(PDF) | Ausgabe Dezember 2013/Januar 2014 - Compliance

compliance.plattform.de

(PDF) | Ausgabe Dezember 2013/Januar 2014 - Compliance

Dezember 2013InhaltCompliancewünscht Ihnen schöneFeier tage undeinen guten Rutschins neue Jahr.Die nächsteAusgabe erscheintam13. Februar 2014.2„Man muss nichtalles verbieten“Ein Gespräch mit Birte Mössner,Compliance-Chefin von EnBW, undVeranstaltungsprofi Gerhard Bleileüber die Verunsicherung beiderSeiten beim Eventmanagement.37 9Wende bei geplanter ISO-Compliance-NormDIN stimmt nach Verhandlungsmarathon für denEntwurf des ISO-Standards.Streit um Rhön eskaliertNach der Klage von B.Braun planen Rhön-Aktionäreoffenbar den Gegenangriff.Der KrisenerprobteDietmar Prechtel hat sich bei Osram schon vorseiner Ernennung zum CCO bewährt.Aufmacher2 Veranstaltungsmanagement undCompliance:„Man muss nicht allesverbieten“Praxis3 Wende bei Arbeiten an ISO-Compliance-Norm3 Kommentar4 Steckbrief Daimler: „Ethisches Handelnwird nicht als Besonderheit belohnt“International6 Vietnam: Todesstrafe für BankerRecht und Unrecht7 „Das GWG betrifft nicht nur Banken“7 Streit um Rhön eskaliertForschung8 Korruptionsindex: DeutschlandstagniertKarriere9 Der Krisenerprobte:Portrait Dietmar Prechtel, Osram9 Siemens: auch Solmssen geht9 Veranstaltungen


Dezember 2013Aufmacher2ThinkstockNicht jede Einladung an Kunden oder Geschäftspartner ist automatisch anrüchig. Aber die Verunsicherung in der Compliance-Abteilung und im Eventteam ist oft groß.„Man muss nicht alles verbieten“Ein Gespräch mit Dr. Birte Mössner, Compliance-Chefin von EnBW, und VeranstaltungsprofiGerhard Bleile über die Verunsicherung beider Seiten beim Eventmanagement.»»In den letzten Jahren haben sich Affären rundum Sponsoring und geschäftliche Einladungengehäuft. Wie hat das die Compliance-Arbeitverändert?««Birte Mössner: All die Vorfälle, die an die Öffentlichkeitgelangt sind, haben den Fokus natürlichstark auf das Thema Compliance gelenkt.Das gilt für EnBW ganz besonders: Wir werdenimmer noch regelmäßig mit der WM-Ticket-Affäreaus dem Jahr 2006 zitiert, auch wenn der BGHfestgestellt hat, dass keine strafrechtlich relevanteVorteilsgewährung vorlag. Für EnBW war es deshalbausgesprochen wichtig, klare interne Regelnaufzustellen.««Gerhard Bleile: Die vergangenen Jahre habenaber auch in der Eventbranche Spuren hinterlassen.Das Thema Compliance führt zu einigerVerunsicherung. Viele Unternehmen haben ihreHospitality-Maßnahmen zurückgefahren, weilsie nicht wissen, was eigentlich noch erlaubtist. Früher war es durchaus Standard, Kundenfür mehrere Tage ins Ausland einzuladen – mitPartnern, Business-Class-Flügen, Luxushotels undallem, was dazu gehört. Die Fachveranstaltung,die eigentlich Grund der Reise war, hat danngerade einmal ein paar Stunden gedauert. Dasist Vergangenheit, und das ist auch gut so. Aberviele Veranstaltungsplaner haben Angst, dass zustrenge Vorgaben die Durchführung von Eventsgänzlich unmöglich machen.»»Frau Mössner, lassen Sie sich die Rolle desBlockierers zuweisen?««Mössner: Von außen betrachtet wird derCompliance Officer häufig als Geschäftsverhindererwahrgenommen. Nach dem modernenSelbstverständnis ist der Compliance Officeraber Partner und Berater aller Geschäftsbereiche.Wir zeigen Wege auf, um negative Folgen vonRegelverstößen zu vermeiden. Das heißt nicht,dass man alles verbieten muss. Man sollte sichheutzutage einfach an ein paar Spielregelnhalten.»»Welche sind das?«« Mössner: Die Compliance-Abteilung muss beider Vorbereitung einer Veranstaltung früh eingebundenwerden. Sich einen Tag vor dem Versandvon Einladungen pro forma eine Genehmigungholen zu wollen ist schlecht. Außerdem dürfenEinladungen keine Nähe zu Vertragsverhandlungenoder anderen anstehenden Entscheidungendes Eingeladenen haben. Und dann gibt es auchein paar absolute No-Gos: Private Begleitpersonendürfen bei EnBW zum Beispiel nur dann miteingeladen werden, wenn das den gesellschaftlichenGepflogenheiten entspricht – also auf einemBall oder zu einer Ballettaufführung. Undwir möchten nicht, dass Einladungen an privateAnschriften verschickt werden, sonst fehlt jeglicheTransparenz.««Bleile: Auch Veranstalter versuchen, den Anforderungender Compliance Officer gerecht zuwerden. Dennoch muss man sagen, dass eine solcheZusammenarbeit in den meisten Fällen einneues Arbeitsfeld ist und beide Seiten den richtigenWeg erst noch finden müssen.««Mössner: Das stimmt. Ich habe sogar denEindruck, dass die Veranstaltungsplaner selbstmittlerweile oft zu befangen an die Organisationeines Events herangehen, vor lauter Angst, etwasfalsch zu machen.»»Machen sich also alle Beteiligten das Lebenunnötig schwer?««Mössner: Manchmal kann man schon diesenEindruck gewinnen. Beziehungspflege im angemessenenRahmen muss aber weiterhin möglichsein. Man sollte Regeln deshalb mit Augenmaßfestlegen und konkrete Hilfestellungen anbieten.««Bleile: Das schließt die Veranstaltungsprofismit ein. Wir haben eine Kooperationsvereinbarungzwischen der Vereinigung Deutscher Veranstaltungsorganisatoren(VDV) und dem DeutschenInstitut für Compliance (DICO) abgeschlossen, diefür einen transparenten Informationsaustauschsorgen soll. Und wir setzen uns dafür ein, dass diePolicy-Vorgaben in den Unternehmen praktikabelbleiben. Dazu haben wir Anfang dieses Jahreszum Beispiel einen Leitfaden veröffentlicht, derUnternehmen Tipps für geschäftliche Einladungengibt und Vorschläge für interne Genehmigungsverfahrenenthält. sanBirte Mössner ist LeiterinCorporate Compliance undDatenschutz bei EnBW undMitglied des DICO-Vorstands.EnBWGerhard Bleile ist Ehrenpräsidentder VDV und Inhaberder Eventberatung BleileManagement.Bleile Management


Dezember 2013NewsE-Learning zur ProdukthaftungEin neues Lernprogramm zumThema Produkthaftung hatder Digital Spirit entwickelt.Das E-Learning-Tool sollMitarbeitern notwendigesGrundlagenwissen rund umdas Thema vermitteln undzeigt zudem auf, wie Risikenminimiert oder ganz vermiedenwerden können.http://www.complianceHaftungsrisiken fürCompliance-OfficerNeu erschienen ist die Dissertation„Straf- und ordnungswidrigkeitenrechtlicheRisikenfür Compliance-Beauftragte“von David Poguntke. Der Autorhinterfragt unter anderemdie vom BGH angenommeneGarantenstellung und zeigt,wann der Compliance-BeauftragteWeisungen seines Vorgesetztenverweigern muss.650 Seiten, 129,80 Euro.http://www.verlagdrkovac.de/Wende bei Arbeiten anISO-Compliance-NormDIN stimmt für Entwurf des ISO-StandardsNach einer einwöchigen SitzungMitte Oktober in Paris hat dasDeutsche Institut für Normung (DIN)der Veröffentlichung eines Entwurfsdes geplanten ISO-Standardsfür Compliance-Management-Systemezugestimmt. Zunächsthatte der zuständigeDIN-Arbeitskreis denKomitee-Entwurf wegeneiner Reihe von Kritikpunktenabgelehnt undüber 100 Änderungsvorschlägeeingereicht.Auch andere Länder hattensich gegenüber der von Australieneingebrachten Vorlage skeptisch gezeigt.Insgesamt hatten die Ländergremienetwa 450 Änderungsvorschlägeeingereicht, die in Paris verhandeltwurden.Prof. Dr. Bartosz Makowicz, Leiterdes DIN-Arbeitskreises, zeigt sich nachder Sitzung zufrieden: „Wir konntenBartosz MakowiczEuropa-Universität Viadrinaunseren Standpunkt gut vertretenund am Ende eine deutliche Mehrheitunserer Änderungsvorschlägedurchsetzen.“ Vor allem die fehlendeAbgrenzung zu anderen,bereits existenten Compliance-Standardswiedem der OECD oder desICC hatte das deutscheGremium zuvor moniert.Um keine Widersprüchezu schaffen, sollen nunVertreter der entsprechendenOrganisationenin die Beratungen desISO-Gremiums einbezogenwerden. Makowicz zeigt sichoptimistisch, dass der Standard nachder nächsten Sitzung im Juli 2014 inWien auf den Weg gebracht und nochim kommenden Jahr veröffentlichtwerden könnte. „Er wird einige neueAnsätze enthalten – zum Beispiel eineDefinition des Begriffs ,Compliance‘auf globaler Ebene.“sanKommentarPraxis3Ab Januar setztdie DeutscheBank einenbereichsübergreifendenRisikoexpertenein, derfür geordnetereKontrollstrukturen sorgen soll.Nach den Meldungen der letztenWochen verwundert dieser Schrittnicht: Die EU hat gegen sechsBanken Rekordstrafen wegen derLibor-Manipulationen verhängt– mittendrin die Deutsche Bank;zudem laufen Ermittlungen gegenmehrere Großbanken wegen möglicherManipulation von Fremdwährungskursen.Auch wenn derBundesverband deutscher Banken,dem übrigens Deutschbanker JürgenFitschen vorsteht, vehementgegen eine mögliche Überregulierungdes Sektors wettert, habeneinige jetzt wohl selber erkannt,dass etwas mehr Selbstkontrollenicht schadet. Dafür hätte manallerdings nicht erst Milliardenbeträgeverbrennen müssen. sanANZEIGEBEST PRACTICES IN DER COMPLIANCEKlare, verständliche Richtlinien und Verfahren sind die Grundpfeiler jedesCompliance-Programms. Wenn sie jedoch nicht regelmäßig überprüft, professionellverwaltet und kommuniziert werden, verlieren sie schnell ihren Wert.PolicyHub stelltsicher, dass dierichtigen Personenüber die richtigenRichtlinien informiertwerden, dass siedie Kenntnisnahmebestätigen und dergesamte Prozessüberprüfbar wird.Ständig neue rechtliche und regulatorische Vorschriften erfordern eine proaktiveund nachweisbare Verwaltung und den individualisierten Versand der jeweiligenRichtlinien und Verfahren. Es wird immer wichtiger, nicht nur deren Einhaltungsicherzustellen, sondern auch Nachweise über die Verteilung und Kommunikationführen zu können. Dies vermindert zudem Image - und Haftungsrisiken für dasManagement, indem die Basis für eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisationgelegt wird und dies belegbar ist.PolicyHub ist eine ausgezeichnete, spezialisierte Softwarelösung, die den gesamtenLebenszyklus einer Richtlinie automatisiert, von der Erstellung über die Freigabebis hin zur Kommunikation. Darüber hinaus gewährleistet PolicyHub, dass dieDokumente zur Kenntnis genommen werden und ermöglicht dem Managementeine transparente Berichterstattung. Jeder Schritt kann mittels eines Audit-Trailsnachgewiesen werden.www.hiteclabs.deRufen Sie uns an oder schreiben Sie uns:06103 376 969 0 - kontakt@hiteclabs.com


Dezember 2013Steckbrief: DaimlerPraxis4UnternehmensnameDaimler AGMitarbeiterzahl 275.087 (Stand 31. Dezember 2012)Name Chief Compliance OfficerDr. Wolfgang HerbStart Compliance Zentrale Compliance-Organisation seit 2006Mitarbeiterzahl Compliance In der Zentrale 92 Beschäftigte, 72 lokale Compliance Manager weltweit (Stand 1. Juli 2013).Compliance-OrganisationCompliance-AufgabenspektrumCompliance-InstrumenteMissstände werden gemeldetdurchCompliance-AuditsCompliance-Due-DiligenceJedes Geschäftsfeld wird von einem divisionalen/regionalen Compliance Officer sowie von lokalen Compliance-Managern weltweit unterstützt. Der CCO berichtet direkt an das Mitglied des Vorstandes für Integrität und Rechtsowie den Vorsitzenden des Aufsichtsrats.Unterstützung der Geschäftseinheiten bei der Einhaltung relevanter Gesetze, freiwilliger Selbstverpflichtungen,interner Regelungen und bei der Wahrung ethischer Grundsätze. Der Fokus liegt auf der Prävention von Korruption,Untreue und Unterschlagung sowie Geldwäsche (Compliance Antitrust wird durch Legal abgedeckt).Das Compliance Management System beinhaltet u.a.: jährliche, konzernweite Risikoanalyse, Hinweisgebersystem,Compliance Consultation, Business Partner Integrity Management, Compliance Internal Controls, Kommunikationund Schulungen, Compliance Monitoring. Darüber hinaus werden kontinuierlich unternehmensweitIntegritätsdialoge geführt. Compliance ist zudem fester Bestandteil der Zielvereinbarung der Führungskräfteeinschließlich des Vorstands.Hinweise von Mitarbeitern und Externen. Möglichkeit anonymer und vertraulicher Meldung an das HinweisgebersystemBusiness Practices Office (BPO), in Deutschland zusätzlich an den neutralen Mittler.Jährliche konzernweite Überprüfung der Effektivität der Compliance-Maßnahmen. Zusätzlich Prüfungen durch dieKonzernrevision.Integritätsprüfung von Geschäftspartnern in den Bereichen Verkauf, Einkauf sowie Mergers & Acquisitions.Geschäftspartner-ComplianceBesonderheitenArbeitsschwerpunkte/Ziele2013/2014Standard-Compliance-Klauseln in Verträgen und Lieferantenbedingungen. Zusätzliche spezifische Informationen,z.B. in der Business-Partner-Broschüre oder online im Lieferantenportal.Integrität ist ein Daimler-Unternehmenswert. Nicht nur Regeleinhaltung, sondern auch Handeln nach ethischenGrundsätzen wird angestrebt. Die Richtlinie für integres Verhalten beinhaltet Ergebnisse eines konzernweitenDialogs mit der Belegschaft. Seit Mai 2011 Information der Mitarbeiter zu Integrität und Compliance mit derKampagne fairplay in über 40 Ländern und 19 Sprachen.Weltweites Online-Integritätstraining, ständige Optimierung des CMS, Steuerung und Koordination vonGeldwäschepräventionsmaßnahmen im Bereich Güterhandel, Stärkung der Kommunikation.„Ethisches Handeln wird nicht als Besonderheit belohnt“Welche Rolle Compliance bei den Zielvereinbarungen mit Führungskräften spielt, erklärt Chief ComplianceOfficer Dr. Wolfgang Herb im Gespräch.»»Das Thema Compliance istbei Daimler Bestandteil derZiele für das Management.DaimlerWie setzen Sie das um?««Integrität bildet als einerunserer vier Unternehmenswertedas Fundament fürWolfgang Herb unsere Geschäftsaktivitäten.Compliance ist dafür unabdingbareVoraussetzung. Eine besondere Verantwortungbei der Verankerung einer integren Unternehmenskulturhaben unsere Führungskräfte,die eine Vorbildrolle einnehmen. In der Richtliniefür integres Verhalten sind die Erwartungen definiert,die Daimler an seine Führungskräfte hat.Compliance-Ziele mit festgelegten Mindestinhaltensind daher ein verpflichtender Bestandteilaller Zielvereinbarungen jeder Führungskraft abAbteilungsleiterebene. Das gleiche gilt für Mitgliedervon Geschäftsführungen unterhalb dieserEbene. Die Ziele werden für die jeweilige Führungskraftangepasst und von den Compliance-Zielen des Vorstandes abgeleitet. Die definiertenMindestinhalte finden dabei Berücksichtigung.Gemessen wird die Zielerreichung vom Vorgesetztenim Rahmen des jährlichen Zielerreichungsprozesses.»»Das Thema „Incentives“ im Zusammenhangmit Compliance-Zielen wird kontrovers diskutiert.Was waren bei Daimler die Argumentedafür, entsprechende Regelungen einzuführen?««Es gibt bei uns keine Incentives bei der Erreichungvon Compliance-Zielen. Wir halten uns analle relevanten Gesetze, freiwilligen Selbstverpflichtungenund interne Regelungen und handelnnach ethischen Grundsätzen. Eine solcheHaltung soll nicht als Besonderheit belohnt werden,sondern grundlegend und selbstverständlichim Geschäftsalltag verankert sein. Bei Verstößengegen Compliance-Vorgaben kann es zu Abzügenin der variablen Vergütung kommen.»»Wie haben die erfassten Mitarbeiter die Regelungaufgenommen?««Nach meiner persönlichen Wahrnehmung wirddie Regelung bis auf wenige Ausnahmen positivbewertet.san


5 | Compliance | Dezember 2013 ANZEIGEHypo Group Alpe AdriaEffektives eLearning zum Verhaltenskodex in KrisenzeitenCompliance training and communicationInteractive Dialogues im Gespräch mit Dr. Jan-Gerrit Iken, Head of Group Compliance, Security & Forensicsder Hypo Alpe Adria Bank International AG, über die Vorteile eines gut gemachten eLearning zur Einführungeines Verhaltenskodex.Interactive Dialogues: Herr Iken, warum haben Sie sich entschieden, die Einführung Ihres Verhaltenskodex miteinem eLearning Programm zu unterstützen?Iken: Uns war wichtig, alle Mitarbeiter in der Gruppe im gleichen Zeitraum zu erreichen. Das Format eines eLearningProgramms, als ein zentraler Pfeiler des Roll Outs, drängte sich da quasi auf.Interactive Dialogues: Was waren die Herausforderungen bei diesem Projekt und die damit verbundenenAnforderungen an das eLearning Programm?Iken: Die besondere Herausforderung war und ist in diesem Zusammenhang sicherlich unsere Unternehmensgeschichteund die Situation, in der wir uns zu Beginn des Projektsbefanden. Darauf mussten wir eingehen. Sonst hätten dieMitarbeiter die online Schulung nicht ernst genommen. DesWeiteren galt es, die richtige Balance zu finden zwischennüchterner Vermittlung der wichtigsten Richtlinieninhalteund klarer Kommunikation der Erwartungshaltung unseresUnternehmens an redliche Geschäftsführung mit Blick aufunseren Zero-Tolerance Ansatz.Interactive Dialogues: Inwiefern hat Interactive DialoguesSie bei der Entwicklung und Implementierung des eLearningProjekts unterstützt?Iken: Interactive Dialogues und ihr Partner Pohlmann &Company haben es verstanden, ein Format zu entwickeln,welches unserem Wunsch nach einem maßgeschneidertenProdukt vollkommen entsprochen hat. Wir wollten eineLearning, welches die Tonalität und die Schwerpunkte unseres Verhaltenskodex widerspiegelt. Uns ist es gemeinsamgelungen, ein inhaltliches, methodisches aber auch visuelles Konzept zu finden, welches die Verantwortungdes Einzelnen mit Blick auf regelkonformes und redliches Verhalten deutlich herausstellt. Unsere Idee, mit demTrainingsformat das Wertbewusstsein über die reinen Regeln hinaus zu schulen, wurde vollständig umgesetzt.Interactive Dialogues: Wie ist das eLearning bei den Mitarbeitern und beim Management angekommen?Iken: Wir haben bis dato ein sehr gutes Feedback der Mitarbeiter. Dies ist sehr erfreulich und motiviert uns, anweiteren Konzepten in der Zukunft zu arbeiten.Die Fragen stellte Carsten Gerz, Senior Account Manager von Interactive Dialogues Deutschland(carsten.gerz@interactivedialogues.com, T +49 (0) 221 997 60530)Das Projekt auf einen Blick:ProjektteamHypo Alpe Adria (Group Compliance), Interactive Dialogues, Pohlmann & CompanyProjektzeitraumLänderSprachversionenAnzahl NutzerTechnischeUmsetzung /Administration• Vorbereitung (Kick-off bis Produktivstart): 6 Monate• Beginn der Hauptschulung: August 2013• Nachschulungen: laufendÖsterreich, Bosnien, Bulgarien, Kroatien, Deutschland, Ungarn, Italien, Mazedonien, Montenegro,Serbien, Slowenien, UkraineEnglisch, Italienisch, KroatischCa. 6.500 Mitarbeiter• Minimale Einbindung der unternehmensinternen IT (externes Hosting auf eigener Lernplattformvon Interactive Dialogues)• Direkter Teilnehmer-Zugang via Internet (Einladungsemail mit Link zum Programm)• Jederzeit Nachweis über die Durchführung der Schulungen• Ad hoc Auswertungen einzelner Übungen, Fragen oder Teilnehmer Feedbacks zurIdentifizierung von Risikobereichen oder weiterem Handlungsbedarf


Dezember 2013International6NewsLemminkäinen mussSchadensersatz zahlenDer finnische BaukonzernLemminkäinen muss fürdie Beteiligung an einemAsphaltkartell bis zu 34Millionen Euro Schadensersatzan Kommunen zahlen.Der Konzern prüft derzeit, dieEntscheidung anzufechten.Das Kartell hatte zwischen1994 und 2002 operierert.http://www.lemminkainenSants verlässt BarclaysDie britische GroßbankBarclays verliert ihrenCompliance-Chef Sir HectorSants, der sich im Oktoberzunächst eine Auszeit wegenBurn-outs genommen hatte.Aus gesundheitlichen Gründenkönne Sants nicht wiegeplant im Januar zurückkehrenund habe sich deshalbentschieden, seine Aufgabenbei Barclays niederzulegen,teilte die Bank mit.www.newsroom.barclays.comVietnam will mit drakonischen Strafen die Korruption unterbinden (im Bild: die Ho Chi Minh City Hall).Vietnam: Todesstrafe für BankerRegierung fährt ultraharten Kurs gegen KorruptionIn Vietnam sind zwei frühere Managerwegen Betrugs zum Tode verurteiltworden. Der Volksgerichtshofin Ho-Chi-Minh-City verhängte dieTodesstrafe nach Informationen vonBloomberg gegen einen ehemaligenBanker, der Staatsbesitz mit einemVolumen von etwa 17 Millionen Euroveruntreut haben soll, sowie gegeneinen Bauunternehmer, der im selbenVerfahren schuldig gesprochen wurde.Gegen neun weitere Personen wurdenin dem Prozess zudem Haftstrafen biszu 14 Jahren verhängt.Nach dem vietnamesischen Strafrechtist die Todesstrafe bei Wirtschaftsstraftatenab Geldsummen vonumgerechnet etwa 17.000 Euro möglichoder aber bei „besonders schlimmen“Tatfolgen.Die vietnamesische Regierungmöchte mit einem extremen Kurs derMisswirtschaft und Korruption im eigenenLand Herr werden und kündigtean, auch in Zukunft in ähnlichen Fällenfür harte Urteile zu sorgen. Gleichzeitigsoll das Bankensystem reformiertwerden. Derzeit haben die vietnamesischenBanken in der Region Südostasienprozentual den höchsten Anteilnotleidender Kredite auf ihren Bilanzen.sanstock.xchngIMPRESSUMVerlag: FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH –Ein Unternehmen der F.A.Z.-Verlagsgruppe,Frankenallee 95, 60327 Frankfurt am MainE-Mail: verlag@frankfurt-bm.comHRB Nr. 53454, Amtsgericht Frankfurt am MainGeschäftsführer: Dr. André Hülsbömer, Jürgen KiehlGeschäftsleitung: Bastian FrienRedaktion: Dr. Sarah Nitsche (san),Verantwortliche Redakteurin; Anne-Kathrin Meves (akm)Telefon: (069) 75 91-26 31, Telefax: (069) 75 91-32 24E-Mail: sarah.nitsche@finance-magazin.deVerantwortlich für AnzeigenDorothee Groove, Objektleitung ComplianceTelefon: (069) 75 91-32 17, Telefax: (069) 75 91-24 95E-Mail: dorothee.groove@frankfurt-bm.comHerausgeber: Boris KarkowskiMitherausgeber: BEITEN BURKHARDT RechtsanwaltsgesellschaftmbH, digital spirit GmbH, Interactive Dialogues NV/SA,KPMG AG, SAI GlobalFachbeirat der Online Zeitschrift ComplianceAndrea Berneis, Paul Hartmann AG; Malgorzata Borowa,Kabel Deutschland GmbH; Ralf Brandt, LTS Lohmann Therapie-Systeme AG; Otto Geiß, Fraport AG; Mirko Haase, Adam OpelAG; Dr. Katharina Hastenrath, Frankfurt School of Finance &Management; Olaf Kirchhoff, Mitutoyo Europe GmbH;Torsten Krumbach, Sky AG; Prof. Dr. Bartosz Makowicz, Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder; Dr. Birte Mössner, EnBWEnergie Baden-Württemberg AG; Thomas Muth, Corpus SireoHolding; Alexander von Reden, Schindler Deutschland GmbH;Dr. Dirk Christoph Schautes, Metro AG; Elena Späth, Klöckner &Co SE; Dr. Eckhardt Sünner, Aufsichtsrat Infineon TechnologiesAG; Bettina Vieler, Wincor Nixdorf AG; Heiko Wendel, Leoni AG;Dietmar Will, Audi AG; Rudolf Zimmermann, ABB AG.Jahresabonnement: kostenlosErscheinungsweise: monatlich (10 Ausgaben im Jahr)LayoutDaniela Seidel, FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH© Alle Rechte vorbehalten.FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, 2013.Die Inhalte dieser Zeitschrift werden in gedruckter und digitalerForm vertrieben und sind aus Datenbanken abrufbar. EineVerwertung der urheberrechtlich geschützten Inhalte ist ohnevorherige schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässigund strafbar, sofern sich aus dem Urheberrechtsgesetz nichtsanderes ergibt. Es ist nicht gestattet, die Inhalte zu vervielfältigen,zu ändern, zu verbreiten, dauerhaft zu speichern odernachzudrucken. Insbesondere dürfen die Inhalte nicht zumAufbau einer Datenbank verwendet oder an Dritte weitergegebenwerden.Haftungsausschluss: Alle Angaben wurden sorgfältigrecherchiert und zusammengestellt. Für die Richtigkeit undVoll ständigkeit des Inhalts von „Compliance“ übernehmen Verlagund Redaktion keine Gewähr. Für unverlangt eingesandteManuskripte und unverlangt zugestellte Fotografien oderGrafiken wird keine Haftung übernommen.ANZEIGEHält Ihr Compliance-Management-System einer eingehenden Prüfung stand?SAI Global hat ein Produkt- und Serviceportfolio entwickelt,das Sie bei der Erstellung und Ausgestaltung eines sicherenund nachweisbaren CMS gemäss IDW PS 980 unterstützt:> Compliance-Risikobewertungen und Gap-Analysen> Entwicklung, Überprüfung und Revision von Richtlinien undVerhaltenskodizes> Benchmarking-Dienste zur Auswertung undVerbesserung des Programmerfolgs> Compliance-Kommunikation und -Training> Technologie-Plattformen für Schulungsmanagement,Richtlinienmanagement und Zertifizierung sowie FallmanagementMehr darüber wie wir Ihnen helfen können effektive Compliancesicherzustellen und Unternehmensintegrität aufzubauen lesen Sie hier>>.Compliance-Überwachung &VerbesserungCompliance-Kommunikation& TrainingCompliance-ZieleCOMPLIANCE-KULTURCompliance-OrganisationCompliance-RisikenCompliance-ProgrammGerne stellen wir Ihnen weitere Informationen über unser umfangreiches Leistungsangebot zur Verfügung:Tel: +49 (0)8123 988555 | E-Mail: info.emea@saiglobal.com | Web: www.saiglobal.com/compliance


Dezember 2013Media-SaturnNewsBilfinger bekommtCompliance-MonitorFür einen zehn Jahre zurückliegendenBestechungsfall inden USA zahlt Bilfinger eineGeldbuße von rund 23 MillionenEuro. Damit das Verfahrenendgültig eingestellt wird,hat der Baukonzern zudemvom US-Justizministeriumdie Auflage erhalten, seineCompliance-Systeme in dennächsten 18 Monaten mitUnterstützung eines externenBeraters zu optimieren.http://www.bilfinger.com/Durchsuchungen beiMedia-SaturnDie EU-Kommission prüftWettbewerbsverstöße in derElektronikbranche. AnfangDezember haben Ermittlerdaher Geschäftsräume mehrererUnternehmen durchsucht,betroffen war nebenPhilips und Samsung auchMedia-Saturn.http://www.fr-online.de/Neuer Bankenskandal?International ermitteln Finanzbehördengegen Großbankenwegen mutmaßlichmanipulierter Währungskurse.Die BaFin bestätigte gegenüberder SüddeutschenZeitung, im Sommer Untersuchungenaufgenommen zuhaben. Diese seien noch nichtbeendet, allerdings lägenbislang keine Hinweise aufeine Beteiligung deutscherBanken vor.http://www.sueddeutsche.de/Bestechungsverdachtbeim TÜV HessenBeim TÜV Hessen haben zweiMitarbeiter möglicherweisePrüfungsergebnisse derHauptuntersuchung gegenGeld gefälscht. Das Unternehmenwar bei internenKontrollen auf Unregelmäßigkeitengestoßen und hat nunErmittlungen aufgenommen.http://www.tuev-hessen.de/„Das GWG betrifft nicht nur Banken“Die Reichweite des Anti-Geldwäschegesetzes (GWG) wird von Unternehmen vielfachunterschätzt, meint Thomas Muth von Corpus Sireo.»»Vor zwei Jahren ist der Geltungsbereichdes GWG deutlich ausgeweitetworden. Welchen Einfluss hat daspraktisch auf Unternehmen?««Unternehmen unterschätzen bisweilenihre aktuellen Verpflichtungenaus dem GWG. Früher ging es imGWG nur um Bargeldgeschäfte, heuteerfasst das Gesetz aber diverse Artenvon Zahlungsströmen und bestimmtedefinierte Arten von Geschäften.»»Wer ist denn nun betroffen?«« Betroffen sind Unternehmen, diez.B. mit Gütern oder Immobilien handelnoder bestimmte Finanztransaktionenanbieten, die sich prinzipiell fürGeldwäsche eignen könnten; aberauch Versicherungsvermittler, Rechtsdienstleisteroder Treuhänder können„Verpflichtete“ im Sinne des Gesetzessein. Der Kreis der sogenannten „Verpflichteten“ist im Gesetz umfassenddefiniert. Der Aufwand für die Umsetzungist aber überschaubar: Ein Mitarbeitermuss die persönlichen Datendes potentiellen Vertragspartners vordem Abschluss des jeweiligen Vertragesin einem Formular, dem Identifikationsbogen,erfassen und bei eventuellaufkommenden Verdachtsmomentenunter Umständen auch eine „Verdachtsmeldung“abgeben. Das kannjedoch bedeuten, dass das betreffendeGeschäft nicht abgeschlossen werdendarf.»»Wie läuft das zum Beispiel bei Immobilienverkäufenab?««Auch bei einem Immobilienverkaufmuss der Käufer bzw. der wirtschaftlichBerechtigte identifiziert werden,bevor ein Kaufvertrag geschlossenwird. Das übernimmt normalerweiseder Notar bei der Beurkundung. Aberauch der Vermittlungsvertrag zwischenKäufer und Makler kann bereits unterdie Identifikations- und Meldepflichtfallen. Dann muss schon der Maklerdie Identifikation und ggf. Verdachtsmeldungvornehmen. Ein Verdachtsmomentkann z.B. darin bestehen,dass über die Person des eigentlichenKäufers Unklarheit besteht oder derKaufpreis aus einem sogenannten„Hochrisikoland“ überwiesen werdensoll. Daher sollte der Name des Käufersauch gegen die EU-Sanktionslistegeprüft werden.»»Bei Immobiliengeschäften ist dieDatenabfrage beim VertragspartnerStandard. In anderen Bereichen dürftensich Verkäufer mit der Frage nachdem Ausweis aber schwertun, oder?««Ja, diese psychologische Schwellebildet sicher ein Problem. Viele Verkäuferhaben Hemmungen, selbst beiStreit um Rhön eskalierthöherwertigen Geschäften ihr Gegenüberum die Vorlage des Ausweiseszu bitten. Deshalb müssen wir alsCompliance-Verantwortliche die betroffenenMitarbeiter zum Umdenkenanleiten und für die Belange des GWGsensibilisieren. Denn dem Unternehmenkönnen empfindliche Bußgelderdrohen, wenn es seiner Verpflichtungzur Unterweisung seiner Mitarbeiternicht nachgekommen ist. sanNach Klage von B.Braun planen Rhön-Aktionäre offenbar den GegenangriffDer Streit um den Rhön-Deal gehtin die nächste Runde. Nachdemder Medizintechnikkonzern und Rhön-Großaktionär B.Braun Klage gegendie Übernahme eines Großteils derRhön-Krankenhäuser durch Freseniuseingereicht hatte, wollen nun Gerüchtenzufolge Rhön-Aktionäre wiederumRhön KlinikenEine derwenigennicht verkauftenRhön-Kliniken:Die Uni-KlinikGießen-MarburgB.Braun verklagen. Rhön hatte sichgegen die Übernahme mit dem Verweisauf das „Holzmüller/Gelatine“-Urteil des BGH gewehrt, nach dem dieHauptversammlung einem Deal grundsätzlichzustimmen muss, wenn mehrals 90 Prozent am Unternehmen verkauftwerden. Das war beim VerkaufRecht und UnrechtWichtige Quellen1. Internetseite des RegierungspräsidiumsDarmstadt mit den gemeinsamenMerkblättern der Länder zurGeldwäscheprävention, Mustervordruckenfür Identifikation und Verdachtsmeldungsowie beispielhaftenProzessablaufbeschreibungen2. Merkblatt zu länderunabhängigenEmbargomaßnahmen zur Terrorismusbekämpfungdes Bundesamtes fürWirtschaft und Ausfuhrkontrolle3. Sanktionsliste zur Umsetzung derEU-Anti-Terror-Maßnahmen Die gemeinsamenMerkblätter der Länderder Bundesrepublik Deutschland zurGeldwäscheprävention.7der Kliniken nicht der Fall – das Managementhatte den Asset Deal ohneEinbeziehung der Aktionäre beschlossen.Allerdings greifen die Grundsätzenur in extremen Ausnahmefällen.Noch komplizierter wird der Falljetzt durch die gerüchteweise geplanteKlage der Rhön-Aktionäre gegenB.Braun. Sie werfen B.Braun offenbarRechtsmissbrauch vor. Dieser könnteExperten zufolge gegeben sein, wennB.Braun die Klage nur anstrengt, umden Verkaufsprozess zu blockierenund in die Länge zu ziehen. Angesichtsder unübersichtlichen Gemengelagedürfte die Übernahme die Gerichteallerdings in jedem Fall noch eine Zeitlang beschäftigen. akm


Dezember 2013Forschung8NewsStudie zur Kartellrechts-ComplianceDie Professor für Industrieökonomie,Wettbewerbspolitikund Regulierung der Justus-Liebig-UniversitätGießenführt eine quantitative Studiezur Kartellrechts-Compliancein deutschen Unternehmendurch. Compliance Officerund Vertreter aus Rechtsabteilungund Geschäftsführungkönnen noch bis zum EndeJanuar teilnehmen.https://www.soscisurvey.de/Corporate Governancein ChinaChinesische Unternehmenorientieren sich bei derUnternehmenskontrollezunehmend an internationalenPrinzipien. Das zeigt eineneuen Befragung der DeutschenBörse und der KanzleiCMS Hasche Sigle untereuropäischen und chinesischenFondsmanagern.https://deutsche-boerse.com/Korruptionsindex: Deutschland stagniertIm aktuellen CPI landet Deutschland erneut im europäischen Mittelfeld.Für das geringe Engagement imKampf gegen die Korruption imöffentlichen Sektor bekommt Deutschlandeinmal mehr die Quittung. Wieder gerade veröffentlichte CorruptionPerceptions Index (CPI) 2013 vonTransparency International zeigt, hatsich in den vergangenen Monatenkaum etwas verändert: In dem Index,der jährlich die bei Politikern und Beamtenwahrgenommene Korruptionmisst, erzielt Deutschland unverändert78 von 100 möglichen Punkten undlandet so auf Platz 12 des Gesamtrankings,das 177 Staaten erfasst.„Meines Erachtens sind es zweiThemen, bei denen Deutschland gefordertist: Erstens muss die Ratifizierungdes Übereinkommens der VereintenNationen gegen Korruption erfolgen.Wir haben vor zehn Jahren unterzeichnet,aber es national bis heute nichtumgesetzt“, sagt Frank Weller, Partnerbei KPMG in der Abteilung Forensic.„Hier könnte durch den Koalitionsvertragnun aber etwas in Bewegungkommen. Der zweite Punkt ist dieKorruptionindex: Keine Verbesserung für Deutschland.Einführung eines Unternehmensstrafrechtsjenseits des OWiG. Politik undWirtschaft sind da zutiefst gespalten,wie die aktuelle Debatte den um Gesetzesentwurfaus Nordrhein-Westfalenzeigt. Möglicherweise könnten wiruns dem als Nation aber auch entziehen,wenn wir im Ausland offensiverdie rechtlichen Instrumente erläuternwürden, die wir aktuell haben.“In der Wertung rückt Deutschlandzwar um einen Platz auf, der Abstandzu den führenden Ländern Dänemarkund Neuseeland (jeweils 91 Punkte)sowie Finnland und Schweden (89Punkte) bleibt aber unverändert groß.Auch Länder wie Norwegen, dieiStockSchweiz, die Niederlande und Luxemburgschneiden in Europa besser ab alsDeutschland.Griechenland Schlusslicht in EUAuch wenn die europäischen Länderim Gesamtranking im Schnitt vorderePlätze belegen, geben einzelne AusreißerAnlass zur Sorge. Besondersschlecht schneidet Griechenland ab:Mit Platz 80 liegt das Land gleichaufmit China und bestätigt seinen Platzals korruptestes Land in der EU – trotzeiner Verbesserung um 14 Plätze gegenüberdem Vorjahr. Auch Italienschafft es nur auf Platz 69 – punktgleichmit Rumänien und Kuwait. Dergroße Verlierer in absoluten Zahlen ist2013 Spanien, das gegenüber 2012zehn Plätze einbüßt und sich nur nochauf Platz 40 wiederfindet. Weller:„Dieser Abstieg dürfte der Spiegel derAffären der letzten zwei Jahre um dieParteienfinanzierung und Vorwürfe imZusammenhang mit korruptiven Zahlungender Bauwirtschaft an führendePolitiker sein.“sanANZEIGEPreisgekröntesCompliance-TrainingGewinnereLearning-Award2011, 2012 und 2013» www.compliance-training.de


Dezember 2013Göres geht zur zurDeutschen BankDr. UlrichGöres (Bild)leitet abJanuar beider DeutschenBankdie Bereiche Anti-Geldwäscheund Financial Crime. Göres(40) kommt von der ErsteBank, wo er seit Ende 2010CCO und General Counsel ist.Neben Göres hat die DeutscheBank zudem ThomasPoppensieker verpflichtet, derebenfalls ab Anfang 2014als Sonderbeauftragter dieKontrollstrukturen der Bankbereichsübergreifend stärkensoll.privatGötz beerbt Renz beider HelabaTobias Götz(Bild) übernimmtbeider Helabadie Aufgabenvon HartmutRenz. Renz war seit 2002bei der Landesbank GroupCompliance Officer CapitalMarkets und wechselt nun zuder Kanzlei Kaye Scholer.HelabaNewsLandgard: neuer CEOund Compliance-ChefAls Vorstandsvorsitzenderverantwortet Armin Rehbergseit dem 1. November beiLandgard unter anderemauch die Bereiche Rechtund Compliance sowieKonzernrevision. Rehberg(48) ist seit Mai 2013 imLandgard-Vorstand.Der KrisenerprobteDr. Dietmar Prechtel hat eine große Herausforderung schon vor seiner Ernennung zumChief Compliance Officer bei Osram gemeistert.Eine große Bewährungsprobe beiOsram hat Dietmar Prechtel schonvor seiner Beförderung zum ChiefCompliance Officer bestanden. Nachdemdie Abspaltung des Lichtkonzernsvon Siemens immer wieder verschobenworden war, war der Termin desBörsengangs schließlich auf den 8.Juli 2013 festgesetzt worden. Für dieCompliance-Abteilung unter der Leitungvon Gerhard Brey bedeutete daseine Menge Arbeit, musste sie dochdas bald eigenständige Unternehmenbis zum Stichtag fit für den Kapitalmarktmachen.Dann kommt die Hiobsbotschaft:Im März vor dem Börsengang fälltGerhard Brey mehrere Monate aus.Nun ist Prechtel gefragt. Zwar hat erschon zuvor Seite an Seite mit Brey beiOsram mit dem Aufbau der Compliance-Abteilungbegonnen, als Head ofCompliance Legal stand er allerdingsin der zweiten Reihe. Jetzt muss der41-Jährige die letzten Vorbereitungenohne die Unterstützung seines langjährigenSiemens-Weggefährten bewältigen,der ihn Ende 2011 zu Osramgeholt hat. „In der Zeit bis zum 8. Julihabe ich dann etwas weniger geschlafen“,erinnert sich Prechtel.Dietmar PrechtelAufbruchstimmungZugute kommt dem Juristen, der ausdem ostwestfälischen Bünde stammt,seine berufliche Vorgeschichte. Nachdemer zwei Jahre lang in einer Anwalts-Boutiquein Frankfurt am Maingearbeitet hat, wechselt Prechtel,der an der FernUni Hagen zu einemstrafrechtlichen Thema promoviert hat,zu Siemens, als 2007 der große Korruptionsskandalan die Öffentlichkeitkommt.Bei Siemens ist Prechtel in der AbteilungCompliance Legal noch vor dergroßen Aufbauwelle mit an Bord. DerGroßkonzern steht in dieser Zeit unterstrenger Beobachtung – nicht nur der»»Die Restrukturierungbei Siemens warextrem interessant.«Öffentlichkeit, sondern auch der USamerikanischenBörsenaufsicht SEC.Prechtel erlebt die Aufgabe aber nichtals Bürde: „Für mich war die Situationnormal, ich kannte ja in der Compliance-Arbeitnichts anderes“, sagt errückblickend. Überhaupt scheinenOsramKarriere9Prechtel turbulente berufliche Ereignissekaum aus der Ruhe bringen zukönnen. „Diese ganze Phase der Restrukturierungwar für mich beruflichextrem interessant. Es herrschte einerichtige Aufbruchstimmung, das warCompliance auf höchstem Level.“Als bei Siemens in der Korruptionsaffärelangsam wieder Ruhe einkehrt,bekommt Prechtel die Möglichkeit,sich neuen Herausforderungenzu stellen: Osram möchte ihn für denAufbau der Compliance-Organisationnach München holen. Alternativ bietensich ihm weitere Stellen an, u.a.als Rechtsanwalt in Südafrika. ObwohlSüdafrika Prechtel durch seinen Masterof Law, den er in Kapstadt gemachthat, in guter Erinnerung geblieben ist,lockt ihn am Ende die Aufgabe bei Osrammehr.Prioritäten setzenObwohl er in Deutschland bleibt, mussder neue Head of Compliance Legalbei Osram sich nun unter der Wochevon seiner Familie trennen: Seine Frauund seine heute sechsjährige Tochterleben weiterhin in Erlangen, er selbstpendelt wochenweise zwischen Erlangenund München. Er hoffe, dass seineFrau, die als Ärztin arbeitet, früheroder später nachkommen könne, sagter. Trotz der Belastung für die Familieist für Prechtel aber klar: „Wenn mirjemand vor fünf Jahren mein jetzigesBerufsbild beschrieben hätte, hätte ichsofort unterschrieben.“ Aber so langedie Familie nur am Wochenende zusammenist, setzt er ganz klare Prioritäten.„Am Wochenende ist Familienzeit.“sanHöft leitet Compliancebei LaransaSebastianHöft (Bild)übernimmtab AnfangJanuar beiLaransa PrivateWealth Management dieLeitung der Bereiche Compliance,Marketing und Vertrieb.Zusätzlich zieht Höft in denVorstand der Laransa-TochterDDAG Deutsche DirektanlageAG ein.LaransaSiemens: auch Solmssen gehtSeit dem Abgangvon Peter Löscherhatten sichhartnäckig Gerüchtegehalten,nun hat Siemensauch das Ausscheidenvon Compliance-VorstandPeter SolmssenPeter Solmssen bestätigt. Der US-Amerikaner Solmssen galt als engerVertrauter von Löscher. Er war nebenSiemensLöscher und Einkaufsvorstand BarbaraKux, die das Unternehmen ebenfallsverlassen hat, nach Bekanntwerdendes Korruptionsskandals von GerhardCromme zu Siemens geholt worden.Auf Vorstandsebene übernimmtnun der neue CEO Joe Kaeser dieCompliance-Verantwortung. Leiter derRechts- und Compliance-Abteilungwird Andreas Christian Hoffmann, deran Kaeser berichtet und seit 2008 fürden DAX-Konzern arbeitet. sanVeranstaltungen15.1., HannoverHaftungsreduktion durchGovernance-Strukturen17.1., AugsburgCompliance-Seminar am ZWW27.1., KölnCologne Compliance Panel


10 | Compliance | Dezember 2013 ANZEIGEVORBEUGEN IST BESSERALS ZAHLEN –KARTELLRECHTS-COMPLIANCEWWW.BEITENBURKHARDT.COMDie unabhängige WirtschaftskanzleiGEORG PHILIPP COTTA, LL.M.PHILIPP.COTTA@BBLAW.COMGANGHOFERSTRASSE 3380339 MÜNCHENTEL.: +49 89 35065-1342FAX: +49 89 35065-123BEIJING · BERLIN · BRÜSSEL · DÜSSELDORF · FRANKFURT AM MAIN · KIEWMOSKAU · MÜNCHEN · NÜRNBERG · SHANGHAI · ST. PETERSBURG19182 BB Anz. Image Compliance 190x275.indd 1 05.12.13 16:12

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine