Layout NIcaragua - Partnerschaftsvereins La Trinidad

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Layout NIcaragua - Partnerschaftsvereins La Trinidad

Der 10. Jahrestag der historischen Unterschrift markiert den Beginn einer beharrlichenund unermüdlichen Anstrengung von großartigen Männern und Frauen aufzwei Kontinenten, die geographisch weit auseinander liegen, aber durch ein gemeinsamesAnliegen verbunden sind: selbstlose Hilfe und menschliche Solidarität.Jener denkwürdige 15. September 1989, an dem die Partnerschaft zwischenMoers und La Trinidad besiegelt wurde, öffnete die Tür noch weiter zwischen unserenbeiden Kulturen. Sie wird uns dabei helfen, im kommenden Jahrtausendtechnische Fortschritte, wie wir sie aus Moers kennen, als Herausforderung anzunehmen.Nach meiner Ansicht haben wir bei dieser Partnerschaft auch gelernt,politische und weltanschauliche Barrieren zu überwinden. Heute spricht man inunseren Städten nicht von einer Zusammenarbeit zwischen Parteien, sondern vonso wichtigen Sachfeldern wie Gesundheit oder Erziehung.Ich danke von ganzem Herzen jenen Männern und Frauen, die über die Jahrekämpften und weiter dafür sorgen, daß dieses kostbare Gut an die kommendenGenerationen weitergegeben wird. Ich bin ein bißchen stolz darauf, selbst andiesem 15. September unterschrieben zu haben, und ich denke, daß dieser Tag anbeiden Orten jedes Jahr feierlich begangen werden könnte.Aldo Herrera, Bürgermeister La Trinidad 1989„Die Entfernung Moers - La Trinidad ist viel zu groß, das kann allein deswegenschon nichts werden.“ Das dachten viele vor zehn Jahren und sie sagten es auch.Daß es dann doch eine großartige Sache wurde, hat im wesentlichen zwei Gründe:Die große Not drüben und der unbeugsame Wille hier, diese soweit wie irgendmöglich zu lindern. Es ist gelungen über diese große Distanz hinweg Hoffnung zubringen nach La Trinidad. Und wir hier in Moers haben die Erfahrung machendürfen, was man alles bewegen kann, wenn man es wirklich will.Karl-Heinz Brohl, stellv. Bürgermeistertion, der Verlust der Mehrheit durch erstmals Erfolgsmeldung vom Bau der Aula zur Kenntnisnehmen konnten und sie zunächst durchwieder durchgeführte Wahlen und die meistenBefürworter dieser Partnerschaft waren eben Bilder, später aber durch einige Reisende dannauch Anhänger der sandinistischen Idee. auch mit eigenen Augen zur Kenntnis nehmenIn der Vorstandsarbeit hat es in den Anfängen konnten, war wohl der Durchbruch zu einerhäufiger mächtig geknirscht. Es war unverkennbarimmer noch der Dissens über die Rol-Von da ab gab es dann eigentlich nur nochgemeinsamen Arbeit im Vorstand gelungen.le, die wir als Partnerschaftsverein zu spielen Diskussionen, wie können wir mit welchenhatten. Nämlich auf der einen Seite die Vorstellung,daß man mit allen Menschen in dieser Alles schien auf einem sehr guten Weg, vieleMitteln, an welcher Stelle noch weiter helfen.Stadt La Trinidad Kontakt aufnehmen müsse – Projekte waren angestoßen, zum Teil umgesetzt,da passierte jenes dramatische Unglück,insbesondere das Rathaus mit einzubeziehenwäre –, auf der anderen Seite doch die Vorstellung,daß man es nur mit den Freunden weiter len bekannt geworden ist.das unter dem Begriff „Mitch“ mittlerweile al-betreiben könnte, mit denen man bislang auch Der Aufruf an die Moerser Bevölkerung zurschon vor der Gründung des Partnerschaftsvereinszusammengearbeitet hatte.er erfolgreich, wir haben rund 50.000,– DMspontanen Hilfe war wider Erwarten ungeheu-Aber je mehr wir dann über konkrete Projekte an Spenden erhalten, von Sachspenden für diesprechen konnten, desto weniger Reibungen medizinische Versorgung ganz abgesehen. Einean sich schon etwas länger geplante Reisegab es. Und spätestens als wir nach vielenSchwierigkeiten und vielem Hin und Her die für Anfang 1999 wollte ich dann zunächstnicht wahrnehmen, weil ich mir nicht vorstellenkonnte, daß es dort noch Menschen in Notunterkünftengeben würde und für uns dannmöglicherweise eine „Spezialunterkunft“ erstelltwerden müßte. Aber letztlich haben unsunsere Freunde in La Trinidad dringend gebeten,daß wir doch kommen sollten, und so habeich dann mit einer kleinen Gruppe dieseStadt zum ersten Mal in der zweiten Märzwoche1999 besucht.Ich habe schon viel auf dieser Welt gesehen,aber das was ich in dieser Woche an Eindrückengesammelt habe, in so konzentrierterForm, ist mir bislang noch nicht begegnet. Wirhaben die Folgen des Wirbelsturmes „Mitch“sehen können, wir haben aber auch unsereProjekte, die zum größten Teil unter „Mitch“ –Gott sei Dank – nicht gelitten haben, sehenkönnen, wir haben aber insbesondere mit vielenMenschen sprechen können. Auch ist esuns erfolgreich gelungen, unsere alten Freundezu bewegen, trotz aller Schwierigkeiten weiterzu machen und auch im „Rathaus“ klarzumachen,daß die weitere Zusammenarbeit nur mitallen gemeinsam möglich wäre, ohne daß einerden anderen bevormunden würde.21 unterschiedlichste Projekte ist die bisherige„Erfolgsstory“. Wir haben ein wenig dazu beitragenkönnen, die Lebensgrundlage etwas zuverbessern.Fazit: Diese 10 Jahre Partnerschaft haben sichfür mich „gelohnt“. Ich habe so unendlich vieldazugelernt, habe soviel Neues begriffen überden Umgang der Menschen rund um den Erdball.Und ich habe begriffen, daß wir nur insgesamtdiesen Erdball auf Dauer erhalten können– für uns alle –, wenn wir füreinandereinstehen.Bürgermeister Wilhelm BrunswickVorsitzender des Partnerschaftsvereins3


Für uns bestehtdiese Partnerschaftseit 14 JahrenFür uns besteht diese Partnerschaft nicht erstseit zehn, sondern bereits seit 14 Jahren. Nebender erfolgreichen Projektarbeit sollte erwähntwerden, daß uns Raúl Vega hier bereits1983 besuchte, 1986 auch Herr Dr.Schmidt. Seither gab es von unserer Seite vierReisen in Eure Stadt. Zusammen mit Euren regelmäßigenBesuchen bei uns erlaubte dies,daß wir unser Wissen über Eure Kultur vertiefenkonnten. So begreifen wir die Entwicklungder Länder auf dem alten Kontinent besser.Und wir hoffen, daß die Beziehungen ohneUnterbrechung weitergehen.Als örtliches Partnerschaftskomitee haben wirhier Schwierigkeiten, vor allem bei der Einbeziehungdes Rathauses. Aber wir glaubendennoch fest an eine Zukunft mit faßbarenEntwicklungsprojekten und Kulturaustausch.Das Wiederaufforstungsprojekt und die Wiederherstellungdes Wasserhaushalts in derFlußniederung werden sich positiv auf dieWirtschaft und das Ökosystem der gesamtenStadtfläche auswirken.Wir sollten die Beziehungen von Einrichtungzu Einrichtung verbessern: die Fortführungder Stipendienprogramme (Patenschaften fürunsere SchülerInnen) und die Verbindung zwischenunserem Gymnasium José Martí unddem Moerser Mercator-Berufskolleg, das wir1997 besuchten. Ebenso wünschenswert wäreeine Partnerschaft zwischen unseren landwirtschaftlichenGenossenschaften mit den Euren.Auch die beiden Polizeistationen könnenErfahrungen austauschen und sich gegenseitigUnterstützung geben.Wir wollen die Austauschbeziehungen undZusammenarbeit mit unseren Partnerstädtenin Moers/Deutschland und Delémont in derSchweiz verstärken, vor allem zwischen Einrichtungen,die die Nöte des Rathauses überwindenhelfen.Kurzer RückblickMit dem Sieg der Revolution 1979 entstandenin Europa und Amerika zahlreiche Initiativenzugunsten von Nicaragua, Solidaritätsgruppen,Netze von Freundeskreisen, offizielleStädte- und andere Partnerschaften.Dadurch angeregt, bildete sich bei uns 1984die Bewegung für Gemeindeentwicklung ausFachleuten und Anhängern des Fortschritts.Ihr Ziel war die Entwicklung der Stadt und eineverbesserte Verwaltung im Rathaus. DieGründer waren: Noel Moreno, damaliger Bürgermeister,José Ernesto Bravo, Gemeindepfarrer,Omar Mairena, Marciano Berrios,Carlos Blandón, Leonel Bravo, Santos Barrera,Cosme Laguna, Jesús Fuentes und Noel Ortuño.Zeugnisse dieser Arbeit sind der städtischeSchlachthof, die erste große Neugestaltungder Plaza, die Planungen für die Vorschule,das Weiterbildungszentrum La Mokuana undder Park im Stadtteil Caridad, aber auch diebeiden Städtepartnerschaften mit Europa, diesich aus den gegenseitigen Besuchen seit Mitteder 80er Jahre ergaben.1990 gab sich das Partnerschaftskomitteemit fünf Mitgliedern einen neue Gestalt: NoelOrtuño als Koordinator, Alcides Molina alsStellvertreter, Mario Gómez als Schriftführerund Jesús Fuentes als Schatzmeister und JosefaHernández. Allerdings zogen sich nach wenigenMonaten die Vertreter des Rathauseszurück, bald danach auch Frau Hernández,Leiterin des Gymnasiums.Der Bankkaufmann Noel Ortuñound der Lehrer Jesús Fuentes,seit 14 Jahren zuverlässige undunermüdliche Partner, eingroßer Glücksfall für die Städtepartnerschaft.Die heutige StrukturAls Gegenstück zum Vorstand des Partnerschaftsvereinsin Moers wurde in diesem Jahr(1999) ein Komitee aus fünf Personen gebildet.Dieses trifft seine Entscheidungen weitgehendselbständig, aber mit Unterstützungdurch das Rathaus bei finanziellen und rechtlichenAngelegenheiten. Leider hat sich letzteresbis heute nicht umsetzen lassen. Zur Einfuhrvon Devisen wird ein Dollarkonto mitzwei Unterschriftsberechtigen unterhalten (JesúsFuentes und Rosa Hernández), das dieSpender für ihre Überweisungen benutzen.Von dort werden die Mittel an den jeweiligenProjektträger überwiesen.Derzeit besteht das Komitee aus Noel Ortuñoals Koordinator, Enrique Herrera als seinemStellvertreter, Jesús Fuentes als Schatzmeister,Medardo García als Schriftführer, RosaHernández zur Kontoführung. Im Krankenhausüberwacht ein fünfköpfiges Gremiumden Gebrauch und die Wartung der über diePartnerschaft überlassenen Geräte.Noel Ortuño und Jesús Fuentesvom Partnerschaftskomitee in La TrinidadDer erste Besuchin „Einer“anderen WeltWer nicht wagt, der nicht gewinntDiese alte wie gleichsam richtige Volksweisheit,trifft den Punkt - zumindest, wenn es umdie Frage geht: Reise ich nach Nicaragua,oder nicht? Denn ein Wagnis war die Reisefür jemanden wie mich, in dieser Beziehung4


Als Lateinamerikanerin bin ich sehr froh darüber, hier in Moers so viele Menschenzu kennen, die sich für unseren Kontinent engagieren. Die Arbeit im Partnerschaftsvereinholt mir immer wieder ein Stück Heimat zurück. Für mich ist wichtig,den Menschen hier zu vermitteln, daß die Armut und die Probleme in Lateinamerikanicht unabhängig vom Konsumverhalten in unseren Industrieländern sind unddaß jeder etwas tun kann, um dieses zu ändern.Karen Rütten-Sander, Vorstandsmitglied aus Chile und Spanischdozentin an der VHSEine Welt-Arbeitwozu eigentlich?Die Überschwemmungen in Asien, Dürrekatastrophenund Völkermord in Afrika, Erdbebenund Wirbelstürme in Zentralamerika, Bürgerkriegeund Flüchtlingselend in fast allenTeilen der Welt sind für uns in Mitteleuropa jaweit weg. Doch rücken ferngeglaubte Kontinentesehr viel näher, wenn wir sagen: Giftmüllexportnach Indonesien, Treibhauseffektund Ozonloch im Süden, Regenwaldvernichtungund Erosion, Großkonzerne und Globalisierung,europäische Einfuhrverbote undSchuldenlast der armen Länder, Waffenexporteund Militärdiktaturen, Asylrecht und„Festung Europa”, zukunftsfähige Entwicklungund Nachhaltigkeit im Sinne von Agenda 21.In diesem Weltgetriebe ist unsere Eine-Welt-chen Empfang wie bei den Freunden in LaTrinidad habe ich noch nicht erlebt. Ich fühltemich in der so anderen Welt überhaupt nichtfremd. Obwohl man sich teils vorkommt, wiein einem Film: die Cowboys, die mit ihrenPferden an der Plaza Halt machen, diekleinen Häuschen an den Gassen, die Pferdekarrenusw.Auch wenn die Menschen in La Trinidad nurwenig zum Leben haben und davon nocheiniges durch „Mitch“ verloren haben, eineshaben sie sich nicht nehmen lassen: ihrenLebensmut, ihre Fröhlichkeit und ihren Optimismus.Das ist es, wovon wir alle lernenkönnen. Die Reise nach Nicaragua und der„Blick über den Tellerrand“ haben mirgezeigt, daß man viele Dinge hier aus einemanderen Blickwinkel sehen und vieles auchlockerer und leichter nehmen sollte. Für michheißt es:Hasta la próxima en Nicaragua – bis zumnächsten Mal in Nicaragua!Sabine WerlerVereinsmitglied und „Mitreisende“ 1999Warum ist die Städtepartnerschaft nötig?Unsere Welt wird immer kleiner, die Verantwortung des einzelnen für das Ganzeimmer größer. Unser christlicher Glaube lehrt uns, den Schwachen beizustehen.Nicaragua ist ein sehr armes Land. Ausländische medizinische und soziale Hilfewird noch lange in La Trinidad nötig sein. Durch zahlreiche Besuche haben sichFreundschaften zwischen Bürgerinnen und Bürgern beider Städte gebildet. Diesemenschlichen Kontakte verpflichten.Was wir daraus lernen können:Auch arme Menschen sind Menschen. Sie haben ihre Träume und Sehnsüchte wiewir. Sie leiden an Armut und Unterentwicklung. Sie haben ein Recht auf Unterstützung.Im Kontakt mit Menschen aus Dritte-Welt-Ländern können wir sehen, wie gutes uns in Deutschland materiell geht. Wir können im Kontakt mit unseren Partnerinnenund Partnern in La Trinidad lernen, uns selbst wieder mehr auf das Wesentlichein unserem eigenen Leben zu besinnen.Jürgen Kunellis, Pfarrer und VereinsmitgliedZweimal bin ich in La Trinidad gewesen. Jedesmal bin ich gestärkt in der Überzeugungzurückgekommen, wie wichtig diese Städtepartnerschaft ist, für dieMenschen in La Trinidad und für uns. In Nicaragua können wir mit relativ geringenMitteln viel bewirken. Und für uns lernen wir, unseren materiellen Überfluß hierund unsere Probleme mit anderen Augen zu sehen.Maren Schmidt, Fraktionssprecherin Bündnis 90/Die Grünen und Vorstandsmitglied7


La TrinidadStädtepartnerschaft mit dem nicaraguanischenLa Trinidad nur ein Sandkorn. Aber wirkönnen verstehen lernen und manchmal ganzkonkret Menschen helfen.Wir erfahren, wie wenig Campesinos für denangebauten Kaffee bekommen, wie Großgrundbesitzermit ihren Juristen und Pistoleroszurückkommen, warum arme Bauern Bäumefällen. Wir erfahren, warum immer mehrFrauen in Lateinamerika ohne den Schutz derim Land schon erkämpften Sozialrechte in sogenannten“Freien Produktionszonen” als“Maquilas” ausgebeutet werden. Warum immermehr Kinder zu Arbeit gezwungen sind.Was Straßenkinder und Mädchen, die sichprostituieren müssen, erleiden.Anfangs glaubten wir mit dem Priester undDichter Ernesto Cardenal, daß die sandinistischeRevolution sich in ihrer Pluralität zu einemModell für ganz Lateinamerika entwickelnkönnte. Contrakrieg und das Ergebnisfreier Wahlen setzten dem zunächst ein Ende.Heute unterstützen wir von Europa aus Schulen,Krankenhäuser und andere Sozialeinrichtungen.Aber es gibt in Nicaragua eine neueOberschicht. Sie verlangt Schulgeld und Studiengebühren,die die Campesinofamilien nichtaufbringen können. Sie kürzt die Mittel für dieKrankenhäuser und arbeitet mit uns gern zusammen,so lange wir nicht von Politik redenoder die skandalöse Schwerfälligkeit derBehörden kritisieren. Ist das für uns eine akzeptableArbeitsteilung?Haben Sie nicht Lust, an diesem Lernprozeß,mitzuwirken? An einem gelebten Nord-Süd-Dialog? Ist Menschenwürde nicht unteilbar?Bernhard Schmidt, Mitinitiator der Partnerschaftund stellv. Vorsitzender des VereinsEs gibt einelängereVorgeschichte...Nach ersten Kontakten seit 1982 trafen sichim Februar 1984 beim Moerser ChristlichenVerein Junger Menschen in der Haagstraße etwa35 überwiegend junge Leute zur Gründungdes Moerser Nicaragua-Arbeitskreises. Sie vertraten19 Initiativen, vorwiegend aus dem alternativen,linken oder christlichen Spektrum.Andere kamen aus dem 1977 eingerichtetenLateinamerika- und Chilearbeitskreis der MoerserVolkshochschule. Bereits im Winter1982/1983 war dessen Leiter, Raúl Vega, inden besonders gefährdeten Norden Nicaraguasgereist. Er war 1976 als politischer Flüchtlingaus dem Chile des Diktators Pinochetnach Moers gekommen.Den jungen Leuten gemeinsam war das Interessean der erfolgreichen Revolution der SandinistischenBefreiungsbewegung in Nicaragua.Diese hatten in einer breiten und pluralistischenVolksbewegung im Jahr 1979 die 45Jahre von den USA offen unterstützte Bereicherungsdiktaturder Familie Somoza im ärmstenLand Mittelamerikas mit Waffengewaltbeseitigt. Doch schon 1980 begann im Nordenan der Grenze zu Honduras der Contra-Krieg, der das Land im folgenden Jahrzehntüber die Hälfte seines jährlichen Staatshaushalteskosten sollte und so der Revolution denAtem nahm. Alle Nicaragua-Aktiven warenempört über die dabei kaum verdeckte imperialistischeRolle der USA, wie dies später auchder Internationale Gerichtshof in Den Haagoder viele Schriftsteller in der Welt, darunterHeinrich Böll, Günter Grass und Erich Fried,bestätigen sollten. In vielen europäischenStädten bildeten sich „Brigaden“ mit jugendlichenAufbauhelfern, die den Revolutionärenzu Hilfe eilten.Bereits im April und Juni 1984 überbrachtenMitglieder des Moerser Arbeitskreises Geldspendenan ein Blindenzentrum in Managua.Zur Jahreswende 1985/1986 reisten Raúl Vegaund Bernhard Schmidt in den Norden Nicaraguas.Dabei besuchten sie auch die deutscheÄrztin Barbara Kloss, die im Krankenhausvon La Trinidad unter schwierigsten Bedingungeneine Krankenpflegerausbildung leitete.Während des Bürgerkrieges hatte die Anästhesistin,über die das Magazin „Der Stern” breitberichtete, bereits im Urwald den kämpfendenGuerrilleros beigestanden. Im August 1985war La Trinidad gerade von einer 300köpfigenContra-Bande überfallen und der BürgermeisterFrancisco García ermordet worden.La Trinidad an der Nord-Süd-Hauptstrecke„Panamericana” hatte noch keine Partnerstadtin Deutschland. Santa María, eine Alternativean der Nordgrenze zu Honduras, lag im ständigenKriegsgebiet. Deshalb verpflichteten sichder Bürgermeister von La Trinidad, Noel Moreno,und Christa Martin-Godde aus dem MoerserNica-Arbeitskreis im Sommer 1986 in ei-8


nem schriftlich fixierten Vertrag, auf eine Städtepartnerschaftmit Moers hinzuarbeiten.Bis 1989/1990 unterstützte der Arbeitskreiszahlreiche Schul- und Vorschulprojekte in LaTrinidad, Initiativen von Pater Ernesto Bravo(wie Sojaspeisung für unterernährte Kinder),die Lehrergewerkschaft, das Krankenhaus.Mehrere junge Leute aus Moers nahmen anBrigadeneinsätzen in Nicaragua teil, besondersauch in den Schulbauprojekten unsererSchweizer Freunde aus Delémont. Eine Stärkedes Vereins war dabei immer, daß neben Spanischlehrernauch einige in der Region ansässigeSpanierInnen und Latinos den Verein unterstützten,so Miguel Falcón, Beatriz Concha,Agustín Jiménez oder Ana Sanz.In unzähligen Veranstaltungen und Protestaktionenwurde über Nicaragua und seinemÜberlebenskampf berichtet, etwa anläßlich derWeltwirtschaftgipfel oder als die aus MoersstammendeEntwicklungshelferinRegineSchmemannvon Contra-Rebellen entführt wurde.Seit 1987 trat der Arbeitskreis für eine offizielleStädtepartnerschaft ein, der entsprechendeRatsbeschluß erfolgte 1989. Nach dem Besuchder ersten Partnerschaftsdelegation aus La Trinidadzur Vertragsunterzeichnung im September1989 wollte eine größere Gruppe jungerErste Berührungspunkte mit Nicaragua bekam ich durch meine Vorstandsarbeit inder „Arbeitsgemeinschaft Evangelische Schülerarbeit“ in Wuppertal, eine Gliederungder EKD. Endgültig Partei für die Menschen in Nicaragua ergriff ich nach derBegegnung mit dem legendären Ernesto Cardenal, der auch in Moers weilte. Sowar es folgerichtig, daß 1989 die PARTNERSCHAFT La Trinidad – Moers begründetund nicht zur PATENSCHAFT deklassiert wurde. Das gegenseitige Kennenlernenund Verstehen in den vergangenen Jahren und das gewachsene Vertrauen gebenunserer damaligen Entscheidung recht.Ich freue mich darüber, daß die Partnerschaft mit La Trinidad zehn Jahre erfolgreicheEntwicklung erlebt hat und sage allen, die dazu beigetragen haben: „HerzlicheGlückwünsche und Dankeschön!“Ulrich Ruthenkolk, 1989 Fraktionsvorsitzender der SPD und VereinsmitgliedMoerser in den Sommerferien 1990 als AufbauhelferInnennach La Trinidad aufbrechen, Einrichtung der Städtepartnerschaft um 4-5Der Nicaragua-Arbeitskreis überdauerte diedie Nica-Arbeit erreichte ihren ersten Höhepunkt.Die Gruppe brach jedoch alle Vorberei-Beginn der 90er Jahre seine eigenen Aktivitä-Jahre, um dann nach der Krise der Arbeit zutungen ab, als in den freien Wahlen von Februar1990 das Land Nicaragua und auch die schaftsvereins einzustellen.ten zugunsten des “bürgerlichen” Partner-Stadt La Trinidad die Sandinisten abwählten. Bernhard Schmidt9


Linke Brigadistenund „Bürgerliche“...Empfang für die amigos alemanesbei der Sandinistischen Befreiungsfront in La TrinidadAb Mitte der 80er Jahre strebten vieleNicaragua-Initiativen in Westeuropa und denUSA an, daß Städte und Regionen ihre Beziehungenzu Nicaragua auch in offiziellereBahnen lenken. Dies sollte den Regierungensignalisieren, sich nicht weiter der offiziellenBoykottpolitik der USA gegenüber dem revolutionärenLand anzuschließen. Doch solltees vor allem die Bande zwischen Menschenhier und dort festigen, Hilfe konkretisieren.Auch die Aktiven des Moerser Nicaragua-Arbeitskreises arbeiteten seit 1986/87 aufeine solche Städtepartnerschaft zu. DiePartei „Die Grünen“ hatten den Arbeitskreisbereits vielfach unterstützt. So mußte vorallem die Mehrheitsfraktion SPD überzeugtwerden. Auch viele SozialdemokratInnenbeteiligten sich an der Unterschriftensammlungab Oktober 1987, darunter FraktionsvorsitzenderUlrich Ruthenkolk, so daß imJuni 1988 ein entsprechender Bürgerantragim Rat eingereicht wurde. Ihn trugen etwa20 Organisationen aus dem ursprünglichenSpektrum mit. Zu den etwa 700 Privatpersonen,die den Antrag mit unterschriebenhatten, zählten Altbürgermeister Albin Neuse,der angesehene Pfarrer Erich Vowe, derschon den Nazis getrotzt hatte, der Intendantdes Schloßtheaters Holk Freytag sowiezahlreiche Theologen und Lehrer.Die Ratsentscheidung erfolgte einstimmigam 26. April 1989. Im Gegensatz zu anderenStädten stimmte die CDU nicht gegen dasVorhaben. Vorausschauend sah die MoerserKonstruktion nicht nur eine Partnerschaft mitder Sandinistischen Befreiungsfront, sondernmit der Gemeinde vor. Der „PartnerschaftsvereinLa Trinidad – Moers“ wurde am17. Mai 1989 von 42 Personen im großenMoerser Ratssaal gegründet. Seine Satzungnahm jene des zwei Jahre zuvor ins Lebengerufenen Partnerschaftsvereins Ramla zumVorbild. Danach war der Moerser Bürgermeister„geborener“ Vorsitzender, die Ratsfraktionenentsandten jeweils einen Vertreter.Jedoch können diese zahlenmäßig von denfrei gewählten Vorstandsmitgliedern überstimmtwerden. Die bis dahin Hauptaktivendes Nicaragua-Arbeitskreises, BernhardSchmidt, Christa Martin-Godde und RaúlVega wurden in den Vorstand gewählt. DieOrtsverbände der Lehrergewerkschaft GEWund der „Grünen“ traten mit einem Jahresbeitragvon DM 360,— als korporativeMitglieder bei. Manche Kritiker hielten es fürfalsch, diese Eine-Welt-Partnerschaft auf dieoffizielle städtische Schiene zu heben, anderehätten eine „Patenschaft“ bevorzugt.Die Vereinsarbeit war in den ersten Jahrenstarken Belastungen ausgesetzt: der Gegensatzzwischen den „linken“ Brigadisten undden „bürgerlichen“ Politikern, die Wahlniederlageder Sandinistischen Befreiungsfrontvon Februar 1990 (sowohl bei derPräsidentschaft wie auch in der Stadt LaTrinidad), das jahrelang stockende Schulaulaprojekt.Nachdem sich BürgermeisterBrunswick vorsorglich vom Moerser Rat eineReise nach La Trinidad hatte genehmigenlassen, gelang es drei anderen Vorstandsmitgliedernbei einer Reise im Januar 1992,das Schulaula-Projekt wieder in Gang zubringen, so daß es 1995 erfolgreich abgeschlossenwerden konnte. Die damit eingetretene„Entspannung“ wurde verstärktdurch weitere erfolgreiche Projekte, insbesondereab 1996 im Bereich des Gesundheitswesens.Hatte die Mitgliederzahl Anfang der 90erJahre noch bei 50–60 stagniert, stieg sie nunauf über 100. Leider wurden die städtischenZuschüsse von ursprünglich 15.000 DM imJahr auf derzeit ca. 5.000 DM gekürzt. Docherlauben die gestiegene Mitgliederzahlzusammen mit Anteilen an den Ausschüttungender Moerser Sparkasse, den seit 1997zur Verfügung gestellten Mitteln des NRW-Innenministeriums für „Entwicklungszusammenarbeit“und anderen privaten Spendeneine recht kontinuierliche Projektarbeit.Dabei kann es in der Regel nur um Anschubfinanzierungengehen, da der Verein sichnicht auf die dauernde Unterhaltung vonProjekten oder Einrichtungen einlassen kann.Einen kräftigen Schub erfuhr die Vereinsarbeitdurch den Besuch von drei Gästen ausLa Trinidad im September 1997. Mit denbeiden Hauptaktiven des dortigen Partnerschaftskomittees,Noel Ortuño und JesúsFuentes, sowie dem stellvertretenden BürgermeisterArnoldo Mairena wurden zahlreicheProjekte feiner abgestimmt. Vor allem aberentstand auch ein sehr herzliches Verhältniszwischen immer mehr Aktiven, wozu auch diegroße Fiesta an der VHS beitrug. Bei dieserGelegenheit überreichte die DelegationBürgermeister Brunswick und BernhardSchmidt Urkunden für die Ehrenbürgerschaft10


... und die Geschäftsführung bei derStadt Moersin La Trinidad, die dort einstimmig beschlossenwar. Die Gäste ihrerseits waren beeindrucktvon der einvernehmlichen Arbeitder Moerser Parteien in Sachen La Trinidad.Das Unglück, das der Wirbelsturm „Mitch“im Oktober 1998 auch über La Trinidadbrachte, führte zu einer bis dahin nichtgekannten Identifikation vieler MoerserBürgerinnen und Bürger mit der Partnerstadtim fernen Nicaragua. Eine spontane Spendensammlungerzielte ca. 50.000 DM.Eine Stärke des Vereins bleibt die Unterstützungdurch zahlreiche Spanischlehrerinnenund VHS-Dozentinnen aus der Region, dieübersetzen und dolmetschen, sich um einzelneProjekte kümmern, Gäste aufnehmen oderdie Fiestas mitgestalten: Karen Rütten-Sander,Renate Luhser, Heike Siepen, BarbaraDünnweller, Ana Sanz, Beatriz Concha, CristinaRodríguez, Camí Sarrà, Rosa Miranda,Belén Alvarez...Höhepunkt der bisherigen Partnerschaftsarbeitist zweifelsohne der Besuch vonBürgermeister Brunswick, fünf weiterenVorstandmitgliedern und einer Journalistin inLa Trinidad im März 1999. Die Bevölkerung,das Rathaus, die Schulen und die Partnerschaftsaktivenbereiteten der Gruppe einensehr herzlichen Empfang. Freilich mußte dieDelegation viele der in sie gesetzten Hoffnungendämpfen.Bernhard SchmidtDie Freundschaft zwischen der Stadt LaTrinidad in Nicaragua ist die fünfte Städtepartnerschaftder Stadt Moers. Trotz derErfahrungen mit den anderen Partnerstädten– der zwei französischen, der englischen undder israelischen –, sollte sich diese Partnerschaftdoch ganz anders entwickeln als dieVorgänger.Aufgrund eines Bürgerantrages mit über 700Unterschriften hat der Rat der Stadt Moersam 26. April 1989 den einstimmigenBeschluß gefaßt, eine Partnerschaft mit derStadt La Trinidad anzustreben. Unter anderemheißt es in diesem Beschluß:„Sie tut dies im Bewußtsein, daß Partnerschaften mit der „Dritten Welt“ aufGemeindeebene für beide Seiten sinnvollund bereichernd sind (EntwicklungspolitischeGrundlinien der Bundesregierungvom 9. Juli 1980), Nicaraguas unabhängiger und demokratischerWeg besondere Unterstützungverdient, eine aktive Friedenspolitik für die „DritteWelt“ oder Mittelamerika am bestendurch konkrete Beziehungen gefördertwird, die den abstrakten „Nord-Süd-Dialog“ergänzen, auch die Menschen hier von der Kulturund der Art der Lebensbewältigung in sogenanntenEntwicklungsländern lernenkönnen.Die Koordination für ihre Ausgestaltung wirdeinem zu gründenden Partnerschaftsvereinübertragen...“Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkundefand am 15. September 1989 in Moersstatt. Sie wurde im Beisein von BürgermeisterAldo Herrera mit einer Fiesta in den Räumender Volkshochschule gefeiert.Die aus der Partnerschaft entstehenden Aufgabenwurden dem Partnerschaftsverein LaTrinidad - Moers e. V., der am 17. Mai 1989gegründet wurde, übertragen. Dem Vorstanddes Vereins steht der Bürgermeister kraft Amtesvor. Neben den von der Mitgliederversammlunggewählten Beisitzern gehört demVorstand noch je ein Vertreter der im Rat derStadt vertretenen Fraktionen an. Die Geschäftsführungliegt bei der Stadt Moers.Durch diese Konstruktion bleibt die direkteAnbindung des Vereins an die Stadt Moers erhalten.Der Verein ist als gemeinnützig anerkanntund finanziert seine Arbeit aus dem städti-Beladen eines Containers mit medizinischem Hilfsgerätbei den Wohncontainern an der Moerser Feuerwache.11


schen Jahreszuschuß, den Mitgliedsbeiträgen(z. Z. 112 Mitglieder) und Spenden.Das spontane Engagement des Vereins zuZeiten des Hurrikans Mitch hat gezeigt, daßhier in Moers eine neue Identifizierung derBürger mit dieser Städtepartnerschaft stattgefundenhat; eine Welle der Hilfsbereitschaftund Spenden waren zu verzeichnen. Um dieÖffentlichkeit weiter auf die Arbeit mit der„Einen-Welt“-Stadt La Trinidad aufmerksam zumachen, hat der Verein diese Broschüreerstellt.Bedingt durch die Entfernung und die krassenEinkommensunterschiede standen bei dieserStädtepartnerschaft nicht die gegenseitigenBesuche im Vordergrund, sondern die Hilfezur Selbsthilfe. Auf diesem Gebiet hattevorher keiner aus dem Vorstand und derGeschäftsführung Erfahrungen sammelnkönnen und so fing man einfach mit derArbeit an und baute Beziehungen zu denMenschen in La Trinidad auf. Zwei bis heutebesonders wichtige Personen vor Ort sindNoel Ortuño und Jesús Fuentes. Im Laufe derletzten 10 Jahre hat sich eine feste, intensiveund vertrauensvolle Zusammenarbeit mitunseren „Männern“ vor Ort entwickelt.Gemeinsam konnten zahlreiche Projekteerfolgreich durchgeführt werden. Stellvertretendfür die bis heute 21 Maßnahmen seienhier folgende genannt: Bau der Schulaula – einschließlich derMöblierung mit 400 Stühlen Anschubfinanzierung für den Aufbau derFrauenklinik „Oyanca“ Bau von über 160 Latrinen in den umliegendenLandgemeinden Umfangreiche Finanz- und Sachhilfen fürdas Hospital „Altamirano“ Aufbau einer Geflügelfarm Schenkung von vier Kranken- und Rettungswagen Verschiffung von zwei Containern mit zahlreichenmedizinischen Geräten und Krankenhausmöbeln Anschubfinanzierung für die Schaffungvon Wohnraum für die durch den Hurrikan„Mitch“ obdachlos gewordenen CampesinosIn all den Jahren hat es sich gezeigt, daß esmehr als die „normale“ Schreibtischarbeit füruns ist. Es gibt uns das Gefühl, an dieser Partnerschaftwirklich von hier aus mitzuarbeitenund somit auch etwas bewegen zu können.Gabriele Scheffler und Sabine Werler vonder Geschäftsführung des VereinsPartnerschaft mit einer Gemeinde inSüdamerika, ein Risiko mit offenemAusgang. Sehr kritisch haben dieMoerser Liberalen die Anfänge dieserStädtepartnerschaft vor 10 Jahrenbetrachtet. Eine Patenschaft wärevielen Mitgliedern damals liebergewesen.Die Gründung des PartnerschaftsvereinsLa Trinidad – Moers e.V. nachMuster des Vereins mit der israelischenPartnerstadt Ramla hat vieleBürgerinnen und Bürger zur Mitgliedschaftanimiert. Heute zählen dieSpendenaktionen des Vereins als Beispieleaktiver Hilfe zur Selbsthilfe,z.B. das Hühnerprojekt, welchesKlaus Hertel angeregt hat.In diesem Sinne darf der Verein auchin den nächsten Jahren mit der aktivenUnterstützung der Moerser F.D.P.rechnen.Otto Laakmann, Pressesprecher F.D.P.Stadtverband Moers und Vereinsmitglied12


Intercambio –unser Hospital „Altamirano“ inLa TrinidadFrauengesundheitszentrum OyancaSeit gut 4 Jahren besteht eine zunehmendenge Zusammenarbeit und Unterstützungdes Hospitals.1969 wurde das Hospital als Privatklinik fürwohlhabende Bevölkerungsschichten sowieausländische Patienten in konfessionellerTrägerschaft erbaut. Eine Vielzahl von Spezialabteilungen– bis zu einer plastischenChirurgie – wurden damals vorgehalten. Derarmen Landbevölkerung war das Hospitalvollkommen verschlossen. Nach der sandinistischenRevolution erfolgte die Verstaatlichungdes Hospitals, so daß nun alleBevölkerungsschichten Gesundheitsfürsorgeerhielten.Die vielen Jahre des Bürgerkrieges, sowiedie leeren Staatskassen, ließen das Hospitalmehr und mehr verrotten. Zuletzt funktioniertenicht einmal mehr die Kanalisation, sodaß Abwässer im Operationssaal landeten.1994 wurde in der Tageszeitung „Barricada“in einem Leitartikel berichtet, daß im OP desHospitals mit Angelschnüren Därme, Muskelschichtensowie Haut genäht wird. Mandiskutierte sehr laut die Schließung desHospitals, zwischenzeitlich flossen kaumnoch öffentliche Gelder in diese für die RegionLa Trinidad lebenswichtige Institution.Die Stadt La Trinidad, unser Partnerschaftskomiteesowie einige Ärzte und Angestelltedes Hospitals kämpften mit allen Mitteln fürden Erhalt. Das Hospital, welches insgesamtein flächenhaftes Einzugsgebiet von Moers,Duisburg, Oberhausen und Mülheim besaß,durfte unter keinen Umständen sterben.Während dieser Zeit wurden die erstenzarten Kontakte zwischen dem Städtepartnerschaftsvereinund dem Hospital geknüpft.Der damalige Direktor Dr. Brionesformuliert den Begriff „Intercambio“ – „Austausch“,welcher ein langfristiges Überlebendes Hospitals sowie Hoffnung für all dieTausenden von Patienten bringen sollte.Regelmäßige Besuche vor Ort ließen dieunermeßliche Armut erkennen. FehlendeMedikamente und Verbandsstoffe, veraltetesbzw. fehlendes Basisinstrumentarium, mangelndeBettwäsche und Sanitäranlagen,ließen uns nicht zur Ruhe kommen Langfristiggeplante Maßnahmen als auch Direkttoclaveu.a. – sie haben den Standard erheb-Gerät, Verbrauchsmaterialien, Betten, Auhilfewaren von uns gefordert. Wir nahmen lich verbessert.die Herausforderung an, zumal die Verantwortlichendes Hospitals zum Wohle der hatten wir Moerser als erster Partnerschafts-Vor allem nach dem Hurrikan Mitch 1998Patienten agierten und großen Einsatz verein in Deutschland für ca. 30.000,— DMzeigten. Zwischenzeitlich sind drei 40-Fuß- Basismedikamente über Aktion „Medeor“Container sowie zwei Containerzuladungen sowie „Grünenthal-Pharma“ als Luftfrachtim Hospital angekommen. Medizinisches verschickt. Eine einzigartige Welle der Hilfs-Das 1997 mit einem finanziellen Beitrag Moerser Bürger eingerichtete Frauengesundheits-und -beratungszentrum ist eine Alternative für Frauen mit geringen Einkünftenund trägt so zur Gesundheitsvorsorge bei. In 1 1/2 Jahren Arbeit haben wirAnklang bei der Bevölkerung gefunden1. Zu uns kommen Frauen mit Risikoschwangerschaften2. Wir verringern Krankenstand und Sterblichkeit bei der Bevölkerung3. Wir haben 3.560 Frauen und Kinder versorgt4. Es wurden 360 Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt5. Ein Netz von Gesundheitsberaterinnen führt die Patientinnen an unser Zentrumheran6. Wir haben zur Weiterbildung/Gesundheitsaufklärung bei der Bevölkerungbeigetragen7. Vermeidung von Geschlechtskrankheiten und deren Übertragung8. Hilfe bei Schwangerschaften und Risikoschwangerschaften9. Hilfe beim Stillen10. KrebsvorsorgeuntersuchungenNach unserer Meinung hat dieses Zentrum zur Lösung von Gesundheitsproblemen indieser Gemeinde beigetragen und somit die Sterblichkeit bei Müttern und Kindernverringert. Wir haben den Schutz auf die gesamte Familie ausgedehnt (Männer undKinder) und sind so ein allumfassendes Frauengesundheitszentrum.Dr. Lisseth Mairena, Leiterin des Frauengesundheitszentrums „Oyanca“13


Das Krankenhaus Altamiranobereitschaft der Moerser Bürger sowiePrivatspenden ermöglichten diese Hilfe.„Intercambio“ bedeutete auch, daß Dr.Ricardo Rivera, Chirurg am Hospital Altamirano,für die Dauer von sechs Monatennach Deutschland kam, um sich nebenchirurgischen Techniken, die Ultraschalldiagnostikund endoskopische Untersuchungstechnikenanzueignen. Das Instrumentariumkonnte er gleich nach Nicaraguamitnehmen.Um die Ernährung, vor allem der kleinenPatienten, im Hospital sicherzustellen, wurdedie krankenhauseigene Finca wiederbelebt.Von Seiten des Ministeriums für Gesundheitwurde diesem Projekt Modellcharakter bescheinigt.Um den Krankentransport bzw.Rettungsdienst sicherzustellen, konnten1999 zwei Rettungswagen mit Komplettausstattungnach La Trinidad transportiert werden.Planungen zur Ausbildung von Rettungssanitäternin La Trinidad laufen bereits.Bisher wurden selbst Schwerverletzte mit Taxisund Pferdekarren zum Krankenhaustransportiert. Als weiteres beachtenswertesProjekt wird die Sanierung der chirurgischenund internistischen Krankenstation, welchesich in einem nicht zu beschreibenden Zustandbefindet, vom Städtepartnerschaftsvereinin Höhe von 30.000,— DM unterstützt.„Intercambio“ - zwischenzeitlich hat sich einefeste Bande der Freundschaft und des gegenseitigenRespektes zum Wohle aller Patientenunserer Partnerstadt etabliert. In Zukunftwird der Austausch von Ärzten, Fachpersonalund Technikern zum gegenseitigenNutzen einen elementaren Anteil unserer„Eine-Welt-Arbeit“ bedeuten.„Intercambio“ - eine Perspektive für das kommendeJahrtausend.Dr. med Stefan Welß, VorstandsmitgliedDas Krankenhaus von La Trinidad hatüber den Partnerschaftsvereinäußerst tatkräftige Unterstützung erfahren.Dies gilt ebenso für Arzneimittelwie gelegentliche Ersatzmaterialien,medizinisches Gerät sowie auchfür Finanzmittel, die uns Umstellungenund Reparaturen bei unserer Ausrüstunggestatteten. Damit konntenwir die Versorgung unserer Patientenerheblich verbessern.Zwischen 1997 und Januar 1999 hatdas Krankenhaus 727.391,29 Córdobasan unterschiedlichen Hilfen erhalten,insbesondere: 2000 Dollar zur Reparatur des Autoclavs, 8000 Dollar zum Kauf von Verbrauchsmaterialund Ausbesserungsarbeiten, 3000 Dollar zur Aufbereitung desKrankenhaus-Terrains, 575.422,13 Córdobas für Arzneimittelund regelmäßige Ersatzbeschaffungen, 25.000 Córdobas als Gegenwertfür vier gespendete Krankenwagen.Diese wesentliche Hilfe hat sich insbesonderesehr positiv auf die Behandlungvon Menschen mit geringenEinkommen ausgewirkt, die in diesemKrankenhaus versorgt werden.Dr. Victor M. BlandónLeiter des Krankenhauses „Altamirano“14


Schon die Kleinen:Die Schulpartnerschaft zwischen der Waldschule inMoers-Schwafheim und der Escuela “Divino Niño”Stühle in der Schule sind knapp; die Häuser zeigen noch Spuren der Straßenkämpfe aus dem Befreiungskrieg gegen dieSomoza-Diktatur.Im Jahre 1988 beschloß die Schulkonferenzder Waldschule, dem traditionell gefeiertenMartinsfest einen neuen Sinn zu geben, umfür Grundschüler das Prinzip des Teilensspürbar werden zu lassen. Jedes Kind brachteeinen Bleistift und einen Teil seines Taschengeldesals Spende mit. Unterstützt wurdeunsere Aktion von Beginn an durch ChristaMartin-Godde und Dr. Bernhard Schmidt vomArbeitskreis Nicaragua, die durch Erzählungenund Diavorträge vom Leben in LaTrinidad berichteten und so den Schülerinnenund Schülern, aber auch den Lehrerinnen undEltern, verständlich machen konnten, wie dringendihre Spenden dort gebraucht werden.Seien Sie vom Lehr- und Verwaltungspersonal der staatlichen Schule „Himmlisches Kind” (Divino Niño) herzlich und brüderlichgegrüßt. Ihre wirtschaftliche und materielle Hilfe für die Entwicklung unseres Schulzentrums war äußerst wertvoll. Sie trägtnicht nur zur Qualifizierung des Unterrichts und der Lernprozesse bei, sondern auch bei den festen Einrichtungen der Schule.Folgende Verbesserungen wurden erreicht:1) Bau von drei Klassenräumen, womit wir eine größere Schülerzahl abdecken können2) Errichtung einer Schutzmauer für den Lehrgarten mitten im Schulhof3) Wiederherstellung der Außenmauer des Schulgeländes4) Hilfe für die Unterrichtenden im Bereich der Lehrmittel5) Beschaffung von Material für den praktischen UnterrichtDas Wichtigste an Ihrer Hilfe sind Ihre Achtung für uns und die moralische Unterstützung, wofür wir unseren tiefen Dankaussprechen.Amarelis Alvarez, SchulleiterinDie Partnerschaft mit Moers bedeutet für uns Lehrer in La Trinidad moralischen Beistand bei unserer Erziehungsarbeit. Wirkönnen auf solidarische Freunde zählen, die uns angesichts unserer schwierigen Bedingungen unterstützen.So können wir unseren Freunden dartun, daß wir uns trotz aller Schwierigkeiten als Bedienstete im Erziehungswesen fürFortschritte einsetzen. Der beste Weg sind sicher noch intensivere Kontakte mit einer kontinuierlichen Korrespondenz, umunsere Freundschaftsbande zu festigen. Wir möchten mehr Freunde haben, und sei es nur auf dem Weg über Briefe, um beimorganisierten Kampf als Lehrervertretung zu bestehen.Wir Lehrer danken für das Vertrauen, das sich in dem kleinen von Moerser Lehrern finanzierten Lehrerlädchen niederschlug undwerden diese Selbsthilfeeinrichtung für uns lange weiterpflegen.„Einigkeit allein verleiht uns Stärke und Ansehen“Vereinigung der Lehrer und Erzieher in La Trinidad15


Schülerzeichnungen aus La Trinidad für ihre Freunde ander Schwafheimer Waldschule.Bei uns konnte dank der generösenUnterstützung von den Menschen inMoers eine Schulaula gebaut werden,die uns beste Dienste leistet:- Kulturelle Aktivitäten wie Abendveranstaltungen,Theateraufführungen,Bürgerversammlungen, Begehenvon Nationalfeiertagen usw.- Versammlungen mit Schülern undSchülereltern.- Fortbildung der Schüler mit Puppentheater,Sexualerziehung, Verkehrsschulungund Gesundheitsvorsorge.- Einige Nicht-Regierungs-Organisationenwie die Caritas Nicaraguahalten Fortbildungen für Campesinosoder junge Leute vom Ort sowiezahlreiche andere Veranstaltungenab.Ihre Anstrengungen waren also allesandere als vergebens, denn diesesBauwerk deckt tausenderlei Notwendigkeitenab. Vorher gab es keingeeignetes Gebäude für dergleichenVorhaben der Schule oder der Stadt.Unseren herzlichsten Dank an diesegroßherzigen Menschen in Deutschland!Lehrerkollegiumdes Gymnasiums José MartíIn den Jahren seit 1988 hielten wir regelmäßigauch brieflichen Kontakt zur Schulleitung,den KollegInnen, Eltern und SchülerInnender Escuela “Divino Niño”. Die Kinderder Waldschule malten Szenen aus ihremSchul- und Familienleben, um ihren Schulkameradenin Nicaragua von ihrem kulturellenUmkreis zu berichten. Als die SchülerInnenaus La Trinidad Bildvokabulare schickten, warenunsere Kinder begierig darauf, einige spanischeWorte zu lernen. In all den Jahren halfenuns Mitglieder des Arbeitskreises und desPartnerschaftsvereins, Spenden, Gelder undBriefe nach La Trinidad zu transportierenund brachten Fotos, Zeichnungen und Berichte(auch über die Verwendung der Gelder)mit.Padre Ernesto Bravo, der katholische Geistlicheaus La Trinidad, war im Rahmen seinerDeutschlandbesuche zweimal an unsererSchule und konnte authentisch die vielen Fragenunserer Schülerinnen und Schüler nachdem Leben in diesem so fernen Land beantworten.Durch die persönlichen Begegnungenmit Bewohnern aus La Trinidad und durch dieBilder, die verschiedene Besucher in unsererSchule zeigten, konnten wir über all die Jahredas Interesse und die Sendenbereitschaft aufrechterhalten, und schickten in 9 Jahrenmehr als 7000 DM nach Nicaragua.Während von den ersten Geldern noch Stühlerepariert und Wände gestrichen werden mußten,um in der Primarschule überhaupt Unterrichtdurchführen zu können, wurde von dennächsten Spenden ein Schulgarten angelegtund eine Toilettenanlage eingebaut.Im September 1998 erreichte uns eine Anfragevon Schülerinnen und Schülern der Grund-16


Unsere Arbeit istgut vernetztund auch der Sekundarschule mit der Bitteum Unterstützung, damit sie weiterhin dieSchule besuchen können. Von den Geldern ( je50 US $ für 12 Schüler der Grundschule, undje 100 US $ für 5 Schüler der Sekundarschule)sollten Bücher, Hefte, Schreibmaterial undSchuluniformen gekauft werden. Wir warengerade dabei, in der Schule zu klären, ob wires überhaupt leisten können, die gewünschtenPatenschaften zu organisieren, als wir imNovember alle mit Schrecken von dem verheerendenWirbelsturm erfuhren, der auch inLa Trinidad große Schäden angerichtet hatte.Kurz entschlossen, haben wir sowohl diePatenschaften durch ganze Schulklassen,aber auch durch Familien und Einzelpersonen,vermittelt, als auch Geld für die Katastrophenhilfegesammelt, zusammen warendas 2.800,– DM. Die Briefe, die wir inzwischenvon unseren „Patenkindern” erhaltenhaben, zeigen uns, dass alle den „Brüdernund Schwestern in Deutschland” sehr dankbarsind, weil sie mit ihrer Hilfe weiterhin zurSchule gehen können.Elke Kehl, Leiterin der Grundschule „Waldschule“und VereinsmitgliedVon Anbeginn an fand die Moerser Nicaragua-Arbeitörtliche und überörtliche Abstützung.Man traf sich in Moers beim ChristlichenVerein Junger Menschen oder imJugend- und Kulturzentrum “Volksschule”. Beider Buchhandlung Aragon in der HombergerStraße stand jahrelang die Spendenbüchseund es lagen die Handzettel aus. Der Jugendfilmclubzeigte kritische Filme. Unterstützungauch vom Deutschen Spanischlehrerverbandin NRW, der Friedensinitiative Moers, der GewerkschaftErziehung und Wissenschaft, demLiberalen Zentrum, dem Internationalen KulturkreisMoers, der Vereinigung der Verfolgtendes Naziregimes und dem Stadtjugendring.Und nicht zu vergessen: von vielenSpanisch-Dozenten und Kursteilnehmern derVolkshochschule.Erfreulich für uns, daß sich die Stadt Delémont,Hauptstadt des Schweizer Kantons Jura,ebenfalls offiziell mit La Trinidad verband.Beiderseits konnten so die anfangs sehrschwierigen Informationskanäle mitbenutztund Informationen ausgetauscht werden. MoerserInnenarbeiteten in den Schweizer Schulbauprojektenin La Trinidad mit. Von hier ausfinanzierte Klinkersteine sind dort mit verbaut.Noch heute arbeiten mehr als 80 Gruppen inDeutschland aktiv mit Partnern in Nicaraguazusammen, mittlerweile auch in den neuenBundesländern. Darunter befinden sich gut30 offizielle Städtpartnerschaften. Dies kann,wie öfter gesagt wurde, als die bedeutendstevon der Bevölkerung selbst ausgehende Eine-Welt-Bewegung in der deutschen Geschichteangesehen werden. Regierungen und nicaraguanischeBotschaft erkennen an, daß geradediese Partnerschaften effizient und im Sinneder Weltumweltkonferenz von Río (1992) arbeiten.Nach den Verwüstungen durch den17


Wirbelsturm Mitch im Oktober 1998 in Mittelamerikawaren diese Städtepartnerschaftenals erste mit konkreter Hilfe zur Stelle – so etwaein Hamburger Kinderarzt in der PartnerstadtLeón, wo durch das Bersten des VulkansCasitas über tausend Menschen ums Lebengekommen waren.Die Nord-Süd-Kampagne des Europaratesund der Rat der Gemeinden Europas unterstütztenbereits Mitte der 80er Jahre die kommunaleEntwicklungsarbeit. In der MainzerErklärung von 1989 heißt es unter anderem: Global denken – lokal handelnVon der Wohltätigkeit zur Gerechtigkeit Lokales Handeln, die direkte Interaktionvon Bürgern, Institutionen und Politikernauf lokaler Ebene kann mit dazu beitragen,die Zerstörung der Biosphäre unserer„einen Welt“ aufzuhalten und allen „Weltbürgern“ein menschenwürdiges Leben ohneHunger, Unterdrückung und Ausbeutungin Frieden zu ermöglichen.Eine deutliche Aufwertung erfährt die kommunaleEntwicklungsarbeit durch die neuerdingsvielerorts eingeleiteten lokalen Prozessevon Agenda 21.Bernhard SchmidtAgenda 21Solidarität mit denVölkern der ErdeMoers geht mit gutem Beispiel voranDer Bund Umwelt und Naturschutz (BUND)hat 1997 in Moers den Anstoß für den Agenda21 Prozeß gegeben. Zielsetzung ist es,weltweit die Grundbedürfnisse der Menschenan Wohnen, Arbeit, soziale Sicherheit usw. zuverwirklichen, ohne die natürlichen Lebensgrundlagenzu gefährden. Dazu können wirinsbesondere auf kommunaler Ebene einenentscheidenden Beitrag leisten, indem wirunseren Umweltverbrauch reduzieren, denMassenkonsum einschränken, den Schadstoffausstoßminimieren und „gerechte Preise“ fürWaren aus der sogenannten „Dritten-Welt“zahlen. Die Stadt Moers steht mit ihren Aktivitätennoch am Anfang eines Prozesses, indem es darauf ankommt, möglichst viele Bürgerinnenund Bürger anzusprechen und fürunsere Aktivitäten zu gewinnen. Es gilt, dieunmittelbaren Zusammenhänge zwischen unsererProduktion, dem Rohstoffverbrauch undden damit einhergehenden Umweltschädenaufzuzeigen. Die Menschen in der sog. „DrittenWelt“ müssen mit der Last der Schuldenund den z. T. durch die Industriestaaten auferlegtenZwängen leben, die nicht daraufgerichtet sind, unseren Lebensstandard zukopieren, denn der Wohlstand der reichenIndustriestaaten begründet sich auch auf derAusbeutung der armen Länder.Der Partnerschaftsverein Moers – La Trinidadkann 1999 auf eine zehnjährige kommunaleZusammenarbeit zurückblicken und hat damitschon vor der Aufnahme der Arbeit im Rahmender Agenda 21 Wichtiges geleistet. DerGedanke „Global denken – lokal handeln“ findetin den zahlreichen Aktivitäten seinenpraktischen Ausdruck.Im Rahmen des Arbeitskreises Eine-Welt derLokalen Agenda 21 in Moers findet eine Verzahnungder bisherigen Aktivitäten mit denAm 06.08.1988 wurde ein Bürgerantraggestellt, eine Städtepartnerschaftmit La Trinidad in Nicaraguazu begründen. Die GRÜNE-Fraktionhat sofort und spontan zugestimmtund den Antrag im Rat unterstützt.Wir waren und sind der Meinung, daßdie Partnerschaft die Umsetzung derIdee von der „Einen Welt“, auch imSinne der Agenda 21, sehr gut undkonkret fördert. Die Moerser Bürgerinnenund Bürger können so einenkleinen Beitrag zu mehr Gerechtigkeitin der Welt leisten und andererseitsvon der Kultur und Lebenseinstellungder Menschen in der Partnerstadt lernen.Der Ortsverein der GRÜNEN inMoers ist ständiges und förderndesMitglied geworden. Zu besonderenAnlässen haben wir einzelne Projektemit größeren Geldbeträgen unterstützt.Elisabeth Hanke-Beerens, Fraktionssprecherinder „Grünen“ 1989 und Vereinsmitgliedweiteren Überlegungen zur Umweltpolitikstatt. Mit dieser Arbeit kann den Menschenvor Ort konkret geholfen werden ihre existentiellenBedürfnisse zu befriedigen. Sie habenein Recht auf ein menschenwürdiges Leben.Wir können mit unserem Engagement dazubeitragen.Günter Roggenkamp, BUND MoersDie Städtepartnerschaft mit La Trinidaderlaubte den Spanischkursteilnehmernder VHS, einen Teil Lateinamerikasnäher kennenzulernen, mitseinen wirklichen Problemen, auf andereArt und Weise als sie ein Touristaus Katalogen und von Hotels herkennt. Außerdem fühle ich mich alsLateinamerikaner solidarisch mit diesemVolk in Nicaragua und ich hoffe,daß es eines Tages seinen Entwicklungsrückstandaufholen kann.Raúl Vega Droguett, „Asylant“ aus Chileund Spanischdozent an der VHS18


Patenschaftenund AufforstungDas MCN, die nicaraguanische Bewegung für Gemeindearbeit,hat Latrinen-Fundamente gegossen, für die Flußaueerstellt man höhere „Throne“, zwei Moerser Besucherwerden von der sandinistischen Oppositionsführerin imStadtrat „eingewiesen“.Wie kann es noch sinnvollerweitergehen...Wenn man auf eine mehr oder wenigererfolgreiche Arbeit von 10 Jahren zurückblickt,muß man auch den Blick nach vornerichten, und überlegen, wie es weitergehenkann, wie es weitergehen sollte. Neben derweiteren massiven Hilfe für das Krankenhauswird es langfristig notwendig sein, weitereProjekte fortzusetzen oder neue zu beginnen.Das erfolgreich gestartete Projekt „Hühnerzucht“sollte nach meiner festen Überzeugungweiter geführt und ausgebautwerden. Dies hat einerseits den Vorteil einergesicherten Ernährung mit hochwertigemEiweiß für Campesino-Familien und zweitenswürde eine nicht geringe Zahl von Arbeitsplätzendamit direkt und indirekt auf Dauergeschaffen.Eine für die dauernde Sicherung des Gebieteswichtige Aufgabe scheint mir die Wiederaufforstungvon Flächen zu sein, die in denletzten Jahrhunderten völlig abgeholztworden sind. Das ist auch mit ein Grunddafür gewesen, daß der Hurrikan „Mitch“ sograusam große Teile überschwemmen lassenkonnte.Es gibt konkrete Vorstellungen darüber, wieman denn die Wiederaufforstung angehenkönnte. Erste Überlegungen zum Standortund zur aktiven Hilfe von hier aus sind bereitszu Ende gedacht. So wird im nächsten Jahrein Gruppe junger Leute der evangelischenKirche nach La Trinidad gehen, um dreiWochen lang in diesem Projekt zu arbeiten.Dies scheint mir allerdings nur erst derBeginn einer großen Aufgabe zu sein.Das Krankenhaus muß auf Dauer neben dermedizinischen Versorgung auch in der Lagesein, die Versorgung mit Lebensmitteln zugewährleisten. Hier ist noch einiges an Hilfenotwendig, um die Farm auszubauen.Auch ein Bereich der durch die Grundschulein Schwafheim bereits begonnen wurde,nämlich die Übernahme von Patenschaftenfür Schüler, die nicht in der Lage sind, dasnotwendige Geld für Uniformen und Schulmaterialienaufzubringen zu übernehmen,soll und muß fortgesetzt werden. Es scheintauch eine große Bereitschaft bei MoerserBürgern zu bestehen, sich an solchen Patenschaftenzu beteiligen. Wir brauchen jetzt dieHilfe unserer Partner in La Trinidad, umnotwendige Adressen und Ansprechpartnernach hier zu vermitteln.Es wird in den nächsten Jahren noch eineFülle von anderen Aufgaben auf uns zukommen:Ich denke hier insbesondere an dieWasserversorgung und Abwasserregulierungund vieles andere mehr.Dazu brauchen wir nach wie vor die Mithilfevieler, sowohl im Sach- und Geldspendenbereich,als auch im Einbringen von Knowhow. Dazu rufe ich ausdrücklich auf!Bürgermeister Wilhelm BrunswickVorsitzender des VereinsNochmal: AufforstungSchon vor den Verwüstungen, die der Hurrikan„Mitch“ im November 1998 in Mittelamerikaverursacht hat, war der Partnerschaftsvereingefragt. Ihm war klar, undzwar mit der Zustimmung aller politischenKräfte sowie der unabhängigen Bürger, daßes im Rahmen unserer Eine-Welt-Arbeitsinnvoll wäre, ein Aufforstungsprojekt in LaTrinidad durchzuführen. Unsere Partnerstadtist von drei Hügeln umgeben und die Abrutschgefahrist sehr groß. In Matagalpa,einer Stadt östlich von La Trinidad, führt dieUNO bereits ein Musterprojekt durch, um19


Stipendiaten der Schulpatenschaften im März 1999abrutschende Hänge zu stabilisieren. Wirmöchten mit einem kleinen überschaubarenAufforstungsprojekt – im Kontakt mit unseremKomitee und dem Bürgermeisteramt inLa Trinidad, dessen Einverständnis für unsauch sehr wichtig ist, – beginnen. Für diesesProjekt möchten wir vor allem alleinerziehendeFrauen gewinnen. Für diesen Zweck solleine Baumschule errichtet werden und einAgrartechniker soll die Frauen „ausbilden“.Um diese geschaffene Infrastruktur weiter zunutzen und die Arbeitsplätze zu erhalten,wäre eine weitere Stufe des Projektes denkbar.Dabei geht es um die Pflanzung vonBäumen, die später als Brennholz verkauftwerden könnten. So würde man neben demsozialen und wirtschaftlichen auch den ökologischenAspekt berücksichtigen und dieZerstörung von Wäldern verringern. Eine weitereÜberlegung ist die Optimierung vonKüchenherden, damit sie effizienter arbeiten,daß heißt, weniger Holz verbrauchen undweniger Abgase ausstoßen. Wir freuen uns,daß im Juli 2000 eine Gruppe von ca. 16Jugendlichen des evangelischen Jugendreferatesdes Kirchenkreises Moers nach LaTrinidad reisen wird, so daß wir mit ihrer Hilfediese Projekte durchführen können.Karen Rütten-SanderVorstandsmitglied aus Chileund Spanischdozentin an der VHSAls VertreterInnen der Bewegung fürGemeindearbeit freuen wir uns, daßdie Bande der Städtepartnerschaft sofest sind und über die Jahre nochkräftiger und weiter verzweigt wurden.Dies erlaubt die Durchführungvon immer wichtigeren Projekten imStadtkern und in den Landgemeinden.Für uns in La Trinidad nimmt diesePartnerschaft einen sehr hohen Rangein. Sie erlaubte Projekte, die für dieBevölkerung für viele Jahre von Nutzensind, wie etwa die große Schulaulaoder die Toilettenhäuschen.Wir können Sie davon in Kenntnis setzen,daß das neue Partnerschaftsprojektmit 100 Latrinen bereits zu 80%ausgeführt ist und auch die Nutznießerwissen, wem sie dies verdanken.Wir haben dank der Schweizer Partner300 Campesinos mit dem Saatgutvon Mais und Bohnen ausstattenkönnen und würden ihnen jetzt gernzu einem weiteren Sicherung ihrerExistenz verhelfen, indem sie jeweilszwei Sauen und einen Eber erhalten.Diese 600 bzw. 300 Schweine würdenihnen einen Teil der durch den Hurrikaneingetretenen Verluste ersetzen.Ratsmitglied Ceferina FuentesAls Einwohner der zu La Trinidadgehörenden Landgemeinde ChagüiteBlanco möchten wir Ihnen zutiefstdafür danken, daß Sie diese Latrinen(Toilettenhäuschen) ermöglicht haben.Diese haben zwei große Problemein der Gemeinde gelöst, nämlichdie der Verseuchung des Wassers undder Umwelt. Wir dürfen uns mit Ihnenzusammen freuen, daß wir nun ineiner Gemeinde leben, in der gutehygienische Verhältnisse herrschen.Die Toilettenhäuschen sind in Ordnung,wir pflegen sie gut. Diejenigen,die der Hurrikan zerstörte, sind wiederhergestellt. Wir wissen die Anstrengungzu schätzen, die Sie miteiner für unsere Gemeinschaft sosinnvollen Einrichtung unternommenhaben.Es schreibt Ihnen der Koordinator,der in unserer Gemeinde bei diesemProjekt die Feder führte.Domingo Ruiz Molina20


Aus einemReisebericht von 1992Zehn Jahre Partnerschaft mit La TrinidadAls ich von Bernhard Schmidt die Bitte erhielt, einige Zeilen zur zehnjährigen Partnerschaftmit La Trinidad zu schreiben, habe ich erst einmal gestutzt: Zehn Jahre?Es kommt mir vor, als wenn die Diskussion um diese Partnerschaft erst gesterngelaufen, die Vereinsgründung gerade erst geschehen und der Ratsbeschlußtaufrisch sei. Erinnern Sie sich? 1979 Entmachtung der diktatorisch regierendenFamilie Somoza durch die Sandinisten und Regierungsübernahme. Von 1981 bis1990 militärische Auseinandersetzungen zwischen Sandinisten und Contra-Rebellen,die das Land an den Rand des wirtschaftlichen Ruins trieben. Es war eineschwierige kommunalpolitische Diskussion in Moers über die Partnerschaft mit Nicaragua. Einmischung?... in die Außenpolitik eines anderen Landes....?Der Gedanke, ein sich auf den eigenen Weg begebenden Land in wirtschaftlichund politisch schwieriger Zeit partnerschaftlich zu helfen, war wohl eine der Triebfederndes Partnerschaftsbestrebens – nicht nur hier in Moers.Die Entwicklung hat gezeigt, daß es richtig war, die Partnerschaft einzugehen, dieherzliche Freundlichkeit der Beziehung über die weite Entfernung, die Möglichkeitenzur aktiven Hilfe und die Fülle von fast freundschaftlichen Beziehungen beweistes. Die Demokratie in Nicaragua ist etabliert. Ein wenig haben wir dazu beigetragen.Ich bin stolz, zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zu gehören, freuemich über die Vitalität der Beziehung und den Erfolg der Partnerschaft.Herzlichen Glückwunsch und auf den nächsten runden Geburtstag. Meine Unterstützungjedenfalls haben Verein und Partnerschaft auch in Zukunft.Hans-Gerd Rötters, Gründungsmitglied des VereinsZwischenMimosenblüte und DauerregenPartnerschaft500 Jahre nach KolumbusLa Trinidad, Nicaragua: an der Panamericana,eine Mischung aus Macondo und Wildwest.Im August blühen Mimosen und Malinchebäume,im Oktober rauscht derDauerregen, ab Januar verdörrt das Grün aufden Bergen ringsum. Auf ungepflasterterStraße gelangt man an den zentralen Platz,„el parque“, an dem sich Rathaus und Kirchebefinden, das Kino „Rosy“, die Post, die NationaleEntwicklungsbank, das Gesundheitszentrumund eine „Volksküche“. Der „parque“ istimmer bevölkert, Bauern aus der Umgebungbinden hier ihre Mulis fest, eine Straßenhändlerinverkauft Fruchtsäfte und Tacos, ein Jungewienert die verzierten Stiefel eines Mannes,der zwei Schülerinnen in weißen Blusennachblickt. Vor der Bank sitzt ein Wächter mitKnarre, am Gesundheitszentrum warten Frauenmit Kleinkindern auf dem Arm. An Bäumenund Hauswänden sind politische Kürzelund ganze Malereien zu erkennen, hingepinseltoder liebevoll ausgemalt. Es duftet ausder Brotfabrik „Aurora“. Steinbrocken mit runenartigenDarstellungen zeugen von indianischenVorfahren, ein Grabstein vom Tod desersten sandinistischen Bürgermeister bei demContra-Angriff 1985.Natürlich sind die Partner ungleich. DerHaushalt der Stadt Moers entspricht in etwaden Deviseneinnahmen Nicaraguas. Von denEinwohnern La Trinidads lebt vielleicht einDrittel in Steinhäusern, die meisten in Hüttenvon der Größe einer Gartenlaube mit Erdfußboden,feuchten Wänden, Plumpsklo, Kakerlaken.Löhne liegen zwischen 50 und 100 $;über die Hälfte der Erwachsenen ist arbeits-21


los. Die Lebensbedingungen der Kleinbauernmuten mittelalterlich an.Trotzdem sind wir Partner und nicht Paten. Einörtliches Komitee führt das von Moers unterstützteProjekt durch, eine als Unterrichts- undVeranstaltungsraum nutzbare Erweiterungder Sekundarschule.Der Informationsaustausch hapert immernoch etwas. Briefe brauchen Wochen, Telefongesprächesind in dem Talkessel selbst über20 km kaum zu verstehen, Anrufe aus Nicaraguaum 10 Uhr morgens rissen uns um 3 Uhrnachts aus dem Schlaf. Inzwischen funktionierteine FAX-Verbindung, und über die Arbeitdes Schulbaukomitees erhielten wir einVideoband.Zur Partnerschaft gehören Verstehen undKontinuität. Das erste ist nicht einfach, im politischenwie im persönlichen Sinn. Als 1979nach der Flucht des Diktators Guerrillerosund Priester die Regierung übernahmen, wardas kein Sieg Moskaus, sondern eine Revolutionder Armen. 1990 mußten sie nach verlorenerWahl die Macht einem Bündnis von sozialdemokratischenbis ultrarechten Parteienüberlassen. Nicht nur in Regierung und Verwaltung,auch in Schulen und Krankenhäusernwurden die Leitungsposten umbesetzt.Schulgeld wurde eingeführt, die kostenfreieGesundheitsversorgung aufgehoben, Landund Fabriken an die Reichen der Diktaturzurückgegeben. Nach zwei Generalstreiksund Barrikaden in Managua begannengemäßigte Regierungsparteien und Sandinisten,um einen Bürgerkrieg zu verhindern, mitder nationalen Versöhnung. Trotzdem flammtdie Gewalt immer wieder auf, Opfer warensandinistische Bürgermeister, ein Arzt, Polizisten.Entlassene Soldaten und ehemaligeContras, einst Feinde, beide Habenichtse undVerlierer, versuchen gemeinsam, sich das zunehmen, worum es seit 500 Jahren geht:Land.Christa Martin-GoddeMitinitiatorin der Partnerschaftund Vorstandsmitglied22


Chronologie 1983-1999:Schon 16 Jahre Nicaragua-Eine-Welt-Arbeit in Moers1979 Sieg der sandinistischen Revolutionüber das diktatorische Regime derFamilie Somoza.1980 Friedenspreis des Deutschen Buchhandelsfür den nicaraguanischen Dichterund Priester Ernesto Cardenal.Beginn des von den USA unterstütztenContra-Krieges gegen die sandinistischeRevolution.1984 Februar: Gründung des Moerser Nicaragua-Arbeitskreisesmit etwa 35Aktiven aus Jugendgruppen und Initiativenin den Räumen des CVJM.April/Juni: Zwei Arbeitskreis-Mitgliederüberbringen Geldspenden an einBlindenzentrum in Managua.1985 Dezember: Zwei Arbeitskreis-Mitgliederüberbringen erstmalig Spenden aneine Krankenpflegeschule im Krankenhausvon La Trinidad, wo die deutscheÄrztin Barbara Kloss arbeitet. ImAugust war dort Bürgermeister FranciscoGarcía bei einem Contra-Überfallermordet worden.1987 Juni: Initiative zur Gründung einerStädtepartnerschaft, getragen vomNicaragua-Arbeitskreis, etwa 700 Einzelpersonen,Kirchengemeinden, Gewerkschaftenund Parteien; der Bürgerantragwird im Juni 1988 eingereicht.1988 Beginn der Partnerschaft zwischen derWaldschule in Moers-Schwafheim undder Primarschule in La Trinidad.Der Internationale Gerichtshof vonDen Haag verurteilt die USA für ihreUnterstützung des Contra-Krieges.1989 26. April: Einstimmiger Ratsbeschlußfür die Städtepartnerschaft zwischenMoers und La Trinidad und zur Gründungdes Partnerschaftsvereins.17.Mai: Gründung des Partnerschaftsvereins.15. September: Besuch durch BürgermeisterHerrera, zwei Ratsmitgliederund den Pater Ernesto Bravo zurVertragsunterzeichnung.Beginn von Kontakten auf kirchlicherEbene.1990 „Restepfennig“-Aktion mit den Rathausbedienstetenerbringt etwa 4.000 DMfür La Trinidad.Bei den ersten freien Wahlen gewinntdas Wahlbündnis UNO mit PräsidentinVioleta Chamorro, die Sandinistenunterliegen – auch in La Trinidad.1992 Zwei Vorstandsmitglieder des Partnerschaftsvereinsund ein Ratsmitgliedbekommen bei einem Besuch in LaTrinidad das stockende Schulaula-Projekt wieder in Gang.1995 Abschluß des Projektes Mehrzweckhalle(ca. 75.000 Dollar).Abschluß des Projektes von 165 Latrinenfür zwei Landgemeinden.1996 Beginn umfangreicher Hilfe mit Medikamentenund medizinischem Gerätfür das Krankenhaus und das Gesundheitszentrumin La Trinidad.1986 Geldspende von 1.000 Dollar für Erweiterungder Grundschule in La Trinidad.Mehrere junge MoerserInnen reisen alsAufbauhelferInnen in die Nordregionund nach La Trinidad.Im August verpflichten sich ChristaMartin Godde für den Nica-Arbeitskreisund Noel Moreno, Bürgermeistervon La Trinidad, in einer schriftlichenVereinbarung, auf eine Städtepartnerschafthinzuarbeiten.Die 1995 fertiggestellte Mehrzweckhalledes Gymnasiums José Martí23


Empfang der Besuchergruppe aus Moersim Gymnasium José Martí im März 1999Bei den Präsidentschaftswahlen in Nicaraguasetzen sich Präsident ArnoldoAlemán und in La Trinidad Aura LilaBlandón Hernández als Bürgermeisterindurch, beide von der rechtsgerichtetenLiberalen Partei.Zwei Moerser Bürger reisen als Wahlbeobachternach La Trinidad.1997 Besuch aus La Trinidad durch denstellv. Bürgermeister Arnoldo Mairenaund die Aktiven des Partnerschaftskomitees,Noel Ortuño und JesúsFuentes, Fiesta zum 8jährigen Bestehender Partnerschaft.Beginn des Projektes Frauengesundheitszentrum„Oyanca“ mit Geldernaus Moers.Bestuhlung der Schulaula mit MoerserHilfe.Einleitung des lokalen „Agenda-21-Prozesses”durch den Moerser Rat, durchden sich die Eine-Welt-Partnerschaftmit La Trinidad sehr bestätigt sieht.1998 Unterstützung einer Lehrer-Einkaufsgenossenschaftin La Trinidad durch dieGewerkschaft Erziehung und Wissenschaftin Moers, Einrichtung eines „Lehrerlädchens”,Anlaufen des Hühnerzuchtprojektes(bessere Ernährung fürarme Campesino-Familien).Oktober: der Hurrikan „Mitch” zerstörtweite Gebiete Mittelamerikas, in LaTrinidad wird ein Drittel der Bevölkerungobdachlos.Durch die spontane Hilfsbereitschaftder Moerser Bevölkerung können nachder Katastrophe Hilfsgüter verschicktund Hilfsprojekte im Wert von ca.60.000 DM unterstützt werden.1999 Einrichtung von knapp 20 Schüler-Stipendien (Patenschaften) zwischenFamilien der Waldschule in Schwafheimund Schülern in La Trinidad.März: Eine siebenköpfige Gruppe ausMoers mit Bürgermeister Brunswickbesichtigt die Hurrikan-Schäden unddie Hilfsprojekte in La Trinidad, ihr wirdvom ganzen Ort ein sehr herzlicherEmpfang bereitet.2000 (geplant): Ein Projekt Aufforstung derFlußaue und der Hügel um La Trinidad,eine Jugendgruppe des EvangelischenKirchenkreises Moers soll beim Pflanzenhelfen.Neben den großen Projekten bekamen diePrimar- und Sekundarschule, die kirchlichenBasisgruppen sowie die Projekte von PaterErnesto Bravo, die landwirtschaftliche GenossenschaftEl Guasimal, die Sandinisten, dieLehrergewerkschaft ANDEN, das Krankenhausund das Gesundheitszentrum Unterstützung.Auch Privatfamilien bekamen Hilfeund Weiterbildungsmaßnahmen wurdengefördert.Es verging seit 1984 kein Jahr, in dem nichtMoerser Bürgerinnen und Bürger – immer aufeigene Kosten – nach La Trinidad gereist sind.24


PartnerschaftsvereinLa Trinidad – Moers e.V.Weitere Informationen bei:Sabine Werler und Gabriele SchefflerNeues Rathaus, Meerstraße 247441 MoersTelefon 02841/201-203 oder 201-202Telefax 02841/201-204

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