Tomy und der Planet der Lüge - naturwesen11

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124reserviert. Wir hätten drei Einzelzimmer, die alle in denselbenWohnraum führten. Niemand könne von außenhinein, wenn wir im Zimmer den Verschlußknopf desTürschlosses drückten. Woher wußte der Hoteldirektor,daß Tomy, Marc und ich zusammenbleiben wollten undkeine unerwarteten Besucher wünschten?Wir verspürten keine Lust, den angebrochenen Nachmittagam Swimmingpool zu dösen. Ercan meinte, wirkönnten durch das Göreme-Tal fahren und wenigstenseine der unterirdischen Städte besichtigen. So kurvte unserekleine Kolonne in eine atemberaubende, bizarre Landschaft,die jeden Neuling in höchstes Erstaunen versetzte.Das Göreme-Tal war durch mehrfache Ausbrüche desnahen Erciyas-Vulkans entstanden. Schicht für Schichthatten sich vulkanische Ausbruchmassen aus feinkörnigenAscheteilchen auf die Landschaft gelegt und über dieJahrtausende Tuffgestein gebildet. Wind und Regengüssewuschen das Gestein aus, die härteren Schichten überlebtenlänger, die weicheren wurden weggespült. So entstandeine unheimliche Mondlandschaft aus weißlichenGesteinstürmen. Die frühen Bewohner des Tales kratztenHöhlen in die Türme und bewohnten sie. Als dann Arabereinfälleim 7. Jahrhundert das damals noch christlicheAnatolien bedrohten, zogen sich die Gläubigen in diegespenstische Landschaft um Göreme zurück, später folgtenMönche, und die schnitten Kirchen und Kapellen indie Tuffsteintürme.Einem derartigen Turm sieht man sein Innenleben nichtan. In der Tokali-Kilias-Kirche, bei der wir einen kurzenStop einlegten, öffnete sich hinter dem bescheidenen Vorraumeine farbenprächtige Kapelle mit Freskenmalereienvon byzantinischem Charakter. Öllichter flackerten, bewarfendie Felsbilder mit unregelmäßigen Lichterspielen.

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