Tomy und der Planet der Lüge - naturwesen11

naturwesen11.com

Tomy und der Planet der Lüge - naturwesen11

36geschehen. Diesmal drehte ich den Handrücken auf dieKühlerhaube, die um diese Tageszeit noch von keinerSonne wie eine Herdplatte aufgeheizt war. Dann legte ichmeine rechte Hand neben seine offene Hand und begann,unsere Handlinien zu vergleichen. Sie waren völlig identisch,nur hatten sich die Furchen meiner Handflächeüber die Jahrzehnte etwas tiefer eingegraben.Ich war verwirrt und hatte Mühe, mich auf irgendetwas zu konzentrieren. Jeder Mensch ist einzigartig –nur ich war es nicht mehr. Da lehnte sich eine Kopie vonmir an die Türe des Range-Rovers und grinste mich an.Inzwischen war Marc mit bedächtigen Schrittchen zu unsgetreten. Er hustete nicht mehr, und die roten Flecken aufseinem Gesicht hatten sich aufgelöst. Nur ruhig bleiben,redete ich mir ein, es gibt für alles eine vernünftige Erklärung.Es war wärmer geworden, vereinzelte Windstößchenwirbelten kleine Sandspiralen an unsere Füße. Da fiel mirein, daß mich als Jugendlicher noch ein zweites Muttermalgestört hatte, das ich als 28-Jähriger wegoperierenließ. Ich griff zur Wolldecke von Tomy und zog sie ihmvon der Schulter.Tomy schien zu ahnen, was ich wollte, denn er ließalles – wenn auch mit einem blöden Grinsen – mit sichgeschehen.»Spreize die Beine – bitte!«, erwiderte ich ungerührt.Tomy legte seine Hände aufs Autodach und tat wie gewünscht.Ich ging in die Hocke und sah das Ding. Einkleines, braunes Zäpfchen an der Innenseite des rechtenSchenkels, genau auf der Höhe des Hodensacks. Ich gabmich geschlagen. Dieses zweite Muttermal war für michder niederschmetterndste Beweis. Hier stand mein jüngeresEbenbild aus Fleisch und Blut.Marc erkundigte sich, was ich eigentlich mache, und

Ähnliche Magazine