas 4:16-21.)„Ich habe noch andere Schafe, dienicht aus diesem Stall sind; auch siemuss ich führen, und sie werden aufmeine Stimme hören; dann wird esnur eine Herde geben und einenHirten.“ (Johannes 10:16.)„Denn: Einer ist Gott, einer auchMittler zwischen Gott und denMenschen: der Mensch ChristusJesus.“ (1 Timotheus 2:5; siehe auch1 Johannes 2:1.)„Er vermochte seine Aufgabe deshalb zu erfüllen,weil er der Sohn Gottes war und die Macht Gottesbesaß. …Kein Mensch besaß die Macht oder die Fähigkeit,andere Menschen aus ihrem gefallenen Zustand zuerlösen, und niemand konnte sein Leben aus freienStücken aufgeben und dadurch die Auferstehung alleranderen Menschen zustande bringen.Nur Jesus Christus war fähig und bereit, eine solcheaus Liebe geborene Tat zu vollbringen, wodurchwir erlöst werden.“ (Ezra Taft Benson, „Jesus Christus– unser Erretter und Erlöser“, Der Stern, Dezember1990, Seite 4f.; siehe auch Alma 34:8-10.)„Nun gibt es einen Tod, der der zeitliche Tod genanntwird; und der Tod Christi wird die Bandedieses zeitlichen Todes lösen, sodass alle von diesemzeitlichen Tod auferweckt werden.“ (Alma11:42; siehe auch Mosia 16:7,8; Alma 22:14.)„Und er kommt in die Welt, auf dass er alleMenschen errette, wenn sie auf seine Stimmehören werden; denn siehe, er erleidet die Schmerzenaller Menschen, ja, die Schmerzen jedes lebendenGeschöpfes, sowohl der Männer als auch derFrauen und Kinder.“ (2 Nephi 9:21; siehe auchLuB 66:1; Mose 1:6.)„Ja, nämlich nach sechshundert Jahren von derZeit an, da mein Vater Jerusalem verlassen hatte –einen Propheten werde der Herr, Gott, unter denJuden erwecken, selbst einen Messias oder, mit anderenWorten, einen Erretter der Welt.“ (1 Nephi10:4; siehe auch 2 Nephi 2:26; Mose 7:53.)„Und wahrlich, ich sage euch: Ihr seid es, vondenen ich gesagt habe: Andere Schafe habe ich,die nicht von dieser Herde sind; auch sie muss ichherführen, und sie werden meine Stimme vernehmen;und es wird eine Herde sein und ein Hirte.“(3 Nephi 15:21; siehe auch 3 Nephi 19:2,3;26:13,15.)„Hebt euer Herz empor und seid froh, denn ichbin mitten unter euch und bin euer Fürsprecherbeim Vater.“ (LuB 29:5; siehe auch 2 Nephi 2:27,28;LuB 45:3-5.)LIAHONA MÄRZ 2008 71


LehreAus der BibelAus neuzeitlichen heiligen Schriften undvon neuzeitlichen ProphetenDer Herr ist das19. Licht und dasLeben der Welt.„Als Jesus ein andermal zu ihnenredete, sagte er: Ich bin das Lichtder Welt. Wer mir nachfolgt, wirdnicht in der Finsternis umhergehen,sondern wird das Licht des Lebenshaben.“ (Johannes 8:12; siehe auchPsalm 27:1; Johannes 1:9.)„Denn wahrlich, ich sage euch: Ich bin Alphaund Omega, der Anfang und das Ende, das Lichtund das Leben der Welt – ein Licht, das in derFinsternis leuchtet, und die Finsternis erfasstes nicht.“ (LuB 45:7; siehe auch Mosia 16:9;LuB 12:9.)Jesus kann20. seinem Volkin dessen Schwächenbeistehen.„Denn da er selbst in Versuchunggeführt wurde und gelitten hat, kanner denen helfen, die in Versuchunggeführt werden.“ (Hebräer 2:18;siehe auch Jesaja 53:5.)„Und er wird den Tod auf sich nehmen, auf dasser die Bande des Todes löse, die sein Volk binden;und er wird ihre Schwächen auf sich nehmen,auf dass sein Inneres von Barmherzigkeit erfülltsei gemäß dem Fleische, damit er gemäß demFleische wisse, wie er seinem Volk beistehenkönne gemäß dessen Schwächen.“ (Alma 7:12;siehe auch LuB 62:1.)Der Erlöser21. kann dasWesen des Menschenverändern.Der Herr22. hat seine ursprünglicheKirchein den Letzten Tagenwiederhergestellt.„Wenn also jemand in Christusist, dann ist er eine neue Schöpfung:Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“(2 Korinther 5:17; sieheauch 1 Johannes 5:4.)„Und [der Herr sendet] Jesus …als den für euch bestimmtenMessias. Ihn muss freilich der Himmelaufnehmen bis zu den Zeitender Wiederherstellung von allem,die Gott von jeher durch den Mundseiner heiligen Propheten verkündethat.“ (Apostelgeschichte 3:20,21;siehe auch Matthäus 17:11.)„Wundere dich nicht, dass die ganze Menschheit,ja, Männer und Frauen, alle Nationen, Geschlechter,Sprachen und Völker von neuem geborenwerden müssen; ja, geboren aus Gott, ausihrem fleischlichen und gefallenen Zustand umgewandeltin einen Zustand der Rechtschaffenheit,durch Gott erlöst, und indem sie seine Söhneund Töchter werden;und so werden sie neue Geschöpfe; und wennsie dies nicht tun, können sie das Reich Gotteskeinesfalls ererben.“ (Mosia 27:25,26; siehe auchMosia 5:2,7; Alma 5:14.)„Und auch, damit diejenigen, denen diese Gebotegegeben worden sind, die Macht haben mögen,für diese Kirche die Grundlage zu legen und sieaus dem Dunkel und aus der Finsternis hervorzubringen,die einzige wahre und lebendige Kircheauf dem Antlitz der ganzen Erde, an der ich, derHerr, Wohlgefallen habe.“ (LuB 1:30; sieheauch LuB 20.)DIE HIMMELFAHRT, GEMÄLDE VON HARRY ANDERSONJesus leitet23. die Kirchedurch seine erwähltenPropheten.„Ihr seid auf das Fundament derApostel und Propheten gebaut;der Schlussstein ist Christus Jesusselbst.“ (Epheser 2:20.)„Das Oberhaupt der Kirche ist der Herr JesusChristus. Es ist seine Kirche. Doch auf Erdenist der Prophet das Oberhaupt.“ (GordonB. Hinckley, „Die Kirche ist auf Kurs“, Der Stern,Januar 1993, Seite 51; siehe auch LuB 21:1-5.)72


LehreAus der BibelAus neuzeitlichen heiligen Schriften undvon neuzeitlichen ProphetenJesus wird24. eines Tageswieder zur Erdezurückkehren.Der Herr wird25. die Welt inGerechtigkeit richten.„Dieser Jesus, der von euch gingund in den Himmel aufgenommenwurde, wird ebenso wiederkommen,wie ihr ihn habt zum Himmel hingehensehen.“ (Apostelgeschichte1:11; siehe auch 1 Thessalonicher4:16; Offenbarung 1:7.)„Denn er hat einen Tag festgesetzt,an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeitrichten wird.“ (Apostelgeschichte17:31; siehe auchPsalm 9:8; Jesaja 11:3,4.)„Denn ich werde mich vom Himmel her mit Machtund großer Herrlichkeit mit all seinen Scharenoffenbaren und in Rechtschaffenheit eintausendJahre bei den Menschen auf Erden wohnen, unddie Schlechten werden nicht bestehen.“ (LuB29:11; siehe auch LuB 34:6; Mose 7:62-64.)„Wer umkehrt und sich in meinem Namen taufenlässt, der wird erfüllt werden; und wenn er bis ansEnde ausharrt, siehe, ihn will ich vor meinem Vaterschuldlos halten an dem Tag, da ich dastehe, umdie Welt zu richten.“ (3 Nephi 27:16; siehe auchLuB 19:1-3.)


Jesus liebt mich„Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreichder Größte.“ (Matthäus 18:4; siehe auch Vers 1-5.)UNTER SEINEM SCHUTZ, GEMÄLDE VON JAY BRYANT WARD; ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON ALTUS FINE ART, AMERICAN FORK, UTAH; VERVIELFÄLTIGUNG UNTERSAGT74


STIMMEN VON HEILIGEN DER LETZTEN TAGEILLUSTRATIONEN VON PAUL MANNUmschlossen von denArmen seiner LiebeLorna Lee R. AndersonAls unser Sohn Nolan erst einJahr alt war, erlitt er als Folgeschadeneiner zerebrospinalenMeningitis einen Schlaganfall.Jetzt, im Alter von 14, plagt er sichmit einem Niederdruck-Shunt, Lernschwierigkeitenund einer halbseitigenLähmung.Obwohl sein Weg bisher steinigwar, hat Nolan all unsere Erwartungenübertroffen. Jedes Vorhaben, dasihm gelingt, bringt uns viel Freude. Erhat Geduld und eine nachahmenswerteZielstrebigkeit entwickelt.Mein Mann Ryan und ich sind gemeinsammit unseren anderen fünfSöhnen durch unsere Erfahrungenmit Nolan geistig gewachsen. Gelegentlichsind wir mutlos und machenuns Sorgen um seine Zukunft,dann aber sehen wirden Segen, erkennen die Liebe deshimmlischen Vaters und seines Sohnesund ihre Sorge um jeden von uns.Und wir denken an ein Gebet zurück,das erhört wurde, als Nolan sechs war.Eines Abends, als wir einfachnicht wussten, wie wir mit NolansSchwierigkeiten umgehen sollten,knieten mein Mann und ich nieder,um für sein Wohlergehen zu beten.In unserem Gebet brachten wir unserebesondere Sorge über NolansVerhalten zum Ausdruck. Er hatteeine sehr geringe Selbstachtung.Wir baten ernsthaft darum, dass Nolandie Liebe des Erlösers verspürenund erkennen möge, wie wertvoller als Kind Gottes ist.Als ich am nächsten Morgen dasFrühstück zubereitete, kam Nolandirekt in die Küche. Normalerweisespielte er vor dem Frühstück mit seinenBrüdern oder ließ sich auf dasSofa plumpsen. Diesmal jedoch erklommer entschlossen den Stuhl ander Frühstückstheke, sah zu mir aufund sagte: „Letzte Nacht hatte ich einenTraum.“Da ich spürte, wie ernst es ihm war,war mein Interesse gleich geweckt.„Wirklich?“, fragte ich. „Was istdenn in deinem Traum passiert?“„Jesus war da“, erwiderte Nolanschlicht, „und hat mich gehalten.“Ich habe ein Zeugnis davon, dassunser himmlischer Vater, der unsliebt, unsere Gebete hört und daraufAntwort gibt und dass unser Erlöserunser Fürsprecher beim Vater ist. Siekennen jeden Einzelnen von uns. Siewissen um unsere Bedürfnisse undkennen unsere Fähigkeiten. Sie wissen,wie sie uns beistehen können.Moroni sagt uns: „Wenn ihr mitaufrichtigem Herzen, mit wirklichemVorsatz fragt und Glauben an Christushabt, wird er euch durch die Machtdes Heiligen Geistes kundtun, dasses wahr ist. Und durch die Machtdes Heiligen Geistes könnt ihr von allemwissen, ob es wahr ist.“ (Moroni10:4,5.) Ich habe gelernt, dass dieseSchriftstelle sich nicht nur darauf bezieht,ein Zeugnis vom Buch Mormonzu erlangen, sondern auch auf alleFragen zutrifft, auf die wir ernsthafteine Antwort suchen. Wenn wir Herausforderungen,Kummer und Prüfungenerleben, sind wir von Herzenaufrichtig und unsere Absichten sindernsthaft und echt.Wie dankbar bin ich doch dafür, einMitglied der Kirche des Herrn zu sein,in der ich durch Schriftstudium, Dienenund den Heiligen Geist viel vonseinem Evangelium gelernt habe.Ebenso dankbar bin ich, zu wissen,dass unser Erlöser jedem von uns hilft,uns tröstet und leitet. Ich weiß, dasser uns alle „mit den Armen [seiner]Liebe“ umschließt (siehe LuB 6:20),wenn wir zu ihm kommen. ■LIAHONA MÄRZ 2008 75


Ich weiß,dass meinErlöser lebtChristy Rusch BanzZeitschriften der KircheAls Studienanfängerin an derBrigham-Young-UniversitätIdaho (damals noch RicksCollege) vermisste ich meine Familie.Nach einigen Monaten hatteich mich jedoch an das Leben amCollege gewöhnt und fand Gefallendaran. Ich war gerade in meinemZimmer und lernte, als dasTelefon klingelte.„Christy, ich habe schlechte Nachrichtenfür dich“, sagte meine Muttermit brüchiger Stimme. „Dein Vaterist heute Nacht an einem schwerenHerzinfarkt gestorben.“Meine Gefühle überwältigtenmich, als ich mir darüber klar zuwerden versuchte, was ich soebengehört hatte. Ich hatte meinen Vatererst ein paar Tage zuvor gesehen,ohne auch nur im Geringsten zu ahnen,dass dies unsere letzte Begegnungsein würde. Vaters Tod war einSchock für die ganze Familie undebenso für meine Heimatgemeinde.Er war erst 53 Jahre alt. Und er warunser Bischof.Die folgenden Tage vergingen mitBesuchen und Anrufen von Angehörigen,Freunden, Gemeindemitgliedernund Nachbarn. So viele Menschen inunserer Umgebung zeigten uns ihreZuneigung und Anteilnahme. Bei VatersBeerdigung erzählten Angehörigevon Erlebnissen mit ihm, und wirgaben Zeugnis vom Erlösungsplanund vom Leben nach dem Tod.Vater war ein treuer Ehemanngewesen, ein hingebungsvoller Heiligerder Letzten Tage, ein begeisterterPfadfinder und ein wunderbarer Vater.Viele Menschen waren dadurch gesegnetworden, wie er sein Leben geführthatte. Nach der Beerdigung weihtemein ältester Bruder das Grab, undwir stellten uns als Familie auf undsangen unter Tränen „Ich bin ein Kindvon Gott“ (Gesangbuch, Nr. 202).Am Tag nach der Beerdigungkehrte ich wieder zur Uni zurück.Davon war ich zwar nicht begeistert,aber ich wusste, dass das Lebenweiterging und dass ich meinen Aufgabennachkommen musste. MancheTage fielen mir leichter, mancheschwerer. Ich verbrachte viel Zeit damit,über meinen Vater nachzudenken,und ich verließ mich auf meinWissen um den Erlösungsplan undmeinen Glauben an Jesus Christus,um mich meinen Problemen undFragen stellen zu können.Etwa zwei Wochen nach demTod meines Vaters nahm ich meinBeimSchreibenspürte ichden Geist so stark,dass mich einetiefe Gewissheiterfüllte, dass meinhimmlischer Vatermich liebte.76


Tagebuch mit in ein Gemeindehausauf dem Campus, um aufzuschreiben,wie die Ereignisse bei VatersTod auf mich gewirkt hatten. BeimSchreiben spürte ich den Geist sostark, dass mich eine tiefe Gewissheiterfüllte, dass mein himmlischerVater mich liebte, dass er eigensfür mich einen Plan hatte und michnie alleinlassen wird. Als ich mitdem Schreiben fertig war, ertöntenGlocken aus einem Lautsprecher ineinem nahegelegenen Studentenzentrumund spielten das Lied„Ich weiß, daß mein Erlöser lebt“(Gesangbuch, Nr. 85). Augenblicklichkamen mir die Worte des Lieds inden Sinn:Ich weiß, dass mein Erlöser lebt,welch Trost mir die Erkenntnis gibt!Er lebt, er lebt, der einst war tot;er lebt, mein Helfer in der Not. …Er lebt, ich fürchte mich nichtmehr;er lebt, der Gottessohn, mein Herr.Er lebt und liebt mich voller Huld;er lebt und hat mit mir Geduld.Ich weiß tatsächlich, dass meinErlöser lebt, und ich weiß, dass ermich liebt. Weil er von den Totenauferstanden ist, weiß ich, dass meinVater und all unsere Lieben, die voruns gegangen sind, wieder leben werden.Was für ein Trost es doch ist,diese Wahrheiten zu kennen. ■Ein unerwartetes OsterfestMarianne MonsonOstern war dort, wo ich aufwuchs,immer ein besondererFeiertag. Nach der Kirchesprachen meine Eltern mit uns Kindernüber das Sühnopfer und dieAuferstehung; am Abend gab es dannimmer ein leckeres Festmahl. Oft kamenFreunde zum Abendessen. Eswar eine frohe Zeit, und das Essenwar köstlich. Wegen dieser Traditionwurde das Osterfest zu meinem Lieblingsfeiertag– eine heilige Zeit mitder Familie, zu der die AuferstehungChristi gefeiert wurde.In einem Jahr studierte ich in London,und an Ostern war ich ganz allein.Da sich meine Gemeinde erst am Nachmittagversammelte, zog sich der Vormittagendlos hin. Ich dachte an meineFamilie, die viele Kilometer entferntwar und den Tag ohne mich feierte,und mein Herz war leer und traurig.Zuerst wollte ich mich in Selbstmitleidergehen, dann jedoch begann ichdarüber nachzudenken, wie ich denTag sinnvoll gestalten konnte. Ichdachte an die Leute, an denen ichtäglich in den überfüllten U-Bahnhöfenvorbeikam. Wie das inGroßstädten oft der Fallist, boten die U-BahnhöfeobdachlosenMännern und Frauen,die auf Almosen angewiesenwaren,eine Zuflucht.Ihre Nothatte meinHerz oftberührt.Begierig griffsich derobdachloseMann das Paketund hielt es wieeinen kostbarenSchatz.


Mir wurde bewusst, dass ich nichtder einzige Mensch in London war,der das Osterfest allein verbrachte.Einem Fremden zu helfen schien mirplötzlich eine gute Möglichkeit zusein, meine Dankbarkeit für diewundervollen Osterfeste meinerKindheit zu zeigen.Also packte ich mehrere Essenspakete,die belegte Brote, Früchte,Knabbereien und Getränke enthielten.Dann steuerte ich auf die U-Bahnzu und hielt nach denjenigen Ausschau,denen ich sonst manchmalaus dem Weg ging. Die meisten warenfür das Essen wirklich dankbar. Ichwünschte jedem frohe Ostern.Als ich nur noch ein Essenspaketübrig hatte, traf ich auf einen Mann,der einen besonders niedergeschlagenenEindruck machte. Seine Kleidungwar verdreckt, sein Gesicht vonLeid zerfurcht, und aus seinen Augensprach tiefer Kummer. Als ich ihm dasEssenspaket hinhielt, blickte er michüberrascht an.„Was ist das?“, fragte er.„Etwas zu essen für Sie“, antworteteich.„Danke, herzlichen Dank!“, erwiderteer. Plötzlich strahlte er vorFreude und Dankbarkeit. Begieriggriff er sich das Paket und hielt eswie einen kostbaren Schatz.„Gern geschehen“, sagte ich; seinGesichtsausdruck beeindruckte mich.„Frohe Ostern wünsche ich Ihnen.“„Frohe Ostern!“, erwiderte er.Auf dem Weg nach Hause kamenmir die Worte König Benjamins inden Sinn: „Denn siehe, sind wir nichtalle Bettler?“ (Mosia 4:19.) Mir wurdeklar, dass wir ohne den Erlöser alleverstoßen, unterdrückt und alleingelassenwären. Der Erlöser reichtuns jedoch seine Hand und bietet unsetwas an, was wir dringend brauchen:die Hoffnung, dass wir rein sein können,wieder leben werden und einesTages zu ihm zurückkehren werden.Im Angesicht von Sünde und Todstehe auch ich als Bettler vor dem Erlöser.Er streckt seine Hand nach miraus und bietet mir seine Barmherzigkeitan. Wenn ich eines Tages vor ihmstehe, wird mein Gesicht tief empfundeneDankbarkeit zeigen, wie ich sieauch, in geringem Maß, im Gesichtdieses einfachen Mannes habe aufblitzensehen.Als ich nach Hause ging, begannich zu weinen. Meine Einsamkeit warverschwunden; an ihre Stelle tratenFreude und ein tieferes Verständnisder Worte König Benjamins und derBarmherzigkeit des Heilands. Ichdankte dem Herrn im Stillen für dasunerwartete Geschenk, das dieserMann mir gemacht hatte. Ich hatteihm ein einfaches Essen angeboten;er hatte mir ein wahres Osterfest zurückgegeben.■Die rettendeHand desErlösersScott McCoyIch wuchs in Arkansas auf. Einmalluden mich meine Nachbarn imSommer ein, mit ihnen ein paarTage an einem großen Stausee beiSardis in Mississippi zelten, angelnund schwimmen zu gehen. Wir unternahmeneinige Tage lang alles Möglicheim Freien.An unserem letzten Tag gingenwir vor der Abfahrt ein letztes Malschwimmen. Als meine Freunde undich uns gegenseitig einen Strandballzuwarfen, segelte der Ball über meinenKopf hinweg und landete einpaar Meter hinter mir. Sofort bliesder Wind den Ball von mir fort aufdie Wasseroberfläche. Ich rannte ihmnach, der Wind trieb ihn jedoch sovor mir her, dass ich ihn nicht erreichenkonnte. Es dauerte nicht langeund ich hatte die Markierungen erreicht,die den Badebereich abgrenzten.Der Ball war über die Markierungenhinausgetragen worden und triebnun ins Hauptbecken des Stausees.Als ich mich den Markierungennäherte, dachte ich nicht weiter darübernach, was es bedeutete, sie hintermir zu lassen. Der Ball schiennicht so weit weg von mir zu sein,und ich war mir sicher, dass ich ihneinfangen konnte. Schließlich hatteich erfolgreich an einem Rettungsschwimmkursteilgenommen undtrug das Abzeichen stolz auf meinerBadehose. Ich fühlte mich im Wasserwohl und war überzeugt, stark genug78


Wie derMann imBoot warder Erlöser in demMoment zu meinerRettung zur Stelle,als ich ihn ammeisten brauchte.zu sein, um den Ball zurückzuholen.Der Wind trieb den Ball jedochweiterhin so vor mir her, dass ichihn nicht erreichen konnte. Manchmalkam ich ihm so nah, dass ich ihnmit den Fingerspitzen schon berührenkonnte, nur um mitanzusehen,wie er wieder davonzog. Schließlichwehte eine Bö den Ball den Ball außerReichweite.Erst jetzt, als ich anhielt, wurdemir bewusst, wie weit ich hinausgeschwommenwar. Das Wasser kam mirviel dunkler und kälter vor als im Badebereichim seichten Wasser. Als ichzum Strand zurückblickte, erkannteich, dass ich mich mitten im Stauseebefand. Ich beschloss, den Strandballaufzugeben und zum Strand zurückzuschwimmen.Ich war zwar müdeund ausgezehrt, machte mir jedochkeine Sorgen. Schließlich war ich jungund war mir sicher, alles würde gutausgehen.Als ich jedoch versuchte, zumStrand zurückzuschwimmen, arbeiteteder Wind, der zuvor den Ball vorsich her getrieben hatte, gegen mich.So sehr ich mich auch anstrengte, ichkam kaum vorwärts. Meine Arme undBeine brannten und schmerzten. Ichhielt inne, paddelte wie ein Hund undließ mich treiben, um so zu versuchen,meine Kraft wiederzugewinnen.Da hörte ich ein vertrautes Geräusch– das Geräusch eines Motorboots.Ich war glücklich und erleichtert,als ich einen Mann in einem kleinenBoot sah, der neben mir anhieltund mir eine Fahrt zum Strand anbot.Meine Arme und Beine waren ausgelaugt.Da ich mich noch nicht einmalselbst ins Boot ziehen konnte, legteich einen Arm über die Bordkanteund hielt mich fest, während derFremde mich langsam zurück in denBadebereich zog. Ich ergriff eine derMarkierungen, ließ das Boot los,winkte zum Abschied und schwammdann zum Strand.Fünfzehn Jahre später befand ichmich wieder in Schwierigkeiten. LangeZeit war ich im Staubecken der Sündegeschwommen. Ich verfolgte weltlicheZiele und war auf Dinge aus, die wenigoder gar keinen Wert hatten, weshalbich nunmehr im tiefen Wasser war undmich abstrampelte. Meine Kraft wardahin und die Hoffnung schwand. DieDinge, denen ich nachjagte, bliebenfür mich unerreichbar, und Dunkelheitschien mich zu umfangen.Verzweifelt schrie ich zum himmlischenVater. Wie der Mann im Bootwar der Erlöser in dem Moment zumeiner Rettung zur Stelle, als ich ihnam meisten brauchte. Durch einenneuzeitlichen Propheten Gottesführte er mich zum Buch Mormon.Er führte mich entlang des Pfadesder Umkehr und reinigte mich in denWassern der Taufe von meinen Sünden.Dann hob er mich auf ein höheresNiveau, und seither bemühe ichmich, dort auch zu bleiben. ■LIAHONA MÄRZ 2008 79


ICH MÖCHTEWIE JESUS SEINICH BIN EINHEILIGERDER LETZTENTAGEIm Alter von fünf Jahren besuchteunser Sohn Nicolás eine der bestenSchulen unserer Stadt. DieSchule wird von einer anderen Kirchebetrieben. Obwohl er kein Mitglieddieser Kirche war, wurde erdort angenommen.Eines Tages führte jemand vonder Schulleitung, ein Geistlicher, Nicolásaus der Kapelle und fragte ihn,warum er denn nicht am Religionsunterrichtteilnehme.Nicolás antwortete: „Ichbin ein Heiliger der LetztenTage.“Der Mann versuchte, Nicolászu überreden, seine Meinungzu ändern, und sagte, dassalle Kirchen Wahrheit besäßenund an Jesus Christusglaubten.Nicolás erwiderte: „Meine Elternhaben mir beigebracht, IhreKirche zu respektieren; aber ichbin gern ein Heiliger der LetztenTage.“ Der Mann ließ seine Antwortgelten und behelligte ihnnicht mehr damit.Sogar für seine Eltern ist Nicolásein gutes Vorbild dafür, wie mandem Beispiel Jesu Christi folgt. ■Luz Yesenia Moreno Rivera, Kolumbien„Wer mir nachfolgt, wird nicht inder Finsternis umhergehen, sondernwird das Licht des Lebens haben.“(Johannes 8:12.)EIN EIMERVOLL LIEBENach einem kleineren Unfall binich auf einen Gehstock angewiesenund kann mich nurlangsam fortbewegen. Das Treppensteigenfällt mir sehr schwer. In derKirche hatte ich immer Angst, dieTreppe hinunterzufallen – bis zu demeinen Sonntag, an dem ich eine leiseStimme vernahm und eine kleineHand spürte, die die meine ergriff:„Komm schon. Ich geh mit dir.“Ich blickte nach unten und sah,wie der neunjährige Gabriel michvertrauensvoll anlächelte.„Also gut!“, erwiderte ich. „Vonnun an bist du mein Helfer. Gehenwir!“Niemand hatte Gabriel beauftragt.Er sah einfach nur eineGroßmutter, die Hilfe brauchte,und war zur Stelle.Jetzt steigen Gabriel und ichjeden Sonntag die Treppe hinab,ohne dass ich Angst haben muss.Später sagte ich Gabriels Eltern:„Nicht fühlbare Kraft ist es,die meine Angst vertreibt. Sondernes ist die Liebe, die er eimerweisejeden Sonntag übermich ausgießt. Was seine Liebenswürdigkeitangeht, istGabriel ist ein Riese!“ ■Norma Ramos de Oliveira, BrasilienILLUSTRATION VON DAN BURR80


Der VollenderunseresGlaubensIch bin in der Kirche aufgewachsen. Das Erste, woranich mich im Zusammenhang mit der Kirche erinnern kann,sind die Lieder, die wir in der PV sangen. Ich weiß noch, wieich zum ersten Mal das Lied „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“(Gesangbuch, Nr. 85) gesungen habe und welche geistigenEindrücke ich hatte, als ich über den Text nachdachte. DerGeist bezeugte mir, dass diese Worte wahr waren.Ich habe das Seminar und das Institut abgeschlossen,eine Vollzeitmission erfüllt und im Haus des Herrn geheiratet.Durch diese Erfahrungen habe ich sehr viel Wichtiges überJesus Christus gelernt. Aber auch wenn mir diese Erfahrungenund das Wissen, das ich aus ihnen gewonnen habe, viel Kraftgegeben haben, so sind sie doch eigentlich nicht die Grundlagemeines Zeugnisses von Jesus Christus. Ich habe gelernt, dassein wahres und bleibendes Zeugnis vom Sohn Gottes nur dannentsteht, wenn man dem Glauben treu bleibt und wirklichbereit ist, sich seinem Willen zu fügen. Wir können Gottes Sohnsogar sehr anschaulich kennenlernen, indem wir nach und nachunsere Sünden aufgeben (siehe Alma 22:18).Ich glaube, diese Reinigung durch sein Sühnopfer ist ein Vorgang,der ein Leben lang andauert. Dazu gehört, dass man mit GottBündnisse schließt, dass man diese Bündnisse treu hält und dassman trotz der eigenen Schwachheit bis ans Ende ausharrt.Ich bin dankbar für seine übermächtige Liebe und seineVergebungsbereitschaft. Ich weiß, Gott kann uns ewigesGlück bescheren. Ich weiß: Wenn wir unsere Bündnissehalten und bis ans Ende ausharren, wird er derVollender unseres Glaubens sein, und wir werdenihn so kennen, wie er wirklich ist.David L. Hansen, ÖsterreichGÖTTLICHER ERLÖSER, GEMÄLDE VON SIMON DEWEY, ABDRUCK MIT FREUNDLICHERGENEHMIGUNG VON ALTUS FINE ART, AMERICAN FORK, UTAH


„Nach den vielen Zeugnissen,die von ihm gegeben wordensind, ist dies, als letztes vonallen, das Zeugnis, das wir von ihmgeben: dass er lebt!“ (LuB 76:22.)

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