Tomy und der Planet der Lüge - naturwesen11

naturwesen11.com

Tomy und der Planet der Lüge - naturwesen11

»Glaube ich nicht«, brummte Marc unwirsch. »DieArt, wie er hier eindrang, war unfreundlich, und Du siehstja, in welchem Schlamassel wir wegen dem jetzt stecken.«Wir drückten die Köpfe an die Rücklehnen und warteten.Ich hatte vor 34 Jahren mal eine Panzerrekrutenschulein der Schweizer Armee absolviert. Jetzt fiel mireines dieser dummen Lieder ein, die wir damals im Suffgrölten. »Auf einem Panzergrab, da blühen keine Rosen,auf einem Panzergrab, da blüht kein Edelweiß. Der einzigeSchmuck, das sind zerschossne Panzer und heiße Tränen,die ein kleines Mädel weint.« Hier, 90 Kilometer vorTaftan in der Wüste von Belutschistan, gab's nicht mal dieheißen Tränen. Ich kramte einige Witze aus meinenGehirnwindungen und erzählte sie. Marc hörte ziemlichapathisch zu. Irgendwann schwiegen wir. Ich dachte anmeine Frau und Tochter Cornelia. 27 Jahre waren wirverheiratet, hatten Höhen und Tiefen durchlebt, uns gestrittenund den Sex zelebriert. Ich wußte, daß Ebet – sonannte ich sie in Abkürzung des Namens Elisabeth –nicht nur Freuden mit mir genossen hatte, da waren schwereMonate hinter uns und finanzielle Probleme – Steuern,was sonst? –, die mich an den Rand der Verzweiflungbrachten. Wir hatten alle Schwierigkeiten gemeistert, irgendwie,und nach meinem ersten Buch änderten sich dieWiderlichkeiten. Jetzt ging's weniger um Geld, sondernum bösartige Kritiker, die mich verleumdeten. Natürlichgab's auch die Korrekten und Hilfreichen, die Väterlichenund die Besserwisser. Doch die blieben in der Minderheit.Eigentlich hätten für Ebet und mich jetzt diebesseren Jahre beginnen dürfen ...Ich dachte an Marcs Eltern und daran, daß ich Marc zudieser Reise gebeten hatte. Wie würden sie reagieren,wenn sie von Marcs Tod erfuhren? Während mir solche39

Ähnliche Magazine