Ausgabe 1/2013 - slö niederösterreich

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Ausgabe 1/2013 - slö niederösterreich

zeitschrift des slö niederösterreich | www.sloenoe.at | ausgabe 1/2013Tägliche TurnstundeMenschen undgerechtigkeitVorrang Volksschule


editorialLiebe Leserinnen und Leser!Inhalt„Es ist der Mensch, der zählt“ – dieÜberschrift des Leitartikels vonJürgen Pany zieht sich als roterFaden durch diese gesamte Ausgabeder „Lehrerstimme“. AuchMag. Günter Leichtfried, Klubobmannder SPÖ NÖ stellt in seinenForderungen nach Reformen imBildungswesen jedes einzelneKind in den Vordergrund.gesellschaft3 LEIT-Artikel: Es ist der Mensch, der zählt4 183 wollen sich täglich bewegen?5 Aus dem LSR6 Bildungspolitik und Bildungsreform8 Der SLÖ-NÖ hat gewähltschule9 Wo bleibt die Gerechtigkeit10 Education Award - EDU 201311 Tägliche Turnstunde12 Stabilitätspaketl!fe14 Jede Stiege zählt!16 Ausländer! Wer bist du?18 Sudokus19 Energycocktail20 Neuer Slö-Vorstand20 Gewinnerlehren & lernen22 LEID-Artikel: Tägliche Turnstunde25 Vorrang für die Volksschulegewerkschaft27 Vorrang für die Volksschule 228 Das letze Wort hat ...Die Diskussion rund um die „täglicheTurnstunde“ wird aus verschiedenstenPerspektiven kritischbeleuchtet und zeigt aufwie breit gefächert die Zugängezum Thema „Bewegung“ sind.Wir möchten besonders auf dieUnterschriftenaktion „Vorrang fürVolksschulen“ hinweisen und hoffenauf Ihre Unterstützung (auchwenn Sie vielleicht keine Volksschullehrerinsein sollten)!Wir hoffen, dass wir Ihnen auchdiesmal interessante und anregendeBeiträge geliefert habenund freuen uns über Ihre Rückmeldungen,Anmerkungen oderKritiken.Im Namen des gesamten SLÖ-Lehrerstimmenteams“ und desSLÖ – NÖ wünschen wir ein erfolgreichesund gutes neues Jahr!Ihre RedaktionClaudia Schlager, Gerda Metu2 2


L E I T ArtikelES IST DER MENSCH,DER ZÄHLT2012, ein Jahr mit vielen bildungspolitischen Anstrengungen– aber ohne einem gemeinsamenneuen Dienstrecht - ging zu Ende. Testergebnissebeherrschten die Diskussion. Das BMUKK veröffentlichtedas Gesamtergebnis der ersten flächendeckendenMessung der Bildungsstandardsin Mathematik auf der 8. Schulstufe. Gleichzeitigpräsentierte man uns die Ergebnisse der TimmsundPirls-Studie, die die Leistung auf der 4. Schulstufeder Volksschule maßen.Ich sehe den Dr. Salcher vor mir, wie er gebetsmühlenartigdeklamiert, dass das österreichischeBildungssystem eines der teuersten, aberineffizientesten ist. Die Kreuzkämpfer gegen dieGesamtschule werden die Volksschulergebnissewieder als Bestätigung für die Verteidigung derAHS-Langform verwenden, das BMUKK wird nochmehr auf Standards setzen und auf SQA hoffen.Brauchen die Kinder und Jugendlichen diese Diskussion?Brauchen sie Standards? Brauchen sieStudien? Was die SchülerInnen nämlich wirklichbrauchen, kommt gar nicht einmal zur Sprache.Man bräuchte nur die Studien unvoreingenommenstudieren: Alle Ergebnisse zeigen nämlich,dass in jenen Schulen, in denen eine hohe Betreuungsdichteherrscht, die SchülerInnen vomerhöhten zwischenmenschlichen Kontakt im Unterrichtprofitieren.Wer nach dieser Erkenntnis noch immer nichtfür eine Erhöhung der Volksschulressourcen um100% eintritt und das Geld stattdessen in hunderteSchulentwicklungsprojekte fließen lässt, derwill die Studienergebnisse nicht verstehen. UnsereSchule kann nicht mehr so tun, als ob sie nochimmer das Spiegelbild der Gesellschafts- undFamilienstrukturen vor 30 Jahren wäre. UnsereSchülerInnen brauchen neben der Lernanleitungund Lernbegleitung Beziehungen, Beziehungen,Beziehungen. Wir könnten einer einzelkämpfendenVolkschullehrerin das doppelte Gehalt von heutezahlen, es würde an der Überforderung ihrerseitsund der des Systems nichts ändern. Gerade in Ballungsräumentreffen auf die volle Ausnützung derKlassenschülerhöchstzahlen sozialpsychologische,motorische und sprachliche Defizite. Welche „Wunderwuzzis“der Bildungspolitik, der Schulaufsichtoder der Medienwelt tanzen den Volksschullehrerinnendiesen Tanz „auf dem heißen Vulkan“ vor?„It all starts with a good teacher.“ Dieser Überzeugungroter Gewerkschafter ist hinzuzufügen: Allesbeginnt mit einem Menschen, der die Chance hat,sich um einen zu kümmern. VolksschullehrerInnenbedürfen daher unser aller Unterstützung, damit siedie wichtigste Aufgabe im Schulsystem, die Grundlagenzu legen, erfüllen können! Die Volksschulehat ein Anrecht auf jene Ressourcen, die zu einemspäteren Zeitpunkt für Reparaturversucheverschwendet werden. Die Volksschule brauchtdie besten Lehrerinnen und Lehrer – und endlich eineder Verantwortung entsprechende Bezahlung.Warum diese Binsenweisheiten noch nicht umgesetztsind, ist schnell erklärt. In Österreichs Schulendarf sich alles ändern, sofern für die, denen esdarin wirklich gut geht, alles gleich bleibt. DiesenZustand, der alle engagierten PädagogInnen zumKochen bringt, bekämpfen wir! Ja, auch wenn dahinterirgendwelche Stahlhelme eine Verschwörunggegen das Abendland vermuten, die Landeshauptleuteihre Ressourcenverteilung kontrollieren lassenmüssten und das BMUKK mehr auf die Beziehungendurch LehrerInnen als auf Erhebungen des BIFIE setzenmüsste.Es ist der Mensch, der zählt.Jürgen Pany, Vorsitzender SLÖ NÖnö.lehrerstimme 1/2013 33


Über den Tellerrand183 wollen sich täglich bewegen?Beate Raabe-SchaschingDie tägliche Turnstunde wurde aus Populismusvom Parlament beschlossen.Der Ausgangspunkt war eine„versemmelte“ Olympiateilnahmeunserer österreichischen Spitzensportlerinnen.Die Reaktion wareine überzogene, denn es wird jawohl niemand ernsthaft glauben,dass durch tägliches Turnen in derSchule plötzlich die Olympiasiegerwie die Schwammerl aus demBoden schießen. Allerdings hatdie Kampagne für die täglicheTurnstunde eines erreicht: mehrAufmerksamkeit auf einen für vieleExpertInnen bereits seit Jahrenbekannten Mangelzustand zu lenken.Ja, unserer Kinder sind im Durchschnittzu dick, zu unbeweglich,schlecht ernährt und unkonzentriert.Ja, Schule und vor allemauch Freizeitverhalten ist von Bewegungslosigkeitdominiert.Auch Eltern bewegen sich zu wenig,Sport betreibt nur ein kleinerTeil der Bevölkerung und diesesVerhalten wird auf den Nachwuchsübertragen. Schlechte Aussichtenfür die Volksgesundheit.Schlechte Aussichten aber auchfür die Leistungsfähigkeit einerGesellschaft.Die tägliche Turnstunde soll Abhilfeschaffen – so liest man/fraues verkürzt in den Zeitungen.Liebe KollegInnen! Ich schreibediese Zeilen als ehemalige Abgeordnetedes Nationalrats imUnterrichts und Sportausschuss,als ausgebildete Turnlehrerinund langjährige Präsidentin einesösterreichischen Sportdachverbandes.Ihr dürft also davon ausgehen,dass mir die Eigenheitender in die angesprochene Thematikinvolvierten gesellschaftlichenBereiche und Körperschaften nurallzu gut bekannt sind.Nun haben im Parlament alle 183Abgeordneten dafür gestimmt,die tägliche Turnstunde einzuführen.Dieser Beschluss ist nicht ganzso ernst zu nehmen, sonst wäreja die Frage durchaus berechtigt,warum die dafür notwenigen Gesetzeinklusive der notwendigenBudgetmittel nicht auch gleichbeschlossen wurde! Gut, wir allewissen, dass dieser Beschluss zueinem großen Teil aus Populismusentstanden ist.Die tägliche Turnstunde ist alsAntwort auf den Bewegungsmangelunserer Jugend natürlich nicht„das Gelbe vom Ei“ und ohne dieInitiatoren in Schutz nehmen zuwollen, gehe ich davon aus, dassgesellschaft4 4


Aus dem LSRWILLKOMMENStatisches, monotones und langandauerndesSitzen in unsererSitzschule stellt für den gesamtenOrganismus eine Belastungdar und ist keine Haltung, diedem Lernprozess förderlich ist.Es ist mitverantwortlich für denVerlust der Körperwahrnehmungund der mangelhaften Muskelfunktionenunserer Kinder .Inwieweit Bewegungsaktivitätendas Lernen und die Entwicklungvon Kindern positiv beeinflussenkönnen, ist eine ganz wesentlicheFrage.So stellt sich die Frage, ob dieEntwicklung von Lese- oder mathematischerKompetenz nichtauch grundlegend sinnlich-leiblichfundiert ist. …. entnehmeich einer Studie der UniversitätMarburg.Und wünsche Ihnen/euch vielSpaß beim Bewegen in diesemund im hoffentlich erfolgreichenund gesunden neuen Jahr 2013Ihre /EureBeate Raabe-SchaschingVizepräsidentin des LSR NÖsie es auch nicht so gemeint habenkönnen. Unter den Proponentendieser Initiative werden hoffentlichdoch Experten gewesen sein,die wissen, dass im Moment wederdas Lehrerpersonal in ausreichendemMaße vorhanden ist, nochder Stundenplan es ermöglicht.Sportarten wie z.B. Eislaufen oderSchwimmen und sinnvolles Gerätturnenwürden bei einer StundeSport am Tag aus dem Schulalltagverschwinden, denn dafür brauchtes die Doppelstunde.Das gleiche Parlament, das dietägliche Turnstunde einstimmigbeschlossen hat, hat leider vor garnicht allzu langer Zeit ein Gesetzverabschiedet, dass den Freizeitpädagogenals segensbringendenneuen Beruf für die Nachmittagsbetreuungin Schulen mit einerMinimalausbildung in Sport undeh fast allem installiert hat.Das wird nun zu einer gefährlichenKonkurrenz des organisiertenVereinssports und seiner ausgebildetenTrainerinnen, die anvielen Orten bereits erfolgreich inden schulischen Nachmittag vorgedrungenwaren und vielmehrals Bildungspartner der Schulenfix im Tagesablauf zu integrierenwären.Unsere Gesellschaft wäre gut beraten,endlich die Qualitäten desösterreichischen Sports mit seinenVereinen zu erkennen und zunützen. Eine Einbindung des Vereinssportsin den Schulalltag wärehier ein erster Schritt. Am Geld„Wir müssendie Qualitäten derSportvereine nützen.“kann das ja nicht scheitern, dennder überwiegende Teil der österreichischenVereinstrainerInnenerhält bestenfalls Anerkennungshonorarefür ihre Tätigkeiten. Mitder Einbindung des Vereinssportswäre auch die Frage der Nachhaltigkeitgelöst: die Möglichkeit,Sport und Bewegung nachdemEnde der Schullaufbahn betreibenzu können, garantiert der Verein.Der Mehrwert in der Sozialisierungunserer Jungend über eineBindung an eine Gruppe, die sichVerein nennt, ist euch als PädagogInnensicherlich erkennbar.Keine Angst vor Konkurrenz sollenKollegInnen des Faches Bewegungund Sport haben, eureQualifikation und euer Auftragzur multisportiven Erziehung wirddadurch nicht geschmälert, wennmehrmals in der Woche ein Trainerkollegein einer Sportart mitden SchülerInnen arbeitet. Wases aber sicherlich in der Zukunftbraucht, ist eine Aufwertung desFaches Bewegung und Sport undeine Fachausbildung für VS –LehrerInnen.Das gilt im Übrigenselbstverständlich auch für diekreativen Fächer in der VS. Wennes dann noch gelingt, mit einerWerbekampagne mehr Studierendefür das Fach BSP zu gewinnenund darüber hinaus der Wert derbewegten Pause in allen SchulenAnerkennung findet, ….Um unserem Bildungsauftrag gerechtzu werden und mitzuhelfenunserer Jugend den bestmöglichenStart in ihr Leben zu sichern,ist mehr Sport und Bewegung einSchlüssel – da soll uns die Kampanisierungder täglichen Turnstundeschon auch recht sein!gesellschaftnö.lehrerstimme 1/2013 55


Bildungspolitikund BildungsreformJürgen PanyMag. Günther Leichfried, Klubobmann der SPÖ NÖ, gibt Antwortenauf Fragen zur Bildungspolitik und fordert gerade in NÖ einen neuenZugang zur Diskussion um die Bildungsreform.gesellschaftHerr Klubobmann, Sie habenselbst 23 Jahre lang täglich unterrichtet,wie sehen Sie als ehemaligerLehrer die Stärken undSchwächen des derzeitigen Bildungssystems?Es wäre grundsätzlich falsch, allesin der Vergangenheit Gescheheneschlecht zu reden. Es gibt vielesehr engagiert arbeitende LehrerInnen,viele innovative Projekte,die von LehrerInnen gemeinsammit SchülerInnen durchgeführtwerden und eine große Zahl anbegabten SchülerInnen, die sichdurch ausgezeichnete Leistungenpräsentieren konnten.Bildung ist aber der wichtigste,wenn nicht der einzige, Rohstoff,den Österreich hat. Daher ist esnotwendig, damit bestmöglichumzugehen. Denn viele verschiedeneStudien beweisen es: Wirhaben den Anschluss an die Bestenverloren. Wir sind nur mehrMittelmaß und das kann und darfuns nicht zufriedenstellen. Sehenwir Bildung als Fundament unsererGesellschaft und als Schlüsselfür wirtschaftliche und sozialeInnovation, dann darf Bildungnicht mehr nur durch die ideologischeBrille betrachtet werden,sondern es müssen vor allem diePerspektiven unserer Jugendim Vordergrund stehen. Nebendem Vermitteln von Wissen, derFörderung von Talenten, demWecken von Interessen gilt esSchlüsselqualifikationen wie Verantwortung,Selbstbewusstsein,Disziplin u.a.m. zu vermitteln.Wo krankt es nach Ihrer Ansichtbesonders?Nach wie vor kann man beobachten,dass Taufschein und vorhandeneGeldbörse über das Bildungs-und Ausbildungsniveauvon Jugendlichen entscheiden.Oder anders gesagt: Bildung isttrotz so mancher Bemühungennach wie vor erblich. Damit verzichtenwir aber ganz bewusst auf„Das Schulwesen istineffizient,rückständigund ungerecht.“viele Talente und sind dadurchWegbereiter für eine nicht vorhandeneoder zumindest verringerteWettbewerbsfähigkeit unseresLandes. Die beste Bildung für alleund die Förderung von Begabungenund Talenten muss unser Ansatzsein. Ein Bildungssystem eineroffenen und demokratischenGesellschaft selektiert nicht, sondernbindet ein. Das geschiehtnicht in ausreichendem Ausmaß,daher brauchen wir eine ehrlicheund offene Diskussion über unserderzeitiges Bildungssystem.Mag. Günther LeichtfriedKlubobmann der SPÖ NÖIst eine groß angelegte Bildungsreform,wie von vielen gefordert,wirklich notwendig?Kann man Aufgaben von morgenmit Methoden von gestern lösen?Keiner wird diese Frage mit „Ja“beantworten. Daher ist es ein Gebotder Stunde, eine umfassendeBildungsreform durchzuführen.Seit Jahrzehnten wird darüber diskutiert,aber nur wenig verändert.Einzig BM Claudia Schmied hatneuen Schwung in die Bildungsdiskussiongebracht und einigesbereits bewegt. Nachdem sichin keinem Land, ausgenommenDeutschland, so wenig getan hatwie bei uns, ist dringender Handlungsbedarfgegeben. Die Deviselieber ins Land „einischaun“, alsüber den Zaun „hinauszuschauen“,ist nicht der richtige Lösungsansatz.Wollen wir Ungerechtigkeitenim Bildungssystem beseitigen,dann sind umgehend Ganztagsschulenmit verschränktemUnterricht, die gemeinsame Schulealler 10 bis 14 Jährigen, modulareOberstufe und Maturareform,neue gemeinsame PädagogInnenausbildung,mehr Autonomiefür die einzelnen Schulstandorte6 6


nachgefragtu.v.m. umzusetzen. Alles anderesind pädagogische Nulllösungen,die uns nicht weiter bringen.Hart formuliert bedeutet das: DasSchulwesen in unserem Land istineffizient und rückständig undtrotz mancher Verbesserungwährendder letzten Jahrenach wie vor hochgradigungerecht.Es begünstigt weiterhinvorwiegendKinder der sowiesoschon Privilegierten,und es benachteiligt die Kinderder Benachteiligten. Nur wennes die richtigen und dringend notwendigenReformen gibt, wird esgelingen, die Chancen aller Menschenzu fördern und zwar unabhängigvon ihrer sozialen und ethnischenHerkunft.Wie würden Sie die aktuelle Bildungspolitikin Niederösterreichbeurteilen?zweifelt die ÖVP NÖ die Studienan und nimmt ein ganzes Bundesland,ja ganz Österreich in Geißelhaftund verhindert sinnvolleReformschritte. Vielmehr versuchtdie ÖVP NÖ unter Vorspiegelungeines falsch verstanden FöderalismusBildungin ihremSinne zu interpretierenund der Bevölkerungzusignalisieren:NÖ ist andersund wir machenalles besser. Ein gefährlichesSpiel mit der Zukunft unseres Landesund unserer Jugend.„Wir brauchen einenneuen Zugang zurBildungsreformdiskussion.“Welche Maßnahmen müsstenIhrer Meinung nach rasch umgesetztwerden, um im internationalenBildungsvergleich anBoden gut zu machen?Wir sehen in unserem Bundeslandtatenlos zu, dass die Frühförderungder 1 bis 3-Jährigen schlechtklappt, dass die Angebote dürftigsind, dass heute 72% der Mütterberufstätig sind und daher eineVereinbarkeit von Beruf und Familienur gegeben ist, wenn wirmehr Ganztagsschulen anbieten,die aber derzeit nicht vorhandensind. Genauso sehen wir, dass Kinderaus bildungsfernen Schichtenund aus Migrantenhaushalteneinen schlechteren Zugang zuunseren Bildungseinrichtungenhaben, aber nichts dagegen unternommenwird. Dies alles undviel mehr wird besonders in NÖnegiert, und was noch schlimmerist, konserviert.Wir brauchen aus diesem Grundbesonders auch in NÖ einen neuenZugang zur Bildungsreformdiskussion.Nur Reformen werden derimmer größer werdenden Kluftzwischen Arm und Reich entgegenwirken, die Wettbewerbsfähigkeitunseres Landes steigern,Wachstum und Beschäftigung sichernund den gesellschaftlichenZusammenhalt gewährleisten.gesellschaftÖsterreichs, aber besonders dasniederösterreichische Schulwesenhat sich im internationalenVergleich isoliert. Was sich schulischaußerhalb von Österreichund Niederösterreich oft weltweitbewährt hat, wird hierzulandevielfach pauschal als untauglichabgetan. Neue Erkenntnisse undfortschrittliche Entwicklungenwerden einfach nicht zur Kenntnisgenommen und speziell in NÖglaubt man, allein die Wahrheitzu kennen, wie man die Zukunftschancenunserer Jugend sichernkönne. Empirische Ergebnisse derFachwissenschaften werden negiertund oft sogar lächerlich gemacht.So glaubte und glaubt dieÖVP NÖ nach wie vor eines der bestenSchulsysteme zu haben, bisverschiedene Studien genau dasGegenteil bewiesen haben. NunDie Lehrerstimme des SLÖ NÖwünscht allen ihren Lesernein gesundes und erfolgreichesneues Jahr 2013!nö.lehrerstimme 1/2013 77


gewähltDer SLÖ NÖhat GewähltMargit PleischlgesellschaftAm 22. Nov. 2012 wurde bei der Landesgruppenhauptversammlungin Wr. Neudorf der Vorstanddes SLÖ NÖ bestätigt.„Wir wollen eine Bildungspolitik, diedas Individuelle am Menschen fördertund nicht dessen Abrichtungzu einem willenlosen Massenmenschenforciert“, so eine Aussagevon Mag. Bernhard Heinzlmaier,Referent bei der Landesgruppenhauptversammlungdes SLÖ NÖam 22. November 2012 in Wr. Neudorf.Jürgen Pany, VorsitzenderVD Mag. Ingrid HerlBeate Raabe-Schasching, Vizepräsidentin LSRMargit Pleischl, Landessekretärin SLÖ NÖZahlreich waren die Delegiertenund Gastdelegierten der Einladungdes SLÖ NÖ gefolgt. Wirkonnten in unseren Reihen nebenvielen Ehrengästen auch die Vizepräsidentindes LSR für NÖ FrauBeate Raabe-Schasching und dieVizepräsidentin des LSR für OÖFrau Dr. Brigitte Leidlmayer begrüßen.Gespannt lauschten die Anwesendendem etwas provokantenReferat, schenkten den Berichtenihre volle Aufmerksamkeit undschritten anschließend zur Wahlurne,um den neuen Vorstand zuwählen.Der erstellte Wahlvorschlag fanddie volle Zustimmung, und sodürfen wir dem neugewähltenVorsitzendenJürgen Pany unddem Vorstand herzlichzu ihrer Wahl gratulierenund ihnen für dienächste Periode allesGute wünschen.Unserem EhrenvorsitzendenProf. WernerBauer-Wolf wurdendie Agenden des Pensionistenvertretersübergeben!Er wird sichab nun umdie Generation60+im SLÖ kümmern. Wirgratulieren und sindschon sehr auf seineAktivitäten gespanntMag. Bernhard Heinzlmaier, ReferentJürgen Pany, Vorsitzender SLÖ NÖ„Danke“ sagt man gernein einem würdigenRahmen. So nahmenwir unsere Hauptversammlungzum Anlassund bedankten unsbei einigen Funktionärinnenund Funktionären,die sich in den Ruhestandverabschiedet haben, für ihre erfolgreicheArbeit. Unter Applauswurde ihnen die Glasstatuette desSLÖ NÖ vom Vorsitzenden JürgenPany, der Vizepräsidentin des LSRBeate Raabe-Schasching und derLandessekretärin Margit Pleischlüberreicht.„Danke“ heißt nicht gleich „aufWiedersehen“ und so hoffen wiralle, dass wir auch weiterhin mitder Unterstützung unserer Jungpensionistenrechnen können.Zum Abschluss wurde zum Buffetgeladen und alle konnten ingemütlicher Runde Erfahrungenaustauschen und waren angeregt,über die aktuelle Schulpolitik zudiskutieren.Jürgen Pany, VorsitzenderOSR HD Reinhart NeumayerBeate Raabe-Schasching, Vizepräsidentin LSRMargit Pleischl, Landessekretärin SLÖ NÖ8 8


Der Mensch im MittelpunktWo bleibt die GerechtigkeitReinhard RansböckGeleistete pädagogische Arbeit muss gerecht entlohnt werden –und zwar ohne Wenn und Aber.Das Thema Besoldungsgerechtigkeitbeschäftigt mich seit übereinem Jahr sehr intensiv. Es hatmich in der Vergangenheit unglaublichgestört, dass Einsteigerin den Beruf des Lehrers teilweiseerst nach Monaten ihren erstenGehalt überwiesen bekamen.Gerade Junglehrer in der Sekundarstufesind nicht gerade seltenbereits Berufstätige, die sich verändernwollten und die sich fürdie Arbeit mit jungen Menschenentschieden haben. Und ein eigenerbereits existierender Haushaltmuss natürlich finanziert werden.Und da hielt ich es für eine unbeschreiblicheIgnoranz des Dienstgebers,dass Gehälter erst mitMonaten an Verspätung zur Auszahlunggelangten. Die pädagogischeArbeit der jungen Lehrerinnenund Lehrer wurde ja auchim vollen Umfang vom ersten Tagan geleistet! Eine Initiative unsererFraktion im DA Wien-Umgebungbrachte die Sache ins Rollen, wobeiwir auch die Mehrheitsfraktionfür unser Anliegen gewinnenkonnten, sich dafür stark zu machen,dass Junglehrer unmittelbarihren Gehalt ab erbrachterLeistung zu erhalten haben. Undsiehe da, es gelang!Doch dabei solls nicht bleiben!Zwei weitere Themen bezüglichBesoldungs-Gerechtigkeit brennenmir unter den gewerkschaftspolitischenFingernägeln.Erstens: Schulveranstaltungen(SVA) werden dem jeweils einge-„Ungerechtigkeitensind aufzuzeigenund zu bereinigen.“teilten Leiter der SVA erst dannabgegolten, wenn die SVA längerals 4 Tage dauert. Ein Undingsondergleichen in meinen Augen,denn betroffener Kollege/Kolleginhatte ja im Vorfeld erheblicheorganisatorische Arbeit zu leistenund vor allem vor Ort die ungeteilteVerantwortung zu tragenfür das Gelingen der SVA. Und dasscheint dem Dienstgeber nichtswert zu sein, wenn die SVA nurdrei Tage dauert?!? Ich fordere dahereine Vergütung der SVA vomersten Tag an. Man kann darüberdiskutieren, dass die Zulage unterschiedlicherHöhe ist, abhängigvon der tatsächlichen Längeder SVA, aber abzugelten ist dieLeitung einer SVA ohne Wenn undAber!!Zweitens: In den Sekundarstufenwerden Koordinatoren für D, E,und M eingesetzt und gemäß gesetzlicherRegelung abgegolten.Dies aber nur dann, wenn der/die Betroffene eine pragmatischeLehrkraft ist oder eine unbefriste-ten IL-Vertrag hat. Auf die dienstrechtlicham schwächsten verankerteGruppe der IIL-Junglehrermit Jahresverträgen vergisst derDienstgeber wieder geflissentlich.Denn sollte an Schulen ein solcherjunger Kollege/Kollegin als Koordinatoreinzuteilen sein (wobeiaus meiner Sicht davon auszugehenist, dass es sich trotz jungenJahren eben um einen besondersqualifizierten Kollegen handelt),dann bekommt diese Person fürdie Koordinatoren-Tätigkeit…Erraten: nämlich NICHTS!Auch diese beiden Themen hatunsere Fraktion in den DA eingebrachtund wiederum volle Zustimmunggefunden. Allein, aufDienstgeberseite bewegt sich bisdato (noch) nichts. In Summe betrachtetmuss ich feststellen, dassGerechtigkeit bei der Besoldungein weites Feld ist, das noch langenicht in allen Teilen richtig bestelltist. Ich denke aber, dass es unseregewerkschaftspolitische Aufgabeist, Ungerechtigkeiten aufzuzeigenund uns für deren Bereinigungeinzusetzen. Dann leistenwir nicht etwas für das System,sondern für die Menschen!Mag. Reinhard Ransböck ist Direktorder NMS Lanzendorf , WUjuergen.pany@sloenoe.at0676 / 428 53 90www.sloenoe.atschulenö.lehrerstimme 1/2013 99


education Award - EDU 2013Margit PleischlBereits zum vierten Mal lädt der überparteiliche Verein PRO Niederösterreich mit Unterstützung desBMUKK ein, am besonderen Bildungspreis, den „education award“ - kurz EDU genannt - , teilzunehmen.Der SLÖ NÖ unterstützt diesen Bildungspreis,und wir denken, dass es besonderswichtig ist allen Kolleginnen und Kollegen,die qualitätsvolle, innovative undengagierte Arbeit in unseren niederösterreichischenSchulen leisten, zu dankenund sie für Ihr Engagement vor den Vorhangzu bitten.schule10Der EDU will vor allem PädagogInnenaus folgenden Ausbildungsbereichenansprechen und auszeichnen:• Elementare Bildung (Kindergarten,Vorschule)• Schulbildung• Höhere Bildung• Berufsbildung• Weiterbildung (Erwachsenenbildung)Sowohl der persönliche Einsatz über dasnormale Maß an Unterrichts- und Erziehungstätigkeitenhinaus, als auch das erfolgreicheLeiten, Initiieren oder Gestaltenvon Projekten im Unterricht soll prämiertwerden.Die Nominierungen der PädagogInnenkönnen durch KollegInnen, LeiterInnen,die Schulaufsicht aber auch durch Elternund SchülerInnen erfolgen.Eine unabhängige ExpertInnenjury wähltaus den eingegangenen Vorschlägen diePreisträgerInnen.Der EDU 2013 wird am 27. Mai 2013 infestlichem Rahmen und im Beisein derBundesministerin in Stockerau verliehen.An unseren Schulen in NÖ wird innovative und engagierteArbeit geleistet. Helfen auch Sie mit diese Arbeit sichtbarzu machen!Margit PleischlLandessekretärin SLÖ NÖ


Tägliche TurnstundeRenate ZellerVon der virtuellen Welt der Kinderzur realen Welt der Erwachsenenvöllig easyIn den letzten Wochen geistertesie durch alle Medien – die täglicheTurnstunde. Überall wurdediskutiert, wie sehr WIR sie brauchen.Die einen wollen damit denMedaillenspiegel bei den nächstenolympischen Sommerspielenin Rio de Janeiro mehrfach vergolden,die anderen reden von derGesundheit der Jugend.Ich kann mich allerdings des Eindrucksnicht erwehren, dass dervon vielen geforderten täglichenTurnstunde unterschiedlichsteMotive zugrunde liegen.Manche gehen in ihren Behauptungensogar soweit, dass eineVerwirklichung nur in Ganztagsschulenmöglich sind, anderewiederum fordern, dass die Bewegungsphasennur kurz sein sollen,um das Hirn möglichst rasch wiederin einen lernbereiten Zustandzu versetzen.Wir wissen, dass die „Turnsaalnot“in manchen Schulen sehr großist, und dass es aus diesem Grundvor allem im städtischen Bereichjetzt schon immense Schwierigkeitengibt, den SchülerInnen Bewegungsräumezur Verfügung zustellen. Man sollte demnach nichtunbedingt von der täglichen Turnstunde,sondern von der täglichenBewegungsstunde sprechen, fürdie ein Turnsaal nicht wirklich erforderlichist (Spiele im Freien,Walken, …)Man möge mir verzeihen. Wennich auch in diesem Zusammenhangauf die Verantwortlichkeitund Vorbildwirkung des Elternhauseshinweise. Die Freude anBewegung und später an Sportbeginnt bereits in jüngsten Jahren- und dafür die sind wir PädagogInnen(noch nicht) verantwortlich.Paradoxer Weise werden dieKinder von den Eltern überall hingefahren, um sich dann dort unterAufsicht zu bewegen.Zu Hause gibt es dann wesentlichandere Sportarten, die in derWahrnehmung der Kinder nichtwirklich mit der Realität übereinstimmen.Eine wahre Begebenheit(ich lege großen Wert darauf:hier handelt es sich um kein Märchen!!!)soll erklären von welcherGefahr ich spreche.An einigen Schulen in unseremwunderbaren Land gibt es noch (!)sportliche unverbindliche Übungenwie z. B. Snowboarden. Dieengagierten LehrerInnen befandensich an einem herrlichen Wintertag(strahlender Sonnenschein,kitschig blauer Himmel) in einemwunderbaren Schigebiet mit einemausgezeichnet prepariertenFunpark für Snowboarder.Da die LehrerInnen mit einer nochnicht sehr weit fortgeschrittenenGruppe (ziemliche Anfänger) unterwegswaren, begnügte mansich damit, das Können der Schüleran kleinen Schanzen und Hindernissenzu erproben und im Laufeeines wunderbaren Trainingstagesgemächlich zu steigern (freinach dem Motto: Rom wurde auchnicht an einem Tagerbaut). Am frühenNachmittag stelltenun einer der Schülerdie unausweichlicheFrage: „Warumüben wir nichtdort drüben auf dergrößten Schanzeordentliche Drehsprünge?“Der beidiesem Ansinnenseiner SchülerInnenleicht blass werdendeLehrer antworteteetwas schockiert:„ Dafür müssen wirnoch ein wenig trainieren, das istnicht so einfach, vielleicht spätereinmal!“ „Aber Herr Lehrer! Das istja ganz einfach! Zu Hause am PCschaffe ich diese Sprünge immer –wirklich völlig easy!“Der virtuellen Welt der Kinder undJugendlichen sollten wir (Elternund PädagogInnen) mit wesentlichmehr Realität begegnen –eventuell auch mit der täglichenBewegungsstunde.nö.lehrerstimme 1/2013 11schule


STABILITÄTSPAKETMag. Peter KoreckyschuleAusgangslage:Angesichts der schwersten Kriseseit dem 2. Weltkrieg forderte dieBundesregierung: 3,2 Mrd. € (voninsgesamt 27 Mrd. €) als Beitragvom Öffentlichen Dienst im Zeitraumvon 2012 bis 2016 zur Stabilisierungder Staatsfinanzen.Das Forderungspaket der Bundesregierungbeinhaltete:• mehrere Nulllohnrunden,• das Aussetzen von Biennalsprüngen,• eine Sondersteuer für öffentlichBedienstete,• einen generellen Aufnahmestoppfür den gesamten ÖffentlichenDienst sowie• berufsspezifischegen.Belastun-Diese geplanten Einschnittekonnten abgewehrtbzw. wesentlich abgemildertwerden.Verhandlungen:Die Verhandlungen zwischen BMHeinisch-Hosek, BM Hundstorferund BM Fekter und dem Verhandlungsausschussder GÖD wurdennach einer Woche bei einem Standvon 2,7 Mrd. € unterbrochen.Das Volumen wird durch das Aussetzenvon einer Lohnrunde (2013)sowie einem Aufnahmestopp mitAusnahme von Exekutive, Lehrerinnenund Lehrer sowie Justizerreicht. Für 2014 wird es in einemengen budgetären Rahmen Gehaltsverhandlungengeben.Einzelmaßnahmen, die direkt aufeinzelne Berufsgruppen wirken,konnten entschärft werden („41.Stunde“ im Bereich BMLV bleibt,allfällige Änderungen beimDienstplanmanagement der Exekutivekommen nur im Einvernehmenmit der Personalvertretung).Situation in Europa:Trotz dieser Maßnahmen ist derÖffentliche Dienst in Österreichbei den Gehaltsbewegungen imSpitzenfeld Europas zu finden. Invielen Ländern der EuropäischenUnion griffen Gehaltskürzungenund andere einschneidende Maßnahmen.Beispielsweise gab es in Deutschlandin den Jahren 2002, 2005,2006 und 2007 Nulllohnrunden fürden Öffentlichen Dienst (lediglichzum Teil Einmalzahlungen). DasUrlaubsgeld wurde abgeschafftund das Weihnachtsgeld wurdevon 2006 bis einschließlich 2011reduziert.In mehreren Ländern der EU wurdendie Gehälter um bis zu 25%gekürzt. Von 2008 bis 2012 ist dieösterreichische Staatsverschuldung– durch notwendige Maßnahmenzur Krisenbekämpfung -um 45 Mrd. € (das sind 15 Prozentder Wirtschaftsleistung) stark angestiegen.Damit steckt unser Arbeitgeberin enormen finanziellenSchwierigkeiten.Um wieder eine positive Perspektivezu erhalten, hat der ÖffentlicheDienst Verantwortung gezeigtund trägt 1,8 Mrd. € des 27 Mrd. €schweren Stabilitätspaketes mit.Jetzt müssen Maßnahmen gesetztwerden, um den Finanzsektoreffektiv zu regeln und sozu verhindern, dass in wenigenJahren wieder eine derartige Krisehereinbricht. Die von uns eingeforderteund nun von 11 Ländernder EU vereinbarte Finanztransaktionssteuerist ein ersterwichtiger Schritt in die richtigeRichtung.Sollte Ihr Interesse an einer Mitgliedschaftin der GÖD gewecktsein, bitte informieren Sie sichnäher auf unserer Homepage:www.sloenoe.atDirekte Verhandlungen zwischenVors. Fritz Neugebauer und derRegierungsspitze brachten eineReduktion des einzusparendenBetrages von 2,7 auf 1,8 Mrd. €.Allen Gewerkschaftsmitgliedernsei an dieser Stelle gedankt. Sieermöglichen unser wirkungsvollesEintreten für alle Kolleginnenund Kollegen!12


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L E U T ´ ArtikelGudrun Wallner stellt sie vor: Interessante Leut´und Leut´, die etwas Interessantes zu sagenhaben. Diesmal:Mag. Dr. HANNES PRatscher* Jahrelange Trainertätigkeit im Hochleistungssport* Österreichweite Leitung von Gesundheitsseminaren* Vorträge, Workshops zu den Themenkreisen„Gesunder Rücken“, „Gesund & Fit“„Brain-Fitness und Stressmanagement“„Jede Stiege zählt!“l!feSolltet ihr, liebe Leserinnen undLeser, wie ich zu jenem Personenkreisgehören, den beim Wort„Bewegung“ immer ein wenig dasschlechte Gewissen befällt – „ichsollte wirklich mehr….“ – dannseid ihr hier richtig!Hannes Pratschers Zugang zumThema Bewegung ist Balsam aufdie Seele, leitet einen Umdenkprozessein und macht tatsächlichGusto auf eine kleine Verhaltensänderung.So klingt etwa der Titel einesseiner Bewegungsprogramme„Fit in 1 Minute - noch fitter in5 Minuten“ nicht wirklich angsteinflößendund der von HannesPratscher entwickelte 5-Minuten-Bewegungsablauf ist absolut fürjedermann durchführbar.„Wichtig ist das Wohlfühlprinzip“,sagt er. „Ich habe erlebt, wieglücklich Menschen werdenüber die Bewegung.“ In seineninteraktiven Vorträgen vor großem,anfangs oft starrem Publikumbeobachtet er immer wieder,wie schon ein wenig Bewegungauf engstem Raum in der Großgruppedie Laune hebt: breitesLächeln, rote Backen, aufmerksameBlicke.Es sind sehr einfach zu merkendeBewegungsabläufe, die man leichtin den Alltag einbauen kann. Dabeigilt es erst einmal, die eigeneWahrnehmung zu schärfen: „Wieein einseitig bewege ich mich?“**Schon mit 30 Sekunden Einbeinstandlinks und 30 Sekundenrechts, zwischendurchSchulterkreisen, täglich durchgeführt,trage ich zur Präventionvon Rückenproblemen bei.Viele weitere Übungen fürzwischendurch finden sichauf www.pratscher.at u. a. inder Stehkalender-Broschüre„Ein Buch, das Sie bewegt“Das spezielle Know-How von„pratscher.bewegen & leben“ imBereich der Gesundheitsförderung,Leistungssteigerung undPrävention nehmen renommierteFirmen und Institutionen in ganzÖsterreich in Anspruch.„Bewegung ist teilweise negativbehaftet, weil der Begriff gerne imKontext der Leistungsorientierungverwendet wurde. Es geht aberdarum, Bewegung gezielt auszuübenund auf die individuelle körperlicheKondition abzustimmen.„Es geht nicht um Höchstleistungen- es geht um die Freudean Bewegung!“, betont derHochleistungstrainer, der selbstauf eine Laufbahn als Leistungssportlerzurückblickt und in derSüdstadt Spitzensportler wie dieTennisprofis Barbara Paulus undAlexander Antonitsch betreut hat.Bis vor sieben Jahren hat er an einemGymnasium unterrichtet underzählt schmunzelnd, wie sich dieZiele des Turnunterrichts weiterentwickelt haben: „Früher habeich mit viel Einsatz versucht, auchlangsame, übergewichtige Kinderzum Laufen zu motivieren. Heutesehe ich das Hauptziel darin,den Kindern zu zeigen, wases alles gibt, ihnen die Vielfaltund vielschichtigen Angebotezugänglich zu machen.“ Unddas kann für ein übergewichtigesKind durchaus das Walken14


ewegungsfreudigsein, das Training mit immer neuentwickelten Motorikgeräten wieden Smoveys, etc. Hauptsache, esmacht Spaß!Dass die Forderung nach mehr Bewegungein volkswirtschaftlichesThema darstellt und nicht alleinim Kontext Schule zu sehen ist,zeigen die explodierenden Kostenim Gesundheitssystem.Dennoch geht es um die Vorbildwirkung!Es ist eine nachgewieseneTatsache, dass dort, wo Elternsich sportlich betätigen, auch dieKinder aktiv sind.„Nachdenklich gemacht hat mich,dass Eltern sich einmal für dasbesondere Erlebnis bedankten,als ich im Turnunterricht mit denSchülern einer ersten Klasse imDer Sportpädagoge plädiert fürgemeinsames bewegtes Spielenund sportliche Zusatzangebotewie Winter- und Sommersportwochen.Auf diese Weise erfahrendie Kinder vielfältige Bewegungsformenund entwickeln außerdemihr Sozialverhalten. Für den/dieLehrer/in eröffnen sich neue Zugängezu den Schülerinnen undSchülern und beide kommen einandernäher.Zum Aufreger „tägliche Turnstunde“meint Hannes Pratscher:„Mir ginge es um eine Stundetägliche Bewegung, da brauchich keinen zusätzlichen Raum.Es gibt so viele Bewegungsmöglichkeiten,die nicht an den Turnsaalgebunden sind. Für besonderswertvoll und wichtig halteich es aber, mit den Kindern, woes möglich ist, eine Stunde hinausin die Natur zu gehen.“In einer Longitudinalstudie überund Fernseher sitzend verbrachtwird, hat sich rasant gesteigert.Die Ergebnisse der Untersuchungzeigen weiters eine rapide Zunahmeder von Rückenschmerzen betroffenenJugendlichen.Eine Untersuchung von 4166Schüler/innen der Sekundarstufeim Jahr 2000 brachte eine signifikanteDifferenz zwischen„Sportlern“ und „Nichtsportlern“,also Kindern, die zusätzlichzum Regel-Turnunterricht keinenSport betrieben, zutage.Es stellte sich heraus, die „Nichtsportler“*******fühlen sich in der Schuleweniger wohl,rauchen mehr,trinken mehr Energy-Drinkskonsumieren mehr Süßigkeitenfühlen sich durch die Schulemehr belastet underbringen schwächere Leistungenin der Schuleoder: haben einen schlechterenNotendurchschnitt.Um den alarmierenden Ergebnissengegenzusteuern entwickeltePratscher zwei Maßnahmen:Rahmen einer Turnstunde aufunseren Hausberg gelaufen binund sie nach dem Runterlaufen imFluss habe waten lassen“, erzähltPratscher.Zusammenhänge von Alltagsverhaltenund Rückenbeschwerdenvon Schüler/innen, die seit 1992läuft, konnte Hannes Pratschernachweisen, dass die täglichenSitzzeiten bei Kindern im Durchschnittknapp sieben Stunden proTag betragen, Jugendliche sitzentäglich sogar elf Stunden. DasAusmaß an Zeit, die vor ComputerUnter fachärztlicher Beratungstellte er eine 90-minütigeMultimedia-Schau zum Thema„Gesunder Rücken“ mitdem Schwerpunkt: „Kinder, bewegteuch mehr!“ für Schulenin Großprojektion zusammen.nö.lehrerstimme 1/2013 15*Die Show „Gesunder Rücken in derSchule“ eignet sich als Großveranstaltungfür die ganze Schule undwurde seitens des Ministeriumsals ausgezeichneter Beitrag zurPrävention im Bewegungsbereichangesehen und per Erlass empfohlen.Die Kinder werden sofortangeregt, sich mitzubewegenl!fe


und verarbeiten durch die professionelleAufbereitung mit Musik,Sprecher, Bildern und aktivemMitmachen die Inhalte besondersgut.*Das ursprünglich mit NÖGKKund AUVA entwickelte erfolgreicheProjekt „MBM – MitarbeiterInnenbewegen MitarbeiterInnen“adaptierte erunter dem Motto „BewegteLehrerInnen ? bewegte SchülerInnen“auch für die Schu-Buchtipp:Dr. Andreas Stippel - Dr. Hannes Pratscher„Wege zu einem gesunden Rücken“zu beziehen über Website www.pratscher.atle. Mittlerweile hat er bereitsviele LehrerInnen zu Multiplikatorinnenausgebildet, dieBewegungssequenzen, Ausgleichsübungen- bewegtePausen - im Schulalltag motivierendan ihre SchülerInnenund auch KollegInnen weitergeben. Der Bewegungsexpertewünscht sich, dass sich dieseBewegungsmodelle wie ein„Flächenbrand“ ausbreiten,10.000 SchülerInnen wurdenbereits erreicht.„ Wie gut und effizient Sie Ihre Arbeiterledigen, hängt nicht zuletztvon Ihrer persönlichen Fitness ab“,appelliert Hannes Pratscher für 5 –10 Minuten Bewegungs-Kurzprogrammepro Tag. „Durch gezielteBewegung und Entspannung könnenSie Ihre Kraftreserven wiederauffüllen und beruflich und privatausgeglichen, leistungsfähig underfolgreich sein.“Und last but not least das motivierendsteArgument, auf die Websitewww.pratscher.at zu gehenund die Bewegungsanleitungenherunter zu laden:Bewegung ist eine der wichtigstenMaßnahmen zum Stressabbau,zur Stärkung des Immunsystemsund zur Steigerung derLebensfreude!Falsch gelaufenAusländer! Wer bist du?Juliane MaurerMögliche Antworten auf die häufig gestellte Frage:l!fe„Gibt es eigentlich viele Ausländeran deiner Schule???“Ich weiß nicht, wie es euch ergeht,liebe Lehrerkolleg/innen, aber mirwird diese Frage sehr oft gestellt.Meine Antwort muss gezwungenerMaßen immer eine Gegenfragesein:„Wie definierst du den Begriff Ausländer?“Meist herrscht auf diese NachfrageFunkstille. Der Gesprächspartnerist überfordert bzw. mussnachdenken was er/sie eigentlichgenau wissen will. Verständlich!Man muss sich einmal selber dieFrage stellen: Wer ist eigentlichein „Ausländer“?Im Duden wird der Begriff folgendermaßenbeschrieben: „Angehörigereines fremden Staates; ausländischerStaatsangehöriger oderStaatenloser.“ Ein besonderer Hinweisgeht mit der Definition einher:„Die Bezeichnung Ausländerfür (aus Sprecherperspektive) imeigenen Land lebende Menschenausländischer Herkunft gilt immermehr als diskriminierend.“Hält man sich an diese Begriffsdefinition,so ist ein Schüler nur dann„Ausländer“, wenn er keine österreichischeStaatsbürgerschaftbesitzt oder gar staatenlos ist.Die Antwort auf die oft gestellteAusländerfrage wäre dann ganzeinfach. Der Ausländeranteil z.B.an meiner Schule (und sicher anvielen anderen Schulen in NÖ) beläuftsich auf ca. 3 %, d.h. ist kaumvorhanden.Ich bezweifle aber, dass es dieseGruppe ist, nach der sich unserGegenüber so häufig erkundigt.Wer aber sind dann die Ausländer,nach denen wir so oft gefragtwerden?Meinen unsere interessiertenGesprächspartner etwa „Schülermit Migrationshintergrund“?16


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Gut möglich, aber wie definiertsich diese Gruppe? Sind das dieseSchüler, deren Eltern im Auslandgeboren sind und nach Österreichimmigriert sind? Oder reicht füreinen Migrationshintergrund nurein Elternteil aus einem fremdenLand oder vielleicht sogar nur dieGroßeltern?Geht es dem/der Fragenden eventuellum die Sprachkenntnisse?Sind konkret etwa „Schüler mit andererMuttersprache als Deutsch“gemeint? Was aber, wenn die Muttereinwandfrei Deutsch spricht,der Vater aber kaum? Und wennwir dann schon nach der Spracheurteilen - nachdem immer mehrDeutsche in Österreich leben undarbeiten: Wie werden Schüler gewertet,die eine deutsche Staatsbürgerschaftbesitzen? Sind dasdann echte Ausländer oder nicht?Meine obigen Ausführungen sindnatürlich überspitzt und nur bedingternst gemeint. Durch meinübertriebenes Hinterfragen sollteaber eines klar geworden sein:Definitionen zu geben bzw. diegestellte „Ausländerfrage“ alsLehrer zu beantworten ist sehrschwierig.Natürlich könnten wir als Antworteine von gefühlten 100.000 Statistikenzitieren. Ich für meinenTeil habe mich allerdings dazuentschlossen die Frage „Gibt eseigentlich viele Ausländer an deinerSchule?“ mit folgendem Statementzu beantworten:„Ich arbeite an meiner Schule mitMENSCHEN – und zwar Kindernmit verschiedensten Lebensgeschichten– und ich arbeite mitallen GLEICH GERNE!“sudokuOtto WeberDiesesmal gibt es zwei leichte Sudokus. Die Lösungen finden sich wie immer aufwww.sloenoe.at.Beim 1. Sudoku ergibt sich ein Lösungswort, wenn man die Zahlen zeilenweise aus den roten und grauen Kästchen in die untereTabelle einträgt. Die darunter einzutragenden Buchstaben ergeben sich aus der Reihe im Alphabet. In den grauen Kästchen wirddie Zahl übernommen.5 4 79 7 33 7 8 2 6 95 3 77 5 42 9 1 58 6 7 15 8 64 1 51 4 89 4 56 8 4l!fe5 9 7 8 63 6 9 44 8 7 57 3 56 7 21 2 3 7-118


Energy cocktailElke Heinfellnerg`schmackigSie wissen bereits: GuteLaune heißt, wir sind ausgeschlafen, haben gutgegessen, uns bewegt, stehen nicht unter Stress…Ich möchte an dieser Stelle einen kulinarischen,herbst-winterlichen „Energy-Cocktail“ vorstellen,der von innen wärmt und für Zufriedenheitund ein angenehmes Stimmungshoch sorgt!Ganz unter dem Motto: „Hungry?“…Hot. Healthy. Happy!oder einfachAlles in einem TopfMinestrone „a casa“ (ca. 1l)zu gleichen Teilenin kleine Würfel geschnitten:Karotten, Stangensellerie, Kartoffeln, rote Paprika,Zucchini (od. anderes Gemüse)je 2 Schalotten und Knoblauchzehen(fein gehackt)einige Cherrytomaten (geviertelt)1 Dose Tomaten125 ml Weißwein750 – 1000 ml Gemüsesuppe2 EL Italienische Kräuterev. etwas geriebener Parmesanetwas Paprikapulver, Salz, Pfeffer, OlivenölEssen lockt körpereigene Endorphine und machtglücklich!!Sie haben Recht. Das ist keine neue Erkenntnis. Auchnicht, dass Hunger ausgesprochen schlechte Launebewirkt! Gerade jetzt, in der kalten Jahreszeit, freuenwir uns über Getränke und Speisen, die uns voninnen wärmen und Zufriedenheit und Wohlgefühlbewirken.Aus diesem Grund möchte ich Ihnen heute mein eigenesRezept einer „Minestrone“ vorstellen. Mit vielbuntem Gemüse, wenig Aufwand (1 Topf, 1 Schneidbrett,1 Messer, 1 Kochlöffel) und Gelinggarantie!!!Zahlreiche Abänderungsmöglichkeiten und Variantenverleihen dabei den richtigen „Kick“ und bietenimmer wieder überraschend neue, kreative, spannendeGeschmackserlebnisse.Schalotten und Knoblauch in Olivenöl anschwitzen,danach das würfelig geschnittene Gemüse dazugebenund mitschmoren.Das Gemüse mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver etwaswürzen, mit Weißwein ablöschen und mit Suppe aufgießen.Cherrytomaten, Dosentomaten und Kräuter hinzufügenund alles auf kleiner Flamme köcheln lassen, bisdas Gemüse gar (aber nicht zu weich) ist.Die Suppe mit Gewürzen und eventuell etwas Parmesanabschmecken. Fertig!Probieren Sie diesen Eintopf einmal in anderen Varianten,z.B. mit geschnittenem Hühnchenfilet, Fischfiletoder Garnelen und Meeresfrüchten (a la Bouillabaisse!)Sie werden sehen: Dieser Gemüse-Eintopf machtglücklich und satt, hat gesundheitsfördernde undanregende Wirkung, sorgt für ein inneres Wohlgefühlund bietet vielfältigste Geschmackserlebnisse!Somit haben auch Antriebs- und Lustlosigkeit (wieauch der „Winterblues“) keine Chance mehr (besondersdann wenn der Stress wieder einmal droht uns„aufzufressen“!).Ein weiteres Plus: Die Suppe hält sich einige Tage imKühlschrank und kann ausgezeichnet portionsweiseeingefroren werden.Also: Es lohnt sich, gleich eine größere Menge zu kochen,damit jederzeit auf leckeren, wärmenden, energiebringendenVorrat zugegriffen werden kann.Es lohnt sich!l!fenö.lehrerstimme 1/2013 19


Neuer Slö-VorstandBezirksgruppe NeunkirchenAm 19. 04. 2012 fand die Bezirksgruppenhauptversammlungdes SLÖ Neunkirchen im BIZ Ternitz statt.Nach interessanten Vorträgen von BürgermeisterRupert Dworak und SLÖ Landesvorsitzenden JürgenPany gab Helmut Traper nach 21 Jahren als Vorsitzenderdes SLÖ Neunkirchen seinen Rücktritt bekannt.Zum neuen SLÖ Vorsitzenden im Bezirk Neunkirchenwurde Mario Wagner gewählt.Vorstand der Bezirksgruppe NeunkirchenVORSITZENDERSTELLVERTRETERSCHRIFTFÜHRERWagner MarioHeinfellner ElkeKonrath PetraKraiger SonjaSchabauer Bernhard********1997: Lehramtsprüfung ander PH Baden5 Jahre Kooperative Mittelschulein Wien7 Jahre HS/NMS im BezirkMödlingEDV Studium an der FH WienerNeustadt & FH St. Pölten,MedientechnikWeb Administration Bezirksschulrat MödlingIT Betreuer Bezirk Neunkirchenselbstständig tätig im Bereich InformationstechnologieEntwurf von Webseiten, Corporate Design,…STELLVERTRETERKASSIERSTELLVERTRETERSchober EvelineSantner ErichLeitner BarbaraMITGLIEDEREVIDENZ Baumgartner WillibaldKONTROLLEHersits AndreaSmetana BettinaZeiss HelgaBauer IreneGewinnspielRigolettoLehrerstimme 2/2012l!feDie nö.lehrerstimme gratuliertden Gewinnern des Gewinnspiels„Rigoletto“:Herrn Punz AlfredFrau Hahn DorisFrau Petz Hannelore20und dankt für dieEinsendungen!zahlreichen


Dr. SeppLeitnerNIEDERÖSTERREICH BRAUCHTMEHR GANZTAGSSCHULEN VOR ORTGute Bildung rechnet sichBildung ist eines der großen Schlüsselthemenfür die Zukunft unseres Landes. Mit derEinführung der Neuen Mittelschule ist einerster wichtiger Schritt gelungen. Nun gehtes darum, auf Reformkurs zu bleiben. UnserZiel ist klar: Wir möchten aus Niederösterreichein Bildungsmusterland machen.Die Schule der ZukunftDie Schule der Zukunft wird ein Ort derKreativität und der Persönlichkeitsentwicklungsein. Ganztagsbetreuung ist dafür einwichtiger Schritt. Denn in einer Ganztagsschulekönnen unsere Kinder wertvolleErfahrungen mit Kunst, Kultur, Naturwis-senschaften und Sport sammeln. Der abwechslungsreicheTagesablauf unterstütztdurch Lern-, Ruhe-, Spiel-, Förder- und Essenszeitendie Leistungsfähigkeit der SchülerInnen.Durch die zusätzliche Betreuungwerden teure Nachhilfestunden überflüssigund die LehrerInnen können Begabungenfrüh erkennen und fördern. Und weildie Hausaufgaben und das Lernen schon inder Schule erledigt werden, bleibt zudemmehr Zeit für die Familie.Investieren in BildungWir können stolz sein, denn die niederösterreichischenLehrerInnen leistenhervorragende Arbeit. Es liegt nun ander Politik, dieses tolle Engagement auchin einem optimalen Umfeld zu ermöglichen.Der flächendeckende Ausbau derGanztagsschulen kostet natürlich Geld.Geld, das aber gut angelegt ist. Dochwährend der Bund kräftig in Niederösterreichinvestiert, spart die ÖVP-Mehrheitim Land ausgerechnet in diesemwichtigen Bereich, obwohl die Gemeindendas nicht alleine bewältigen können.Wir möchten daher als ersten Schritt dieVerdoppelung der Landesmittel für denSchulbau. Nur so kann Niederösterreichtatsächlich ein Bildungsmusterland werden– zum Wohl der Kinder, der Elternund der LehrerInnen.NÄHER BEIM MENSCHENGERADE IM BILDUNGSBEREICH IST ES EINGEBOT DER STUNDE, DASS DIE POLITIK RICHTUNGS-WEISEND HANDELT. DENN BILDUNGSPOLITIK ISTZUKUNFTSPOLITIK. BESONDERS IN NIEDERÖSTER-REICH GIBT ES VIEL AUFZUARBEITEN. WIR SOZIAL-DEMOKRATINNEN WOLLEN UNSER BUNDESLANDZUM BILDUNGSMUSTERLAND MACHEN.LHStv. Dr. Sepp Leitnernö.lehrerstimme 1/2013 21DER NEUE WEG


lehren & lernen22F R E U D ?Als ich dereinst auszog, Lehrerzu werden, tat ich dies aus dreiGründen. Erstens mag ich Kinder,zweitens möchte ich ihnen gerneviel beibringen und sie so zu einerguten Allgemeinbildung bringenund drittens gab es einmal eineZeit, in der mich ein mysteriösesSystem mit dem Namen „Schule“so sehr fasziniert hat, dass ichunbedingt darin arbeiten wollte.Viel Wasser ist die Donau hinabgeronnen,viele Rotstifte sind leergeworden und nun, 15 Jahre später,frage ich mich täglich, was vonder anfänglichen Euphorie nochgeblieben ist und was aus diesem„mysteriösen System“ gewordenist.Man profiliert sich im österreichischenBildungswesen des 21. Jahrhunderts– gern, gut und viel, jederund jede, ob vertraut mit derMaterie oder nicht. Der Schein,das Wort, die Äußerlichkeit sinddabei wichtiger als der Inhalt oderdie Realität im Schulhaus und imSchulalltag: Da gibt es die Ganztagesschule,die angeblich dasSitzenbleiben auslöscht (zit. nachPunkt 5 des so genannten Bildungsvolksbegehrens);Da gibtes eine oder viele „Neue Mittelschulen“;Da werden apokalyptischeHeilsbotschaften verbreitet,wonach jeder alles kann und dasses keine Fünfer mehr gibt unddass alle glücklich und zufriedenengelsgleich durchs Schulhausschweben und immerwährendeHarmonie herrscht.L E I D ArtikelDie TäglicheTurnstundeChristian Preinoder: Sportlich-pädagogische Reflexeauf eine angebliche LeistungsgesellschaftDa hat jeder Erfolg und lernt das,was er gerade braucht, was Spaßmacht und was bei Tests zu Bildungsstandardsverwertbar ist.Lernen um des Lernens willenund um ein hohes Maß an Bildungund Wissen zu erlangen? Relikteaus urgrauer Vorzeit! Gut ist, waswirtschaftlich verwertbar ist undwas zur Fähigkeitdient bei„Kinder wollenLeistung bringen,wollen gefordertwerden undbrauchen Disziplin.“PISA und ähnlichenTestsdas Kreuzerlzur richtigenAntwort zusetzen. Gut ist,was brauchbarist. Was hat dasalles mit Sport und Turnen zu tun?,wird sich die geneigte Leserschaftdenken.Nun, die Sommerferien waren geradeangebrochen, da brachtenuns Sportjournalisten die Kundevom medaillenlosen Abschneidender österreichischen Olympionikenbei den Spielen in London.Olympia – dabei sein ist alles. Ja!Vorher schon, denn der Satz hatso viel Pathos und gibt dem österreichischenMinderwertigkeitskomplexhinsichtlich Sommersporteinen leicht patriotischenGout.Danach sieht die Welt schon ganzanders aus. Keine Spitzenplätze -da wird abgerechnet, da wird untersucht,da wird analysiert undein Schuldiger (von vielen) warschnell gefunden: die Schule unddie bösen Lehrer, bei denen dieKinder den halben Tag über stillsitzen müssen und sich nicht bewegendürfen. Denn Bewegungführt auf direktem Weg zu sportlichenSpitzenleistungen und zuMedaillen und dann und nur dannist das Volk zufrieden. Und dieWerbewirtschaft.Sport um des Sportes Willen –nein, danke. Nur Medaillen zählen.Und Reklameplakate.Schnell war sie wiedererweckt,die Idee von der „täglichen Turnstunde“,die ab nun dafür sorgensollte, dass ÖsterreichsindolenteJugend den Rufder Sportnationwieder ins rechteLicht rückt.Darüber, dassSport für die positiveEntwicklungunserer Kinder förderlich undwichtig ist, besteht kein Zweifel.Gerade in einer Zeit, in der medizinischeKoryphäen die Wichtigkeitregelmäßiger Bewegungfür die Gesundheit gerade imKindesalter betonen, wird kaumjemand auf die Idee kommen,den Schulsport in Frage zu stellenund das ist gut so. Daraus aber dieForderung nach einer „täglichen“Turnstunde abzuleiten, noch dazuaufgrund des „erfolglosen“ Abschneidenseiniger Spitzensportler,scheint jedoch wie vieles inÖsterreichs Bildungs-Think-Tankseine Farce zu sein. Damit lassensich vielleicht die Massen fangenund Sympathien jener gewinnen,die sich nach Äußerlichkeiten undschönen Worten richten. Mit derschulischen Realität hat das aberherzlich wenig zu tun.


nicht zuständigEin Blick auf den Medaillenspiegelder Olympischen Spiele: USA 104,China 87, Großbritannien 65, Russland82, Südkorea 28 Mal Gold,Silber oder Bronze.Ein Blick auf die Stundentafel einer8. Schulstufe einer ChinesischenJunior High School: eine StundeSport in einer Woche mit sechs(!) Schultagen (vgl. Katja Meuß„Schule in China“ in „Einsichtenund Perspektiven“ 2/2007).In den USA fällt Schulsport in ersterLinie unter „extracurricularactivities“, das heißt unter „nebenunterrichtlicheAktivitäten“.In Russland gehen die großensportlichen Erfolge wohl eher aufdas Konto der politischen Prestigesuchtder ehemaligen oberstenSowjets und der damit verbundenenhohen Sportförderungund Selektion von jungen sportlichenTalenten.Von Südkoreas Schulen kennt maneher extremen Druck und mechanischesPauken.Allen Ländern annähernd gleichsind unmenschlischer (!) Leistungsdrill,extremste Disziplinund harte Arbeit verbunden mitpsychischem Druck, dem nur wenigebis zum Ende standhaltenkönnen.Ertönt noch immer der Ruf nachSpitzenplätzen? Denn dazu wirdmehr notwendig sein als einGrundniveau und die viel gerühmten„Basics“. Leistung, Disziplinund harte Arbeit - das braucht esgewiss für Spitzenleistungen imSport. Und nicht nur im Sport. Werdie Realität des Lebens nicht komplettignoriert, weiß, dass diesedrei in allen Bereichen des Lebenswichtig sind.Gerade diese drei Worte treibenvielen österreichischen SchulreformernSchweißperlen aufsHaupt oder Tränen in die Augen.Denn: Kinder sollen sich ja in denSchulen in erster Linie wohlfühlen– zu Recht! Jedoch hat es denAnschein, dass man dieses Wohlfühlenausschließlich dadurch erreicht,dass man den Kindern vonAnfang an aus Angst vor Überforderungsämtliche Hürden (vor allemhinsichtlich kognitiver Inhalte)aus dem Weg räumt und denUnterricht auf das vermeintlichWesentliche reduziert. Harte Arbeitund Disziplin werden, wennbereits vorhanden, geduldet, alsUnterrichtsprinzipien werden sieaber leider nur allzu oft zu etwasFrevelhaftem gemacht.Was ist nun das Ziel? Leistungzu erbringen oder erfolgreichzu sein? Hinter Leistung werdenharte Arbeit und Diziplin stecken.Hinter Erfolg steckt nicht zwangsläufigLeistung, denn wie uns vieleDamen und Herren aus Politik undWirtschaft tagtäglich vorexerzierenreicht es dafür, gut auszusehenoder sich gut präsentieren zukönnen (Port hin, Folio her).Kinder aber wollen Leistung bringen,wollen gefordert werdenund brauchen Disziplin. Soweitein kleiner Ausflug in die pädagogischenHintergründe zu (sportlichem)Erfolg, ohne die man sichgar nicht an den Start zu begebenbraucht.Zurück zur täglichen Turnstunde,fürderhin TT genannt. Allein dieKonstruktion dieser Phrase als Alliterationlässt schon darauf schließen,dass es sich dabei eher umeinen politischen Werbesloganhandelt, als um eine ernstzunehmendeForderung.Drei Fragen an jene, die sich dafüreinsetzen:Wie organisiert man die TT aneiner Schule mit acht oder mehrKlassen und einem Turnsaal?Denn die TT soll ja eine gute TTsein und nicht ein belanglosesSpielen und Herumgehopse. DerUnterricht am Nachmittag wäreeine Option. Da treten aber jenach Lust und Laune die Schulreformerauf den Plan, denn: Überforderung!Da tritt die Schulaufsicht auf denPlan: es gibt keine Stunden!Da treten die Eltern auf den Plan:Ich möchte, dass mein Kind amNachmittag zu Hause oder beiFreunden ist. Und außerdem:Hausaufgaben!Die Realität: bis zu vier WochenstundenBewegung und Sport,die von meist engagierten Lehrerinnengut gehalten werden undeine gute Abwechslung zu denliterarischen Fächern bilden; UnverbindlicheÜbungen wie Fußball,Volleyball, etc.; Sportwochensommers wie winters; Sportfeste;Fußballturniere; Schülerliga in allenerdenklichen Bereichen. Esgibt also abseits des regulärenSportunterrichts eine Vielzahl anAngeboten, die zu nutzen sind.Wenn die Stunden da sind. Wenndas Geld da ist. Doch das ist eineandere Geschichte.Ist die Schule für die körperlicheFitness zuständig?Nein. Wenn überhaupt, nur peripher.Und gerade die TT klingtverdächtig danach, der Schulewieder einmal eine Verantwortungzu übertragen, die nicht zuihren Kernaufgaben zählt. Dennauch wenn es unpopulär ist: DieHauptaufgabe der Erziehung liegtlehren & lernennö.lehrerstimme 1/2013 23


lehren & lernen24im Elternhaus und dazu zählt auch,seinen Körper in Schuss zu halten.Diese Verantwortung muss in Elternhandbleiben.Die gar nicht seltene Realität:SchülerInnen, die im Schulortwohnen, werden von ihren Elterntäglich mit dem Auto zum Schulhausgebracht und wieder geholt;Kinder verbringen einen Großteilihrer Freizeit sitzend oder liegendvor diversen Medien.Der andere Extremfall: Kinderwerden von einem Verein in denanderen geschleift und geratendurch diese gut gemeinte Überförderungin den berüchtigtenFreizeitstress. Einen Mittelweggibt es wie so oft kaum, dabeiwäre es recht einfach: das Stiegenhaus,das man zu Fuß undnicht mit dem Lift bewältigt; denSchulweg, den man zu Fuß odermit dem Rad nimmt; das Fußballmatchmit Freunden auf der Wiesehinter der Kirche oder im Hof; dergemeinsame Spaziergang. Daswäre viel mehr wert als die TT unddazu braucht es keine (wahrhaft)sündteure Sportausrüstung oderden neuesten Markenjogginganzug.Dazu braucht es Zeit und Interesse,also unterm Strich ein gutesVorbild und nicht mehr.ImpressumWelchen Sinn hätte die TT?Was folgt, ist klarerweise kontrovers.Die Schule hat in erster Liniedie Aufgabe, Wissen zu vermitteln.Das verlangt das Gesetz, das verlangtdie Elternschaft, daraufhinwerden die Lehrer ausgebildet. DieGrundschule mit ihrem Gesamtunterrichtträgt für die Grundbildungund das Erlernen der Kulturtechnikendie Verantwortung unddürfte die Forderung nach der TTbesonders spüren. Wer einmal eineWoche lang eine Grundschulklasseunterrichtet hat, wird sichhüten, die TT zu fordern. Organisatorisches,für das ja der Klassenlehrerverantwortlich ist, nimmteinen nicht unerheblichen Teil derUnterrichtszeit ein. Und es sagtsich sehr leichtdahin, „Mutzur Lücke“ zugunsteneinerTT zu haben.Denn erstensist es wichtiger,dass unsereKinder lesen, schreiben undrechnen können und ein gutesAllgemeinwissen durch den Sachunterrichthaben und zweitenshängen zwei Damoklesschwerterüber den Volksschulklassen: dasErreichen der Bildungsstandardslehrerseitig und „Mein Kind mussunbedingt ins Gymnasium.“ elternseitig.Da ist die TT schnellvergessen! Und auch das Gejammervon der Überforderung. Undvom Drill. Und von der Disziplin.Die Realität: Bewegung nimmt einenguten Teil des Unterrichts einund muss nicht mit der TT zusammenhängen.Es gibt kaum nochKlassen, wo den UnterrichtstagMedieninhaber und Herausgeber: SLÖ Landesgruppe NiederösterreichNiederösterreich-Ring 1a, 3100 St. PöltenRedaktion: Gerda Metu und Claudia SchlagerLayout & Satz: Peter Schöndorfer und Otto WeberDruck: Paul Gerin Druckerei, WienKontakt: gerda.metu@inprot.at„Für die körperlicheFitness der Kinderist die Schulenicht zuständig.“über in Reih und Glied gesessenund geschrieben wird. Die Klassensind meist so eingerichtet, dassgenügend Platz für Bewegungim Unterricht bleibt und das wirdauch gemacht.Die Sekundarstufe wiederum bietetausreichend Möglichkeiten zursportlichen Betätigung und nütztdiese auch in vollem Maße.Ein kleiner Verdacht am Rande: Obman dieses Thema dazu benutzt,über eine Hintertür die Ganztagsschuleund somitkostengünstigeBeschäftigung fürdie arbeitsfauleLehrerschaft zuschaffen? Nein!Das kann ja beiden mit der Materieumfassend vertrauten Bildungsexpertenin Politik undWirtschaft praktisch ausgeschlossenwerden. Hoffentlich.Gehen wir also davon aus, dass dieTT ihrem Anschein gerecht wirdund sich dort einreiht, wo so vielesschon steht: ein Profilierungs-Gagvon Leuten, die große Worte machenund daran gut verdienen.Und seien wir davon überzeugt,dass in Österreichs Schulen genugBewegung gemacht wird – mehrals in den meisten Haushalten.P.S.: Persönlich geht es mir ganzgut damit, wie der Turnunterrichtund was dazugehört, gehandhabtwerden. Auch wenn Österreichohne Medaillen heimkehrt. Sehrglücklich sehen die GewinnerInnennämlich nicht immer aus. Wasich verstehen kann. Denn so sehrich auch hinter dem LeistungsundDisziplingedanken stehe, sosehr lehne ich den inhumanenLeistungsdrill ab, der hinter vielemGold, Silber und Bronze steckt!


unterschreibenVorrangfür die VolksschulEJürgen PanyDie Volksschule ist die wichtigste Schule.Auf ihren Leistungen bauen alle anderen auf.Wir unterschreibenfür mehr Ressourcen an der Volksschule!Es geht um die Zukunft einer ganzen Generation.Faktum 1: Jede Investition in die Volksschule bringt maximalen NutzenDie Basis für die Bildungskarriere eines jeden Kindes wird in der Volksschule und im Vorschulalter gelegt, freinach dem Motto: “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!“ Jeder Lehrer, jede Lehrerin der Mittelstufekann das bestätigen, denn darauf erst kann man aufbauen. In anderen Ländern hat man die Erkenntnisseder Entwicklungspsychologen und Neurolinguistiker längst berücksichtigt und investiert am meisten indie Förderung der Kleinsten und Kleinen.Es ist also höchste Zeit, die Volksschulen mit den besten Rahmenbedingungen auszustatten, denn Präventionauf der Grundstufe ist effizienter und ökonomischer als die Auslese in der Mittel- oder Oberstufe.Faktum 2: Immer mehr Aufgaben bei schrumpfenden RessourcenDas Leben in den Familien hat sich grundlegend verändert. Die Schule soll immer mehr kompensieren, ohnedass das System Schule ausreichend dafür gerüstet ist.Vor allem Volksschulen in den Ballungsräumen, aber auch in den ländlichen Gebieten, brauchen längst Kleingruppen,um die nötige innere Differenzierung umsetzen zu können.Immer mehr Kinder haben sprachliche, soziale und lebenspraktische Defizite. Diese lassen sich später nichtmehr reparieren. Endlich in die Volksschule zu investieren wäre die beste Prävention.Deshalb unsere Unterschriftenaktion „Vorrang für Volksschulen!“Mit dem nächsten Finanzausgleichsgesetz zwischen den Bundesländern und dem Finanzministerium müssendie wesentlichen Schritte gesetzt werden.Die Forderungen der roten Gewerkschaft sind mehr als berechtigt.Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Unterschrift unsere Anliegen für die Volksschule!FSG – APS – NÖ, die Gewerkschaft auf Ihrer Seite!lehren & lernenMit kollegialen Grüßen,Jürgen Panynö.lehrerstimme 1/2013 25


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das wollen wirVorrangfür die VolksschulE (2)Jürgen PanyDie Primarstufe bedarf dringender pädagogischer und organisatorischer Verbesserungen.Dazu sind zusätzliche finanzielle Mittel notwendig!Für eine Qualitätssteigerung der Primarstufe verlangen wirfolgende Maßnahmen:Nachdem in der im Dezember2012 vorgestellten PIRLSundTIMSS-Studie ÖsterreichsVolksschülerInnen inMathematik, Naturwissenschaftenund Lesen sich zwarverbessert, aber noch immernicht wirklich befriedigendabgeschnitten haben, ist eshöchste Zeit konkrete Maßnahmenzu setzen, um dasBildungsfundament in derösterreichischen Schullandschaftzu verbessern.*****Doppelbesetzung in allen Fächern der 1. und 2. Schulstufezusätzliche Stunden für Teamteaching bzw.Kleingruppenunterricht in den übrigen Schulstufen der VSkeine einzige Klasse mit mehr als 20 Schülern zur besserenVorbereitung auf die Volksschule zwei Pflichtjahre Kindergartenbesondere Förderung der GanztagesbetreuungEinführung der gemeinsamen Schule,um den Notendruck in der 4. Klasse zu nehmenAusbau der Supportsysteme,z. B. mehr Beratungslehrer, Sozialarbeiter, SchulpsychologenAls bereits existierende Gesamtschulemuss die Volksschuleall jene Ressourcenerhalten, die für eine gutfunktionierende Schule benötigtwerden.Wir ersuchen die Landeshauptleute und die Bundesministerin Claudia Schmied umgehend die Umsetzungdieser Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Von der Finanzministerin Maria Fekter fordernwir, die notwendigen finanziellen Mitteln zur Verfügung zu stellen.Dezember 2012***Stundenkontingente für besonders verhaltensauffälligeKinderSofortmaßnahmen für verhaltensauffällige Kinderin Akutsituationenbeste räumliche und lehrmittelmäßige Ausstattungaller VolksschulenEine Aktion derUnsere Unterschriftenaktion vom Dezember 2012, ergangen an alle Pflichtschulen in NÖ.gewerkschaftUnterschreiben Sie noch bis 28. Februar 2013!Jede Unterschrift verleiht unseren Forderungen mehr Gewicht!nö.lehrerstimme 1/2013 27


das letzte wort hat...Sehr geehrte Damen und Herren Direktorinnen und Direktoren,geschätzte Kolleginnen und Kollegen!Was tut die Gewerkschaft eigentlich für uns?Warum sollte ich Gewerkschaftsmitglied sein?Im Beitrag von Mag. Peter Korecky (er ist VorsitzenderStellvertreter der GÖD) von Seite 12 wird deutlich, warum esunter anderem sehr wichtig ist Gewerkschaftsmitglied zu sein.Zur Bewältigung der Auswirkungen der Finanz- undWirtschaftskrise und des daraus resultierendenStaatsschuldenanstiegs war und ist ein breiter politischer undgesellschaftlicher Kraftakt erforderlich.Die GÖD hat sich strikt gegen das Ausspielen unterschiedlicherBerufs- und Gesellschaftsgruppen ausgesprochen.Die Privatwirtschaft war und ist mit Kurzarbeit, flexiblenArbeitszeiten und teilweiser Arbeitslosigkeit von der Krisebetroffen. Lohnerhöhungen werden nur in jenen Betriebenumgesetzt, die wirtschaftlich dazu in der Lage sind (sog.„Öffnungsklauseln“ in Kollektivverträgen).Der Öffentliche Dienst leistet seinen Beitrag mit demStabilitätspaket.Jürgen PanySponsoringpostZ.NR.: GZ 02Z032088SDVR NR.: 0475459Verlagspostamt: 3100 St. PöltenAufgabepostamt: 2700 Wr. Neustadt

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