Velinfo 5/2011 - Pro Velo Unterwalden

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Velinfo 5/2011 - Pro Velo Unterwalden

POLITIK / VERKEHRSPLANUNGGefährliche Stellen bleibenSeit dem Umbau des Schweizerhofquais hat sich für Velofahrende viel verändert und verbessert. Doch die Lösungen sind beigenauerer Betrachtung noch nicht optimal.Um es vorweg zu nehmen: Der Schweizerhofquaiist heute für Velofahrendedeutlich attraktiver und durchlässiger. DiverseMassnahmen zugunsten des Velos wurden mitder Neugestaltung umgesetzt. So existierenstadtauswärts zwei neue Linksabbieger (einerzum Kapellplatz, ein zweiter zum Schwanenplatz/Grendel),welche geübten Velofahrern und-fahrerinnen ein schnelles Abbiegen ohne lästigenUmweg über den Zebrastreifen ermöglichen.Inzwischen haben sich die Autofahrendenan die linksabbiegenden Velos gewöhnt. Undtrotzdem: Schaut man genau hin, bleiben leidereinige Mankos, unlogische Lösungen und Gefahrenherde.Folgende sechs Punkte sind aus Sichtder Pro Velo unbefriedigend.• Erster Linksabbieger zum Kapellplatz: Dieser istsehr kurz und bietet nur circa für zwei Velos Platz(Bild unten), was zu gefährlichen Situationen führt.Anders als beim zweiten Linksabbieger fehlt hiereine eigene Ampel für die Velofahrenden. Verkehrsstauszu Stosszeiten machen die Situation zusätzlichschwierig und gefährlich.und es bleibt oft nur der Umweg über den Zebrastreifen.Viele Automobilisten erkennen die vorgeseheneVelospur, welche die Strasse kreuzt, schlichtnicht. Eine aufgemalte Velospur – oder sogenannteRadfurte – könnte die Situation entschärfen. DasProblem: Der Bund verbietet entgegen seiner früherenAbsicht neuerdings solche Markierungen, obwohles in der Stadt mehrere Beispiele dafür gibt. Soist der Linksabbieger eine halbherzige Lösung ohnekonsequente Fortsetzung auf der Fahrbahn.• Neue Velostreifen: Stadtauswärts existieren nunzwei vollwertige Fahrradstreifen, wobei der rechtegetrennt von Autos und Bussen auf dem Trottoirbeim Quai verläuft (Bild unten). Dies erhöht die Sicherheitfür Velofahrende deutlich. Als Wehrmutstropfenbleibt, dass Velos einander nicht mehrüberholen können. 20 cm mehr Platz und Luzernhätte die erste zweispurige Veloschnellstrasse derSchweiz gehabt … Stadteinwärts gibt es weiterhinnur eine Velospur, auch das ein klares Manko.Neuer Linksabbiegerzum Kapellplatz.• Zweiter Linksabbieger – Autos versperren denWeg: Mit dem zusätzlichen Zebrastreifen wurdeauch ein zweiter Velo-Linksabbieger RichtungSchwanenplatz und Grendel ermöglicht. Dieser istzwar deutlich länger und mit eigener Signalisation,aber dennoch problematisch. EntgegenkommendeAutos, die sich vor dem vorderen Zebrastreifenstauen, versperren zu Stosszeiten die DurchfahrtGetrennte Fahrradspur stadtauswärts.• Abbieger ohne Zufahrt: Gar merkwürdig mutet derneue Linksabbieger für Fahrräder aus dem Grendelin den Schweizerhofquai an. Um zum Abbieger nebendem Zebrastreifen (Bild unten) zu gelangen, bietensich nur zwei sehr unbefriedigende Optionen:Entweder man verhält sich illegal und fährt über diesehr belebte Fussgängerzone oder man stösst dasFahrrad rund 100 Meter. Zudem fehlt hier eine klareNeuer Linksabbieger 2zum Grendel.Der neue Linksabbieger aus dem Grendel in denSchweizerhofquai._2 velinfo luzern 05 Anfang September 2011


POLITIK / VERKEHRSPLANUNGSignalisation für Velofahrende. Fazit: Gut gemeint,aber mangelhaft umgesetzt.• Lückenhafte Velospuren: Leider sind die Velospurenin beide Richtungen nach wie vor nichtdurchgehend, sondern münden jeweils in die Bushaltestellen(Bild unten). Diese Situation ist für alleVerkehrsteilnehmenden unbefriedigend. VBL-Bussenwird das Einfahren in die Haltestellen in diesemohnehin sehr hektischen Bereich (Reisecars!)zusätzlich erschwert.Verengung der linkenFahrspur stadtauswärts.• Velofahrende im Sandwich: Ungemütlich, ja gefährlich,wird es für jene Velofahrer und -fahrerinnen,die stadtauswärts auf dem linken Velostreifenzwischen den Fahrspuren verkehren. Beim zweitenZebrastreifen verengt sich die Fahrspur deutlich unddie Motorfahrzeuge kommen den Velos bedrohlichnahe (Bild oben). Fährt man hier als mit dem Veloneben einem Lastwagen und schwenkt gleichzeitigrechts ein Bus aus der Haltestelle in die Fahrbahn,wird es sehr ungemütlich.FazitDer Schweizerhofquai ist für viele Velofahrende unumgänglichund deshalb eine sehr wichtige Achse.Die Situation ist bedeutend besser als vor einigenJahren. Dennoch ist, wie an den Beispielen zu sehen,die jetzt gewählte Lösung alles andere als optimalund weist noch etliche Schwachpunkte auf. Wirbleiben dran! Jonas WydlerVelospur stadtauswärts mündet in die Bushaltestelle.Nicovan der HeidenInseratDer neue Linksabbieger aus dem Grendel in den Schweizerhofquai.velinfo luzern 05 Anfang September 2011 _3


ANLÄSSEVeloalltagwoche Juni 2011Die traditionelle Veloalltagwoche war abwechslungsreich und wurde dank dem guten Wetter zu einem Erfolg. Dazu beigetragenhat auch die Verbindung zur «bike-to-work»-Aktion.Die Woche startete mit goldenen Schoggitalern,gesponsert von der Stadt Luzern,welche am Mittwochmorgen an die Velofahrendenverteilt wurden.Dem süssen Einstieg folgte am Tag darauf eineVelotour zu den Höllgrotten bei Baar. Im Lorzentobelgab es beim Picknick die Möglichkeit zumBräteln und unverhofft auch saftige Kirschen alsDessert. Die Höhlen selber waren ein unterirdischesZauberreich. Die zahlreichen Tropfsteinformationenregten die Fantasie an und es wurden dieausgefallensten Gestalten und Figuren ausgemacht.Die Rückfahrt war mit diesen Bildern im Kopf einLeichtes.Am Samstag gab es schliesslich das Angebot, unterfachkundiger Leitung sichere Velowege durch dieStadt Luzern kennenzulernen.Der Veloalltag wurde dieses Jahr mit der «biketo-work»-Aktionverbunden, welche jeweils denganzen Juni stattfindet. Die Arbeitsgruppe der ProVelo organisierte deshalb am 30. Juni 2011 einenzahlreich besuchten Abschluss-Apéro mit Grusswortder Stadträtin Ursula Stämmer und dem Präsidentenvon Pro Velo Luzern, Nico van der Heiden.Und so klang die Veloalltagwoche bei sonnigemWetter und angeregten Gesprächen für einmal erstEnde Juni aus. Brigitte VonwilVeloalltagsgruppeInseratUeli-Hof – jetzt auch in Luzern:Bio-Fleisch von der Metzgerei MoosmattBlumige Ideenfür Balkon, Garten, Wohnung, Büro …Moosmattstr. 17, LuzernTelefon 041 310 71 15Dienstag bis Freitag7.30–12.15 und 14.00–18.30Samstag7.30–12.15 und 13.15–16.00UeliHofwww.uelihof.chFriedental Luzern041 240 30 44www.heiniblumen.chvelinfo luzern 05 Anfang September 2011 _5

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