Röster des Jahres_82_85_Schoko_crema_0208.qxd - Rösterei ...

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to goBei der Arbeit: Andrea Jauch ist die Besitzerin der RöstereiSchwarzwild. Den Kaffee röstet sie natürlich höchstpersönlich.56 crema/vier/2013


Schwarz, wild,ausgezeichnet!Hochwertig gerösteten Kaffee mit viel Liebe zum Detail:diesen gibt es im Schwarzwald bei unserem crema Rösterdes Jahres – der Rösterei Schwarzwild.Logo: Die Dame mit dem Bollenhut aufdem Kopf wird die Wilde Hilde genannt.EINE GESCHÄFTSREISE NACH Oslo,in die Hauptstadt Norwegens, veränderteAndrea Jauchs Leben. In dem Land,das vor allem für Seefahrer- und Wi kin -ger geschichten bekannt ist, befindet sichnä m lich auch die Rösterei und Es pres -sobar einer Ikone der skandinavischenKaffeekultur – Tim Wendelboe. Und ge -nau diese Rösterei in der Grünersgate 1hat sie vor ein paar Jahren per Zu fallbetreten: „Die Location hat mich völligbe geistert. Da stand ein schicker alterRös ter und dann hat auch noch derKaffee wirklich super geschmeckt. Da -rauf hin bin ich wie der heim nachDeutsch land und habe mich sofort überdie Möglichkeiten zur Aus- und Fort -bildung im Kaffee bereich informiert."Die eigene Röstereihat die diplomierteBetriebswirtin, dielan ge in der Ver -an staltungs bran -che im Mar ketingtätig war, im No -vember 2011 eröffnet.Ursprünglich inVillin gen-Schwen -ningen aufgewachsen, lebtsie nun schon sehr lange in Frei -burg/Breisgau, wo sie auch ihren Kaffeerös tet. Die Liebe zur Heimat und demschö nen Schwarzwald spiegelt sich da -bei auch in dem Namen der Röstereiwider. Einfach und prägnant wurde dieRös terei Schwarzwild getauft. Be son dersin Erinnerung bleibt ei -nem dabei das Logo,das die Wilde Hil dezeigt, eine schwarz -haarige Dame, dieeine der berühmtestenSchwarzwälderTrachten, dencha rak te ristischenBollenhut, auf dem Kopfträgt. Uns blieb nicht nurdas Logo, sondern vor allem derwahnsinnig gute Kaffee in Erinnerung.Deshalb ist die Rösterei Schwarzwildunser dies jäh riger crema Röster desJahres und An drea Jauch nebenbei auchdie erste Frau, die diesen Titel je malsvon uns verliehen bekommen hat.2013/vier/crema 57


Aufbaustudium für einen Rundumüberblicküber die Kaf fee branche be schrei -ben“, so Jauch. Sie konnte zum Beispielerste Einblicke in die Kaffeechemie, dieSen sorik oder auch die Tech nik vonKaffeemaschinen ge winnen. Und nichtzuletzt war es ihr dort möglich, vie lewichti ge Kon tak te in die Bran che zuknüpfen. Mit einigen der Studienkollegenver anstaltet sie heu te noch regelmätogoRoast: Zehn Röstungen hat Andrea Jauch momentanin ihrem Sortiment, eine davon ist koffeinfrei.Stylish: Nicht nur die Kaffeepackungen, sondernauch die Rösterei ist komplett in Weiß gehalten.Die crema Rösterin des Jahres bezeichnetsich selbst eher als Cap puc cino- Trin -kerin, die aber auch gerne einmal eineschwarze Tasse Kaffee aus der Karls -bader Kan ne genießt. Doch sie war nichtimmer eine passionierte Kaf fee ge nießerin: „Wenn ich mich frü her zum Kaf -fee trin ken mit Freunden getroffen habe,dann habe ich immer die halbe Tasse stehengelassen, weil mir eben dieser sofortauf den Magen geschlagen ist.“ Erst alssich in ihrem Freun des kreis viele einenSieb trä ger zulegten und mit den un ter -schied lichsten Bohnen zu hantieren be -gannen, stellte sie fest, dass Kaffeedurch aus auch sehr lecker und ma gen -ver träglich sein kann. Durch die se Er fah -rung und die Begegnung mit demNorweger Tim Wen del boe war die Lei -denschaft für die braune Bohne beiAndrea Jauch ent facht.IM ANSCHLUSS AN dieses Erlebnissging sie bei Barbara Giger vom Spiel -hofkaffee im Kanton Glarus, Schweiz, so -wie Pauli Michels aus dem Saarland qua -si in die Röstlehre. Zu sätzlich besuchtesie noch den Kaffee stu dien gang „TheScience and Art of Coffee“ an der Zü ri -cher Hoch schu le für angewandte Wis -sen schaften in der Schweiz. „Den Stu -dien gang kann man wohl am besten als58 crema/vier/2013


Arbeitsutensilien: Momentan wird der Rohkaffeeauf einem Zwei- und einem Fünf-Kilo-Röster veredelt.timent der Rösterei, wie etwa dem Yel lowBourbon von den Fazendas Rainha inBrasilien oder dem reinen Robusta ausdem Palthope Estate in Indien, findetman auf den in Weiß gehaltenen Ver -packungen Angaben über den Ursprungder Bohnen sowie deren Aufbereitung.Et was, das uns bei der Suche nach demRös ter des Jahres immer aufmerkenlässt. Denn soweit möglich wollen wirund wohl auch die meisten anderen Kaf -feegourmets natürlich wissen, was sichgenau in der Verpackung verbirgt.ßig Röst- und Ver kos t un gs ta ge undbringt so ihren Kaffee geschmacklich aufein noch hö heres Level. Des Weiterenabsol vier te Sie bei Cof fee Consulate undcrema-Autor Dr. Steffen Schwarz nochdie extrem umfangreiche Coffeeologen-Aus bildung. All dies mit dem Ziel, eineeigene Rösterei zu er öff nen.DIE CREMA RÖSTERIN DES JAHRESröstet zum einen auf einem Zwei-Kilo-„Solar“-Röster der Firma Coffee-Tech so -wie einem alten italienischen Fünf-Kilo-Rös ter der Marke Vittoria. Dieser wird al -ler dings in den nächsten Monaten durchei nen größeren „Solar“-Röster er setztwerden. Etwa fünf Tonnen Kaffee rös teteAn drea Jauch im letzten Jahr. Spä testenswenn der neue Röster da ist und die Ka -pazitäten dann etwas ausgeweitet werdenkönnen, wird es wohl noch mehr wer den.Insgesamt hat die Rösterei Schwarzwildmomentan neun verschiedene Kaffeessowie einen Entkoffeinierten im Sorti -ment. Seit Neuestem lächelt die WildeHil de aber von einigen Edeka-Re galenherab. Hierfür wurden zusätzlich nocheinmal fünf spezielle Rös tungen von derRösterin entwickelt.Die spannendste Frage an alle Rös terei -besitzer ist ja eigentlich immer, wie sie anihren Rohkaffee gelangen. Diverse Boh -nen bezieht Andrea Jauch jetzt schonüber Direktimporte, die anderen laufenmomentan noch über Händler. „MeinZiel ist es, irgendwann einmal komplettauf Direct Trade umzustellen“, erklärt sie.Bei den sortenreinen Kaffees im Sor -SO WURDE BEWERTET:DOCH WIE RÖSTET man denn jetzt denperfekten Kaffee? Ihr Erfolgsrezept fasstAn drea Jauch für uns wie folgt zusammen:„Man muss beim Kaffee immer d a ran denken,dass es für die meis ten doch eher einAll tags produkt ist. Er muss einfach schme -cken. Zu viel Säure ist spannend, wennman beginnt, sich mit Kaffee zu beschäftigen,aber denen die nicht daran gewöhntsind, schmeckt dies dann meistens nicht.“Mit der Kaffeerösterei Schwarzwild wählt die crema-Redaktion nun schon zum sechstenMal einen Röster des Jahres. Die bis herigen Preis trä ger waren: 2008 SupremoRösterei, Un terhaching, 2009 Elbgold, Hamburg, 2010 Rast Kaf fee, Ebikon/Schweiz2011 Dresdner Kaffee- und Kakaorösterei, Dresden und 2012 Erste Tegernseer Kaf fee -rös terei, Kreuth/Tegernsee. Die Aus wahl zum Röster des Jahres erfolgt nach dreiHauptkriterien: 1. Qualität der angebotenen Kaffees bzw. der Röstungen, 2. Leistungenbei Lieferung, Service und Ver pac kung und 3. auf Fairness und Nach hal tig keitbeim Einkauf der Roh kaf fees. Alle drei Kri terien werden im Lau fe ei nes Jah res überTest bestellungen bei Rös te reien mehrmals über prüft. Dies ga ran tiert, dass die zu be -wertenden Leistungen über einen längeren Zeitraum eingeschätzt werden können.Getestet werden aus schließ lich Rös tereien im deutsch sprachi gen Raum (D/A/CH).Die Aus wahl der zu tes tenden Rös te rei en so wie die Tests selbst wer den durch eineFachjury unter Leitung des crema-Herausgebers Heiko Heinemann durchgeführt. DieMitglieder dieser Jury sind unabhängige Experten und Fachjournalisten.Die Auszeichnung zum Röster des Jah res ist eine der höchsten Eh rungen in derdeutschsprachigen Kaf fee- und Rös ter szene. Verlag und R edak tion des cremaMagazins ga ran tie ren einen fairen und un abhängigen Wett bewerb. Die Testphase fürden Wett bewerb 2014 beginnt ab Ok to ber 2013.2013/vier/crema 59

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