In Bewegung bleiben Sport im Alter fördert nicht nur die körperliche ...

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In Bewegung bleiben Sport im Alter fördert nicht nur die körperliche ...

ThemaEditorialSport ist …In der Werbung wird Sportoft mit Leistung, Coolness undJugend gleichgesetzt. AusserordentlicheSportausrüstungenermöglichen dem modernenMenschen ausserordentlicheLeistungen und ein gesundesLeben. Auf der anderen Seitefindet man zahlreiche Berichte in den Medienüber den Bewegungsmangel und den ungesundenLebenswandel der Menschen in unsererGesellschaft. Dazu passt der Spruch vonWinston Churchill: «No Sports» oft übersetztmit «Sport ist Mord». Dabei weiss man, dassder berühmte Politiker und Staatsmann sichdurchaus körperlich betätigte. Ob dieser Umstanddazu beigetragen hat, dass er einhohes Alter erreichte?Wir von Pro Senectute sind auf jeden Fall davonüberzeugt, und zahlreiche Studien bestätigen,dass Bewegung für ein gesundes undgutes Altern wichtig ist. Die Palette an Bewegungsaktivitätenund Sportmöglichkeitenbei Pro Senectute ist äusserst vielfältig. ArianeScheidegger-Isler – Koordinatorin Sport undBewegung in der Romandie bei Pro SenectuteSchweiz – gibt Ihnen einen Einblick in dieSportdisziplinen. Eine davon lernen Sie im«Por trät» näher kennen, nämlich Tchoukball.Dieser Sport ist bei Pro Senectute KantonFreiburg seit ein paar Jahren im Angebot.Warum Tchoukball Spass macht und gegenJüngere spielen und gewinnen möglich ist,lesen Sie auf den Seiten 6 und 7.Sport ist mehr als nur Leistung und Erfolg. Einkurzer Rückblick auf die Ursprünge des Wortes,das vom Lateinischen über die französischeSprache und das Englische schlussendlich invielen Sprachen zu «Sport» wurde, zeigt,dass eine wichtige Bedeutung des Konzepteshinter dem Wort nicht verloren gehen darf:das Spielerische und das Vergnügen.Alain Huber, Secrétaireromand und Mitglied der GeschäftsleitungIn Bewegung bleibenDer eigenen Gesundheit Sorge tragen und sichmit Gleichgesinnten treffen: Das sind gute Gründe,die für Sport im Alter sprechen. Pro Senectuteführt Bewährtes fort und erweitert die Palette mitneuen Angeboten.Kurt Seifert – Leiter des Bereichs Forschung und Grundlagenarbeit, Pro Senectute Schweiz«No Sports» soll der frühere britische Premierminister Winston Churchillim Alter von 70 Jahren auf die Frage geantwortet haben, wie er denntrotz Tabak- und Alkoholkonsum, so gesund geblieben sei. Gegner vonLeibesübungen verwenden gerne dieses vermeintliche Zitat, dessenUrsprung sich allerdings nicht nachweisen lässt. «Kein Sport»: Mit dieserHaltung kommt man kaum in ein erträgliches Alter. Etwas Bewegungstärkt die Muskeln und hilft auch dem Gemüt – vor allem dann, wennsie in Gemeinschaft betrieben wird.Die seit mehr als einem Vierteljahrhundert bestehende Fachstelle «Alterund Sport» von Pro Senectute (heute für «Sport und Bewegung, Gesundheitsförderungund Prävention» zuständig) ging von Anfang an von einemerweiterten Gesundheitsbegriff aus, der die körperlichen, seelischenund geistigen sowie die sozialen Dimensionen des Lebens einschliesst.Diesem Selbstverständnis ist die Altersstiftung bis heute treu geblieben.Wachsende NachfrageIm vergangenen Jahr haben 110 000 Frauen und Männer an SportundBewegungskursen von Pro Senectute teilgenommen. Das Interessean solchen Angeboten wächst sehr stark. Besonderer Beliebtheit erfreuensich Turnen («Fit/Gym»), Wandern und Aqua-Fitness. Zudem gibtes Gruppen für Velofahren, Seniorentanz und noch manches andere.Das Profil des Sport- und Bewegungsprogramms von Pro Senectuteweist starke kantonale sowie regionale Unterschiede auf. Es ist auchdavon abhängig, welche anderen Angebote vor Ort vorhanden sind.Ein Moment der Vereinheitlichung ist die Ausbildung der Kursleiterinnenund -leiter, die von Pro Senectute Schweiz in enger Zusammenarbeitmit dem Bundesamt für Sport durchgeführt wird. Rund 5000 Leiterinnenund Leiter sind für die Altersstiftung tätig. Ca. 170 Expertinnen undExperten sorgen dafür, dass die Aus- und Weiterbildung professionellenStandards entspricht.Umfassendes SportkonzeptFlavian Kühne, seit fünf Jahren in der Geschäfts- und Fachstelle von ProSenectute Schweiz für den Bereich «Sport und Bewegung» zuständig,hat den Wechsel vom speziellen Senioren- zum allgemeinen Erwachsenensportbegleitet. Die Initiative dazu ging vom Bundesamt für Sport aus,das ein umfassendes Sportkonzept für alle Altersgruppen entwickeln wollte.Traditionell stark waren die Angebote in der Sparte «Jugend+Sport».Später kam der Seniorensport dazu. Doch zwischen diesen beiden Generationenklaffte eine Lücke, die nun durch den Erwachsenensportgeschlossen werden kann.02ps:info 2 l 2013


© Pro Senectute SchweizDie Ausbildung der Sport-Kursleitendenumfasst methodische und didaktischeGrundlagen, alters- und sportfachspezifischesWissen sowie ein Praktikum.«Weiter am gesellschaftlichenLeben teilzunehmen, heisst, sichjede Woche in einer Gruppezu treffen, um sich gemeinsamsportlich zu betätigen undanschliessend vielleicht einenKaffee zu trinken.»Sport und Bewegung bei Pro Senectute –Ziel und ZweckWir arbeiten vor allem für und mit unserer Zielgruppe, d. h. Seniorinnenund Senioren im Alter von 60 bis 100 Jahren. Sturzpräventionist ein zentrales Element in allen unseren Sportgruppen, sowohlbei Indoor- als auch Outdoor-Sportarten. Dazu werden Übungen zurVerbesserung des Gleichgewichts und zur Stärkung der Muskulaturin den Beinen und Fussknöcheln gemacht, die eine gewisse Stabilitätin Situationen des Alltags sicherstellen. Da unsere Gruppen mehrheitlichvon Frauen besucht werden, liegt der Schwerpunkt auf Übungenzur Osteoporose-Prävention, hauptsächlich durch Bewegungen,bei denen Bodenvibrationen für eine Stärkung der Knochen sorgen,sowie Übungen, mit denen speziell die Rückenmuskulatur angesprochenwird. Weiter wird in unseren Kursen und bei unseren Ausflügen vielWert auf eine Verbesserung der Gelenkigkeit, Ausdauer und Koordinationgelegt.Sich im Alltag wohl fühlenEin grundlegendes Ziel ist das Erreichen und der Erhalt des Wohlbefindensbei Aktivitäten im Alltag. Möglichst lange eigenständig zubleiben bedeutet auch, keine Angst zu haben, die eigenen vier Wändezu verlassen, um an Kursen teilzunehmen, und dadurch auch dieAngst vor einem Sturz zu verlieren. Weiter am gesellschaftlichen Lebenteilzunehmen, heisst, sich jede Woche in einer Gruppe zu treffen,um sich gemeinsam sportlich zu betätigen und anschliessend vielleichteinen Kaffee zu trinken.Indem Kraft und Ausdauer trainiert werden, können unsere Seniorinnenund Senioren zu jeder Jahreszeit draussen spazieren gehen und anden Kursen teilnehmen, ohne körperlich überfordert zu sein oder ausserPuste zu geraten. Wer sich seine Gelenkigkeit bewahrt, ist freiin seinen Bewegungen und kann sich problemlos bücken, um sich dieSchuhe zu binden, oder sich recken, um eine Tasse aus dem Schrankzu holen. Und Koordinationsübungen sind gut, um das Gleichgewichtzu verbessern, die Reflexe zu trainieren und die Orientierung zu gewährleisten.05ps:info 2 l 2013


Porträt© Pro Senectute Kanton FreiburgÄltere Menschen haben spezifischeAnsprüche an Sport- und Bewegungsangebote.Pro Senectutestimmt ihre breite Angebots palettegenau darauf ab. Bei der Gestaltungwird ein ganzheitlicher Ansatzverfolgt: Für ältere Menschensind sowohl die Erhaltung vonGesundheit, körperlicher und geistigerSelbstständigkeit wie auchdie Gemeinschaft wichtige Motiveder sportlichen Freizeit gestaltung.2012 haben mehr als 3500 Personendas Sport- und Bewegungsangebotvon Pro Senectute KantonFreiburg genutzt. Am beliebtestenwaren Gymnastik (1600 Teilnehmende),gefolgt von Wandernund Velo (500), Walking (250),Tanzen (240), Wintersport (150),Wassersport (160) und moderatenBewegungsangeboten wie Spaziergängen/ Feldenkrais / Yogaetc. (550). Rund 170 ausgebildeteesa-Leiterinnen und -Leiter betreutendie Gruppen. Sie ab solvierenjedes Jahr eine Weiter bildungnach den Richtlinien des Bundesamtsfür Sport in Magglingen.Spiel für Leutemit KöpfchenTchoukball ist ein abwechslungsreicher und äusserstfairer Sport. Wie er gerade ältere Menschenfordert und fördert, zeigt der Besuch bei der Tchoukball-Gruppevon Pro Senectute Kanton Freiburg.Ursula Huber, Fachfrau Marketing & Kommunikation, Pro Senectute Schweiz«Danielle, geh in die Verteidigung!» Eifrig ermuntert Antoinette Aerniihre Teamkollegin, die richtige Position einzunehmen. Es ist später FreitagnachmittagMitte April. Draussen zeigt sich erstmals der Frühling, mitetwas blauem Himmel, einigen Sonnenstrahlen, viel Wind. Das kümmertdie kleine Gruppe älterer Frauen und Männer in der Sporthalle Platyin Villars-sur-Glâne nicht. Sie sind voll und ganz bei ihrer Sache. Unddie nennt sich Tchoukball.Nicht das «Goal», sondern das Spielfeld verteidigenTchoukball? Dieses Spiel kennen wohl die wenigsten. Es ist eineMischung aus Handball, Volleyball und Squash. Zwei Teams à 2 bis 12Spieler bzw. Spielerinnen treten gegeneinander an. Das angreifendeTeam versucht, die sogenannten Rahmen, die wie zwei Fussballtore amoberen und unteren Ende des Spielfelds platziert sind, zu treffen. DerName Tchoukball, kurz «Tchouk», kommt vom Geräusch des Balles, wenndieser das Netz im Rahmen berührt.Oberstes Gebot beim Tchoukball ist Fairplay. Jeglicher Körperkontakt istuntersagt. Wer im Ballbesitz ist, darf nicht behindert werden; auch dasAbdecken der Gegner oder das Abfangen eines gegnerischen Passes istverboten. Wer nun glaubt, Tchoukball sei ein langweiliges Spiel, dertäuscht sich. Das Besondere an Tchoukball ist, dass die Teams auf beideRahmen schiessen und damit punkten können. Die Spielrichtung wechseltdeshalb ständig, das macht dieses Spiel schnell und abwechslungsreich.Dr. Hermann Brandt, ein Genfer Arzt, hat Tchoukball in den 60er-Jahrenerfunden. Als Teamarzt für Handball und Volleyball hatte er viele Athletenbetreut, die sich bei der Ausübung ihres Sports verletzten. Hermann Brandtstellte fest, dass diese Verletzungen von den physiologisch unan gepasstenBewegungen und von den in einigen Sportarten üblichen Angriffsformenverursacht worden waren. Aufgrund von Forschungen und Analysen entwickelteer Tchoukball mit der Idee, die Aspekte Ge sundheit, gegenseitigenRespekt sowie Freude am Ballspiel zu vereinen.Tchoukball passt sich Mitspielenden anSeit 2005 bietet Pro Senectute Kanton Freiburg Tchoukball an, als einzigePro Senectute-Organisation in der Schweiz. Die Sportverantwortlichenhaben damals, im Internationalen Jahr des Sports, verschiedene neueSportarten für ältere Menschen vorgestellt. Claudine Crausaz, VerantwortlicheGymnastik und Ausbildung Kursleitende, war vom Tchoukball vonAnfang an begeistert, weil es die Teilnehmenden körperlich und geistigfordert: «Es ist ein strategisches Spiel, das Reaktion und Antizipationfördert.» Dieser Teamsport lasse sich gut auf die körperliche Verfassung06Einps:info 2 l 2013


Tchoukball fordert die Spielerinnen undSpieler nicht nur körperlich; auch Reaktionund Antizipation sind gefragt.der Mitspielenden anpassen und eigne sich deshalb bestensfür ältere Menschen. Marlyse Bangerter, welche die Gruppe seit 2006leitet, teilt diese Meinung. Es könne auch problemlos in gemischtenTeams – bezüglich Alter, Geschlecht, Kondition – gespielt werden.© Pro Senectute SchweizEin grosser Vorteil sei, dass kein Körperkontakt erlaubt sei, das kommeälteren Menschen entgegen.«Oberstes Gebot beim Tchoukballist Fairplay. Jeglicher Körperkontaktist untersagt. Wer nunglaubt, Tchoukball sei einlangweiliges Spiel, der hatsich getäuscht.»Gegen Jüngere spielen – und gewinnen!Zurück in der Sporthalle Platy. Sieben Seniorinnen und Seniorenschauen gebannt auf den Turnhallenboden. Blaue und gelbe Magnetestehen für die Teams, rot ist der Ball. Alain Vorpe vom Tchoukball-Club Freiburg, der Marlyse Bangerter gelegentlich als Coach unterstützt,erklärt nochmals einige wichtige Punkte des Spiels. Es sindnicht die Regeln, die Tchoukball anspruchsvoll machen, sondern derbereits erwähnte ständige Wechsel der Spielrichtung und damitder Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung. Da stellen sich innertKürze viele Fragen: Wo ist der Rahmen, wo der Gegner, besserselber schiessen oder den Ball abgeben, und wie viele Pässe dürfeneigentlich noch gespielt werden? Tchoukball ist definitiv ein Spiel,das den Mitspielenden Köpfchen abverlangt.Trotzdem ist Tchoukball nicht etwa kopflastig, sondern ein spielerischer,abwechslungsreicher Teamsport. «Mir gefällt die Kameradschaftin unserer Gruppe, und dass es ein gewaltfreier Sport ist», erklärtSebastiano Bronchi seine Freude am Tchoukball. «Zudem kann ich michmehr oder weniger bewegen, je nach Verfassung.» Das macht auchfür Jean-Daniel Addor den Reiz von Tchoukball aus, zudem, dass Körperkontaktverboten ist: «So können wir auch gegen Jüngere spielen –und gewinnen», berichtet er stolz.07ps:info 2 l 2013


StandpunktVia – Best Practice Gesundheitsförderungim Alter ist ein interkantonalesProjekt, an dem 10 Kantone, GesundheitsförderungSchweiz und die bfu-Beratungsstelle für Unfallverhütung beteiligtsind. Via leistet einen Beitragzur Stärkung der Autonomie, Gesundheitund Lebensqualität älterer Menschen.Das Projekt basiert auf der wissenschaftlichenAufarbeitung wirkungsvollerPraxisbeispiele. Sechs Themen stehen imMittelpunkt: Bewegungsförderung,Sturzprävention, Psychische Gesundheit,Beratung/Veranstaltungen/Kurse,schwer erreichbare und benachteiligteZielgruppen sowie Partizipationder Hausärz tinnen und Hausärzte.Mehr Informationen:www.gesundheitsfoerderung.ch/via© Gesundheitsförderung Schweiz© Public Health ServicesVia bewegtDr. Ralph M. Steinmann, Gesamtprojektleiter Via Gesundheitsförderung SchweizAndreas Biedermann MD, Operativer Projektleiter Via Koordinationsstelle Via BernIm Fokus des Projekts Via steht der ältere Mensch und seine Gesundheit.Der hohe Stellenwert eines körperlich aktiven Lebensstils – Sport,Bewegung und Alltagsbewegung – ist für die Gesundheit und dieVermeidung von chronischen Krankheiten unumstritten. Die Stärke vonVia basiert auf der wissenschaftlichen Aufarbeitung wirkungsvollerund kosteneffizienter Praxisbeispiele – in der Bewegungsförderung,der Sturzprävention und der psychischen Gesundheit älterer Menschen.Zu diesen Themen wurden in Form von Best Practice-StudienEmpfehlungen erarbeitet, die Via zur Beratung und Unterstützungder Kantone, Gemeinden und NGOs nutzt und zur Planung, Um setzungund Evaluation von bestehenden und neuen Programmen und Projekten.Bewährte PartnerschaftDie Initiative für Via wurde von den Verantwortlichen von Pro SenectuteKanton Bern und der Spitex Stadt Zürich ergriffen. Mit anderenWorten: Pro Senectute als Fach- und Dienstleistungsorganisation fürdas Alter ist eine wichtige Partnerorganisation der ersten Stunde.Via ist auf das breitgefächerte Netzwerk und die Vielzahl an Kursenund Bewegungsangeboten von Pro Senectute angewiesen. AlleKursleitenden sollten unsere Botschafterinnen und Botschafter sein,wenn es darum geht, ältere Menschen zu Sport und Bewegungzu motivieren: Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung! Täglich30 Minuten – zum Beispiel aufgeteilt in 10 Minuten-Blöcke…Voneinander lernenIn Fachnetzwerken fördert Via den Austausch mit gezielten Fragen:Wie können wir noch mehr ältere Menschen zur täglichen Bewegunganimieren? Welche Bewegungsformen eignen sich besonders?Wie kann Sturzprävention in Bewegungsangebote integriert werden?Wie und mittels welcher Methoden werden ältere Menschen, auchbenachteiligte, vulnerable, «richtig» bewegt?Derzeit erarbeitet Via zusammen mit der Universität Basel für Kursleitendeein neues Weiterbildungsangebot «Bewegungsförderungim Alter». Diese Weiterbildung nimmt die aktuellsten, wissenschaftlicherprobten Bewegungsempfehlungen auf und übersetzt sie in dieKurspraxis. Dabei orientiert sie sich am konkreten Praxisalltag derPro Senectute-Kursleitenden. Als Pilotlehrgang wird diese viertägigeWeiterbildung im Herbst 2013 an der Universität Basel erstmalsdurchgeführt.In jedem Thema lebt Via den Grundsatz der Partizipation. Das heisst,wir arbeiten mit Fachleuten und auch älteren Menschen zusammen, vernetzenuns, hören ihnen zu, nehmen sie ernst. Denn wie es Mariannede Mestral, Mitglied des Schweizerischen Seniorenrats, formuliert: «Eswird über uns Alten dauernd geschrieben, diskutiert, geforscht undentschieden. Wir sind aber nicht bloss Teil von Problemen – wir sindauch Teil von Lösungen. Ganz nach dem Motto: Nicht über uns ohneuns!»Dr. Ralph M. SteinmannAndreas Biedermann08ps:info 2 l 2013


PartnerErwachsenensport Schweiz esa: Optimale undvielfältige Sportangebote für alle ErwachsenenOliver Studer, Programmleiter Erwachsenensport Schweiz esa am Bundesamtfür Sport BASPOWettbewerbGewinnen Sie eine FLYER-Tour «Rustik»auf der Herzroute mit zwei Übernachtungen(im DZ), Abendessen, Frühstückund FLYER-Miete für zwei Personenim Wert von CHF 469.– oder einenvon 10 Gutscheinen für die Tagesmieteeines FLYERs im Wert von je CHF 50.–.Mitmachen bis 1. Juli 2013 auf:www.pro-senectute.ch/wettbewerbMehr Infos: www.herzroute.ch;www.flyer.chDie Aufgaben für Leiterinnen und Leiter von Sportangeboten für Erwachsenesind vielfältig und anspruchsvoll. Um Erwachsene zum regelmässigenSporttreiben zu animieren, braucht es motivierende Angebote. MitErwachsenensport Schweiz esa bietet der Bund ein auf den BreitenundFreizeitsport ausgerichtetes Sportförderprogramm an. In Zusammenarbeitmit Partnerorganisationen (Kantone, Verbände, private Anbieter)strebt esa einen einheitlichen Qualitätsstandard in der Aus- und Weiterbildungan. Im Zentrum steht die fundierte Ausbildung von Kursleitenden,die mit den unterschied lichen Erwartungen von Erwachsenen anden Sport kompetent um gehen können. Dadurch werden optimaleRahmenbedingungen für den Erwachsenensport geschaffen.Dem BASPO obliegt die Koordination und Steuerung der Ausbildungsowie die Expertenausbildung. Die Leiter-Grundausbildung sowie die-Weiterbildung übernehmen die Partnerorganisationen. Das BASPOunterstützt das Ausbildungsangebot finanziell mit Subventionen, inhaltlichmit Ausbildungsgrundlagen und strukturell mit einem Ausbildungssystem.Pro Senectute Schweiz ist gemeinsam mit 22 kantonalen und2 interkantonalen Pro Senectute-Organisationen Partner von esa undhat 2012 im Erwachsenensport rund 225 Aus- und Weiterbildungskursefür Leiterinnen und Leiter angeboten.Bewegt im Alter mit FLYER-ElektrovelosKurt Schär, Geschäftsführer der Biketec AGKatja Nanzig, Fachfrau Marketing & Kommunikation Pro Senectute SchweizDie Fahrt mit einem FLYER bietet dieMög lichkeit, sich in jedem Alter gelenkundkreislaufschonend zu bewegen.Pro Senectute hat den Trend der Elektrovelos erkannt und arbeitet seit2010 mit der Firma Biketec AG zusammen, dem schweizweit grösstenHersteller von Elektrovelos. Das original FLYER-Elektrovelo gibt es in12 verschiedenen Modellreihen – ob für längere Touren, Fitness oderden täglichen Arbeitsweg. «Ein E-Bike braucht man nicht – man gönntes sich», so Kurt Schär. «Unabhängig vom Alter sind die FLYER einegesunde und Freude bereitende Möglichkeit, mit Freunden etwas zuunternehmen und sich gelenk- und kreislaufschonend zu bewegen.Lächelnd bergauf zu fahren macht unseren Kunden grossen Spass».Für Pro Senectute ist die Kooperation mit Biketec sehr wertvoll, dennunsere Kundinnen und Kunden wie auch die Mitarbeitenden derOrganisation können regelmässig von attraktiven Spezialangebotenprofitieren, wie zum Beispiel: Schulung von Erwachsenensportleiterinnen und -leiternzur Handhabung des FLYERs Werksbesichtigungen mit Testfahrten und Fahrsicherheits-Trainings Workshops für Kundinnen und Kunden zur Vermittlungder Grundlagen zu Technik und Nutzung des FLYERs Spezialkonditionen für einen Zusatz- oder Mietakkubeim Kauf eines FLYERS© Biketec AGKontakt für mehr Informationen:Biketec AG, Telefon 062 959 55 55, E-Mail info@flyer.ch09ps:info 2 l 2013


Projekte Pro Senectute–miteinander verbundenPro Senectute bietet älteren Menschen die Möglichkeit,mittels Telefonketten neue soziale Kontakteaufzubauen. Die Erfahrungen sind erfreulich.Karin Wecke, Fachfrau Marketing und Kommunikation /Mittelbeschaffung, Pro Senectute Schweiz© Pro Senectute SchweizDie Idee ist bestechend einfach: Um einer allfälligenVereinsamung entgegenzuwirken, bildenältere Menschen Telefonketten, die sie miteinanderverbinden. Sie vereinbaren, sich an einem bestimmtenTag zu einer bestimmten Zeit bzw. Zeitfensteranzurufen. Der Tag, die Zeit und die Frequenzder Anrufe werden von den Teilnehmendender einzelnen Kette selber bestimmt. Jede Kettehat drei bis sechs Teilnehmende. Um mitzumachenbraucht es ein Telefon (Festnetz oder Mobile)sowie die Bereitschaft, regelmässig und zur abgemachtenZeit zu telefonieren.Ältere Menschen können durch ihre Teilnahme aneiner Telefonkette neue soziale Kontakte knüpfen.Möchten Sie gerne bei einer Telefonkettemitmachen? Dann melden Sie sich beieiner der teilnehmenden Pro Senectute-Organisationen:Aargau 056 203 40 89Arc Jurassien 032 886 83 40Bern 031 924 11 00Fribourg 026 347 12 40Luzern 041 972 70 60Genf 022 807 05 65Graubünden 081 252 75 83Obwalden 041 661 00 40Nidwalden 041 610 76 09Thurgau 071 672 77 78Uri 041 870 42 12Zug 041 727 50 53Zürich 058 451 54 00Mehr Informationen über die Telefonkettenfinden Sie unter: www.telefonketten.ch.Mehr als 160 Personen machen mitDie Telefonketten für ältere Menschen wurden vonPro Senectute 2009 eingerichtet. Heute gibt es insgesamt 43 Ketten in13 Kantonen. Und so telefonieren sich mittlerweile über 160 Personen.Seit dem letzten Jahr ist auch der Kanton Luzern dabei. Mit einer Medienmitteilungrief Pro Senectute Kanton Luzern Interessierte auf, sich füreine «Pilotkette» zu melden. Diese kam schnell zustande. Aufgrund dieserKette wurde eine zweite Medienmitteilung verschickt, die von grösserenund kleineren Zeitungen im Kanton aufge nommen wurde – mit Erfolg:Bis heute haben sich 25 Personen im Kanton Luzern zu sechs Telefon kettenzusammengeschlossen. Begleitet und unterstützt werden sie von einerMitarbeiterin von Pro Senectute Kanton Luzern.«Ich freue mich jeden Tag auf die Gespräche»Die Reaktionen auf diese Dienstleistung von Pro Senectute sind mehrheitlichpositiv. Viele Teilnehmende freuen sich über die neu entstandenenKontakte und pflegen sie. Dies zeigt das Beispiel einer Teilnehmerin ausdem Kanton Luzern. Sie ist in einer Kette, welche sich jeden Tag telefoniertund sagt: «Ich freue mich jeden Tag auf die Gespräche. Als ich dieGruppe mal fragte, ob sie statt täglich nur noch etwa zweimal pro Wochetelefonieren möchte, verneinten dies alle sofort – es gefällt allen vielzu gut, so wie es ist.» Falls sich jemand in einer Kette nicht wohl fühlt,vermittelt die Pro Senectute-Mitarbeiterin und sucht gemeinsam mit derbetroffenen Person eine Lösung. Dies kann innerhalb der Kette oderin einer neuen Kette geschehen. Ziel ist es, dass sich alle Teilnehmendenwohl fühlen und sich gerne telefonieren.Die Telefonketten werden durch das Engagement der Stiftung BNPParibas, Swisscom und des Magazins Zeitlupe ermöglicht. Pro Senectutedankt ganz herzlich für die Unterstützung.10Telefonkettenps:info 2 l 2013


Literatur + MedienKräftig altern: Lebensqualität und Selbstständigkeitdank Kraft- und GleichgewichtstrainingEin Film von Lukas Zahner [et al.].Luzern: Health and Beauty Marketing, 2011Ein Kraft- und Gleichgewichtstraining beeinflusst dieSelbstständigkeit und Gesundheit im Lebensverlauf positiv.Durch angepasste Trainingsmethoden lassen sich vieleAlterungsbeschwerden wie beispielsweise Stürze, Gelenkbeschwerden,Knochenerkrankungen, Stoffwechselbeschwerdenund psychische Probleme beeinflussen. DerFilm deckt die Hintergründe altersbedingter Kraftabbauprozesseauf und zeigt einfach umsetzbare Möglichkeiten,um diesen erfolgreich zu begegnen.Fitness beginnt im Kopf: Motivationstippsfür Bewegungsmuffel und SporteinsteigerAndrea Freimuth, Julia Schüler.Zürich: Beobachter-Buchverlag, 2012Dieses Buch bringt Bewegung in Ihr Leben: Es hilft Ihnen,gute Vorsätze umzusetzen, Neues auszuprobieren undlangfristig dranzubleiben. Sie wollen fitter werden undetwas für Ihre Gesundheit tun? Dieser Beobachter-Ratgeberunterstützt Sie dabei, Freude am Sport zu entwickeln.Die Autorinnen – zwei begeisterte Sportlerinnen – zeigenIhnen, wie Sie von der Idee zum Tun gelangen.AmourEin Film von Michael Haneke. Zürich, Film Coopi, 2013Anne und Georges sind seit Ewigkeiten ein Paar, ihreTochter führt längst ihr eigenes Leben. Immer noch sindsich die beiden in aufrechter Liebe verbunden. Ihr perfekteingespielter Alltag wird jäh unterbrochen, als Annenach einem ersten Schlaganfall von heute auf morgenein Pflegefall wird. Den Eheleuten wird schnell bewusst,dass es der Anfang vom Ende ist, dass sich Annes Zustandfortan nur noch verschlechtern wird. Georges pflegtseine grosse Liebe aufopferungsvoll, bis auch er an seineGrenzen geführt wird.Netzwerk Wohnen: Architektur für GenerationenAusstellung Deutsches Architekturmuseum.München: Prestel, 2013In diesem Band werden 35 internationale Beispiele generationenübergreifenderWohnmodelle gezeigt: vomMehrgenerationenhaus im Quartier mit Nachbarschaftshilfeüber den altersgerechten Umbau von Bestandsbauten biszu spektakulären Neubauten. Die einzelnen Wohnprojektewerden ausführlich dokumentiert, grosszügige Bildstreckenvermitteln einen lebendigen Eindruck vom Wohnumfeld.Alle vorgestellten Medien können ausgeliehen werden bei:Pro Senectute BibliothekBederstrasse 33, 8002 Zürich, Telefon 044 283 89 81,bibliothek@pro-senectute.ch, www.pro-senectute.ch/bibliothekÖffnungszeitenMontag bis FreitagDonnerstag9 bis 16 Uhr9 bis 18 Uhr


Vorschau/RückschauAktuellGerontologie-Symposium SchweizInterdisziplinärer Bildungsanlass fand grossen Anklang beimFachpublikumVom 10. bis 12. April 2013 fand das 1. Gerontologie-Sym posium Schweiz «Leben im Alter» in Bern statt, organisiertin Kooperation zwischen Pro Senectute Schweiz und demInstitut Alter der Berner Fachhochschule. Rund 120 Fachpersonenaus Bereichen der Altersarbeit nahmen teil.Das Symposium verfolgte einen interdisziplinären und interaktivenAnsatz. Namhaften Referentinnen und Referenten aus dem InundAusland besprachen Themenbereiche des Alter(n)s aus sozialwissenschaftlicher,ökonomischer und philosophischer Sicht.Zudem verlieh Pro Senectute den Pro Senectute-Preis an vierAbschlussarbeiten im Bereich der angewandten Gerontologie.Der erste Preis ging an Viviana Abati und Hildegard Hungerbühlerfür ihre Masterarbeit «Migralto – Ein partizipatives Modellfür die aktive Bürgerschaft der älteren Migrationsbevöl kerungin Schweizer Gemeinden».Prix ChronosVier Autorinnen mit dem Generationenbuchpreis ausgezeichnetAm 30. April wurde der Prix Chronos in der Deutschschweizund am 1. Mai in der Romandie verliehen. Gleich vier Autorinnenwurden mit dem Generationenbuchpreis ausgezeichnet:Brigitte Werner und Ulrike Rylance im deutschsprachigen Raum,Christine Arbogast und Martine Pouchain in der Westschweiz.An der von Matthias Nold moderierten Veranstaltung in Bernlas Brigitte Werner aus ihrem Buch, und Ulrike Rylance übermittelteeine Videobotschaft aus Amerika. Daneben überzeugte derLiedermacher Martin Hauzenberger mit Hackbrett und Gitarre.Am Salon du livre in Genf führte Jean-Marc Richard gekonntdurch den Nachmittag. Beide Siegerautorinnen waren anwesendund standen den rund 300 Teilnehmenden für eineAutogrammstunde zur Verfügung.Weitere Informationen und Impressionen: www.prix-chronos.chStiftungsversammlung zu Gast beiPro Senectute Kanton FreiburgDie diesjährige Stiftungsversammlungvon Pro Senectute Schweiz findetam 25. Juni 2013 in Freiburg statt. Diesin einem für Pro Senectute KantonFreiburg besonderen Jahr: Die Organisationfeiert ihr 90-jähriges Bestehen.Anne-Claude Demierre, Regierungsrätinund Präsidentin des Staatsrats KantonFreiburg, sowie Pierre-Alain Clément,Ammann der Stadt Freiburg, werden dieTeilnehmerinnen und Teilnehmer begrüsen.Diese erwartet nebst den statutarischenTraktanden ein spannender Fachteil.Alterspolitik heute und morgenDer Fachteil steht ganz im Zeichender Alterspolitik. Der Bundesrat bereitetgegenwärtig die Grundlagen für die«Reform der Altersvorsorge 2020» vor.Diese soll die mittelfristig erwarteten,demografisch bedingten finanziellenProbleme der 1. und 2. Säule lösen undihren Vollzug modernisieren.Jürg Brechbühl, Direktor des Bundesamtesfür Sozialversicherungen, wird ein Referatzu diesem Thema halten. Dr. Doris Bianchi,stv. Sekretariatsleiterin und politischeSekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds,und Prof. Dr. Roland A.Müller, zukünftiger Direktor des SchweizerischenArbeitgeberverbands, werdenihre Sicht auf die Alterspolitik darlegen.Die «Reform der Altersvorsorge 2020»wird sich auch auf die Arbeit von ProSenectute auswirken. Wie dies aussiehtund welchen Beitrag die Organisationleisten kann, diskutieren die ausgewiesenenExpertinnen und Experten im Anschlussan die Referate. Die Teilnehmerinnenund Teilnehmer haben dieMög lichkeit, ihre Fragen einzubringen.ImpressumHerausgeberin: Pro Senectute Schweiz, Lavaterstrasse 60, Postfach,8027 Zürich, Telefon 044 283 89 89, kommunikation@pro-senectute.ch,www.pro-senectute.ch, Erscheinungsweise: 4x jährlichRedaktion: Ursula Huber (verantw.), Sylvie Fiaux, Kurt Seifert, Dieter SulzerTexte: Andreas Biedermann MD, Alain Huber, Ursula Huber, Katja Nanzig,Kurt Schär, Ariane Scheidegger-Isler, Kurt Seifert, Dr. Ralph M. Steinmann,Oliver Studer, Karin WeckeKonzept und Gestaltung: Andrea Jaermann und Erich Zinsli© Pro Senectute SchweizAuf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. ISSN 1664-3968

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